Nr. 17. Verlin, Sonntag, den 7. Februar 1875. 5. Jahrgang. Dles>: Zeitung erscheint dreima wücheutlich, »nd zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Äbounements» Nreis! Kür Berlin in et. Bringerlohn vierteljZhrkich xras- llninerslläo I Rm. 95 Pf., monatlich LT Pf., ein- zekne Nummern 10 Pf.; bei den Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 60 Pf., frei in'« HauS 2 Mark. lkreuzband-Ab onuements pro Quartal u. Eremplar: Kstr Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. - Niederlande und Belgien. 3« 60- - England und Frankreich. 4, 50- - Amerika(Berein. Staaten) 5- 50- Bestellungen auf Kreuzband-Wonnements stnd nur bei der Expedition aufzugeben und müssen xrso- namerando gezahlt werden. Neue r Ledadtion und Expedition: Ztertt«, Oranienstraße Nr. 8, 80. Bestellmtgeu werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spedi» teur entzegengenommen. Eigenthnm der Laffalleaner. Inserate (nur in der Expedition aufzugeben) werden pro fünfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. oerechnet. Versammlungsaunoncen die 5-gespalten- Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. Au unsere Abouuenteu und Leser. Wir ersuchen Diejeuigen, die noch auf zwei Mo-- nate des Quartals abonuiren wollen, dies schleunigst zu thun. Jede Postanstalt in Deutschland, sowie alle Spe- diteure unseres Blattes, nehmen Bestellungen entgegen. Preis pro 2 Monat bei der Post 1,07 Mark, oder 1 Mark 7 Pf. Die Redaktion und Expedition. Inhalt. Ein neuer Heiliger. Voltttsche rieb erficht: Bismarck.— Zu de» Arbelterentlaffougeu. — O, welche Lust, Soldat zu fein.— Dr. Zobel.— An? Oesterreich.— Aus der fraozösticheu Armee.— Garibaldi und die Socialist.llhetze in Italien.— Wie Arbeiter behandelt werben.— Die Opfer der heutigen Produktionsweise.— Zar Korruption.— Ralfische Gerichttpflege. Korrespondenzen: Helle.— Dortmund.— Lüdeck.— Rostock.— Halbe a. S— Delitzsch.— Rendsburg. Die Most'sche Petition. An die Menschheit.(Gedicht) Aus der„preußischen Rang- und Quartierliste. Vermischtes. Feuilleton: Zur Arbeiterbewegung im Merlhum.— Müuzcr.(Schluß.) Thou.aS Ein neuer Heiliger. Nicht Bismarck, der„geniale" Staatsmann nud gewaltige „Anl'.nrkämpfer", nicht LaSker, der göttliche Kaüppelschwinger und Socialistevtödter, auch nicht der jüngst in Wien verstorbene Bör. senfürst Baron von Rothschild, noch sonst einer jener Namen, von denen der deutsche Philister und Spießbürger nur mit„Re> spekt" zu reden gewohnt ist, soll in diesem Artikel von uuS als «neuer Heiliger"„gefeiert" werden. Wer aber denn, werden llusere Leser ungeduldig ausrufen, wer in aller Welt ist eS, dem die hcglige Betrachtung gilt? Nun, wir wollen also damit auch nicht länger zögern und den Namen frisch heraus sagen, der neue Heilige heißt— Sauet Garnison. Sauet Garnison, ja, so und nicht auderS ist fein Name, und uach seinem Namen ist in der Hauptstadt des GroßherzogthumS Mecklenburg ein GotteShanS gebaut worden, daS den stolzen Namen Sauet GaruifouSkirche trägt. Wahrhaftig, wir leben doch in einer glücklichen Zeit, wie sie unseren Bätern noch nicht beschiedea war. DaS neue Land- sturmgesetz beweist auf's Schlagendste dem, der eS zur Stnnde uicht gewußt Hot, daß wir bald die höchste Sprosse auf der „Kulturleiter" erstiegen haben werden. Was Wunder also, daß mau auch, um der Zeit Ausdruck zu geben, um eine Person zu fiaden, in der man so recht den Zeitstrom in einem Gusse hinstellen kann, zn einem Heiligen, der den Namen Sauct Hurnison trägt, gegriffen hat. 3a, Sauct Garnison, Dn lehrst unS, wohin wir mit diesem Kulturkampfe kommeo werden. Kanonen uud Flinten, Flinten und Kanonen und deren„richtige" Anweuduug, daS ist schon die höchste Wtssenschaft unserer Natioualliberalen geworden. Kaan mau sie nicht im Kampfe gegen den äußeren Feind anweudm, nnv, dann sind sie doch immer noch gut, om im eigenen Lande unter den„Reichs feinden" bei etwaiger„Rebellion"„aufzn- räumen". Wohin zielen denn auch unsere Liberalen? Sir erstreben ja Die„Arbeiterbewegung" im Alterthum. Uebcr die Arbeiterbewegung im Altertham ist jüngst unter dem Titel:„Di» Aufstände der unfreien Arbeiter von 143— 129 v. Chr.", ein Werk von Dr. Bücher, erschienen, dem wir über die römischen Znfiäude Nachstehendes entnehmen. Dr. Bücher, nachdem er auf den Fehler der Großproduktion, sobald sie iee den Händen einzelner Privatmänner ausschließlich liegt, hingewie- seu, fährt dann fort: Eine solche Zeit war unmittelbar nach d»r Mitbe deS zwei- ten Jahrhunderts eingetreten, als die Zerstörung von Carthago und Korinth die bereits thatsächlich Vorhandeue Weltherrschaft deS römischen Schwertes und die beginnende des römischen Geldes allen Völkern des MittelmrergebteteS mit furchtbar deutlicher Schrift kund gethan hatte. Die Entwicklung der wirthschaftlichen Ver- hättnisse Italiens traf damals mit einer ähnliche» ökonomischen Zerrüttung in Griechenland und den hellenistischen Staaten de? Ostens zusammen. Und eS ist bezeichnend für den ursächliche» Zusammenhang deS Proletariats und deS SclcventhumS, daß, unmittelbar bevor in Rom die politisch freie, aber unselbstständige Menge ihre Ansprüche geltend macht, im ganzen Mittelmeergebiete die geknechtete Arbeit ihrer tausendarmigen Kraft iune wird, und selbststäudig an verschiedenen Orten zugleich einen Stvrm gegen die bestehende GesellschaftSordunng unternimmt. Man darf, so nnficher genaue Schätznngen der Zahl der Sclavea gewesen find, unbedenklich annehmen, daß, überall wo die Geldmacht wirlhschaftete, die Freien sich in der Minderzahl be- fanden. In Rom, so erzählt Seueca, wurde einst im Senat über den Antrag verhandelt: daß man die Sclaven durch die Kleidung von den Freien nnterscheideu sollte;„dabei trat zu Tage, welche Gefahr bevorstände, wenn unsere Sclaven uuS zählen könn- ten." Denkt man daneben an die Masse der freien Proletarier, 1° begreift man das Grauen Cicero'», als er sich der Aeußerong 'och in erster Linie den Militärst.at pur excöllöncs, daS heißt, den vollständigen Kasernen, und FestuozSstaat. Nun, wir werden sehen, wohin eS zuletzt noch führen wird, wenn das ganze Volk in Waffen steht, wenn Eiuänzige und Hinkende in den Reihen der„BaterlaudSvertheidiger" sich be- finden! llvsere liberalen Herreu mögen sich selbst einmal überzeugen von dem Geiste, der in der deutscheu Armee im Ganzen uad Großen herrscht. Man ficht eS auS hundert und aberhundert Fällen, welche Opfer der Gottesdienst deS Sauct Garnison verlangt. Selbst unsere heutige Rundschau weiß wieder davon zu erzählen. Was ist eS anders, als daS bitterste Maß, daS eine solche große Armee, mit wenig Ausnahmen, zasammeuhält. Wie wenig von den Hau- derttanftuden Kriegern deS deutschen Heere« find eS, die den Mi- litirdieust ihren sonstigen häusliche» Beschäftigungen vorziehen und für die„VaterlandSoertheidiguog" schwärme«. Und wozu führt denn endlich daS fortwährende Steigern der Brmeekörper? Dient eS vielleicht dazu, die anderen Machte zn bewegen, friedliche Absichten gegen unS zu hegen und sich uuS in streitigen Fragen zu unterwerfen? Nimmermehr! Wie ein Keil den anderen treibt, so findet die Steigerung deS HeereS in einem Staate in einem anderen Staate die verstärkte Nachahmung. Wir haben dies Beispiel tag- täglich vor Augen. Erfindet ein genialer Kopf ein Gewehr mit 60 Schüssen in der Minute, gleich hat er im Nachbarstaate einen Rivalen, der eine solche Waffe für 80 Schüsse ia der Minute herstellt. Ja, wir müssen wieder fragen, wo ist BiSmarck'S schöne« Versprechen anS dem Kriege von 1870 uud 71 geblieben, daß, wenn Eifaß-Lothringeu wieder gewonnen wäre, die Regierung energisch„abrüsten", daS heißt, daS stehende Heer beschränken würde?— Vier Jahre find seitdem ve> flössen uud jedes Jahr hat nur neue„Zurüstnvg-n". Der KnltoS de« Heiligea Garnison wird von Tag zn Tag„pompöser", und nur selten erklingt die Stimme Derer, welche diesem Gottesdienste ei» Halt gebieten, ja, ans den Reihen der Liberalen und Fortschrittler, wo sie früher doch noch manchmal erscholl, ist sie schon seit Langem nicht mehr zn ver- nehmen. Einzig die Social-Demokratie hat den Muth, dem MilitariS- muS immer und immer wieder ein donnerndes Halt znzurnfen. Mag eS auch noch zur Stande ohnmächtig verhallen, die Zeit rückt uns näher, wo eS gebieterisch sein Recht verlange» wird. Die Herrschaft deS Liberalismus hat den Mllitärstaat mit all seinen Lasten zur Folge, der einer wahrhaften Kcltnreutwickeluug zum Grabe wird. Politische lleberficht. Berlin, 6. Februar. Bismarck ist wieder„nervöS". Die„AugSburger Allgr- weine Zeitung" schreibt:„Fürst Bismarck soll durch eruenteS Uu- Wohlsein verhindert worden sein, den Reichstag selbst zu schließen. Zn Gunsten dieser LcSarl spricht allerdings die Thatsache, daß der Reichskanzler fich feit Wochen von allen Festlichkeiten bei Hofe uud in der vornehmen Welt fern gehalten hat. Andererseits ist jedoch daran zu erinnern, daß Fürst Bismarck noch vor wenigen Tagen den Generalkonsul in Belgrad uud eine Anzahl Reichs- des BolkStiibnnen L. MarciuS Philippus(am 103 v. Chr.) er- iauerte: daß nicht zweitausend Menschen unter der Bürgerschaft seien, welche Vermögen besäßen. Die wenigen Befitzendeu waren dafür um so reicher; die Anstalten zur Vermehrung deS ReichlhumS und zur AuSbeutnug der Meuscheukraft um so großartiger. Die oöthigeu Arbeiter wurden hauptsächlich an« zwei Quellen dezogen, den fortwährenden Kriegen und dem Sclavenhandel. Die Römer hielten immer an der Strenge deS KricgSrechtS fest, nach welchem der besiegte Feind mit Gut und Leben dem Sieger verfallen war. Schon im Jahre 209, nach der Eroberung TarentS, worden 30,000 Gefangene verkauft; im Jahre 207, nach der Schlacht am MetauruS, über 5000; im Jahre 200 mindestens 15,000. Ein reicher Römer warf bei seiner Rückkehr an« dem fardioischm Kriege(177), in welchem mehr als 80,000 Menschen getödtet oder gefangen wur» den, solche Massen ans den Sciavenmarkt, daß der Preis beden« tend fiel, und seitdem da« Sprüchwort in Schwang kam:„Spott- billig, wie ein Sarder." Räch der Brfiegung des PerseuS wurden in EpiruS 70 Städte zerstört und 150,000 Menschen ver- kaust. Die lebendige Beute begann ein Hauptfaklor zu werden bei jedem neuen Kriege, uud die jahrelangen Kämpfe gegen unge- fährliche ligurische, illyrische und spanische Stämme schienen ledig- lich Sclavenhetzw gewesen zu sein. Dem Heer folgte der Sclavmspekulaut; der Feldherr war vielleicht selbst ein solcher; und fehlte eS an Feinden, so griff mau Wohl Freunde au, unter Mißachtung von Eiden und StaatSoerträgen. Und daneben blühte der Sclavenhandel; Sclavenfchiffe durchkreuzten überall das Mit- telmeer; die Hauptzufohr wurde auS den Ländern VvrderafieoS durch Kreter und Kilikier geliefert, welche daneben beide daS ver- wandte Gewerb» deS SeeranbeS trieben. Keine bedeutende Stadt, kein uenueoSwertheS Heiligthum entbehrte des SclavenmarkteS; der Hauptfiapelplatz war aber das von den Römevn gegen Rhodoö tagSabgeordneteu bei sich bewirthete und bei dieser Gelegenheit kein lluwohlfein verrieth." Im Uebrigen wird in„Strafanträ- gen" gegen„reichsfeindliche" Redakteure, wie zuvor, fortgear- bettet. Durch die Berliner ZeitUllgea läufi folgende Notiz:„In Folge der in neuerer Zeit wiederholt vorgekommenen Arbeiter- eutlassunzeu in Folge der schlechten Kovjunktur und der damit im Zusammenhange stehenden Lohnrednktion, hat das Polizeipräsidium dem Vernehmen nach Anlaß genommen, die Reviervorständ» ariznweisku, von einer jeden größeren Ardeiurentlassuug Anzeig» zu rfiache» und zugleich die Zahl der entlassenen Arbeiter festzu- stellen. Aehuliche Vorschriften sind für die Arbeitseinstellungen (Strikes) gegeben worden." Wenn allerdings seitens der Polizei- deHörden nicht« weiter erfolgt, so wird den Arbeitern mit dieser Art von„StaatShülfe" nicht viel geholfen sein. Nach der bekannten Melodie zu fingen:„O,«elche Lust, Soldat zn sein!" Die„Oterfck. Ztg." berichtet:„Am letzten Samstag exerzirte eine Kompagnie deS k. 7. Jnf.-Reg. auf der Wies« nächst der HerzogSmühle. Ein Soldat legte die Armatur ab, nachdem„rührt Euch" kommandirt war, ging an den nahen Main und stürzte sich in einen Tümpel, nm fich zu ertränken, woran er durch einen Eiujähngfreiwilligeu gehindert wurde, welcher ihm sofort nachsprang und ihu wieder an'« Ufer brachte."— Eine andere Jllustranon zu obigem Kapitel liefert die„Frankfurter Zeitung". Derselben wird an» Mönche» geschrieben:„Eine Verhandlung im hiefigen Militärbezirksgerichte gab aas'« Neu» de» Beweis, daß in militärischen Kreisen die einfachsten Mge- legeuheitm anders als in Civtlkreisen aufgefaßt werden. Nach- stehender Borfall gab zur Verhandlung Anlaß. Der fich des besten Leumunds erfreuende Soldat Schrank fand, als er fich in feiner Käsen» in da« Bett legen wollte, welches er bereits seit einem Jahre inue hatte, daß das Bett schon von einem anderen Soldatm besetzt sei. Dasselbe war nämlich von dem Gefreiten Forsteneiger als Lagerstätte ausgesucht worden. Znr Erläuterung muß bemerkt werden, daß Forsteneiger erst an dem fraglichen Tage in daö betreffende Zimmer verlegt wurde uud fich für be- rechtigt hielt, von dem durch die Zeit geheiligten Mißbrauch Nutzen zu ziehen, wonach ein Chargirter fich ein beliebiges Bett auS- suchen kann. Schrank, der bereit« entkleidet dastand, beaufprnchte sein Bett, doch der Gefreit» vertheidigte die okkupirte Lagerstätte mit allem Nachdrucke und rief schließlich den Feldwebel herbei. Obwohl nun in dem Zimmer drei leere Betten standen, entschied doch der Feldwebel, daß der Gefreite das Recht habe, sich in jed-S Bett, also auch dasjenige Schrank'«, zu legen. Schrank, hierdurch gereizt, rief:„Ich gehe nicht weg, das Andere werden wir morgen sehen!" Da er trotz deS vom Feldwebel avzedroh« ten Arrestes noch erwiderte:„DaS ist mir Alles gleich!" wurde er wirklich in saS Arrestlokal geführt. Schrank wurde alsdann wegen SubordinationSvergehenS vor daS MilitärbezirlSgericht ge- stellt. Der Staaisanwalt beantragte eine neunmonatliche Ge- fänguißfirafe, der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe von 41/!ä Monaten. Wir möchten aber doch fragen, ob nicht ein Jeder gereizt wäre, wenn er beim Nach» haafekommen sein Bett von einem Anderen besetzt findet?" Die Natioual-Miserableu find nm ein Reptil ärmer gewor» den. Die Berliner„National- Zeitung" bringt au der Spitze ihrer Freitagsnummer die„tiefschmerzliche Nachricht" von dem Tode ihre« ChefredaltmrS Dr. Zabel. Nun, an Reptilien ist ja in den Reihen der Liberalen nie Mangel gewesen, und die Herren werden diesen„Verlust" bald genug überwunden haben. m begünstigte DeloS; 10,000 Sclaven worden hier oft an einem Tage umgesetzt. Die Gefahren diese« System? zögerten nicht, fich zu offen- baren. Kurz nachdem der letzte makedonische, der achäische und der dritte punische Krieg die Sclavenmassen Italiens um eine starke Anzahl vermehr hatten, lodern, wie nach dem Hannibal- scheu Kriege schon zuvor, überall die Flamme des Aufruhrs hell empor. Die Bewegung begann nicht in Italien, sondern auf der gesegneten Nachbarinsel Sicilien. Dieselbe war nach Cato'S AuS- druck die Korukamnwr RomS geworden. Man ist geneigt, mit diesem AnSdrnck die Borstellu»g glücklicher Verhältnisse zu ver- binden. Mit Unrecht. Die römische Geldoligarchie begegnete sich in der Ausbeutung deS überaus güustizen Bodens mit der längst vorhandenen einheimifehen, nur daß eS jener viel leichter gemachst war, in'« Große zn wirken. Wie wir an« den Verrincn ent- nehmen, war zu Cicero'« Zeit z. B. daS zum Anbau benutzte Land der Feldmark von Leontini, mit der fruchtbarste Theil der Insel— etwa 30,000 Morgen—, bi« auf einen einzigen Be- fitzer d«rt»oa in fremdem Ägenthnm; da« Gebiet war Domäne de« römischen Volkes, und wenn wir hören, daß M. Antonius hier dem Rhetop Sex. ClodioS ein Landgut von 2000 Morgen schenkte, und daß VerreS als jährlichen Ertrag eine? einzigen Gutes 42,000 römische Scheffel Weizen mit Beschlag belegte, was auf«ine Fläche von 1000 Morgen schließen läßt, so können wir uuS im Allgemeinen eine Vorstellung von der Ausdehnung der dortigen Wirthschaften bilden. Die meisten Großgrundbesitzer waren auch vor Cicero'S Zeit, also bald nach der Eroberung der Insel, römilche Ritter; mit ihnen wetteiferten in Habsucht und RückstchtSeofigkeit die einheimischen Sikuler. Den kleinen Bauer und Pächter drückte nicht dloS die Konkurrenz der mit mächtigen Geldmitteln arbeitenden Großwirthschaft, sondern auch die Härte der Frnchtzehnteu, welchen er nach einer altficilischen Einrichtung Der AaSschsß deS Allgemeiue» ostnreichischm ArbeitervcreisS dnoffeatlicht eine» Bericht, i» deffeu Ei�gasge»S heißt: Boa eivzelveu Mitgliedschaften in den Provinzen aufgefordert, eiq Bild z« entwerfen von der Lag» der Arbeiter in Oesterreich, kommen wir diesem Wunsche nach, insoweit«nS Daten zur Ber� füzung stehen. Es ist bereits hinreichend bekannt, daß die Manu? �aktnrwaarenbrasche nnnmehr feit zwei Jahren im Niedergauge rgriffen ist. In den Haoptorttn jener Industrie ist, wie selbst eoa im Abgeorduetenhavse hervorgehoben wurde, nicht die Hälfte i er Arbeitcrauzahl beschäftigt, die früher in Arbeit stand. Am h.'ofien wurden Städte wie Brünn und viele andere Ort» in � reu, Schlesien und Böhmen betroffen. Di» noch beschäftig« Arbeiter der Textilindustrie(Webe-Jad.) müssen sich mit ! Wocheulohu von 1—4 Gulden begnügen. Die Eisisiudu- welche früher allein 159, 000 Männern in Oesterreich Ber« ir.j} gab, befindet sich derzeit ebenfalls i? einem höchst bedenk- '.« Zustande. Die Arboiterentlassungeu find im Zunehmen be. 57 ffea. Selbst die relativ günstig stehenden große» Bahueu, iche Im November und Dezember Arbeiter entlreßeu, mit dem Äerfprechi«, sie bald wieder aufzunehmen, haben dieses Berfvre- i tn nicht nur nicht eingelöst, sondern eS find neue Entlaffuugen hinzugetreten. So entließ die Nsrdbahn erst eine größere Au- shl Schmiede, dann Schlosser, dann Sattler u. s. f. Die Löhne wurden überall in bedeutendem Maße reduzirt, ohue daß die Preise der LebeuSmittel gefallen wären. Nur bei der Waffen« fabrikatiou ist eiue Verminderung dcS Personals nicht eiugetretev. Auch dir Lederwaareu-Judustrie, iu welcher Oesterreich den Bor- ranz vor anderen Ländern erliugt hatte, befindet sich in rapidem Verfalle. Die bedeutenderen Firmen lassen»och in der früheren Weife fortarbeiten, zahlreiche Geschäfte find aber gänzlich zu Grunde gegangen, andere beschäftige» nur noch wenige Ardeiter und diese haben einen schlechten Vtrdieust. Bei der allgemeinen Nothlage leiden aber auch diejenigen Geschäfte, welche fich mit der Erzen. xuvg der nothwendigsten Bedürfuissc befassen. Die Zahl der Kleitermachergehülfen ist seit Vorizem Jahre allein in Wien um mehrere Tausend zrsvnkcn. Wie bei solche« V'.rhältuissnt die Lvxusgtschäfte stehen, ist leicht erklärlich. Dir Zahl der Gold-, Silber« und Jawelenarbeiter hat fich seit 1L73 um mehr als die Hälfte vermindert und die noch beschäftigten befiadeu�fich zum größeren The'le in der bittersten Roth. Die Mustkinstrumenten- macher find seit Kurzem ebenfalls in mißliche Verhältnisse g-.kom- wen durch dru Verfall der Klavirfabrikation, und sie haben ihre Wünsche iu einer Deukschrift an das HandelSministerinm veröffentlicht. Wem gehört das Lebeu des Soldaten?— Die„Vosstsche Ziltnuz" schreibt:„Da sich die Selbstmorde in den südflUll- zösischen GoruisouSorteu so bedeutend vermehren, hat stch der General ESpivent de la BilleboiSaet veranlaßt grsehen, an daS 15. Armeekorps einen Tagesbefehl zu richten, in welchem diese Manie deS Selbstmordes, gebrandtmarkt wird.„Der Soldat, der Hand an sein Leben legt"— sagt der Tagesbefehl—„ve. geht eine Feigheit, fein Leben gehört zuerst Gott und dann dem Baterlandel" Durch die große Arbeitersperre iu Süd-Wales find 120,990 Arbeiter plötzlich brotlos geworden. Die englische Rc- gieruug hat eS selbstverständlich nicht unterlassen können, Militär iu die betreffenden Distrikte abzusenden, um die gehöxjge„Ruhe und Ordnung" aufrecht zu erhalte«. Die ausgesperrten Arbeiter haben gegen die Grubrnb, fitzer einen Prozeß wegen ungenügender Kündigung aazefirengt. Ueber den Ausgang dieses Prozesses kann wohl jeder vernünftig denkende Mensch nicht im Unklaren sein." Garibaldi scheint entschlossen zu sein, Rom endgültig mit Caprera als Anfenthaltcort zu vertauschen.— WaS die Republikaner und Socialiste» betrifft, welche in Folge der Verhaftungen in Villa Rnffi bei Rimini in anderen Provinzen verhaftet wvr- deu find, und denen entweder jetzt der Prozeß gemacht wird oder die wegen Mangels an Beweifeu wieder auf freien Fuß gesetzt fivd, so find in der Statt und Provinz Rem 15 Personen vir- haftet worden. Dir Gerichte haben ihre polizeiliche Berhaftuuz legitimirt und setzen die Untersuchung gegen sie fort. In Aucona find 30 Personen verhastrt«ud nach Bologna zur Untersuchnug abgeführt worden. Ja Liooruo wurden drei Persoucu eingezogen, aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Ja Floreuz wurden siebzig Personen verhaftet und der Prozeß gegen sie wird fortgeführt. In Massa Carrara wurden 14 Socialisteu verhaftet, ihre Ver- Haftung legitimirt, sie selbst aber wieder auf freien Fuß gefetzt. In Bari wurdcu 17 Personen verhaftet, iu Bologna 74. Von Ruveuua ist die Zahl der Verhafteten unS unbekannt, es find aber alle Verhaftungen legitimirt worden und der Prozeß gegen die betreffeadeu Personen wird in Bologna fortgeführt. Ja Ca- tavzaro find drei Mau« verhaftet wordnr. Ja Macerata find an die Römer zn entrichten hatte, und der vou diesen alljährlich nach Stadtbezirken an Unternehmer verpachtet wurde. Ans einem solchen Hiaterzrund mußte sich das Elend der Sclavenwirthfchaft in besonders grellen Farben abzeichnen. Ganz Sicilieu war von einer unglaublichen Mtsge nusreier Arbeiter überschwemmt. Barbarische Syrer, ein Meuschenschlag vou nu- verwüstlicher Geduld und Zähigkeit, bildeten die große Mehrzahl. Daneben mochte« die eben beendeten Kämpfe iu Afrika und Grie- cheuland, wie die noch dauernde» in Spanien, manchen Man» unter diese verkommene» Scham» geführt haben, der die goldenen Tage der Freiheit nicht vergessen konnte, und mit stummem Arim« Pläne, wie st: nur die Verzweiflung eiugiebt, in tiefenAdüZk bat' fünf und iu Pift.ro zehn Personen verhaftet worden. Gegen Alle wird der Prozeß fortgeführt. EbeafallS iu Girgrati, Pa- lermo, Pisa, Venedig, Rovigo und anderwärts haben mehr oder weniger zahlreiche Verhaftungen stattgefunden und find hinterher legitimirt worden, so daß die Betreffmden fämmtlich vor Gericht erscheinen werde».— Hoffentlich dienen diese Prozesse dazu, die freifinnigea Italiener vollends über die Regierung aufzuklSre». * Dem„Bolksstaat" wird aus Berlin zum Kapitel:„Wie die Arbiiter behandelt werden". Folgendes geschrieben:„Wie die hirflge» Fabrikanten m:t den Arbeiter» und Arbeiterinnen um- spriuzen, darüber hier ei» Beispiel: Mc.ne mir noch ni-fat.nze- traute Frau hat für de« Fabrikanten Hclciaz. M�raSstr. 34, Wolleugaru auf Rollen gespult in täglich«« Posten ä 60 Strähnen, wobei mancher Posten eine 13stündize Arbeitszeit erforderte, für die es einen Lohn von 6 Gr. gab. Da nun manche Strähne Garn ganz zerrisse» war und es auch nicht selten vorkam, daß Motteu das Garn zerfressen hatte«, so wußte von dieser oder jener Strähne bald mehr, bald weniger abgerissen werden, was auch die Fabrikanten wissen. Ferner wird dem Arbeiter das Garn auch nicht zugezählt oder zugemeffe«, fonderu zuxewsgeo, WaS zur Folge hat, daß das Garn nach Gewicht wieder abge- liefert werden muß. Litzterer Umstand nun brachte meine zu- künftige Frao iu gerichtliche Kollifioa mit dem Faorikanten Hel- bivg, dessen Werkfährer behauptete, an einem Posten fehlten bei den einzelnen Strähneu mehrere Ellen, obgleich das Gewicht stimmte. Die Kiäzcr!«, di: für das Spulen von 5 Possen Garn 1 Thlr. verlangte, wurde vom Gericht abgewiesen und zur Tra- gnng der Kosten verurtheilt, weil der Werkfühcer und ein Ketten- scheerer an E-deSstatt erklärten, die Kläzeriu habe einen Posten Garn von 60 Strähnen erhalten, von denen jede 1000 Ellen zählen sollte, aber 300 Ellen weniger euthöelt, durch welchen Ab- fall der Lohn hinreichend gedeckt sei. Zieht man nun iu Erivä« gung, daß die Strähn: Garn(Streichgarn) mit 1000 Ellen an- gerechnet ist, dieselbe jedoch nur im rohen Zustande 1000 Elle» halteu soll, was jedoch nur selten der Fall ist, so ist, wenn wollt- »es Gar« gefärbt ist und beim Färben gekocht wird, eS natürlich, daß dann von 1000 Ellen kein: Rede mehr sein kann, was ein jeder Weber weiß und ein Wtrkfühnr wisse« muß. Ferner maß eiu Kettenscheenr wissen, daß nicht eine Rolle so lang läuft wie die andere, und sonach wäre eS nöthiz gewesen, daß der Richter einen Sachverständigen zugezogen hätte und Aebrecht und Simon nicht schwören ließ. Erwägt man una ferner, daß Bl- brecht ieschworcu hat, daß meine Frau 60 Strähnen Garn er- halten hat, dieser eS ihr aber nicht gegeben hat, fonderu ein ge- wisser Scholz, welcher nicht als Zeuge angegeben ist, und daß ferner beim erstes Termin der Klägeria 10 Groschen von Albrecht bewilligt worden find, so kann maa fich ungefähr denken, wie die Sache steht. Noch maß ich bemerken, daß ich bei dem l tzten Posten, den ich selber zählte, ficbe» Strähne» mehr vorfand, und wiederum bei anderen fehlten einige Strähnen. Der Werkführer selber gab der Klägerin grzeuüver zu, daß man dag nicht so ge- nzu kontrvlircu könne, und doch hat er geschworen. Mir scheint, mS ob die ganze Angeleoenheit spruchreif für den Staatsanwalt fei. M. Schmidt." * Di« Opfer der heutigen PrsduktioNsweife mehren fich. Fast täglich liest man von Arbeitern, welche, durch die KrisiS' existenzloS geworden, zum Strick greife» oder in'S Waffer stch stürzen, um ihrem Lesen ein schnelles Ende zu macheu, und so dem laugsamen Huvgertode zu entgehen. Die„Chemnitzer freie Presse" bemerkt dazu: Auch unsere Stadt hat dergleichen Falle schon mehrfach arfzuwiisen; erst vorgestern theilteu wir mit, daß ein arbeitsloser Tischler stch erhängte; heute habea wie wieder folgenden Borfall zu berichten: Eiu früher in der Schönherr'schcn Fabrik in Schloßchemnitz als Schmicgler beschäftigt gewesener, dann aber arbeitslos gewordener Arbeiter begab sich vorgestern früh nach dem in der Nähe der Schöaherr'fchen Fabrik gelegeoeu Teiche, um fich zu ertränken. Der Teich war aber zugefroren und das Eis«ich nicht unter dem Naglücklichen. Da grub er sich gleichsam sein eigenes Grab, indem er ein Loch in das Eis hackte und fich dann iu daS kalte Wasser hinabstürzte. Zvar war er«och bemerkt worden; maa versuchte, ihn zu retten und brachte ihn wirklich noch lebend au's Land, aber das eistge Bad verfehlte seine Wirkung nicht; de? Arbeiter verschied in wenigen Minute».— So hart trifft die gegenwärtige, in der kapitalisti- schen planlosen Produktionsweise ihre Ursache findende Gesckäfts- krise den Proletarier, während der Kapitalist, welcher sein.Risiko" als RechtStitel für die Aneignung deS Arbeitsertrages der Arbeiter benutzt, auch in der schlecht.» Zeit noch flott nud lustig wie frü- her iu den Tag hinein lebt. * Eia Gegenstück zu dem Prozeß Ofeuhtn» bringt d „Frkfr. Ztg." Dieselbe schreibt: „Falls Wien sich auf sei»«» Prozeß Ofeah eis etwas emb den sollte, so könnm wir mit einem Gründer- und Scandalpro- zeß aufwarten, welcher vielleicht uoch weitere Kreise illterefst� sofern eS fich hier um»ioen äußerst plumpen Schwiudel Handels und gleichzeitig die Bezirhuuges eines der»amhastesteu„Grün- der" der Londoner Börse zu der früheren finanziellen Redaktion der„TimeL" in einer für die Letzter« keineswegs sehr angeneh- wen Weise bloßgelegt werden. Im Jahre 1872 kam ein intelli- zenter Engländer, N-meuS Rubery, nach Arizona; er fiel dort über einen Ameisenhaufen und fand, daß derselbe Diamanten und Rubinen in Menge enthalte. Ein paar lokale FmauzierS wor- deu herbeigeholt. Diefelbeu fanden gleichfalls eiue M-og- Dia- manten, und darauf wandte fich Mr. Rubery nach London, um das Projekt an der Börse zu lanciren. In der Zwischenzeit waren aber doch einige Zweifel über deu diamantinhaltig-n Amei- senhaufen laat geworden, und der Citybericht der„Times" mach« sich entschieden dadurch verdient, daß er den Schwindel bloßlegte. Dabei beging man indeß die llnvorfichtigkeit, deu in« telligrnten Eagländer, Mr. Rubery, als Mitwisser US Schwiu- dels hinzustellen, und daraufhin verklagte L-tzter-r deu stasnz'.ellcu Redakteur der„TiweS", so wie deu Barou Aibcrt Grant wegen ehrenrühriger VerlSumdttng. Dies« wurde dadurch in den Pro- zeß verwickelt, daß die Anklage ihm die spirituelle Baterfchaft der zwei betreffenden„TimeS"-Artikel zuschob. Die Bilhandlanzea dauerten 10 Tage und habeu damit geendigt, daß der frühere fiuauziell: Redakteur der„TimeS", Mr. Sampson, der Berläam- dnng schuldig befundtu und in eise Strafe von 500 Lstr. verur- thcilt wurde, da sie Mitwisseuschaft Master Rubery'S um den Diaiumiteoschwiudel nicht erwiest« sei. Der zweite Angeklagte, Baron Graut, wurde von jeder Mitschuld freigesproche». In- dessen lcgteu doch die Verhandlungen solche iatime Bezichungeu zwischen ihm und dem ehemaligen Ciiy-N�akttur der„Times" Zu Tage, daß die Verwunderung darob m Börsenkreisen eine sehr große war. Mr. Sampson erhielt innerhalb eines JahreS von düftm Baron Graut Summ:«, welche zusammen uaheza 5000 Lssr. ausmachen, und zwar eiogestondenermaßcn als Enifchädi- gung für Virinste, welche er früher bei anderen Uatersehmnnzen Grant's erlitten habe."— Also ein ganz nette« Sümmchen, da bekanntlich 5000 Lstr. gleich nahezu 100,000 Mark find. * Zg: russischtU Gerichtspflege. Borz wei Monaten starb in einem Gefänzniß des südlichen Rußlands eiu Arrestant. Der Inspektor des Gefängnisses meldete den Fall der betreffenden Behörde, indessen konnte diese nichtS auffinden, WaS auf deu Ver- stoibenen Bezug hatte. Mau forschte nach und kam auf folgen- des wshrhafr scheußliche Resultat: Vor ungefähr 8 Ja)reu wurde der Btrfiolbeue in UntersuchnngShaft gebracht wegen irgend eineS Vergehens. In der Behörde gingen mittlerweile die Papiere ver- leren, und der Vergesseue starb nach 9 Jahren im Gefänzniß l AehnlicheS soll in Naßland noch häufig vorkommen. Celle, 25. Januar.(Freisprcchuag) Mitte Juli vergaugeuea JahreS wurde der Ällg. deutsch.'Zib.-Berem zu Celle jllr geschloffen er- klärt, und zwae mit dem Bemerken, dag vorerst die Terlchwverhaudlmig !u Berlin gegen den dort geschlosscneu Allz. deutsch. Arb.-Berela abznwar- ten sei, che man in Celle die Berhandlung, resp. Anllagc aufnehmen könne. Wir cnthiclten uns In Folge dessen jeder BereinSthätlgkeit und besuchten nur die vier stattfind-nden AolkSversammlungeu. So fand am 1. Sep- tembir gleich l alt Z eine Boltsversämwluiiß mit der Tagesordnung:„Der Zehnjährige Todestag Lassallc'S und die Verfolgungen der Social-Dcmo- krMie" statt, worüber Herr Breuel au« Hamborg refcrlrte. Nachdem der Redner den ersten Punkt erledigt hatte, ging derlclbc zum zweiten Punkt über, mit den Worten:„ind-m ich znm zweiten Puokc der Tagesordnung übergehe, stehe Ich gewissermaßen mit einem Fuße im �zfängniß". Bei diesen Wottea geschah das Unglaubliche, die Versammlung wurde aufgelöst und Breuel mußte mit zum Polizeibureau, um fich genau zu legltimiren, er kehrte jedoch in einer Stunde von da wieder zurück. Am 2. September war dlc..SedauSfeier" und am 3 Haussuchung bei mir» im Lcisamm- lungslokal und beim Parteigenossen Warle. Jetzt war mau der festen An- ficht, der Allg. deutsch. Arb.-Bcreln für Celle sei ein Zweigvereln de« Mg. deutsch. Arb.-Ver-InS in Bremen gewesen, und eS sei ein Fortbestehen darin zu erblicken, baß össeotliche Versammlungen abgehalten wurden und Aboune« meut« auf die„Wcfimlaschm-ZeiNing" stattfäudcn. Warnke und ich waren als Leiter dieses Bereins angeklagt, und fand am 9. November vor dem Amtsgericht Termin gegen uns statt. In oer Berhandlung war t« uns nicht möglich, da« Amtsgericht vollständig zu überzengen, daß kein Zweig- verein bestanden habe. Der Polizelanwalt stellte eiuen Strafantrag, wonach Jeder 10 Thalcr und die Kosten zu tragen, eventuell 8 Tage Gefängniß zu verbüßen hatte. Da« Uriheil gegen Warule lautete auf Freisprechung, gegen mich wurde gemäß de« Antrags des Pollzeianwalts erkannt. Ich legte Be- rnfung-In und wurde am 20. Januar von der Strafkammer des königl. OdergcrichtS ebenfalls freigesprochen. H. Wichtendahl. Dortmund, 3. Februar.(Parteigenosse Seelig) tritt mit dem heutigen Tage seine vierzehnlägige Haft au. D-eselbe war angeklagt, die hlefigc Polizei iu einer Rede, die derselbe Im Jahre 1873 hielt, beleidigt zu schloß. Die Behaudlung w»r die denkbar schlechtrD. Wo �0 faßten jene das Ziel offener Empörung in'S Auge. Sie be Ackerbau uoch das Feld behauptet hatte, lebteu die arme« KnMte unter der Aufsicht eineS selbst unfreien Verwalters herrbeuMlse beisammen. Ihre Wohnung bildete die wohlverwahrte Arbeiter- kasernc, ei» halb unterirdisches Gebäude mit vielen schmalen Fcu- stern, welche so hoch vom Boden augebracht sein mußte», daß st« nicht mit der Hand erreicht werde» kountw. Mit Fesseln be- lastet, auf Stirn und Glieder gebraudmarkt, zogen sie am frühen Morgen zur harten Arbeit a«S. Es war dafür gesorgt, daß fie bis Souneuuntergang in Athem gehalten worden.„Der Sclave muß entweder arbeiten oder schlafen," hatte der alte Cato gesagt, der römische Musterwirthschafter dieser Zeit. Den Herren kam eS lediglich darauf an, mit möglichst ge- ringen Kosten möglichst reichen Gewinn zu machen. Wiesen fie doch die Sclaven zur Befriedigung ihrer geringen Bedürfnisse an Nahrung und Kleidung ausdrücklich auf de» Raub hin, der ohue. dies dem Hirtenlebe» so nahe liegt. Bald war in ganz Sicilien Weg. und Steg uufichrr; allein und vabrwaffuet wagte Niemand mehr, selbst auf den Hauptverkehrsstraßen der Insel, zu reise»; täglich hörte man vou Raubmord und Gewaltthat. Bald tbeten st» die räuberischen Hirten in Schaar«» zusammen, überfielen NachtS die einsamen Gehöfte der kleinen Bauern, plünderteu fie auS, ermordeten die Jafassm und litß-n nur rauchende Trümmer« Haufen zurück. Den römischen Rittern und der einheimischen Geldaristokratie war die allgemeine Roth gleichgültig. Und die römische Obrigkeit war zufrieden, wen» die Steuern, Zehrten und Hutj-elder regelmäßig in deu Schatz zu Rom, d. h. zunächst iu die Taschen der Generalpächter flössen. Dir Gemeinsamkeit deS LebenS und der Leiden, des Zornes und deS Hasses führte bald vielfach unter den Sclaven Berbin- dnugeu herbei, wie fie bei den halbwilden Räuberbanden der Berge längst bestanden. Strebten dies« vnr darnach, eiuauder bei Ausübung des sauberen Handwerks in die Hände zu arbeiten, nutzten jede Gelegenheit, um insgeheim zufammeuzllkommm und Pläne zu entwerfen, welche eine Aenderuog ihrer Lage durch Er- morduug der Herren bezweckten. Als nun in Enna der Sclavea- aofmhr losbrach, da war es, wie Diodor erzählt, den Meisten völlig unerwartet, jedoch den UrtheilSfähizen sehr wohl begreiflich. Unter Führung jenes zvunderthätigen Syrers Sann«, de«„Propheten von Enna", drangen die Sclavevhaufen siegreich vor; fast neun Jahre mußten fich die römischen Heere mit ihnen herumschlagen, ohue»inen Fußbreit Landes wiedergewinnen zu können; ja CauuS war zuletzt Herr fast der ganzen Insel geworden. Die Vorgänge in Sicilien verfehlten nicht, ihren Rückschlag auf Italien auszuüben; besonders heftig fchiinen die Empörungen in den bei- den wichtigen Seefestungen im Südwestwinkel vou Latium gewesen zu sein: in Minturnin wurden 459 Sclaven au'S Kreuz gefchla- gen, in Siuuessa gegen 4000 überwältigt. Selbst in Rom kam eine Verschwörung zu Tage; 150 Schuldige wurden bestraft. Der sicilische Aufstand wurde im Jahr 132 niedergeworfen, mehr als 20,000 Sclave« waren allein bei den Belagerungen vou Tauromeuloa und Enna umgekommen. Nach dem Siege machte man nicht einmal den Versuch, einer Wiederholung des furchtbaren AufstandeS durch eine Reform der Besitz- und Erwerböver» Hältnisse vorzubeugen. Tie römische Geldmacht konnte die alte Wirthfchafl von Neuem beginnen; nach kaum 30 Jahren stand man vor einem zweireu Sclavenaufstandc. Doch jene Selaveuaufstände der Gracchcnzelt spielten hinüber nach Griechenland und Kleiuafien. Iu jenem lief herabgekommc- uen Hellas, welches unS PolybiuS beschreibt, wo eS geschehca konnte, daß ein Blerteljahrhnndert lang weder in privaten, noch in öffentlichen Sachen ein gerichtliches Berfahreu zn erlangen war, weil die Menge Keinen zu den höchsten StaatSämtern wählte, von dessen Regiment fie nicht Geldvenheilnugen aaS dem Staats- vermögen, Sicherheit vor Schmdfocdersugen und vor Belaugung wegen''Miss«that erwarten durste— iu Hellas brachen damals die BergwerkSselaveu in Atteka loS, die am meisten gedrückten vnd nnglücklichsteu nuter den Sclaven. Ebenso die BergwerkSselaveu iu Macedonieo. Dann aber im Pergamenischen Reiche nach deS dritten Attalas Tod unter deS Prätendenten AristouikoS Fähraug die empörleu Sclaven, denen fich große Schaaren verarmter Freien anschlössen, um eiuen neuen auf Gleichheit und Freiheit Aller gegründeten Staat der„Sonnrubürger" zu bilden. DaS alte verderbliche System, durch den Sieg gestärkt, ging seinen Weg unaufhaltsam weiter. An der römischen Proletarier- frage entwickelte sich die mächtige VoliSpartei, welche die Auflö- sung deS republikanischen SlaatSwtsenS herbeiführte; wieder und Wieder habeu fich die Sclaven erhoben zum Freiheitskampfe, aber niemals hat fich die Bewegung in derselbe» Beschränkang auf daS rein sociale Gebiet uoch in dieser Allgemeinheit wieder er» neuert. Der letztere Zug ist schon dm Altm nicht unbemerkt ge- blieben; OrofiuS vergleicht den ficiliauischen Aufstand mit einer FeuerSbrunst, von welcher die Funken emporwirbelu und, vom Sturme grtragm, überall Braud und Verd-cbea säeo. Selbst die Verbreitung deS ChristmthumS hat nicht so plötzlich, so»»mittelbar und in solcher rLamlicheuAaSdehoungdieGemüther ergriffen, wie dies» taitn. All: Brieft Ja Znkclezkahcite» Setllg'S find während dies« Zeit K* Untmckdnete» zu adresfiren. «. H.«kalbsltisch, Lützmirllckftraßc Nr. S. Liideck, 2. Jan.(Bericht.) Am 23. Dez. wurde hier eine Beriamm« fang v»n der Gewerbezesellschast atqchslten, in welcher aus der TageSord« uunz stand: 1) DiSkusfion über ein? Ausstellunz von Lehrling«- rbeiten; 2) Zortrag über Tenstn. Der erst« Pauli wurde oou dem Dr. Bremer behandelt, welcher auch Leiter diese« BercinS ist. und et auch sehr gut»er« steht, die Mitglieder diese» Berlin» zn leithAum-ln. Dieser Herr wußte tresslich cmf die Social-Demskratie zn schimpfen, und seine Schäflein, mei- stenthcils»in« Ha-dwerker, waren auch damit nicht unzuscitdeu. Schließ- lich kam der Herr denn von den Social- Demokraten wieder auf die Lehr- liuge und fragte nun, wie man die Lehrlinze anSzeichnen sollie, die fich vvr den anderen hrrvorthatrn. Er bat, fich näher darüber auszubrechen. Mau sprach dann hin und her und kam zu Nicht«. Schließlich wollte Niemand rnrhr von den Herren sprechen, und als fich Niemand mehr zum Wort miidete, bat G. W. Harnnanu aus Hamburg um'« Wort, welcher bekannt« lich a»ch von an« Hierselbst al» ReichstazSkandidat aufgestellt war. Natür« lich war die« Keinem in den Si"N gekommen, daß Harrmanu sprechen könnte. Hartmann wie» entschieden d!- vorherigen ÄaSfühlllUgen zurück -und führte nuter Anderm'an, daß man dem Lehrling wehr moralische Er- -ziehnnz«gedeihen laste« müffe, die dem Lehrtz.rrn obliegt, der auch für inue geistig: Fortbildung zu sorgen hat und den Lehrling al« Glied In der Familie aufnehmen müss und nicht 2 Jahre al« Hausknecht zn gebrauchen. Oho! rief man von vielen Seite», benn damit war der Ragel auf den {topf getroffen; anch die Füße omßlrn ihre Schuldigkeit rhu«. Der Doktor aber, dem angst und bange wurde, sprach auch feinen Beifall au«, aber um fich nur um s» schneller zu eutfernen. A. Kavel. Rostock, 29. Januar.(BersammluustSberlcht.i Heute hielten wir hier eine Gewirkscheftsversommlonz ab, in welcher Herr Kamiganu an« Altona über die Tagesordnung e„Die gcwciklchaftltch'-N Bestrebunze» der Arbeiter und deren augenblickliche Teutralisationimittel", in vortreff« lichrr Weise referirte. Die Bersamuielten waren mit dem Vortrage einver« standen und erachtcten die jthigen TentrolisationZmittel Angesicht« der beutigen Berhäliniffe vollständig maßgebend.— Soouabend, den 30. Jan., hielten W!r eine ungewöhnlich stark besuchte BoikSversammlnng ab, in«cl» chrr ebenfalls Herr Kamizann referirte, und zwar über die Entwickcluag des SocialiSmuS und zum Schluß noch die Thätigkeit der socialistifchen Abgeordneten im ReichLiaae belenchtete. E? sollte noch über d'i Bereini« gnrz der beiden socialistischen Paitiicn gesprochen«erden, wa» jedoch pokizellicherseit« verboten würbe. Es war diese Versammlung ewe derartige, wie wir fic seit geraumer Zeit nicht aufzuweisen haben.— Eine dritte Versammlung fand am San»tag. den 31. Januar, im„Schwaau" statt, in welcher so recht der kleine Bauernstand, wie euch da« Beamteuthnm ver- treten war. Herr Kamiganu ref-rirte anch hier, und zwar über die Tage«-� ordnnng:„Die gewerkicherftlichrn und die social-polltiichen Bestrebungen der Arbeiter�, zu Aller Zufriebeuhelt. Sogar liberale Herren drückten ihrch Geunglhuung über die Ausführungen cn«. Diese Bcrsammluugen zeigten so recht deutlich, daß der SocialiSmu« auch in Mecklenburg immer tiefere Wurzeln faßt. Eh. Rimpcke. Cölbe a. s., 3. Januar.(Bericht.) Nach neunmonatllchcr Unterbrechung hielten wir am Sonntag, den 31. Januar, eine Boiksverfamm« luag ab, mit der Tagesordnung!„Die Spekulation auf den hunarigen Magen de« Volke« und der Socialismus". Herr Bäthke au» Berlin refzrirte hierüber unter großem Beifall bei überfülltem Saale. Die Ber« sammluug selbst verlief in schönster Ordnung. Hasenkrng. Dclltzjch, 1 Febr.(Versammlung.) Hrute fand hier ciue Volks- vcrsammlnnz mit ber Tagesordnung:„Llberalism»« nnd Socio'.iSmu«" statt. Herr Rödlger ans Berlin, welcher al« Referent anwesend war, sprach unter lebhaftem Beifall-er Lersammlnug. Al» zweiter Punkt der Tagesordnung wu»de„da« Volisschulwesen" aufgestellt, wozu die seit dem 1. Jamiar hierorts seilen«»er städtischen Verwaltung neu eingeführten Gchmgeldsätzc Telegenheit boten. Hierzu erzriffen Herr Günther nnd Herr Nötig» das Wort. Erstem sprach im lokalen Sinne hierüber, Letzterer beleuchtete diesen� Paukt im Allzcmeiuen uu> zeigte hierbei, wie ganz auder? und dem Volke in viel anzepaßlerer Weife in einem socialistifchen Staate da« Schulwesen geregelt sein würde. Anch hierbei ernteten beide Rebner die Zafiimmnng der Versammlung. Brüning. Rcvbkburg, 3 Februar.(Der hiesige Cigarrenfabrikant) Reimer(Firma L. Landt Nachf) fcheiut tu neuester Zeit iu der Behandlung seine« Arbeiter fich selbst noch zu übertreffen Unter An denn ist dieser Herr Sabrikant bemüht, Wickelmocheriiinnt von Bremen wie auch von anderen legenden hier einzuführen, um die Männerarbeft'durch die Frauenarbeit auszuheben. Der Lohn ist ohnehin schon niedrig taug gistefft, als daß er fich noch mehr herabdrücken ließe. Deshalb richten wir die Bitte an fämmt- liche Kollegen, Sorge dafür zn tragen, daß keine WIckclmacherin fich hierher unter irgend welchen Versprechungen locken läßt. Die Cigarrenarbriter Rcudsburg«. I. A.: H. Paasch. Die Most'sche Petition.�) Der Bericht der„Kommission für Petitionen"(Berichterstatter Reich»« tagSabgcorduetcr Feunce) ist so. den erschienen, nnd lautet: Der Reichstagsabgeordnete für den IL. Wahlkreis de« Königreich« Sachsen, Johann Most ans Mainz, welche« gegenwärtig eine Ihm von köulgl. preußischen Stadigericht, bez. dem Kammergertcht, zu Berlin wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung und wegen Vclcidigniiz auf Grund der ZK 130 und IL) keS ReichSstrafzefttzbuche« zuer'annte Gesäaguißstrafe »on einem Jahr und fi-ben Monaten in dem Gefängniß am Plötzensce bei Berlin verbüßt, hat sich ia einer Petition an den Reichstag gewendet und gebeten: I. auf da» Zufiandekommeu eines Gesetze», durch welches die Behandlung politischer Gefangener in zeitgemäßer Weise geregelt «erde, baldmöglichst hinznardeiten; II. den Rc!chskasz!tr aufznf-rdcrn. die preußische Regierung zu ver- •) Stehe Nr. 14 des„Neuen Social-Demokrat". erste interuatiouale Arbeiterbewegung, der Rückschlag jeurS Systems der großen Kavikal.- und Sclaveuwirthschaft, welches die Römer iu Sicilieu und Karthago, in Griechenland nud den hellenistischen Monarchien bereits ausgebildet vorgefunden hatten. Mit ihm hatte die antike VolkSwirthschaft ihren Höhepunkt erreicht, jenen Höhepunkt kapitalistischer Durchdringung aller Lebensgebiete, auf welchem eS keinen Ausgleich wehr zu geben scheint, wo die Ber- mögenSunterschiede fortwährend znuchmm, die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer und der Mittelstand in chroni» scher Atrophie dahinschwindet. Die römische Weltherrschaft be- deutet eine Kouzeatrirung und hierdurch eiue Steigerung dieses Systems, ein Zasammenleiten der wirthschaftlichen Säfte auf einen sich immer mehr verengenden Kreis von privilegirtea Besitzern, welche im Venysse der H:rrschaft sind. Wie ei» Markstein steht an der Grenze dieser Epoche die weitverzweigte Proletarierbewe- guug der dreißiger Jahre des zweiten Jahrhunderts vor Christi, jeues blitzgleitc Hervorbrechen von Bestreboogeo, welche sämmt- lich auf eine Reform der wirthschaftlichen Zusammensetzung der Gesellschaft hinausliefen. Die Gesetzgebung deS TibrrioS GracchuS, der Proletarierkrieg des AristooikoS, die Anfstäude der ficilifchen und italienischen Hirten und Ackerkaechte, wie der taurischen Berg- leute und der delischeo Fabrikarbeiter— sie Alle find darin einig, daß sie die Berechtigung der gcldoligarchischeu Beherrschung der Ge- sellschaft leugne»;»ur ihr« positiven Ziele und die Wege dazu sind verschiede». Währeud Gracchus auf dem historischen Boden der römische» Verfassung, und daher iu beschränktem Kreise, eine Reform anstrebte, verlaogteu die Sclaven, keine» positive» Rechts- Stund unter de» Füßen, wider das bestehende Recht das erste Meoschenrecht: die persönliche Freiheit. DieS aber führte sie zu dem folgenschweren Satze, der hier wie eine neue Erlösung zuerst in der alten Geschichte auftritt, und de» später das Christeuthum mit solchem Nachdruck wieder aufgenommen hat, daß die Arbeit »in Recht gieit ans die Theilnahwe au den Gütern dcS Lebens. aulaffen, die zeeiznetea Schritte zu tbnn daß Petent im Straf- gefängniß am Plötzensee, wo er gegenwärtig politischer Berzehen halber internirt sei, eine solche Behandlung erleide,«le fie Poll« tischen Gesauzeue» gebühre, nämlich, daß er nicht»»ie bisher ge« schehen, zu Zwangsarbeit angehalten, zum Genuß der Gefängniß« kost giuölhizt und ia der freien Wahl seiner Lektüre beeinträchtigt werde, vielmehr da» Recht der Selbstbeköstizung und der liiers- tischen Beschäftigung zugestanden bekomme. für Begründung führt er im Wesentlichen Folgendes an«: WM u 1. Die Vollsirecknuz der Eetänznlßstrafc gehe in Deutschland zur Zelt in einer geradezu anarchischen Weise von Statten: so»erde z. B. da» Recht der Selbstbeköstigunz bald Jedem zugestanden, bald nur sogenannten distinguirten Personen, baid nur Solchen, dl« sich leicht vergangen hätten, bald gar Aeinem; die Zwangsarbeil sodann sei w einem Gcfäag« niß obligatorisch, in einem anderen nur in beschränktem Maße und iu einem dritten gar nicht eingeführt; und so gleiche die Gcfängnlßstrafc an einem Ort der Festungshast, am anderen ber Zuchthausstrafe. Solch- Zustände feien uuhalldar und ein SlrafvollzuzSgelctz ein drinaeudeZ Bedürfaitz; hierbei aber fei es uothwendig, hinsichtlich solcher Persouen, die wegen polfti- scher Vergehen zu Freiheitsstrafen vcrnrthrilt scieu, spezielle Bestimmunzen zu treffen. Vielleicht empfehle e« fich auch, das Strafgesetzbuch entsprechend zu ändern. Allein auf die dcmnächstige gesetzliche Regelung könnten dle dermalen wegen poliltscher Vergehen zu ÄefSugnißstraft Berurtheilteu nicht warten, vielmehr fei zu wünschen, daß möglichst schleunigst durch eine Art Nothgesetz den gröbsten Mißstäuoeu abgeholfen«erde. Daß ein solches Gesetz Be?ürs- niß sei, ergebe sich an» der in den verschiedenen Staaten verschiedenen Be- Handlung social-d-mokratisch-r Sttäflii-ge, welche in Sachsen ziemlich human, iu Bayern und Hessen und namentlich in Preußen mit besonderer Härte behandelt würden. Zu 2. Nachdem da» gegen Ihn ergangene Strafurthcil die R-chtSkrast beschritten, Hobe er beim preußischen Jnstlzmiulstcrium den Antrag gestellt, e« möge ihm gestattet werden, seine Strafe in' der Berliner Stadrvoiatci, wo er seit einem Halden Jahre m Untersuchungshaft gesessen, zu verbüßen, weil iu der Strafanstalt am Plötz-usce der Selbstbeköstigung und Achn« lichern, was ein politischer Gefangener zu b-ansprucheu berechtigt sei, Hin- dernisse im Wege ständen. Das Jastizm nißerium habe aber das Gesuch an das Kammergericht, dieses dasselbe an das Stadtgericht abgegeben, wel- che« letzte« fich dahin ausgesprochen habe, daß k-ia Grund vorliege, mit ihm, Most, eine Ausnahme zn machen. Inzwischen sei er gemeinsam mit sieben Spitzbuben in einen Wagen gepackt und nach der Strafanstalt am Plötzcnsee übergeführt worden. Dort habe er alSdalb beantragt, boß ihm, da er polittfcher Gefangener sei, erlaubt werden mözr, sich selbst ,n beköstigen uut. literarisch zu beschaf« tigcn. Darauf sei fam jedoch seitens der Direktion bemerkt worden:„er fti k-in politsichcr Gefangener, solche gäbe es überhaupt nichl; Leute s-iueS hn, da er Buchbinder sei, de, Kortonageabthliluug zuweisen." Auf s«nc Gegenvorstellung sei zwar die Enlschkidung auf 24 Stunden autgesctzt, nach deren Ablauf ihm jedoch eröffnet worden: daß ihm da» Tragen der cigencn Kleider gestattet sei(seiner Eigenschaft al« ReichStagsabgeordneter halber/, daß es aber hiastchtlich des Genusses der Gcfängnißkost und der zwaugsweisea Beschäftigung sein Bewenden habe. Ja Bezog ans letztere solle er indeß eulbunben sein, mehr al« da« Pensum zu lieseru, vielmehr sei ihm erlaubt, nach Ableistung de« aufgegeoeneu ArdeitsonanlumS sich aeistia ZU beschäftigen. Gegen dicsc Anordnungcn sei er bei der Gcsängnißkommlsfiou vorstellig geworden, allein ohne Erfolg, da dieselbe ungefähr folgendermaßen entschie« den habe: „Roch der HnuSordvung der Anstalt kann die Direktion zwar solchen Gefangenen, die sich im Besitz Ihrer Ehrenrechte befinden, was bei Ihnen der Fall ist, die Seldstd-köstiznng g-statten; fic hat sich aber im Hinblick auf die Art Ihre« Vergehens und Ihre «orstrafcu nicht veranlaßt gesehen, die» zn thu«. Mit der Ber« Weigerung der Selbstbeköstigung fällt aber da» Recht ans Beschäf- rigung nach Belieben von selbst, weil nach ber Hausordnung nur Denjenigen dle'iö Recht zugestanden werden kann, die fich selbst beköstigen dürfen. Auch findet die Kommisflon, daß die Ihnen zugewiesene Beschäftigung eine ganz angemessene ist. Sie find eigentlich Buchbinder und waren nur a'.S Autodidakt publizistisch thätig und zwar in einer Weise, die Sie fortwährend mit dem Strakgesetz in Konflikt brachte. Es kann somit nur gut sein, wtuu Sic durch die Ihnen jetzt anserlegteu Arbeiten zu Ihrem ursprüngliche» Beruf zurückgeführt werd-„." Bezüglich einer oon ihm gleichzeitig erhobenen Beschwerde wegen Bor« enthaltuug etniger ihm zugeschickten-Zeitschriften, habe die G-sängnißlom- Mlsstoa dahin eurschiedcn: Die au Sie eingesandten Zettschristeu find meist socia'-dcmo- kratischcr Natur und können Ihnen schon d-Shald nicht verabfolgt werde», weil dieselben geeignet wären, Sic in Jhrm Anschauan- gen aus'« Nene zu bestärken. Da Sie aber behaupteu, ein drin- geude« Beollrfniß zu haben, mit der Tagesgeschichte fich vertraut zu halten, so wird Ihnen die Wahl gelassen zwischen der„Nord- deutschen Allgemeinen",„National-" und„Boffischcn Zeitung". Er habe nunmehr ein Gesuch beim preußischen Justlzmcnister eingereicht um Abänderung der gettoffuren Bestimmungen; dieser aber habe das Gesuch wiederum au da» Kammergericht, letztere« weiter an das Stadtgericht zur Begutachtung überwiesen; die 7. D-putatlon b-s StodtgerichlS aber, die» selbe, welche dle Strafe gegen ihn erkannt, habe beschlossen, sein G-su: nicht zu befürworten. Es bleibe ihm nunmehr nicht« übrig, al» den Reichstag anzurufen. Was nun zunächst die Selbstbeköstigung betreffe, so könne er— ein ziemlich genügsamer Mensch— allenfalls auf solche verzichten, nachdem ihm seiner KSrperschwache wegen vom Anstaltsarzt einige Nahrungsmittel al« Zugabe zur G-saugnißkost verschrieben feien; ohnehin fei au, d,m benachbarten Dorswlrthehau», der einzigen Bezugsquelle für Selbstbeköstigung in der Anstalt am Plötzensce, dach nicht» Ordentliche» zu erhalten. Allein er habe auch aus Diejenigen Rücksicht zu nehmen, die nach ihm wegen polfti« scher Vergehen Inhast'.tt«ßrden: namentlich aber deshalb müsse er das SclbstbekökiioUpgSrecht verlangen, weil mit diesem Rechte all- ftmstigeu Be« Thomas Mnuzer (Schloß.) Der altgläubige Herzog Georg von Sachsen hatte das erst« Jahr Schirmherr über die Stadt zu sein. Der neue Rath, wel- cher auS den Häuptern des alten StadtadelS fich wieder zufam- mensetzte, hatte nur die Aenderang, daß fortan nur noch jahreS- weif« drei Rathökoklegien wechselten, aber, wie früher, war eS wieder der abtretende Rath,«llcher allein den nachfolgenden Rath zu wählen hatte. Alles in der Stadt wurde wieder altgläubig, strenger altkirchlich, als zuvor, hergestellt. Der Einzelne mußte fich fügen, wollte er nicht dem Arme der härtesten weltlichen Obrigkeit verfallen; und iu den Augen des streng katholischen Herzogs Georg war, wie in den Lugen der Baherfürsten und ihres Kanzlers Eck, Latherthum und Bauernkrieg, lutherisch und revolutionär, ganz einS und dasselbe, und daS Eine sollte, wie daS Andere, ausgerottet werden. Der Rath hatte mit dem Verlust des Gerichts und der Dörfer fein Hanpteinkommen verloren, und dabei lagen nun auf ihm nicht nur die althergebrachten Schulden der Reichsstadt, son- der» auch die Forderungen des Reiche», die auf den Sühnebrief gestützten Forderunzen der Fürsten und deS Adels weit nmh.r. Diese äußerste Gcldbedrängniß trug dazu bei, daß der neue Rath an und für sich schon und von vorn herein feindlich gegen die bei der Revolution Betheiligten,»och fsindlichcr und schärfer ge- gen sie vorging. Ein SchreckenSregiment mit Schwert und Fol- ter, in der Hand fiskalischer Habsucht, kam an die Tagesordnung. So viel, als dazu nöthig war, hatte auch unter dem Fürsten- regimeote der Rath noch an Gewalt; im Gerichte war ihm der Rechtsspruch, und außerhalb deS Gerichtes das grausame mittel- alterliche Recht deS Gebots und Verbots geblieben. Alle, die beim Einzug der Fürsten fich nicht in der Stadt befanden,»ur- den r.lS AafrLhrer behandelt, welche Gut und Blat verwirkt ha- 1 (jifasijungen, insbesondere der erlaß de: Zwnngkarbeft, wtqsielen. Petent führt eus, daß, so ehreueoll die irciw'lligc Ärbnc, so entehrens die Zwang«« arbett sei, und es gewiß ungerechtfertigt sei, dieselbe politischen Gefangenen gegenüber nicht als Straf«, soudrru al» Befferungsmittel zu verwmbe»; auch schreibe ja da» Sttasacietzbuch nur vor, daß»ie mit Gefängniß Be- straften beschäftigt werden Minen, nicht, daß fie beschäftigt werden müssen. Der Hinweis auf de» Ilmstaad, daß er einst Buchbinder gewesen, könne wicht durchschlagen, da er seit etwa sechs Jabreu publizistisch thätig fei. Ob er fich seine Borbildung auf BilduugSaastalleu oder auf imlodidaftischem Weg erworbensi-sel lediglich seine Sach.. So oft er vor Gericht gestaudeu» sei von dm öff-nNichm Anklägern und auch voa den Richtern seine Bildung al» erschwermdls Moment hervorgehoben worden; e» sei ein Widerspruch, daß man ihn nun, wenn e» sich»m Sirafvcrbüßung handle, zum einfachen Bnchbiudergcs-llen dcgradire. Endlich sei er auch iu der Wahl seiner Lektüre zu Unrecht bcschränit. Al» Mitglied eine» gesetzzebendc» Sörptr» habe er z. B. das lebhafteste Interesse, verschiedene Zeltunasstlmmen über Gesetz- entwürfe n. dcrgl. zu vernchmm; die Anstaltsdlr ektlou erlaube aber nur ein einziges Blatt." Seit Jahren treibe er Social-Orkonomie und solle daher Alle», was auf diesem Gebiet, gleichviel ob von Sociallstcu«der von Man« chestermännern veröffentlicht werde, zur Kenutnlß nehmen; dem stelle sich aber die AnstaltScensur entgegen. Petent glaubt hiernach hoffen zu dürfen, daß der Reichstag schleunig dm Reichskanzler zur Anordnung dl« geeigneten Maßregeln auffordern werde.— Den Berhandlungen, welche in der PetitionSkommlssion in den beiden Sitzungen vom 12 und vom 14 Januar 1875 über diese Petition statt« fanden, wohnten die Herreu Abgeordneten Dr. LaSkcr und Windthorst, welche die Petition, ohne jeden Ausdruck derselben fich anzuelgsen, über- reicht hatten, sowie als Kommissar des ReichSkauzleramtS der kaiftrllche Reglcruugsrath Herr Aschenbora bei. Letzterer beantwortete zunächst(zu 1 der Petition) eine an ihn gerichtete Anfrage dehin, daß über den etwaigen Erlaß eines StrafvollzugSgesctzcS, bezw. über die reichSgefetzliche Regelung der Behandlung sogenannter Poll« tischer Gefangener seitens der R-ichSregierung eine Entschließung bisher nicht getroffen fti WaS sodann(zu II. der Petition) die Beschwerden deS Petenten übe» die Ihm persönlich widerfahrende B-haubluna betreffe, so sei mit dieser das Reichskanzleramt gleichfalls noch nicht befaßt gewesen. Eine Verletzung reichSgesetzlicher Bestimmungen liege nicht vor und werde von dem Be- schwerdciührer anch nicht behauptet. DaS ReichSlanzlcramt habe indessen dem königlich preußischen Herrn Justizministcr von dcm Eingänge der Pe« tlon Kcnntniß oezeben und von diesem mehrere auf die Angelegenheit be« züzlichc Schriftstücke mitgethellt erhalle». Aus Grund derselben sei Iu that« sächlicher Beziehung zu bemerken: „Herr Most hat eine neunzehnmonatlichc Gcfängaißsirasc, zn weicher er wegen öffentlicher Beleidigung und Vergehens gegen oic öffentliche Orb« nung rtchtikrästig vernrthellt war, am 13. September v. I. in ber Stadt- Voigtei hierfeibst angetreten. Am 13. Oltober v.J. wurde er, wie bei den zu längeren Freihelrssiraieu Bcrurth-ilten üblich. In da« Strafgefingulß bei Berlin— am Plötz-ufte— übergeführt und dort alsbald noch der Ankunft dem Oberinspektor vorgeführt, um rivcr Beschäftigung nnd Abthciluug im Gefängniß zugewiesen zu werden. Er verlangte hierbei, Ihm 1. unter gänzlicher Entbindung von mechauischen Beschäftigungen die nnzehilldcrte Fortfetznvg srluer gewohnten lfterarlschcn und pu- bliziftischen Thätigkeit, 2. innerhalb der zulässigen Grenzen Selbstbeköstigung, 3. nnbeschränkt bi- Lektüre der seine politische, d. h. die social-dcmo« Iratischc Richtung verttctenden Zeitungen und Zeitschriften, 4. da» Tragen seiner eigenen Kleider uod 5. Einzelhaft zu bewilligen. Während dieser Verhandlungen kam dir D'rcktor de: Anstalt zufällig hinzu. Ihm gegenüber begrünbrtc der Petent fefac Anttägc damit, daß«r zu Unrecht»erurtheilt, so«ie daß er-in politischer Glfongener und als solcher zur Selbfibeköstignng und freie« Wahl ftiner Beschäjtigung berech- tigt sei. Auf da» Unzutreffende dieser Unterstellungen hlngewiefen, bemerkte er im Laufe de? weiteren Gespräches, es treffe ihn hier also die gleiche Stiafe, wie-inen Dieb»de« sonstigen schlechten Kerl, woraus der Direktor erwiderte: „Ich kenne nur ein- G-sängnißstrafez übrigen» ist Ihre Handlungsweise unter Umständen gefährlicher für die Interessen der Gesellschaft, rn» die That eines Diebes oder KörperverletzerS." Den oben zuletzt erwähnteu Wünschen deS Petenten— Tragen eigener Kleider und Einzelhaft— wurde demnächst vom Direktor entsprochen, die übrigen aber ablehnend beschieden. Ja gleicher Weise entschied anch die im Beschwcrdcwcae angerufene BufsichtSkommisston für da» Sttafgesängniß bei Berlin am 17. Oktober v. I. dahin: zu 1. daß die Bcschäst'gung d:S Beschwerdeführers mit einer dem ur- sprünglich von ihm selbst erwählten LedenSberufe entsprechenden Ardeft nicht gemißbllligt»ad eine Abweichung von der Regel dcS K 37 der Dienst« und Hausordnung sogar in seinem cigeneu Interesse nicht gestattet werden könne, well nach dem Gutachten des AnstaltSarztcS eine leichte mechanische Beschäftigung seinem leiblichen und geistigen Wohlbefinden ungleich förderlicher sein werde, als eine ausschließlich wisserschosiliche und publizistische Thätigkeit; zu 2. daß auch der Antrag, Ihm auf Grund de« ß 29 der Dienst- und Hausordnung die Vergünstigung zu gewähren, sich aus der An- stallSkllchc eine für Ihn besonder« zubereitete bessere Kost beziehen zu dllrseu,— abgesehen davon, daß e« der Küche an Voerich- tungen zur Bere lung besserer Kost fehle,— schon deshalb für unmotivirt erachtet werben müsse, weil nach dcm Gutachten de» Anstaltsarztes die nach der Beköstizungsordnung zulässige leichtere „Mittelkost" der Konstitution und dem ErnährungSbedürfnissc de» Antragsteller« vollständig entspreche; zn 3 daß-s endlich mit dcm Straf- und Besserungszwecke der wider ihn erkannten n-uuzehnmon-Illchen Gefängnißstrafe völlig unvcr« einbor sein würbe, ihm während der Strafhaft die Lektüre gerade derjenigen Zeitungen und Zeitschriste» zugänglich zu machen, deren politische Richtung ihn schon wiederholt in Konflikt mit dem bin. Viele waren nur, weil fie Luther und seiner Lehre an hin« gen, geflüchtet, als der zurückgekehrte altgläubige Stadtadel m.t dem streng altgläubigen Herzog Georg siegreich iu die Stadt kam. Weil lutherisch, wurden sie als aufrührerisch behandelt, ohne alle Rücksicht darrtis, daß der Kurfürst von Sachsen nnd der Landgraf von Hessen ja selbst der nenen Lehre offen zogethan waren. So wenig Schutz hatten selbst die, welche gleichen Glaubens mit diesen beiden neuen Schirmherren der Stadt waren, von den Letzteren. Die Art, wie fie die evangelische Stadt Mühlhansev, um fich in die SiegeSbeute zu theilca, dem andersgläubigen Her« zog Georg preisgegeben hatten, überließ ihre Glaubensgenossen den Maßregeln zvm L,ser, welche der katholische Rath, gehctzt von dem übrigen Stadtadel, durchführt«, und für welche er den Herzog Georg znm Borwaad»nd zum Beistand hatte. Durch die schreienden Thatsacheu von der großen Härte die- ser Maßregeln, die fie wenigstens mittelbar mit herbeigeführt hat» teu, augenscheinlich überzeugt, konnten diese Fürsten eS kaum vom katholischen Rath erlangen, daß er wider die F'üchtigeu, welche nur um deS Glaubens willen geflohen waren, die persönliche Ber- folgung aufgebe um den Preis der Hingabe ihres ganzen oder ihres halben Vermögens au die Stadtkasse. Gegen die, welche bei der Volksbewegung vor» daran waren, behielt fich aber der Rath dennoch die persönliche Verfolgung vor. Mit dem Verkauf des Eigenthums wurde so geeilt, daß kleine Häuser für ein paar Gulden auSgeboteu wurden; aber die Stimmung war so, daß große und kleine Häuser zum Theil keinen Käufer fanden, so niedrig fie auch der Versteigerer aufthat. Iu wenig Monden hat die Reaktion ans allen Punkten gefiegt. Strafg>sche gebracht habe; daß Ikm j-dour»ollste» Wonne Erwacht, ond seine Qual sich bricht! O komm', erwache auf vom Schlummer, Wend' hin Dein Aug' zum neuen Licht! Weicht doch vorm Scheine je Dein Kummer Der Sterne, der erblaßten, nicht! Dich schuf Natur io Liebikiarheit, In Freiheitlust so schön, so mild: So sei nun auch in That und Wahrheit Der Lieb' ond Freiheit heil':«» Bild. Ass der Na»g- uud Qvartierliste. Der Leser wundert fich vielleicht über die Ueberschrift und fragt: WaS haben wir mit der Rang- und Qnarlierlift« zu thun? Nau, der Inhalt wird es zeigeir Es ist ein sehr lehrreiches Kach, daS vor nnS liegt, 936 Seiten stark und im letzieu Jahre erschienen. Der Titel dcS Buches ist:„Rang- und Qrartierliste der kömglich preußische» Armee und Marine für dsS Jahr 1875." Eg ist herausgegeben„mit Gcoehmiguog Sr. Maj-stät dcS KS. n'gs* und von der köaiglicheu geheimen KriegSkaazlei redigirt. Schon der Titel ist bezeichueud. Es giebt also eine preußische Armee, zu der aber, wie man auS dem Inhalt ersteht, auch die der vorddeutschra Staaten, mit Ausnahme BrauuschweigS und der Großherzogthümer Hessen und Baden, riuzerechuet werden. Eine„preußische" Wariue, glaubten wir, gebe eS überhaupt nicht mehr. Interessant ist daS Verhaltn'.ß zwischeu a'lizen und bürger- lichen Offizieren. Wir finden d�ort: Geveral-Feldmarschälle.. Generale...... Genrral-Lieutenams... General-Majors.... Obersten von der Jafantcrie O?erstlieutenontS d. Jafaat. Majors der Infanterie.. Obersten der Kavallerie.. Aeiammt- Summe 11 50 69 147 169 128 489 64 Adlige 11 50 68 128 138 87 310 59 Bürgerliche 0 0 1 19 31 41 179 5 Pcozent- fatz der Bürgerl. 0 0 1'/. 13 18'/, 32 362/z ?'/. Unter den sömmtlichm Stabsoffizieren bilden die bürgerlichen also 317� Prozent, also uoch nicht ein Drittel. Dieses Verhält- »iß erscheint aber»och schroffer, wenn mau steht, daß unter de» 130 höhereu Generalm fich nur ein bürgerlicher befindet. Die Gesammtzahl der Generalität besteht anS 277 Personen, darunter 20 bürgerlich«; also etwa 8 Prozent der sämmtliche» Generale find bürgerlich, während unter den übrigen Stabsoffizieren fich nahe 37 Prozent bürgerliche Offiziere befinden. Wollte mau selbst unter»er Generalität alle Prinzen fortlassen, welche zum großen Theil wohl nur nominell in der Armee fungire»(theil- wisse ober doch wohl immer im Etat mitzählen), immerhin wären »och Tum 10 Prozent der Generale bürgerlich. An diesem Brr- höltnisse wird auch kaum etwas geändert, wen» man den bürger- lichen Generalen die Wenigen zuzählt, welche erst später geadelt wurden. Auch bei den nicht zur Geueralilät gehörigen Stabs- osfizieren erkennt man, daß in dem höhereu Rang fich die Anzahl der bürgerlichen Offiziere verringert. Unter den Obersten befinden fich 23 Prozent,«nter den OeerfilientenautS 34 Prozent, unter den MajorS aber nahe 42 Bürgerliche. Man sieht hieraus, daß, wenn auch unter 100 Offizieren mehr alö die Hälfte Bürgerliche die Befähigung zum Lieutenant befitzt, sie doch zum weiteren Avancement viel geringere Fähigkeit besitzen,«lS die adligen Oifiziere, ein Beweis mehr von den Vor- zügcn, welche daS blane Blal besitzt. Am fähigsten find die Bür- gerlichen uoch im Ingenieur- und Artilleriefach. In den 114 angeführten Jvfaoterieregimenteru giebt rS nur 17 bürgerliche Kommandeure, in den 70 Kavallerie: egimenteru nur 3 bürgerliche Kommandeure. Ganze Regimenter giebt es mit uur adligen Offizieren; bei der Garde ist dieS fast Regel, nur auSuahmS- weife findet man Bürgerliche. eine eigene„Vermahuuuz und Waruung vom znluderte», zucht- und ehr- verwegenm pludrichtru Hofen truftl". *(Eine heitere Scene in ciuem Trauerspiel.) Zünasi führte «ine Schaufpielertruppe in der Ortschaft«zt..Zstva» bei Bat« in Usqaru da» hiswrische Trauerspiet„Die Geschichte de» h. Stefan" a!« erste Bor- stefhug auf. Da»„Hau«" w-r»allständig besetzt und viele unter denZn- schauem Kochten zum ersten Ma. in einem Tdeater sein. Da» Teanerspiel »ahm ruhig seine» Berlaof. al» plötzlich in'der Scene,»l» die Mörder mit gezücktem Dolcht ans Koala Stefan l-Zstürzen. eine Scha« Bauern. weide, anf der Galerie enssetzlich zu schreien avfiugm:„Jesu, Mari«! sie ermordeu ihn!" Diese unerwartete Scme amüsirte den größten Theil de« Publiknm» mehr al« da« Trauerspiel. *(Mittel gegen Gardinenpredigten.) Ein amerikanisch-« Journal bemerkt, daß ein Mann, welcher pfeifen kann, fich vor der größten An-lgeafcrtigkeit seine, Weibe« nicht z» fürchten braucht.— Wa« kann e« auch Aergerlichere» und Eotmothlgendere» für die Frau gehe», al» fort« wahrenb ein sorglose« Pfeifen zu vernehmen, während sie auf'« Eifrigste bemüht ist, die mvralischeu Munzel ihres Gatten in helle« Licht zu setzm! Shewänner, die ihr e« nöthig habt, versucht e»! Ihr werbet niemals wie- der eine Garbiueupr-bigt hören. Daß die Fähigkeit, zu pfeifen, von der gütigen Matter Natur mit gutem Borbebacht verliehe» ward, geht daran» hervor, daß st- ungleich vertheilt und dem weiblichen Geschichte in der Regel versagt ist.(Roch bessere Dienste leistet und geradezu unfchlbar wirkt eine hölzerne Pfeif«; je gräulicher die ihr entlockten Töne, desto rascher ist der Erfolg, namentlich, wenn Madam- mufikalisch zu sein meint i). 3t) Vermischtes. •(Lange« Studium.) Im 16. und 17. Jahrhundert wurde da« Slndent'uleben bei Denen, welche die Mittel besaßen, auf«lüe»lel längere Reihe von Jahren auSg:dihnt, al« h-ntzutaze. Sieben, acht, zehn, zwölf Jahre Student zu sein, war nicht« Ungettöhuliche«. E« gab aber wahre Ungchener von bemoosten Häuptern, wie jener Heinrich Oel, der 1638 al« Leipziger Student starb, nachdem er gerade 199 Jahre alt geworben. *(Den größten Wortschatz unter allen Dichtern) zeigt Shakespeare. Cr gebietet über 15,999, während selbst ein Dichter wie Milton dl»« 89C0 Wörter gebraucht, und nach Max Müller ein sorgsältiger Lutor und Redner r« anf 19,999 bringt. *(Hosruteufel.) Ein- der uafionigsten Erfindungen, welche die Mode je gemacht, warin die Pluderhosen, wahre Ungeheuer von Beinklei- der», die am die Mitte de» 16. JahrhnndertS aufkamen und namentlich von den Landsknechten in'« Fabelhafte erwefttrt wurden. Fabelhaft ist ge« wiß nicht zu viel gesagt, wenn mau erfährt, daß 69, 89, ja 139 Ellen Zeug zn solchen Plubrrhosrn verwendet würben. Die Geistlichkeit jener Zeit hat gegen diese tolle und geschmacklose Berschwendmig unzählige Pre- digten gehalten und der Brandenburger Hosprcdiger Masonln« schrieb sogar „Pionier". Organ der socialistischeu Gewerkschaften. Erscheint jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat. MonsementSpreiS: Vierteljährlich 1 Mark 20 Pf., monatlich 40 Pf. Bestellungen sehmen alle Postaustalteu des dentschen Reiches und die Expedition, Berlin 30., Waldemarstr. 56, III., entgegen. Ja den Ortes,»o fich 10 Aboonevten und darüber befinden, beziehen diese den„Pionier" am billigsten durch gemeinsame Bestellung bei der Expedition, der Adr. Kapell. Bei solchen Be- stelluogen tritt eine PreiSermäßignoz von 40 Pf. auf 25 Pf. pro Monat, event. von 1 Mark 20 Pf. anf 75 Pf. pro Qaar« tal, ein. Briefkasten. Anonyme Einsendungen, Aufragea o. f. w. können nicht be- rückstchtigt werden. Ich ersuche den Partelgeuoffen Wilhelm Schneider, Schlosser in Berlin, wegen dringender Berhältniffe umgehend um seine Adresse. R. W-rnick aus Berlin, z. Z. in Elberfeld. 888, München. Sie werden fich dem�I 15 de» B. B-G. fügen müssen, den», wenn auch Preuße, so verpflichtet Sie Ihr gegenwärtiger Anfemhalt, sich der bayerischen Gesetzgebung in Bayern zn»zterwerfen. Für d'e ausgesperrten Eigarrcuardrlter BrauuschweigS gingen ferner ein: durch Ehr. Lndeeassm in Kopenhagen 33 Mark 71 Pf.;»e. 47 Mark 19 Pf.; durch E. Plawbeck»on den Lüvecker Maurer» 12 Mark; durch Fr. Reinhardt in Stranßsnrt 3 Mark. Allen Gebern frenoMich-n Dank. Der Strike ist stegreich deenbet. Bericht folgt. Mit s»c.-dcm. Gruß F. Hosch, Wcabcnstr. 45. Der Maurer Max Peitsch, gebürtig an« Berlin, wird aufgefordert, dem Unterzeichneten seine Adresse znkowmtn zu lassen. Sollten Parteige- nosstn dieselbe kenne», so bitte ich, üilr dieselbe mftjutheileu. Ernst Weigelt. Meine Adresse ist jetzt: Neustadt, Holstein, Hochchorstraße. Briefe in Partclangelegenhrtten find ebenfalls an meine Adresse zu richten. Joh. Helnr. Haß. Libner. Barmstedt. Die Adr.sse ist einfach: I. H. Born, Elberfeld. Alle Briefe für Boruheim find, wie folgt, zu adresfireu: Tarl Gerlach, Gilahrus.rstc. 120, Bornheim bei Frankfurt a. M. Gcrlach in Boraheim. System der erworbenen Rechte können Sie nicht bei uns habe». Julius Horn in Hamburg. Muß e'n dauernder Halbinvalide noch zu den miliiärischeu Santrolocrsammlungen? Ist er überhaupt, wenn er deor- bert wird, verpflichtet dazu?________ Berlin. Oesie»tUchr Versamml«»gell: SavnabWd, den 6 Febr., Ad. Ilde. im Gratwell'schcn Lokale, Kommandanten straße 77—79.(Oberer Saal.) Ref.: Herr H. Röbigcr. Dienstsg, den 9. Fe r., Abends 8s; Utzr bei Göttel, Andreasstraße 26. Referent: B Küster. Jedermann �at freien Zutritt. Für zahlreichen Besuch der Bersammlnugeu muß gesorgt werben.___[2,00' Sonnlag. dr.l 7. Febr., Vötlell. Vatmlitaxs IN lldr, im großen Saale Sophieastr. 15. Große Oeffentlieche Bersammluan deS social-demokr. Wahlvcreinö. Vortrag be« ReichStagSargeocdnetcn Geib Geschichte der Arbeiterbewegung vor Lassalle. Jedermann hat freien Zntri t.— Zu recht zahlr. Besuch ladet-in D. Äwst 12,99' Versauimlung des Berliner Zimmererbvudes. Montag, den 8. Fediuar,«beadS 8 Ahr, bei Herrn Bogel, Alexauderstr. 3!. Bortrag des Herrn Gennwltz. Dienstag, den S. Febr.. Abends 8 Uhr, bei Earins, Prinzcnftroßc 72, unweit de« Moritzplatzc», Vertrag di« Herrn Ringmanu II. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht ______ O. Kapell.[2,40] Bertiaer Maurer-B»»d. Oeffestliche VersaAmlusge« Dienstag, den g. Fedr, Aberld« 8 Ubr, bei Hrn. Lieber, Elsasserstr. 14/15. Mittwoch,»es 19. Fedr, Abends 8 übe, bei tariu«, Prinzenft». 72(oberer Saal). T.-O.: Bortrag des Unterzeichneten. Ber- schiedeuc« und Fragctasten. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht Will,. Lange[2,29] (ywfitl Monrag. des 15. Febr., «CCUIU. Abend« 8 Uhr. 12,29] In Kunze'« Salon, Elsasserstr. 9/19, Großer Ball, arraugirt von den Mitg/iedern der freien Krankenkasse der Schuhmacher. Eutrse für Heeren 59 Pf., au der Kasse 75 Pf., Damen 25 Pf. Kaffenöffn. 7 Uhr Karten bei Dolj, Berzstr 80, Schulz, ZIm- merstr. 23, Koglin, Rilrerstr. 35. Uebersch. zu wohlthät. Zweck. Gäste« llk. D. Tomitö. Empfehle reelle gute Ctgarreu eig. Arbeit. Philipp, kl. Drehbadn 39, Hamburg.[1,99] Berlin. Sopnabcnd, den 13. Februar, im„Hofjäger", Haseuhaide, isrüder Streltz), Großer Wiener MaskenbaÄ, arrangtet vom Berliner Zimmererbund. Hierzu werden sämmtliche Zimmerer und Parteigenossen tiageiadtii. Der Urbeeschuß ist zu einem wehllhätigen Parleizweck bestimmt. Da wir anf eine zahlreiche Betheiliznag Im Maskenkostüm rechnen kö ncv, macheu wir hiermit befanst, baß durch Bereinbarnng MaSkevgarderobe» aller Art 19 pCi. billiger zn haben find, und müssen Meldungen vi« spätesteu» M ttwoch, den 19. Februar, bei 4. Kap ll, Waldemarstr. 56, und bei dem Unterzeichneten, gegen Borzeignng de« Et» wwsbillkl«, gemacht werden. Anfang 8� Ubr. Entröe vorher für Herren 50, für Damen 25 Pf. 3l,i der Kasse für Herren 75 Pf. Die Pre se jür Maskeugarderobc sind von l vi« 5 Thlr. vom Garderobier Müller, Neanberste. 21. Billrt« vorher bei A. Kapell; ElSholz, Ackerst». 146; U-ckermaun, P'onierstc. 110.; Flülh, Gitichinerstr. 33, 2 Tr. rechts, und beim Untrrzrlchuet-n. Gäste können eingeführt«erden. 17,99] E. Würtcmbrrg, Teltowerstr. 34. Annonce n. Hamburg. VSii K' in. Tütge'S Salon, ValentinSkamp 41, Groß« Volksversammlung. Tagesordn.: Dentschiand» politische Parteien. — Res«.: Herr Breuel. Köster.[1,60] Hllmburg>"S;"jK'""' im Salon zum Rolpab, 1. Jakobstr. 19, Mitgliederversammlnug des A?g. d. Bau- and Erdaroeiter- Bereinö. T.-O.: VorstardSwahl. Wahl eines Fest- comitö'S zum Ball. Wegen der wichtigen Sache müssen alle Mitglieder am Platze f ein. Heins. s2,29' sHprfjtl Tleuitag, den S. Februar, sveuds 8 Uvr, Im Saßmann'scheu Laiale, Lclpzigerflr. 33, Mitgliederversammlung de« Berliner Schneider- Vereins. Tagesordn.: Abrechnung und Vorstandswahl. I.A.:». St oll er. Montag, den 8. Febr.. Abcods 8 Ubr. ebeadaselbn Vorstands versammlanz.[2,99] Alle müssen am Platze sein. D. O. O&oriiti Montag, de» 8. Februar., <7U.UU.»oends 8 llhr. inGratweil'S Lokal, Kommandanienstr. 77/78, Geueralvers. sämmtl. Schuhmacher. T.-O.: Da« Herabdrückcn der Löhne sei- teu« der Meister. Der neu gegründete Schuh- macherverein. Beschlußsosswig üder den ftfl. Heren Allg. Schuhmacherverein.[1,69[ Rarmflpt? Mittwoch, den l0. Febr. OUIUlveUl. AccndS 8 Uhr. bei Herrn Schultz in Barmbeck am Markt «eschl. Mitglieder-Versammlung des Allg. deutsch. Arbeiter- Vereins. T.-O.: Abrechnung Berschftdcncs.[1,29] Hamburg. im Lokale be« Herrn Thomsen(Orpheum), Neust. Ncustraßc 25, Oeffcntliche SchuhAachkr-Versammlsnk. T,-O.: Fortsetzung der Diskussion über den Vorschlag de« Herrn Jakobi. Wegen der Wichligkeil der Tagesordnung müssen alle Schuhmacher Hambnrq«, Meister und Geselle», am Platze sein. 12,89] A. Seidel, Gänsemarkl 38, _ MlttelhauS, 1. Etage. AamburgiAltona-Ottenfen. Die Mitglieder der Arbeiter-Kranken- und Strrbekasse, welche Mitglieder de« Altona-Hamburger UnterftttqungS- Vereins(früher Sterbckasse der vormali- gen Arbeiter- Unter stütznngS-BerbaudS-Aran- keukasse) werden wollen, können biS ZUM IS. Märzf d. I. ohne Eintrittsgeld auf. genommen werden. Der Borstand.[l,89] Altona. de« Sienstag den f. Febr.. Abends 8 Uhr. in Helnson'S Salon, AöhlerSplatz, Oessentliche Versammlung der Ball- und Erdarbeiter Altona'« und Umgegend. T.-O.: Gründung einer Mitgliedschaft Allgem. deutsch. Bau- und Erdarbeiter- Verein«. Ich ersnche namentlich die Altonacr Mit- Glieder, die im Hamburger Verein find, am Platze zu sei». Hefn�r. Schulz.[2,49] Barmstedt. im Lokale des Herrn Offermann. Oessentliche Lesestnnde.[9.89] Hohenfelde- Burgfelde. Soooabend, den 29. gebe, im Lüdscheul-aum bei Herr» Müller, Großer Fastnachts-VaU, arranglrt von de» Mitgliedern deS Älllgem. deutsch. Arb.-Vereiu». Saalöffnung T j Uhr. Anfang 8 Ubr. ______ Da« Somit«.[2,00] Nothenburgsott. Abend« 8H Uhr, im neuen Salon de« Hrn. W. Dionysiu«, Große Volksversamml. Tageßorbn.: Da« neue Lanbsturmgesctz 3.«:?. Godow.(160; HohcIufi.�-ÄTui1,;*"- im Lokale de« Herrn Geseke, Oeschlosseue Mitglieder-Versammi. des ALg. destsch. Arbeiter- Berems. TageSordu.: Bortrag und Besprechung eine« Feste«. Der Bevollm.[1,49] Bremen. bei Herrn Becker, Hankcnstr. 22, Großes Concert, au«aefLhrr vom G-song-Berein Lassallia. Eatrsc 29 Pf. Damen sri. DaS ComilS.[1,69] Bremen. Moitag, den 8. Februar, in ber„Tonhalle", Großer ArbsLterball. Hervenkarten, k 60 Pf., sird zu haben. (Siede Plakate.)— Anfang 5 Uhr. Für zahlreiche Betheilignug mid für die weiteste Verbreitung dieser Bekanntmachung zu sorgen, bittet Da« Tomit«. 12,99] Elberfeld.'"S im Lokale de« Herrn Honscheidt, Keschl. Mitgliederversammlung des Arbeiter-Wahl-Lereins. TageSordn: BerelnSangelegenheiten. Montag, 8. Febr., Ab-udS 7»Hr. im obige» Lokal, Abend-Unterhalwng, bestehend In Concert und-Ball, Der Borstang.[3,99] NltDKN Meinen geehrten Parteigenossen rmpfehlc mein Ithrmachrr- geschäft.— Für sämmtliche von mir gekaufte Uhren, sowie ans Reparaturen, leiste 2 Jahre reelle Garantie.[4,99] D. Ellinghausen, Uhrmacher Slexanderstr. 44, Ecke der LandSbergerstraße.____ Zum Hamb. 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