Nr. 28. Berlin, Freitag, den 5. März 1875. 5. Jahrgang. Diese Zeitung«rsckewt drcrma wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabend« Abend«. Absnuevtenls» yrrtss Für Berlin incl. Bringerlohs»äeneljährlich xrs»- vnmeranäo 1 Rm. S5 Pf., monatlich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Pf.; bei. den Postämtern w Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 60 Ps., frei in'« Hau« 2 Marl. Irenzband-Abonnement« �ro Quartal u. Eremplar: Kür Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. - Niederlande und Belgien. 3- 60« - England und Frankreich. 4- 50- - Amerika(Verein. Staaten) 5- 50- Bestellungen auf Kreuzband-Abonnewent« find nur bei der Expedition aufzugeben und müffen prae- nnmerando gezahlt werden. Reu er »eiaUIo« und Erpeditloui Aerli«, Oranienstraße Nr. 8, 80. Bestellungen werben befallen Postämtern, in Bcrlm bei der Expedition, sowie bei jedem Spedi- teur entgegengenommen. Etgcothum der Laffalleaoer. J«ser«t« (nur in der Expedition aufzugeben) werden pro sünfgespattene Petitzcile mit 50 Pf. berechnet. BersammlnngSannoncen die 5-gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Ps. Sogenannte Reklame-Anzeigev werden nicht aufgenommen. Für den Monat März kann auf den „Neuen Social- Demokrat" bei alleu Postämtern für 0,54 Mark abonnirt werden; in Berlin bei den Spediteuren für 0,65 Mark. Wir ersuchen, die Gelegenheit zu zahlreichem Abon- nement zu benutzen. Die Expedition. Inhalt. Em nruer Ukas de« Kanvnen-Krupp. Polittsthe Urberstcht: KoufiZkatloveu der„E-rmania".— Flucht -zwtlec Pariser Tomrmmekämpfer au« Taledonlen.— Sclav-nhandel.— Au« den Bereinigten Staaten.— Zur Charakteristik de« Börseoschwindel». Chemnitz. Deutscher Kulturkampfkalender. Gefängnißfrage im preußischen Abgeordnetcnhause. «Schluß) Korrespondenzen: Berlin.— Talau.— Hamburg.— Bremen. — Breslau.— Braunschweig. A«S Hamburg. Ans der Zeit der Demaaogcnhetze.(Schloß) Ein»euer Gegner der Todesstrafe.(Schluß) An die Parteigenossen. . Vermischtes. Feuilleton: Sin neue, Benrtheiler Lassalle'« au« dem Lager der , Lassalle hat fich«rstchtlich mit gewohnter Energie deS kranken uud verlass nen Dichters in feinem Erbschaftsstreit« angenommen, und durch sein kräftiges Auftreten ihm eirflußreiche Verbündete in dieser für ihn so wichtige» Angelegenheit verschafft. Ja deu Briefen an Lassalle, deu Heine stets„seinen liebsten, theureu Freund",„seinen theuersten Waffenbruder" nennt, stößt mau ans Daß wir nicht zu schwarz malen, mögen einige Stilleu aus dem Begleitschreiben lehren, welches der große Krapp der Har- kort'schea Broschüre:„Arheiterspitgel"*) beigefügt hat. ES ist«irklich rührend, wie er jenen RohheitSstatistiker, welcher der Arbeiterklasse deS RheiulandeS die ungerechtesten und schimpi.ichsteu Anklagen iu'S Gificht zu schleudern pflegt, alS einen Arbeiterbeglücker hinstellt. Freilich, wie könnte ein Krupp, der von fabrikautlicher Unfehlbarkeit strotzt, auch ein anderes Urthril fällen I— So sehen wir denn ein Lobhudeln des einen Großfabrikauteu durch den audero, daß mau meinen sollte, ver- bündele Literaten machten nach getroffener Abred: für ihre Gei- fies- oder besser Frderprodukte Reklame. Mao höre nur, wie der große Kropp beginnt: „Arbeiterspiegel vo« Friedrich Harkort, welcheu ich der Be» herzigung empfehle, weil er die Lag« der Arbeiter, die Ursachen ihrer Beschwerden, ihr Recht und ihr Unrecht schildert und deu richtigen Weg zeigt, der allein zum dauernde» Wohlergehen und zur Zufriedenheit führt. Der Name deS Verfassers bürgt dafür, daß er nur diese uneigennützige Abficht verfolgt." Recht„uneigennützig"! Wir wollen eS glauben, daß Herr Harkort keine» Groschen an den Broschüren verdient; aber wie viel Millionen würden die Fabrikautru au Profiten machen uud au Arbeitslöhnen weniger zahlen, wenn die Arbeiter blöde genug wären, der Harkort'scheu Lockpfeife zu folgen? Doch lesen wir die Lobhudelei weiter; Kropp schreibt: „Schon vor fünfzig Jahren hat derselbe Manu und jetzt hochbetagle Greis viele Arbeiter beschäftigt; er war Derjenige, der vor ca. 45 Jahren zuerst den PaddlingSprozeß in Deutsch- laad, und zwar in Wetter a. d. Ruhr, einführte, trotz Kosten, Mühen und Gefahr. Hunderttausende von Menschen haben jetzt in Deutschland ihr Brot vo« dieser so wichtigen Industrie. Damals, als ich roch wenige Arbeiter beschäftigte, habe ich seinen Unternehmungsgeist bewundert und verdanke ihm uud anderen großen Beispielen die Anregung zu eigenem Strebeu. Wenu ein Maun, der seit seinem Rücktritte aus der gewerblichen Thätigkeit sein Leben durch Sinnen, Wort und Schrift so reich- lieh dem Wohle der arbeitenden Klassen und namentlich der Volks- bilduag gewidmet hat, eine Schrift, wie diese, veröffentlicht, so darf dieselbe wohl als Groß au feine Schützlinge, als ein om Lebensabend geschriebenes Vermachtuiß angesehen und geehrt wer- den, und deshalb empfehle ich mit gleicher Wärme für das Wohl deS Ardeit.rstandeS die erwähnte Schrift zu allgemeiner Keuntaiß uud Beherzignng." Ts ist rührend, nicht wahr, rührend! Also Handert- taufende von Arbeitern hätten durch den Fabrikanten Harkort Brot erhalten, während„Kosten, Mühe uud Gefahr" sein Theil gewesen wäre?— Ei, wir denken, daß das Arbeiterbrot mehr durch Arbeiterfäuste, durch Arbeiterschweiß, als durch Harkort'sihe Gehirnarbeit erworbm worden ist— die Englin- ♦) Durch«ine» leidigen Zufall ist un« da« einzige Exeaiplar de» Har- kort'schen„ArbeiterspIcgelS" abhanden gekommen, und tonnten«ir deuseldeu bisher nicht wie er beschaffen. Wir bitten daher die Hagener «der Essener Parteigenossen um Znsendung eine« Exemplar« zur Sritik. Die Redaktion. Aeußerungen, wie folgende:„Heut beschränke ich mich darauf, Ihnen zu danken; noch nie hat Jemand so Viel für mich gethaa. Auch habe ich noch bei Niemand so viel Pasflon und Verstandes- klarheit vereinigt im Handeln gesund«». Wohl haben Sie das Recht, frech zu sein— wir Andern usurpireu bloS dieses gött- liche Recht, dieses himmlische Privilegium. In Bergleichnvg mit Ihnen bin ich doch nur eine bescheidene Fliege."— Und an einer anderen Stelle:„Leben Sie wohl uud sein Sie überzeagt, daß ich Sie unaussprechlich liebe. Wie freut eS mich, daß ich mich nicht in Ihnen geirrt; aber auch Niemand m habe ich je so viel getraut,— ich, d-r ich so mißtrauisch durch Erfahrung, nicht durch Natur. Seit ich Briefe von Ihnen erhielt, schwillt mir der Muth, uud ich befinde mich besser." Es wirkt fast rührend, d»n sechSundvierzigjährigen Mann, den großen, von so vielen Leiden gebrochinen Dichter Schutz bei dieser jungen Seele von Eisen suchen zu sehen, deren Willen zwanzig Winter zur Uabeog- samkeit gestählt haben, und der noch Muth für Alle übrig hat, die um ihn her klagen uud fich beschweren. Heine, der bei Las- fall« Hüffe sucht— die Antilope, die fich unter deu Schutz deS jungen Löwen stellt!— Eine Andeutung in einem Briefe au Ferdinand'S Bater beweist, daß Lassalle Heine gegenüber als elf- riger Atheist aufgetreten ist. Heine„möchte sein Gestcht sehen," wenn ihm zu Ohren kommt, daß er, der todtkranke Dichter, stch zum DeiSmuS bekehrt habe. Andere Andeutungen und Neckereien beweisen, daß Lassalle in Paris weiblichen Herzen nicht ungefähr- lich war. Glücklicher Weise ist uuS in einem Briefe Heine'« au Barnhagen von Ense(vom 3. Januar 1846)«ine vollständige Schilderung Ferdinand Lassalle'S anfbewahrt, ciae Schilderung, die nicht nur al« ein treffendes Produkt der ficherste» und fein- steu.Feder, welche Deutschland damals b:saß, denkwürdig, sondern doppelt interessant ist, weil fie uns ein Bild von Lassalle giebt, wie er war, ehe die Oeffentlichkeit feine Existenz kannte, und ehe er selbst in der Literatur anfgetreteo war. „Mein Freund, Herr Lassalle, der Ihnen diesen Brief bringt, ist ein junger Manu von den ausgezeichnetsten GeistcSgabeu: mit der Mündlichsten Gelehrsamkeit, mit de« weitesten Wissen, mit dem größten Scharfsinn, der mir je vorgekommen, mit der reichsten Begabniß der' Parstellnug, verbindet er eine Energie deS Willens der waren ja die Erfinder des PaddelnS, nicht Harkort— und wir denken weiter, daß durch die Rührigkeit dieser Tauseode voa Arbeiterfäuste» auch außer dem Brot« nicht wenig Champagner uud viele Säcke voll Gold für den Herrn Harkort, gleich, wie für den großen Krupp, selbst abgefallen find. Da» Pferd, wel- chcS den Hafer verdient, bekommt ihn nicht, ist ein seit Menschen- gedenken wahres Sprüchwort. Und ebenso ist e» unsere Mei» nung, daß die Mühe und Gefahr, welche die Eioführunz de» PnddlingproztsseS im Gefolge hatte, wohl weniger Herrn Harkorr als feinen Arbeitern z« schaffen gemacht haben. Doch genng von dieser Krupp'schen Sentimentalität. Der große Mordmaschinevfabrikant spielt seinen Haupttrompf aoS und fährt fort: „Der Kern der Schrift ist der Beweis, daß Fleiß, Treue, Mäßigkeit, Sittlichkeit uud Ordnung im Hauswesen und in der Familie die fichere» Graudlageu deS Wohlergehen? uud der Zu- friedenheit sind, und daß diese Tugenden selbst Schutz bieten in schlechten Zeiten, daß dagegen trotz aller Fähigkeit, trotz aller List und feindseliger, mächtiger Vereinbarungen am Ende Uabotmäßlgkeit, Unordnung, Unfittlichkeit selbst bei zeitweise er- preßt em hohen Lohn iu'S Verderben stürze». DaS Schicksal der Arbeitseinstellungen in England hat Unglück gebracht über Hunderttausend, die jetzt ohne Arbeit find uud zu» Theil bleiben werden. Die treubewährten, guten Leute wird man selbst in schlechten Zeiten mit Vorzug und Opfern schützen — die schlechten, welche auf kein Mitgefühl rechneu können, wird man bei der nächsten Gelegenheit entfernen. Und so wird e» auch auf der Gußstahlfabrik gehalten sein und bleiben." Waren wir bei Fabrikanten nicht AlleS gewohnt, wir wür» deu starr vor Staanen sein. Denkt Herr Kropp denn gar nicht mehr an seinen famosen Neujahrs- UkaS wegen Herabsetzung der Löhne? Seine Arbeiter haben noch niemals Strike gemacht, stad also nach dem Aussprach ihre»„Herrn" jedenfalls als„treubewährte, gut» Leute" zu betrachten, und doch stad fie in der sogenannten „schlechten Zeit", daS heißt in der Zeit, wo die Ueberproduktiou und die schamlose Spekulation der Kapitalmacht das ganz« Volk ia'S Elend bringen, mit dem famosen NeujahrSwunsch bedacht worden!— Unser Krupp denkt, je nachdem er von„erpreß- ten" hohen Löhnm oder herabgesetzten Löhnen schwatzt, jedenfalls wie der bekannte Junker Alexander in der Fabel:„Ja, Bauer, daS ist ganz was anders I"— Ein Scandal aber ist eS geradezu, daß auf jene englische» Bergleute ein Stein geworfen wird, daß ihnen, die von den Grubenbesitzern auf's Straßenpflaster geworfen find, damit die Löhne herabgedrückt werden können, noch dazu die Schuld dieses lediglich von den Kapitalisten angestifteten Unheil» zuge, schrieben wird. Aber freilich, der Arbeiter, der keine blinde Unterwürfigkeit ftnut, gegen den schlenderu Harkort and Krupp ohne W-itere» den Bannfluch. Rar gut, daß die Essener Arbeiter Haare auf den Zähnen haben, daß sie Männer find und knechtische Gedanken weit voa fich«eisen. E» bekommt dadurch dieser Krupp'sche Uka« einen uud eine Habilils im Handeln, die mich in Erstaunen setzen, und wenn feine Sympathie für mich nicht erlischt, so erwarte ich vo» ihm den thätigsten Vorschub. Jedenfalls war diese Bereinigung von Wissen und Können, von Talent uud Charakter, für mich eine freudige Erscheinung... Herr Lassalle ist nun einmal so ein ausgeprägter Sohn der neuen Zeit, die nichts von jener Tat- i fagnng und Bescheidenheit wissen will, womit wir uvS mehr oder minder heuchlerisch in unserer Zeit hindurchgelungert uud hin- dnrchgefaselt.— Diese» neue Geschlecht will genießen und sich geltend machen im Sichtbaren; wir, die Alten, beugten uus de- müthig vor dem Unsichtbaren, haschten nach Schattenküssen und blauen Blumeugerüchen, entsagten und flennte», und waren doch vielleicht glücklicher, al» jene harten Gladiatoren, die so stolz dem Kampftode entgegen gehen." WaS für Worte! In jeder Zeile das auf den Grund schauend» Künstlerauge, die Meisterhand und daS feine SchalkSlächelv, und dann im Schlußsätze de» Sehers prophetischer ZukunftSilick! Sociales Elend i» New-Nork- Lange Zeit schien in Nordamerika da» sociale Elend der europäischen Länder unbekannt zu sein. Jetzt ist aber in den großen Städten die Uebervölkerung, das Elend und Berbrechea in rieflgstem Maße eingezogen. Wir wollen diese Thatsachen durch eine Schilderung der frauzöstscheu Zeitschrift:„Revne deS devx moodeS" näher bc, leuchten: CS ist gewiß, daß ia keiner Stadt der Welt die Armath und das Elend fich in solcher Weise entfaltet haben, wie in New« 'Jork, der großen Metropole Amerika'»; namentlich find«S einige von den 24 ArroudissementS der Stadt, welche ia fich wahre Nester des Elends uud de» Verbrechens sind und an Schrecke» Alles überbieten, was London, Liverpool, Glasgow und andere englische Städte davon auszuweisen haben. In ihnen Hausen dicht gedrängt, oft zu Zwanzigeu ia einem feuchten, dunklen Keller, Spieler uud Sänfer von Profesfiou, Diebe, Hehler, Bexer, Prostituirte jeden Ranges, untermischt mit Banditen der schlimm- sten Art und fremd-» Matrosen und dem Zufluß der armen Ein- ttajt romtslyen»nslriiy, und es fall u»S gar nicht Wunders, wenn seine Unfehlbarkeit demnächst argen Schiffbruch leidet. Hochmath kommt vor dem Fall!— Politische kleberficht. Berlin, den 4. März Der„Germania" ist unlängst in Folge der von ihr oer- öffentlichteo päpstlichen Balle dreimal dsS„Unglück" widerfahren, kovfiSzirt zu werden. ES ist interessant, zu erfahren, wie die Aonfitkatiou auf einen Paragraphen des PreßgeseyeS erfolgt ist, der direkt eine KoufiSkation, wie solche im vorliegendeu Fall« stattgefunden, ausschließt. Bon Interesse ist, wie die„Germania" über die letz- KovfiSkatiou schreibt, die in Folg« des Abdrucks eiueS Hirtenbriefes erfolgte: DaS war die dritte Konfiskation in zwei Tagen. Gestern Abend K>/, Uhr erkundigte sich die hohe Polizei in gewohnter Machtentfaltang auf unserer Expedition nach unserer neuen Nr. 42 und legte auf die Beilage derselben ihre konfiSzi- rende Hand. Die größere Hälft« der Auflage war bereits zur Post be- fördert. Der Rest verfiel der freundlichen Einladung deS Herrn von Madai. Denn dieser gestrenge Herr war eS, welcher wieder, wie auch bei unserer Sonnabendnummer schon, die„Germania" in seine liebevoll« Obhut nahm. KonfiSzirt wurde diesmal nicht etwa wieder der Papst, son- dern ein deutscher Kirchenfürst, der hochaürdigste Herr Bischof Franz Leopold von Eichstätt. Seit vierzehn Tagen ist sein diesjähriger Hirtenbrief von allen Kanzeln seiuer großen Diözese öffentlich verlesen, überall Hill verbreitet worden; gestern verfällt er in der Rcichöhauptstadt, augcflchtS der preußischen BolkSvertreter, der Konfiskation. Herr von Madai begründet feiue zweite KoufiskationSordre ebenso wie die erste am verflossene Sonnabend mit ausdrücklicher Berufung auf den Z 11V des deutschen Strafgesetzbuchs.— DaS ueue ReichSpreßgesetz vom 7. Mai v. I. bestimmt in Theil Y. von der„Beschlaguahme" unter§ 23 wörtlich Fol« geudes: „Eine Beschlagnahme von Druckschriften ohne richterliche Anordnung findet nur statt: 1) wenn eine Druckschrift den Vorschriften der ZK 6 uad 7 nicht entspricht, oder den Vorschriften deS§ 14 zuwider verbreitet wird, 2) wenn durch eine Druckschrift einem auf Grund Z 15 die- seö Gesetzes erlassenen Verbot zuwider gehandelt wird, 3) wenn der Iahalt einer Druckschrift den Thaldestand einer der in den ZZ 85, 95, III, 130 oder 184 deS deutschen Strafgesetzbuchs mit Strafe bedrohten Handluugeu begründet, iu den Fällen der ZZ III und 130 jedoch nur dann, wenn dringend» Gefahr besteht, daß bei Ver- zögerung der Beschlagnahme die Aufforderung oder Anrei- zung ein Verbrechen oder Vergehe» unmittelbar zur Folge haben werde." Herr v. Madai rechtfertigt, wie man steht, zwei KovfiSka- tioneu hintereinander mit eiuem aragraphen, welcher im Gesetze nicht herangezogen ist. Durch beide KonfiSkstionen ist das Gesetz verletzt, welches die Erlaubtheit der polizeilichen KonfiSkatiouen streng begrenzt. Welchen Erfolg haben diese beiden gesetzlich u erlaubten Konfiskationen gehabt? Der„Erfolg" der gestrigen steht noch auS; die ungesetzliche Konfiskation unserer Sonuabendnummer ist dagegen, wie heute die„liberalen" Blätter berichten, gesteru von der RathSkammer deS hiefig'N Stadtgerichts bestätigt worden. lieber eine abermalige glückliche Flucht zweier Commune- kämpfer aus Neu-Caltdouien schreiben die Zeitungen:„Nach Berichten auS Siduey kam iu einer Nacht iu der letzten Woche de» Dezember ein kleines Boot mit zwei Franzosen iu Blouseu am Leuchtthurm d-r Moretoninsel an. Sie erzählten, daß fie entsprungene Communisteu aas Neu-Caledonieu und schon zwölf Tage auf der Reise seien. Sie besaßen nur noch ein Pfund Brot und ein Maß Wasser, als fie daS Land erreichten. Der LeochtthurmSwärter gab ihnen ei» Nachtquartier, und am nächsten Wanderer, welche täglich die In dem Welthafen landenden Schiffe ausspeien; fie sind zugleich die Schule für jede Art des Lasters, für jede Art des Verbrechens; wer hier Bürger wird, verfehmt sich selbst, und haltlos steigt er die kurzsprosstge Leiter hinab immer tiefer iu den Schlamm leiblicher und fittlicher Verwahrlo« sang. Man kann sagen, daß in diesen Schmotzhöhleu Armuth und Laster erblich sind. Es giebt hier Generationen, die von Vater auf Sohn Vazabondeo, Diebe und Mörder find. In einem Asyl iu New-Jorl hat man vier Generationen prostituirter und dem Trunk ergebeaer Weiber in derselben Familie gefunden; dasselbe Dach nahm fie zu gleicher Zeit auf. Bon einem jener verrufenen Stadtviertel, das merkwürdiger Weise in unmittelbarer Nähe der hohen Justiz liegt, giebt dir „Revue" eiue lebendige Schilderung. Früher hatte hier die mam- moubegnadete, luxaSamstrahlte NtW*9)ot!et Aristokratie ihren Wohufltz aufgeschlagen, hatte hier ihr« strahlende» Paläste, ihre feeohafteu Gärten. Jetzt hat der Reichthum der Armuth Platz g-macht: verfallen fiad die stolzen Häuser; ihr Glanz ist über. tüncht von Rauch uud Schmutz; die üppigen Gärten haben schma« le» Straßen mit engzimmerigen„Logirhäusern" Platz gemacht, iu dereu fünf bis sechs Etagen es von Insassen wimmelt; Stra- ßeu, Höfe, Zimmer— Alles unsauber uud anwidernd; die Luft, soust so aromatisch und aristokratisch duftend, ist verpestet; selbst die Sonue scheut fich, in diesen Wust zu blicke». Bon einem Fenster zum auderu fiud Leinen auSgespauut, auf denen die schmutzige Wäsche, die selbst daS Wasser uicht mehr reinigt, trock- net, wie iu den alteu Quartieren in Rom, Neapel und Genua. Ja den HanSthüren, in den Vorhallen haben Trödler ekelhafte, von Uurath nud Ungeziefer starrende Fetzen zum Verkaufe auS- gehängt. Alle Leute in Lampen, welcher Rare fie auch augehö- reo, Alle, welche das Elend, das Laster oder das Verbrechen ge- brandmarkt hat, strömen hier zusammen, geben fich hier ihre trau- rizen, lasterhaften»der upheilplaaeudeu Rendezvous, uud ua. «entlich am Abend und in der Nachj beleben fich diese Qaartiere. Du fiadest hier den N-gtr mit wulstige» Lippen, faulleuzend und vou einer Frau mit weißer Haut bedient, die, seine Eclavio, für ihn arbeite» muß; willst Du opiumberauschte Chiuesen sehe», mit stierem, erloschenem Auge, so steig« jene wackelige Trepp« Morzeü setzten sie ihr» beschwerliche Reis«»ach Brisbane fori. DaS Boot hatte nur ein einziges Ruder und ein Segel auS Sackleinwand." Mit der thatfächlicheo Abschaffung deS StlaVeuhllüdels hat eS doch noch feine guten Wege. Ber/äßlichen Nachrichten zufolge wird er beispielsweise in Ceutralafrik« poi Laalaba uud in der ganzen U ngebung dieses Flusses von Spaniern uud Portugiesen äußerst schwunghaft betrieben, uud da die menschliche Waare dort sehr billig zu stehen kommt, so soll man schon auf gaozj Reihen von Dörfern stoßen, die gänzlich verödet dastehen, weil ihre ge- sammtc Bevölkerung verkauft worden ist. Der ganze Unterschied besteht darin, daß der Selavenhandel fich, seitdem eS wegen der schärferen N-berwachnng schwer oder unmöglich ist, Gelaoeuschiffe in die See laifen zu lassen, nach dem Innern deS Landes zuzieht und hier Absotzqullen sucht. Jedenfalls haben fich die Engländer sehr getäuscht, wenn sie fich mit der Hoffnang schmei- chelten, die Häuptlinge Mitte afrika'S und an den Küsten würden dem Selavenhandel freiwillig entsagen; eS handelt fich für diese um einen materielle» Verlast, der de» Häuptlingen vou Niemau« dem ersetzt wird: um den Entgauz ciuer JahreSeinvahme auS dem Selavenhandel von 5000, 10,000, ja oft 20,000 Dollars. Auf die aus bloßen HumanltätSrücksichten freiwillig zu verzichten, fällt natürlich keinem Heiden uud Barbaren ein, um so mehr, als eS gerade die europäischen Christen find, welche ihn ermuntern. In den Bel einigte» Staaten von Nordamerika ist endlich eiu Gesetz geschaffeu worden, welches die auS den Zeiten der Sclaverei stammende Demüthigung der farbigeu Rare beseitigen soll. Im Repräseutanteuhause ist daS sogenannte BürgerrechtSgesctz für die gesrtzliche Gleichstellung beider Raren in Bezug auf ge- wisse halböffentliche Rechte mit 162 gegen 100 Stimmen ange- nommen. Die Opposition dagegen bestand auS den Demokraten, de» Liberalen und etwa einem Datzend Republikanern. Die vom Repräsentautenhaafe im Vergleich zu der SeoatSvorlage gleichen ZwrckeS vorgenommene Ameudirung bestand in der Streichung der die Gem-iafchaftlichkeit der öffentlichen Schulen für beide Raren bestimmenden Klausel. Der Gesetzentwurf fand seine Ursache iu einer Petition der Farbigen, unter Leitung deS be- kannten Kampfgenosten Summers für die vollständige Raren- gleichstellung, den Mulatten Frederick Douglas; er bestimmt erstens:„daß alle Personen innerhalb der Gerichtsbarkeit der Ber- einigten Staaten zum vollen und gleichen Gebrauche berechtigt sein sollen: aller Bequemlichkeiten, Vortheile, Gelegenheiten und Privilegien von Gasthäusero, öffeatlichen Fahranstalten zu Waffer und zu Lande, Theatern und anderen Plätzen öff.ntlichen Ber- gnügenS, uud dabei nur den Bedingungen und Beschränkungen, welche durch Gesetze festgestellt uud auf alle Bürger, ohne Rück- ficht auf Rare, Farbe oder früheres Dienstverhältniß, anwendbar find, unterworfen fei» sollen;" er bestimmt zweitens:„die Stra- fen, welche den, der einem Farbigen die oben genannten Rechte und Genüsse verweigern sollte, in jedem einzelnen Falle treffen sollen. Sie bestehen auf dem Wege ein r Civilklage in einer Entschädigung von 500 Dollars nebst Kosten für jeden Fall einer Berweigernug, sowie außerdem auf Grund einer Kriminalanklage in einer Geldbuße von nicht unter 500 Dollar? und uicht über 1000 Dollars oder Einsperrung von 30 Tagen bis zu 1 Jahre. Der Schluß enthält Vorschriften über Gerichtsbarkeit und gericht- licheS Verfahren in solchen Fällen und bedroht u. A. den Be- zirkSanwalt, welcher in Bezug auf die durch diese besetze gewähr- ten Richte seine Pflicht verweigern oder verabsäumen sollte, eben- falls mit einer Cioilmtfchädiguug von 500 Dollars, sowie außer« dem mit der Strafe eineS„AmtSoerzehenS" durch eine Geldbuße vou 1000 bis 5000 Dollars. Vom priuzipiellen Staadpunkte auS wurde von der OpPofition gegen diese Bill geltend gemacht, daß fie über die Sphäre der gesetzgebenden Gewalt überhaupt hinausgehe, und auf dem falschen Prinzip der Möglichkeit einer Gesetzgebung gegen daS Borurtheil beruhe. Die Blätter der frü« Heren Sclavenhalter find außer fich über dieses Beschluß. Man hatte den Farbigeu ja die politische Gleichberechtigung gegebeu, gesellschaftlich wurden fie ab r wie Aussätzige behaudelt, mit denen jede Berührung öffentlich wie privatim vermieden wurde. Ein Schwarzer durfte eS bisher nicht wagev, ein von Weißen besuch- teS Lokal, ein Theater, ja einen Eisenbahnwagen zu betreten, in welchem sich Weiße befauden. DaS Borurtheil war so«ingewur- zelt, daß selbst die republikanische Gesetzgebung, wie auS obigem Gesetz ersichtlich ist, davon Abstand nahm, die Gemeinschaftlichkeit hinauf— da liegen vier bis fünf auf zeilumpttu Polstern. Dort findest Du Salons, wo halbnackte Nymphen mit den auS allen Winkeln der Erde zusammengeströmten Matrosen Walzer und Qradrille tanzen. DaS Trottoir entlaug kommen uud gehen Schaaken von Mädchen, jeder Farbe, jung und alt, schön uud häßlich, üppig und verblüht— aber Alle mit der Armath dem Laste" verfallen, vom Laster lebend; Andere harren auf der Schwelle Ihrer Thür. Dort, funkelnd im Gaslicht, stehen die unvermeidlichen, verführerischen Schanktische, au deneu die Einen fich Math zum Verbrechen trinken, die Andere» den Rausch auS Gewohnheit oder als Mittel zum Vergessen des täglichen Elends suchen. Man trinkt stehend, eiu, zwei, zehn GlaS, bis ganze Heere vou Betrunkenen iu die Asyle transportirt werde» müssen, welche nirgend anders iu der Welt, als in New-Aork, die Ber- waltusg fich veranlaßt gesehen hat, besonders zn diesem Behuf« an zulege». Natürlich ist in solchen Quartieren die Polizei in großer Zahl vertreten; eS find theilS Polizeimänner in Uniform, mit dem gefürchteten„Todtfchläger" bewaffnet, oder Aufspürer von Verbrechern, die„äeteetlves", in Civilkleiduog, meist Athleten von Gestalt. Sie kennen die Diebe genau und fiad eben so dieseu bekannt. Auch kennt die Polizei alle vou de» Verbrechern am meiste» freqaeutirtm Oertlichkeiteu, alle geheimen Ein- uud Ausgänge, alle Schliche uud Schleichwege. Sicherlich ist es nicht gerathev, allein, selbst nicht am hellen Tage, diese Kolonie deS moralischen und physischen Elends zu besuchen, da dergleichen Studien von den Bewohoern uicht gern gesehen werdeu, uud selbst die Polizei lehnt die erbetene uud nothweudige Begleitung gern ab. Interessant fiud die fast bei jeder Polizeistation befind- lichen„Museen", w-lche aber keine Kuustschätze enthalten, souder» lauter Mord- pnd DiebeSinstruminte, die man de» ergriffenen Verbrechern abgenommen hat. Da findet man Revolver der ver- fchiedenste» Systeme, Beile, Messer aller Formen, Dolche, Todt- schläger, Brecheisen, Dietriche, kurz olle für diese„MetierS" ei.»- schlägigen Instrumente. Tin solche? Beil, ein einfaches Tas-cheu- messer— jede? hat seine oft nur zu traurige Geschichte. Alle dies« Werkzeug« deS Verbrechens fiud. syst,«aUsch geordnet,«it Rummern versehe» uud mit«ine« kurzen Nachweis der Umstände, der Schulen zu dekr-tlrer. Auf jeden Fall ist aber ein entschie« dener Fortschritt zur Beseittguug de? RacenhaffeS geschehea. * Zur trefflichen Charakteristik deS BörseuschwllldelS dient »in Prozeß, welcher dieser Tag« in London vor dem Overrichter der QueeoS-Beoch und einer Spezlal-Iary verhandelt wurde uud am Mittwoch zu einem uoerqslcklicheu Sud; gelaugte, indem die Geschworenen nach langer Berathtrug fich nicht über ihren Wahr- sprach z» einigen im Stande waren. Der Prozeß kann zur Gattung der„Gründer- und Schwinbelprozesse" gerechnet werden. Augestrengt wurde derselbe ovo einem Altiouär der kauadischeu „Petroleumbrunneugesellschaft" gegen die Direktoren dieser Aknen. gesellfchaft, lauter angesehene Herren, unter Anderem mehrere Mitglieter des P-rlamentS, ei» General, Admiral u. f. f., auf Schadenersatz wegen falscher Angaben, die in dem Prospekla? der Gesellschaft gemacht worden waren uud auf Graud Seren er fich verleiten ließ, eine bedeutende Anzahl dieser Aktien zu kaufen. Dieselben find heute absolut wnthloS. Die Geschichte dieser Grüllduug, wie fie iu dem Prozesse entwickelt wurde, ist folgende: Ein gewisser Priuce war der Eigeuthümir riaiger ziemlich Werth- loser Petroleumbruouen in Petrolea in Canada. Im Jahre 1871 machte derselbe die Bekanntschaft eineS gewissen Lougbottom. Dieser, ein schlaues Individuum, machte dem Herrn Priure den Borschlag, noch einige, fast ebenfalls«erthlos« Petroleumbrunnen zu kaufen, so daß dessen Eigenthum fich auf dem Papier sehr groß ausnehmen würde, um dann w Euglaud, wo gerade damals daS Spekulation Sfi:ber herrschte, eine ProtroleumS-Nktiegesell- schaft auS dem Privce'scheu Eigeuthu• zs gründe». Priuce giog auf diesen Antrag ein, und im Sommer. 371 langte Herr Long- bottom in London an, versehen mit deu prachtvollsten Zeichuunge», Schätzungen und Zeugnissen üb r den Werth der großen Petro- leumbrnunen in Petrolea, welche zu verkaufea er von dem Eigen- th mer bevollmächtigt sei. Bor allem Auderen wandte er stch mit seiuem Vorschlage und seinen Dokumenten an Herrn Albert Tränt. Allein dieser, obgleich sonst nicht abgeneigt gegen spekn- lative Unternehmungen, wollte gerave vou diesem nichts wissen und wies de» Herrn Longbotrom direkt ab. Ebenso erging eS demselben bei dem Credit Fourier, Mowatt, an welchen er fich zunächst windete. Hier bot Longbot.om das großartige Eigenthum, wUcheS nach den Ausweisen und Berechn-ingen jährlich 100,000 Lstrl.(2 Millionen Reichsmark) stcher einbringen sollte, anfanzS für 180,000 Lstrl.(3,600,000 Reichsmark) an, als er aber sah, daß er eS um diesen Preis nicht los werden konnte, «bot er fich, 100,000 Lstrl. zu uehmeu uns davon sogar nur 25,000 Lstrl. baar, deu Rest in„irgend welchen Papieren". Der Direktor der Credit Fourier erkundigte fich in Canada bei General Renwick, dem Eigenthümer der den Brunnen benachbart.n Lände- reieo, und erhielt die AnSkaust, daß die ganze Sache ein Schwiu- drl fei. Lougbottom sah nun, daß er in der City von London kein Glück mit seinem Plane habe und wendete daher sein Antlitz dem Westend« zu. Dort giebt eS nämlich eine Klasse von Leuten mit hohen Titeln, aber sehr geringem Einkommen, die fich leicht dazu hergeben, irgend einer neuen Kompagnie durch ihre glänzenden Namen daS Ansehe einer reellen Angelegenheit zu geben, und die hierfür mit TrülldnugSbetheiligungen, Direklionstaatismeu und anderen Sportelo entlohnt werden. Ein Advokat und ein ehe- maligeS Parlamentsmitglied waren bald als Agenten Lonzbottom'S geködert, und diesen zwei Herren gelang«S, ein Direktorium auS den oben bezeichneten hochsng-sehenen Herren zusammen zu be- kommen, welche daS Eigeuthum des Herrn Prince kaufen und eine Aktiengesellschaft bilden sollten. Der KavfpreiS für die Petroleumbraunen betrug 480,000 Lstrl.(9,600,000 Reichsmark) wovon 160,000 Lstrl. baar uud der Rest in Aktiea bezahlt wer- den sollte. Um jeSoch recht vorsichtig zu Werke zu gehen, wurde beschlossen, erst eme Kommisston nach Canada zu schicken, welche vor Auszahlung deS Geldes fich über die Natur uud dm Werth deS zu kaufenden EigenthumS vcrgewiss ra sollte. Als Mitglieder dieser Kommisfion wurden gewählt der Sohn deS Pcäfidmteu der Gesellschaft, ein junger, zänzlich uunfahrever Measch, der in sei- uem Lebeu keiom P-troleumbrunnen gesehen hatte, und Herr Lougbottom selbst. Mit Recht sagte der Lord Oderrichter in sei. uem Resum�, mau habe den Fuchs mit der Gans zufammea in demselben Boote ausgeschickt. Wie bei der Unwissenheit des Einen und der betrügerischen Absicht deS Anderen zu erwarte» war, siel der Bericht außerordeutlich gut auS, uud die Kaufsnmme wurde uuter denen fie ergriffen wurden, ausgestattet. Die Photographie der berüchtigtsten Verbrecher nnd ihrer unglücklicheo Schlachtopfer erhöheu daS Pilante dieser eigenthümlicheu Sammlungen. Das Boll hat einigen Adth«lungen dieser Qaartiere bezeichnende Namen gegeben. So nennt man die eine die„Höhle der Lumpensammler, hauptsächlich von Dtutschen bewohnt, in der Pitt- und Willetstraße, eine andere dir„Faule Gasse" in der Lawrencestraße, eine dritte die„Armeuallee" im 7. Bezirk, ferner die„Elendstraße" in dem 19. Bezirk. Die parallel mit de» QuaiS des OstaferS laufenden Cherry- und Waterfiraße fiud hauptsächlich daS Lager der Mörder; hier findet mau auch dir elendesten Herbergen der Einwanderer und Matrose». Wir iu dem 4. Bezirk, find einzelne Häuser hauptsächlich die Niederlagen der Vagabondeu und Diebe. Allerdings siud heut zu Tag» jene verlorenen Winkel uicht mehr so gefährlich, wie früher; die Volks- moralität scheint iu deu letzteu Jahren iu Folge der Mehrung allgem-.iner BolkSbildaug auS dem düstereu Schatten der Bersun- kenheit dem vnedeluden Lichte des MenschrnbewußtscinS zugewendet.— DaS Elend freilich hat stch nicht in gleichem Schritt ge- mildert. Ja dm Wohnungen des Jammers, vou deaeu wir reden, wird»S noch vermehrt durch die Schuld der GesuudheitS- Polizei, die nicht mit gleicher Aufmerksamkeit jene Bezirk« über- wacht, wie die Sittenpolizei, obwohl gerade sie, namentlich im Sommer, die Berpflichtaog hätte, hier«ohlthuend zu schaffe» uad die zahlreichen Brutstätten ekelhafter und tödtlicher Krankheiten zu zerstöreu. Niemand dürste im Sommer uugestraft durch diese eutsetzliche» Gassen wandeln, welche die tausendfachen, überall herumlitgeudt« Abfälle, dereu Fäulniß durch die iu dieser Iah- reSzeit in New- Jork herrscheud, Hitze i» hohem Grade befördert wird, die gährenden Kloakm uud die Ausdünstungen der in deu Häusern selbst aufgehäuften Knochen, Lumpe» und andere» Ge- LÜmPelS mit tödtlichen Pesthauch erfüllen� Hier hauseu Fieber und Pocke», hier hält die Cholera schonungslos uud unersättlich ihr, fürchterliche Razzia. in Amtrika für otn Verkäufer, Herrn Vriuce daselbst, aage-sirseo. Juzwifchen jedoch waren die Direktoren der inzwischen gegründeten Kompagnie von verschiedenen und zwar sehr m�errichteten Selten, z. B. von Albert Grant, von dem Credit Foncier, von Sach- verständigen in Canada selbst, auf da« Eindringlichste gewarnt worden, daß die Sache nichts als Schwindel und Betrug fei, und es wäre noch immer Zelt gewesen, die Auszahlung des GeldeS an Prince in Amerika telegraphifch zu widerrufen, allein die Direktion glaubte diesen Warnungen nicht, sondern„gründete". Im ProspektuS wurden die merkwürdigsten Versprechungen gemacht; rS hieß daselbst, die Petroleumquellen lieferten täglich einige Tausend Faß Oel und dergleichen mehr. Später stellte eS sich heraus, daß kaum 10— 20 Faß, und diese nicht immer, geliefert werden kann- ten, und nachdem das Pabllkam alle Aktien gekauft hatte, platzte die Blase. Trotzdem nun alle diese Thatsacheu während der Ber- Handlung bewiesen wurden, konnten fich die Geschworenen nach sechsstündiger Berathuug über ihren Wahlspruch nicht einigen, «eil, wie ihr Obmann angab, einige Mitglieder der Jury, jeden- falls echte Börsenspekulanten, fich nicht über die böse Abficht der Direktoren bei der Gründung schlüsfiz machen konnten. So hat nun der Kläger zu seinen Aktien nech jene 12,000 Pfd. Sterl. (240,000 Reichsmark), die ihn der Prozeß gekostet hat, zu tragen. * Die„Chemnitzer Freie Presse" bringt folaeuden Bericht: Chemnitz, 2 März. Die gestrige Bolksversammlnog im Ely- fluni war so stark besucht, daß der Saal absolut nicht mehr Menschen hätte fassen kdauen, da die Menge schon dichtgedrängt stehend, alle Durchgänge zwischen den«tuh reiheu ausfüllte. Die Gegner, welche au« zufällig schwach besuchten Bersammlungru den Schluß gezogen, daß unsere Partei Heer Im Aückgang begriffen sei,«erden fich arg en täuscht gefühlt haben.— Auf der Tagesordnung stand:..Die Lereiniguag der beiden sociolistischeu Par« teifraktionen." Ueber dies,« Thema referlrtc ReichStagtabgrordueter Ha- senclever anS Berlin in einem klngeheadtn, gediegenem vortrage. Er betonte nach einigen einleitenden Worten, daß die Einigung beider Richtun- gen jetzt bereit» eine unbestreitbare Thatfache sei und daß nicht« mehr diese Einigung zu stören vermöge. Di« Borarbeiten zu einer Verschmelzung der Parteirichwogen seien von Augehörixen beider Fraktionen gemeinsch istlich vollilldtt, und Programm uod Or.antsationSplan festgestellt. Die geeinigt« Partei werde künftig den Namen„Deutsche Arbeiterpartei" führen und eine ceutralistische Organisation, doch nicht mit einem Präfidenten an de« Spitze, haben. Der Redner verbreitete fich nun in eingehender Weise über die einzelnen Punkte de« aufgestellten Programms, motivirte dieselben und warf dabei treffende Schlaglichter auf»ufere heutigen Staat«, und GisellschaftSeinrichtungen, wobei er oft vom Beifall der Anwesenden unter- brachen wurde. Wir ituterlaffea es, die Paukte des Programms hier auf- zuführen, da letzteres erst in oen nächste» Tagen in den beiden Hauptarga- nen der Partei, im„BolkSstaat" uad im„Neuen Social-Demokrat", de- kannt gemocht wird, und wir diesen nicht vorgreife»«ollen. Erwähnt sei «als» nur, daß der Referent al« Endziel der Partei bezeichnete die Einsllh- runz genossenschaftlicher Produktion, welche dem Kapital die Macht entreiße, den allzimlinm Bolkswohlstan» herstelle und überhaupt an Stelle der hen- tigeu Unordnung die wirkliche Ordnung setze. Denn die Social-Demokra- ten könnten mit Recht Männer der Ordnung genannt werden, während die Liberalen dielen Titel nur usnrplren. Wir w llen, erklärte ber Redner, nur Gerechtigkeit auf socialem Gebiet. Menschenliebe und Blüderlichk-It ist unser Prinzip. Es fäll: uns nicht ein, die rothe Rerolutioa zu«ün- fchen; wenn fic doch käme, ist es unsere Schuld nicht; Redner fügt hinzu, daß er davon überzeugt sei, die Sociat-Demokratie könne auf friedlichem Wege zu Ihrem Ziele gelangen: Zur Präzistrung beS nationalen, resp. in ternationalin Standpunktes der Deutschen Arbeiterpartei erklärte ber Red- ser: Dieselbe werde national sein im gesetzlichen Kampfe xegm die de- stehenden reaktionären Gesetze ulld-ungerechtüi I-sellschaftSeinrlchtungen, In- »ernational werde sie sein in dem Bewußtsein, daß andere Völker den- selben Kampf gegen die Unterdrücker führe» und wir daher mit ihnen sympathistren müssen, unbekümmert darum,«elthe Greuzeu uud Welte Po- litischcn Umstände uns von Ihnen trennen international werde die Partei ferner sein dl der Uebcrzengunz, daß schließlich nur eine allzimeinc Völker- verbrüdeeung allen Völkern zum Wohle gereichen kann.— Der Redner schloß unter dem Beifall der Versammlung mit dem Wunsche, daß, nachdem der allgemeine Krieg gegen die Arbeiterbewegung die deutschen Arbeiter geeiul, dieselben stet« In Friede» und Einigkeit gemeinsam vorgehen und fie Nicht« wieder spolten solle.— Hierauf ergriff Vahlleich da» Wort, und nachdem er, an de» Referente» anschließend, in warmen Worten über die Bereinigung gesprochen, äußerte er noch: Unsere Gegner behaupten, die So- cial-Demokcatlc sei Im Rückgang begriffen; die« sei nicht der Wahrheit eut- sprechend. Dennoch tonne c« in Chemnitz, in Anbetracht der hier lebenden Arbeltermaffen, noch besser stehen. Obwohl die Bewegung hier gute Fort- schritte mache, so solle doch jeder Einzelne nicht erlahmen, sondern Alle« aufbieten, um für die Partei nützlich zu wirken.— Der Borfitzendc R. Reichert forderte zum Eintritt in die Partei ans, und da fich Nlemand mehr zum Wort melzete, schloß er die Versammlung. * Wir setzen den Kulturkampfkalender hierdurch bi» zum 25. Februar fort. Folgende Kulturerelgnissc fanden statt: SImmcrn. Der ausgewiesene Pastor Kautz vo» BeierranSbach wird verhaftet.— Berlin. Wegen Beleidigung de» Generals Stülpnagel(ob de«„Stülpuagtl-Sechser»") werden vernrtheilt zn je 15V Mark, event. 25 Tagen Gefängni;! die verantwortlichen Redakteure de»„Vosfischen Zeitung", des„Berliner Tage latls", der„Berlher Presse" und des„Ulk"; zu 120 Mark, ivent. 20 Tagen Sefängniß per Redakteur de»„Bote vom Gesuud-- brunnen". Das StaalSministerinm hat(in einem Urtheil als Oberdlszl- plinarbchörd«) den Mainzer Kalholikeuvereiu für einen„rcgicrungSfelnd- lichen" verein erklärt. Die„Germania" wird konfiSzirt.— München. Bruno Gelier, der Redakteur de»„Zeitgeist", wird vom oberdalerischeu Schwurgericht w-geu d.ei Beleidsngen durch die Presse und einer Ueber- tretnng de» Bcrelnsgesctzes zn 2 Monaten 13 Tagen Gesingniß und 2 ff. Geldbuße verurthcilt.— Krlmmilschau. Der Redakteur de»„Bürger- und Bauernfreond" Ist wegen verleumderischer Beleidigung der sächsischen Justiz- behörden zu 30 Marl vernrtheilt worden.— Neustadt i. Schw. Vikar Geppert wird verhaftet und nach Offenburg in'« KrcISgefSegnIß abgeführt. — Habelschwerdt. Der„GebirgSbole" wirb wegen ber päpstlichen Ency klika konfiSzirt.— Köln. Wegen eine» Tumult« bei Versteigerung der dem Bikar zu Sttommeln gepfändeten Gegenstände waren 10 Einwohner von Ehrenfeld angeklagt. Vernrtheilt wurden zwei zu je 3 und sechs zu je 1 Monat Gefäugniß; zwei wir-den frclgesp.ocheil.— Berlin. Das Stadtgericht erkennt aal definitive Schließung de» hiesigen Lerelu» der social dem»- kra'.Ischc.i Arbeiterpartei und vernrtheilt den Vertrauensmann derselben, Schrift'etzer Heinich, zu 30 und 120 Mark, event, 25 Tagen Haft.— M.-Gladbach. Die Petition der hlefigcn Ultramoutanen um Beibehaltung der von Nonnen geleiteten katholischen Töchterschule ist vom Obcrpräfidlum zurückgewiesen.— Oppeln. Dem Wcltpricster A»s,llei zu Beueschau ist der Aufeoihalt In den Kreisen Ratibvr, Leabschütz, Kasel, Gleiwitz und Rtzbnlk untersagt worden.— Düsseldorf. Das„Düsseldorfer Bolksblatt" wird der Enciklika wegen konfiSzirt.— Berlin. Die„Germania" wird ka»«'.». zirt.— Chemnitz. Da» Bezirksgericht bestätigt bas auf eines Mou� fängsiß lautende Urtbell der ersten Instanz gegen de» Redakteur de»,„ffhern. »Itzer Freies Presse". Derselbe ha« Bismarck bel-idigt durch ÄfjiwA,.,,, der van Bismarck gesprochene» Worte:„Anständige Leute k»-''l, für mich." Wege» B-rbreiluna de» Most'sche» Ve>�rbNi»«1ft»ab'teick -udgü tig zu 75 Mark verurth-Ät worden.°5ose» Dik-u Seb-now-kl in« ustadt wird»erhaftet und Inda- G-f'an nißuach Srätzabgefüh�- ?S! 8i n. H°fb>fitz,r m? der Putziger Gegend, der»Ismari beleidigt Hodaija««, winde zrelgesprochei»,»b»»hl der Staatsanwalt» Wachen S-- san�.„ ,« ipn vcrlaugte.— Marienwerdcr. Der Priester Hondsdorf ist Al» dem diesseitigen RegiermtgSbezlrk ausgewiesen Warden.— Düsseldorf. Ein r»mmmialbeamter Ist bmch Disziplinarverfahren seine« Amte« entsetzt worden, weil er Mitglied de» Raiirrer Kathoiikeuvereiu« ist.— Essen. Berleger-od Redakteur der„«fsmcr«olk«jtlmng", wegen Beleidigung de« Fürsten Bismarck angeklagt, werden freigespracheu.— Bamberg. Der fo« cial-demakratische Wahlvereiu ist geschlossen wordeu.— Müache». Da« Schwurgericht h't den Redakte«, de,;, Beyer. Vaterland", Dr. Sigl, de, verleumderischen Beleidigung de« deutsche» Reichskanzler« in drei Fallen huldig befände» und Ist darauf eine Bermtheilung zu 10 Mannte» Nachfieh-üd giSen wir d-.a dK ia v-rigtr Namm» tiißa'Uatn LnndtagSverhandlungeu wi-d:r; Meine Herren! Die Arbeit, frage st schon neulich W Reichstag- und auch hier näh-r erörtert. Ich will nicht weiter darauf eing'ben. namentlich kann ich mich beziehen auf die Reden de» Herr« Abg. Wlndtho.'ü(Meppen) und auf die Rede de« leider wege« Krankheit nicht hier anwefeno-'t Hrrrn Abg. LaSkcr. Ja benselben ist schon hervorg Hobes warbeu, daß die Ge- fängllißlnstruktloueu, die bisher bestcheu, nicht mit den Bestimmungen d'5s Strafgesetzbnchc« Im E»klänge find; ich brauche heute nicht weiter darauf eiazugeheu. Ich möchte nur frageo, wenn eise angemessene Arbeit, welche deu Berhältnisseu und Fähigkeiten entspricht, vorgeschrieben Ist, in welcher Beziehung steht devn Dütenkleb-o zu deu FäH'gkeiten uud Berhältuiffeu eine» Geistlichen? Blcrtcu», die Geist icheu durften fich nicht selbst belöstigeu, fic bekamen de« Morgens ein? Grrstcnmehlsoppe von widc-wärtlgem Geruch und Geschmack, so daß fie den Eine» der Herren fast bi« zum Ecbrecheu reizte.— außerdem hatte fie noch deu besonderen Borzug, daß die Spuren von Ratten nnd Mäusen, die früher in dem Mehl gehaust hatten, in d.r Suppe sehr klar hervortraten. De» Abend« war die Sappe nicht schlimm, wenigsten« nicht ekelhaft. Auf die wiederholten Bitten der Geistlichen um Selbstbeköstigung, auf Bitten, die auch mit ärztlichen Zeugnissen belegt waren und in clu-m Falle auch von einem alte» kränklichen Geistlichen aus- gingen, hat die Regierung zu Düsseldorf wiederholt ab.chläglichen Bescheid erthcilt. Im vorigen Jahre, bei der Bcrathnng de« Etat», ia Folge einer An- regnug de« Abg. Münze», Ist von dem Herrn RegiernngSkommissar unge« säyl in folgender Weise über diese Sache gesprochen:„Boa einem Borge- fähr geleitet, sei im Jahre 1370 eine mildere Jaftraklion erlassen, In wel- chcr ber gerügte Paragraph in seiner Strenge wescu.lich gemildert und einer bnmancn Behandlung Platz gemacht habe. E» sei nach den jetzigen Ber- Hältnissen eigentlich Jedem, ber noch im Stande sei, fich selbst zu verpflegen, die« Innerhalb der Grenzen, die die Äesäagnißordnuug erheischt, zn lquu gestattet."— Nun hat sich später herausgestellt, daß die Instruktion nicht erlassen Ist, ober ich meine, c« ist doch ein üewei« für die Intentionen der Regierung, die der Herr Kommissar ausgesprochen hat, uad ich b>n der Meinung, diese Intentionen mnßtm der Regierung zu Düffeldorf nicht blo« bekannt sein, sondern sie mußte sich auch nach denseld/n richten. Später, l« die gedachten Geistlichen nicht mehr dort waren, soll allerdings, in Folge de« Besuch« eine« Reglcrungsralh», die Kost besser geworben seiu.— Fünf- tcr Punkt. Den Geistlichen wurde nicht zestallet, die h. M zu celedrirea und auch dann nicht, al« da« Landrecht die« befürwortet-; es wurde als Grund der Verweigerung angejührt, daß es mit der Anfta tSordnung fich »ich! vereinigen lasse. Als der Landrath sich verwendete für die Sonn- uad Feiertage, wurde die- gleichfalls abgeschlagen, obwohl er anführte, daß cS in der AnstaltStirche möglich fei uad durchaus der AastaltSordnung nicht widersprechen würde. Ich komme zum sechsten Punkt,»en ich wirklich nur andeuten kann, aber der die ärgsten Unannehmlichkeiten in sich schloß. Dreimal am Tage wurden die Geistlichen iu der Reihe oder in dem Haufen der übrigen Sträs- linge zu den Aborten ber Gefanzenaostalt geführt, und«aS fich daran weiter für aaßerordentliche Unannehmlichkeiten und Widerwärtigkeiten für fic anschlössen, kann ich hier nicht erörtern,«eil es zu undelitut sein würbe; am Schlüsse Ihrer Hast ist allerdings dieser Besch wtrdipiznki in Fslie eine« Besuches eine» Düsseldorfer Rrgierun.ZratheS beseitigt. Schließlich wurden, was ich als siebenten und letzten Punkt anführe, die Zellen nicht durch Auf« trag gereinigt, sondern es wurde geduldet, d-ß die Geistlichen eine kleine Hülfe durch ihre Mitgefangenen erhielten, die an- gutem Willen ihnen solche Dienste leisteten. Ich meine, Sie werden mir Alle zustimmen, daß dies doch«irklich ents-tzllchc Borgänge stnb. Ich glaube, Sie werde» mir auch zustimmen, wenn ich sage, es läßt fich das Verfahren der Regierung zu Düsseldorf ia höflicher und parlamentarischer Weise nicht bezeichnen, und da ich nicht gern unhöflich bin, will ich gar nichts weiter sagen. Erwägen Sie: ein Redakteue, der in SichcpheitShaft sich befindet, noch nicht rechis- kräftig vernrtheiltc Geistl che, die mit den Maigesetzen in Konflikt geralhe» sind, werben behandelt wie Spitzbuben und Verbrecher. Ich meine, et Ist ein scharfer Vorwurf gegen die Regierung, wenn solche Dinge überhaupt möglich find,«eun nicht jeder untergebene Beamte da« Gefühl hat, daß solche Handlungsweise durchaus unzulässig und für ihn im höchsten Grade kam- promittirend sei. Sic werden mir hier nicht entgegnen: ja, der Kulturkampf macht andere besondere Vcrhilmisse nathwendig. Sie werden mir da» nicht sagen, Ich bin davon überzeugt; denn jener Streit tau» nicht Alle« statthast machen uud nicht Alles cnlsch lldigen; aber das will Ich Ihnen zugeben, daß er «uud-rbare Blüihm bei nn« treibt Ich hoff-, der Herr Justizminister, der ja schon In vorige- Sitzung fich sehr entgegenkommend ausgesprochm hat, wird Borsorge»essen, daß eine solche Behandlung nicht wieder vorkommen kann, und zweitea» hoffe ich die» auch von dem Herrn Minister des Janeru, zu dessen Ressort die Strasan- stalt Ii Cleve gehört;— die gerichtliche Hast zu Münster ressortlrte vom Jllstlzmlnisterlum, der zweite Fall, die Strafanstalt In Cleve bettessend, ge- bört ia da» Rissort de» Ministerium« de» Innern. Ich glaube, in dieser Bitte und Hoffnung wird sich da» ganze Hau» mir anschließen ist. nnd daß et dort gezwungen wird, fich von oben al» u.ileu zi. und außerdem so behandeln zn lassen, wir es vom 15. bis 17. Januar ge» schehen ist Am 17. fall die Behandlung deshalb ab, rändert«»«den sein, «'ss da eine Sttafe fällig gewes n sei. Nach den Jaformatiauea, die ua« zu Gebote üehen, ist die? nicht zutteffend. Inzwischen kann t« ja sein, und wir wollen barn�r da« Wettere ermitteln. Aber wenn auch am 17. ber Strafvollzug b-g�n, dann wind, wiederum Dr*WIukle, nicht richtig behandelt, denn e« wurden S.'ukler am 17. Atstagen gemacht, die mall. einige Tage darauf als unzulUfssg a»i� umi sie d-Shalv zurücknahm. Ich bin erstaunt gewesen, von einem de» Herren»»»ll'erntigSkommiij»« zu hören, daj? der Bericht de» Ge; zn Münst verichtsdirektar« zu ZW... nen Anlaß zn irgend welchem Einschreiten gegeben habe,«eil der Direktor bereits auf Anzeige eines Freundes de« Jnhaslirten die uöthlge Remedur geschaffen hat. Mir scheint, wenn der Bericht de» Direktors einging uud bestätigte, was hie» von Herrn von Heeremann vorgetragen Ist, so genügte e« nicht, fich dabei zu beruh'gm, daß der-Inzelue Fall Remedur gesunden habe, sonder» ,S mcrt PI untersuchen, wie kam eS denn, baß überhaupt s» etwas abzuändern war, find die Instruktionen und B-rfügungeu der bettef- senden Behörden salche, daß eS möglich gewesen ist, daß ohne Pflichtder- lctznng der Beamten so etwa».' eintreten konnte, und wenn eine Untersuchung ergab, daß die betreffenden Instruktionen so etwa» jaließen, dann war auf jeden Fall eine sosartige Remedur In einer allgemein«, Anweisung min- defienS für diese» Gesängniß erforderlich. Wer garantirt dem Jnstizmioister, daß nicht morgen ganz derselbe Fall wieder vorkommt,«enu man solche Berichte einfach ans sich beruhen läßt. Wenn als» auch wirklich am 17. Januar gegen Dr. Wlnkler der Slrafoallzug begann— wa« ich heute noch dahin gestellt sein lasse— so tritt hier wiederum hervor,«a» wir im R ich-taz und hie» zn wieder- holten Malen hervargchoben haben, näuÄich daß die Bi handlang polltische» Verbrecher im Gefängnisse eine absolut andere sein sollte und mnßte nach dem Sinne de» KriminalgefetzeS Im Allgemeinen und nach Artikel 16 des- selben insbesondere und nach den Beschlüssen des Reichstage«, al» die Be- Handlung gewöhnlich« Verbrecher. Uud wen« eine solche Behandlung be- stätigender Bericht einging, dann, glaube ich, war e» Sache de« Justiz- Ministerium«, uu» recht forgsältig zu untersuchcn, ob da», was in Münster vorgekommen, auch anderswo vorkommen könne, und elne richtige Behanb- lung der Gefangenen fich finde, und generelle Bersllgungr» zu erlassen, welche bi« dahin zu meinem Erstaunen nicht erlassen«arbe» find. Hiernach richte ich an da« Justizministerium auf Grund des Strafgesetzbuches, ans Grund des Artikels 16, ans Grund der Beschlüsse des Reichstage« da« ganz be- stimmte uad dringende Verlangen, daß so rasch wie möglich In Beziehung aus die Behmdlung politischer Berurtheilter und solcher, die wegen paliti- scher Vergehen in Untersuchung sind, die geeigneten Generalv.rsüguugeu an alle Gefängnisse lnH Gerichte ohne Verzug«r affen werben. Die Sache ist lauge genug burchgearbeilet, die Verhandlungen Im Reichstage sind sehr klar, sehr bestimmt gewesen, und ich denke, daß die Z ihl vou Leuten, die jetzt wegen politischer Bergeheu im Gefängnisse find, elne!» große Ist, daß jede Stunde, die verloren ist, ein Akt der Inhumanität Ist. Justizminister Dc. Leo»Hardt erkennt au, daß eine Regelung de« Strafvollzllgsweseu« vothwenoig sei und werde die« erfolgen, so bald e« möglich sei Da« Verlangen aber, da« der Lorredner in so bestimmter Weise an ihn(Redner) gestellt habe, könne Ihn in seinen Anschauungen durchan« nicht bestimmen Der Abg. Winbihorst habe feruer wiedcrhalt bcmerlt, daß die vorliegende Frage von einem Minister auf den andern ge- schaben wcede. Davon sei aber durchaus keine Rebe. Da im Haufe Spezialfälle vorgebracht würdrv, so könne ber Miuister nicht st- 0- fich hierüber erklären. Thelleu Sie doch un« solche Fälle vorher mit? Wenn Sie die Fälle so nad so zurccht machen, s» läßt fich darauf nicht antworten. Der Fall in Münster ist mir aus den Zeitungeu bekannt, aber wie vom Kommissar bereit« erktärt, nicht richtig»orgettogen; ich will dadurch die bouii. Läes deS Abgeoldneten Heeremann durchaus nicht in Zweifel ziehen. Der zweite Fall In Cleve Ist dem Jnsti, minister vollständig nnbekannt, er weiß auch nicht, ab derselbe dem Minister be» Janern bekannt ist, und de»- halb kam: hier von einem Bcrichiebca aus einen andern Minister gar nicht die R-oe sem. Die Herren mögen solche Sachen ia anderer Weise durch Jute-.pellalionen erledigen Die Frage de» Sttasvollzage» kann auch bei einer Bodgetberathung nicht gelöst werden. Berlill, 2. März.(Bcrurthellungen.) Unterzeichneter befand fich am 2. März auf der Angcklagebank, auf Biamtendeleidizuug und Wider- ! staad gegen die St-aiSg-wall angcklazt. Jedoch der hohe Staatsanwalt j hatte deu zweiten Punkt fallen lassen müssen, weil die Schu'dsrage nicht ' vorhanden war, und nur den ersten Pnnlt(B-amtenbeleldlgung) aufrecht ' erhalten. Der Staatsanwalt beauttagte eine G-singnißhast von 4 Mo« »atrn und sofortige Verhaftung; jedoch der Gerichtshof-clanute die Strafe für zu hoch und vernrtheiltc ihn zu 6 Wochen Gefangniß. Die vor« läufige Entlassung fand ebenfalls statt. C. H. Szimmath. Calau, 2». F-br.(Termin.) Gedern stand ia> vor dem Appel- lationsgericht zu Frankfurt a. O, angeklagt, Leiter eine» ZweigperelnS ge- Wesen zu sein, der mit dem Allg. deutsch Arb.-Vereins m Verbindung ge- ''"" De? Staatsanwalt erkaiurtc das Erkenntmtz des ersten Abg. Windthorst(Bielefeld)'will auf die allgemeinen B-merkung-n! Tht». Gelddllße nicht 3 Tage, des Abg. von H-eremanu in Betreff der schiechten t»i-kunz-n»es Kultm. f#T.n{; �"'---- kämpfe« aus die Beamten nicht eingehen. Der Konflikt der Beamten wcrbe noch bedeutenb verschärft durch die neueste Encyclica de» Papste«, die jeden katholischen Bea ten vor dl« Alternative stelle, entweder ihm zn folgen, oder seine Qualität als peeußlfcher Staatsbeamter auszugeben. Die Thatsacheu, welche der Abg. v Heeremann angeführt, seien aber wichtig genug, daß sie ernste Erwägung seitens des Han'c» wie de» Herrn Justizminister« verdien- ten. Die Behandlung de» Redakteurs de»„Westfälischen Merkur" Wider strebe durchaus unserer Gisetzgebnug und den sondern aar 5 Tage Gesängniß folgen könnten, uifi somit nur 5 Thaler eveutuell. Auch saud den 21. dsö- hier eine üflhtttlcht Versammlung statt, in welcher Herr BurganZli aus Berlin über gewerts chastliche Vereine von Schulze-Delitzsch referlrtc und zum Beitritt solchem Vereins au st orderte. Ich meldet? mich fodaun zum Wort, um zn beweisen, daß foly»««»»»' guugcn nur Palliativuiittel seien und nicht den Druck de« Großrapital» deseitigten; wsrans der Referent unter Toben und Sächimpsen bthauptete, schon sechs social-demokralische Agitatoren In ein« Versammlung Helm pe- (Abrcehnuug) über die für die auSgeschloffe. neu Breunschwelgcr Cigarreoarbeit er g-samn ieltrn Geld«. Gcsvmmtem- Hamvurg, 21. Febr. ...... Anschauungen des Hause»., Dl.g d.n. d7n Ä ittwr.n««(«*« Sflichtnag zur Kenutniß. JedeusallZ sei eS auch unges-tzlich, daß ihm der Haftbefehl, den er nach 24*''*' 1" 8 F. Bommel. Stunden hätte erhalten müssen, erst am dritten Tage nach seiner Berhaf- lung zugestellt worden sei. Wa« die Klagen bezüglich der Gefäagnißver- waltung in Cledr angehe, so gehörten dicselden zwar nicht dem Ressort de« Justizministeriums an, allein da dlcselben einmal biet vorgebracht seien, so müsse er doch auch konstaliren, daß diese Behandlung unfern humanen An- schanungen widerspreche und scharfen Tadel verdiene. Der Justizminister wöge doch hierdurch sich veranlaßt sehen, die Reform de« Strafvollzüge» energisch in die Hand zu nehmen, und da diese so schnell nicht zu erreichen sei, vorab durch eine allgemeine Juflrukrlou über die Behandlung politischer Gefangener den M ß ständen abhelfen. Der R-gieruu�ikommissar Stare c gicbt zn, daß die Uebcrsllhrung eint« SicherheilSgifangenen in ein Zuchthap« allerdings nicht In der Orb- nung sei, allein in dem von dem Abg. Heeremann angeführten Falle sei e» zu eutschnldigen, weil ia Münster da« alte Gesängniß abgebrochen, ein In- terimistische« Gesängniß aber nicht gebaut sei. Der Neubau eine« KreiSge- richtsgesängulssk« in Münster werde wohl noch ia diesem Jahre vollendet werben. Abg. Windthorst(Meppen): M-me Herren! Ich lasse alle andern allgemeinen Bettachtungeu. die hl« anäereat worden find, bei Seite, ich beschäftige mich in diesem tt® mit der Frage, ob die»an dem Abg. v. Heeremann Pe häilniffe nicht»«anlassnng a.b.», energischer noch, al« ge f.. v, Handya�una de« Slrasvoll- Mmmewn'B.?'�'ud-un� d.'. J*-iuzatt.tem D'l ®t?t6iaur"-Achtungen werden zu-.wc, anderen Zeit zweckmäßig ihre Bischw- finden. De, Herr Abg. von H-er-ütäu-! gat zwei verscheeb-n- vorgebracht. Dir erste Beschwerde b-i°S sich-»f die Behanb- ..ig be» Reb-kteur» Dr. Winkler in der SUafauWt zu Münster, und die zweite bezog sich auf die Behandlung mehrerer GejlT''n ver Sttasan- stalt zu Cleve." da« eine «el- �, Etat TOnrn,™'x.s'm"« iri Tisammttegflrung gegenüber, und � vin der Meinung, baß die Regie-nng al« Gcsammtteglermig hier zu autw außerdem hat uu« der Herr Minister de« Innern-rräblt dak»,'mmnui- kationen stattgefnudeo beben zwischen ihm und dem Jnstizmlnifter. VIIUN Irgend welche Erörterungen zwischen den beide» Herren»' fanden, so kockute der Fall WinNer und die Fälle an« Cleve wvbt dl- � n w7- AÜ 1s.?7v°n°C. ar� G-werkrn«»Tb... 14 Ar. 9 Pf. Vom Bon-«. Erda-betterv. rein 20.—. und 1. 25. b. Vom Gips-rver-in 20.—.-. Bom Zi mwrrerbui id 12.--»om«orv- macherdund 3.—.—. Nähmaschn nnsadrii Ivon Poüack. Schmidt u. Loße am Bogen 45 3. 1V. 8. Ballüd, rschnß durch Richter 3- 15.■ Von Gcvert(Ueberschuß einer Bersomml nng)—.)!2. 6. Von � 1. 2. 9. Rom Korbmacher fmnd du.rch Fölsch 6.—■ �'?!, Matergihülfen 8.—.—. Von«• ettcr»(U> brrschuß einer veAawmwng) 1. 6-- Ballüberichuß ber Kl. mipmr Mab M-chanItir durch Ahld»m 6.15.7. Summa 451. 23.—. Ausgaben Abz-sch>ck-e Gelder 4�7 � � An Po.» und BerichiedeneS 4.'9. 3. Summ. 451 2� Rvwrr und für richtig besemdeu:»rsl ing. Fahlstich. Bartels. Wir sagen Im Namen der aaSgeschl» �tien Brauuschweig. b arbetter unsnn verbindlichsten Da ak. J. Bette,». Poße'Comp, direkl nach Brauns bwei, Bon den MaschiuenbauetM abgeschickt 13 Thlr. 16 Sgr. 6 Pf- I.»etter«. faubeu, s, kockute der Fall Ninllcr und � die Fälle au« Cleve wähl die cn. sein die zum Segenstaud. d.r Un,erh.ltun. gemacht wurd.n E, Mr. baben �» bkoße» Hin- uud Hcrschieben beschränkt int»»Switn.» Ansicht, baß die Fälle, welche Im Reichstage nad lÄ,Ä?rn8vBt,tm.?tn 5°d. so dringlich stnb. baß es mit der �6 w,«.i n J? 1? beiden Ministern eoblich-w Ende haben sollt«, uub ul* 0'"" k>ch zusammensetzm und so schfta.Ig ät möglich b.« erlassen rT£m? 8 um tinf Behandlung herzustellen, wie einem clvlllstrteu Staate nothweudlg 1�, � glaub«, d� die »et werben kanll. Hat man denn j« ge? «ttl Man» dt« gebildeten Staude« Abonnent en) de«„Nenen Sacial-Demokrat iode, w»« wi, wird« auf'Imn Mo.at aus töauen, nicht ohne ein desande»«« R.saltat Jebcr nmß versuchen, unsere vielen Freunde, sich aber na», lau und ,vrLckze,.g-n ver- ,a.en, mo............e°.�ue» Swst°l.D.«k,.t" �.°«i°°-a. Monat Mär, bi« zum 3.»'.a. i* eawchw». �eirnug»-»«»" Bremen, 28. Febr.(Die ersuchen«tt, die günstige P«I unser Parteiorgan abonnirea vorübergehen zu lassen. Ein die dem-ocialismu» huldige' nw",7minnca ha ten, al» Abonnenten für d-a.N-eu-n Sodal-Demokrai zu gewinnt« j». z* inttichtstt. sollten, sie In die Darlegung, wahr«» SIi I daß in tlaem ci l in ein Zucht' j wahren Sinut de�Wort�b-ZiI zachthau« abgcfüh «an» aeoiiottca Staude« lllaterftüt-. (t noch UntersachmigSgesaageaetz{" lasse. Die Hälft« der' beil uud fangen b-i»t In deu hiestgen Z imr nicht betteln g-h- i w «rauvfchwng, zi* W LMSPWW Nj.'«Sf ÄÄS23Ä m'iu ih-J*, �d während der«n«lpettUNg d.».gtU°ur W0- ködern o8tn' ,Die Lugsder.stng) der hiefigeu ligar« (Di-»Fflf.wer Lohntthöhung dir Seele de» Kau« • nn- nach- 890 1 März.>— itz: völlige» Ende erreicht. Ja Hamburg wurde Donnerstag, dm 25. Febr., Unter.! zeichultem vom Smator Petersen erklärt, daß bis auk Weitere«} alle öffmtlichm B-rsammlungen in Hamburg verboten waren. Köster. ««S der Zeit der De«agsgeuhetze. cSchlvß.).. AlleS, wa« zehn Jahre früher Arnold Rüge erfahren hattet, sollte nun auch Fritz Reuter durchmachm, und theilweise noch weit Schlimmeres! Bei der Verhaftung bracht« man ihn in die Stadtvogtei und warf ihn in ein Loch mit allerhand Gesindel zusammen, bis er durch Bermittelung seines BetterS eiueu andern Platz erhielt. Nach zwei Monaten, zu Reujahr 1834, wurde er der HauSvogtei überwiesen und daselbst in eine Zelle gethan, die nur einen Strohsack enthielt und hoch oben ein Stückchen Himmel, etwa zwei Hände breit, einfallen ließ. Die Uatersachung führte der berüchtigte Krimwalrath Dambach, ein geriebener aalglatter Jrquireat,«elcher die Unkenntniß und Eitelkeit der Angeklagten zu seinen Zwecken mißbrauchte oder fie durch Trostworte und Kompliment« zu einem„umfaffeudeu Geständnisse" brachte. So nannte er«ium der jugendliche«„Hochoerräther' eine»„philo- sophischm Kopf", der da» Obj:kt der Untersuchung in seiner gau. zen Totalität umfassen und übersehen könne. Der„philosophische Kopf" gestand denn auch bloS nicht von sich selber AlleS, was der H-rr Kriminalrath wissen wollte, sondern er fiag auch au zu deuvnzlren und seine ehemaligen Couleurbrüder zu verratheo, solche, welche die Regierung als Mitglieder der„Germania" noch nicht entdeckt hatte und die bereits Amt und Brot, Weib und Kwder hatte«. Der Anwalt, welcher von Amt« wegen Fritz Reuter zuge- ordnet war, versicherte ihm wiederholt, er wolle schon dafür sor» gen, daß Fritz au Mecklenburg auSgewfert würde, aber er vcr- gaß hinterher seines Versprechens und beantwortete nicht einmal die Briefe, die few Klient dieferhalb au ihn richtete. So wurde dem Gefangenen das Jahr in der HauSvogtei zur Holl'. Er wünschte nichts sehnlicher, alS in ei» anderes Gewahrsam gebracht zu werden. Ja dieser Hoffauug schrieb er am 21. Oktober 1834 an stineu Vater: „Schon längst hätte ich Dir Nachricht über mich gegeben; aber da mewe�Lage noch ganz die alte ist, so wollte ich die Vcr- Laderung derselben, der ich täglich entgegensehe, erst abwarten, um Dir dann bestimmtere Antwort geben zu töauen. Da ich nun nicht weiß, in welchem Maße ich Deine Fragen beantworten darf, so lege ich hierbei ein loseS Zettelcheu, welches die Haupt- fache enthält und welches der Herr Jrquirent nach Gutdünken mitschicken oder zurückhalten kann. Lange wird mein Aufenthalt hier nicht mehr dauern; aber auf welche Festung ich komme und wie mein Urthal lautet, weiß ich im Geringsten nicht. Herzlichen Dank sage ich Dir für Dein Anerbieten, mir Gel» zu Kleidung«- stücken zu schicken; im Ganzen thut rS noch nicht vöth-g, und auf jeden Fall hofft ich, ehe Du darauf antworten kannst, schon von i Birlin entfernt zu sein und zwar auf jeden Fall so weit, daß auch Lisetteu'S Anerbieten, meine Wäsche zu rekrutireu, deren ich Einiges freilich wohl bedürfte, durch den zu großen Betrag de« PostgeldeS unstatthaft wird. Antworte daher nicht eher, bevor Du nicht einen zweiten Brief von mir erhältst. Hier haben wir alle Tage 15 Sgr. zur Verpflegung erhalten, auf der Festung giebt(9 jedoch nur 5 Sgr. täglich; da würde ich Dich denn um eine Zulage bitten müssen; aber darn ist«S wieder schlimm, weun mau Zulage erhält, so verliert man die 5 Sgr. wieder. Nun, daS muß man erst an Ort und Stelle abwarten, weun cS auch zuerst etwaS schräge geht; cS ist doch dort besser, wie hier. Ich dir. gesund, wohl auch ziemlich vergnügt, nur liegt mir immer die Entscheidung deS wann und wohin im Kopfe. So bald wie mög- lich schreibe ich mehr, jetzt ist eS hier zu dunkel. Lebe Wohl und grüße alle B'kannte von Deinem Sohn F. Reuter. (Auf einem besonderen Zettel.) Meiu Bertheidiger, der Herr JustizkommisfioaSralh KuvowSkh hat mir Hoffnung zur AuSlifferung nach Mecklenburg gemacht, dicS ist aber schon eine ganze Zeit her und die Aussicht ist daher sehr ttübe; ich glaube selbst nicht mehr daran." Me Anstrevgungeu �eS ÄürzermeisterS, die Auslieferung durchzusetzen, waren'oergebevS. Nach einjähriger UntersuchungS- hast kam Fritz Deuter mit einer Anzahl seiner Kameraden nach dem Silbe�erg in Oberschlesien. Das Erkenntuiß erfolgte erst zwei J�gre, die EntschlidungSgründe erst drei Jahre später, nach beinahe vierjähriger Hast. Gl«»euer Gegner der Todesstrafe. (Schluß.) AaS seiner eigenen Erfahrung theilt v. Holtzendorff S. 117 mit, daß er Männer aaS den sogenannten besten GesellschaftS- klaffen gekannt, welche aus purer Neugierde keine Jatramurauhiu- richtung zu versäumen pflegten.„ES handelte sich für sie um ein interessantes Schauspiel." Nicht selten habe er selbst unter sol- che» Beispiele entsetzlicher Gefühllofigkeit und rücksichtsloser Härte beobachtet. Bei einer Hinrichtung in Berlin habe er gefehen, wie die Versammelten auf dem Richlplatze in Gegenwart des Delirqaenteu die Verlesung der königlichen BestatiguugSordre mit brennender Eigarre angehört und durch die Polizeibeamten ersucht «erden mußten, den uöthigeu Anstand zu beobachten. Hiorichtan- gen vermindern nur die Achtaug vor dem menschlichen Leben und werden zum Mord, während durch Verzichtleistung auf die TodeS- straft der Staat viel größere Erfolge in der Bermiuderung der Verbrechen erreichen würde, al« durch dieselbe. Noch machen wir aufmerksam auf da« Kapitel über die SchwurgerichtSpfleg» in ihren Beziehungen zu Mord und Todt- schlag und auf das über den Justizmord, d. h. die Vollstreckung unbegründeter TodeSurtheile. ES läßt der Verfasser am Schlüsse de» Kapitel« über das Berhältuiß der Todesstrafe zur vergeltenden Gerechtigkeit, die auf Höhe der strafrechtlichen Kultur angelangten Gesetzgeber zum B-r- brecher sagen:„Du hast gemordet und daS Leben eines Neben- menschen vernichtet. Du hast ein unersetzliches Gut zerstört, wel- cheS durch Deine Thräaeu und Deine Reue ebenso wenig wieder herzustellen ist, wie durch meine Gtrafmittrl. Nach der Werth- schätzang, die Dir inue wohnt, müßt« ich Dir daS Leben wie- derum nehmen, Da hättest kein Recht, Dich zu beschweren, wenn Du durch Deinen Maßstab gerichtet würdest und dem rächenden Schwerte verfielest. Aber Dein Maß ist nicht mein Maß, Deine Werthberechnung nicht die meinige. Mir ist menschliches Leben viel heiliger und werthooller als Dir. An die Stelle Deiner falfchea Begriffe stelle ich mein höhere« Prinzip der besseren Werthoergleichung. Selbst Dein von Dir durch Verbrechen eot- wntheteS Leben hat in meinen Augen«inen größeren Werth, als in Deinen Augen daS schuldloseste Leben hatte, daS Da mordend vernichtet hast. Hättest Da den Maßstab, dm ich Dir entgegen- halte, in Deinem Gewissen getragen, so wärst Da außer Staude gewesen, menschliche« Leben zu vernichten." Dagegen muß jetzt der Richter zum Mörder etwa sprechen: „Du hast mit Ueberlegung getödtet und Deinen Augenblick ge- wählt, als Dein Opfer Dir nicht wehreu konnte; uasere Ueber« leguag wird noch stärker sein, als die Deinige, sonst kalte, ge- schäftSmäßige Berechnung. Wir fetzen einen Termin av, der Dir in gebührendem Maße als ein für Dich wichtige« Ereigniß mit- getheilt wird. Wir zählen Dir die Halswirbel ab, zwischen wel- che» daS Beil des Henkers hiadurchfahren soll. Pünktlich, genau, schneidend und scharf trifft Dich, indem Du uiederkoieest, die vor- her mit aller Sorgfalt für Dich geschliffene Kante, nachdem Dir die Todtenglocke geläutet worden ist, die sonst kein Sterblicher für sich selber ertönen hört. Dir wäre es zu Statten gekommen, wenn Dein Arm sein Opfer verfehlt hatte. Wenn der Streich deS Henkers fein Ziel verfehlt, oder weun seine Hrnd unsicher zittert, so gereicht ihm daS zum Schimpf it. it." DaS Buch zeigt uns die Abschaffung der Todesstrafe nicht bloS als Pflicht der Staatsklugheit, sondern auch als Pflicht des Gewissens. ES ruft jeden Staatsbürger zur Mitwirkung an dieser Reform unseres deutschen StrafcechtS auf und es thut dieses mit Eindringlichkeit und UeberzeugungSkraft. Der Sicherungszweck, d. h. die strafrechtliche Verhiud.rung eines BerbrecherS au der Wiederholung seiner GesetzeSverletzung wird bei dem Hingerichteten natürlich erreicht durch ein Mittel, daS jede Möglichkeit abschneidet, sich von der moralischen Besse- rung deS Verbrechers zu überzeugen, während die Sirffstatistik lehrt, daß durchschnittlich die Tendenz zur Wiederholuag eineS Verbrechen« im umsriehrteu Berhältuiß zur objektiven Schwere der That steht. Jeder Gefäaguißkandige bezeuge, daß Mörder an sich nicht«eniger zur Besserung fähig find, al» andere Ber- brecher. Beispiele beweisen das. Thoma» Corriga», um nur ein« hervorzuheben, hatte am WeihuachtSfeste 1855 in Folge eines ehelichen Zwiste» seine Frau unter den Augen feiner Freunde erstochen. Zum Tod« verurtheilt und dann zu lebenslänglicher Deportation begnadigt, half er später in Australien als Missionär daS Christenthum verbreiten. Einfach ist die vollständige Entkräfmog der sogenannte» biblischen Beweise für daS Recht und die Nothwendigkeit der Todesstrafe.„Zu allen Zeiten," sagt Holtzrodorf,„ist die Be. rufung aof den göttlichen Ursprung menschlicher Einrichtungen da« wirksamste Mittel gewesen, um vor Beräuderongeu und R:formea abzuschrecken..Die absolut« Monarchie der BourbouS und der Stuart'», die demokratische Republik der Jadepeudenteu, die Feu-- dalität de» Großgrundbesitzers und auf strafrechtlichem Gebiete die Setzerverbreunungm, die Tortur, die Prügelstrafe, die Verbau- uung. welche in der Ausweisung aus dem Paradiese ihr Borbild haben sollt«— all« Mißbräuche der Vergangenheit find zur Zeit ihre« Bestehen» und noch mehr zu Zeiten einer ihrem Bestände drohendendeo Gefahr als unantastbare Bestaudtheile göttlicher Weltordnuug von Priestern, Juristen und Staatsmännern aoge» sehen worden. Die Kirche der Vergangenheit u.d der Gegenwart ist in ihrer herrschenden Richtung fast immer der Neigung gefolgt, auS den gebrechlichsten Jastitutioneu ihren Glaubens vorrath zn vermehren, einem Sammler vergleichbar, der fein Raritätenkabiuet auch mit solchen Objekten versorgt, die vor den Augen eines wah- reu Kunstkenners als«erthlofer Tand späterhin erscheinen. Wenn mau bedenkt, daß H-xenprozesse und Folter au den Männern de« StarrglaubeuS ehemal» die eifrigsten Fürsprecher fanden, und daß eS in Schottland die Geistlichkeit war, welche bis zu allerletzt die Nothwendigkeit der Ausrottung von Hexen verkündigte, wird maet. uach den Gesetzen der historischen Analogie vermutheo, daß eS Geistliche sein dürften, welche dereinst als die letzten die Roth- weodigkeit de« amtlichen Blutvergießens im Namen der göttliche» Gerechtigkeit verlange«»erden, nachdem Staatsmänner und Rich- ter längst davon Abschied genommen haben." An die Parteigenoffen! Diejenigen Orte, welche nicht allzu weit von Berlin liege» und zur Agitation in Volksversammlungen Redner auS Berlin wünschen, haben fich von jetzt ab nur allein(jedoch rechtzeitig) an die Adrtsse von Otto Kapell, Berlin, Waldemarstr. 5S, zu wenden. Berichtigung. Ja Rr. 23 muß eS bei der Annoace„Gastwirthschaft vo» Sodemaun, Hamburg" heißen:„Eichholz 7 5". Briefkasten. Eppmdoes und Uetersen. Die Annouccn in heutiger Nummer trafen für die MitiwochSuummer zu spät ein. «Sperling, Greiz. Da» gewünschte Bil» von Ferd. Lassalle können Tie bei Born iu Elberfeld, auch ia der Expedition de»„Bolt-steat" er- halten. Preise k-tmea wir nicht genau. Stark, Bielefeld.„Am Webstuhl der. Zelt" louneu Sie durch die Exp. deS ,,v»lk«staat" ia Leipzig bezichen. Meine Adresse ist Berlin, Bergstr. 80 bei Dolj. E. Szimmath, Schuhm. Für bie ausgesperrten Tigarrenarbeiter Lrauuschweig« gingen noch ein: Bremen durch Mehle Mk. 8,55, Dessau durch M. Rohlaad Mk. 4,70. Sollte irgend ein Posten vergessen sein, so bitten wir, bei un» zu rekla- mlren. Allen Gebern herzlichen Dank. Für da» Com!!»: L. Färber, Wcndcastr. 45, Vraunschwclg. Die Parteigenossen des Halleschcn Thorbezirks»erden ersucht, Sonn- tag, den-7. März, vormittags 10 z Uhr, im Lokal« des Herin Pieper, Krcuzbergstr. 1, zu erscheinen. Sienlcke. Schareck, Efen. Wir können Ihnen keine andere Adresse geben, al» die, welche Sie heute im Briefkasten finden. Die Erpeditloa. Johannes Reichte und Ott» Oese», früher in Stuttgurt,«erden um ihre Adressen gebeten. Franz Renz, 240 Shermanstr, Thieag», Jll. Frennd Loche, Tischler, wirb ersucht, uns seinen Wohnort anzugeben, da wir sonst die Bestellung nicht ausführen können; derselbe war ans de« Koopon nicht angegeben.___ Die Expedition. Annoncen. Berlin. VesitiltUche Berfa,: Doviierst g, 4. März, AbrndS 8�vhr. Im Lokal de» Hrn. Lieber, Glsafferstr. 14/15. Referent: Mox Slöh«. ksnaitfeild, de» 6. März. Ab. 8H Ub?. im Gratweil'schm Lokale, Kommandanten. ftraßc 77— 7S.(Oberiw Saal.) Referent: F. W. Fritzsche. Jedermann hat freien Zutritt. Neue Mitglieder für den Berliner tcr-Wahlvercin weiden anfgen ommeo. Albe» t Baethke. [2,80] Arbei. VWpvffn Sonntag, 7. März, "OCUUu Borm. i O Uhr, im Saale Sophienst�r. 15, Oeffentl. Versammlung des Wahlvereins der social-demo- kratischen Arbeiterpartei. Tagesordnung: Prlvi egiltc verbrechen und stsatSgefährllchc Theorien.— Refereml: Herr Auer aus Hamburg. _ Der Vorstand. 12,4(11 Berlin. Sonnttig. den 7. März, Vormittags 10 Udr, bei Hrn. Vogel, Aiex:ndrrstr. 31, Oeffentliche Bersammlnng der Akkordträgcr und Biiuarbetter. T.-O.: Bortrag de» Herrn Max Slöhr. verschiibeneS und Fragekastcn. ___ W. Wißmaun. fl,601 Berlin. 6,,Ä"l i-f' im Heise'scheu Lokale, LanbSbergerstraße 15, »ersammluug der Böttchergesellcn. TogtSorba.: Die noch nicht beendete Ar. beltocinstellung der Hamburger Kollegen.— verschiedene«.__ F. Eragert.(1,401 Harburg. im lokale de» Herrn GeiSler,[1,00] Oeffentl. Versammlung. föflffin Slmuabcad,£cn 6. März. hei Krüger, Lindenstraße 61, Ball deS Ersangvcreins„Brüder- lichkeit"(Tischler). Anfang Abends 7i Uhr.— HerrenbilletS a 7h Sgr., Damen 2j Sgr. sl,40s Parteigenossen und Freunde find eingeladen. fall' el Freitag, 5. März. fjUmülilg. Adeuds 84 Übt, in Tütge'» Salon, BalentiuSkamp 41, «eschl. Mitglieder-Versammlung deS Allgem. deutschen Arbeiter-Berei»«. T.-O.: Berichterstattnuz über Laueubnrg. Bortrag deS Herrn Philipp über den Bege- tarlaniSmuS von Hahn, verschiedenes. _ Der Bevollm.[1.80] jRnmhltfrt eomiadkud. 6. Marz. Gamourg. Abend« 84 Uhr. im Englisch-n Tivoli, Kirchenallee 41, Große Versammlung sämmtlicher Zimmerer. T.-O.: Deutschlands politischc Parteien. Referent: Herr Küstermana. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht __________ L. Pfeiffer.[2,2s1 } Hamburg. ( m Lokale deS Her Sonnabend, 6. März. »dend» 84 Mr. Herrn Thomfeu(Orpheum), Neust. Neustraße 25, Veffentliche E igarrenarbriter- Berfamml«»«;. T-'O.: Die K»rporativbew:gung. Ref.: H,r. r«. Seid. Ui n zahlreiche Bctheillgung ersucht Ich ter.[2,20] Ba rmstedt. im Lokale de» Herrn Offermann, Große Vi �Versammlung. T.-O.:'Lar dstmmgesetz. sf Mohr. 1 60] Sonntag, 7, März, �Uülimig. Nachm. 3 Uhr. bei Hrn. Ohl, Spitalerstr. 18, Oeff entliehe Bersammlung sämmtlicher Böttcher(Küper). Auch NichtvereinSmItglieder find hierzu eingeladen. TageSordn.:.TZaS Verhalten den Meistern gegenüber. H IIP er.[2,00, Ärtmhiirrt Sonuabcad. d. 6. Marz. yaMvUrg. Abend« 8z Uhr. Im Lokale be» Hrn. Hübucr, Gr. Rrseustr. 37, Sesehlossene Mitglirder-Verfa«»!. des Allg. Tischler-(Schreiuer-) Breills. T.-O.: Abrechnung[ür Febiuar und vom Ball und Bnsch!«deues.[1,80] Um zahlreiches Erscheinen ersucht Doos e. vonntag. den 7. März �amourg. Nachm. 24 Uhr im Salon zum Roland. 1. Jatobsstraße 19, Rihilieder-Geueralversammluug des Ällgkm. deutscheu Gipser-Bercins. T.-O.: Organisation zum Frühjahr. An- trag de» Herrn Fllndt, Errichtung eine? Söngerclub». BerelnSangelegenheiten. H. Götz.[2,00] Altona..5"" im Englischen Garten, Großes Vokal-Concen der Liedertafel Ggalite. Programme werben am Eingänge anSge- geben und nach Belieben bezahlt.[1,60] Bremen. Soantag, 7. März, Abends 6 Uhr, bei Dnnker, Sögestr. 27.[1,40] Abend-Unterhaltung. Entree 20 Bf.— Z« zahlreichem Besuch ladet ein Da» Tomltö. Hoheluft.-'S[-«T im Lokale des Herrn Gewcke, Oeffentliche Versammlung deS Mg. d. Bau- u. Erdarbeitervereins. T-O.: Kapital und Arbeit. Gründung einer Mitgliedschaft. Res: Hr. Schreckcnbach. Die Bau- und Erdarbeiter der Umgegend werden dringend hierzn eingeladen.(2.00, _ S- Hein«. Ottensen. Bestellungen auf den„Agitator" nimmt der Bote Kaufmann entgegen. _ Heinrich Diedrich.[0,80] Wandsbeck.«Äfi V-?'" bei Herrn Lagemann, Generalversammlung des Zimmerer'Verein». _ H. Schröder.[1,20] Eppendorf..f.'T«;?;, be! Herrn Gewcke,[2,80] Hoheluft", Stiftungsfest und Ball, arranglrt von den Mirgliebern de« Allgem. deutsch. Arb.-Vcreiu». unter Mitwirkung mehrerer Liedertafel«. P eis de, Karten für 1 Herrn nebst Dame 6, an de» Kasse 8 Schill. Saalöffnung 74, Ansaug 8 Uhr. Die Mita'i.''. gend ladet freundlichst ein Da» Somit«. gsseder von Hamburg und Umge- Notorlon Sonnabend 6. Mär», uneifcn. Aveub« 74 w, Große Volksversammlung. , Die Parteigenoffen von Uetersen nnd Um- gegen»»erden eingeladen. -O.: Borttag de« Herrn Richter. Fr. Rethmcpcr. sl.LO] ftttart S'Mstag, den 6. Mär;, ISss�ll.»vend» 8 Uhr. bei Leber, Grabenstr. 26, ZeitungskommissionS-Sitzung. Alle müssen erscheinen.___[1,00) So-i-läda». den 6. März, «vltl. Abend, 8 Uhr, in der„Tonhalle". Parteiversammlung TageSordn,: Die Agitation unserer iSeguer. Rest,.: Hr. Bosse._ Heiuzel.[1,20] Neumüuster. Sonnabend, den 6. März, AbendS 8 Uhr, im Lokale der Frau Wlttwe Schmidt, Concert der Liedertafel des Bilduogsvereill» fär ArbeUer. Eutrse t Person 20 Pf. Um zahlreiches Erscheinen bittet _ Fr. Brandt, Präse».(2,60) Sounadend. 6. März, �resoen. Abends 8 Ubr, In der Sonversatiou-m See 35, «eschloff ene Mitglieder- Bers a««l. de« Allg. deutschen Arb.- Vereins. T.-O: Innere BereiuSangelegenheiteu. B Neumann.[1,40] Den Parteigenossen empfehle echt Hambur- ger Leber- Anzüge: Jaqnet mit Tuch gef. 5 Ttzlr. 20 Sgr., Beinkleid 3 Thlr. 74 Sgr., Weste 1 Thlr. 10 Sgr. Emil Eons, Liuieustr. 235, Ecke der Bartelstr.[2,50] Allen Freunden und Parteigenossen empfehle ich meine Gastwirthschaft und FrühstückSlokal. E. Trübe, Neuer Steinwkg unter 16, Hamburg.[2,00] Druck und Verlag von S. Jhring Rlgr. (B. Berein) in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion» A. Küster in Berlin.