Nr. 32. Berlin, Sonntag, den 14. März 1875.' 5. Jahrgang. Diese Zeitung erscheint dreima wöchentlich, Kub zwar: Dienstags," Donnerstags und Sonnabends Abende AAsn»e«e«t»»?rn gemeldeten Strike die ersorderlicheu Schritte dm Wüuschell gemäß von hier aus unteruommeu trerd.n." Also die Herren sollen sich mit der Bauhütte in Bremen in Bubindung setzen, damit von dort her für billigere Arbeitskräfte gesorgt werbe. Funer wer- den die Berliner Meister die erforderlichen Schritte thnn, um den„Stau- sinn" unserer Wilhclmshavemr strlkeudeu Kameraden zu brechen, das heißt, man verhietet auf den Buliuu Zimmuplätzeu da» SamMil» für die Wil- helmZhavenu, und versucht, auch von Berllu frische Arbeitskräfte nach Wilhelmshaven zu ttaneportlre».-- Ob denn diese H-rr-n glauben, baß dadurch unsere Kameraden In Wilhelmshaven zu Kreuze kriechen werden? oder unsere Berliner Kamuadat dahin einschüchtern werden, daß dieSamm- lungeu für die um ihre Existenz kämpfenden WilhelmZhaoener Brüder unter- bliiben werden? New, ihr Herren, soweit sind wir noch nicht, und mögt Ihr auf allen Plätzen Plakate anschlagen, die den Ge'ellcn da« Sammeln untersagen, so wi:d trotz alledem doch fortzesan.meli werden, und die deut- scheu Zlmmerlentr werden mit der alten Zähigkeit Ihren Weg weiter ver- folgen und auch.' ihr Ziel trotz aller Me sterverbiuduogen emichen. An Euch aber, deutsche Zlmmerleute, ergeht die Aufforderung, j cht, wo die ge» sammten vereinigten Meister sich gegen unser: WilhelmShavcncr Kameraden verbunden haben, erst recht Eure Schnldigkeit zu thun und den Zuzug unter allen Umständen von Wilhelmshaven fern zu halten, gleichzeitig aber auch nach Möglichkeit für die materielle Unterstützung Eurer strikeuden Kameraden ciuzutreteu. Die Meister werfen ihre ganze vereinigte Kraft auf WIlh lmS- Häven; thun wir dasselbe, indem wir den Huren antworten: Ihr wollt deu Kampf! Gut, Ihr sollt Ihn haben. Unterstützungen sind au die Expedition de«„Pionier",-Berlin, Waldemaistraße 86. per Adresse Kapell, zu senden. Brmil, 11. März.(Klemp nerstrike.) Sämmtlichc Klempner- gehidfen werden vor Znzng nach Bremen dringend gewarnt, indem daselbst die llstünd�ge Arbeitszeit und eine neue Werkstattordnung eingeführt wer- den soll. Näherer Bericht hierüber folgt. Für die Verwaltung: W Metzger, Geschäftsführer. Einbeck, 7. März.(Cigarrenarbeiterverfammlung.) Heute tagte hierselbst einc öffentliche Tabak- und Eigarrcuarbcttreversammlnng, in welcher Hur A. Giebe über die Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken referirte. Aug. Eiland, Schriftführer. Tonderu, 10. März.(Schuhmacherstrlke.) Die Schuhmacher- gesellen w Toudern(Prov'nz Schleswig! ersuchen, wegen Lohndiff-renz mit de» Meistern, den Zuzug fern zu halten. Petersen, Schriftführer. Höchst a. M, 10. März.(Au unsere Abonnenten und Lcs-rl) Wrnn wie auch mit unserer Zeitung recht flott vorwärts gekommen sind, Pauli Recht gethnn, die Staatsanwaltschaft iu Anspruch zn nehmen, wird die Folge lehren. DaS Bürgeramt kommt in Folge der„brutalen Behandlaug der Gefangenen" zn folgendem Resultat: 1. daß eS der Anfficht über die genau« Pflichterfüllung der unterm Beamten der Strafanstalt an der gehörigen Wach- famkeit und Schärfe zur Vermeidung aller Fahrlässigkeit fehlt, oder doch damals gefehlt hat; 2. daß bei etwaiger Abwesenheit des Direktors die Verhävgaog der HanSstrafeu, auch wenn fie schwer find, ganz in daS Lrmtssen nrns ftine Stelle versehenden Unterbeamteu ge- legt wird, und daß e» in der H mSordunng an einer ge- uanen Instruktion über die AuSfähruyg dieser Strafen mangelt; 3. daß zwischen der Jaspektioa des Senats und der Straf, anstalt nicht die Kontiauität des Verkehrs besteht, welche diese Behörde zur Erfüllung ihrer Aufgabt befähigt, sei eS nun, daß fie der Anstalt aus irgend welchen Behiuderuu- gen nicht die gehörige Aafmerkfamkeit widmen könne, oder daß ihr in den Einrichtungen der Verwaltung nicht die Handhaben gegeben stad, welche fie zn einer nnausgefttzten Knude der inneren Verhältnisse und Vorgänge der Anstalt uöthig hätte, und 4. daß ein ähnlicher Mangel auch zwischen dem Direktor«od dem ihm zunächst unterstehenden Beamten obwaltet, da der- selbe doch nicht wohl vou den erwähnten Borgängen in ihre« ganzen Umfange unterrichtet gewesen sei» kann, ohne davon der Sektion deS Senat» Mittheilung zu machen. DaS Bürgeramt beantragt alsdann: „In Anbetracht all-S dessen ersucht die Bürgerschaft dm Senat, diese Angelegenheit, wenn nicht schon geschehe», einer ernsten Prüfung zu unterziehen und, wo e» Roth thut, Abhülfe zu schaffen, sowie namentlich dahin z« wirken, daß 1. die Berhävgnag schwerer Strafarteo, wenn auch in daS in» wie hier am Orte die Zahl 80 liberschritlen haben, so wollen wie hier- bei nicht stehe» bleiben, sondern muthig und rüstig, wie bisher, den„Neuen Social-D-mokeat" imm» mehr in jede Arbeituwohnnng zu vudeeittn suchen. Anzupreisen haben wir unser Blatt nicht mehr, es empfiehlt stch von selbst, und daß eS vortrefflich ist, beweisen die nach vielen Tausenden zählenden Leser. Aber da« Boll stets darauf aufmerksam zu macheu, dem Volke dieft wirklich volkSthü nliche Ze-tnag zugänglich zu macheu, da» ist unsere Aufgabe. Darin dürfen wir nicht ermü-en, und deshalb, Freunde, dafür gesorgt, daß wir zu Sude de» Monats März recht viel neue Leser unseres Organ« gewiuuea. Unsere Zeitang ist unsere Hauptmacht, die am besten Aufklärung v.rbre'tet, und darauf haben wir besonder» zu achten, daß dieselbe lein Privatunternehmen ist, sondun, daß die daraus bezogenen Einnahmen zur Weitaverbreitaug unserer erhabenen Idee verwandt werden. Nehmen wir uu» deshalb vzr, die Abouneuteuzahl auf wenigstens 100 zu steigern, dann haben wir unsere Schuldigkeit gethan.— Diejenigen ousuer Abonnenten, die mit ihren Belträzen noch Im Mckstaade find, ersuchen wir, recht bald dieses zu regeln, da die unterzeichnete Kommission bi» zum 21. ds«. Abrechnung halten muß. Mit social-demokratischem Gruß Die Mitglieder du ZeituugSkommisfion. Entwurf eines Gesetzes über die gegenseitige« HülsSkaffe«. Der„ReichS-Aaz." schreibt, daß nach einem Beschlüsse de» Bau. deSrathS der im ReichSkanzleramte aufgestellte Entwurf eine» Gesetzes über die gegenseitige» HülfSkassea zunächst der öffentlichen Kritik üsergeben werden fall, bevor der BundeSrath sich mit dem Inhalte desselben befaßt. Auch ist bekannt, daß der fragliche Entwurf im Wesentlichen dazu dienen soll, den Z 141 Absatz 2 der G-werbeorduunz, durch welchen für gewerbliche Arbefier der HülfSkasseozwang aufrecht erhalten ist, zu deklariren und zu er- Zänzm. Jene Borschrift iur Gewerbeordnung bestimmt nämlich, duß die durch OrtSstatat oder Anordnung»er Verwaltungsbehörde begründete Berpfltchtnng der gewerblichen Arbeiter, einer bestimm-. ten Zwangskasse beizutreten, für Diejenigen aufgehoben fei, welche die Mitgliedschaft einer anderen Kaff- nachweisen. Raa erschöpft diese Vorschrift die Sache deshalb nicht, weil ste über die Art und Einrichtung der„anderen" Kasse» nicht» enthält. Der frag- liche Gesitzentwurf geht deshalb von der Voraussetzung au», daß alle Kassiu, welche seinen Anforderungen genügen— ad er auch nur fie— unter de« Begriff der„anderen" Kaffe des Gesetzes fallen werden. Nachstehend theiles wir den Eatwarf selbst mit: Entwarf einte Gesetze» über die gegenseitigen HlllfSkassen. § 1. Hülftkassen, w-lche die gegenseitige Uatustützung für den Fall der Krankheit oder für den Fall des Tod»S ihrer Mitglieder»du für beide Fälle zugleich bezwecken, erhalten die Rechte einer anerkannten Hüls«- kaffe nach Maßgabe dieses Gesetze» unter deu nachstehend angegebenen Be- dingungen. Z 2. Die Kasse hat ellli» Namen anzunehmen, welcher von dem aller anderen an dem nämlichen Orte befindlichen HülfSkassen verschieden Ist und die zusätzliche Bezeichnung:„anukanute HülfSlaffe", einhält. 8 3 Das Statut der Kasse muß Bestimmung treffen: 1. über Na- mev, Sitz und Zweck der Kasse; 2. üb« deu Beitritt und Austritt der Mitglieder; 3. über dir Höhe der Beiträge, welche für die Unterstützung auf den KeankheitSfall, sowie für die Umustützmig ans den Sterbesall voa den Mitgliedern zu eutrichren stad, und, falls die Arbeitgeber du Letzteren Zuschüsse zu leisten haben, über dereu Höbe; 4. über die Buechnung du Abfindung, welche ausscheidenden Mitgliedern zu leisten ist; 5. üb« die BoronSsetzungen, die Art und den Umfang der Unterstützungen; 6. über die Grundsätze, nach wilch-n die Kosten der Verwaltung anf die Ausgaben für den Krankheitsfall und auf die für den Stubefall zn verrechnen sind; 7. über die Bildung eine» Vorstandes, dl- Vertretung de- mit Zaschüffen bethcillgten Arbeitgeber In demselben, sowie über die Legitimation seiner Mitglieder und den Umfang seiner Befugnisse; 8. über die Berufung der Mtgliedr zu einer Generalversammlung, üb« die Art der Beschlußfassung du letzteren, sowie über die Stimmbrrcchtigung du mit Zuschüssen dethei- ligten Arbeitgeber; 9. über die Abänderung de« Statut». 10. über die Verwendung deS KassenvcrmögenS im Falle der Auflösung oder Schließung der Kasse. Das Statut darf keine den Borschriften de» Gesetzes zuwiderlaufende Bestimmung enthalten. 8 4 Da» Statut ist In doppelter Ausfertigung du Höhiren Buwal- tungsbehörde einzureichen. Diese hat, wenn den gesetzliche» Anforderungen genügt ist, eine AuS- ftrtlgung,»ersehen mit dem Vermerke der Aneikennung, zurückzugeben, und daß die Anerkennung der Kasse erfolgt ist, in dem sllr die Bekanntmachung der AusstchtSbehördc der Kaffe bestimmte:? Blatte auf Kosten der Kasse un- vuzüglich zu veröffentlichen. Erachtet sie die gesetzlichen Anforderungen nicht für erfüll:, f» hat fie diese», unter Miithellung de« Gründe, zu eröffne«. Abäadiruugcn dieses Statut» unterliegen deu gleichen Borschriften. 8 5. Die anukanute Kasse hat die Rechte einer juristischen Person. Ihr ordentlich« Gerichtsstand ist bei dem Gerichte, in dessen Bezirk sie ihren Sid hat. 8 6. Der Beitritt du Mitglieder erfolgt mittelst schriftlicher Erklä- rung»der durch Uut-rzcichnung des Statuts. Der Beitritt darf vou der Betheiligung an anderen Anstalten od« Ber- einen nicht abhängig gemacht und Niemandem versagt werden, der den Be- stimmnugen des Statut» geuüzt. Eintrittsgelder dll fen das Doppelte deS auf eine Woche entsallendeu niedrigsten MitglledubcltrageS nicht überschreiten. 8 7. DaS Recht auf Untustützung aus der Kasse beginnt für Mit- Ermessen des Direktors, doch nicht in da» eines unteriu Beamten gestellt werde und nicht ohne Anzeige au die In- splklion de» Senat» geschehe; 2. dem mit der Bollstreckaug Ver vechäagteu HauSstrafe be- trauten Beamten eise in die Hausordnung aufzunehmende Jastrukt-ou ertheilt werde, worin die Art der Vollstreckaug genau vorgeschrieben ist; 3. eine wachsamere und schärfere Aufficht über die geuamste Pflichterfüllung aller Angestellten geübt werde; 4. unter AnUiwag und Aufsicht deS Direktors vou allen wichtigen Borfällen ohne Ausnahme in einem jederzeit der Inspektion de» S-uatS zur Einsicht bereit liegendw Buche Aufzeichnungen stattfinden; 5. auf eine nach karzeu Fristen bemessene regelmäßige und bei besonders wichtigen Vorfällen sofortige Berichterstaitung an die Inspektion d:S Senats gehalten werde, und 6. die Inspektion des Senats überhaupt in die Lage gebracht werde, flch mittelst d»r oben unter 4 und 5 erwähnten Handhaben fortwährend von den Vorgäageu in der Anstalt in gehöriger Kunde zu erhalten und etwa vorkommende Us- gthörigkeiten jederzeit sofort abzostelleu. Herr Bauinfpektor Rippe war also der erste, der die«». menschliche Behandlung einer Gefangenen ia der von ihm erbau- ten neuen Strafanstalt iu OSlebshanseu zur Anzeige brachte, und sobald derselbe erfahr, daß man die Mitzlied-r der Tefängniß- depatatiou Beruh ard und Tebelmanu mit Verhaftung drohte, weil fie stinea Namen nicht nennen wollten, worauf fie ihm ihr Ehren. Wort gegeben hatten, ging er selbst zum Staatsanwalt und theikt» ihm mit, daß er jener Gewährsmann fei. Die Bremer Bürger find höchst empört über obige Vorfällt; die Untersuchung wird»un wohl noch einmal und ernstlicher be- trieben werden, jedenfalls aber werden solche Un Würdigkeiten auf- hören. zlledrr, dl« bertilS tlner alltrkannten Küsse elu Jahr hindurch angehört und deren Mitgliedschaft nach nicht länger als drei Monate cufg'g'den haben, mit dem Zeitpunkt de« Be tritt«»ur Kaffe, alle übrigen Miig�'eder späte stell» mit dem Ablaufe der bierteu ans den Beitritt folzillden Woche. § 8. Die Mitglieder find der Kasse gegeaü'cr ediglich zu den ans Grund diese« Gesetz.« und de« Statut« festgestellte« Beiträgen verpflichtet. Nach Maßgabe de« Geschlecht«, de» GesnudheitSzustande« und Leben«- alter« der Beitretenden darf die Höhe der Beiträge verschieden bemessen «erden. Die Einrichtung von Mitgliederklassen mit»erschiedenen Beitrag»- und Unterstützungssätzen ist zulässig. Im Uevrigen müssen dir Beiträge und Unterstützungen für alle Mit- glieder nach gleichen Grundsätzen abgemessen sein. § S. Arbeitgebern, welche für Ihre Arbeiter die Beiträge verschießen, steht da» Recht zu, die letzteren bei der dem Fälligkeitstage zunächst vor- ouageheudeu»'er bei einer diesem Tage solgende» Lohnzahlung in Znrech nung zu bringen. s 10. Der Anspruch auf Unterstützung kann mit rechtlicher Wirkung weder übertragen noch verpfändet werden. Die Unterstützung kann uicht Gegenstand der Beschlagnahme sein. 8 11. Die Unterstützangen müssen mindestens erreichen: auf den Krankheitsfall den halben Betrag de« täglichen Arbeitslöhne« für jeden Tag der Dauer der Krankheit, soweit die Dimer derselben 26 Wochen nicht über- steigt, aus»eu Sterüefall d»n vollen Betrag de« täglichen«rbeittlohne» für jeden der aus den Sterbetag solgeudeu 21 Taxe. Al» täglicher Arbeitslohn gilt, wenn die Beiträge der Mitglieder nach der Höhe de« verdienten Arbeitslöhne« bestimmt find, der von diese» nach Ausweis der Kassenbücher im Durchschnitt de» letzten Monat« bezogene Lohn, andernfalls der au dem Orte, wo die Kaffe ihren Sitz hat, nach dem Urtheilc der Lnfstchtsbehärde von Arbeitern deijeuigell Klassen, für welche die Kaffe bestimmt ist, durchschnittlich verdiente Loh«. Auf de» gesetzlicheu Betrag der Unterstütznugen, jedoch höchsten» bis zu zwei Dritttheileu desselben, darf die Gewährung der ärztlichen BeHand- luug und der Arzneien, sowle der Verpflegung in eluem Krankeuhausc angerechnet werden. Z 12. Di« Unterstützungen dürfen da« Doppelte der im 8 11 bestimm- Höhe und Dauer uicht überschreiten. Abgesehen von den KostlN der Verwaltung dürfen zn anderen Zwecken als den in 8 11 bezeichneten Uaterstützllllgen weder Beiträge von den Mit- gliedern erhoben werden, noch Verwendungen an« dem vermögen der Koste erfolgen. 8 13. Eiae Ermäßiguna der Beiträge oder eine Erhöhung der Unter- stützimgen bedarf für Kassen, in Ansehnna derer eine Eintrittspflicht gewerb- licher Arbeiter begründet ist, der Genehmigung der AufstchtSbehörde. Eine Erhöhung der Beträge oder eine Ermäßigung der Untcrstittzuu- gen bis auf den gesetzlich bestimmte» Betrag kann die Aufsichtsbehörde in diesen Sassen noch Anhörung der Generalversammlung versüßen, wenn die Kassen mit der Zahlung fälliger Unterstützungen sechs Wochen im Rück- stände sind. Rückständige Zahlungen von Mit« ledern und deren Arbeitgebers kön- neu für diese Kassen, unter Vorbehalt richterlicher Entscheidung, im Berwal- tungSwege eingezogen werde«. 8 14. Unter Brvbochtnug der durch da« Statut vorgeschriebenen For- men au» der Kaffe anszvlrelen, ist feinem MItallede virwehrr.> Die für gewerbliche Arbeiter bestehende Pflicht, in eine Hülfikasse ein-! zntriten, wird hierdurch uicht berührt. 8 15.»nsscheidenden Mitgliedern, welche einer Sossc fünf Jahre un- miterbiochcn angehört hoben, muß, sofc-n durch ba» Statut die regelmäßige Ai sommlung einer Rcferoe an» den Bc trägen der Mitglieder benimmt ist, ein- Arsiudung g-währt werden, welche mindestens zwei Drittthelle des au» ihren Beiträgen der Reserve zugeflossenen und big zu ihrem Austritte noch nicht al»-.iifgrzehrt zu oerrrchnendeu Betrage» ausmacht, 8 16. Jede Kaffe muß einen Vorstand haben. Die Wahl desselben steht der Generalversammlung zu. Die Kasse wird durch den vvrstand gerichtlich und außergerichtlich der- trete«. Seine Befngniß zur Bertrelnug der Kasse erstreckt sich auch aus diejeuigeu Geschäfte nud RechtShaudluugeu, für welche nach deu Gesetzen eine Spezialmacht erforderlich Ist. Arbeitgeber, welche Zuschüsse zu de» Kassen leisten, haben Anspruch auf Vertretung im Vorstände. Mehr al» die Hälfte der Stimmen darf Ihnen im Borftande uicht eingeräumt werden. 8 17. Die Zusammensetzung de» Borstande» Ist in dem In 8 4 be- zeichneten Blatte bekannt zn macheu. Bevor die» geschehen ist, kann eine in der Zusammensetzung eingetretene Aenderang dritten Persouen nur bann entgegengesetzt werden, wenn bewiesen wird, daß sie letzteren be- kauut war. (Schluß folgt.) * Heber den Trüaderschwiadel im alten Aegypteo hat ua« laugst ein Wiener Professor, Dr. Reiuisch, eiueu iuteressautm Bortrag gehalteu, der die socialen Zustände de« alten Pharaonen- lande« deueu de« IS. Jahrhundert«, und besonder« der Jetztzeit, überau« ähnlich erscheinen läßt. Dr. Reiuisch hob hervor, daß der echten Kaltarblüthe At gyp- teu« bald»ine Zeit der Korruption, de« Sittenverfälle« und der zügellosen Ausschweifung folgte. Den ersten Anstoß hierzu gaben die zahlreichen semitischen— phouicssche», Mischen und arabischen — Kausleute, die sich in Aegypten niederließen und da« Recht»- bewußtsein und die strenge Ordnung de« aegyptischeu Volte« durch ihre GischäftS-Usascen und durch ihre Sucht nach Gewinn er» schüt-ertrn. E« trat eine Berderbatß der Sitten ein. Zuerst trat dir Demoralisation der Beamten, dann ein» schamlose Mai- tresseuwirthschaft ein, indem die Großen sich syrische und ätiopi- sche Sclaviuaen kauften, dieselben mit Reichthümera überhäuften und ihre eigenen Fronen viraachläsfigten, ja darben ließen. Der entfesselte Trieb nach Erwerbnag von Reichthümera, die schranken« lose Genußsucht führten einen vollkommenen Umsturz der gesell- schaftlichen Berhältuiffe herbei. Alte Familien gingen zu Grande und verarmten, während au ihre Stelle ein unverschämtes Parve- uüthnm trat. Leute, die kurz vorher nicht« besessen chatten, ge- laugten in deu Besitz von Reichthümera, Palästen, Gärten, Sola- veu und Schätze», drängten sich in alle Kreise der Gesellschaft und gewannen sogar Zutritt bei Hofe. Reichthum galt Alle«, und M-maud fragte, wie er gewouneu worden sei. E» kam so weit, daß zuletzt der Diebstahl al« ein seliststöudige« bürgerliche« Gewerbe deklarirt und orgauifirt wurde. Wer den unwidersteh- lichen Drang zum Stehlen in sich fühlt», aber e« doch anständig - nSübcn wollte, der brauchte nur zur Steuerbehörde zu gehen, feinen Erwerbschein al« Dieb zu lösen und fich al« Mitglied in die Zaust der Diebe aufnehmen zu lassen. Diese hatte ihren Obmann, bei dem Alle« in ganz Aegypten gestohlene Gat depo» uirt werden mußte, und wer wieder in den Besitz seine« Eigen- thum« gelangen wollte, der brauchte uur beim Obmauu der Diebe fich zn melden, worauf er da«»hm Gestohlene nach Abzug eine« Bente-Antheil« oder— um wienerisch zu sprechen— eine« .Trinkgeldes" einer„Provision" für den Dieb zurückerhielt. Ja, König Rampfinit selbst gab die Hand seiner LicblmgStochter dem größtm Gauner seine« Lande«, der die Richter und die Polizei, die öffentliche, wie die geheime, an der Nase herumgeführt hatte, und obwohl e« in Aegypten noch keine Geschworenen gab, der Berartheilunz entgangen und für den gescheidtesten Mann im Lande erklärt worden war. Soweit war e« in Aegypten gekommen, da« früher durch Fleiß und Arbeitsamkeit zur höchsten Blüthe ge« laugt war. Aur Beachta«g. Wir machen darauf aufmerksam, daß noch circa 1200 voll- ständige Exemplare de« Jahrgang« 1874 und 300 vollständige Exemplare de« Jahrgang« 1873 der „Social-politischen Blätter" komplet ans Lager sin», und haben wir un« entschlossen, dieselben zu herabgesetzten Preisen abzngeben und zwar, wie folgt: Jahrgang 1873 ä 2,00 Mark, 1874 ä 2,50„ Bei Abnahme von mindesten« 10 Exemplaren tritt«in Ra- batt von 20 pCt. ein. Jedoch gilt diese Preisermäßigung uur für den Monat März; nach dem 31. März tritt wieder der alte Preis pro Jahrgang 1873 id 3,00 Mark, 1874& 3,50„ ein. Die Expedition de«»Neuen Social- Demokrat" und der„Social-politifchen Blätter". Briefkasten. Alle Briefe sind au lluterzelchuete» zu richten. Talbe a. S.— Neustadt. Hafenkeug. Die Elgorvenarbeiter I. H. Niehem»»«» Goldenstedt(Amt Fechek) (Oldenburg) nud R. Donker an» Altona werden aufgefordert, ihren Pflich- te»»«chzukommeu. F. Osuabrüggche, Tigarrcnfadrlk Altona. Der Borsttzeude de»»g. deutsch. Steinmetzen-Bereins wird ersucht, sein» Adresse anzugeben. Fr. Harm, Bachstr. 65, Elberfeld. Sragert, Berlin. Dir Differenz bei QuttMa» Ihrer Annoncen eu!« steht dadurch,«enu Sie ungleiche Anzahl Sgr. senden, z. B. 15; dann können wir natürlich keine 8 Zeilen(16 Sgr) mache»,»eil wir doch nicht darauf legen kianrv, müssen als» 7 Zellen(14 Sgr.) machen. Die Expedition. Müller, Tiuörck. Ihr NB. unter dem eingesandtes Bericht kann uu» als Annonce, nud zwar pr» Zeile 50 Pf., aufgenommen werdeu. Freund Kersteu. Meine Adresse ist: W: Gallas, Brandenblwg a. H., Wolleuweberstr. 5. Gütlchow, Ottensen. Die von Ihne» irwihute Annonce ist hier z» spät elnzegüngen. Dieselbe war auch von Ihne» laut Poststempels erst am 26. Febr. zur Post gegebe»; edenfallS waren auch„keine" Briefmarke» im Brief. Rehr brieflich,«enu S e uus zu diesem Zweck Ihre nähere Adresse aufgebe». Die Expedition. Berlin.�'««?» im Saale Sophienstr. i&, Große Volksversammlung. T.-O.: Frühling« weheu. Refer.: �Ler RelchltagSabgeordn-te W. Hasenciever. Jedermann hat freien Zutritt. __ A. Bathke.[2,20] OcheKtUche BerssmmlnAgeu: Ca.muatfld,:in 13. Marz, Ad. 84 lidr, im Gratweil'schen Lokale, Kommandanten- straß- 77—79.(Oberer Saal.) Referent: O. Kapell. Dienstag, d u 16. März, ASeud» 84 Uhr. bei Göttel, IndreaSßraße 26. Referent- Max Stöhr. Jederuianv dat friten Zutritt.(2,60) Neue Mitglieder für den Berliner Ardei- ter-Wahlvereiu«erde» anfzeuommeu. Albert Baethkc. A n o tt e e« Berliue» Zimmererb»ud Oeffentlieihe Versammlung Montag 15. Mörz, Äbeud« 8 Uhr, im Lokale d-tj Hrn. Bogel, Alexanderstr. 31. Borlrag de« Herrn A. Kapell über eiu ArbeitSnachweisunaSblireau für Berlin. Dienstag, deu 16. März, Abend« 8 Uhr,«- »et EariuS, Priuzeustr. 72. Vortrag des Herra Senuwitz über ein «rbelisnachweisungsbureou für Berlin.— verschiedenes uud Fragikosten. Um zahlreiches Erscheine-, ersucht O. S.pell. 12,80) SRovhti Dienstag, deu 16. Marz, Venm. Ad.ilds 8 Uhr, Oeffentliche Versammlungen der Maurer im Lok«' deS Hrn. Lieber. Eliassristr. 14/16. Mittwoch, deu 17. Marz. Adens« 8 Uhr. im Lokale oeS Hru. EariuS, Priuzeustr. 72. TageSorbn.: Vortrag de« Unterzeichneten, Betschiedene».— Fragebeautwortung. Nene Mitglieder zum Lllg. deutschen M u- rcr- und Steiuhauer-Buud«erden etugezeich- vet- Zahlreiche« Erscheinen Ist«ünschenS- Werth. Hurlcmann.(2,60) ÄbwHn Kl-! W,ch|>ra 17. März «jeruu. Adruds 8 Uhr. bei Bogel, Alexauderstraße 31, Mitglieder-Versammtung des Putzer-Tlud». T.-O.: BcrichicdeneS.— Bortrag und Fragekasteu.__ F. Bluuck.[1,40) Sämmtl Tischlergeselle« Berlins und deren Freunde znr Nachricht, daß Montag, den«». März(«. Oster- feiertag). Vorm. KR Uhr, im Eoucertsaale der ,,M«ichshaUeu", Grosse Matinee, unter Mitwirkaug bedeutender Kräfte, stattfindet.— Der Reinertrag ist zu einem »ohtthättgeu Zweck bestimmt. Euträe 7j Sgr. Logen 15 Sgr. Billet», ä 5 Sgr., Logen 10 Sgr., flnb vorhe« Molkenstr. 10, sowlc bei den Glwerk«- kasstrern und in den bekannten Eigarrenlädea zu haben. Da« Comilö, s3,20) Dieuftag, den 1». März. d welche Pflicht hat jede« Mitglied. Ref.- Herr Gufl-v Luchtenberg au« OHligS-Wald. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Bo r stand(2. 20) Dortmund. bei BoSpoth, Lülg-nbrückstr., Versammlung Di: P rtiigenoisen müssen für Verbreitung sorgen. C. H. Kalbfleisch.(1,20) Breslau. bei S. Scholz, Wehuerstr.- vud kleine Gr»- schenzasseu-Ecke,(1,20) Nolksversammluag. Daß P.ogramm der deutsch,»rdetterpartel. Für die Herren Bauhandwer?er! «« Mühlendamm S«.(3,004 I. A. HSllner's Hamburger Lade» ewpf. echte Suglischlederanzüge in allen Farbe» zu deu billigst. Preisen: auf Verl. nach Maß. Vager fertiger Serrengarderoben. N ftt'Ktt Meinen geehrten Parteigenossen empsehie mein Uhrmachergeschäft.— Für sämmtliche vou mir gekautte Uhren, sowie ans Reparaturen, leiste 2 Jahre reelle Garantie.(4,00) D. 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