Nr. 20. Berlin, Sonntag, den 14 Februar 1875. 5. Jahrgang. Diese Zeitung erscheint dreima wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Abonnements-?reis: Für Berlin incl. Bringerlohn vierteljährlick prae- numerando 1 Rm. 95 l(Jf., monatlich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Ps; bei den Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 6V Pf., frei in'» Hau» 2 Mark. Areuzband-LbonnementS pro Quartal u. Eremplar: Für Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. • Niederlande und Belgien. 3- 60« - England und Frankreich. 4- 50« - Amerika(Berein. Staate») 5- 50- Bestellnnaen auf Kreuzband-Abonnement» sind nur bei der Expedition aufzugeben und müffen prae- numerando gezahlt werden. Nene« tMll Veiadllou u«i Erpcdltiou: Aerki», Oranienstraße Nr. 8, 80. Bestellungen werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spedir teur entgegengenommen. Eizenthm» der Lassallcancr. Inserate (nur w der Expedition aufzugeben) werden pro fünfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. BersammlungSannoncen die 5. gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. I n b a I t. W-lcke Klasse ist die Trägerin der Intelligenz? Die Budgetkommisston des preußischen Abgeordneten- Hauses. Politische Ueberstcht: Bismard's Eircnlardepesche.— Zum Tlvllchezif tz.— Die Orthodoxen in PrenZen.— Zum Kulturkampf in Bayern.— Ein ehrfmchtsvoller Gruß an den»ersten deutschen Arbilter". — Eugen Richter.— Camphausen. Korrespondenzen: Luckau.— Rendsburg.— Iserlohn. � Lü- beck.— Heide.— Altona. Ueber die Zeugcnhaft in Preußen. Voltaire. tFortletznng) Ileber die Todesstrafe. Vermischtes. Feuilleton: BarbeS und vlanqni und der Ansstaud von 1339. Welche Klaffe ist die Trägerin der Intelligenz? Diese Frage drängt sich uns stets ans, wenn wir die sal- bnngsvollen P'rasen der Arbeiterfeinde gegen das allgemeine Wahlrecht betrachten. Mit einer Uufehlbaikeit, welche nichts zu wünschen übrig läßt, behaupten da gewiffe Herrin, welche dem arbeitende» Volke so gern die politischen Rechte rauben wollen, daß die besitzende Klasse, oder wenigstens die sogenannte gebildete Gesellschaft, auS welcher jene Klaffe hauptsächlich sich zusammen- setzen soll, die Trägerin der Intelligenz fei. Unseres Wissens ist diese Redensart vom gutmüthigen Volke stets für baare Münze angenommen worden. Höchstens hat ein Lassalle bisweilen unserer Bourgeoisie den Spiegel der Wahrheit vorge- halten. Und daS Ergebt, iß dieser Selbstlobhndelet unserer söge- genannten Gebildeten ist daher für fie meist sehr erfreulich; sie werden gleich den Braminen Indiens vom Volke als eine Art höherer Wesen augestannt, und der Arbeiter, welcher stch durch diesen Glorienschein nicht täuschen läßt, jst jedenfalls schon zum guten Theil Social-Demokrat. Falsche Götzen wollen wir aber nicht anbeten; nein, fie wüssen hinunter von ihrem Post'.ment in den Staub der Ver- achtung, und so groß das Geschrei der Pciesterfchaar der Bour- geoisintelligenz auch Ist, onS soll eS nicht beirren, wir wollen das Kind beim rechten Namen nenne». Worin besteht denn nu« die Intelligenz einer Klasse der Tesellfchafi?— Wollen wir dieS unbefangen beantwortet, so müssen wir sagen: Trägerin der Intelligenz wird stets jene Klaffe der Gesellschaft sein, deren Bestr.oen und welthistorisch: Aufgabe eS ist, das Fortschreiten der Menschheit zu bewirken, also die Menschheit kenntnißreich'.r, sittlicher, glücklicher und brüderlicher zu machen, und die einzelnen Mitglieder die- ser Klasse werden alsdann ihre Intelligenz dadurch äußern, daß sie diese ihre Gesammtausgabe klar durchschauen und ihr Faf- sungsvermögen, sowie die geistige That'gkeit bewußt und eutschie- dm auf deren Lösung b'.nlenken. Nun wohl, welche Klasse bethätigt denn nun ihre Jatelli geuz in solcher Weise— die Machthabenbeu, die sogenannten Gebildeten?— oder die Proletarier, die man Ungebildete schmäht?- Untersuchen wir eS: � Was betrachten unsere so bildungSstolzen Wohlsituirteu also zunächst als Aufgabe ihr« Klasse bezüglich der Eatwick-lung der Menschheit? Pst gt ihr» Klasse wirklich die Wisseuschast, die gute Sitte, da» allgemeine Wohlergehen, die Berbrüdernug der Menschen?— Zum Lachen, wahrlich, zum Lachen ist schon allein eine solche Frage! Denn um den materiellen Gewinn und um die Allwacht des Kapitals dreht sich, wie j'.deS Kind dies wer- km muß, der gesummte Strom der Z-.it, so weit ihm jene Klasse ihren Stempel aufgedrückt hat. Die Wissenschaft ist zur milchen- dm Kuh deS Kapitals geworden, die Sittm find feil für Gold, Barbös«»d Vlanqni und der Aufstand don 1839. Wir wollen, so weit die nnS zu Gebote stehenden Qaelle« �ics erlauben, hier von zw-i der bedeutendsten Socialisteu Frank' reichs handeln, von welchen BarbeS an Seelengröße und Esel» wuth, Blanqui an Th tkraft und eiserner Beharrlichkeit wenige Männer feines Gleichen in der Geschichte aller Zeiten finden mag. Der rittcrliche BarbeS trägt nicht umsonst den Beinamen deS Bajard der R. Solution, und Blanqui kann ohne Frage als Alt. Heister der entschiedenen Socialistevpartei FrankriickS betrachtet Herden. DaS erste Erscheinen dieser Männer auf der politischen Arena geschah bei dem verunglückten, mit ganz unzureichenden Mitteln unternommenen Aufstande deS JahreS 1839, welcher die Errichtung der socialen Republik bezweckte; 1848 spielten sie, keidcr entzweit, eine große Rolle, und Blavqui'S ThätigHt im �ahre 1870 nach Barbe'S Tode ist allb-kaunt. Der Pariser Aufstaud deS Jahres 1839, welchen wir nach SioniS Blanc hier schildern, ward von einer kleinen Zahl Ver- schworen» in'S Werk gesetzt, als durch»ine MinisterkristS in Paris ollgemeine Erregung hervorgerufen war. In Paris bestand eine geheime Gesellschaft, deren Ansänge ans den Juli 1834 zurückgehe». Einig« Republikaner, welchen ble Nachtheilc aufgefallen waren, die die Oeffentlichkeit der Existenz für die Gesellschaft der Menschenrechte gehabt hatte, hatten im 3ahre 1834 den Entschluß gefaßt, eine neue Gesellschaft zn bil. bm, welche einen fast ausschließlich militärischen Charakter haben der unmäßige Reichthum ein» Hand voll Menschen erzeugt uameuloseS Masscneleud, uud nicht nur die Böller, sondern selbst die einzelnen Menschen zelfleischen stch in einem allgemeinen Kampfe, welchen der Egoismus, diese eiqzige allmächtige Trieb- feder deS modernen LebenS, entflammt. Mit einem Wort, der Fortschritt der Menschheit wird geradezu in Frage gestellt, die Unkultur wird heraufbeschworen durch die Prinzipien der Herr» scheuden Klasse. Wag aber von der Gesammtheit gilt, daS gilt nicht miuder von den Einzelnen, welche dea Stempel ihres KlassrnicteresseS stets auf der Stirn tragen. Wir brauchen kaum besonders dar- auf hinzuweisen, daß selbst tausend und abertausend Bourgeois dessen, wag mau im gewöhnlichen Leben unter„Bildung" ver- steht, gänzlich bar sind. Wer beim Diner Löffel, Messer und Gabel richtig zu führen weiß, wer ein Bischen con noblen Pas- fiouen— sei eS nun Maitiessenwirthschaft, Hetzi-lgd, Hazardspiel oder sonst etwas— und Moietändeleien zu verstehen meint, wer feiner Gedankenarmuth durch ein KonversationSlixikon aushilft; der meint, er habe die„Bildung" scheffelweise eingeheimst, und wenn er nur Goldfüchse genug springen läßt, so glanbt eS ihm die ganze W-lt, so uvfläthig und roh er auch seine ärmeren Mit- menschen behandelt und so fittenlos und jeden höheren Gefühls entfremdet er auch ist.— Aber sehen wir von diesem gar zahl- reichen„Pobel in Glacehandschuhen" ab und betrachten wir die bessir-u Elemente unserer„Gebildeten", waS finden wir denn da für Intelligenz? In der Jugend giebt eS Gymnasial- tildung, daS heißt, mit griechischem und lateinischem Kram wird daS Gehirn dermaßen überanstnngt, daß Ueberarbeitung wegen dieses veralteten PlnnderS alle gesunde Denkkrafc lähmt. Dann kommt ein UniversttätSstadinm, während deffen— eia rothhäutiger Jrokeese könnt: neidisch werden— der BildungSaspirant entweder die Gesetz: verhöhnt und Duelle auSficht, od» mit jäm- m rlich» Angst vor Gönnern und Vorgesetzieu mechanisch irgend eia„Broistudium" treibt. D»»gebildete Mann" endlich macht Gel» und wirft stch auf seine egoistischen oder Klassenintereff-n; von einer Aufopferung für höhere menschlich« Ziele, ja nur von einer Kenntniß derselben, ist so gut wie nie die Rede— daS materielle Interesse»stickt Alles, und selbst der in seinem Fach auf der Höhe der Wissenschaft stehende Gelehrte ist meist in allem übrigen Reinmenschlichrn eiu Stümper. Oder woh-r rübrt«S etwa sonst, um ein Beispiel zu citirev, daß bislang auf dem Gebiete der Nationalökonomie noch keiner nusn»„Gelehrten" den schlichten social-demvkratischea Arbeitern öffentlich Stand hal- teu konnte?— Kurz gesagt: WaS sich„gebildet" nennt in der Gegen- wart, ist aller Intelligenz bar; die Bourgeoifie ist weder alS Klasse fähig, die Menschheit zum Fortschritt zn bringen, noch ver- stehen ihre einzelnen Glieder im Mindesten daS, was noth thut. Also daS Proletariat ist die Klasse der Intelligenz? Ganz gewiß! Und wenn ein gelehrt sein wollend» Pinsel darvb die Nase rümpft und vi-lleicht höhnisch auf so manche in tiefst» Noth und Unwissenheit stampf, gleichsam thierisch dahinlebenden Arbei terkreise hinweist— nun, dann geben wir ihm zur Antwort: daS sind Menschen, welche durch Schul) d» b-steheudea Gesellschaft so ausgewachsen sind, daß ihr Geist niemals Anregung fand und deshalb stumpf dlieb; aber eS fehlt nur der göttliche Funkr, der fie zum Klassenbewußtsein»wecken kann, und alsbald wird ihre Intelligenz erwachen; der Geist deS Proletariats ist eben noch unverdorben, also fähig, Intelligenz zu zeugen; der Geist der Bourgeoisie ist ab» kastrirt. So sehen wir denn, daß das Proletariat, trotz»bärmlichstcr Schulbildung und von seinen Feinden verbreitet» GeisteSnacht, so bald nur seine Jatelligeuz rege wird, auch seine Aufgabe als Klasse voll und ganz erfaßt. Der SocialiSmuS begreift die und der'.a Anfühnr bis zum Tage des Kampfes unbekannt blei- ben sollten. Jeder Theil der Verbindung, der nur auS 6 Mit- gliedern bestand, erhielt den Namen Familie. Fünf oder s-chs Familien, die unter einem Anführer vereinigt wurden, bilderen eine Sektion und zwei od» drei Sektionen ein Viert:!. Die Anführer deS Viertels waren dem revolutionären Ag-nten unter- geordnet, eiaim Mitglied» deS geheimnißoollrn AuSfchoss S, welch» die Verbindung leitete. Man hatte MuuitionSvorräthe und fie worden im VoranS vertheilt; ein schlechtes System! Denn eS veranlaßte nicht nur gefährliche Mittheilungeu, sondern entflammte auch die Verschworneu zu einer Kampfeslust, die zu ihrer Auf» lösuvg führeu mußte. Dennoch entwickelte fie stch anfangs ziem- lieh rasch. In den ersten Monaten deS JahreS 1836 zählte ste 1200 Mann uud unterhielt mit zwei in Paris garuisonirend-n Regiment«» wichtige Einverständnisse. Aber die Polizei wurde. aufmerksam: HauSsuchunzeu führte» zur Entdeckung wichtiger Ge- Heimnisse und zur Verhaftung der Anführer; nach einem verfehl- ten AufstaudSversache entzweite stch die Gesellschaft. Von 1836 bis 1837 wurde eine Reorganisation unternom- wen; die Gesellschaft der Familien bildete stch in die Gesellschaft der Jahreszeiten um, und auf dea Borschlag Martin Bernard'S wurde beschlösse»: ersten?, daß zu nubestimmtea Zeiten Muste- rungrn, bald an einem, bald an einem andern Orte stattfinden sollten, wodurch man in den Stand gesetzt werden würde, die Mitglieder zu vereinigen und euSeinandergehia zu lassen, ohne daß fie wissen könnten, wann und wie der entscheidende Schlag geführt werden solle; zweitens, daß, wenn die Gelegenheit zum. Kampf gekommen wäre, die Munition aaf dem Wege der auf- seS In fich; der Triumph vou Msseuschaft und Sittlichkeit, wahr» Nationalreichthum, Gerechtigkeit, Völkerverbrüderung und Ver« uichtung deS Egoismus— das Alles schließt die Idee deS Proletariats in fich. Und zlühmd begeistert für eia so hohe» Ziel, ist es daS Proletariat, das die Erhebung der Menschheit alS seine historische Aufgabe begreift. Wie daS Proletariat, so auch der einzelne Proletarier, dem der SocialiSmuS die Intelligenz«weckt hat!— Möge eS ihm an Kenntnissen noch so sehr gebrechen, die Hauptsache, welche dem trägen Professorengehirn daS Ei deS ColombuS ist, erfaßt er leicht, und das einfache, aber unendlich wichtige Ziel, nach welchem die Menschheit streben muß, um frei und glücklich zu sein, wird vom gesunden Geist deS arbeitenden Volkes daher am leichtesten begriffen und am wackersten erstrebt. DaS ist wahre Intelligenz!— Und diese Intelligenz, fie tragen in fich die verachteten Männer der Arbeit, daS socialistifche Proletariat!— Politische Uederficht. Berlin, 12. Februar. * DI« Budgetkommission deS pxeußischcn Abgeordneteu- Hauses beschäftigt fich eingehend mit dem Erat des HandelSmi- nifierS. Die dafür eingefetzfc Gruppe besprach sich am 8. Fe- brnar üb» das Institut ver Fabrikinspektoren. Darüber brivgt die„Deutsche R.-Corr." Folgendes: „Seitens des RegierungSkommissarS wurde auf die Nothwendigkeit dieser allgemeinen Einführung ver« wiesen, und namentl'ch heroorgehobe», daß eS Aufgabe dieser Be» amiea sei, müsse, auch darauf z, achten, daß für die Arbeit» auch in sanitärer Beziehung Sorge getragen werde. AuS diesem letzteren Grande würde es fich daher empfehlen, für diesen Posten u.meutlich Aerzte zu wählen, welche wegen der ihnen innewohnenden E-fahrungm die greignetfiin Maßreg-ln»greisen könnten, etwa vorhandenen Mängeln abzuhelfen. Von Seiten der zum HandelSstande gehörige» Mitglieder der Gruppe wurde dem entgegen gehalten, daß eine allgemeine Einführung deS Instituts der Fabrikinspektoren doch bedenklich erscheine oud leicht eher Nachtheil, olS den gehofften Vortheil»zielen könnte. Ebenso könnte man fich der Anficht nicht anschiießen, daß zu dem in R.de stehenden Amte Mediziner mit Vortheil zu verwenden seien. DaS eigene Interesse der Fabrikanten gebiete eS schon, die Einrichtanzen in ihren Fabrikräumeu, so viel alS dieS mit dem Fabrikationsbetrieb sich vereinbaren lasse, so weit alS thuulich, den gesnudheltlichen Bedürfnissen ihrer Arbeiter anzupassen, denn einem jeden Fabrikanten müsse daran gelegen sein, so wenig als möglich einen Wechsel iu dem Arbei- terpersoval herbeizuführen, waS allerdings unbedingt geschehen würde, wen e die Arbeit» in Folge der gtsnudheitSgrsährlichell Anlage der Fabriträume häufigen Krankheitsfällen ausgesetzt wür- den. DaS Institut der Fabrikinspektoreu sei für gewisse Verhält« nisse vollkommen am Platze, aber nicht überall anwendbar.— Die Frage wi-d, wie wir hör-n, noch deS Weiteren bei der Ple- narberathung d-S Etats im Plenum zur Besprechung gegangen." Die preußische Regierung ist hier in ihrer Auffassung ent- schieden viel„arbeitersrenudlicher", als die Liberale».— Wenn«. gleich vir von dem Institut der Fabrikinspektoren nnS nicht viel bei den heutigen Berhältuissen versprech-n, wo die Kapitalmccht alle Beziehungen beherrscht, so ist�der Borschlag der Regierung, Aerzte zu Fabrikinspektoren zu verwenden, jedenfalls ein guter, da die Aerzte auß. ihrer b sserm Bcurtheilung der Fabrikräume auch dnrch ihre unabhängigere Erziehung mehr Garantie gewahrt», daß die BestcchungSkünste an ihnen abpralle», mehr Garantie nämlich, als au Leute», die entweder beim Militär ooer in der stäuvischen Kolonnen niedergelegt werden solle, so daß ste eist im Augenblicke deS Kampfes vertheilt würde. Im Jahre 1838 wurde die Fabrikation von Patronen bei Raban, Graveur im PalaiS Royal, entdeckt, und dies war nicht die einzige Benachrichtigung, welche der Zufall der Regierung zn Theil w-rden ließ. Aber wann würde das Signal gegeben wer- den? Welche? war die Zahl jener unbändigen Kämpf», deren Schwert« iu der Fiusteruiß zu glänzen schienen? Im April 1839 zählte die Verbindung 1000 Manu in ihren Reihen; ste hatten 12,000 Patronen; die ihr selbst unbekannten Anführer waren Armand Barles, An edler Charakter, von ritt« lich» und Helden- müthig» Gefiuunvg; Martin Bcrnard, eiu stark» Kopf, voll Muth; Blanqai, der unermüdlichste aller FreiheitSkämpf»; Guignot, N6tr6 uud Meillard, aafopfernde und feurige Naturen. Die Verschworenen wurden während der Pariser MinisterkristS von Ungeduld bewegt uud wollten kämpfen; fie Härten stch ausgelöst, wenn mau nicht zu den Waffen gegriffen hätte. Der Ausstand wurde beschlossen. Man versammelte unter dem Vorwande einer Musterung, ohne doß die Einen von dea Andern wußten, alle Abtheilungen in der Nähe elneS Waffen- magazinS und vertheilt« auf dem Platze die Flinten und Palro- neu, deren voreilige Bertheilong daS Komplot verrathcn haben würde. DaS Magazin von Lepage galt für eins der am besten versehenen in PariS; eS bot außerdem den Bortheil, daß eS an einem Ceatralpankt belegen war; eS wurde zum BersammluvgS- pnnkt gewählt; mau verschaffte stch in der Umgegend zwei Nieder lagen, und die letzten Tage wurden auzeweudet: von BarbeS, die Anführer aller Grade in den verschiedraeq Straßen zu ttUbcttn Ktrivaiinnzeiatriere allzn sehr zum ,D'eAln" erzogm wordm sind.— Daß die liberalen Fabrikanten sich dagegen weh- rcn, daß sie ihre mit„Humanität" vermischte Selbsthüife sogar zur Zeit der heutigen Krifls avy'ceisev, ist allerdings bezeichnend als der Ausfluß domiuireukr Frechheit des Kapitals. Nur an einer Stelle find die Herern Fabrikanten des Ab- gesrdaetenh ufls offen, so offen, wie man eS nur irgendwie ver- langen kann— sie sagen, daß die Fabrikanten überhaupt durch ihr eigenes Interesse veranlaßt würden, ihre Fabrikräume soweit den gesundheitlichen Bedürfnissen ihrer Arbeiter anzu- passen, alS sich dieS mit dem Fabrikbetrieb vereinbaren lasse. Herrlich! Köstlich!— Wenn eS sich aber nicht mit dem FabrikSbetrieb, mit der Kapitalausammluug vereinbaren läßt — dann, ja dann müssen die Arbeiter in dumpfe», nngesurdeu Räumen ihr Leben vertrauern mit siechem Leibe und krankem Geiste! Welche große Anbetung deS Gottes Mammon! Halleluja Ihm für immerdar! Welche Offenheit!— Wenn j tzt nach sol- cher Erklärung von Seiten der Abgeordneten die preußische Regierung ihr« Anordnungen zu Gunsten der bessere» lieber- lvachung der Fabriken zurückzieht, dann macht sie sich mit schuld'g an dem Arbeite relend, an dem langsamen Absterben dieser armen Menschen, denen Licht und Lust sthlt bei ihrer doch schon so kümmerlichen Lebensweise. Sonst wird eS der preußischen Regierung gar nicht so schwer, den Widerstand deS Abgeordnetenhauses zu brechen, und dies ist geschehen bei Fragen, wo das Wohl deS BolkeS gerade nicht durch die RezierungSmeinung gefährdet wurde— jetzt kann die Regierung etwas, wenu auch nur wenig, für einzelue Arbeiter- kategorien thun. Wird sie eS thus? Oder wird der Götze Mammon wieder siegen? Berlin, 13. Februar. Auf die bekannte Cirkulardepefche deS Fürsten Bismarck, Lie Plipstwahl betreffend, haben die sammtlichen Erzdischvfe und Ätschvke Deutschlands eine Kollektivantwort erlasse», deren Ein- druck auf die Katholiken Deutschlands der Art sein wird, daß dcr Widerstand derselben gegen die„Kulturkcmpfer� bis zur äußersten Spannkraft und mit ausdauernder Zähig- keit fortgesetzt w'rd. Der Schluß des Schriftstückes aber lautet: „Als rechtmäßiger Vertreter der katholischen Kirche in den unserer Leitung anvertrauten Diözesen haben wir das Recht, zu verlangen, daß, wenn eS sich um die Beur- theilung von Grundsätzen und Lehren unserer Kirche handelt, man uuS höre, und so lange wir nach diesen Lch- reu und Grundsätzen unsere Handlungen einrichten, dürfen wir erwarten, daß man uns Glauben schenke. Indem wir durch gegenwärtige Erklärung die ia der Cirkalard-Pesche des Herrn Reichckanzlers euthrltenen uorichtigen Darstellungen der katholischen Lehre berichtigen, ist eS keineswegs unsere Ab- ficht, auf die weitere» Ausführungen der Depesche in Betreff der künftigen Papstwahl näher einzugehen. Wir fühlen uuS aber verpflichtet, gegen den damit versuchten Angriff auf die volle Freiheit und Unabhängigkeit der Wahl deS Oberhauptes der katholischen Kirche, laut und feierlich Einspruch zu er- heben, indem wir zugleich bemerken, daß über die Gültigkeit der P pstwahl jeder Zeit nur die Autorität der Kirche zu ent- scheiden hat, deren Entscheidnuz jeder Katholik, wie in allen Länder», so auch ia Deutschland, rückhaltSloS sich unter- werfen wird." � Wo ist da die Erschlaffung der Ultramentanen in dem „Kaltmkampf", die der Liberalismus in widerlichrr Se'.bstberau- fchung fortwährend ausposaunt.— BiSmarck'S Nerv usysiem wird aber durch rke solche cmrzische Antwort keineswegs„auf- gebessert" werden. Di» Spitze des Civilehegesctzes in Deutschland richtet sich nicht gegen die Ultramontanen, sondern hauptsachlich gegen die„frommen" Evangelischen— man hat daS allerdings wohl r icht gewollt, aber die Thrtfache ist da, die uns auch wahrlich nicht uuarigenehm berührt. Die protestantische Orthodoxie, gegen welche keine Jesnitengesetze, keine Pnestergefetze existire», ist miu- destenS für die BolkSanfklSruag ebenso schädlich, alS der UltramontaniSmuS.— In MifsionSkreifiu, so tönt nämlich ein SchmerzenSschrei der„Elberfeld« Zeitung", hat sich durch Einführung deS CivilehegesrtzeS ein« eigenthümliche Schwie- rizkeit herauSg-stellt, au welche wohl Niemand bei Berathung deS G-fttzeS gedacht hat. Es ist nämlich!u einigea unserer MissienS- gesellschaftea Gebrauch, vorzugsweise verheirathete Missionare auszusenden, Wohl auS dem Grunde, weil man von dem Einflüsse deS christlichen EhelebenS gute Folgen auf die Heiden erwartet. Starb nun einem solchen Missionar während seines Anfenthnlts im fernen Lende fe�ne Frau, so war eS Sitte, ihm aus den weib« lichen Erziehungsanstalten dieser MissionSgesellschaften eine Frau nachzusenden, welche ihm hier vor der Abreise per prooura ansuchen; von Martin Bernot, Gnignot, Meillard u. s. w., um Sie Oertlichketten gründlich zu stndiren und um die Läsen zu de- zeichne!», iu welchen man sich einstweilen aufhalten konnte. Um Jcraogen hinsichtlich der Wohnungen und verdächtigen Zusammen- rot ungen zu vermeiden, richtete man an jedes Mitglied, welches man zum Kampf für geeignet hielt, ein BervfungSfchreiben mit spezieller und bestimmter Angabe. Welchen Plan wollte mau be- folgen? Der von Blarqui angegebene bestand darin, ia die Polizeipräfektur einzudringen und sich iu derselben wie in einer Cttadelle zu verschanze». ES war Alles vorher berechnet, wie ' viel Brücke» man zu besetze» hatte; wie viel Barrikaden man er- richten mußte; welche Dicke sie erhalten mußte», um sie gegen die Schüsse gewöhnlicher Kanonen zu schützen; wie viel Menschen auf jeden Paukt gestellt werden mußten. BarbeS«endete dagegen die freiwillige Jsolirnvg in der auf einer Seiaeiase! liegen- den Cits ein, wo keine BolkSmaffe war, die man iu Bewegung setzen tonnte, die Schwierigkeit, in der Zeit zwischen dem Signal und dem Augriff Barrikaden zu erbauen, die noch größere Schwie- rigteit, mit bewaffneten Verschwörern, welche ihrem Wesen nach uudiSzipltnirter sein mußten, regelrechte ManeuvreS anSzuführen. Der vorgeschlagene Plan wurde aber angeaommen. AlS eine an das Volk zu erlassende Proklamation zur Sprache kam, wollten BarbeS und Martin Bernard nicht mit ihren Namen hervoiirtteu; aber die Ehre, stch offen und nnwidirrnflich bloß zu stellen, machte Eindruck auf ihre muthigea Gesinnungen, und sie gaben Unterschrift in Aussicht auf drn möglichen Erfolg, während ms Fehlschlagen allem Anscheine nach die Aussicht auf pxa Dod-ar. getraut wurde, durch«rlchen Akt die Ehe als vollgültig abge» schloffen galt. Bsr einigen Wschw unn sollte von hier auS'.hae junge Dame einem Missionar als seine Gattin nachgeschickt werden, doch wollte sich natürlich kein Standesbeamter dazu ver- stehen, ia Abwesenheit deS Bräutigams Aufgebot und Eheschließung vorzuaehtnen. In den betreffenden Kreisen herrscht große Auf- reguug und man strengt steh an, ein Mitt«! zu finden, um den alten Brauch aufrecht erhaltea zu können, r— Das glauben wir, daß stch unter de» Pfaffen„große Aufregung" ei» stellt, wenn sie keine„junge Damen" mehr zugeschickt bekommen. Großer Sieg der Orthodoxen iu dem„kulturkämpferlichm" Preußen— so wird auf der ganzen Linie gemeldet. Z)aS Ober- tribntial hat nämlich in einem Prozeß gegen dea bekannten„Kul- turkämpfer" und Schriftsteller Paul Lindau entschieden, daß er Ii Tage Gefängmß abbüßen müsse, weil er rff.ntlich den„hei- ligen Geist" beleidigt habe— dieS involvire eine GstteS- lästeruog. BiS jetzt haben wir immer geglaubt, man könne nur Personen beleidigen— ist der„heilige Geist" nun eine Person? Ist der heilige Geist ein lebendes Wesen? Nach dem diulschen Strafgesetzbuch und dem preußischen Obertribnual allerdings. WaS sagt dazu der Israelit LaSker, nebenbei Grsetzgeb« und Kulturkämpser? AuS München wird zum„Kulturkampf" Folgendes ge- meldet: Wahrend der in nächst« Woche beginnendeu Schwnrge- richtSfaifon, werde» die Anklagen gegen sieben Redakteure wegen Beleidigungen je. durch die Presse zur Verhandlung gelangen: gegen Dr. Sigl(„Baterland), Julius Lang(„Geharnischte Briefe"), Geis«(„Zeitgeist"), Forster und Meyirhofer(„Volks- zeitung'), Klesstsger(„Neue VolkSzeituvg"), und Strub!( ,Südd. Post").— ES giebt wohl lein Land, wo sich„hochgestellte" Personen so leicht beleidigen lüssen, als Deutschland. * Der Reichskanzler Fürst Bismarck erhielt, wie der„Rh� C." berichtet, bei der am 30. Jannar begangenen Fei« zur Her- stellaug der tausendsten Schnellpnsse in der Maschinenfabrik der Herren Klein, Forst und Bahn Nachfolger in Johannisberg a. Rh. nachfolgendes Telegramm von dort:„Die zur F-i« der Herste!. long der tausendsten Schnellpresse in der hiesigen Maschinenfabrik versammelten F stgtnossen und Arbeit« senden dem größten ihrer Zeitgenossen, dem ersten deutscheu Arbeiter, ihren ehr- furch tSvollen Gruß." Der Fürst sendete uachfolgeude Aut- Wort ein:„Deu Theilnehmera au d« Fei« bei Herstellung der taiesenosten Schnellpresse, sage ich für deu freuudlichen Gruß meinen verbindlichsten Dank. v. Bismarck."— Wir wundern uns nur, daß der Dank nicht unterzeichnet ist: von Bismarck, Arbeiter. � Der bekannte fortschrittliche preußische Abgeordnete Engen Nichter wird wezea einer Budgetrede, die er im Abgcordmtiu» hause geh alte», von der amtlichen„Provinzial-Corrispoudeuz" gelobt; er habe seine Wünsche und Bedenken mit großer Mäßigung vorgebracht.— Geheimer Rath Michaelis II.?! * Der„Braunschw. Volk freund" bringt ans d«„Social- politischen Korrespondenz" deS social- kouscrvativen Herrn Rn« dolph Meyer üb« die bekannte Rede deS Herrn Finanzmimst«� Camphausen nachsteheode Bemerkungen:„Die Piystokraten, immerhin ganz gelehrte und wissenschaftliche Leute, haben ihr« Zeit den Satz aufgestellt:„ArmeS Land, armer König". Herr Camphausen, ein notorisch bisher sehr glücklich« Finauzminister, odschou nicht g«ade Chef ein« anerkannten wissenschaftlichen Schule, wirft durch seise Praxis den alten Ausspruch derPiysio- kcaten über den Hausen. Ja skia« berühmten Budzetredc vom 19. Januar rühmt« in einem Athem den blühente» Znstand d« preußisches StaatSfinanzen, während er gleichzeitig bemerkt, daß 6,447,631 Personen ia Prenßen keine Klassensteuer bezahlen, weil ihr Einkommen nicht die Summe von 140 Thalern erreicht. Da kann man wirklich sagen, eS heiße jetzt:„ArmeS Volk, rei» ch« Finanzminister." Ein Land von 24 Millionen Seelen, in welchem üb« 6 Millionen selbstthätige Personen, die sonst steaer- 1 pfiichtig wären, steuerunfähig sind, weil sie noch nicht 140 Thlr. ' JahreSeia kommen haben, ist sehr arm zu nennen, und wem seine Finanzen noch so brillant wären. DaS Aogenmerk der Re�ie- rung müßte dann vor allen Dingen dahin gehen, diesen 6 Mil- livnen mehr Berdimft zu schaffen. Daß dies beabsichtigt wird, läßt die Rede deS Herrn Camphassen nicht nor vermissen, sonder» er stellt im Reichstag« sogar die Herabsetzung der Löhne alS nothwendig dar, daS heißt,« sieht eine Vermehrung d« 6'/, Millionen Steuerunfähigen voraus und erklärt sie sogar als ersprießlich für die Entwickelnng und Leistung?- fähigleit der- deutschen Industrie. Diese Avschanung hat wenigstens den Reiz der Neuheit an sich." Die Stunde war gekomme«. Am 12. Mai um 3'/, Ahr rückten die Mitglieder der Sektionen in die Straße Bourg-l'Abb6. Der Ruf:„Zu den Waffen!"«tönte plötzlich und wurde vom Echo weithin getragen. Die Thür des WaffeuhändlerS widerstand allen Schlägen; ab« einige Verschworene drangen durch ein Fenster, welches nach dem Hofe hinausging, in dasselbe ein, und die Thür, welche dem Audräogen von Innen und von Außen nachgab, öffnete sich dem Strome der Hereinstürmeudcn. Man vertheilt die Flinten und die Patronen, man begiebt stch nach den MuaitionSniederlagen, und während Barbis, Meillard, N6tr6 in die eine eindringen, begeben Martin Beruard und Gnignot stch nach d« andern. Beide Unternehmungen hätten von gleich« Dauer fein müssen; ab« da die zweite dnrch nicht vorauszusehende Hindernisse verzögert wurde, so fanden BarbeS und Meillard auf der Slraße, wo Blanqui zurückgeblieben war, nur Berwirrona, Mwhlostgkeit und Unorduung; und die» war in solchen Augen- blicken sehr begreiflich od« vielmehr unvermeidlich l Allgemeines Murren und allgemeine Verwünschungen«tönten:„Wir find verrathen! Es ist kein Plan da! Wo find die Anführer? Der Ausschuß soll sich zeigen!" BarbeS trat zn den Heftigsten, und nach einem hitzigen Auftritt, ähnlich dem, welchen die Antwort Martin Bervard'S:„Wir find der Ausschuß", charakterifirt, gelang eS ihm, wieder Ordnung zu erlangen. Die Lage war indeß peinlich. BarbeS sah ein, daß« den Kampf beschleunigen müsse, ohne die Bereinigung aller Streitkräfte abzuwarten, und gefolgt von ein« Handvoll Menschen begab« sich nach den QuaiS. Die Kolonne überschritt schnellen Schrittes die Brücke Notredame, den Qsai-aux-FleurS und langte beim Posten des JustizpalasteS Lackni, 1. Februar.(Prozeß.) Ja dec Sitzung d.-s kSalgliche» SrclSgettchtS»urdca die Partilzenoffen Tuchmacherge-ellc Schütze zu 30 Mar! Geldbuße, event. 10 Tagen Gefingnlß, der Gerb-rgesellc Höse z« 12 Mar«, eveut. 5 Tagen Gcfattgsiß, der Tnchmachcrgrs'll? Margraf zu 15 Mark, event. 5 Tagen Gefärgriß, und Gerderzeselle Schurlch" zu 15 Mail, event. 5 Tagen Gc'ättza ß, zu KIrchham, wegen Bergeh-n gegen da» BerciuSzeletz vernrtheilt und zu oleiches Zelt die deflnltlve Schließung d:S Bllg. dcmsch Arb-Berela» für Krchhaitt ausgesprochen. Rendsburg, 9. Februar.(Tin interessante» Srken»iu!ß.) Am 2Z. Jan. voelgen Jahre», am Tage der Nachwahl zum deutschen Reichs» tag-, Im 7. SchleSwig-Holsteli schen Wahlkreis-, war ich im Wahllokale zu Krummenwichs, um dcr Wshl mit be'z:woh»en. Am Wahltische saßen der st'llvcrlretende Wahlvorsteher und zwei Beisttzer, und an einem anderen Tische vi r Landlente beim Kartenspiel. Ich setzte mich ans einen abseit? stehenden leeren Siuhl und crkiärte, als man mich nach meinem Begehr fragte, ich wollte der Wahlhandlung mit beiwohnen. Bald darauf k em der Wahlvorsteher, Pächter Möck von Möglin, auf mich zu mb besahl mir, da» Lokal zu»erlassen. Ruf mcluc Weigerung zog er mich vom Stuhle und versuchte, wich gewolesam ans dem-vahttokalc zu eutf-rnen. Hieraus verklagte ich den Pächter Möck wca-u öffentlicher thätlicher Beleidigung und erkannte das königliche Ant?glricht In Klel am 9. Juli vorizeu Jahre», „daß dcr Angischnldigte, Pächter Möck von Möglin, wegeu thätlicher, öffent- lich zuaefüztir Beleidigung de» Kläger» zu einer cvcnt. m'» 4 Tagen Ge« sängniß abzubößtnden Geldstrafe von 12 Thlrn. in Gimäßh it de»§ 135 und 200 bc» Str.-G.B.,§ 509 der Str.-Pr.-O., sowie zur Traguug der Kosten zn verurtheileu sei." Wenn die Strafe auch meine» Erachten» nach nicht hoch genug ist, so komme» di, Gerichtikosteu von wenigste..» 3 Ter- mineu, in dene» der Pächter Möck jedesmal durch einen Advokaten vertre- ten war, doch auch noch hinzu, und wird er deshalb ein andere» Mal sich wohl besser In Acht nehmen und auch wohl die Worte de» Eeienntniff!» beherzigen,„daß der Angeklagte als Wahlvorsteher b-ssnder» verpflichtet «ar, da» G-setz zu kenne» und sich jcdcr ungesetzlichcu Handlung zn ent- hrlteu." Hier hat der Ausgang dcr Seche d'e Parteigenossin natürlich sehr gefreut, denn wir sahen doch, daß im» die Bclwohnung der Wahl wohl giwallsam verhindert werden kann, daß c» aber doch noch Wege giebt, zum Recht zu gelangen, und habe ich mit der Mitthcilnng de« Vorstehenden nur dezhalb so lange gezögert, weil ich erst da» gerichtliche Eckcmitnlß in Hän» dcn haben wollte, welch?» mir auf mein Verlangen erst vor Kurzem zuze- gangen ist. I. Roß. Iserlohn, 10. Fcbrnar.(An die Parteigenossen in Preußen.) Es ist mir nicht möglich, die vielen Anfragen über da» B-rhalten von Parteig-noss-a zn beantworten, welche bestraft worden find. Da, wo srll- Herr Mitglieder de» Allg. deutsch. Arb. Vereins als„Zweig-" oder besondere„politische Veeelne" betrachtet und zugleich diese sogenannten„Bereine" geschlossen worden find, Ist es uothweudlg, daß mau sich in Betreff der Bmheid'gutiz an die VcreinZleitung— die Briefe müssen an da» Sekre- tarlat in Bremen, Dcrosst, Fehsenfrld 10, gesandt werden— wcnde, da- mit die Vertheidigung überall nach gleichmäßigen Grundsätzen gesührt wird. DnrchanS unerläßlich ist e», stch mit der Vereinslcitnng in Verbindung zu setzen, wenn c» sich— wie gerade jetzt au einzelnen Orten— um die Frage bandelt, ob gegen ein Erkenntuiß zweiter Instanz(AppcllationSge- licht tc), durch, welches die in erster Instanz ausgesprochene Schließung eines sogenannten„B-rcinS" aufrecht erhalten wird, die Nichtizkeittbc- schwerdc an das Prcnß schc Obertribuaal erhoben werden soll oder nicht. — Wird eine sotchc, vielleicht mangelhafte Nichtigkeitsbeschwerde in ciuem einzelnen Fallt zurückgewiesen, dann ist diese Eatscheidnug de» höchsten Ge» richtshofc» für sämmtiiche Gerichte deS preußischen Staate» maßgebend, also auch für die endgültige, übrigens voraussichtlich erst uab Jahres zu erwartende Entscheidung über die defialive Schließung des Allg. dcmscheu Arb.-Ber-In». C. W. Tölcke. Lü'cck 2. Fcbruar.(Berich».) Am hcutizen Tage hielten wir eine sehr gut besuchte Volksversammlung ab, u«elchcr Herr Kamizanu an» Altona reserirte. Die Tagesordnung lautet«: Die E-twickclung de» So- eialikinu» und die Bereinigung der beide» social- deuuckratisches Arbciter- verelne. Iu Bezug aus die Bcreiuiguug beider Partelen wurde von der Bersamwluug folgende Resolution eiustimmig angenommen:„Da die Soeial-Dcmokratie absolut einstimm'g sei« muß, um die heute füt die Arbeiter blstehcndcn ungünstigen Verhältnisse zn äcderu, um die bi' j-tzt van bridin social-demokratischen Parteien betriebene Agitation plaeemäßig zu betreiben, um die agitatorischen Kräfte nicht gegenseitig aittzurelben, und um bei drn nächsten Reichstagswahlca durch die Konzcutrirnng aller social- demokratischer Elemente günstige Etsvlgc zn erzielen, erklärt die heutige BolkSversammlunz, thatkrästiz für die Bireluizunz der beiden social-demo- kralischen Berelae streben zn wollen." Herr Schwartz bctonte noch, daß eine Bersawmlang seitens der Gcwerbig-scllschast staltfindc, welche den Zwcck habe, den Mllt-lstand durch virrteljährlichc» Kreditg-brir zu ködern, diese» sei aber elu Strohhalm für den Mittelst ud, den die Konkurrenz loch vcrnichte. E. Ähren». Heide, 20. Januar.(Allgemeiner Bericht) Nachdem der Lind» wurm umgebracht Ist, macht ein anderer Sendlie-g des Bc ein» für liberale Volksbildung unsere Provinz onstcher. Es ist dl» der im„Neuen Social« Demokrat" deielt» grschiiderte Dr. Bensey In dir letzten Zeit hauste er hier in Dlihmaeschen. Bon Marn: an» wandte er sich an den hieflgen, von Social-Demo'raten beherrschten BildungSverci» mit dem Angebot, demse'- ben einen wissenschaftlichen Vortrag zu hallen, u d stellte eine Reihe von Thcmcn zur Auswahl. Dcr BildungSvereiu ging auf da» Auel bieten ein, jedoch weniger de» Benfcy'schcn Vortrags wegen(d-un wie kann ein fanler Baum gute Früchte tragen), nl» um zugleich ohne Mühe uad Kosten eine, uuserm Zweck dienende Bolk-versammlunz abzuhalten. ES wurde nun mit Herrn Benfe y verabredet, daß er, da die auf Sonnabend«nbcranmt- Versammlung nur bis 10 Uhr tagen durfte, feinen Bortrag über da» Ihm bc- zeichnete Thema,„Schulze und Lassille" so einrichte, dag auch noch ein Gegner sprechen könne. Obgleich die Erössnung der Bcrsammlung auf 7P Ubr anx.es.tzt war, erschien Herr Bensey doch erst um 8� Uhr, nachdem die Bureauwahl bereit» vorgenommen und ganz in uuserm Sinne ausgefallen war, uäml ch e» war unser Parteiführer Sachse erster Voisttzendcr. Auch unsere Gegner waren zahlreich crschl-uen. Bei dem Eintritt deS Herrn Benfly schicn n Letztere iud.ß z i stntzeu, eeun uach seinem Acußercu schien da» kleine feiste Männchen nicht viel zu versprechen, wcnizstcnS mußte mau sich einen Bekämpscr der Socieil-Demolra ie ganz ander« vorstellen. Allein er sollte ja mit dem Schwer:« de» Geiste» kämpfen, vielleicht wußte er dieö um s» wuchtiger zu schwingen.— Herr Bcufey begann rarer der gespanu« testen Aufmerksamkeit seiner Freunde— aber was nicht drangen ist, ist drinueu—; die stolzen Mienen der Gegner begannen allmäiiz sich zu ver« düster», die Mundwinkel zogen stch langsam hinunter und Gäynen trat ein. an. Der Offizier, der aufgefordert wurde, sich zu ergeben, ant- wortel:„Lieber sterbeul" kehrt stch und giebt das Zeichen, die die Waffen zu ergreifen. Zwei Flintenschüsse fallen aus dem Hansen der Velschworenen und der Lreuteuant wird tödtlich ver- wandet. Die Aufständischen greifen den Posten mit lebhaftem Gew-hrfiuer an und nehmen ihn unter Blutvergießen. Aber in der Zwischenzeit hatte die Polizeipräfektur Zeit gehabt, ihre Ver« theidiger zn bewaffnen. Die Kolonne von BarbeS und Meillard, welche zu schwach war, nm einen ernsten Angriff gegen die Polizei- präfeltur zn versuchen, und«eiche überdies durch Flintenschüsse benachrichtigt wurde, daß eine Abtheiluug der Aufständischen die Platz deS Chatelet erreicht hatte, suchte stch nnn mit der Abthei« lang zn vereinigen, zu welcher Gnignot, Martin Bernard, N£tt£ und Blarqui gehört. Viele hatten sich zerstreut. Die beiden vereinigten Kolonnen waren zu schwach, um dcn Platz zu besetzen. ES blieb also den Aufständischen nichts weiter übrig, als in den engen und bevölkerten Straßen einzudringen und ihre Bewaffnung dadurch zu vollenden, daß fi» alle Posten, die auf ihrem Wege lagen, entwaffneten. Diesem verzweifelten Entschlüsse gemäß wendeten sie stch zum Rathhause, das sie besetzten, und wo Bar- b6S die Proklamation mit fester Stimme vorlaS. Sie eilten hierauf uach dem Platze St. Jean, dessen Posten fie uach einem mörderischen Augriffe überwanden. Bon da ist die Maire de» siebenten ArrondissementS nicht wthr fern; fe eilten dorthin. Sie hofften, hier Waffen zn finden, aber diese Hoffnung erfüllte stch nicht, und fie gewannen nur die Ueberzeugung, einen unnützen Schritt gethan zu haben. (Fortsetzung folgt.) 51k rtitar.� uü3 d-m zegucrischku Sage» jagte mit, ihm hätten während de; LsrirageS fortaäSittnb die Sorte Fanst'S auf den Lippen geschwid!: Sitzt Ihr nur immer! Leimt zusammen, Branl ein Ragout au» And'rer Schmaus Und blast die tümmerlichea Flammen An« Euren Aichenhäufchen'ran«. Bewulld'rung von Kindern und Affen, Wenn Euch.srnach der Gaumen steht. Als Herr Benfey ein- Stunde geredet und in der Manier so vieler Herren seine« Schlages wie e n g lehrtet Esel ans L-issalle'S Grab sich um- hergetnmmelt hatte, die Grabschrist diese» großen Tobten, mit seinem Au»- Wurf beschmutzend, unterbrach ihr der irästdent, ihn an die vorgerückte Zeit und an sein Versprechen erinnernd. Allein Herr Benfey Prot stirte und meinte, er stehe erst in der Mitte seines Vortrages. Auf das Uube- gründete seine» Proteste» hingewiesen, verließ er, sich gegen die Bezeichnung „Referent' verwahrend, unter Protest die Versammlung. Laute» Gelächter erschallte ob dieser HauSwnrstiade. E»»Oed auch dem blödesten Gegner kTr, daß er nur an» Furcht vor der Oppofitwn«US der Versammlung stob. Wie thöricht: die Polizei, die ihm wohl oft in Roth und Trübsal beigestanden, sprarg herbei und löste, al» fein Gegner, unser Heinzel onj Kiel, da» Wort nehmen wollte, die Versammlung auf.— Wir haben a fo einen Sieg ohne Schwertstreich zu verzeichnen. Hatte schon Lindwurm durch feine mcncheßermäßigen Absurditäten unfern Gegnern die Suppe versalzen, so that die» Herr Bensiy erst recht Sollen wir nun noch ein Wort sogen über die Leistungen des Herrn, so können wir kurz sein: So anfgedunseu sein Körper Ist, so anfgedlaseu scheint s in Geist zu sein.— Andctn Tag» war ron Sachse wieder eine Bolksoersammlnnz anberaumt und Hr. Benf.y eingeladen; aber er erschien nicht, obgleich er noch im Orte anwesend wir. Herr Heinzel hielt einen gediegenen Vottrog über da» vorige Thema, unter Beifall der gesummten, stark besuchten Bersammlnna. Aber da», welchem Herr Benf.y sich hier durch seine Flucht entzog, mußte er in Wes- selbnren erleben._ Den vollen Kelch der N ederlage mußte er dort zur Neige leeren. Selbst die gegnerischen Blätter gestanden, daß solche Bersammte- fen ihrer Sache nnr schaden. W. Off. Mona, 1. F-br.(Zur hiesige» Wohnungsfrage.) Wie die Altonaer HauSwirthe g geu ihre Mielh-r vorgehen, zeigt folgender Vor« fall: Ich bin nämlich gezwungen, in nächster Zeit au» meiner bisherigen Wohnung auszuziehen, und richtete daher vor einigen Tagen meiu Augen- merk auf eine neue Wohnung. Da ich jedoch in Folge meiner Arbeiten nicht Zeit hatte, peesönlich mich mit den HanSbefitz-rn in Vetitudung zu s-tzeli, so sch-ckee ich meine Frau au», um einige Woh-wngen sich anzusehen. Das Resultat— mau höre und staune— war folgendes: Als meine Frau in das erste beste HanS eintrat, wo eine Wohnung zu vermiethm war, wurde ihr auf die Frage:„was treibt ihr Mann für ein Geschäfe", und nachdem sie gesagt, das eine« Cigarrenmach-.rS, die Autwoii zu Theil: „Eigarrerarbelter nehme ich nicht." N cht anders erging e» meiner Fran im zweiten Haufe, Hier wurde sie sogar nicht einmal eingelassen, als man hörte, daß Ihr Mann Cigarriuarb-Iter sei. Aus der dritten, vierten fünf- ten Stelle lautete ebenfall» die Antwort:„Elgarrenarbciter wollen wir nicht." Da auch verschiedereu andereu Kollegen, wie Ich erfahre, e'u Glei- che« Passir' ist, so bitte ich dieselben, mir MIttheilungeu zu machen, um fobanu in Stand gesetzt zu sein, den Arbeiteeu über gewisse„Herren" die Augen ordeutl'ch zu ösinm. Otto Lehr. U:ber die Zevgenhaft m Preußen. Bon I. D. H. Temme. lAns der„ Vo!k?zeltllng".) Der gem-ine deutsche Strafproz ß kennt eine doppelte UntersuchungS- Haft, sie„Sicherheit»- und die Kollufiousdaft"; beide sollen für die Zwecke der Untersuchung dienen. Durch die SicherheitShaft soll der Schuldige, vielm.hr der Angeschuldigte, gehindert werden, sich der künftigen Strafooll- Ziehung zu entziehe". Durch die Kollnsionshast soll der Angeschuldigte ver- hindert werden, seine Freiheit zu, Verdunkelung ocr Wahrheit und Erschwe- rung der Untersuchung zu mißbrauchen. Die Sicherheitsha't Ist in den Gesetzen begründet und durch die Zwecke der Untersuchung gerechtfertigt. Die Kollnsionshast ist lediglich ein Produkt des Willkürverfahren», das aus und mit dem I quisition'prlnzip aufgebaut ist«nd der JnquisitionZ- p'Vjiß genannt wird. Sie soll dem Nichter, dem Jtqnmnten, der von Amtswegeu die B.Weise her- eizufchafsen hat, sein Geschäft erlelchleru. Zu diesem Zwecke, uno nur zu Ihm, soll der Angeschuldigte gegen sich selbst dem Jtquireuten als ein Mittel in der Weise dienen, daß dieser ihn seiner Freiheit deranbcu darf; Willkür! eh; denn da» ganze JaquistlionSverfahren ist WMkür. Die Ungerechtigkeit der Kollnsionshast ist schon dauaeb Hat. Die Gesetze wissen nichi» von ihr. Die gemeinrechtliche Doltrin und Praxis bansen sich für sie auf die peinliche GerichlSordnung Art. 11; aber hier wird nur d.r Richter daraus aufmerksam gemacht, mehrere verhaftete Mit- schuldige in der Hast womöglich von einander zu tremun, damit sie nicht zu Unwahrheiten sich bereden. Die preußische Krlmlualordnung von 1805 tat dennoch die Kollnsionshast aistgenommen.„AUimal", befiehlt der§ 209,„wenn dir Richter die gegründete Besorgnlß hat, daß der Verbrecher(lall heißen: der Angeschnl- digte) seine Freiheit zur B-rdunkelmig der Wahrheit und Erschwerung der Untersuchung inißbrauchen werde, muß zur Haft geschritten werden." Das englische Rech: kennt keine Kollufionsbaft. In einem Staate, in dem die persönliche Freiheit etwas Werth ist, sollte man fie nicht kennen. Das Recht kann sie nicht anerkennen. Der Bequemlichkeit eine« Beamten darf die bürgerliche Freiheit nicht zum Opfer gebiacht werden. Die Praxis der preußischen Gerichte hat noch eine dritte Untersuchung»- hast erfunden. Sie findet statt gegen Z-uzen, die dem UntersuchungSrichier über den Gegenstand der Untersuchung keine Auskunft geben wollen oder die eidliche BelrSft gung ihres(abgelegten) Zeugnisse« verweigern. Dies muß rechtlich al« völlig ung h merlich erscheinen, und so wie e« von dir Praxis gchanlhab. wird, schwebt e» auch gesetzlich völlig In der Lust.— Die preußische Kriminalordnuuz schreibt vor:§ 312.„Weigert sich 3emonb, als Zeuge steh vernehmen zu lassen, so soll er dazu von seinem ordentlichen R chler durch Geld- oder Gefängn ßstrafeu aug-halteu werden." § 337.„Gegen diejenigen, welch:(in den nicht auSgeuommeneu Fällen) die körperliche Leistung de? Zeugnisses beharrlich verweigern, muß ebenso verfahren werden, als gegen»iejmiaeu. welche sich der Ablegung de» Zeugnisse» gänzlich entziehen wollen(ß 312)." In der Praxi» wird danach so verfahren: Der Zeuge, der sein Zeug« v'ß, deziehungsweise dessen eidliche Benästigung verweigert, wird, wenn seine vvrgcdrachteu Gründe für nicht ansreichend erachter werden, vermöge einer einfachen B rfügung deS Untersuchungsrichters so lange In Haft ge- halten, bis er seine Weigerung ansglebt. Man hat Beispiel., daß sine solche Hast ein Jahr lang gedau rt hat. In dem ganzen'Verfahren kann kein Recht erkannt, nicht der Sinn eine» Recht» gefnndeu werden. Eine solche Haft ist keine UntersuchungShast -mehr, die nur, zur Verminderung künstiger Gefahren sü« die Zwecke oer Untersuchung verhängt wurde. Sie Ist geradezu eine Strashast, eine Strafe für die Weigerung des Zeugen, fein Zcugu ß abzulege» oder eidlich zu be- kräftigen, also für eine von ihm begangene Haudlnllq. Hat ste daneben zugleich ten Zweck, den renitenten Zeugen zu einer Bufgebnng seiner Reni- lenz, also zu einer zukünftigen Handlung zu zwingen, so hat eine Strafe zu d-m Zwecke, Jemanden zu etwas zu zwingen, rechtlich etwa» so durchaus Anomales, daß eine Gesetzgebung gar nicht an fie denken sollte. Hätte gleichwohl eine Geletzgednng ste einmal semktionirt, so muß die gesetzliche Vorschrift darüber unzweifelhaft mit äußerster Beschränkung Ihrer Worte und ihre« Sinnes ausgelegt und zur Anwendung gebracht werden. Durch eine einfache Verfügung des Gericht« fie aussprechen, st- auf eine völlig unbestimmte Zeitdauer aussprechen, sie Jahre laug sorisetzen, bi» der Sinn de» Zeugen endlich mürbe geworden ist, oder die öffentliche Meinung, uicht blo« d-S Laude», sondern der clvilisirteu Weit, also da» allgemeine Rechts- bewußtselu ein verurtheilendes Verdikt ausgesprochen hat— da muß e» doch im hohen Grad: bedenklich erscheinen, noch von Recht sprechen zu «ollen! Findet jene Praxis denn aber auch einen rechtlichen Anhalt in den zi« tirteu Paragraphen der preußischen Kriminalordnung? Der Verfasser dieses Gesetzbuchs, der P äfidevt von Schlechteudol, war einer der Humausten und edelsten Männer Deutschland», er hat nie an eine solche Praxis gedacht. Betrachten wir da» Ge.etz näher. Sein Zeugniß vor Gericht abzulegen und eiblich zu bekrästige», ist eine allgemeine Bürgerpflicht, zu deren Erfüllung da« Gesetz anhalreu muß und überall anhält. Zunächst treten die Disziplinarmittel ein, durch welche dir Richter seine richterliche Gewalt überhaupt ausrecht hält. Fruchten sie nicht, so wird im bürgerlichen Prozeß, in dem es sich um das Mein und Dein handett, her renitente Zeuge der Partei regreßpflichtig, d. h. er muß dieser ihren Vermöge» schaden ersetzeu, dt» fie durch seine Reulteuz erlei- det; wobei gesetzlich augtNSMÄcn wird, er habe dasjeni e bekunden müssen. worüber er tum Zlilg-n rotgeschlagen war. Ueber diesen Regreßansptuch kann selbstredend der Richtet des Ptozesses, in dem da» Zeugniß verweigert wird, dikz'plinarifch nicht entscheiden. Die Entscheidung kann nur In einem besonderen ielbstständizen Prozeße durch den für diesen kompetenten Richter ersolgeu. Und so wird auch verfahren. Im Krimlnckverfahrea kann von einer AermögenSentschädigung, mithin auch von einem Regteßanfptuche nicht die Rede fein, muß also noihweudlg, in sofern, aber auch nur in sosern, ein and re» Verfahren staUffuden. Zunächst treten hier wie dort die richterlichen DiSzipllnarmittel ein. Haben ste keinen Erfolg, so hört auch hier die Gewalt de« Untersuchungsrichter« auf, und er muß Verfahren und Entscheidung über die Renitenz de» Zen- gen an den für diesen in UztersuchnngSsachen kompetenten Richter verweisen, der selbstständig zu Prozesstren und darüber zu befinden! at, ob de" Zeuge wirklich ohne rechtlichen Grund sein Zeugniß, die Erfüllung einer allzemeinen Bürgerpflicht, verweigerte, mithin renitent war und dafür zn bestrafen sei. So ist dnrch'.us konsequent die Vorschrlit im Z 312 der Pr. Krim.-O.: Weigert sich Jemand, al» Zeuge sich vernehmen zu lassen, so soll er dazu von seinem ordeutlichen Richter durch Geld- oder Gesängnißstrafcn ange« halten werden. Ganz klar und deutlich wird hier vorgeschrieben: Erstens: Der Richter der Unterinchnng. in welcher daS Zmzniß verweigert wurde, hat mit dem renitenten Zeugen gar nicht» weiter zn schassen, muß vielmehr alle» serme Berfahren gegen diesen an dessen videntlicheu, persönlichen Richter abgeben. Zweiten«: Dieser ordentliche Richtet soll den renitenten Zeugen wegen rechtswidriger Verweigerung de« Zcugnlsse» zur Strafe, mithin, da Niemand von stiuem Richten, ohne van ihm gehört zu sein, vir« urlheilt werden kann, zur besonderen Untersachunz zi hen. DaS Alle» ist, wie gesagt, ganz klar und deutlich in ß 31� der Krim.-O.»orgesch:iebiu. Hat der Paragraph dabei den Ausdruck, der Zeuge soll zn seiner Birnehm« lassnnz durch Re Strafe„angehalten werden", so ist da« allerdings ein ungeschickter Au«druck, durch den aber der klare Inhalt des Paragraphen nicht alterirt werden kann; er soll und kann i ur die Eratartnng aussprechen, daß der Zeuge sich nunmehr sllaen werde. Die Frage ist nur noch, welche» Verbrechen denn die Renitenz des Zeugen enihalte, für das er mit Geld« oder Gefäuguißstrase belegt werden soll? Im Strafgesetz ist u d war die grundlose Verweigerung des Zeug» Nisse« auch zur Z-it der Abfassung der Keim. O.(Allgemeines Landrechc) speziell nicht mit Sirafe bedroht. Sie könnte daher strafrechtlich nur als Ungehorsam gegen obrigkeitliche Befehle aufgefaßt werden. Aber auch diesen straft das A. L.-R. nirgends blas al« solchen, sondern nur, wenn er mit einer thatsächlichen Widersetzlichkeit verbunden ist; diese liegt bei der bloßen Zenzenverweigirunz nicht vor. Gegen! andslos wirb die Vorschrift des s 3l2 deshalb gleichwohl nicht. Die preußische G-sttzgebmig hat manche Strafvorschristeu, die auch nur analogisch, unter keine Strafveflim- mung de? Strafrechts im Allgemeinen Landrecht sich subsnmiren lassen, uame/llich gebör-u dazu eine große Anzahl von B-strafung-n für blo« nnzebllhrlich s G-bahren gegen Behörden. Zum Beispiel sollen Diejenigen, w.lche Vorstellungen n chf teutlich fassen und schreiben können und solche für Ändere fertigen und schreiben, mit Gcfänguiß bis zu 8 Wochen bestraft werden; Allg. Gerichtsordnung Theil 3 Titel 1, Anhang s 441. Ferner: Gemeindedepntirte, die ihren Wohnort verlassen, um„bei Seiner König- lichen Maj siät oder dem Miuisterlnm— Persönlich zu suppliziren, sollen — mit Grsängniß bis zu 4 Wochen belegt werden". Derselbe Anhang § 443. In gleicher Weise Ist nun der s 312 der Krim.-O. aufzufassen. Er ist ein Strafglsetz In dem eigentlichsten Sinne de? Wortes; er bedroht eine bestimmte Handlung mit einer bestimmten Strafe Er benennt diese Strafe zwar nicht ausdrücklich, ollein sie wird zu einer ausdrücklich benannten durch den bekauuleu| 35 de» Landrechtlichen StrajrechtS(A. L.-R. II. 2i)). Dieser schreibt vor:„Wenn die Gesitz: eine w llkltrliche Strafe verordnen, so darf dieselbe nicht über G-iängaiß von 6 Wochen oder 50 Thlr. Geld- Kuß- anszedehut werden." Doktrin und PraxlZ sind stet» darüber einverstanden gewesen, daß unier der„willlllrlichen Strafandrohung" de» Z 35 jede völlig unbestimmte Strafondrahnng eine» Gesetz'« zu verst. h n sei, eZ muß also auch die Glrafandrohung de»§ 312 Kc■)0. darunter sall-n. Daß dic'er§ 312 übrigens als ei» eigentliches Strafgesetz, und nicht als eine DiSz'piiuarvorschckft angesehen werden muß, ergiebt zum Ueberflvß roch seine Vorschrift, die den renitenten Zeugen geradezu der Bestrafung durch seinen„ordentlichen"(pirsö ellchen) Richter überweist. Disziplinarg-- walt hat üb.r einen Zeugen nnr dir Richter, der ihn als Zeugen vernimmt; dieser Richter soll ihn aber n'cht bestrafen, er soll ihn dem ordentlichen Richter überweisen, der eben keine Disziplinargewalt über ihn hat. Dennoch werden In Preußen Zeugen, die ihr Zeugniß verweigern, gor durch eine Verfügung de« Jnquireuten Jahre lang eingesperrt, um sie zum Z-ugnisse zu zwingen. Also nicht zur Strasel Denn die Strafe ist nur die rechtliche Ahübnng für eine geschehene Handlung, für ein verübte» Verbrechen, hat aber in keinem Gesehbuche der civilistrtcn Welt den Eharak- ter eine» Zwange» zu einer erst noch vorzunehmend:» Handlung. Hierzu noch eine Bem-rkung. Ein preußische» Justizmlnlsterlalrescript vom 7. Februar 1815 stellt die Ansicht auf,„wenn in einem Gesetz e!u anderes Prädikeat(als„willkürlich") gebraucht und nicht zugleich auf den H 35 ausdrücklich Bezug gevommiu ist, der Richter an da« Maß der will- kürtichen Strafe(des§ 35) nicht gebunden" Ist. Die Ansicht ist unrichtig, wird auch von der Praxi« nicht befolgt. Wäre sie ob-r auch richtig, immer würde sich nur daran» ergeben, daß der Richter, aber nicht der Jnquirent, auch in dem hier besprochenen Falle ans eine mehr al» fechswöchentliche G-fängnißstrafe erkennen könne Kein Gesetz ermächtigt ihn jedoch zu dem Innerlichen Wideesp-uche, aus eine ihrer Dauer nach nndestimmte Strafe ja erkennen, die bis zu dem Tode eines Menschen währen kann, und nach der beste/enden Auffassung währen soll, eines Mensche», der zudem meist aus einem edlen Pflichtgestthle nicht anders handeln konnte oder zu können meinte, als er handelte! Der gemein- d-rnsche Strafprozeß, sagten wir oben, k-nne eine Haft gegen renitente Zeugen, um fie zur Ablegung deS Zeugnisses zu zw'nge», nicht. Daß die Pflicht zum Z-n-misse eine allgemeine staatsbürgerliche fei, ist auch in den Quellen vorgeschrieben, wie in Doktrin und ProxlS deS Gern. inen Recht« als unzweifelhaft anerkanrl; ebenso, daß dem Richter zur Erzwingung dieser Pflicht,„Zwangsmittel" zn Gebote stehen müssen, die Doktrin spricht dabei von Gelabnßen und Gefängniß, und In der Praxi» kommen diese zur Anwendung. Die gemeinrechtlichen geschriebenen Quellen schweigen aber von der Art der Zwangsmittel, nur die Novelle 90 Kap. 5 erwähn: ausdrücklich der Folter(Tormenta), die denn aiitd, so lange sin im deu-.schen Strafoerfahreu überhaupt bestand, al« ein ebenso bequeme» wie wirksames, sreilich auch grausame» und barbarische« Mittel, oft genug zur Anwendung aekommen sein m ag. Die Zeiten der RechtSinstiwtion der Fol- ter find indessen sür uns vorüber und seitdem helfen Doktrin und Praxi» fich mit Geldbuße und G-'ängn ß; allerdings willlürlich, und wie weit diese Willkür ging, zeigen die G-setze, die nunmehr In den ein, einen deutschen Ländern ergehen mußten, um Maß und Ziel in die Sache zu brln- gen. So verordnet das österreichische Strafgesetzbuch(von 1803) I.§375, der Zeuge solle„mit Geld- oder LeibeSstrafe zur Aussage verhalten wer- den." Die höchste Geldstrafe de» öst-rreichischen Strafgesetzbuches beträgt 900 Gulden, die längste Dauer des Arreste«(die hier unter LeibeSftvase verstanden wird) sechs Monate. Da» bayerische Strafgesetzbuch(von 1813) Act. 208 schreibt vor, daß der Zeuge,„wenn er die Ablegung de« Zeug- nisseS oder die Leistung-s Eide» ohne rechtlichen Grund oerwe-'gevt, mit einer Geldbuße von 5—50 Gulden, oder mit angemessener Gefängn ßstrafe belegt werden soll." Nach Art. 85 sollen 25 Gulden einer achttägigen Ge« jängnißsirafe glelchgehalten werden." Die bayerische Strafprozeßordnung vom 10. November 1842 enkhält ähnliche Vorschriften, jedoch mit dem Maximum einer Gefängnißstrafe von 14 Tagen.— Nach dem französischen Gesetze (Cocks d'iustr. crim. Art. 80) soll ein Zeuge, der auf die Ladung vor Gericht uicht erscheint, zu einer Geldbuße von höchstens 100 Franken ver- r.rtheilt werden und der Coda pen. Art. 236 bestraft den Zeugen, der eine falsche Entschuldigung seines Ausbleiben» vorbringt, mit G-sängniß von 6 Tagen bis zu 3 Monaten. Auf diese Gesetze berief sich zugleich die gemeinrechtliche Doktrin in der ersten Hälfte dieses Iah hundert»; Henke, Handbuch de» Kr.-R. IV.§ 96. Mittermaier, das deutsche Strafverfahren I.§ 67i Ausdrücklich bemerkt dabei Mittermaier, daß bei einer(sorig-fttzten) neuen Weigerung die Strafe nicht wieder eislretcn solle. Die späterer deutschen Strafprozeßordnungen wurden uicht schärfer; die württembergische schreibt Geldbuße von 5—50 Gulden oder Gelängniß bis zu 30 Tag-u vor; die badische Geldbuße bis 50 Gulden oder Gefängn ß bis zu 14 Tagen, in wichtigen Falle» bis zu 6 Wochen. Dem Allin gegenüger steht einzig und allein die preußische Gerichts- praxi» in einer exorbitanten Weife gegenüber! Daß fie keinem RechtSbe- «ußislin entspricht, kann wohl Niemand leugnen, auch der nicht, der fie sür gesetzlich sollte halten wollen; denn nicht jedes Gesetz Ist Recht. Kanu sie aber In dee That gesetzlich sein? Die Pr.« Kr.-O. Ist eine der human- sten legislatorischen Fortschritte ihrer Zeit. Auch Ihr§ 312 liefert den Beweis. Indem er vorschreibt, daß nicht der UntersuchungSrichier, sondern >r persönliche(ordentliche) Richter de» renitenten Zeugen gegen dieftn im Wege de- ordentlichen Strafverfahrens erkennen soll. Konnte in demselb u Paragraphen jene» Ausschreilen In Beziehung ans Sirafmaß und Straf- zweck ausgesprochen sein? Voltaire. (Fortsetzung.) Die Herrschaft d-r Priester konnte man nur erschauern,> wenn man ihre Sache von der der Könige trennte. Dazu fühlte fich Voltaire von Natur getrieben, und rS war daS erste Mittel, dessen er fich bediente. Der lange und unversöhnliche Streit der Kaiser und Päpste, Heinrich IV. ans den Knien vor Gregor VII., so viele Bürgerkriege au» ReligionSwuth, so viele von der Höhe der Kanzeln herab gepredigte Empörungen, die Verurtheilunz von KönigSsöhnen durch die Inquisition; die Beichtväter, die mächtiger waren, als die Faooritinnen, die sich zu gleicher Zeit der Gewalt der Fürsten und ihrer Seelen bemächtigten, die Erde im Namen deS Himmels in B-fitz nahmen und die Königreiche regierte!», wenn fie si: nicht in Verwirrung stürzten; die Jesuiten im drei- ßigjährigea Kriege; die Ligue; die KönigSmörder in der Mönchs- katte.... solche HülfSmittel bot die Geschichte dem Angriffs- plane Vvltaire'S. Er sammelte uud gebrauchte fie mit fa-chtbarer Geschicklichkeit.„Wenn die Mehrzahl der Könige," schrieb er an Friedrich den Großen, als er noch Kronprinz von Preußen war, „wenn die Mehrzahl der Könige den Fanatismus in ihren Stau- ten begünstigt haben, so thaten fie dies, weil fie blind waren, weil fie nicht sahen, daß die Priester ihre größten Feinde find. Giebt eS in der That in der Weltgeschichte ein einziges Beispiel, daß von Priestern die Eintracht zwischen den Herrschern und ihren Völkern unterhalten worden wäre. Sieht man nicht im Gegen- theil überall die Priester die Fahne der Zwietracht und der Em- pörung erheben? Waren eS nicht die PreSlyteriauer von Schott- land, welche jenen unglücklichen Bürgerkrieg begannen, der Karl I. daS Leben gekostet hat? War eS nicht ein Mönch, der Hein- rich III., den König von Frankreich, ermordet hat? Ist uicht ganz Europa noch mit den Spuren deS kirchlichen Ehrgeizes er- Ml? Bischöfe werden Fürsten und in der Folge Ihre Kollegen in der Kurfürstenwürde, ein Bischof von Rom wirft die Kaiser zn seinen Füßen nieder; find dieS nicht schlagende Beweise?" In solcher Weise bemühte fich Voltaire, die Könige gegen die Pfaffen aufzuhetzen. Auf der andern Seite bemühte sich Voltaire, zn beweisen, daß die Philosophen die natürlichen Berbündeteu der Könige wä- reu. Er, der alles gegen die Priestermacht wagte,, konnte fich nicht entrüstet genug äußern üblr„den Elenden, der verrückt ge- nug ist, eine Schmähschrift gegen einen König zn schreiben." Man kann aaoehmen, daß, wenn er im Konvente gesessen hätte, er sich heftig der VernrthMmz Ludwig'? XVI. widersetzt haben würde. So predigte Voltaire, nach dem Beispiele Lather'S und Cal-/ via'S, zu gleicher Zeit die Empörung gegen die geistliche Autori- tät und die Unterwerfung unter die weltliche Macht. Revolntio- när in der Religion, wollte er nicht, baß man eS auch in der Politik sei; und er beharrte in dieser, seinen Plänen übrizenS so förderlichen Inkonsequenz in gutem Glanbev; denn er führte ge- gen seine Freunde, gegen seine Eingeweihten, geze« dir Vertrau- ten sein r geheimsten Gedanken immer dieselbe Sprache, als gegen die Könige. Er schrieb an d'Llcmbert:„Man hatte nicht geahnt, daß die Sache der Könige die der Philosophen sei; indessen ist es llar, daß die Weisen, welche zwei Gewalten nicht ennehmtn, die ersten Stützen der königlichen Würde sind." Der Plan war klar entworfen, die Geschichte kam ihm zu Hülfe. Voltaire hatte das seltene Glück, daß seine Ideen stets durch die Ereignisse unterstützt wurden. Während er für sein Jahrhundert dacht», handelte sein Jahrhundert für ihn, und zum Beispiel setzte zu derselben Zeit, zu der er den Fürsten znrief, den Theologen wegen ihreS herrschsüchtigen Fanatismus und ihrer Ränke nicht zu trauen, ein theolozisdnr Kampf Paris in Flammen. Dieser Kampf war düster uud watheutdrauat. Er setzte die Leidenschaften in ein« Bewegung, die nicht wieder aufzvhalten war. Er bedeckte die religiöftn Parteien mit Schande und Spott. Er setzte die Könige in Unruhe im Sinne der Absichten Bol- taire'S. Er entfesselte in Frankreich deu Zorn einer geheimen, uuentrinubaren Presse; vnd indem er die königliche Macht und die Macht des Parlaments gegen einander hetzte, beschlennigti er die Revolution, in we'chcr die eine wie die andere untergehen sollte. Wir kenneu die Sitten der hohen Geistlichkeit, ihre weltliche Pracht ihren Reichthum, ihre leidenschaftliche V-rtheidignug der ÜnoerUtzlichtcU ihrer Güter zu einer Zeit, wo das Volk unter dem Drucke d-r öffentlichen Lasten keuchte; wir wissen, welche Leidenschaften vn'er dem römischen Purpur schlugen und durch was für Aergerniffe daS Geschick der Religion in Frankreich ge« fährdit wurde. Plötzlich hört man daß ein heiliger Mann, ein DiakosuS, Namens PäriS, g'storben und bald darauf auf dem Grabe des Seligeu ein jung-S Mädchen von seltsamen, über- natürlichen Verzückungen ergriffen worden ist. AlSba'd erwaches die Jansmiste»*), wie auS einem tiefe.! Schlummer. Ihre dü» stere Frömmigkeit, durch die Erinnerung an die frühere Verfol- guug uud durch das Unglück entflammt, will eS mit Wundern versuchen. Die Ansteckanz ergreift Einen nach dem Andern, sie trifft die krank-» und schwachen Köpfe, ste bemächtigt sich entha- sivsttscher Seelen, ste lockt die Brtrüger an. Es herrschte ein wahrer Fieberransch. Abwechselnd fanden entsetzenerregende und wollüstige Auftritte in dem Asyle der Todten statt. Frauen ka- mcn in losem und allzu freiem Aozvge nnd tobten auf einem Grabe wie die Sybille d?S AlterthumS auf dem Dreifüße. Sie pflogen geheimnißvolle, symbolische Zwiesprache, geriethen in Ex» tase und riefen den Geist GotteS an. Die Einen lüßm sich au den Füßen mit Stricken in die Höhe ziehen, schüttelten ihr von dem aufgelöste» Haare umflattertes Haupt uud verfielen dann aus ihrer Wuth in starre i chwermuth; Andere reifen den„Helfer" mit einer klagenden und schmeichelnden Stimme herbei, verlang» ten, daß er mit Füßen auf ihnen herumirete, warfen sich in lüsterne Stellungen, strömten über von melancholischen Prophe- zethunge» oder sangen unbekaniite Melodie». Zeichen von Oben! riefen die Janseviste», und diese Verrrnkuageo, welche ebenso die Vernunft, wie die Schamhoftizkeit verletzten, nannten fie göttliche Wunder. Kein Zweifel, daß Gott dadurch die unergründliche Größe seiner Absichten mit der Kirche offenbaren wollte. Der Prophet Elias nahte. Und solche Ausschweifungen fanden statt auf dem Höhepunkte deS 18. Jahrhundert», nach de» Satnrna- lica der Regentschaft, mitten uuter einem erregten Volke. *) Eine von der römisch-katholischen Kirche abgefollcne Sekte, welch« der Lehre Ealviu'S am meisten nahe kommt. Vergebivs wurde der Kirchhof von Saint' Medard, der erste Schau- platz der Lufregunz, auf Befehl geschlossen; die Zahl der Ver. zückten vermehrte sich nur. Die Erde des heilizen Grabes mit sich führend, zerstreuten sie fich über daS ungläubige, aber er- staunte Paris. In jedem Viertel wurden geheime und unHeim- lich» Zusammenkünfte gehalten, von denen die Einen mit Ver- achtung, Andere mit Entsetze», Alle aber mit Verwunderung spra- che«. Hier waren die Kranken durch alleinige Macht deS Glau- benS fest gegen Hieb und Stich gewesen; dort hatten sie, auf die Folter gespannt, den Schmerz ertragen und den Tod befiegt. Man erzählte, und man konnte als unbestreitbar Thatsachen er- zähle«, aus denen die Macht der gewaltsam erregten Seele iu schwachen Naturen hirvorleuchtete. Verzückte glaubten durch die Berührung von Knochen und Steinen aus den Ruinen von Port- Royal verbrannt zu fein. Für wie Viele war die Sehergabe nur eine ergiebige Quelle. Wie Alles der Revolution dient, wenn ihre Stunde fich naht! Während die Jaufeuisten die„Verzückten" spielten, wurden die im umgekehrten Sinne anfrührerischeu Jesuiten uuduld sam bis zum Scandal. Mau hätte sagen können, daß die v-r- schiedenen Vertreter der Religion, um Voltaire uoch uiehr Recht zu geben, gewissermaßen wetteiferten, den Staat in Verwirrung z« setzen. Im Jahre 1726 auf eine feige Weife von einem vornehmen Herrn beleidigt, forderte Voltaire von diesem die Gcnuzthuung eines Edelmanns, und dieser ließ ihn statt aller Autwort in die Bastille werfen. Voltair« verließ sein Gefängniß nur auf dem Wege in dir Verbannung, und er fand iu London ein Asyl, Freiheit, zu schreiben, und Freunde Auf dem Landgut» des Lord Bolingbroke, wohin Pope und Swift kamen, hatte er die kühnsten Denkir Englands versammelt gesehen, er hatte die Sar- kaSmen einer gelehrten Unglaubigkeit gehört; die Offenbarung wurde hier geleugnet, die Theologie mit Verachtung bedeckt, die Metaphyfik selbst al» ein unnützer Zeitvertreib betrachtet; mau forderte den Menschen auf, sich der N.tur innig anzuschließen, indem man sich in den Gedanken befriedigte, daß Alles, was ist, gut ist. Von dorther also schöpfte Voltaire jenen epikuräischen DeiSmuS, den er in der Folg« gemildert, gemäßigt, in schöner Form und mit Geschmack gepredigt, aber ohne die Uebertreibuug deö Optimismus nach Frankreich verpflanzt«; denn Voltaire wird einst den Kandis e schreiben.— Auf der andern Seite hatte er die Schriften des weisen Locke gelesen,„des Einzige», der de» menschlichen Geist gelehrt habe, sich selbst richtig zu erkennen", und er hatte fich mit Leichtigkeit zu der wiedererweckten Lehre des! Aristoteles bekannt:„Die Jseeu werden uns durch die Sinne zugeführt." Was soll man mehr sagen? Die enthusiastische Aufnahme, welche die Henriade, däS Heldenlied der Gewissens- freiheit, bei den Engländer« gefuudea hatte, diente nur dazu, ihn in seinem Vorsatze, dm Fanatismus zu vernichten, zu bestärken. (Fortsetzung folgt.) Ueber die Todesstrafe ind die Begnadigungen bringt die„Frf.-Ztz." nach einer Lroschüre des Herrn von Holtzeudorf folgende inter-ssante No- tizen: Vor Allem aber, wie ficht cS um die BezZtMgÄvgiii? Welche? Zustand der /Gleichheit vor dem Gesetze" erziebt fich in Deutschland durch' den Umstand, daß 25 Landesherren das Be- gnadigungSrecht je in ihrem Lande auszuüben haben? Welche ei- grnthümlichen nad keinessezS b-ruhigendea Moment- bildet alleis die preußische Praxis in den letzten Decennic»! Entscheiden nicht Momente, welche im Ganzen nnd Großen und jedenfalls gegen- über der Idee der G-rechtigkeit als unwtsmtlichi Zufälligkeiten zu erachten find?' W r müssen wenigstens die diesbezüglichen AnSführangen Holtzeudorf's ausführlicher berühren. Er führt nämlich aus, daß Nichts für die Geschichte der Begnadigungen in Deutschland lehrreicher sei, als die Negierung Friedrich Wil- Helms IV. von Preußen. Dieser Monarch unterlag während seiner Regi'.rungszeit den bedeuiendsteu Schwankungen in der Ausübung des Begnadigungsrechtes; obwohl gerade auf diesem Gebiete, welches mit der EmpfindungSweise deS Monarchen zu- sammevhaugt, nach dem Charakter deS Königs mehr Beständigkeit hätte erwartet«erden dürfen, als in der Verfolgung politischer Ziele. Schon unter der Regierung Friedrich Wilhelm» III., welcher 1840 starb, war in Preußen die Bollstreck.mg der TodeS- urtheile eine Ausnahme geworden In seinem letzten RegierungS- jähre waren von 17 nur 7 bestätigt worden. Eben zur Regie- rung gelangt, beharrte sein Nachfolger auf der Bävn der Milde bis zum Jahre 1844. Ja diesem letztgenannten Jahre ward ein hochverrätherischer Angriff auf daS Leben deS Monarchen unter- nommeu. ES ist bekaant, daß der König das Leben deS Schul» digcn schonen wollte, durch die nachdrücklichsten Bocsttllungen sei- ner Räthe hingegen bewogen ward, d'e Bestätigung des TodeS- urtheils nicht zu versagen. Dabei hatte eS indessen nicht fein Bewende». Strenge galt nun als Rothwendig, die Zahl der Hin- richtungen verdoppelte fich im Vergleich zum vorangegangenen Jahre. Allmälig schwand jener Eivdrack, welchen doS Attentat hinterlassen hatte, der König ward in den folgenden drei Jahren wiederum milder gestimmt und bestätigt« unzefahr nur den vierte« Theil der TodeSurtheite. DaS Jahr 1848 und feine Erschütterungen bewirkten, daß Augestchts der erwarteten Beseiti- gung der TodeSurthetle von 26 Verurtheilten nur Eine» Hinze- richtet wurde, was vermuthlich vor dem Ausbrach der Mörzbe» wegung geschah. Mit Beginu der RückschriltSbewegung im Jahre 1849 tritt wiederum eine zunehmende Strenge ein. In dem Maße, in welchem die politische Reaktion forlschrcitet, wachsen die Hinrichtungen im Allgemeinen mit auffallender Schnelligkeit. Mir dem Jahre 1853 ist der Höhepunkt erreicht: von 40 Ver- ortheilten werden 31 hingerichtet, eine Thatsache, die Erstaunen verdient. Wenig verändert, dauert diese iu Europa fast beispiel- los« Slrenge bis zur Erkrankung des Königs im Jahre 1857. Hier beginnt ein plötzliches Fallen; eS wird erkennbar, daß eine völlig veränderte SianeSweise in der Prüfung der TodeSnrihiile waltet. Noch immer indessiv erweift fich daS Gewissen deS ksnig- lichen Stellvertreters durch die RegierunzSgrundsötze d?s Brnders gebunden. Während der Blütbezeit der Reakt'vn war eS eine glaubenSeifrige Orthodox e, die vorzugsweise bei Friedrich Wil- Helm IV. Gehör fand. Sie wer eS, die den König zurBrstäti- gnvg zahlreicher TodrSartheile drängte und ihm mit großem Er- folge die biblische Pst cht deS obrigkeitlichen Blutvergießens pre- bigt«. Einzdln; Hmrechiunge! in des richterlichen Kreises. erregten MgewehaffcheS Bufsehea Vermischtes. *(Zur Harkort'fchen Rohh eltsstatistlk.) Das Schwurgericht zu A tvna verhandelte den 6. Februar geg?« den Referendar Ed. Postel aus Heide wrzm Zweikampfcs mit tödtlichc-n Ausgange. Der Thatb-stand der Anklage ist irr folgende. Am 12. Sept. v. I. fmd zwischen dem Augekiaglen Pistsl und dem Referendar Thomsen aud F-Hmarn(beide Rcseroesffijiere)— die Beiden waren von vielem BIcrgenuß au« geheit rt, in einer Wirthschast zu St. Pauli über politische und religiöse F agen hart aneinander gerathcu; Thomsen hatte den Postel einen nnvcrschämteu Menschen genannt und Dieser mit einer Ohr« feige geantwortet— ein Pistolcndnell statt. Beide Duellanten wurden schon beun ersten Kngelwechsel verwandet. Die Wunde d:S Postel hellte schon nach wenigen Tagen, während Thomsen, welcher in den rechten Ober« sch alel getroffen worden war, in Folge eines hinzuzetretellen Kaochen- schadens starb. Postel wurde zu 2 Jahren Festangshafr verurthrilt. *(„WeunI") Einen ächten B- lirer, der im oberbayerischcn Ge- birge reiste, fragte ein Wirth:„Haben Sic denn in der Nachbarschaft von Berlin auch so hohe Berge?'—„Nein," antwortete der Berliner,„ab« wenn wir Berge dort hätten, so wären sie höher I" Wir ersnchen unsere Postabouneuten, bei vorkommenden Ua- regclmäßigkeiten in Zustellauz der Blätter fich sofort schriftlich oder müadlich au die Postexpedition ihres OrteS zu wenden, und wenn di-S nicht fruchtet, au die znsteh'.ndm Postämter oder Post« direktioneu. Die Expedition. Alle Briefe i« Angelegenheiten deö Allgemeine« deutschen Arbeiter-Bereins find vom 1. Februar ab an meine Adresse: Fesenseld 10, bei Heß, z« richten. Bremen, de« 25. Zaunar 1875. C. Derossi, Bereinssekretär. Briefkasten. Anonyme Einfenduagen, Anfragen n. s. w. können nicht be- rückstchtigt werden. N. N., Lammatzsch, und Schäfer, KSnigSw'nter. Wir haben Ihre Beschwerden heute dem kaiserl. Post-Zcitungs-Amt übermittelt. Die Expedition. Folgende Aunonceu-Depots find erschöpft: Röhr, Maurer, Hamburg Prinz. Frankfurt a. M.; Name? Elberfeld. Herr Hcintze in Stettin. Haben«ic die Noten(Marseillaise) erhal« ten? Noch keine Antwort. L. Bude, Berlin, Ocanienstc 25. Den Schlosser Jacob Balve au? Düsseldorf ersucht um seine Adresse sein Bruder Heinrich Balve, Tigarrenmachcr, in Achim. Liebe! K. F. Hast Da das Packet erhalten. Warum kein: Antwort? Dein I. Peter. Frankfurt a. M. Der od:r Dicjcxligeu, welche im Besitz de? FahnenübcruigeS find, und zwar desjenigen, welcher mir zu einem Feste iu Ueteiseu abgeliehen ist, bitte ich, so schnell als möglich, mir zurückzugeben. L. Drogand. Füc die Braunschwciger AuSgetperrtcn irhalten: Hamburg durch H. Gew.rt von der Maschinenfabrik Loose u. Comp. 3 Thlr. fö Sgr., d>. 3 Thlr.€ Pf., d°. 3 Thlr., do. 2 Thlr. 6 Sgr., do. 1 Thlr. 22 Sgr. 8 Pf; Summa 13 Thlr. 17 Sgr.,»der 46 Mark 76 Pf.— DeSgleicheir durch P. Rath 57 Mark, do. 34 Mark. A. Fuchs, Kassirer, Berlin, Lucka::, rstr. 1. A m M N e e N. Berlin. Oesientliche Versammlu�gkn: Ssssadend. seu 13 Febr., Ad. 8V L'sr, rn Gratweil'fchcn Lokale. Kommandauten- straße 77— 7S.(Oberer Saal.) Refersut: A. Bäthke. Jedermann hat freien Zutritt. Sescbk. Mitglieder-Versammlung des Berliner Ardeiter-Wahlvereius. Simstag, den IS- Febr., Abends 8* Uhr, Sophicnstraße 15, Tagesordu.: Wahl dl« GefammtvorstandeS, owic dreier Revisoren. dlB. Entgegennahme der Mitgliedtkartru. sieue Mitglieder werden aufgenommen. I. A.: Albert Barthk«. Die Beisammlung AudrcaSstr. 26 fällt am 6. Februar an«.____ f4,ÖÖJ SWHn Dienstag, den 16. Februar, oerun. Aveuds B* Uhr. bei Brettschneider, Gartenstraße 13/14, Oeffentlicbe Versammlung -e Wahlvcreins der social-demo- kratischen Arbeiterpartei. !l.-O.: Vortrag deS Hrn. Holzwarth.[1.66] Jeder hat freier. Zutritt. Der Lorstand. ilsi-lit, Donnerstag, 18. Febr., OCullu«hend- 8 tt r. bei Bogel, Alexauderstratzc 31. Seschloffene Mitglieder-Verfamml. deö Berliner Zimmererbimdts. T-O.: Abrechnung vom Monat Januar. lauere BereinSangtlegenheltin. Agitatiou. Serfchledene«. E» ist unbedingt uothwendig, daß jedes öondeSmitglled anwescU) ist. Ott» Kapells Achtung! Wegen dieser g-schiossenen Bersammlung Sllt die MovtvgS- und DienstagSversamm unz füc diesmal aus. _ Otto Kapell.[3,66] Berliner Maurer-Bund. Oesieutliche Versammluugeu Dienstag, den 16. Febr., Abends 8 Uhr. bei Hrn. Lieber. Elsasserfir. 14/15. Mittwoch, den 17. Febr, Ab-adS 8 Uhr, bei TariuS, srluzenstr. 72(oberer Saal). Tagesordu.: Bortrog de« Hrn. Elauck. — Berfchiedenes und Fragekaficu. Um z-h reiche Betheiligrnig ersucht _____ Wilh. Langt.[2,26] Sonnabend, de» 27. Febr., in Kunze's Salon, Essasserstraße 9, Stiftungsfest des Cksarren-Sortirer- nnd Sor- tirerinnen-Vercius.[1,86] Gäste habeu Zutritt. Billct» sind vorher u haben bei: Bolgt, Skalitzeistr. 13, Stripp, stck-rftr. 2, Kruse, Slcinpr. 2?. Altona. Dienstag. 16. Febr., Adeaos bt Uor. in Heinson'S Salon, GahlcrSplatz, Veffentltche Versammlung der Tischler und Berufsgeuossen. Köhnke.[i,26] RstelNN Msutag de» 15. Februar, «.iiottll. AdeuoS Uhr. im Lokale deS Herrn Hillen, große Freiheit 53, Generalversammlung des Fachvereins der Ktempuer und Gasfitter. T-O.: Berathung über die Vtreluigung de« Verbandes der Klempner nnd verwandten Berufsgenosstu. Dir Borstaud.[2,26] Hohenfelde- Vurgfclde. Sonnabead, den 26. Fcbr» im Lttbschenbaum bei Herrn Müller, Großer Fastnachts-BaU, arrangirt von den Mitgliedern d«S Allgem. deutsch. Arb.-Verriu«. Saalöffnung 7� Uhr. Anfang 8 Uhr. DaS EomitS.[2,(Kl] Wandsbeck.»» Hgf- bei Herrn Lagemann, Kampstraße 53, Geschl. Mitglieder-Versammlung deS Allgem. deutsch. Maurer- und «teinhauer-BundeS. TazeSordn.: Bc'Pltchung wegen einer Fahne I H Knieß[1,66] Bremen. bei Herrn Becker, Hankenstr. 22, Oefftl. Mitgliederversammlung deS Bremer Schuhmachervereins. T.-O.: Bortrag. Eden.[1,26] Hannover. im Holläuber in Linden, Große Volksversammlung. T.-O.: Die Arbeiterbewegung vor dem Austreten Lassalle'S. Referent: Reichstag«- abgeordneter A Geib. H. Rudolph.[2,66] Brandenburg a. H. Ich lade die Parteigenossen ein behufs einer Besprechung eines zu gründe rdcn Lskalverein« in'S Lokal dlS Hrn. Klaffehn, (früber Hohm nn), zum Montag, 15. Febr., Adeuds 8 Uhr. Altenkirch.[1,46] Hannover. Unterzeichnet« empfiehlt sich den Parteigenossen zur Anfertigung von Her- «eukleidern zu reellen Preisen. Auch such- ich zu Ostern einen Lehrling.[2.56] H. Rudolph, M'itt'.lstraße II. Meinen geehrten Parielginaffcn empfehie mein Uhrmacher» geschäft.— Für sämmtlichc vou mir gekanstc Uhreu, sowie auf Reparaturen, leiste 2 Jahre reelle Garantie.[4,66] D. Siliughausen» Uhrmach«. Alexandcrstr. 44, Ecke der Laudsbergerstraße._ Zum Hamb. Laden,[2,66] Boyenstr. il«, Chauffeestr-Ecke. Beste.Q:al. Eitgllschledrrhosc.e, JccpetS, Jsl. Jacken empf. zu den bill. 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