Hot dir Pnulchtvng d'rj'üizcn Slclle der Bloschüit veistljt. In»tlcher tl« 8t!t!»Igoag bt« Re'chskaazln» gtfmibtn ift.— Mt»strr.®« fälischt MrUur" veröffentlicht eine vsm 5 Februar»atirle pZpstliche Eucy> tllka an dir vischöfe In Prenßeo, warin bt« v-rartheilong der Sirchengesetze oob die Ertommunikarian aller vom Staate angellelltev Seistlichen au?>e- spr»»en wirb.— Freiburg i. v Priester Heitmann wegen Wi'berh» img kirchlicher F Nationen in 121 Fällen zu 7680 Mark, event. 1 Jahr 6 Ma Noten Sefiiigniß viruriheilr Bicar Gepperl wegen gleichen«eraeh'n» zu 6 Mo». Set. verurlheilt.— Frankfurt a. M. ,.?raiiif. Bollofr." kansiOjirt.— Frankfurt a M. Durch heme v-rttiab-teS UrlheN be» hiesigen Sppellaiio gtrlttO ist der verantwortlich' Seebat cur der„Frankfurter Zeitung", Otto vörth, van der einen Anklage der MajestilSbileiblguug freigesprochen, da- «tgeu»er anderen, sowie der Berächllichmachnug der Maigefetze und de» Veleidizmlg de? General» Kummer für schuldig erkannt UN» zu einer Ge- fängniß'Irafe von drei Monaten, sowie in eine Geldbuße von hundert Mark »erunheilr worden— Nürnberg. Der Magistrat hat den ue» gebildeten social-demokratischen Wahlverein polizeilich schließe« lassen.— Stuttgart. Der Redakteur dc«„Beobachter", v Hasenkawp. wegen BI«marckbeleib!g ug zu drei Monaten Sefängniä verurlheilt.— Mainz. Der Re>ak>ur de» »Bivgir A-z"»on der Anklage, gegen s 131 sich v-rfehlt zu haben, srel« reff'roche«; der Staatsanwalt hatte zwei Monate Gesängniß beantragt— Mltncheu. Inf. Lang,»er auf Beleidigung de» deutschen Kaiser« in unter. snchung-hast genommen, ist gegen Kaution in Freiheit gesetzt war den.— Brandenburg. Die Social-Demokraten Beige«nd Schönse.d! au» Mar- zahne werden vom Brandenburger Kcei»ger'cht in Folge einer Tellersomm- lllng wegen Bettelei zu je 9 Mark«erurtheilt. Das gewerbliche Sa, dsgericht zu Hamburg. Wie schon früher berichtet wurde, hat die gesetzgebende Bürgeischaft zu Hamburg nach laugen Weh'a auf Andeängen einiget zünstlerisch» Hand- »«let und rechtsseitiger Kathedcrsocialisteu Jen Januar d. I. einen Gesetz« ttttwori an enomme», welcher nicht nur für„ie Arbeiter Hamburg», so». »srn auch für die Arbeiter im übrigen Deutschland wegen seiner prinzipiellen Todteosprüngi»on Interesse iii. Diese,»esetzentwurf bezieht stch auf die «insetzuug eines gewerblichen Schlebsgerichl» und aas Bestrafaug beS Ar« beitskontraklbruchs. Er soll nicht im ganzen Hamburger Staatsgebiet, sau- bern nur im Freihafengeblet, wetches de» iiäbtlschen Theil Hamburg» um- faß', Geltung erlangen Da« Gericht s ldst soll au» je IS Arbeltgebern und Arbeitnehmern, mir einem rcchrSgelrhrteu Borfitzeuden, bestehen; die Ent- scheidmige» desselben erfolgen in der Regel durch den Borfitzendes und zwei B-isttzrr. doch steht e» dem Borsttzcndea frei, wenn er e» dir Wichtigkeit, kt« Falles angemessen erachtet, eine gri-ere Anzahl von Richrern büzu ziehen. Unter den außer dem Bvrfitzenden an der Elltscheidung Theil»eh- Menden Mitgliedern d-S Gericht» müssen Ardellgeber vnd Arbeitnehmer in gleicher Zahl»erir-teu sein. Die Kompetenz de» Gericht» erstreckt stch ans a>e In§ 108 der Sewerbeorduung vom 21. Juli 1869 erwähnten Streitig« reiten selbstständizer Gcwerdctreibcndeu mit Ihre» Gesellen, Gchülfeu und Lehrlingen, sowie der Fabrikiohader mit ihren Arbeitern. Die Entscheidun« »r« de Gericht» find definitiv; ewe Appellation«der Nichtigkeitsbeschwerde findet nicht statt. Berti, mng der Parteien durch Anwälte Ist ausgeschlossen. Da» Gericht hat das Recht der Eldconahme und Ist befugt, Borladuugen anch gegen Dritte bei Strafe zu erlasse»! e» emscheldet nach freier lieber- zrngvng, nachdfit es vorher versucht hat,«Inen Lerglcich zw schcn denPar- leim zu Stande zu bringen. Durch§ 10 dc» Gesetze» ist da» Gericht be- kugt, in Fällen widerrechtlicher EinfteNung der Arbelt ableiten eines Arbei. ttcs, oder widerrechtlichen Berlasseu» der Lehre ableiten eine» Lehrling», und umgekehrt«ldirrechtlicher Entlassung«ine» Arbeiter»»der Lehrling», fall» nicht sofort genügende Sicherheit für die alternativ neben der Verpflichtung zur Rückkehr in da« Arbeit«-«der Lehrverhiltuiß, resp. der Verpflichtung Zur Wiederaufnahme de« Entlassenen, vom Gericht van Amt»wegeu fest,u- stellende Entschädigung geleistet.. nden kann, ans Antrag der Berechtigten, die Erjüllung der etsterea Beipflichtong(Rückkehr in da» Arbeit«- oder Lehrverhältniß, resp. Wiederausuahwe de» Entlassene«) mit e«er Hast bi» Jit acht Tagen aufzuerlegen. Dem Betreffenden ist jedoch,«nid nachdem er dereite in Haft genommen, gestaltet, die Arbeit resp. den Arbeiter wieder auszunehmen»der die Entschädigung zu leisten, und sollt alsdann der Rest der Hast fatt. Die Hamburger Parteigenossen beide« Fraktionen cntschlossca stch rasch, eintritt. HIg gegen diesen unten Versuch, die Arbeiter zu demttihige» und die Arbeitgeber zu bevorrechten, vorzugehen, weshalb ste zum 13. Januar d. I. eine große Volksversammlung einberiefen und dieser ihre Buschaunug gegen den fraglichen Gesetzentwurf darlegten. Die Volksversammlung wählte eine Kammlsfion, welche dem Hamburger Senat, ohne dessen Zustimmung der Entwurf keine Gesetzeskraft erlangt, ewe Eingabe wider den Entwurf machen sollte. Die Kammisfion hat stch Ihre» Austrage» entledigt und find wir im Stande, nachstehend den Wortlaut der von Geld verfaßten Eingabe Mitzmheilca: Hoher Senat! Die hochachtungsvoll und eraebeust Unterzeichneten find don der am 18. Januar d. I. tu Tütgr'» Etablissement abgehaltenen Boll». Versammlung, welcher mehr al» 3000 Arbeiter beiwohnten, beaustragt war. den, einem hohen Senat nachstehende Eingabe in Bezug aus den,»ou der jiiefig-u Bürgerschaft angenommenen Gesetzentwurf, beireffend Behörden zu» Entscheidung von Streitigkeiten der sclbststäudlgen Gewerbeireibeaden mit ihrem Hülfspers-nal und da' Ber fahren cor ders'lbeu, ehrerbietigst zu unterbreiten. Was zuvördetst die im genanuteu Gesetzentwurf erwähnten Schiedsge. richte besteht, so muß die Fähigkeit und Unparteilichkeit eine» solchen Ge- richts vorweg angezweifelt»erden. Da» Gericht soll, laut Z 2 de» Tat- Wurfs ,u, Arbeitgebern und Ard-itoehmern ln gleicher Zahl(je IS) be- sicher. Seine Mitglieder(mit Ausnahme dc» rechtsgelegrtcu Lorsttzcndcu) sollen roa der Gewelbeiammer gewählt werden. Au» welchen Persaacu de- steht aber dl- Gcwerbekammer? An» seldsl ständigen Gewerbetreibenden, auf deren Wahl die Arbeiter ihn« Einfluß find, den« die wenigen Ardciter, «ek»e da» Horibrrger Bürg rrecht befitzen und zur Gcwerbekammer wählen dürfen, find gegen die Bürger mit selbftständigem Gewerbe bedeutend in»er Minorität. Die Arbeiter im Schiedsgerichte werden daher nie die Ber- treter de» Arbeiterstandes, sondern stet« nur solche Prrsonea sein, welche den Arbeitgeberu, iu deren Person die Gewerbekammer ledeudig wird, genehm er- scheinen, d. h Personen, welche voa vornherein nur mil Rücksicht auf ihre Sympathien mit den selbststiudiqrn Gewerbetreibenden zu Ami und richter- licher Gewalt gelangen. Daß die Arbeiter einem'olchen Gericht nicht ver- trouenSooll entgegenkommen werden, steht außer Zweifel. Sie«erden ein Bertramn nur dann hegen können, wenn sie Ihre Vertreter lm Gerichte E» ist mein S�yl, sogt man. Man nehme mein ganze» literarische? G-päck) e» ist leicht. Eme Jary von Schriftstellern dergltich: e» mit dem Dokumente, und wenn fie die gcringstr Aeholichkeit im Siyle findet, so will ich mich verartheilen lassen. Wenn c» nicht meia Styl ist, so ist es noch weniger meine Handschrift.— Sie haben e» diktirtl— Nein! e» herrscht in mehreren Theilen dieser Schrift eine gewiss« Sorgfalt der Form, welche nicht erlaubt, eine mündliche Improvisation vorauszusetzen; ich muß eS ausgearbeitet haben. Wo ist das Manuskript? Ich war Gefangener; ich konnte eS nicht verberget! und man hatte ein großes Interesse daran,»S zu besitzen. Und auch keine Unterschrift! Ist dieS glaublich? Wie, ein alter, höchst gefährlicher Feind, der»ertheidignngSloS zu den Füßen des Siegers liegt, seine ganze Person preiSgiebt! Und man nimmt nicht die geringste Sicherheit gegen ihn! ma» ver- langt kein Unterpfand von ihm, nicht einmal seine Unterschrift! Uod schon am nächsten Tage stellt stch dieser Feigling mit stolz erhobener Stirn vor den Gerichtshof der PairSk* er trotzt seinen Richtern mit feiner Rede! er trotzt ihnen mit seinem Still« schweigen! er rechtfertigt vor dem vollen Gerichtshofe die Jafur- reklion! er demüthigt öffentlich Diejenigen, deren Kniee er gestern zitternd umfaßte! Wie läßt stch jenes Uebermaß von Feigheit am 22. Oktober und weit entfernt von der Gefahr, mit diesem Uebermaß von Bermeffevheit am 14. Jaunar, der Gefahr gegen- über, vereinigen! Di« Brrlenmdllog ist stets willkommen I Der Haß.und die Leichtgläubigkeit laben sich mit Wohlgefallen daran. Sie hat nicht »öthig, eS genau zn nehmen; wenn st« nur den Todesstoß ver» setzt, wo» kümmert ste dann die Uawahrscheinlichkeit I Selbst an selbst gewählt haben. So Welt übte die Unporleklichk'it de« deantrazten Schleb»ge«Icht«. Bezüglich der Fähigkeit de» G'rlcht», R-chk zu lpre�"' ,. heben, daß die Zniammensetzuag de» Gericht», laut§ C.sc. 3t durchaus uniachgkmäßc Ift. Wenn auch nach dem Entwurf Möglichkeit vorliegt, daß zuweilen zw-l Schneid.! ale Richter fan-iren und in einem streitigen Falle Zwilchen zwei Schneidern Recht sprechen, s» wird dir» doch immer zu den Aus» hmeu gehörigen, da»er sachgewerkliche Lha-a ter de« Schiedsgericht» nirgend» betont st Die Folge wird sc u, daß über einem Streitfall zwischen Tischlern meistens Schneider, Schuster»der andere Ge« werbtrcibcnde werden urldeilen müssen und so fort in lauger, uubefrledl. geoder Kt t» Kette. Od»ic» zu gerechten,-nS Sachkunde entspringenden Urtheilen süyren wird, Ist sehr zn oestrelten und damit zugleich die Fähig. keit des Gericht», objektivere Urtheile zu sällea, al» z. B. die hiesigen recht». gelehrten Präturrich-er, leicht zu bekämpfen. Ein entschuldige' der Hinwei» auf§ 9 al. 2 de» Gesetzentvurfs trifft nicht zu, da e» auch dem rechiSqe- lehrten P ilor freisteht. Sachverständige zu vernehmen. Thatfächlich hat denn mch die HIestge Bergleichsbehörde(Richter ans dem Grwerbestande) die Kläger»st abgewiesen, währcad nach erfolgter Appkllaliou der Präior dem tlä crischeu Äntran gemäß crkonme. Dies führt zu dem Schluß, saß ein G-werbcg-richt, welche« nicht auf fachgewerkllcher CafiS beruhe, fchkech. terding» ,ur Rechtfprtchnng laut§ 8 der deutschen Giwerbeordunvg Nicht geeignet ist. (Fortsetzung folgt.) Nordbavstll, 12 Febr.(Prozeß) Heute stand Unterzclchncter vor dem AppellationSgerlcht zu Haldetstodt betreffs der schon bekannten Ber- urtheilung zu Nordhanscn, wegen Verstoßes gegen das BcrelaSgrsctz Unter« zeichlleter hotte schriftlich schon nachzuweisen»ersucht, daß er thatfächlich nicht gegen da» VerelnSgcsctz verstoßen, sondern streng den Borschristen de» Slatnl» Folge geleistet, welch-» stet» den Behörden vorgelegen, und stch mit dem Oberuibmtalsbeschluß vom 9. Juni 1870 In vollständigem Einklang b-fäudc. Hiergegen metnie der Richter, daß da» GeschäftSregietncut dc» Statut» Brwei» genug sei, daß die Mitglieder dc» Allgem. deutsch. Aeb.« Lerein» in den verschiedenen Orten Zwclgvcielnc hildeteu. Die dem Unter- z ichnetcu in erster Instanz zuerkannte Strafe von 10 Thnlern, event. einer Woche Gesängniß und Tragang der Kosten»nrdc somit beßät gt. L. Holluagel. HUöesheiM, 21. Febr.(v-rurthei.ung.i Am 26 Januor d. I. hatten die Herren Jericho und Köthcr, sowie der Unterzeichnete in der Be- rufung»snchc wegen Bergeheu» gegen die BereinSgesetze vor dem kleinen Senat dc« hi-stgeu Obergerichts T rmin, und wurde da» Urtheil erster Instanz wegen mangelnder Uatersuchnng tasstrt und au da» HIestge Schös- srngericht wieder zurückgewieicu. In Fo'ge"essen hatten wir am 16. ds». wieder Termin vor d m hiesigen Schöffengerichte und wurde Jeder der An- geklagten, trotz der s-hr gcichi ten Benheidigung de» OdergerichtSauwalt» Mnmmer», zu 15 Mark Geldstrafe oder im UnoermögcnSsalle zu 3 Tage» Gesängniß, sowie zur Tragung der Prozeßkosten erurtheilt. Gegen diese« Urtheil wird seldstoerstSadlich Berufung riugelegt. A. Stolzrnburg. Dortmund, 19. Febr.(Baufchrcluerstrike.) E» wird fämmt- lichcn Bnufchreiuern mitgethiilt daß in»er hlcstgra Bauschreinerei(Aktien- Sesellschafl Dortmund) der Lohn bedeutend reduzlrt werden soll, und werden d cselbru ersucht, den Zuzug nach genanntem Werk fern zu holten Für dir Tischler! E. H.«albslelsch. Hamburg, 21. Februar.(Aufruf an alle Malergehülfeu) Hom. bürg» und der Umgegend. Werthe Kollegen! Ich sühle mich wiederum veranlaßt, on Eure Ehre zu oppell ren und fordere Euch auf. anch im Jahre 1875 für da», wa» wir im Jahre 1874 besch'oss-u und zum größten Thcile erreicht haben, einzutreten. Laßt Euch in keiner Weise bavon ab« schrecken, sondern stehet mit allen Euch zu Gebole steheudru Mitteln dem Berelu zur Seite, damit wir unser Recht erreichen. Ferner fordere ich All«, welche UN« bis heute noch fern gestanden hoben, auf, mindesten» in diesem Jahre VN die Ehre Ihrer Prinzipale zu appelliren, daß di'se da« im vort« gen Jahre gegebene Wort in diesem Jahre eimalöseu. Reicht un« die Bruderhand ,»m Vereine, laßt Euch nicht beeinstussen durch Irgend weiche Verbiudlichkcitru. Vorwärts, in den Kampf. S. I. Lcvin, erster Borfitzender de» Berein» der Malergehülfen. Wilhelmshaven, 20, Februar.(Zum Strike der Wilhelm«. haveaer Zimmerer.) Der Band der vereinigten Arbeitgebe« dc« Bau« gewcrts zn Wilhelmshaven, unterzeichnet vom Borsttzevden Franz Siecke, erläßt iu der„WilhelmShovener Zeitung" kürzlich ein Lamento. Diese« Lamento besteht uolürlich darin, d ß die Gesellen Immer noch nicht wieder nach dm Wünschen der Meister dfc Arbeit ausnehmen«ollen, und ba der „Pionier" ihnen bekundet hat, daß nach Wilhelmshaven schon 4230 Mark, ohne die örtliche Unterstützung gekommen sind, e« den Herren daher uu. möglid erscheint, eine Einigung zu Staude zu bringen.— Die Herren glauben, weil die flrikcnbcn Kameraden In Wilhelmshaven von ihren Kol« legen unterstützt worden find, und zwar mit einer innen zu hoch erscheinen« dm Summe, daß dadurch eine Einigung, wie fie stch ausdrücken,„unter solchen Bewaudtnissea" nicht möglich wäre!— Sic wünschen also, daß die Sttikeudm womöglich gar nicht i.nlcrsttttzt worden wären und fie der Hnn« per wieder znr Arbelt getrieben hätte, dann wären„die Birbälluiffe" naiüe tich ander«, welche zur vortheilhaften Einigung, für die Herren Meister allerdings, beigetragen hätte»! Ader nehmen Sic, Herr Siecke, die Ber« sich-rung hin, daß unsere Kameraden auch verstehen«erden, einzutreten für ihr natürliche» Recht; wenn Sie aber überhaupt eine Einigung mit den Strikenhen herbeiführen wollen, so lönncn Sie da« ganz gut, denn die 4236 Mark, welche die Strikcudea bereit» bekommen haben, hindern Sie durchaus nicht daran. Ja der neuesten Nummer der„Baugcwerkszcitung" heißt e« alsdann folgendermaßen:„Ja Wilhelmshaven strikm seit dem 11. November b. I. die Zimmecgesellen,«eil ihnen die beanspruchte Loh». crhöhuug von 16ß pCt.(fie erhielten 4 Ggr. pro Stunde) verweigert wurde. Der S rike dauere dl» jetzt hartnäckig fort,«eil die» de» Gesellen durch au» anderen Orten ihnei' reichlich rufließende Geldunterstützungm möglich ge« macht wird. Es«endet stch daher her Bund der vereinigten Arbeitgeber der Baugewerbe zu Wilhelmshaven au die betreffeuoeu Arbeitgeber, namentlich Berlin'«, mit dem Ersuchen, wöglichZ dahin wirken zu wollen, daß ferner zu dem genannten Zwecke auf ihren Plätzen nicht m«hr gesammelt werden dürfe." Glauben denn die hochweiseu Herren der„Baa- gewerkszeitung", die Meister könnten über eine» Gesellen Portemonnaie ver« fügen, wie ste wollten? Sollte e» also schon soweit cekommm sein, daß die Ungereimtheit stößt fie stch nicht. Sie hat einen geheimen Fürsprecher in jedem Herzen: den Neid. Nicht mit ihr verfährt man streng, nicht von ihr verlangt man Beweise, sondern von ihren Opfern. Ein ganze» Leben voll Hingebung, voll strenger Rechtschaffeaheit, voll Leiden, wird in einer Sekunde von einer Bewegung ihrer Hand vernichtet. Ein Berrath? Aber warum? Um meinen Kopf zu retten, der nicht bedroht war, wie Jedermann weiß? DaS Schaffst hatte stch während de» ParoxiSmn» der Wnth nicht erheben können; konnte eS nach acht Monattn der Bernhignng vnd deS vergessen» errichtet werde»? Man hätte wenigsten» feine Aawesenheit abwarten sollen. Uad wenn daS Uebermaß der Tyrannei mich mit so großer Hast unter die Verbrecher schleuderte, warum— ich frage noch einmal— hat man dieser moralischen Beraichtnng nicht«in«, Unterschrift entrissen? Habe ich mir wenigstens die Erleichterung meiaer Fesseln anSdedungen? Der Mout-Saint-Michel, da» Gesängniß von TourS können darauf antworten. Wer outer meinen Ge» fährte» hat den LeidenSkelch so geleert als ich? Ein Jahr lang stechte ein geliebtes Weib, fern voa mir in der Lerzweiflang hin, uad dann war ich vier ganzer Jahre laug in meinem Kerker mit dem Schatten der Hingeschiedenen allein; diese Marter habe ich, ich allein in dieser Hölle de» Dante ertragen! Ich habe ste ver- lassen mit gebleichtem Haar, mit zerrüttetem Geist und Körper, und jetzt höre ich vor meinen Ohren da» Geschrei: Tod dem Verräther! krenziget ihn! Du Haff Deine Brüder für Goid verkauft, schreibt die ehr« kose Feder der Wüstlinge. Für Gold, um langsam in einem Grade zn sterben zwischen schwarzem Brode»nd dem Wafftrkrug« jeder Geselle abhängig»am Meister in Bezug ans sein eigene» Geld wirek Wahrlich diese»i fich'ev, vertreten durch„liberale" Bau-, 9> xn. und Zimm-rmeisteevernänd«. dolumenti-'N s» reche dl- Freiheit, welche-»tde- raUsmu» anstrebt. Ader nicht» d.stowcniger werden ßch die Zimt... riet. I« ein so'che» AbhinglgkcitSverhiitniß nicht schmieden lassen, denn wenn e» so weit käme Bürden die Meister am Ende noch kommaadireu,«»« und wie viel gegessen werben solle. Darum, Zimmerleute Deutschlands, tretet zusommc», gründet einen verein am Orte, mio wendet Such um R.h zu. jeder Stunde an un». Rar dmch gemein am.» Wirken köaneu wi den täglich überhand nehmenden Gelüsten der Meiste« entgegentreten. Unter- stützungeu für Wilhelmshaven nimmt entgegen August Kapell, Berlin, Waldemarstr. 56. Brem es, 29. Februar.(Xu die Abvnucuteu) de»„Neuen Social« Demokrat". Da« Ausbleiben der beiden letzten Sonntagsamumern vom 14. und 21. d. M. Ist nicht durch die Kolportage verschuldet, sondern hat nur lediglich an»er Post gelegen, so B. den letzten«ountag ist der Pastwageu entgleist und deshalb die Berlpituug. Wir hallen e« für nSthig, hierin Aufklärung zu geben, da durch solche Unregelmäßigkeit leicht Miß. tränen und Unwillen zu der Ko Portage entstehen.") _ Die ZclttmgSkommisfion. *) Wir erklären hieidarch, daß eine Verspätung iu Zustellung de» Blatte» In letzter Zelt nur an der Post gelegen haben kann, da wir stet« schon um 5 Uhr Nachmittag» an Sxpeditl»n»tagen dte ganze Auflage de» Blatte« fertig hatten. Die Expedition. Den 6. März findet in Berlin gegen unsere Parteigenosse» Rackvw«od Derossi eine gerichtliche Lerhaodloag statt Wege» Fortsetzung«ine» voa der Polizei geschlossenen BereioS. Herr». Tesseudvrf bereitet an» für dieses Jahr eine höchst iutereffaote Feier de» achtzehnten März. Der Ge« richtStermiu, welchtr den großen Prozeß gegen den Allg. deutsch. Arb.-Bereiu einleiten soll,«ad bei welchem Haseuclever, De» rosst and noch ca. zehn ander« Parteigenossen al» Auge» klagte fuugicen, fiadel nämlich den 16. au» 18. März statt. Joh» Brow«. Wie oft höhnen unsere Gegner nicht über jene Männer, welche für da» Jd:al des SocieliSmuS sich geopfert haben. Raa wohl, wir wollen fie auf einen Märtyrer der Sclaveanfrrinng hinweisen, dessen Tod wahrlich nicht vergeblich war, sondern ein Bedeuteudes dazu beigetragen hat, daß die Befreiung der Scla-> Den in den vereinigten Staaten von Nordamerika schon wenig» Jahre darauf erfolgte. ES ist Joha Brown, dessen Tod, gleich einem in'S Pulverfaß fallenden Funken, die öffentliche Meiunag gegen die Sclavenhalter entflammte. Am 2. Dezember de» JahreS 1859 wurde der Borkämpfer der Sclavenbefreinng John Brown gehängt. Er hatte mit dea Waffen in der Hand versucht, die Sclave» zur Empörung zu reizen und die Sclaverei in Birgiaien aufzuheben. Allein er unterlag. Darum machte ihm dieser Staat dea Prozeß uad rich. Ute ihn hin. Da» ist einmal der Lauf der Welt. Macht geht vor Recht; Joh» Brown wurde„von Rechtswegen" gehängt. Wtan jemals ein Maaa wußte, daß er Alles für«ine erhobene Idee aus'» Spiel setzte und dem entsprechend handelte, so war eS Brown. Warum schritt er aber zum Aufstand? Warum wandte er stch gegen Birgiaien, gerade gegen dea ältesten südlichen Staat der Union? War da» Zufall oder ein wohlüberlegter Plaa?— Birginieu war der vollende! ste Ausdruck des Sclaveohalterregi» ment», ein Staat, der die ganze Klasse repräseatirt«. Mit dem Ruin von Birgiaien, wie ihn Brown beabflchtlgte, sollt« die Ba» stille der amerikauischen Sclaverei und Knechtschaft gestürmt werden. Wir wissen wenig über die Bergangeubeit BroWn's; ste läßt stch iu einigen Sitzen erschöpfen. Seine Vorfahren Waren sechs Generationen hindurch Farmer und zuerst iu Ren- Eaglaod a'« säsfig. Sie werden als ehrenwertht, offene und schroffe Charak- tere geschildert, a'.B würdig« Nachkommen jener Pilgervater, welche die zähe Energie uad den hingebenden EathasiaSmaS de» revolutionären Englands auf amerikauischen Boden verpflanzte«. John Brown ward zu Anfang de» Jahrhundert» im nordöst» licheo, gebirgigen Theile von New-Uork geboren und wuchs al» Farmer auf. Dir ersten Eindrücke de» Knaben, eine rauhe, wilde Gebirgsgegend, der Umgang mit einfachen, aber kräftigen und grundehrlichen Wald- und Landleuten übten selbstredend auf den Charakter de» stch bildenden Mannes einen bedeutenden Ein» sluß au». Er ist eine offene und ehrliche Natur, in welcher der Geist seiner Bäter jene unerbittliche Konsequenz, kühnen Idealismus uad»ubeugsame Kraft erzeugt. In dem Manne ist nicht« Hal- beS, er geht, ohne Rücksicht auf die Wahrscheinlichkeit eiucS Er» folge», auf feia Ziel lo». Bor 1837 war Brown Geschäft»« mann im nördlichen Ohio. Im Jahre 1838 find«» wir ihn al» Wollmakler in Spriugfield in Massachusetts, von Allen, die ihn de» Schmerze»! Und was habe ich mit diesem Golde gem'cht? Ich lebe in einer Dachkammer mit 50 Centime» täglich. Mein gaaztS Vermögen besteht in diesem A tgeublicke an» 60 Franken. Und mich, die Jammergtstalt, die sich mit einem zerbrochenen Körper und in abgenutzten Kleidern durch die Straßen schleppt, mich beschimpft man mit dem Namen eiaeS Brrrither» I Während die Lakaien Ludwig Philipp'«, in glänzende republikanische Schmetterlinge, ans dea Teppichen de» Hotel de ville umheiflat» tern und von der Höh« ihrer an wohldefetzten Tafeln gemästeten Tagend herab den armen Hiob beschimpfen, der an» den Kerker» ihre» Herrn kommt! O, Ihr Menschenkinder, die Ihr immer einen Stein in ber Hand habt, um ihn ans den Unschuldigen zu werfen, Berachtang über Euch! Die Gutmüthigsten sagen:„ES fiad einige Briefe Blau- qui'S, einige Worte, die ihm entschlüpft find, und die man böS- willig zn seiner Deaaaziatton benutzt." Sie haben den unbe» stimmten Verdacht einer Schändlichkeit, ohne einem Zweifel wegen deS Urhebers der Schrift Raum zu geben. ES fiad zwei Dinge, von denen fie verblendet werden: die Anweadaug der ersten Per» foa, welche eine so mächtige TäaschuugSkraft befitzt, und dann die unerwartete Aufdeckung dieser unterirdischen Welt der geheimen Gesellschaften. Ihr seid im Jrrthum, ihr guten Leute, nicht ein Wort ds» LibellS ist an» meiaer Feder geflossen; e» kommt ganz uad gar an» der unsauberen Werkstätte der Fälscher. (Fortfetznug folgt.) Isööett, geÜtfet und geehrt. Er Hütte tnzvischm und spater in verschieden- n Theilen der llnioa als Farmer gelebt. Er war bereits fünfzig Jahre alt, als er mit dem B-steheaden in Kovfl.lc iierietd, erst 1854 trat er als ein Politiker vor daS ganze Vand, a diesem Jahre zog er nach Kansas. Diesem zu jener Zeit vielfach genannten,«estlich von Mis> souri gtlegenei'. Territorium sollte von der Bundesregierung unter dem Borwande, daß die Bewohner eines jeoen G-btetiS deff-n soaveraine Htrre» seien, also auch namentlich d-lffea Gesetz: ohne Otnebmignng deS KouguffeS machen köonten, die Sclaveret auf- gezwängt werde»». Die Bürger der freien Staaten erkannten die 4hnell drohende Gefahr; sie wanderte» za Taufenden nach Kansas auS, um das Territorium den auS Missouri ebenfalls in Masse eindringenden Scluvcnhaltcrn abzugewinnen. Es entbrannte zwi- schen Norden und Süden in den Prairien des W-stenS ein Kampf auf Leben und Tod; er entschied fich«ach dreijährigem Schwan- ken zu Gunsten des Nordens. Brown, der mit seinen fieben Söhne» nach Kansas gekom- wen war, steht natürlich von vornhereiu auf Seite» der Frei. staatlcute. Judeffen hält er sich, ein geschworener Feind aller Polieik und Schönrednerei, anfangs als friedlicher Farmer fern vom Getriebe der kämpfenden Parteien, bis die M-jsourier Grenz- strolche die Rahe seines HauseS gewaltsam zerstören und den Mann der Pflugschaar zu dem kühusten uad verwegensten Par- teigänger machen. Einer seiner Söhne, Friedrich, wir» auf vffe- ucr Siraße wehrlos von einer Bande Miffourier überfallen und brutal ermordet; ein anderer, John, nach der Einnahme der frei- staatlichen Ansiedluug Ossawatomie, mitten im Sommer ohne Kopfbedeckung und mit K-tteu beladen, einig» füafzehn Meilen weit durch die offene Prairie getrieben, so daß er in Folge dieser grausamen Behandlung wahnsinnig wurde. Browu'S und seiner Söhne Häuser werden bald darauf niedirgebrannt; seine Nach- barn und Freunde ermordet. Dir höchste BandeSgewalt schützt und begünstigt die Mörder und Räuber, handelten diese doch im Jntereffe der Sclavenhaller gegen den Norden; sie selbst hilft die Saat ausstreuen, die bald genug als Frucht in Virginien aufgehen sell.e! Als» auch Brown kann keine Gerichtigkeit finden; er nimmt das Recht in feine eigene Hand, er rächt sich, fo gut «r kann: Aug« um Auge, Zahn um Zahn! Bald wird er einer der gefürchtetsten Freistaatlente. Die Greazstrolche f-tzeu einen Preis auf feinen Kopf auS; aber Brown schießt sie nieder wie die Spatzen, überlistet und überwältigt sie und triumphirt überall über seine Feinde. Er entwickelt in diesem Gnerillakciege alle glänzenden Eigenschaften seines Geistes, Muth, Umsicht, Kaltb.ü- tlgkcir und unermüdliche Energie, und erweckt die Bewunderung vou Freund und Feind. Als ihm eiast der Gouverneur von Kansas bemerkte, daß die Mtflourier über Krrz oder Lang seinen Scalp(abgezogene Kopfhaui) haben würden, da fie fich Alle zu seinem Untergänge verschworen hätten, lächelte Brown still. Er erntete die größten Lorbeeren nach der Einnahme von Ossawatomie, wo er mit dreißig Mann die mehrere Hunderte zählenden Miffourier angriff und zerstreute, nachdem er fechSzig von ihnen getödtet hatte. Er hieß seit dieser Heldenthat im Munde deS BolkeS immer der Off». Watomle-Brown. Doch nicht genng damit, die Angriffe der Miffourier abzuwehren, so trug er den Krieg in ihr eigmcS La. ger. Er befrei« zu verschiedenen Malen die Sclaven in den an Kansas grenzenden Landstrichen von Missouri und führte mehrere Züge Schwarzer mit den Waffen in der Hand durch Kansas, Nebraska, Iowa, Illinois und Michigan nach Kanada.„Gebt mir Männer mit gefunden Grundsätzen", Pflegte Brown zu sa« gen,„Männer, die sich selbst achten, und mit einem Dutzend von ihnen will ich Hunderten dieser durch SchaapS und Beute zu» fammengihalteuen Grenzbanditen die Spitze bieten." Ja diesen wenigen Worten spricht sich der Charakter des ManneS gar tref. find aus. Brown verschwand auf einige Jahre. Bon HauS und Hof vertrieben, ohne stetigen Herd, kannte er jetzt kein andere» Ziel, alS Rache für Kansas, Krieg gegen die Selaverci. Er föchte einen allgemeinen Sclavenaufstand zu orzanisiren; doch scheint er über die ersten Versuche nicht hirarSgekommen zu fein. Plötzlich tauchte er am 16. Octeber 1859 Abends bei HarperS Ferry wieder auf. Dieser kleine, etwa 3000 Einwohner zählende Ort liegt am südlichen Ufer deS Potomac, im Staate Birginien, gc- geoüber Maryland und nicht weit vou Penfylvanien. Es b-fia. det fich dort ein bedeutendes Bereinigten Staaten- Zeughaus. Brown halte schon ein Jahr vorher in der Rachbarschaft eine Farm gemiethet, um die Gegend genauer kennen zu lernen und von hier auS auf die Befreiung der Sclaveu in Birginien und Maryland zu wirken. Er rechnete auf deren Erhebung in Masse und btabsichligte«inen Marsch in daS Innere von Birginien. Seine Boedereitungen wäre», so weit es auf Munition uad Waffen ankam, sehr gut getroffen. Man fand in seinem Hanse über 1500 Gewebre, A'xte, Piken und Säbel. Allein in der Hoffnung auf masseahäfce Betheiliguag am Zuze täuschte er fich; die Freunde und Bertrauteu blieben au». Trotzdem machte er sich mit siebenz ha Weißen und vier Schwarzen auf den Weg. Brown bemächtigte fich am 16� Octooer Abends des Zeughauses ia HarperS Ferrh ohne jeden W-serstand, führte verschieoeae in der Rachbarichaft gemachte Tefaageue dahin ab und besetzte die über den Potomac süyreade E-seubahnbrücke. Die Einwohner deS OrteS unterwarfen sich im feige» Schrecken, sie erblickten in den 22 Angreifern eine ganze feindliche Armee und ergaben fich, ohne nur den B-isuch eines Wio-rftand-S zu wagea, auf Gnade und Ungnade. So war Brown während des ganzen 17. Oc.br. der unbeschränkte Herr eiaeS wichtigen WaffenplatzeS;»r ver- säumte j-Ooch, seine Lage gehörig auszubeuten. Smtt dir Eisen- baynbrücke abzubrechen, die Züge aufzuhalten und dann in's offene Laub zu ziehen, schonte er anS HzmaaitLt seine Gegner mehr, a!S er im eigenen Jnt-reffe gesollt Patte. Am 18. Ocrober stütz MorgeaS kamen die B>reinigteo Staaten- Marine-Trnppm an. Sie stürmten das Zeughaus, Brown mußte fich nach einer kur- zeu, ader tapfer» Gegenwehr schwer verwundet ergeben; seine beiden mitkämpfenden Söhne waren an der Seile des Later« gefall n. Ja seinem Befitze fand fich die vollständig auSgear- beitete Konstitution einer neuen provisorischeu Regierung, au deren Spitze er als Obergeaeral stand. Brown spricht llch ia seineu Proklamationen uad in der mündlichen Äaordunag sehr bewußt und klar über sein Ziel ans.„Wir find Sclaveabefreier des Nordens", sagt er ungefähr;„wir kommen, Euch Eure Sclaven abzunehmen find sie zu befroieo; unsere Organisation ist weit verzweigt und maß durchdringen. Ich ha!-e viel ia Kansas ge- litten und erwarte, daß ch auch hier leiden werde für die Sache der Freiheit. Sclavenhalter beirachte ich als Räuber uud Mör- der, uad ich habe geschworen, die Sclaverei zu Vernichten und meine Mitmenschen zu befreien.-- Ihr Leute im Süden solltet Euch vorbereiten auf die Lösung d-r Gclavenfraze. Sie muß kommen uud wird kommen, ehe Ihr fie erwartet.— Mit mir werdet Ihr bald fertig sein— ich bin schon nahezu abge- thau— aber mit dieser Sclavenfrage seid Ihr noch lauge nicht fertig!"— DaS waren giadezu prophetische Worte. Die Gefangenen wurden von dem Sclaveuhalterpöbel auf's Brutalste mißhandelt, ihre Leichen sogar noch verstümmelt und im Triumph durch die Gassen geschleppt. Brown dagegen er- fr. ute fich einer sehr sorgsamen Pflege,, weniger auS Humanität, als aus dem Wunsche, Aufschlüsse vou ihm za erlangen und dem Staate Birginien, sowie dem ganzen Süden den Geauß eines hochnothpeinlichen HalSgerichtS zu gönnen. So wurde denn schleunigst am 25. Oktober, obwohl er noch schwer au seinen Wanden darniederlag, die Untersuchung gegen Brown in Char» lestown, dem beaachbar'-n Gerichtssitze, eröffnet uud am 2. No- vember geschlossen. Diese Untersuchung ist ein Hohn ans die Justiz und eine der widerlichsten Komödien, die je im Namen deS Rechte» aufgeführt find. Die Gefangenen sehen fich von einem Hansen aufgeregter und tobender Zuschauer umgebe», welche fie thätlich bedrahten; fie stehen vor einer Jmy, welche fich als ihr erbittertster Feind bekennt nnd dennoch in aller Form Rechtens eingefchworm wird. Um daS Ganze würdig zu krönen, wird der B-rtheidiger Browu'S von den Zihörern mit Gewalt bedroht, falls er eS versuchen sollte, daS Verbrechen feines Klienten zu beschönigen. Diesem Kriegszustand» inmrhalb der vier Wände deS Ge- richtShofeS, entsprach daS Leben uud Treiben außerhalb desselben. Charlestown ward in Belagerungszustand erklärt, alle Formen europäischer Borbtlder wurden ängstlich nachgeahmt. Eine be. trunkene Soldateska, vou welcher Einer vor dem Andern Furcht hatte, tobte durch die Straßen und übte die Polizei au». Zn- gleich aber erklärte der kommandirende Offizier dem Anwalt Brown'S, daß er ihm für sein Leben nicht stehen könne, falls er es wagen sollte, seinen Klimten weiter za vertheidigen. Diesel- ben Milizen, welch» der die Vereinigten Staaten-Truppen be- fehligende Kapitaia dadurch ehren zn können glaubte, daß er ihnen den ersten Augriff auf dir im Zenghause übrig gebliebenen vier Insurgenten anbot, da der doch zunächst fie betreffe und der Feind sich auf ihrem Boden befände, dieselben 2000 Helden, welche«öS Feigheit die? generöse Anerbieten mit Entschiedenheit zurückwiesen, dieselben Milizen kühlten jetzt ihr Müthchen an unsckuldizen Reisenden, schnüffelten in jedem Fremden einen Hochverräther und ließen fich alS die Retter de» Baterlandes feiern. _(ssortstvong folgt.)_ Vermischtes. *(Ein scheußliche» Verbrechen.) Durch die Eatdeckang eine» jchrußlichea Berdrechen» ist man in Mllwaukce einer Kette vcn Unthate» anf die Spur gekommen, wie ffc furchtbarer nicht gedacht« rdeu kauu. Ja der Umgegend der Stadt fand man— so wird beiicht.l und wir geben den B richt wieder, wie er und vorliegt— einzelne Th-ile eine» mensch- ltcheu Körper» hier und da zerstreut; der gräßliche Fund ließ aus einen erst ganz kürz- Ich bezan-ienen Mord lchlie cn Es war gelungen, die einzelnen Tjeilc der weiblichen Leiche, Kopf, Rumpf, Hände und Füße zu iainmcln nnd der ganze Köeper war nach der Morguc ge-choffl worden. Schneller als man geglaubt datte, stellte stch heran», wer die Eemordere-> ar. Ein in der Morgue beschäftigter Wundarzt glaubte In dem durch Hiebe uud Schnitte entstellten Gesicht die Ztlg seiner sechSzehnjährigea Tochter zn er- kc-men, die er vor r we eiuem Jrhre ei-em PexifiouSinstitnIc an crtraut hatte, w-lchem eine Matroa. vorstan». Die Bcrmnthung de» Wundärzte» wurde zur Gewißheit, al« er au einem Arme der Ermordeten ein Muttermal von best-mutt r Form als Kennzeichen seme» Kinde» eutdeckte. Er machte sich auf den Weg nach je rm chcnstonat und fragte nach feiner Toch- , ter, nachdem er zuvor die Polizei- ovenirl hatte. Man fachte den unglstck- lichen Vater vergeben» mit Au-flilchtea abzuweisen: e« erfolgte die Vcrhaf- tung der Vorsteherin und der dorl Bediensteten. Durch da» Berdör einer altcn� Negerin, die dort als Wlrthschaflerln sungirte, gelang e» namentlich, Gcstäudll'sse zu erzielen, wie fie einzig in der Kciminaljustiz dastehen. Mit de« dem Institute anvtrlrauten Mädchen war ein Geschäft, der-ibscheu- llchsti Menschenhandel getrleven worden; mit Anwendung der raffln rtesten Lockingen»der mittelsi der rohestcn Gewalt hatte man ste dem Laster tn die Arme geliefert. Ja dem wetliäafigcn Penfioushause, da» neben den ge- wöhnlichen Eingängen au t> noch einen geheimen hatte, be nden sich mebrere mit ällßelstrai Lux»« aukgestattetr Zimmer, in welchen reiche Lüstlinge, Spieler, Rons» fich einfanden, denen die Opfer zugeführt wurden. Einige dieser Zimmer hatten Fallthllren,»le augenscheinlich den Zweck Hillen, Per- soueu verschwinden zn lassen. Der Reiz de» Golde», Lerlockmigcn, der Siancurausch mag eluzelne Opfer zum Fall gebracht habin; wo solche Mittel«der nicht ausreichten, mußien Dcohnugeu, Mißhandlungen, Tor- tnren, die roheste Gewalt zum Ziele führen. Nicht blo« Mädchen, sondern auch junge Franen sind in da» furchtbare Hans verlockt«ordea. Die An- stall unt-rhlelt mit schändlichen Agenten nach verschiedenen Richtung u Ber- bmdung, und welche Ausdehnung dieser vollständig orgauisirte Frau ahaudel anzeuommcn. wird hossentlich die Untersuchung nachweisen. Auch liegt noch ein gedeimnißooller Schleier über der eigentlichen Bewandtnlß, dir r» Mit dem»den erwähnten zerstückelten Leichnam hat. Die Sache, au« der bi» setzt nur einzelae Streiflichter in die O-ffentlichk-it dringen, macht in Mit« wankec ein uugehenee» Aufsehen und setzt die ganze Polizei in Bewegung. •(Ein Witz Göthe'».) Göthe befand fich eine» Sommer» im thüringischen Bode Sulza, nicht der Körpererholung halber, sondern um seiner Vorliebe für mineralogische Stadien nachhängen za können. Auf seinen weiteren Lu»flü>ien ward er häufig voll dem befreundeten Freiherr» vou Stein begleitet. Eine» Tage», ziemlich weit von Sulza entfernt, wnr- den die Beiden im Freien von einem heftigen Regen überrascht, so daß Herr von Stein zu verschiedenen Malen den Nachhauseweg vorschlug. Göthe suchte unbekümmert Steine, dl» der durchnäßte Herr von Stein halb aasgebracht, halb salyrisch ihn fragte:„Nno, wenn Sic denn ein s» eifriger Stcinverehrcr find, zu welcher Gattung zähleo Sie mich?"— „Zn den Kalksteinen," replizirte Göthe schlagdcrelt,„denn birsc brausen auf, sobald fie naß werden." Aufforderung. Die Parteigenossen im Kreise Segeverg und Amt Reiufeldt, welche in ihren Orten Versammlungen wünschen, werden ersucht, die betreffenden Adressen an den Unterzeichneten zn senden. Segeberg, OldeSloherflraße. H. Sorgeufre, Arbeiter. Wir ersnchen unsere Postabooueuten, bei vorkommenden Ua- regelmäßigkeiten in Znstellaug der Blätter fich sofort schriftlich» oder mündlich an die Postexpedition ihres OrteS zu wenden, uud wenn dieS nicht fruchtet, an die zastehmden Postämter oder Post» direktionen. Die Expedition. Brteskasten. Aaovyme Einsendungen, Anfragen n. f. w. können nicht be« rückflchtigt werden. Bremen. Depot nach Abzog der 2 Annoncen In Nr. 22 vom 19. d. Mt». bleibt Rest 1 Rm Depot de««chutzm.-vereln« beträgt nach Abzug Nr. 20 vom 14. Febr. 10 M. 20 Pf. Die Expedit»n. Reimer. Ersuche Dich freund. ichst um sofortige Ueb-rsendung de» nn» seiner Zelt zugesandten„AuflösungSdckret»". Rackow. Wienecke, Ottensen. Aunoncendepot für H. Jsaac« u. Exmp. erschöpft. Um weitere Ordre ersucht Die Expedition. Berichtigung. Ja meiller In vor. Nummer veröffentlichteu Aufforde« rung muß es statt den 26. März heißen: den„2." März habe ich Termin Molk-nmarkt 3. 1 Tr. T Szimmath. Knauer, Naumbueg a.€5. Sie müssen fich an da» Postamt Ihre» Orte»«ende«. Sollten In den Städten Lauenburg, Möll, Ratzebnrg oder in andern Orten Im Herzogthum Lauenburg Abonnenten de» ,, Neuen Social-Demo- krat" sei», so fordere Ich dieselben auf, mir schleunigst Ihre Adressen mit- znthelle». Köster, Neust. Fuhlentwltte Platz 70, 1. Ha»?, 1. Et. Hamburg. Annoncen. Berlin. OeßentUche Brrsamml««fte«: Dienstag, drn 23. Febr., Mend» 8i Uhr, bei Göttrl, Ändrcasstraße 26. Referenten: O. Kapell. H. Köhler. Donnerstag, ii»n 25 Febr.,»beuZS 84 Ubr, Im Lokal de» Hrn. Lieber, Elsasserstr. 14/15. Jedermann bat freien Zutritt.[2,40J Neue Mitglieder für den Berliner Arbei- ter-Wahlverein werden aufgcnommeu. __ I. A.: Albert Baethke. Vorläufige Anzeige! NpWin Sonntag, 28. Febr., -OtUUU Vorm. 8'/, Uhr. in» Saale Sophienstr.»», Große Volksversammlung. Tagesordnung ersolgt in der nächsten Nummer. 12, 00s Aufforderung? »OtllUl. Die Mttgliedcr der Tabak- arbeiterinnen-Aranken- und Stcrbekasse»er« aufgefordert, Ihre restirenden Beiträge bis Sonnabend, den 27. Februar, zu entrichten, widrlgensa?? st- gestrichen werden. Der Vorstand. ll,40s aiUrttiei Mittwoch,«ea 24. Februar, «Utottu. Abends 84 Ubr. in Heins»»'» S«l°n, Gählersplatz, Große Volksversammlung. T-O.: Bortrag. Die Borkonserenz. Drogand. jl,60j Rm-Hn Mittwoch. 24. Febr.. -ÖCUIU. Abend» 8 litt, bei Bo gel, Alexanderstraßc 31. Mitglieder-Geueralversammluvg deS Putzer-Club«. TageSordn.: Kassenbericht illr Januar. Statutenberathnug nnd Veränderung der Siatnten. Verlesung der Liste der rcstlrender Mitglieder. F. Blunck. 12,00; Hamburg. Son n abend, w den 27. Februar, im Englischen' Ttc''»ll, Kirchenallce 41, Gr.«Georg, Eoncert tfnb Ball, arrangirt von den.'Mitgliedern d. Allg. Tischler-(Schreii�') Berew«. «arten ä, Person 4 Schill, find in den bekannten Wirthschasten, bei den E ow'tomit- gliedern und in jedir Versammlung zu' haben. An der Kasse 6 Schill. Zu regit Betheiligung ladet ein Da» Eomltä. 12, 80s Hoheluft. n'ÄÄr" im Lokale de» Herrn Getue te, Gesckfi. Mitgliederversammlung de« Allg. deutschen Arb.- Vereins. Da» Recht der Arbeiter. Sonntag, den 21 Februar, Große Volksversammlung. P. H. Oest.[2,40] Anrttfmt-et Donnerstag, 25. Febr., Namourg.«venös 8* Uhr, im Salon zum Roland, 1. Jakobstr. 19, Oeffentltch« Versammlung des Allg. d. Bau- und Erdarbeiter- Vereins. T.-O.: Da» neue Schiedsgericht. Ref.: Hr.«öfter.___ Hein».[1,80| Hamburg. im Englischen Tivoli, Kirchenallre 41, St. Georg, Mitgliederversommlung de» Allgem. deutsche» Maurer- und Steinhauer Bundes. T.-O.: Bortrag de» Herrn Auer.— Innere Angelegenheiten. Um zahlreiche» Erscheinen wird dringend gebeten.__ W. Schröder.[2,40] CU-pftrtp Sonnabend, 27. Febr., Atxzhs g Uhr. im Lokale des Herrn W. Egger», Volksversammlung. D>nncrstsg, 4. März, Abends 8 Uhr, Generalversammlung »« Social-demokrat. Ortsvereins. E. Krenzberz. Arbeiter-Säugerbun� Unverzagt. Ueberschuß»ou der Mae.'erade 70 Rm., die zu Parte! zwecken verwandt ukerdeu. Dir DIrekt'-n. jS.OOj Altona-Ottensen, �ndsfi K' in Burmelster'S Salon, Mitgliederversammiuttg des Allgem. deutsch. Maurer- und Steinhauer-Bunde». T..O.: Monatliche Abrechnung. Berfchie- dene». L. Neumaun. sl.ooj Altona. in Hein son'» Salon, Gählersplatz, Mitgliederversammlung des Allg. d. Bau- n-Erdarbeiterverems. TageSordn: Vorstandswahl. Verschiedene». Dir Mitglieder, deren Pflicht e» ist, zu er. scheinen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß Einsühruugeu stattfinden köllnen. H. Schulz. j2.00; Rothenburgsort. ÄIS, Abend» 8h Uhr, Im neuen Salon de« Hrn. W. DIontzsia», Große Volksversammlung. TageSordn.: Da» Hamburger SchiedSge- richt. Ich ersuche, recht'zahlreich zu erscheinen. I. A.: H. Gadow.[2,201 Freitag, den 5. März d. I., erscheint die erste Nummer de» „Agitator". Derselbe erscheint wöchentlich einmal, und zwar Freitag? Abend» in Berlin. Aboune- mentspreis vierteljährlich SO Pf. (9 Sgr.) oder monatlich Pf.(3 Sgr.). In solchen Orlen, wo fich 10 Abonnenten urd darüber befinben, beziehen diese den „Agitator" am billigsten durch gemeinsame Bestellung bei der Expedition- Hrn Schna- bei. Kl. Andreasstr.»I, Berlin.— Bei solchen Bestellungen tritt eine PreiS-- ermäßigung von 90 Pf. auf 60 Pf., resp. von 30 auf 20 Pf. ein, und erfolgt die Zn- seudung alsdann zusammen unter Kr-uzband. Nur Vierteljahrsbestellungen nehmen alle Postanstalten de» deutschen Reiche» an. Mo- uatliche Bestellungen auch die Expedition in Berlin, Kl. Andreasstr. 21. Zu zahlreichem Abonnement ladet ein Heinrich EctS, Berlin, Alte Jakobs ste. 46. Auch sind an meine Adresse alle Gelder, und nicht nach der Expedition zu senden. H. Eck».[13,501 Ottensen."KS; W' in Burmeister'» Salon, Große Bolksversamml. T.-O.: Der Landsturm von 1313 und 14 und»o» neue Landsturwgesetz. Referent: Hr. Moltenbuhr.— Lerschiedene». 11,801 H. Diedrlch. Druck und Lerlaz voa 1. Jhr'ng e». Bereiul in Berlin. Verantwortlich für die R-bakeion: 1 fL Küster In Berlin.