tlr. llQ. Dirse Zeitung scheint dreimal wöchentlich. und zwar' Dienstazs, Don�rstags und Sonnabends WendZ. �So««ements-?rei»: Für Berlin rmj Bringerlohn vierteljährlich prae- amnerando 1 Rm. 05 Pf., monatlich 65 Pf-, einzelne Nummc� ig Pf.-, bn den Postämtern in Deutschland ii,cj. Berlin 1 Rm. 60 Pf., frei in'« Haus 1 Mark 85 Pf. Kreuzband-Ab�ements pro Quartal u. Exemplar: Für Deuts�iand und Oesterreich 3 Rm.— Pf. - Riedel, dnde und Belgien.3« 60• - Frankr�......... 4- 50- » Englanp und Amerika.. 3- 55» Bestellungen t�f Kreuzband-Abonnements sind nur bei der Spedition aufzugeben und müssen praeuuulsraudc> gezahlt werden. Berlin. Freitag. S?u 17. September 1875. Neuer der s0 5, Zahrganq. Ai Soctal-Bmokrai Organ der Socialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. "OjK-tiaMif wi«kpcdüion: % V 2.•%' ��neMsyistraße Rr. 8, SO. Bestellungen werden bei allen Postämter«. in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spediteur entgegengenommen. Inserate snur in der Expedition aufzugeben) werden pro fünfgespaltene Petitzeil« mit 50 Pf. berechnet- Bersammlungiannoncen die 5-gespaltene Petitzeile»der deren Raum HO Pf. Sogenannte Reklame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. Inhalt. AAzrmeine deutsche AffociationS yuchdruckerei. Pnutti�je llebersicht: Die proj-tn.w Bielsteuere, höhung-— Ver- "twung R-ichSauSgaben— Der Hunger deS F-ibrikantenthumS nach Kindern— Der volksw'rihfchafiliche Kongreß.— Das augem-me Az.hl�echt in Spanien.— Arbeiterelend in Ungarn.— Die Berlm-r Ste�.inschätzung �""�re Parteiaugelcgeuheitcu. Korrrssta�gx,,�.. Breslau— Mannheim.— Carlsruhe.— Brem n.— Eilenbarg.— Bernburg.— Frankfurt a. M.— Groß» Serie!— bj imb ck Berlin- Zü-ich Die �ewerkvereiulcr de» Dr Max Hirsch. �ate',evaiigrlmm von Eallrt. Feuilleton: Zunftgebräuche und Mißbrauche. Die Allgemeine deutsche Afsociatious- Bnchdruclerei. i. Wie aus dem heutigen Blatte— unter Annoncen— zu ersehen ist, hat kein Bedenken seitens der Behörden gegen die neue Generalversammlung der Association obgewaltet. Es haben somit die sämmtlichen von unseren Parteifreunden gewünsch- ten Abänderungen des Statuts Rechtskraft erlangt; der Vorstand besteht legal aus Hasselmann, Fritzsche und Rackow in Berlin, der Aussichlsrath aus Hasenclever, Hartmann, Geib, Ayer und Derossi in Hamburg. Der„Neue Social-Demokrat" ist juristisch Eigenthum der Asso- ciation forden; die Druckereieinrichtung ist bis zu einem Grade gediehen, daß binnen wenigen Tagen der Druck der Parteiblätter dort vor sich gehen kann. Somit rritt jetzt entschieden die Anfordemng an unsere Parteifreunde heran, allerorts Mitglieder der Associa- tion zu werden. Nur so kann nämlich dieselbe ihren Zweck vollständig erfüllen. Die Association soll nämlich einerseits den bedeutenden Unternehmergewinn, welchen aus dem Druck der Partei- blättc-. Broschüren u. s. w. bisher einzelne Druckereibesitzer zogen, im.Interesse der Arbeitersache sichern. Sodann soll sie das Mittel sein, die bedeutenden Geldwerthe und Machtmittel, welche in dem Besitz des„Neuen Social- Demokrat" und einer vollständigen Druckereieinrichtung be- stehen, n'�t in die Hände einzelner Personen, sondern aller altbewährten Parteifreunde zu legen. Besäßen wenige Personen jenes Blatt und jene Druckerei, so könnten sie unter Umständen die Verrälher spielen, und die Partei wäre ohnmächtig ihnen gegenüber, Letzlere könnte zwar durch Einstellung des Abonnements das Blatt vernichren, nicht aber es für sich sichern. Sobald jedoch— und wir hoffen, es wird in Kürze geschehen— an Tausend und mehr der alten, festen Parteifreunde Mitglieder der Affociatio» sind, dann steht es bei ihnen, jeder Zeit einen Vorstand, welcher nicht im Arbeiterinleresse handelt, durch eine Generalver- sammlung kurzer Hand abzusetzen; jeder ihrer Beschlüsse ist juristisch bindend. Wir brauchen dieses so wichttge Verhältniß gewiß nicht näher auszuführen, sondern, knüpfen nur die Mahnung daran, sofort mit dem Beitritt vorzugehen; denn eben so dringlich, wie es ist, daß Geld als Betriebskapital der Druckerei beschafft wird und nicht die Ueberschüsse des„Neuen Social- Demvkrar" dazu verwandt werden müssen, eben so wichtig ist es, daß die Zahl der Mitglieder möglichst wächst, damit die so- eben erläuterte Sicherung des juristischen Eigenthums dadurch entsteht. Gewiß, wir sind überzeugt, jeder unserer alten Parteifreunde, jeder unserer Leser, dessen Mittel das Opfer gestatten, wird sich eine Ehre daraus machen, sofort Mitglied der Association zu werden unv dann sagen zu kön- nen: Ich bin vollberechtigter Mitbesitzer des„Neuen Social-Demokrat". Es werden wahrscheinlich einige Bedenken hier und dort auftauchen: ob die Association ganz im Sinne Lassalle'S be- gründet sei; ob dieselbe nicht den Mitgliedern Opfer und Ge- fahr bringen werde, wie die„krachenden" Schulze- Delitz'schen Bolksbanken. Dieser und weitere Artikel werden hierüber ge- nügende Auskunft schaffen. Zunächst wollen wir feststellen, daß die Eintrittsbedingun- gen derart sind, daß jeder Arbeiter, nicht blos der beson- ders bemittelte, Mitglied werden kann. Jeder Genossenschaftsantheil wird durch Einzahlung von 30 Reichsmark erworben, und es kann jedes einzelne Mitglied bis zu 10 Antheilen erwerben, also insgesammt höchstens 300 Reichsmark einzahlen. Es ist nun lelbstredend wichtig, �aß in der ersten Zeit, wo eS die Beschaffung des Betriebs- kapitals gilt, alle Parteifreunde, welchen ihre finanziellen Ver- hältnisse dies gestatten, so viel Antheile, wie möglich, durch volle Einzahlung von je 30 Mark-erwerben. Aber aus- geschlossen von der Theilnahme ist dadurch kein einziger weniger gut gestellter Arbeiter. Für jeden solchen kann die Einzahlung nämlich ratenweise geschehen, so daß jene Suinme von 30 Mark erst im Laufe von 5 Jahren ganz angesam- welt zu werden braucht, und zwar in halbjährlichen Raten von je 3 Mark, oder in vierteljährlichen von je l1/« Mark. Eine solche Einzahlung, die im Allgemeinen niedriger ist, als die meisten Krankenkassenbeiträge, wird einem Par- teifreunde, dem unsere große Sache warm am Herzen liegt, gewiß kein zu großes Opfer dünken. Dafür, daß der Aermere gegen Niemand zurücksteht, sorgt genugsam die Bestimmung des Statuts, daß von dem Augenblick an, wo 3 Mark durch ein Mitglied eingezahlt sind, dieses auf der Generalversamm- lung Stimmrecht erhält, und zwar herrscht allgemeines gleiches Stimmrecht, ob nun 3 oder 300 Mark von dem Le- treffenden gezahlt sind. An dieser Stelle ist serner hervorzuheben, daß mit nich- ten von den Parteifreunden gefordert wird, auf Nimmer- wiedersehn ihr Geld hinzugeben. Das Opfern einer größeren Summe würde sonst Manchem zu schwer fallen. Die Antheile sind nicht verkäuflich, damit kein Schacher damit getrieben werden kann, aber es steht Jedem frei, zurückzutreten und beim AuSttitt von den auf seinen Antheil eingezahlten 30 M. 27 Mark zurückzufordern; nur 3 Mark von jedem Antheil verbleiben dem Reservefond, damit kein leichtfertiges steteS Ein- und Austreten die Association schädigt. Für die erwähn- ten 27 Mark des jederzeit znrückforderbaren persönlichen An- theils werden dem Mitglieds ferner bis zu 7 pCt. Dividende gezahlt werden, so daß der höchste Betrag, auf 10 Antheile eingezahlte 300 Reichsmark, sich mit 18 Mark 90 Pf. ver- zinsen kann»nd Niemand Schaden leiden würde, wenn er sein Geld statt in einer beliebigen Sparkasse bei der Asso- ciation anlegte. Uebrigens handelt es sich ja nicht um pekuniären Gewinn, sondern um die Förderung der Arbeiter- fache in erster Linie, und wir erwähnen diese Sicherung gegen allzu große Opfer daher nur, damit Niemand aus sal- scher Scheu zurücktrete. Bei Errichtung der Association ist, wie also jeder unsere- rer Leser sich sagen kann, so verfahren, daß sie die Gesamint- heit der Parteifreunde, resp. der Leser des„Neuen Social- Demokrat" in sich aufnehmen kann, ohne Auferlegung über- mäßiger Opfer. Mögen die Arbeiter zeigen, daß sie die Vor- theile einer solchen Organisation zu schätzen wissen. Politische Uebersicht. Berlin, den 16. September. Die verdoppelte Besteuerang de» Bieres ist jetzt wirklich Parole der denischen Reichsregierung geworden. D, ruhmvoller Milliardensegen! Schon die nächste Reichstags- session wird diese Nuß zu knacken haben. Die Arbeiten des Bnndesrathes— so wird berichtet— habe» wieder begonnen und sind zunächst die Ausschüsse für Rechnungswesen und für Z ,ll. und Steuerwesen zusammengetreten, um den ihnen vom Bundesrathe in der Sitzung vom 4. Juni c. ertheilten Auftrag wegen Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, welcher die Brau- fteuer auf das Doppelte der im§ 1 d«S Gesetzes vom 31. Mai bestimmten Sätze erhöht, und eineS Gesetzentwurfes, betref- send eine Besteuerung der Schlußscheine, Rechnungen, Lombard- baelehne und inländischen und ausländischen Werthpapiere in A-ignff zu nehmen.— Die Verth uerunz dee VottsgetränkeS soll also ein scheinbare« Gegengewicht in der Besteuerung der Geldgeschäfte bekommen; doch zeigt sich auch hier sogleich der Schaden der indirekten Steuer. Belegt man die Lombarddar- lehne— also den Pfandwucher— mit einer Steuer, so wälzt der Wucherer diese ganz gewiß auf den Armen ab, welcher das Darlehn nimmt. Die progressive Einkommensteuer fürchtet man natürlich wie den Teufel. Zu dm neue» Steuerprojekten kommt übrigens die nicht minder erbauliche Begründung derfelbm seitens der ossiziösen Presse. Die AuSgabm de» deutschen Reich» svllm nämlich um zwanzig Millionen Reichsmark gesteigert werden. Daß ein gut Thnl davon auf duS Müitärwesm kommm wird, wer kann daran bei unserer heutigm„Kultur" zweifeln. Mehr Geld— mehr Soldaten; mehr Soldaten— mehr Geld! DaS ist das alte Lied! Der Hunger des Fabrikanienthmns nach Kiuderausbeu- tung wird mit jedem Tage gieriger. Schon find im preußischen Handelsministerium massenhafte Beschwerdm von Fabrikbesitzern eingetroffen, welche darüber Klage führen, daß die Fabrikinspck- iorm mit Strenge auf die Beobachtung der über die Beschäfti- gung der jugendlichen Arbeiter bestehenden Gesetze halten Die sauberen Fabrikanten behaupte«, es werde die Berg- und Glas- industrie schwer geschädigt, dann aber auch dem Müßiggang und der Berderbniß der beschäftigungslos hernmlaufendm Kinder Vorschub geleiste! und damit zugleich dm betreffenden Eltern eine erhebliche Einnahm« entzogen.' Natürlich, immer nur zum cigcnm Wohl der Kinder, sollm sie ausgesogm werden, bis sie zu elenden, kranken Krüppein werden! Das Schönste dabei ist dann noch, daß eine anscheinmd offiziöse Korrespondenz behauptete: mm neige in de««aßaebendm Regierungskreisen dahin, daß den Fabrikmspcktoren in dieser Beziehung mehr Freiheit zu gewähren sei, damit dieselben je nach dm öitlichen und provin- zielle« Verhälrnissm vo« der allgemeinm Regel abgehen und Ditpe«saru>ne» etntretm lassen können, wodurch vielen Wünschen (natürlich der Fabritantm) entsprochen würde. Welcher Schwindel die politischen Deuwr.stratio.im der drut- schm Bourgeoisie si«d, hat sich gelegentlich de» sogmannten volkSwirthschaftlichen Kongresses wieder handgreiflich ge- zeigt. Einige Dutzend, wenn es hoch kommt, hundert Bourgeois, kommen alljährlich zusammm, zechen, schmausen und fassen Be- schlüffe, die hochtönmd in die ganze Welt hinausposaunt werden. Natürlich stoßt je nach der Gesinnung der Zusammenkommenden der eine Kongreß um, waS der vorige beschlossen hat, denn ein solcher ist nur eine freie Kneipqesellschaft, nicht« mehr und nichts weniger. Der volkswirthschaftliche Kongreß war z. B. immer fceihändlerifch, diesmal lassm sich einige Schutzzöllner eS ein paar Thaler kostm und— dum— eS werden lauter schutzzöllnerische Beschlüsse gefaßt, alles Frühere wird umgestoßen. Darüber donnert und wettert die ganze Freihänd- lerpresse. Der„AugSb. Allg. Ztg." wob z. B. von Berlin— wahrscheinlich vom Abgeordneten Bamberger— Folgendes geschrieben: „Die Rührigkeit der schutzzöllnerischm Agitation, welche so- eben sogar dm volkswirthschaftlichen Kongreß zum Bun- desgmossm gewonnen, scheint endlich doch auch daS fteihändle- rifche Lager etwas aufrütteln zu wollm. Nach dem Vorgange DanzigS und Wellprmßens ist, wie man hört, jetzt auch i« un- serm Gegendm unter landwirthschaftlichen und KaafmannSkreism eine Bewegung im Gange, um öffentliche Versammlungm zu veranstalten und auch von großhändlcrischer Seite Resolutionen, Proteste oder Denkschriften an die gesetzgebmden Körperschaften vorzuvereitm, um so dm täglich dreister werdenden Bestrebungen der Schutzzöllner daS Gegmgewicht zu halten. Hoffentlich finden die hierauf gerichteten Bemühungm diejmige allgemeine Theilnahme und Emmüthigkeit, die\m Interesse der Sache zu einer Eindruck machenden Kundgebung wünschenSwerth wäre. UebngmS verliert das Votum des volkswirchschaftlichen Kon- gresses, seit bekannt ward, wie dasselbe lediglich durch eine grobe Ueberrumpeluny durch massenhafte» Zudrängen der Baumwoll- und Eisenindustriellen zu Stande kam, jeg- liche Bedeutung. Um aber der Wiederkehr solcher Vorkomm- nisse, dem Mißbrauch einer hochangesehenen wissenschaftlichen Versammlung zu dm eigmnützigstm Jnteressm, vor- zubeugen, ist eine Statutexänderung, welche daS Eindringen „eintägig Freiwilliger", daS massenhafte Zaiammentrom- nnln interessirter Mitglieder zu einem oestimmie« Zweck in Zukunft verhindm, eine unumgängliche Nothmmdigkeit." Nicht wahr, wie spaßhast! So lange eine Handvoll Frei« Händler auf einem Kongreß das große Wort sühne, war eS eine „hochangesehene wissenschaftliche Versammlung", nun, da zufällig schutzzöllnerische Industrielle dort die Majorität in di« Hcmd« bekommen habm, fehlt ihm„jede Bedeutung". Daß unsere Bourgeois nicht merke«, wie sie sich selbst durch so komisches Gefasel jede Bedeutung absprechm! Ob frei- händlerisch, ob schutzzöllnerisch, Schwindel bleibt Schwindeil Welchm moralische* Einfluß die Arbeiterklasse selbst in jmm Ländern, wo ihr Aufklärung und Organisation abgehen, bereits auf die Staatsform ausübt, zeigm die neuesten Ereignisse in Spanien. Wir sehen jetzt a« jmem Lande, wie e« schon bezüglich Frankreich» der Fall war, daß, nachdem daS all- gemeine Wahlrecht einmal einem Volke Hot zuerkannt werden müssen, keine Reaktiv« mächtig genug ist, es ihm wieder zu ent- reißen. Die Regierung des Königs Alphonso ist nämlich von diesem lang gehegt« Plan aus Furcht vor den Arbeitern zu- rückgekommm. Die Aufrechterhaltung des allgemeine« Stimmrechts in dem Rath deS bis jetzt absolutm Königs von Spanien ist zwar überraschmd, aber doch leicht begreiflich. lieber da» Arbeiterelend in Ungarn» Hauptstadt mt- wirft„Pesti Naplo" folgmde« schreckliche Bild: Drei Vierthelle der Fabrikarbeiter sinv entlassen worden und der Tagelohn der Verbliebenen wurde herabgesetzt. Die seit einigm Jahrm in Angriff genommenen großartigen Bauten haben viele Arbefter aus Böhmen und Mähren herbeigelockt, welche nun die hiesigen verdrängen. ES giebt tüchtige Schmiede, und Schlossergehülfen, welch- für 30 Kreuzer(6 Sgr.) Tagelohn täglich sieben Klafter Holz aus den CisenbahnwaggonS laden, um nur das Leben fristen zu können. Unter den Gassenkehrern und Kehrichträum.'rn besiaven sich mehr als ein rechlich offener Fabrikarbeiter. ES giebt aber auch 8000 Arbefter in der Stadt, welche sich freuen, wenn sie wöchentlich nur zwei Tage lang Arbeft bekommen, Viele versuchen eS, auf dem Lande Beschäftigung zu erhalten, aber nach wenigen Wochen kehren sie ausgehungert und erkrankt zurück. Im vorigen Winter haben Viel«, trotz der Existenz der Volksküchen, gehungert, denn sie konnten nicht einmal die zehn Kreuzer für den nöthigstcn Lebensbedarf erwerben; und zu Hause darben auch Weib und Kinder, auf frostiger nackter Erde, denn die wenigen Mobilien, ja selbst daS nothdürfrigst- Lager wan- derten in das jüdische„Geld für Alles" gebende Wuchergeschäft. * Die Berliner Stevereinschätzungskommisfion de- hauptet, in großer Bedrängniß zu sein. In der Konferenz der Vorsitzenden der neugewählten Einschätzunglkommission am 8. September bemerkte der Stadtrath Hübncr u. A., daß die Kom- Missionen von 1875 viele Almosenempfänger eingeschätzt hätten, die ja unter Umständen«in klassensteuerpflichtiges Einkommen haben könnten, niemals aber zur Gememdeeinkommensteuer heranzuziehen seien. Zur möglichsten Vermeidung der stet? resultat- losen Veranlagung dieser Personen würden Verzeichnisse dersel- den, um deren Aufstellung die Armendftektion ersucht sei, den Kommissionen zugehen. Hinsichtlich der bevorstehenden Einschätzung erwähnte er, daß für 1875 nach den E--Mittelungen und Entscheidungen in der Reklamationsinstanz vielfach mangel- haste Emschätzwigen vorgekommen seien und deshalb in einer großen Zahl vo« Fällen erhebliche Steuerermäßigungen staftae- funden hätten. Derselbe bat deshalb die Anwesenden recht dnn- gend, darauf halten zu wollen, daß für 1876 sorgfäftiger und gründlicher eingeschätzt werde. Er empfahl die eingehendsten Recherchen, die auch schon zur Ergänzung des vielfach seilen« de« Publikums unvollständig gelieferten Materials nothwendig seien. Die Personenstandsaufnahme habe eine äußerst ungünstiges Re« sultat ergeben; die Bewohner seien bei derselben im Allgemeinen wenig entgegenkommend, wohl aber vielfach renitent gewesen, so daß man in Hunderten von Fällen die- noch nicht eingegangenen Listen gegenwärtig im Wege der administrativen Exekution von den Betr-ffenden einziehen muffe. Die Beweglichkert der Bevöl- kerung erschwere der Steuerverwallung ferner die Ergäniung deS Material« und seien augenblicklich von den Steuerzahlern für 1875 als nicht zu ermitteln 32(XXI Personen notirt— So lauten die Klagen jener Kommission. Wir wüßten ein sehr ein- facheS Mittel zur Abhülfe, nämlich das allgemeine Wahl» recht für die Gemeinden, und so lange Letzteres noch nicht existirt, wenigstens die Wahl der E»nschätzungskommission durch allgemeines Wahlrecht. Findet LetzwreS statt, dann hat die ganze Bevölkerung em regeres Jitercffe an der Einschätzung. Gegenwärtig betrachtet die Arbeiterklaffe dieselbe mit Recht al« eine Last, bei welcher sie kein Wort mitzusprechen, sondern nur nach Geheiß der meistbegüterten Einschätzcr zu zah- len hat. Et wird deshalb ein förmlicher passiv-r Widerstand geübt, und die alte umständliche, zopfige Ernschätzungsmaschme versagt jeden Augenblick den Dienst. Innere Parteiangelegenheiten. Zu Agenten deS Borstandes wurden ferner ernannt: Für Alten barg(S.-A.): L Kamgrad, A. Ziegler. Altendorf: I. Mink. AagSburg: F. Hörauf, G- Neuner. Burkhardtsdsrf: C. G. Görner, C. F Görner. Frankfurt a. M.: H. Mattfeld. Freiburg: H. Hendrich«. Fürth: F. A. Z ck. Geestendorf: F. Krentz, Heinemann. Haufen: Ä. Sattler, P Hofmann. Kauf- heuern: I Neuhäuser, E. Bröll. Kirchhain i. L: F. Jordan, G. Schurig. Leubnitz: E. Böhr. Limbach: F. A. Lautenschläger, F. Drechsler. Limmer: H. Rechenbuch, H Helmke. Osnabrück: I Otto Pommerentdorf: Fuchs. Reichenbach t. S.: R Müller. F. Groß. Rochlitz: F. Männel, W. Schier. Schwabing: N Grrußling, F. M-rkel. Stötteritz: C. Hoffmann, G Bterling, Stolberg: F. Frenze!, C. Becker Wir bitten, bei neuen Anmeldungen die genauen Adreffen beider Agenten(beim Sekretariat» angeben zu wollen. Hamburg, den 14 September 1875. Mit social- demokratischem Gruß I. A.: I. Auer. C. Derossi. Gr. Rosenstr. 36, II. vretlau, lt). Septbr.(Der Kaisertag. Da» Sedanseft.) Die Ze.ten sind bekanntlich schlecht, s-hr schl-cht, die Fabrikanten gehen an den hohen Arbeittlöhnrn vollnändig zu Grunde und die reichen SefchäfiSleuie b. finden sich in solch' jchioeren Nö h n, daß sie, s» gern fie auch wollen, rn nüslichen Zwecken kein Geld hergkb-n können. Um o m-hr ist ihr Patru-titmu» zu bewundern, um so m-hr ist e» anzu- ert-nnen,»aß sie sich gegenwärtig förmlich darum geriffea Hab n. die zum Köwgtmanöver durchreisenden dohen Gäste bei sich aufzunehm-n, em Vergnügen, da» sich Nichl jeher Lump erlauben tann. Vöse L-Ule behaup'en zwar, daß unter d-m Löwenfelle auch hier die Ei-lsod-en herv rschauen, d. h, daß die tze-r>-n Geheimen und Wirtlichen Kom- merzien- und Kommissionträthe hinter ihrer Ganfreunoichast auch hier so em geheime» Gelüstchen nach dem sächfisch-ernestinischen oder Mick- lenbargischen Orden verstecken, und daß ts ihnen namentlich um einen Rangstr it zu thun sei. wer einen wnhichen Fürsten oder nur einen General oder gar nur Adjutanten in'» Quarlrer b-tommt Aber das, wie ge>agt, können nur so schlimme Leute, wie d■ Sac-aliften sagen, jedes„echte Preuhenherz" sühlt Mit den h-rren und weiß, wie ausrich- tig sie es meinen. Ebenso können nur schlech'e Patrioten sich darüber moquiren, daß die Stadt Breslau für den Emptang 30,000 Mark bewilligt und jsd-nfall» mehr al? fünfzigtausend Mark verbraucht hat. Hat man denn dafür nicht das Stadlthealer von tanen und auß-n re- no">r>, Hut man Venn nicht eine g oßartige vi» triumpdalis aus ko- loffalen Mastbriumen mit gewaltigen Guirlanden hingeNrUl? Zwar wäre es vielleicht b sser gewesen, das Theater zu unterstützen, stall zu renovl-en,«war wären manche Straßen der Neupflasterung bedü stiger gewesen, als duj nigen,«eichen man sie zu Theit werden li- b, ab-r— das sind unpilriotische Gedanken, lind nun erst gar die Kuioffal- gruppen, Eil- sia und Wrailslavia darstellend, welche man, um die traurige L rce am B rühiungspunkte der Schwesdmtzerftraße mit dir Promenade zu»--rdecken, aus— GipS und Pipp-- hergestellt Hai! Nächsten? macht man derartige Figuren wohl noch aus Pfefferkuchen, damit sie daS liebe V«lk doch iveni�stens hinterher als E ilsvadigung für den Schrecken verspeis-n kann. Dmn Schrecken tann schon das bloße A schau-n dieser„K-nftwelke" verursachen, Heren Kopf nicht im geringsten Belhältuiß zum Körpe: steht, während zugleich die„ffita- tislavia"(Br-Siau) eine ganz merkrvürdig? St-llung einnimmt. Doch nicht über diese Figuren will ich belichten, sondern über den Empfang, den man sich nach dem, was die hiesig« natwnall'-berale und tonse-.va- tlve Press-- vorher geschrieben Halle, überaus„erhebend" vorstellen meßte. Die Preffe wurde z. B. durch ihre in lleiterchänigkett erster benden Shmeicheleien förmlich beleidigend. Die„Schlefstche Presse" j. B. sch-ikb: ßiiftt W> heim sei größer als Friedrich»er Große, denn — man hör«—„Friedrich war sein eig-ner Bismarck und Molike, er machte also Alles wirklich selbst, und Wilhelm I."— hatte das nicht nö hig, müßte jedenfalls hier folgen; statt dessen st-ht aber:„ist t«n absoluter Monarch und mußte seine Weisheit gerade im Nachgeben zeigen."— S-dön gedacht! Doch selbst trotz dieser geistvollen Paral- I le, trotz der Versicherungen, daß die oroßailigen Anstalten ganz im Sinne d.S Volkes(soll heißen der Börfian rw.) gemacht worden seien, daß daß dai Volk mit Begeisterung den Kaisertagen entgegensehe, war von einem besoaderea Eathusiasmus nichts zu spüren. Eine unzählige Menschenmenge hatte sich eiog-funden, namentlich halte die Provinz em bedeutendes Kontingent gestellt, und über zwei Stunden harrte man der Ankommenden. Doch als endlich der Kaiser kam, aagetündigt schon durch die seinem Wagen vorai-zi-herden Küraifier«, Borreeter und selbst durch die nur lemem Gespann cigenihümlichen 4 Pferde, da »erkündete kein Luft erschütterndes Hurrah schon von Wsttem seine An- kunjt, eS schwenkten nur Einzelne die Mütz-N, die große Masse verhieli sich ruhig. Die Natwnalliberalen sagen, sie war„o-rblüff", davon kann oder bei so langer Erwar ung wohl keine Rede sein. Die mmsten H-irraht erntete Moltke, ich will nicht sagen, warum. Auch die Jllu mination war nur Seilens der Verwalmng großartig, der Bürger halte sich wenig angestrengt. J-denmll» sind die Hoffnungen der„Pa- triolen" auf gewultigen Trubel schmählich gekmett, wenn fie eS auch natürlich nicht zugestehen werden.— In der am l.tzten Montag ell-ge- haUenen Parieioersammlung stand der„S-dan'«g" aus der Tagesordnung und«ar der sonst so schwach besetzte Saal zum Drücken voll. Herr Reinders, Herr Schuhmacher und Refer-m erklärten sich unter Bestimmung des ganzen Auditorium» aegen die El-stührung eines „Nalionaiseiertag'.s", der einem blutigen K-iege seine Entst-Hung ver- donten solle. Hierauf fand noch eine D hatte über eme rein lokale Angelegenheit statt.— Sonnabend, den 18 dss. Jt., feint die biefige Partei ein großes Fest, übn dessen Berlauf ich selner Zeit berichten werde. Mit G uß an alle Parieigenossm F Gl. viaunheim, 10. Sept.(Schwulitäten unserer national- liberalen uno bourgeoisdemotrailichen Kämpen.) W r ist ein Proletarier? Diese Frage beschäftigt alle Gemüther i» der hiesigen Stadt, mit AuSnabme unserer Gesinnun sg nossen. De Hergang ist solgend-r: Die Wahlen zum dadlschen Landtag- gehen vor sich, aber es findet eine schlecdte Betheiligung statt; drei Viertel enihilt-n sich durchschn-ttlich der Wahl. Dadurch erbost, schreibt ein Organ der Nationulliberalen— sie nennen sich eigenllich nationa e und liberale Partei, da« klingt etwas hochtrabender—„wenn sie, die Letzteren, sich «in klein Wenig reger b th iligen würden, müßte es ein Leichl-S fein die Proletarier, mit an» ohne Glaceha»dschuh-n, ,u besiegen" Dieses war nun den Leilhämmeln der BoargeoiSd-inokraten em zu starker Tabak W>r Demokraten Proletarier! Da« dürfen und könn-n wir uns nicht gefallen lassen. Schnell wurde eine„Bürgerver» sammlung" rnrderufen von de» Aktioiiären, llniecnehmern und R- daiteuren der„Neuen Badischen Lanoesz-ltung", 12 Sl.dträthen und verschi-den-m anderen Leithämm-l», mit»em Apv ll a»'« Volk:„W�r si-id beschimpft unsere ganz« Stadt ist b-schiiipf! Bürger, erschsi-it und helft die Ehre unserer Sladt reiten!" Die Versammlung» r- sprach eine interessante zu werden; auch einige unserer Parieigen ff n waren neugierig und woll'en sich einmal das Woit„Ptolrtann" in bourgeoisdemokiä'lichem Sinne auslegm lassen, denn wir dachten, dringt dies eine Woit die Leute deraltig in die Wolle, so mag ihm wohl e-ne gruselige Bedeutung beigelegt«erden. An der Thllie d s Versammlungslokals angekommen, erswuaten wir, w. il wir zwei Ko r- troleure erblickien, und dachten schon, dl« werden die llnb rufen-n zu- rückoe.sen; dem war aber nicht so, wie wir später sahen und hö teo, denn es war diese Versammlung nur ein Wahlma..ö»er und die Kon- Irol ur« sall.rn die L Ute abzähien, wie eine Hamm-lh-eide— die Zahl der Anwesenden betrug angeblich 105, die Meist-n hatte selbstredend die Neugierde hmgetlieben. Die Versimmlung wurde nicht parlam n tarisch eröff irt, auch nicht geschlossm; eine famose Art Bolkcherrschait Der erste Redner sprach ungesähr, wie sol,t:„Meine Herren! Die heulige Veisammlung ist nicht zum Zw et einer Wahl einberufen, wie die früheren Di« heutige gilt emer Ehrenfache; man hat uns be> schimpft, man hat mich b'schimpft, auch Sie, meine ynren. hat man beschimpit, Sie, Sie, Sie; Proletarier hat man Sie, hat man un« genailnt! WaS haben wir denn veibruchen, daß man uns so beschimpft? Weil wir eme andere Meinung haben, d swegen will man uns von jener Seite unl tvrücken, hinunter, hinunter, hinunter dl«--- drr R dner wollte wahrscheinlich sagen, bis m den Keller——— denn er war mitilerwetl« vor lautet„hinunter" rufen, m't dem Je ge, Zvustgebräache und Mitzbräuche. Es sind uns eine Arnahl alter Aktenstücke in die Hände gekomm, n, betreffend die Regeln, das Verfahren der zünf- tigen Gesellen, die Arbeitseinstellungen, die Duelle der Gesellen und sonstige Gegenstände de« socialen L ben« vor 40 bis 50 Jahren. Und wir glauben, daß es für unsere Leser interessant setn wird, diese« jetzt fast verschollene Leben und Treiben unserer Bäter sich genau zu vergegenwärtigen. I. Die Bräuche der fremden Gesellen deS Maurer- geWerk«. 1. Da« Wtllkommtrinken. Beim Willkommtrinten, welches d m Junggesellen(Junggesellen sind dir Gesellen so lange, bis sie die Stadt, in welcher sie ausge- lernt haben, verlassen und sich in einer anderen zünftigen Stadt die Brüderschaft erworden Habens von den beiden Bürgen o»er Schenkgesellen gelehrt wird, und wozu er vor seiner Freisprechung drei dt« vier Wochen Zeit erhält, spucht der erste Schrnkgesell, indem er ein weißes Schnupftuch in die rechte Hand mmmt und dcmlt den Willkommen anfaßt: Also mit Gunst und Erlaubniß, daß ich meine Hrnd an den Ehrbaren Willkommen leg« und ihn von der Ehrbaren Handweristafel aushebe; also mit Gunst und Erlaubniß, daß ich dem Ehrdaren Willkommen sein Haupr entblößen lassen mag. Es wird alsdann der neben ihm stehende Gesell hiezu auf- zefordert. Dieser nimmt sein Schnupftuch in die rechte Hand, aßt oea Deckel de« W.llkommens damit an und spricht, indem er ha abnimmt: Also mit Gunst und Erlaubniß, daß ich dem Ehrb Will- kommen sein Haupt entblößen wag, nach Handwerksgcbrauch und Gewohnheit, also mit Gunst Nun spricht der erste Gesell, der den Willkommen ange- faßt hat: Alw mit Gunst und Erlaubniß, daß ich den Ehrb. Will- kommen von d«v Ehrb. HandwerkStasel ausheben und an meinen Mund setzen und cinen Ehrentrunk daraus vor der ganzen Ehrb. Gesellschaet thun mag. Bivant e« leben die Herren Aeltesten, Ladenmeistrr, Mitmerster, Altgesellen, einheimische und fremde Gesellen! Alle, eie hier in Arbeit stehn Und auf grüner H>ide gehn; Die nach guter A.beit trachten Uno das Handwerk der Maurer und Steinhauer hochachten! Bwant hoch! Während er trmkt, enrstedt lauter Jubel unter den Gr- sellen, oft völliger Tumult. So wie er den Willkommen vom Munde nimmt, spricht er: Also mit Gunst und Erlaubniß, daß ich den Ehrb. Will kommen von meinem Munde abziehen unv auf der Ehrb. Hand- wertSlafel niederlassen mag, nach Zunft und Ehrbarkeit, nach Hindwerksgebrauch und G wohn heil, also mit Gunst. Also mit G. u. E, daß ich diesem Ehrb. Willkommen sein Haupt be- decken lassen mag, nach Zunft u. s. w., alio mit Gunst. Hl. rauf spricht der zweite: Also mit G. u E, baß ich dem Ehrb. W ll kommen sein Haupt bedcke, n. Z. u. E. n. H. u. G., alw m. G Also mit G u E, daß rch diesen Ehrb Willtom men einem Ehrb. Maurergesellen zubringe, so wre er mir von einem Ehrb und rechtschaffenen Maurergesellen zugebracht wor- den ist, n. Z u. S. n. H u. G, also«. G. M. G, daß ich «eine Hand von dem Eyrb. W.lltommrn abziehen mag, n. Z. u. E. n H. u. G., also m. G. Auf diese Werse geht es der Reihe nach fort. 2 Der Gesellengruß. Der Gruß, den der zugewanderte Gesell den in Arbeit stehenden Fremden bringen muß, ist folgender. Nachdem er sich vergewissert hat(indem er ih-, leise fragt: Sind fie«n Ehrb. Maurergesell,»er hier in Arbeit steht), daß er einen Maurer- gesellen vor sich hat, spricht er, wie folgt: Also« G. u. E. Ich habe einen fteundlichen Gruß ab- zustatten von eine« hoch-öbl'chen Handwerk der Maurer u-rd Steinhauer, aus der See-, Kauf- und Handelsstadt(oder auch au« der kaiserlichen, köaigltchcn, süistllwen«. R.fidenzst dt) N. von den Ehrb. Alt- und Ladenmeiftern, Mumeistern, Attges.Uen, einheimischen und fremden Gesellen, so wie ich fie allda verlast n habe und allhie antreffen werde, n. Z. u. E. n. H. u. G., a. m G. Der ArbeitSgesell, der den Gruß entgegengenommen hak, spricht also: Gunst und Erlaubniß, Geselschast, Sie sollen vielmal be- dankt sein für den fteundlichen Gruß, den See abgestattet haben von dem hochlöbltchrn Handwerke der Maurer und Steinhauer in der königlichen Residenzstadt N., und von den ehrbaren Al-.- und Ladenmnstern, sämmtlichen Mitmeistern, emhetmtfchen u d fremden Gesellen, wie Sie sie aäda verlassen haben und allhie in der See-, Kauf- und Handelsstadt N. antreffen, n. Z. u. E. n. H. u. G, also m. G. finger von der Rednerbühne aus, bis auf den Fußboden, gekommen. —- Am Schluß seiner Rede schlug er noch einen Volbtz�nden für die Ansammlung vor, welcher auch gleich zu sunktiomren begann, ohne daß über ihn abgestimmt wurde. Jetzt wußten wir aber tlock immer nicht, wer einProietaner ist? Vielleichl sagt eS uns der rwe-ic R dner? Aber da sollten wir unS wieder läuschen. Neben der schon bekannten B.schverde über Beschimpftlng, zählte er die guten Thateu �r Demokraten, wa» fie, seit sie die G-rneuioevenoaltting in Händel hätten, schon Alles geleistet haben. Für die guten Ttzaten danken'x es hat unS schon so viel genutzt, daß wir, snt die Herren-u" Ruder sind, beinah die doppelten ll.» tagen zu bezechlcn haben, und das all»« in einem Zeitraum von vier Jahren. Dann wurden die W'hter auf- gefordert, zahlreich zur Wahlurne zu gehen und im Sinne d" rufet zu wählen; trotzdem der vorserqehende Redner tag'«, Ö'e sammlung sei nicht zum Zweck der Wahl einberufen. Von oe'� dritte» Redner— auf der Bühne schon mehr ein Komcker— hoff!«' wir ge- wlß zu erfahren, wer ein Proletarier ist? schon deswegen, wess,"**n" «alt, Schrrftst.ller und Abgeordneter ist. Aber nichts da. Rcan hat uns Proletarier geschimpft, die Ehr« der Stadt Mannheins na4l „außen" gefährdet. Dies war Alles. Nun wurde eine Refoluiion, die schon in Hunderten von Exemplaren gedruckt war, verleseö und I»r- über»uich Ausstehen abgestimmt. Der BersammlungSderichi wist: Dl» Versammlung erhob sich wie em Mann. Es hätten also Aüe für die Resolution g-stimmt. Das ist eine Lüge. Die Mchrzahl m�''>Ho» während der Bersnmmlung stehen, konnte also durch Srtzendl"oku ihr» Stimmenth.liung nicht bezeugen und eine Gegenprobe wurde"fcht»er- langt. Die» das Zerrbild unserer Mammonsanbeter. Wir überzeugt, daß das Ganze blos eine Spiegelfechterei und p>°r>oniicher Ehrgeiz ist Wären wir Socialisten in geschlossener Schaar vn Alaon getreten, beide Parteien lägen sich einander in den Armen.—®ie Parteigenossen und deren F.ennd« hier»nd aus der Utng g-nä werde» ersucht, bei dem am lS. dss. stattfindenden Stiftungsfest zahsi reich zu erjchänen Dr. Dulk von Stuttgart hätt die Festreoe.~r- Karlsruhe, 1. Sept.(Volk« Versammlung.) Gest-»» Hiflt-Tl wir ein« Vuttsversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand' l) Die Geichaftskr fis und die Forderungen der Socialistischen Arber�lpariei Deutschlands. Ueberdeu ersten Punkt referirte Herr Hagender�' au« Pfoizh im. Herr Scheil aus Stuttgart referirte über den, weite» Punkt der Tagelordnung. Zum Schluß wurde von de» beiden sitzenden zum Abonnement auf die Parteiorgane aufgefordert. LarlStMtze, 7 Sept.(Situationsbericht.) In ganz Deutsch- land t» fett dem Einlgungstongreß eme rege Tbättgkeir entfallet wor« den. Von allen Seiten liest man in unfern Paieibtättern, wie unsere B strebungen Anklang finde». Nur hier von Carlsruhe ist gerade daS Gegentheil zu b-rich-en. Die letzt abgehaltene Volksoersammlung war so schwach b, sucht, daß man sich keiner derartigen erinnern tann. und gerade die Parteigenossen fehlten. Es ist als, di- höchste Znt, baß wir uns aufraff n. Durum, Ihr Socia isten in CarkSruhe und Umgegend uno Ihr L«ser des„Neuen Social-Demokeat" und„Volk»staat", be» denkt, daß es uns tief beschämen muß, wenn wir in u- fem Bewegung hier am Ort« säumig werden, bringt Opfer für das Abonn>ment und vi« Gemaßregelten. Auch bitten wir auswärtige Redner um Unler- stützung. Chr. vi. Bremeu, 8. Sept(Die Sedanfeier.) Im vorigen Jahre «aren hier mehrere„Herren" zufaminengetreten, aus welchem Stande und von welcher Gesinnung, brauch« ich wohl nicht zu äußern, um eine Sedanfeier zu Stande zu dringen Ich h-,ße eS. nebenbei gesagt, Haß g-gen die Feanzosen der Schuljugend fchon einptägen, denn es wird 3 Tage von weiier nichts unterrichtet, als von d«n Franzosen. Im voiig-n Jahr« haben Rese Herren«m ordentliches D sizn gehabt, da« später vergeblich zur Bezahlung aus dem Siaatssäcket Senat und Bür- gersch lst vorgelegt wurde. Dueinul ist es aber den Herren gelungen; so daß von Senat und Bürgerschaft 3000 Mark zur Sedanfeier be- willigt wurden. Trotz», m ist es in diesem Jahre viel sparsamer zu- gegangen, als IM vo igen. Als vor einiger Zeit 3000 Mark für de» Ausbau der Z lchen chule an der Großenstraße bewilligt w r en soll- te>, emer S hule für Lehrlmge der Handwerter und junger Arbeiter, war sreilich kein Geld übrig, und es muhte erst eine heftig« Diskussion em stehen. Aber in einer Zeichenschale fliegen ja auch keine Gr-naten herum Nun zur Sedanfeier Di« Schull-tzrer hatten nebst d- Kia» deru Feiertag; in jeder Kirche ward eine Predigt gefallen, wenn die Pattoren auch nicht recht wußien, was sie predigen sollten— das passendste Thema von Ka n und Abel ist ja zu titzlich—, so thaten sie doch ihre Schuidizk lt. Aas den Mark Plätzen und in den Slraßen durfte-! keine Aemüsewaaren ausgeboren werden. Am Vorabenv war Fackelzug; am Yauplad n» von S arte wegen Illumination, woran sich h>e und da auch e-nzelne Bürger belhe-ligien, o,e dabei ihren Nutze» fache» wollten Bierdallen uns Tanzsal» rs halten ihr Bettes gelhan, um recht vu-le Mmichen heranzulock n Denn von Polizei wegen war hier dew, daß fie auf meine Forderung erschienen sind und Ihre» Eyrb. Eintritt in den Ehrb. HanowertSjaal ge- nommen haben. Nach Zuuft u. f. w. sonst wurde biet ein Prozent Einkommensteuer bei flottem Verdienst bezoh ii, jetzt schätzt der Staat» b. h. die Schätzangsbürg-r» jeden Em- wohner uno man muß zwei Proz-nt bqahlm' wenn nicht gar drei Prozent erHoden werden, wre et schon in Vorschlag gebracht ist, trotz stillem Geschäft und arbeite loset Zeit. Da»«eitere ll.th'il überlaste ich jedem geedrten Leser. Johann Mryer. S leriburg, 13. Septbr.(An die Abonnenten de»„Neuen Eocial-Demokrat" und deS„VolkSPaat".) Parteigenosse»! in wenigen Taigen beginnt wieder ein neues Quartal»' dann liegt es an Auch, zu zeigen, ob Ihr gesonnen seid, den ArbeUerblättetn mehr Verbreitung zu schaffen, als eS bisher der Kall war Es tritt die Pflicht an einen Jeden heran, mindestens bajür Sorge zu tragen, daß d,e AboNiientenzahI verdoppelt wird» wenn daS Austragen der Blätter Bestand haben soll. Bleiben wir anderen Orlen gegenüber nicht in der Bewegung zurück, sondern gewinnen auch wir eme tüchtige Abonnentenzahl, damit die Partei in finangieller, so wie in geistiger B zlehung Mehr geträfiigt wiro. Damit alle Abonu-nten, sowie Solche, die abo Niren wollen, ihre Meinung darüber austauschen kZniwn, wie und mit wem sie da? Blatt zusammen lesen wollen, s« ersuchen wir Sie, sich zu einer privaten Besprechung Sonnabend, den 18. Septemb-r, 8 Uhr Abends, im BergkAIer zahlreich einzusinden. Mit B.uoergruß Die 3eitung»tommlisi«n. Bernburg, 8. Septbr. sErinnerung an Lassalle's Tod.) vonnlaz, rv August, leierten die hiesigen Parteigenossen den Sterbe- tag Kerdinanb Lassalle's durch ein gemüchliches Zusammensein. Partei« stenosse R Sandmann aus D-ssau ht«tt vi» Aest.ede. Er entwickelte j m seiner R�de die Tragweite der Lehre Lassall-'s, und zeigte, wie der i Meister das Proletariat aus dem Schias gerüttelt und die Fahne der " Kreih.'it»ieoer aufg-raffl Hab-, nachdem sie 15 Jayre lang m den Koth getreten war. Er, der Dohu.geschtedens, würde sich heule freuen, wenn er die Streiter o-g rußen köume, welche unter den deutschen Arbeitern seit seinem Tode erstanden sind. Auch legte Redner es den Frauen und Jungfrauen an'S herz, daß sie nicht den Manu oder Bräutigam zurückhalten sollten, sich dem SocialiSuius anzuschließen. E>n dreimal donnernd«S Hoch aus Lassalle, sowie aus die Piol-larier all r Lanser folgte. Eme TelstrsammUng für Parleig-nosse©ehren- berg zu Altana ergab die Summe von 4.03. Mit socutl-demokranschem «ruß C- Pohlitz. Krgnkfurt«. WL, 13. Sept.(Die Socialisten Franksnrts und der Umgegend) werden ersucht, bn der Schmückung der Grä» der der i» Jahre 1848 am 13 September gefallenen»lanner au« dem Volle sich zahlreich zu decherligen. ES ist Pfliht jedes Arbeite, s, Män- ner zu ehren, denen Freiheit und R»cht des Vdike« höchstes Gut war. Die Oedächtnißfeier findet Sonntag, den IS. September, Vormittag» 10 Uhr. auf d m Frankrurier Krieohot statt. Das Eoiulee. Grost-gbertel. 9. September.(Festbericht.) Sonntag, den d.h., fand i» Saale de« Herr« Zurmühle» das ElisNingetest des Arbeitet- «ahlverems und Laffalle» To des sei er statt, wozu sich Partrigenrss-u von nah und fern zahlreich ring funden hatten Krüh morgen» Mach- ten sich Parl-igeuossen von Groß Berkel mit Musik a�f den We�, um die Parteigenossen, die mit dem Zuge von Hannooer gekommen waren, am Hameler Bahnhose in Empfang zu nehmen. Circa 80- 90 Mann trafen daselbst zu unserer Freude ein, und zwar der Arbeuer-Ccinger- »und aus Limmer, der Gesangverein Maria a-s Lmden, der Sesang- vetein Ferdinand aas Hannover, der Arbei'er-Frau-n- uno Mäoch-n- verein aus Lrnden und noch m-hrere andere Parleigenossen. Um 3{ Uhr begann der Festzug. wozu sich noch Parteigenossen aus Hameln und A-rzen eingefunden hatten. Nachdem der Festzug beendet un vor dem Lukale w eder angekommen war, jprach Herr Glebe auS Hannaoer tm Namen b-r Berkeler Parteigenossen einen FAtgruß an die Kestge- Nossen, worauf dann zwei Damen des KrauenveieinS aus Linden die drei anwesenden Fahnen M" Äränzen schmückten. Dann wechselten Grsangsoorträge, von den anwesenden Ltedertafeln, und Conceri«u nnanbet ad, worauf dann Herr Gleb« unter großer Beg-rtterung per Anwesenden die Festrede hreii. Um 7 Uhr begann der Tanz. D»s P'v- selbst verlief m der schönsten Orduung, und trennten sich die an- »e„«nden ihestgeiioflen früh am andern Morg n; die Fremden wucden mit Musik zum Orte hinuu« begteiiet Sammtlrchen Freun en und Freundir ülN unteren innigsten Dank dafür, daß sie sich so zahlreich au unser, n Fest beiheiiifli haben, und wünschen wir bald wieder mit chaen ein foich s F st zu teiexn. H. Heinemann. Varmbeck, 2». August.(Arbeiteroersammlung) Heute hielten wie el.e Lff-nttiche Acbeiterversamm-ung ab, welche»on mehr als 300 Mann bes.-cht war. Jn's Bure u wurden als erster Vor- sitzender Herr S'Mens, als zwe ter Herr Bencke und Unterzeichneter als Schr-flsühret gewäh!) Der R-ferent, Herr Peter Müller au< Cöln. Iptach über diu Getft d?s 19 Jahrhunderts, wobei«r nachdrücklich gegen die Gräa»! der Kriege sich wandte u-io großen Beifall»r t t. Berlin, 9. Sept.(Deutscher Bäckerverein.) Auf v-ichtaß «S PorstandeS trat ich am 19 August die zveue Aaitat-onsr-il'e an. Dies-, de wurde aber scho» den 20. ckug in Brandenburg aus tom sche TLeise unterbrochen. Da der dortige Altgeselle dre Versammlung»rcht angemeldet hatte, durfte dieselbe nicht statifinden. In Folge d-ssen gingen wir in»in üatte» total und tranken in Äemüih ichtett ein TlaS Bier,»ob-i ich das Frantiutter Lied zum erst'N Bäckertongreß vor» �-_________!_i__________________-.------------- Die Gesellen. Ist recht gern geschehen, nach HandwerkSge» brauch u. s. t». (Brüderschafts. Vertrag, ettvanige Klagen, Brief« und dergl. Werden zunächst vorgenommen.) Worts» hrer(kloptt wieder dreimal auf uns spricht): Also w. G u. E., ist noch der eine oder der andere, der eine Klage oder sonst eine Sache vorzustellen hat, der bringe seine S che mit B scheid enheit vor; so er Recht hat, soll ihm Recht wider» sahren, so er Unrecht hat, soll er nach der Grstalt der Sache zur Buße gezogen werden, gleich»ie eS mir und jedem andern Chrb. Maurergesellen widerfahren ist, nach Zunft u. s. w. Nun i pricht der Lehriecundant dessen, der sich zur Ablegung ber Brüderschaft gemeldet hat. Folgendes: Al'v mit G. u. E., daß ich meinen Ehrb. Vortritt reehme; ich habe keine Klage oder sonst ein« Sache vorz«st-llen. Es wird dem Ehrb. Wortführer und der ganzen Gesellschaft bekannt und bewußt sein, daß«ich dieser(indem rr auf Emen hinzeigr) Ehrb. Maurergesell schon vor vierzehn Tagen aufgefordert hat, sein Ehrb. Lch,see,ndant bei der Ehrb. Brüderschaft zusein, und ich ihm dieselbe nun so Welt beigebracht Hab: und nun willens bin, sie mit ihm abzulegen, so fern der Eh»b. Wortführer und die ganze Gesellschaft damit zufrieden ist,«. Z. u. E. n. H. u. G, a. m G. Wortführer. Ich bin damit zufrieden und hoffe, die ganz« Ehrb. Gesellschaft wird auch damit zufrieden iein; wenn cS nach Handst erksgedrauch ge chieht, so kann es recht gerne geschehen. N Z. u.(f n. H. u. G, a m. G. Sie werden so gut sein und den Ehrb. Maurerg-sellen auffordern, mit welchem Sie ge- benkm, die Ehrb. Brüderschaft abzulegen. Alsdann fordert der Lehrsecundant den auf, welchen er zur B üderichaft vorbereitet Hut, indem er ihm leise in'S Ohr spricht: Also m E. u. E. Geiellichast, ich hätte gerne Lust, die Ehrb: Brüderschaft mir Ihnen zu machen, nach Zunft u. s. w. Der Gesell a- twoitet: Kann gerne geschehen, m. G. Der Lehrs cundant fordert nun einen Schreibsecundanien aus, indem er einem Gesellen in's Ohr spricht: Also m G u. E., ich hätte Sie gerne aufgefordert, mein Ehrb. Schreibsecundant bei der Ehrb Brüderschaft zu sein. N. Z. u. s. w. Der Schreibsecundant erwiedert: Kann recht gerne ge« schehe?,. Der Schreibsecundant hat zu berichten, wie viele Fehler ge« matt werden, jeder Fehler wird mit einem Strich unterm Hut bez. ichnet und mit 2 Schill gebüßt. Im Falle-er«ehr als sied n Hchler hat, muß er sich die Brüderschaft nochmals als ein Un.- Rüdiger erwerben. trug, was großen Beifall fand. Auf Verlangen gab ich Adem ein Exemplar mit oem Kongreßp otokoll und tiua fast J-d'r als Beitrag zu den Druckkosten 1� Sgr. bei. Als dies die Pol z-i foh, wurde ich gefragt, ob ich einen Gewerbeschein habe? Aus m-ine V-'neinung wurde ich»erhastet und den 28 August wegen Sewe,b'steuerd»trau- dation vor Gericht geführ,, von d-«,»Iben aber vorläufig auf freien Fuß gesetzt, da sich der hohe Serichiihof erst b-i dem Appellativ' Sge- rrcht msormiren will, ob meine Suche als Gewerbe zu betiachten, und wache Steuer maß« benb fei Da ich nun in den meisten Dtä»ten»u spät eingetroffen wäre, reist- ich wieder heimwärts. Zu meinem Er« staunen fand ich sdon wieder eine Vorladung. Auf Antrag der liest gen StoaiSanwalis»ast ist die Vo u>.teisuchu»g gegen mich eing-I'it-t, da ich die verschiedenen GelellsbaftSklaffen durch Veibreitung des Proto» kolls vom Kongreß zu Pewallthäti ketten gegeneinander oufaereizt haben soll. Ob etwas nachkomm-n wird? Ob ich dadurch von meinem furchtbaren Tretben ablasse? M t kruserg' uß E. Pfeifser, Burgstr. S, b-i Merkel. Berlt». 15. S-pi(Zur Beachtung für Etuiarbeiter.) Da wir wegen Diff renzen mit ö-n Herren Weber u. Sichhorn hin die A-b rt eing st üt hlden, ersuchen wir die Kollegen in Sü«de:,tschlanb, den Zuzug fern zu halten. Mehrere Arbeiter Zürich 8. Sept.(Fachverein der Ei-losfer.) Wie die Ar. beiter anfangen, üb-rall sich zusammenzufinden, um gemeinschaftlich die Arbeiter suche sö-dern zu Heises, so haben auch wir hier in Zürich un« vor etwa 6 Monaten zusammengefunden und einen Fachverein der Schlosser in'« Liben gerufen, verbunden mit einem unenlgeltlich-n Arb->t»vach»eisebur«,u. Von diesem will bis auf den heutigen Tag nn Theil der hiesigen Meifterichafl(Meistrrvernu) durchaus mchiS wissen, sondern hat ein eigenes A beitsnachveisebiireau gegründet»el» ck'S sich in der„Herberge zur Hnmach" befinbet und uns schädigt.— Um diesem llebeinunoe abzuhelfen und die Arbeiter mehr und mehr zu einem Ganzen zusammenzufahren, ersuchen wir alle Kollegen, welche nach Zürich reisen, sich nur unsere» ArbeitSnachwelscbureau« zu bediene»;-s befindet sich dasselbe im Gasthof„Zu den g»Ide»en Siemen" am Tonhallenplatz, woselbst auch das Verev.i, lokal sich bifubel. Auch ist der Gasthos z-m liebernachten sehr geeignet. NB. Alle Arbeiterdlätter»erden um Abdruck dieses gebeten. Der Präsident: O. Wolters. * Dn:„Gewerkverein" läßt in seiner letzten Nummer einen gewissen Karst, Gmeral-Sekretär der Maurer, folgende Ergötzftchkciten produziren: In letzt r Zeit haben e» sich die Agitatoren der S-cialdemckratie einmal wieder recht angelegen sein lassen, nach allen Richtungen unfe- res deutschen Vaterlandes hin«utzuschwärmen, um&u:ch Vorträge die Äib'iier, besonders die M-iurec, tür ihre Suche zu g-winnen; und namentlich sind Ue recht bemüht g-wesen in erster R che einen Feuer- brand in die best hrnben Hirsch Duncker'schen Steweltver-ine hmemzu- w-rsen. Jetzt, sagten sich diese Herren, ist es Zeit, das Sch aven an- znbohren, am es sink-n und untecgeoen zu lussen; jetzt ist ee Zeit, das Eisen zu schmieden, denn in den G-»erkoeieiiien herrscht lliisruden. das Werk maß alio ganz unzwei! Ihast gelingen.— A.me Socmld-makraten! Wie habt ihr euch getäuscht und wie werbet ihr euch noch f-rner täuschen! W>e konnt-t ihr wohl auf den Gedanken kommen, daß unsere Organisation, tue auf festen und gesunden Füß-n steht, zu Grund« g.he« werde, weil mnerchach derselben einige reudige Schafe sich befanden. Sero versichert, man oerst-ht es hier sehr gut, krankhafte Elemente zukamen, oder,«4: geschehen, ganz zu beseitigen. Die Atbetter, und insb-sondere unsere Mliglieder, sind sich sehr wohl bewußt, daß die Pcmzipien der Eoc.aldeiuokcaten, nämlich voll- ständige Umwälzung all r staatlichen u d geselllchulil chen Velh iltniffe auf revolutionäiem Wege, nur zum verderoen führen kSimen un» daß jegliche« R-cht uno jegt che Fre hei! hierbei verloren gehen. Sie zieh k üpst— gnn, frachilose find und daß es besser sein wücde, den ar- men Ärbeitern dt« sauer erworbenen Gioschen zu lasset», um sie zw-ck- dienlicher im Familienleben zu verwenden. Ich wiederhole, eure Bestrebungen sind umsonst, denn Recht un» Wah Veit wird sich nicht besiegen lass n. Nun wollen wir, die wir ja zu den„armen Socialdemokra- ten" gehören, das Geschreibsel dcS Herchr Karst einet kleinen Krtttk unterziehen. Also die Agttatoren der Socialdemokraft« lassen eS sich sehr angelegen sein, gerade jetzt, weil in den Gemerkvereinen Zvie- tracht herrscht, überall htnzuichwärmen, um für ihre Idee Pro- paganda zu machen? Nein, lieber Freund, sei n Sie und sorgt, der Htrich-Duncker'schen Gewertvererae wegen, die Sie selbst mit einem Schiffchen bezeichnen, daß man nur anzuboy>eir braucht, Während der Z-it spricht der vorbereitete Gesell Folgendes: Als» m. G u. E., daß ich meinen Ehrb. Vortritt nehme vor diese Ehrb. Handwerkstafel, n. H u G, also m. G. Wortführer. Gunst genug, Geiellschaft. Der vorbereitete Gesell. Mu G. u. E, der Ebrb Wort- führer werde« mir erlaube«, ei« Paar Worte zu sprechen. Wortführer. Sprechen Sie mit Bescheidenheit, a m G. Der vorbereitete Gesell E« wird dem Ehrb. Wortführer und der ganzen Gesellschaft bekannt und bewußt sein, daß mich dieser Ehtb. Maurergesell aufgefordert hat, mtt ihm die Ehrb. Beüderschaft zu machen, dieweil ich es»icht unterlassen kann, rhm darin zu diene«, so fern der Ehrb. Wortführer und die ganze Gesellschaft damit zufrieden ist, n. Z. u E. n. H. u. G., also m. G. Wortführer. Gesellschaft, ich bin damit zufrieden und die ganze Gesellschaft wird auch damit zufrieden fern; wenn eS ge- schuht nach Handwertsgebrauch, kann eS recht gerne geschehen, also m G. Die Gesellen. Es ist löblich. Nun fordert der vorbereitete Gesell sich einen Schrcibsecum danten auf, und derselbe tritt dann vor und spricht: Nach H u. 6, also m G Hieraus, nachdem die Sch> erbsecundamen ihren Hut sdie Gesellen müssen beim Eintritt ihre Hüte ab'-eh- men und an einen hiezu bestimmten Platz hinlegen; unter lass n sie es, so sind sie strafbar. Sie dürfen den Hut nur am Schluß des Gerichts aussetzen) geholt, spricht der Schreibsecundant deS Lehrsicundanten zuerst: Also m. G. u E. Es wird dem Ehrb. Wortkührer und der ganzen Gesellschaft bekannt un» bewußt s-in, daß mich die- ser Ehrb. Maurergeseü aufgefordert hat, snn Ehrb Schreibsecun dant bei der Ehrb Brüderschaft zu fem, dieweil ich es nicht un- terlasscn kann, ihm darin zu dienen, sofern der Ehrb. Wortfüh- rcr und die ganze Ehrb. Gesellschaft damit zuftieden ist. Dass-lbe stellt der andere Schreibsecundant auch vor. Wortführer. Gesell chaft, ich bm damit zufrieden und verhoffe, die ganze Gesellschaft wird auch damit zufrieden sein. Wortführer Wenn Sie nur gut schreiben können. N. Z. u. E n. H u. G., a. m.(&( Der S-cundant. Zwei für einen(d. h. er ist bereit, zur Erhöhung der Strafe einen Strich mehr zu machen). Wortführer. Ist noch der eine oder der andere unt>r der Gesellschaft, der sich dre Ehrb. Brüderschaft nicht«rwande't hat und jetzt Lust hat, sich die Ehrb B.üderschaft u«d Bertrag zu erwan«ern, der n-hme seinen Vortritt, nach H. u. G., also m G. Die in der Bierstube befindlichen Gesellen, welche die Brü- um es sinken und untergehen zr» lassen, geht wahrlich kein Agi- tator hinaus in die Welt, sondern es hat dies„Ausschwärmen" einen ganz anderen Grund. Außerdem glauben wir gern, daß der Gewerkverein noch auf ganz gesunden Füßen steht; denn wenn auch ein Theil der bisherigen Führer und Leiter mit so und soviel Tausenden von Thalern durchgebrannt ist, so giebt es doch immerhin der Füh- rer noch genug, welche für das Sparshstem energisch eintreten werden und so den Verein hochhalten, um dann, wenn die Ar- better wieder etwas Tüchtiges zusammengespart haben, öffentlich zu zeigen, wie nützlich das Sparen für manche Leute ist! Wenn aber weiter in dem Artikel des Herrn Karst gesagt wird, daß die Eocialdemokraten auf gewaltsamem Wege eine vollständige Umwälzt rg der heuttgen Verhältnisse erstreben, währenddem die Gewerkvereinler auf ruhigem, gesetzlichem Wege die Lage. der Arbeiter verbessern wollen, so müssen wir doch lächeln. Wer von den socialdemokrattschen Agitatoven hat denn schon die Gewalt gepredigt? Gewiß Niemand! Oder aber hal- ten unS die Gewerkvereinler vielleicht deshalb für Rebellen, die man der Polizei denunziren könne, weil wir nicht den Hunden gleich mit dem Schweife wedeln und das Kriechen noch nicht ge- lernt haben, wie eS bei ihnen Mode geworden. Nun, wie dem auch sein mag, die gemachten Ausführungen deS Herrn Karst über das Wollen der Socialdemokratie stehen einem Gewerkvereinler sehr gut zu Geficht. Was sonst das„Abolitzen" der Socialdemokratie im Allge- meinen betrifft, so scheint es uns, als wenn diese Anführung nur Spaß sein soll, uns nehmen wir dieselbe auch nur als einen solchen auf. Im Uebrigen bitten wir die Redaktwn des Blätt- chens„Gewerkverein", daß sie noch recht häusig zur VAustrgung unserer Leser solche geistreich« Ausführungen in ihren Spalten bringen möge. Laieu-Evangelium.«) (Von Frudr. Sollet.) Prolog- rnher hallt eine uralt heil'ge Sage, it GrauS und Seelenangst betäubt ihr Hallen; Sie lastet, mitten in deS DuseinS Tage. Ein rres'ger Nachtmahr, lähmend, aus unS Allen. Es dröhnt ein Fluch, d-n Sott der Herr gesprochen, In seines Schaffen« schönsten Liebeltagen; Für das, tva« unser erster Ahn verbrochen, Solle» wir chn für alle Zeiten tragen. Doch wenn ich fest in'S düstre Aug' ihm schaue Uno tiefer horch« seiner Donaerstimme, Löst säuselnd sich der Fluch zum Segnrsthaue, Und Liebesllberschwang jauchzt aus dem Grimme.— W-lch' schönes Laos war Adam zugemessen! Zu wandeln unter ewig frisch n Blülh-n, An schwellend süßer Frucht sich satt zu essen Und tiefen Frieden« leiseS Glück zu hüten. Nur von dem einen Baume der Erkenntniß Mußt' er geloben, keine Fmtt zu pflücken. fürwahr«n leichieS, kleines Zug ftäadnrß! WaS fehlt' ihm in de« Daseins Vollentzückm? Doch ich, bei Sott! nicht möcht' ich mit ihm tauschen, Noch heut' würd' ich die Frucht zu brechen wagen. Nicht mag ich Edens Klang halbschlummernd lauschen Und mich in dumpfer Unschuld Wohlbehagen. Mit solchem Wort wag' lch'S, vor Sott zu treten: Heirl hättest du den Fluch nicht ausgesprochen— Ich hätte für die Menschheit ihn erbeten, Ja! ihn zu hören, dttn Gebot gebrochen. Du triebst mich aus des Nichtslhuns Paradiese, Dein J.Id, die Well, zu bau'« mit saurem Schweiße, ') Sallet ist jedenfalls der tiefste Denker unter den politischen Dichtern D utichlands. Sein Mersterweik ist das Laien-Evangelium, welches d>« Pfass-n zum höchsten Grimm enlst.mmt hat, denn der „Sott", welchen Sall-t dort v-rherrl>cht, ist nicht der„Gott" einer R lrgion, sondern der Jnbenriff der Erhabenheit der Natur und der rein.n Idee, welche die Menschenbrust erfüllte. Sollet war Ah ist. W on unfern Leiern Salltt'« G-danken entsprechen, und wir zw-neln nicht daran, so werden wir allmälig daS ganze Laien. Enangeliuw ver- öff ntlich'n derjchaft erwandern wollen, haben nun Emen beaustlagt, sie bei der Geiellschaft anzumelden; dieser tntt vor und spricht: Also m. B. u. E., der Ehrb. Wortführer und die ganze Gesellschaft werden mir erlauben, etn Paar Worte zu sprechen n. H u. G., a. m. G. Wortführer. Sprechen Sie mit Bescheidenheit. A m. G. Der Beauftragte. Also m. G. u. E. ES befindet sich in der Bierstube ei» Gesell, der auch wünscht, hernngesordert zu werden, denn er hat Last, sich die Ehrb. Brüderschaft und Ver- trag zu erwandern. N Z- u. Ehrb. u. s. w. Wortführer. Also m. G. u. E. ES wird nemlich die ganze Geiellich ist mtt angehört haben, was dieser Ehrb. Maurergesell borgest llt hat. Wollen wir den Maurergesellen herein fordern lassen? Die Gesellen. Es ist löblich. Wortführer. Soll ich mir einen Ehrb. Mautergesellen wäh, len, oder will die G lellichaft sich einen wählen, der den Mau« rergesellen herein fordert? Die Gesellen. Ehrb. Wortführer hat das erste Wort. Wortführer. So wähle ich mir den Ehrb- Maurergesellen N. Darauf wendet er sich zu demselben und spricht: Sie wer« den so gut sein und Ihren«hrb. Au«, und Eintritt nehmen und den Maurergesellen N herein begleiten n. Z. u. Ehrb. n. H. u. G, a. m. G. Der Aufgeforderte nimmt seinen Hut und spricht: ES kann recht gerne geschehen. Darauf nimmt er seinen Austritt, indem er spricht: Also m. G. u E., daß ich meinen Austritt nehme und den Maurergesellen herein begleiten mag, nach Z. u. E. n. H. u. G., a. m. G- Nun sucht er den Junggesellen in der Blerstube auf, geht auf ihn zu und hebt seinen Hut vom Kopf, was der andere auch thut, worauf er ihm leise in'« Ohr spricht: Gesellschaft, Sie werde« so gut sein und Ihren Ehrb. Eintritt in den Ehrb. Handwerkssaal nehmen, nach H u. s. w. Der Junggesell. Kann recht gerne geschehen, n. H. u. s. w. Der Abgesandte muß ihm die Bierstube öffnen und hinter ihm wieder zu machen, ebenso die Thür« des HandWerkssaaUs, woselbst der Abgesandte dann sagt: Also m. G. u. E., daß ich meinen Ehrb. Eintritt nehmen und diesen Ehrb- Maurergesellen herein begletten mag, n. Z. u. E. u. s. w. Der sich die Brüderschaft erwandernde Gesell nimmt auch einen E.mrttt und spricht: Nach Handwgb. u. s. w. (Forts, folgt.) Und sieh! auZ einem Kind ward ich ein Riese, Jetzt erst verdien'»ch, daß ein Mensch ich heiße. Gott sprach sund Hohn kam nie aus seinem Munde): „Bleich unser Ein-m ist der Mansch geworden. Vom Guien und vom Bösen hat er Kunde." Ja Herr! er trat in freier Geister Orden. „Darum, auf daß er sich nicht gar vermesse Und, gleich mir s Iber, ewial'ch zu bleiben, Nun auch die Frucht vom Baum deZ Lrbens esse, Will ich ihn aus dem Paradiese treiben. „Der Acker sei verflocht um deinetwillen! Du sollst dich näh en drauf mit Noch und Kummer, Im Schweiß des Ang ficht» dm Hunger strllen, Bis daß du sinkest hin zum Todekschlummer. Denn du bist Erd' und werden sollst du Erde."— Ich juble Dank für dieses Wort voll Schreren; Durch diesen Fluch sprachst du ein zweite«: Werde Schlummernde Gotieskraft in mir zu«ecken. Den Geist h-st du verbannt aus ew'ger Stelle, Auf daß er sich in Thaten soll bekunden, Bis er dein Weltenall, ein freier Wille, Es neu dir nacherschafftno. überwunden. .Der Arbeit Härte kann ihn nicht erschrecken: Du sprachst ibn frei, das Höchste zu vollbringen. Sa wird er, rastlos, Ziel aus Ziel sich stecken, Zuletzt dich selbst, erkennend, zu bezwingen. Ja Herr! zur Freiheit hast du unS ermächtigt, Und wer mit Riesenliebestraft des Geistes Eindringt in deine Burg, der ist berechtigt, Und sein Beginnen segnest du, sein dreines. Dm Tod hast du unS nur zum Pfand gegeben, Daß wir in dir einst ew'ges Leben finden: Diewstl wir fähig sind zum ew'gen L bm, M�ß, was an uns noch endlich ist, verschwinden.— So gönne, daß mein Wissen ich gebrauche, Zu streben nach der Wadrheit tiefsten Gründen. Ich spüre was in mir von deinem Hauche: So lang' ich Mensch bin, will ich'S menschlich künden. Um schauend, bis zu dir sich zu erheben, Braucht Faust sich nicht d-m Bösen zu verschreiben. Ein düst'rer Volks mahn! Nach dem Tufsten streben Will ich, und doch dein Kind in Demulh bleiben. Die ganze Menschheit wirkt am großen Werke Jahrtausende, dich, Urgfist, rein zu schauen. Du heil, gleft zum Weit auch meine S'ärke. Dem Lieveeabgrund nah,' ich ohne Gr«uen. Deshalb ja sind wir Edens Ruh' entnommen, Zu Kampf und Arbeit aus des Friedens Klarheit Daß wir nicht hüten, was uns überkommen— Nur was wir selbst errangen, sei uns Wahrheit. Und Hab' ich in der Forschung Dämmerungen Manchmal vielleicht d«S L chleS Pfad verloren— Hß«a>>n.["2,00 SWorftrt Sonnabend, 18 Sepldr., -OttUN.«bends«fc Uhr, im G-.f 6 Polen», llU» Jokobsstr. 83, veschl. Mitgltederversammlung (F. H7 f de« Vereins s>,8'� der Sattler und Berufsgeiivssen T-O: Beralhusa der Cenlrut Kranken- kassmstnw!-n und Verein?an«el-aenh-ilen. Fri drtchsberg. Sonnwg. 19. S»pt., V»imul«fls 10 Uhr, im„Deutschen Reichsgarten", RummeiS- (F. 29.) buraerst-aße,|2,20] Trotze Volksversammlung. R f: H-.rr Fin n aus Berlin. All« Part-igenossen der Umgegend sind freundlichst eingeladen. ÄtliGr»/» Sonnabend, IS. September, «.UvUU. Abend« 8 Uhr. im Englischen Garten, Volksversammlung. T.-O.: Der Handel mit Menschenfl-isch. Ref.: Herr F. W. Fritzsche au« Berlin. (F. 20.)>. Farschner. sl.SO� Allgemeine deutsche Associationsbuchdruckerei zu Berlw. (Eingetragene Genossenschaft.) Der uninzeichnete Vorstand bringt hierdurch folgenden ProtokollauSzug deS hiesigen Könizl. Stadtgerichts zur öffentliche K'nntniß. v«» I» t» de«re«l in Sachen der Allgemeinen deutschen AssodattonSbuchdrucherei zu Berlin. sEmgelragme Genossrnsch,ft.) I. Eingetragm in das Genossenschaflsregister bei Nr 77. Col. 4. In der Generalversammlung vom 29 August 1S7S ist eine Abände rung der§§ 1, 3. 6. S. 0, 10, XI, 12, 14, 15, 16, 17, 20, 21, 22. 24, 26, 27 und 28 des Statuts beschlossen worden. In den Vorstand find gnsählt: i) der Schriftsteller Wilhelm Hass-llmaun zu Berlin, alz erster Disponent: 2) der R-dakieur Friedr. Wilh. Fritzsche zu Berlin als zweiter Disponent: 3) der Buchhändler Heinrich Racko» zu Berlin als Kassirn. Zur rechtsverbindlichen Zeichnung ist die Unterschrift de« K«! sirers und eines Disponenten erforderlich. Eingetragen zufolge Verfügung vom 8 Stpdmkc 1875 am 0. S-pt. 1»75. (Akten über das GeuossenschaftSregister Bsilageband 77 Eette 33.) Famer, Sekretair. II. Nachricht erhält der Vorstand. Berlin, den 9. September 1875. Königl.ches Stadtgericht. Abthdlung für Eimlsachen. (Stempel.) tF. 97.) Der Vorstand. Heinr Rackow. [12,40J Sonnabend. den 18. September, in Siadli'«, früher Tlltge'S, Salon. Bateniinekamp 41, Trotzes Vereinigungsfest der focialistisch. Arbeiterpsrtei, bettehend in k«ncert, Ball u. deklama- tarifchen Barträge, unter Mitwirkung der Liev-ilafe! Lassallea. � Festrede, gehalten v»m ReichstsgSab. ges>dnet»i, Hrn. Motteler au« Leipzig. Kasseniffnung 8 Uhr. Anfang 9 Uhr. Herrenkart« im Borau? 30 Pf., Damen- karte 20 Pf An der Knss« Herrenkarte 40 Pf, Damenkarle 30 Pf. Karten sind in allen Versammlungen, bei »en Co miiee- Mitgliedern und in allen d«. konnten Wirthschaften zu h»ben.(4,80) (F. 1.) Das Com'ie«. 9lffnnrr dtntag, den l7 Scpt., mittiiu» Abend? Uhr, im Gründung« lokal bei Fick, gr. Rotenstr. 116, «eschloffene Witglie«erverf«m«lu«O der Mnurer-ArbettSlnkte««d Erdarbeiter. T.-O.: VeremSangeiegenheiten. (F. 20) Flederiisch.'[2,20] Cöln« Rh. Dtej. Parteig., ote geneigt sind, Gesangverein z. gründ, werden erf, Hamburg. in Ha»sch'(fjubloW, Schauenburgnstr, Oeffextliche vers anaelegenheiten.— Abrechnung. Die Sonntagsoersammiung fällt Lokal Rothenburgsort. Concert und Ball, arrangirt von den Mitgliedern der Socialistische« Arbeiterpartei Deutschlands, unter Milvirtung der Liedertastl „Laffatlea". Festrede, gesprochen vo« Herrn A. Herren- uno Dameittarten 40 Pf. Im Auftrage de« Comttee's: (F. 6'.) H.«adow.[2,60) Altona. Frrttag, den 17. Sept., Abend« piädse 8j Uhr, in Heinson's Salon. Oeffentliche Cigarreu- Arbeiter- Versammlung. T-O.: Daß Verbot betreffend die Mi!> aliederveisaminiung des deutschen Tabak- Arbeitervereins zu Aliona. Ref.: Herr F. W. Fritzsche aus Berlin. Wegen der Dimglichkeit der Sache for- der« ich alle Kollegen auf, präds« zu er scheinen.) 3,00] (F. 2«) P- Gütschow. Tremsbüttel. Sonntag, den 19. Sept., Nachmittags 5 Uhr, Volksversammlung. TageSordn.: Vortrag des Herrn Hasen. clever. sF. 20.) Sundelach.[1,60] Qitfzrtjf Sonntag, 19. Sept., �UvvU-. in Hiid.b andl'S Garten, Arbeiter- Verbrüderungsfest, bestehend in Cts«cert,Jllumiuatiott Feuerwerk, Festrede«ud Balt. Anfang 4 Uhr. Einlage i chtark. Auswärtige Parteigenv»-» frei und sind dieselben freundlichst eingeladen.[3,00] Karten sind hei allen Com teemitgliedecn zu haben______ D 3 Comii-e. 9�(1 Vm�n Sonnlag,»m 19. Sept., -ÜUimUi» Abends 6j Uhr, (F äS) bei Berger, Rödigerstr,[>,20] Oeffr«tliche Ve,samml««g des Arbetter-WahlveretnS. RtlFNI l»» Di« hufi,en Holzarbeiter .-CUtiilvii.(tefp Schreiner, Drechsler. Küper tc.) werden grbeien, wegen Be- grünoung einer M.IgliedichafI der Allgem. "Holzarbeiter-Gewdckscdost Montaa, den 20. v Ml«., bn öerrn Berger, Rödigerstr.» Ecke, zu einer Besprechung tu erscheinen. «F. 75) I.A.: N»albertW-ßIer[1,60] ßtlrtf Sonntog, den 19 Sept, otlvi. Nachm. 4 Uhr, beim Gastwirth Jarr, Brunswieck, Tanzkränzchen, arrangirt vom..Arbeiter-Gängerbund Herr.nkarlen 30 Pf., Damenkarlen 50 Pf. sind an der Kasse zu hoben. Kinder frei. Um zahlreiche Bitheiligung ersucht __ Das Eomitee.[2,00] Bremen. in der Hermannshalle, «efchlvffene Mtgliederversammlaug der Soeialistischeu Arbeiterpartei Deutschlauds. TazeSordnung: l) Vortrag. 2) Antrag einiger Müglieder, beireffend den Aöonne- mentsbetrag der Partetbiätter sür vrem-n. Zu dieser Versammlung haben sämmt» liche Abonnenten deS„Neuen Eocial.Demo kral" und„Volktstaat" gegen Vorzeigung der letzten Nummer freien ZuKitt. Alle müssen anwesend sein. (F. 67.) Der Vorsitzende.[3,40] Sonnt., d. i9,, Morg. 10 Uhr, bei Joaae.I Verhältnisse halber aus. Str-'tzeugasse 10». z. erich. H. Sch. j 0.90)1(F I.t H. Götz.[3,20] SKnni nenf? Arbeiterpartei... Üd-m, Laiierstr«8 --»nnadend, 18 sep!., Ab ndS 8 Uhr, bei MattheS, Neuestc 45,[1,20] Geicklvffeiie MitglieServerfammlung »es Sucial-Semotratischea WadlveretnS. Hestabr. Lokal-Aug. Ber d Co«Mission, tc. Guten Lvitireru oder Sortirertuneu wird dauernde und lohnende Arbeit nach» gewiesen durch[2,50] Emil Reichardt, F-iedenstr. 14, Sortirm'tr d-c Firma W Brunzlow U. S. Ich rmpt m. Fieuno u. Parleigen. m. Schank- u. Gpeiselotol. Der„N.Soc.-Dem." t.auS. G. Scholz. N Scktznhauterflr.b.[ 1,50] Uns. lieb Bat», Schwager- u. Großvater Andreas Gebe zu s. 52 Seburtst. a. 14. d. die herzl. Glück». S. S. A. S.[1,50] Lchweitjer's Ln rinde, vollständig in 3Bdn. oc-.r 4 Theii-n, tür 7j Mark. R»dbertuS-zagctz»w Zur Beleuchtung der sodalen srag«. I. 4 Mark. Thünen I H v. JsolKter Staat. I.— III. ü 1 Mark.(Wird mit 15 Lieferungen, it 1 Mark, vollständig) Siill, I St. Die Frau auf dem Gebiete der tUational-Oekoncm'e. Sterx Kapital. I. 9 Oiarl. 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