Nr. 30. Berlin, Mittwoch, den 10. März 1875. 5. Jahrgang. Diese Zeitung erscheint dreima wöchentlich, nnb zwar: Dienstags, Donnerstag« und Sonnabend« Lbend«. Abonnements»?reis: Für Berlin incl. Bringerlohn vierteljährlich prae- numerando 1 Rm. 95 Pf., monatlich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Pf.; bei dm Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rm. 60 Pf., frei in'« Hau» 2 Mark. Lreuzband-Abonuemenls pro Quartal u. Tremplar: Für Deutschland und Oesterreich 3 Rm.— Pf. • Niederlande und Belgien. 3- 60- - Tngland und Frankreich. 4- 50« - Amerika(Verein. Staaten) 5• 50» Bestellnlwen aus Kreuzband-Abonnement» sind nur bei der Expedition aufzugebm und müsfm pra»- Dumerando gezahlt werden. R e« er Eigeuth«« der Lasfallcancr. I n b a l t. Wie der Kongreß deutscher Landwirthe Lassalle wid-l-r» legen wollte. Politische Nebersscht: Au» dem Kulturkämpfe.— Di« Krir.ilnal« fälle im Bezirke Berlin.— Der Geschastogang de« Berliner Stadlo/richt«. — Ein beroistebeuder Krieg.— Wa« ein Preßreptil leisten krau.— O welche Lust, Soldat zu sclu.— Aus Königsberg. � Au» Tri». Dereinstheil. Prozeßvertagung. Korrespondenzen: Apenrabe.— Barmen.— Bockenheim.— Köln. — Meißen.— Freiburg i. B.— Eimsbüttel.— Boruheim.— Ottensen. — Harburg.— Hagen.—.Glauchau.— Hamburg.— Flensburg. — Berlin. Gotha.— Bremen.— Lübeck.— Grafenberg.— Eilen» bürg Ei« wichtiger ObertribnnalSbeschluS. Das große Arbeiterunglück za Meinen. Vermischtes. Feuilleton: Barbe« und Blanqui und d» Aufstand vou 1339. sFottfetzung.) Wie d.r Kongreß deutscher Laudwirthi Lassalle widerlegen wollte. Es ist ein gar heiteres Bild, weau'S den Efela zu wohl ist und sie auf dem Eise ihre Sprünge machen; aber ohne Bein- brach geht e« dabei nicht ab. Bon allen Eisbahnen ist aber die politifch-vkonomifche die glätteste und daher für Esil ge- fährlichste, ganz abgesehen davon, daß eS meist auch die dümm» steu aller Esel find, welche auf derselben ihre Posse» machen. DaS erbauliche Schauspiel deS ökonomischeu EselSsprunzeS mit darauf folgendem jämmerlichen Beinbruch haben uns in den letzten Tagen nun der in Berlin tag«nde sogenannte Kongreß deatscher Landwirthe, respektive seine Referenten und mehrere der hochwr sen ZeitonzSredaktioven, darunter die„Nationalzeitnog", gemacht, welche mit vollen Posaunmstößen in die Welt die frohe Kunde hinanSbliesen, daß daS eherne Lohngefetz abgeschafft und Lasfalle somit widerlegt sti. Die braven„deutschen Landwirthe", respektive Großgrandbefitzer hältm unseres Trachtens ersprießlicher gehandelt, wenn sie sich statt der politischen Oeko- uomie mit der Mist-O-konomie befaßt hätten, denn waS sie im Allgemeinen gethan haben, war nicht» mehr und vichtS weniger, als ein: großartige B-rfchwörnng zur Beschränkung der Freiheit und Niederhaltung der Löhne der ländlichen Arbeiter; speziell aber mit der augtblichrn Widerlegung Laffalle'S ist nur die an- genscherulichste Unwissenheit offenbart«erden. WaS daS eherne Lohngefetz betrifft, so haben seine Läng- ner«ahrlich Im gegenwärtigen Augenblick den besten Grund, hübsch mäuSchenM zn fein; denn heute ist die Zeit, wo Steine Zeugniß ablegen müßten, wenn die Mensche» schwieg-.n; denn wahrlich, blind muß derjenige sein, welcher den jetzigen Roth» stand der Arbeiterklasse nicht steht,«elcher es nuberückfich- tigt läßt, daß die nothweudigsten UnterhaltSmittel in taascvd und abertausend von der Arbeitslosigkeit heimgesuchten Proletarierfamilien fehlen, daß jetzt auch für Berlin die sonst nur London angehörende ZeitungSrnbrik von Todesfälle» durch Hunger und Kälte an der Tagesordnung ist. Wer daS eherne Lohngefetz in demselben Angenblickc läugnet, wo eS feine be- Barbis nud Blanqui und der Aufstand da» 1839. (Fortsetzung.) Um die politische Tragweite deS in den letzten Fortsetzungen diS Feuilletons geschilderten BerleumdnvgSsystemS zn berechnen, ist eS uothwendig, die Lage der fraozöfischeu R publik im März und April 1848 zu betrachte». Noch hatte in Paris das arbeitende Volk die Macht in den Händen; die zur reaktionär«» Bourgeoiste gehörend: Mehrheit der provisorischen Regiernng ab«r trachtete nach Kräftigung der BoargeoiSelement« und suchte durch Ueberstürzung der Wahlen für Frankreich eine reaktionäre Nationalversammlung zu erlangen. Im März begann der Wahlkampf. Nach allen Berichten, die mau besaß, war schon damals ein Ausfall der Wahlen zwar entschieden zu Gunsten der Republik, aber eben so entschieden gegen die Social-Demokratie mit Bestimmt- heit vorher z« sagen. Der bekannte Historiker Stein schildert die Loge folgender- maß«: WaS blieb nun der social-demokratischen Partei übrig? Sie mußte jetzt um jeden Preis die Wahlen verhindern; sie mußte jrtzt die Gefammtheit der Staatsgewalt in de» Händen der pro- vtsorischen Regierung erhalten. Denn während ihr» ganz eut- schiedeue Minorität in der künftigen Versammlung schon jetzt uu- zweifelhaft war, blieb ihr bei fast gleicher Stimmenzahl der Par- teieu in der provisrrifcheu Regiernng noch immer die Hoffnung, durch den Druck der Massen einen gewaltigen Eiuflaß auf die« selbe auszuüben, ja fit zu vertreiben, reine Social-Demokraten an ihr« Stelle zn setzen und so dem Proletariat die Herrschaft zu verschaffen. Daß dieS wirklich die Ansicht der Führer des Proletariats war, darüber lassen die eigenen Aussage» LouiS Blaoc'S, der fie verthcidigt, und Proudhon'S, der sie angreift, nicht den min- dessen Zweifel. LouiS Blauc sagt ganz ausdrücklich in seinen kages d'histoire Ch. XL; „Kaum auS der Zustimmung de» BolkeS hervorgegangen, stritteueu schrecklichen Folgen dem zweifelndsteu Beobachter sonnen- klar vor Augen führt, der muß dasselbe Ungeschick und die gleiche Unverschämtheit besitzen, wie gewisse Literaten, welche unter den Stürmen bis letzten Börsenkrach» e» wagt?», die Speknlatlou und den Börseufchwindel als berechtigt und nützlich hiuznstelleu. Wir hätten«ahrlich nur vöthig, einfach ans die gegenwärtigen Zeil- umstände zu verweise», um die Lächerlichkeit solcher Lassalle-Wi- derleger darzuthuu; der Grund, weshalb wir gleichwohl vom Standpunkte der ökonomischen Theorie darauf eingehen, ist ledig- lich jener, daß die zur Widerlegung de» ehernen LohugesetzeS in'« Gefecht geführten Behauptongen dasselbe gründlich bestätigen. Nehmen wir daher den erwähnten Artikel der„Nationalztg." zur Hand. Derselbe erwähnt, der Kongreß deutscher Landwirthe habe vor drei Jahren ans Antrag der Herren R. Meyer, Rod- berwS» Jagitzow und Schuhmacher- Zarchlin beschlossen, daß der Ausschuß eine aus sieben Mitgliedern bestehende Kommission zur Prüfung der wirthschaslltchen Lage der ländlichen Arbeiterklassen und Berichterstattung über dieselbe erneuueu solle. Die von der bttreffeuden Kommisston ernannten Referenten, Professor von der Goltz, Generalsekretär vou Langsdorf, Professor Richter, hätten ihren Bericht der Kommission erstattet. Angehängt an denselben seien Zusätze und Erläuterungen, und aus diisen letzteren ergebe sich Folgendes:„daß, wenn auch der Rogzeupreis keinen voll- gültigen Maßstab für da» WerthSverhältoiß des TagelohnS zu den für den Arbeiter»othweodigstea LebenSbedürfnissta abgebe, doch im Ganzen die Tagelöhne weit mehr abwichen, als die Preis« der nöthizsten Lebensbedürfnisse, daß also die materielle Lage der länd.ichcn Arbeiter in den einzelnen Theileu von Deurschland eine sehr verschiedene sei. Während der niedrigste vou dem höch- sten Tagelohue um 192 Prozent übertroffen werde, weiche der höchste durch den Tageloha repräsentirte Roxgenwerth(23 Pfund für eine TageSarbeit in Schwaben) von dem niedrigsten Roggen- Werth(10� Pfand für eine TageSarbeit in Schlefien) nur um 112� Prozent. Dadurch werde die noch von Viele» gehegte Meinung widerlegt, als ob die Berschiedenheit der Tazelohn- sätze durch die Berschiedenheit. der Preis« der Lebensmittel ihre AaSgleichnng find«. Eine solche Ausgleichung finde in Wirklich- keit nur in verhältnißmäßig geringem Maße statt. „Damit ist zugleich"— so heißt eS wörtlich—„der Beweis gelief-rt, daß daS sogenannte eherne Lohngesetz Las- salle'S ans einer Fiktion(Einbildung) beruht, oder doch nur in einer so beschränkten AnSdehnang Gültigkeit hat, daß ge- rade die in der Social-Demokratie daraus gezogenen Konsequenzen hinfällig werden." Mit rührender Naivetät fügt dann die„Nationalzeitoug" hinzu: „Die Höhe des TagelohnS wird außerdem auch wesentlich von dem Verhältnisse der Nachfrage zum Angebot beeinflußt, und es ergiebt flch demgemäß auS den gesammelten Daten daS Gesetz, „daß dort, wo der große und geschlossene Grundbesitz besonders stark vertreten ist, die Löhne verhältnißmäßig immer höher stad, als dort, wo auch der bäuerliche und kleine Besttz zahlreicher vor- hauden ist." Auffallende Beispiel« davon find das Großherzog- thum Oldenburg, wo der bäuerliche geschlossene Grundbefitz prä- »edaittwn und Erpedttlou: Aerki«, Oranienstraße Nr. 3, 30. Bestellungen werden bei'allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Sped! teur entgegengenommen. Zuserate (nur in der Expedition aufzugeben) werden pro Mfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. Versammlungsannonceu die b-gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigev werden nicht aufgenommen. —— 1 s-s-s valirt, und der RegiernngSbezirk Stralsnnd, in welchem ans der Qnadratmeile nur 20,, Grundbefltzer fich befinde», und der Tage- lohn auf 18, j Sgr. durchschnittlich fich stellt, während in den Regierungsbezirken Stettin und KöSlin auf der Qnadratmeile fich 83 und resp. 83,, Grundbesitzer befinden und der Tazelohn nur 13 und resp. 12,, Sgr. durchschnittlich beträgt. Für die Höhe deS TagelohnS ist ferner maßgebend, ob die ländlichen Arbeiter Gelegenheit haben, zu anderweiteu lohnenderen Beschäftigungen überzugehen oder nicht. Endlich find noch die LebeuSgewohn, heiten und die daraus resultirende» Ansprüche der Arbeiter entscheidend. Doch muß eS unentschieden bleiben, in wie weit der Ltunäurä ot' liks(die Summe der LebenSbedürf- ntsse) dlS Arbeiters auf die Höh« deS Lohne« oder umgekehrt der letztere auf den erster«» maßgebend«inwirkt. Jedenfalls steht der Tagelohu in Schlefien am niedrigsten, während zugleich der schlesifche Arbeiter der genügsamste und al» solcher bekemnt und gesucht ist." Soweit die famose Beweisführnng der„Widerleger" Laffalle'S gegen da»«Herne Lohngesetz.— Daß die guten ,NatiovalztitougS"-Oekonome» und mit ihr die Professoren und Referenten des famosen KongriffeS deutscher Landwirthe nicht» weiter bewiesen haben, als ihre eigene gänzlich« Unwissenheit in Betreff dessen, was Lassalle, sowie überhaupt jede» Socialist, aufgestellt hat, da» haben dieselben Wohl nicht geahnt. S:tz für Satz ist jede der im Vorstehenden festgestellten Thatsache eine Bestä ignng deS ehernen Lohngesetzes in dem volle» Umfang, wie nicht blo» Laffalle oder die Social-Demokraten, sondern die Wissenschaft überhaupt dcsselbe kennzeichnen. Es kommt dabei gar nicht einmal in Betracht, daß die Statistik der Herren„Landwirthe" aus leicht begreifliche» Gründen die Löhne ihrer Arbeiter zu hoch aafttzt. Wir müssen hier noch einmal karz da» eherne Lohngesetz aufführen; eS wirkt in»achstchcuder Weise: „Ja dem heutigen Verkehr bestimmen Angebot und Nach- frage den Marktpreis jeder W are; da aber in Folge der freien Konkurrenz Jedermann beliebige Waaren herstellen kann, so wird der Marktpreis einer Waare fich nach ihrer Produktlou richten und ihr natürlicher Preis, das heißt der Durchschnitt allir ihrer verschiedenen Marktpreise gleich den nothweudigea Herstellangkosten der Waare sein; denn der Marktpreis steigt in Folge größerer Nachfrage als Angebot ist, zeitweise höher als die Herst ellangSkostea find, unter solchen Umständen wird die Produktion der Waare so lange vermehrt, bis Angebot und Nach- frage sich ausgleichen und der Marktpreis wieder stakt; auf der andern Seite sinkt der Marktpreis bei geringerer Nachfrage, als Angebot ist, jedesmal unter die Herstellungskosten, und es geht dann so lange Waare unbenutzt zn Grunde oder wird in geringerem Maße produzirt, bis dr>S übermäßig» Angebot aufhört; mit einem Wort, der Marktpreis der Waaren schwankt stets um die Grenze der Herstellungskosten, ihren natürlichen Preis, und wird dadurch regulirt, daß die Produktion fich bald steigert und bald abnimmt, daß bald Ueberprodnktion erfolgt, bald die Waare nutzlos verdirbt.— ES ist on» ferner innerhalb der heutige» Gesellschaft die hatte sich die provisorische Regierung schon fragen müssen, waS sie eigentlich sei und in welchem Sinne sie fich zu verstehen habe. „Sollte sie sich als eine diktatorische Gewalt betrachten, welche durch eine nothwentig gewordene Revolution geheiligt war und erst dann der öffentlichen Meinung Rechenschaft abzulegen hatte, wenn fie alleS Gate gethan, welche» zu thun war? „Oder sollte fie im Gegentheil ihre Thätigkeit darauf be- schränken, unmittelbar die Nationalversammlung zu berufen, selbst aber lediglich die dringendsten Maßregeln zu ergreifen, lediglich Handlungen der Verwaltung von geringerer Bedeutnng vorzu- nehmen. „Von diesen zwei entgegengesetzten Aofichten war die letzter« ohne Zweifel die regelrechttre, die weniger gewagte: fie schützte die Uueigennützigkeit der provisorischen Regierung gegen jeden Verdacht, fie rettet« uns halb und halb gegen den Vorwurf einer Usurpation. „Diese Anficht wurde daher auch in der Sitzung als die richtige anerkannt. „Wcs mich anbetraf, so hatte ich eine Anficht, welche der obfiegeodeu völlig eutgegeugefetzt war, und hielt dafür, daß die Annahme der ersteren Meinung den glücklichsten Einfluß auf daS LooS der»eueo R-publik haben würde. „Ich verhehle mir k.inekwegS die Unannehmlichkeiten und Gefahren, welche mit der Annahme dieser Anficht verbunden sein mußten. Ich wußte, daß fich eine Gesellschaft nicht leicht weit über daS hinausführen läßt, waS fie kennt und WaS fie denkt. Die Geschichte hat ihren eigenen Gang, der fich nicht nach den Schlägen eines edelfinuigen Herzens richtet, noch auch nach der logischen Eutwtckelnng einer richtigen Idee, und eS ist Niemandem verliehen, nach feiner Laune diesen Gang zn einem schnelleren zu machen. Dennoch darf man diese Bemerkung, wenn fie eine rich- tige bleiben soll, nicht in einem absoluten Sinne nehmen; denn die Umstände find, bei Lichte betrachtet, doch weiter nicht», als daS Resultat eiueS gewissen Zusammenwirken» individueller An- strenguogen, und die Einwirkung einiger edelen Männer, wenn eS Ihnen verliehen ist, eine große Macht zu verwenden, um einer großen Idee dm Sieg zu bereiten, hat gewiß ihr Gewicht in der Waagschale der menschlichen Dinge. „Indem ich also den Zustand tiefer Unwissenheit und geisti- ger Knechtschaft erwägte, in welchen die Bewohner deS flachen Landes von Frankreich versunken find; die gewaltigen HülfSmittrl, welche der ausschließliche Besitz aller Mittel deS Einflusses und aller Einkünfte deS Reichthum» den Feinden des Fortschritte» ge- währt; die vielen unsauberen Keime, welche durch ein halbe», unter einem Kaiser und drei Königen verlebte» Jahrhundert in da« Herz der Gesellschaft gepflanzt find; endlich die numerische- Ueberlegenheit der unwissenden Landbewohner über die erleuchtete Einwohnerschaft der Städte, so dachte ich: „Daß wir den Augenblick der Wahlen so weit al» möglich hätten hinausschieben müssen; „Daß wir in der Zwischenzeit laut und kühn, auf die Ge- fahr hin, mit unserem Leben veeantwortlich gemacht zu werden, die gewaltigen Reformen, welche Roth thun, halten angreifen müssen, indem wir e» der später einzuberufenden Nationalver- sammlung überließen, entweder unser Werk zu bestätigen oder eS mit fouverainer Hand wieder eiuznreißen. „Auf diese Art hätten wir unsere Zeit wohl angewandt. Wir hätten mit der ganzen Kraft, welche die Ausübung der höchsten Gewalt gewährt, auf die ftanzöfifche Nation einwirken können, welche fo lebhaft, fo verständig ist, so gern den von Oben erfolgenden Eindrücken gehorcht. Wir hätten auf dem Höhen- punkte der Gesellschaft gleichsam einen lichtvollen PharoS auge» zündet, der ihren ganze» Umfang erleuchtet hätte. Mit einem Worte, wenn dann die von vorn herein anerkannte und auSge- rufene Sonv-rainetät de» Volkes zn den Urnen gerufen wäre, so würde fie erkannt haben, daß ihre Erziehung nun vcll-ndet s«i. „DaS war auch Albert'S Meinung, und nichts war geeig- neter, um mich in der meinigen zu bestärken; denn Albert ver- band mit einer seltenen Rechtschaffenheit einen feinen Takt und einen scharfen Verstand. Wenn er in der Sitzung da» Wort »griff, so geschah da» stet» nur, um edle oder gerechte Ansichten auszusprechen, und er that da» in bestimmten und kräftigen Worten." Und wa» sollte denn»uu geschehen, wcuu die provisorische Regiernng dennoch nicht jene Initiative ergreifen wollt:? fährt Stein fort. ?MBi0Q8QK dar baau so aaS btt Schal», w-nn-Z sich dm Koutrait-[ bruchgesetzt handelt, nicht aber, Wenn die Sparflote gebla» feu wird. �Offenbarer Hohn" ist eS— so sprach der gelcchrte Redner, wem, gesagt wird, daß der Arbeiter nicht„vollständig vermögenslos" ist! Merlt Euch das, Ihr Arbeiter, merkt Euch das: alle süßen Phrasen, daß Ihr sparen könnt, daß Ihr ein Vtrmögen er'Serben könnt, sin'»— Zeuge ist der Herr OberapPellationSgerichtSrath von Lenthe— offen» barer Hohn! Ueberlegt Euch dann aber auch serner, ob eS nicht Eure heiligste Pflicht ist, energisch mit allen gesetzlichen Mit- tela dahin zu streben, Znfiinde herbeizuführen, unter welchen daS Wort BolkSwohlstand nicht„offenbarer Hohn" ist. Politische Ueberficht. Berlin, den S. März In dem fogenaanten„Kuktlllkampse" zwischen der prinßi» scheu StaatSregierung und den Uitramoatanen ist eS zu einem neuen Scharmützel gikommen. Als Antwort aaf die päpstliche Bulle vom 5. Februar hat die preußische Regierung einen Ent- warf im Landtage eingebracht, wonach für sämmtliche BiSthümer und TrzbiSthümer vom Tage der Verkündigung des Gesetzes ab, die gefammten Zahlungen von StaatSgeldern eingestellt werden. Nur dann sollen die Zahlungen wieder erfolgen, wenn der be° treffende Bischof oder BiSthnmSverweser der StaatSregierung gegenüber durch schriftliche Erklärung sich verpflichtet, die Staats- gefctze zu befolgen. Die jkriminalfälle im Bezirk des Btlliner Kreisgerichts ruhwen in erschreckender Weife überhand. Den sichersten Maßstab dafür bietet die getroffene Anordnung, daß von der nächsten Woche an zu den jetzt bestehenden drei SitznngStagen der Kriminaldeputation noch ein vierter hinzutreten wird. Vor kaum 10 Jahren genügte ein Andienztermin, der Sonnabend.— DaS sind die Folgen von der wahnfinuigen Produktionsweise, welche in Deutsch. land und besonders in Berlin florirt— Urbermuth auf der einen Se'te, Roth und Elend auf der andern; die höchste Kvrrrption in den Kreisen der höheren Gesellschaften, die auch ihre Schlag- schatten nach unten werfen. Man klagt allgemein in Berli» über den laugsamen Ge- schäftSgang an dem Stadtgericht. Die„Rational-Zeitung" brirgt dazu eine treffende Illustration:„In Folge meiner cm 6. Februar d. I. eingereichten Mandatsklage wurde dem Ber- klagten am 13. Februar per Mandat aufgegeben, mich binnen 12 Tagen zu befriedigen oder Einspruch zu erheben. B.rklagter hat nun am 27. Februar den Einspruch angemeldet, worauf daS Stadt- gericht einen Termin zur Klagebeantwortung auf den 10. April, also nach 6 Wochen, ansetzte. Bei einem Bagatellprozeß also 6 Wochen! Dieselbe Kalamität scheint auch beim hiefizen KreiSge- richt obzuwalten, denn ein bei demselben am 3. Januar cr. ein- gereichter Prozeß(M'.adats klage) hat auch bis heute seine Erle- dignng nicht gefunden, trotzdem vom Verklagten nicht der geringste Einwand erhoben worden. Daß bei solchem Gerichtsverfahr!» die Interessen deS Publikums ganz enorm leiden, ist wohl un- zw'ifelhaft."— Daß das Stadtgericht überhäuft ist mit solchen Prozessen, muß aber hier erwähnt werden, dadurch ist der lang- same Geschäftsgang erklärlich. Die vielen Prozesse aber dczengen die Unreellität, welche unter der handelstreibenden und be- sitzenden Gesellschaft herrscht, auf das Schlagendste. Daß ein Krieg wieder vor der Thür steht, und in welchem Deutschland verwickelt sein wird, geht aus folgender kaiserlichen Verordnung hervor. Dieselbe betrifft das Verbot der Ausfuhr von Pferden, ist vom 4. März datirt und hat folgenden Wort- laut:„§ 1. Die Ausfuhr von Pferden ist über sämmtliche Grenzen gegen daS Ausland bis auf WeiteriS verboten.§ 2. Das Reichskanzler mt ist ermächtigt, Ausnahmen von diesem Äe- böte zu gestatten und etwa erforderliche Kontrolmaßrezeln zu treffen.§ 3. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Gegeben Berlin, dm 4. März 1874. (1�. 3) Wilhtlm. Fürst v. Bismarck." Aus Schleswig-Holsteiu bringen liberale Blätter Mitthii» langen über die Vernichtung des mittleren und kleinen Grundbesitzes durch Wucher der schmutzigstm Art. Daraus, daß die Liberalen die Sache nicht todtschweigen, können wir eatvehntts, daß die Frage im höchsten Grade brennend sich ge- stalten muß. In jenem Berichte wird dies auch znzegeben.— „Eine wahre Landplage", so heißt eS daselbst,„find die söge- nannten„Stelleuschlachter", GeschäftSleuie, die hier zu Lande kleinere oder größere Bauernhöfe ankaufen, um sie w kleine» Stücken wieder zu verkaufen. Die Art und W:ise, wie diese Geschäfte in vielen Fällen gemacht und durchgeführt werden, Hai schon seit Langem nicht nur die Aufmerksamkeit unserer Provinz- blattet, sondiru auch die der Staatsanwaltschaft auf sich gelenkt. Es find Fälle bekannt, in denen Landleute durch die Käufer um ihr gesammteS Hab und Gut und an den Bettelstab gebracht worden, ohne daß Staatsanwaltschaft und Gerichte die Urheber d-S RrinS dieser Leute fassen konnten, denn die Schlauheit und GeschäftSroutine der erstereu ist meist zu groß. DaS Verfahren der„Stelleuschlachter" ist durch eine jüngst in Itzehoe stattgefnn- dene SchwurgerichtSverhandlnug, der Laudleute auS allen G-geu- dm der Provinz beiwohnten, in einer Weise aufgedeckt worden, die allen Ban-rn verständlich sein wird. Auf der Anklagebank saßen nämlich die„Stelleuschlachter" Moses Levin, Markus Hirsch Markwald und Levy MoseS auS Berlin, fämmtlich angeklagt wegiu Wechselfälschung. Der Staatsanwalt urterließ nicht, auf die schwindelhafte Art und Weise hinzuwelfen, wie bei der Stellenschlachterei verfahren werde, und besonders auf die„Hals- abschueideroerträge", die bei diesen ParzellirurgSverkäufen aufgestellt zu«erdm p.egen."— Diese Sachlage ist nicht nur deswegen so interessant, weil au? derselben erh-llr, wie der Wu- ch er die schamlosesten, an'S Verbrechen streifenden Manöver aus- führt, sondern auch, weil klar daraus erhellt, daß der kleine Grundbesitzer, mit der Wacherschlinze um den Hals, unmöglich «xistiren kann und das P rzelliren von Grundstücken nur zum Bankerott der Käufer führt, deren wenige Sparpfennige fammt dm Grundstücken von den wuchernden St-.llenfchlachtern wieder verschlungen werdm._ * Zum Kapitel der Preßreptile können wir noch ein famoses Stückchen bringen, welches aaf dem Kongreß deutscher Landwirthe enthüllt wurde und um so interessanter ist,' als eS die Preß- wirthschsst der„Nationalzeitung" unter der Aegide d«S vielbelobten Zabel charakterifirt. Auf jenem Kongreß gab der H-rr von Diest-Daber folgend: Erklärung ab:„Ja der kleinen Schrift(Geldmacht und SocialiSmus) hatte ich auch die Macht der Börse charakterifirt und dies hatte wohl die Folge, daß die Kritiken der von der Börse iuspiririeu Blätter nicht besonders günstig ausfielen. Ich erhielt»ine kleine Blumenlese dieser Kri- tikm eingesandt, und eS schadet ja auch nichts, wenn ich in man- che» derselben schlecht fortkam, denn dafür«x'stirt ja ebcn die Oeffeatlichkeit. Unter Anderem hat die„Nationalzeitung" ihr Urtheil dahin präzistrt:„daß kein einziger Gedanke in meiner Schrift zu finden und dieselbe überhaupt nur als ein Ausfluß des JunkerthuwS zu detrachtm." Da ich Anfangs Oktober v. I. gerade in Berlin war, ging ich zu dem Chefredakteur der„Ratio- ualzeitung", Herrn Dr. Zabel, hin, um von ihm Auskunft über die Möglichkeit und Entstehung einer solchen Kritik zu erbitten. Ich muß ausdrücklich hervorheben, daß er sofort auf meine Fra- gm einging und wir ohne Rückhalt und ohne mir irgend eine Diskretion aaszulegen, sogleich zugab, daß jene Kritik unbe« rechtigt sei, und daß er Remedur eintreten lassen wolle. Er bat mich dann aber auch, in Erwägung zu ziehen, in welcher Lage cr fich befinde. Er habe keinen Unierredakteur, der nicht abhängig von der Börse sei und dem er daher eine solche Kritik über eine Broschüre, welche die Geldmacht angreife, anver- trauen könne. Er habe bis vor Kurzem geglaubt, einen zu haben (er nannte hier den Ramm des ln treffenden Herrn), leider sich aber überzeugen müssen, daß auch dieser eben so abhängig von der Börse sei. Trotz jeneS Versprechens ist aber- eine Remedur hinsichtlich jener Kritik, in welcher das obige weg- wirseude Urtheil zurückgenommen wordm wäre, später nicht ein- getreten. Ich schrieb später noch einmal deshalb, erhielt aber kein« Antwort." Auf diese Erklärung hin gab eS einen gewalti- gen Lärm iu der Börsmpresse. Insbesondere protestirte die „Nationalzeitung". Aber was half eS ihr! Es ward nicht» weiter berichtigt, als daß die„Remedur der unb.rechtigten Kritik" in einer Aufzählung deS Inhalts der Broschüre deS Herrn von Diest-Daber bestanden haben soll. WaS demnach von der ganzen Zabel-Gardt zu halten ist, mag sich ein Jeder selbst ausmalen. Arbeitskraft des besitzlosen Mensche« eine Waare gleich jeder anderen; er muß sie, falls er nicht verhungern will, au dm kapitalbefitzendeu Unternehmer verkaufen, und eS un- terliegt daher die Körper- und Geisteskraft des Arbeiters genau denselben Gesetzen, wie jede andere Waare, mag eS Elsen oder Gold, Korn oder Lieh sein. Der Preis der Arbeitskraft ist der Arbeitslohn; auch dieser muß also von Angebot und Nach. frage abhängig sein und im Durchschnitt dm HerstellungS- kosten der Arbeitskraft gleich kommen.— Was find aber jene Herstellungskosten? Die Antwort ist leicht: eS ist die Summe der Lebensmittel, welche unbedingt erforderlich ist, da» mit eine Arbeiterfamilie nach den Gewohnheiten deS Landes und Zeitalters mit knapper Roth'xlstirm kann; steht der Lohn zeitweise höher, so wird eine kurze Zeit die Arbeiterklasse besser lebiN, mehr Ehen schließen u. f. w.; ihre Zahl wird zunehmen; zugleich wird die Kapitalmacht Arbeiter ersparende Maschinen ein- führen,«lleS da», bis der Lohn wieder finkt; steht aber der Lohn unter jener Grenze, so geht die Waare Arbeitskraft so lange zu Gruutr, bis daS übermäßige Angebot aufhört, das heißt: Hun» ger und Massenkrankheiten dezimireu so lauge die Reihen der Arbeiter, wilche in jener Zeit nicht einmal genug Loh» verdienen, um dm gewvhnbeitSgemäßm uothwmdigeu Lebensunterhalt, dm 3tur.''nrä of life— wie die Engländer eS neu- »eu— zu erzielen. DaS ist das»,erne Lohngefetz.— Und fragen wir nun, wie fich die oben erwähnten Aufstel» lungm deS laudwirthschaftlichen Kongresses dazu verhalten, so liegt die Antwort aas der Hand: daß selbig» eS bestätige».— ES ist dort ausgeführt, daß der Tagelohn der Landarbeiter in Deutsch- laud derart ist, daß in Schlesteu der Arbeiter für einen Tag Lohn circa 11 Pfund, in Schwaben aber 23 Pfund Roggen kaufen kann, und daß die übrigen Löhne in der Mitte stehen. Nichts ist aber einfacher zu erklären, als die», denn in Schlesien hat thatsächlich der Arbeiter die geringsten gewohnheitSgemä- ßen Lebensbedürfnisse; er lebt nicht einmal von Brod, son- dern großmtheilS nur von Kartoffeln, und verfällt daher am leich- tm dem TyphuS; in Westdeutschland sind die uothwendigeu gewohnheitSgemäßeu Lebensmittel aber weit kostspieliger: der Arbeiter ißt dort Weizmbrod, kein Roggenbrot1, genießt Wein, wenn auch schlechten, statt Branntwein; mit einem Wort, eS ist auf Grund deS ehernen LohngefttzeS unbedingt uothw endig, daß der Durchschnittslohn fich in Westdeutschland um so viel hö» her stellt, als in Schlefien, weil die Bedürfnisse der Arbeiter und ihre Widerstandskraft gegen die Kapitalmacht in erstgenannter Gegend um so größer find. Der, wir die„Nationalzeitung" meint, genügsamste und dah.r gesuchteste schlesische Arbeiter ist in Wahrheit, Dank seiner Genügsamkeit, nur der ge- schjiudenste, der schlechtest bezahlt». ES liegt damit auf der Hand, daß eS bloS dumme Revom- mag» der„weisen Profissorm" und der großsprechecischen Federfuchser dir„Nationalzeitung" ist, wenn sie sich damit brüsten, daß sie daS eherne Lohngesetz der Social.Demokratm widerlegt hät» tm. Die guten Leute haben augenscheinlich nirgends anders da- von gelesen, als in dm liberalen ZeituvgSwischm, welche von gleich großen Eseln, wie fie eS find, zusammengesndelt werdm. Um der„Widerlegung" unserer Helden aber noch die Krone aufzusitzen, kommt ein Beweis des ehernen LohngesetzeS durch die„Praktiker" des„Kongress-S deutscher Landwirthe", welcher nichts zu wünschen übrig läßt, und zwar warm eS gerade jene Personen, welche am grimmigsten gegen die Arbeiter zu Felde zogen, von denen— natürlich unbewußt— jener Beweis erbracht wurde. Als die Landwirthe über das Kontraktbruchgesetz be« riethm und natürlich sich für dasselbe aussprachen, da erklärte ein gewisser Knau er:„Die Arbeiter find sammt und sonders nicht zu pfänden, weil fie gänzlich besitzlos find." Unter donnern- dem Beifall rief alsdann der OberapPellationSgerichtSrath von Lenthe:„Die civilrechttich» Verfolgnng ist in Anbetracht der vollständigen Vermögenslosigkeit der Arbeiter ein offen- barer Hohn!" Nun, wie denken, das ist deutlich genug gesprochml— Ja, die Arbeiter find arm wie Kirchenmäuse; fie haben nichts, als den kärglichsten Lebensunterhalt, und sparen daher nicht ein- mal genug für dm Exekutor!—. Sonnenklar der Bew eis, Ihr Herren, für das eherne Lohngefetz!— Freilich schwatzt man Proudhou steht nicht an, rmS dies ganz rückyaltsloS zu er- kläre». Er sagt in seinen Confessions(VII.):„Für ein» gewisse Zahl Führer handelte eS fich um nichts weniger, als die Zusammensetzung der provisorischen Regierung zn ändern. Listen clrculirtm von Hand zu Haud, uud Haber, mein Nachbar, im Gefänguiß der Conciergerie, einer der Urheber der Bewegung, hat mir versichert, daß miin Name sich auf einigen befundm habe." DaS war also der Gedanke, der bereits im Anfang März ent- stand. ES war ganz natürlich, weil cr den einzigen Weg mt- hielt, auf dem die niedere Klasse zur Herrschaft kommen konnte. Unterdeß drängte die Zeit. Die Bourgeoisie fing an un- ruhig zu werdm. Die Führer deS Proletariats mnßtru ihr zuvorkommen. ES fehlte nur ein Aulaß; der faud sich bald. Die alte Form der Natioualgarde war, wie gesagt, aofge- löst. In ihr hatte eS Elitenkompagnim gegeben, die mit Bären- mützen versehen warm und die fich gegen diese Auflösung iu die ueueu CadreS sträubten. Diese zogen am 15. vor daS Hotel de Ville und forderten, obwohl unbewaffnet, daß man fie bestehen lasse. Es gelang den Vorstellungen der Regiernng, fie zu beru- hixm und zum Nachgeben zu bringen. Sie zogen ab. Sofort verbreitet» fich das Gerücht in Paris, daß die„Bä- rmmützm" die provisorische Regierung angegriffen, daß fie na- mmtlich gegen die Mitglieder der Linken in der Regiernng fich erklärt hätten. Die ClnbS erhoben ihre Stimmen zvgleich für Vertagung der Wahlen. Die Mitglieder der Nationalgarde sahen gerne, daß jene Elltekompagnim vernichtet wurden; fie hielten fich zurück. Die Arbeiter dagegen und die Mitglieder der Clubs tra- tm zusammen. Am Morgen deS 17. März versammelten sich alle Elemente deS Proletariats auf dem MarSfelde zu Taufenden und aber Taufenden. In dem von uns zuvor veröffentlichten Schreiben Blanqni'S geht derselbe auf diese Demonstration näher «in. Die Stadt, waffenlos und offen, lag in athemlofer Stille. Die provisorische Regierung faß auf dem Stadthanse; Alles war in tiefster Spannung. Endlich zog der gewaltige Zug heran; niemals hatte Paris AehulicheS gesehen. Hundert und fünfzig Tausend Mmschm, iu einzeln» Kompagnien vo» 5—600 Mann abgethM,«arschirtm vom Champ de MarS herbei; voran die ClubS mit ihn« Fahne», da«« die Arbeiter, zehn bei zehv; ohne Geschrei, ohne Rnf, in größter Ordnung kam eS heran; der ganze Zug staud vom Gröv-Platz bis weit hinein in die Elysäi- scheu Felder. Die Häupter der ClubS traten au daS Gitter des Hotel de Ville; die Marseillaise ward augestimmt; endlich trat«» die Führer der ClubS iu das Stadthaus hinein, unter ihnen vor Allen BlarqaiS, BarboS, Lacambre, De Flotte, Sobrier, Cabet, Raspail, Laden, Michelot, Longepied, Lebreton, Lauzier, Dause. Die Regierung war versammelt; Dnpont de t'Eare hatte dm Vorsitz. WaS fordert ihr, Bürger? fragte er. Blanqai nahm daS Wort«nd forderte im Namen des Vol- k-S die Aussetzung der Wahlen und die Entfernung der Truppen von Paris. Der Unmuth ergriff die Mitglieder der Regierung; bei Ledru-Rolliu und Louis Blanc trat die Berechnung hinzu. Sie sahen, daß dieses Austreten des Volkes bereits nicht mehr ganz ihnen, sondern wesentlich dm Führern der ClubS gehöre; fie fühlten jetzt, daß fie vou diesem Volke noch weniger als ihre jetzige Stellung zu erwartm hätten. Ledru-Rollin sprach darum fich zuerst a«S; er sprach gegm jene Anträge. Er wußte,«aS er selber von der Proletarierherrschaft zu erwarten haben werde. Und jetzt kam die Reihe au LouiS Blauc. Noch einmal schien er die Macht zu haben, sich der Masse in die Arme zu werfen und die sociale Diktatur zu»rzwiugeu. Aber da ergriff ihn zum zweiten Male die Furcht, und statt für jenes„Volk" anfzutreten, sprach er in langer R-de gegen die Fordernngm der Deputation. Er bewies noch einmal, daß er kleiner fei als feine Stellung. Die Deputation, die in diesen beiden Mannem eine Hauptstütze gehofft hatte, stand geschlagen; eine lange Rede von Lamartine folgte; der ganze Plan war gescheitert— so schreibt Stein nach der Anffaffnug der damaligen Bourgeoispresse. Blauqui freilich erklärt bestimmt, daß die provisorische Regierung Alles bewilligt habe, um später ihr Wort zu brechen. Die ganze Masse zog dann, ohne recht zu wissm, was vor fich gegangen, unter dem Stadthans» vorbei; die nngeheure Demonstratio» verlief fich. DaS war der damals so viel berühmte Tag d»S 17. März. Er fchim ohne alle Folge» zu fei». Uud doch war fei» Erfolg ein ganz ungemeiner. Einerseits hatte er bei dm Führer» des Proletariat» die Ueberzeugung hervorgerufen, daß weder Ledru-Rollin» noch LoniS Blanc die Männer feien, deren sie zu einer socialen Diktatur be- durften Von diesem Tage an schreibt fich der Starz LoniS Blanc's in ocr Meinung der Arbeiter. ES hatte einen tieft« Sinn— so schreibt Stein— daß bei seinem Herausgehen an» dem Stadthause einer der Arbeiter mit wüthender Gelerde auf LouiS Blanc zustürzte, ihn erfaßt« uud ausrief:„Du bist auch ein Verräther, Du auch!" Uud LouiS Blanc fehlte eS selber wohl, daß er zum zweiten Male aufgegebku, als er für die übri« gm Mitglieder der provisorischen Regierung stimmte— auf die Gefahr, mich mit ihnen zu verderben. Wenig nützte eS, daß am 19. März da» ganze Gouvernement sich, gleichsam um LouiS Blanc seinen Dank abzustatten, im Lvxembourg einfand; da» war im Grunde nur die Leichmfeier der Kovfermzen des Lcxembourg und de» gouvernemiutaleu SocialiSmuS. Die Niederlag» deS Ruhms dieser beiden Männer war mtschiedm— aber mehr noch, daS Proletariat hatte fich zwar als eine furchtbare, aber zugleich als eine führerlose Masse gezeigt. ES konnte von jetzt an auf eine« Sieg über die Befitzmdm nicht mehr hoffen. Andererseits dagegen hatte dieser Tag den Beifitzendm dm ganzen Ernst der Lage enthüllt. Sie sahen von da nicht mehr, wie bisher, eine wilde Masse von Klabbs und Sekten, sie sahen eine gewaltige Einheit in der Kliffe der Nichtbefitzmdm gegm sich anftretm, die jeden Augenblick zum Aeußersten gelangen konnte, sobald ein entschiedener Mann an ihre Spitze kam. Jetzt war eS hohe Zeit, auch ihrerseits fich als ein Ganzes zufammenznfaffm und entschlossen aufzutreten. Die Roth machte fie entschiede«; und einmal von dem Bewußtsein deS Gegensatzes der Klassen er« Mt, traten fie mit wachsender Bestimmtheit gegm jede Bestre- bung deS Proletariats auf. So ward jeuer Tag, indem er da? Proletariat feiner Führer berankte, zngleich die Grundlage der Einheit in der ganzen Bourgeoisie. Bon jetzt an mußte fich die Frage nicht mehr mehr auf dem Gebiete der Institutionen, sondern d»S socialen Kampfes entscheide». (Fortsetzung folgt.) ♦ O, welche Lust, Soldat ja sei«!� DU„CoUeuzer Zeitung- schreibt:„Dir„Oessevtlicht Nuzeiger" unseres gierunzSamtSblatteS enthält iu seinen Namoteru 11 Steckbriefe gegen Deserteure der iu Dienst steheudeo Annre und 42 Steckbriefe gegen Reservisten und L�udwehrleute."— DaS Land sturmgefetz, welches die DUnstxsiicht um 10 Jahr» verlängert, scheint schon gute Früchte zu tragen. * Znm Aultm kämpf. Voll KSui�Sberg wird gemeldet, daß um 3. März nach zweitägiger Verhaudlung der Anklagesache wider die 85 wegen eiufaibea LundfriedenebruchS angeklagte« Personen, welche sich bei der Qaednau-r Revolte am K. Juli v. I. bethei» ligten, die Krimiualdeputatioa des KrriSgerichtS auf Strafen vou resp. 8, 6 und 4 Moaaten Gefäaguiß gegen fämmtliche Auge- klagte erkannte.— Aus Trier schreibt man, daß der Kaplan Andeier, nachdem er eise dreimonatliche Gefängnißstrafe verbüßt, per AenSd'arm über die Grenze trauSportirt wurde. Dereius-TheU. Parteigenossen! Gedenkt der Gemaßregeltev. Wohl w.sseu 1»ir, daß gegenwärtig die meisten Arbeiter durch die Kapitalmacht gemaßregelt stnd, daß deshalb die UaterstützungSgabeu geringer fließen; aber die Brüder tu den Gefänguiffe» und ihre Familien müssen unterstützt worden. Die Beitröge find au Hrn. Boter, Hamburg, Hinter den Hütten 35, zu senden. D.r auf dea 6. dsS. aagesetzte Termin gegen die Parteige- Nossen Derossi und Rackow, wegen angeblicher Fortsetzung deS vllg. deutsch. Arb.-BereinS, ist auf den 18. März vertagt worden, da der Staatsanwalt erst noch B.'lastaugSmaterial her» blischoffen will. bete und rnomevurolv� � u, —........."a ich nun durch ein unanstäadlzez VKimen den Redner und auch die 3 bis �'wieder''''cht incommodireu wollte, so verließ ich den Saal und schrieb Meißen, 23. Fedr.(Bolidversammlung.) Am 22. Febr. hielten wir Im Bchlltzenhause eine Bolkdversammluug mit der Tagelorduong ab: „Da? ArbelternnglSck im Goldgründe bei Meißen und da« Hastpflichtaesetz". Nach der B.reanwahl erhielt Herr Thieme als Riferent da» Gort. Nach- dem ivrach Herr Zimmermann II. über da» Unglück und schilderte, wie fahrläsfig es bei der Rettung der Arbelteriunin zugegangen sei; nicht ein- mal sei eine Leiter zur Hand gewesen. Außerdem ergriff noch Herr Rüßner an» Dresden das Wo t zur TageSorouung. Zum Schluß wurde von der Versammlung noch da» Barcau beauftragt, den RcichStagSabgcordneteu Richter aufzufordern, vor den Wählern Bericht zu erstaitcn. W. Lantzsch Freiburg i. B., 27. Febr.(Bersammlnng) Sonntag, den 21. Febr., beriefen wir eine Bersammlnsg beider socia-demokratischen Richtun- gen ei» mit de, Tagesordnung:„Die B-reinignugSb-streburge» der So- clal-Demokralle". Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die h nie bei Cpp'c tagende Bersammlnng der Social. Demokraten beider Richtungen spricht fich dahin aus, daß fie sich mit den bisherigen SinI« gungsoestrebauzen voll�indlg eioverfianden erklärt; denn Einigkeit macht stark. Mit social- demokratischem Gruß Thr. Wagner. Eimsbüttel, 23. Febr.(BersammlungSbericht)„Die Social- Demokraltc und ihre Grauer", so lautete die Tagesordnung einer Ber- sammlung, die wir am 22. ds». a5h-cltea und worüder Herr Auer treff- lich refcrirte. Zum Schluß sprach Herr Radcnhausen sich unter Aller Beifall über das Bankgef.tz au«. I. Glißmanu. BsrnheiM, 1. März(Versammlung) G-stern Abend erfteute! uuS unser Freund Carl Klein durch einen tresflichen Bortrag. Die Ta-' geSordnung war:„Die heutige P.'oduklionSwelse und Ihre Folgen". Res--■ reut gab somit auch ein tresfliche« Bild von d.r jetz'gea Arbeitskrise und i dem großen Krach. Herzlich wurde gelacht, alz Freund Klein Folgende» erzählte: Ein Franzose sagt zu einem Demschen: Wir Franzosen sind groß, wir babcn 5 Milliarden bezahlt und haben nicht« davon verspürt, woraus der Deutsche antwortete: Wir sind noch größer: Wir habin 5 Milliarden bekomme» und haben nicht« davon»erspürt. Tarl Gerlach. Ottessen, 12. Febr.(Versammlungen.) Ja der BolkSvcrsamm- lang vom 27. Januar sprach Herr Richter ia einem längeren Bortragt über da» Programm der deutschen Social- Demokratie. Redner sorderte zuerst den freien BolkSstaat und bcionle dabei da» allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Abstimmung. Ec bewies dann die Berechtigung der social-demokeatischeu Arbeiterbewegung und gab eine treffende Cha- rakteristik der Worte„National" und„Jntirnatlonal". Die social- demokratische Bewegung vom juristischeu und rechtlichen Standpunkte au» betrachtet, bildete einen»eiteren Thell de» Bortrage». Mit der Gr- lSnterung der sittlichen Seite und Bcdeuluug de» Soelalismu» schloß Red- ..~ � Ja der fcrr ss ä«Jv I©»lwerf�mmliinfl vom L Februw sprach Her, R-d-nhausm über da» D?- II � 5 W n. j Schulwesen, Redner widerlegt nni.r großem Beifall die Phrasen der Bil- Tpevrade, 3. Mär).(Bernrt hellung.) Am 4. Oltober v. I. kegle der Staatsanwalt Berufung ein gegen da» Urthcil de« hiesigen Amt»- gericht» vom 2t. September wider die U.it-rieichnetea. Am 13. Januar Arth-il'l«.-� rtffti,«"« ein»?°?Ä,-?gniß wfg»'»�wn» mll'7ug7tV°«!Nm«"elfa�� ■ WU tcixticfehi Kosten. Den Parteigenosse» für die nu« unscru vesten Dank. Barme«, 5. März.(Berhaftnog genösse I. Wolf war am 25. Januar aus worden nnd wie ein gemeiner Verbrecher in Ketten geschloffen nach gefbhrt, wo er mit allerhand Gesindel zusammen eingesperrt«uree. Am 18. Februar wurde er jedoch gegen Kaution freigelaffcn und am 5 März von dem Zuchtpolizeigericht In Tleve ans die angeklagten ZI 130, 131 und 166 de» St.-G. freigesprochen. Bockenheim, 27. Febr.(Prozesfr.) Auf Freitag, den 12. Mär», find dir Arbeiter G. Müller, K. Heller nnd Ehr. Wchnc» vor Gericht ge- laden, nrn fich über die ihnen zur Last gelegte L itung eine» ZweiavereinS de» Allg. deutsch. Arb.-B rei«» zu verantworten. Ferner find den ftiiheren Mitgliedern genannten Ber ein» K. Muhn, S. Heller, W. Fischer, M. Schuth je ein Strafmandat von 16 Mark rtud Unterzeichnetem ein solche« von wa» e» mit dem„Rückgänge" der Social-Demokratie auf fich hat.'Beson der» hervorzuheben Ist aber bie am 26. ds». hier abgehaltene Bolktvrr« sammlung. Den ersten Punkt ber TageSorbnunz,„Nationalreichlhum und Masseuarmuth", erledigte Herr Slauk au» Berlin unter Aftern Beifallsbezeigungen der zahlreich Bcrfammellen. Auch Herr Lampel sprach nach dem Referat bcherzigenkwerthe Worie. Der zweite Punkt ber TageSord- nung lautete:„Da« Landsturmgefetz und der RcichSlaaSabgeorbnite Grump- recht".(Letzterer war briislich eingeladen, aber statt seine» Besuches»hielteu wir ein Schreiben des Inhalt», daß e« jedenfalls„neu" fei, einen Abge- ordneten zu Gähleru einzuladen, von denen ihn doch wohl Keiuer gewählt.) -!?.-.«>"b..'S.«« "'"J?.," B S'Wm« haben die Betreffenden den B.�werdeweg... es.»...., stänbniß der Bersammlnng mit wurde einstimmig angenommen. den Ausführungen de« Redner» bekundete, Mit social-bemokratischem Gruß Fritz Seitz. Hagen, 2t. Febr.(BersammlungSbericht) Sonntag, 2l. bs», hielten wir eine Boll Versammlung hierscldst mit der Tagesordnung:„Der Ardeiiersplegel von Febr. Herkorr' ab. Referent war J. Kühl. Redner erledigte seine Aufgabe nnler Beifall der Versammlung. Ec griff bie«Ich- tigsten Pmiktc�au» dem Arbeiter sp'egcl heran» und lritisirte dieselben iu tressenbir Weift, so baß»cm alten eivscitigen RohhcitSstatisilker Harkart w,(Sola, 21. Februar.(UltramoutaneS und Liberale«.) Al» Lassalle ftinir Zelt bie bezeichnende Worte:„Cöln nnd Breslau sind reak« tionärc Nesterl" au«rl-f, härte Niemand es für möglich getalten, daß sie e» vi« zum heutigen Tage bleiben würben. Wa» mind-st-ns die Arbeiter- bewkgnng anbelangt, so steht„unser heillge« Cöln" von fast allen Städten Rcheiuland» einzig de, insosern elmig, al« trotz der großen Opfer und An- streugunge», die hier gemacht find, verhältaißmäßig fast Nicht« erzielt ist,-.-u--------- �-i— a--........................ wa« un» allerdings nicht abhalten soll, weitere Versuche zu machen, die«°hl die Lust vergehen wird, einen zweiten ,.Arbeiterfp:egkl" herauSzuge- Lkbeiterbevölkirung für unsere Prinzipien zu gewinnen. Die Reaktion treibt i bin. Unter dem«lange»er Marseillaise trennte sich»ie«er sammlung. bier— von Pfaffen und NationaLiblralcn gehegt— immerhin noch schöne j R. Schreck. Blüthen. Wie sollle i» aber auch ander« sein bei einer Bevöltrrusg, die! Glaucha«, 4. März.(Versammlung.) Mit welcher Sympathie bereit Ist, jeden Augenblick für jeden religiös-dozmalischen Schwindel In den r hierorts die Bereinigung begrüßt wird, hat znm Theil schon ein B-richt Tob zu gehen. Mau sollte e« kaum für möglich halten, und»och kann- von einer beiberseitigeu Berjammlaug bewiesen. Sa wurde auch der drin- Schreiber dieses beweiseu: e» gleit Leute hier iu Cöln, die den heiligsten' geude Wunsch au»gisprochcu, beß de« Präsident de« Allg. deutsch. Arb« Eid darauf schwören, daß Loni'e Lateau, die Stigmatisirte In B«I» d'haine, e Lerelns In einer Volksversammlung eine» Bortrag halten möge. Da aber bereit« zwei Jahre Nicht« genossen hat, baß fie nur vou dem täglich ge-■ Herr Liebknecht den 26. Februar einen Bortrag halten wollte, so wurde reichten Hostienblältchen lebt uu» dabei regelmäßig jeden Freitag Blut man fich darüber einig,»aß die Versammlungen nicht so schnell anfeiuauber schwitztl Gegen Dummheit soll nun kein Kraut gewachsen sei».— In! solaeu sollten. Tr»tzb-m das Lolal schon gemiethet war, trat Herr Lieb- einer, am 14. Januar Im Gürzenich abgehalteueu uliramontauen Bersamm-\ kriecht zu Gunsten de» Herrn Hasenclevir zurück, und-nun fand eine gemein« lung, passirte e», daß, staune lieber Leser, der LaublagSabgeorbuete nnd!. schastliche Volksversammlung statt, mit der Tagesordnung:„Die Bereini- Doktor Röckerath ans Cöln eine Resolution annehmen ließ, die«ugeiähr gnng ber beiden social- demokratischen Arbriterfraktlouen un» ber deutsche folgenden Sinn hotte:„Die Kinder sollen, wenn fie einen gtwissm Lehr-: Reichstag." Herr Hasenclever entledigte fich seiner Anfgate nach allen stoff aufgenommen, mit 11, sage-und schreibe elf Jahren, au» der Schule[ Seiten zur vollständigster� Zusriebenhcit und unter großem Bcifall. Redner entlassen werden." Wahrschiinlich deshalb, um die armen Kiudcr einem i betonte hauptsächlich, baß es nur zu wahr sei, daß alle Parteien ber Sorial« ultramentanen Ausbeuter In�die Fabrik hineinzujageu. Da» war nämlich Demokratie gegenüber eine einzige> eakeionäre Masse seien. Am eklatante- ein BalkSvertrcte, ber die Stirn hatte, der Versammlung ein» solche Re- solution zu empfehlen? Diese Resolution wurde denn auch angenommen. Zur Abwechslung hatten denn beute Im nämlichen Saale die Herren Libe- raleu vom„Demschen Ber-in" eine sogenannte Generalversammlung eiube- rufen. Al» der Herr von Sydel al» Referent nicht erschien, erthcilte der Schriftführer(Professor I. Held wenn ich nicht irre) einen JohreSberlcht über den Kulturkampf. Er rechnete heran«, daß in der Rheinprovlnz 26,666 Mitglieder in 142 Orten wären; diese 26,666 Kulturkämpfer hätten an Betträgen für daZ verflossene Jahr— was Ich gern glaube— W,666 steu habe e« sich im Reichstage bei Reklamation der ReichSbstcn, welche sich iu Gefangcnschast befanden, gezeigt. Al» die Social-Demokratcn den An- trag gestellt hatten, die iebgeordneten, welche fich im Sefäugnisse befanden, während der Dauer ber RiichStagSsessioa zu cntlaffeu, fllmmtcu alle anbc« reu Parteien dagegen. Al» ade, Herr Majuuke verhaftet warben sei, hätten alle Parteien für Haftentlassung, trotzdem er ein„Schwarzer" sei, gestimmt. Auch wurde da» Kouttaktbrnchgesetz vom Resrrentin einer scharfen Kritik unterzogen, desgleichen da» Landsturmgesitz. Zur Berelnignug la» Redner da» neue Programm� vor und erläuterte Punkt für Punkt unter allgcmei- � � v v p o»e j| v x»»*(y � oa- oa V hj jj-o»e w»\J\/\s V»TV ilwWv-h-a � Mark aufgebracht. Davon wären 15.666 Mark sü? die Agitation ver- �»em Keifall."Herr Palm dankte sodann den Kommisfiouen für ihre Ar. wandt und 26,666 Mark wären noch!u der Kasse für»ie nächste Reich»-' beit und bemerkte, baß da« Programm jeder Social-Dcmokrat unterzeichnen tags wähl. Diese Nationalen, die doch gewöhnlich über unsere Agitatoren könnte. Herr Resch au« M-erane besprach da» feige Benehmen der Natlo« schimpfen, sehen sich nun auch b müßigt, Agenteu für ihre Agitation ,n ual-Lib-rolen iu den Bolksvcrsammlnugeu und da» alcjßuerische Borgcheu «erben. Bor ber Hand haben fie nun d-u Professor Dr Molbenhauer ge-' i« der Presse. Herr Franz-plaibirte für frei: Bolttschulen und bekimpfte Wonnen. De» Weitneu verbreitete fich ber Herr Professor über den Kamps< energisch die heutigen Kasten- und Klaffcnschulen. Ein Bauunternehmer gegen den UltramontauiSmu». al» den„mächtigen Gegner vou Kaiser und. meldete fich, wa» seit Jahren nicht der Fall war, zum Wort und cmpsahl Reich"! Gegen bie Soeial-Demokrateu will der Deutsche Birein nicht: den Arbeitern Sparsamkeit, stellte fich al» Muster hin, indem er sagte, daß kämpfen,»a die Social-Demokratie Im Rückgang sich befinden sollt«. War-- er auch nicht» gehabt und sich emporgrschwungiu habe, er esse heute noch an» nun ber Rückgang der Social-Demokratie sich eigentlich herschreibt, Hering und Kartoffeln u. s.»„ wurde aber von deu Herren Hasenclever -sagte er un» nicht? Der Herr Professor sührtc nun weiter au», daß bie' und Albert grünblich heimgeleuchtet. Der Borfitzende, Herr Schäfer, .Social-Denokraten eine» weit leichteren Kampf hätten—«a» Ich auch; schloß die Lersammlung mit ber Aufforderung, auf den„Neuen Social- gern glaube— und zwar deswegen, weil fie als„Reichsseinbe" iu ewiger Demokrat" und den„BolkSstaat" zu aboaniren und la die Partei ewzn- Opposition Alle« verneinen und nicht» aufbauen, soubem Alle» umstürzen; treten. Allen Rednern, außer dem Bauunternehmer, wurde ungctheilter «ollen. Hätte ich in der Nähe»es Herrn Professor mich befunden, so hätte Beifall zu Theil. Mit soclal-brmokratlschem Gruß Jeder glauken können, er hat offenbar Petroleum gerochen. Ich weiß nun i Wilhelm Seifert. nicht, vou wem er sich den Bärin hat aufbiabiü lassen„van dem Alle» j Graseoberg bei Düsseldorf, 23. Febr.(BersammlungSbericht.) ruinisco." Ein Manu aber, ber Professor In Bonn ist, ber Nationalökouom, Soemtag, deu 21. bs»., h'ett der hiesige OrtSvercin der Maschinenbauer sein will, sollte besser wissen, wa« die Goclal-Demokralie erstrebt, nnd wenn eine Versammlung ab, zu welcher auch Nlchtmitalieder Zutritt hatte». Auf er e» nicht weiß, so mag er e» fich«In für alle Mal gesagt seia lassen:( der Tagesordnung stand u. A.: Bortrag. Dr. Kohut, Redakteur der Wir»ollen einen freien Staat, gegründet ans Gerechtigkeit, ans Freiheit. Düsseldorfer Zeitung" war eingeladen, diesen Bortrag zu Halle», zog c« und Brüderlichkeit: einen Staat, der alle seine Bürger gleich arbeiten und i aber vor, nicht zu«rscheinen. S'att seiner kam ein anderer Herr, Namen« gleich genießen läßt, ber ihnen neben gleichen Pflichte» auch gleiche Rechte. Wächter, welcher stch durch eine» Brief al« Abgesandter de» Herrn Dr. fich-rl. Einen Staat also, Herr Professor, der all« Arbeiter ausreichend: Kohut legltimirte. Herr Wächter hielt»un eine» Bortrag,»der besser ge« ernährt und alle Fanllcuzer zur Arbeit zwingt. Alf» eluen Staat, In dem; sagt, eine Vorlesung über: Da» tobte Meer und Sodom und Gomorrha. keine Gründer, keine Börsenjobber, keine Slsevbahnkönlge, keine bezahlten s Er begann mit den übliche» Bilbungsphrasen und empfahl al« hrsptsöch- Preßpirate», die ihre S-stunung Jedem für Gelb verkaufe», ihr Wefe»; lich es BildungSmIttel auch da« Reisen,(»ach Sodom und Gomorrha?) er- treiben können, keine Gisebichteoschreiber und GeschichtSsälscher. Kurz, e» ist s zählte, baß er selbst au deu Ufern de» todlen Meere« geweseo, da» Wasser die« der Staat,»Ie er fem fall, worin die Müßiggänger absolut unmöglich- gekostet und sogar mit einem Boote über dasselbe gefahren sei. Zum Schluß sind, worin die Weisheit und Fähigkeit regiert nebst der Tugend. Doch t dankte er Gott, daß er ihm kein solch kolossale» Ungeheuer von Weib be- ju unserer Lersammluug zurück. Nach der schönen Predigt de» Herrn Pro-) scheert habe, wie Lot'» Frau gewesen sein müsse, da die Salzsäule, welche sessor kam wieder«in Professor an die Reihe und zwar Herr Zuccamaglio,; nach der Bibel Lot'« Weib darstellt, 46 Fuß hoch ftl. Nach diesem„gelst- der fich nun dadmch bemerklich machte, baß er die Franzosen iu allerhand- reichtet" Bortrage meldete sich unser Parteigenosse Tutzauer zum Wort und zusammengetragenen saiyrlschcn Phrasen al» wahrhaftige Ungeheuer ohue, kritistrte mit scharfen Worten da» Gcbabren derartiger BolkSbeglücker, de- Bildung, roh und leidenschaftlich hlastellte. Der grimmigste Frauzosenfresser' merkte u. A, baß, wenn sich die Arbeiter versammelten,»m über Ihre hätte e» nicht besser mache» köane», dabei natürlich kamen die Pfaffen auch I traurige Lage sich zu besprechen,— e» sollte In ber Bersammlnng auch über ziemlich gut weg. Al» nun Herr Zuccamaglia seinen Borttag abgelesen. dl« Arbelt»- resp. Lohnverhiltviffe iu der hiesigen Lakomotlvfadrlt Hohen« hatte, ton unser Demokrat und Ritter verschiedener Orden, Stadtraih und, zollern gesprochen werden,— dost bann die Sprecher der Bourgeoiste und Fabrikant Klassen-Kappelmann daran, Wischer an«»nn: nun die s»»st ge-» mit Ihnen im Bunde ein vom Reptü'i-nfondl gbhänglge» Preßpkatenthum übertönen, und daß e» nicht Bildung sei, wa» j-ue dem«rveuer preoige», soade.n Lcrbilduug Redner führte dann aus, daß c« dem Arbeiter cril dann gelingen werde, fich wahre«isscnfchaftlichc Bllbang auzucigsen, wen» er die Berbesscrung seiner Lage selbst iu bie Hand nehme, und die» aus dem Wege der Gesetzgedung zu erreichen strebe. Die Bersammlnng zollte dem Herrn Tutzauer lebhaften Beifall, während Herr Wächter nicht de» Math hatte, auch nur ein Wort auf die AuSsührungeu uasere« Parteigenossen zu erwidern. Mehrere Abonnenten auf den„Reuen Social-Demokrat" wnr- deu gewonuea. J, D. Eiltlldnrg. 1. März.(Bersammloug.) Am 16. Februar refcrirte Herr Ufert au» Weimar eingehend unter Beifall über die Tagesordnung: „Wie ist e« gekommen, daß die Löhne so gedrückt find? Wie find sie zu heben? Wie sind sie den Zeitoerhältnisseu gemäß zu eehalteu? Hierauf sprach Herr Mcrguer zur Kinderarbeit iu den hi-fizen Fabriken. Der Red- ner katte jedoch nur einige Gorte gesprochen, so entzog schon ber über« w chenbe Pollzciftrgeant dimseiben da» Sott und erklärte die Versammlung für geschlollm. W. Sperling. L. Mergner. Brckeeiheim, 27. Februar.(Bersammluog.) Gestern Abend fand eine gut besuchte Bersrmmlung. In welcher E. Klein über da» Thema: „Macht und Recht" trefflich rcferlrte, hierselbst statt. Mit soclal-demckr. Gruß«. Müller. H.imdurg, 2. März.(An die Malergehülfen Deutschlaube!) Ich mache alle Kollegen In ihrem eigenen und unser Aller Interesse auf eine wichtige Sache aufmerksam. Sin Brnchtheil hiesiger Prinzipale unsere« Gewerk», züaftlirischen Kaliber», welche hier eiueu unbedeutenden Verein bilden, haben, um auch von fich reden zu machen, die Einrichtung getroffen, an verschiedene Bahnhöfe de» deutschen Reich» Plakate zu senden, die dott angeschlagen werden, und aus welchem die Adresse ihre» Arbeit». uachwelsebureau» sich befindet. Da wir einer berartigea Machinatiou nicht entgegentreten können, da selbstverständlich eia derartige« Plakat von unsere» Seite au» gesandt von keiner Eiftnbahaverwaltu.g weder angenommen noch angeschlagen würde— bmn wir find ja eben nur Arbeiter— so möge sich Jeder vor diesen Plakaten in Acht nehm n, und nach wie vor nnr unser AlbeitSnachweisebureau: Hohe Bleiche» 36, Stadt Kiel, allein in Anspruch- nehme«. Mit brüderlichem Gruß S. I. Levlu, erster Borfitzenber de? BereinS der Hamburger Malergehülfen. Hamblttg, 2. März.(Allg. deutsch. SchissSzimmcrerverein.) Kameraben! Hiermit mache Ich Euch Allen bie Ursache bekannt, welche unsere Lübecker Kollegen bewogen hat, bei dt» Meister» ordnungsgemäß zu kündigen, um anderswo Arbelt zu nehmen. Der Kontrakt nämlich, den fic mit den Meistern immer auf ein Jahr abschlössen, und ber V N keiner Seite gebrochen wurde, war av 11. Februar abgelaufen. Unsere Kameraden müß en daher einen neuen Kontrakt mit den Meistern abschließen, wenn fie weiter aibeite» wollten. Da nun ihr Lohn im Sommer von 6 bi» 6 Uhr 1 Thaler und diesen Winter 24 Sgr. betrug, und sie daher einsahen, daß fie in Folge de» steten Steigen» sämmtlicher Lebensbedürsnisse mit einem solchen Lohn nicht mehr auskommen könnten, hielten sie um 5 Pf. pro Stunde meh; an. Hieraus erhielten fie«ine Antwort von den Meistern, daß Ihnen dieselben nicht mehr Lohn aebea würden, da bie allgemeine Ge- schäftslage aus eine Ermäßigung ber Löhne„hinweise", und daß man auch ferner eine gleichmäßige Löhnung sämmtlicher SchissSzlmmerleute iüc nicht mehr zweckdienlich halte. Uebcrhaupt wüßten fie(die Meister) nicht, we»- halb fie mehr Lohn geben sollten. Bon einer Thenerunz sämwtticher LebenSbedllcsnifft könne doch keine Rebe sein, da fie kaum etwa» bemerkt hätten. Hierauf kündigten unsere Kamerade» ordnungsgemäß, und haben somit In Lübeck, da die Sache nicht zu Gunsten unserer Kameraden ausfiel, am 16. Februar zuletzt gcarbtttet. Die Meisten haben schon Lübeck den Rücken gekehrt, nnb-kümmert, ob die Meister fich bcfiune» werden»der nicht, indem fie ja einen solchen Lohn allenthalben vadlenell können. Unsere Memcler Kollegen liegen ebeufoll« noch Immer im Kampfe, also schon seit dem 2Z November. Die Meister geb-u fich zwar der Hoffnung hin, unsere Kollegen sollen zu Kreuze krieche», da besonder» der lauge Winter zu de» Meister Gunsten ausfällt E» ist diese Kälte als» ein empfindlicher Schlag für unsere Memcler Kollegen, wie sür so viele andere Arbeiter. Die Meister aber freuen fich, und Haffen, daß die Zeit endlich kommen muß, wo unsere Kollegen ihnen za Füßen fallen sollen. Arme Thoren, die fich einer solchen Hoffnung hingeben! Denken die Herren, baß fie die Schiffszimmerer Deutschland» bestegen können? Oder denken bie Herren, daß die Arbelte» so unllug sein würden, nachdem fie deu Winter übe« gefeiert und stch durch- geschlagen, nun zum Frühjahr ihnen zu Füßen fielen? Unsere Kameraden in Mcmel wie In Lübeck werben feststehen und zwar so lange, bis bie Her- reu Ächlffsbaumclster die Gedanken fallen lassen, nnserern Kameraden den Lohn kürzen ober in Klaffen elntheil-u zu«ollen. Euch aber, Sameradca w Deutschland, rufe Ich einfach zu: Seid ans dem Posten! M-t social« demokratischem Gruß H. Groß. Flensburg, 6. März.(Strlke der Schneider.) Alle Kollegen ( ersuchen wir, dea Znzng fern zu halten, da in Folge von Lohndifferenzen j ilu Stecke tevorstkht. P. Nießeu. Berlin, 22. Febr.(Schuhmachervereiu.) Montags deu 22 b.» hielten wir in den Gratwcil'schen Bierhallen eine öffentliche Schuhmacher« versammln»; a''. H. Szimmath refcrirte über die Nothweudlgkelt der Ber« cinignng ber Schuhmacher Deutschland» und wie» dl« Auwes-ndcu daraus hin, daß Tausende von Schuhmachern ohne Beschäftigung wären, weil die Ueberprobirktlon der Schuhmacher so groß sei,»aß die Fabretantea nicht wüßten, wa» fie mit der fertigen Goare anfangen sollten. Nachdem der Redner noch einen Brief von der Berwaltuna der internationalen Schuh« macherzewerkschaft verlesen hatte, ia Anbetracht der Bereinigung beider Ge« j wrrlschaften, und noch mehrere Worte darüber gesprochen, wie traurig e« wäre, daß zwei Fraktionen in ber Schuhmacherveweguag ex stittin, wurde vom Referenten eine Res-ckulio» eingebracht, welche folgendermaßen lautet: „Sämmtliche Kollegen, die dem Allg. Schuhmachervercln angchött Hobe», werben von de» Ber'Iner Kollegen aufgefordert, sür die Bereinigung, resp. für eiueu Kongreß zu wirken, damit die er chuhmacher eine Organisation Herbeisühren können." Nachdem die Refolutiou verlesen war, sprachen stch sämmtliche R-d:cr für dieselbe und die Bereinigung au«. A. Netzner: Schriftsührer. Gothel, 1 März.(An die Schuhmacher Deutschland»!) Aus - bie mehrfach au»u« gerichteten Ansrageu und Wünsche, bezüglich einer i Einigung dir Schuhmacher Demschlaud», machen wir hiermit bekannt, daß , die Verwaltung ber Gewerkschaft der Schuhmacher beschlossen hat, zugleich � mit der biiSjährigen in Kobnrg stotefintendeu Gencralversammlnug eine» allgemeinen Schuhmacherkongreß baselvst eiuznberuseu. Bon der U-berzeu» gnng durchdrangen, daß die Bereinigung zur Noihwendigkeit geworden nutz die Kollegen allerorts mit un» übereinstimmen, einen dauernde» Friede« unter den Schubmachcrn Deutschland» herbeizuführen, hoffen wir auf ciur recht rege BetheUlgnng und bitten um weiteste Berbreltnng dieser Notiz. Die Tagesordnung u. s. w. wird nächsten» im„Wecker",«ie auch Im .„Neuen Social-Demokrat" und Im„Volksstaat" bekannt gegeben. Für die Verwaltung der Gewerkschaft der Schuhmacher: W. Bock. Bremen, 3. März.(An die Schneider Deutschlands.) Nnseren «erthen Kollege» machen wir hiermit bekannt, daß wir hierselbst linea Schueidervcrela gegründet habe», um etwalgeii Angriffen, welche die In elner Innung verbundeaeu Arbeitgeber gegen un« planen sollten, mit der größten Energie entgeaeu zu trtten. Mit diesem Verein ist auch ein u.icntgellilchea ArbettSnachweiseburean verbunden, welche« sich beim Gastwlrth L-Hm-Ier, Hankeustr. 25, befindet. In diesem Lokale biflabet fich auch der verlchr der Schneider, sowie eine gute und billige Herberge, und ersuchen wir dir zureiscudcu Kollegen, nur hie» einzukehren. Der Vorstand. Lübeck, 13. Febr.(Maurcrversammlung.) Hinte hielten wir eine Versammlung sämmtlicher Maurer Lübeck» und der Umgegend ad. Die TageSorbnunz war:„Bortrag de» Herrn Hurlemanu an« Berlin üben Organisation und Ccutralisation". Nachdem zuerst Herr Hurlemanu seinen bellen Dank sür die Unterstützung seiner Familie während seiner Hast an»« gesprochen, ging er in gediegener Weise aus»ie Tagesordnung ein. Fol- gende Resolution wurde sodann vnleftn und einstimmig angenommen: „D'e öffentliche Versammlung erkenrt den Bortrag de» Herrn Hurlemamr an und»erben alle Maurer die Einigung anstreb.n und danach zu hanzel» suchen, sowie auch allen Bestrebungen gegen die Acbciter, so viel in ihre» Kräften steht, entgegen zu treten. Al« Herr Schwartz nach ber Taaesorb- nnng vorstellte, dag die SchissSjimmcrer hier In Lübeck bei drei Meister» die Arbelt eingestellt hätten, wurde noch folgende Resolution einstimmig au- genommen:„Die heutige öff,n liche Bersammluuz wird alle im Kampfe stehenden Brüder lmterstützeu, damit dieselben zu Ihrem Rechte gelangen.'« Zum Schloß brachte die Bersammlnng Herrn Hurlemanu in Aubettacht seiner verbüßte» Hast sür die Emauzlpatio« ber Arbeiter ein dreifache» H»ch. P. Schulz, Schrift, ührer. * Da i» vtrschiedknen Orten von Parttijjinossen lokale politische Bereiue gegründet worden find und§ 8 des preußisches LereinSgesctzeS verbietet, daß Politische Vereine mit einander In Verbindnng treten, so machen wir die Parteigenoffen auf einige Punkte aufmerksam, bei deren Nichtbeachtung leicht Auflösung und Bernrtheilnng erfolzeu kann. Erstens dürfen lokale Vereine nach der Auslegung deS Ober- tribsualS nur innerhalb des Polizeibezirks, wo sie ihren Sitz haben, Versammlungen ihrer Mitglieder abhalte», haben fie in benachbarten Polizeibezirken— auch wenn diese Po- lizeibezirke in demselben Wahlkreise liegen— Mitglieder, welche dort selbstständige BereinSversammlnngen abhal- ten, oder halten die Vereine dort Wanderversammlungen ab, so wird dieS als Bildung gesetzwidriger Zweigvereiue be- trachtet und eS erfolgt Bermtheilung. Sodann ist jeder Berkehr, auch brieflicher, zwischen zwei politischen Bereineu verboten; finde» fich bei Hauesuchungeu solche Korrespondenzen, so erfolgt bestimmt Verartheilung. Drittens dürfen Vorstandsmitglieder eines politischen Vereins nicht einem anderen politischen Verein als Mitglieder angehören, da auch dieS als verbotene Verbindung auf- gefaßt wird. Und zwar wird von den Gerichten nicht blos jener als Vorstandsmitglied betrachtet, welchem laut Statut dieser Name zukommt, sondern jedes Mitglied, welches als»Bor- steher, Ordner und Leiter in den Vereinsversammlaogen aufgeteeteu ist, oder die Führung der BereinSkorregPondenz be- sorgt hat.— Wir geben zum Beweise dieser joristischea Auffas- sung auS der„Rechtsprechung deS königliche» Obertri- bunalS In Strafsachen", herausgegeben von Dr. F. C. Oppeuhof,»inen Urtheilsspruch dieser Art nachstehend im Wort- laut wieder: 1. DaS Verbot,»ach welchem ein Verein, welcher politische Gegenstände ec. zu erörtern bezweckt, nicht mit andereu Bereinen „gleicher Art":c. in Verbindung treten darf, wird auweudbar, sobald der andere Verein ebenfalls die Erörterung politischer Ge- genstände bezweckt. 2) Die Schließung eiaeS Politischen Vereins kann(bezw. meeß) ausgesprochen werden, sobald ein Vorsteher desselben auS den§§ L und 16 des BereinSgesetzeS bestraft wird; es bedarf dazu nicht de: Einleitung eines Verfahrens gegen den Berein selbst oder seinen Vorstand. BireinSgesitz vom 11. März 1850 ZZ 8. 16, Erk.(3- I) v. 26. Febr. 1873 c. Gr. v. Strachwitz (895 I. Cr. v. 1872). Gr. v. Str., welch-r am 4. Febr. 1872 als Mitglied in des zu Schurgast zusammengetretenen„katholische» Volksverein" getreten war, wurde am 5. März 1872 in den Borstand deS„katholischen Kasinos" in der nahe gelegenen Stadt Oppeln gewählt und trat in diesen ei». Ebenso war»er Borsitzende deS Schur- gaster Vereins, v. Sch., demnächst in das Kasino zu Oppeln als Mitglied aufgenommen worden. Die In- fianzgerichte nahmen an, daß Pride Vereine die Erörterung Po- li.ische: Gegenstände in Versammlungen bezweckten, und fanden tario, daß Gr. v. Str. und v. Sch. Mitglieder des einen Vereins waren, während fie als Vorstandsmitglieder au der Leitung deS anderen Theil nahmen, ein„Treten in Lerbin- dang" beider Bereine. Sie straften deshalb aus dm Z§ 8 and 16 deS BereinSgesetzeS und erkannten gleichzeitig aas„Schlie- ßuug deS katholischen KafinvS zu Oppeln". Die NB. des Gr. v. Sir. rügte u. A. GesetzeSverletzung: der Umstaod, daß er Mitglied des Schurzafier und gleichzeitig Vorstandsmitglied deS Oppelner Vereins sei, genüge nicht, um ein„Ja-Verbindung- Treten" beider Bereiue anzunehmen; ebenso reiche die Annahme dir Jnstanzgerichte, daß„beide Vereine die Crörternng politischer Gegenstände bezwecken", nicht hin, um fie als Vereine„gleicher Art"(1 8b. I. c.) zu betrachten; endlich habe die Schließung des Oppelner Kafinos nicht in dem lediglich gegen ihn, sondern nur in einem gegen diesen Verein, bezw. gegen den Vorstand des- selben gerichteten Berfahren erfolge» könnm, und das um so mehr, als er selbst erst nach seinem Eintritte in den Schurgaster Verein zu Oppeln in den Vorstand gewählt worden sei, ohne daß der Borstand deS letzteren Vereins von feiner Betheiligung am Schurgaster Verein Kenntniß gehabt habe.— Zurückweisung. OaS O.-Tr. führt zunächst auS, daß „die Erwägung, ob in den thatfächlichen Feststellungen der Nachweis für die wirklich eingetretene Vlrbindung der beide» Bereiue erbracht sei, auf dem Gebiete der thatfächlichen, der Kritik in der NichngkeitSiastauz nicht unterliegenden Prüfung liege",— und fährt dann fort: sl.j Nicht eiae Gleichartigkeit der Vereitle nach allen Rich- tunzen hin ist im Z 8 vorausgesetzt, sondern nur eben in der- jcuigen Richtung, welche die Vereine als politische charakterifirt und auS diesem Grunde für fie die besondere» Beschränkungen deS§ 8 dt. nothwendlg erscheinen ließ. Die etwa uebeuherze- headen Zwecke berühren die Bedeutung der Vereine, insoweit fie durch die Einschränkauge» des§ 8 getroffen werden sollteo, nicht und find daher in Bezug aus diese gesetzliche Bestimmung gleich- gültig. Unter den unter lit. I. deS ß 8 bezeichneten„Vereinen gleicher Art" können nur solche gemeint sein, wie fie im Eingänge deS§ 8 bezeichnet waren.— [2] Der(fernere) Augriff, welcher darauf beruht, daß ein Strafoerfahreu, dessen Resultat die Schließung eines Vereins sein solle, gegen sämmtliche Vorstandsmitglieder gerichtet werden müsse, fiadet weder in den Strafgefitzen, noch in den Sttafprozeßgesetzen einen Anhalt; vielmehr ist nach§ 16 deS VereinSgesetzeS die Schließung deS Vereins nur von der objektives Feststellung der BoranSsetzangin deS§ 8 ibid. abhängig, welche Feststellung die uoth wendige oder fakultative Schließung zur Folge hat. Die Frage, inwieweit den einzelnen Vorstandsmitgliedern die Kenntniß von der Existenz der V-rbinduug beigewohnt habe, iuteresfirt nur in Bezug auf die Prüfung, ob der Verein zu schließen fei oder nicht. Die Verschuldung deS gegenwärtig Angeklagten wird— unter der Voraussetzung, daß die vom Gesetze verbotene Verbio- dnng der Vereine bestandin hat— durch jene Frage nicht ve« rührt, da bezüglich seiner Person die Kenntniß der Verbindung nach den thatsächlichen Feststellungen der Iustanzrichter außer Zweifel steht. Autr. d. G.-St.-A.: eutgeg.(40.— 6] DaS große Arbeiternaglnck z« Meitze». Als ich mich am 9. Februar gegen Abend von der Arbeit nach Haufe begab, hört« ich unterwegs, daß in der englischen SicherheitSzünder- Fabrik des Herrn EaleS im Goldgrun e eiae Pulver xplofion erfolgt fei und die Fabrik in Flammen stehe, so- wie daß mehrere Arbeitsfrauen schrecklich verbrannt seien. Ich eilte sofort auf den Schauplatz der Katastrophe, um die Ursache des Unglücks zu erforschen, welche jedoch wahrscheinlich niemals au den Tag kommen wird. Es ist viel in den Zeitungen über dieses Unglück geschrieben worden; die fich widersprechendsten Thatsachen hat mau erzählt und am nächsten Tage widerrufen; zwei Puokte hat man jedoch von Anfang an bis heute aufrecht erhalten: 1) daß die Arbeiter schuld am Unglück gewesen find; 2) daß Herrn EaleS durchaus keine Schuld treffe. Wenn mau die bi fin Unglücksfall bigleitendeu Umstände aber mit Ruhe betrachtet, so fiadet man, daß die Sache anders liegt, und zwar so, daß r; cht blos Herrn EaleS, sonder» auch indirekt die Gesetzgebung«ine Schuld trifft. Der Industriezweig der SicherheitSzünder ist seit einige» zwanzig Jahren in Deutschland eingeführt worden, und Herr EaleS maßte als Sachverstäudiglr wissen, daß die Zünderfabri- iatioa höchst gefährlich ist. In den Mafchinensälen liegt überall Pulverstanb, alle Fugen und Spalte» find damit angefüllt, und die geringste Unvorsichtigkeit mußte nothwendig eine Explosion zur Folge haben. Waren da nicht die allerumfaogreichsten BorfichtS- maßregeln geboten? Maßte vor allen Dingen nicht eiae auf alle Fälle zuverläsfige Person zur Aufficht über die Maschinensäle fortwährend am Platze sein? DaS ifl aber nicht der Fall ge- Wesen, denn stundenlang find die Frauen in den Mafchinensälen ohue jede Aufstcht geweseo. Es durste ferner nicht bloS nur eine Thür auS den Gefäi'gnißsälea hinausführen, sondern eS mußten an jeder Front der Säle mehrere Thüren uad Treppen in's Freie führen. ES war aber im Asgenblick des Unglücks nicht einmal eine Leiter zur Stelle, mittelst der man die am ganzen Leibe brennenden Frauen, welche fich am Fenster zeigten, hätte herunterholen können! Bei besseren Maßregeln wären sicherlich nicht so viel Per- soneo, wie eS der Fall war, umgekommen. Nicht weniger als -neun find in den Gebäuden v-rbranut; Diele mußten zwei Stock ! hoch zum Fenster hinauSspringen und brachen Arme und Beine; von dmßig m-ist shw-r Birunglückten fiad im Ganze» fünfzehu gestorben! WaS nun die Gesetzgebung anbelangt, so trifft dieselbe a«S dem Grande eine indirekte Schuld,«eil fie es bis jetzt noch nicht für oöthig befanden hat, für sämmtliche Arbeitsplätze genüzeude Konirvle zu schaffen. Die Gesetzgeber hätten schon längst daS Institut der Fadrikinspektoreu im umfangreichsten Maßstäbe ein» führe» sollen»ad zwar derart, daß die Arbeiter durch Wahlrecht auf die Ernennung derselben Einfluß ausüben; dann wäre Herr EaleS ganz sicher zu den nöthiger. VorstchtSmaßrigela gezwungen worden, und ein solches Unglück nicht hereingebrocheu. Traugott Thiem«. *(Auf die Insertion de« Herrn Relnders), Photsgraphireu bekannter Persönlichkeiten betreffend, machen wir hierdurch mit dem Bcmer- k-n aufmerksam, daß die Bilder schön ausgeführt find. Besonder« gilt aber die» von dem Bilde, welche» die vorjährige TodeSseier Lassalle'« veran« sch-olicht. vermischtes. *(Die Person de» Herrn Redakteur«.) Hugo, ein Redekteur der„DämmerungS'Zeitnng", war in der schlimmen Zeit der letzten 27 Tag« im Monat, d. h. er war„klamm" und konnte seiner Tiara für ihre Lleben»« Würdigkeit keinen andereu Entgelt geben, als eine Anwcffuvg für das und da« Theater.— Tiara erscheint an dem betreffenden Theater und zeigt bei der BilletauSgabe ihre Anweisung vor.„Bedaure sehr, achselzuckte der Billeteur, die Anweisung gilt nur für die Person de» Herrn RcdaktenrS." —„Nanu," gegeuredete Tlara,„ich bin ja— dl« Person des Hemm Redakteur«!" *(Bei Ratibor) sind am 25. Februar sieben Zigeuner im Walde erfroren, da Ihnen da» Lagerfeuer erlaschen war. *(Statistisches.) E« ist eine schöne Sache um die Statistik. Skr zeigt un« n. A., daß Frankreich während immer von konservativen, soliden Zuständen in Bersaiiie» deilamirt wnrde, seit dem 4".