Nr. 23. Berlin, Sonntag, den 21. Februar 1875. 5. Jahrgang. Diese Zeitung erscheint dreima wöchentlich, und zwar: Dienstage. Donnerstags und SsunabendS Abends. KSstmements-?rels; Für Berlin incl. Brinzerlohn vierteljährlich pras- urullsrauäo 1 Rm. 95 Pf., monatlich K5 Pf., ein-- zelne Nnmmern 10 Pf.; bei den Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 60 Pf., frei in'S Hau? 2 Mark. Kreuzband Wounements pro Quartal u. Eremplar: Für Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. « Niederlande und Belgien. 3- 60- - England und Frankreich. 4- 50« - Amerika(Berein. Staaten) 5- 50- Bestellm. an aus Kreuzband-Abonnements sind nur bei der Qpedition aufzugeben und müssen prae- nnmerando gezahlt werden. R e n e r Vedattioll uui! Erpeditioa: Aerli«, Oranienstraße Nr. 8, 80. Bestellungen werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spedi« teur entgegengenommen. EigeKthKN der LaffaVeauer. Inserate (nur in der Expedition aufzugeben) werden pro xünfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. BcrsarnmlungSamwtteen die 5-gefpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. I N b a l t. Einiges über de« Normalarbeitstag. Politische Ueberfichr: Mazzini und Usedom.— Preußische Leh. rerverhältnisse.— Zum Prozeß Osenhclm.— Parlamentarischer Anstand in England— Geschwätz der Zeitungen.— Nothzustände in Berlin.— Zeitungsgiichriibsel. Die Gefängnißfrage im preußischen Abgeordnetenhause. Korrespondenzen i Stettin.— Brandenburz.— Heidcldcrg.— Hamburg Hamburg. Die Lapallc'sche Wcstentaschenzeitung. Voltaire.(Schluß.) Vermischtes. Feuilleton: Barbös und Blanqui und der Aufstand von 1839. sFortsctznng.) Einiges nbsr den Normalarbeitstag. Im Lkitartilel der vorigen Nammer zitirtm wir eine Stelle aus dem Fabrikavteublatt„Coacordia", in welker trivmphirend gemeldet wird, daß ein Verteidiger des NormalarbeitStazeS flch eiueS Widerspruchs schuldig gemacht habe, indem er einmal be- hauptet habe: durch Abkürzung der Arbeitszeit litte die Produk« tiou keinen Ausfall, weil die Arbeit der weniger ermüdeten Arbeiter um so ergiebiger würbe, und barm zweitens erklärt hahe: der Ueberprodnktiou, auS welcher die HandclSstockungen entstehen, könne durch den NormalarbeitStaz entgegen gewirkt »erden. Der Redner soll also einmal daS Gleichbleiben, das andere Mal die Verminderung der Produktion bei kürzerer Arbeitszeit behauptet haben. Wir bezweifeln, daß unser Parteigenosse Morff, von wel« chem die Rede ist, sich so oberflächlich ausgedrückt hat, und glau- ben, daß nur die Böswilligkeit der Gegner ihm dies zuschreibt, denn in Wirklichkeit wirkt der Normalarbeitstag auf die heutigen socialen Verhältnisse allerdings nach beiden angegebenen Rich- tuvgcn hin ein; doch will dies näher b.grüaöet sein. Indem wir unS dieser Aus-inandersetzuvg nnterziehcu wollen, müssen wir zunächst eins feststellen, was nur zn oft außer Augen gelassen wird, nämlich, daß der Normalarbeitstag immer unr eine thetlweife B.ssernng der Lage der Arbeiterklasse bewirken kann, niemals aber da? aus dem ehernen Lohngcfetz entfpringeude Elend von Grund auS zu beseitigen vermag; letzteres ist nur möglich durch den Sozialismus, durch eine auf Assoziation beruhende neue Produktionsweise. Wie viel wirkt denn nun der Normalarbeitstag? Die Nntwott ist: eine Arbeiterk'asse, welche einen Normal- arbcitstaz von gewifftr Dauer befitzt, ist gegenüber einer solchen, welche ungtregelt vvd langer arbeiten muß, in günstigeren gewohnheitsmäßigen Verhältnissen, und die Letzteren spielen eine Hauptrolle beim ehernen Lohvgesetz. Dasselbe folgt bekanntlich daraus, daß die Proletarierfamilie ihre eigene Arbeitskraft, gleich einer Waare verkaufen muß, und besagt, daß der Durchschnittspreis dieser Waare, Arbeitskraft, gleich sein muß den HersttllnngSkostcn der Arbeitskraft, nämlich dem ge- wohnheitSmäßigen Lebensunterhalt der Proletarier« familie. Die Schlußfolgerung hieraus ist leicht: Sind die Gewohn- heiten der Ardeiter in einem bestimmten Lande o ser Zeitalter der« ort, daß, verglichen mit einem andern Laude oder Zeitraum, die Arbeiter etwa nur 10 statt 12 Stunden täglich arbeitea, und Fleisch, Brot und Bier statt Kartoffeln und Branntwein genießen, so wird im erstereu Falle, gerade auf Grund d-S ehcruen Lohn- gesetzeS, die Lage der Arbeiter verhältaißmaßiz besser fein; fle werden nämlich intelligenter fein, der Kapitalmacht stärkeren Wiver- stand leisten können und trotz kürzerer Arbeitszeit einen größereu Antheil vom Nationalreichthum, also mehr Lohn beziehen. Trotzdem aber wird ein Utb:l bleiben. Wie die Preise aller Maaren, so schwanken auch die Arbeitslöhne stets um jene DurchschnittSgrenze, welche den gewohnheitsmäßigen LebeuS- bedürfnissen entspricht. Ist mehr Nachfrage nach Arbeitern als Angebot derselben, so stehen die Löhne über der Grenze, und es wird dann einerseits durch Vermehrung der Zahl des Prole« tariatS eine Folge voa Ehcschließauzev, häufigen Geburten jc., andererseits durch Einführung von Arbeiter ersparenden Maschiuen, die Nachfrage allmählich verringert, bis Fallen der Löhne eintritt. Ist aber weniger Nachfrage nach Arbeitern, als Augebot derselben da, so stehen die Löhne unterhalb der Gtenzr, die Proletarier. familien können ihr Leben nicht fristen, und Hunger und Elend, Vor Allem die Krankheiten, welche durch solche Nothstäade eut- stehen, räumen so lange gräßlich unter ihnen auf, bis ihre Zazl und damit daS Angebot von Arbeitskraft vermindert ist. Dieser scheußliche Zustand trifft alle Arbeiter, so lange überhaupt die Lohnarbeit und die auf ihr beruhende Gesellschaft ex'stirt, und «dieses Dezimiren der Arbeiterklasse wird von Zeit zu Zeit immer erfolgen, mag daS gewohnheitsmäßige Leben des Prole- tariatS verhältnißmäßig beff r oder schlechter sein; freilich wirkt der Nothstand im lttztereu Falle cm so gräßlicher. Die Zeittn, wo die Arbeiter besser, wie durchschnittlich, leben können, fallen auS leicht begreiflichen Gründe i mit den Zeiten der Spekulation und Ueberproduktion; jene Zeiten, wo der Nothstand ihre Reihen lichtet, mit den Zeiten d-r Handelskrisen zusammen. ES find die steten Schwankungen der heutigsu Produktion, welche gleich Fiuth und Ebbe abwechseln und daraus entstehen, daß die Produktion planlos verläuft und durch Konkurrenz und Risiko zewalt- fam von einem Extrem in'S andere geschleudert wird. Doch wir wollen jetzt auf die Wirkungen eingehen, welche der NormalarbeitStaz in den Grenzen, welche die soeben geschil- derte Produktionsweise ihm läßt, haben muß. Zunächst ist eS klar, daß, wenn die kürzere Arb-itSzeit, wie ' sie der NormalarbeitStaz bedingt, nach ihrer Einführung in Fleisch und Blut deS Volkes übergegangen ist, wenn fie zur Gewöhn« heit geworden ist, auf Grund deS ehernen LohngesetzcS die Pro- letarierfamilie trotz kürzerer Arbeitszeit mindestens den biSheri- gen gewohnheitsmäßigen Lohn und Uaterhslt behalten maß; wahrscheinlich aber«erden Lohn und Unterhalt unter solchen Um- Barbis vud Blauqui und der Aufstasd voa 1839. (Fortsttzung.)j . DaS zweite der gefälschten Dokumente, welch» zur Berdäch- tiguug Blavqni'S in dem am 12. Mai 1848 veröffentlichten Artik-l der„Revue rttrosprctioe" dienen sollte, kantet folgender- maßen: Den 23. Oktober 1839 Am 12. Mai haben sich Leute, welche nicht zur Gesellschaft gehörten, in ziemlicher Anzahl unS angeschlossen. Unsere Hoff- nung auf Erfolg gründete sich zum Theil auch darauf, daß wir die arbeitende Klasse füc unzllfrichen und die Bevöitersmz im Allgem incu der Regierung abgeneigt hielte». Die Bourgeoisie schien nuS lau und geneigt, Alles gehen zn lvsseo, wie es ging. ES schlössen sich unS mehr Leute an, als ich glaubte. Die Meisten der Verhafteten waren der Gesellschaft fremd; kaum ein Füoftel gehörte ihr an nnd unter den Anzekl-gtm der ersten Kategorie war nur ein Dritte! Gesellschaftsmitglieder. Sechs« hnndertfunfzig Mann ungefähr kamen auf den Sammelplatz; eS waren durchschnittlich immer fünfuudzwanziz bis dreißig abwesend nnd die Anzahl derer, welche onS verschiedenen Gründen nicht kamen, kann man zu Zweihundert annehmen. Man ver or eine kostbare Zeit, Lepage's Thür zu sprengen, und dies war eine der Ursachen, daß der ganze Anschlag mißlang. Wir hatten in der Gesellschaft keine Gewehre; wir besaßen ungefähr dreitausend tbeilS Militär- theils Jagdpatronen. Der Plan war sehr einfach. Wir wollten unS mit den Gewehren von Lepige bewaffnen, auf die Präfektur zieh-v, ste besetzen, die Brücken bewachen und verbarrikadiren, die Präf-ktur zu einer Art verschanztem Lager und zum Haup'quartkr, sowie die Ctts zum C-ntrnm der Insurrektion machen, und von hier auS in uerfchie■ beue R Stangen Kolonnen vorschicken. Im ersten Augenblick der Waffeuergreifung kamen ungefähr achthuudertfunfzig Mann, wenigstens zweihuudrrtfanfzig htbe« sich wieder entfernt wahrend der drei Viertel Stunden, w iche der Augriff avf Lepage'S Laden dauerte. Wir haben unter dem Volke eine der Uasrigen wenig- stenS gleich: Anzahl Kämpfer rekrntirt und hätten wir Waffen gehabt ,'o würde die Anzahl derselben nach viel größer gewesen fein. Der Angriff auf die Präfektur scheiterte anS Mangel an Ordnung; man hatte die beiden Sorten Patronen füc Militär- und für Jagdflinte» untereinander gemengt, und daraus entstand große Uaordnuvg und Verwirrung, als man fle brauchen wollte. BarbeS ging mit vierzig Mann von der Straße Qaincampoir dem Haupttrupp voraus, aber dieser folgte ihm nicht. Nach dem Angriffe auf den Wachtposten de I'Horloge wußte er nicht, waS er thun sollte, das Hauptkorps war auf dem Chartaletplatze ge- blieben. BarbeZ kam über de» Pont au Change zu demselben zurück. Jetzt änderte man den Plan. Der Angriff auf die Präftkt lr war gescheitert nnd man wollte nun das Hole: de Lille angreifen. Ich befand mich auf dem Chateletplatze; mehrere der llasr'gm verließen unS. Die Kolonne griff nach nnd nach den Wachtposten am Hotel de Bille, die siebente Mairi« und dann die sechste an. Jetzt wurden Barrikadm aufgeworfen. Di: Kolonne trennte sich und die Sache war verlvren. B-Im Konservatorium ging eS gut, wir hatten sechs- bis fiebenhundert bewaffnete Leute nnd ein zwei- stünziger Kampf hatte Ordnung und Vertrauen in fie gebracht. Wäre die Kolonne auf ein Regiment gestoßen, so würde fie eS in ! die Flucht geschlagen haben. Die alte Gewohnheit der Barrika- den hat gesiegt, sie hat die Kolonne aufgelöst. Unsere Leute � schlugen sich hinter den Barrikaden mit der größten Ruhe und Gleichgüliigkeit; Jeder wartete auf seinem Posi-n ohne sich zu rühren. ES giebt zwei Kategorien in der republikanischen Partei: Diejenigen, die sich schlagen und Diejenigen, die sich nicht fchla- gen. Die erste Kategorie besteht fast ausschließlich auS Arbeitern. Wer einen Rock hat, schlägt sich selten, und die Zahl der Per- soneu in Röcken, die sich in einen Anfstand mischen, ist sehr ge- ring. Die große Mehrzahl derselben schreibt Journale und war« tet. Wäre der Aufstand gelungen, so würden fich dann Andere als wir au die Sp tze gestellt baben; wir wußten dies wohl, wir waren überzeugt, daß fich nach dem Siege Viele einfiaden, und daß eS unS nicht au Leuten fehlen würde, die fich an die Spitze stellten. Wir selbst hatten nicht genug hervorragende Männer unter ms, daher hatte man auch die Mitglieder der küllftigen Regierung nicht voraus bezeichnet. Das würde stch von selbst gemacht haben; die bekannten Namen würden stch der Gewalt bemächtigt haben. Dw Gesellschaft stand mit höher stehenden Personen in kein»! Verbiudnoz. Die Männer, welche die Leitnug deS Volks zu übernehmen gewohnt sind, hü- cn stch vor jeder Berührung mit denen, welche ständen nicht gleich bleiben, sondern sogar steigen, weil eS augen« scheinlich ist, daß, wenn die Arbeiter, statt nach zwölfstündiger Arbeit todtmüde ihre Lagerstatt anfzusuchm, nach zchustüadiger Arbeit heimkehren, st» geistig und körperlich stch in einer Weise vergnügen werden, welche bisher unbekannt war, mit einem Worte, daß sie sich uene Bedürfnisse zur Gewohnhet machen werden, zu deren Befriedigung ihr Lohn steigen muß. Daß die Arbeitskraft solcher kürzere Z-it arbeitenden und doch besser lebinden Arbeiter i» Folg« dessen bedentend wach« s eu wird, ist eine vielfach statisttsch bewiesene Thatsache, nnd eS ist die Behauptung ganz richtig, welche im Eingange dieses Ar« tikelS zitirt wurde, daß meistentheilS trotz deS kürzeren Normal- arbeitstageS keine Verminderung der Produktion statthaben wird, so bald die früher übermüdeten Arbeiter ihre Arbeitskraft im Laufe der Z-it hinreichend vermehrt haben.— Selbstverständlich aber wird— wie es jetzt in Folge der Arbeitsstockung vielfach der Fall ist— wenn mit der taglichen Arbeitszeit zugleich die Löhne herabgesetzt werden, so daß der Arbeiter noch mehr als bisher darben muß, keine Verstärkung der Arbeitskraft und Pro- duktion eintreten können. Ist nun aber der NormalarbeitStaz ein Gegenmittel gegen U-berproduktion? Gewiß ist auch dies der Fall; aber eS hängt dicS nicht da- von ab, daß weniger Produkte im Allgemeinen bei einer durch den NirmalarbeitStag beeinflußten Produktion erzeugt wer- den, sondern daß einmal daS Volk konfumtionsfähiger sein wird und ferner die Schwar.kungeu der Ueberproduktion und der Handelskrise in dem NoimalarbeitStage eine.» Hemmschuh finden werden. Wir haben bereits eben gesehen, daß der Normalarbeitstag eine kräftigere ArbeiterbevöKerung schafft, welche mehr Genüsse hat, also auch mehr Produkte verbraucht, als dieS ohne Normal- arbeitStaz dir Fall fein würde. Und zwar werden dieS gerade Lebensmittel, Wohnungen u. f. w., mit einem Worte, solche Pro- dnfte sein, welche nicht auf den Weltmarkt kommen und in ge- ringerem Grade daher den Schwankungen der Produktion unter- liegen. Die Konsumtion der großen Masse des Volkes hat immer einen f.stcn Charakter,»eil fi« auf nothwmdigcn Bedürfnissen be- ruht; im Gegensatz hat die Konsumtion der Reichen, der LuxuS, eine» überaus schwankenden Charakter— man denke nur an Modewechsel— weil derselbe von der Laune allein ab- hängt. Je besser die Arbeiterklasse eines Landes daher lebt, je weniger wtrden Stockungen und Uebertreibungen bei der Produktion eintreten. Ferner wirkt dir NormalarbeitStaz aber auch direkt gegen daS Schwanken der Produktion. Wir haben weiter oben schon gesehen, daß auS den ökonomisch:» Sätzen über die Waarenpro« duktion folgt, daß dieselbe bald übermaßig rasch erfolgt, weil der Preis die Herstell ongSkosteu in Folge mangelnden W-tarenaugebotS übersteigt, bald ganz stockt, weil der Preis in Folge zu großen WaareuangebotS unter den HerstellungS- handeln; fle bilden sogar eine Oppofitiou gegen fie, bei der sie zwar in gewissen Schranken bleiben, aber unser Verfahren miß- fällt ihnen sehr. Ich habe mit Cavaignac, Guinard and seinen übrigen Freunden seit der Flacht anS Saiute-Pelagie in keiner Verbindung gestanden. Die Organisation hat den 12. Mai überlebt. Der größte Theil der Gesellschaftsmitglieder befindet flch in Freiheit. Es gab in den Familien viele Studenten; aber fie find schlechte Soldaten, Schwätzer und unvorsichtiger als die Arbeiter. In den Jahreszeiten waren nichiS als Arbeiter. Die Familien hatten zahlreiche Verbindungen mit der Armee gehabt, welche die Jahres- zeiten nicht hatten. Man hatte eingesehen, daß dieS ein Miß- brauch war; man hat in der Armee immer nur Einzelnstehende und fie können nicht in Uniform auf den Sammelplätzen erfchti- neu. Wenn fle zahlreicher find, so gefährden fie die Sache. Diese Verbindungen nütze» zu nichts; wenn der Soldat in Reihe und Glied steht, muß er thnn, was seine Kameraden thun. Man muß auf die republikanischen Sympathien in der Armee für den Fall des Gelingens rechnen, aber es ist ein Fehler, Theilnehmer an geheimen Gesellschaften darin zu werben. Wir standen eben so wenig mit den Departements in Ver- bindnng, denn dieS schien nnS ganz unnütz. Der Ausstand de« 12. Mai ist nicht ftüher als acht Tage vor dem Ausbruche be- schlössen worden. Der an Bärbel gerichtete Brief, dessen in dem Verfahren der PairSkammer erwähnt ist, hat keine Äidentung. BarbeS hatte mir vorgeschlagen, in Montpellier ein Journal zu gründen, allein dieser Vorschlag hatte keine Folge, weil die r«pu- blikanischen Unternehmer dieses Journals keinen Redakteur aus Paris haben wollten. Der 12. Mai hat zwei entgegengesetzte Wirkungen hervor» gebracht; zuerst erschütterte und entmothigte er und dieS danerte während deS ersten Monats. Dann trat eine Gegenwirkung ein; daS Brifpiel eines so kühnen Augriffs erhob die Geister und man glaubte auf einen bcsserrn Erfolg rechnen zn können, wenn man die Fehler des 12. Mai vermies und die gemachten Erfahrungen benutzte. Nach sechs Wochen nahm die G-fellschaft einen neuen Aufschwung; ein Theil deS Volkes war geneigt, stch ihr anzuschließen. Man schrieb das Mißlingen dem Mangel an Ordnung und DiS- ziplin zu. Aber eS gab keine Oberhäupter mehr, nur unterge« ordnete Anführer, Arbeiter. Aber die Arbeiter gehorchen nur /osteu öleibt.�" Unter ProduktioaSoerhältnissin, welche keinen Nor- walarleitStag�kennen, wer'eu nun im ersten Falle bei der lieber- produklion die Arbeiter bis zur Ausbeutung ihrer letzten Kraft au die Fabriken gefesselt, die Arbeitszeit ist so groß, daß die Gesnudheu deS Volkes direkt Schaden leidet, während im zweiteu Falle, bei der Arbeitsstockau?, die Arbeiter lauge Zeit fast rchue jede Beschäftigung sind. Der Normalarbeitstag hindert selbst« verständlich die allzugroße Ausdehnung der Arbeitszeit, er legt also der zeitweiseu Ueberproduktion einen gewissen Hemmschuh an; stattfiadeu wird dieselbe— daS liegt eben in den heutigen GesellschaftSverhältniiseu— aber doch nicht in so großem Maße wie ohne Normalarbeitstag, und da nun die Arbeitsstockung einfach der Ausgleich der Ueberproduktioa ist, so wird die- selbe ebenfalls weaiger groß sein, weuu der Normalarbeitstag die Letztere abschwächt. Wir find-a also, daß der Normalarbeitstag auch in dem Sinne feines von der„Coucordia" erwähnten VertheidigerS auf Ueberproduktion und Handelskrisen günstig� für das Proletariat einwirkt.!? mm Solche bei näherer und doch sehr einfacher Betrachtung der socialen Verhältnisse der Gegenwart sich geltend machende That« suchen sind natürlich für träge Bonrgeoisgehirne unbegreif- lich, und wir wundern uns gar nicht, wenn die focialistenfresseri- scheu Schwätzer durch Silbenstecherei einen Widerspruch deS Parteigenossen Worff herausgeklügelt zn haben meinen, nur weil sie zum Denken zu faul find. Wirwrnden unS mit diesen AuS- führungen daher auch nur an das arbeitende Volk, da wir wissen, daß dasselbe, um sein Interesse und sein Recht zu fördern, auch den Verstand anstrengt, um die socialen Verhältnisse zu durch. denken. Mögen die Arbeiter daher dem NormalarbettStage die richtige Würdigung zu Theil werden lassen; ist derselbe auch kein Mittel, die Lösung der socialen Frage endgültig anzubahnen, so wird er doch trefflich dazu dienen, daS Proletariat innerhalb der heutigen Gesellschaft widerstandsfähig und intelligeut zu machen, und somit den Triumph deS SoctaliSmuS beschleunigen. Politische Aeberficht. Berlin, den 18. Februar. Wir wollen heute aus de Briefe, welch« Mazzini mit dem Grafen Usedom und dem preußischen Auswärtigen Amte im Jahre 1867 gewechselt hat, näher eiugehen.— Sie zeigen doch wohl an, daß eS nicht unmöglich gewesen ist, daß die preußische Regierung auch vor dem Kriege von 1866 mit pol- uischeu und ungarischen Revolutionären,«m gegen Oesterreich zu agitiren, angeknüpft hat. Wir bedauern in erster Linie diese„Revolutionäre, wie vir auch Mazzini bedauern, daß er seineu Namen zn solchen Konspirationen hergegeben hat. Die Zertrümmerung der Napoleonischen Dynastie sollte allerdings der Preis solcher Verbindungen sein; aber ist es ein Vortheil für Europa, wenn anstatt des französischen CäsariSmuS der deutsche herrscht? Und eS mußten sich doch wohl die ungarischen„Revolntio- näre", eS wußte sich Mazzioi sagen, daß daS Wesen bleiben, daß nur die Personen wechseln würden, wenn den Bajonetten die Gut- scheidllllg anheimgegeben würde. Der Mächtige hat immer allein den Prosit; Bismarck hat die Hülfe der anßerdeutscheu Revolutionäre nicht gebraucht; hätte er die Hülfe aber benutzt, so kann man versichert sein, daß für diese Hülfe den Herren RevolationSmäuneru keinerlei Segen er- wachsen wäre. Herrn von Bismarck, dem Diplomaten, kann mau solches Kouspiriren, vom Standpunkte der herrschenden politischen An- schauungen auS betrachtet, gar nicht verdenken, wohl aber maß man die Dummheit dieser Revolutionäre, gerade vom revo- lutionären Standpunkt auS, geradezu anstannen. Mit Bismarck Im Arm Revolution machen zn wollen, ist jedeufalls ein kindischer Gedauke; dieser eiserne konservative hat allerdings die ökonomische Revolution deS dritten Standes in Deutschland begünstigt, nm den„Liberalen- solche Konzessto- oen zu machen, welche sie wiederum veranlassen mußten, die voll- den Leuten in Röcken gern. Di« Organisation war sehr Mangel- hast; die Gewalt siel in die Hände der ehemaligen Anführer der Monate. Man wendet» sich an mich; ich rieth, die frühere Be- zeichuong beizubehalten. ES waren fünfhundert GesellschaftSmit« glieder anwesend. Es war nach d,m Prozeß in den letzten Tagen deS Juli; die Anarchie hatte einen hohen Grad erreicht. Sie haben wohl daran gethan, BarbeS' Leben zu schonen. Wäre Barbäs zum Tode verurthrilt worden, so würde die Wuth alle Schranken überstiegen haben und eS würden gewiß PairS ermordet worden sein. Ein Attentat gegen daS Leben deS Königs wäre nicht daraus entstanden, weil man allgemein der Ansicht ist, daß der König zu gut bewacht wird und daß man nur seine Zeit verliert und die Seinigeu nur kompromittirt, wenn man etwa? gegen ihn unternimmt. Aber die Rache gegen die PairS würde keine Grenzen gekannt haben. Ohugeachtet der Gnade BarbeS' blieben wir bei dem Gedanken, den Kampf fort- zusetzen; wir rechneten ans die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Ich schreibe diese Uuznfriedtnheit zweien Ursachen zu: zuerst, weil eS zu keinem Kriege kam, indem man in der auswärtigen Politik die Würde Frankreichs nicht behauptet glaubte, und dann der Ueberfüllung der Werkstätten und dem Kampf der Arbeit gegen daS Kopital. Gegen Ende Juli übernahm ich den Befehl wieder. Ich suchte die inneren Zerwürfnisse zu schlichten und Ordnung in die Gefellschaft zu bringen. Die Regierung nahm in ihrem Interesse zu viel Verhaftungen vor; dieS war ein Fehler. Viele Lente, welche Nichts gethan hatten, als man sie verhaftete, traten, nach- dem sie das Gefäugniß verlassen, in die Gesellschaft; die Gefäng- nisse sind Heerde der Verschwörungen. In der früheren Gesellschaft gab eS zehn Jahreszeiten und mithin zehn Frühlinge; mehrere Jahreszeiten worden nach dem 12. Mai aufgehoben. 1. Gruppe. Obmann: Geoffroy, Krempler(cainkreur). — Geoffroy«nrde beschuldigt, Verbindungen mit der Polizei zu haben, mit einem UrtheilSspruche bedroht und aufgegeben. Seine Abtheilung wurde aufgelöst; sie bestand auS 56 bis 57 Manu. 2. Gruppe, genannt die Krempler(eumdrsurs), aufgelöst nach dem 12. Mai. 3. Gruppe, die Zimmerleute» ebenfalls aufgelöst nach dem 12. Mai. 60 Mann, 13 bis 20 Manu in andere Gruppen Verth eilt. Der Obmann, NamecS Hilderet, ist verschwunden. ständige Politische Herrschaft dem konservatio-reaktionären Staats- mann zu üoerlasseo.— Nechdem aber Bismarck feine großen Fehler hat einsehen wüsten, daß die ökonomische Herrschaft nach und«ach die politische Herrschaft den Liberalen zuführen muß, zieht er sich schmollend mehr und mehr zurück. Die geringste politische Freiheit, welche daS Volk derlaugt, scheint Bismarck N.rven zu machen; deshalb ist er wahrlich nicht der Mann, sich ernsthaft mit den„Revolntionären" zn verbäa- den, die ihrerseits sich höchlichst blamirt haben, an solche Abfich- ten geglaubt zu haben. Hätte Bismarck die Herren und auch Herr» Mazzini bran« che» köanen, er hätte sie höchst wahrscheinlich erst anSgenntzt und dann laufen lassen; dieS ist ja auch die Handlungsweise der „höheren Diplomatie".— Bismarck steht vor diesem Forum allerdings gerechtfertigt da— sonst aber wird er seineu Freun- den und Gesinnungsgenossen gegenüber sich nur damit vertheidigen können, daß auch er, gleich seinen„Feinden", den Jesuiten, sagt:„Der Zweck heiligt daS Mittel!" Berlin, 19. Februar. AuS Barmen wird berichtet, daß die dortigen Lehrer, welche als Reservisten zur Nebung mit dem Mansergewehr einberufen worden waren, auS Rücksicht auf den großen Man- gel an Lehrkräften in Barmen auf Ersuchen der städtischen Verwaltung noch in letzter Stunde von der Uebnng dispenfirt worden find. Gleiches ist in Elberfeld und im Kreise Mettwann geschehen. Wenn die preußische Regiernoz Gleichmäßigkeit üden will, so wird sie wohl in den meisten Provinzen deS Staates ebenso verfahren müssen, da überall ein großer Lehrermangel herrscht. Wir anerkennen in diesem Falle die Handlungsweise der Regierung, aber machen zn gleicher Zeit auf die wahrhaft er- schrecklichen Zustände aufmerksam, welche in Deutschland herrschen. Währen» die Reserve eingezogen wird, um sich mit einer neuen Mordwaffe einzuüben, während durch die ewigen Rü- stungen die ewigen Kriege proflamirt werden, hungert daS Volk in einer gräßlichen Arbeitskrise, da fehlen vielfach die Lehrer, um den Kindern deS Volkes den dürftigen Unterricht genügend ertheileu zn können. Ist das der Kampf um die Kultur? Ist das ein Zeiche« der Civilifation?— Um Beautwortnug dieser Fragen werden die„Liberalen" gefälligst gebeten. Ueber den Prozeß Ofevheim werden wir in einer der nächsten Nummern, wenn der Prozeß beendet ist, unsere Betrach- tuuzen anstellen. AuS der sechsstündigen Rede deS StaatSan- waltS, Grafen Lormuzau, wollen wir aber schon heute eine sehr bezeichnende Bemerkung bringen. Derselbe sagt» nämlich: „Durch geistige Begabung, durch feine Vergangenheit, durch sei- neu Reichthum ragt der Angeklagte über andere Angeklagte hinaus, und ich begreife, daß man mit einer Art von Scheu «inen solchen Mann vor den Schranken des GerittS erblickt. Ja, ich gestehe ohne Weiteres, daß einem solchen Manne gegen- über der Handhabung des Gesetzes so manche Schwie- rigkeiten entgegentreten, die man sonst nicht zu befürchten hat. Sie haben einen Mann vor sich, der auS den kleinen Ver- hältuisseu eines Beamten sich anfgefchwnngeu hat zu dem, man kann wohl sagen, unbeschränkten Herrscher ans dem Gebiet, daS er sich erwählt; aufgeschwungen durch eigene Thatkraft zu einer dsminireodeu Stellung in der Gesellschaft, in welcher Geld und Macht auch Ansehen giebt und schafft. Wean eS meines Amtes wäre, zu moralifiren, statt anzuklagen, so würde ich sagen, daß eine solche Thatkraft löblich und erhaben sein kann, ebenso aber auch verwersiich, je nach ihren Früchten; allein, ich unterlasse eS, weil ich weiß, daß Sie, meine Herren, sich in dieser Frage selbst Ihr allgemein menschliches Urtheil bilden wer- den." Nichts ist wohl bezeichnender, als der Ausspruch deS Staatsanwalts, daß gegen Verbrecher, welche den höheren Ständen angehören, der Handhabung de» Gesetzes Schwierigkeiten entgegentreten.— Selbst das Gesetz leidet demnach unter dem Drucke deS Kapitals! Aber auch der andere Ausspruch des Staatsanwalts ist wahr und bezeichnend: Geld und Macht giebt Ansehen!— Der 4. Gruppe, die Schneider; bestand fort. Obmann, Avon. 73 big 80 Manu. 3. Gruppe, wurde von N-ttr6 angeführt, der im Mai um'S Leben kam. Er hatte 98 Mann. Sie wurde in Folge deS Mai aufgelöst. Bon den drei JuilletS, die sich in di.fer Gruppe be- fanden, haben sich zwei, NamenS Anton und Joseph, zurückge- zogen. 6. Gruppe, gemischt auS allerhand Leuten auS dem Fau- bourg Saint-Martin, Ouartier Mazarin, unter Anführung eines ThürsteherS, NamenS Jean, einem Manne der Anarchie und der Unordnung, welcher die Auflösung der Gruppe herbeigeführt hat. 7. Gruppe, Schuhmacher und Schneider. Aufgelöst. Der Obmann ist in Saint- Pelazie, er hat sich im Mai nicht ge- schlagen. 8. Gruppe, Köche. 30 bis 35 Mann, sehr brav. Ihr Ob- manu heißt Gorat. 9. Gruppe, Schloffir. 20 Mann, Schreier, ungehorsame, vorlaute Menschen. Obmann Chsrh. 10. Gruppe, Hutmacher. Sie hatten als Obmann Ferrari, der im Mai geblieben ist; er hatte 80 Mann, jetzt besteht sie aus 100. Ihr Obmann ist DeSchampS, welcher vor dem 12. Mai ein Juillet war. Im Faubourg du Temple hat sich an der Grenze de» Fau- bourg Saint- Antoine eine Gruppe von 130 Mann gebildet, welche viele Leute au» mehreren anderen Gruppen au sich gezogen hat. Liouue ist ihr Oberhaupt. Hippolyt kommandirt jetzt die Gruppe der Schuhmacher von 100 Mann; er hat sich im Mai nicht geschlagen, indeß behält er da» Kommaudo. Boivin kom- mandirt«ine Gruppe von 30 bis 40 Mann. DaS Quartier Saint-Antoine ist vorlaut und anarchisch; eS wurde vor dem 12. Mai aufgelöst, ist aber durch die Bemühungen Jouh'S, eine» Kunsttischler», wieder organifirt worden. Dies» Gruppe steht iso- lirt, sie besteht au» 140 bis 150 Mann. Sie hat keinen festen Halt und keine Berbindougeu mit der Gesellschaft. Jouy hat unter seinen Befehlen LangloiS, Sparguete und Dupvy, einen ziemlich ehrgeizigen jungen Mann. All« Obmänner stehen unter den Befehlen von zwei Perso- um: Napoleon Bazin, Koch(man nennt ihn nicht ander» als Napoleon), Welcher Ason, Boivin, Gorat und Ch6ry unter sich hat, und David, welcher bei der Börse angestellt ist,»in junger Mann von 26 bis 27 Jahren. Er kommandirt den ganzen Rest, heutige GefellfchaftSzustand ist damit richtig dargestellt. Geld und Macht stehen gegenüber dem Rechte und der Wahrheit. Im euglifcheu Parlamente kam am 15. Februar eine Au- flelegenh-.it zur Sprache, welche wir dringend den deutsche« N atioufllliberaleu empfehlen, um Anstand zu lernen. Wie oft ist nicht von der Majorität der Abgeordneten in p'umpster Weise auf die Social-D'.mokraten gesch-mpft worden! Wir wol- len ihnen daher jetze einmal eine Probe wahrhaften Parlaments- rifcheu Takte» vorführen, wie er in England auch gegen Minori- täten beobachtet wird. Am 13. Februar gab es im Unterhause deS Parlament», wie schon bemerkr ist, einen Gegenstand der Er- örtcruug, welchen daS HanS mit besonderem Interesse erwartete? es war die persönliche Beschwerde der sogenannten irischen Home- Raler,� welche Irland von England trennen wollen und deshalb In schärfster Opposition sich b-finden gegen den konservatisen Ad- vokalen Lopes, der außerhalb deS Parlamentes vor seine» Wählern in Frome von dieser Partei als einer„berüchtigten Baude" gesprochen hatte. Alle Bänke waren dicht besetzt, und auf der ersten Bank de? Opposition sah man unter Anderen Gladstoue und Bright in angelegentlicher Uaterhaltang zafam- menfitziu. AlS die einleirenden Geschäfte erledigt waren, nahm Herr Snllivan laut Anküadignog daS Wort und brachte die Sache al»„Privilegienfraze", mit anderen Worten als Augriff gegen die Würde und das«nfehe« d«S Hanfes zur Sprache. In feiner Begründung hob er namentlich hervor, daß" ähnliche vernnglimpfungen feiner Part-i in letzter Zeit häufiger vorgekommen seien. H-rr O'Connor Power unterstützte den for-' wellen Antrag, der nach der Geschäftsordnung an die Rede ge- knüpft werden maßte, und fragte, was wohl die Herren aaf der Mioisterbauk thnn würden, falls sie ein heißblütiger Home-Raler als„berüchtigte Bande" charakterifiren sollte, und Sir C. O'Leyblen, der sich dem Antrage ebenfalls anschloß, bedauerte sehr, daß Herr Lopes nicht sofort sein bel'idigeadeS Wort zurückgenommen habe.— Der Premierminister DiSraeli änßert» fich nach allen Seiten hin beschwichtigend. Er räumte ein, daß eS ein Verstoß gegen daS Ansehen de» Hanse» sei, einem Mit- gliede etwa» zuzuschreiben, waS Schmach oder Uaehre bedeute. Dabei gab er indess-u zu bedenken, wie fich heut zu Tage eine eigeuthümliche Redeweise mit hergebrachten Phrasen festgefetzt habe, die man besonder» in den ParlameatSferteu nach öffentlichen politischen Banketten übe. So z. B. werfe man bei fsl- che« Gelegenheiten der Torypartei regelmäßig ihren„Hang zn Bestechnng and Korruption" vor—„ein Makel, setzte der Red- «er mit� außerordentlich ernster Miene und unter dem naaaS- löschlich-n Gelächter de» Hause» hinzu, von dem doch die Partei ausnehmend frei ist". Aehalich auch nenne man die liberal« Partei„revolntionär" und bezeichne eine besondere Abtheilnog der irischen Mitglieder mit Ausdrücken, welche nicht zu rechtfertigen feien. Auf die Frage aber, was die Minister gesagt haben wür- den, wenn man ihnen daS Wort„berüchtigte Bande" au den Kopf geworfen hätte, wolle er, DiSraeli, entgegnen, sie würde« keine Notiz davon genommen haben. Da mau aber im vorliegenden Falle an dem Worte Anstoß genommen habe, so hoffe er, Herr Lopes werde die Gelrgenheit benutzen, fein Be- danern zu äußern und die unangenehme Stimmung dadurch be- feitigen. Herr Lopes konnte fich diesem nicht lünger entziehe« und leistete Abbitte, indem er bemerkte, wenn sein Wort Jemau- den verletzt habe, so ziehe er eS hiermit zurück.— Wir denken, wenn jeder Reichsbote, welcher gegen die Social-Demokcaten noch dreimal schlimmere Schimpfworte geschleudert hat, im Reichstage Abbitte leisten sollte, so würde die Session daS ganze Jahr durch dauern, und gewisse Leute, wie Schulze-Delitzsch, LaSker, Engen Richter, Duncker u. f. w., hätten Tag für Tag in Sack und Asche Buße zn thnn. Aber freilich, anstandig gegen die Mi- vorität sein, ist englische Sitte.— Um Uebrigen glauben wir, könnte«S auch nicht schaden, wenn die deutschen RegierungS- Mitglieder, zum Beispiel Fürst Bismarck, Notiz davon nehmen, was englische Minister, speziell hier der konser- vative Ministerpräfident DiSraeli, dessen„Nerven" allerdings nichts zu wünschen übrig lasse», von Beleidigungen durch Rede oder Presse halten. Sie ignoriren dieselben«ivfach, und die mit AnSuahme defr Faubourg Saint- Antoine. Beides find mit- telwäßige, aber sehr tapfere Leute. Napoleon ist arm, er ist ein offener, rechtschaffener Mensch; er liest schlecht, macht Fehler, wenn er die Tagesbefehle vorliest, und dies mißfällt den Arbei- lern. Er ist ein guter Organifator. David spielt gern den großen Herrn; macht Präieutionca, befitzt aber wenig Fähigkeiten. Seine Abtheilung ist die stärkste. Ich spreche zuletzt von LamieussenS; er hat keinen Antheil am 12. Mai genommen, weil man ihn gezwungen hatte, fich von der Gesellschaft znrückzuzichtn. Er ist nächst Martin Beruard der größte Organisator. Ich hatte ihm die Leitung deS Ganzen zu- gedacht. Ohne ihn konnte fich die Gesellschaft nicht halten. Da- vid und besonders Hippolyt machten Opposition gegen ihn; aber endlich willigten sie in seine Aufnahme. Die» geschah erst vor Kurzem.' LamienffenS steht mit de» beiden Anderen auf einem gleichen Fuße; im Grunde ist er der einzige fähige Kopf, der Einzige, welchlr zum Kommaudo geeignet ist. Durch feine An- Wesenheit wird der Faubourg Saint-Antoine, wo er viel Einfloß hat, sogleich wieder gewonnen werden, und ebenso wird er auch die meisten zerstreuten Gruppen wieder an fich ziehen. LamieussenS' vorzüglichster Gehülfe ist Bonuefaux, ein Manu von ziemlicker Einsicht David'S Leute hegen«ine geheime Feind- schaft gegen LamieussenS. Die Regierung hat besonder» die ver- eiuignng der verschiedene» Anführer gefürchtet. ES giebt ein Mittel, fie zu verhindern: man müßte Raisaut nnd Raban, welche im nächsten April an» dem Gefänguiß kommen sollen, in die Gesellschaft wieder zu bringen suchen. In diesem Alle» ist kein Plan zu einem Attentat gegen den König zn sehen. Natürlich liegt der Grund dazu nicht darin, daß wir ihm günstig gefiuut find, sondern in zwei ganz anderen Ursachen: zuerst glau'-en wir, daß er zu gut bewacht wird und also keine Aussicht auf einen glücklichen Erfolg vorhanden ist; zweiten» steht die Regierung jetzt so fest, daß der Herzog von Orleans feinem Vater folgen würde. ES wäre also unnütz, den König zu tödten; man würde fich ohne Erfolg der Gefahr auS- fetzen, die Partei in ein ungünstige» Licht zu stellen, nnd der Sturz der Regierang kann daher nur durch einen Aufruhr herbeigeführt«erden. (Forts-Hang folgt.) Engländer werde» eher l S H'mmelS Einsturz erhärten, als daß DiSraeli gszca eine Nahteria die Beleidigungsklage anstrengt. * Durch die Berliner Zeitungen geht folgende höchst «igenthümliche Mttih eilung „Dir Aufenthaltsort des ReichStagSadgeordneteu Hafen- clever, welcher feit feiner Haftentlassung noch kein ständiger ge« Wesen ist hat bisher vom hiefigen Stadtgericht noch nicht so er- mittelt werden können, daß demselben die Anklage wegen Berge- henS gegen daS VaeinSgesetz(betrifft die Schließung d«S Allge- meinen dentschen Arb-iteroereinS), sowie die Vorladung hätte zu- gestellt werden können. AuS diesem Grande konnte auch bisher «och kein Andienztermin in dieser Sache angesetzt werden." Den Berliner Zeitungen diene zur Beruhtgunz, daß Herr Hasencleoer nicht obdachlos umherirrt, daß er vielmehr sich feiner Zeit von Berlin bat abmelden lassen und nach Bremen ver- zogen ist. Da« Zeitzer KrciSgericht konnte dieS von der Ber- liner Polizei sehr gut erfahren und ließ Hasenclever zur Berbiißung feiner dreimonatlichen Gefäagnißhaft in Bremen derhaflen durch die Bremer Poli,eibehörde. Während deS R-steS der letzten ReichStagSsessio» war Hasenclever als RrichStagSabgeordneier meistentheils in Berlin anwesend, reiste nach derselben nach Bremen zurück und ließ sich„pflichtschuldigst", anS dem Gefängniß und dem Reichstage entlassen, bei der Bre- mer Behörde wieder anmelden. Er sprach dalelbst noch vor 14 Tagen als Bremer Einwohner in einer großen BolkSversamm- long und wohnt in Bremen, am Fehsenfelde 1l>. Daß stch Hasenclever zur Ausbreitung der focialistifchen Ideen vielfach auf Reisen befindet, mögen ihm die Berliner Zeitungen verzeihen; daS Stadtgericht aber kann fich einfach nach Bremen wenden, wo die betreffende Borladung entweder Haseaclever persönlich eingehändigt oder, wie üblich, in seiner Abw�senh-it an die Thür seines Z m- MerS geheftet werden kann. Die Berliner Zeitungen wollen fich nun beruhigen mit der Verficherung, daß Has« sich in den Dienst der Macht begiebt. Die„WeSpen" schreiben:„P.'ötziusce. Der Social-Demokrat Most protestirt mit aller Entschiedenheit gegen daS Fortbestehen deS deutschen Reichs. Und einen so geistvollen Arbeiterführer zwingt man, Buchbinder. arbeit zu verrichten." Die Etfä»g»ißsrage im prellßischeu Abgeordnetenhause. Am vergangenen Dienstag gelangte im preußischen Abgeord» «etenhaose der Antrag des Abgeordneten Eberty zur DiSkasstoo, dahin gehend, die R:gierunz anfzuforderu, für eine gleichmäßige «nd anständige Behandlung der politischen Gefangene» Sorge zn tragen. Wir lassen die diesbezügliche Berhaudlnng in Nachstehen- dem folgen: Abz. Dr. Roeckerath: Es ist durchaus naihwcudlg, daß die Bestim» mung des§ 16 des R-ichSstrasgcsctzbuch,«, wonach die ,ur Gcsängnißstrafc Verurtheiltcu in einer Gefaagenanstalt auf eine ibrc» Kähigk-Iteu und Ver- hällnissen auzemesscne Weise beschäftigt werden könne». In richtige Anwen. duug komm«, wa« bis jetzt nicht der Fall war. Einem Bekannten Vau Mir. der wegen eine« geringen politischen Bergehen« verurtheilt ist, wurde Vau dem lJesäaguißdirektor zugemuthet, Kartoffeln zu schälen, uud al« er fich weigert-, die!- Arbeit, welche seineu B-rhältuissen nicht angemessen sei, Zu verrichten, wurde er In den sogenannten Tarcer gesperrt, ein ganz schwarz angestrichene« Zimmer, uud bekam zwei Tage lang keine»«armen Löffel lHeiterkeil), bis er stch endlich zu jener Arbeit verstand Einem Freunde ch«» mir,»essen Zelle nnmltlelbar an dasjenige Fenster- stieß, welche» der hachwördige Herr Erzblfchof Paulu» Mclcher« b-wohnte, wurde auf seine Beschwerde über ihm zugewiesene, seinen Fähigkeiten uvd Berhällnisseu nicht angemessene Arbeiten erklärt, er werde e« mit sllni» Beschwerden dahin bringen, daß auch dem Erzbischaf Arbeiten zugewiesen würden, welcher derzeit noch nicht beschäftigt, vielmehr nur in die HauSllste als Gtrohflechter eingetragen sei.(Heiterkeit!) Die Berschiedenheit der vchaudlung der Po- litischcn Verbrecher widerstreitet dem Grundsätze der Gleichheit Aller v»r dem Gesetze In dem Etat ist der Ertrag der Gesangenanstaltea auf etwa» über 2 Millionen Mark, die Ausgabe auf ungefähr 2� Millionen veran- schlagt. Bei richtiger Verwaltung mußten die Erträge mindestens so groß lein, daß man die Ausgaben bestreiten kann. Nun»erblnat man aber die Arbeitskräfte, statt dieselben selbst gehörig zu nutzen, an Fabrikanten, die dadurch reich werde». Abg. Wiudthorst(Meppen): Der van dem Vorredner angeregte Ge- gillstand ist bereit« im Reichstage in Veranlassung einer Petition de» Abg. Most, welcher stch zur Zeit im Gefängniß zu Plötzeusee befindet, erörtert worden. Mau hat beschlasseu, Heu Reichskanzler aoftnfordtrn, in geeigneter Weife auf eine richtige Ausführung de« z 16 de« Strafgesetzbuches hinzu- wirken. Ich hoff-, daß diesem Antrage entsprochen«erden wird; nützlich aber wäre e« jedenfalls,»cuu uu« die Regierung mltlheilte, wie sie die Sache ansteht und ob fie bereit» Beranlassuvg genommen hat, für eine rich- tige Behandlung der wegen politischer Bergehm Rcrurtheilten da« Nöthige «iuzulelt-u. Ju Preußen ist da» G-iängnIßwese» wellig i-»rd. uet, zumal die Leitung deffclbr» unter die Ressorl» der Minister de» I». »er» und der Justiz verteilt Ist, während eine einheitliche Leitung eiu drin- zcudeS Erfordern tß ist. E« ist unerhört, daß nach dem Erlaß de« Strichs- strafgefttzbucheS»och die Strafinstruktlonen zu dem alten Sttafgesetzbuche bestehen, welche» auf der Abschreckungstheorie beruhte. Die Behandlung der politische» Gefangenen Ist eine«ahrhast türkische. Geh. Rath Illing: Der Her« Minister de« Innern hatte schon vor längerer Zeit den Justlzminlster zu einer gemeinschaftlichen kommissarische» Berathung über den bercgten Punkt eingeladtu. Diese Berathungeu wur- den demnächst durch da» Borgehell de« RclchStaz« unterbrochen, welcher an de» Reichskanzler die bekannte Aufforderung richtete. Die preußisch« Staat«- regieruug hat vorläufig Bedenken, aus den Antrag de« Abg. Ederly einzugehen, weil e« ziemlich sicher ist» daß der Reichskanzler der Anfforderung de« RclchSiagcs Folg? geben wird iltld e» rathsam erscheint, die Vorschläge d-s Reichskanzlers abzuwarten. Sollte von demselben wider E warten keine Anregung gegeben Verden, so wird die Regierung Vinnen kürzester Frist fllc die richlige B-haÄlung der Sache In Ptenßen da« Nöthige ver- anlassen. Abg. Eb-rty: Ich h,be meinen Antrag gestellt, well c« mir für jetzt nicht durchfütrbar scheint, den Strafoollznz im Wege des Gesetzes zu ordnen, die Abhülfe aber unaufschiebbar ist. Im Etc.t werden für die Ge- saagcnaustalte» Summen»erlangt, die im Vergleich zu den Erfolgen, welche die Verwaltung erreicht hat. ungeheure sind. Denn die Gesängnißstat stik hat keine erfreulichen Resultate aafzuwiisen; beispielsweise ist dl- Rückiällig- keil von 76 auf 81 pTt. gestiegen. In Italien ist die lluficherhell noch jeht sehr groß; gleichwohl hat die Statistik bewiesen, daß e« möglich ist, dem Ucbel zu steuern. Bor illlem muß die Dnp icitäi der Verwaltung aufhören und das G-sänguißwescn unter die einheitliche Leitung d.S Lnstiz- ministcrS gestellt werden. Die Qualifi ationSerforderuisse der Gefängniß- heamten müssen gesteigert werden. Penstonirte Offiziere find nicht die ge- eigneten Persönlichkeiten, um G-sängnißdir-ktorstellen zu bekleiden. Bezüg- lich der Behandlung der Gesang-nrn bestehen die verschiedensten Systeme, von denen einige durchaus verwerflich find, z. B. das in Prenßen vi.l an- gewandte Pönltenzlalsystcm, wobei die strergstc Adsondernng der Gefangenen eintritt. Der Direktor herrscht dann in den Gcfäugnißmanern wie ein König.(H-Uerkelt.) Dir« seit« und jenseits de» Ocean« ist die c« System längst gerichtet. Zch lege hier auf den Tisch de« Hiaie« eine Gcfäugniß- statlstlk nieder. Brrglcichc» Sic mit dem icbenSvoll n B lde, da» dieses Bach entrollt, die trockene Arbelt In diesem gelben Umschlage(d. i. der Etat für 1375)1 Die Wissenschaft allein rettet die Gefangenen»nd den Staat. Die Regierung müßte die Werke, welche in England über das Gesänzllißwesen erlchienen fiad, stdersetzru lassen und verössentllchen; dann würde man sehen, wie w.it wir In Preußen in dieser B-ziehnng zurück sind. E» Ist bedauerlich, daß man die bezüglichen Anregungen des Praf. v. Ho!« tz-ndorff nicht beachtet bat. Wir tonnen de« Engländern für ihre Refor- mea gar nicht genug danken; das von ihnen angewandte iog-nannte irische System hat große Strecken in Australien in blübcade Landschaften verwan- dclt. Es ist einer großen Nation würdig, dem Beispiele England» zu folgen. Abg. WInbthorst(Meppen): Dir Regelung de« G-fängnIßwesrnS kann nur im Wege des Gesetzes erfolgen, dagegen muß die Verbesserung der HauSordumigeu in den Grsänguiffen sofort in Angl ff genommen wer- den. Hätte» die Minister D ligeoz prästirt, so würden sie nicht erst lange kanferin, sondern sofort das Nöthige angeordnet haben. Es ist ganz unzn- lässtg, daß wegen politischer Vergehen verurthellte Personen ebenso behandelt werden, wie gemeine Verbrecher. Die vielen Personen, welche solcher Vergehen wegen In den G-sängnissen sich htfindcit, können nicht warten, bis die Minister ihre Konferenzen beendet haben. Die Rczicrnng brauch! gar nicht auf den Reichskanzler zu warten. Derselbe würde sogar ganz ver- gnügt sein, wenn Ihm die Regiernng Alle? schon fertig überreichte, wa« dem Reichstage vorgelegt werden soll. Di« Gefängnisse bcffadete fich um Theil In einem entsetzlichen Zustande, nnd wenn man jetz so viele politische Ver- gehen schafft, so sollte man doch auch neue und bessere Gefängnißaustaltea errichten. Licht und Lektüre wird den Gef-uigenen kaum gewährt. Mit Spezialicn In dieser Beziehung werde Ich e!n andermal aufwarten. Minister de» Innern, Graf zu Eulen borg: Meine Herren, die Sache wird vom Herrn Abg. Wmdtho st etwa« leidenschaftlich behandelt,— ich weiß nicht, aus welchem Grunde. Ich habe an und für stch gegen die- sen Antrag wie er formnlirt Ist, nichts zn erinnern, zumal Ich ausdrücklich durch meinen Kommlssaiin» schon habe bemtrken lassen, daß von meiner Seite die Initiative dazu erganeen ist, um im Verwaltungswege ei»' Ein« heit In der Behandlung der in den beiderseitigen Ressorts detinirten Stiäf- linge herbelzussthren. Aber da» ist doch ualürlich, daß. wenn überhaupt die Sache im Reichstage zur Sprache gekommen und eine be.llgliche Anffordc- rung an den Reichskanzler ergangen ist, ich nicht auf eigene Hand einseitig vorgehen werde, ohne mich vorher mit dem Herrn Reichskanzler darüber zu vei ständigen, nach welcher Richtung hier varzegang-n werden soll. Die Sache ist außerordentlich einfach: ich werde mich mit dem Reichskanzler in Verbindung setzen. Kommt eine allgemeine Anregung, s» werde ich im Sinne derselben handeln; oder kommt keine oder hat der Herr RelchSzanzler sonst keine Gründe, die Sache im Augenblick zn dirigiren, so werde Ich mich mit dem Herrn Iustizminister darüber vereinig, u, ein gemeinschaftliches Rc- gulativ in tiefer Beziehung zu erlassen. Ader Eines muß ich doch noch .rwähnent Der H rr Abg WInbthorst setzt al« eine bekannte Sache vor- an«, daß die politischen Gefangenen, wie er anaimmt, eine unerhörte Behandlung erfahren. Ich kann nnr konstatften, daß an« meinem Reffort, d. h. au« demjenigen Umfange der B.rwaliung, welche Ich führe, seit den Jahren, in welchen von diesen politischen Gefangenen die Rede Ist, auf die der Abg. Wlnbthorst wahrscheinlich anspielt, auch nicht, eine einzige Bc- schwel de au mich gekommen ist.(Abg Windhorfl-Meppent Ja, da» glaube Ich wohl!) Abg. Ottow wünscht den Uebergang der gesammten Gesängnißver- waltnng onf da? Justizministerium und die schleunigste Verbesserung der Gefängniß-HauSordnunge». Die Gefängnisse selbst befänden fich zum großen Theil in sehr schlechtem Zustande, znmol in der Rhclnvrovinz. So hoben In dieser Woche au» der Strafanstalt zn Köln gegen hundert schwere Vir« brecher wegen der Unzulänglichkeit der Anstalt bis in die Mitte SchlefienS tranSportirt«erden müssen. Hierauf wird die DlSkusfion geschlossen und der Antrag de» Abg. Ederly angenommen. Stettin IL. Febr.(Volksversammlung.) Montag, den 15. ds«., hielten wir hier wr BIklorlagartcn eine Volksversammlung ab, in welcher Max Stöhr einen Vortrag über die Emanzipation deS Arbeiterstande» hielt, welcher von den Anwesendeu mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde die Bestenerung der Arbeiter Stettin» besprochen, zn welcher Unterzeichneter eine Zusamwenstellang der Tagelöhae vorführte, wobei sich herausstellte, daß die hiesigen A'beiter gerade so viel verdienen, um nicht zu verhungern. Hierauf wurde folgende Reso- lotlon von der Versammlung angenommen:„Räch allen dlesra st-henden Thatsachca erklärt die heutige Volksversammlung, fich mit der dleSjährizdu Abschätzung der Eommnnalstcucr nicht-Invirstaude», dieselbe ersucht viel- mehr dcu hiesigen Magistrat, diesem Ucbel so bald wie möglich abzuhelfen. Da» Bureau wird von der heutigen Volksversammlung damit beauftragt, obigen Beschluß dem h efizen Magistrat zu unterbreiten. Carl Kinn. Brandenburg a. H.» IL. Febr.(Bericht.) Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am 25. Februar, Mittag« 12t Uhr, eiu Termin!» zweiter Instanz vor dem Kammergericht in Berlin g-zr» die Partr'genossen Mischke, Schlcnc, Schulz, Minna ReiShau» und Unterzeichncien stattfinden wird. SZmmtlfchc Angeklagte find in erster Instanz wegen Ucbertretung der§§. 8 und 16 de» VerelnSgefetzeS zu Gefängniß verurtheilt.— Nun zu den Verfolgungen, welche«ahrlich hier kein Ende zu nehmen scheinen. Am 15. Februar hatte ich eine Versammlung bei einem erst hierher gekommenen Wirlhe(einem Pächter) ausgemacht, denn bisher ist uns jedes Lokal ver- weigert worden. Aber kaum«nrde man gewahr, baß es die„verflacht,» Social-Demokrateu" wieder waren, welch- sich versammeln wollten, so wurde der Wirth bestürmt mit Warnungen u. s. w., und er nahm sein Versprechen zurück, die Bersammlnug war also wieder vergeben» und die alte Socio- list'Ngarde Brandenburg» war zahlreicher denn je am Platze. Trotzdem nun-in Jeder unwillig war ob solcher Vorgänge, so dnrchbebt- ihn doch -Ine innere Freude, daß die Männer de« Arbeit, welche da» Prinzip Las« lalle'S im Herzen tragen, weder Verfolgung, nach sonst etwa« zurückschrecken kann. Darum, Parteigenossen Brandenburg», ersuche ich Euch, auf die vor- läufig eluzlae Waffe, den„Neuen Social-Demokrat"»nd die„Social-po- litischcn Blätter", fleißig zu abonniren. Da ich nnn da» Kolportagegeschäst hierorts übernommen habe, so werden Abonnement» in meiner Wohnung, Knrstraße 50, nnd bei Herrn Hässchm im Cigarrenladen entgegengenommen. Auch mache ich die Parteigenossen daronf aufmerksam, nur im Bierlokal de» Herrn T. Hildebrandt, Wollcnwebcistraße 5, zu verkehren. A. Alteukirch. Heidelderz, 17. Febr.(Volksversammlung.) Am 15. d. Mt». hielten wir eine Versammlnng im Gasthofe„Zum Neckarthal", welche von 250 Persvn-ll besucht war, ab mit der Tagesordnung: DI- Thätigkeit de, letzten Rcichstazssesfion und da» Landsturmgesetz. Referent war Herr Bau- mann; außerdem war Herr Hirsch aus Stuttgart anwesend. Nachdem die Versammlung um 8 Uhr eröffuet war, schritt man zur Wahl de» Bureau». Nach Konstituirung desselben trat eine Pause von zehn Minuten ei». Hier- auf ertheille der Varsitzrnde Herrn Hirsch zuerst das Wort, da derselbe noch nach 11 Uhr abreisen mußte. Derselbe erlebigt- stch seine» Vortrage» znr größten Zufriedenheit der Anwe'end-n. Hierauf sprach Herr Baumanu al» Referent. Großen Beifall erhielten beide Redner In Betreff de« Landsturm- g-setze». Schließlich nahm die Versammlung folgende Resolntion mit großer Majoeitit an:„Die heutige im Gasthause„Zum Neckarthale" tagende B-lksver'ammlung erklärt nach h?it AuZfüheungen der beiden Äehner, daß e» die Pflicht jede? Manne«, der für öle Gesa mtintereffen de» d-ntschen Volkes eintritt, ist, mit aller Äralt die social-demo-kratlsche Bewegung nt fordern und an Ihr mitzuwirken. Gleichzeitig begrüßt sie mit Freude» die B-rcllligllNgSb-strcdU'gen der deutschen Arbeiter und wünscht, daß dieselbe bald zur Thrt werbe" Die heutige Versammlung legte wieder ein Z ug- »Iß ab daß e« blos an der röthlgen Aufklärung fehlt, um die Ardeitcr Heidelbergs, die fich noch von der Sache fern gehalten, zu gewinnen Die Versammlung schloß der Vorfitzende mit einem drcimaligrn Hoch auf die Solclal-Dcmokraiic. Eine Tcllcrsammluag ergab dir Summe von 5 fl. 17 tr. Josef Wurzel. Hamburg, 10 Febr.(Bers-mmlungSbericht.) Am 4. ds». fand eise össcutliche Cigaireuarbeltervcrsammluuz statt mit der TagcSord- trnng: Dl- Hausindustrie und Ihre Folgen. Referent war Hr. Hartmanu D-rielb: cut« ckclte in ausführlicher W-Isc wie In früherer Zeit die Pro- duktlonSwelse k->inpli;irter und wehr handwerksmäßig betrieben worden sei, daß dann jedoch eine bedeutende Revolution elngetr-ten sei als die Groß- Produktion, um mehr Nutzen zu ziehen, de» Arbeitslohn um ein betrScht- llches Quantum re uzirte(Einführung dir m-chgulscheu Thätigkeit) und so- mit das ardtltciidc Volk genöthlgt worden wäre, diesem Druck entgegen zu trete», so z. B in England die TradeS-U eions der Arbeiter. Redller kritistcte dann In trefflicher Weise die gesammtc Produktionsweise und vor« züglich»le Hauslndustrir und besprach den Norma arb-IiStag. Et ergriffe« außerdem noch einige Redner zur Tagesordnung da» Wort»od wurde die Beisammlung aufgefordert, dem deutschen Tabakarbeiterverein beizutreten, G. Bartels. Hamburg, 12. Febr.(Der Allgcm. d'»tsche Schiffszimme» rer-Bercia und der Verein Norddeutscher Schiffsbaumeister.) (Schluß.) Der Bericht der Hamburger.öörsenbläiter giebt also die Beschlüsse, womit die SchlffSbaumcister Wölfen in Schafspelzen gleichen, dcu Toglohu womöglich„im I iteresse de« Arbeiter»" kürzen wollen,«!e e» von jeher an»er Tagesordnung gewesen, aber allemal nicht geglückt ist. Man denke an Memel, wo den Leuten der Lohn, welchen ste bereit» ein Jahr lang er- hielten, heruntergedrückt werden soll. Wesentlich ist ß 3, wodurch die Herren besouder« bezwecken, daß dort, wo eine K asstfizirnng noch nicht ex.stirt, dieselbe eingeführt werde, um da- durch Uneinigkeit unter den Arbeitern herbeizusühren, wodurch jeder frei» deutende Arbeiter grdrmlllhigt würde, indem man ihn, wenn er fich nicht m't jeder H'nvlnngswclse des Meisters oder Vorgesetzten rlavc standen er- klärte, in eine niedrigere Lohnklaffe»ersetzen würde; oder man würde Ihn gar mit Z 4 beglücken, wonach ein solcher ctnen Entlassungsschein erhält, worauf hin er nirgend« Arbelt bekommen kann, da geheime Zeichen durch Brand- marken statifiabcn können, wa» Ich ja auch in einem meiner letzte» Artikel beschrieben habe. Trotzdem nnn die Herren so vereint gegen die Arbeiter zu Felde ziehen, liegen fie sich gegenseitig In den Haaren, wa» sehr erfreulich wäre, wen» st- nur nicht Menschen»adurch schädigen könnten. DaS ist aber hier in Hambnrg-Altona der Fall Hier In Hamburg wird ,. B. fast gar kein Neubau betrieben, die Schiffsdaumelster lieben es besonders, Rcparatü'. alter Schisse zu machen, wobei sie ollem Anschein nach selbst am meisten Schaden machen. Es find hier in Hamburg zwar einige Meister, die sich In einer kurzen Zelt zu Millionären aufgeschwungen haben. Aber von diesen Herren kann man am wenigsten sagen, daß fie ihre Leut' auch etwas»erdienen ließen, und die Arbeiter beim Kupfern und Kalfatern der Schiffe so behandelten, wie es sich gehört. Vielmehr ist unter den Wirst- Inhabern ein ungeheurer Konkn-renzkampf elnuelreten, und besonder» beim Kalsatern und Kapfern der Schisse will der Eine es immer billiger anneh- min, al« der Andere. Gerade jene Wcrsllnhaber hier in Hamburg, welche ihre Arbeiten beim Kupfern und Kalfatern gewissenhaft behandeln, leiden als» Schaden, denn st- können natürlich diese Arbeiten für einen billigen Prel» nlcht a nnehmcn und haben daher in den letzten Jahren fast gar keine solche Arbeiten mehr erhalten, während die, welch- die Löhne dritcke«, rasch zn Millionären«erden. Es ist nun aber mit einem Schiffe nicht, wie mit einem Rock, den man ausziehen nnd flicken kann. Ein Schiff sch nimmt Monate lang auf dem Wasser und ist mitunter von Hunderten von Men» schm bisetzt. Es handelt sich beim Kupfern und Kalfatern der Schiffe da- her um Mcnichenleden,»nd dcrglelcheu Ist in Folge jener Konkurrenz bei «Inigen Meistern natürlich immer der Fall. Die Schiffsrheder schließen Aktor» ab, wenn ste Ihre Schiffe kupfern und kalfatern lassen, übergeben fie gewöhnlich dem mlndestsordcrndeu Meister und können somit ftre Arbeiten gar nicht gut versenigt erhalte». So lange der Rheder dabei ist, giebt der Meister den Leuten, welche an dem Schiffe arbeiten, wohl den Bifehl, die Arbeiten gut zu machen; ist der Rheder aber fort, dann geht da« Treiben lo»;„Laßt da» Kalsatern nur nach! Holt mir Pech, Thcer, Filz oder Papier und Kupfer her und dann schmiert und picht die G-schichte nur ab!"— so heißt e« dann. Ost ist e» schon vorgekommen, daß ein so vciardelteteS Schiff nochmal» wieder au» dem Waffer auf d°» Trocken? gebracht und kalfatert werde» mußte; noch öfter Ist c« wohl ans der nächsten Fahrt leck geworden. Natürlich wird dann gern den Arbcilern die Schuld In die Schuhe geschoben, den» der Meister hat ja in Gegenwart de« Herrn Rheder»»der Kapltaiu« de» Befehl gegeben, die Arbellen gnt zu ma-ten. Wenn man dieses Alle» in Bc'racht zieht, so wäre-« gewiß besser, doß der Verein Norddeutsche» Schiffsbaumelster die Arbeiter in Ruhe ließ- und e» stch zur Ausgabt machte, Mitglieder, welch- schlechte Ardeiten verfertigen, wodurch Menschenleben gefährdet werden, streng zur Recherschast zn ziehen. Die» wäre weit besser, al« sich den Kopf zn z-rbrechen, ans welche Weise man den Schiff«» Zimmerern die Tagclöhne am besten drücke» kann. Betrachten wir den so gehässig angegriffenen Allg. deutschen Schiff»- zimmererverein: Er hat e» sich al« Ausgabe gestellt, der Klasßfi'irnng der Löhne entschieden entgegenzutreten, da die» gegen die Prosperitat sämmt« licher SchlffS.zlmmcrlente Deutschland« ist, uud jedenfalls die erst- Lohuklaffe nnr lo viel odwersen würde, um eben existiren zu können; auch würden, wenn keine erste Lohoklaffcnarbelt vorvanden wäre, selbst die tüchtigsten SchlffSzlmmcrer mit in der niedrigsten Lohnklasse arbeiten müssen; fie hät- ten dann jedenfalls weniger, als da» Nöthigste zum Leben; müßten stch halb satt essen nnd würden physisch wie geistig rulnirt,«oscru fie redlich leben uud nicht stehlen wollten. Dir Gchiffezlmmerleute erstreben somit jeden- soll» nur GutcS; ste wollen nicht st-hlen, wollen Steuern und Abgaben an den Staat entrichten, dazu aber«ollen ste«nch gemeiuschvftlich einen anständigen Lehn haben. Uebcrhavpt mag noch bemerkt«erden, doß bei unserem GeWerk der nicht so gewandte Arbeiter eben so gut zu oerwcndcn ist, wie der gewandtere SchiffSzimmecmann, und wenn die Schiffsbaumelstir e» fertig bringen könn- lcu, eise Klassifizlrnng clnznsühren, so hätten fie gewiß niir da« bewirkt, baß die Arbeiter sich selbst gegenseitig beneideten und zerfleischte» und die Arbelt weniger gewissenhaft gemacht würde. Bei keinem ruderen G-Werk Ist überhaupt Gleichheit der Arbeiter so am Platze, den« dl- gewissenhafte AnSsührung ist die Hauptsache bei der Arbeit. Allbekannt sind die Schiff»- zimmerlente lauter grundehrliche Leute; man ziehe nnr in Betracht, daß, wenn beim Kapseln und Kalfaleru der Schisse jeder dabei arbeitende Schiff»- z'mmerer Tag« nur einige kupferne Nägel sorlnehmeu würde, dir» den SchlssSrhedern schon die größten Verluste verursachen müßte; aber solch»« kommt seilen» der Zimmerleute nie vor. Ueberhaupt bleue e» den Herrin SchlssSrhedern und Kapitänen zur Nachricht, daß, wenn fie mit den Werst- Inhabern abgeschlossen haben, daß gute Arbeit beim Kupfern und Kalsatern zu li|era ist und fie dieselbe nun auch in Wirklichkeit zu erhalten wünsche», fie nnr einige bei ihrem Schisse in Arbeit stehende Linie davon in Kennt- niß zu setzen brauchen, in welcher Weise die Arbeit verfertigt werden soll, und e« wird dann, selbst wenn von den Meistern»der vorgesetzten Gegen« befehl erzheist würde, solche« von den SchlffSZimmerlenteu gewiß nicht br« achtet we»den. E« find im Obigen nur einige Punkte von dem angeführt, wa» die Schiffszimmerleutc anstreben. Hunderte ähnlicher Fälle könnte Ich nach vorführen, um den Allgemeinen deuifcheu Schissazimmerervcreiu bei jedem»er- nstnftlgen Maan in gSast'geS Licht zu stellen. Ich«berlasse es jedoch Jedem, nach dem Besagten schon zu urtheilen; e« wird leicht sein, zu-»»- scheiden, welcher von dcn beiden Brrcluen die gerechtesten Grundsätze hat, jener der Meister»der jener der Arbeiter. Mit soclal-drm. Gruß H. G«»». Die„Lass»lle'sche Weste»tasche«-ZeUtti»g" hat auf. gehört, zu erscheiuen, da die„Social-polit'.'jchen Blätter" nunmehr die Kosten ihrer Herstellung selbst decken und sogar einen kleinen Ueberschuß setzt schon erzielen. Zum zahlreichen Abonnement auf die„Social- Politische» Blätter" wird hierdurch noch besonders eingeladen. Voltaire. (Schluß.) DaS Jahr 1778 war Voltaire'S Todesjahr. Hatte auch Voltaire es fast ängstlich vermieden, einen entschiedenen Partei- standpunkt in den politischen Fragen einzunehmtn und sich nur auf dem Gebiete der Religion und der Philosophie als ein Feind übcrlei'ter Dogmen und vererbter Satzungen gezeigt, so hatte er doch damit der Menschheit und der Kultur zu nicht minder große Errungenschaften verhelfen. Der Starz der Jesuiten, welcher damals in fast allen Staaten erfolgte, war hauptsächlich eine Folge deS Boltaircschen Einflusses und der Herrschaft seiuer Gesinuurizsweise. Wenn die Vernichtung der Jesuiten auch viel- fach einen gewaltsamen Charakter an sich trug, so erhielt doch damals das ganze Pfaffcnthum einen Schlag, den es nicht wieder überwunden hat. Eine furchtbare Antipathie hatte damals Europa gegen die Mitglieder des Ordens Jesu erfüllt. Kaum war Ganganelli Clemens XIV. geworden, als die christlichen Könige ihn zur Vernichtung deS Jesuitenordens drängten. Oesterreich selbst nahm an diesem Beginne der Revolution Thnl und die Gesandten der großen Höfe trugen dem römischen Hofe die Wünsche der Eacy'lopädisten vor. Der Herzog von Choiseul, der den Jesuiten nicht soviel Ehre anthat, sie zu hassen, hatte die geistreiche Unverschämtheit gehabt, einen durch seine kleinen Verse berühmten Staatsmann, den anmuthigeu Kardinal BerniS zu wählen, um an ihrer Zerstörung beim Vatikane zu arbeiten. Der Papst zögerte lauge Zeit, unter dem Einflüsse einer unbestimmten Furcht und düsterer Ahnungen. Aber sein Jahrhundert durch Voltaire beherrscht, riß ihn mit sich fort. Nachdem er alle Kunstgriffe seiner Schwäche, dnrch die er die Entscheidung aufgeschoben und verzögert hatte, verbraucht, unter- zeichnete er das berühmte Breve Domimls ac reclemptor, welches die Jesuiten in der ganzen Welt unterdrückt«. Einige Monate später verfiel Ganganelli, wiewol mit einer ' kräftigen Konstitution begabt, in eine plötzliche Verzehrung. Seine Kräfte hatten ihn verlassen; der Schlaf floh ihn. Bald hatten die erstaunten Gesandten nur noch ein Gespenst vor sich, dessen Blicke halben Irrsinn verricthen. Im Innern seines Palastes verborgen, sich vor sich selbst entsetzend, fühlte der unglückliche Papst seinen Tod herranuahcn. Als die Stunde deS Todes ke., blätterten sih feine Knochen ab, wie die Rinde eines abge- storoenen Baumes, und nun erinnerte man sich, daß Clemens XIV., alö er daS Breve zur Unterdrückung der Jesuiten unterschrieb, auSgeruse.i hatte:„Diese Unterdrückung wird mein Tod sein." Die Aerzte hatten leise geflüstert, sagt Saint-Priest, ein Ge- schichtschreiber unsrer Tage, daS Leichcnbegängniß sprach nur zu laut. Die Eingeweide Clemens XIV. sprengte« das Gefäß, in das sie eingeschlosseu waren; die Nägel fielen ab, die Haut blieb an den Kleidern kleben, das Haar des Leichnams blieb auf dem Sammetkissen hängen; Rom und Europa glaubten an eine Ver- giftung. *(Berliner Zustände.) Die Zahl der Lombard«, Pfandleih- und ! Rückksuf-Gcschäfte in Berlin, so berichtet der„B. B.-T.", hat sich sei» dem z Anfange d e vorigen Jahre? fast verdreifacht. Die Form, in welcher diese s Geschäfte betrieben«erden, ist meist die folgende. Sie kaufen die : Waaren um einen vou dem ÄeschäftSinhaber selbst bestimmten, etwa drei ' Viertel de« WcrtheS derselben betragenden Preis und verpflichten sich, inner- halb vier Wochen den Ritckkanf zu gestatten, wobei fir jedoch einen Preis- ; anffchlflg von 2s bis 3 e-rgr. pro Thalern fordern. Thatlächlich ist di-ser Kauf und Rückkauf nichts weiter, als ein Anleihen gegen Faustpfand auf eilien Mir.et gegen eine Verzinsung von 100 und mehr Prozent pro Anno. Wird der Rückkauf vor Ablauf des MonatS bewirkt, so fordert der Ge- i, schäfiswhader dennoch den vollen, für vier Wochen ausdedungentll Zinsen- | betrag, wodurch da« sanze Gewerbe natürlich noch um BiclcS rentabler ; wird. Am Borthcilhaftest.u wird dasselbe aber, wen« die Berkänter, reip. die Kreditnehmer, nicht in der Lage sind, die vierwöchentliche RückkaufSfrist inne zu halten. In diesem Falle müssen sie nämlich entweder den für den ' Rückkauf bedungcuca PrrlSansschlag, also die Zinsen, hlrauszahleu und s dadurch das Geschäft aus einen Monat prokonziren, oder ihr Mgenthnm. verfällt und wird weiter verkauft, selbstverständlich zu einem Preise, der dem , wahren Werth- entspricht. Ein hiestges RllckkaufSgcschäü hat in einem ein- s zigen Monat an derartigen verfallenen Gold- und Silbcrwaaren für mehr - als tausend Tdaler einem größeren Berliner Gold- und Silberarbeiter zum . Mctallwcrthe verkouft und h'eran wahr'chelnlich gegen 300 Thaler verdient. ! Daraus erglebt stch, wie gering im B-rhältaiß zum Erträgnlß der Betriebs- , fonds eines solchen Geschäfts zu s in braucht. In der Thal find die Ja- Haber der Rückkauf- und Lomvardgeschäfte auch meist ziemlich mittellose > Leute, die sich ihr Betriebskapital selbst erst anleihcn. Man kann täglich i in den hiesigen Zeitungen Annoncen finden, in denen RückkansSg-schästS- Inhaber Kapitalien gegen 30 und st0 und noch mehr Prozent Zinsen fuchcu; sie können eben so h»?e Zinsen zahlen, weil ste selbst doppelt so hohe nch- men. Daß dabei da? sogenannte kleine Publikum, welches mit seinen Kre« ditbldürfnissen auf diese Geschäfte angewiesen ist, auf eine schamlose Weise ausgebemet wird, ist um so bedauerlicher, als seitens der Behörden dagegen : man unr in den seltenste» Fällen, wenn nämlich offenbare GescY-SV-rletznngen vorkommen, eiuschreilcil kann. Die gegenwärtigen traurigen ArbcitSoerhält- nissi zeigen sich recht deutlich bei der Berwaltnuz der Straf- cureinigunz. j Während vor zwei Jahren imd noch ftn vorigen Winter zum Tagelohue » von einem Thaler die benöthlgten Arbeitskräste nicht zn beschaffen waren, z strömen jetzt dir Leute zum Tagrlohn von zw ei Mark so mas« ' senhaft zu, daß die meisten M ldunzcn nicht berücksichtigt werden können. *(Aeußerst merkwürdige Buklage» und GerichtSverhaud- lungeu) find im neuen dnitschen Reiche keine Seltenheit. Wir wollen hier deren zwei Eewahminz thmi: Eine Frau Schade»ou Lennep, eine ? Uliramontane vom reinsten Wasser, hatte bei G-legenb-it de» Attentats auf i den Reichskanzler lu einer Wirthschaft geäußert:„Es ist schade, daß sie ihm . nicht todtgeschossen haben", und als man ihr die« verwies, noch hlnzuge« fetzt:„Was wäre denn daS gewesen?"— Deshalb wegen Bileldigung des Reichskanzlers angeklagt,— eS muß als? wohl wie bei der Rähterin tu ' Dinerschau der rechtsübliche Strafantrag de» Beleidigten gestellt worden : sein— wurde ste am 30. Dezember v. I. vom Etberselder Znchtpolizelge« richt zu 4 Wochen Gefäugnlß verurtheift. Frau Schade legre gegen diese« Urthcil Berufung ein, und heute wurde ste, wie die„Elberselder Zeitung" mitlheilt, am Zuchtpolizei«Appellhof in Elberfeld freigesprochen, Inoem der Gerichtshof armahm, die mi' gesprochenen Worte zeugten zwar von Rohheit und Mangel an religiösem Aesühl, eine Bclridignug de« Fürsten Bismarck fei aber nicht darin zu erdlickm.— Der MajcstätSb eleibigung ange- klagt, erichieu am 11. d. M. vor der VII. Ariminaldeputatlou in Berlin der bereits vier Mal wegen Arbeitsscheu und ein Mal wegen Widersetzlich« keit gegen die Obrigkeit bestrafte Tischlcrgisell- Joh Aug. Heinrich Frirdr. Becker, aus Weimar gebürtig. Im wahren Sinne des Wortes ein echter Pennbruder, hatte der Angeklagte in der Nach! vom 24. Januar b. I. kaum einen Rausch auf der Rev'erwachc ausgeschlafen, al« er in Schimpf« reden gegen den Kaiser ausbrach.— Er erklärte bereits auf der Revier« wache in der erwähnte» Nacht, er habe diese Aeußerungru nur ge« than, um endlich einmal eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen, dann hätte er doch zu essen, und werde ihm diese jetzt nicht zu Thell, so bcabstchtizc er, sobald er das Gefängniß Verlaffe, de» er« sten besten niederzustechen, um auf Jahre hinan« versorgt z« fein. Der Gerichtshof erfüllte Becker'« Wunsch und veruriheilte ihn znr Abbllßang einer einjährigen Gefingnlßstrafe wegen MajestätSbeleidigung, die Becker auch sofort auzulreten wünschte.— Wir enthalten«nS jeder weiteren Bemerkung zu diese» sprechende» Gcrichttfällm. Aufforderung« Diejeaigen Schuhmacher und Parteigenossen, welche am Mon- tag, den 11. Januar, in der Schuhmachcr-Versammlung, Komman- dantenstr. 77 und 79(Gratweil'sche Bierhallen) anwesend waren, werden gebeten, Sonntag, den 21. Februar, Nachm. 4 Uhr, bei Herrn Merkel, Bnrgstraße 6, zu erscheinen. Herr Höppner und Herr Renz find hierzu eingeladen. Den 26. März habe ich Termin, Molkenmarkt 3, 1 Tr. C. Sz immath. B r i e f? a st e n. Die Parteigeooss-n von SchleSwig-Holstein, welche in letzter Zeit Einladungen mir zugeschickt, ersuche ich um einige Geduld. ES ist mir absolut unmöglich, allen Einladungen sofort Folge leisten zu können. Zugleich ersuche ich die Herren Hörig und Kamigana, sich mit mir ia'S Einvirnehmen zu fitzen, damit eine geordnete Agitation möglich ist. Der neunte Wahlkreis wird " jedenfalls jetzt durch die Azetation des Herrn O. Reimer ge- nügend versehen seia, w-ßwege» die dortigen Freunds gebeten wer- J den, stch bis zuletzt zu gedulden. E. Richter, Gastwirth in WandSbeck. Ketzler: DaS Gewünschte kö-nen Sic erhalten i» Wochenliefeeunge» gegen Einsendung von 2,20 Mark,-n brochirlen Monatsheften 2,70 Mark, wrfll« wir es franc» zusenden. Kölln, WandSbeck. Annooce mit Allweisuug, sowie Karte, traf für die FreitagSnumm-r zu spät ein, war auch von Ihnen zu spät auf die Post gcgeb-n, laut Poststempel. Heute unnütz. Folgende AnnoneensepotS sind erschöpft: Hamburg: Stessen».— Berlin; Sattler. Die Expedition. Ich ersuche Herrn O. Reimer, RcichStazSabgeordneter, mir eine be- stimmte Adriffe in seinem Wahlkreise angeben zu wollen, da ich demselben nothwendig einige wichtige Mittheiliinzen zn machen habe. L. Drogaub. S Mark durch Herrn Ranbigcr dankend erhalten. Frau Böttchrr. Aug. Eckert, Düsseldorf. Wir ersuchen um genaue Adresse. Ein an Sie gesandt.« Kreuzband ist als unbestellbar rciour gekommen, mit der Bemerkung, Sie sei-« von Düsseldorf verzogen. Die Expedition. Die Herren Schloff» Fritz Haveistrou: und Ado, pH Ncumauil auS Königsberg i. Pr., welche bis Ende Janua. in Osnabrück arbeiteten, wer« den ersucht, mir ihre Adresse einzusenden. Die Parteigenossen, in dessen Bereich obige Herren find, werden ersucht, mir Nachricht zn geben. F. H. Klut e, Osnabrück. Berlin. OeAe«Üiche SMimialaNzzeu; Sc 20 Mr.. Ab. HM. lm Grat«-il' scheu Lokale. Kommandanten strcße 77—79.(Oberer Saal) Refer-nt: RcichetagSabgeordncter W. Ha' selmann. Dienstog, d n 23. Febr., Wevds 8* Uhr, bei Göttel, AndrraSstraße 26. Reftrent: O. Kapell. Jedermann hat freien Zutritt. 13,00) Neue Mitglieder für den Berliner Arbei« ter-Wahlverrin werde» anfgenommen. I. A: Albert Baethke. «effentlichc Versammlung� des Berlilie? Zimmerrrbsudes Montag, den 22. Februar, Abends 8 llhr, im Lokale de« Hrn. Bogel, Alcxanderstr. 31, T.-O.: B-rtrag des Uaterzrichneten. Dtensta..!. den 23. Fe r., Abends 8 Uhr. bei EariuS, Prinzenstraß c 72, unweit deS Moritzplatze«, Bortrag de? Herrn A. Kapell.(2 40) Um zahlreiche Bitheilignng ersucht Otto Kapell. Berlin®°fi Mittwoch. 24. Febr., «DCtUIl» Abends 8 wr. bei Bogel. Alexandrrstratzc 31. Mitglieder-Ge«eralversamMluvg des Puyer-Clubs. TageSordn.: Kassenbericht für Januar.— Statuteubirathmig und Beränderung de« Statuten. Äerlesung der Liste der rcstircnden Mitglieder. F.«luuck. i2.00z N N s M e e m Montag den 22. Febr., HUMVUlg. Abends 8� Uhr. Hohe Bleichen 30, Stadt Kiel, Geschl. Mitgliedervers«»mlnng des Hamburger Schuhmachervereins. T.-O: Avrechnnnjj, Besprechung üdcr O rganisatton und Verschiedenes.[1,60] All- Mann am Platze.__ Seidel. ss&orltvs Dienstag, dea 23 Februar, Ol-Iliti. Abends 8 Ahr, im Heise'schen Lokale, Landsbergerstraße 16, Versammlung des Allg. Böttcher-(Äüper-> Vereins. T.-O.: Gcschäftekrtfc und ArbeitSeiustel« lnng._____ F. Gragert.[1,40] Berlin. 21. Februar, 10 Uhr. im Saale Sopbirnstr. 15, Große Versammlung der Maurer, Zimmer- leuts und Bauarbeits- teute Berlins. Tngesorvn.: 1) Die Antwort des deutschen Reichstages auf die Petition der Bavarbeitcr Deutschlands. R-.se?.: Herr Haseuelcve*, Mitglied des Reichst iges. 2) Die Agitation der Berl. Äauaibeiter im Frühjahr 1875. Referenten: W. La- g?, Äug. Kapell und Wißmann. Zu zadlr-ichem B-wch sorvern aus[4.v0j W. Lange. Wißmann. Kapell. Berliner Wsurer-Buud OchentUche Nersammlungen Dienstag, den 23 Febr., B ends 8 Uhr. bei Hrn. Lieber, Blsafferstr. 14/16 (früher Thvrstr.) Mittwoch, den 24. Febr., Abends 8'ihr. bei(Sarin«, h'rinzenstr. 72(oberer Saal) T-O: Borirag des Herrn Hurlemanr über bw N-rwalarbeitStag Verschiedene: Frayekastcn. Kameraden, Jeder sei-m Platze. Wilhelm Lange.[2,60] «»»«ftri Montag, de» 22. Febr., AdendS s Uhr, in G i at w e i l'S Lokal, Kommandanlenstr.77/7S, Schuhmaeber- Versammlung. T.-O.: Anschluß an die Inteenavonale Schuhmachergewerkschast und der bevorstehende S-buhmach-rk-ngr.ß Neser: Herr C. H. Gzimmath Borstandswahl. slFOj DteastaL, den 23 Februar, Abends 8 Uhr, Sophieustraße 15,[1,40] Groffe Oejfentliche Tischlerversamml. T-O.: Borlrag de» Hr-. Rackow. Schiitt Aufforderung: -V/vlUU. Die Mitglieder der Tabak- arbeiterinnen-Kranken- und Stirbckaff- wer« den anfgesordcrt, ihre rcstiren�eii Beiträge bis Sonnab-nd. den 27. Febrnar, zu entrichten, widrigenfalls sie gestrichen«erden. Der Borstaud.[1,40] Dienstag. 23 Febr., �umuurg. Abends 8), Uhr, in Till a«'S Salon, Valentinztamp 41, MM Große T. O.: Social-politischr Betrachtungen, frei nach Ferdinand baffalle'z System der er- wo: denen Rechte Nr. I. Eigenthnm und Erwerb. Referent: H«rr Richter auö Wandt deck. Köster. 12,20' Mwdurg. tcn%TÄr, in Tütge's Embliflem-Nt, Grofzos Coucert von Joh. Schnitze, ausgeführt vou circa»5« Sängern, in Beebindung mit g«oßrm Orchester- Nach dem Cvncert: Großer Ball. Anfang Uhr.[3 60] Entrvc an der Kesse 60 Pf. Karten im Borau« ü 45 Pf, sind bei sämmtlichen Mit- gliedern der Liedertafel„Lassallea" zu haben Hamburg. Äk&W-ft~ in Türae'S Salon. Belentniskmup 41, Oeffentliche Versammlung der Klempner und Berufsgenossen. T.-O.: Bortrag des Herrn Aver. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht L. Stosscl.[l.«0] Hamburg. ÄIS.., im Englischen Tivoli, Kirchenallcc 41, St. Georg, Coneert und Ball, arraugirt von den Mitgliedern d. Mg. Tischler-(Schreiner-) Vereins. Karten, st Persvn 4 Schill, sind in den bekannten Wirthschastcn, bei de» Eomilümit- gliedern und in jeder Versammlung zu haben. An der Kasse 6 SchM. Zu reger Bethcttiguzg ladet ein Das Comits. s2,80] .CYHonton Montag, des 8. Närz, K�HeNfVN. AbciidZ S Uhr in Burmeister's Salon In Ottensen, Großes Vokal- u Austrumeutal- Coneert nebst Ball u. Theater- Vorstellung. Zu Ehren der ihre Haft überstandenen Parteigenossen; arrang'rt vou der Ottenscner Arbeiterpartei. Unter Mitwirkung mehrerer Licdertaselo. Herreukartcu(mit Dame) st 4 Schill. Damenkarten st 2 Schill. Kasscnpreis 6 Sch. Saalöffnnng 7j Ubr. Der Uebersckuß ist für die Gemäß- regelten.___ Das Comsts.[3,40] Hamburg. bei Herrn Meier, Steinstraße 64, Mttglieder-Versammlaug de§> Verbandes der Maurer, Bau- Mord-Arlieitslelltt. Tagetordn.: Solidarische Unterstützung. Alle Mitglieder müssen erscheinen. I. Schlltt.[2.00] Sonntag, 21. Febr., �amourg. Nachm 2 Ubr, bei Herrn O bl, Spitalcrstraße 18, Große öffentliche Generalversammlung sämmtlicher Böttcher(Kuper). T-O.: Der Steile und sein Nutzen Herr Otto Fischer wird anwesend sein. H. Jlper.[2,00� D'exstag, den 23. Febr.. Aheggs 8i Uhr, bei Maas, Fintenstraße, Mitgliederversammlung des Mg. Tischler-(Schreiner-) Vereins. Tagesordnung: Abrechnung. Wahl eines Schriftführers.(1,40 Altona.—NiSH»?-' im Schnhmacher-Berkehr, Ehristlansstreßc Nr. 8, GeneralversammlwH des Altonacr Schuhmachervcrcins- T.-O.: Borstanbewohl. Abrechnung vom Balle. BerschledencS. Dc�Voestand. ll,80 Allen Freunden und Bekannten empfehle ich meine Gastwirthschaft.[1,60] Eichholz.(?. Sodemann, Maurer. Barmbeck. Mittwoch, 24. Febrnar. Abends 8 Uhr, im Lokale des Hrn. Schultz am Marttplatz OeffentUche Arbeiterversammlung. T.-O.: 1813 und 1863 von Fichte und Lassalle.___(£. Simon.[1,60] Zum Hamb. Laden,[2,00 Boyenstr. Thausseeflr-Eck«. Beste Qaal. EngUfchled-rhoO-, Jaqaet»� Ist Jacken empst zn den Mll Engrospreisen Wandsbeck. Wontag, 22. Febr., Avends»1 Uhr, bei Herrn Lagemauu, Groß« Voiköverfi-rumlung T-O.: Eigenthnm und Erwerb. R-f.: E. B Richter.— Die Parteigenossen müssen für Verbreitung sorgen. I. R-hder«.(MO] CVsinfino Ticustllg. 23. Februars �tzeyoe. AbmdS 8 Uhr, Bolkshalle, Gesang und theatralische Borttäge. Siachdem freier Tanz bis 12 Uhr, arrargirt vom Arbeiter-Sängerbund. Da« EomitS.[1,40] Eimsbüttel. in Sanssouci, Eimsbütteler Straße. Große BolksversaMmlung. T.-O: Di« Social-Deuiokratie und ihre Gegner. R f.: H«rr Auer auS Hamburg. Mittwoch, dm 24. Frbr, Mends£1 Ar, im Lokale de« Herrn Frombcin, Eimsbüttel.r Chaussee 32, Oefftl. Mitgliederversammlung deS Allaem. deutschen Arbeiter-BereinS. '' Th. Walkerllng.[3.20 Montag, 22. Febr. Hannover. Abends 8 Uhr. bei Herrn Matthe«, Gescklossene Mitgliederversammlung Sc« Social-demokr. Wahl-Vereins. T.-O.: Abrechnung. Bcrfchlidene«. H. Rudolph.[1.40 Mittwoch, den 24. Febr., �llluguil. Abends 8 Ahr, «eschl offene Mitgiieder-Versamml. des Mg. deutsch. Arbeiter- Berems. TageSordn.: Monatliche Abrechnung. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Bevollmächtigte.[1,40] Brandenburg a. d. H. Sonntag 28. Februar, im Reustädrer Schiltzenhcmse, ESäXjiX. des Brandenburger Männer- Gesangvereins. EnUee 1 Mark. Karten sind zu haben bei A. Deichmüller, Äirchhofstr. 25; H.Schmidt, Kirchhosstr. 16, sowie an der Kasse. Freunde werden eingeladen. Der Borstand.[2,40] Für Stettin und Umgegend die Anzeige, daß Soonavcnd, den 6. März, bestimmt da« Stiftungsfest deS social- demokr. Wahlvereins stattfindet, zu welchem di- Mitzkicder und d e zn un« gehörigen Gewerkschaften mit Familie eingeladen werden. Entree für da« Fest 24 Sgr. Nach 11 Uhr Tan,. Die Festrede gehalten von August Kapell aus Berlin.__ Carl Finn.[2,60] Fabrikanten(Hausarbe ter), welche Cigar« renarbeiter suchen, und wiederum Cigarren« arbeitern, welche Arbeit suchen, wird solche uncvtgeldiich nachgewiesen bei Fr Erbmann Otten cu, BlSmarckstr. 15. Außerdem erlaube ich mir, meine neue zu jeder Zeit geheizte Kegelbahn zu empfch- len. Die«örtlichsten Export-Bieve und reinen Spirituosen, vll gros et eu detail, find stets aas meiner Destillation zu beziehen.- Carambol- Billards emvfehle ich gleichfalls den geehrten Gästen. Ottensen. Fr. Erdmann.[6,50] Mvittog, 22. Fcdruar, HLlversLlv. gamstag, 27. Fevr., Abrud s 84 Uhr, im Lokale dcö Herrn Hunscheidt, Versammlung des' Elberselder Arb.-Wahlvereins. Jedcrmavn hat freien Zutritt. Der Vorstand.[1,60] Den Parteigenossen empfehle ich mein Herrengarderobemagazin. Albert GoriS,[3.00] Lothringerstr. 49. am Roftnrhaler Thor. Bestellungen werden gut ausgeführt.__ Empfehle reelle gute Cigarren clg. Arbeit. Philipp, kl. Dr hbshn 39, Hamburg.[1,00] Englischleder- Anzüge, anerkannt defie.2u-lltät, versenden gegen Nachnahme(zollftci): 1 Jaqnet 5Th!r.20 Sgr., weiß 5 Thlr.lOSg». 1 Hose 3« ö« do. 3« 5- 1 Weste 1- 10. Beste Sorte Manchesterhosen 3 Thlr. 1b Sg«. Echte Isländer Unterjacken. 1. Größe 1 Thlr. 27 Sgr II.« 1- 18-[7,00] Heury Jfaacs& Co., Kl Elbstr. 22, Altona, im allen engl. Laden. Hannover. Unterzeichmler empfiehlt sich den Parteigenossen zur Anfertigung von Her« renNeidcrn zu reellen Preisen. Auch suche ich zu Ost-rn einen Lehrlirig.(2.50] H. Nudolph, Mltl.lstraß- ll. Krück und Verlag von i. 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