lhrß ut- »z- �.r. da- doch t am die- Ta- Ein- k ist ittes ?eld Nr.«8. Mittwoch, dcn0 Pf., für England und Amerika 3 Rn, b5 Pf«estelungen auf Kreuzband-Adonnements sind nur bei der Erpedition aufzugeben und muffen pr-iemunorn»«» gezahlt werden. >ber, '2.00« Abonnements-Emladung. Wir niachen besonders darauf aufmerksam, daß noch fortwährend bei allen Post-Anstalten auf unser Blatt pro viertes Quartal abonnirt werden kann für 1,6( Mark.. Nu? Diejenigen, welche die Nachlieferung der bereits erschienenen Nummern ausdrücklich verlangen, müssen.1-0 Pf. mehr bezahlen. Für Berlin abonnirt man für 65 Pf. pro Monat frei in's Haus bei allen soliden Spediteuren und in. der Expedition Berlin LO., Kaiser Franz- Grenadier-Platz Nr. 8, I. Hof, 2 Treppen. I it h a l t. Zum Kapitel„Bildung". Tic Konservativen, die Keschästskrise und die Arbeiter. Politische Ucbcrficht:„Mauoverfrcuden".— Deutsche Flotten- Herrlichkeit.— Aus der Schweiz.— Deutsches.— Die Armen in der heutigen Gesellschaft.— Die Berliner Siegesgöttin wird ultramontan. »veckei �Korrespoudcngcn: Hamburg.— Frankfurt a, M.— Spandau. on. J— Fürth.— Hannover.— Linden.— Eimsbüttel.— Eottbus.— — 71 Stuttgart. .ajw t'aiencvangclium von Taklet.(Fortsetzung.) »Ssing Bermischtc?. n�die Feuilleton: Entwickelung der modernen materien Kultur. Elbcr- [KS Zum Kapitel„Bildung". ,aftS- Mit keinem Worte wird mehr Unfug getrieben, wie mit hienea dem Worte„Bildung". Und dies hat feinen sehr natür- Buch4iichen Grund. Es ist nämlich einerseits Thatsache, daß in 11'"der heutigen Gesellschaft die Benutzung der hauptsächlichsten j Mittel, um sich wissenschaftliche Kenntnisse zu verschaffen, .DU. der Besuch von Gymnasien, Realschulen, Universitäten und K � Akademien Geldopfer verlangt, welche für die Söhne des -'umarbeitenden Volkes nicht bestritten werden, daß dies also „gsgel�u Vorrecht der Wohlsituirten ist; anderseits ist aber der I Wunsch, sich derartige Kenntnisse zu verschaffen, bei dem ü!-lrbeiler so groß, daß er vor den Bessergestellten, sogenann- Gebildeten oft solche Scheu besitzt, daß er selbst dann, ' Jiuenii sein gesunder Menschenverstand ihm den richtigen stisch- Weg zeigt, sich mißleiten läßt. Meter unter so bewandten Umständen nun zu verwun- unt-> der schnödeste Mißbrauch seitens unserer söge- [5,001'■ini'Me it„Gebildeten" mit der Arbeiterklasse getrieben ü' Federfuchser,— vom Doktor und Professor ?ieck'-Üi!.°Um entlaufenen Gymnasiasten und verbummelten sephi- i dem Arbeiter nicht nur weise Lehren erchetlen,? andern ihm angestaunt und blindlings 4 siesolgt fem. Und M1'' fommt diese Leithammelei gerade ix. Re»-,m �Mtenan ä lichi,„o eö um die wichtigsten, rantie. � cklgsten Jntereyen der- um ibre Befreiung vom Druck des Kapitals handelt. �.0,. r Sparaposteltlmm und der �..„gsvereinsschwin- PM del sind lediglich auf Grund d.eser ubes-:, Achtung qe id des Arbeiters vor den sogenannten„gcbUK � ilttusi entstanden, und es ist das unsterbliche Verdien/� Thsst nand Lassalle's, daß er dem deutschen Arbeit.■ rothij wahre Wissenschaft in volksthümlicher Weise darlestb so daß der Arbeiter seit Beginn unserer großartigen Arbei- terbeweautta in den Stand gesetzt ist, den Demant echten crr\'.rr- �....."--.*' l. � M----- •fuct' von dem glänzenden Flitterglanz der Halbbildung ature� i' fabri aiitäi und des SchemwisseiiS zu untersch�en, erstereu hochzuach- higstss ten, letzteren zurückzuweisen. gl"V Freilich fühlt eS der Arbeiter noch U'mer schmerzlich i- u,ii llenug, daß er die unschützbareil. Vortheile, weiez- eine mit naimf großartigen Mitteln in'S Werk gesetzte Volksschui. und [5,0« ein auf ihr begründetes wissenschaftliches Forfwi- " dilngssystem ihm bringen würde, entbehren muß. Daher rührt denn auch die energische Forderung solcher SiaatS- einrichtungen durch die Social-Demokratie, obschon Letzte sich bewußt ist, daß nur der socialistische Ettaat dreie zu a. Rh _____ 1 :s uut Zeitev Beerb« Kachnr -noffez md er ch dai [5.5« ffen. Gatt« jon 5j tt des 1. Okt. Sinhetj rlin. �isüllen vermag. , 5'� Mutigen Bildungsmittel sind gänzlich unzureichend, w da wir von dem köpf- und ziellosen Treiben der Bit- rungSvxreine gänzlich absehen, unseren Blick vielmehr allein en Schulen zuwenden, da fällt uns sofort das Buchstabiren, KKrK das Kritzeln, genannt„Schreiben", und r? Katechismuslernen, genannt„Religion" ein, worin gar s>l,--Schulbildung" allein besteht, und wir müssen ge- irehen, das� es noch zu verwundern ist, daß nicht weit "'.ehr Unwissenheit unter dem Volke herrscht, wie es wirklich ver �all ist. Ja, es findet. Dank einem allgemeinen Drange es arbeitenden Volkes, trotz der traurigen Schnlverhältniffe, "■w,----- Kenntnisse der Arbeiter von Jahrzehnt zu Jahrzehnt merklich zunehmen. Mit der Bildung der Bourgeois geht es aber gerade umgekehrt ganz lustig den Krebsgang, und zwar läßt sich dies statistisch nachweisen. So sieht es z. B. mit den Resultaten der Prüfungen zur Erlangung des Einjährig-Freiwilligen-Zeugnisses in diesem Jahre geradezu erbärmlich. Von allen Seiten laufen Meldungen ein, daß auffallend wenige Kandi- daten„durchgekommen" sind. So bestanden in Köln von ca. 140 Prüflingen nur 35, in Danzig von 14 nur 4, in Minden von 45 nur 12 u. s. w. Das Einjährig-Frei- willigen-Examen ist dabei in der That keine Hexerei, und daß so wenige Arbeiter sich daran wagen und fast nur Bourgeois- Sprößlinge liegt hauptsächlich daran, daß wäh- ren� des Dienstjahres die„Einjährigen" ans ihrer Tasche leben müssen, was für Arbeiter natürlich eine materielle Unmöglichkeit ist. Wenn wir nun ans obigem Ergebniß sehen, daß drei Viertel der reichen Bürschchen, welchen doch alle Bildungsmittel zur Verfügung stehen, beim Examen jämmerlich ihre Unwissenheit darthneu, dann sind wir jeden- falls berechtigt, von einem entschiedenen Rückgang der Bildung innerhalb der Kapitalistenklasse zu reden. Auf mannigfachen anderen Gebieten, z. B. auf jenem des Theaters, wo die Dramen unserer klassischen Dichter von dem ärmeren Volke, die zotigen Possen von der seinen Gesellschaft besucht werden, hat sich schon längst der- selbe Bildungsrückschritt gezeigt. Er ist ein Ergebniß der heutigen Gesellschaft, denn während vor fünfzig Jahren für jede höhere bürgerliche Stellung klassische Bildung er- forderlich war, mißt man jetzt den Menschen nur nach der Länge des Beutels. Was Wunder, wenn der Kapitalist zu faul zum studiren wird und sich durch einen gebildeten 'armen Teufel für Geld die nöthigen Arbeiten vollbringen läßt! Dieses geistige Herabsinken der Bourgeoisie ist ftlr uns übrigens ein recht erfreuliches Zeichen, da es beweist, daß es auch mit ihrer Klassenherrschaft rasch bergab geht. Es zeugt nichts deutlicher von der Versumpfung einer Klasse, als wenn träges, geistesarmes Hinbrüten und Verachtung des Idealen ihr den Stempel aufdrücken. Derart gingen Adelswirthschaft und Pfaffenthum unter, solches ist auch der Vorbote des Sudes der Bourgeoisgesellschaft. Bei dieser Betrachtung können wir nun einen Umstand hervorheben, der nur zu oft unbeachtet bleibt. Jene„Bit- dung", von der wir bisher handelten, ist nur die Hälfte der Bildung im wahren Sinne des Wortes. Außer der Beschaffung von Kenntnissen bietet sich uns die ebenso nothwendige Veredelung des Charakters, als ein zur wahrhaft menschenwürdigen Bildung nothwendiges Zubehör. Mit dieser steht es nun in der heutigen Gesellschaft noch schlimmer, wie mit jener. Fragen wir aber, wie diese sitt- liche Seite der Bildung sich aus Bourgeois und Arbeiter vertheilt, wie Redlichkeit, Brüderlichkeit, Ehrliebe, Muth und alle sonstige Tugenden geachtet werden, dann wird uns doch Niemand der Volksschnieichelei zeihen können, wenn wir offen erklären, daß schon jetzt im arbeitenden Volke ver- hältnißmäßig weit mehr von dieser sittlichen Bildung vor- Händen ist, als in den bevorrechteten Klassen, so sehr der Arbeiterklasse zum Theil auch noch die Fehler der Unter- drückten anhaften. Der Grund ist auch leicht zu finden: zuMesellschaftlichen Verhältnisse drängen die Arbeiter die KMeinsamkeit und damit zur persönlichen Aufopferung, scheu Unsissen aber zur Vereinzelung und damit zur egoisti- Wenn nftßt- betrifft das Volf'p schon jetzt, was sittliche Tüchtigkeit wendigkeit die sittlichst.ZU erröthen braucht, wenn die Roth- fort entwickelt, je näher V.ebe in ihm erweckt und welter ist uns auch dies wieder eiff'n SocialiSmuS kommt, dann tige socialistische Gesellschaft Haitis dafür, daß die künf- ödn Charakter ihrer Mitglieder entlich"dir Kenntniffe und ----—--- wird. Tie Konservativen, die Geschästv., Arbeiter. Mni b,e «�.c�KMenwärtige Krisis öffnet allmählich am. stände d.e Am"� Philisterthum über unsere heutigen'»n Knalwolftstaü Das liberale Schlagwort:„Der Ra sten.licht mehr. Ä.�� verfängt auch bei den Dämm- lichen Ursachen dieses M** sich zu bemühen, die w.rk- jammert man einfach oder Randes aussmdlg zu machen, Demokraten, als die Urheber's.,»der die„böfeii" Social- bringt der konservative„Reichsb'üFt)!;eu Unheils. So —» uvucucaucu«uil J l vom 26. September einen Artikel, der feiner Nummer K0($ eine merkliche Besserung des Bildungsstandes statt, die wuchernden„Vampyre", oie(v.uuber selbst die größten Arbeiterfeinde und Rohheitsstatistiker sich zu r.chten schentt nnd deren schamlosesTr�chwindl� wagen nicht abzuläugnen, daß die Gesittung und die null, aber am Schlüsse doch mcht den Pferdefuß tMpu.n kann und eingesteht, daß„die ungemessenen Ansprüche, welche in Folge der jahrelangen social-demokratischen Agita- tionen die Arbeiter machen", den Mittel- und Bürgerstand ruiniren. Nicht minder ist es auch die sogenannte Arbeitsuntüch- tigkeit der deutschen Arbeiter, die in zweiter Linie»ach dem„Neichsdoten" die gegenwärtige traurige Geschäftslage verschuldet hat. Der„Reichsbote" schreibt darüber: „Die HaudwerkSmeister und Arbeitgeber klagen, daß sie die Ansprüche ihrer Gesellen und Arbeiter nicht mehr be- friedigen können, und daß tüchtige Arbeiter kaum noch zu haben sind, weil die Arbeiter selten noch eine gründliche Lehrzeit durchmachen und dann bald Dieses bald Jenes treiben, bald in der Fabrik, bald als Tagelöhner auf den Baustellen sich herumtreiben und nicht mehr beim Handwerk bleiben, das immer mehr seine Ehre verliert uud dem so Viele untreu werden." Woran liegt denn aber die Schuld, daß unsere Arbeiter gezwungen sind, bald in diesem, bald in jenem Geschäfts- zweige thätig zu sein? Sicherlich nicht darin, daß es ihnen Vergnügen macht, heute hier uud morgen dort sich aufzu- halten. Daß unsere Arbeiter nicht selten die Arbeit wech- sein, ist die einfache Folge der modernen planlosen Produk- tionsweise. Die heutige Ueberproduktion läßt ja in diesem oder jenem Fache oftmals feiern und so werden beispielo- weise die Maschinenarbeiter, die Herr Borsig in Berlin zu Hunderten zu entlassen geruht hat, jetzt, wo sie nur immer Arbeit finden können, dieselbe aufnehmen, um nicht zu ver- hungern. Die Phrase„vom Handwerk, das immer mehr seine Ehre verliert und dem so Viele untreu werden", ist über alle Maßen wahnwitzig. Wir wollen einmal den Herrn Redakteur des„Reichsboten" fragen, warum er denn seine Pfarrersielle, die ihm jährlich 900 Thaler einbrachte, mit der Redaktion des„Reichsboten", die jährlich 1400 Thaler abwirft, vertauscht hat. Es ist ja dies einfach auch Uli- treue gegen den bisherigen Beruf. Denn ein Pfarrer und ein Literat sind himmelweite Unterschiede. Um nun noch einmal darauf zurückzukommen, daß „tüchtige Arbeiter kaum noch zu haben sind", so zeigt dies wieder von einer furchtbaren Literaten-Verlogenheit. Der letzte Bericht der englischen Fabrikinspektion über die Fabri- kation in der Banmwollen-Rianufaktur, aus dem wir be- reits in Nummer 116 unseres Blattes einige interessante Details ausgezogen hatten, zeigt uns wohl zur Genüge, daß die Leistungsfähigkeit d&ä Arbeiters in den letzten Jahren bedeutend zugenommen hat. Denn nach dem Berichte hatte im Jahre 1850 jeder Arbeiter 110 Spindeln zu bedienen, während er jetzt 163 bedienen muß. Ebenso zeigt eine Statistik der rheinisch-westfälischeu Kohlenwerke, daß die Ansprüche an den Arbeiter in den letzten Jahren nicht wenig gesteigert worden sind. Kurz und gut, mir sehen auch hier wieder, daß dem Arbeiterstande gegenüber alle Parteien eine einzige reaktio- nüre Masse bilden. Liberale und Konservative, mögen sie sich über diese oder jene volkswirthschaftliche Frage noch so sehr in den Haaren liegen und Letztere die Elfteren auch mit für den gegeuwärtigen„Krach" verantwortlich machen, gleich viel, in dem einen Punkt: dem Arbeiter möglichst viel Lasten aufzubürden und möglichst wenig Lohn auszuzahlen, kommen sie als Engverbündete zusammen. Hat es sich doch erst vor wenig Wochen in einem thüringischen Dorfe zuge- tragen, daß eine fromme Pfarrersfrau einer Bäuerin, die ihr die Wohnung gereinigt und der sie dafür 15 Groschen versprochen, nur 5 Groschen ausbezahlt, mit dem Bemerken, daß die übrigen 10 Groschen in die„Missionsbüchse" ge- steckt worden seien. Db nun die betreffende„Missions- büchse" in dem Portemonnaie der Frau Pastorin sich be- funden hat, wollen wir hier ununtersucht lassen. Genug, eS leuchtet auch hier wieder hervor, daß unser frommes Muckerthum dem liberalen AusbeutuugSsystem eben- bürtig zur Seite steht. Darum also, weil der Arbeiterklasse, weil dem vierten Stande gegenüber, alle anderen Parteien nur eine einzige reaktionäre Masse bilden, muß der Arbeiter alle diese Par- teien auf das Energischste bekämpfen. Es kann blos die eine Frage im gegenwärtigen großen Kampfe geben: Socialist pder Nicht-Eocialist, und darnach müssen wir Stellung Wnen. Politische Uebersicht. Eine merkwüro.� Berlin, 5. Oktober. der deutschen Soldaten Releuchtung der Mauövcrstrapazen eiftige offiziöse Preßbengel. uns unwillkürlich einige allzu dienst- nämlich darüber beschwert, dtfße Schwcizerbehörden hatten sich reiche deutsche Soldaten in l,k>cn Manövern im Elsaß zahl- 'swidriger Weise-Schweizer Gebiet paffirt hätten. Die„Neue Zürcher Zeitung" nimmt hier- von in einem offenbar von deutscher offiziöser Seite ausgehenden Artikel Kenntnis;, um die deutschen Regierungen zu verthcidigen und bemerkt hierbei beiläufig: „Es stellte sich nun heraus, daß Soldaten, namentlich kränkliche oder verletzte, statt von St. Ludwig zu Fuß über badisches Gebiet an den Bahnhof nach Leopoldshöhe zu gelangen, es vorgezogen hatten und dazu beurlaubt waren, den Bahnzug über Basel an den hiesigen badischen Bahnzug zu benutzen, und daß sie dies in voller Ausrüstung thaten. Daß sie aber komman- dirt und von Offizieren geführt waren, ist nicht richtig." Hieraus geht ziemlich unzweideutig hervor, daß bei den Manövern im Elsaß so viele deutsche Soldaten erkrankt oder verletzt wurden, daß ihre Rückkehr auf die Schweizer den Eindruck eines förmlichen Truppendurchzug.S machte. Allerdings hat die Presse— wohl Dank dem einstigen'Napoleon- schen Preßgesetze im Elsaß— von Unfällen� bei jenen Manövern nichts gemeldet. Wer weiß aber, wie viel Soldatenelend sich im Stillen abspielt? Selbst die aus dem preußischen Reptilienfonds gespeisten Zeitungen sind wenig über die Verpflegung und Behandlung, die der gemeine Soldat m der preuffisch-dcutschcn Armee erfährt, entzückt. So schreibt die Wiener„N. Fr. Presse" über die un- längst in der Provinz Schlesien stattgehabten Hcrbstmanöver: „Die Biannschaften erhalten ihre Rationen so spät, daß der Soldat nur selten vor sieben Uhr Abends zum Abessen der Me- nage kommt. Dazu kommt, daß die Lieferanten in einer ge- wissenlosen Weise den übernommenen Verpflichtungen nachkommen und den armen Soldaten an dun verkürzen, was er zu seiner Erhaltung und zur Bildung des natürlichen Kraftersatzes bedarf. Altgedicntc Unteroffiziere klagen, daß in den schlechtesten Tagen der letzten Feldzüge die Truppen nie so mangelhaft verpflegt waren als jetzt, wo der Fall nicht selten eintritt, daß der Mann thatsächlich hungern muß, ungeachtet für die Dauer der Herbst- manöver das tägliche Menagegeld mit 8 Groschen 6 Pf. zu be- rechnen ist." In Hinblick auf solche Thatsachcn ist es allerdings kein Wunder, wenn, wie wir neulich mittheilten, in einem Jahre sich 80,000 junge Männer dem Militärdienste entziehen. Seit einigen Wochen schwatzen die Zeitungen nur von deutscher Flottcnhcrrlichkeit, gerade so, als wenn es nur ein Handumdrehen kostet, um Englands Flotte vom Meere wegzufegen und Helgoland zu annektiren. Ein Wunder ist es, daß unsere Reptile nicht in Pumphosen und Piejacken mit dem Süd- wester herumbummeln. Aber trotz aller Lobgesänge scheint es doch mit dem„frischen, fröhlichen Seekrieg" glücklicher Weise gute Weile zu haben. Und die meistberühmtcn Schiffe scheinen, trotz ihrer ungeheuren Baukosten, doch nicht gerade zu- verlässig zu sein. So berichtet z. B. die„Kieler Zeitung" über die jüngste Fahrt der großen Panzerfregatte„König Wil- Helm" folgendes nicht sehr Erquickliche:„Bis zum Montag �früh blieb das Wetter sehr gut, von da ab fing aber ein starker süd- West-Wind zu wehen an, welcher so zunahm, daß die Fregatte beidrehen mußte."— Beidrehen bedeutet, daß ein Schiff, weil eS nicht mehr im Stande ist, die Wellen von der Seite auszu- halten, von seiner Fahrt abgelenkt wird, so daß seine Spitze dem Sturm gerade entgegengekehrt wird. Dies Manöver brauchen tüchtige Segelschiffe nicht einmal stets zu machen. Die Hambur- ger und Bremer transatlantischen Dainpfer aber drehen fast nie- mals bei, selbst wenn sie den Orkanen und den viel heftigeren Wogen des Oceans ausgesetzt sind. Wenn also die Panzer- fregatte in der Nordsee derart manöveriren mußte, so ist das ein schlimmes Zeugnis; für ihre Seetüchtigkeit. Noch bedenklicher aber ist es, wenn die„Kieler Zeitung" fortfährt:„Eine unge- heure See nahm das ganze Vorgeschirr(Tauwerk, Stangen u. s. w. auf dem Vorderdeck) fort, dabei wurde ein Bootsmanns- maat, welcher jedoch mittelst eines um den Leib befestigten TaueS angebunden war, vom Rammdeck heruntergeschlagen, aber glücklich wieder an Bord gezogen, freilich in einem besinnungslosen Zustand, von welchem er sich jedoch schon wieder vollständig erholt hat. Die Nacht vom Montag zum Dienstag wiithete der Sturni unausgesetzt fort, alle drei Stunden mußte, beigedreht liegend, über's Stäg gegangen werden, damit das Feuer von Helgoland in Sicht blieb. Der Sturm hatte auch am Dienstag nicht nach- gelassen, der Panzerkoloß tanzte wie ein Boot auf den Wellen, ging jedoch, nachdem es Tag geworden war, dem Jadebusen zu." Ein tüchtiges Schiff soll von vorn selbst beim heftigsten Sturm Entwicklung der modernen materiellen Kultur. (Aus der Kulturgeschichte von Friedrich v. Hellwald.) (Fortsetzung.) Eine auf dem gewerblichen Gebiete längst beobachtete Er- scheinung wiederholt sich jetzt auf jenem der Agrikultur: mit dem Uebergange zu größerer Intensität und zur lokalen Gruppirung der Produktion wird die Theilung der Arbeit immer allgemeiner üblich, und mit derselben tritt der auf einer Seite herrschenden Massenhaftigkeit andererseits die Mannigfaltigkeit entgegen. Gegen- über den ungeheueren Qantitätcn von Brotfrttchten, welche in den hauptsächlichsten Agrikulturstaaten gewonnen werden, stehen die Futtersrüchte, Handclsgewächse und Erzeugnisse des Garten- baues in anderen Ländern im Vordergründe. Wo neben einer dergleichen intensiven Ausnützung des Bodens das Ackerland auch noch dem Getreidebau gewidmet wird, um Ueberschüsse über den eigenen lokalen Bedarf zu erzielen, wird die Konkurrenz wesent- lich eine Frage des Transportes der Produkte zu den Märkten. Daher trachtet man von dem Getreidehandel zu der Mühlen- industrie und dem Mehchandel überzugehen. Viele Analogien zu der bisher besprochenen Charakteristik der Getreide-Versorgung bietet der Fleischhandel. Australische Fleischkonserven, die Fabrikate der Liebig Company gehören hier- her. Es genüge, auch an die große, dem letzten Quinquennium angehörige„Wanderung der Produktion" zu erinnern, welche mit der Kolonial-Schafwolle im Kampfe gegen die einheimische euro- päische vor sich ging. Die europäischen Schafzüchter beherzigen die Lehre der letzten fünf Jahre, wenden sich der rmiionellen Produktion hochfeiner Wollen zu� und überlassen den Massen- import der gemeinen Wolle den Squatters jenseits der Atlantis und in den Kolonien. Auch die Forstwirthschaft muß einem ähnlichen Zuge> Zeit folgen; auch hier tritt das Maschinenwesen und die � die sität der Kultur die Herrschaft an. Der Rohstoff, an Ort Hauptsache, wird zurückgedrängt; industrielle, möaNen Stamm und Stelle gerückte Etablissements verfeinern den-onischen Ver- zu dem Merkantilholz, zu baulichen und oyemacht, um dem Wendungen aller Art. Anstrengungen we�> wic� dieses erreicht Holze den höchsten Werth zu verlcihei'.e Dimensionen an, und ist, nimmt die Absatzthätigkeit gam Welthandels. Die Kon- das Holz wird zu einer Waar-rr prachtvollen Produkte aus kurrenz der Kolonialhölzer aKsOS die ganze Welt in Staunen Canada und Australien, v keine Wellen auf Deck schlagen lassen, sondern sich ihren Bewe- gungen anpassen. Der„König Wilhelm" ist offenbar viel zu schwer gepanzert und dadurch bei heftigem Wogenschlage kämpf- unfähig. Da wird denn das Ende unseres Flottenjubels wahr- scheinlich sein, daß der Reichstag neue Millionen für neue Panzerschiffe bewilligen muß. Prosit die Mahlzeit! In der Schweiz werden gegenwärtig unter dem Einfluß der socialistischen Arbeiterbewegung der herrschenden Klasse verschiedene Konzessionen abgerungen. So steht es jetzt in naher Aussicht, daß in Bezug aus Normgtarbeitotag, Frauen- und Kinderarbeit mehr durchgesetztsnzird, als in irgend einem anderen Lande. Die eingesetzte Komüiission, welche in' Bern den Iabrikgesetz-Entwurs einer neuen Beräthung unterzogen, hat einen elfstündigcn Normal-ArbeitStaff zugestanden. Es wurde dabei bestimmt, daß die Arbeitszeit zwischen fünf Uhr Morgens und acht Uhr Abends zu verlegen sei. Für das Mittagsessen ist um die Mitte der Arbeitszeit mindestens eine Stunde frei zu geben. Wenn es ungesund ist, daß die Arbeiter über die Mit- tagszeit in den Arbeitslokalen bleiben, so haben sie dieselben zu verlassen und sind die Arbeitslokale verschlossen zu halten. Ar- beitern, welche ihr Mittagsmahl mit sich nehmen, oder sich das- selbe bringen lassen, sollen im Winter gewärmte Lokalitäten zur Verfügung gestellt werden. Die Bestimmungen über die Nacht- arbeit wurden derart festgesetzt, daß die Arbeit zwischen 8 Uhr Abends und 5 Uhr Morgens als Nachtarbeit zu betrachten sei. Die Kommission beschloß übrigens die sehr verderbliche Bestim- mung, daß der Normal- Arbeitstag der Erwachsenen keine An- wendung auf Arbeiten finde, welche der eigentlichen Fabrikation als Hülfsarbeiten vor- oder nachgehen und die von männlichen Arbeitern über 18 Jahre verrichtet werden. Die Artikel über Frauenarbeit wurden inffolgender Fassung angenommen: Frauens- personen sollen unter keinen Unsständen weder zur Sonntags- noch zur Nachtarbeit verwendet werden. Wenn dieselben ein Hauswesen zu besorgen haben, so sind dieselben ans ihr Verlan- gen eine halbe Stunde vor der Mittagszeit zu entlassen. Vor .und nach ihrer Niederkunft dürfen Wöchnerinnen im Ganzen während zehn Wochen nicht in der Fabrik beschäftigt werden. Ihr Wiedereintritt in dieselbe ist an den Ausweis geknüpft, daß seit der Niederkunft wenigstens sechs Wochen versttichen sind. Diejenigen Fabriken, in denen schwangere Frauen überhaupt nicht beschäftigt werden dürfen, werden vom Äundesrath nach Kennt- nißnahme von einem beziehungsweiscn Berichte des Fabrik-Jnspek- toratS bezeichnet. In Betreff der Kinderarbeit wurde daran fest- gehalten, daß Kinder vor zurückgelegtem 14. Altersjahre in Fabriken überhaupt nicht beschäftigt werden dürfen. Nach zurück- gelegtem 14 AlterSjahre darf der Schulunterricht(die Worte „und Religions-Unterricht" wurden gestrichen) durch die Fabrik- arbeit nicht beeinträchtigt werden. Vom 14. bis zurückgelegten 16. Altersjahre dürfen der Schulunterricht und die Arbeit zu- sammen 10 Stunden nicht übersteigen.(In Deutschland ist der Schulunterricht mit 14 Jahren für Arbeiterkinder überhaupt zu Ende.— lieber die gesundheitlichen Verhältnisse der Arbeits- räume hat man allgemeine Bestimmungen erlassen. Es ist dafür zu sorgen, daß die Arbeitsräume während der ganzen Arbeitszeit gut beleuchtet, die Luft von Staub befreit und die Lüsterneucrung immer eine der Zahl der Arbeiter und der Belnichtungs-Apparate, sowie der Entwickclung schädlicher Sroffe entsprechende sei. lieber die Haftpflicht bei Tödtungen und Verwundungen hat man be- stimmt: Wenn ein Arbeiter durch die Art und Weise des Be- triebes einer Fabrik körperlich geschädigt oder gctödtet wird, so haftet der Fabrikbesitzer für den dadurch entstandenen Schaden, sofern er nicht den Beweis liefern kann, daß der Unfall durch eigenes Verschulden des Getödteren oder Verletzten verursacht ist. Es ist also jene Bestimmung getroffen, welche in Deutschland nur .für die Eisenbahnen stattfindet, während Bergleuten und Fabrik- arbeitern selbst der Beweis der Schuld des Unternehmers oder seiner Beamten auferlegt wird. Jeder Fabrikbesitzer wird ver- pflichtet, Fabrikordnungen aufzustellen. Die Strafen sollen für Kranken- und Untcrstützungskassen verwendet werden. Z 10 setzt die beiderseitige Kündigung fest, jedoch soll mit Rücksicht auf die Stückarbeiter eine Bestimmung aufgenommen werden, wonach in dieser Beziehung die Fabrikordnung da, wo man es zweckmäßig findet, über Kündigung der Arbeiten auf Stück Vorschriften auf- stellen kann. Die Fabrikbesitzer sind verpflichtet, die Arbeiter spätestens alle zwei Wochen in Baar und in gesetzlicher Münzsorte auszuzahlen. Am Zahltage darf nicht mehr als der letzte Wochen- lohn ausstehen. Abzüge sind unzulässig. Arbeiter auf Stück versetzten, ist geschwunden; denn je weiter die Arbeitstheilung geht, desto zuverlässiger kann man behaupten, daß der Markt für alle Rivalen, für jede Specialität Raum hat. Zur Signatur des heutigen Witthschaftens gehört die Um- Wandlung der Hausgewerbe und des HandgewerkeS in die Groß- industrie und den Fabriksbetrieb. Von vorneherein ließen sich für den normalen Verlauf dieses in die Culturgeschichtc tief ein- greifenden Prozesses allgemeine Gesetze aufstellen, nach welchen sich derselbe voraussichtlich immer und überall vollziehen muß. Der nächste Anlaß, um das Hausgewerbe und das Handwerk durch die in mächttgen Dimensionen arbeitende Maschincnindustrie zu verdrängen, liegt offenbar in dem Vorhandensein eines wach- senden Verlangens nach gleichartigen Gegenständen des Cjf brauches und Verbrauches. Ein solches Verlangen tritt intensiver hervor, eine je größere Anzahl von Menschxßgrfnisse drängt beisammenwohnt und je höher die relative, phmen, daß jedeS Einzelnen steigen. Daher ist a priori wp bei gleicher dort, wo die Population zahlreicher ist, Mgenüsse höher ent- Dichte derselben der Wohlstand und die dem Ersätze der Klein- wickelt sind, auch ein größerer AnlaAndererseits muß sich inner- aewerbe durch Fabriken geboten h ein graduell stärkerer oder halb derselben Bevölkerung.ese Umwandlung fühlbar machen, minder starker Impuls f.m welche es sich handelt, dem Ver- je nachdem die Artiberschiedenes Verhalten zeigen. Die Groß- brauche gegenüber um Platze sein, wo der Verbrauch ein zehr industrie wird ab bei allen Ständen herrschender ist; sie kann gleichförmiyrr entbehrt werden, wenn der Bedarf individuell dagegen.'und so specifisch ist, daß man größere Aiannigf>'"g' versckr Probufte verlangt." f-' In Folge dieser beiden wirkenden Ursachen muH J0. au.•' die Verdrängung des Handwerkes durch die©J- ,,u'me 1,1 sollen bis zur Vollendung deS begonnenen Stückes Ratenzahlungen beziehen. Die Zahl der Feiertage außer den Sonntagen, an welchen das Arbeiten in den Fabriken verboten ist, darf 6 nicht übersteigen. Dies der Inhalt der von der Kommission beschlösse- nen Ergänzungen vcs Gesetzentwurfs. In Fabrikantenkreisen ist man durch die Kommissions-Arbeit nicht wenig erbittert worden. Und in der That, so manchen Mangel der Entwurf enthält, ist derselbe doch außerordentlich viel besser, als die deutschen, fran- zösischen und englischen Gesetze. Jp Dänemark sieht es mir der Arbeiterbeglückung seitens der Regierung recht trüdsclig aus. Das Zustandekommen der von unseren dortigen socialistischen Freunden neulich schon be-' sprochenen Arbeiter-Kommission ist sehr fraglich geworden. Bon denen, welche die Regierung von vorne herein zu Mitgliedern ff fa der Kommission bestimmt' hatte, verweigerten mehrere dieEnt gegennahnie des Mandats. Nach vielen Mühen gelang es denn der Regierung, die Kommission zu ergänzen, und wurden dann die Namen derselben offiziell bekannt gemacht. Trotzdem hat nachträglich noch ein Kommissionsmitglied, I. A. Hansen, der be- kannte Führer der Linken, sein Mandat dem Minister des Innern zurückgeschickt. Nach dem Vorhergegangenen ersieht man, daß die famose Beglückung von vorn herein in's Wasser gefallen ist. * Schöne Aussichten für Euch, Ihr Armen Berlind! Der Magisttat hat sich einverstanden erklärt mit dem Antrage der Normal-Et«tS-Deputation, daß künftig das Minimal-Gehalt der 3 Armen- Assessoren auf 3600 Thlr. festgestellt und daß das Gehalt von 3 zu 3 Jahren um 300 Mark erhöht werden soll, bis es zu der Maximalsumme von 6000 Mark gestiegen sein wird. Schöne Aussichten, wenn die 4 Armen-Asscfsoren erst jährlich 24,000 Mark zu verzehren haben. Das ist ja wohlil so viel, als 100, 200 oder gar 300 Arme an Unterstützung be- z kommen. Muß doch ein solcher Herr einen famosen Appetit haben;! P- lil A al F re ve so Ei ar da e, f«! za E> ge Pl . de I T« Be de' tio ine Al rü man berechne nur, wie viel Arme er„ersetzt' Ur vr! im ges wo Im NN An gl- * Vor dein Brandenburger Thore in Berlin befindet sich bekanntlich die sogenannte Siegessäule mit der Victoria, die wir bereits zum Oefteren wegen ihres entsetzlichen nüchternen und! plumpen Baues mit einem Fabrikschornsteine verglichen haben.'' Dame Victoria nun, welche Anfangs in einem gar strahlenden goldenen Gewände auf die Stadt der„Intelligenz",„Gottesfurcht," „frommen Sitte" u. s. w. heruilterschaute, hat aber gegenwärttgjf pol einen häßlichen schwarzen Kittel angelegt, so daß sie sich wenig! Ta von einem alten Negerweibe aus Central-Afrika unterscheidet� Unser reichstreues Federvieh, das so gern Parallelen chflsti Hütt hier die beste Gelegenheit, auch einmal einen behchttmden Ver- gleich anzustellen, da näinlich das„Reickstt-mirmeser schwarzen Hexe, unserer Meinung nach, viel Aehnlichcs hat. Anfangs, als die fünf Milliarden über den Rhein spaziert kamen, hei, da war! jch Heller Jubel und die Freudcntage schienen im„Reiche" kein Ende» m nehmen zu wollen. Der Glanz und der Schiinmer der fünf* u>u Milliarden mußte doch sicher unser„theureo" Vaterland in ein! Ko> wahres Gold- und Phäakenland verwandeln.—— Aber baldj erst erschollen die Klagelieder Jeremiä an den Wassern der Spree! hat und an den Ufern des Rheins, und es ward dunkler und düste-s Be rieh rcr im„Reiche".— Ein gleiches Schicksal hat auch Dame Victo-I ria vor dem Brandenburger Thore gehabt. Die einst so goldene! � Göttin, welche das Licht selber sein wollte, ist jetzt unter die! � Kohlenweiber gegangen.„Reich" der„Gottesfurcht und frommen! Sitte", wo wirst du zuletzt bleiben? i Fol lad. ' Es ist wahrlich gerade zu lächerlich, in welcher„Vogel- 1 Erf Strauß-Manier" der 9!othstand der Arbeiter seitens der Bour� Koi geoiS-Literaten verleugnet wird. z5o lesen wir z. B. in der. der letzten Nummer des„Hamburger Correspondent" folgende erbau-?(')- luv Du liche Behauptung: „Lebensweise der Arbeiter. Professor Schmollet � in Straßburg sagt mit Recht in seiner Geschichte der deutschem übe Kleingewerbe im 19. Jahrhundert:„Ter Wohlhabende lebi in. z» Süddeutschland einfacher, der Aermere besser als in Norddeutsch-! um land". Wie sehr dies für das Elsaß zutrifft, mag das Mcnu Zu! (Speisekarte) eines gewöhnlichen Wnzer-Arbeiters aus der Ge-f ä>d gend von Nappoltsweiler zur Zeit de Frühjahrs- Weinbergs-! Arbeiten erläutern: Morgens 5 llhr i Weinglas voll Bräunt! � wein, dazu Brod. 7 Uhr Mehl-<,oer Kartoffelsuppe. 10 Ulm Brod mit Käse, oder Wurst, oder Eiern. Mittags Fleisck.chPP�* Rindfleisch, Gemüse und Kartoffeln, oft Speck als �Z'gabe. M> 4 Uhr Nachmittags Brod und Käse. 7 Uhr Abend'-fleisch mit ach ---------■ um Nun läßt sich der Nullpunkt der G.-Wndusttie nach den -■ �'Phlsch m das Centrum! oben aufgestellten Gesichtspunkten!™" r"® L Asiens verlegen, wo zugleich der F"'attonspunkt der Hau» gewerbe zu suchen ist.' BomF�"Lb'e Bedeutung der letzteren allmählich gegen �end ac"" � wo die gar nac schi w gleichem Sinne an steter Be- beutt.m u. iK V tt"" weltlichen Europa undß in den östlir �e-len Amcr.ta's erreicht, wo wieder der Null- Lr »..«kl>»gewerbes liegt. Noch weiter nach Westen vor-'chl punir �reitend, gelangt man auf dieser Rundreise in die ihr wi vor-, q.-, ....M, W.................... ü v«, Ge-!•"n w;l: der Hausgewerbe und zu vem ursprünglichen Ausgangs-' punkte zurück, welcher mit demjenigen Theile der Erde so ziem-!®e' sich zusammenzufallen scheint, wohin von Bielen die ursprüngliche ber Heimath des Menschengeschlechtes verlegt wird. Der Kultur-. und Gewerbezustand der ce»'-uiasiatischen Völker charakterisirt sich durch die Kindheit d» beschränkten Hauswirthschaft T�e- mei Bewohner von Turteln, Afghanistan, des Kirgifenlandes und."«t der übrigen ana»"zenden Chanate kennen noch keinen anderen � inn als den H�sbedarf. Von dem natürlichen Reichthume an Z"" Baumwo«, Seide, Metallen u. s. w. machen sie keine andere- 3en «gene Verwendung. In Turkestan sind es vor- I 3» nTr? f frOl' Jei �eilerarbeiten, primitive Gefpinnste ii St �elle und Pelzwerke und W pnhm.�5�.........'U/ S-f- � P-lMerke und die erste-. Verärb�ün 7 derS I«« welche Dafür Zeugn.ß ablegen. In Indien aber liefern di7. er- � doppeltem Sinne mit eherner Nothivendigkeit � Sel)en- Erstens geographisch in derselben Richtunw�F,, VF, von der dünnen niedrig civilisirten zu J L-bensgenüsse gewöhnten � �Massenverbrauches" imm» hochgebildeten, zweitens sachlich, von den Gegenständen., dF' D,. weiter schreitend zu jenen desi�,. bestimm»..,, asi st.>e konkreten Anstände welcke man si r V ul Zeitepoche und in Km b stimmt n C Ä F sind d-e komplere Wirkung der tSL m unseren /Augen sich vollziehenden UebVr- oem Handwebestuhl erzeugten Shawls ein beredtes Beweismittel asten, dem östlichen Rußland und der Türkei m derÄts näck Süden unter dem Einflüsse des europäisch b siedelte OsttudK wmmmm Zei Lyi bes. ode in tu von ProNaturgesetz deAwßtcn Allgemeinheit aufstellen ganges in LK und Ar bedeutenden Hausindu,me vor:.nolzarbeiren Hausnrbeiter" K' si bsisine. beschäftigt noch 350,000 weiter. Noch umncr herrscht in den östlichen Gouverne- auch Terttlwaareu; Thättg/ester K'�mlichc Zustand, daß der Arbeiter gKbliche �.yangieiten neben den landwirthschaftlichen, also nur in gewissen cu ür ihr. Un die seir ruh Ha lich allc drä !. Saint. Dazu für Mann und Tag 5, an einigen-�rten 6 Liter Wein." Wir niisien nicht, ob der Professor Schmouer,�oder ein Literat des„Hamburger Correspondent" diese famose Speisekarte aufgestellt hat Jedenfalls ist eine Beurtheilung ber_ Arbeiter- :.iltniffe nach derselben einfach kindisch. Wohl ist es mög- uch, daß bei sehr dringlicher l4stündiger Arbeit m den Weinbergen die Arbeiter besser beköstigt werden, wie gewöhnlich, aber von zweimaliger Fleischnahrung per Tag und 8 großen Flaschen Wein täglich— denn so viel betragen L Liter zu reden, ist eine Lächerlichkeit, welche eine ernste Kritik gar nicht verdient. Ihr Herren Bourgeois! Wegleugnen läßt nch die sociale Frage nicht' am wenigsten, wenn Ihr fade Witze macht! * Am 30. September wurden die vier wegen Zcuznijtjwang gc- sangen gehaltenen Redakteure der„Frankfurter Zeitung" entlassen. Die Entlassung erfilgte auf Grund eingetretener Verjährung. Die Staats» amvaltschaft will nunmehr nur allein gegen den verantwortlichen Re- daktcur vorgehen. Homburg, 26. Sept.(Volksversammlung und Auflösung einer Mitzlieder-Vcrsammlung.) Dienstag, den 21. September, fand hier in Verbindung des Anti-Jmpf-Vereins zu Hamburg eine sehr zahlreich besuchte Volksversammlung statt. Auf der Tagesordnung stand: Erstens: die Petition des Anti-Jmpf-Vereins; zweitens: das Impf- gesetz im deutschen Zk-ichstage. Als Referenten waren erschienen: der Präsident deS Änti-Jmpf-Vereins, Herr Dietrich, sowie das Mitglied des deutschen Reichstages Herr A. Gcib. Zum ersten� Punkt der Tagesordnung bemühten sich die Herren Dietrich und Schröter der Versammlung in eingehenster Weise die Entstehung und Verbreitung des Jmpfens klar zu legen. ES wurde bewiesen, daß durch die Okula- tion der Lymphe in den menschlichen Körper ein großer Theil der menschlichen Gesellschaft in seinem Gesundheitszustand zerrüttet würde. Als Beweis wurden der Versammlung einige Atteste, Aussprüche be- rühmter wissenschaftlicher Autoritäten unterbreitet, sowie eine- Impf- schädigungS-Statisiik des Hamburger Staates. Ferner wurde die Petition des Anti-Jmpf-Vereins an den Reichstag verlesen und zur Unterzeichnung derselben aufgefordert. Zum zweiten Punkt der Tages- ordnung referirte Herr Geib; derselbe schilderte besonders die Katastrophen im Reichstage über das jüngst in Kraft getretene obligatorische Inips- gesch. Sämmtliche Redner ernteten großen Beifall. Zum Schluß wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die Versamm- lung erklärt sich im Interesse der Menschheit gegen den Impfzwang und empfiehlt die Unterschrift der Petition des Anti-Jmpf-Vereins.— Am letzten Freitag, den 24. September, wurde eine geschlossene�Mit- glieder-Versammlung der Socialistischen Arbeiter-Partei Deutschlands polizeilich aufgelöst/ Die Motive dazu waren: Abweichung von der Tagesordnung. Paul Niemann, Schriftführer, Lilienstr. 13, HI., Hamburg. Frankfurt a. M., 30. Sept.(Allgemeiner Ngitations° Bericht.) Durch verschiedene Umstände war ich verhindert, einen Be, richt über die letzten Monate zu geben. In Nachstehendem gebe ich, mit Ausschluß der schon von einzelnen Parteigenossen gebrachten Berichte die Agitation wieder. Den 7. Juni wurde zu Frankfurt eine Volks- Versammlung abgehalten, mit der Tagesordnung:„Das Goitesgnadcn- thum".— Den 9. fand daselbst die Berichterstattung über den Gothaer Kongreß statt.— Am 11. Juni hatte ich zu Bornheim die Bericht- erstatiung.— Den 12. Juni referirte ich zu Hanau.— Den 14. Juni hatte ich zu Offenbach den politischen Wochenbericht.— Den 16. Juni referirte ich zu Hanau.— Den 19. zu Bornheim.— Den 23., Nachmittags, in einer Bäckerversamnilung zu Frankfurt.— Den 23. in einer Volksversammlung über die Tagesordnung:„Das heutige System des Liberalismus".— Am 26. referirte ich zu Höchst.— Am 27., Morgens, fand zu Frankfurt eine zahlreich besuchte Volksversammlung statt mit der Tagesordnung:„Die Enquete", wozu der Regierungsrath John brieflich und durch Plakat, sowie die Vertreter der Presse einge- laden wqren. Der Herr Regierungsrath hatte in einem Schreiben sein Erscheinen abgelehnt. Nach längerer und klarer Debatte wurde eine Kommission beauftragt, zum Negierungsrath zu gehen, um die Ansichten der Versammlung über die Enquete wieder zu geben. Parteigenossen G. Müller, Prinz und Unterzeichneter haben den Auftrag der Versamm- lung erfüllt und über drei Stunden mit dem RegicrungSrath konferirt. Die„Frankfurter Zeitung" hat über diese interessante Versammlung einen ausführlichen Bericht gebracht.— Den 28. referirte ich zu Hanau über� die„Socialistische Arbeiterpartei Deutschlands". Am 30. fand Zu Frankfurt eine Volksversammlung statt und referirte ich über„die Kunst und Wissenschast im Alterthum, in> heutigen Staate und im Zukunftsstaat",— Den 3. Juli referirte ich zu Bornheim über„die indirekten Steuern".— Am 4. fand zu Offenbach eine Parteikonferenz statt. Am 5. hatte ich zu Niederrath über Organisation der socia- listischen Arbeiterpartei zu referiren.— Den 6. zu Offenbach über die �»quete.— Am 7. zu Frankfurt über die Frage:„Was ist Freiheit?" Monaten deS Jahres betreibt, während vorwiegend in den west- lichen Gouvernements die in derselben Industrie beschäftigten ungefähr 100,000 Fabrikarbeiter mit mehr als 1,600,000 Baum- wollspindeln und auf 13,000 Kraftwebstühlen die Massenproduktion dieser Artikel betreiben. Der bisher in seinem geographischen Laufe verfolgte Ucber- gangsprozeß schreitet in der Türkei und den Donauländern weiter nach Westen fort. In Oesterrcich-llngarn endlich beginnt die ent- schiedene Superiorität des Fabrikwesens, und je mehr wir uns hier von dem Osten entfernen, desto klarer drückt die Großindustrie ihr Gepräge der gesammten Produktion auf. Die Gegensätze zwischen Ungarn und Böhmen oder Vorarlberg bilden eines der schlagendsten Beispiele, daß sich das Uebergewicht der Fabrik- Industrie nach dem Westen hin immer steigert; dieselben Grschci- "ungen manifcstiren sich in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien und gelangen in Großbritannien zur Kulmination. Auf der Wanderung über den Ocean nach den Vereinigten Staaten von Amerika sehen wir in ebenso eklatanter Weise den Beginn des Rücklaufes; denn in Nordamerika ist die Großindustrie höchst merkwürdig auf die dem europäischen Westen, d. i. dem Cukmi- Nationspunkte des Fabrikwesens näher liegenden Territorien zu- sammengedrängt, während der Westen noch immer vorwiegend zum Acksrbau neigt; hier beginnt wieder die Geltung des Haus- gewcrbes, welche sich über den stillen Ocean nach Australien, Japan und China fortsetzt. In diesen beiden aufblühenden Staaten OstasienS ist die kleine Hausindustrie, das emsige Gc- werbstreiben des Einzelnen noch entscheidend. Kunstbronzcn, Cloisonnss, Lackwaaren, Malereien, Papier legen ein lautredendes Jeugniß dafür ab. Ein Artikel wie Seidcngewebe, ivelcher m �yon allein circa 140,000 Fabrikarbeiter an 70,000 Webstühlen beschäftigt, wird in der Kwangtun-Provinz noch im HauSgewcrbe ?oer von armen, im Solde der Webermeister stehenden Arbeitern in der primitivsten Weise hergestellt. � Was nun den zweiten, den sachlichen Faktor anbelangt, so zelgtc sich allenthalben, daß dort, wo schon die Vorbedingungen für einen umfangreicheren Verkehr gegeben sind, die Fabrikindustrie ihren Ausgangspunkt bei den Artikeln des Massenkonsums nimmt. Unter diesen steht allemal die Textil-Jndnstrie voran, ihr folgt °'e große metallurgische, besonders die Industrie des Eisens und seiner Abkömmlinge, weil dieselben den allgemeinsten Bedarf be- rühre» t»-»-..—•«»>»--— Hau-> lichen' Gewerbe. In der That hat"geschichtlich die mächtigste — Am 14. hielt' ich zu Frankfurt eine Volksversammlung ab mit der Tagesordnung:„Die Maschinen' und ihr Einfluß aus die Arbeit".— Den 17. zu Groß-Auheim und den 18. zu Klein-Krotzenbury sprach ich über Organisation der Socialistischen Arbeiterpartei Deutschlands.— Den 19. hielt ich zu Offenbach eine Versammlung ab.— Am 20. sprach ich im Frankfurter Schcehurverein über„den Einfluß der Groß- Produktion auf das Handwerk.— Am 24, fand zu Mühlheim a. M. eine Volksversammlung statt und referirte ich über die„Socialistische Arbeiterpartei Deutschlands".— Desgleichen am 25. zu Groß-Stein- heim. �— Am 26. zu Hanau über„das System des Wahlrechts".— Am 31. in Parteiangelegenheiten zu Offenbach.— Am 1. August sprach ich zu Klein-Auheim über die„Socialistische Arbeiterpartei".— Am 5. August referirte ich in einer Vslksversammlung zu Wiesbaden über die Tagesordnung:„Die Bestrebungen der Arbeiterpartei".— Am 6. in einer Schuhmacher-Versammlung über„die Großproduktion und ihre Folgen".— Den 7. hielt ich zu Offenbach eine Versammlung ab mit der Tagesordnung:„Das heutige System deS Liberalismus".— Am 9. sprach ich im Frankfurter Wahlverein.— Den 10. im Frankfurter Schreineroerein über„die Arbeiterbewegung in England".— Den 14. zu Bornheim über die projektirte Bier- und Petroleumsteuer.— Am 15. hielt ich zu Mainz bei dem Parteifesre die Festrede.— Den 16. sprach ich im Frankfurter Wahlverein über das Thema:„Wie man die sociale Frage löst".— Am 18. in einer Volksversammlung zu Frank- furt über„die Opferwilligkeit der Großen und Mächtigen und die der Armen".— Am 19. behandelte ich in einer Schuhmacher-Versammlung zu Frankfurt„die Arbeiterbewegung in England".— Am 24. in einer Schreinerversammlung„der Arbeitslohn und die Lebensmittel".— In der am 25. stattgefundenen Volksversammlung zu Frankfurt referirte ich über: 1)„Thier und Menschenschutz", 2)„Der Fabrikantentag zu Cassel".— Am 27. zu Bockenheim über„die Sedanfeier".— Am 29. hielt ich zu Wiesbaden die Festrede.— Zum Gedächtnißtag« des Todes Lassalle's hielt ich am 4. Sept. zu Offenbach und am 5. zu Frankfurt die Festrede.— Am 6. hatte ich im Frankfurter Wahlverein zu referiren. Carl Klein. Spandau, 26. Sept.(Volksversammlung.) Heute fand in den Schulz'schen Bierhallen, Ritterstr. 7, eine Volksversammlung statt, in der Herr Rackow aus Berlin über„Staatshülfe und Selbsthülfe" referirte. Ich berichte über diese Versammlung, weil durch dieselbe ein neuer Beweis für die Thatsache geliefert wird, daß unsere Gegner kein Nüttel scheuen, der Aufklärung des Volkes entgegen zu arbeiten. Der Drucker ließ statt der bestellten und bezahlten 50 Plakate nur 16 an- kleben, welche theilweise sogar abgerissen wurden; der Grund für diese eigenthümliche Handlung ist darin zu suchen, daß man das Bekanntwerden der Versammlung verhindern wollte. Es waren auch nur 49 Per- sonen erschienen. Als Vorsitzende wurden die Parteigenossen Kammin und Kubisch und Unterzeichneter als Schriftführer gewählt. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrage des Referenten, meldete sich ein Herr Karst zum Wort. Derselbe versuchte die Ausführungen Rackow's, mit Benutzung der so lächerlichen Behauptung: die Social- Demokraten wollten weiter nichts als„theilen", zu widerlegen. Unter- zeichneter entkräfte das von Karst Vorgebrachte und machte die Mit- theilung, daß der Barbier Karst Stadtverordneter, Geschäftsführer eines Konsumvereins und Gencral-Sekretär des Gewerkvereins der Maurer sei. Nach meinen Ausführungen meldete sich dieser„würdige" Jünger des Dr. Max Hirsch wieder zum Wort, begab sich aber auch sogleich zu dem überwachenden Polizeisergeanten, um denselben aufzufordern, die Versammlung zu schließen; und merkwürdig, es wurde demselben sofort Folge gegeben. Der Ueberwachende erklärte, es wäre nun Feier- abend, denn der Nachmittags-Gottesdienst beginne, die Versamm- lung sei geschlossen und wenn man damit nicht zufrieden sei, er wolle Alles verantworten. Der energische Protest des Vorsitzenden konnte diese Maßregel nicht rückgängig machen. WaS muß man aber von einem Manne denken, der in solcher Weise und mit solchen Mitteln die Social-Demokratie bekämpft, der selbst das doch gewiß kärglich bemessene Versammlungsrecht durch Einwirkung auf die Polizei behindert? Selbst die anwesenden Mitglieder der OrtSvereine tadelten dieses Bor- gehen ibres Vertreters. Den Social-Dcmokraten aber ist dergleichen schon oft passirt, ohne ihrer Eutwickelung den geringsten Abbruch zu thun. Es ist zu hoffen, daß auch in Spandau nicht trotz, sondern mit Herrn Karst unsere Sache gedeihen wird. August Heinsch. Hamburg, 28. Sept.(An die Korbmacher Deutschlands.) Kollegen! Hier in Hamburg, in Altona und in Ottensen besteht schon seit Jahren ein Korbmacher-Bund, und alle Arbeiter, die demselben an- gehören, haben ihre Klassenlage erkannt und sich deshalb um eine Fahne geschaart, um ihre materielle Lage zu verbessern, und wenn sie etwas errungen haben, so ist eS nöthig, daß sie noch fester zusammenstehen, um Dasjenige, was sie errungen haben, auch zu behalten. Ihr, Kalle- gen von außerhalb, besonders in den großen Städten, dürft dies nicht so mit ansehen, ohne Hand an's Werk zu legen. Geschieht es nicht, daß, wenn die Kollege» in Hamburg sich im Kampf befinden, Ihr von allen Seiten zugeströmt kommt, damit die Hamburger im Kampfe unter- liegen müssen, oder im günstigen Fall, wenn sie etwas errungen haben, so wird durch dieses Massenangebot von Arbeitskraft der Lohn wieder führen, dann die chemischen Industrien, die aus den gewöhnlichen Hausgebrauch und endlich aus Nahrungs- und Genußmittel bezug- «chen Gewerbe. In der That hat geschichtlich die mächtigste üuer Tertil-Jndustrien, jene der Baumwollwaaren, mit dein Ver- orangen des Kleinhandwerkes den Reigen eröffnet, ihr folgte fast gleichen Schrittes die der Schafwollwaaren, hierauf die Seiden- Industrie und zuletzt kam Leinen— bei welchem sich bekanntlich die Hausindustrie innerhalb dieser Gruppe relativ am längsten erhielt. Unter den metallurgischen Industrien begann derselbe Wettkampf bei der Erzeugung des Roheisens; er ist in den meisten Theilen der Erde schon' so lange zn Gunsten des Großbetriebes entschieden, daß man nur in ganz vereinzelten und ab- geschiedenen Gebirgsländern(z. B. in-Theilen von Oberkrain) noch Spuren des ursprünglichen Kleingewerbes(Bauern-Hochösen u. f. iu.) findet. Naturgemäß muß sich innerhalb jeder großen Jndustriegruppe der Ucbcrgang vom Handwerk zum Fabrikbctriebe bei jenen Artikeln zuerst erkennbar machen, ivelche die Grundlage der folgenden Verarbeitung bilden; später tritt er auf den höheren Verarbeitungsstufen und erst zu allerletzt bei den feinsten und mannigfachsten Erzcugnifsen hervor. Diese Vorgänge pflegen sich auf fast typischem Weg zu vollziehen. Den Anfang macht stets die Einführung eines verbesserten Werkzeuges an Stelle der schwierigen Handarbeit; bald werden diese Werkzeuge combinirt und zu einer Arbeitsmaschine, deren Gebrauch zunächst nur die einzelnen Verrichtungen des Gewerbes erleichtert und unterstützt, aber noch imnier das Handwerk als solches bestehen lassen kann. Sobald aber der nächste Schritt, die Verbindung mehrerer von einzelnen Arbeitsmaschincn verrichteten Theile oder gar die ma- fchinclle Herstellung des komplizirten Ganzen erfolgt, beginnt die Herrschaft der Fabrik-Jnduftrie. Denn da werden die Dimen- sione» meist so groß, daß der Arbeiter nicht mehr zur mcchani- scheu Bewältigung genügt; es wird nothwendig, elementare Kräfte als Motoren zu vcridenden, und mit deren Hinzutritt ist die Rentabilität des Kleingewerbes dahin, seine ivirthschaftlichen Kräfte werden unzureichend, der fabriksweise Großbetrieb ist allein rationell und lohnend. Zwar wird durch das Auskunftsmittel der immer allgemeineren Eingang findenden Motoren für Klein- gewerbe ein kleiner Aufschub gewährt; aber eben nur ein Auf- schub, keine definitive Lösung. Im Allgcineinen liegt schon in den technischen Fortschritten die Tendenz, die Arbeitsvcrrichtungen des Kleingewerbes zuerst zu erleichtern, dann immer mehr davon auf sich zu nehmen; endlich den Handwerker zu depossediren, zum Arbeiter in der Fabrik und zum intellektuellen Leiter der Ma- schine zu machen. Einige eklatante Beispiele mögen diese Be- hauptung illustriren. Da sehen wir vorerst in der Tcxtil-Jn- duftrie jene Metamorphose vom Brennpunkte aus immer weitere Arbeitszweige treffen. Daß die Spinnmaschine den Handspinner, der Powerloom den kleinen Weber verdrängt, bedarf kaum der Erinnerung; aber fast Alles, was im weiteren Berfeinerungs- Prozesse aus Garn und Gewebe hergestellt werden kann, gehört aus den alten Satz zurückgeführt. Kollegen! Seht Ihr denn noch nicht bald ein, daß es Zeit ist, Hand an's Werk zu legen und mit in den großen Kampf einzugreifen, damit u>ir den übrigen Gewerkschaften wenigstens gleichkommen und mit den zeitgemäßen Verhältniffen gleichen Schritt halten. Es wird sich Mancher wundern, daß ich mit solcher Sprache komme. Aber ich frage einen Jeden, ob es nicht so ist? Wenn ein verheiratheter Geselle in einer großen Stadt die Woche 6 Thaler verdient und er hat 6 Kinder, und in der kleinen Stadt Sonnabends mit 3 Thalern nach Hause geht, so muß Jeder einsehen, daß man weder mit 6 Thalern in einer großen, noch mit 3 Thalern in einer kleinen Stadt unter den heutigen Verhältnissen menschenwürdig leben kann. Ich ersuche nun diejenigen Kollegen, die diesen Ausruf lesen, und mij dem social-demokratischen Prinzip schon etwas vertraut sind, Korbmacher- Versammlungen einzuberufen und einen Korbmacher-Verein zu gründen, und wenn auch nur in einer Stadt 10—12 Kollegen eine feste Bor- einigung haben, so sind sie doch im Stande, ihre Interessen zu wahren. Und wenn die Korbmacher in Deutschland erst auf diese Weise vorge- gangen sind, und es kommt dann vor, daß sie sich auf einer Stelle im Kampfe befinden, so steht die ganze Masse hinter ihnen und wird sie sicher nicht unterliegen lassen. Aber heute befinden sie sich meistens noch in einem tiefen Schlummer. Daher rufe ich Euch zu:„Wachet auf, Kollegen, und greifet ein in den Kampf." Sollte es vielleicht in einigen Orten an Formularen von Statuten fehlen, so bin ich gern bereit, dieselben zuzuschicken. Meine Adresse ist: Kl. Papageienstr. 7, Altona. Mit Brudergrnß Der Vorsitzende des Korbmacherbundes von Hamburg-Altona-Ottensen: W. Stubbe. Ich ersuche sämmtliche Arbeiterblätter, obigen Aufruf abzudrucken. Der Obige. Fürth, 28. Sept.(Banhandwerker-Versammlung.) Daß wir Süddeutsche auch einen guten Boden zur Bildung von Gewerk- schaften haben, zeigt unsere Stadt. In Furth bildeten sich seit einem Jahre folgende Gewerkschaften: Metallarbeiter mit 120 Mitgliedern, Schuhmacher mit 50 Mitgliedern, Holzarbeiter mit 40 Mitgliedern, Schneider(Mitgliederzahl unbekannt). In der Versammlung vom 22. Sept., in welcher Herr Pfeiffer über den Nutzen und den Zweck des Bauhandwerker-Verbandes für Deutschland referirte, konstituirte sich auch eine Zimmerer-Gewerkschast, in die sich sofort 17 Mann gegen die Einschreibegebühren aufnehmen ließen. Solche„Rückgänge" gefallen uns. Es sind diese Siebenzehn wackere Männer, denen die traurige Lage des Arbeiters zu Herzen ging und die»ut ganzer Kraft auch dafür eintreten werden, daß in kurzer Zeit die Zahl sich verdreifachen wird. Also, Bruder, Ihr seht, daß unsere Saat hier auf guten Boden fällt. Friedr. Lößlein, Mühlarzt, Bergstraße. Hannover-Linden, 1. Oktober.(An die Abonnenten der Parteipresse.) Parteigenossen! Der Quartalwechsel ist da, nun ist es auch Zeit, daß wir wieder mit ganzer Kraft an die Verbreitung des „Neuen Social-Demokrat" und des„Volksstaat" denken. Vor allen Dingen ist nothwendig, daß pünktliche Zahlung der Abonnementsbeträgc stattfindet, sonst ist es der Kommission nicht möglich, ferner den Expe- ditionen gegenüber ihre Pflicht zu erfüllen. Leider gehen uns durch die ungeheure Arbeitslosigkeit Abonnenten verloren. Jeder Einzelne ist deshalb doppelt verpflichtet, Sorge zu tragen, daß der frühere Abonnentenstand wieder erreicht wird. Für die Zeitungs-Koinnnssion: Der Vorsitzende. Eimsbüttel, 1. Oktober.(An die Abonnenten des„Neuen Social-Demokrat" und des„Volksstaat".) Parteigenossen! Wiederum stehen wir am Anfange eines neuen Quartals. Jetzt zeigt, daß Ihr brgriffen habt, daß es die Pflicht eines jeden Parteigenossen ist, immer frische. Kämpfer für unsere Bewegung heran zu ziehen und dieses können wir am besten, wenn wir mit ganzer Kraft darnach stre- ben, die gegnerischen Blätter immer mehr aus den Hütten der Arbeiter zu verdrängen und den social-demokratischen Eingang verschaffen. Das ist sehr leicht, wenn sich ein Jeder die Aufgabe stellt, wenigstens einen neuen Abonnenten zu gewinnen. Bei folgenden Wirthen liegt das Partei- organ aus: Lindhof, kleine Bellealleance. Schlue, Margarcthenstraße. Hamann's Nachs., EimSbiitteler Ehauffec 18. Kelch,' Eimsbütteler Chaussee 26. Köhne, Eimsbütteler Chaussee 32. Indorf, Eimsbütteler Chaussee, vis-ii-vis Lübber'S Salow. Kullmann, Eppenvorfer Weg 4. Erdrück, Cppendorfer Weg 4. Tcgchand, Eppendorfcr Weg 16. Neff, Frucht-Allee 15. Dreier, Pinneberger Weg, und Lubber'S Salon. Ich empfehle den Parteigenossen diese Lokalitäten zum Verkehr. Ferner mache ich die Parteigenossen darauf aufmerksam, daß jeden Dienstag, Abends 8'/, Uhr, eine Mitglieder-Versammlung und alle 14 Tage eine Volksversammlung in Lübbeds Salon stattfindet. Mit social-demokrati- schem Gruß Ernst Nuppnau. Cottbus, 26. Sept.(Der„Neue Social-Demokrat") liegt aus bei Kätsch(Gasthos zum preußischen Hof), woselbst alle durch Cott- bus reisende Parteifreunde zu logiren aufgefordert werden. ebenfalls schon der Maschine an. Die Bekleidnngs-Jndnstne war ausschließend und ist noch vielfach Hausgewerbe; aber schon rückt von allen Seiten die Maschine iiLs Treffen. Die erste Bedin- gung, der Massenkonsum, und zwar ein ziemlich gleichartiger, ist vorhanden; die Trachten und Kleider werden immer uniformer, und statt des Bestellcns wird das Auswählen unter den fertigen Vorräthen üblich. Aehnlich wie dem ehrbaren alten Schneider- Handwerke, ergeht es der Zunft der Schuhmacher. Es ist nicht mehr selten, daß Etablissements 500— 600, ja bis zu 3000 Ar- beiter im fabriksweisen Betriebe beschäftigen und täglich 800 l>:s 1000 Paar Schuhe und darüber liefern. So wenig als hier, bietet neucstens die Handschuh- oder die Hutfabrikation dem Handwerker ein sicheres Asyl; auch dafür rückt eine Maschine nach der anderen in den Gebrauch ein. Von diesen gewöhnlichen zu den feinsten Bestandtheilen der Kleidung ist nur ein kleiner Schritt. Das Stricken, ein seit zwei Jahrhunderten auf den häuslichen Kreis beschränkter Erwerbszweig, wird durch den Wirk- stuhl, durch den Kettenstuhl, Rnndstuhl und durch die Strickma- schine allmälig auf allen-Gebieten verdrängt. Das Sticken und Tambouriren, eine historisch und für gewisse Lokalitäten noch heute so bedeutende Beschäftigung des Hausgewerbes, muß der für den Massenbedarf arbeitenden Stickmaschine weichen. Nicht viel besser geht es den Spitzen, wo der Bobbinetstuhl die Handspitze für den gewöhnlichen Massenverbrauch ans der Konkurrenz verdrängt und der Spitzenklöppelei ein Ende zu bereiten droht, der Metall- und Holzbearbeitung,>vo ein Heer von Arbeitsma- schinen dem Kleingewerbe immer gefährlicher wird, wo die Fa- brikindustrie die Spengler, Tischler, Schlosser, Drechsler aus ihren Werkstätten depossedirt; den analogen Entwicklungsgang kann man bei der Buchbinderei und den Tapezicrarbeitcn verfolgen, oder aufmerksam machen, wie der Klcinmüller von Einst der mit den vortrefflichsten Mechanismen betriebenen großen Mühlen-Jn- dustrie weichen muß. Eines allerdings darf nicht übersehen wer- den. Es giebt ein Gebiet, auf welchem diesem Prozesse Einhalt gethan werden kann und bereits Einhalt gethan ist. Das ist das individuelle Gebiet, aus welchem es sich um wahre Kunsttechnik handelt, wo der Kunstsinn und Geschmack des Arbeiters entscheidet. Auf diesem Gebiete vermag keine Maschine dem Arbeiter seine Herrschaft streitig zu machen; auf allen übrigen aber hält sie ihren Einzug. (Schluß folgt.) Die Reichstagswahl in Stuttgart. Stuttgart, 23. Sept. Heute erst sind wir im SUnde, die„Niederlage", welche uns von gegnerischer Seite prophejeit wurde, zum größten Theil übersehen zu können. Welches Schreckensbild bietet sich unsern Augen dar: 3900 Stimmen für die Socialdeniokratie! Wir können also mit Bestimmtheit einen Zuwachs von nahe 130(1 Stimmen gegen das Resultat vom 10. Januar 1874 verzeichnen. Die Volkspartei chatte im vergangenen Jahre 1000 Stimmen mehr als die Socialdemokraten, heute aber 2000 Stimmen weniger zu verzeichnen. Mit welchen Mitteln die na- tionalliberale Partei kämpfte, davon einige Pröbchen. Am letzten Tage spielte sie ihre größten Trümpfe gegen die beiden Oppositionsparteien aus. Sie ließ bekannt geben: „Zur Reichstagswahl. Die vor keinem Mittel zurückschreckenden und nach übereinstimmenden Berichten vielfach von Erfolg begleiteten Anstrengungen der Socialdemokraten einerseits und der mit der sogenannten Volkspartei verbündeten Ultramontanen andererseits, nö- thigen zu der dringenden Aufforderung»n Alle, welche nicht den Fein- den jeder bürgerlichen Ordnung in die Hände arbeiten wollen, am Donnerstag, den 23. September, ihre Stimme abzugeben zu Gunsten des deutsch und frei gesinnten Julius Hölder." Aber es kommt noch besser. In einem anderen Wahlaufruf der Nationalliberalen heißt es unter Anderm:„Beweist durch Eure Wahl, daß Ihr nichts wissen wollt von den Socialdemokraten, welche herrschen und theilen wollen, die dem Bürgerthum(der sogenannten Bourgeoisie) fortwährend den Krieg erklären und auf dessen Trümmern die rothe Republik» 1» Commune in Paris aufrichten möchten." Mit solchen und ähnlichen Pamphleten in Riesenformat war das Hauptorgan des KpießdürgerthumS(das neue Tageblatt) geschmückt. Wer könnte zählen die Ausfälle von Ohnmächten Seiten? des pietisti- fchen rcichsfreundlichcn Spießbürgerthums gegen die Socialdemokratie? Der Apparat der Behörde arbeitete ebenfalls mit verdoppelten An- strengungen für den Regierungs-Kandidaten. Angeblich, weil der Name des Verleger» auf dem Plakat der PolkSpartei an den Anschlagsäulen nicht angegeben«ar, wurden diese von der Polizei abgerissen. Ein gleiches Schicksal traf auch gleich darauf die unsrige». Auf dem Lande wurden die Kirchenglocken geläutet, sobald Herr Hölder eine Versammlung vor den Wählern abhielt u. s. w. Trotzdem sind wir mit dem Wahlresultat vollkommen zufrieden. Die Volkspartei wird jedenfalls darauf verzichten, das nächste Mal wieder einen eigenen Kandidaten aufzustellen; der größte Theil tüuh sich un» anschließen, und haben viele derselben ihren Anschluß in Aussicht gestellt. Bei der Lg�dtzMiölkerung aber muß noch für mehr politische Auf- flncögg Sorge getragen werden. Mögen sich dies die Parteigenossen liberall zur Aufgabe stellen. Die Verhältnisse und � die Situation zur richtigen Zeit benutzend, werden wir dem Gegner den Boden unter den Füßen entziehen.—L Doch wo's geschieht(wsnn'S je geschehen kann), Daß an gebor' n e Heilkraft blind erzwingst, Was sonst des Forschens treuer Fleiß gewann— Da seh' ich nichts, was Geistern Ehre bringet. Der Meister ist zum Werkzeug dann entweiht, Zur Arzenei muß sich der Arzt verkehren, Die freie That sinkt zur Begebenheit, Und nichts bleibt, das Verehrung kann begehren. Gott duldet auch das Krüppelholz, den Zwerg, Im Rieseneichwald, dem gesunden, frischen.— „Die Tauben hören und die Lahmen geh'n, Aussätzige sind ekler Kruft entledigt, Die Blinden seh'n, die Todtcn aufcrsteh'u, Den Armen wird das Evangelium gepredigt." Herr! les' ich deines Heilens Wundcrkram, Wird mir's im Hirne schwindlich, wirr und wüste. Für jenes rohe Volk durchglüht mich Scham, Das nur im Wunder Offenbarung grüßte. Sei'S, daß dein Leib auch so voll Lebenskraft, Daß sie, ausströmend jede Schwäch' erfrischte, Vom Siechthum ringS magnetisch angerasst Alles erkräfftgte, was ihr sich mischte— Sei'S, daß ein Wille, kräftig, keusch und rein, Einzig sich weihend höchsten GeifteSzwecken, In der Natur Triebfeder greifend ein, Auch Kranke heilen kann, ja Todte wecken— Sei's endlich, daß der Wunder bunten Schwall Vermehrt, geschmückt, erfunden hat die Sage— Mir gilt eS gleich. Und fehlten sie auch all', Ich fände d'rum im Herzen keine Klage. Genasen Krank', erstanden Todte gleich— Jetzt sind sie längst vermodert, und zerfallen; Die Armen aber sind noch immer reich, DaS Evangelium lebt fort in Allen. Noch wird der Erdenaussatz rein im Geist, Die Tariben heilt das Wort, das Licht die Blinde», Der Geist lebt, der Erlahmte virwärts reißt, In deni, wer todt ist, wird das Leben finden. Ja! sie sind ekler Bodensatz für mich, Den Wein des Evangeliums verdunkelnd. Doch senkt der trübe Stoff zum Grunde sich— Wie lockt der Lehre Licht, durchsichtig funkelnd! Ihr Pfaffen habt die Wahrheit umgekehrt: Nicht, weil wir unwerth, starben au? die Wunder; Weilmnr, in Christo, geistig uns verklärt, Ward überstüssig ganz solch niedrer Plunder. Begriffen habt ihr nicht den Spruch des Herrn: „Glaubt ihr den Worten nicht, glaubt doch den Werken!" Das heißt verdolmetscht: Bis ihr schmeckt den Kern, Mögt ihr euch mind'stens an der Schale stärken. Die ihr vor mir das Kreuz schlagt, voller Graus, So rasch und willig, gottlos mich zu schelten: Versucht'S einmal und streicht die Worte aus, Und laßt allein die Wunderwerke gelten! Laien- Evangelium. (Von Friedrich Sallet.) (Fortsetzung.) Christus der Wunderthäter. Dem wackren Arzte Heil, deS Geisteskraft Drang in des Lebens wundersam Getriebe! Der Rettung und Genesung rüstig schafft, Um Menschen lohn nicht, nein! auS Menschenliebe. Ob er auch wahre nur deS LeibeS'Mark, Doch fördert er des freien Geistes Pflege. Geschickt nur ist ein Becher, rein und stark, Daß lichter Gottgedankcn Wein er hege. WaS bleibt euch noch? Ein Hexenmeister blos Und Teufclsbanner, in des Volkes Munde; Ein Physikus und Doktor, einstenS groß, Verschollen jetzt, in der Gelehrten Kunde. Ihr Männer, werft das Kinderspiclzeug fort Der Wunder! Bleibt sein Wort doch und sein Sterben. Er selber sprach:„Bestehen wird mein Wort, Dann auch, wenn Erd' und Himmel geh'» in Scherben." Ein Wunder ist des Sternenreigens Schwung, Ein Wunder ist deS Hnlm'S, der Eedcr Sprießen, Im Thier des Stoffes Verlebendigung, Ein Wunder ist in mir des Geist'S Ergießen. Ein Wunder ist'S, daß eines Mannes Kraft, Bezwingend Welt und Tod, den Himmel brachte, Daß er sich selbst zu Gott emporgerafft, Und uns zu Gottes Söhnen Alle machte. Was ist eS, kommt so ew'gem Wunderwerk Ein dürftig Kunststück regellos dazwischen?— In Partei-Angelegenheiten sind wir täglich— mit Ausnahme des Sonntags— von 10— 11 Uhr Morgens im Geschäftslokale der Allgememen dent- schen Afsociations- Bnchdnlckerei, Kaiser Franz- Grenadierplatz 8, 2 Treppen, zu sprechen. W. Hasselmann. H. Lauge. Unsere Adresse lautet von jetzt ab: Berlin L. Dresdenerstraße 35. W. Haffelmann. H. Lange. Vom Briefkasten. 1. Oktober wohne ich Gr. Frankfurters�. 118a. 2 Tr. A. Heinsch. Köster, Hamburg. Annoncen für Sonntags-Nummer zu spät ein- getroffen. Do. Telegramm(„VolkZblatt") ebenfalls zu spät. Rawe, Altona. Die Annoncen für die letzte Nummer trafen erst am Sonnabend Mittag hier ein, also viel zu spät. Drechsler, Hohenfelve- Borgfelde. Sie sinb in Betreff des Absen- dens der Annoncen vollständig im Jrrthum. ES ist auch noch eine in der von Ihnen gemeinten Weise in unserem Blatt angezeigt gewesen. Annoncen für die MittwochS-Nummer müssen Sonntags, für die Freitagi-Nummer Dienstag und für die SonntagS-Nummer Don- nerStag Abends spätestens auf die Post gegeben werden, wenn sie rechtzeitig eintreffen sollen und nicht, wie Sie meinen, Montag, Mitt- woch und Freitag Morgens. In der Nummer voin 24. Septbr. ist nicht gesagt, daß sie an die- sen Tagen abgesandt werden müssen, sondern daß sie an diesen Ta- gen eintreffen müssen. DieS gleichzeitig zur Beachtung für alle Ein- sender von Annnoncen. Die Expedition. F. S., Tessin. Die Aufnahme Ihres Berichtes erfolgt in nächstem Nummer. Brandenburg a. H. Alle Briefe u. f. w. siitd zu richten an Chr. Schuhmacher, lialhenowerstr. 7._ Vom 1. Oktober an befindet sich unser Geschäftslokal, Redaktion, Expedition und Buchhandel Berlin SO, Kniser-Fennz-Grenndier-PlnH» Nr. 8, 1. Hof, 2. Gtnge, worauf wir hierdurch besonders aufmerksam machen. Alle Briefe mit Annoncen, Berichten, Bestellungen u. f. w. sind von nun an unter obiger Adresse an uns zu senden_ Die Expedition ist geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends 7'/, Uhr ununterbrochen..Sonntags von 9—42 Uhr Mittags.—- Für Berlin findet die Ausgabe unseres Blattes in der Regel Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, Nachmittags VI» Uhr, statt. Die Expedition des„Neuen Social-Demokraft'. Berlin �n�stag, 5. 0«., Abends 8 Uhr, Arbeiterversammlungen: Ackcrstr. tili bei Cumlitz. Vortrag deS Herrn Knstermann. Verfch. S) Gesundbrunnen, Pankstr. 25. Vortrag des Herrn Küster. Versch. Die Versammlung in Moabit fällt aus. Parteigenossen, in allen Versammlungen auf dem Posten. A. Heinsch. Berlin. Sonnabend, 9. Oktober, Abends 8 Uhr, auf Tivoli, am Kreuzberg, Große Volksversammlung. Referenten: Die Herren Hafselnlann und Grottkau.(?. 29.) A. Heinsch. f4,v0f Sonntag, den 10. Oktober, «miU. vorm. 10 Uhr. Sophienstr. 15, Große Oeffeniliche Versammlung sämmtlicher Maschinenbauer, Schlosser, Gürtler und sonsti- ger Metall-ZUdeiter. T.-O.: Die jetzigen Verhältnisse der Generalkrankenkasse, sowie das Wesen der ZwangSkaffen gegenüber den freien Kassen. Zlef.: Herr Max Stöhr.— Die Nothwen- digkeit der gewerkschaftlichen Organisation gegenüber der heutigen Produktionsweise. Ref.: Herr Julius Heiland. Der Verwaltungsrath der Beneralkranken- fasse(Arbeitnehmer) ist zu dieser Versamm- lung eingeladen. Genoffen! Bei oer Wichtigkeit der Tages- ordnung darf kein Metallarbeiter in dieser Versammlung fehlen. (F. 100.) Das Comitü. f4,80j Berlin. Anzeige n. Dienstag, de»». Oktober, in der Bnndeshalle, Wattner- Theaterstr. 15, Lokal des Herrn Fritz Schmiedel. Große General- Versammlung der Jimmerleute Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1) Die Arbeitseinstellung der Zimmerleute ans den Bolle'schen Bauten. L) Wie ist einer Lohurednktion den kürzeren Arbeitstagen ln wirksam entgegen zn treten? 3) Verschiedenes: i) Abrechnung deS Generalfonds. 2) Der Generalsekretär „Herr" Preuß und dessen Machinationen gegen die deutsche Zimmererbewegung.— 3) Welche Berliner Zeitung vertritt das Interesse der Zimmerleute? Zu zahlreicher Betheiligung fordert alle Zimmerleute auf: (F 98.) Das Semite.[7,00] Ten Berliner Zimmerleuten zur Notiz, daß von jetzt ab die Versamm- lungen am Kreuzberg bei Pieper, sowie Eliafierstrahe bei Zoller ausfallen und all- wöchentlich nur eine Versammlung in Berlin stattfinden wird. Wo? erfährt Jeder auf der Gcneral-Vcrsammlunq bei Frist Schmiedel.(F. 98.)[1,80] Donnerstag, 7. Oktober, �lUUlUUl l\. Abends 8-/, Uhr, in Stadii'S Etablissement, ValentinZkamp 41, Geschlossene Mitgliederversammlung des Allg. deutsch. Maurer- uud Tteinhancr-Bundes. T.-O.: Die Angelegenheit der Abrechnung des letzten ValleS und der Lusttour. Vortrag. Innere Bundcsanzelezenheiten. Alle Mitglieder des früheren Vergnü- gungs-ComitS's werden dringend aufgefor- j den, in dieser Versammlung zn erscheinen. '(F. 43.) I. Köster, Bcvollm.[3,40] Donnerstag, 7. Oktober, �HUUUUiy. Abends 8'/, Uhr, bei Herrn Ohl, Spitalerstr. 18, Mitgliedervcrsainlnlung des Allg. Vöttcher-(Küper-> Vereins. T.-O.: Anschaffung für die Bibliothek. — Verschiedenes. (F. 1.) H. Jlper.[1,80] Mittwoch, 6. Oktober, �mmUUUJ. Abends 8-.Z Uhr, im Englischen Tivoli, St. Georg, Geschlosiene Mitglieder- Versammlung der Unterstützttugskasien derZimmererHamburgs. T.-O.: UntcrstützungSgcsuche und Vereins- angelegenheiten. (F. 40.) Der Vorstand.[3,20] Mitgliedskarten müssen vorgezeigt werden. ' Die Versammlung auf St. Pauli fällt Verhältnisse halber am Donnerstag aus. Hambur g. bef 15? Oktober, in Stadli's Etablissement, Concert und Ball, arrangirt von den Mitgliedern des Allg. deutsch. Maurer- uud Tteinhauer-Bundcs, unter Mitwirkung der Liedertafel „Lassallia". Festrede gehalten von Hrn. Hartmann. Herrenkarte 30 Pf., Damenkarte 30 Pf., Kassenpreis für Herren 63 Pf., für Damen 40 Pf. Saalöffnung 8 Uhr. Anfang 8V, Uhr. (F. 43.) Das Comitö.[3,40] CMlamatt Donnerstag, 7. Oktbr., X�UFUsUU Abends 8V> Uhr, in Burmeister's Salon, Große Volksversammlung. T.-O.: Vortrag über Organisation u. s. w. Referent: Herr Richter aus Wandsbeck. Die Parteigenossen werden ersucht, zahl- reich zu erscheinen. (F. 63.) F. Heerhold.[2,00] Donnerstag, 7. Oktober, •ylllUvUllj. Abends 8 Uhr, in Stadli's Salon, Valentinskamp 41, Oeffelttl. Versammlung des Arbciter-Frauen- und Mädchen- Vereins. Vortrag deS Herrn Praast. CS ladet ein )F. 1.)_ Frau Fu ch s.[2,00] Barmstedt. S°Ä.„ im Lokale deS Herrn I. Meier, Mittwoch, den 6. Oktober, '4lUUmi. Abends 8Vj Uhr, im UnionS-Saale, Socialisten- Versammlung. Tagesordn.: 1) Veröffentlichung des Ab- stimmungsresuItatS.— 2) Diskussion über Programm und Organisation der Socialisti- schen Arbeiterpartei Deutschlands. (F. 2(1)__ I. A.: A. Forschner.[2,00] Altona, Ottensen u. Umgegend. Freitag, 8. Oktober, Abends 8'/, Uhr, in Burmeister's Salon, Geschlossene Mitgliederversammlung des Allg. deutsch. Maurer- und Sleinhauer-Bundes. T.-O.: BundeS-Angelegenheiten. (F. 20.) F. Buhmann.[2,20] Rothenburgsort. JTJnJ«, Abends 8 Vi Uhr, im Lokale des Herrn Dionpsius, Oeffentliche Arbeiterversammlung. Tagesordn.: DaS Christenthum in seinen Ansängen und von heute. (F. 61.) I. A.: H. Gadow.[2,20] Eimsbüttel. 7 C"' Abends S'/i Uhr, in Lübber's Salon, Volksversammlung. T.-O.: Die Social-Demokratie und ihre Gegner. Das„Hamburg-Altonaer Volks- blatt". Ref.: Herr M. Otts. Mitglieder, sorgt für Verbreitung. (F. 49.) Ernst Nnppnau.[2,00] Arbeiterfest, bestehend in- Concert, Ball u. Festrede. Anfang des Concerts Nachm. 5 Uhr, des Balles 6 Uhr. Ecktrse für einen Herrn 60 Pf., für eine Dame 13 Pf. Hierzu sind Parteizenossen von nah und fern, sowie die Liedertafel Lassallea in Elmshorn freundlichst eingeladen. (F. 820__ Das Coniitö.[3,00] l Di we in s frei un! N0 Bl tm be, mii Mi itnl Gr und Die jube Gele (Sch init Eitti deut „Rii Wu, ang« sien Soc welc diesc «litt sich, uud Pre mac NUNl Bou Barmstedt.®TÄ im Lokale des Herrn I. Meier, Volksversammlung. Tagesordn.: Die Wahlen der Commune Alle Mann am Platz.[1,60] (F. 82.)' C. Drews. Hiermit zur Kenntniß sämmtlicher Kol- legen, daß der Präses, Herr C. H. Reff gebürtig ans Stuttgart, wegen vorsätzlich schlechter Vereinsleitung von unserer Lcr- cinigung ausgestoßen ist Der Verband der TapezrerKehülfen Für die Mitgliedschaft zu Hainburg: I. A.: Kappe, Kirchenstr. 10. Stei verd wird mur Bür also ungi unse eine im i Verl breck siege eu Umsl jetzt Den Maurernieistcrn und Bau- Unter- nehmern zur Anzeige, daß von Abends 6 Uhr bis Morgen? 6 Uhr noch 2 Maurer- gesellen zum Kalklöschen zur Verfügung stehen. Näheres im Neubau an der Ruths- bahnstraße, Hamburg.(F. 1.)[1,20] kann land Äteicl siege, die i oder Z Im Verlage der Genossenschafts- Vuchdrnckerei Nürnberg ist erschienen und zu haben, sowie auch durch die Buch- Handlung von-C. Grillenbergcr im Z tees Vera m erg wen», Nürnberg zu bezichen: Lupls und Comlption. Eine philosophische Bettachtung von G. 3i Diese Broschüre, mit einem Titelbild ausgestattet, ist ihres interessanten Inhaltes wegen, allen Partei- und Gesinnungsge- nosscn bestens zu empfehlen. Preis: 15 Pfennige R. W. Wiederuerkäuser erhalten entsprechenden Rabatt.(F. 100.)>7,50] snchl landl Gua! er se für ß iruck und Verlag der Allg deutschen Associattons-Buchdruckerei zu Berlin, Eingetragene Genossenschast(verantw. Heinr. Rackow), Kaiscr-Franz-Grenadier-Platz 8. Verantwortlich für die Nedactton: A. Küster in Berlin. ist er I'lfoli vnser