Nr. 116. Diese Zeitung erscheint dreimal wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Freitag, den 1.(Dlttokr 1815. Neuer Bestellunge n werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spediteur entgegengenommmen. Smal-Vemckrat. Organ der Socialistischen Arbeiter-Partei Deutschlands. a. Iichrgang. Redaktion u. Expedition: Berlin, 8t)., Kaiser Franz-Grenadier-Platz 8. Inserate (nur in der Expedition aufzu- geben) werden pro funfgespaltene Petit- zeile mit 50 Ps. berechnet. Ver- sammlungs-Ann.ncen die fünf- gespaltene Petitzeile»der deren Raum 20 Pf. Sogenannte Re- klame-Anzeigen werden nicht ausgenommen. -*m""»*"■ 55».............. ä""<5 ÄS»»ä ä 60 m»-»- 1»»- w«. f•*» Abonnements-Einladung. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß noch fortwährend bei allen Post-Anstalten auf unfer Blatt pro viertes Quartal abonnirt werden kann für 1,60 Mark. Nur Diejenigen, welche die Nachlieferung der bereits erschienenen Nummern ausdrücklich verlangen, müssen 10 Pf. mehr bezahlen. Für Berlin abonnirt man für 65 Pf. pro Monat frei in's Haus bei allen soliden Spediteuren und in der Expedition Berlin 80., Kaiser Franz- Grenadier-Platz Nr. 8, I. Hof, 2 Treppen. Inhalt. Ja, Baner, das ist ganz was anders. Politische Ucbersicht: Ersatzwahlen zum deutschen Reichstage. � Der Etat des ReichS-Jnvalidenfonds.— Der halbjährige Bericht der Fabrikinspektion in England.— Die Fortschritte des Socialisnius in Rußland. TaS„Berliner Tageblatt". Innere Partciangelcgcnhciten. Korrespondenzen: Hamburg.— Kopenhagen.— Weißensee.— Barmstedt.— Frankfurt a. O.— Düsseldorf.— Geesthacht.— Gießen. — Berlin. Erlebnisse eines deutschen Tocialdcmokraten im Aus- lande. Laienevangelinm von Tallet.(Fortsetzung.) Der arme Eonrad.(Fortsetzung.) Ja Bauer, das ist ganz was anders. Wenn unser alter Gellert heute lebte, so würde er sich nicht wenig wundern, welch' allgemeine Geltung der Spruch des Junkers Alexander gewonnen hat und wie groß der Unterschied ist,, wenn die Bauernkuh die des Junkers stößt, oder wenn das Umgekehrte stattfindet. Man hört wohl: „Was dem Einen recht, ist dem Andern billig"— um dieses altdeutsche Wort kümmert sich aber, wie selbstver- ständlich. Niemand mehr; und an seine Stelle ist vielmehr der sogenannte wirthschaftliche Freiheitsbegriff, die sogenannte Rechtsgleichheit, getreten, deren Inbegriff am besten in jenem geflügelten Wort des reichen hochge- borenen Sprößlings sich wiedergeben läßt:„Wenn die Ar- beiterkinder hlingern, weil sie kein Brot haben, warum kaufen sie sich dann keine Kuchen?" Mit einer geradezu peinlichen Genauigkeit sorgen unsere Gesetzmacher für die„Gleichheit vor dem Gesetz", wie eifrig und liberal doch die guten Leute sind— da wird, um nur eins zu erwähnen, gar kein Unterschied gemacht, ob arm oder reich, so heißt es: wer Kaffee, Bier und Branntwein trinkt oder Tabak raucht, wer Salz und Zucker genießt, ob arm oder reich, ganz einerlei, es wird dieselbe Steuer von jedem Pfund Kaffee, Salz und Zucker, von jedem Glas Bier oder Branntwein erhoben. Weniger politisch geschulte Köpfe, als unsere hochgelahrten Professoren und Doktoren, kommen freilich gemäß ihres sehr wenig„studirten" Mutter- witzes auf die Idee, daß der arme Mann, trotz dieser „Gleichheit", verteufelt wenig Nutzen davon hat, wenn den Rebläusen aus Staatskosten selbst der mörderischste Ver- nichtungskrieg erklärt wird und die schönsten Austernbänke angelegt werden, während sein schmaler Beutel durch die oben erwähnte Besteuerung seiner Nahrungsmittel ganz anders in Mitleidenschaft gezogen wird, wie der geldftrotzcnde Säckel des Neichen. Ader gegenüber der Weisheit eines liberalen Volksmannes hat natürlich der Arbeiter fein gar nicht zu denken, sondern ehrfurchtsvoll jede unfehlbare Lehre hinzunehmen. Es ist ein gar ausführliches Kapitel, wenn alle die Einrichtungen, durch welche die Gleichheit auf dem Papier zur thatsächlichen Ungleichheit wird, aufgezählt werden sollen. Was die indirekten Steuern, die Lohnarbeit, die Konkurrenz beispielsweise anbetrifft, so bieten sie alle den schlagendsten Beweis dafür, daß in jedem wohlbeleibten Kapitalisten ein Junker Alexander steckt. Doch haben wir dieses so oft schon abgehandelt, daß wir heute nicht näher darauf eingehen wollen. Es soll uns vielmehr obliegen, vorzuführen, wie sogar sae eigentlichen Grundlehren der liberalen Politik und �ekonomie von ihren Verfechtern höchst unsolgerichtig außer Augen gelassen werden, sobald es sich selbst nur um einen kleinen Vortheil, eine geringe Bequemlichkeit der Reichen handelt. Grundlehre der Liberalen ist, daß alle Preise sich durch den sogenannten freien Verkehr regeln sollen, durch Angebot des Verkäufers und Nachfrage des Käufers; oie Käufer haben auf ihre Gefahr die Waare zu prüfen, die Verkäufer haben mit einander zu konkurriren, und wenn man der liberalen Lehre Glauben schenken will, dann soll dieser freie Verkehr dahin führen, daß möglichst gute und billige Waare jederzeit gekauft werden kann, und jede Einmischung des Staates soll vom höchsten Nebel sein. Nun, dieser Grundsatz, dem sich das Volk ohne Weiteres der liberalen Wirthschaft halber fügen muß, und wenn ihm das Brod durch verbündete Kornwucherer auch noch so ver- theuert wird, dieser angeblich unangreifbare Grundsatz wird mit der größten Unverfrorenheit dort durch Einmischung des Staates umgestoßen, wo es sich um Käufe der glück- lichen Minderheit handelt. Wenn ein Bourgeois auf irgend einem Bahnhofe einer großen Stadt anlangt, einerlei, in welchem Lande der Welt, dann fällt es ihm nicht im Traume ein, sich die Mühe zu geben, mit dem Kutscher eines Fuhrwerks frei zu handeln und je nach Angebot und Nachfrage zu zahlen; nein, da greift ganz inkonsequent die hohe Polizei ein, und wehe dem Kutscher, der eine„günstige Konjunktur" benutzen wollte, um den Tarif zu überschreiten! Und wem dieses Beispiel noch nicht genügend ein- leuchtet, dem bieten wir sofort ein noch treffenderes: Jede Waare soll vom Käufer geprüft werden, der Staat soll sich nicht einmischen, diesem Grundsatz zu Liebe sind sogar die Brod- und Fleischtaxen gefallen. Nun wohl, Brod und Fleisch braucht der Arbeiter, Gold- und Silberschmuck aber brauchen die Bourgeois. Und— man höre und staune—< es wird für das deutsche Reich ein Gesetzentwurf vorbereitet, wonach der Gehalt an reinem Silber in Silberwaaren durch Stempelung in ganz bestimmter, gesetzlich vorgeschrie- bener Weise angegeben werden muß und jede ändere Stem- pelung strafbar ist, währrend auf Staatskosten angestellte Sachverständige über die Richtigkeit des angegebenen Fein- gehaltes wachen sollen. Gewiß, das ist recht gemüthlich für einen Reichen, der sich ein Silberservis kaufen will; er braucht nicht nach dem Grundsatze des freien Verkehrs selbst die Waare zu prüfen, denn über ihre Güte wacht der Staat. Aber, was dem Einen recht ist, ist doch dem Andern billig. Wenn der Staat die silbernen Löffel des Reichen vor Fälschung schützt, warum bestellt er dann nicht Sachverständige für das Brod, das Bier unsi die sonstigen Lebensmittel des Arbeiters, warum gebietet er nicht, daß auf dein Brod durch ein Zeichen vermerkt wird, welche Menge und Qualität des Mehls dazu verbacken ist, und auf das Bierfaß eingebrannt wird, wie viel Hopfen und Malz, respektive wie viel Syrup und Quassia zum Gebräu venvandt ist. Wie sich ein Goldschmied hütet, den Reichen zu betrügen, so wird sich dann mancher Bäcker und Brauer hüten: Magenpflaster und Dividendenjauche zu fabriziren. Warum, Ihr weisen Liberalen, wollt Ihr für die Lebensmittel des Volkes nicht denselben Schutz, wie für Euren Silberschrank?-- Die Kuh des Junkers, Alexanders, Ja, Bauer, das ist ganz was anders! Politische Uebersicht. Berlin, 30. September. Bei der am 24. September stattgehabten Ersatzwahl zum deutschen Reichstage im dritten Oppelner Wahlkreise— Groß- Strelitz-Kosel— wurde der ultramontane Kandidat, Pfarrer Gratzka, mit 9000 Stimmen gewählt. Der Herzog von Ujest erhielt 7237 Simmen.— Bei der am 23. September stattge- habten Ersatzwahl eincS ReichStagS-Abgeordncten für den dritten Frankfurter Wahlkreis wurde der StadtgerichtSrath S ch r o e- der in Berlin(nat.-lib.) mit 1902 von 2979 abgegebenen Stim- men gewählt. Die Gegenkandidaten, Staatsanwalt Kayser in Küstrin(deutsche Reichspartei) und RitterschaftSrath von Rohrbcck (konservativ), erhielten 507 resp. 436 Stimmen. Beide Wahlen sind in sofern für uns von Interesse, als nämlich bei der ersten es sich nun doch zur Evidenz herausgestellt hat, daß der Herzog von Ujest nicht das unschuldige Lämmlein sein kann, welches er in Bezug auf allerhand Wahlmanövcr bisher zu spielen versucht hat, und bei der zweiten Wahl die geringe Betheiligung den Be- weis liefert, daß da, wo nicht die Social-Demokratie auf den Kampfplatz tritt, von einem eigentlichen politischen Leben nicht die Rede sein kann. Der Etat des Rcichs-Jnvalidcnfonds ist jetzt ebenfalls vollendet. Derselbe weist nach an Ausgaben für Verwaltung 63,430 Mark, 2530 Mk. mehr als im vorigen Jahre, welche für Erhöhung der Gehälter der Beamten gefordert werden, um diese in der Höhe des Gehaltes derselben Beamtenkategorie anderer Verwaltungen gleich zu stellen. Ferner weist der Etat nach eine Ausgabe von 55,043 Mark als Zuschuß zu den Kosten der Ver- waltung deö Reichsheeres für die Bearbeitung der Invaliden- fachen in Folge des Krieges von 1370/71. Dieser Zuschuß über- steigt den des vorigen Jahres um 2243 Mark. An Invaliden- Pensionen für das Reichsheer setzt der Etat 28,690,691 Mk. und für die Marine 19,397 Mk., insgesammt 28,710,083 Mk. und 46,960 Mk. weniger als im.vorigen Jahre, aus. Dagegen ist in den Pensionen selbst manche Aenderung der Verhältnisse vor- genommen worden, so ist für die Heeresverwaltung Preußens und mit der mit ihm im Vertrage stehenden Fürstenthümer ein Mindyr-Ansatz von 235,000 Mk., für die Militärverwaltung Sachsens eine Mehrforderung von 35,323 Mk., für die Militär- venvaltnng Württembergs eine Mehrforderung von 5432 Mk. und für Ne Heeresverwaltung Bayerns eine eben solche von 145,093 Mk. in Ansatz gebracht. ES belaufen sich somit die ge- sammten Ausgaben dieses Etats auf 28,828,611 Mk., 42,137 Mark weniger als im Jahre 1875. Dagegen weist der Etat nach an Einnahmen aus den Zinsen 25,279,000 Mk.; eS ist diese Summe um 474,655 Mk. geringer, als diejenige des Jahres 1875. Eine Randbemerkung motivirt das folgendermaßen:„Nach dem gegenwärtigen Kapitalbestande und unter Berücksichtigung der etwaigen im Jahre 1875 durch Kapitalzuschuß eintretenden Ver- Minderung der Substanz de« Fonds sind die Zinsencinnahmen für 1876 von der Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds aus rund 25,279,000 Mr. veranschlagt". Ilm deshalb den Etat balan- ciren zu machen, ist ein Kapitalzuschuß von 3,549,611 Mk. in Ansatz gebracht. Dem Etat sind vier Beilagen beigefügt. Die erste derselben giebt eine Uebersicht des PensionSstandes zu Lasten des Reichs-Jnvalidenfonds zu Ende Dezember 1874 in der preu- ßischen Armee und weist nach: 1) vom Feldwebel abwärts 46,910 Personen mit 11,291,292 Mk. jährlich; 2) für Offiziere und Acrzte 1662 Personen mit 4,100,643 Mk.; 3) für Beamte aller Grade 155 Personen mit 245,958 Mk.; 4) für Hinter- bliebene der Oberklassen 498 Wittwen mit 489,000 Mk., 838 Kinder mit 130,175 Mk., 10 Eltern mit 1500 Mk.; 5) für Hinterbliebene der Unterklassen 6931 Wittwen mit 1,304,028 Mk., 12,387 Kinder mit 1,589,598 Mk. und 4236 Eltern mit 533,736 Mark. Die zweite Beilage giebt dieselben Angaben für die säch- fische Militärverwaltung. Es sind da vorhanden 1972 Mann mit 626,720 Mk., 154 Offiziere mit 470,530 Mk., 6 Beamte mit 13,164 Mk., 21 Wittwen, 32 Kinder und eine Mutter von Offizieren mit 24,900 Mk. und 434 Wittwen, 690 Kinder und 36 Elternangehörige mit 175,644 Mk. Die dritte Beilage be- zieht sich auf die württembergische Militärverwaltung und' weist nach 1050 invalide Mannschaften mit 335,405 Rik. 70 Pf., 82 Offiziere und Aerzte mit 265,796 Mk., 4 Beamte mit 11,083 Mark, 15 Wittwen, 22 Kinder und 2 Elternangehörige von Offi- zieren mit 18,900 Mk., 87 Wittwen, 119 Kinder und 17 Eltern- ungehörigen von den unteren Klassen mit 34,272 Mk. Die vierte Beilage bezieht sich auf die bayerische Militärverwaltung und weist nach für 854 Offiziere und Aerzte 2,143,874 Mk. 3 Pf., für 74 Oberbeamte 174,761 Mk. 86 Pf., für 7316 Mannschaften 1,744,399 Mk. 80 Pf. und für 134 Hinterbliebene von Offizieren, sowie für 1329 Hinterbliebene von Unteroffizieren und Gemeinen 257,390 Pik. 43 Pf. Der halbjährliche Bericht der Fabrikinspektion in Eng- land liefert einige interessante statistische Angaben. Die Anzahl der Baumwoll-, Wollen-, Flachs- und Seidenmanufacturen hat sich, laut den Angaben des Berichts, in den letzten 25 Jahren beträchtlich vermehrt, die Zahl der Spindeln beinahe verdoppelt. Während im Jahre 1850 in jeder Baumwollenmanufaktur durch- schnittlich 10,857 Spindeln im Gange waren, zählt jede Fabrik nun deren 14,000 im Durchschnitt. Die Zahl der Arbeiter hat jedoch nicht in gleichem Verhältnisse mit den Maschinen zuge- nommen. Im Jahre 1861 beschäftigten 490,867 Webemaschinen 230,563 Arbeiter. Inzwischen ist die Zahl der Maschinen auf 664,995, die der Arbeiter nur auf 285,649 gestiegen. Im Jahre 1850 hatte jeder Arbeiter 110 Spindeln zu bedienen, im Jahre 1875 aber 163. Weniger Hände thun mehr Arbeit als früher. Während vor 25 Jahren in der Baumwollmanufaktur nur 14,993 Kinder zwischen 8— 13 Jahren beschäfttgt waren, arbeiten jetzt 66,900 in denselben. Wir sehen also zur Genüge, daß die An- forderungen an den Arbeiter alljährlich größer werden. Während im Jahre 1850 jeder Arbeiter 110 Spindeln bediente, bedient er 25 Jahre später 163. Das Kapital ist einmal unersättlich. Auch behufs der Beschäftigung der Kinder in den betreffenden Fabriken ersehen wir, wie schrecklich die Großproduktion wüthet. Wenn die Anzahl der Kinder, welche in den Fabriken beschäftigt werden, sich in 25 Jahren vervierfacht, so muß es Jedem klar werden, welche Bahnen unsere hochgerühmte sogenannte Eivilisation und Kultur wandelt. Welche Fortschritte der Socialisnius in Ruffland macht, ersieht man schon am besten daraus, dahin Jrkutsk ein Drittel der Studenten des dortigen technischen Instituts entlassen wurde, weil sie— Socialisten waren. Falls man dieses Manöver auch auf die anderen russischen Universitäten ausdehnen würde, so ständen wohl bald diese„Bildungsstätten" halb verwaist da. Davor hütet man sich aber jetzt noch. * Das„Berliner Tageblatt" bringt in Nr. 223 einen Leitartikel, aus dem wir es uns nicht versagen können, einige Stellen zum Abdruck zu bringen, und zwar nur aus dem ein- fachen Grunde, weil es uns geradezu urkomisch vorkommt, das „Berliner Tageblatt" plötzlich eine Sprache führen zu hören, die ihm sonst gänzlich sremd ist. Das Tageblatt schreibt unter der Ueberschrift„Ja- Herren" folgendermaßen: „In diesen Tagen sind die sogenannten Delegationen vo� Oesterreich-Ungarn in Thätigkeit getreten. Es sind daS seltsai Körperschaften. Man hat ihre Befugnisse dergestalt eingeer daß sie eigentlich nur noch Ja oder Nein zu sagen haben, r zwar ist die hergebrachte Regel die, daß sie schließlich zu Allc was die Regierung verlangt, ihr Ja nicken, mögen sie in t vorausgegangenen Disputationen auch noch so bündig den Bewe fleliefert haben, daß es am vernünftigsten wäre. Nein zu sagen. Die Redeturniere sind nur für das Volk berechnet. DaS Volk freut sich, wenn seine Ritter so recht mit Glanz auf die Regie- rung losstürmen, diese aber rührt sich nicht im Sattel, weil sie gewiß ist, daß auch der wüthigste Gegner, wenn er ganz nahe ist, fein säuberlich an ihr vorbeischießen, und daß ihr endlich doch die Palme des Sieges verbleiben wird. „So wenig daher auch daraus ankommt, was für glänzende Gedanken und kühne Reden die Erwählten der beiden Reichs- Hälften auf's Tapet bringen werden, so ist es doch interessant, zu sehen, was von ihnen verlangt wird. Ihre Ausgabe besteht darin, festzusetzen, welche Geldmittel für die gemeinsamen Reichs- zwecke bewilligt werden sollen, mit anderen Worten, sö viel zu bewilligen, wie die Regierung festgesetzt zu sehen wünscht. Von einer Herabmindcrung der bisherigen Bewilligungen ist selbstver- ständlich keine Rede; es handelt sich vielmehr blos um einige Mehrforderungen. Wie gewöhnlich ist es der Reichskriegsminister, der dieselben beansprucht. Zunächst ein Pöstchen von etwa drei Millionen Gulden. Eine Lumperei, die ein österreichisch- unga- rischer Patriot schon um deswillen nicht verweigern kann, weil sie direkt den Soldaten zu Gute kommen soll. „Trotz der vielen Millionen, die sie bisher schon kosten, haben diese armen Teufel, wie sich herausstellt, nicht einmal satt zu essen, und mit den drei Millionen Gulden soll ihre Löhnung und Beköstigung aufgebes- sert werden. „Wer könnte den Muth haben, dagegen etwas einwenden zu wollen!„Eine Verpflegung, welche es möglich macht, daß der Rekrut sich sein Kapital an physischer Kraft durch die drei Jahre seines anstrengenden Dienstes ungeschmälert erhalte, ist das Min- deste, was ihm das Vaterland schuldet. Sparsanikeit in diesem Falle wäre Verschwendung am kostbarsten Material, an dem der Menschenkraft." So demonstriren mit vollem Recht schon jetzt die österreichischen Blätter, die öffentliche Meinung ist damit ein- verstanden, und also versteht es sich von selbst, daß von jenen drei Millionen kein Kreuzer gestrichen wird. „Kommt abermals der Kriegsminister und begehrt siebzehn und eine halbe Million Gulden zur Herstellung der berühmten Uchatius-Kanonen. „Sie ist bescheiden genug, jene siebzehn und eine halbe Million nicht auf einmal zu verlangen, sondern will sich vorerst mit acht und einer halben Million begnügen und sich den Rest erst mich- stes Jahr holen. Freilich räumt sie, um Nachreden zu vermeiden, gleich von vornherein ein, daß die Summe, so gründlich man sie berechnet habe, möglicherweise doch nicht ausreichen werde, und behält sich vor, den schließlich noch fehlenden Betrag für's dritte Jahr in Rechnung zu stellen. Allerdings keine sehr tröstliche Aussicht, allein, was können die Herren Delegirten dagegen thun? „Alles, was die österreichischen Blätter gegen dieses End- ergebniß vorbringen und was demzufolge auch in den Debatten wiederholt werden mag, ist so zahm und muthlos, daß eS kaum in Betracht kommt. Die„Presse" hält sich überzeugt, die Regie- rung werde die Anforderungen an das„patriotische Pflichtbe- wußtsein" nicht allzu straff spannen, die„Neue Freie Presse" erwartet, daß die Delegationen die Forderungen wenigstens auf das Genaueste prüfen werden, und das„Fremdenblatt" stellt die Bedingung, daß alles Erforderliche wenigstens im eigenen Lande hergestellt werde. Man kann sich denken, was dergleichen Duck- mäusercien für einen Eindruck auf die Regierung machen müssen. Die„Deutsche Zeitung" ist die einzige, die sich zu der Warnung versteigt, daß es, wenn einmal das erste Ja gesagt sei, kein Zu- rücktreten mehr gebe. Dieses Blatt enthüllt den Oesterreichern auch die schlaue Berechnung der acht und einer halben Million im Etat und zeigt ihnen, daß sie dabei wieder um 119,000 fl. von den Ungarn übervortheilt seien. Es weist überdies darauf hin, daß der Ausgleichsvertrag demnächst zu Ende gehe, und daß bei seiner Erneuerung jedenfalls eine andere für Oester- reich vortheilhaftere Quoten- Vertheilung zwischen den beiden Reichshälften vereinbart werden müsse, so daß Oesterreich schon aus diesem Grunde gut thun werde, die Kanonenfrage bis dahin zu vertagen. Aber es ist nur zu gewiß, daß alle diese sehr rich- tigen Bemerkungen und Rathschläge in den Wind gesprochen sind. Der Präsident der österreichischen Delegation mag die voltswirth- schaftliche Lage des Landes noch so bedrohlich und die Stellung der Delegirten zwischen den Forderungen der Regierung und der geschwächten Steuerkraft des Volkes noch so peinlich und ver- zwickt finden— man ist in Oesterreich einmal an's Defizit ge- wöhnt und die Bewilligung eines solchen— denn daraus läuft ja doch die Forderung hinaus— ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Dann mögen die vielgepriesenen Delegationen sich wieder trollen, die Regierung hat ihren Willen durchgesetzt und Ritter Uchatius mag getrosten Muthes mit Schiller singen:„'Wohl, nun kann der Guß beginnen!"— Ist uns jemals so etwas vorgekommen? Also„Ja-Herren" sind die Delegationen von„Oesterreich-Ungarn", liebes„Berliner Tageblatt"! Was ist denn der deutsche Reichstag???!!! „Die Redeturniere in den Delegationen für Oesterreich-Ungarn sind nur für das Volk berechnet." Für wen sind denn die Rede- Turniere der deutschen Reichsboten bestimmt?„Die österreichisch- ungarische Regierung weiß sich also fest im Sattel und ist fest überzeugt, daß selbst der wüthendste Gegner an ihr vorüber schießt und sie doch endlich die Siegerin ist." Wo und wann in aller Welt sind denn die deutschen Reichs- boten im heiligen deutschen Reichstag einmal nicht am Ziel vor- beigeschoffen; wo ist es ihnen einmal schon gelungen, die Regie- rung aus dem Sattel zu heben und selbst die Siegespalme zu erringen?!!!! Interessant ist es also, zu hören, was die Regierung von den Delegationen bewilligt verlangt; zahm und muthlos wird es sein, wenn die Männer(?) der Delegationen dies wiederholen (Redeturniere). Es ist wirklich ergötzlich, wenn man so etwas liest, und wir sind nur begierig, zu sehen, mit welcher Todesverachtung unsere liberalen, konservativen und fortschrittlichen Reichsboten sich in den Redekampf stürzen werden, wenn die deutsche Regierung wieder einmal„Mehr" für's Militär verlangt. Wir wollen nichts mehr über diesen Blödsinn sagen, wir meinen, er richtet sich selbst, es ist ein neuer Beweis von der Wahrheit des Sprüchworts vom Balken und Splitter. Unfern Lesern wollen wir überlassen, zu entscheiden, ob ein Unterschied existirt zwischen den Abgeordneten der Delegation f-, Oesterreich-Ungarns oder denen des deutschen Reichstags, und ,> möchten nur noch darauf aufmerksam machen, daß wieder einmal '•, U Millionen Gulden zur Verbesserung der Lage der Soldaten nd 17'/, Millionen Gulden für Kanonen verlangt werden. -:�en Redakteur des„Berliner Tageblatt" möchten wir aber "�agen, ob er uns einen Unterschied nennen kann zwischen einer k ieutschen und einer österreichischen Ja-Sage-Maschine. So viel Davissen wir sicher: es ist eben nichts interessanter, als wenn wir � uns vergegenwärtigen, was schon Alles die deutsche Regierung vom deutschen Reichstag bewilligt verlangt und auch erhalten hat. Was verlangt denn die Regierung von den Delegationen in Oesterreich-Ungarn? In Summa 20'/, Millionen Gulden, also ca. 13'/, Millionen Thaler, einestheils für neue Bewaffnung der Artillerie/ anderntheils für die allgemeine Verbesserung der Lage der Soldaten. Ist denn das so etwas Absonderliches, daß ein liberal ver- schwommenes Klatschblart das Recht Hai, den österreichisch-unga- rischen Volksvertretern deshalb einen Vorwurf zu machen, weil sie vielleicht dies ohne Murren bewilligen werden. Haben nicht die Konsorten des„Tageblatt" im deutschen Reichstag stets„Ja" gesagt, wenn vie Regierung Vermehrung des Militär-Etats verlangt hat?— Werden die deutschen Reichs- boren zum größten Theil glicht wieder„Ja" sagen, wenn die Regierung in der nächsten Session, die, wie man hört, schon in Aussicht genommene abermalige Erhöhung des Militär- Etats fordert. Wir glauben gewiß, sie werden„Ja" sagen, und sei es nur aus Furcht vor den bösen Social-Demokraten. Innere Parteiangelegenheiten. Zu Agenten des Vorstandes wurden ferner ernannt für Cöln: H. Schäfer; Fürth: H. Bub; Kirchberg: W. Schubert; Meuselwitz: E. Voigt; Mölln: H. Schwarz, W. Pferck; Remscheio: R. Jakobs; Ronneburg: E. Wegehenkel, F. Loos; Schneebcrg: E. Oberländer. Wir bitten, bei neuen Anmeldungen die genauen Adressen bei- der Agenten(beim Sekretariat) anzugeben. Mit social-demokratischem Gruß: I. A.: C. Derossi. I. Auer. Gr. Rosenstr. 66, II. Hamburg, 25. September 1875. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß der Schlossergeselle L. Kettler, letzterer Zeit in Sangerhausen, in Folge gemeiner Handlungen aus der Partei ausgeschlossen worden ist und werden alle Parteigenossen vor ihm gewarnt. Hamburg, den 23. September 1875. Der Vorstand der Soc. Arbeiterpartei. I. A.: C. Derossi. I. Auer. Hamburg, 26. Sept. Die Herbstsaison beginnt, das kann man allein schon daran erkennen, daß unsere alte Matrone„Bürgerschaft" am verflossenen Mittwoch ihre gesetzgeberische Thätigkeit wieder aufgenommen und einige neue Ausschüsse geboren hat. Unsere Patrizier sind aus den Bädern wieder heimgekehrt, bereit, über das Wohl und Wehe der„freien Hansestadt" kräftigst zu' wachen. So haben sie denn schon am Mittwoch 20,000 Mark verschenkt, die der Wittwe des ehemaligen Wasserbau-Direktors Dahlmann zufließen. Das ist nobel, nicht wahr, zumal dieselben Herren im Frühjahr einen invaliden Lampenwärter mit 60 Mark zu pensioniren geruhten. Aber das ist's ja, was den Menschen ziemt, daß er an dem einen Tage spart, was er am andern zu viel verausgabt hat. So sollen nun auch die Gasverbraucher vom 1. Januar an sparen dürfen, nachdem sie jahrelang von einer konzessionirten Gas-Compagnie, welche den Aktionären auf Grund ihres Mono- pols unerhörte Dividenden bezahlen konnte, ausgebeutet worden sind.„Mehr Licht" wird die Folge der Preisermäßigung sein, wenn nicht etwa das Reich noch dazwischen fährt und das Petro- leum einer besonderen Besteuerung unterzieht. Daß„mehr Licht" ohnehin vielen Personen unangenehm ist, geht neuerdings für uns wieder aus dem Strike der Mitglieder der hiesigen Waisenhaus- Deputation deutlich hervor. Die„Deputationen" sind eine Ham- burger Eigenthümlichkeit; sie sollen das Selbstverwaltungs-System der Bürger vorstellen, geben aber diese„Vorstellung" so schlecht, daß alle Welt behauptet, sie seien nichts weiter, als eine Form, in welcher die Patrizier und Geldmänner die Angelegenheiten des Staates und der Gemeinde Hamburg hinter verschlossenen Thüren verwalten. Wer unter zwölfhundert Thaler Jahres- Einkommen hat, der bleibt von dieser Verwaltung ausgeschlossen. Nur die Gcldoligarchie hat Zutritt. Das Facit dieses Systems ist die Vettcrschaft. Aber auch unter Vettern giebt es zuweilen Zank. Da in gewissen Deputationen zuweilen nicht Alles„richtig" war, will jetzt der Senat schärfere Kontrole einführen. Das ist aber zunächst den Deputationsherren des Waisenhauses zu viel; ihre Ehre gestattet ihnen solche Kontrole nicht und daher greifen sie zum Strike. Wie dieser Strike enden wird, entzieht sich unserer Beurtheilung. Doch warnen wir vor Zuzug, weil sonst Verrufserklärungen nicht ausbleiben dürften. Deputations-Mit- glieder sind eben auch nur Menschen. Wären sie das nicht, würden sie sich unfern Parteigenossen Metzger zur Warnung dienen lassen, denn kaum hatte derselbe vier Wochen wegen söge- nannter Verrufserklärung hinter schwedischen Gardinen gesessen, zupfte er schon wieder die Gründer an ihrer„Ehre". Dies ge- schah zu Altona in einer Volksversammlung. Der Staatsanwalt klagte und das Gericht erkannte auf 14 Tage Gefängniß, unter Hinweis darauf, daß Fürst PutbuS vor keinem Gericht gestanden habe, also auch nicht zum Schein hätte gerichtet und freigesprochen werden können, wie das Metzger behauptet haben soll. Wir beugen uns der richterlichen Weisheit, obwohl es uns ist, als ob Putbus von einem Ehrengericht zu Berlin in aller Form freigc- sprachen worden sei. Vielleicht irren wir uns, oder die Altonaer Richter geben nichts auf die im Verborgenen tagenden Ehren- gerichte, und dann bescheiden wir uns doppelt gern. Metzger aber kann uns leid thun, obgleich er wissen mußte, daß das Gericht den nicht ungestraft läßt, der den Namen eines Grün- ders mißbraucht.— Um zu einem erfreulichen Schluß zu kommen, sei noch einer Neuigkeit gedacht, welche zwar schon längst ihren Schatten im Annoncentheil des„Neuen Social-Demokrat" vor- auswarf. Gemeint ist das„Hamburg-Altonaer Volksblatt", dessen Probenummer jüngst in vielen Tausenden von Exemplaren ver- breitet wurde. Dieses neue Parteiorgan ist an Format das größte aller bestehenden. Es erscheint des Sonntags, Dienstags und Donnerstags. Die Eigenthumsverhältnisse desselben sollen nach dem Vorbild anderer Parteiorgane durch eine zu errichtende Genossenschaft geregelt werden. Wenn je ein Partciblatt eine Zukunft hat, so ist es dieses. Möge es wacker in Reih' und Glied seiner Kampfgenossen, deren Zahl mit ihm— abgesehen von der gewerkschaftlichen Presse— in Deutschland ein Dutzend beträgt, eintreten! Kopenhagen, am 26. Septbr. In meinem letzten Briefe machte ich die Namen der von unserer hochweisen Regierung ernannten Arbeitcr-Kommission be- kannt und bemerkte zugleich, daß die Sache von der hiesigen Bourgeoispresse als nichtofsiziell betrachtet wurde. Nun ist aller Zweifel verschwunden, denn vorgestern brachte der dänische Moni- teur der Regierung die offizielle Liste, welche, mit Ausnahme zweier, dieselben Namen enthält; statt dieser ist ein armer Teufel von Buchhalter, Redakteur eines Sparvereinsblüttchens, hinzugc- kommen. Nun, wir Socialisten lachen blos über die Ansichten der Regierungen, die in Arbeiter- Kommissionen ein Palliativ gegen die Roth und die Bewegung der Arbeiter zu finden hoffen. Das von dem hiesigen Kriminalgcricht gefällte Urtheil gegen die Mitglieder des Central-Vereins der dänischen Gewerk- und Arbeiter-Vereine, welches auf Geldbuße lautete und so niedrig war, daß keine Appellation statthaft war, ist von uns zum Ge- genstand eines Gesuches an das Justizministerium gemacht wor- den; gestern kam der Bescheid, daß unser Gesuch bewilligt, die Sache an das höchste Gericht verwiesen sei und die Regierung uns einen öffentlichen Defensor— Vertheidiger— bestellt habe. Es wird sich nun zeigen, ob die Herren Ober- Appellationsgerichts- Assessoren dieselbe Auffassung von der veralteten Feiertagsver-: ordnung haben, wie das Untergericht, und ob sie den Muth haben! werden, einen klaren Paragraphen unseres Grundgesetzes— Staatsverfassung— zu vernichten. Bis jetzt hat es freilich nicht an Beispielen dieser Art gefehlt. Uebrigens wird diese Sache Gegenstand einer Verhandlung in dem am 4. Oktober zusammen- tretenden Reichstage werden. Vor 14 Tagen habe ich die Initiative zur Bildung eines) deutschen social-demokratischen Arbeiter-VereinS ergriffen, welcher einem fühlbaren Mangel in Kopenhagen abhelfen wird, denn hier sind viele Deutsche, die aus Mangel an Kenntniß der dänischen Sprache an der Arbeiterbewegung keinen Theil nehmen können, und selbst dann, wenn sie aus Deutschland als die besten Socia- listen hierher kommen, von der Bewegung, der Sprache wegen sich als ausgeschlossen betrachten müssen. Sobald die Statuten gedruckt vorliegen, werde ich einige Exemplare nach Deutschland schicken. Vorsitzender des Vereins bin ich, und wird es Aufgabe des Vereins sein, sich in beständige Verbindung mit den deutschen Parteigenossen zu setzen. Ich ersuche zugleich die übrigen deutschen Ärbeiter-Organe, von dieser Korrespondenz Notiz zu nehmen und meine unten angeführte Adresse bekannt zu machen, da meine Geschäfte mir nicht erlauben, an jedes einzelne Journal zu schrei ben. Mit Brudergruß E. W. Klein, Sekretär des Central-Vereins der dänischen socialistischen Gewerkschaften und Vorsitzender im deutschen social-demokratischen Arbeiter-Verein. Brief- und Telegramm-Adresse: E. W. Klein, RavnSborggade 20, 3. Etage über'm Hof, Kopenhagen. Für Besuchende und Reisende bin ich täglich zu treffen von 11—2 Uhr. Wciffcnsee, 27. Sept.(Haftantritt.) Den 20. Sept. hat Parteifreund Schackow seine Haft angetreten. Barmstedt, Ende Sept.(Der„Neue Social-Demokrat) liegt bei folgenden Wirthen aus: C. Warnte, I. Offermann, I. Meier, C. Mohr, I. Bornemann. Weiffcnscc, 26. September.(Den hiesigen Socialisten zur Nachrich), daß der„Neue Social-�. mokrat" in folgenden Lokalen aus- liegt: Ortmann'scheS Lokal, Bercndt's Restaurant, Müller's Schank- wirthschaft und Heimerichs Restaurant. Frankfurt a. O., 27. Sept.(An die Parteigenossen.) Die Abonnenten des„Neuen Social-Demokrat", sonne des„Volksstaat" im Frankfurt-Lebuser Wahlkreise, hauptsächlich aus dem Oderbruche, er- suchen wir, sich wegen der Agitation in unserem Wahlkreise an Unter- zeichneten zu wenden. Mit social-demokr. Gruß Blaudow, Forsrstr. 2, Frankfurt a. O. Düsseldorf, 28. Sept.(Volksversammlung.) Zum 25. dfs. hatten die Socialisten unserer Stadt eine Volksuersammlung mit der Tagesordnung:„Die Geschäftskrisis, Ursache, Wirkungen und ihre Be- seitigung" einberufen. Trotz des ungünstigen Wetters war die Ver- saminlung doch ziemlich stark besucht. Parteifreund Kühl aus Barmen hatte das Referat übernommen, welches er zur größten Zufriedenheit der Versammelten erledigte. Kühl beleuchtete in seinem Referat die sinnlose Ueberproduktion, die dadurch entstandene Ueberfüllung des Weltmarktes und die Nichtkonsumtion dieser Pränumerandowaaren. Er widerlegte die in neuerer Zeit so oft erwähnte Finanzminister-These der Lohnabkürzung, indem er ausführte, daß, je höher der Lohn, je mehr- auch konsumirt würde, und dieses müßte dann wieder die Folge haben, j daß man auch an die Produktion höhere Ansprüche mache. Zur Zeit� sei aber das Umgekehrte der Fall; die Löhne würden herabgesetzt, die Konsumtion verringere sich, und dieses verringere wieder die Produk- tion; es entständen dadurch die Krisen. Dazu geselle sich das Gründer- thum, dessen Schwindelhaftigkeit ja hinlänglich erwiesen sei und beson- ders durch den Prozeß Ofenheim seine neueste Illustration erhalten! habe. Redner schloß mit den Worten Heine's: „Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, Was fleißige Hände erwarben." Folgende eingegangene Resolution wurde einstimmig von der Ver-t saminlung angenommen:„In Erwägung, daß nur durch Beseitigung; der heutigen Produktionsweise und Einführung der socialistischen Pro-! duktiv-Associationen jede Geschäftskrisis unmöglich gemacht werden kann, erklärt sich die heutige Versammlung mit dem Referate des Herrn Kühl einverstanden und erklärt es für Pflicht jedes Arbeiters, Mitglied der socialistischen Arbeiterpartei zu werden."— Parteigenosse Hamm schloßt sich den Ausführungen Kuhl's an und führte unter Anderem aus, daß in Berlin allein so viel Waaren vorräthig seien, daß es die Zeit eines- halben Jahrhunderts erfordere, um diese Waaren zu konsumiren. Der Vorsitzende Wolpers forderte dann zum Eintritt in die Partei auf, und nachdem sich mehrere Mitglieder angemeldet hatten, wurde die Versamm- lung geschlossen. Ad. Steinhäuser. fliteesthacht, 24. Sept.(Volksversammlung.) Eine Volks- Versammlung fand Hierselbst am 18. Sept. statt. Dieselbe wurde durch Freitag eröffnet und zum Vorsitzenden Hackemack und zum Schriftführer Unterzeichneter gewählt. Als Referent erhielt das Wort Otto Schreckenbach über die Tagesordnung:„Der Arbeiterstand und der Kleinbürger gegenüber dem Großbürgerthum." Referent beweist, daß der Arbeiter, gleich der Maschine, nur die nothwendigsten ErtzaltungS- kosten erhält und der übrigen Waare auf dem Weltmarkt gleichgestellt ist; daß ferner die Kleinbürger durch die kolossale Entwickelung der Industrie und des Maschinensystems existenzlos geworden sind und durch die freie Konkurrenz immer mehr abgeschlachtet werden. Auf diese Weise wird auch der Arbeiterstand immer mehr vergrößert und ein Rassen- Proletariat geschaffen, welches sich in zwei Theile theilt, in daS Lum- penproletariat und die beständige Arbeitsarmee. Schreckenbach schilderte die Leiden dieser beiden Theile und bewies, daß, wenn wir eine Ver- besserung unsererLage bewerkstelligen wollten, wir die Gesetzgebung umzuge- stalten und bei allen Wahlen daS allgemeine gleiche und direkte Wahl- recht zu erlangen suchen müßten. Als Referent sagte, daß bei der nächsten ReichStagswahl der Arbeiter besser aufpassen sollte, wurde die Versammlung aufgelöst. Als Grund dieses Verfahrens wurde angege- ben, daß die Wahlen nicht zur Tagesordnung gehörten. Wenn wir noch mehr solcher Auflösungen bekommen sollten, wird unsere Partei hier sicher stark werden. Mit social-demokratischem Gruß Wartmann. -. Gießen, 28. September.(Allg. deutsch. Schneiderverein.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Kongreßprotokolle zum Versand fertig sind, und ersuchen wir, Bestellungen bald möglichst folgen zu lassen. Ein jedes Mitglied muß so viel Interesse an unserer Sache haben und ein Protokoll kaufen. Dieselben werden, um die Beschaffung leicht zu niachen, zum Selbstkostenpreis, pro Exemplar 15 Pf., abge- geven, weshalb wir die Bestellungen in Partieen erbitten, weil die Portoauslagen für's Einzelexemplar zu groß sind. Die Bevollmächtig� ten wollen in ihren Mitgliedschaften für regen Vertrieb sorgen und Bestellungen entgegen nehmen, wobei wir bemerken, daß der Besteller uns für den Betrag der Sendung verantwortlich sein muß. An uns nicht besonders bekannte Genossen können nur gegen Einsendung des Betrages Exemplare verabfolgt werden. Durch unliebsame Störung in der Druckerei sind wir noch nicht im Besitze der Statuten ic., werden dieselben aber in den ersten Tagen bekommen. Mit brüderlichem Gruß: Der Ausschuß: I.A.: B. Klerx. Kopenhagen, 28. Sept. der Blechschmiede ausgebrochen. (Telegramm.) Hier ist ein Strike Vor Zuzug wird gewarnt. Louis Pio. Erlebnisse eines deutschen Social-Demokraten im Auslande. (Zur Belehrung deutscher Reichsbürger erzählt von Alexander Schlesinger.) Meine in der Nummer des„Neuen Social-Demokrat" vom 18. Aug. d. I. berichtete Ausweisung aus Frankreich, sowie die von mir später aufgestellte Behauptung, daß ich von Seiten der deutschen Botschaft in Paris keinen Schutz gefunden habe,. sehe ich mich genöthigt, zum Gegen- stände einer neueren Besprechung zu machen. Niein Bruder, Maximilian, der sich zur Zeit meiner Verhaftung, seit 14 Tagen in Paris befand, und mit mir zusammen verhastet, drei Wochen später, aber ohne irgend eine Entschuldigung oder Angabe eines Grundes, wieder in Freiheit gesetzt wurde, wandte sich sofort an die deutsche Botschaft. Man wieh ihn an den der Gesandtschast attachirten Advokaten Herrn von der Rechten, der jede Einmischung von Seiten der Botschaft als unmöglich hinstellte, schließlich sich jedoch zu einigen sehr allgemeingehaltenen Versprechungen herabließ, die ohne weitere Folgen blieben. Man hat auch nicht einmal den Versuch gemacht, meine noch lange Wochen andauernde Untersuchungshaft abzukürzen, denn sonst wäre es nicht möglich gewesen, daß vom Tage der Ausfertigung meiner Aus- Weisung an bis zum Tage meiner Ankunft an der belgischen Grenze 32, in Worten zweiunddreißig. Tage verstrichen. Ich erhielt, wie bekannt, in Frankreich meine Freiheit nicht wieder. Da meine Ausweisung vollendete Thatsache war, und ich kein beson- dereS Interesse hatte, gerade in Paris zu arbeiten, nahm ich von jeder offiziellen Beschwerde Abstand, mir vorbehaltend, diesen Vorfall zur Kenntniß und Beurtheilung der Oeffentlichkeit zu bringen. Heute bin ich nun in der Lage von den„vielen glorreichen Errun- genschaften des heiligen Krieges" noch eine weitere, daß nämlich der Deutsche im Auslande vollkommen schutzlos ist, näher zu beleuchten. Nachdem ich in Brüsiel den landesüblichen Vorschriften über die polizeiliche Anmeldung der Ausländer nachgekommen war, und eine Aufenthaltskarte erhalten hatte, wurde ich am 31. August er. auf das Frcmdenbureau geladen und mir eröffnet, ich hätte innerhalb 3 Tagen Belgien zu verlaffen und mich über das neue Ziel meiner Reise aus- zusprechen; den Grund dieser Maßregel würoe ich bei dem Administrator der öffentlichen Sicherheit erfahren. Ich erklärte dagegen, daß es keineswegs in meiner Absicht läge, Belgien zu verlassen, ein daraus bezügliches Versprechen auch nicht ab- geben könne. Sollte ich in die Lage kommen, Brüssel freiwillig zu ver- lassen, was dann keinesfalls eine Folge der polizeilichen Ordre wäre, so würde ich mich nach Deutschland zurückbegeben. Ntein Besuch bei dem Administrator der öffentlichen Sicherheit war erfolglos, da ich ihn nicht zu Hause antraf und später nicht wieder auf- suchen konnte, da ich arbeite und nicht Herr meiner Zeit bin. Ich wandte mich dagegen am 31. August schriftlich an die deutsche Gesandtschaft, schilderte in Kürze meine Pariser Leidensgeschichte, beklagte mich, daß ich, ohne eine sichtbare Veranlassung, einen Reisebefehl er- halten hätte, dessen Zurücknahme herbeizuführen ich ersuchte; zum Schluß daraus hinweisend, daß dieser fortwährende Verlust meiner bürgerlichen Beschäftigung im Auslande mich zwinge, nach Deutschland zurückzu- kehren und mich ausschließlich der social-demokratischen Agitation zu widmen. Hierauf erhielt ich folgendes Schreiben: Brüssel, den 4. September 1875. Herrn Alexander Schlesinger 351 Rue Haute Brüssel. In Folge Ihrer Zuschrift vom 31. vor. MtS. hat die Kaiserliche Gesandtschaft bei der hiesigen Polizeibehörde Erkundigungen eingezogen und in Ersahrung gebracht, daß Ihnen der Ausenthalt in Belgien mit Rücksicht auf Ihre Ausweisung aus Frankreich und Ihre Theilnahme an focial-demskratischen Bestrebungen nicht gestattet werben kann.— Die Kaiserliche Gesandtschaft befindet sich unter diesen Umstünden nicht in der Lage, gegen die betreffende Verfügung der Königlich Belgi- schen Polizei ihre Vermittelung eintreten zu lassen. Der Kaiserliche Geschäftsträger von Thielau. Am 5. September entgegnete ich: Ew. Excellenz bestätige den Empfang Ihres sehr Geehrten vom gestrigen Tage, woraus ich ersehe, daß die hochlöbliche Kaiserliche«Gesandtschaft vermittelnd einzutreten desivegen nicht in der Lage ist, weil die Königlich Belgische Polizei behauptet, daß mit Rücksicht auf meins Ausweisung aus Frankreich und meine Theilnahme an social-demokratischen Be- strebungen mir der Aufenthalt in Belgien nicht gestattet werden kann. Ich möchte mir zunächst die Bemerkung erlauben, daß es nicht von dem Belieben der Königlich Belgischen Polizei abhängt, mir den hiesigen Ausenthalt zu gestatten, da dieses Recht jedem Fremden durch die Gesetzgebung gewährleistet ist, daß mir sogar von Seiten der Königlich Belgischen Polizei der hiesige Aufenthalt nicht einmal ver- boten werden kann, sondern daß es dazu einer von alle» Ministern gegengezeichneten Kabinetsordrc bedarf, daß also in Folge dessen das mir ausgehändigte Feuille de Route mit der gleichzeitigen Androhung meiner Verhaftung durch die hiesige Gensd'armcrie für den Fall meiner Nichtabreise nichts Anderes ist, als eine schreiende Vergewaltigung gegen einen Staatsangehörigen des Deutschen Kaiserreichs. Was die hiesige Polizeibehörde mit meiner Theilnahine an social- demokratischen Bestrebungen ausdrückt, ist äußerst unklar gehalten. Es ist damit keineswegs gesagt, daß, und in wiefern ich während meines hiesigen sechswöchcntlichen� Aufenthaltes an social-demokratischen Bestre- bungen in Belgien Thcil genommen, und es kann auch hierüber nur das Eine behauptet werden, daß ich, unter Beobachtung der Gesetze des Landes, mich an der hiesiaen Bewegung nicht bctheiligt habe. Die social-demokratischen Bestrebungen an sich ohne öffentliche Theil- nähme an der öffentlichen Bewegung, das heißt die social-demokratischen Gedanken, denen kein thatjächlicher Ausdruck gegeben ist, entziehen sich, und zwar ganz logisch, dem Ressort der Königlich Belgischen Polizei, welche kein Recht hat. hierin Gesinnungs-Jnauisition zu treiben. Aus der sehr geehrten Zuschrift Ein. CrcCUenz geht hervor, daß die hochlöbliche Kaiserliche Gesandschaft für mich nicht vermittelnd eintreten will, weil ich 1) aus Frankreich ausgewiesen sei, und 2) an social-demokratischen Bestrebungen Theil genommen habe. Ich ertaube mir ergedenst daraus hinzuiveisen: all 1: daß, weil, in Paris im Gefängnisse, ich mich nicht wtrftam genug unter den Schutz der bochlöblichen Kaiserlichen Botschaft stellen konnte und Mangels dieses Schutzes aus Frankreich expulsirt worden bin, dies keineswegs ein Grund dafür ist, daß mir die hochlöbliche Kaiserliche Gesandtschaft ihren Schutz veriveigert; aof, 2. G�nge, woraus wir hierdurch besonders ausmerksam machen. Alle Briese mit Annoncen, Berichten, Bestellungen u. s. w. sind von nun an Tie Expedition des„Neuen Social-Temokrat'ft Sonnabend, 2. Oktober, ;OeiUU.«bends 8 Uhr, Oeffentliche Arbeiterversammlungen: 1) Gratweil's vierhallcn, ob. Saal. Gleichheit vor dem Gesetz, Vortrag des Herrn Rackow. Verschiedenes. 2) Marianncnstraßc 31, Industrie- Hallen, Vortrag des Hrn. Bernstein. Verschiedenes. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht A. Heinsch. Sonntag, 3. Okt., Vorm. ttt Uhr, in Porst'S Salon, Rüdersdorferstr. 45,. Allgemeine Wählerversammlung. Das Nähere in nächster Nummer und durch Plakate am Sonnabend. (?. 29.) A. Heinsch.(4,80) Die Montagsversammlung in der Land- wehrstraße fällt diesmal aus. Anzeige«. des Deutschen Reiches kann Bei allen Postanstalten aus das „Hamburg-Altonaer Volksblatt" zu dem Preise von Rm. 2,40 abonnirm. Wir ersuchen, schleunigst thun zu wollen, damit in der Zusendung keine zögerung eintritt. Hamburg, den 26. September 1875 man dies Ver- (?. i.) Tie Kommission. fsM Sonntag, 3. Oktober, Vorm. 10 Uhr,[1,60] im„Deutschen Kaiser", Lothringerstraße 37, Oeff.Ctaarrrnarbeiterversammlung. T.-O.: Die Gewerkschaftsbewegung. Ref.: W. Haffelmann. Berichterstattung v. wcsts. Cigarrenarbeitertag. Ref.: F. W. Fritzsch«. Abrechnung, versch. Die Kommission. Die Mitglieder der Maurer- /OvlllN. Strikekasse versammeln sich Sonnabend, 2. Oktober, Abend« 7'/, Uhr, Hasenhaide Nr. va, bei Harnisch. Der Geschäftsführer.[1,00] ä�oittKUloK Die hiesigen Socialisten werden zu einer Be- sprechung im Ortmann'schen Saal zum Sonnabend, den 2. Okt., Ab. 8'/, Uhr, ein- geladen.(?. 100.) F. Fürch.[1,00] Schisssbeck. im Lokale des Hrn. Brinkmann, Volksversammlung. Tagesordn.: Vortrag des Herrn Hasen- clever. b'. 20.) G und-lach.[1,60] jftmnlm™ Freitag, 1. Oktober, Abends 8'/, Uhr, in Stab Ii'5 Salon, Valentinskamp 41, Geschlosiene Versammlung der Socialiftischen Arbeiter- Partei. T.-O.: Rückantwort an die Redaktion des„Volksstaat".— Besprechung über die Gewerkschaftsfrage.— Vorlag« des Statuts unserer zu gründenden Genoffenschaft. Die inhaltreiche Tagesordnung macht es wünschenswerth, daß alle Parteigenossen erscheinen. I. A.:'[3,00] (?. 1.) A. Hörig, Eichholz 58. Hamburg. Sonnabend, 2. Okt., Abends 9 Uhr, bei Eckhardt, Schoppenstehl 22, Geschlossene Mitgliederversammlung des Verbandes der Klempner und verwandten Berufsgenosfen. T.-O.: 1) Abrechnung. 2) Wichtige Ver- einsangelegenheiten. Bücher müssen vorgezeigt werden. (Kl.) Fr. Beyer, Bevollm.[2,60] Bremen. Freitag, den 1. Oktober, Abends 8'/, Uhr, in Cver's Hotel, Bahnhofstraße, [1,40](„HermannShalle").(?. 63.) Geschlosiene Versammlung der Tocialistifchcn Zlrbeiter-Partci. Sonnabend, 2. Oktober, �HUIUUUy. Abends 8'/, Uhr, im Lokale de? Herrn Hübner, Große Rosenstraße 37, Geschlosiene Mitglieder- Versammlung des Allg. Tischler �Schreiner-Z Vereins. Tagesordn.: Beschlußfassung der späteren Annoncirung. Innere Vereinsangclegen- heiten. ES ersucht um Verbreitung[3,00] (K 37.) Ferd. Weidemann. Hamburg-Altona. Sonntag, den 3. Oktober, Nachm. 21/, Uhr, im Salon zum Roland, 1. Jakobsstr. 19, Geschlossene Mitgliederversammlung des Allg. deutschen Gipser- und Stuckateur-Bereins. TageSordn.: 1) Sehr wichtige Vereins- angelegenheiten.— 2) Abrechnung vom Stiftungsfest. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Karte. Die Herren H. Wulf, P. Dorn und C. Schward sind hiermit zu dieser Versamm- lung eingeladen. (?. 1.) H. Götz.[3,40] Hamburg. in Stavli's Etablissement, Valentinskamp 41, Concert und Ball, unter Mitwirkung der Liedertafel„Lasfallea", arrangirt vom Frauen- und Mädchenverein. Festrede, gesprochen von A. Hörig. Eintrittskarten, fiir Herren 30 Pf., für Damen 20 Pf., sind in allon Ver- sammlungen von den Comitäniitgliedern, sowie in den bekannten Wirthschaftslokalen zu haben. Kasscnöffnung 3 Uhr.— Anfang 9 Uhr. Es ladet freundlichst ein (?. 1.) Das Coinitö.[4,00] Altona. Sonnabend, 2. Oktober, Abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Volksversammlung. T.-O.: Die BildungSdifferenz zwischen Minorität und Majorität als Ursache des socialen Nothstandes. Ref.: Herr R. Praast aus Hamburg. (?. 20.) A. Forschner.[2,00] Wäschc-Fabrik Anna Winkel, Schützenstr. 78, vis-ä-vis dem„Triangel", empfieblt sich mit Oberhemden, Negligäs, wie sämmtlicher Leibwäsche.[2,00] Altona. Sonntag/ den 3. Oktober, in Brönner'S Etablissement (früher schwarzen Bären), Großer Ball, arrangirt von der Mitgliedschaft des Verbandes der Klempner und verwandten Berufsgenosfen. Anfang 4 Uhr. Karten für einen Herren nebst Damen 50 Pf. Kaffenpreis 60 Pf. Karten sind zu haben bei Hilden, große Freiheit 53. Zu zahlreichem Besuch ladet ein (?. 20.) Das Comitö.[3,40] Rembeck. Sonntag, den 3. Okt., Abends 7 Uhr, im Lokale des Herrn Prahl, Volksversammlitng. T.-O.: Vortrag deS Hrn. Hasenclevcr. (?.~0.} Gundelach.[1,40]; Hohenfelde-Burgfelde. Dienstag, 5. Okt., Abends S'/j Uhr, im Lokale des Hrn. Müller, Lübscherbaum, Große Bolksversammluna. T.-O.: Der Werth der Presse und Grün- j dung eines Hamburg- Altonaer Arbeiter-! blattes.— Referent: Hr. I. Auer. Drechsler.[2,00] Sonntag, den 3. Okt., VAMlsbtt. Nachm. 3 Uhr, im Göthen'schen Lokale,' Partei-Versammlung. W. Bruchmüller, Agent, i NL. Herr Schidewitz wird besonders ein- geladen.(F. 100.)_____[1,60] r%nmtnhlM<«ocial-demokratischer Wahl'Verein. DaS Vereinslokal befindet sich von heute an bei H. Boge, Mittelstr. 11. Sonnabend, 2. Oktober, Abends 8 Uhr, Oeffentliche Mitgliederversammlung. T.-O.: Vor» trag des Hrn. Dempwolf über die Gcwerk- schaften und ihr Verhältniß gegenüber der Arbeirerpartei.— Um zahlreichen Besuch bittet Der Borsitzende.[2,00] Im Verlage der Genoffenschafts- Bnchdruckcrei Nürnberg ist erschienen und zu haben, sowie auch durch die Buch- Handlung von C. Grillenberger in Nürnberg zu beziehen: Luxus und Corruption. Eine philosophische Betrachtung von G. R. Diese Broschüre, mit einem Titelbild ausgestattet, ist ihres interessanten Inhaltes wegen, allen Partei- und Gesinnungsge- nossen bestens zn empfehlen. Preis: 43 Pfcunige R. W. Wiedervcrkäufer erhalten entsprechenden Rabatt.(I'. 100.)[7,50] Druck und Verlag der Allg. deutschen Associations-Buchdruckerei zu Berlin, Eingetragene Genossenschast(verantw. Heinr. Rackow), Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8. Verantwortlich für die Nedactton: A. Küster in Berlin.