Nr. 35 Berlin. Sonntag, den 21. MSrj 1875. 5. Lahrgang. [Diefe Zeitung erscheint brehna wlcheMch, und zwar: Dienstag«, Donnerstags und SonnakendS Aiendl. ASsuuements-�re�: Für BÄlin inet. Bringerlohn tüertMhrlich prae- mimeAndo 1 8&. 95 Pf., moualliiy 65 Pf., ein» »etnc Ztummern 10 Pf.; bei den Postämtern in Dnilschland incl. Aerliu 1 Rin. 66 Pf., frei in'« Hau« 2 Mark. Srenzband-ZtbonneuientS pro Quartal u. Somplar: Kür Deutschland und Oesterreich 3 Rw.— Pf. « Ri-derlande und Belgien. 3.• 60» • England und Frankreich. 4» 50» - Amerika(Verein. Staaten) 5» SO» Lestellunaen auf fireuzbanb Abonnement« find nur bei der Expedition aufzugeben und missen prae- . vonmerandO. gezagt wenden. R en er Ä-Deim . Eigenthttm der Lassaveauer. Hebattisu and Erv»«tlion: Merlin, Oranienstraße Nr. ö, SO. Befiellungen werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spedi teur entzegeftgenayimen... i-' Inserat» '(nur w der Expedition aufzugeben). werben pro Mfgespaltene- Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. Rersammlnnzsannoncen die 5 gespaltene Petitzeile»der deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. - j Ä««nfere Abonnrnteu und Lefer. .Wir stehen am Ende des ersteil Quartals und köunen stolz und mit GenugtHuung auf unsere Thätigkeit im verflos- senen Quartal Mückblicken. Doch allein haben wir dies Re° sultat nicht erzielt, sondern alle Leser und Abonnenten des „Neuen Social-Demokrat" haben durch Opferwilligkeit, Aus-' dauer und zahlreiches Abonnement mit zu diesem günstigen Resultat beigetragen. Wir. rechnen Euch Pat&igengssen dies NU so höher an., weil, wir wissen,«eichen Druck der„große Krach" gerade auf Eiich, auf ttnsden Äeserkkeis, ausübt. Es jst lü bekannt, wie geräde der Arbeiter die Sunde« der heutigen Gesellschaft büßen muß, uilddesha�i gerade wird Euer Opfennuth bei alle Denen, die hß sich zpr Aufgabe ge? «nacht haben,, für Eure Rechte, sitr die Rechte des vierten Standes, zu kämpfen, um so mehr Hochachtung und Aneöken- n'ung finden. Es wird stir uns ein neuer Sporn sein, im kommenden Quartal mit erneutem Mltth an die Arbeit, in den Kämpf zu gehen, und hoffen wir dann von Euch,' daß ihr uns auch fer- ye, mit Qpferfreudigkelt entgegenkommt; dies aber könnt Ihr nicht besser bethätigen, als durch ferneres zahlreiches Abonne- ment aus deii„Neuen Social-Demokrat" und die„social- politischen Blätter". Die Presse,"wie sehr fie auch noch be- schränkt isk, ist doch unsere gewaltigste Waffe. Darum von Neuem zw» neuen QUädtal frisch, auf. zunv Abonnement! Ms Postanstalten nehmen' Bestellungen entgegen äuf dm „Neuen Social-Demokrat", pro Quartal für 1,60 M.(16Sgr.X in Berlin alle Zeitnngsspediteure Pro Quartal 1,95 M. (19'/, Sgr.), pro Monat 65 Pf.(SV, Sgr.) Die„Social� politischen Blätter" kosten pro Quattal bei der Post 1 Mal? (10 Sgr.). �. Die Redaktion und Expedition. Jk-i_ J-— i--- i____ >. I« h a l t. � MArikantenspiegel.(Kisttsrtzurig). » r- t Welt die übrige arbeitsame Menschheit nur zu dem Zwecke da sei, „im Schweiße ihres NugifichtS ihr Brod zu effeo," ihnen selbst aber alle Aunehmlichkeiten deS LebeuS zu bereiten, ja sogar willig für die Befriedigung ihrer lasterhaften Begierden zu sorgen. Die Fabel kennt ein Schlaraffenland, iu welchem die Eiswohuer weder Hand noch Faß rühren, fouderu im Schatten von Bäumen von welchen herab ihnen Würste in den Schooß falle», liegen,. und bei jedem Waulaufsperren eine- gebratene Taubx schuapptu.' Gesteht eS nur offen eiv,.Ihr glück.icheu B-siyer von Fabrik» oder Bergwerks» oder Eiseubahuantheileu, Ihr seid Lach schon oft wie dies» braven Schlarvssea vorgekommen, wenn Jhr� mit einem Schnitt defi Couppn Von- der Aktie trenntet,'und ohne Euren Kopf oder Eure. Hand nur im Terlogsten augestrengt yn haben, in Gold umsetztet. Wort« bestände denn auch ein Raü.t» schied?. Doch höchstens darin, daß der Schlaraffe durch jeV'rn Griff' eine Warst oder Taube erhascht, während der Coupon» abschneide, mit jedem.Schnitt sogleich den Werth von huud>ert gebratenen Tauben, von tausaud Würste« gewinnt. Glückliches Schlaraffenleben l- V< . Aher Ihr mriot, Ihr Mrftet nicht aus der Schule plan- der» von solche» Auuxhmlechkiitin des Sch(arirffenlandes— Deutschland genannt, oder wie man sonst will eS dürfte keine Ahnung davon nuter das„gemeine B»ii" dringe,� welches ar» b eiten müßte»nd nicht zum Schlaraffenleben da- wäre. Ei, meint Ihr, daß wir daS. nickt wüßten? Wozu tpärcu denn Euer Hapkort, Euer Scholze, Delitzsch, Eure sonstigen».Bolköbeglück«?" da, wozu anders würde» sie denn bog ah lt. als um dem gut» müthigen Bolle vorznprrdigra,"daß das mühelose Geld vor chieue« die'«llerschw erste A-rbeit sei, � und dnß der arme Mann, der stch für trockenes Brod den lieben langen Tag plagt uud.'schiudet, eigentlich der glücklichste Mensch sei. Seht uar hinein in den„Fabrikantenspiegel", überzeugt Euch-nur, wie sich diese allerliebsten Phrasen ausnehmen! „Alles Kapital ist durch Arbeit geschaffe»"— sagt Zhr —«C gewiß,»er wollte denn back bestreiten!«— „Und d-Shalb ist-der Werth des Coupons, den wir ab fchnctdeu, drrch unser« eigene Arbeit, vermittelst unserer groß«i JatekLIgenz gescheffeu worden"— so fahrt Ihr fort.— iDer Himmel behüte l Durch Eure Arbeit?— Rührt der AuthÄl.vo.n. einer Fabrik her— nun,«er müht stch denn in derselben ohne Unterlaß; eS sind Schaar«» von Arbeitern, Äolitlfche Nebeoficht: Au« dem preußischen Abgwrdmtrnhanft. z ,,',™... ,, — Zum„ftoUnrkomrfe".- A»S Straßd«z. Au« Mtinfl.r.- Alto so. j 09nf welche nicht eine« PfeumgS Werth zu Staude kam«; ist es .— Garlbchdl mi die. Soclolist-a in Rom.— D!e Srabstätte im Fried-.> eine Berg««kSaktie— nun, wer fährt denn in die Grube und rlch«h»ill.— Of-tch-iNi.— Kürst Bkmarck.— Unser Beamtevproletaeiat. 1 schaM Tag und Nacht Erz und' Kohle' unter tausend Gefahren ~ wS~*. zu Tage;«C find die Berglens, welche der Erde die Schätze Die„Vassalil-'sche'W-steutascherZeitnug" kein Verein, j �bringen!— Mit einem Wort,, die Kraft der Lohnarbeiter nebst Korr.»vvndenzen: Berlin.— Krlulkfnrt a. M.— Hannover-> der Leistnug der Zeichner und Ingenieure vollbringt die Arbeit n.—«ffent;—«cemea.— Hanau.. 1! und erzeugt die Schätze; aber fragt nur nicht diese Leute, wie viel ste davon als Loh» und Gehalt beziehen; eS ist herzlich wenig im Vergleich mit dem, was ohne Arbeit den Coupon. abfchueidern, den Direktoren, den„Gründern" und den Börsen» spieler» zufällt!,,.. ' Doch halt, Cuer. ganzer Chor, schreit:„Die Arbeit mag gering sein, fie wird groß dnrch die Intelligenz der Kapita« Den!"—,. Vortrefflich!— Wollt Ihr noch einmal iu den Spiegel blicken? Nun sagt uuS: Wie viel Kenntnisse gehören dazu,, um einen Coupo?! �abzuschneiden und zu izersilbernl— Wir denken,}(tobe fe viel, wie fie jeder Mepsch befitzt, der buch» ßadlreu und zählen.ckänn; eS kommt eben nicht ans dea Kopf, Linden. Vermischtes. Feuilleton: Barbl« und Blanqui and der Safstand von 18LS. (Schloß.) y»t. .■*'t" Lk:'. t< � »"- Fabrikantenfpieael. '» i».•»'.<-• TT,'' -z» w, � ff'- Kepitalgewinn und Schtaraffen. „So Einer dicht will n r �e t t« ü, der�soll nach nicht essen" — sagte schon Teppichweber, und GleichheijSapkfiel Pan- ln», al« er gegen die faulen Bäuche deS� damaligen Zeitalters Donuerivorte schlepherte."..'Jlon/ heut zn Tage find dg: fällen Bäuche jedenfalls nicht weniger, welche vermeinen, daß in der f fondtrn auj'S Kapital in. Und wie viel Intelligenz gehört dazu, I finden, werden trüterlich eingeladen, fich denen der Hiuptstadt anzuschließen, damit diese Manifestation als der Ausdruck der Gefühle deS ganzen LaadeS betrachtet werden kann. „Der Zug wird, wie immer, ernst und feierlich fein, denn es handelt stch um das Heil einer befreundeten Nation, welche unterdrückt wird. Seine. Trommel«, keine Mnstk, keine Waffen, kein anderer Ras alS: Es lebe die Republik! Es lebe Polens" ES bedeckte fich der Bastillenplatz von 10 Uhr an mit einer � kompakter Meuscheumasse mit Fahnen und anderen Emblemen der �refAe Mib. ClubS� Eine ungeheure strenge Neugieriger bef-tzte bie ��henalleen der Boulevards bis zum Mugdalmenplatze. -"-'- 4 r-r"'-**, i M dpr Zug xpit einer gew.'sseu yrdnung in Be. Demoustralioa der' Massen, am 15. Mais w'elKe w�ider friedlich i wegnug. Untx�wegS schlössen fich�hm. mehryre Trupps an, welche und unbewaffnet war, efaen u�ähaltigeä Ei�drrck an� die Natio» l nicht von dejn allgemeinen Sammelplatz kamen. Als sich der nalversäinmluug anSzdüben. l Z�g auf de» Boulevards entwickelt hatte, brauchte er mehr als Durch den Schurkefistreich eines Agent provocateur, I ein«, halbe. Stunde, �um vorbei zu defiliren. Jede Gesellschaft Namens HuberV wurden die Boltsckosseu«Ehrend der Demon» k oder Korporation, giäg�eiuige Schritte hinter der yxrhergeheuden. stratiou za' einer Spreuguvs dsr Natioüalversämmlung aufgereizt; j An der Spitze wi�de/, die Fuhueu getragen, welch» von..den worauf die Bourgeoifie sofort mit Llaryiirung. der Nqttonal»! Präfideuten und Vorstar-dSmitgkiedera der Vepeiue umgeben waren, iröe antnortele und pie von Bollsmassen jpiherwWg nach dcm l von denen mehrere rothx Schärpen tvugeu. Die Mitglieder der otel he Vill» geführten SocialisteufÜhxer verhastite.'! Clubs halten ihre Karten au den Hüten. Wir geben hizr nach dem vsstzielle», sowie nach Louis s � AaS�dieser Minschfnmaffe �rhob stch das wigderholte Geschrei: um ä la Gtroußberg, Quistorp, Oseuheim u. s. w. zn „gründen"? Run, nicht mehr� alS daß mau weiß,„wie'S gemach( wird", vud daß man keine„moralischen Beden» keu" aufkommen läßt; vom Eisend ah nban braucht man glück» licher«.ist Nichts weiter zu verstehen, als,' daß kastbrüchigeS Elfen und faule Schwelleu billiger'zu känfeck find, als gediegene' Schi»» um/ and feste Schwelle«, die in Aurcchuuug gesetzt wtrdeo; w««n zugleich die Klippe» deS Strafgesetzbuchs zu um» iMffev, dann ist der„Gründer", wie er im Buch steht, fertig., Da« ist rentable Intelligenz! 4 • Noch einmal, Hand auf's Herz, Ihr Fabrikanten, und in den Spiegel geblickt, habt Ihr Eure sogenannte Arbeit, welch« Enreä Knpitalgewinu-hervorbringen soll, einmal schon zer» gliedert?—" Ihr sagt, Ihr müßtet die Arbeiter überwachen, da sonst große Verluste entständen.— Nuep rührt da» nicht lediglich daher, daß dem AÄtiter jede» Interesse an der Fabrik fehlt, weil er außer dem kargen Lohn nicht» vou dem Arbeitserträge bekommt, und«erden nicht in einer Produktivgenosseufchaft die Arbeiter' selbst in ihrem eigenen Iattreffe die Anfficht noch besser führen? Ihr Fabrikanten sagt weiter, Ihr müßtet die Konjunk« tnrrn ausnutzen.--> Ei, was heißt da« denn anders, al«-daß im Konkurrenz. kämpf der Ein« darauf bedacht ist, dem Andern da» Brot vor dem Munde fortzuschnappen. Der Eine will das Fabrikat noch immer billiger liefern, als der Andere, und wenn schließlich die Kommission unter dem Preise angenommen ist, dann wird der Lohn gedrückt und die Schwindekwaäre fabrizirt, und' dem Fabrikanten! klappern wochenlang die Zähne, ob der Streich' ent- deckt werde oder nicht.— Wild ein solche» gerädezu uusittlicheo Treiben aber nicht sofort unvöthig werden, wenn die Albeikerge» nossknschafien für! den Konsum deS VolkiS und � nicht für' die Spekulation fabriziren, und an Stille des Konkurrenzkampsej die gemeinsame Arbeit tritt? Endlich meint Ihr, da» Kapital, die Fabrik gehöre nach den heutigen socialen Einrichtungen Euch al» Eigenthum; Ihr könn» tet daher damit machen, wa» Ihr wollt, und wenn Ihr, Dank diesen Zustanden, Schätze auhänfen könntet, dann ginge dvö kei» neu Menschen- etwaS an.— Da sind wir ja gerade bei der Sch laraffenlogik auge» kommen. Wenn der Schlaraffe das Maul aufsperrt und nach der gebraftuiu Taube schnappt, dann erarbeitet.'» sich dieselbe aber nicht, sondern pflegt. den faulen Baiich.: Pocht Ihr also aklein ans die. feciale Mach» de» Kapital»,'um den Kapitülge» wimi zn rechtfertigen, Ihr Fabrikanten, so seid nicht» weiter, alS Schlarwffeu. a> Aber die Sache hat noch eine ernst re Seite: Es handelt stch eben nicht nm gebratene Tauben, soudiru um durch Arbeit erzeugten Wkrth;.1eder faule Bauch also, der kraf: seiner socialen Machtstellung, ohne Arbcit genießt und Schätze anhäuft, der ist nicht nur ein Schlaraffe, sondern verzehrt da», was andere fleißig» Manschen erzeugt haben, und ttoS nach dem natürlichen Recht» .diesen selbst zukommt�''.' Wundere fich daher Niemand darüber, daß dcm ärbeitenden Volke die Augen aufgehen und eS durch die Gesetzgebilng neue sociale Zustände herbeiführen will; unter welchen dem cmitenlen Volke auch der ganz» ArdeitSertrwg zufallen, da» Schlar'af. �eolebeu aber aufhören soll.'-- ,„ i f: j*- Barbös«ad Blanqui u«ö der«»fstaud va» �" 1833.'. .■cj i.i f.:.y»/;— zweifelte,.Mffelbea fpcialistifche Maßregeln zü erlgpgen; zu» gleich w�r.c die Wirthschast in den sogenanten??äfloualwtlkstgt» ten immer arger!/. instraAou der'Massen, am 15. Mai, welche wie v er ftiedlich ' Blanc'S Bericht diese Borfälle:, ' Während de» �LormittägS d'-S 15. Mai wurde /u Pari« fol. ' gendeS Plakat' an die Straßenecken angeschlagen: .Alle Bfirger, welche an der dcy'okratischetp Manifestgtlou ' des fraazofischen BollgS zu Gunsten PolenSTH�il nahmen wollen, ' wetdea beuachrichligt, d�ß mäu stch heute, Montag, um 10 Uhr bei dem Monument �»nf dem BqKillenplatze versammeln wird., ne» der Rattoualwerkstätten, die dcS ClobS der Emanzipation der „Die Äbgeördueteu deS DeparPmentS, chie sich �iu�PariS de- 1 Völker, deA Cl �' t{6e Polen! Eh lebe)>ie R fiublik. Einige fangen, abev im Allgemeinen bemühten stch die Anführer, ihnen Stillschweigew auf» zulegen.'.. Jln de� Spitze de�Zug'S jph maiz die Fahuevtrage»! der atiouen mehrerer Departement», uamentlich de» der Coli d'Or, de« Jndre und der Ober. B.iluu». Dan» folgen di�Fah» tioualwerkstätten, die dcS Clubs der Emanzipation der .ClnbS�dkS Ouivze.Bingt, deS.Club». der Jasvbioer, " I...........-- Ii der MovtagnardS von Belleville, de« Homme armö, de» Avenir, der Egalltä, der Frateraits it. Nach der Mitte zu bemerkte man einige Offiziere der Ratio- aalgarde und einige Artillerievsstziere derselben. Auch sah man Nationalgardeo'fiziere an der Spitzt oder iu dt« Reihen der Ber» eine und Korporationen. Dir Anführer einer dieser Avtheiluoge» fuhr in einem kleinen off-nen Wag«. Es war, wie man sagte, Hubert, der früher wegen politischer Verbrechen vernriheilt worden «ar, ein Agenir provocatnur. Mihrere trugen Baumzweige in den Händen. Al«-der Zug den Magdalenerplatz erreichte, kam ihm de? General Courtai», begleitet von einem Adjutanten, ent» gegen. Er schlug bald darauf wieder den Weg- nach dem Revo» lutionSplatze ein, und-, der Zng folgte sogleich der' nämlichen Richtung.» Der Zazang jnr EintrachtSbrücke war- voll einem Piket Nationalgarde und. die beiden TrottoirS der Brift?« von der md- bileu Garde besetzt. Di« Kolonne-suchte bat U.btrgang zn erzwingen und daran» entstand«ne Art Handgemenge, in dessen Folge eS, dem Zuge gelang, über- die Brücke zu kommen. Di« bewaffnete Macht, die'ste besetzt hielt, tzatle, wie'eS scheint, nicht den Befehl erhalten, einen längere« und kräftigeren Widerstand zn leiste».»/ e'•., Indessen hatte eine au-S etwa hundert Personen bestehende Deputation de» Zuge» schon auf der Brücke verlangt, fich durch die. Straße Bourgogne in die Kammer begebe» zu dürfen. Wäh- read flu deshalb parlamentirten, erkletterten andere Theiluehmer an der Manefistadion die Gitter und öffneten die Thüren. So- -gleich stürjte da» Volk ihv-n nach und drang avf dii Trifün'e und. selbst in den Sitzungssaal ein. � Loa!» Blanc berichtet nun über die Ereignisse:*■ i Nolitische Ueberficht. Berlin, de» 20. März. Die größere Hälfte der Sitzung des AbgeordneteshaaseS vom 16. März werde mit der Aagelegeoheit deS Abgeordnete» Wolff ouS Köln ausgefüllt, in denen Wohnung zu Köln am 12. März eine Haussuchung abgehalten wurde, um daS Maua- script einer LoyalitätSadresse an den„heiligen Bater" zu finden. Die StaatSregierung selbst hält Haussuchungen bei Abgeordneten mindesten» für, gelinde gesagt, unschicklich, wenn auch nicht durch Art. 84 der BerfassangSurkunde für unerlaubt. Der Abg. Gueist führte jedoch unter dem größten Beifall der Rechten auS, daß eine Haussuchung kein UntersuchuvgSakl sei und gegen eine solche Maßregel ein Privilegium nicht zugestanden werden könne, eS würde sonst jedeS HauS eines Abgeordneten mit einem Rsylrecht belegt sein, im Sinne de» Mittelalter». Da» Haa» ließ sich durch diese konservativ. jarifiischm AnSführnnzen nicht veranlassen, die einfache Tag'Sordoung der Abg. v. Bismarck und Geuoffm anzunehmen, stimmte vielmehr dem Antrage seiner Jostizkommisfion zu, wonach ausdrücklich die stattgehabte Haussuchung als mit dem Art. 84 der Berfaffung im Widerspruch stehend bezeichnet wurde. Da die StaatSregierung fich wiederholt damit entschuldigt hat, daß die betreffenden Beamte» von der Qaalität der in Betracht kommende» Person als„Abgeordneter" nicht unterrichtet waren, so wurde auf Miquet'S Borschlag die StaatSregierung anfgefor» dert, zur Verhütung ähnlicher Fehlgriffe der Staatsbeamten die Personen der Abgeordneten den Gerichten und Polizeibehörde« ihre« Wohnortes mitzutheileu.— Es ist aber mehr als verw-au« derlich, wenn die Polizetbihörden nicht einmal die Abgeordnete» ihres HeimathSorteS kennen. Und daS im Staate der Intelligenz I Der Kulturkampf bringt schöne Früchte hervor, welche den Kämpfern wohl s.lbst am ollerschlechtesten behagen mögen. Es wurde nämlich vom Polizeigerichte zu Wesel am 15. dsS. der Postfikretär und Laudwehrlieutenant Pieper wegen Ma« jestätSbeleidignug zu drei Monaten Festnoz und Trszuug der Kosten verurtheilt. Zu vorstehendem Falle bringt die„Barmer Zeitung" einen eingehenderen Bericht:„In der Sitzung der Krimiualdepatation zu Wesel stand den 15. März ein Landwehroffizier und laistr- licher Postsekretär von Emmerich unter der Anklage der Maje» stätSbcleidigung. Gelegentlich eines Austausche» von Meinungen über die Zweckmäßigkeit und Zcitgemäßhelt von Prozesfionen, deren eine, von Kevelaer kommend, gerade die Straßen von Emmerich passtrt«, kam im Stadtpostamt zu Emmerich zwischen zwei Postsekretärea die Rede auch auf den Liberalismus, dessen Anhängern der eine Beamte alle Religion absprach. Auf die Bemerkong seines Kollegen, dann hätten wohl auch die Männer, welche an der Spitze des Liberalismus ständen, der König, der Kronprinz und Bismarck, keine Religion, entgegnete er nach An» gäbe seines Kollegen«vd eioeS zweiten Beamten:„Ja, sie find ohne Religion und Anbeter des goldenen KalbeS." Der Beamte behauptete, diese Aeußeruug nur hypothetisch gemacht zu haben, indem er auf die Entgegnung sein?» Kollegen, seine Auffassanzen feie» Gemeingut d:S Liberalismus, zunächst demselben vorgewor« fen, er habe zar kein» Religion und dann gesagt, wenn die ge- nannten Männer seine, deS liberalen Kollegen, Anficht theilten, so hätten sie auch keine Rtligion. AuS den Personalakten de» angeklagten Beamten ward« eine früher von ihm gemachte, von ihm selbst protokollarisch unterschriebene, jetzt bestrittene dahin gehende Aenßerung konstatirt, cS fei eines MaoneS unwürdig, die Sedanfeier zu begehen. Da» Gericht vernrtheilte den Angeklag. ten zu 3 Monat-a Festung." Der„Hamb. CorreSp." laßt fich ans Straßburg folgender. maßen schreiben:„In der vorige« Woche schwirrte eS von kriege. ri scheu Gerüchten in unserer Einwohnerschaft. Der Anblick von hier nach Frankreich durchgehinden Pferdesendungen auS Uugarn, das deutsch» PferdeauSfuhrverbot uud der eine oder der andere Zeitungsartikel haben wohl die Phantasie unserer nach der fran- zöfifcheu Revanche lüsternen Mitbürger etwa» überhitzt. Aber auch in deutschen Kreisen wollte man von Wolken am politischen Horizonte, von außergewöhnlichen Einberufargen, ja von bevor. stehender Mobilmachung einzelner deutscher Armeekorps wisse». Im Interesse all' der unzähligen Werke deS Friedens ist zu wün- scheu, daß diese kriegerischen Gerüchte sich in Nichts auflösen, ob- wohl vielleicht diejenigen Recht haben, die da sagen: da dir Rachekrieg Frankreichs gegen Deutschland doch nnansbleib- ltch ist, wäre es das Beste für uns, daß er recht bald käme, da dann die Wahrscheinlichkeit, den Feind rasch und nachhaltig niederzuwerfen, noch viel größer sein möchte, als nach fernereo Jahren der Kräftigung und Erholung Frankreichs."— Hier haben wir unter der lammfrommen MaSke dir FrledenSheuchclei einen nationalliberalm Krieg», und Hetzar- „In der Nationalversammlung hatte ich mich, um besser zu hören, ans die Bänke der Richten in die Nähe der Tribüne ge- setzt, als plötzlich ein fernes Geräusch die Ankunft der Menge oukündete. Mehrere BolkSoertteter traten plötzlich ein. Man rief:„Auf die Platze!" Ich bestieg damals die höchsten Bänke der äußersten Linke, wo mein gewöhalicher Sitz ist. Der Lärm kam näher. Die Galerien füllten fich mit Männer» ans dem Volke, wilche Fahnen trugen. Kurze Zeit darauf wurden die Thüren eingestoßen und alle Räume des Saales wurden von dem Bolke überfluthet, so daß wir nnS völlig von demselben eingeengt fanden. � Tausend verschiedene Rufe durchkreuzten fich. Der Lärm wurde ein schrecklicher. Inmitten dieser Unordnung mußte ich dieselbe Haltung beobachten, wie meine Kollegen. Ich blieb da- her, gleich diesen, auf meinem Platze. „Aber bald— und eS fehlt nicht an Personen, welche nöthi- geufallS die pünktliche Genauigkeit dieser Einzelheiten bezeugen können,— bald kamen V-rtreter deS Volks, HuisfierS der Kam« mer uud Aufwärter zu mir, nm mich zu benachrichtige», daß sich tine ungemeine Meuschenmeugi auf dem Hofe uach der Rue de Bourgozne zudränge, daß diese Menge mit lautem Geschrei nach mir verlange und ebenfalls in den schon überflutheten Saal zu dringen drohe, wenn ich nicht erschiene. WaS war da zu thun? Mußte ich nicht auf meivem Posten in der Bersammluug bleiben, deren Mitglied ich war? Und lad ich nicht auf der anderen Seit« eine große Verantwortlichkeit auf mich, wenn ich dem Rufe nicht folgte, da doch mein» Gegenwart ein Mittel fein konnte, die Aufregung zu beschwichtigen? Ich weigerte mich einige Augen- blicke, die au mich gerichtete» dringenden Bitten zu erfüllen; da aber dieselben immer inständiger wurden, so fügte ich mich endlich den Befehlen der Bersammlong. Ich begab mich daher uach dem tikel der besten Sorte. Da der NationallibtraliSmnS im Frieden keine Biüthen treibe» kann, hetzt-er zum Krieg- ans. DaS find die„ReichSfreunde", die des Vaterlaod fortwährend in Elend und Roth stürzen, weil fit selbst von einem Chauvinismus be- fallen find, der au Wehnfinu grenzt. Es ist die höchste Z'it, daß das deutsche Volk fich dem Eioflasse solchen Gelichters entzieht. AuS Mit Ilster wird geschrieben:„Um denjenigen Th-il der katholischen Bevölkerung deS RegiernngSbezirkeS Arnsberg, wel- cher seine geistige Nahrung auS der Presse der Ultramontanen nimmt, über die wahren Ursachen deS jetzigen Kirch.'»streiteS durch andere Blätter aufzuklären, hat der Minister deS Inn ra auf Antrag deS Oberpräfideuteu von Kühlwetter genehmigt, daß den KniSblättera die„Provinzial-Correspoudenz" beigelegt werde."— Nun sind die Seelen der biedere« Westfalen für dm Herrn von Bismarck gerettet! Aus Altona wird gemeldet, daß das Hauptorgan des Nationalliberalismus in Schleswig. Holstein, der„Al- tonaer Merkur", mit dem 14. d. M. aufgehört hat, zu er- steinen.„Verhältnisse" haben deu Herausgeber und Drucker ge- zwangen. In Rom sammeln sich jetzt viele commuuistische Elemente. Der aaS der Zeit der fraszöfifchea Commune bekannte General Gordone, seines Standes bis 1870 Apotheker, ist mit einigen feln'.r Freunde dort angekommen. Er hat feinem Freuade, dem General Garibaldi, seiaen Besuch gemacht und mitgetheilt, daß einige Tausend guter Patrioten, die fich zur Zeit in Paris uud Lyen auszeichneten, bereit seien, auf den ersten Wink nach Rom zu kommen, um an den BonifikationSarbtiten, Hafenbautm ec. deS Generals Garibaldi Theil zu nehmen. CS hat dies zu nicht geringer Sorge dem Ministerium Veranlassung gegeben.— Man steht daraus, daß der alte Löwe noui nicht in die gelegten Schlin- gen eing-fangen ist._ * Die Grabstätte im Fritdrichshaill zn Berlin war, so be- richtet die„BolkSz'itnng", bei der 27. Wiederkehr des denkwür- dizst-n TageS auS dem RevolutlouSjahr verhältnißmäßig vur schwach besucht uud bot uichlS AnßlrgewshulicheS dar. Die bei dem fgafuudzvauzigjährigeu Jubiläum des bedeutungsvollen März- tageS theilweise gesaabertea und ueagepflegten Gräber zeigteu auch gestern viele frische Lorbeer« und Jmmortellenkräuze, welche un- stchtbare Hände schon in frühcst-r Morgenstunde aas die Grab- iuschrifte» gelegt hatten.— Wir bemerken hierzu, daß der große Socialistcuprozeß, der den ganzen Tag hindurch dauerte, wohl die Ursache des schwachen Besuches war. Die reaktionären Fort- fchrittler haben ja die Erinnerung an die Märzgifallenen längst verloren.— Der 18. März aber ist von den Socialisteu Berlins durch eine Massenversammlung deS Abend» in der So- phienstraße 15 gefeiert, woselbst der Märzgefallenen in Ehren gedacht wurde. * Ofenheim, Ritter von Pouteuxin, hat sämmtlichea, wäh- rend seine» Prozesse» in Verwendung gekommene» AmtSdienern sammt der Wachmannschaft(50 an der Zahl) in gerechter Wür- digung ihrer aufreibenden Thätigkeit— 100 Fl. zukommen lassen. ES wären elfo auf des Manu zw-i Gulden gekommen. Doch dies Geschenk wurde von den GerichtSdieuern und Wachmännern verschmäht. Ofevhkim, Ritter von Pontevxin, erhielt die hundert Gulden auf demselben Wege zurückgestellt, auf welchem er fie ge- schickt hatte. * E» lebe der Kulturkampf!— Fürst Bismarck soll— wie der„Weserzeitnyg" g»schritb?n wird— zum Herzog von Lanenbnrg«rnaunt werden. * lieber das Beamtellproletanat im„tinigen Deutschland", dessen wir neulich bereits tu einem größeren Artikel Erwähnung thatev, giebt uns der„Volksstaat" in feiner letzten Nammer wiederum eine Menge interessanten Materials. Der„BolkSfiaat" schreibt: „Zn den beßcn Erfolgen der social-demokratischen Thatlg- kclt darf wohl der Umstand gezählt werde», daß heutzutage über die Lebenshaltung und über die Existenzbebhgrnigeu eluer Reihe von BerufSklassen Aufklärung verbreitet worden ist, wclche früher auS verschiedenen Gründen sich jeder Beurth.ilung entzogen. Wir meinen diejenigen„Beamten", welch« im Dienste deS Staats und gewisser, diesem gleich zu achtender privilegirter Körperschafle» bei aufreibender, g-isttödteuder Thätigkeit ein f-endeloseS Dasein fri. steo, und zudem ihrer„festen" Stellen wegen von den anderen Arbeiter» beneidet uud mit scheelen Augen angesehen werden. Jetzt ist daS etwas anders geworden. DaS Prinzip der Oessentlichkeit, dem sich selbst die StiatSmaschinerie nicht mehr entziehen kann, hat einigermaßen de« Schleier gelüftet, in welchen früher Alles gehüllt war, was mit der Staatsverwaltung irgend- Bureau der Peäfideatchaft, wandte«.ich an den Bürger Buchez, der bereits durch einen Huiffier der Kammer von den Vorgängen benachrichtigt war, und fragte ihn, ob ich, für den Fall man es für nützlich halte, daß ich zn dem Volke spräche, dasselbe im Na- wen der Kammer thun dürfe, deren Mitglied ich sei und von der ich mich in keiner Hinficht trennen wollte. Der Bürger Buchez bemerkte gegen mich, daß seine Stimme fich völlig in dem Lärm verliere und er folglich die Kammer nicht befragen köun». Ich fragte darauf weiter:„Ermächtigen Sie mich, im Namen der Virsamwlnug uud in Ihrer Eigenschaft als Präfldeot vermittelnd aufzutreten?" Er beantwortete meine Frage bejahend in Gegen- wart eines Vicepräsideuten, des Bürgers Corboo. „Jndeß währte der Lärm im Saale fort und die Aufregung draußen wurde in jedem Augenblick stärker. Ich wurde von Neuem mit den uurohigsten Bitten bestürmt. „Gestützt auf die Beistimmung des Präfideoten der Natio» ualvers immlung trat ich an ein» der Fenster, welche nach dem Hofe an der Seite der Rae de Bourgozne gehen. Dort erschie. oei? auch Albert und BarböS, und ich hielt au das dichtgedrängte Volk auf dem Hofe eine Rede, wie fit mir zur Besänftigung am geeignetsten schien. „Ich zog mich zurück, um meinen Platz unter meinen Kalle- gen wieder einzunehmen, als ich plötzlich durch eine Gruppe, welche fich hinter dem Fenster gebildet hatte, aufgehoben uud durch den Saal getragen wurde. Mau wollte mich noch einmal hören, man verlangte gebieterisch, daß ich reden soll«, ma» schloß einen KreiS, brachte einen Stuhl, auf welchen ich steigen mußte, und zwang mich, abermals das Wort zu ergreifen. „Fast in demselben Allgeublick umgab ma» mich von alle» Seiten, hob mich empor und wollte mich in di, Versammlung wie zafamminhiug; und eS zeigt fich, daß eS auch in„höheren" Regionen zugeht«i« im gewöhnlichen Leben; nämlich, daß daS. jeaige Pferd nicht» von dem Hafer zn sehen bekommt, welche? denselben so reichlich verdicaen muß. vor uns liegt ein Büchlein, betitelt:„Dieustinstraktisn für daS männliche und weiblich« Wärterpersonal der(sächflschen) Lan« deSirresaastalte«. Eingeführt durch Verordannz vom 7. Mai 1865(7)." Obgleich unn laut§ 2 dieser Instruktion die War- ter und Wärterinnen die Eigenschaft als Cisilstaatsdiiller im Sinne deS Ge etze» nicht besttzen, so kann doch dieser Umstand füglich außer Acht bleiben, und zwar schon deshalb,«eil die be» treffenden Individuen, ganz wie die übrigen„StaatSdieoer", nach einmonstlicher Probezeit vereidet«erden und fich in Folg« dessen einer diSziplinellen Benrtheiluvg ihrer Handlungsweise uuterwer« fen müssen, wie eben die wirklichen StaatSdieuer auch. Betrachten wir nunmehr die Berhältuiss« dieser Beamteullass« etwas näher. Nach Z 20 der Jastruktiou ist der Dienst jener Leute ein unausgesetzter, d. h, er kann Tag und Nacht aadanern, so lauge fie nicht ausdrücklich beurlaubt oder sonst vom Dienst befreit find.— Zu bestimmten Zeiten wird den Wärtern freier AuSgang gewährt, dergestalt, daß ein I der alle 4 Wachen auf einen fr-iin Sonntag Nachmittag in der Dauer voa mindestens 7 Standen, und jede Woche auf einen dreistündigen freien Ansgaag Anspruch hat(Z 22 a. a. O.).— Dem Anstaltsdirektor, sowie den Oberbeamt««, sind die Wärter ein«HmbietigeS Verhalte» schaldig, und haben nachdrückliche diSziplinelle Bestrafung zn ge. wärtigen bei„widersetzlichem oder achtnugSwidrizem Betragen" gegen die Obengenauntm, sowie wenn sie fich einer„öffentlichen Schmähung staatlicher Eiarichtnugen oder Auordusagea der Vorgesetzten" schuldig macheu.— Die Wärter sind verpflichtet, in eine PeusionSkasse zu stenera, welche in 4 Klassen abgestuft ist und za welcher der Jahresbeitrag 2, 3, 4 und 5 Thlr., das Eintrittsgeld 12, 18, 24 und 30 Thlr., der Genuß je nach Zahl der Steuerjahre in d.r 1. Klasse 40—80 Thlr., in der 2. Klasse 60—120 Thlr., in der 3 Klasse 80—160 Thlr. und in der 4. Klasse 100— 200 Thlr. pro Jahr beträgt.(Man beachte, in welcher Weise die Masse der Nicdrigstbestenerten die v:rhZltaißmaßiz hohen PeusionSsStze der Hochstbestenerten anfbrlo- gen muß.) U-ber PivfiosSavsprüche entscheidet die Kassenverwal- tinig, in l'tzter Instanz dir AusstchtSbehörde. Verwaltet wird di« Kasse voa drei, ihr selbst nicht aug-hsrizen Staatsbeamten und einem Ausschuß, welcher durch die Theilnehmer auS der Reihe der Oberbcamlea zu wählen ist. In jeder Anstalt, in der fich Theilnehmer der Kasse befinden, fuugireu die drei ältesten als RechnungS- und Wahldeputirte, welchen denn auch die JahreS- rechnnng nach erfolgter rechnsugSmäßiger Prüfung vorzal-gea ist. Etwaig- Bedenken, welche einem RechuungSdeputirten in irgend welcher Beziehung gegen die Richtigkeit der R-chuang beigeben, hat derselbe zur Keuntniß d-S Ausschusses zn bringen, auch„Be- scheidunz darauf zu beanspruchen." WaS die GehaltSverhältnisse dieser Bcamtenproletarier an« geht, so ist hiervon in der nnS»orliegeuden Dirnstinstruktioa nichts enthalt«». Es lassen fich diefelbea jedoch mit ziemlicher Bestimmtheit auS der Eintheilung ersehen,»ach welcher die Bei- tragSsatze zur Penfiontkasse bemessen sind, und welch.r zufolge Diejenige»/ welche einschließlich der etatmäßig zn verauschlagrudea Naturalzenüsse einen JahreSgehalt bis zn 200 Thalern beziehen, in die 1. Klasse der PeufionSkssse gehören. Dieser Thül nun bildet jedenfalls d»S Gros einer Veamt-nkategorie, deren Dienst der aufreibendste ist, der sich denken läßt, soll er vollbracht wer- den im Sinne der Di-ustinstruktlon, die sich im Z 25 dahin ver- nehmen läßt:„Der Wärter hat stch jederzeit zu irirn-rv, daß er seiner P>iege anvertraute Unglückliche vor sich hat und daß er berufen ist, die Lage derselben in jeder zufälligen Weise zu er- leichtern und die Anstalt bei Verfolgung ihres Zweck? zu unter. stützen." DnS ist Alles recht schön und gut; nur möchten wir billig bezweifeln, daß«S möglich ist, dlefen Zweck zn erreichen mit Mensche», welche man unter Umständen zn ihrer Pflicht zurück. führen zu können glaubt dadurch, daß man ihren kärglichen Verdienst dnrch Gehaltsabzüge noch mehr kürzt(§ 13), und deren traurig- Existenz man nur glaubt in der Weise unterbrechen zn sollen, daß man die Bestimmung von der unausgesetzten Dienstpflicht dahin verschärft, indem man„fü- besondere Geschäfte, welche etwa einzelnen Wärtern übertragen werden sollten, keiner- lei Vergütung gewährt; ob ihnen solche ausnahmsweise in ge- eigneten Fällen dennoch zu gewähre», soll von d'.r G.uehmignsg des Ministeriums abhängen"(tz 7 a. a. O.) DieS in gedrängtester Kürze die Lage einer Beamteoklasse, gez-ichnet auf Grund ihrer Verfassung, voa der unzun-hmen ist, daß fireugsteuS gehandhabt wird. Stände nnS das röthige Material zar Verfügung, so würde eS eiu Leichtes sein, nachzuweisen, daß die überwältigende Mehrzahl deS Beamtenstandes in gleichen oder zurücktragen. Vergebens widerstrebte ich, vergebens antwort-te ich zu verschiedenen Malen dem begeisterten Beifallsgeschrei, welche? rund um mich her erscholl, daß der einzige deS Volkes würdige Ruf fei: Vi?« la, r6pudli sel'mauu, Stöhr«öd Baethke. Ei« ausführliches Referat wird»och erfolgen. �' . Fraukfmt a. M.. 1.6. Mär,.(Prozeß.)«m s. dss. wurden vom hicflzcn Riigericht dl- ihem-zligen«epollmächtlgl-a der Fravlfurler Mit- glicdlchastku'd-S All,, d-utsch. MaurervereinS, HeS All,. Schuhwacherver. -KS, des Allgem. Tischler.(Schukur-) Beteln#, sowie der«evollmichtlote de« All,, deutsch. Arb..B!reinS zu Oberrad, je in«ine Geldstrafe von Ib Mark evrnt. 2 Tage SesSngniß vernrtheilt wegen Uebertretung des ß 8 de, Bereiurgeslhes. Außerdem wurde ans definitive Schließung genannter M t. giiedschasteu erkannt. Ha»uvver und Lisdt», 16. März.(An die Abonnenten de« »Neuen Social. Demokrat"), ävir stehen am Schlüsse de« ersten Quartal«; wir machen daher daravf aufmerksam, daß siimmtliche Abon- > Herten die AbonuementSbetrilge bi« zum 25. Äär, bezahlt haben müssen, da wir sonst nicht in der Lage find, den sSumi,eu Zahlern,-hvvPrä-umc raadozahlnng noch fern« den»Neuen Social-Demakrat� zustellen- zu kSn. neu. Parteigenossen, jetzt vor Allem thut e« no'.h, die social-dimokratischen ?deen im Volke zu verbreiten, den Verfolgungen gegenüber müssen wir ■ zeigen, haß wir stark find, und diese Stärke dokumentlrt fich in einer gr». ßeu Abvnnentznzahl.. Wir. wollen also durch zahlreiche« Ab ouuireu zeig-n, »aß uns Pollzeimaßregeln und«ersolguugen durch SlaatSemwalte nicht «bschreckeu können-sür Wahrheit, Recht«nd. Freiheit In die Schranken zu treten. Thne jeder sein» Schuldigkeit und wir werden dg« Ziel erreichen. Die Zeitungskonimisston de« Goiial.dtmokratlscheu Wablverein« zu Hannover.- Bremen, 17. März.(An die Adonuenteu und Leser de« „Reuen Social-Demokrat".) Unsere Pflicht ist. c«,. imnzer mehr al» «änipfer sür die Melsschemechte einzutreten. Darum vorwärts, daß Alle zur Srkeöatniß dir Wahrheit kommen. Unser Organ Ist die beste Waffe wodurch die Wahrheit verbreitet und die Lüge zu Boden aeschkdgen wird. Suche ein Jeder neue Abonnenten z» gewinn'», damit unsere Abonnenten- zahl bald virdoppelt dastehe. Bon heute Ist der Kolporteur mit Qu ttun- gen zum neuen Quartal versehen, und ersuchen wir, so viei wie möglich- q»artak«weise zu abonniren. Die Monotkabonnenteu müssen ebenfall« für den M. nat April bi« zu« LS. ds«. bezahlen, sonst ist e« unmöglich, ohne Störmia Alle« zu regeln. Die ZeitungSkommisflon. Essen, 18. März.(Au die Essener Pa rtelgenossen!) Mit dem 1. Äpril beginnt«in neue« Quartal. Jeder von Such wird die Wich- tigkeit eine« zahlreichen Abonnement« kennen. Unsere Parteiblätter,.»Neuer Soctal-Demokrat",„Social politische Blätter" und»Agitator", find unsere besten Waffen. Zeigen wir unseren Segne, n, indem wir thatkräsiig für die weiteste Berbriitnng der Lassall'schrn Idee durch Vertreibung unserer Par« teischristcu Sorge ttageit, daß wir voll und ganz die Idee de, Völkerver. brüdernng begriffen hab'N und- gewillt find, Mit Opsermuth un» Ausdauer ,11 agitiren. Wir h'ben, um allen Wünsche zu entsprechen, einen Partei- kolportenr angestellt, der eS fich zur Pflicht machen wird, nebst pünktlicher Anstellung der Pertelorganc auch sämmtliche Lassalle'fihe Schrist-u. social- politische Roman« und sonstig- w'ssenschastllche Zeltschristen �u verbreiten. Auch ist d-r Parttssvlport.'nr ermächttgt, gegen Quittuvq AdovncmentSge« gebühren entgegen zu nehmen. Sorge daher ein Jeder dalür, daß- bi« zum u?. dss. d!» Ab»iMkment«a-bühreü'euiriqnr m�,�amit k.ini Unt-lbrechnng jn her Zustellung stattfindet..- Pie Z.stiingkkommisfi.� � Hana», 17. März. Arhzcitrr.Programm Rvaö�rfer Rede... .Bastjat- Schulze'.... Msseuschaft und Arbeiter Feste und Presse.. „ Kleinere Aufsei.».. „ Jlchirektt- Äten««.-., n.. .„ Arbeiter Berlins �... „=' Julian Schmidt.... Der Prozeß Wider Ferdinand Laffalle von per ». korrektionellen Appellkammer z� Düffel« .. dorf am 27. Juni 1864 Zur Arbeiterfrage"(Leipziger Rede) *) ttm mit dem kleinen Rest der Kaleud-r zn räumen, haben wir auch hier den Preis heruntergesetzt. Zur Beachtung. Da wir die Verhandlungen über dir Prozesse am 13. und 18. Mörz haben stenographisch aufnehmen lassjm Paszdezsrk Zeulenroda gehört, Ihr Tx-»pl»r als» mit io her Zahl für Z-ulcaradä begriffen ist. Wenn Sie da» Blatt beschmutzt, zerrissen oder- gar nicht' bikommeu, so müssen Ziele sich beschwereup aj dt« PSstaustolt' in Zeulenroda wedden.'' Simon, Barmbcck. Annonce für die FreitazSnummer zn spät. Hgid.'. Alle Briefe In Parteiangelegenheiten find an Herrn A. Gep- pert, beim Schneidermeister Petersen, zu richten. - Wa'kerling, Eimsbüttel. 12 Mark für Annoncen angekommen. Gütfchow, Otlekseit. Od e» direkt nntcrsagt ist, Geldbeiträge unter 3 Mark in Briefen zn versenden, ohne zu- deklarlrcn, könneu wie nicht de- stimmt sagen, glauhen e« jedoch kaum, da die Post ja keine Berpfllchtung sür gewöhnliche Briefe übernimmt, Sie also bei Nichideklaratton einer ein- gelegten Geldsumme ja da» Risiko selbst tragen'müssen. Boeusch, Dortmund. Da««n die von Dir abgegebene Adresse arifce« srudte Kreuzband ist als unbestellbar zurückgekommen. Folgende Allnonceud/potS find erschöpft! Hamburg: Schwenn(Straßen. .Bauarbeiter)» Schröder(Mauers.' Berlin: Toeuen(Saltler). Baruzen., i'Zoll. Altona ttGiaßmanu. Itzehoe: Krenyberg. Rothenburgsort: Gado«' rll��äMs����v�erkcht�������-.'" i Die Expedition. l Dimokrat" sind (Reichswähpung.) . 6 Pf. . 13 . 8 8 . 45 . 10 . 10 . 20 . 23 . 5 . 65 1 10 10 Berlin. VesiLAttiche Bersaisml«»a,: G»«r»d»d, be« 2V. März, M. 8h llhr. im»rat« eil' scheu Lokale, Koinmandanteü- straße 77—79.(Oberer Saal.I- . Refer.: RelchStagSabgeordmter O. Reimer. Dienstag, den 23. Mäiz,«de-d? Sh Uhr, bei Göttel, Andreasstraße 26. Referent: H. Köhler.' Iederwauu hat freien Zutritt.[2,80] Neue Mitglieder' für den Berliner Ar bei- eer-Wahlverein werden aufzenommen. ___ Albert Baethje. tNovlin Sonntag, de» 28. März, VerUN. Bormittags 11 Uhr, im Lauiscnstädtischeu Theatir, Dresdener« straße 72,' <�r0S86 unter Mitwirkung des Hennederg'schen Operncorps, der Opernsangeri» Frau M..... der Kapelle des Hanfes »Nd anderer geschätzter Kräfte. BilletS vorher 4 Sgr., un der Kasse 5 Sgr. D-r Reinertrag ist zn einem wohlthätigen Zwecke bestimmt. A. Baethke.>2,80] Berlwer Zimmererb««d. Oeffentstede Versammln»« Montag. 2S. Micz, Abeud« 8 Uhr, im Lokale.d-SHrn. Bogel, Alexanderstr. 31. . Vortrag de» Hegm A Kapell. Dienstag, den 23. Äärz, Abend« 8 Uhe, ' btt Eariu«, P-Wzeostr. 72. Bartr. g de» Unterzeichneten. Bersch'edeue» >nnd Frogckasten. r . Um zahlreiche» Erscheinen ersucht O. Kapell.(2,40] "• Berlin...' Oefieutl Manrerversammlungt» Dienstag, den 23.»i-endö 8lNdr, bei Hrn. Lieber, Eisaflerstr. 14/15, Mittwoch, den 24. März, Abends 8 Ahr, Im Lokale deSHrü. Ea»iuS, Prinzenstr. 72. T.-O: Die Nimmersatten. Referent: Un- . terzeichuiter.—- Verschiedene».— Fragen- beantwortnng. ' Die Mau. er werden ersucht, recht zahlreich zu erscheineu.— Reue Mitglieder zum Allg. 'deutschen Manrer- nnd Stelnhaüer- Bnnd »erde« elngezeichnett Hurlemanu. sLM] Hamburg. Eintrittekarten,» 50. Pf., zu Rohde!» tllllstrlrtem Bortrage: s3,0v] Die natürliche SchSpfnugsgeschichte, - in Sagebiet'S Etäbl, find f. Parteig. i. haben »bei Geib, RödingSmaikt 12.. Die Vorträge finden statt am 22., 23., 21. März. Berkin. A Mittwr-js, den 24. März, Abends 8 Uhr. bei. Bp gel, AlexanderstraßePI,., z , MitaUederversammlnng - des Pfftzer-Cluds.''' T.-O.: Bortxog des Rk'chStagSabgesrdne- ten Herr» Hafeuclever. Verschiedenes. FtchfekastelT. F.«Inn#.[1,60] Berlin. Den Mitgliedern de« Allg. KranPen- und Sterbekasse der Eigarregiarbriter:z.: der Kranken- und Sterhekash der Tabak- arbeiierlvuen zur Nachricht, daß sich da» Kassenlökisl vom 20. März cr.'*' Neue Köniysstesirße Nr. ü»/'» i im EasS Scholz, befindet. Der Borstand:.[2,00] Erl. Bogemehl.'. Vff'aiter. � A y mn.- : t 1 Int7Sch«hmachtrawthause,� Oefftl. Mitalied�rvcrz.imivlnng d. Deutschen Tabaülkveitu-Bereins. T.O.: Df- GkAcrlschdftSbemgüug. Ref.: H-rr Auer. BerschirdemS:, Zn zahsreichec Betheill�üng ladet eiu� Der OrtSrorstand,[1,80, -*5» Hamburg, im Englischen Tivoli, Kirchrnallec 43, und je Mltgliederverfammtttttg deS Allgem. deutsch. Maurer� Stelnhaner-BundeS. T.-O.: Vortrag..„[1,60] Alle am Platz. W. Schröder. Hamburg. l'VNtzZ» im Salon zum Roland, t. Jilkobssttaßd 19, Oessentliche Versammlung des Allg. deutsch Bau-«uitErd-. arbciter-BeltluS. Tagekordn.: Das historische uud da» natür- liche M-uschcnrlcht. Referent: Herr Hörig. .__ Heins.[2.00] MandSbeck-WSssK? ». bei Herrn Lagempnn, 7■'* Große:' ZLnlmerelFers ammlung. __'. H.ell.in�g,- Bevollm.[ItlO] Harmbcck. bei Herrn Schültz in Barmbeck am Mar». •C Große'[(�,00] Volksversammlung. T.-O: Die Parteien der Gegenwart und- ihre Stellung zur Arbeiterfrage.� Referent: ReichStogSabgtondneter Hr August Gelb. E. SImovi Altona. 8°Ä«r ".-im Englischen Garten, Großes Wsclll- und Justrywentaleourert, " verbunden mit deklamatorischen Borträgen und unter Mitwirkung namhafter Lieder- tafeln. Karten, a 4 Schill., sind an allen bekauu. ten Verkaufsstellen zu.hsbcn. Kasseiistreis 6 Schill. Damenkartco 2 Sch. Das Tomlt«.[2,80] Dienstag, den 23. März, AdcudS S llhr.- I» Heiuson'S Salon, Möna. I» Heins, Oeffentl. Versammlung. Bortrag de» Herrn Fleischmanu. B-sondcrs find'dlc Tischler etugelahen. ...Kohucke.[1,60] Bremen.■ '» ia"der..H-rmauuShall!�, '. Coytiert «ud deklaratorische Verträge, unter Mitwirkung mehrerer Gesangvereine. EntrSe für Herren 25, Damen 10 Pf. . Dienstag, den 30. März. Großer Arbeiterball. Kartco/ 4 60 Pf., find"km den bekannten Berkavftstellen zn habe». Zu zahlreichem Besuch ladet-iu .' Da, FestcomitS[3,80] _ deS Sllg. deutsch..»rrb.-Berein«. Ni-orrtSf, Montag, 22. März, Zvremen. Abends Uhr, in der Bcemerhalle, Oeffentl. Versammlung. Tagesordnung: Die letzt« gisitzgeb-ri'Sc Thötigk-it d-S Reicht tag!« uud des preußi- scheu Abgeordueteuhause», odir die Preußische Regierung au der Arbelt, dkc sociale Frage zu lösen. Referent: Herr Frick. Der B-, ollmachligte.[2,20] Empfehle reelle gute Eigarna eig. Arbeit. Philipp, N. Dr-hbahu 39, Hamburgs[1,00] d