Nr. 117. Sonntag, den 3. Oktober 1875. Diese Zeitung erscheint dreimal wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Neuer 5. Johrgitug. Ncdactio» n. Expedition: Berlin, gl?., Kaiser Franz-Grenadier-Platzg. Bestellunge n werden bei allen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spediteur entgegengenommmen. Socidl-Dem Organ der Socialistischen Arbeiter-Partei Deutschlands. Inserate (nur in der Expedition aufzu- geben) werden pro fünfgespaltene Petit- zeile mit 50 Pf. berechnet. Bcr- sammlungs-Annoncen die fünf- gespaltene Petitzeile oder deren Raum SV Pf. Sogenannte Ne- klame-Anzeigen werden nicht aufgenommen. . � Abonnements-Preis: Für Berlin incl. Brutgerlohn vierteljährlich praennrnerando 1 Rm. 95 Pf., monatlich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Pf.; bei den Postämtern in Deutschland incl. 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Inhalt. .Rückgang" und die National- Libc- Politische Ucbcrsicht: Eröffnung des deutschen Reichstages.— Serr v. Aladai und die Sittlichkeit.— Zum Steuerwesen iit Bosnien. — Die„Elberfclder Zeitung" und die Stuttgarter Wahl. Innere Partciangelegcnheiten. tlorrespondcnzen: Frankfurt a, M.— Berlin.— Bockenheim. — Breslau. Laicncdangclium von Taklet.(Fortsetzung.) Der arme Conrad.(Fortsetzung.) Vermischtes. ftzenilleton: Entwisielung der modernen materien Kultur. Nationaldank— so nennen sie es, die Bourgeois aller Parteien,— demokratisch, liberal, ultramontan und reaktionär— wenn der zum Krüppel geschossene Soldat täglich einige Groschen er- hält, um sich kümmerlich durchzuschlagen. Nationaldank, Ehrensold, Pension und ähnliche hochtönende Worte sollen offenbar dafür entschädigen, wenn solche arme Jnva- liden oder die Wittwen und Waisen gefallener Landwehr- leute mit bitterster Roth kämpfen. Aber was ist der Ruhm, der Lorbeer, die Denkmünze, der Nationaldank doch für ein jämmerlicher Nothbehelf für die Unglücklichen! Wie müssen sie verzweifeln, da nirgends sich ihnen eine Hand bietet, die wirkliche Rettung bringt! Je glänzender das Kriegselend dnrch solches prahlerische Beiwerk ausgestutzt wird, je fürch- terlicher lastet es aus jenen, welche es heimsucht. Natürlich läugnet jede dieser Parteien mit Lebhaftig- keit ab, daß ein solcher Nothstand der Opfer der letzten Kriege herrscht. Und wenn, wie es geschah, im deutschen Reichstage ein Socialist, obschon er den Krieg verdammt, doch für die unter seiner Geißel so entsetzlich leidenden Krüppel eine auskömmliche Existenz fordert, dann haben die Vertreter der Kapitalmacht nur höhnisches Lachen oder� gis- tige Angriffe für ihn bereit, während der Nothstand selbst weiter fortbesteht. Tie Herren Mordspatrioten aber, welche außerdem noch so viel mit ihrer Privatwohlthätigkeit prunken, erinnern sich nur dann der Invaliden, wenn es zur Glorifizirung der„Reichssreunde" die Feier eines Sedanfestes gilt, wo die Invaliden gleichsam als Schau- Nücke aufgeführt werden, und wo man sie mit„Schrippen" abspeist, während der Ehampagner der wohlsituirteu Fest- Unternehmer an abgesonderter Tafel in Strömen fließt. Das sind allbekannte Zustände, wohl dazu angelhan, den vom Kriegsdusel berauschten Franzosenfressern die Augen Zu öffnen; wir wollen aber noch durch unanfechtbare Zahlen weitere noch schlagendere Beweise zu diesem Behuf bringen. Wir theilten bereits in voriger Nummer einen Auszug aus dem Etat des Jnvalidenfonds mit; aus diesen Zahlen er- geben sich nun folgende Schlüsse: Es existiren in Preußen 1662 invalide Offiziere und Aerzte mit 4,100,643 Mark Pension; in Sachsen 154 mit 470,530 Mark; in Württemberg 82 mit 265,796 Mark und in Bayern 854 mit 2,143,874 Mark. ES bekommt also im Durchschnitt jeder Offizier und Arzt an jährlicher Pen- Hon in Preußen 2,470 Mark; in Sachsen 3,050 Marl; m Württemberg 3,240 Mark und in Bayern 2,510 Mark. Selbstredend bilden wohl die größeste Zahl dieser Offiziere uuverheirathete junge Leute, und Niemand wird be- zweifeln, daß sie ein ganz gemächliches Auskommen haben. Wie steht es nun aber mit den Unteroffizieren und Soldaten?— Es giebt an Invaliden vom Feldwebel ab- wärts in Preußen 46,910 mit 11,291,292 Mark Pension; in Sachsen 1972 mit 626,720 Mark; in Württemberg 1050 mit 335,405 Mark und in Bayern 7,316 mit 1,744,309 Mark. Das macht also an jährlicher Pension aus den Mann in Preußen 240 Mark; in Sachsen 317 Mark: in Württemberg 319 Mark und in Bayern 238 Mark. Selbst- verständlich würde der Durchschnitt der Pension noch viel knapper ausfallen, wenn nur die gemeinen Soldaten, nicht außerdem mit ihnen die etwas besser gestellten Feldwebel und Unteroffiziere aufgeführt würden. Diese Zahlen nun sind äußerst lehrreich; sie beweisen uns, daß in der Praxis der Offizier durchschnittlich eine mehr als zehnmal so große Pension genießt, als der Soldat und Unteroffizier. Ob dies mit der Plötz'schen „Offiziersehre" zusammenhängt, oder ob die Offiziere zehn- mal so tapfer sind, wie ihre Untergebenen?— Sodann lehren uns die Zahlen anch noch, daß diese Soldatenpensionen thatsächlich so geringfügig sind, wie ein Tropfen»Wasser auf einem heißen Stein. Für Preußen und Bayern, die größten Staaten, betragen sie monatlich kaum 20 Mark, täglich also kaum 66 Pfennige. Und mit einem solchen Durchschnittseinkommen existiren über 50,000 Menschen, welche im Kriege theils Krüppel geworden sind, theils wenigstens erheblich an Körper- und Arbeits- kraft eingebüßt haben. Mag die Eivilversorgung immerhin noch ein Wenig dieses Verhältniß ändern, Thatsache ist, daß diese 66 Pfennige täglich noch nicht einmal den kärg- lichsten Arbeitslöhnen entsprechen. Was sagen nun zu diesen unanfechtbaren Zahlen unsere Volksbeglücker. Geben sie zu, daß die Soeialisten im Recht waren,. als sie die unertägliche Noth aufdeckten. O nein, sie sinnen auf Anderes, für sie ist der Invaliden- fonds noch zu groß. Man höre folgende beispiellose Ergüsse der Berliner „Volkszeitung", des Organs des patriotischen, fortschritt- lichen Herrn Duncker, der Trompete des bekannten Eugen Richter: „Dem Bundesrath ist nunmehr auch der Etat über den Reichs-Jnvalidenfonds für 1876 zugegangen. Derselbe veranschlagt die im Jahre 1875 auf 28,757,048 Mark fixirten Jnvaliden-Pensionen auf ungefähr die gleiche Summe, nämlich 23,710,088 Mark. Ob diese Summen erforderlich sind, wird der Reichstag zu untersuchen haben; daß der Voranschlag aber wieder zu hoch ist, läßt sich schon aus dem Umstände schließen, daß die Ausgaben für 1874 auf 38 Millionen festgestellt waren, während sie nur 24 Millionen betrugen, und daß, während für dasselbe Jahr ein Kapitalzuschuß von über 16 Millionen Mark in Aussicht genommen war, die Zinseinnahmen allein noch mehr wie eine Million Ueberschuß über den Bedarf er- gaben. Es stellt sich überhaupt immer deutlicher heraus, daß> wie das auch seitens der fortschrittlichen Ab- geordneten schon bei der Berathung des Gesetzes betreffend den Reichs-Jnvalidenfonds dargethan wurde, von vornherein mit viel zu hohen Posten gerechnet worden ist, und daß demzufolge sehr wohl eine Reduzi- rung des Fonds um vielleicht 200 Millionen Mark eintreten könnte— eine Sachlage, die um so gründlicherer Erörterung bedarf, je größer die Aussichten auf eine Stei- gerung der militärischen Ausgaben werden." Also, um zu sparen, soll der Jnvalidenfonds beschnit- ten werden. Nicht daran denken die Fortschrittler, den armen Opfern des Krieges, da Ueberschüsse sich ergeben, die Pensionen zu erhöhen, und sie ließe sich in der That von täglich 66 Pf. auf eine Nkark, nach obigem Ergebniß, steigern, sondern es soll nur möglichst billig„gewirthschaftet" werden. Wundersame Sparsamkeit, wundersamer Fortschritt, wunders amer N a t i o n a l d a n k! Die Social-Demokraten müssen wahrhaftig Euch„Pa- tri o ten" wieder einmal zur Scham aufrufen, vor Denen, welche Euch einst die Geldsäcke vor den Tureos schützen und die fünf Milliarden erkämpfen mußten!— Ter Stuttgarter„Rückgang" und die National-Liberalen. Die Erfolge, welche der Soeialismus am 23. Sept. in Stuttgart errungen, hat unsere Reptile und reichs- treuen Hanswursten rein aus dem Häuschen gebracht. Sämmtliche Organe der National-Liberalen stimmen ein solch ervärmliches Gewinsel über die Stuttgarter Wahl an, daß man fast Mitleid mit diesem armen Federvieh haben könnte. Besonders ist es die Berliner„National-Zei- tung", die sich über den 23. September gar nicht beruhigen kam: und die ihrem Schmerz und ihrer Wuth in folgenden Worten Ausdruck giebt: Die jüngsten Reichstagswahlen, wie sie in Leipzig, Lauenburg, Hannover und jetzt in Stuttgart vollzogen worden sind, haben in über- einstimmender Weise ein beträchtliches Wachsen der Stimmen der social-demokratischen ilandidaten nachgewiesen. In Stutt- gart, einer keineswegs vorherrschend industriellen Stadt, haben seit den Wahlen im Jahr 1874 die social-demokratischen Stimmen gerade um die Hälfte zugenommen, sie sind von 2406 auf 3606 gestiegen.(Soll wohl' heißen auf„3834" gestiegen. Die Red. des„N. S.-D.) Wir wollen zugeben, daß die wirthschaftliche Roth und der gewaltige Rückschlag, den unsere Industrie erlitten, eine größere Anzahl von Unzu- friedenen geinacht hat, die nun auf den ersten besten Gegenstand los- schlagen, der ihnen in den Weg kommt, und dieser Gegenstand ist zu- fällig hier der„Racker" von Stagt. Allein es läßt sich weiter nicht verkennen, daß die Erbitterung, mindestens gesagt Entfremdung zwischen den verschiedenen Gesellschaftsklassen zugenommen, und der kamerad- schaftliche und Corpsgeist, der in den arbeitenden Klassen eine so große Rolle spielt, die social-demokratischen Schlagworte zu den seinigen gemacht hat, unter dieser Fahne eine Menge ruhiger denkenden Elemente mit sich fortreißend. Daneben tritt aber noch eine weitere Erscheinung hervor; es ist das der Zuwachs, den die social-demokratische Wählerschaft durch die Arbeiterjugend erhält, welche nach Zurücklegung des 25. Lebensjahres zum vollen Wahlrecht gelangt. Es ist eine Thatsache, die man gerade während des Höhepunktes der social-demokratischen Agitation auf das Deutlichste bemerken konnte, daß es jüngere Leute, Lehrlinge und dem Lehrlingsalter kaum entwachsene Personen waren, welche das stehende Publikum social-demokratischer Volksversammlungen und die Leibgarde der social-demokratischen Agitatoren abgaben.(!!!!!) Diese Jugend rückt denn nun allmählich in die Wählerlisten ein und füllt die social- demokratischen Kadres. Bedenkt man, daß nunmehr neun Jahre hin- durch die Jugend unserer Werkstätten und Fabriken in solcher Weise beeinflußt worden ist, so wird man das Anschwellen der sociaj- demokratischen Wahlstimmen sehr verständlich finden. Leider ist auch die gewerbliche Erziehung dieses Nachwuchses häufig eine außer- ordentlich vernachlässigte,(!!!!!) die Unfähigkeit und Mangelhaftigkeit der Leistungen(!!!) macht diese jungen Männer ohne Weiteres zu Unzufriedenen, u. s. w. Ja, Ihr„großen" Nachfolger des„großen" Zabel, es ist hier doch ganz anders gekommen, als Ihr in Eurer Philisterweisheit träumtet. Daß das eigentliche Volk nicht mit Eurem„Ausbau des deutschen Reiches" einverstanden ist, hat die Stuttgarter Wahl wiederum bestätigt. Und wenn Ihr die bittere Pille der Stuttgarter Wahl damit Euch versüßen wollt, daß Ihr mit Verachtung von den Leuten sprecht, welche unserm Parteigenossen Hillmann ihre Stimme gegeben und als kaum mannbare Jünglinge hinstellen wollt, nun, so wollen wir Euch das Vergnügen lassen. Wir im Gegentheil freuen uns darüber, daß die deutsche Jugend mit solcher Begeisterung dem Soeialismus sich anschließt und für ihn thätig ist. Wenn dann noch die Gelehrten der„National-Zei- tung" von der„Unfähigkeit und Mangelhaftigkeit der Leistungen,,„dieses Nachwuchses" sprechen, nun, so haben mir auch dafür bloS ein Lächeln. Denn es gehört gewiß eine ziemliche Portion Dnmmdreistigkeit und Frechheit dazu, wenn Literaten, die bekanntlich notorisch verbummelte Sub- jekte sind und keine bürgerliche Stellung im Leben einneh- men können, die Stirn haben, von„Arbeitsunfähigkeit" und anderen ähnlichen Dingen zu schreiben. Gleich der„National- Zeitung" ist denn auch die „Magdeburgische Zeitung" mit einem thränen- und seufzerreichen Artikel über die Stuttgarter Wahl niederge- kommen und aus dem wir unfern Lesern folgende Lamen- tationen nicht vorenthalten wollen. Die nationalliberale Klapperschlange von der Elbe läßt sich nämlich folgender- maßen aus: Vergleicht man die Ziffern der Reichstagswahl im Januar 1874 mit der jetzigen Ersatzwahl, so springt zunächst das beträchtliche Anwachsen der Social-Demokraten in die Augen. Ihre Zahl ist seit zwei Jahren fast verdoppelt. Diese Partei hat sehr langsam in Schwaben Boden gefaßt und man war bisher gewohnt, sie gering zu schätzen, jetzt ist sie aber, Dank ihrer unablässig betriebenen Agitation in Stadt und Land, zu einer Macht geworden, mit der man rechnen und deren Ueberhandnahme hoffentlich den reichstreueit Kern der Bür- gerschaft aus seiner gewöhnlichen Gleichgültigkeit aufwecken wird, wie es zum Theil jetzt schon geschehen ist. Es bleibt aber in dieser Beziehung immer noch zu wünschen übrig. Unserer Ansicht nach wird sicher jedes Jahr bei den Herren National-Liberalen immer mehr zu wünschen übrig bleiben, bis zuletzt Alles bei ihnen bloS ein frommer Wunsch sein wird. Wir aber wollen aus der Stuttgarter Wahl die Lehre ziehen, daß die Massen sich gar bald und gern aufklären lassen, wenn nur mit Fleiß und Aufopferung an dieses Werk gegangen wird. Thun wir also bis zur nächsten Reichs- tagswahl unsere Schuldigkeit und der Nationalliberalisnuis wird in das Mauseloch kriechen müssen. Politische Uebersicht. Berlin, 2. Oktober. Die Eröffnung des deutschen Reichstages wird auch diesmal wiefzer auf die lange Bank geschoben. Von der Eröff- nung am 18. Oktober ist bereits Abstand genommen und anstatt dessen der 28. Oktober in Aussicht gestellt worden. Als vor etwa zwei Jahren seitens des Polizeipräsidenten v. Madai Alles aufgeboren wurde, um die Sittlichkeit in Berlin zu„heben", wozu allerdings gerade die verkehrtesten Mittel in Anwendung gebracht wurden, da waren auch Uebergriffe von Sittenpolizisten an der Tagesordnung, und fast keine Woche ver- ging, in welcher die Zeitungen nicht darüber zu berichten wußten, daß ein Sittenbeamter in allzu großem Diensteifer unbescholtene Mädchen und Frauen nach dem Polizeigewahrsam geschleppt hätte. Da sich jedoch bald allenthalben ein gerechter Unwille gegen diese Art von Sittlichkeitsbeförderung kund gab, wurden solche Vorkommnisse seltener. In allerneuester Zeit jedoch schein bei der Sittenpolizei wieder der alte Diensteifer zu herrschen. So entnehmen wir der„Staatsbürger-Zeitung" einen Vorfall, wel- cher am Mittwoch Abend vergangener Woche einem jungen Meid- chen passirt ist, die in einem großen Wäschegeschäft als Plätterin sungirt, daß, als die betreffende Dame gegen II Uhr die Loth- ringerftraße entlang ging, sie von drei Sittenpolizisten verhaftet und erst am nächsten Morgen wieder entlassen wurde.— Ebenso sollen sich Beamte der Sittenpolizei auf eine infame- anonyme Denunziation hin in eine ehrbare Familie eingeschlichen haben, um deren Privatverhältnisse auszuforschen. Was dieses Vorgehen der Polizei anbelangt, so wundert uns dasselbe eigentlich nicht, da die Polizei sich bekanntlich nur gar zu gern überall einmischt. Was aber eine solche„Hebung" der Sittlichkeit betrifft, so muffen wir eingestehen, daß wir dann doch auf einem wesentlich anderen Standpunkt uns befinden, als Herr v. Madai. Mit Gewalt läßt sich die Prostttution durchaus nicht aus- rouen, und werden deshalb auch noch so strenge Maßregeln nicht den geringsten Erfolg gegen dieses Uebel haben; denn nicht sind es einzelne versumpfte Individuen, welche die Ausbreitung der Prostttution fördern, sondern es sind die heutigen socialen Ver- Hältnisse, welche einen Theil der weiblichen Bevölkerung zwingen, ihren Leib zu verkaufen. So lange noch Achtung und Ehre nach klingender Münze berechnet und die Tugend im dürftigen Gewände verspottet wird, so lange wird es eine Unmöglichkeit sein, die sittlichen Verhält- niffe zu heben, und ist jede polizeiliche Maßregel deshalb voll- ständig nutzlos. Wenn aber Arbeiterinnen, welche durch die Roth ge- zwungen sind, bis spät in die Nacht in ihrem Geschäft thätig zu sein, den angeführten Unannehmlichkeiten ausgesetzt sind und durch die Schuld eines Sittenpolizisten einer Dirne gleich behandelt werden kann, dann ist es besser, wenn die Sittenpolizei hre Verfolgungen ganz einstellt. Nun glauben wir zwar nicht, daß auf unsere Ausführungen seitens der Polizei viel gegeben werden wird, wohl aber glauben wir, unseren Lesern in kurzen Worten gezeigt zu haben, wie die Sicherheit der einzelnen Person seitens einzelner Polizisten gefährdet werden kann. Und das Alles in einem Rechtsstaat. Unter den Ursachen des in Bosnien und der Herzegowina gegenwärtigen Aufstandes nimmt die türkische Steuerwirth- schaft, wie wir bereits in den vorigen Nummern erwähnten, in jenen Provinzen zweifellos die erste Stelle ein. Das Steuer- wesen ist in Bosnien und der Herzegowina, wo weder die Volks- zählung, noch die Katasteraufnahme durchgeführt wurde, in einem total ungeregelten Zustande, daher auch die Steuerbemeffung voll- kommen willkürlich erfolgt. Diejenigen Steuern, welche nicht in Pacht gegeben sind, werden durch die Regierungs-Organe und durch die Medschlisse in großen Summen auf die Disttikte repar- tirt. Die Medschlisse der kleineren Disttikte oder Gemeinden geben die einzuhebende Steuerquote dem Malmudir(d. i. dem von der Regierung angestellten Steuereinnehmer), dieser dem Hodzziabeschi(Viertelmeister) der verschiedenen Konfessionen be- kannt, welcher dieselbe sodann von seinen Glaubensgenossen sam- melt und die eingegangenen Steuern dem erwähnten Malmudir einsendet, der nun seinerseits die gesammten Geldbettäge in der administtativen Stufenleiter der Landesregierung(d. h. dem General-Steuereinnehmcr) zuführt. Die Steuerquoten werden nach den approximativ geschätzten Vermögens-Verhältnissen der Steuerpflichtigen eingehoben, wodurch Ungerechtigkeiten und Zwistig- leiten entstehen, da nicht selten ein unbemittelter Bewohner, je nachdem dessen Wohlhabenheit bcurtheilt wird und nach Maßgabe manch anderer hinzutretender Umstände oft über das Maß einer Steuerfähigkeit belastet wird, während der Bemittelte mit einer mäßigen Summe seiner Steuerpflicht genügt. Die Steuern werden unter folgenden Namen erhoben: Die Landessteuer oder Pores zerfällt in drei Klassen und zwar zu 5V Piastern jährlich für die ärmste Klasse, zu 150 Piastern für den Mittelstand und zu 350 Piastern für die reiche Klasse der Bewohner. Anfangs nur von den Christen bezahlt, wurde dieselbe 1850 auch der mohamedanischen Bevölkerung auferlegt. Die Militärsteuer (Bsdelie) hieß ehemals Charadsch(Kopfsteuer) und bezeichnete den Tribut, mittels dessen sich der Rajah von dem Schwerte des Siegers loskaufte, im Gegensatze zu dem nur zehntpflichtigen Muselmann, der für seinen Kopf nichts zu zahlen hatte. Gegen- wärtig ist diese eine Militär-Enthebungs-Tare, welche von allen christlichen Bewohnern, überhaupt von der nicht muselmännischen Bevölkerung Bosniens und der Herzegowina als eine Jahres- steuer und zwar mit 90 Piastern per Kopf erhoben wird. Der Tabak ist seit Achmed I. 1603 in Anwendung und gegenwärtig besteuert. Im Jahre 1862 wurde für den in Bosnien und der Herzegowina gezogenen Rauchtabak die Steuerabgabe auf 6 Piaster per Oka erhöht. Das Erträgniß dieser Steuer läßt sich nicht mit Sicherheit angeben, und kann daher, wie bei den meisten Posten, nur annähernd bestimmt werden. Bei den meisten der noch zu erwähnenden Steuern läßt sich die einfließende Summo Entwicklung der modernen materiellen Kultur. (Aus der Kulturgeschichte*) von Friedrich v. Hellwald.) Nur in den allgemeinsten Umrissen läßt sich die großartige Entwicklung der materiellen Kultur in der Neuzeit andeuten. Die wissenschaftlichen Forschungen im 18. Jahrhundert hatten, wie wir gesehen, das Zeitalter der Maschine vorbereitet und ermög- licht. Auf der Maschine aber beruht der Aufschwung und die Ausbreitung der modernen Industrie, die ihrerseits wieder die Erweiterung des Welthandels zur Folge hatte, der ihr in stetem Wechselverkebre aus den entlegensten Theilen des Erdballes die Stoffe zur Verarbeitung zuführt. Die letzten drei bis vier Decen- nien des verflossenen Jahrhunderts legten den Grund zu der Handelsgröße Englands, dessen Seemacht die Meere beherrschte; die Industrie lag noch in der Wiege, der Handel beschränkte sich noch vorwiegend auf den Sclavenhandel, die Verkehrswege im Königreiche selbst waren noch unvollkommen. Der Umschwung trat naturgemäß ein mit der Einführung der Maschine. Indem sich ihr Gebrauch über die Kulturländer Europa's allmählig aus- dehnte, rief sie überall die Entwicklung der Industrie in's Leben und zog dadurch immer mehr Nationen in die Kreise des Welt- Handels hinein. Der Zeitpunkt dieser großen Wandlung in der materiellen Kultur kam, als er der europäischen Menschheit gerade am noth- wendigsten war. Trotz aller Kriege und Epidemien stand die Ziffer der enropäischen Bevölkerung gegen Ende des 18. Jahr- Hunderts hoch über jener des Mittelalters und war in äugen- * Wir iverdeä das höchst interessante Werk von Fr. v. Hellwald „Culturgeschichte in ihrer natürlichen Entwickelung bis zur Gegenwart" (erschienen 1875 Augsburg bei Lampart u. Co. Preis 12 Mk.) einer eingehenden Kritik unterwerfen. Um die Anschauungen des Verfassers rinsern Lesern leichter verständlich zu machen, geben wir zunächst aus jenem Werk eine Stelle wieder, welche die socialen Zustände der mo- dernen Gesellschaft betrifft. D. Red. d.„N. S.-D." nach den wenigen bekannten Daten nicht einmal annäherungsweise bestimmen, indeni die Beamten selbst entweder keine Auskunft zu ertheilen im Stande sind,»oder aus wohl begreiflichen Gründen nicht ertheilen wollen, überdies die Höhe der Steuerquoten fast alljährlich wechselt. Das in Ober- und Unter-Tusla aus den dortigen Quellen durch Absud gewonnene Salz, an 400,000 Oka jährlich, der Regierung gehörend, wird im Verhältniß zu dem aus Oesterreich importirten Salze um 20 Prozent des Werthes höher verkauft(1 Oka zu 1 Piaster), erscheint somit, da die Bewohner zum größten Theile dieses Salz zu kaufen gezwungen sind, mit der oben angesetzten Prozentzahl besteuert, und deckt kaum die Betriebskosten. Zu den Regierunas- oder allgemeinen«steuern sind noch die Erwerb-, die Heiraths-, Braut-, die Fenster-, die Thürsteuer(Badsch), die Flußbarken-, die Mühlsteuer, serner die Steuer für die Benutzung der der Regierung gehörigen Weide- plätze(Otlakje) zc. zu zählen. Als Kirchensteuer muß eine Erbsteuer beim Ableben�eines jeden türkischen Unterthanen für die sogleich erfolgende Sperre von den Verwandten oder Erben 27,% vom Nachlaß der Mek- beruch(dem geistlichen Gerichte) entrichtet werden, welche in den Seckel des alle zwei Jahre wechselnden und von Constantinopel delegirten Wollah fließen. Ebenso müssen die Griechen ihrer Geistlichkeit, speziell aber dem von der Pforte ernannten Metto- politen, unter verschiedenen Namen ziemlich bedeutende Abgaben entrichten, die den Ersatz für die verausgabten Summen der er- kauften Stellen in der ganzen Stufenleiter dieser Geistlichkeit bieten müssen. Der Zehent(türk. Aschr, slav. Desetina), wel- cher von allen Boden-Erzeugnissen, d. h. Früchten, zu entrichten ist, wird gewöhnlich in jedem Sendschak(in jedem Kreise) ver- pachtet. Jeder Besitzer eines Kaffeeschanks ist gehalten, seine Kaffeevorräthe aus bestehenden Depots(Tachmis, Tachmis-Chane bedeutet Regierungs-Kaffeemühle oder Verkleinerungshaus) zu be- ziehen. Der Kaffee wird bereits gebrannt und gestoßen verkauft. Der Pachtschilling für das Verkaufsrecht des Schnupftabaks wirft in Bosnien allein die Summe von 250,000 Piastern ab. Die Verpachtung des Blutegelsangs ergiebt die Summe von 60,000 Piastern, in der Herzegowina 12,000 Piaster. In den größeren Handelsstädten ist die Gewichtssteuer eingeführt und beispielsweise für Serajewo um den Preis von 18,000 Piastern verpachtet. Für jedes Collo, das mehr als 40 Oka(90 Pfund) wiegt, müssen dein Pächter 6 Para entrichtet werden. Endlich muß der Besitzer eines jeden von Lerajews abgesendeten, mit Waaren beladenen Pferdes 4 Piaster Mauthgeld(Mururiö) ent- richten. Zu allen den oben angeführten Abgaben kommt noch die so- genannte Tretina(das Drittel) hinzu, welche der ackerbautreibende Bauer dem Gutsherrn, der in der Regel Mohamedaner ist, zu entrichten hat. Der besitzlose Landmann nimmt nämlich Haus, Hof und Grund in Pacht, bestellt die Felder und giebt das Drittel oder die Hälfte der gewonnenen Naturprodukte als Pacht- zins ab. * Auch die„Elberfelder Zeitung" kommt nachträglich mit einem Trauerartikel über die Stuttgarter Wahl. Dabei passirt ihr aber mehrmals der absichtliche Druckfehler, daß sie von anstatt nahe 4000 socialistischen Wählern, stets nur von fast 400 spricht. Die Elberfelderin schreibt unter Anderem: „Das Auftreten einer nahezu 400 Stimmen zählenden social- demokratischen Partei in der Hauptstadt des Königreichs Würt- Lemberg konnte, wie die„B�.C" richtig bemerkt, nach den Vor- gangen bei der letzten Reichstagswahl heute freilich nicht mehr Auffallen erregen. Seit dem Ausgleiche, welcher zu Pfingsten dieses Jahres in Gotha zwischen den verschiedenen Richtungen der deutschen Social-Demokratie stattgefunden hat, muß man in allen denjenigen Wahlkreisen, wo die Arbeiter einen erheblichen Bruchtheil der Bevölkerung bilden, darauf gefaßt sein, daß die- selben die Vorthcile, welche ihnen ihre geschlossene Organisation auf Grundlage des allgemeinen gleichen Wahlrechts gerade bei dem gegenwärtigen Modus der direkten Wahl und der geheimen Abstimmung gewährt, nach Kräften auszunutzen versuchen werden. An die übrigen Parteien, welche ihre Mitglieder wegen der Selbstständigkeit ihrer Ansichten nicht nach Art dieser„Arbeiter- Bataillone" zu organisiren vermögen, die stets marschbereit nur auf das Zeichen zur Aktion harren, um vollzählig auf der Wahl- statt zu erscheinen, tritt dringender als je die Aufgabe heran, die Zeit bis zu den nächsten allgemeinen Wahlen mit Eiier und Ernst zur Sammlung ihrer Genossen zu benutzen. Die'Stutt- garter Wahl ist ganz dazu geeignet, die Erfahrungen, welche bei der neulichen Ersatzwahl im Herzogthum Lauenburg gemacht wor- den sind, zu bestätigen. Zwar ist es der Social-Demokratie in Stuttgart nicht gelungen, die Nothwendigkeit einer engeren Wahl herbeizuführen, wie im Lauenburgischen; indessen sind die Stim- menverhältnisse bei der Stuttgarter Wahl immerhin derartige, daß bei der Aufstellung eines vierten, partikularistisch-konservativen Kandidaten leicht die Nothwendigkeit einsr engeren Wahl hätte herbeigeführt werden können." „Dringender als je tritt an alle Reichsftcunde" u. s. w.— scheinlichem, unberechenbarem, stetigem Wachsen begriffen. Immer mehr erschöpften sich aber die Bodenkräfte des seit Jahrtausenden bebauten Europa's, immer weniger mußte voraussichtlich die Be- wirthschaftung des Bodens den Bedürfnissen der wachsenden Volksmenge genügen. Wir wissen, daß die allgemeine Kultur in strenger Abhängigkeit von der Verdichtung der Bevölkerung steht, und erkennen schon in dem Umstände, daß in früheren Zeiten die Kopfzahl nicht so beträchtlich sein konnte wie heute, ein ausschlag- gebendes natürliches Moment für die geringere Kultur entschwun- dener Epochen und die Hinfälligkeit aller diesbezüglichen Ver- dammungsurtheile. Mit der steigenden Bevölkerungsziffer stieg auch die Civilisation, die dann wieder die Mittel brachte zu weiterem numerischen Wachsthume, indem sie der Menschheit neue Nährquellen erschloß. Die Maschine kam rechtzeitig auf, um den Uebergang vom Ackerbaustaate zum Jndusttiestaate zu ermöglichen, ein Uebergang, der eine neue gewalttge Phase der europäischen Kulturentw'cklung bezeichnet. Unter„Maschine" verstehe ich natürlich nicht eine einzelne, bestimmte Maschine, sondern überhaupt jedes Instrument,»velches mechanische Kräfte an Stelle der Menschenhände setzt. Die allge- meinen Wirkungen der Maschine gehen dahin, daß sie Erzeug- niffe, Waaren liefern, deren Preise um so billiger werden, je mehr sie unter sonst gleichen Umständen Naturprodukte sind. Mit anderen Worten, die Naturprodukte vertheuern sich, während die Knnstprodukte sich verbilligen. Die Geschichte aller Volkswirth- schaften, von den ältesten Zeiten bis auf unsere Tage, bewahr- heftet die Richtigkeit dieses Satzes; die Maschine hatte aber zur Folge, diese gesetzmäßige Wirkung zu beschleunigen, indem sie ein zweites großes EntwickelungSgesetz, die Theilung der Arbeit, nach allen Richtungen hin vertiefte. Als Maschinen sind auch die drei Erfindungen zu fassen, welche am meisten dazu beitrugen, das moderne Kulturleben um- zugestalten: die Dampfschiffe, die Eisenbahnen und der elektrische Telegraph. Die ungeahnten Wirkungen dieser Maschinen sind Nun, zum wievielten Male haben wir dies nicht schon in der Elberfelderin lesen müssen; ja, vielleicht auch noch dann, wenn von dem ganzen Nationalismus nur noch Herr Scheerenberg mit seiner„Elberfelder Zeitung" übriggeblieben sein wird. Im Uebrigen illustirt die Elberfelderin den„Rückgang" wieder trefflich. Jiinere Parteiangelegeilheite». Seit dem 15. d. M. bis heute gingen bei dem Unterzeichneten fol-; gende Gelder ein für: a. Unterstützungsfonds: Hamburg v. Praast Mark 2,40; do. v. Strikecomitä der Kisten- j macher 4,23; do. d. Nagel v. Verbrüderungsfest 93,64. Hanau von! Lassalle's Todesfeier d. Daßbach 14,05; do. v. d. Turngemeinde 2,80; I do. d. Daßbach bei einem Ausfluge 10,90. Apenrade d. A. Drews' 0,85. Stoppenberg auf 2 Listen d. Morsch 3,75. Pforzheim d. F. Petri 6,27. Obertshausen d. K. Döbert 1,00. Fürth d. F. Zick 8,25. � Rendsburg d. Reese beim Arbeiterfest 12,03. Zschopau d. K. F. Hopp- ner 1,50. Köln v. Socialisten d. Küpper 9,00. Mannheim d. Buttle 7,00. Offenbach v. Gesangv.„Lassallia" 4,40. Achim d. G. Müller 5,30; do. Proletarierhochzeit 1,40. Tondern d. Platz 3,00. Cassel d. Meise v. Todesfeier Laffalle's 6,00; do. auf List- 2 3,35 und Liste 4 9,55. Schwerin, Ueterschuß v. Verbrüderungsfest 18,00. Mühlhausen d. Pölitz 4,33. Hannover v. Schneider Reichenbach 3,45. AugSburg d. Endres v. lustiger Gesellschaft 1,72. Altona v. Dehncke'S Cig.-Fabrik 5,00; do. v. Schuhmachern d. Friedr. Moritz 106,75. Kirchberg Liste 976 d. Schubert 3,00. Hürben d. S. Fischer 1,00. Kalk d. W. Eckert 7,00. Lübeck d. F. Steffen, freiwillige Sammlung Arbeiterfest 25,00. Stollberg d. Frenzel v.„Arbeiterliederkranz" 2,40. Calbe a. d. S., Laffalle's Todesfeier, d. Schönian 9,50. b. AgitationZfondS(freiwillige Beiträge): Bergen a. d. D. d. Praast 7,50. Lüneburg d. Praast 7,50. Berlin, Ueberschuß vom„Agitator"(Saldo) d. H. Ecks 7,50(nämlich 5,00 v. Getzleb, Berlin, und 2,50 v. Köhler b. Melle). Gaarden d. Walther 4,50. Kiel d. Walther 15,00. Stein b. Zwickau von E. Schmutzler 3,60. Tondern d. Platz 2,40. Neustadt i. H. d. Rother- mundt 10,00. Augsburg d. I. Endres 8,30. Gelsenkirchen d. A. Dreesbach 8,40. Osnabrück d. Dreesbach 6,00. Minden d. Dreesbach 9,00. Wüster d. Henke 1,24. Itzehoe d. Henke 10,00. Riesa d. A. Obenaus 6,00. c. Wahlfonds: Zschopau d. Höppner 1,50. Altona d. Müller v. Hucke's Werk- stelle 3,30. Mühlhausen d. Pölitz 0,55. Hamburg v. Justus Cig.- Fabrik(Zollvereins-Niederlage) 30,00. Für die Agenten zur gefälligen Notiz, daß die Beiträge für September laut Organisation bis zum 15. Oktober eingeschickt fein müssen. Hamburg, 29. September 1873. Mit Gruß! Namens des Vorstandes: August Geib, Rödingsmarkt 12. Am 18. November haben die Redakteure unseres Blattes, A. Küster und H. Lange sowie Hen R. Tennhardt in Raum- bürg vor dem Naumburger Kreisgericht wegen eines Ar- tikels, dckc die Verhältnisse des Naumburger Domnagymsiums be- leuchtete, Termin. Der betteffende Artikel soll nach der Anklage eine„schwere Beleidigung" des Lehrerkollegiums genannten Gym- nasiums enthalten. Veckremo! Den 15. Oktober findet vor dem Berliner Kammergericht gegen den Redakteur unseres Blattes, A. Küster, Termin statt. Parteifreund Küster ist bekanntlich in erster Instanz zu 6 Monaten Gefängniß vcrurtheilt. Frankfurt a. M., 20. Sept.(Gedenkfeier der am 18. Sep- tember gefallenen Freiheitskämpfer.) Am 19. Sept. fand auf dem Frankfurter Friedhose die Schmückung der Gräber der inl Septem- ber 1848 gefallenen Freiheitskämpfer statt. Schon lange vor 10 Uhr war eine große Masse Leute anwesend und kamen immer neue Schaaren hinzu. Die Haltung der Menge war eine ernste, der Sache gemäße; allein der Mensch denkt und die Polizei lenkt. Ein Parteifreund, der keine Rede hallen wollte, sondern nur die Anwesenden ersuchte, das Haupt zu entblößen, um die da Ruhenden zu ehren, wurde sofort von dem anwesenden Polizeikommisfar mit den Worten unterbrochen:„Sie dürfen hier keine Versammlung abhalten, Sie können keine Rede halten" u. f. w. Die Menge nahm dieses Einschreiten ruhig und würdevoll hin, und der Polizeikommissar konnte dennoch nicht verhindern, daß die Anwesenden ehrsurchtsvoll daS Haupt entblößten. Als am 2. Septbr. gesedant wurde und die Kriegervereine auf den Kirchhof gingen, da wurden Reden gehalten u. s. w. Die Gräber wurden mit vielen Kränzen geschmückt und war besonders ein mit rother Schleife versehener Lorbeerkranz, worauf folgender Spruch stand, sehr schön:„Ruhet in Frieden, das Volk vergißt seine Todten nicht, die muthig gefallen sind sür Freiheit ünd Recht! Gewidmet von den Socialisten Frankfurts am 19. September 1875." Am Schlüsse besuchten wir noch das Grab eines treuen Kämpfers aus dem Jahre 1848, der auch nach dem Auftreten Laffalle's treu und fest für das Proletariat kämpfte: das Grab von Strauß. Auf diese Weise verlief ohne jeden weiteren Zwischenfall diese Feierlichkeit. Viele Männer sind aber mit dem freudigen Be- wußtsein nach Hause gegangen, daß es Leute giebt, die zu jeder Zeit Die ehren werden, die für Freiheit und daS Recht des Volkes gewirkt haben.' L.... r. oft genug aufgezählt und geschildert worden, als daß ich mich hier des Längeren darüber verbreiten sollte; ich darf sie als be- kannt voraussetzen. Sie kamen zunächst dem Verkehre zu Gute, indem sie die Entfernungen verringerten. Fernes an einander rückten und klar machten, welch' unschätzbarer Werth der Zeit zukomme. Sie förderten den Austausch der Güter, wie der Ge- danken, sie ließen die Pulse des Kulturlebens der Völker heftiger aber auch rascher schlagen. Sie gestatteten der materiellen Kultur eineJntensität zu erreichen, die bisher noch kein Zeitalter geschaut, indem sie die Produkte der Industrie in Kreise verfrachten, die fernab von ihrer Erzeugungsstätte liegen und dort dem llnbemit- telten die Beschaffung von Dingen ermöglichen, die sonst wegen der Höhe der Transportkosten unerschwinglich wären. Die Fortschritte und natürliche Entwicklung der materiellen Kultur, wie sie durch die Erfindungen und das Maschinenwesen, durch die Erweiterung des Handelsverkehres sich heute offenbart, veranschaulicht Nichts trefflicher, als die fünf Weltausstellungen, welche im Laufe des verflossenen letzten Vierteljahrhunderts in London, Paris und Wien veranstaltet wurden. Die Eigenart der Völker tritt dabei so zu sagen plasttsch zu Tage und' ein Ver- gleich zwischen diesen fünf Expositionen lehrt, daß auch jede von ihnen eine neue Idee zur Geltung brachte, die allemal mit der vorigen in sachlichem, naturgemäßen Zusammenhange stand. Schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts behauptete Frankreich in Sachen des Geschmackes und der Mode, besonders in Seidenwaaren, Bronze- und Bijouterie-Arbeiten und Taschenuhren, den Vorrang, selbst vor dem gewerbreichen Großbritannien, sowie überhaupt was Eleganz, Niedlichkeit und Bequemlichkeit betrifft, die sran- zösischen Industrie- und Kunstprodukte obenan standen. Anders in Deutschland und Oesterreich noch in viel späterer Zeit, wie die Wiener Jndusttie-Ausstellung vom Jahre 1845 darthat. Der vorwiegende Charakter der deutschen Manufakturwaaren lag in ihren niederen Preisen, eine Folge des Ueberflusses und der guten Qualität der Rohstoffe, noch mehr aber der Handarbeit, die dem ten. 9 von I ,80; i ews jj F- 1 ,25.] Berlin, 27. Sept.(Allg. Böttcher- fKüper-� Verein.) Da das dritte Quartal seinem Ende naht, so machen Unterzeichnete die Bevollmächtigten aufmerksam, sich zeitig auf die vierteljährliche Abrech- nung vorzubereiten. Um etwas Geregeltes im jiasfenivcsen zu erzielen, ist es nothwendig, daß die Gelder, resp. Abrechnungen bis zum 25. Okt. eingesandt werden. Letzteres ist nicht nur Wunsch des Vorstandes, sondern die Centralkommission zu Hamburg macht darauf aufmerksam. — In Betreff der Arbeitseinstellung in der Faßfabrik können wir melden, daß nach Verlauf von mehreren Tagen die Arbeit wieder an- genommen wurde. Es soll, wie uns gemeldet ist, die Direktion 5 pCt. gleich und 5 pEt., wenn die jetzige Lieferung fertig ist, bewilligt�haben. — Von Posen wurde gemeldet, daß folgende Summen für die Sinken- den in der dortigen Spritfabrik zur Unterstützuug verausgabt sind: Bon Gragert Berlin, freie Sammlung, Rm. 37,50; Kroll, Hamburg, 48,00; Klemke, Birnbaum, 13,00; Kollegen in Posen 54,75; Ortskasse Posen 153,00. Da von Posen für das 2. Quartal die Abrechnung gesandt wurde, das Geld aber verausgabt ist, so muß der letzte Posten heißen, wie folgt: Rm. 73,00 von der Hauptkasse und Rm. 80,00 von der Ortskasse der Mitgliedschaft Posen. Otto Fischer, Vorsitzender, Amalienstr. 12. F. Gragert, Kassirer, Ackerstraße 159. Berlin, 27. Sept.(Böttcher-Versammlung.) Sonntag, den 25. d. M., fand im Lokale des Herrn Heise eine Generalversammlung der Böttchergesellcn Berlins statt, in welcher Herr Otto Kapell über die Gewerkschaftsbewegung, ihre Entstehung und den Nutzen derselben einen gediegenen, mit Beifall aufgenommenen Vortrag hielt. Der Vortragende führte besonders in seinem Vortrage die heutige Pro- duktionsweise an und wies die Schäden derselben treffend nach. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Kollegen, welche sich im Sinne des Referenten aussprachen. Es wurde besonders von den Control- und Entlassungsscheinen, welche 1872 von Seiten der Meister den Ge- sellen zur Knebelung aufgebürdet wurden, gesprochen. Zum Schluß wurde folgende, von Herrn Fischer eingebrachte Resolution einstimmig angenommen:„Wir erklären in der heutigen Versammlung, daß wir die Ausführungen des Herrn Kapell nicht nur anerkennen, sondern auch dahin arbeiten wollen, sie weiter zu verbreiten. F. Gragert. Bockenheim, 27. Sept.(Den Parteigenossen), so wie allen Arbeitern von Bockenheim und Umgegend hiermit zur Nachricht, daß unser seitheriges Versammlungslokal(Walhalla) wieder in die Hände des Herrn Maier übergeht. Bei diesem Wechsel hat Herr Maier uns erklärt, daß er die Partei nicht mehr in seinem Lokale dulde aus Grün- den, die er nicht angeben könne. Arbeiter, wir kennen diese Gründe, und an uns liegt es, dafür zu sorgen, daß kein Arbeiter von jetzt an dieses Lokal, die„Walballa" in Bockenheim, mehr betritt. Wir belom- men wieder ein Lokal und werden wir dann berichten. Mehrere Parteigenossen. Breslau, 18. Sept.(An die Parteifreunde Schlesiens.) Der Vereinigungskongreß hat lange stattgefunden und hat etwas ge- schaffen, was die Arbeiter Deutschlands anerkennen, denn überall dehnt sich die Bewegung aus und immer werden neue Ortschaften für die Parrei gewonnen, nur Schlesien scheint im Schlummer zu liegen, ob- gleich doch die traurigsten Zustände hier vorherrschend sind, und keine Provinz vorhanden ist, wo so'erbärmliche Löhne gezahlt werden wie in Schlesien. Das erklärt es freilich, warum die Arbeiter so weit zurück sind: sie haben keinen Groschen übrig, um denselben für die Bewegung geben zu können, und unsere Gegner beuten dies aus, indem sie den Arbeitern zurufen:„Die Agitatoren leben von Euren sauer verdienten Pfennigen". Viele Arbeiter scheinen dies auch zu glauben, bedenken aber nicht, daß gerade Diejenigen, welche so sprechen, es sind, die den Ertrag der Arbeit ihrer Arbeiter einheimsen, und daß jene Herren ein Interesse daran haben, die Arbeiter möglichst von der Bewegung fern zu halten. Auch die Behörden bieten Alles auf, damit wir nicht vor- wärts kommen solle», indem die Polizei hauptsächlich darauf drängt, daß die Lokalbesitzer uns ihre Lokale nicht zur Versügung stelle», und eS können aus diesem Grunde in verschiedenen Orten keine Versamm- lungen abgehalten werden. Trotzdem bin ich der lleberzeugung, daß die Bewegung nicht in's Stocken gerathen kann, wenn die Parteige- »offen allerorts fest zusammenhalten. Die beste Agitation ist, den Parteiblättern„Neuer Social-Demokrat" und„Volksstaat" eine weite Verbreitung zu schaffen. Dies lege ich besonders den Parteifreunden zu Breslau an's Herz, denn die Zahl der Abonnenten ist hier in letzter Zeit bedeutend gesunken. In Breslau besteht jetzt eine Filiale für beide Blätter und kann wöchentlich abonnirt werden; in allen Ver- sammlungen werden Abonnements entgegengenommen; auch fordere ich die Brcslauer Parteigenossen auf, sich etwas entschiedener an der Be- wegung zu bctheiligen, damit wir nicht rückwärts, sondern vorwärts kommen. Bald ist die Wahl und wir werden kampfunfähig bleiben, wenn es so fortgeht. Also jetzt nicht länger gezögert, wir müssen doch wenigstens zeigen, daß die Vereinigung stattgefunden hat. Die Partei- freunde in der Provinz ersuche ich, mir, so viel wie möglich, Adressen zukommen zu lassen, damit an jenen Orten, wo bis jetzt die Bewegung noch nicht an die Oefsentlichkcit getreten ist, dies geschehen kann, z. B. in Neumarkt, Jauer, Schweidnitz, Brieg u. s. w. Diejenigen Orte, wo bereits Versammlungen stattgesunden haben und ein Redner von Breslau gewünscht wird, mögen sich an mich wenden. Zum Schluß rufe ich den Parteigenossen zu: Thue ein Jeder seine Schuldigkeit, dann werden wir bald vorwärts kommen! Mit social-demokratischem Gruß K. P. Reinders, stockgasse 15. einfacheren Geschmacke und Haushalterischen Leben des Volkes ge- nügte. 3o waren denn die Kleinhandwerke noch sehr stark ver- treten, die Großindustrie noch vielfach in den Hintergrund ge- drängt. Die wahrhaft kosmopolitische Entwickelung der späteren Ausstellungen zeigt das immer vollständiger gelingende Einbe- ziehen der ferne stehenden Völker in den Kulturkreis der mittel- europäischen Nationen. Zu den ersten Weltausstellungen liefert nämlich die Nation, von welcher sie abgehalten werden, den größten Theil des Mate- rials, bei den späteren tritt das Ausland und zwar auch das außereuropäische immer mehr in seine Rechte. Die erste Aus- stellung griff fast nirgends über den Nahmen der wirthschaftlichen Arbeit hinaus; auf der nächstfolgenden Exposition zu Paris erschienen schon Kunstwerke und das französische Empire nimmt ausdrücklich für sich das Vorrecht in Anspruch, der übrigen Welt ein Erempel zu statuiren von der innigen Allianz zwischen Kunst und Industrie, ein Exempel, welches wahrhaft bahnbrechend für England, Deutschland und Oesterreich wurde, indem diese in der Organisation des kunstgewerblichen Unterrichts, ,n der Gründung von Kunst- und Gewerbemuseen und in der Wiederbelebung un- zähliger alter Kunsttechniken mit Frankreich zu rivalisiren be- gannen. Die nächste Londoner Weltausstellung 1862 nahm das Unterrichts- und BildungSwesen in ihren Rahmen auf, während jene von Paris 1867 der Ströhmung der Zeit den ungeschinink- testen Ausdruck verlieh und sich als social-ökonomisch präseiltirte, ein Zug, den die jüngste Exposition in Wien 1873 in quantitativ noch vollendeterer Weise versinnlichte, und nach deren Ergebnissen ww einen letzten Blick auf die materielle Kulturentwicklung werfen wollen. Als Grundlage jeder späteren und höheren Thätigkeit des Menschengeschlechtes seien denn vor Allem die Zweige der Urpro- duktion in's Auge gefaßt. Mit der Zunahme der Bevölkerung und mit der civilisatorisch nothwendigen Steigerung ihres relativen Bedürfniffes müffen auch die Anforderungen wachsen, welche an Laien- Evangelium. (Von Friedrich Sollet.) (Fortsetzung.) Jesus und Nathanael. „Komm, Freund! Jesus von Nazareth ist da, Von dem durch die Propheten wir vernommen." Da spricht Nathanael, kopffchüttelnd:„Pah! Was kann aus Nazareth denn Gutes kommen?— Warum aus Nazareth denn grade nicht? Sprich, Ehrenmann! laß deine Gründe gelten! Gelt? weil gar kluge Männer von Gewicht In Red' und Büchern also es bestellten. Du denkst:„Gott hat ein Einseh'n doch gewiß, Wird nimmer so gescheidte Leute necken, lind wo auf ihrer Karte:„Finsterniß" Geschrieben steht, wird er kein Licht erwecken." Reich' mir aus deiner fernen Zeit die Hand! Dich sollt' ich kennen, Freund, und deines Gleichen. Wie rührend ist uns jetzt dein Unverstand, Wo(hör' ich) alle Vorurtheile weichen.— Wie Jesus kommen sieht Nathanael, Spricht er:„Seht da! ein rechter Jsraeliter, In dem kein Falsch zu finden ist." Denn hell Bis in das Innerste des Menschen sieht er. Der Mann, wie ganz natürlich, wundert sich, Denn solche Weisheit kommt ihm nicht im Traume. Verlegen fragt er:„Woher kennst du mich?"— „Ich sah vorhin dich unter'm Feigenbaume." Das geht dem Männlein über den Verstand, Kein Mensch kann seh'n durch Berge, Bretter, Mauern, Noch um die Ecke; wohl ist's ihm bekannt, Und also ruft er mit Verehrungsschauern: „Ja! König Israels und Gottes Sohn, Du bist's! denn Niemand sah mich an dem Orte."— Jesus, du lächeltest. Allein wie Hohn Verletzen mich die treugemeinten Worte. Du mußtest deinen Geist, durchsichtig schön, Durch's Spiel so thierisch niedrer Kräfte trüben, Wie sie aus Schottlands öden Nebelhö'hn Verwilderte, blödsinn'ge Bauern üben. Du mußtest bringen, daß du nicht verlorst Die bess're Saat, des Hellseh'ns Kram zu Markte, Gleich jenem kranken Weibe von Prevorst, Das zu des Wachens Freiheit nie erstarkte. So geistverlassen, dumpf und traumverwirrt War das Geschlecht, das du kamst zu bekehren, Daß da nur, wo sich die Natur verirrt, Sie Gottes Kraft vermochten zu verehren.— „Du gläubst, weil ich dich unter'm Baum gefeh'n; Doch Größ'res, wahrlich, wird sich offenbaren. Ihr werdet seh'n den Himmel offen steh'», Und Gottes Engel auf und nieder fahren. „Zum Menschensohn."— Was meint ihr zu dem Wort, Ihr Gläub'gen? Hat auch Jesus wahr gesprochen? Ist wirklich aus der blauen Wölbung dort Ein Stück, das Licht enthüllend, losgebrochen? Und stiegen Flügelknaben ab und auf, In weißem Kleid, blond, lieblich die Gesichter? Umsonst verfolgt ihr der Geschichte Lauf. So sei denn Bibeldeuter euch der Dichter.— Ihr wandeltet durch der ltzefilde Pracht, Sie schienen eine gottverlass'ne Wüste, Und um euch her und in euch war es Nacht; Da draußen war das Licht, das nie euch grüßte. Wenn Gottes Ruf durch Todesschweigen scholl, Fuhr er daher aus weiter, weiter Ferne, Fremd, wie des Donners schreckendes Geroll, Vernichtung dräuend, euch zum tiefsten Kerne. Vor ihm mußt' alle Kreatur vergeh'n, Auch ihr. Da war der Himmel euch verschlossen. Jetzt aber wagt'S, und seht ihn offen steh'n! Fühlt GotteS Geist durch'S All, durch euch ergossen! Ihr selber nur habt Gott auf euch verbannt, Nicht barg er sich vor euch in festen Hallen. Sein Sohn hat, innen, wieder ihn erkannt, Und was er sich errang, schenkt er euch Allen. LeiS senkt der Himmel sich in eure Brust: Ihr braucht nach innen innig nur zu lauschen, Und könnt' mit eurem Gott, frei und bewußt, Gedanken um Gedanken selig tauschen. Nun ziehen seine Engel aus und ein, Lebendigen Erkennens hcit're Boten, Was rein von ihm kam, sendet wieder rein, Bis ihr ihm ähnlich seid, wie er's geboten. die Land- und Forstwirthschaft, an den Bergbau und das Hütten- wesen gestellt wcsden. In Europa allein hat die Einwohnerzahl seit 40 Jahren um ungefähr 75 Millionen Menschen zugenommen und diese Menschen wollen heute durchschnittlich mehr Brod, mehr Fleisch verzehren, sie verbrauchen viel mehr Kohle und Eisen, als ihre Vorfahren aus früheren Generationen. In Folge dessen sind zuvörderst die Produkte des Ackerbaues und der Viehzucht in den letzten Jahrzehnten rapid theurerer ge- worden, sie sind an einzelnen Orten seit zwanzig Jahren viermal so rasch im Preise gestiegen, als durchschnittlich die Manufakte. Die räumliche Ausdehnung der Bodenkultur hat ihre sehr be- stimmten Voraussetzungen. In den alten und dicht besiedelten Wirthschaftsgebieten ist die produktive Fläche bereits völlig im Anbau; es handelt sich also um die Einbeziehung neuer Pro- duktionsländer in den Kreis der Absatzmärkte. Diese stößt in Betreff der Nahrungsmittel und Rohstoffe auf mehr Schwierig- keiten, als anderwärts, weil alle Erzeugnisse des- Bodens und der Viehzucht bei relativ geringem Werthe großes Volumen und Gewicht haben und viele derselben rasch dem Verderben unter- liegen, also einen länger dauernden Transport nicht zulassen. Diese Schwierigkeiten sind in der überraschendsten Weise bewäl- tigt worden. Zunächst tritt für die Versorgung mit Brotfrüchten der Um- schwung, welcher im Jahre 1867 erst in seinen Anfängen zu er- kennen war, als vollendete Thatsache hervor. Der Getreide- Handel hat durch Verbesserung der Verkehrswege und der Hau- delseinrichtungen, sowie durch den Uebergang von den relativ minderwerthigen zu den werthvolleren Produkten die ausge- dehntesten neuen Territorien für die Ernährung der Menschen erobert; alle civilisirten Theile der Erde bilden heute einen ein- zigcn großen Markt, dessen Interessen solidarisch-geworden sind. Selbstverständlich bemüht man sich, die Erzeugnisse der dünn- bevölkerten fruchtbaren Gebiete jenen der bereits ausgesaugten Der arme Conrad. (Fortsetzung.) Inzwischen hatte auch der Herzog den Landtag einberufen, Abhülfe'schaffen"� � geben, als wolle er wirklich � Der Landtag zu Tübingen vollendete schnell seine Arbeiten deren Resultat der Tübinger Vertrag und Abschied, beide gegeben amSt. Kilians tag(8. Juli), waren. Der Herzog hatte sich dann bedeutend� Beschränkungen gefallen lassen, welche er nie einzuhalten cm sinne hatte und auch nicht einhielt. Die Städte den"iv-ÄÄ A"T fUrr¥ g-Agt- Und doch hatten an Alles, was für den /.!.,£ Messte zu tragen. wurde, war das Versprechens?�,""d Bauer herausgeschlagen soviel möglich, machen, daS Almosen< Frohnen uberall gleich, des Wildes nicht zu viel hegen, den AistM.? wirklich geben, schaften und die Handelschaft, namentlich den GM Wirth- niederlegen, den Forstleuten das muthwillige Reiten""tcher die Felder zu verbieten, den Weingärtnern die Vögel aus ihren Weinbergen zu verjagen erlauben, und künftighin, wenn der gemeine Mann in der Kanzlei Beschwerden anbringe, diese an- hören und darauf Bescheid geben wolle. Von den wesentlichen Forderungen der Bauern, von ihren dringendsten Bedürfnissen, von ihren Rechten war nich das kleinste Wörtchen auf dem Landtage gesprochen worden. Auch sollte künftig kein Bauer in demselben sitzen, und eben so wenig ein von den Bauern gewählter Vertreter. DaS Amt wurde wie bis- her als Anhängsel der Herren in den Städten betrachtet. Das, daß er so ganz zurückgesetzt, daß er verachtet wie bis- her sein und bleiben, daß er auch nicht den kleinsten Theil einer Stimme, nicht einige der Rechte erlangen sollte, welche ihm die Natur und die bürgerliche Gesellschaft zusprachen, das mußte den Landmann erbittern, der schon darin eine Verachtung sah, daß der Herzog„Bauernabgeordnete für zu ring hielt", um in eigener Person ihre Wünsche zu hören und mit ihnen zu handeln. Trotzdem gelang es ihnen jedoch, dnigc kleine Vortheile davonzutragen, und sich in einigen Plätzen festzusetzen. Herzog Ulrich bekam in Folge dessen doch einige Furcht vor dem„Pöbel", wie er seine„getreuen"„Unterthanen" am liebsten bezeichnete, und ließ, um die„erregten Gemüther zu besänftigen", eine große Volksversammlung vor Sporndorfs Thoren einrufen, wozu er alle Bürger und Bauern zu erscheinen aufforderte, aber Keiner sollte bewaffnet sich einfinden. Die Bauern erschienen, an die sieben Tausend, aber Alle bewehrt und bewaffnet mit Schwertern, Speeren, Schießgewehren und Harnischen, völlig zum Kampfe gerüstet. Die Bauern standen bei Verlesung der Bedingungen, unter die sie sich unterwerfen sollten, ohne Bewegung, ohne Laut. Erst im Fortgang des Verlesens erhob sich ein Gemurmel, das immer weiter fortwogte. Es ließen sich scharfe Reden hören wider die Räthe und Höflinge, man vernahm die Worte:„Verräther und Diebe, die sich vom Geld des Landet schöne Häuser bauen." Auch des Herzogs wurde nicht geschont. Sein Schwelgen, schrieen sie zusammen, sei Ursache, daß ihre Weiber und Kinder Hunger leiden; die vornehmen Müßiggänger, der Schwärm seiner Sänger und Pfeifer, der Erpressungen und Unterschleife der Beamten seien an allem Elend Schuld. Ulrich war in der Stadt zurückgehliebcn und bei dem Ver- lesen nicht anwesend. Man meldete ihm die Vorgänge vor der Stadt. Mit heißem Kopf ritt er heraus, hinter ihm drein, was ihm in der Schnelle von seinen Rittern folgen konnte. Er war gewiß, der Anblick seines fürstlichen Angesichts, ja sein Federhut werde die Bauern zur Ordnung schrecken. Wie sie fhn ansichtig wurden, schlössen sie sich in Reihen, als stellten sich sich in Schlachtordnung. Er ritt aber dicht vor sie hin, schalt sie wegen ihrer„Widerspenstigkeit" und forderte sie auf, ruhig heim zu gehen, ein Jeder zu dem Seinigen, und ihre Güter„fleißig" und „in Frieden" zu bauen, dann wolle er ihnen Alles, was bisher freventlicher Weise mit Worten und Werken geschehen,„ver- zeihen" und vergessen. Aus dem Haufen aber wurde ihm zuge- rufen,„mit solchen Redensarten ledige er seine Schuldenlast nicht, er solle seine Finanzer, Sänger und Hofschmaruzer abschaffen, seine Jäger und Hunde, das thue Roth." Da nahm der Marschall Thumb das Wort und rief, wer zum Herzog halten wolle, solle auf seine Seite treten. Auf das entstand ein groß Getümmel und Geschrei, und Alles wich rück- wärts, weit von Ulrich weg, auf die entgegengesetzte Seite. Er stand ganz allein mit seinen Hofleuten. Auf seinem Gesichte wechselte Gluthröthe und Todesblässe; sein irres Auge sprühte Vernichtung. Zum erstenmal hörte er die Flüche der Armen, des Elends und des Hungers laut und ungescheut um seine Ohren schwirren. Er hielt es für das Räthlichste, sich schleunig zurückzuziehen. Wie er.das Pferd wandte, fiel ihm ein gewisser Schlecht- lins-Elaus in den Zaum. Ein Anderer, Veit Bauer von Buoch, oder durch Industrie und Städteleben dichtbevölkerten Länder zu- zuführen. So kommt es, daß der Westen Amerika's regelmäßig nicht blos den ganzen industriellen Osten der Vereinigten Staaten, sondern auch Großbritannien und die Länder des europäischen Kontinents in ausgiebiger Weise mit Brotfrüchten versieht. Gleich dem jungfräulichen Boden im Nordwesten Amerika's muß auch jener des russischen Humusgebietes als der bedeutendste Ernährer der gewerbtreibenden Bevölkerung in Europa und Amerika angesehen werden. Es wäre nimmer möglich, so unge- heure Quantitäten von Vrotfrüchten selbst unter Mithülfe der üppigsten Natur zu produciren, wenn die Menschenhand an das einfache Werkzeug gewiesen, wenn ihr nicht die Maschine dienst- bar gemacht wäre. Die landwirthschaftliche Maschine aber, vom einfachen Wurzelschneider bis zum vollendeten Dampfpflug, bildet eine der hervortretendsten Signaturen des seit zwei Jahrzehnten auf diesem Gebiete vollzogenen Fortschrittes. Der Dampfpflug, ein Instrument von kulturgeschichtlicher Bedeutung, ist ein wesent- sicher Faktor, um unsere Ernährung mit Vrotfrüchten ausgiebig und regelmäßig zu organisiren.„Das Areal, welches in Europa allein jährlich zur Erzeugung der Nahrungsstoffe nothwendig ge- worden ist, beträgt ca. 259 Millionen Hektaren. Angenommen, daß diese gesammte Fläche im Jahre nur einer zweimaligen Be- arbeitung des Bodens mit irgend einem Ackergeräth unterworfen werden muß, um ihrem Zweck zu dienen, und daß eine durch- schnittliche Bodenkultur die Kraft von zwei Paar Pferden tage- lang per Hektare in Anspruch nimmt, so müssen der Agrikultur während der IVO im Jahre durchschnittlich für derartige Arbeiten zu verwerthenden Tage nicht weniger als 20 Millionen Pferde- kräfte zur Verfügung gestellt werden." Es können aber durch die Dampfkultur erfahrungsgemäß durchschnittlich zwei Drittel der menschlichen Arbeitskraft ersetzt werden. (Fortsetzung folgt.) stach mit dem Spieß nach dem Herzog. Wer fem gewalttges Roß und seine Begleiter entrissen ihn den MMten und dem Todesstoß des Einen wie des Andern. Da, als er sah, ime e� seinen Gesellen mißlungen war, schrie Ruprecht von Beutelspach auch ein Eingeweihter des armen Eonrad, mit schweren FIuchm dem Haufen zu:„Schießt ans den Schelm und laßt g nicht entrciten!" Schon legte Einer Feuer ans die Buchse. Aber ehe etwas geschehen konnte, war der Herzog aus ihrem-Bereich. Fu gleicher Zeit hatten die Anhänger des armen Conrad ,n der Stadt gehandelt. Kaum hatte nämlich Ulrich diestlbe ver- lasse» um zu den Bauern hinaus zureiten, als die darin zuru_ gebliebenen Verschworenen die Thore besetzten und sperrten, s Li,... mw« uild er, als er fliehend vor den Bauern v' J' nicht mehr hinein zu kommen v�erw� Zur Beachtung! Diejenigen Herren, die sich zur Auf- nähme bei uns gemeldet haben, bis jetzt aber noch nicht das Statut unterzeichnet haben, fordern wir hierdurch auf, sich schleunigst in uuserm Bureau Kaiser Franz- Grenadier- Platz 8, 1. Hof, 2. Etage, zu diesem Zwecke einzufinden. Allgemeine deutsche Affociations- Buchdruckerei zu Berlin. (Eingetragene Genossenschast.) Der Vorstand. Allgemeine deutsche Associations-Buchdruckcrei zu Berlin. (Eingetragene Genossenschaft.) Unser Geschäftslokal befindet sich jetzt: Berlin 80, Kaiser Franz-Grenadier-Platz Nr. 8, 1. Hof, 2. Etage, wohin von jetzt an alle Sendungen zu adressiren sind. Wir bitten, dies genau zu beachten. Der Vorstand: I. A.: Heinr. Rackow. In Partei-Aagelegenheiten sind wir täglich—Z! mit Ausnahme des Sonntags— von 10— 11 Uhr Morgens im Geschäftslokale der Allgemeinen dent-i � schen Affociations- Buchdruckcrci, Kaiser Franz-~ Grenadierplatz 8, 2 Treppen, zu sprechen. W. Hasselmann. H. Lange. Briefkasten. Vom 1. Oktober wohne ich Gr. Frankfurterstr. 118». 2 Tr. A. Hcinsch. � Herr Aug. DreeSbnch wird um sofortige Angabe seiner Adresse er-.j sucht. Heinr. Risse in Schalke, Victoriastr. 531. i Heinr. Risse, Schalke. Ihre Karte traf zu spät ein, und ist da-s durch der Zusatz, den Sie obiger Notiz beigefügt hatten, unnütz, da doch Herr Dreesbach nicht mehr zum Sonntag eintreffen kann, wenn erst am � Sonntag die Aufforderung erscheint. In der Nummer vom 24. Septbr. ist nicht gesagt, daß sie an die- � sen Tagen abgesandt werden müssen, sondern daß sie an diesen Ta- gen eintreffen müssen. DieS gleichzeitig zur Beachtung für alle Ein-> sender von Annnoncen. Die Erpedition. Schmidt, London. Die Adresse des„Soc.-Dem." in New-Dork ist, Forsyth Street 17. Den gewünschten halben Jahrgang unseres Blattes können Sie noch erhallen und kostet derselbe 3 Rmk. Döring, Berlin. Annoncen zu spät eingetroffen, auch ohne Geld> we in frei un! N0 Vom 1. Oktober an befindet sich unser Geschäftslokal, Redaktion, Erpedition und Buchhandel Berlin LQ, Knifer-Frnnz-Grenndier-Plntz Nr. 8, 1. Hof, 2. Gtnge, worauf wir hierdurch besonders aufmerksam machen. Alle Briefe mit Annoncen, Berichten, Bestellungen u. f. w. sind von nun an l Bi unter obiger Adresse an uns zu senden. l", Die Expedition ist geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends 7� Uhr ununterbrochen, sonntags von 9— 12 Uhr Mittags.— j Für Berlin findet die Ausgabe unseres Blattes in der Regel Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags VI» Uhr, statt. c' Die Expedition des„Neuen Social-Temokrat". ' Mi nras Anzeigen. un! flÖrtrltn Sonnabend, 2. Oktober, �31 Ulli. ZlbcndS H Uhr, Arbeiterversammlungen: Gratwcil's Bicrhallen, ob. Saal. Vortrag des.Herrn Rackow. Versch. 2) Marianncnstraffc 31, Industrie- Hallen, Vortrag des Hrn. Bernstein. Verschiedenes. Für Berlin. Große General- Versammlung der Tountag, 3. Okt., Vorm. 10 Uhr, in Porst'«! Salon, RüderSdorferstr. 45, Allgemeine Wählerdersammlung. Die projektirte Erhöhung des Militär- Etats. Vortrag deS Herrn Dr. Kuntz. Die MontagSversammlung in der Land- wehrstraße fällt diesmal aus. Maurer Berlins und der Umgegend, Sonntag, den 3. Oktober, Vorm. 10 Uhr, Sophienftraffe Nr. 1». 1. Dienstag, 5. Okt., Ab. 8 Uhr, 1) Alkcrftr. 63 bei O.ualiv. Vortrag des Herrn Kustermann. Versch. 2) Gesundbrunnen, Pankstr. 25. Vortrag des Herrn Küster. Versch. Die Versammlung in Moabit fällt aus. Parteigenossen, in allen Versammlungen auf dem Posten. A. Heinsch. füaf ltn Sonnabend, 9. Oktober, .-{3 UllH. Abends 8 Uhr, auf Tivoli, am Kreuzberg, Groß- Volksversammlung. Referenten: Die Herren Hasselmann und Grottkau.(F. 29.) A. Heinsch. s7,40s Berlin. Dienstag, den 5. Oktober, in der Bundeshalle, Wallner-Theaterstr. 15, Lokal des Herrn Fritz Schmiedel. Große General- Versammlung der Zintmerleute Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1) Die Arbeitseinstellung der Zimmerleute ans den Bolle'schen Bauten. 2) Wie ist einer Lohnreduktion in den kürzeren Arbeitstagen wirksam entgegen zu treten? 3) Verschiedenes: i) Abrechnung des Generalfonds. 2) Der Generalsekretär „Herr" Preuß und dessen Machinationen gegen die deutsche Zimmererbewegung.— 3) Welche Berliner Zeitung vertritt das Interesse der Zimmerleute? Zu zahlreicher Bctheiligung fordert alle Zimmerleute auf: (F. 98.) Das Comitö.[7,00] Den Berliner Zimmerleuten zur Notiz, daß von jetzt ab die Versamm- lungen am Kreuzberg bei Pieper, sowie Clsasserstraße bei Zoller ausfallen und all- wöchentlich nur eine Versammlung in Berlin stattfinden wird. Wo? erfährt Jeder auf der General-Versammlung bei Zyritz Schmiedel.(F. 98.)[1,80] Englischlcdcr-Hosen, bekanntlich die besten, 3 Thlr. 10 Vgr., pr. Meter 1 Thlr. 9 Sgr., verschickt C. F. W. Funke, [2,00] Pferdemarkt 6, Hamburg. (F. 55.) Tagesordnung: DaS wirkliche Einkommen der Berliner Maurergesellen und Poliere im Verhältnis zu ihrer Veranlagung zur Klassen- und Einkommensteuer. Der„Grundstein" und die Lage der Berliner Bauhandwcrkcr. Referent in beiden Theilen Herr Paul Grottkau. Der Vorstand.[7,60] Berlin. Montag, den 4. Oktober, Abends 8 Uhr, bei Vogel, Alexanderstr. 31, Mitgliederversammlung des Allg. deutsch. Maurer- und Steinhauer-Bundcs. T.-O.: Vortrag des Herrn Paul Grott- kau: Bundesangelegenheiten und Frage- kosten. Mittwoch, den 6. Oktober, im großen Saale des Herrn Renz, Nanuynftraßc Nr. 27, Mitgliederversammlung. T.-O.: Vortrag und Agitationsbericht des Hrn. Hurlemann: Bundes-Angelegen- Heiken und Fragekasten. Die Karten müssen vorgezeigt werden. Ntassenhaft viel neue Mitglieder werden aufgenommen. (F. 55.) Der Bevollmächtigte: Röhr.[4,60] Berlin. Mittwoch, 6. Oktober, Abends 8Vi Uhr, im Lokale des Herrn Vogel, Alexanderstraße 31, Mitgliederversammlung des Pntzer-Clubs T.-O.: Vortrag des Hrn. Paul Grottkau über die Baukunst im Alterthum. Elub- Angelegenheit und Fragekasten. (F. 53.) Der Geschäftsführer:[2,20] I. Dietrich. Vorläufige Anzeige! Sonntag, den 10. Oktober, BCrilN. Vorm. 11 Uhr, Generalversammlung sämmtlicher Putzer Berlins und der Umgegend. T.-O.: Ist die Vereinigung der Putzer nothwendig oder nicht?— Der Sommer 1872 im Verhältniß zu den jetzigen Akkord- preisen. Ref.: Herr Paul Prottkau.[2,80] Das Nähere in nächster Nummer. (F. 53.) I. A.: I. Dietrich. Berlin. Dienstag, den 5. Oktober, Abends!8 Uhr, in Gratwcil's Bierhallen(oberer Saal), Kommandantenstr. 77— 79, General- Versammlung der Schneider-Gehülsenschaft. T.-O.: Besprechung über die Besetzung der Rendantenstelle. In Anbetracht der Vorkonimnisse in der letzten Versammlung, ersuchen wir die Kol- legen. Alle am Platze zu sein. Montag, im Vereinslolake, Sitzung des Agitations- und Vergnügungs- Comite's. (F. 100.) Das Comitö.[3,20] Preiswürdige Eigurrcu bei H. Ecks (Firma S. Geißen) Alte Jakobsstr. 46.[1,00] sliovltlt Montag, 4. Oct., Abds. 8 Uhr, �3UUU. im Gratweil'schen Lokal, Kommandantenstr. 77— 79, oberer Saal. Austerordentlichc General-Versammlung der fr. Kranken- u. Begräbnißkaffe d.Schuhmacheru. Berufsgenossen. T.-O.: Vierteljährlicher Kassenbericht. Innere Vereinsangelegenheiten. Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. (2,40.) Der Vorstand. Berlin. Dienstag, den 5. Oktober, Abends 8'/] Uhr, Sophienstr. 15, Große Generalversammlung der Berliner Schmiede. Vortrag des Herrn Max Stöhr. (F. 109.) Jacob.[1,60] �rtllltnil'rt Dienstag, 5. Oktober, �UmiUUiy. Abends 8'/- Uhr, in Stadli's Etablissement, Valentinskamp 41, Allgemeine Arbeiterversammlung. (F. 1.) I. A.: Hörig.[1,60] �Ninllttl'll Montag, 4. Oktober, �nmiUUll). Abends 8V> Uhr, Hohe Bleichen 30, Mitgliederversammlung der Malergehülfen. T.-O.: Abrechnung über die eingegan- genen Gelder der Fahne und vom Ball. Fragekasten. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenoimnen. Karten sind vorzuzeigen. Ich ersuche Herrn Will, Maler aus Altona, in dieser Versammlung zu erscheinen. (F. 1.) I. A.: S. L. Levin.[2,80] Montag, 4. Oktober, yUUlUUiy. Abends 8'/, Uhr, bei Herrn Petersen, Gr. Neumarkt 41, Geschl. Mitgliederversammlung des Hamburg- Altonaer Bau- tischler-(Anschläger-) Vereins. Tagesordn.: 1) Monatliche Abrechnung. 2) Arbeitsbesprechung. (F. 1.) H. Heine.[2,00] Eimsbüttel.-®icnftas' 5- EEt" Abends 8'/, Uhr, in Lübber's Salon, Geschl. Mitgliederversammlung der Tocialistischcn Arbeitcr-Partei. Alle Mann am Platz. (F. 49.) Nuppnau.[1,40] llÜFtMl Meinen geehrten Parteige- IlllUll, Nossen empfehle mein Uhrmacher-Geschäst. (F. 110.) D. Ellinghausen,[3.00] Uhrmacher, Alexanderplatz 44, Ecke der Landsbergerstr., Berlin. Hamburg. S°S& 4 S""' im„Storchnest" zu Eimsbüttel, Stiftungsfest und Ball der Gewerkschaft der Schuh- wacher Hamburgs. Karten vorher 45 Pf., au der Kasse 60 Pf. Damen srei. (F. 1.) Das Comitö.[2,20] Sonnabend, den 23. Oktober, Hamburg. Vereinigungsfeier der Schneider Hamburgs. Näheres wird später noch bekannt ge- macht.(F. 1.)__ Boß.[1,60] Mittwoch, 6. Oktober, «S�UlHUUiy. Abends 8V, Uhr, im Lokale des Hrn. Ohl, Spitalerstr. 18, Mitgliederversammlung dcr Bau-, Land-, Erd- und Fabrik- Arbeiter. T.-O.: Wahl eines Kontroleurs. Ver- schiedenes. Die Herren C. Steinfeld, H. Wenzel, W. Schulz, I. Krohn und I. Meinke sind hierzu eingeladen.[2,60] (F. 1.) F. Krohn, Böhmkenstr. 21. Barmbeck. Mittwoch, 6. Oklbr., Abends 8'/, Uhr. im Lokale des Herrn Schultz in Barmbeck am Markt, Mitgliederversammlung der Socialiftischen Arbeiter- Partei Deutschlands. T.-O.: Abrechnungen. Der Protest an den hohen Senat zu Hamburg. Wahl eines Broschürenhändlers. (F. 89.) C. Simon.[2,40] lUfirtltllMf Dienstag, 5. Oktober, „ÜUUlUHsU. Abends 8'/i Uhr, Bremen. Heute,» Sonntag, den 3. Oktober, l in Ever's Hotel, Bahnhofftraße, (F. 67.)(„Hermannshalle").[2,00] Partie Liberte. Entröe für NichtMitglieder 1 Mark. i her, Anfang 5 Uhr. I heu Der Ueberschuß ist für Parteizwweckei bestimmt. Die Direktion, j— Waid. Die hiesigen Socialisten beab- sichtigen Sonntag, d. 10. d., einen Ausflug nach Kohlfurt zu machen, bei ungünstigem Wetter 8 Tage später; und ersuchen die Socialisten aus Solingen, Remscheid, Elber- feld und Barmen sich zahlreich zu betheili- gen. G. Luchtenberg.[1,40] Stu Im Verlage der GcnosscnschaftS- � Buchdruckcrci Nürnberg ist erschienen, pem und zu haben, sowie auch durch die Buchs ljche Handlung von E. Grillenbergcr i'lder Nürnberg zu beziehen:' hnr. Luxus und Corrnption. der Eine philosophische Betrachtung von G. Ro Akai Diese Broschüre, mit einem TitelbiliJ�.�,, ausgestattet, ist ihres interessanten Inhalte». wegen, allen Partei- und Gesinnungsgel noffen bestens zu empfehlen,-vui Preis: Ii, Pfennige N.-W. jSlrbi Wiederverkäufer erhalten entsprechendem�,, Rabatt.(F. 100.)[7,501 ------- P Jiuen: Die garantirt besten, echten EnalischlWeo lederhosc» werden zum Preise von Reichs s mark 9,60, sowie Englischlcdcr, pr. Meter � 3,70 Rm,, in allen Farben, zollfrei unre»" Postvorschuß, versandt bei[5,00] Julius Alexander, Hamburg,! wiri (F, 94.) Zollvcreinsniederlage. herc Niederlage u. Verkauf in Berlin: Tieck-: � straße 38, 1 Treppe hoch, bei S. Joscphi. WR En gros et en detail'■ im Lokale, des Herrn Schultz, in Barmbeck am Marktplatz, Oeffeutl. Versammlung des Allg. Tischler ZsSchreiner-� Vereins. T.-O.: Die Gewerkschaftsbewegung. Zutritt frei für Jedermann.[2,40] (F. 37.) A. Hartlieb, Bevollm. Hohenfelde-Burgfelde. Dienstag, 5. Okt., Abends 8'/, Uhr, im Lokale des Hrn. Müller, Lübscherbaum, Große Volksversammlung. T.-O.: Der Werth der Presse und Er im- dung eines Hamburg- Altonaer Arbeiter- blatteS.— Referent: Hr. I. Auer. (F. 73.)_ Drechsler.[2,00] Eppendorf. im Lokale des Herrn Becker, am Markt, Oeffentliche Versammlung der Steinhaucr und Straffen- bau-Arbeiter. Tagesordn.: Das Bestreben der deutschen Steinhaucr und Straßenbau-Arbeiter.— Referent: Herr Weideinann. Neue Mitglieder werden aufgenommen. (F. 1.) C. Schröder, Bev.[2,40] Magdeburg. Montag, 4. Okt., Abends 3 Uhr, im Lokale Johannisberg 4, Oesfent- liche Versammlung. Um zahlreiches Er- scheinen ersucht Der Agent.[0,80] Den Parteigenossen empfehle mein Schneidcr-Gcschäft. Stoffe vorräthig zur Auswahl.[2,00] Emil Göns, Grenadierslr. 35. Meinen geehrten Parteigenosse� empfehle meinUhrenlager. Re< paraturen unter Ijähr. Garantie- A. Griigcr, Uhrmacher, Skalitzerstr. 120, Ecke Mariannen' straße, Berlin SO.[3,00] ffefl Vor heil von Den Parteigenossen Hamburgs zeige ick meine Geschäftsverlegung nach der'Neust Neustr. 44 an. Eyl.-Uhren v. ä1/. Thlö an, gold. v. 14 Thlr. an halte vorräthig! Gr. Ausw. in Talmiketten. Reparatur� billig. H. Tegen, Uhrmacher.(F. 1.)[1,201 Daß wir nunmehr die Fahnenfabri kation, Ballons, Lampions, Feuer- wcrkskörpcr als eine Specialitä> und mit der größten, leistungsfähigstes Force betreiben, so.mithin unsere ganj' mercantilische Kraft auf diese Kunst- un» Gewerk-Anstalt legen, beehren wir uir- hiermit zur allgemessten Kenntnißnal»»' zu bringen.(F. 100.)[5,oO| Bonner Fahnenfabrik in Bonn a. Rh del des ent na wo so ter un ter �odcs-Auzcigc. Am 30. September ist unser treues uvi bewährtes Mitglied seit Lassalle's Zeites' David Fischer gestorben. Die Beerdi' gung findet Sonntag, den 3. Okt., Nachw 4 Uhr statt und werden die Parteigenosseis von Elberfeld-Barmen und Umgegend er sucht, dem Verstorbenen recht zahlreich da» letzte Ehrengeleit zu geben,[5,5flj Barmen, 30. Sept. 1875. (F. 88.) Mehrere Parteigenossen, j ge gr eii di rü ei si< er Am 30. Sept. starb unser lieber Gatte Vater u. Schwiegervater im Alter von 5t Jahren. Dies allen Freunden statt bes 'Anzeige.— Beerdigung Sonntag, d. 3. Okt.] Nachm. 4 Uhr. Wwe. D. Fischer u. Kinder Unter-Barmen, Querstr. 14.[3,00; u: di di g d o ft n d d Druck und Verlag der Allg. deutschen Associations-Buchdruckerei zu Berlin, Eingetragene Genossenschaft(verantw. Heinr. Rackow), Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8. Verantwortlich für die Redaction: A. K ü st e r in Berlin.