1 :hr :«t- nz- Ur. Diese Zeitung �.scheint wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Freilag, den 8. Oktober 187Z. Neuer Bestellungen werben bei ailen Postämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jedem Spediteur entzogenzenommmen. SmalVemckrat. Organ der Socialistischen Arbeiter-Partei Deutschlands. 3. Jahrgang. Nedaction n. Expedition: Berlin, SO., Kaiser Franz-Grenadier-Pl. 8a. Inserate (nur in der Expedition aufzu- geben) werdenpro fiinfgeipaltene Petit- zeile mit 60 Pf. berechnet, �er- sammlungs-Annoncen die fünf- gespaltene Petitzeile»der deren Raum 20 Ps. Sogenannte Ne- Ilame-Anzeigen werten nicht aufgenommen. 'Abonnements-Prciö: Für Berlin incl. Bringerlohn vierteljährlich praeonmeranä« 1 Rm. S6 Pf., monatlich 66 Pf., einzelne Nummern 10 Pf.; bei den Postämtern in Deutschland incl. 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Politische Ueberficht: Juchhe, neue Steuern!— Zur Frauen- und Kinderarbeit.— Der Ultramontanismus und die Arbeiter.— Die Altonaer Franzofenfresser.— Ein trauriges Nachspiel zum Sedan- jubel.— Die transatlantische Schifffahrts-Gesellschast. Korrespondenzen: Berlin.— Frankfurt a. M.— Lübeck.— Gelenau.— Frankfurt a. d. O.— Stuttgart. Lairncvangclium von Sallet.(Fortsetzung.) Der arme Eonrad.(Fortsetzung.) Vermischtes. Feuilleton: Die Entwickeluna der modernen materiellen Kultur. !(Schluß.) chster � Chr. i an itt. Eine Kiiegserklärunq liegen die Social- Demokratie— mit keinem anderen Namen können wir die famosen Gesetz- Entwürfe belegen, welche binnen wenigen Wochen dem deutschen Reichstage vorgelegt werden sollen. Nachdem der „Nuckgang" der Social-Deinokratie trotz aller froinmen Wünsche eine so nnerquickliche Gestalt für ihre Feinde angenommen hat, nachdem Verfolgungen und Arbeitsstockun- gen ilichtS Anderes bewirkt haben, als den Reihen der Socialisten neue Streiter zuzuführen, und das Band, welches sie vereint, fester denn je zuknüpfen; nach allen diesen bedeutsainen Zeichen der Zeit soll mm ein Radikal- inittel in Anwendung kommen, der LaSkerknüppel rührt stch, und es werden Gesetze projektirt, welche nicht mehr und nicht weniger bezwecken, als Jeden ein für alle mal in der Presse, sowie in Versammlungen muudtodt zu machen, welcher über die heutige Gesellschaft anderer Mei- rnrng ist, als Fabrikanten, Wucherer, Gründer und sonstige Bourgeois. � Es reimt sich dieser. Plan recht schön zu den neuen --teuerprojekten, denn wenn es gilt, die Biersteuer zu verdoppeln und eine Petroleumfteuer aufzulegen, dann wird gar Mancher, der sonst von Politik nichts hören wollte, murren, und„Steuern zahlen und Maul halten" ist Burgerpflicht. Die in Rede stehenden Gesetzentwürfe sind also— wir können es nicht läugnen—„zeitgemäß". CSs ist eine wahre Blumenlese und wir wollen dieselbe ungeschminkt und durch Beispiele erläutert, nach der Reihe unseren Lesern vorführen, mögen dieselben dann sich selbst eine Melodie darauf machen. Der§ 4 des Reichs-Strafgesetzbuches bestimmt, daß nu Auslande von einem Deutschen begangene Vergehen und Verbrechen, mit Ausnahme der sogenannten Majestäts-Ver- brechen, nur dann strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie fassen die betreffenden Landesgesetze ebenfalls verstoßen. Ein Deutscher konnte also in England, der Schweiz:c. unter umständen ein freies Wort drucken lasten. Das soll letzt ein für alle mal aufhören. Der neue Entwurf lautet: ilsen. 4. Nach den Strafgesetzen des deutschen Reiches g: tann verfolgt werden: 1) ein Ausländer, welcher im Aus- -— 4}""« eine hochverrätherische Handlung gegen das deutsche bends. 0.ber einen Bundesstaat, ein Münzverbrechen oder ,-.uret«?9en einei1 deutschen Staat eine Handlung begangen hat, ü.;ung ue nach den Gesetzen des deutschen Reiches als Verbrechen nÄk er vergehen anzusehen ist; 2) ein Deutscher, welcher ! ,- jam Auslande eine Handlung begangen hat, die nach den Gesetzen des deutschen Reiches als Verbrechen oder Buch" i, Zusehen ist. Die Verfolgung ist auch zulässig, � i nenn der Uebertreter bei Begehung der Handlung noch '"cht Deutscher war." gl»., 2Behe also Demjenigen, welcher, während er im Aus- sjt'® roeckt, eine Broschüre erscheinen läßt, welche sich der le'lbild tz."lies preußischen Tessendorf nicht erfreut. Kommt Haltes F selbst nach Jahren nach Berlin, dann ist er Kandidat .gsge- für Plötzensee. Was den Versuch des Hochverraths ic. betrifft, so enden'. ein lluch für ihn anwendbarer Paragraph geschaffen, dem I7.60j Flolge es für uns nicht zweifelhaft erscheint, daß nach ihm — Unsere Freunde Bebel und Liebknecht seiner Zeit min- >er, ede. r, des Herrn h und a in [3,00] :tober, inune. [1,60] ms. : Kol» Neff sätzlich Lcr- destens zehn Jahre Festungsftrafe erhalten hätten. Der- selbe lautet: „Z 44. Das versuchte Verbrechen oder Vergehen ist milder als das vollendete zu bestrafen. Ist das vollendete Verbrechen mit dem Tode oder lebenslänglichem Zuchthause bedroht, so tritt Zuchthausstrafe nicht unter drei Jahren ein; wenn aber der Thäter seinerseits alle zur Begehung des Verbrechens erforderlichen Handlungen vorgenommen hat und der zur Vollendung gehörige Erfolg nur in Folge von Umständen, welche von dem Willen des Thäters un- abhängig waren, nicht eingetreten ist(beendigter Versuch): Zuchthausstrafe nicht unter 10 Jahren. Reben der Zucht- hausstrafe kann auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt werden. Ist das Verbrechen mit lebenslänglicher FestungS- Haft bestraft, so wird der beendigte Versuch mit Festungs- Haft nicht unter 10 Jahren belegt." Richts ist nun begreiflicher, als das, wenn Zeitungs- artikel und Reden als Vorbereitung des Hochverraths gelten können, diese„Vorbereitung" als eine im Sinne des obigen Paragraphen„nur durch äußere Umstände" als unvollendet geblieben angesehen wird, und alsdann sind zehn Jahre die mindeste Strafe! Roch schöner wird es bei dem schon jetzt recht bekann- ten§ 130, welcher von der„Aufreizung verschiedener Klassen zu Gewaltthätigkeiten gegeneinander" handelt. Dieser ist schon jetzt eine schwer genug zu vermeidende Klippe, in- dem nach einem Obertribunajs-Erkenntniß es zur Ver- urtheilung gar nicht erforderlich ist, daß in naher Aus- ficht stehende, bestimmte Gewaltthätigkeiten angezogen sind. Freund Most und hundert andere Socialisten wissen davon zu reden; und es ist beispielsweise unser Redakteur Küster auf Grund dieses§ 130 vernrtßeilt worden, weil der„Reue Social-Demokrat" zwei Gedichte zum Abdruck brachte, welche 1846 unter der berüchtigten Censur unbeanstandet erschienen sind. Aber was ist das gegen den neu vorgeschlagenen A 130; man höre und staune— er lautet: „§ 130. Wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung gegeneinander aufreizt, oder wer in gleicher Weise die �-Institute der Ehe, der Familie oder des Eigenthnms öffentlich durch Rede oder Schrift angreift, wird mit Gefängniß bestraft. Dieben der Strafe kann auf Leistung von Friedensbürgschaft dafür, daß der Ver- urtheilte das Vergehen nicht wieder begehen werde, erkannt werden." Zunächst soll also aus dem alten§ 130 fortfallen, daß zu„Gewaltthätigkeiten" aufgereizt sein muß. Bei Berathung dieses machte seiner Zeit selbst Lasker geltend, daß, wenn nicht der bestimmte Ausdruck„Gewaltthätigkeiten" statt„Feindseligkeiten" oder„Friedensgefährdung" gesetzt merde, ein Jeder strafbar sei, welcher die Uebelthaten irgend einer bevorrechteten Klasse scharf geißele und nur gesetz- lichen Widerstand bezwecke. Nach dem neuen§ 130 wird also sogar Jedweder mundtodl gemacht, welcher die Wucherer, die Bordellwirthe, die Gründer, die Ha- zardspieler der Börse oder gegen irgend eine ähnliche saubere Menschenklasse die öffentliche Entrüstung predigt— alles damit der Bourgeois„friedlich" schlafen kann. Das Schönste ist dann noch, daß die famosen„Heiligthümer" der heutigen Gesellschaft, die Bourgeoisehe und Fami- lie— warum nicht lieber gleich auch der Menschenhandel der Prostitution— so wie das wuchernde Bourgeois- eigenthum als unverrückbare Grundsäüle der Gesellschaft vor jedem Angriffe, also auch vor der harmlosesten wis- senschaftlichen Kritik strafrechtlich geschützt werden sollen; wer sagt, daß an Stelle des Privateigenthlims das Gesammt- eigenthum treten muß; wer sagt, daß der Wucher und Schwindel ungerecht ist, der wird verdammt. Und wun- dern sollte es uns nicht, wenn strebsame Staatsanwalts so- fort die ganze social-demokratische Partei für außer dem Gesetz stehend erklärten, weil dieselbe die Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital angreift. Interessant ist es nun ferner, daß das höchste Straf- maß beim§ 130 von 2 Jahren Gefängniß auf S Jahre gesteigert und jede Geldbuße ausgeschlossen werden soll. Das ist aber noch nichts gegen die sogenannte Bürg- schaftsleistung. Diese besagt Folgendes: „tz 39a. Reben einer Freiheits- oder Geldstrafe kann in den durch das Gesetz vorgesehenen Fällen aus die Lei- stung von Friedensbürgschaft von 30 bis 3000 Mark und für die Zeitdauer von 1 Monat bis zu 1 Jahr er- kannt werden. Diese Zeit wird von dem Tage an berech- uet, an welchem die Freiheits- oder Geldstrafe verbüßt, ver- jährt oder erlassen ist." Die FriedenSbürgschaft ist baar oder in Werth- papieren oder durch Pfandbestellung oder Bürg- schaft geeigneter Personen und als Sicherheit dafür zu leisten, während einer bestimmten Zeit die strafbare Handlung nicht zu begehen, lieber den Werth der Bürg- schaft entscheidet der Richter nach freiem Ermessen, und der Verurtheilte ist bis zur Leistung der Bürgschaft in Haft zu nehmen. Die bestellte Sicherheit wird frei, wenn der Verurtheilte den Frieden gehalten hat, doch kann der Richter die Sicherheit freigeben oder sie nicht einfor- dern, wenn sie in Folge veränderter Umstände entbehrlich wird. Die noch nicht freigewordene Sicherheit verfällt der Staatskasse, wenn der Verurtheilte den Frieden bricht. Die Friedensbürgschaft soll nebenher auferlegt werden: bei strafbarem Versuche öffentlicher Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und zu strasbaren Handlungen, bei öffentlicher Aufreizung verschiedener Bevölkerungsklassen gegen einander. Mißbrauch des geistlichen Amtes, Forde- rung zum Duell, vorsätzlicher Körperverletzung, Bedrohung mit einem Verbrechen, versuchter Verleitung und Gebietung zu einem Verbrechen, Sachbeschädigung. Also wehe dem Arbeiter, welcher sagt, daß die Wucherer gewissenlose Ausbeuter find, oder daß der Arbeit, welche Alles schafft, von Rechts wegen der gesammte Arbeitsertrag zukommt— er erhalt Gefängniß bis zu 5 Jahren und muß bis 3000 Mark als Bürgschaft für sein ferneres Wohlverhalten stellen, respektive wenn er trotz Schulze-De- litzsch das Kapitälchen lischt„zusammenspart"—„brummen, bis er schwarz wird." Nicht wahr, Ihr Arbeiter, das ist„Freiheit", nach dein Rezept im„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte." Doch halt, da wären wir wieder gegen einen der neuen Paragraphen angelaufen. Hört! 131. Wer dadurch, daß er erdichtete oder entstellte Thatsachen mit dem Bewuß4scin ihrer � Un- Wahrheit, oder doch ohne zureichende Gründe, sie für wahr zu halten, öffentlich behauptet oder verbreitet, in- gleichen, wer durch öffentliche Schmähungen oder Verhöhnungen Staatscinrichtungen oder Anordnungen der Obrigkeit, oder das Reich, oder einen Bundesstaat selbst verächtlich zu machen sucht, wird mit Geldstrafe bis zu 600 Mark oder mit Gefängniß bis zu 2 Jahren bestraft." Also um Gottes willen nicht mehr vom„Zleich der Gottesfurcht und frommen Sitte" gesprochen, sonst kommt der Tessendorf; denn erstens fehlt jeder„zureichende Grund" dafür, daß„Gottesfurcht und fromme Sitte" dort herrscht und zweitens wird„das Reich" augenscheinlich dadurch „lächerlich", wenn Jemand glauben machen will, es habe einen moralisirenden Einfluß! Da kommt noch ein ähnlicher Paragraph: „Z 126 a. Wer unwahre Thatsachen, welche eine die öffentliche Ruhe und Sicherheit gefährdende Aufregung zu veranlassen geeignet sind, mit dem Bewußtsein ihrer Unwahrheit, oder ohne zureichende Gründe, sie für wahr zu halten, öffentlich behauptet oder verbreitet, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft. Also wenn der Wetterprophet der Berliner„Volks- zeitung" ohne zureichenden Grund behauptet:„Am Sonntag giebt es Regen," und darob eine die„Ruhe" vieler Ausflügler„gefährdende"„Aufregung" entsteht, so kommt, wenn es schön Wetter bleibt, der lügenhafte „Laubfrosch" ein Jahr in's Loch!— Wir wollen heute unsere Leser nicht mehr durch Aufzählung der massenhaften sonstigen„Verschärfungen" ermüden, z. B. in Betreff der„öffentlichen Beleidigung". Nur eins sei noch bemerkt. Es ist auch gegen Hochver- rüther und Rebellen, Verbreiter falscher Thatsachen und Aufreizer gegen Familie und Eigenthum gesorgt, falls ihnen noch das Hemd zum Höschen heraushängt. „§ 55. Wer bei Begehung der Handlung das 12. Lebensjahr nicht vollendet hat, kann wegen desselben nicht strafrechtlich verfolgt werden. Gegen denselben können jedoch von den Polizei-' oder Vormundschaftsbehörden, nach Maßgabe der landesgesetzlichen Vorschriften, die zur Besserung und Beanfsichtigung geeigneten Maßregeln getroffen, auch kann von diesen Behörden die Unterbrin- gung in einer Erziehungö- oder Besserungsanstalt verfügt werden." Hiermit schließen wir den gewaltigen Kriegsplan gegen die Social-Demokratie ab. Eine Kritik ist gänzlich überflüssig, denn die Thal- fachen reden. Aber wenn die Feinde des Socialismus wissen wollen, wie wir diese Pläne beantworten— so- mögen sie hören: Die Social-Demokratie wird trotz alledem nicht einen Fuß breit abweichen von ihrem Pfade; sie wird nicht -vermitteln und nicht paktiren. Und wenn Tausende, statt Hunderter, wie jetzt, in's Gefängniß müssen, dann werden sie das Opfer bringen ohne Zagen; denn sie wer- den wissen, daß, je mehr Opfermuth es kostet, um so rascher die socialistische Bewegung sich Bahn brechen wird. Wollen die Feinde des SocialismuS ihre Waffen so scharf schleifen, daß sie schartig werden, so mögen sie es immerhin thun. Um so gewisser werden sie ihnen bald zerbrschen aus der Hand fallen! Politische Uebersicht. Berlin, 7. Oktober. „Juchhe, nene Steuern!"— so schallt es jetzt in ganz Deutschland. Und wir können �um Ruhm des Reiches der Got- teSfurcht und frommen Sitte jetzt mittheilen, daß der Bericht über den Gesetz-Entwurf, betreffend die Verdoppelung der Brau- steuersätze von den Bundesraths-Ausschüssen bereits fertig gestellt worden ist. Beispiellos ist die Schamlosigkeit, mit welcher die Bourgeoisie die Frauen- und Kinderarbeit in Fabriken immerfort vcr- herrlicht. Jetzt hat die Bielefelder Handelskammer in ihrem Jahresbericht wieder ein solches Machwerk in Betreff der Frauenaroeit geliefert. ES heißt dort wörtlich: „Die in unserm Bezirke vorzugsweise aus weibliche Arbeiter angewiesenen hauptsächlichsten Betriebszweige sind die fünf Flachs- und Wcrgspinnercien mit 38,096 Spindeln und die fünf mecha- nischen Leinen-, sowie eine Baumwollweberei mit 785 mechani- schen Webstühlen, welche sämmtlich mehr als die Hälfte weibliche Arbeiter beschäftigen, sowie die Wäschefabrikation, die naturgemäß ausschließlich auf die weibliche Hand angewiesen ist. Im Ganzen beträgt die Zahl der in diesen Betrieben fabrikmäßig beschäftigten weiblichen Arbeiter gegen 2000. In den Spinnereien beginnt die tägliche Arbeitszeit des Morgens 6 Uhr und endet Abends 7 Uhr, mit je Morgens und Nachmittags einer halben Stunde und Mittags einer Stunde Pause, jedoch hört Sonnabends die eigentliche Arbeitszeit schon um 12 Uhr auf und es wird dann Nachmittags etwa zwei Stunden nur(!) an der Reinigung der Maschinen und Fabrikräume gearbeitet,� so daß hier die effektive Arbeitszeit demnach wöchentlich 62'/, Stunden beträgt.— In den mechanischen Webereien dauert dieselbe nur 60 Stunden und ist auf diese Zeit schon vor einigen Jahren herabgesetzt, nachdem Versuche eegeben, daß die Arbeiter in 10 Stunden ebenso viel fertig zu stellen vermochten, als sonst in 11 Stunden. Uebri- gens ist von den in den Webereien beschäftigen Arbeitern schon mehrfach der Wunsch um Verlängerung der Arbeitszeit laut geworden, ihnen aber nicht bewilligt..... Eine gesetzliche Beschränkung oder gar ein Verbot der Frauenarbeit würde nur die Folge haben, die Arbeiterinnen, und namentlich die jün- aeren derselben, der Hausindustrie wieder zuzutreiben, und welche Wirkungen dies im Gefolge haben würde, vermag nur der zu beurtheilen, welcher die früheren Verhältnisse in unserer Gegend gekannt und gesehen hat, wie damals auf dem Lande in unseren Webcreidistrikten von Morgens früh bis Abends spät die ganze Familie des Webers in den niedrigen, kleinen und meist dumpfen, nur spärlich erleuchteten Wohnräumen zusammengepfercht saß, die Frau oder Tochter am Webstuhl oder am Spinnrad, der Mann am Scheerrahmen und die jüngeren Familienglieder nach den Schulstunden bis zum späten Abend am Spulrad." Es ist doch gerade zu toll, welch unlogisches Zeug solche Fabrikanten zu Tage fördern. Sie erheben ein Jammergeschrei darüber, daß vielleicht für die Frauen ein Normal-Arbeitstag ein- geführt würde und gestehen in demselben Athemzuge ein, daß dort, wo die Arbeitszeit gekürzt worden ist, die Arbeiter in der kürzeren Zeit eben so viel wie früher produziren. Dann sollen komischer Weise die Arbeiter selbst wünschen, sich zu Schan- den zu arbeiten und endlich sollen Schutzgesetze für die Arbeiter nur deshalb nicht eingeführt werden, damit letztere vor der Aus- beutung der Hausindustrie bewahrt bleiben. An dem ganzen Geschreibsel bleibt nur das Eine wahr, daß die Hausindustrie eben so wohl wie die Fabrikindustrie der Schutzgesetze bedarf. Unter den Arbeitern, welche bisher der ultramontanen CentrumÄPnrtei blindlings folgten, beginnt es zu tagen; sie erkennen, daß jene Partei gleich allen übrigen nur ein Aus- fluß der herrschenden Bourgeoisgcsellschaft ist und daß trotz Kulturkampf die Liberalen mit den Centrumsmännern jedes- mal den Bruderkuß austauschen und an einem Strange ziehen, sobald die Ausbeutung der Arbeit durch das Ka- pital in Frage kommt. Diese Ueberzeugung der Arbeiter wird bereits so mächtig, daß die Vorstände der rheinischen„christlich- socialen Vereine" von den Mitgliedern gedrängt werden, sich als Entwicklung der modernen materiellen Kultur. (Aus der Kulturgesälichte von Friedrich v. Hellwald.) (Schluß.) Unter den geschilderten Umständen erhält der Welthandel eine stets wachsende Bedeutung. Die Angriffe gegen die Boll- werke, die noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die Staaten von einander isolirtcn, werden von zwei Seiten zugleich geführt: von der Technik und von der Verwaltung. Jene schiebt die Pioniere des Welthandels immer weiter vorwärts in früher verschlossene Gebiete, diese sichert deren Existenz und internatio- nale Anerkennung. Die Telcgraphenlinien der ganzen Erde haben in den Jahren 1867— 1872 von circa 49,000 auf mehr als 66,000 geographische Meilen Länge zugenommen, was einer fort- schreitenden" Ausbreitung derselben um mehr als ein Drittel gleich- kömmt. In dieser einzigen Thatsache liegt schon ein genügender Hin- weis auf den Sieg des kosmopolitischen Geistes; besonders da der Telegraph den Gedankenaustausch über Gebiete vermittelt, welche nach jeder anderen Art des regelmäßigen Verkehrs unzu- länglich sind. Telegramme eilen über den Erdball, von San Franziska durch den amerikanischen Continent und den atlanti- schen Ozean nach Europa, von hier nach Klein-Asien und den persischen Meerbusen nach Indien oder durch die sibirische Steppe bis an den Amur und nach Ostasien. Seitenlinien schließen Japan so gut als Australien in diesen magischen Gedankenkreis ein. Das Eisenbahnnetz, welches 1867 in allen Welttheilen über 21,000 geographische Meilen betrug, ist in dem letzten Quin- quennium auf 32,000 Meilen, d. i� um die Hälfte, angewachsen. Der die Menschheit verbindende Schienenstrang durchbricht die Kette der Alpenriesen in Europa, so gut wie jene der Nevada und der Cordilleren in Amerika und reicht bald von einem End- punkte dieser Continente bis zum anderen. Nach einer begrün- dcten Durchschnitts-Rechnung dürften täglich 4 bis 4'/, Millionen Personen und gegen 40 Millionen Centner Güter auf den Bah- neu befördert werden. In ähnlicher Weise bringt die„Weltpost" einem Jeden „täglich Nahrungsmittel des sittlichen, intellektuellen und politi- schen Lebens und kommt von allen Theilen der Erde mit der- selben Regelmäßigkeit, wie die Sonne". Für die Jahre 1865 bis 1867 schätzte man die Höhe der gesammten Korrespondenz auf 2300 Millionen Briefe; nach den neuesten Daten werden Arbeiterpartei von der bisherigen Führerschaft offen. loszu- sagen. Den Beleg für diese bemcrkenswerthe Thatsache bietet ein Artikel des zu Aachen erscheinenden„Paulus", worin es wörtlich heißt: „Als drittes Hinderniß müssen wir die Einrede bezeichnen, welche jedesmal der Aufforderung, eine christlich-sociale Partei zu bilden, entgegengestellt wird, die Einrede nämlich, daß wir ja in der Centrumspartei unsere rechtmäßige Vertretung hätten und daß durch die Gründung einer christlich-socialen Partei eine Spaltung herbeigeführt würde, durch welche die katholischen Interessen außerordentlich Schaden nehmen müßten. Hierauf muß ich nun Folgendes erwidern, selbst auf die Gefahr hin, daß alte, kaum vernarbte Wunden wieder aufgerissen werden. Zur Centrumspartei mögen gewiß Männer gehören, welche ein In- teresse an der Arbeiterfrage und auch ein Verständniß für die- selbe haben; aber deren Zahl ist so gering, daß sie den Anders- gesinnten in derselben Partei auf dem Gebiete unserer Frage nicht Stand halten können. So ist denn auch in der That noch nicht bekannt geworden, daß in dieser Fraktion Stimmen laut geworden sind, auf ihre Fahne die gerechten Forde- rungen der Arbeiter zu schreiben. Wir wollen nicht dar- über streiten, ob wir in der CentrumSpartei eine Vertretung für unsere politischen und religiösen Interessen haben; aber wir dür- fen auch nicht verkennen, daß für unsere Ideen zur Umgestaltung der socialen Ordnung in dieser Partei eine Vertretung bis jetzt nicht gefunden worden ist. Wer die Interessen des Volkes vertreten will, der muß eben die Interessen auch des Standes wahrnehmen, der 90 Prozent der Bevölkerung aus- macht. AuS der Art und Weise aber, mit welcher der christliche Socialismus von der zur Centrumspartei gehörenden Bour- geoisie zurückgewiesen wird, muß man schließen, daß diese Herren von dem„Recht" einen andern Begriff haben, als die christlichen Socialisten." Das ist deutlich— um so deutlicher, als der Stimmung der Arbeiterkreise hier von einem ihrer Führer Ausdruck gegeben wird, welcher jedenfalls nicht mit der Schärfe des betrogenen Arbeiters, sondern mit diplomatischer Geschicklichkeit sich über die ihn anführenden Bourgeois ausspricht. Wir sehen hier also die- selbe Thatsache, welche sich uns bei der Fortschrittspartei gezeigt hat. Wie dort die fortschrittlichen Gewerkvereinc zunächst sich gesondert von der Bourgeoisie als politische Partei zu organisiren suchen, um später zum SocialiSmus bekehrt zu werden, so trennen sich auch die sogenannten christlich-socialen Arbeiter von den Bourgeois, und es werden bald dieselben zur vollen Erkenntniß kommen, daß es für Katholiken, Protestanten, Juden und Heiden keine besonderen socialen Fragen giebt, sondern daß die Arbeiter aller Länder, Völker und Religionen gleichermaßen vom Kapital ausgebeutet werden und daher gemeinsame Sache als Socia- listen machen müssen, wenn sie sich befteien wollen. *„Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach"— so sagen jetzt die Slltonacr Franzoscnfresser. Sie wollten recht großartig für die im letzten Kriege gefallenen Altonaer ein Denk- mal errichten,„den Verstorbenen zum ehrenden Zeugniß, den Ueberlebenden zum trostreichen Andenken, den Nachkommenden zur ermuthigenden Ermahnung"; vor Allem aber zur Vertilgung der Social- Demokraten. Leider kostet nun aber ein Denkmal Geld, nochmals Geld und zum dritten Mal Geld; und es ist leichter, mordspatriotische Reden führen, als den Beutel ziehen. Das betreffende Comite hielt am Dienstag Abend von- ger Woche daher im Bürger- Vereinslokal eine Sitzung ab, in welcher die trübselige Mittheilung gemacht wurde, daß die Summe der für den angegebenen Zweck bis jetzt zur Verfügung stehenden Gelder nur 3550 M. 40 Pf. beträgt. Diese Summe reiche nicht aus zur Errichtung eines, wenn auch noch so bescheidenen Denk- mals. Man dürfe aber nicht, um sich vor den Socialisten nicht zu blamiren, bei der in zweiter Reihe in Aussicht genommenen Errichtung einer bloßen Gedenktafel stehen bleiben. Die Mitglic- der des Comitö's beschlossen also, die Sammlungen für das Denk- mal fortzusetzen, und erst, wenn ein einigermaßen nennenswcrther Ertrag derselben bekannt geworden, die weiter in Betracht kom- wenden Fragen, betreffend den für das Denkmal auszuwählenden Platz, die Bedingungen, welche der Ausführung desselben zu Grunde zu legen, die Entscheidung, ob eine allgemeine oder eine be- schränkte Konkurrenz vorzuziehen sei, u. A. m. eingehender zu prüfen und darüber Beschluß zu fassen. Bis die Altonaer Bour- geois den festzugeknöpften Beutel gezogen haben, schweigt daher die patriotische Pauke.— Wenn sie nur kein Loch hat! jetzt alljährlich 3300 Millionen Briefe durch die Post expedirt, das macht pro Tag 9'/< Millionen, oder in jeder Sekunde 100 Stück. Erinnern wir uns schließlich noch des Anwachsens der Dampferflotte in der Handelsmarine, so vervollständigt sich das Bild der technischen Hülfsmittel des Welthandels. Angesichts eines so gigantischen Apparates von Bewegungs- Werkzeugen steigen die Gütermassen, welche die Bewohner dieses Planeten unter einander tauschen, in unaufhaltsamer Progression. Die Summe aller durch die Ein- und Ausfuhr umgesetzter Werthe wurde für das Jahr 1860 auf circa 15,000 Millionen Gulden veranschlagt, für zehn Jahre nachher(1870— 1871) aus den offiziellen Handelsausweisen auf 23,170 Millionen Gulden be- rechnet. Daraus ergiebt sich eine Steigerung des Außenhandels um 54 Prozent; mit anderen Worten: rn einem Decennium ist die Weltwirthschaft um die Hälfte intensiver zum Ausdrucke ge- langt, als vorher. Um diesen Aufschwung auf alle mitwirkenden Ursachen zurückzuführen, muß auch der Unterstützung gedacht wer- den, welche die Verkehrpolitik der Staaten im administrativen Sinne leistete. Zu Beginn der sechziger Jahre war eigentlich nur Groß- britannien dem Freihandel faktisch zugethan; die kontinentalen Staaten Europa's und jene Amerika's waren durch Prohibitionen und Schutzzölle für die Weltherrschaft versperrt. Seither haben zahlreiche Verträge fast alle Länder mit einander in innige Be- ziehungen gebracht, Europa ist zur Handelsfreiheit bekehrt. In zener Periode hat jedes Land seine nationalen Maaße und Ge- wichte, sein eigenes Geld und Münzsuitem. Heute ist umgekehrt die internationale, weltwirthschaftliche Organisation dieser Verkehrs- Einrichtungen zur Regel, das isolirte Festhalten an volksthümlichen Eigenheiten zur Ausnahme geworden. Die in Fluß gebrachte Unifikation, die Annahme des metrischen Systems, die Münz- konventionen und alle darauf bezüglichen Abmachungen beheben eines der früheren Hindernisse des Welthandels nach dem andern. Endlich gelingt es immer vollständiger, den kosmopolitischen Charakter der Eisenbahnen, Telegraphen und Posten durch Ver- träge, Kongresse und Konferenzen auch staatlich zur Geltung zu bringen. Unschwer erkennt Jeder in dem stizzirten Entwickelungsgange der materiellen Kultur das Walten ehener, unverrückbarer Gesetze, gegen welche der menschliche Geist sich fruchtlos auflehnt. Im Allgemeinen hat die Kultur daS mächtige Eindringen der Ma- schine nicht zu beklagen, denn es bedeutet ein Aufsteigen von der Dem Mord- und Brandjubcl vom zweiten September ist das ganze Dorf Babienten in der Provinz Preußen zum Opfer gefallen. E-ne unbekannte„patriotische" Seele hatte näm- lich am �oedantage, um die„Feier" zu„erhöhen", einen Stroh- Haufen in Brand gesteckt. Da gerade heftiger Wind war, so verbreitete sich daS Feuer mit rasender Geschwindigkeit über das ganze Dorf und äscherte es binnen wenig Stunden total ein. Nichts konnte gerettet werden; ebenso ist die Ernte mit verbrannt. Nun ist allerdings großes Jammern, und einige nationalliberale Bourgeois werden eS nicht unterlassen, ihre„mildthätige Hand" zu öffnen, uni als große„VolkSfreunde" dazustehen; aber wir müssen hier wieder ftagen: hätte dies Unglück nicht einfach verhütet wer- den können, wenn man überhaupt keinen Sedan-Veitstanz ausgeführt? Nun, vielleicht ist dieser Vorfall für die Betreffenden eine bittere, aber heilsame Lehre. * Aus Bourgeois vom reinsten(?) Wasser besteht äugen- scheinlich die Deutsche transatlantische Dampfschifffahrts- gesellschaft zu Hamburg. Zu den Passagieren des„Schiller", die in den Wellen ihren Tod gefunden, gehört nämlich Oscar Edmund Knoch auS Chemnitz, einer von denen, deren Leichen aufgefischt worden. In seinen Taschen fand man ein Taschen- buch mit einem allerdings nicht auf seinen Namen indossirten Wechsel von 100 Lstr. auf eine englische Bank, zahlbar aus Ordre eines gleichfalls mitertrunkenen Passagiers, Namens Henry Jerome. Abseiten der Deutschen transatlantischen Dampfschifffahrtsgesell- schuft wurde dieser Wechsel mit Beschlag belegt und von des Er- trunkenen Vater vergeblich reclamirt. Letzterer mußte erst gegen die genannte Gesellschaft Klage auf Herausgabe des Wech- fels anstellen lassen. Das dieser Tage publicirte Erkenntniß verurtheilt denn auch dieselbe zur Herausgabe dcS in Rede stehen- den Wechsels an den Kläger. Jedenfalls ist es recht erbaulich, daß von jener Gesellschaft Geld oder Werthpapiere beschlagnahmt werden, welche in den Taschen ertrunkener Passagiere gesunden sind, welche Letztere doch nur durch unerhörte Fahrlässigkeit ihr Leben verloren haben. Gegen den Redakteur unseres Blattes, A. Küster, so wie gegen den Verleger desselben, H. Rackow, findet am 26. Oktbr. vor dem Berliner Stadtgericht ein Termin statt. Berlin, 1. Okt.(Vcpurtheilungen.) Am 3c>. Sept. standen vor dem Kammerzericht der Bevollmächtigte hiesiger Mitgliedschaft der Gewerkschaft der Hoftarbeiter, G. Lemke, und der Kassirer derselben, Gintzel, angeklagt, gegen§§■ e und 16 des ZZercinsgesetzes verstoßen zu haben. Die HauptbelastungS-Momcnte sind folgende: Die Gründer der Gewerkschaft sind Social-Demokraten gewesen. Leiter derselben war der Sodalist-Jork in Hamburg. Organ ver Gewerkschaft ist der „Volksstaat" in Leipzig. Die hiesige Mitgliedschaft hat 3 Vorträge halten lassen von den Sodal-Demokratcn Bernstein, Heiland und Adam. Auf der Gencralversammsung zu Nürnberg 1373 soll-Jork Politik ge- trieben haben, indem er einen Vortrag über Normal-ArbeitStag gehalten hat und noch mehr solche Ungeheuerlichkeiten, und dafür muß ein Erempel statuirt werden, damit die Gewerkschaften mit Furcht und Schrecken erfüllt werden. Das Strafmaß war folgendes: Die sofortige Schließung der Gewerkschaft, 66 Mari, event. 6 Tage Gefängniß sür den Bevollmächtigten, 20 Mark, eventuell 2 Tage Gefängniß für den Kassirer, und die Gesammtkosten. G. Lemke. Frankfurt a. M., 30. Sept.(Haftantritt.) Heute hat Par- teifreund Fleischmann eine 14tägige Haft angetreten. Lübeck, 26. Sept.(Sedanstag und Arbeiler-Verbrüde- rungssest.) Der heilige St. Sedanstag ist über alles Erwarten trübe ausgefallen, obgleich schon sechs Wochen vorher in allen hiesigen. Zeitungen aufgefordert wurde, daß alle Korporationen und Vereine sich an den Fest- und Fackelzügen betheiligen möchten. Aber auch hier zeigte es sich wieder, daß das Volk im Allgemeinen von den Spielen der Mordspatrioten nichts wissen will. Denn als ich mit noch einigen Parteigenossen hinging, um den Fackelzug anzusehen, fanden wir, daß von den Korporationen gar kein Mann erschienen war: nur ungefähr 30 Mann aus dem Kriegerverein, 16 bis 20 Mann aus dem Turner- verein und ungefähr 100 Schüler der höheren Schulen und 25 Be- trunkene. Zum Schluß schlugen sich die würdigen Fackelträger die Fackeln gegenseitig um die Ohren. Uebcrhaupt will ich noch bemerken, daß allein 67 Fälle bekannt geworden, wo Prügeleien u. s. w. stattge- funden haben. Gewiß, eine würdige Feier!— Doch nun zum Ver- brüderungsfeste der Arbeiter. Wie auch schon mitgetheilt, wollten wir am 12. September das Fest, verbunden mit einem Festzuge durch die Stadt, abhalten. Doch hier zeigte es sich wieder, daß der Mensch denkt und die Polizei lenkt. Denn als Herr Schuhmacher Stessen sich die Crlaubniß dazu von der Polizei einholen wollte, wurde ihm der Bescheid zu Theil, daß wir durchaus keinen Grund hätten, ein solches Fest zu feiern und die Polizei mit der höchsten Strafe die Leiter eines mechanischen zur geistigen Thätigkeit, insofern die Maschine selbst ein Werk ver letzteren ist. Verschweigen darf jedoch der Kultur- forscher nicht die socialen Wirkungen der Maschine, welche den klaren Beweis liefern, daß der allgemeine Kulturgewinn sich stets nur auf Kosten eines Bruchtheiles der Menschheit vollzieht. Die Nothwendigkeit des menschlichen Elends wird vielleicht durch die an die Maschine anknüpfende sociale Bewegung am schneidendsten illustrirt., Die erste Wirkung war das Zusainmenströmen der Arbeits- kräfte an den Standort der Maschine, zunächst in die großen Städte, welche auf Kosten des flachen Landes unverhältnißmäßig anschwollen. Die durch solche Verdichtung rapid gestiegene Nach- frage rief naturnothwendig eine allgemeine Vertheuerung der Lebensmittel, das heißt eine Verschärfung der Noth hervor, welche die wohlthäiigen, auf Verbilligung der Kunstprodukte ab- zielenden Wirkungen der Maschine wieder aufhebt. Das Leben in den Großstädten ist zudem mit einer Reihe sanitärer Nach- theile verbunden, welche das Entstehen wüthender Epidemien be- günstigen und auch ohne dies die Lebensdauer der Bewohner in den ärmeren Stadttheilen verkürzen. Was einst Aberglaube, Inquisition, Hexenprozesse, Kirche, Fürstenlaunen und Kabinetskricge an Opfern von Menschenleben erheischten, verlangt heute ebenso gebieterisch, nur in stärkerem Maße, in größerer Zahl die moderne, liberale Civilisation, wenn auch aus anderen Gründen. Die Thatsache bleibt indeß die nämliche. Mangel an Luft und Raum, an gesundem Trink- wasser, an genügender und zweckentsprechender Kleidung raffen, von den Epidemien ganz abgesehen, lautlos Tausende dahin. Endlich untergraben sehr viele Industriezweige an sich die Ge- sundheit deS Arbeiters und gönnen ihm nur ein kurzes Leben. Die Fabrikation der Zündhölzchen führt zahlreiche Phosphorver- giftungen herbei; die furchtbare Krankheit der Phosphornecrose ist ein direktes Resultat der Kultur; sie konnte vor Entdeckung und Anwendung des Phosphor nicht existiren. In den Queck- silbcrbergwerken leiden die Arbeiter unter den Merkurialvergif- tungen. Die Glasindustrie ist nicht minder verderblich; in Koh- lengruben fallen Hunderte alljährlich den schlagenden Wettern zum Opfer. Auf den Guano-Jnseln sterben die mit der Aus- beutung dieses in Europa durch die mit der Kultur verbundenen Bodenerschöpfung unentbehrlich gewordenen Düngmittels bcschäf- tigten Kulis'wie Fliegen. Dennoch will und kann die wachsende Gesittung alle diese Produkte nimmer entbehren; erbarmungslos Hngen Fest�lqcö belegen würde. Wir iahen in goige ve�en Dum iiuge ab. Ein solches Fest, wie wir es feierte», war aber in den Hern von flübeck noch nicht abgehalten iDvrden. ES hatten sich wohl slOOO Personen eingefunden. Unser sonst geräumiges Versamm- zslokal war überfüllt. Der Saal war schön delorirt und mit r!e- rschaftsfahnen geschmückt. Der Garten war illuminirt. Außerdem ten sich auch die Hamburger Zimmerer mit einer rothen Fahne ve- ligt. Die Festrede hielt Herr Otto aus Ottensen und wurde die- e mit Begeisterung aufgenommen. Desgleichen, als Herr Schröder forderte, mit ihm einzustimmen in ein dreimaliges Hoch aus die se Fahne, als die Fahne der Bruderliebe, erscholl ein lOOOstimmigtS h aus Saal und Garten. Hierauf wechselten Tanz, Gesang, Feuer- !k, Vorträge u. s. w. nacheinander ab. Das Fest verlief in der sisten Weise.®- Gclcnnu im{ochs. Erzgebirge. 24. Septbr.(Volksversainm- tg.) Montag, den S. Sept., war es uns gegönnt, nach 2>/,lahriger Pse, die erste Volksversammlung wieder abhalten zu können. Leider sttc dieselbe, da die hiesigen Gastwirthe von gewisser Seite stark inftußt werden und uns keinen Saal zur Verfügung stellen, in der lern Gaststube in Lorenz' Gaschaus abgehalten werden,>0 auch das tre daselbst befindliche etwas geräumigere Lokal für diesen Abend i dein hiesigen Mililärverein, welcher sonst seine Zusammenkünste in sein Lokale blos Sonntags abhält, besetzt worden war. Deswegen r auch das Kastzimmer nebst den Nebenzimmern zum Erdrücken voll, ch Küche und Hausflur waren derart besetzt, daß Viele wieder um- ren mußten, Es referirte Herr Wiemer aus Chemnitz über„Was Ii die Socicü-Demokratie?" mit großer Gewandtheit, wobei ihm die Sammlung, in welcher auch die Gegner zahlreich erschienen waren, ! sich aber diesmal, mit Ausnahme zweier oder dreier Angetrunkener, »lich anständig verhielten, die größte Aufmerksamkeit spendete und Schlüsse mit allseitigem Beifall belohnte. Leider mußte wegen der ch die Menschenmasse in diesem engen Räume verursachten schlechten t der zweite Punkt der Tagesordnung:„Der Milliardensegcn in »tschland", unerledigt bleiben, indem es dem Redner erschwert rde, noch weiter zu sprechen und wurde deshalb die Versammlung chloflcn. Es entfernten sich hierauf die Anwesenden mit dem Wunsche, sd wieder etwa? zu hören. Die Versammlung hat einen guten Ein- Jtk hinterlassen. A. Reuter. Frankfurt a. O., 1. Oktbr.(Situations-Bericht.) Sonn- nd. Sb. Sept., fand hier im Saale des Volksgartens eine öffentliche cheiter-Versammlung statt, in der Parteisteund Meschke aus Berlin prirte. Derselbe sprach über die Nothwcndigkeit der socialistischen ganisation und erntete allseitigen Beifall. An der Debatte bethei- ten sich die Parteifreunde Fleischer, Blaudow und ebenfalls Herr schke. Nach Schluß der Versammlung trat der Polizei-Jnspettor zum erenten und stagte nach Namen, Stand und Wohnung, worüber ihm iskunft ertheilt wurde. Darauf wurde beim Ausgang die Marseillaise "gen und währenddeffen die hintersten Gasflammen ausgelöscht. Da der Inspektor seh, fragte er Blaudow, warum dies geschehe. Die ivort war natürlich einfach, weil das Brennen der Flammen uns er Geld koste und die Versammlung geschloffen wäre. Doch damit h nicht zustieden, sagte der Polizei-Jnspektor, ich schließe die Ber- mlung und fordere sämmtliche Anwesende auf, das Lokal zu ver- en. Ueberhaupt, fuhr er fort, gehört sich das Eingen nach der Ver- »mlung nicht— Am andern Morgen in aller Frühe kommt ein 'iizeikommissarius zu Meschke und fragt nochmals nach seinen Perso- »ien und erklärte Meschke wegen ungenügender Personal-Akten für rhaftet. Sollten vielleicht Berliner Parteigenossen Meschke's Wohnung ssen, so bitte ich sie, sich hin zu bemühen und wo möglich unS die Ipiere zu übermitteln, damit wir sie der Polizei einhändigen können, i», Parteigenossen Frankfurts, Ihr seht, wie man uns entgegentritt. "um auf! organisirt Euch und sorgt für die weiteste Verbreitung der »rtei-Organe„Neuer Social-Demokrat" und„Volksstaat". 1 NB. Die Leser des„Neuen Social- Demokrat" oder„Volksstaat" . Franksurt-Lebuser Wahlkreise werden in Agitations-Angelegenheiten t ihre Adresse gebeten, C. Lehmann, gr. Fruchtstr. 11» Dammvorstadt. � Lübeck, 17. Sept.{Tischler- sSchreiner-s Verein.) jAm hingen Tage hatten wir eine General-Bcrsaminlung sämmtlicher Tisch- : Lübecks einberufen, worin Herr Weideinann aus Hamburg anwesend tr, mit der Tagesordnung:„Der Centralverein der Arbeitgeber ge- »über dem allgemeinen Tischler-{Schreiner-) Verein und der Osna- ücker Strike". Bei der Bureauwahl wurden gewählt als erster Vor- tcnder Herr Rönnicke, als zweiter Vorsitzender Herr Karpe und als hriftführer Unterzeichneter. Herr Weidemann reserirte zunächst über » ersten Theil, ivobei er besonders die Bestrebungen der Meister, wie ise in dem Statut der vereinigten Meister zu erkennen sind, uns ir auseinanderlegte. Redner erledigte den ersten Theil zur größten .friedenheit der Anwesenden, konnte jedoch de» zweiten. Theil nicht irtern, da auch hier die Polizei es für gefährlich hielt, eine rein ge- ! rkschaftliche Versammlung nach lO'/, Uhr noch tagen zu lassen. Herr eidemann referirte nun Tags darauf in einer öffentlichen stark be- hten Mitglieder-Versammlung über den zweiten Theil der Tagesord- tng. wobei die Versammlung durch Annahme der folgenden Resolution h mit dem Referate des Redners vollständig einverstanden erklärte: t>e heutige Versammlung der Tischler erklärt sich mit dem Referate zp Herr» Weidemann vollständig einverstanden und verspricht, mit weitet sie über die Leichen ihrer Opfer hinweg, und es wäre herlich interessant, die Zahl derselben zu berechnen und mit jenen s strieges in einem gleichen Zeiträume zu vergleichen. Es bchte sich dann leicht ergeben, daß die Zahl dieser unbcklagten, Ilen, aber stetigen Opfer der Industrie jene der kriegerischen �uncn der Menschheit um Vieles überwiegt. 1 Steine Maschine konnte ferner in den Kreis des Alltags- Pens eingeführt werden, ohne alle Jene dem Elende und Unter- Mge zu weihen, deren Handarbeit die Dienste der nunmehr üeinfachenden Maschine verrichtete. Diese leistete, was früher »va 10—-20 Menschen geleistet, die dabei ihr Brot fanden. Zu Eer Bedienung erforderte sie davon vielleicht 1— 2, die Anderen, t sich nicht plötzlich einem fremden, unerlernten Handwerke zu- enden konnten, gingen beschäftigungslos zu Grunde. So knüpfen an das Walten der Maschine zwei wichtige altur- Phänome an: der Pauperismus und die Prostitution. ater milderen Formen hatten beide ftüher bestanden, in ihrer utigcn Verschärfung niemals. Beide schreiten gegenwärtig»nt "ander Hand in Hand. In früheren Zeiten lernten wir reli- ose Verirrungen, seltsame Begriffe der Gastfreundschaft und absucht als Ursachen der Prostitution kennen; jetzt diktirt sie e Roth. Die auffallende Vermehrung der Selbstmorde in der Gegen- jart, wie in den Tagen des alten Rom mit dem Wachsen des Atheismus und dem Sinken der Volksretigion schritt haltend, t ein zuverlässiges Zeichen der Zeit, des herrschenden socialen lendes. In unverkennbarem Zusammenhange sieht damit die "lüge Prostitution des männlichen Geschlechtes, die ihre Ge- lnken in der Gestalt ihrer Feder dem Meistbietenden verkauft id das wichtigste Aufklärungsinitiel, die Presse, mit geringer üenwerther Ausnahme, zu einem feilen Werkzeuge der Partei- idenschaft, der Demoralisation, kurz, der Volksverdummung, ! � Gegentheil verkehrt hat. -t-ie mechanischen Verrichtungen der Maschine legen aller- Ggs ihrem Leiter eine höhere Denkpsiicht auf, spornen aber icht zum Ueberschreiten des nothwendigen Maßes an, halt,.» lclmchr von sonstiger Denlarbeit ab. ...So ist die Wirkung der Maschine auf d,e Arbeiter eine Ising zurückhaltende, deprimirende. Der Fabrikarbeiter wird, bwohl geistiger Leiter der Maschine, durch die Maschine geradezu üs der Reihe der kopfarbeitenden Klassen ausgestoßen, zu Mechanischem Denken gezwungen. Die Folge davon ist, daß VUiii�.ncruft___ dem Allg. Tischler- Schreiner-) Verein beitreten. I. A.: Hermann Grießer. Aus der Wahlaqitatio» im ersten württembergischen Reichötngswahlkreise. Ein humaner Werkführer alia.» Socialistenfresser. Am Tage der Wahl waren viele Arbeiter thätig, das Arbeiter- wahlcomitö bei der Agitation zu unterstützen. Aus der Hallbergerschen Buchbinderei hatten sich sechs Mann dem Comitö zur Verfügung ge- stellt. Drei von ihnen, bewährte alte Parteigenossen, die Herren Carl Wentzlow, Unterlercher und Reinisch suchten Tags vorher um Urlaub nach, welcher ihnen aber vom Wcrksührer Schwabe verweigert wurde. Derselbe fuhr sie folgendermaßen an:„Sie wollen wohl die Agitatoren spielen?— Sie sind wohl auch Diejenige» gewesen, welche für das Arbeiter-Wahlcomitö Geld in der Fabrik gesammelt haben?"— Natür- lich wurde dies von den Betreffenden ungenirt bejaht, und sie thaten am Tage der Wahl, den 23. September, ohne Urlaub erhalten zu haben, ihre Schuldigkeit an den Wahllokalen zc. jc.— Samstag, den 25. September, wurden die drei oben genannten Parteigenossen, nach- dem dieselben zwei Tage unbeanstandet weiter gearbeitet hatten, plötz- lich entlaffen. Auf die Frage der Beireffenden, wie dies zuginge, ant- wartete der Werkführer Schwabe:„Wenn Ihnen das nicht gefällt oder Sie glauben, daß Ihnen zu viel geschieht, so können Sie mich ver- klagen!"— Die anderen drei Parteigenossen, welche um keinen Ur> laub nachgesucht hatten, durften indessen unbeanstandet weiter arbeiten. Auf die Frage, wie dies zugehe, erklärte der gute Manu:„Ja, warum haben Sie mich erst gefragt, ob Sie Urlaub bekämen? Hätten Sie ei nicht gethan, könnten Sie auch weiter arbeiten." Die also Gemäß- regelten verlangten auf Grund der Gewerbeordnung Istägige Kündi- gung oder den Lohn dafür. Als ihnen dies verweigert wurde, machten dieselben kurzen Prozeß und verklagten den großen Mann beim hiesigen Ortsgericht. Ein Advokat stand ihnen als Rechtsbeistand zur Seite, und das Resultat war seine Verurtheilung. Die Kläger haben am selbigen Tage noch ihren Lohn erhalten, müssen aber, da sie hier keine Arbeit mehr bekommen, abreisen.— Gerüchtweise will nun der also verun- glückte Socialistenfresser eine Fabrikordnung einführen, laut weicher jeder Arbeiter, welcher einen Tag bei der Arbeit versäumt, mit schwerer Geldstrafe und Entlassung bedroht wird.' Die Betreffenden, welchen es also ergangen, ersuchen ihre auswärtigen Kollegen, von dieser An- gclegenheit Notiz zu nehmen. Außerdem ersuchen wir alle Arbeiter- blätter um Aufnahme dieses Artikels. Ueber den musterhasten Mielhs- vertrag in den Arbeiterwohnungen{Cottage) des Herrn Commerzien- raths Hallberger, sowie der moralischen Wirthschast in seinem Etabliffe- ment wertzen wir das nächste Mal berichten.— l. Laien- Evangelium. (Von Friedrich Sollet.) (Fortsetzung.) Jesus und Nikodemus. Ein Mensch, mit Namen Nikodemus, war, Gehörend zu der Pharisäer Bunde, Bei'm Judenvolk ein Oberster sogar. Der schlich zu Jesu sich bei nächt'ger Stunde. Und sprach, als er die Thür verriegelt leis, Und rings gehorcht auf jeder Katze Schleichen: „Von Gott ein Lehrer bist du, Herr, ich weiß, Denn ohne Gott thut Niemand solche Zeichen. So sind sie, die, den Mantel nach dem Wind, Mit Keinem es verderben ganz und halten, Zwar nach dein Neuen, Bess'ren lüstern sind, Doch gern gefahrlos ruh'n im Schutz des Alten. Ihr lauscht dem Fortschritt scheu, mit leisem Ohr, Feind lächelnd:„Wir verstehen, wir verstehen!" Und laßt, geduckt, was euch die Macht schreibt vor, Und was der Pfast sagt, über euch ergehen.. Das, Jesus, ist der Milde vollstes Maß, Daß du geduldet selbst die Halben, Flauen. Gottlose werden Fromme; doch geschah's, Daß je ein Schlichter ward aus einem Schlauen? Ich weiß es nicht. Doch du, der tief erkannt Der Menschen Innerstes, hast drauf gebauct, Daß, wer sich, schielend, schräg zum Licht gewandt, Wohl einst noch keck mit vollem Aug' es schauet. So laß uns, folgend deiner Zuversicht, Im Kriecher, Schleicher noch den Menschen ehren, Und selbst dem niedrigsten und feigsten Wicht Darbieten muthigsle und höchste Lehren. Und wenn er auch, wie Nikodemus that, Was himmlisch, immer irvisch übersetzte: Nehm' er den Kern umhülset hin! Es naht Die Stunde, da abspringt der Schalen letzte. in europäischen Ländern ein bedeutender Unterschied in der Gchirnbildnng zwischen Hand- und kopfarbeitcnden Klaffen ob- waltet, völlig zum Rachtheilc der ersteren. Die Maschine legt demnach den Grund zu einer physiologischen Erscheinung, welcher sich kraft des Gesetzes der Vererbung die Nachkommen der Ar- beiterklasse nicht mehr entziehen können und führt zu immer schärferer geistiger Differenzirung der Menschen, deren Gleichheit eines der beliebten Schlagivorte der angeblichen Aufklärung ist. Dieser geistige Druck im Vereine mit dem Pauperismus stempelt den Fabrikarbeiter in Wahrheit zum„weißen Sclaven" und hat die heutige Form der„socialen Frage" geboren. Dem Kultur- forscher, der den natürlichen Lauf der Dinge erfaßt, kann nicht entgehen, daß thatsachlich der Arbeiter der Gegenwart trotz der ihm gewordenen politischen Befreiung, die ihm aber den Hunger nicht stillt, die Rolle des Sclaven vergangener Epochen versieht. Die Maschine, mehr als alle Philantropie, hat die Sclaverci und Leibeigenschaft beseitigt, aber nur lim Sclaverci anderer Art an deren Stelle zu setzen. Sie hat den„vierten Stand" erzeugt. Den Anstrengungen des vierten Standes, den Fesseln, worin der heutige Kulturstand der Gesellschaft ihn schmiedet, sich zu ent- winden, wohnt die tiefste Berechtigung inne, eben sowie seinerzeit den Kämpfen um die Volksrechte gegen die Fürstenmacht. Je tiefer dieser Kampf in die gesellschaftlichen Schichten hinabsteigt, desto heftiger sein Wüthen. Schrecklicher als der Racenkrieg ist Klassenkrieg. Auf die mancherlei Mittel, womit schon die Gegen- wart diesen Krieg einleitet, kann ich hier, wo ich in großen Strichen zeichne, nicht eingehen; das wichtigste darunter, die Afsociation, in den planmäßigen Strikes den Arbeitern eine mächtige Waffe, scheint nunmehr, wie die neuesten Vorgänge in England beweisen, wo das einmüthige Zusammenstehen der Fa- brikbesitzer ansehnliche Lohnherabsetzungcn erzwang, in den Händen des Kapitals von noch größerer Wucht zu werden. Das Recht deS Stärkeren entscheidet, wie immer, auch in diesem Existenz- kämpfe. Die Socialdcmokratie, in den kultivirteren Fabriks- Distrikten an Bestand sichtbar gewinnend, ficht auf ihre Weise uuo mit dem nämlichen Rechte wie die Monarchisten, Republi- kaner oder Demokraten. Ihr Sieg tvürde voraussichtiich die Grundvesten der jetzigen Gesittung erschüttern, ja diese selbst in Frage stellen, wird aber, wenil jene errungen, wieder nur ein Triumph des alten Satzes: Gewalt goht vor Recht, und zugleich ein natürliches, logisches Ergebniß des bisherigen Entwicklungs- ganges sein. Und es ist ein verderblicher Wahn, zu glauben, dieser Wahrlich, wer nicht von Neuem wird geboren, Kann das Reich Gottes nimmermehr erschauen.— Wie du da bist, mit Händen, Augen, Ohren, Hüllt Todesschweigen dich und Dämmergrauen., Ob du auch schonend pflegst die Blikc' am Zweige, Erkennend, daß die Frucht dich laben werde, Ob, sorgsam, du um Korn und Wein und Feige Mit saurer Arbeit gräbst und düngst die Erde— Ob du auch in den schwellenden Gestalten Der Welt erschau'st verständige Bezirkung, Ein unvergänglich, regelrechtes Walten Im Wechselspiel von Ürsach und von Wirkung— Ja! magst du auS de» Uhrwerks Gange schließen Auf eines einsichtsvollen Meisters Hände, Dich vor dem Gütigen in Dank ergießen, Der dich versorgt mit jeder Lebensspende— Doch wirst du Fleisch, vom Fleisch geboren, bleiben, Und fleischlich ist dein Denken und Begehren. Für dich zur Holzung siehst du Wälder treiben, Für dich zum Schmause reifen Obst und Nehren. Du selbst bist eine Denk- und<ß-kRaschine, Gemacht, die Welt verständig zu genieße», Und hinter ihr steckt mit besorgter Miene Ein Greis, und hilft dir, deine Flur begießen. So bist du wahrlich nicht in Gottes Reiche! Du klebest, selber Stoff, am Stoff, dem schweren. Auf denn! Daß die Verdunkelung entweiche, Mußt du dich, aus dem Geiste, neu gebären. Wie einst die Eündflut, wühlend wild und wilder, Hinweggeschwcmmt die Welt, die argverderbte, So wcrd' aus dir der Wust der Schattenbilder Gefeget, der vom Fleisch dir angeerbte. Die Tiefe deck' ein flutendes Vergessen, Des Nichts Abgrund muß in dir, dräuend, klaffen, Daß sich, vereinsamt, mag dein Geist vermessen, Sich, Welt und Gott neu aus sich selbst zu schaffen. Da weht ein mnthig frisches Schöpfungswehen! Du siehst, verklärt zu lebenden Gedanken, Die Weltenbilder alle neu erstehen, Die erst, als Leichen, in den Abgrund sanken. Ein Baum schießt auf, d'ran schwankt der Sterne Reigen Als gold'ne Früchte, helle Blüthenkerzen, Von Worten Gottes weht es in den Zweigen, Und Wurzel schlägt der Baum in deinem Herzen. Die Welt ist nicht ein Garten, dir zur Nahrung, (So hörst du droben gold'ne Vögel schmettern) Sie ist des Geistes ew'ge Offenbarung, Daß Gott sich kund' im Säuseln und in Wettern. Schau Gottes Reich! in geistigem Gestalten Zeugt es sich eivig fort, so stark, wie milde. Du auch, im Geiste, sollst dich fortentfalten Und offenbaren, rein, nach Gottes Bilde. Die Raupe, die das nächste Blatt nur schaute, Und lebte, dumpf, in gierigem Verzehren, Umspann sich, bis sie TodeSnacht umgraute, Als Schmetterling sich wieder zu gebären. Der fliegt, getränkt von gold'ne» Himmelslüften, Von Kelch zu Kelch, wo tausend Blüthen prunken. So fliege du, geboren neu aus Grüften, Von Stern zu Stern, vom Lichte Gottes trunken!. Befähigung zum Himmel. „Und Niemand fährt gen Himmel, denn der nieder Vom Himmel kam, nämlich deS Menschen Sohn, Der da im Himmel ist."— Wie kann denn wieder Zum Himmel geh'n, der in ihm weilet schon? Und sind wir Alle, Christum ausgenommen, Vom Himmel, wie dies Wort bezeugt, verbannt?— Da habt ihr es, ihr eigensinnig Frommen, Die ihr euch haltet an den Wortverstand! Wollt in Buchstaben ihr den Geist versenken, Umgarnt euch.tausendfält'ger Widerspruch. Es hilft euch nichts, ihr müßt schon selber denken, Wollt ihr von Unsinn rein das heil'ge Buch. Ihr seht Gedanken in die Schrift mich weben, Geburten der Vernunft, des Teufellichts, Prozeß, der aus den bisherigen historisch gcniordenen Zuständen naturgesetzmäßig hervorgeht, könne durch irgend welche menschliche Institutionen in seinem Verlaufe aufgehalten werden. Weder Rcpressiv-Maßregcln, noch auch' die fortschreitende Entwicklung der Frciheitsidee und deren Verwirklichung im staatlichen, socialen und praktischen Leben vermögen jemals das Elend zu bannen, welches einen Bestandtheil jeder CivilisationSphase biloet.„Die meisten Menschen verlangen von den Dingen entgegengesetzte und unvereinbare Wirkungen, sie wollen, daß der Stein, der ihre Bauten festigt, aufhöre, fest zu sein, wenn er ihnen auf den Kopf fällt." Sie wollen die Bortheile, nicht aber die Nachtheile der Eivilisation. Jede Eivilisation leidet nun an solchen Ge- brechen, daß, wie wir wissen, dieselbe die Summe des Wohlseins der Menschen nicht zu steigern vermag. Eine genauere Forschung ergiebt jedoch, daß alle sogenannten„Gebrechen" integrirende Elemente des jeweiligen Kultur-Stadiums sind. Mehl wird nur gewonnen, wenn Korn zwischen zwei Mühlsteinen zerrieben wird; wer die treibenden Kräfte sind, ist am Ende gleichgültig. Keine Gesetze und Einrichtungen der Welt können verhindern, daß in der menschlichen Gesellschaft nicht dem einen Theile die Rolle der Mühlsteine, dem anderen jene des Korns zufalle. Freilich ver- schließt man davor nur allzu gerne die Augen und der Russe Nicolas Gogol spricht eine bittere, aber tiefe Wahrheit aus, welche die heutige Stulturentwicklung charaktcrisirt, wenn er sagt:„Das XIX. Jahrhundert verdient den Namen des Jahrhunderts der Humanität. Denn jedem alten Schandfleck der Menschheit hat es ein neues, edel glitzerndes, vertuschendes Mäntelchen umge- hängt. Wen kümmert's, daß der alte Schandfleck darunter er- »euert und vergrößert fortbesteht? Man sieht ihn ja nicht!" Und weil man ihn nicht sieht, meinen Viele, er sei auch nicht mehr vorhanden. Die Zukunft ist von dem Programme dieser Blätter ausgeschlossen, nur so viel darf der Kulturforscher als unerschütterliche Thatsache verkünden: wie immer die Lösung der sociasen Frage ausfallen möge, das menschliche Elend und die Sclaverci werden nimmer aus der Welt geschafft. Die Wen- scheu wechseln die Plätze, an Stelle der alten Dulder treten neue, die Form wird eine andere, das Wesen bleibt. z D'ran die Apostel nie gedacht im Leben, Die schlichte Männer waren, weiter nichts. Doch, wenn ihr der Gedanken euch begebet, Bleibt nichts zurück, als Lug und Aberwitz, Derweil durch sie das Ganze geistig lebet Und trifft und zündet mit der Wahrheit Blitz. Nicht also läßt sich abthun ein Johannes, Daß man ihn unS znm schlichten Manne macht. Tie tiefen Worte lest des schlichten ManneS! Mich dünkt: er hat mitunter auch gedacht. Und wenn Gott selbst(so wollt ihr's ja, ihr Frommen!) Ihm seine Schrift diktirt, unmittelbar— So hat Gott selbst die Formen angenommen, Die, denkend, unser Geist auS sich gebar. Wenn so zusammenschließen sich und zünden Der Geist in uns und Gottes ew'ger Geist, So müssen wir, die Bibel zu ergründen. Zuletzt doch dai thun, was man: denken heißt. So mögt ihr den Apostel denn verachten, Dem ihr Gedankentiefe nimmer gönnt. Doch ich will jetzt nach meiner Art betrachten Den Räthselspruch, den ihr nicht lösen könnt.— Der Himmel— ahnungsvolles Wort! Was heißt es? Ist'S für Berstorb'ne ein vergnügungSort? O nein! Gr ist das Reich des reinen Geistes, Der Hüll' und Erdenschein geworfen fort. Der Geist, der seiner Wahrheit nach entfaltet Sich hat und aus dem Stoffe sich befreit, Der, eins mit ihm, in Gotte webt und waltet Ist, hier wie dort, im Himmel allezeit. Doch war von Anbeginn auS Gott entsprungen Der Geist, der sich in Gotte wiederfand. Die Himmelsleiter der Erinnerungen Führt ihn zurück nur in fein Heimathlanb. Berworrner Endlichkeiten Traumgewimmel Laßt er zurück, sie sind sein Wesen nicht. So heißt eS recht: Es fährt nur der gen Himmel, Der dorther kam. In'» Licht dringt nur das Licht. Doch zu des Geistes Wabrheit sich gereinigt Hat nur des Menschen Sohn, hat Christus nur. Nur wer mit ihm sich innerlich vereinigt, Ward für den Himmel reife Gottnatur. In dir kann Christus nur gen Himmel fahren, Den du erhobst auf Deines Busens Thron, Und was zu Gott aufsteigt in frommen Lchaaren, Ist ewig nur der eine Menschensohn. Der wahre Mensch nur weiß den Pfad zu wandern. Der wahre Mensch ist Geist, der sich erkennt. Da ist nicht Einer etwa gleich dem Andern, Nein! Alle sind nur Einer, ungetrennt. Die aber so zum wahren Menschen worden, Sind allezeit, schon hier, im Himmelreich; Auf Erden walten sie, ein stiller Orden, Als eine Kraft, dem Reiche GotteS gleich. Wenn sie aus wirrer Erdentage Reihe In sich zurücknimmt dann das eine Wort, Dann finden sie sich, nnerstaunt, als Freie Nur an deckt rechten, längstgekanntcn Ort. (Fortsetzung folgt.) Der arme Conrad. (Fortsetzung.) „Ulrich ritt eilig nach Stuttgart und hinterließ oder schickte den Befehl an Stadt und Amt, ihren Entschluß, ob sie den ver- lesenen Vertrag annehmen wollen oder nicht, ihm in die Residenz wissen zu lassen; er wolle ihnen drei bis vier Tage Bedenkzeit geben. Die Verschworenen, im Gefühl, daß sie nach dem, was geschehen war, nicht mehr zurück können, gingen nun rasch vor- wiirts. Sie kannten den Herzog zu gut, als daß sie nicht gewußt hätten, daß er die Bedenkzeit zu nichts Anderem gebrauchen würde, als um eine bewaffnete Macht zusammen zu ziehen und über sie zu kommen. Als einige der thätigsten Volksmänner treten jetzt, neben Caspar Prcgizer und seinem Bruder Georg, WagenhanS, dessen Sohn Bernhard, in der Stadt auf. Die he)- tigsten Umtriebe fanden von beiden Parteien statt, deren eine, die zahlreichere, den Vertrag annehmen, die andere die Fahne des AufstandeS fliegen lassen wollte. Um das Amt für sich zu ge- winnen, schlug die erste Partei vor, jeder Flecken solle besonders in die Stadt kommen, um seine Meinung wegen des Vertrags abzugeben, wodurch sie Raum zur Bearbeitung der Einzelnen in ihrem Sinne und die Stimmenmehrheit zu gewinnen hofften. Die Partei der Rebellion dagegen rief den armen Conrad des Thals in die Stadt. Haufen von Bauern drangen herein, be- setzten alle wichtigen Posten, vereinigten sich mit der Partei in der Stadt, halfen dieser die Beamten, Gericht und Rath ihrer Aemter entsetzen, und zogen dann'wieder zu ihrem Herd, nach- dem sie noch eine starke Besatzung aus ihrer Mitte in der Stadt zurückgelassen. Zugleich war beschlossen worden, jeder Flecken solle je nach seiner Größe vier bis acht Insassen als Bevollmäch- tigte nach Schorndorf schicken, und was diese handeln würden, dabei solle eS bleiben. Auch sollen die Baucrschaft und die Bür- gerschaft jede zwei Hauptleute wählen. Der Vogt und die her- zoglich Gesinnten gingen darauf ein. So verstrichen drei Tage der Bedenkzeit. Am vierten Tage traten die erwählten Haupt- leute und die Bevollmächtigten von Stadt und Amt auf dem Rathhaus zu Schorndorf zusammen." Rqch kurzer Berathung beschloß man auszuziehen. Voran wurde das Fähnlein des armen Conrad getragen. „So zogen sie mit kriegerischem Spiel, gegen sechshundert Mann, von der Stadt hinweg, das RemSthal hinab. Sie waren eben am Flusse der herrlichen Rebenhügel von Geradstetten, an- derthalb Stunden von Schorndorf, angekommen, und hatten wie schon in Winterbach und Hebsack, die Angeschenen und chen genöthigt, selbst mitzuziehen oder ihre Knechte herzugeben, als der herzogliche Haushofmeister Conrad von Nippenburg mit Reisigen, Hans von GaiSberg und einige Abgeordnete der Land- schaft, die seit einigen Tagen zu Waiblingen lagen, um den Gang der Dinge zu beobachten, ihnen entgegen traten. ES war am Abend des L3. Juli. Diese erboten sich im Namen deS Herzogs, gütlich mit ihnen zu unterhandeln. Die Bauern aber hörten, da sie sich zu verstärken eilten, darauf nicht, sondern gaben die kurze Antwort: Heute Nacht werden sie zu Grunbach lagern; wer dann zu ihnen kommen wolle, werde sie da finden. „Sie scheinen besorgt zu haben, daß man sie hier durch Unter- Handlungen hinhalten wolle, um sie in der Sorglosigkeit mit KriegSvolk zu überfallen; daher die ausweichende und zugleich täuschende Antwort. Denn statt in Grunbach zu lagern, änderten sie ihre Route, verließen die Landstraße und wandten sich links in einen Seitenweg. „In dieses Seitenthal des RemZthals, auf dessen östlicher Wand sich die herrlichsten Weinhügel erheben, zog der Bauernhaufe hinein und nahm sein Lager auf dem Kappclbcrg. „Noch in der Nacht und am andern Morgen schloffen Schaa- reu von Bauern auS andern Aemtern denen auf dem Kappelberge sich an. Hans von Gaisbcrg mußte schon am L4. Juli an den Herzog berichten, eS seien jetzt mehr als fünfzehnhundert Bauern aus dem Berge, ein wildes Volk, welches noch immer keine Ant- wort gebe. Die Aemter, aus deireia sich die ersten Zuzüge sam- melten, waren zum Theil 4 bis 6 Stunden von dein Kappelberg entlegeii, wie Marbach und Backnang; es müssen in diesen Leute gewesen sein, welche auf einen solchen Schritt vorbereitet und auf diesen Tag signalisirt waren. Selbst aus Schorndorf tarne: noch Viele aus den Berg nachgezogen.„Wir wollen, rief Hanl Hummel unter dem Thore, einmal die großen Köpfe stechen, dal ihnen die Kutteln an die Erde müssen fallen." (Fortsetzung folgt.) Folgende Herren werden ersucht, bei uns vorzusprechen, u» das Satut zu unterschreiben: Jacob Winkler, August Marschner, G. Stoeßel, W. Palm, Ernst Bäulich, Wilhelm Stengert. Allgemeine deutsche AssociationS-Buchdruckerei zu Berlin. (Eingetragene Genossenschaft.) Der Vorstand: I. A.: H. Rackow. Zur Beachtung. Da in Folge des Umzugs selbstverständlich einig« Störungen eingetreten, so ersuchen wir die Besteller voitz Broschüren, sowie überhaupt unsere Parteigenossen bei etwa eintretenden Verzögerungen uin Rücksicht. Die Expedition des„Neuen Social-Demokrnt". i Ju Partci-Angclrgenheitcn sind wir täglich— � mit Ausnahme des Sonntags— von 10— 11 Uhrf Morgens im Geschäftslokale der Allgemeinen deut-i schcn Associations- Buchdruckerei, Kaiser Franz-! Grenadierplatz 8, 2 Treppen, zu sprechen. W. Hasselmann. H. Lange. 1 Briefkasten. Vom 1. Oktober wohne ich Gr. Frankfurtcrstr. 118a. 2 Tr.j A. Heinsch. Meine Adresse ist vom 1. Oktober ab Elsasserstr. S8, Hof links,; 3 Tr. Carl Greifenberg. Barmstedt. Festannonce zu spät eingetroffen. Herrn Kutscher, Ottensen, und allen Denen, welche unS bei de, ReichStagSwahl unterstützt haben, zur Nachricht, daß in ganz kurzer! Zeit die ganze Wahlabrechnung in beiden Partei-Organen vollständii geliefert wird. Knollmann, Hannover. Herr Höppner, Schneider, Berlin, wird um seine Adresse ersucht von Max Stöhr, GerichtSstr. 44, 3 Tr. Herr Klerx in Gießen. Schicke mir so schnell wie möglich 50 Pro-] tokolle und Statuten. C. Leinhos, Altona, Friedrichsstraße 36, I. Daselbst wird die Reise-Unterstützung ausbezahlt. 6. Logt, Schneidergesell, wird ersucht, die bewußte Angelegenheit zu regeln. D. Schiefer. Wandsbeck, Eppendorf, Hamburg(Töpferverein) und Berlin (Schneiderverein). Annoncen fiir die Mittivochsnummer zu spät ein- getroffen.— Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß wir nur solche Annoncen aufnehmen können in die nächste Nummer, die am Montag, Mittwoch und Freitag bis Nachmittags 2 Uhr in unseren Händen sind. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß ich regelmäßig Mittags von 12— l'/e Uhr zu spreche» bin, und Abends, wenn ckeinc Versammlungen sind, nach 7 Uhr. Breul, Kassirer deS Soc. Arb.-Wahlvereins(Berlin).. Koppenstr. 93, 2 Treppen. Die wer in' Vom 1. Oktober an befindet sich unser Geschäftslokal, Redaktion, Erpedition und Buchhandel Berlin SO, Knif er-Frnnz-Grenndier-Plntz Nr. 8a, 1. Hof, 2. Gtnge, worauf wir hierdurch besollders aufmerksam machen. Alle Briese mit Annoncen, Berichten, Bestellungen u. s. w. sind von nun an unter obiger Adresse an uns zu senden.- Die Expedition ist geöffnet von Morgens 8 Uhr bis Abends 7'/- Uhr ununterbrochen. Sonntags von 9—12 Uhr Mittags.— Für Berlin findet die Ausgabe unseres Blattes in der Regel Dienstags, Donnerstags und Sonnabends,-Nachmittags VI* Uhr, statt. Die Expedition des„Neuen Socinl-Demokrat". (UlM'ltlt Sonnabend, 9. Oktober, .-tjUllH. Abends 8 Uhr, auf Tivoli, am Kreutberg, Große Volksversammlung. Referenten: Die Herren Hasselmann und Grottkau. Näheres der Säulenanschlag. (?. 29.) A. Heinsch.(2.40 j Die Svlinabcnd Versammlungen fallen aue>. Sonntag, den 10. Oktober, /-Oltlul. Vorm. 91/, Uhr, bei Vogel, Alexanderstt. 31, Mitglieder- General-Vers ammlung der Akkordträger- und Bauarbeiter- Krankcn-Unterstütznugö-Kassc. T.-O.: Abrechnung vom letzten Quartal. VorstandSwahl. Wichtige Angelegenheiten. (F. 51.) Wilh. Wihmann.[2,40] sD!,*•(*«« Montag, den 11. October, rOtlHU» bei Renz, Naunynstraße 37, Großer Boll der Gewerkschaft der Schutzmacher. Herrenkarten SO, Damenkarten 25 Pf. An der Kasse zahlen Herren 75 Pf. Karten sind bei allen Comitömitgliedern und bei Herrn Marquard, Elisabeth-Ufer 3, zuhaben. Kassenössnung 7, Anfang 8 Uhr. Wir ersuchen sämmtliche Parteigenossen und Kollegen, uns hierbei zu unterstützen. Der Ueberschuh ist für unsere Gemaßregclten bestimmt. DasQoinitd.[2,80] Cöln a. Rh.„Arbeiter-Licdettafel". Den Parteigen, zur Nachricht, daß unsere UebungSstunden regelmäßig jeden Dienstag, Abends 8'/, Uhr, bei Herrn Jonas, Streitzeuggasse Nr. 10a., stattfinden.[1,00] Allgcm. deutsche Associations- Buchdrnckerei zu Berlin. (Eingetragene Genossenschast.) Da in der letzten Generalversammlung die Statuten geändert sind, so machen wir hierdurch darauf aufmerksam, daß Unter- schriften von Neubeitretenden unter die alten Statuten nicht mehr gemacht werden dürfen. Wir machen die Betheiligten mit dem Bemerken darauf aufmerksam, daß in den nächsten Tagen die neuen Statuten ver- sandt werden. (?. 97.)_ Der Vorstand.[3,00] Berlin. Sonntag, den 10. Okt., Vorm. II Uhr, im„Deutschen Kaiser", Lothringerstraße 37, Generalversammlung sämmtlicker Putzer Berlins uud ver Umgegend. T.-O.: Siehe vorige Annoncen. Sämmtliche Putzer, welche Jntcresse an der Lache haben, müssen der Wichtigkeit halber zur Stelle sein. (F. 63.) I. A.: I. Dietrich.[2,60] Berlin. Sonntag, 10. Oktober, Bonn. 9>/) Uhr,[3,00] im Lokale des Herrn Vogel, Alcxandersttaßc 31, Versammlung sämmtlicher Tischlergesellen Berlins, welche Mitglieder d. Gew.-Krankenkasse sind. Tagesordn.: 1) Berichterstattung des Ren- danten Witte über die Beantwortung der gewerkschaftlichen Enquete.— 2) Diskussion über die Wahl des Altgesellen und Uassirers. W. Schmitz. Anzeige n. Vllor-ltir Sonntag, den 10. Oktober, ,OUUU. Nachm. 2 Uhr. bei Hrn. Beyer, Wallstr. 25, Gcmüthlichc Zusammenkuuft dcö ehem. Klstcnniachcr-BereiuS. Frühere Vereins-Mitglieder ladet ein ______ H. Müller.[1,40] Hamburg.»ÄAM in Stadli'S Etablissement, Valentinskamp 41, Geschlossene Partei-Versammlung. T.-O.: Die Gewerkschaftsfrage noch immer. Verschiedenes. (F. U)__ Hörig.[2,00] Artmfrnvrt Sonnabend, 9. Oktober, �UUlUUlg. Abends 8-/, Uhr, im Loka.e des Herrn Hübner, Große Rosenstraße 37, Geschlossene Mitglieder- Versammlung des Allg.Tischlcr(Schreiner-) Vereins. (F. 37.)' F. Weidemann.[2,20] Barmstedt.«.TrÄ„r im Lokale des Herrn I. Meier, Arbeiterfest, bestehend in Concert, Ball u. Festrede. Ansang des ConccrtS?!achm. 5 Uhr, des Balles 6 Uhr. Entrse für einen Herrn 60 Pf., für eine Dame 15 Pf. Hierzu sind Parteigenossen von nah und fern, sowie die Liedertafel Lassallea in Elmshorn freundlichst eingeladen. (F. 82.) DaS Comitö.[3,00] Druck und Verlag der Allg. deutschen Associattons-Buchdruckerei zu Berlin, Eingetragene Genossenschast(verantw. Heinr. Rackow), Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8a. Verantwortlich für die Redactton: A. Küster in Berlin.