Nr. 13. Berlin, Freitag, den 29. Zanuar 1875. 5. Jahrgang. Diese Zeitung erscheint dmnia wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abend?. Abonnements»?reis: Für Berlin incl. Bringerlohn vierteljährlich prao- numerando 1 Rm. 95 Pf., incuütiich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Pf.; bei dm Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 60 Pf., frei in'« Hau» 2 Mark. Kreuzband-Abonnement» pro Quartal u. Eremplar: Für Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. • Niederlande und Belgien. 3- 60- - England und Frankreich. 4« 50- - Amerika(Bereis. Staaten) 5• 50» Bestellungen auf Arenzband-Abonnement« sind nur bei der Expedition aufzugeben und müffm prac- uumerando gezahlt werden. Rener ArdaKtion usd Srpcdltion: Nertt«, Oranienstraße Nr. 8, 80. Bestellungen werden bei. allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spedie teur entzegekigenommen. Eigenthttm der Laffalleauer. An unsere Abonnenten und Leser. Der erste Monat des neuen Quartals neigt sich seinem Ende, und ersuchen wir daher Diejenigen, die auf die noch kommenden zwei Monate des Quartals abon- niren wollen, dies schleunigst zu thun. Jede Postanstalt in Deutschland, sowie alle Spe- diteure unseres Blattes, nehmen Bestellungen entgegen. Preis pro 2 Monat bei der Post 1,07 Mark, oder 1 Mark 7 Pf. Die Redaktion und Expedition. So sprach d'.r preußisch? Twavzmwist». uud zwar unter dt» lebhaften Znjnbeln der liberale» Rei�Sboten Freu en fich � doch nicht».nig, daß endlich der Sü°d-nb°ck g-fnnd-� w°, welcher Gründer und Spekulanten, Aklivuiire n d ßniitia" sei» Opfer weißwaschen soll zu„rein.ichen. � reichen nämlich der Arbeiter. D°S uralte Gleichviß VW dem r q Manne, welcher zu seinem Festgelaze, um kein! j«- Schafe zu oerliere«, daS einzige Schaf d.S»rm w MUneS fchta«. tet. hat fich an den liberalen Kapitalisten hiei Mer glänzend bewährt. Je mehr Einer von ihnen„zegrpi..- s i? gieriger er sein mochte, die Bortheil« deS uenes �__ — denn bei der Verhandlung über das Letztere siel w£. sih sich auszubeuten, je lanter wird er sein �Sehr ch � rufen und je inniger sich den fette« Bauch geneten � � »ohrlich: Herabsetzung der Lohne und«ermehr« g� ArbeitSaustreugnnq, daS ist ein»„Sparsame» sich der Wvhlfitairte schon gefallen lassen kann. Inhalt. Setzt de« Arbeitsloh« herab! Da» Schmerzenskind. Politische Ueberstcht: Eise uaheade Krieglgesahr.— B»ir.< fluffuugrn preußischer BerwaltsngSdehörden.— Zu den R-cht«verhä!taIssru der läudlicheu Lrbeiler.— Haudcl mit«eihem Messchenfleifch.— Aus Bayern.— Deutsche Nordpolfahrt.— Garibaldi.— Ruistscher SocialiS« raus.— Lohnredukiioneu in Berlin.— Franz Duncker.— Ein Bi?marck- »new.— Roth tu BerlI».— Arbeltsspcrre in Südwalc«. Deutscher Reichstag. Korrespondenzen: Brellau.— Gestendorf.— Berlin.— Ham- bmg.— Dessau. Zur Svcialistenverfolg»ng. Der Austritt a«S der Landeskirche. l?ine schwäbische Ballade.(Gedicht.) ThvmaS Müuzer.(Fortsetzung.) Vermischtes. Setzt den Arbeitslohn herab! Wer ruft dies?— Wer gtebt in einer Zeit, wo gewal-, tigster Nothstand das arbeitende Volk drückt, diese Parole auS?) — Ist es ei» Fabrikant, welcher nicht rasch genug den feuer« festen Geldschrank füllen kann? Ist e« ein Soldschreiber der BourgeoiSpresse, welcher sich dem uörgtluden altfränkischen Spieß. bürgerlhnm gefällig erweisen will?— O, nein! Wäre dies der Fall, wir würden kein Wort ver» liercn und diese„arbeiterfreundliche� Mahnung an die Kapita» listeuklafle, welche nicht die erste ihrer Art ist, ignorireu. Aber es hat kein Geriagerer als der preußische Finanz. minister von Camphanseu diesen Aussprach als Vertreter des Bundesraths im Reichstage gethaa, und es ist somit in der That als ein offizieller GefinuuugSauSdrock der Regie» rang Preußens, resp. deS deutschen Reichs, zn betrachten, daß die Folgen der durch den Börseufchwindel erzengten Handelskrise sei» teuö der Arbeiterklasse durch geringereu Lohn und mehr Arbeit wieder gut gemacht werden sollen.— Eine schöne Zu- muthung! „Handel und Industrie leiden in diesem Aagenblick« schwer," — so lauten nach dtw Referat der„Bosstschen Zeitung" die Worte des FiuauzminifterS—„die Ursache liegt meiner Anficht nach in der Verschiebung der PreiSoerhältniffe, die eingetrctr» war und die dahin strebt, iu ein richtiges Geleise zurück zu ge» lauge». Die Krise wird so lange fortdauer», biS daß die gefon- den RettuugSmittel in dieser Hiaficht ergriffen werden. Diese RettuugSmittel liegen vor Allem darin, daß die Jndnstrie wohl» stilrr zu prodnziren lerne. Wir werden aber wohlfeiler prodn» ziren, wenn wir anfangen, fleißiger, sparsamer, wirthschaftlicher zu werde». ES ist ja ganz nuzweifelhaft, daß im Gebiete der industrielleu Unternehmungen Rückschläge eintreten, für die fie die Einzelnen nicht immer verantwortlich machen könne«. Wenn dor ganz Kurzem ein: groß« Panik in den Eiseobahopapieren ein- gUreteu ist, wo liegt der Grund dazu? Er liegt darin, daß man sich hat verleite« lassen, die Grundsätze der Sparsamkeit nicht mit dem gehörigen Nachdruck zn wahren, weil die Anfordernngen wegen großer Bauten dem Publikum plötzlich klar werde» und damit zu» isttich, daß daS Erträgniß der Bahnen Eiubuße erleidet. Und was wird der Erfolg dieser Erkeuntniß sein müssen? Si« wird dahin gehen: iu Zukauft diese Dinge wiederum schärfer m'S «ttgt zv fassen, als wie es bisher geschehen ist. ES wird fich — ich spreche daS unverhohlen auS— für Deutschland die Roth» weudigkeit ergeben, mit einer anderen Reguliruug der Arbeits» löhne vorzugehen, die Anforderungen au die Arbeiter zn fieiger«, um de» Lohn nicht zn eehöheu, sondern in manchen Fällen her- abzusetzen. Ich sehe daS als eine unerwünscht» Folge ein, aber glaube, wir thun iu allen Kreisen wohl, wenn wir diese Kovsegueuz einer bessereu Gestaltung unserer Zukunft nicht über» sehen." Freilich, ein Arbeiter wird sich wohl andere» Gedanken hingeben. Und daß der gesunde Mutterwitz deS Volkes die Sach» läge ein gut Theil richtiger anssassen wird, als daS Genie uosr- rer hoheu Politiker, dafür wollen wir gern garautiren. WaS soll man beispielsweise zu dem seltsamen Zusammentreffen der beiden SensatiosSredeu des Herrn von Camphanseu sagen!— Dienstag, den 19, Januar, führt derselbe im preußischen Ab» georduetenhause nach statistischen Quellen auS: daß sechs und eine Halde Million— genau 6.447, K8l— der klasseusteuer- pflichtigeu Einwohner Preußens, also bei Weitem die Mehrheit derselbe», deshalb nicht zur Steuer herangezogeu werden löuueo, weil fie unter 140 Thaler jährlichen Einkommens haben; dieselben lebe» also augenscheinlich in den allergedrücklestea Ver» hältoisseu. Und schon acht Tage darauf, Dienstag, den 26. Ja- unar, erklärt im RnchStage derselbe Herr, daß weise Sparsam- keit zur Beseitigung der Handelskrise„Herabsetzung der Löhne" erforderlich wache. Schöne AllSfichteo, wenn daS eintritt I Die sechs und eine halbe Million Preußen, welche unter 12 Silberzryschen täglich verdienen, sind wohl zu üppig; fie prassen und schwelgen wohl in Austern und Fasaueupasteteu, Champagner und Amareua di Sy- racusa?— Sie haben wohl gar mit ihrem„Kapital" an der Börse spekulirt und die Handelskrise verschuldet? Weshalb sonst denn sollen gerade sie diese Suppe auSeffeu? Und die arme« Gründer nüd Millionäre, welchen dank sol- cher weisen Sparsamkeit, wieder auf die Beine geholfen werden wird, damit sie hernach weiter„gründen" und„wageueru" köu- neu, nun, ihnen können wir eS ja nicht zumathen, die„Arbeits» löhne" ungekürzt zu zahlen, wenn nur ihr Kapitalgewiun ungekürzt bleibt! Ein Bourgeois hat einen so zarten Magen, daß man ihm nicht zumutheu kann, daS Brot ohne Schuepfeu- dreck zu essen; für den groben Magen des Arbeiters paßt eS eher, wenn er die Butter vom Arode fortläßt und Salz drauf streut! Das düakt jedenfalls allen Liberalen recht und billig und ist ein ausgezeichnete» Mittel zur Lösung der socialen Frage!— Doch, Scherz bei Seite, die Fraae ist ja ernst genug I Der Finanzminister deS preußischen Staates hat uns ein besseres Zeuguiß von der Leistungsfähigkeit des heutigen Staates und der heutigen Gesellschaft auf socialem Gebiete abgelegt, als es irgend ein Professor und Philosoph thun konnte. Ja, dahin führt daS ganze heutige System, daß eS stock- blind gegenüber den Leiden deS arbeiteuden Volkes und den Orgien der Kapitalmacht wird. Und das Ende ist, daß dem Volke, so tief auch die Roth ist, in der eS lebt, sich noch immer tiefere Abgründe deS Elende» öffnen, in die eS fich stürzen soll, n« als moderner CnrtiuS die Gesellschaft vor dem verdienten Unterl gang zu bewahren. Die Worte des FinanzministerS aber werden nicht uugehört verhalle», gar bald werden die Fabrikanten daran gehen, um die Löhne herabzusetzen; und die Arbeiter— nun, fie werde« eS vor- läufig unter dem Druck der Arbeitslosigkeit wohl ruhig hinnehmen müssen! ES lebe die Sparsamkeit!— Der sociale Frieden vnd die Gesellschaft find dann gerettet I Das„Schmerzenskind". SchleSwig-Hol stein wurde früher immer mit obigem Titel von den Nationalen belegt, als eS fich noch unter der Herrschaft der Dänen befand. Allerdings übte die dänische Regierung mancherlei Druck aaS auf die Bewohner der Elbherzogthümer, indem fie der Ausbildung der deutscheu Sprache Hindernisse in den Weg zu legeu suchte. Doch im Allgemeinen waren die Zustäude, an welchen die Regie- rung mit Schuld war, gerade nicht besser und nicht schlichter, als die gegeiwärligen Zustände find. Das nationale„Schmerzeuskind" befindet fich jetzt in anderen Händen, nämlich iu den Händen der bösen Social-Demo- krateu, wie dir„Magdeborgische Zeitung" ein Bourgeoisblatt vom reinsten Waffer, schreibt. Die BourgeoiSblätter beschäftigen fich überhaupt sehr ein- gehend mit den schleSwig-holsteinsche» Verhältnissen, da die Social- Demokratie gerade dort wohl am festesten iu ganz Deutschland Wurzel gefaßt hat. So giebt sich auch iu einem laugen Leitartikel die obe» er- wähnte„Magdeburgische Zeitung" große Mühe, die dortige Bour- geoiste zum Komps« gegen dir socialistischeu Agitatoren aufzu- stacheln; aber fie weiß doch keinen gnt.n Rath zu ertheilen und jammert de- und wehmüthig: „Ein mit populärer Beredtsamkeit ausgestatteter I Agitator verlaugt sofortige Bekämpfung und Widerlegung iu s der nämlichen Versammlung, wen» seine Worte nicht haf- I ten solle». Nachträgliche Zeitungsartikel oder private Borstel- luvgen seitens der„Gebildeten" ftuchten bei diesem Auditorium gar nichts. Ts ist freilich nicht Jedermanns Ding, fich mit eiuem auf seine wenigen Schlagworte dresfirte» Agitator in einen Rede» kämpf einzulassen und dabei di« MißfalleoSäußeruugeo der erhitz. tev Menge zu ertrageo, obgleich uuferea focial-demokratischeo Versammlungen' da» Zeuguiß gegeben werden muß, daß es auf chnen leidlich houaet zugeht." Daß die„Magdeburgeria" fich vollständig widerspricht, weil ste erst von„populärer Beredtsamkeit" spricht, und dann von „einem auf feine wenige» Schlagwort» dresflrten Agitator", ver- zeihe» wir ihr sehr gern der auderefi Z»gestZvduiffe halber. Inserate (nur in der Expedition auszugeben) werden pro sstnfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. Bersammlung«ann«ncen die 5.gespalteilc Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. So erklärt fie ganz offenherzig, daß der MammouSstolz unter der Bourgeoisie herrsche; fie sagt nämlich wörtlich, indem fie von der Anfgabe der guten«nd gebildeten Elemente Holsteins spricht:„Bor Allem gehört dazu die Gestuaudz, einem gewissen, namentlich bei unseren Großbauern viel oerbreiteten herz- losen MammouSstolz eben so entschieden entgegentreten zu könuen, wie der berufsmäßigen BolkSvcrführuzz fanmisirter Agi- tatoren." Dieses Eiugestäadoiß werden unsere Agitatoren demnächst wohl zu benutzen wissen. Die„Magdeb. Ztg." fährt nun fort:„Können oder wollen unsere befitzenden Klassen diese Aufgabe nicht auf fich nehme», daao werde» fie fich allerdings darauf gefaßt zu halten haben, daß außer Alton» und Oftholstein auch Dithmarfcheu und viel- leicht selbst der Kiel» RendSburger Wahlkreis bei den nächsten ReichSiagSwahlen iu der social-demokratifchen Brandung untergeht«nd unser viel geprüfte» Land biS zum AuS« trage der gefammteu socialen Bewegung da» festeste Bollwerk der Social-Drmokratie bleibt. Im entgegen» gesetzten Falle aber können die erhaltenden Parteien unserer Pro» vinz sogar auf vffenfioe Vorthelle rechnen. Da» politisch, social nnd moralisch gleich tief unterwühlte Altona Wird zwar au» mancherlei Ursachen noch lange in dm Händen der Socialisten i bleiben, aber im östlichen Holstein würde der Wahlkampf bei täch- ' tiger Anstrengung und richtiger Kandidatenwahl wohl noch in die- fem Augenblick mit Aussicht auf Erfolg aufzunehNiv fein. Bi» zu den nächsten ReichStagSwahlm find zwei Jahre Zeit, zwei Jahre, in denen voraussichtlich maucherlei Enttäuschuugen hiu- sichtlich der materiellen Früchte der social-demokratischm Agitation dm erhaltendm Elementen das Eingreifen erleichtern werden. Möchte man diese Zeit bmntzm! ES wäre wahrlich schlimm, wenn, wie vor 20 Jahren, SchleSwig-Holstej» wiederum, uiid in einem bedmklicherm Sinne, als damals, der Anfammlungspoukt de» deutschen KrankheitSstoffeS, daS„Schmerzenskind" der deutschen Nation werde» müßte!" Daß dieser Jammerruf von keinem Nahen für dir„liberalm Elemente" sein wird«ad daß aber auch alle Aastrenguugm einer verlogene», heuchlerischen Partei, wie die der Liberalm ist, bei dem festen schleSwig-holsteiaschm Volke auf keiuerlei Erfolge rechnm köunen, ist eiue ausgemachte Sache.— Daß die höheren Stäude— von Niemandem ander» kann doch wohl die Rede sein— Altona moralisch unterwühlt habe», bestärkt uns nur in dem Glaubm, daß eS ei» Glück für jene Stadt gewesen ist, daß dir Social« Demokraten die politische Unterwühluug so ge- schickt zu Stande gebracht häbm. Im Uebrigm aber ist zu bemerken, daß fich jedenfalls SchleS- wig-Hvlsteiu unter dem Einfloß der Social-Demokratie viel besser befiudm wird, als unter däoischem oder uuter preußisch-deotsch- liberalem Einflüsse. Ein„Schmerzenskind" war SchleSwig-Holstein früher, ein arge»„Schmerzenskind" würde da» Land sein, wenn der Liberalismus zur Herrschaft gelaugte— und davor will e» die Social-Demokratie bewahre». Es wird ihr gelingen, wen» fie energisch und koufeqnent auf dem bisherige» Wege fortschreitet. Politische Aeberstcht. Berlin, 28. Januar. Ueberall tauche» Gerüchte auf von uahmder Kriegsgefahr» So wird auS Guben geschrieben, daß Mitte Febrnar die bran- dmborgischeu Jnfanterieregimmter Nr. 12 und Nr. 52 zur Ver- stärkaug nach dem Elsaß abgehen solle».— Wozu sind denn auch die Mauser-, die Werdergewehrt und die ChaffepotS da, wmu mau keine Menschen mit ihnm todtschießm kann? Ueber uuerhörte Bteinflussllogen durch di« preußischen Ver- waltnogSbehördm läßt fich die„Germania" vom Rhein schreiben: „T., dm 30. Dezember 1874. Die Abonamteuzahl der 3E.it Zeitung und KreiSvlatteS be- trug iu der Gemeinde N. im 4. Quartal 1873 40 Stück, im 4. Quartal 1874 nur 10 Stück, während in derftlbeu Gemeinde die erst seit dem 1. Januar c. hier erscheivmde staatSfeind- liche.... Zeitung im 4. Quartal 204 Abouumtm zählt. Ueber diese Erscheinung, wie eS möglich war, daß daS letzte Blatt das erste fast völlig hat verdrängen könnw, veranlasse ich Sie, mir bis zum 10. Januar eingehend zu berichte». JnSbe- sondere ist dabei Ihr Verhalten, sowie da» der sonstige» Ge- meindcbeamteu, auch der Polizeidiener und Lehrer, zu dem Gegenstände zu bewähren. Gleichzeitig ist mir eine uameut- liche Nachweisong aller SchankwirthschaftSbesitzer, ganz gleich, ob für Bier, Wein oder Branntwein, einzureichm, auS welcher bei genauer Angabe der Wohnung hervorgeht, waS für welche Boten die Kolportag« der.... Zeitung besorge», ob fich etwa hieran Gemeiudebotm, Polizeidiener ec. ec. oder sonst Persöulichkeitm, die zu AmtSzweckeu verwandt werden, betheiligm. DaS LaudrathSamt. Au dm Bürgermeister 9). in Z." Wir müssen der„Germania" die Richtigkeit dieser Nachricht überlasse»; sollte dieselbe aber wahr sei»— nnd in Preußen ist jetzt nicht» mehr unmöglich— dann find unsere öffmt» lichm Zustände nicht mehr weit von denen mtfert, welche im na- poleonischen Frankreich herrschten. Die in der Eröffnungsrede des preußischen Landtags in AuS- ficht gestellte Regelung der Rechtsverhiiltliisse der ländlichen Arbeiter wird auf der Grundlage der Resnliate der Ksnferenz erfolgen, welche die StaatSregierung im Jahre 1873 über das ländliche ArdeitSoerhältniß berief. Es handelt fich darum, für daS RechlSoerhSltmß zwischen dem ländlichen Arbeitgeber und dem ländlichen Arbeiter gewisse pofitioe Normen ähnlich denen aufzu- stellen, welche für die gewerbliche Arbeit gesetzlich bestehen, und Bestimmangeu zu treffe», wodurch der V er waltun gS-(Polizei-) Behörde eine vorläufig: Ealscheidung über gewisse, aaS dem Arbeitsverhältnisse entspringende Streitigkeiten zwischen Ar- beitgeber und Arbeitnehmer überwiesen wird.— Solche Rege» luqgen«er Arbeitsverhältnisse sehen die Grundbesitzer and Bour- geoiS sehr gern, trotzdem sich die Polizei hineinmischen soll. Sie Wollen StaatSeinmischung in die Arbeitsverhältnisse nur dann haben, wenn sie Nutzen daraus ziehen, sonst aber schreien sie immer von Bevormundung des Volkes durch den Polizeistaat— hilft ihnen derselbe, so ist eS ein guteS Institut, soll der Staat aber helfen, die Noth der Arbeiter zu steuern und die Banden des Kapitals zn lockern, dann wird Zeter und Mordio geschrieen über die unznläsfige Einmischung eines Instituts, welches ja eigentlich nnr die Pflicht habe, den Nachtwächter des Kapitals zu spielen. Handel mit weißem Messcheufleisch!— Das„Marburger Tageblatt" bringt folgende Annonce:„Besonders für Oeko- nomen! AnS Ostpreußen liefere ich Knechte und Mägde, selbige werden borten gerichtlich bedungen, und kalkuli.t sich ein Knecht I. auf 45—50 Thlr., eine Magd I. auf 35—40 Thlr. Diese Leute find sehr tüchtig in jeder Arbeit, willig bei jeden Befehlen und sehr lernbegierig, worüber Herr Oekooom Pape, Beluhause» bei Treysa, welcher schon mehrere dieser Leute im Dienst hat, die besten Auskünfte geben kann. Die Reisekosten und Zehrgelder, iocl. Agenteugebühren, betragen 15 Ttzaler; bei einer Anzahl von 50 Personen unternehme ich die Reife selbst «ach dorten und kann dann selbige pro Kopf 1 Thaler billiger liksern. Reisegeld muß vorher an mich eingesandt werden. Neu- stitdt(Kurheffen). I. C. Gie«, Agent."— Wenn man obige Annonce lieset, so überkommt doch Jeden sofort der Gedanke, daß mau eS nur mit einer Waare zu thun hat, die von einem Händler„geliefert" wird; dadurch wird ja auch der ökonomische Satz, daß die Arbeitskraft eine Waare ist, trefflich illustrirt. Will man uuu in Wahrheit noch solche Zustände prei» sen, wo die Arbeitskraft, ja der Arbeiter selbst, eine Waare ist, dir sogar von„halsschueiderischen" Agenten verhandelt wer- -den kann?— Ja ganz Europa fand man unter der Bourgemfie Sympathieeu für Aufhebung der Sclaverei in Amerika; die Schwarzen find j« auch Menschen— so klang eS aus gerührtem Herzen, während Thräneu der„Menschenliebe" in den Augen der schönen BourgeoiSweiber glänzten.— Die europäische Bourgeoisie hatte ja keinerlei Nachtheil von der Aufhebung der Sclaverei in Amerika, während die direkt Betheiligteu dort flch in langjährigem blutigen Kriege gegen die Aufhebung der Sclaverei stemmten.— Spricht aber jetzt Jemand von der Aufhebung der„weißen Scla- vrrei", kämpft er gegen den Handel mit weißem Menschenfleifch an— so ist er ein Rebell, ein EigenthnmSverbrecher, und die schönen BourgeoiSweiber vergießen keine Thräneu der„Menschen- liebe", sondern lodern ans im Hasse gegen die verfluchten Social- Demokraten, welche den durch Jahrhunderte geheiligten Besitz in seineu„Rechten" stören wollen.— Doch immer mehren sich die Zeichen, welche die vollständige Demoralisation und deshalb auch die Auflösung der heutigen Gesellschaft verkünden; der Handel mit Menschenfleifch aber wird zum Flache für dieselbe werden. Di» bayrische Regierung nimmt mehr Rücksicht auf das Volk und feine Vertreter, als die ander« deutsch« Regierungen. Der Abgeordnete Mohr, ein heftiger Gegner der Regierung, ist zu 8 Monaten Gefängniß rechtskräftig verurtheilt. Der b-.h- rische Justizmiuister läßt bei ihm anfragen, ob er die Haft ab- wachen wolle nach Schluß der nahe bevorstehenden LandtagSses. fiou. Bei dem sehr schwankenden AbstimmungSverhältaiß in der bayrischen Kammer ist dieses Verhalten der Regierung gegenüber dem der Preußischen und sächsische» Regierungen nur anzuer- kenne». ES ist, wie mehreren Blättern mitgetheilt wird, nicht sehr wahrscheinlich, daß noch in diesem Jahre eine deutscht NordtzO- («fahrt ausgehen wird. General v. Stofch erklärt, keinen Ms- rineoffizier hergeben zu können.— Es handelt sich bei der Nord- polfahrt um die Ausbreitung der�Wisseuschaft— dazu also hat man in Preußen nicht einen Marineoffizier übrig. Steht der Krieg so nahe vor der Thür? Oser hat man in dem Staate der„Intelligenz" über dem Militarismus ganz das Interesse der Wissenschaft vergesse«? Garibaldi ist von den Römern mit ungehenrem EllthustaS- muS bei seiner Ankauft empfangen worden. Die Ordnung wurde bei dem Empfange nicht im Geringsten gestört. Die„Nordd. Allg. Ztg.", bekanntlich eine arge Feindin deS großen Helden, «acht folgendes Geständuiß:„Garibaldi hat in der italienischen Depntirtenkammer seinen Platz genommen und daS vorgeschriebene Telöbniß geleistet. Seine Landung in Civita-Vecchta, so wie seine Ankunft in Rom waren mit allen Ehren eines wahr. haften Triumphzages umgeben."— Die„Kölnische Ztg." schreibt über den Empfang:„Garibaldi ist in Rom angelangt. Eine unabsehbare Meascheumengr empfing ihn am StatioaSplatz mit beispiellosem Enthusiasmus. Die Pferde wurden ausgespannt. ES war unmöglich, den Wagen bis zur Wohnung seines SohneS Menotti zu bringen. Garibaldi ist in dem Gast. Hofe von Costanzi eingekehrt. In einer Ansprache ermahnte er die Römer, ernst und fest zn sein. Sein Aussehen ist verhält» «ißmäßig frisch."— Di» Römer ehren sich selbst, indem fie einen der edelsten Männer deS Jahrhunderts ehren. Di»„Südd. Reichspost", ein hochkoufervativeS Blatt, bringt eine Notiz, in welcher fie zeigt, wie angelegentlich sich dir r«s- fische Regierimg mit der socialistische» Propaganda beschäftigt. Sie sagt nämlich:„In Leipzig sollen eS hauptsächlich studi. reude Russen sein, die fich aus mehr als wissenschaftlichem Ä»> teressr mit dem SocialiSmuS beschäftigen. Die russische Re- girrung, die in Leipzig zur Unterstützung der studirenden Rassen eine Art Seminar errichtet hat, ist bereits auf diesen Umstand aufmerksam gemacht worden und sucht fich zu vergewissern, wir weit ihr» L andeSaugehörigeu von den socialistische» Ideen infizirt sind und an der soclalistischeu Agitation sich betheiligeu."— Wahrscheinlich aber ist eS, daß die ruf- fische Regierung noch nicht„auf diesen Umstand" aufmerksam gemacht ist, sondern daß die„Südd. Reichspost" dieselbe erst dar. auf aufmersam machen will, o« etwaige rusfische socialistifch geflunte Studenten zu denunzir«.— Wir aber wollen wenig» steus nicht unterlassen, diese wahrscheinliche Denunziatioa zur Kenntniß der Betheiligten zu bringen. * Der Maschineufabrikaut Löwe in Berlin hat nachgegeben, er hat die Lohuverkürzuug zurückgraommea, in Folge dessen die Arbeiter die Arbeil wieder aufnahmen. Die„Nordd. Z'g." be- merkt hierzu, daß tu vielen Berliner Fabriken ein« Lchnherab- setzung von 15 bis 25 pCr. stattgefunden habe.— Auch der surch die Benützung fremder Arbeitskraft zum Millionär gewor- dcae Großfabrikaut Borfig(intimer Freund von Schulze, Dnncker und Hirsch) hat den Lohn um 15 pCt. Herabgemiudert. — ES lebe die Harmonie zwischen Kapital und ArbeitI * Wir berichteten schon in der vor!)« Nummer, daß der Reichstagsabgeordnete(früher Demokral) Franz DllUlker bei der Berathung des LandstarmzesetzeS eine Zustimmangöreoe zu dem ganzen Ges-tz gehalten hat, und die Fortschrittspartei auch für daS Gesetz stimmte. Die deutsch-„Reichskorrespondenz" bringt nun folgmte interessante Mitkheilangen:„Der GesundheltSzustaaS deS Reichskanzlers, Fürsten Bismarck, hat fich jetzt wieder so weit gebessert, daß der Fürst nach längerer Zeit wieder zum erst« Male in dem Reichstage erscheinen konnte, wo er st-d während der Bankdebatte längere Zeit mit dem Pristdrnt« v. Forckeubeck und mit dem Finavzmmister Camphansen, spater auch mit dem Abgeordneten Franz Dnncker unterhielt. Der Fürst sah recht wohl auS, und sein lebendiges Wesen ließ auch darauf schließen, daß er stch wieder ganz wohl befinde.— Herr v. Bis- marck wird Herrn Dnncker wohl nur feiner Landstnrmrede halber begrüßt haben. * DaS Vaterland ist gerettet!— Aus Freiburg wird gemeldet, daß stch dort eiu„BiSmarckVerein" gegründet hat, der rückhaltSloS zu„unseres" Reichskanzlers Fahne schwört. Die Mitg iedcr Hab« dem Reichskanzler in einem Schreiben ihre Er- gebenheit ausgedrückt und denselben um Uebersendung seines Bildnisse» gebet«. Dem Mansche ist entsprochen worden und daS Portrait mit der eigenhändigen Unterschrift des Fürsten vor mehreren Tagen in Freibnrg eingetroffen. * Die Roth in der deutschen Reichshasptstadt wird trotz de»„Kulturkampfes" und trotz der Belfolguug« der Social- Demokrat« immer größer. Man braucht nnr den täglichen Po. lizeibericht zu lesen. So wurde ein Schmiedegeselle am 19. d. M. in der Schönholzerstraße erhängt gefunden; den 22. fand man ein« obdachlosen Arbeiter auf dem Flur eines Hauses in der Alexanderstraße todt Hinzesunken; den 23. macht« ein Färber und ein Former ihrem Leben durch Erhäng« ein Ende. Und so geht'S fort.— Der Kampf gegen solche Roth wäre jedenfalls zweckmäßiger, als der Kampf gegen diejenigen, welche solu,er Roth ein radikale« Ende setzen«oll«. * Versöhnung zwischen Kapital und Arbeit— schreien die Harmonieap ftel und Kapitalsreoude. Nachstehende Nachricht wird doch wohl diese Schreier recht nachdrücklich auf's Maul schlagen. D-r Berein der Kohl«grllb«befitzer in SüdwaleS hat nämlich auf seiner gestrigen unter dem Borfitze deS Parka- mentSmitzliedeS Fo:hergiS zn Cardiff abgehalten« Versammlung einstimmig beschlossen, am 1. Februar eine allgemeine Arbeits- sperre anzufangen. Dieser Beschluß trifft nicht weniger als 100,000 Mann, von denen nur ein Theil gegenwärtig im Strike ist.— Glückliches England, wo so herrliche Zustände Herr- scheu, daß d-r kostbare Arbeiterfrennd Mox Hirsch dieselben immer den d«tschen Arbeitern empfiehlt. Deutscher Reichstag. Die 56. Sitzung vom 22. Januar gab in der dritten Berathung de« Sesctzeutwurfs über den Landsturm Gelegenheit zu einer interessanten Debatte. Nachdem zuerst der Abgeordnete Dnncker gesprochen, ergriff der Abgeordnete voll Adelebsen(Welse) da» Wort. Der amtliche stenographische B-rlcht, dem wir diese Rede entnehmen, lalltet«örtlich: Abgeordneter von Adelebsen: Meine Herren, entgegen dem Schlüsse de« geehrten H-rrn Vorredner» empfehle ich Ihnen die Ablehnung diese« LavdsturmgesetzeS, dessen Bestimmungen tief und hart in das Volksleben eingreifen, da« Bestehente im Prinzip und Im Wesen völlig umwerfen, und von dem alte« preußischen Landsturm, wie er au« dem Edikte vom 2t. April 1815 hervorgegangen ist, nicht« übrig lassen, al« den Namen. Denn, meine Herreu, der Landsturm, der un« an« jener Zeit der Freiheittkriege über- kommen, hatte einen rein defeufiven Tharakter, er war allein dazu bestimmt, mrftrnhren Bolldkriege den in'« Land eingedrungenen Feind, den rechtlosen Usurpator, au« dem deutschen Batcrlande zu vertreiben. Sein Grnndzng war die Selbstvertheldigusg de« Volke?, und im vollen Vertrauen auf den Patriotismn« diese« Volke» ließ mau es sich damals Mann für Mann er- heben zur Bertheldigmu) des deMschen Baterlande», für Weib und Aluo, für Hau» und H-f. Aber, meine Herren, der Landsturm, den dieses Gesetz regeln will, soll nicht mehr die Erhebung de« bewassneten Volkes al« Au»- druck der patriotischen vegeisternog sein, ueiu, den Landsturm, welcher frü- her einzig seine Bestimmung hatte zur Berthridigung de» eigenen Heerde«, der engeren Heimath, macht da» Gesetz zu einem Theil der bewaffneten Macht de« deutschen Reiche«; der projektlrte Landsturm soll in sciaen wesent- lichstea Elementen in Zukunft deu großen Heerkörpern eingereiht werden können, deren strategischer Bewegung diese eingetheilten Landsturmpflichtigen überall dann hin folgen müssen Meine Herreu. da« Gesetz bestimmt nun allerding» zunächst, daß der Landsturm in der Regel in eigene Abtheilungen sormirt werden soll, aber, meine Herreu, diese« Versprechen, da« steht nur ans den ersten Blick gut au«; be! näherer Betrachtung verliert e« allen Werth, denn e» heißt gleich weiter, doß in Fällen außerordentlichen Bedarf« die Landwehr aus dem Landsturm ergänzt werden kann. Der Herr Kommissar de« BundeSratheS hat in Beziehung auf diese Fälle hin die allerbemhigendstea Berficherungen gegeben, ich muß aber hierin dem geehrten Herrn Borredner zustimmen; bei allem Respekte«nd bei aller Anerkennung de» momentanen Werth« diese, Berstcheruug, kann ich doch einer solchen verfichernng für die Zukunft nicht deu geringsten Werth juerkeuuen. Denn, meine Herren, wa« stehe« und maßgebend bleibt, ist Immer nur da» Gesetz, der Buchstabe de« Gesetze». Wenn Sie dann, meine Herren, bedenken«ollen, daß in dem Kriege von 1870 mid 71, der doch von Anfang au fiegrelch geführt wurde, und der kaum eine Dauer von 7 Monaten hatte, die Grenzen zwischen Linie, Re- serve und Landwehr völlig verwisch: gewesen find, dann, meine Herreu, glaube ich, werde» Sie auch mit Sicherheit die Berwendung de« projektir- ten Landsturm» in seinen wesentlichen Elementen in jedem die Wehrkraft Deutschlands nur einigermaßen in Anspruch nehmenden Kriege vorhersehen. Meine Herren, ich glaube wenigsten«, daß in jedem kommenden Kriege die gedienten Landstnrwpfllchtigeu, auf die e« doch der Militärverwaltung vor Allem ankommt, ebenso mit der Landwehr verschmolzen werden, wie in dem vorigen Kriege die Linie und die Landwehr verschmolzen waren. Nun, meine Herren, für mich unterliegt e» keinem Zweifel, daß die bisherige militärische Gesetzgebung nicht» weniger in Aussicht genommen hatte, al« den Landsturm in der Gestalt, wie ihn diese» Gesetz schafft. Meine Herren, die Grenzen, die in diesem Falle die Bersassnng zezv- gen, schewen wir genau vorgezelchnet zu sein, und e« erscheint mir uoer- sindlich, wie überhaupt vvn einer Kontroverse die Rede sei» kann. Der Art. 59 der Verfassung bestimmt und beschränkt dir Wehrpflicht in Linie, Reserve>'£> Landwehr auf 12 Jahre. E» ist damit, wir ich meine, klar und deutlich jede über diese 12jährige Sesammtdienstjelt hinausgehende Ber- pflichtung zum Eintritt in irgmd welche Formationen der Linie oder der Landwehr verfassungsmäßig ausgeschlossen, und diese versassungemäßige Be- stimmmig wird sicherlich nicht durch da« Gesetz vow 9. November 1867, weher durch seinen 1 14, uvch durch irgend einen andere» Paragraphen tau- gtrt. T? hak zaüj gewiß nicht In de» Absicht des Gesetzgebers gileg-it, durch SiefeS Gesetz vom 9. November 1867 der Mllitärocrwoltnng die Autorisatis't zu verleihen, im Falle clae« Krieze« die Landwehr au« dem Landsturm zu ergänzen. Mein Herren, der Herr Abgeordneie von Treüschke hat, wie dieZ auchJ vtcin geehrter Hrrr Vorredner bereits bemerkte, in der zweiten Lesung dieses Gesetzes diese« Landsturmgesetz als ein v»>>z harmloses und unbedeutendes Hingestelle, er hat sogar die Ansicht ausgesprochen, daß die AeichSregicrnng die Berechtigung habe, Thcile diese« Landsturms»der den ganzen Landsturm> in dir Landwehr einzureihen. Ob diese» Gesetz geschaffen fti oder ein ähn- llche« Gesetz cxistlre, da» war dem Herrn Abgeordneten von Treilschke ganz einerlei, et gab trotzdem der Reichsregierung da» Recht zu» diejeatzen Män-. ner, die ihrer gesetzlichen DieustzeU in Linie und Landwehr verfassungsmäßig nachgekommen sind, anch nach ihrer Entlassaug voll Neuem in die Ka«:e» d-r Landwehr, mithiu der Felddienstarmce, clnzureihm. Nun, meine H.rren,� ich will mein Urtheil zurückgalteu gegenüber diesem Urthiil de« Herrn Ab- geordneten von Treischke, aber ich will diesem Urtheil eutzegenftellcu da? Urfheil eines Manne«, den Sie wahrscheinlich alle für kompetent erkennen werden, und dem Sie anch nicht da« Intenstoe Mißtrauen znschreibeu»er- beu, da» einem Theile diese« HanseS jnzuschreibell ist Der dekannte Prot- I ßifche Rilllärschriftsteller Oberstlieutenant von Blanckenburg hat nach dem Bekanntwerden der Vorlage der Regiernog über dieses Gesetz Folgendes, gesagt— e? find nur wenige Worte, erlanbea Sie mir, ste w tätlich vor- 1 zulese»: Der Entwurf hebt die Grenze»wischen Landwehr und Laudsturm vollständig hinweg, da e» fürder Regie nnq absolnt feststeht, L-udsturm- pfltchlige wie Landwehrpstichtige zu verwenden. In diesem Punkte hat also aas Postulat de» Reichstage, das»ollste Gcgrnthel! desim erzielt, was-« offenbar bezweckte. Statt eiser R-chtSficherung ist die B-feiti- gUllg aller derjenigrn Rechte AUd Befreirmzen getreten, welche nach dem seitherigen Stande der Gesetzzebung denen gewährt waren, die der ver-' fassnnzimäßig vorgaschrlebenen Dienstpflicht in der Linie und her Land-! wehr genügt haben. Nun, meine Herren, daß diese Ansicht eiue» bewährten Fachmannes i der Anflcht»es H rrn Lbgeoedneten von Treischke diametral entgegensteht, h glaube ich nicht noch mehr auSeinaadersetze« zu müssen. Der Oberst oon Blanckenburg erblickt In diesem Gesetze die Beleitigimg aller der R-chte und Befreiungen der Männer die ihrer gesetzlichen Dienstzeit in der Linie und Landwehr verfassungsmäßig nachgekommen find; und, mein« Herren, ich' glaube, daß im deutschen Volke stch eine mächtige Bewegung gegen dlese» ll'g'Sen dat.(Oh oh! links.)— Ja, meine Herren, ich weiss wohl, daß ich nicht hier bin, Sie davvu zu überzeugen; dem Ist aber doch so, und eS find In meinem engere» Baterlande zahlreiche, der Herr Abze- ordnete hat die Güte, c» zu bezeugen, mehrere Hundert, es sind etwa zwei- hundert Petitionen gegen den Laadsturm zn Tage getreten. Nun, m-lae Herren, ich glaube, daß aber auch in sogenannten reichs- freundliche» Kreisen stch ble Ueberzeuzung Bahn gebrochen hat,»aß r« doch zu viel fei, Was hier von Neuem für militärische Zwecke gefordert wird, und ich möchte den Herrn R-ferentrn, der in den Petitionen eine unrichtige Auffassung der Bestimmangeu de» Gesetze« gesunde« Hit, darauf aufmerksam machen, daß da« Voll in dieses, so tief in das Volksleben einkreisende Gesetz nicht mit der BerlraueuSsellgMt gesehen hat, wie der Herr Referent.. Meine Herren, in den Motiven, die diese neae Laudfturminstitulion begründen sollen, stoßen wir anfVii Beweisgrund»er Humanität. Man will, wie ich glaube, durch dieses Gesetz dasselbe Ziel erreichen, welche« die beut- scheu Bertreier auf der Brüsseler Konferenz mit Entschiedenheit erstrebten; man will aus Rückficht der Menschheit die der deutschen Heeresleitung für einen Volkskrieg zur Berfllgung stehenden Elemente zum großen Theil der regulären Armee einverleiben und gleichzeitig dem Gegner die Entfesselung de» Volk, kriege« erschweren. Nun, meine Herren, w-nn man dann die« grundsätzlich immer thun wollte, so wäre da» ja sehr schön; aber nein, die Motive sagen ganz deut« lieft, daß man nicht grundsätzlich und»Icht für Immer darauf verzichten will; man will nur so lange darans verzichten, als unsere Heere stegreich in Feindesland find. Das aber, meine Herren, scheint mir eine sonderbare Humanität zn sein, und Ich sollte meinen, daß e» viel besser, viel erfolg- reicher den HumavitäUrücksichlen entsprechen würde, wenn man den Volk»- krieg, der ja doch im uatiirlichm LebenSrechte jedes Volke? und jede? Staates begründet liegt, von vornherein auch beim G.gaer völkerrechtlich anerkennt. Nun, meine Herren, der Herr Kommissar des BundeSratheS hat un« die Berstcherung erthcilt, daß diese neue Landsturmorganlsatiou uns keinen Silbergroschcn kosten werde. Ich brauche nicht zu wiederholen, welcher Werth auf solche Verstcheruugen zn legen ist. Ich will aber trotzdem diese- L-rstcherung anerkennen in Bezug auf die große Zahl der ungedienten Landstirrmpflichtlgen, mnß aber ihr entzcgentreten in Bezug ans die Zahl der gedienten Landsturmpflichtigen, auf die e»— ich wiederhole e«— der Militär» erwaltusg doch wohl hauptsächlich ankommt. Meine Herren, ich bitte Sic, zu bedenken, wenn diese neuen Hmidertiausende de» Landsturm» dem Wortlaute oder dem Tenor diese« Gesetze« entsprechend In die Land- wehr eingereiht werben sollten, wie erheblich würben flch dann die Militär« ausgaben steigern! Meine Herren, ich glaube, wir flu» doch wohl an die Grenze herangetreten»de« haben fie auch wohl überschritten, bis zn welcher man die Steuerkrast de« Volle« zu militärischen Zwecke» in Anspruch neh- meu darf. Dabei, meine Herren, verlangte da« Militärbudget einen neuen, und ich bekenne e», regelmäßigen Zuschuß voll etwa 45 b>« 50 MiMonen Reichsmark. Die Milliarden find verschwunden und da? Defizit ist an da» deutsche Reich herangetreten. Ja, meine Herren, früher hieß e», die Einigung Dcntschland» werde eine wesentliche Verminderung d-r Kriegslast zur Folge haben, denn die Einheit sei eine gewaltige Macht; aber, meine Her- reu, das stritte Gegenthell ist eingetreten, und es llingt wahrlich wie Hohn, ist aber eine bittere Wahrheit, diese Einheit selbst wirb al» Borwand be- nutzt, nm dem deutschen Volk stet« neue, drückendere und größere Opfer für militärische Zwecke aufzuerlegen. Meine Herren, ich glaube aber nicht, daß da« Volk lange Zeit im Stande sein wird, diese übermäßigen fiaan- ziellen und persönlichen Lasten zu ertrazen,«nd ich glaube, daß es eine Pflicht Ist, die wir dem Baterlanbe schnlden, und vor" Allem die Ausgabe diese» hohen Hause«, dahin zu drängen»nd da'ür zn sorgen, daß die Kräfte de« Volke« nicht fernerweit angestrengt werden, wie eS die vielfach schon. hervortretende Abnahme der Steuerkrast und in elnzelueu Distrikten eine bi» an den Ron» der Hunzersnoth geglittene Verarmung crkenneu lassen. Meine Herren, ich erkenne es vollständig an, daß in diesem Zeitalter eine starke Armee eiue Nothwenblgkelt für jeden Staat ist. Ja, meine Herren, ich glaube sogar, daß eine starke nad schlagfertige Armee sllr viele Staaten die erste Bedingung des Frieden» ist, jetzt, wo, wie wir noch neulich gehört haben, olle Berträge in Frage gestellt find und die Anwendung einer ver- werflichen Annexionspolitik(Widerspruch) nicht mehr maßgebend erscheinen läßt, wa» Recht ist, sondern wa» nach der Anficht Einiger Recht zu«erden verdient. Meine Herren, Ich erkenne also die Nolhw-udigk.i� cincr starken Armee an, aber, meine Herren, dabei»leibt doch immer noch dir Frage, wozu »lese starke Armee nützt, wenn deren Erhaltung dem Lande mehr kostet, al» dieses Land auf die Lällze wirthfchaftlich zu leisten im Stande ist. Ich aber glaube, daß e» hohe Zeit ist, zu bedenken, daß e» die Militärmacht nicht allein ist, die die Seele eiue« Staates und eines Volke« ist und die Sehnen eine« Reiche» stählt, und daß der Zeitpunkt gekommen Ist, wo die Volksvertretung der RelchSreziernng in dieser Beziehung ein warnende« Halt! zurufen sollte. Meine Herreu, wenn ich die politischen Rücksichten auch In Erwägung ziehen will, so glaube ich, daß ganz Europa in dieser neuen Landstnrmelnrichtung die Vorbereitung zu neuen Kriegt«»blickt.(Oho!) Meise Herren, ich glaube, daß Europa ln dieser neuen Landsturm- orgauisatton die Vorbereitung zu neuen Kriegen erblickt,(lebhafter Wider« fpruch) und meine Herren, ich glaube ferner, baß nach Annahme dieses Ge- fetze« die übrige« Mächte zu neuen Rüstungen gezwungen sein werden.(Ec- ueuter Widerspruch) Meine Herren, e« ist un» allerdings gesagt worden, daß wir in diese» Beziehung nur heu Beispielen folgen, die un« von England, von Frankreich, von Rußland gegeben w-rdeu. Aber, meine Herren, ich bitte Sie doch, die militärische und politische Lage zu erwägen, und Ich glaube nicht, d»ß Einer unter Ihne» ist, der die Sicherheit de« starte» und mächtigen dem- schen Reiche« durch diese Landsturmelnrichtungen— wenn ich mich so au»- drücken darf— von jene« Mächten bedroht steht. Ich glaube anch nicht, meine Herren, daß ste annehmen werden, daß die Milizen England«»der die Rüstungen de» noch ans tausend Wunden blutenden Frankreich«»der die Offensiokraft Rußland»,»der Oesterreich, da» in seinen Rüstungeu de« deutend arge« die übrigen Mächte zurstckgebliebeu ist, im Stande wären, da» deutsche Reich zu neuen Rüstungen zu veranlassen. Ich aber glaube, weine Herren, daß diese stets wiederkehrende, fieberhaft fortschreitende Rü« stuugsmiuie den Frieden gefährdet, und ich glaube doch, meine Herren, daß Deutschlaud da» größte Interesse an der Erhaltung de« Frieden« hat. Wir haben ja nirgend an Liebe gewonnen, wie un« von kompetentester Seite be- stättgt wurde, und d« könnte e« sich doch leicht im Falle eine» Krieges er- eignen, daß fich ein« höchst«ubeqtieme europäisch» Gruppirnng gegen un« hnauSb>ldrt unter allen den Staaten, die in dem Ranzel des T-stihls des Siebe regen un» bereits einig find. Ich glaube, meine Herren, daß diese Reflexlanen um s« berechtigte« sind, als ich entgegen der Anficht de« Herrn Abgeurdneten von Bennigsen nicht glanbe, daß Europa an« ien AktenstSck.n de? mit so großem Ettal in Scene zefetztett TtaattprozesseS gegen Graf Zruim die Uebetjeujunj gttoonnen hat, daß die Politik de« Reichskanzler» eine eminent friedfertige und»eitseheude sei(Doch! sehr»ohll recht» und links.) Ich glaube vielmehr, daß die Übrigen Mächte durch die Sedauken, die iu jenen Erlassen find, die der Herr Reichskanzler an den Grasen Arnim richtete, zu ernstem Nachdenken veranlaßt werden.(Ruf: Zur Sache!)— Meine Herren, fcenn ich die politische Lage gezeichnet habe, so glanbe ich doch, daß da» vollständig zur Sache gehört.(Widerspruch.) Jt wiederhole also, daß ich nicht glaube, daß die Übrigen Mächte an» den G-dank-n, die In den Er- lassen enthalten find, die der Reichskanzler an den Genien Arnim richtete, Bertwnen zu der in diesen Erlassen gekennzeichneten Politik haben können. Meine Herren, ich gehe weiter; ich glanbe auch nicht, daß eine Politik die uns im Auslände nirgend Liebe erwarb, d'e aber im Innern, wie Sie Alle sehr wohl wissen, durch den Kulturkampf und durch die gewaltsamen Ein- heitSbestr.-bnngen... Präsident- Ich muß den Herrn Redner unterbrechen. Die letzteren Bemerkungen gehören ganz entschieden nicht zur Sache. Abgeordneter von Adelebsen: Nun, meine Herren, Ich werbe mich ans bie»eiteren einzelnen Bestimmungen dieses G-fetzeS nicht einlassen. Sie find gründlich nnd eingehen» in den vorigen Lesungen»on meinen po- litischen Freunden erörtert. Ich wollte nur noch konstatire», baß meine politischen Freunde und ich von der Einbringung der Amendement« abge- sehen haben, die wir für nöthig gehalten haben, um dem Gesetze die Knute- len zu geben, beten e« unserer Anficht nach bedarf, mn dem Landsturm den Choral. c: der Defensive zu erhalten, nnd um das deutsche Boll vor neuen, vor weitergehenden Rüstungen und Lasten zu bewahren, da wir irgend wel- chen Erfolg auk der Einbringung dieser Amendements bei der Majorität dieses hohen Hanfe« nicht erwarten konnten. Ich schließe, meine Herren, mit der Empfehlung, diese« Ldubsturmgesetz Abzulehnen. Nach Abelebsen ergriff der Abgeordnete Grnm brecht das Wort, selbstverstäudlich, um für dal Landsturmgeietz zu sprechen. Dann erhielt zu§ 5 der Abgeordnete Liebknechr da» Wort. Der amtliche stenogra- phifche Bericht übe« Liebknecht'« Rede lautet: Präsident: Ich eröffne bie DiSkusfion über§ S. Der He» Bbgel ordnete Liebknecht hat das Wort. Abgeordneter Liebknecht: Meine Herren, durch Schluß der Debatte bin ich daran verhindert worden, den Standpunkt unserer Parle! dem Land- swrmgesetze gegenüber prinzipiell darzulegen; ich kann tlo» zu dem§ 5 sprechen. E« drückt sich Indeß auch in diesem Paragraphen schon vollständig der Charakter de« Gesetze« aus, un» wenn von einem Borredner behauptet worden ist, daß da« Boll diesen Charakter nicht begriffen habe, nicht i» viel UrtheilSkrast befitze, da« Wesen und die Tragweite diese» Gesetzes zu erkennen, so hat er der Intelligenz de» Volke- in der That ein sehr schlechte« Zeug- niß ausgestellt. Das Volk weiß, worum e! fich handelt. C« find nicht blo» zahlreiche Protchpetitionen hier eingelaufen, nein,— eine Menge von BolkSversammlnngen hat sich außerdem gegen diese» Gesetz erklärt, zu glel cher Zeit aber auch den Beschluß gesaßt, nicht»n den Reichstag zu appev Uten, w-il man im Volke da« Berlronen an den Reichstag verloren hat, (Unruhe) weil man glaubt,»aß»er Reichstag— ich spreche da« Urtheil de, Volke, au»—(®'°ße Heiterkeit) nicht de» deutschen Volte» Reichstag, sondern eine Jasagemaschine de» Fürsten Biomarck ist.(Große Unruhe.) Präsident: Die Aenß-rungeu, die der Herr Abgeordnete hier reserirt, find Beleidigungen gegen den Reichstag. Da» Reseriren von dergleichen Beleidigungen hier km Schooße de, Reichstage«, und zwar in dieser Weile, kann ich nicht dulden; ich rufe deshalb den Herrn Abgeordneten Liebknecht zur Ordnung(Bravo!) Abgeordneter Liebknecht: Wenn von der Bewegung, die im Solle gegen dieFs Gesetz stattfindet, nicht mehr zu Ihren Ohren gekvmmen Ist, so ist die«»er einzige Grund. Ich kann S»S ans Grund zahlreicher Zu- schristen tonstatiren. Meine Htwen, Sie haben gelacht, als ich im Kamen de» Volke» redete— Sie haben nicht da« Recht..... Präfibent: Ich muß den Herrn Redner wiederholt unterbrechen. Ich habe e» gerügt, daß Beleidigungen de« Reichstag? im Reichstage in der geschehenen Art und Weise reserirt«erbe,. E« scheint mir, al» ob der Her, Abgeordnete wie».« Im Begriffe ist, basselbe zu thun, weswegen ich ihn schon einmal zur Orddung gerusen habe. Abgeordueter Liebknecht: Ich bin nicht im Begriff gewesen, Gesagte» in wiederholen; ich habe nur erklären wollen und erkläre, daß ich da« Recht habe, im Namen de» Volke» zu reden, und daß Niemand dal Recht hat, mir diese« Recht streitig zu machen. Ich fuße damit«ms dem Boden der Verfassung, nach der jeder Abgeordnete Vertreter de» GesammtvolkeS ist. Jeder von Ihnen redet im Namen de» Volke». Ich stehe hier aber auch direkt al» Vertreter von 400.000 foeial-demokratischen Wählern,(Heiterkeit) die soeben in meiner Person durch den Schlnßantrag mundtodt gemacht worden find..... Präsident: Ich muß den Herrn Redner wieder unterbrechen. E» ist Vicht zulässig, eben gefaßte Beschlüsse de« Reichstage« K dieser Art und Wecse zu kriliflren, und daher auch nicht znlä'fia, ,» sagen, daß Einer durch einen Beschluß des Reichstages„mnudtodt" gemacht sei. Abgeordneter Liebknecht: Nun, ich habe kein Urtheil, sondern eine -vhatsache ausgesprochen. Ich h-lte mich an§ 5. E« heißt darin: Der Landsturm erhält bei Verwendung gegen den Feind militärische, •HL ,£nß"eite erkennbare Abzeichen und wir» in der Regel In besondere Abtheilnngeu formirt. es;*- H �rlen ist der militärische Charakter de« Gesetze» ans'» «charsstt ausgeprägt; c« zeigt schon dieser einzige Satz, daß der Lendsturm, wie er hier geplant ist, nicht derjenige Landsturm ist, den wir in den Lie- »ern aus den Befreiungskriegen kennen gelernt haben; da«-ist nicht der Landsturm, von dem es heißt-„Da« Volk steht ans. der Stnrm bricht l»s"; nicht die allgemeine Massenerhebung, wo der Mann, der Greis, der Jllng. v t*11' k" kaum der Zchnlstnbc entwachsen war, ja selbst Frnuen vnd Jungfrauen zur Waffe griffen.— Meine Herren, das war de« Land- ItttrinI Diesen Landsturm fürchtet mau ab», wie da» deutlich ausgedrückt . Rede, welche Feldmarschall Motte am IS. Februar vorigen Jahre» Zum Militärgesetzentveurf gehalten hat. Man fürchtit die einmal entfesselte Volkskrast, man weiß nicht, ob man sie wieber beschwichtigen kann. Die« ttnlgen, welche diese» Gesetz eingebracht haben, wollen nicht einen Land- stürm, wollen nicht eine»rganisine BolkSwehr haben.— nein, sie wollen vi«», daß das stehend: Heer um eine Million, vielleicht gar, wie das neu- Uch ausgesprochen warb, um zwei Millionen vermehrt werben soll. Der Name de» LandsturmgesegeS ist überhaupt ein falscher, da« Gesetz Ist nicht, ttftA»Ä•«-•-—-—--*' /w'--- fjljg --- t-ii""„uus-»qniiTOeiic erreunoarr aujci�cu i|«i man SÜ* i kwgesügt im Hinblick ans die V»rgLnge iu Fraukreich wihreud deS �Sten Krieges; dort war der BoltSkriea, über de« mau fich neuerdings so ..— vcaHiiiHHi gcicgcn yar; mau yar vle grsaugrucn tirem», Männer, die nur das thaten, wa« die Deutschen In den Jahren «-813, 1814 und 1815 gethan haben, summarisch erschossen; sie nicht a.» ehrliche Soldaten betrachtet und behandelt, nicht al» Patriate», die für ihr Vaterland kämpften, sondern al« Banditen..... Präsident: Ich muß den Herrn Redner wiederum unterbrechen. Die letzten Bemerkungen gehören nicht zu§ 6. Ich rufe den Herrn Rebner Zur Sache und mache ihn ansmerksam ans ß 43 der Geschäftsordnung. «er§ 4» bestimmt: Der Prästbent Ist berechtigt, die Rebner auf»en Gegenstand der Verhandlung zurückzuweisen und zur Ordnung zu rufen. Ist da» Eine «der da» Andere in der nämlichen Rede zwei Mal ohne Erfolg geschehen, und fährt der Redner fort, fich vom Gegenstande»der von der Ordnung ZU entfernen, so kann die Versammlung auf die Anfrage de« Präsidenten «hne Debatte beschließen, daß Ihm da? Wort über den vorliegenden&c> g ruft and genommen»erden solle, wenn er zuvor auf diese Folge de« Prästdenten ansmerksam gemacht ist. Ich konstatire, daß Ich den Herrn Redner einmal zur Ordnung gern«, ftn habe und einmal zur Siche, nnb werbe, wenn er jetzt wieder gegen die I Geschäftsordnung fehlt, von dem Rechte dieses Paragraphen Gebrauch> wachen. Abgeordneter Liebknecht: Da« zweite Alinea saßt: vtt Fällen außerordentlichen Bedarfs kann die Landwehr an« den Mannschaften des aufgebotenen Landsturm« ergänzt werden, jedoch nur ««in, wenn bereit« sämmiliche Jahrgänge der Landwehr und die der- wendbaren Mannschaften der Erfatzreserve einberufin find. •nix diesem Passus ist c« ausdrücklich ausgesprochen, daß»er Landstnrm j'�tS Andere» ist, al« eine Vermehrung>e» stehenden Heere», al» da» Iwigste Kind, die letzte Konsequenz der Armeereorgauisation, von der unser ! Kollege, des Herr Ubgeordnete Giiilst, einst gesagt hat: sie trägt das KalnS« ' ZSlchen de» Stob uch» auf der Stirn.(Unruhe.) WsS die Regierung will, ist nicht« Andere» al« eine Verlängerung der Dienstzeit, eine Vermehrung des stehenden Heere«; und wenn gesagt ist, daß bl»s bei außerordentlichem Bedarf die Landwehr au« dem Landsturm ergänzt»erden kann, so ist der Begriff„außerordentlich" ein so dehnbarer, daß e» ausschließlich von dem E-messen derjenigen, die momentan di- Gewalt haben, abhängt, zu erttä- reu, wann der„außerordentliche Bedarf" vorbanden ist. Ich kann mich, da ich an diesen Paragraphen gebunden bin, nicht Über die Grundzüge de« Gesetzes aussprechen; ich Protest!« aber hier von meinem Partristandpuaktc, Im Namen meiner Wähler und meiner Partei, nicht b-o« gegen diesen einzelnen Paragraphen, sondern auch gegen das Gesetz im Allgemeinen. Da» Landstunngesetz bedeutet eine schw-rc Schädigung des Bol- te»,(Ine furchtbare Neulast an Blutstener und an Geldstener, die dem Volke auferlegt wird. Vorhill ist mir freilich gesagt worden, daß e» bloße Phrasen seien, wenn man sage, die Stencrschrande sei schon tiefer geschraubt worden, al« die Kcäst« de» Volke» e» ertragen können, da» Volk ersrene fich d!S besten Wohlstandes. Ich verweise sie auf die Rede di« preußischen Finanzminister», die vor einigen Tagen gehalten wurde, und zur„großen Bewegmig"»ei preußischen Landtag« die Thatsache enthüllt«, daß in Preu- ßen 6ß Millionen Personen nicht zur K assenstruer herangezogen werden können, weil fie ein Einkommen unter 140 Thaler haben.(Gelächter.)— Sic lachen, meine Herren!— Es ist da« eben eine Thatsache, die in einen entsetzlichen Abgrund de» Elend» blicken lägt und allerdings die Herren vom Landtage wohl mag in„große Bewegimg"»ersetzt haben. Ich werde gegen da» Gesetz stimmen;— und wenn Ihnen da» Wohl de» Vaterlandes und da» Wohl de« Volke» theaer Ist, werden Sie eben- falls gegen das kandsturmgisetz stimmen und es. der Regierung vor die Füße wer'eii. PrSsioent: Der Herr Abgeordnete Windthorst hat das Wort: Abgeordnet» Windthorst: Meine Herren, meine Freunde und ich haben die Anträge, welche in der zweiten B-rathnug gestellt wurden, heute nicht wiederholt,«eil stc das vorige Mal In der Minorität blieben, und uns keine AnSsicht vorhanden zu fein schien, fie heute zur Annahme zu bringen. Weil aber diese Anträge nicht angenommen sind, ist es un« unmög- Uch, für deu Paragraphen, wie für da» Gesetz zu stimmen. Sie hatten den Zweck, da» Gesey mit der Verfassung In Eiutlang zu bringen; fie hat- ten den Zweck, dem Landstnrm wenigsten» seinen volksthümlicheu Charakter zn bewahren nnb da« Aufgebot besselben in die engsten Schranken zurück- zuführen. Alle« da« ist nicht angenommen worden, und e» ist nach meiner festen Ueb»jeugmig nach dem Gesetze, wie e» heute liegt, nicht« Andere» geschehen, al« eine Landwehr zweiten Aasgebat« geschaffen,(Sehr wahr!) Wenn wir gegen da« Gesetz stimmen, so müssen wir den Vorwurf zurück- «eisen, der anscheinend von dem Herrn Angeordneten Dnncker hat erhoben werden wollen, al« ob damit irgendwie die Absicht kundgegeben wäre, nicht für die volle Wehrhaftigkeit de» Baterlande« sorgen zu«ollen. Meine Herren, die Wehrhaftigkeit de» Lande« liegt un« om Herzen, wie jedem gu- ten Deutschen, nud da« AnSltnd möge»«ran», daß wir gegen das Gesetz stimmen, wahrlicki nicht entnehmen, daß Parteien Im Lande wäre», die im Angenblicke der Gefahr nicht bereit wären, zum Schutz de« Baterlande« Alle« anfzuopfern, wa« in Ihrrn Kräften steht.(Bravo! im Centrum.) Dem gemeinsamen Feinde gegenüber giebt et in Deutschland Parteien nicht. (Bravo!) Die Strcitiikctten, die uns allerdings in Deutschland äugen- blicklich bewegen, find sedwer genug; ab» ich hoff- noch heute, daß der deutsche Verstand schließlich doch groß genug sein wird, endlich den rechten Weg zum Frieden zu finden. Das Ausland hat jedenfalls mit b» Sache nicht« zu schassen. Ich hätte gewünscht, daß der Herr Abgeordnete Dunck» derartige Andeutungen nicht gcmachr hätte.(Widerspruch.) Er hat sie allerding» gemacht; ich kann ab» begreifen, daß für einen solchen Rückzug solche Gründe nothwendig waren.(Sehr rlchrlgl) Präsident: Der Herr Abgeordnete Dunck» hat da« Wort. Abgeordact» Dnncker: Meine Herren, ich mnz znnächst persönlich zurückweisen, al» wenn ich irgend einer Partei diese« Hanse« In meinen er- sten Worten die Abficht untergeschvben hätte, daß fie im Augenblicke der Gefahr nicht, wie jede andere au« diesem Hanse, für da« Vaterland einzu- stehen bereit sei. Ich habe lediglich davon gesprochen, daß außerhalb die- sl« Hause», und namentlich außerdalb Deutschland«, da« Votum diese« Hause», wenn e« nicht einstimmig oder mit groß» Majorität gefaßt würde, mißverstanden werden könnte, und daß diese« mögliche Mißverständniß für mich und für meine Freunde ein Motiv sei, üb» Bedenken, die wir noch gegen da« Gesetz hatten, hinwegzukommen. Wenn das ein Rückzug ist, und wenn e« gegenüber dem,«a» ich in dieser ganzen Frage stet« al« meinen Standpunkt hingestellt habe, al« ein Rückzug Ihnen erscheinen sollte, so Ist ein solch» Rückzug an« den Motiven, au« denen er»folgt, vollständig ge- rechtfertige.(Sehr wahr!) Präsident: E« ist Niemand weit» zum Wort gemeldet; ich schließe die DiSkusfion. Breslil», 25. Jan.(Bernrtheilung.) Unser Parteigenosse Rein- der« wurde heute wegen Berstaße« gegen§ 3 de« BereinSgefetze« zu 14 Tagen Gifängniß verurtheilt; zwei andere Parteigenossin zu einer Geldbuße von 20 Thalern. GttstiNdttf, 25. Jan.(Volksversammlung.) Sonntag, 24. d., hielten wir Hierselbst ewc gut besuchte Arbeiter» ersatnuilmig mit der Tagesordnung: Die Arbeiterpartei und Ihre Bestrebungen, ab. Al« Referent war Herr W. Frick au» Lr-men anweseub und reserirte d»selbe zur größten Zufriedenheit de- Anwesenden. Folgende Resolution wurde einstimmig an- ganommen:„Die heute hl» tagende Arbeiterverlammlnng»klärt fich mit den Ausführungen de» Herrn Referenten»oliständig einverstanden uad ver- ffpricht, mtt allen Ihr zn Gebote stehenden Kräften für die Arbeiterpartei In die Schranken zn treten" Außerdem sprach Herr Kaufmann üb» da« Kontraktbruchgesetz und üb» die Einführung der Arbeitsbücher. Auch sein Referat wurde von der Versammlung mit großem Beifall anfgenonnnen. Nachdem Unterzeichnet» zu reger Bethclllguna an den wöchentlichen B»- sammlungen aufgefordert hatte, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Gocial-Demokratie, tu welche« die«uwiseudeu Arbelt» zum Aerg» d» Bourgeois kräftig einstimmten, geschlossen. C» lebe ble deutsche Social- Demokratie!' August Schlltt. Berli», 25. Jan.(Alka. Böttcher- ssoper-s Verein.) Hlermtt den Mitgliedern zur Kenntnlß, daß fich in der Abrechnung vom zweiten und dritten Quartal einige Fehler befinden, jedoch Ist die Bilanz richtig- p* «»de in d» Abrechnung de« vierten Quartal« dieselben speziell berichten. Fern» ersuche Ich diejenigen Mitglied'chasteu, welche noch ür da» vi»tt Qnartal mit den Seldttn im Rückstände find, dieselben baldigst einzusenden, denn die Hamburg» Kollegen bedürfen d» Unterstützung...„ F. Sragert,«asfir», Stettluerstr. 15z. Berlin N. - Hamburg, 21. Ja».(Allg. deutsch. Schiffszimmtrervircin.) Kameradevi Der Kampf in Lübeck und Memel Ist noch nicht beendet. Jedoch»erden unsne Memeler Kollegen den Steg davon tragen, jwnn fie wissen zu kämpfen, wie e» Männern gebührt. So fest wie unsere Memeler Kallegen stehen, s» fest und fich» stehen auch uns»« Lübeck» Kollegen. Zwar handelt e« sich In Lübeck nnr um eint Werft, w» der Meister Everd sein Wort nicht hielt, indem er seinen Leuten den versprochenen Lohn nicht an»- zahlen wollte. Kameraden Deutschland«, seid auf dem Posten! Zeigen mliHwe-wir den Meistern, daß wir un, klar darüber find, daß hr B»eja sammt all ihrer Klugheit, die sie glauben zu befitzeu,»»4 nicht im Stande ist, die Arbeiter zu befiegen. Der Zuzug nach M-mel und LiiNck ist streng fern zu halten.,, v Dessau, 25. Ja«.(Au die Tigarr-narbelber.) Da w einigen Fabriken L-Hnreduktlonen(pr. Mille 5 bi» 15 Sgr.) h°b-u- nnb zugleich Arbelt«zeltvrrkürznng, so ersuchen wir sammtlichc Kolleg., Zuzug von hier fern zu halten. Im Austrage d» HUstzen Elgarr-nardelta: Lud«. Pilz, Leipzig»?». 38. Durch die Zeitungen tauf: fslgechde Nachricht: Betreffs der Schließung der social-dem, okratischeu Bereiu» ist bekanntlich die Lorontersnchuug schau seit, geraumer Zeit geschlossen, ohoe daß bisher ein Aadienztermiu angesetzt worden ist. Als Grand für Hefe Berzägeruog wird v nS von zuverläsfiger Quelle die Eigen- schaft eiuzel«« Angeklagt.eu als Mitglieder de» deutscheu Reiche- tageS bezeichnet; sobald indeß der Reichstag geschloffen sein wird, dürste die Amberaumun g deS von den Betheiligten langst ersehnten AudieuztermstsS durch' den Borfitzende« der fiebenten Kriminaldepu- tatioo sofort«nVigwj. Auf jeden Fall findet die Verhandlung »och im Laufe d-*'Februar statt. Den Parteizeuossen in Buckau bei Magdeburg theilen wir auf Aasrageu bezüglich deS Austritts aus der LaudeSkivch- mit, daß �«-'jeutge Mitglied der evangelischen, resp. katholischen Kirche, w-lches anS der betreffenden kirchlichen-Semeiofchaft-mS- zutreten beabsichtig�- stch bei dem Stadtgericht feine» Kreise» (Komutisfioa für Cioit�adSfachen) einen Termin zn erbitten hat, der ihm dann nach 4 Wo�en anberaumt werden wird. In die- fem Termin erfolgt zewöhulic�»ach Entrichtung von 50 Reichs- Pfennige» der definitive Austritt an» der Landeskirche. Die Kir- chensteuerlasten find, trotz des AuS.'riUS an» der Landeskirche, in den meisten Gegenden Deutschland» l.'och etaige Zeit(1— 2 Jahre) zu tragen. Die Dauer der Steuern richtet stch nach den lokalen Verhältnissen. Die Parteigenossen in Backau, so sehr wir ihnen auch ratheu, aus der Landeskirche anszufcheiden, ersuchen wir aber, fich nicht im Geringsten mit deu Herren Freigemeindlern Hra- bowski und Reicheubach einzulassen und unter keinen Umständen in die freireligiöse Gemeinde einzutreten, da dieselbe(die frei» Gemeinde) mit dm Herreu Dunck», Dr. Mop Hirsch, Schulze- Delitzsch und ähnlichen BilduugSaposteln auf gleichem Staad- Punkte steht. Schwäbische Ballade. Im frommen gemüthlichen Schwabcnlaub, Da waltet da» Glück mit offen» Hand; Da fließt von den Hüzeln der süße Wein, Und wächst da» Korn in die Scheunen hinein. Da giebt e» viel Hundert Barone und Grafen, Auch Psaffen die Fülle mit gläubigen Schafen; Da ist man dem Fortschritt gewaltig fröhnig, Und lobt Gott den Herrn nnd lobt den Herrn König. Zn Stuttgart belustigt man sich im Theater, Und hört deklamiren die Bolksderalher. Auch steht man Soldaten vou allen Sorten, Zahllose Lakaien mit Orden und Batten. Katheder und Künste bedeutend gloriren, Und Handel und Wandel gar sehr floriren. Inmitten dieser schwäbischen Glorie Hat jüngst fich begeben'ne dumme Historie. Denkt Euch, da lebte ein arm» Sünb», Der hatte kein Brot und fünf hungrige Kinder. Ihr klägliche« Schreien nach Speis« und Trank, Da« machte zuletzt ihm die Seele krank. Und einst in sorgenvoll durchwachter Nacht Hat er da« Unerhörte erdacht. Frühmorgen» schickte sein Weib er fort, Dann schliff» sein Messer zum KIndcrmord. Und lachte wahnwitzig und betete stA, Und sprach: Es sei, wie Gott et will. Und schlich zu den Kleinen, die schliefen zumal, Uad stieß In die Kehle de« jüngsten den Stahl; Und gab dem zweiten den Tvd und dem dritten, Und würgte da« viette trotz aller Bitten; Und ließ nicht ab in sein» Wnth, BI» auch das fünfte lag tobt Im Blut. Dann warf er u« fich einen Blick voll Grau«, Und ehat einen Fluch und stürzte hinan». Sie st-igen Ihn«In. sie fetzten Ihn fest, Da» war den Juristen ein rechte« Fest. Und an dem Grad der Kinder quoll De« Pf irrer» Mnnd üb» höchst salbungtv vll. Er sprach von de» Vater« gräulicher Schuld Und von Gatte» Gnade und Liebe und Huld. Thomas Mäuzer. (Fortsetzung.) Nach seiner Verweisung aus Nürnberg waren Münz» in die oberen Laude längst seine Boten vorausgegangen. Er wählte, wie er selbst sagt, diesen Weg, um die Lage der Dinge daselbst kennen zu lernen, den Aufstand der oberen Lande zu be« nützen nnd für stch Raum zu gewtuuen. Er eilte durch Schwabru hinauf in den Klettgan und iu deu Hegau. In Basel, im Zürchi- scheu, im Elsaß zeigen fich seine Spuren. Der Agitator Kartstadt war auch hier am Oberrhein. Die Jünger Münz»'» durchzogen noch zahlreicher als zuvor die oberu Gegenden und verbreiteten seine seue religiöS-Politifche Lehre. Sie mußte dem Bauer mehr zusagen, als die lutherische uud zwioglische. Die Zahl der Agitatoren vou Müazer war nach dem Bericht eines Augenzeugen in St. Gallen so groß, daß man an Sonn- und Feiertagen nirgends hingehen konnte, ohne allmt- halben ans Hansen von Bürgern uud Laudleuteu zu stoßen, die einem Redner zuhörten.„Da, da," sprach ein Bauer zum au- dero,„da» ist das recht Evaugeli. Laeg, lueg, wie haut die alten Pfaffen gelogen uud falsch geprediget, man sollte die Bube» alle zu todt schlagen, wie haut ste uns also herrlich betrogen uud beschissen!" Bald getraute fich kaum noch ein Priester in seiaem langen schwarzen Kleide bei einem solchen Bauern- uud Bürger- hausen vorüberzugehen. Da» Volk war durch Mancherlei zur selben Zeit aufgeregt. Selbst die Natur war au» ihrem Geleise getreten,«ud nnge- wohnliche Erscheinungen am Himmel und auf- Erden, uud noch «ehr deren Auslegungen uud Deutungen verrückten den Leuten den Kopf. Bald wollte man um die Sonne drei Kreise und eine brennende Fackel dabei gesehen haben, bald»m deu Moni» zwei Kreise uud ein Kreuz in der Mitte. In Ungarn sollte» bei Nacht gekrönte Häupter am Firmament im Gefecht miteinander gesehen worden sei»; am Rhew, hieß eS, habe mau am hellen Mittag ein große« Getümmel nud Krachen iu der Lost gehört, al» ge- fchehe eine Feldschlacht. Da und dort wurden die seltsamste« Mißgeburten in dem Thierreiche geboren. Au etlichen Orte» sah man die Störche, au andern Orten Krähen uud Dohlen heftig Streit führen. Man hörte vou Erdbeben iu den südlichen Lau- der«; in Schwaben, Bayern und Oesterreich wütheteu pestartige Seuchen; in der Stadt Kempten im Allgän allein starben von 1521 bis 1523 über 1600 Menschen daran. Wolkeobrüche, Kometen nud Umkehraug der Jahreszeiten kamen dazu; eS war einmal in den letzte» drei Jahren der Winter so warm gewesen, daß daS arm- Volk barfuß wie um Michaelis ging, und daS Ge« Würm uud die Fliegen wie im Sommer umkrochen und flogen; im Februar hatten die Kirsche» geblüht, und au de» Bäumen waren alle Sp, offen angeschwollen und geschwängert. Um Ostern aber war kalter Winter eingetreten. Ja Folge der schweren Un- gewitter hatten die Früchte fühlbar aufgeschlagen, in allen ober» . Landen begann fich ein wahrer Nothstaud bei dem gemeinen Mann I anzumelden. Da« Alle» wurde ans seltsame Dinge gedeutet, die «st kommt» sollte». Man kounte ohne Ztichen und Propheten- gäbe au« der Lage der Dinge schon seit Jahren eine gewaltige Umwandlung vorhersagen. Doch verdimt angemerkt zu werden, daß nicht bloß„Volkspropheten"«eissagten, sonder» daß die vom Mauben der Zeit al« hohe Wisseuschaft geehrte und bewnuderte Astrologie da« Jahr 1524 al« den Zeitpunkt festgesetzt hatte, wo „eine solche Aenderung vor sich geheu- werde, dergleichen nie gehört worden." „Die Astrologen mögen wahr reden", schrieb am Anfangi de« Jahre« 1520 der bayerische Kanzler Eck an seinen Herzog, „nach Schickung aller Läufe. E« ist nicht möglich, daß da« Feuer so allenthalbeu jetzt angezündet, ohne Schaden zergehe." Eine der VoltSweissagungen, die seit länger umliefen, hieß:„Bier im 1523sten Jahre uicht stirbt, 1524ste» nicht im Wasser verdirbt, und 1525ste» uicht wird erschlagen, d-r mag wohl von Wandern sagen." Mit solchen Dingen im Kopf stand er da, der gemeine Maun, vor de« herausfordernden Agitatoren, hier einer mit blei» che», Hagem Wangen und mit Augen, au« denen der Zorn blitzte, daß außer ihm auch sein Weib und seine Kinder hungeru soll» te«; dort eiuer, de« die lauge Sclaverei, die ewige Frohue alle Kraft entzogen zn haben schien, und der nur gebückt aufhorchte; hier aber voran, hart am Redner und seiuem Munde, sehnigte aufgerichtctt Gestalten, voll Kühnheit in Blick, so wie in Schritt und NuSgriff; dort im Hintergründe Truppen, Einer dem Anderen erzählend, wie e« ihm bisher schlecht gegangen, und sich auf bessere Zeiten die Hände schüttelnd. Manchem gefiel die Predigt, weil fie da« Feuer wieder aablie«, da« erlöschen wollte, und we>l eS dann Rache und Raub gab. Wenige gewiß standen und horchten au« bloßer Neugier und Müßiggang. Der Raum für die Zuhörer war ein unbeschränkter; denn nicht oder nur selten in geschlossenen Räumen, in der Regel im Freien wurde die neue Lehre gepredigt; bei der großen Liude vor dem Ort, im Felde, auf freien Wiesen, auf»iuem Hügel, am Waldes- samn, liebten fie, wie die ersten Verküudiger de« Evangelium« der Armen, ihre Kanzel auö dem Stegreif sich zu schaffen. Müuzcr selbst weilte gegen drei Monate in den oberu Landen; Pfeiffer ging früher nach Mühlhauseu zurück. E« war am 13. Dezember 1524, al« Pfeiffer in seine thü« ringische Heimath und in seine Stadt Mühlhausea zurückkehrte. Michael Koch, der Wollweber in der Leichenzasse, der mit dem Weimarer Hof in Verkehr war, der Goldschmied Weißmehler, der Gerber Kreuter usd andere Freunde Pfeiffer'«, die durch ihn in den Achterausschuß gekommen waren, hatte« seiner Rückkehr vor- gearbeitet, seine Zarückbemfung ausgewirkt. Der schwärmerische Kürschner Rothe, um den sich der Au- hang Thomas Münzer'S in der Stadt sammelt«, hatte mit seinen Freunden in gleicher Weise für die Rückkehr Münzer'S gearbeitet. Dieser aber kam erst gegen daS Frühjahr. Der Ruf der Seinen kounte ihn auch nicht wohl gleich auffinden, da es Winter war und er hin und her webte in den oberen Landen und an der Donau hinab. Pfeiffer nud die Sei»en sahen immer deutlicher, daß in Mühlhauseu noch durchgreifendere Umwandlungen nöthig seien. Der Rath der Stadt in alter Verfassung, mit den alten Rechten des Stadtadels einerseits, und Pfeiffer mit seinen Bestrebungen andererseits, konnten uicht neben einander fortbestehen; vollends uicht, als e' dlich Münzer selbst angekomw»« war. Mit welche» Gefühlen, mit welchen Hoffnungen mag Thrmas Müozer von der Heu»reh: von Oberschwabm da» mittler« Deutsch- land durcheilt habest Wie geschäftig zu lauschen auf das Wort, aus den Athemzug des arbeitenden Volkes, zu lesen in den Ge- ficht»züg«n der Städte und der Dörfer, anzuknüpfen bei den Glnchgefinntm, den Geistesverwandten; anzuzünden, wo er es auzüodbar fand, zu schüren, wo«S schon brannte! Jm'Fuldaischen, wo er den Bauer« predigte, und wo seine kurze Anweseoheit sogleich Aufregung nach fich zog, wurde er ver- haftet, aber nicht erkannt und nach wenigen Tagen wieder freige- lassen. Er eilte in die Reichsstadt Mühlhauseu. Müvzer fand für sein Aaftreien als Prediger«» dem Rathe den entschiedensten Gegner. Aber Rothe und sein Anhang, ver- stärkt durch die Partei Pfeiffer'», den Kern der Bürgerschaft, na- meotlich die Gerber, Bräuer und Branntweinbrenner»rzwangeu eS, daß der Rath ihn predigen lassen mußte. MSuzer predigte vorzugsweise auf dem Laude, draußeu iu den Borstädteu und in de» Dörfern. Ja allen seine» VolkSredcn forderte er uullmwau- den zum allgemeinen christlichen Bunde wider Fürsten und Herren auf. Zuletzt sprach er ebenso in der Stadt, und begehrte von dem Rathe, daß auch er dem christlichen Bunde beitrete. Auf daS verbot der Rath ihm, ferner zu spreche». MSnzer aber fahr fort, trotz des Verbots, zum Volke zu sprechen. Die ganze Stadt wurde wie kriegsbewegt und draußeu von den Dörfern herein strömte eS der Stadt zu. Der Rath ließ die Thor« besetzen und sperren. Aber nicht mehr vermochte er dem Sturme zu wehren, der fich jetzt innerhalb der Stadt darin austobte, daß die Bilder in allen Kirchen niedergeschlagen wurden. Indessen wirkte daS Anschwellen der BolkSbewegnüg, zumal das Geschrei der Münzerischeu,«ntmathigeud auf den Stadtadel; die Münzerischeu schwärmten Nachts in der Stadt um und for- derteu Einige des Adels mit NammSruf zum Tode heran». Einige der reichsten Familien verließen am frühen Morgen die Stadt nach dieser Nacht. Ludere auS den RathSgefchlecht.rn, wie die Baumgarteu, und einzelne einflußreiche RathSherre», wie Reinhard Lamhardt, schlössen fich der BolkSpartei an. Der StzndikuS von Ottern trat mit dem Stadthauptmaun offen auf Seite der Bürgerschaft. Auf der Weodwehr sammelten fich die Bürger in Waffen, zur Wehrmusteruug. Bei dieser Gelegenheit hielt Münzer eine VoliSrede, welche Alle mit fortriß. Von da ging eS zu einer großen VolkSversammlusg iu der Marienkirche. Pfeiffer und Otter« saßen dieser Versammlung vor. Unter ihrer Leitung«r» folgte die Abstimmung der eiozelae» Bürger über Sein und Nicht- z sein de» alte« Rathe». Derselbe hatte bisher auS vier wechseln- den Kollegien bestanden. Dieser alt« Rath wurde abgesetzt. Der greise regierende Bürgermeister Baumgarten stimmte silbst für die Absetzung; er wußte, daß sein Sohu sein Nachfolger werden würde. Die Wahl de» oene» Rathe» geschah ganz iu Pfeiffer'» Sinn. ES war uicht eine Bolkswahl, eine Wahl aller Bürger, sondern Wahl durch den Ausschuß. Dem ueuen Rathe gab Pfeiffer dru Namen„ewiger Rath". Diese Beurnuang sollte ausdrücke», daß dieser Rath nicht auS vier wechseludeu Kollegien bes-rhe, sondern als ein einziges Kollegium ohne Wechsel regiereu solle;«in Fortschritt i» der Verwaltung, der einleuchtet. Die Statuten dieses ewigen Rathes find verloren gegangen. Ob er auf ein Jahr oder ans mehrere Jahre gewählt wurde, weiß man bis jetzt nicht; lebenslänglich, wie die alten RathSherre» eS wa- reo, waren die neuen nicht. Während die Versammlung in der Marienkirche beisammen war,„ein ganz neu R-giment, ein christlich Regiment aufzurich- ten," ließen sich Stimmen Horm, mau müsse de» alten Rath er- würgm. Die Glieder des alten RatheS traten in Uaterhandlun- gen mit dem Ausschuß der Achter, und al« da« Volk das Rath- hauS umwogte und zu stürmen drohte, dankten sie ab. Dem ntum Rathe mußte nicht nnr jeder Bürger, foudcrn selbst das Gesinde dm Eid der Treue leisten. Mit dem alten Rathe war der letzte Halt deS alten Glaubens in Mühlhauseu gefallen. Die Bewegung innerhalb der Stadt war damit an ihr Ziel gelaugt; am 17. März 1525. Pfeiffer blieb für da» Innere der Stadt thätig und für daS Stadtgebiet; Müuzer fühlte fich getrieben, Mühlhauseu nnr als dt» Punkt anzusehen, von dem aus iu die Ferne, in'S Weite und Allgemeine, gewirkt werden müss»; er blieb in lebhafter Berbiu- düng mit Franke» und Schwaben, während er zugleich ganz Thü- ringen bewegte. (Fortsetzung folgt.) * Eine fürchterliche Kesselexplolion)�erelgnete sich am 21. vs«. In der Maschinen- und Baumwillenwaarenfabrik de» Herren Lord Brothcr« in Todmordkll. Die MittigSmahlstunde war gerade vorüber und fast fämmtliche Arbeite» schickten sich an, die Arbeit wieder zu beginnen, als ohne das mindeste Warnungssymptom einer»er Dampfkessel explodirte, da» ganze GedLudc erschütterte und Tod und Berderbe» u« sich her verbreitete. DaS Kesselhaus und ein anstosiendc, Schuppen wurden im Augenblick iu Ruinen verwandelt und die Trümmer flogen nach allen Richtungen hin. Der Verlust an Menfchenleben war beträchtlich. Bier Leichen wurden gc- fundev und eise wird vermißt. Fuafzig Personen wurden mehr-der«eoi- ge, erheblich verletzt, und einige»ürsien, wie mau fürchtet, uicht wieder auskommen. Im Ganzen befanden sich drei Sessel in der Fabrik, und der explodirende schlenderte die anderen zwci ans ihren Betten über den Kinal. wcan befürchtet, daß sich unter den Trümmern noch weitere Leichen Vau Ge- tddtetm befinden.- Und wer hat die Schul»? Di-«»»r»-,i«literateu werden sager:„Die Unachtsamkeit dir Arbeiter war Schuld an drm Un- glücke." Untersucht man die Sache aber näher, so war jedenfalls der Kiffel mibrznchb-r geworden und nnr die Habsacht de« Fabrikanten ließ Ihn in diesem Tod uud Berderbe» briageude« Zastaad. * Durch Versehen ist i» der borigeu Nummer unserer Zeltnug der Name d-S Verfasser« des Gedichte,:„Trotz slledeml" fortgelassen worden.. Der Verfasser ist der �reiligrath von 1848; der Freiltzrath von 1875 allerdings macht Bourgeois- und Bismarckhynmeu. Alle Briefe i« Angelegenheite« des Allgemeine« deutsche» Arbeiter-Bereins fiud dam 1. Februar ab an«eiue Adresse: Feseuseld 10, bei Hess, zu richte«. Bremen, de» 25. Jauuar 1875. C. Derossi, Bereiussekretär. Lassalle: Durch die Expedition deS„Neuen Social folgende Broschüren zu beziehen: Lassalle: Offene» Antwortschreiben „ Arbeiter-Lesebuch.... „ Arbeiter-Prozramm „ RonSdorfer Rede.... „ Bastiat-Schulze.... Wisseuschaft und Arbeiter.. Feste und Presse.... Kleinere Aufsätze „ Indirekte Steuern... „ Arbeiter Berlin».... „ Julian Schmidt.... Der Prozeß wider Ferdinand Lassalle von der korrektiouellen Appellkammer zn Düffel- dorf am 27. Juni 1864 Fremdwörterbuch de«„VolkSftaat": gebunden.... broschirt.... Baoerakrieze von Fr. Engel«.... A.-B.-C. deS Wissens von Dr. Douay. Unsere Ziele von Bebel..... Grund- und Bodevfrage von W. Liebknecht. Kalender Pro 1875 de«„Neuen Social-Demo- trat", pr. Stück..... Marseillaise von 3. Audorf, pr. 100 Stück. Bei Abnahm« von 50 Exemplare» tritt bei 33'/, pCt. Rabatt ein. Die hier»otirteu Preise sind nnr bei Abnahme von größeren QuantiS von jeder Sorte. Bei einzelnen Exemplar«» tritt eine verbältuißmäßige Preis- «rhöhung ein. Bestellungen auf einzelne Exemplare der hier»otirteu Bro- schüren, versenden wir nur gegen Einsendung des Krenzbandporto'S. Wir machen noch befouderS darauf aufmerksam, daß nach der ueucsteu Postverordnung Drucksachen bis zum Kilogramm (2 Pfund) Gewicht unter Kreuzband versandt werden köuneo. Es empfiehlt fich also, bei kleineren Bestellungen unter 2 Pfund 30 Pf. Porto beizufügen für die Franklruug unter Kreuzband. Briefkasten. Anonyme Einsendungen, Aufrageu u. s. w. können nicht be« rückfichtigt werden. Koni« in Zeulenroda und Wiemann in Bramsche. Ihre Beschwerden haben wir dem kalserl. Postzeiwngsamt übermittelt und wird in Znkuust hoffentlich dergleichen nicht wieder vorkommen. R., Breslau. Wir bltteu um Bericht über die GerichtSverhaudlung, resp. um die betreffende Nummer der„Brell. Ninen Morgenzeitung". Opelt, Neuwerck. In Monatsheften kSnncn Sic die„Social-politikcheu Blätter" nur direkt durch uns unter Sreuzband beziehen gegen Einsendung von 15 Sgr. pro Quartal. Gado», Rothenburgsort Auuoucendepot ist noch nicht erschöpft; durch Jrrthum veröffentlicht. Schröder, Kiel. Da Sie In Ihrem Brief keine Adresse angaben, ist ein Brief iu dieser Angelegenheit au Heinzcl abzrganzen. Demokrat" fiud (ReichSwährung.) . 6 Pf. - 13„ - 8„ - 8„ - 45„ - 10„ . 10 Pf. . 20„ - 23„ - b„ . 65„ 10„ 60„ 45„ 46„ 13„ 23.. 50„ 40„ . 1 Mark. den Kalendern Annonce«.