2538 et 3. ch pro en ge cut Inz 2. 4 D Uhr 47, cin Ve [ 1,80 Bfu Dft [ 1,4 hr D G [ 1,0 ſe, arbe [ 2,0 em eiorg ohlf [ 2.0 Duju B 20 [ 1, rlin Nr. 126. Diese Zeitung erscheint dreimal wöchentlich, und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Bestellungen werden bei allen Bostämtern, in Berlin bei der Expedition, sowie bei jebem Spediteur entgegengenommmen. Sonntag, den 24. Oktober 1875. Neuer Social- Demokrat. Organ der Socialistischen Arbeiter- Partei Deutschlands. 5. Jahrgang. Redaction u. Expedition: Berlin, SO., Kaiser Franz- Grenadier- Bl. 8a. Inserate ( nur in der Expedition aufzu geben) werden pro fünfgespaltene Petitzeile mit 50 Pf. berechnet. Ver: sammlungs- Annoncen die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pf. Sogenannte Reflame- Anzeigen werden nicht aufgenommen. Abonnements- Preis: Für Berlin incl. Bringerlohn vierteljährlich praenumerando 1 m. 95 Pf., monatlich 65 Pf., einzelne Nummern 10 Pf.; bei den Bostämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Nm. 60 Pf., frei in's Haus 1 Rm. 95 Pf. Kreuzband- Abonnements pro Duartal und Exemplar: für Deutschland und Desterreich 3 Rm., für Niederlande und Belgien 3 Rm. 60 Pf., für Frankreich 4 Rm, 50 Pf., für England und Amerika 3 Nm. 55 Pf. Bestellungen auf Kreuzband- Abonnements sind nur bei der Expedition aufzugeben und müssen praenumerando gezahlt werden. Abonnements- Einladung. Wir machen darauf aufmerksam, daß man auf unser Blatt für die Monate November und Dezember bei allen Postanstalten für 1,07 Mark, so wie in Berlin bei unseren Spediteuren für 1,30 Mark frei in's Haus abonniren kann. Im Post- Zeitungs- Katalog ist unser Blatt unter Nr. 2554 eingetragen, worauf wir hiermit besonders aufmerksam machen. Wir hoffen, daß unsere Freunde und Parteigenossen diese Gelegenheit zu einem zahlreichen Abonnement benutzen werden, um so mehr, da Ende dieses Monats die Reichstagsverhandlungen wieder beginnen. Die Expedition des ,, Neuen Social- Demokrat". Inhalt. Fünf Tage unter der Erde. Die ,, Volkszeitung". Politische Uebersicht: Graf Arnim. russischen Grenze. hehe in Serbien. preußischen Hofe. Zur Ernährung des Militärs. Ein Beitrag zur Todesstrafe. Steuern und immer Steuern. Von der preußischDie Socialisten 69 Jahre am Junere Parteiangelegenheiten. Korrespondenzen: Hamburg. Kiel. Delitsch. Straßburg. Laien Evangelium von Sallet.( Fortsetzung.) Sprechsaal. Vermischtes. Verden. Fünf Tage unter der Erde! Wie durch ein Wunder dem Tode entgangen ist ein Bergmann, welcher fünf Tage lang verschüttet war, und es kann somit nicht fehlen, daß die nach aufregenden Mittheilungen haschende Tagespresse diesen merkwürdigen Vorgang zum Kigel der Neugier ihrer Leser ausgebeutet. Auch wir wollen nicht schweigen, obschon wir einige Fragen an diesen Vorfall zu knüpfen haben, welche ernst hafter und für die Grubenbefizer jedenfalls mißliebiger nd, als die nackte Erzählung, welche mit einem Jubel über die glückliche Rettung schließt; wir fragen kurz und bündig: Was ist Schuld daran, daß sich ein solches Unglück überhaupt ereignen konnte, und ferner: wer entschädigt den mit knapper Noth dem Tode entronnenen Bergmann für die ausgestandene Angst und die Schädigung seiner Gesundheit? Wenn in der Weise stets ein solcher Unfall besprochen wird, wenn vor allen Dingen die Bergleute selbst sich klar werden über das Loos, welches ihnen beschieden ist, wenn sie nicht allen sie brückenden Jammer als eine Fügung des Himmels demüthig hinnehmen, sondern Abhülfe forbleiben, daß Bergleute in den Schacht fahren, wie Soldaten in die Schlacht ziehen, diese, um als Opfer des Mammons, jene, um als Kanonenfutter zu dienen. Das von uns erwähnte Unglüc ereignete sich in Sachjen, dort im Windbergschacht- Revier des Botschappler Aktien vereins war der Bergarbeiter Beier aus Schweinsdorf während fünf Tage lebendig begraben. Dem veröffentlichten amtlichen Protokoll entstammen die nachstehenden Thatsachen. Der Bergmann erzählt: „ Kurz nach der Frühschicht am Donnerstag, den 30. September, war ich in meinem ungefähr 10 Meter langen und 2 Meter breiten Orte damit beschäftigt, mittelst einer Brechstange die an der Firste desselben zum Theil noch antehende Kohlenpartie hereinzuwuchten, als nicht nur lettere, jondern auch das darüber abgelagerte Gebirge in solcher Menge hereinbrach, daß mir dadurch der Ausgang aus meinem Orte versperrt wurde." Wir schalten hier sofort die Frage ein: Wie war es möglich, daß keine Sicherheits- Maßregeln gegen diesen Bruch getroffen waren? Ist die Auszimmerung des Schachtes aus " Sparsamkeit" ungenügend gewesen? Oder bestand selbige wie im Lugauer Schachte, der Hunderte begrub, aus verfaultem Holze? Oder eristirt auch dort in Sachsen, um möglichst viel Gewinn zu machen, das System, über welches fich die Bergleute im Harz so sehr beschweren: allzu breite Gänge zu treiben, welche nicht genügend gegen Ginſturz gesichert sind? Der offizielle Bericht schweigt bar et, wir aber sagen: Kein Unfall ohne eine begangene Doch wir wollen zunächst zur Vervollständigung der Erzählung des verſchütteten Bergmanns weiter folgen.„ Ich ,, da mein Grubenlicht Schuld! so berichtet er 3 ausgelöscht war, mit den Händen umhertastend, den Raum, in welchem ich, als die Gebirgsmassen hereinbrachen, geflüchtet, und fand, daß derselbe ungefähr 2 Meter lang, Meter weit und so niedrig war, daß ich in demselben / nur gebückt stehen konnte. Die Auszimmerung dieses Raumes bestand in drei paar Thürstöcken, welche beim Bruche unversehrt geblieben waren und von denen ich die Ueberzeugung gewann, daß sie den Einsturz meiner Zufluchtsstätte verhindern würden." gen durchseßten Bergmasse die menschliche Kraft ohnmächtig. Aber andere Unfälle, welche die Zeitungen fast tagtäglich berichten, Explosionen, Herabstürzen des Förderforbes, Zusammenbruch ungenügender Zimmerung und dergleichen mehr, denen alljährlich Tausende braver Arbeiter zum Opfer fallen das sind nicht die Folgen einer Naturmacht, oder gar eine göttliche Schickung", sondern die Gier nach Dividende und Tantieme und die rücksichtslose Verachtung des Arbeiterlebens tragen allein die Schuld. gestürzten Zimmerung die Festigkeit jenes Holzwerks. Aber hingewiesen, daß in dem hier behandelten Falle wohl ein Demnach, so schalten wir ein, fehlte der übrigen einaus welchem Grunde? Kein offizieller Bericht verräth dies aus guten Gründen wohl! Doch hören wir den Bergmann weiter: ,, Nachdem ich nun einige lose Gebirgsstücke, welche zwischen den Thürſtöcken hingen, mit den Händen entfernt hatte, rief ich, indem ich letztere zur befferen Fortsetzung des Schalles rohrförmig gekrümmt an den Mund hielt, mit allen mir zu Gebote stehenden Kräften um Hülfe, nahm sodann meine Haue und schlug mit derselben gegen einen Thürstock und die Ortfohle. Da aber keine Erwiderung von der anderen Seite tam, setzte ich mich nieder und mit dem Gedanken:„ Nun mag es kommen, wie Gott es will", ergab ich mich meinem Schicksale. Alsbald bemerkte ich jedoch, wie auf der andern Seite des Bruchs gearbeitet wurde. Ganz deutlich hörte ich das Werfen von Gebirgsstücken in den Förderwagen, was meinen Muth wieder belebte und wohl auch die Veranlassung war, daß ich eigentliche Todesangst nicht gehabt habe. Nur wenn ich den donnernden Schall nachbrechender Gebirgsmassen vernahm, beschlich mich ein wehmüthiges Gefühl, da ich recht wohl wußte, daß dadurch meine Rettung nur verzögert werden würde. Anfangs verfiel ich, jedenfalls in Folge der Wärme in meiner Zufluchtsstätte, in heftigen Schweiß, welcher sich jedoch all mälig verlor und später sich nicht wieder eingestellt hat. Hunger habe ich nicht viel gehabt, wohl aber plagte mich brennender Durst. Meine Lippen wurden ganz trocken und waren mit Staub, welchen das nachbrechende Gebirge verursachte, bedeckt. Um dieselben zu beneßen, trank ich das Del meiner Grubenlampe und sog endlich auch noch den Del meiner Grubenlampe und sog endlich auch noch den Docht derselben mit den Lippen aus. Der Durst wurde hierdurch zwar nicht gelöscht, doch waren wenigstens Sunge und Lippen feucht. Athmungs- Beschwerden habe ich nicht gehabt und wenn ich auf der Ortsohle geschlafen hatte und mich erheben wollte, fühlte ich zuweilen eine solche Betäubung, daß ich wieder niederfiel. Bei derartiger Erscheinung machte ich mir, soweit möglich, Bewegung, richtete mich so dann in der vordern rechten Ecke des Orts, über welche frische Wetter hinweggingen, auf und athmete diefelben ein. Mein Geist beschäftigte sich während meiner Verschüttung in der Hauptsache mit der Hoffnung baldiger Befreiung aus dem engen Raume, in welchem ich mich befand. Einer Erscheinung, die darin bestand, daß, sobald ich mit der Hand über die Zimmerung fuhr, an den berührten Stellen ein schwacher Lichtschein sich zeigte, möchte ich hier auch noch tungsarbeiten und endlich trat der Augenblick ein, wo ich mich mit meinen Kameraden verständigen konnte. Ich fragte nach der Zeit und erfuhr, daß es Montag Abend 912 Uhr wäre, was wich in großes Erstaunen seßte, da ich vermuthete, daß erst zwei Tage nach meiner Verunglückung verstrichen sein könnten. Gegen Morgen des Dienstags kam endlich die Rettungsstrecke in meine Zufluchtsstätte ein, und obwohl der Durchschlag nur in einem engen Loche bestand, so mochte ich doch auf dessen Erweiterung nicht länger warten, ich kroch hinein, meine Kameraden zogen mich hindurch, und ich war gerettet." Soweit gehen die Aussagen des Bergmannes und da mit schweigt der offizielle Bericht; kein Wort weiter, daß eine Untersuchung über den Unfall erfolgt, oder daß der Bergmann Entschädigung erlangt hätte. Zwar melden die Zeitungen, daß die Kameraden ihren geretteten Freund die Zeitungen, daß die Kameraden ihren geretteten Freund im Triumph nach Hause geleitet hätten und dieser Jubel wird ihnen so recht von Herzen gekommen sein auch läßt sich voraussehen, daß am nächsten Sonntag der Pastor von der Kanzel herab jalbungsvolle Worte über„ wunder bare Rettung" geäußert hat aber ist damit dem Ge= rechtigkeitsgefühl Genüge geschehen? Wir sagen: Nimmermehr! Selbstredend werden wir nicht bestreiten, daß das Leben des Bergarbeiters zahlreichen Gefahren ausgefekt ist und stets bleiben wird. Aber was die heutigen Unfälle betrifft, so erklären wir beſtimmt, daß von je hundert nur ein ein siger sich ereignen würde, wenn die von der Wissenschaft in Anwendung kämen. Wohl bleibt gegen den plötzlichen, burch kein Vorzeichen angekündigten Hereinbruch von WajWir haben schon im Eingange dieses Artikels darauf derartiges Sparsamkeitsversehen" stattgefunden haben wird. Zugleich ist noch zu fragen: Wie kam es, daß erst nach fünftägiger Arbeit die Rettungsmannschaften wenige Meter weit bis zum Verschütteten vordrangen? Gewiß haben nachträgliche Stürze von Gestein stattgefunden, aber so viel steht doch fest, daß, wenn mit genügender Mannschaft gearbeitet und die Zimmerung in gutem Zustande gewesen wäre, ein Zeitraum von fünf Tagen nicht zur Rettung erfordert wäre. Die Sachlage ist einfach, aber bitterernst: Für die Kapitalmacht muß der Bergmann hinein in den Schacht, für die Kapitalmacht jetzt er sich den drohendsten Gefahren aus, und die Kapitalmacht wird allein mächtiger und gewaltiger durch die Schäße, welche der Bergmann mühe-. voll zu Tage fördert. Ihn selbst aber treibt der Hunger in den Schacht und der drohenden Gefahr entgegen. Und ihm wird nichts anderes zu Theil als ein Lohn, bei dem der Bergmann und seine Familie mühselig dahindarbt; entgeht er den tückischen Gewalten, die ihn im Schacht be= drohen, dann ist doch sein Loos ein frühes Altern und ein klägliches Invalidenleben. Wahrlich, eine herrliche Belohnung für die muthvolle Aufopferung zum Wohle der Menschheit! Wann wird dem Bergmann sein natürliches Recht werden? Die Volks- Zeitung" des Herrn Dunder steigt in ihrer Nummer vom 22. Oktober wieder einmal auf das hohe Roß der Wissenschaftlichkeit. und zwar umfaßt der betreffende Artikel nicht blos, wie wir dies bei der alten Tante durch die Bank gewohnt sind, das Wesen der Volksschule und der Lehrlingsfrage, sondern erstreckt sich auch auf die Gymnasien und Universitäten refp. auf die Gymnaſtaſten und Studenten. Unter der Ueberschrift: Schüler und Lehrlinge" schreibt die„ VolksZeitung": 11 Zu den wichtigsten Aufgaben unserer Zeit gehört unzweifelhaft die Erziehung und Heranbildung unserer Jugend, und namentlich der Jugend unserer sogenannten Arbeiter Bevölkerung, zu nüßlichen Gliedern der Gesellschaft und verständigen Bürgern des Staates. Die Vernachlässigung dieser Aufgabe, das Begnügen mit dem bloßen Unterricht der Volksschule bedroht Gesellschaft und Staat mit der Gefahr, daß das allgemeine Wahlrecht doch einmal ein Hebel wachsenden unreifen Jugend das folgsamste Werkzeug ihrer Agitationen fänden." Das klingt Alles ganz gut und schön, aber schade, daß es in Wirklichkeit anders aussieht. Heranbildung und Erziehung unserer Jugend und namentlich der Jugend unserer Arbeiter- Bevölkerung, damit nicht die Demagogen in ihr das folgsamste Werkzeug finden" das ist also der Wunsch des Herrn Duncker und Genossen. Wer ist es denn in der That, der der Erziehung der Arbeiter- Jugend entgegentritt. Doch Niemand Anders als Herr Duncker und seine Geschäftsfreunde, also das Fabrikantenthum. Das Fabrikantenthum in Gemeinschaft mit der heutigen Produktionsweise lassen den Kindern des Proletariats feine Zeit, sich Kenntnisse anzueignen. Vom zwölften Jahre ab geht es in die Fabrik und wenn dann in den dumpfigen Fabriksälen der kleine Körper einige Stunden mit dem Aufgebot aller seiner Kräfte gearbeitet hat, dann ist er nicht mehr im Stande, zu Die Hause sich irgend welche Kenntnisse noch anzueignen. Volks- Zeitung" sieht dies auch zur Hälfte ein, denn in ihren weiteren Ausführungen bespricht sie das Mangelhafte der heutigen Volksschule und kommt auf die sogenannten Fortbildungsschulen zu sprechen, von denen sie alles Heil erwartet. Es heißt da: Wenn die Fortbildungsschule ihre Aufgabe erfüllen soll, so darf sie sich nicht begnügen mit ein wenig mehr Kenntniß von Geschichte, Geographie, Naturkunde und Mathematit, sondern muß die ethische Heranbildung mehr im Auge haben, welche einem fünftigen Bürger in Staat steht noch mit beiden Beinen in der guten alten Zeit, wo der Staat von den Beamten regiert, und die Geſellſchaft bereits gefundenen Sicherheitsmaßregeln überall sorgfältig und Gesellschaft nicht fehlen darf. Unsere Schulbildung sermassen und gegen das Niederbrechen einer von Höhlun von der Obrigkeit geleitet wurde, ohne Wissen und ohne Wollen und ohne Hinzuthun der schlichten, gehorsamen, bürgerlichen Welt." Ja, ja, das wäre so nach dem Geschmack der edlen Volkszeitung", wenn schon in den Fortbildungsschulen die liebe Jugend als fortschrittliches Stimmvieh für künftige Wahlen gedrillt werden könnte. Leider steht aber auch hier ein„ Wenn" und ein„ Aber" dazwischen, und schwerlich dürften sich die Zöglinge der Fortbildungsschulen zu fünftigen Wählern der Herren Schulze Delitzsch, Duncker u. f. w. ,, heranbilden" lassen. = Interessant ist übrigens das Urtheil der„ Volkszeitung" über die Bildungshöhe" der Söhne der Bourgeoisie. Da finden wir nämlich folgenden bemerkenswerthen Ausspruch: Selbst unser höheres Schulwesen ist noch so fern von der Erziehung einer zum Bürgerwesen unserer Zeit reifen Jugend, daß man rundweg sämmtliche Abiturienten unserer Gymnasien und einen gar nicht geringen Theil unserer Studenten in die größte Verlegenheit setzen könnte durch eine simpele Frage über die heute geltende Staatsverfassung. Einem Pädagogen guten alten Schlages, der vortrefflich in der Schule wirkt, scheint immer noch Politik ein Gebiet zu sein, von dem er sich am besten fern halten muß. Den Schülern die politischen Grundsäße desStaatswesens, dieGrundlagen des Gesellschaftslebens, die Pflichten und die Rechte des Bürgerthums, die Lehren der Volkswirthschaft vorzutragen, dazu ist der Gymnasiallehrer zum größten Theil unfähig." Wenn also selbst aus den sogenannten gebildeten Klassen" ein solches Urtheil über die Männer der Wissenschaft und ihrer Schüler laut wird, dann müssen allerdings die Quellen der Weisheit bei unseren Gegnern überaus trübe fließen. Offen und ehrlich gesteht es ja die Bolkszeitung" ein, daß sich in der Bourgeoisie eine furchtbare politische Unreife zeigt und daß ein Schneider- oder Schuhmachergeselle, ja schon ein Maurerlehrling einen Herrn Studenten, mitunter vielleicht auch einen Herrn Doktor über Verfassungswesen und öffentliche Fragen belehren kann. Daß überhaupt in den arbeitenden Klassen ein regerer Geist und ein lebhafteres Interesse am öffentlichen Leben herrscht, daß die Arbeiterjugend sich noch für politische Ideale begeistern kann, während die Söhne der Bourgeoisie bloß ihrem Brotstudium und ihrem Geschäfte nachgehen, ersehen wir wieder zur Genüge aus der Volkszeitung". Am Schlusse ihres Artikels kommt nämlich die alte fortschrittliche Base zu folgendem Resumé: Wie aber sieht es mit der Jugend des Volkes aus, die kaum der Fortbildungsschule entwachsen, auch schon in's praktische Leben tritt und von diesem in seinen gesellschaft lichen Verhältnissen und Ordnungen auf's Anregendste in Anspruch genommen wird? Was bietet man ihr durch den etwas erweiterten Unterricht der bisherigen Volksschule als Schutzmittel gegen die demagogische Agitation, welche ihr ein ganz neues Gebiet des Denkens eröffnet und ihr neuen Anreiz des Verlangens unter Vorspiegelung von Idealen der Gleichheit und der Freiheit vorführt? Wir fürchten, daß ein Bischen mehr Geographie und einige Brocken der Phyfit, so schäzenswerth sie sind für den ftrebsamen jungen Menschen, doch im Kern der Sache dem Ziele fern bleiben, das man zu erstreben hat. Wenig Jahre werden nach Entlassung aus der Fortbildungsschule vergehen und der junge Mensch ist wahlberechtigter Mitbürger, der sich sein Stimmrecht auszuüben verpflichtet fühlt. Entläßt man ihn aus der Fortbildungsschule ohne einen gesunden Hinweis auf feine Pflichten als Mitglied des Staates und der Gesell schaft, ohne einen Unterricht in der Moral, in der Volkswirthschaftslehre, ohne einen Unterricht über den verfasfungsmäßigen Zustand und ohne Belehrung über Bürgerrechte und Pflichten, so bleibt der junge Mensch wenn er über die Elektrisirmaschine und über Geographie von Afrika ganz vortrefflich orientirt ist ein Spielball in der Hand der an ihn sich herandrängenden Demagogie, welche ihm im Gebiet der socialen und staatlichen Probleme ganz neue und meist sehr blendende Quellen des Denkens und Verlangens aufthut." = und Nun, wenigstens ein glänzendes Zeugniß für den ,, Rückgang" unserer Partei! Wenn auch anderwärts die Volkszeitung" ihren Lesern vorzureden sucht, daß der wysßeie und vernünftigere" Theil der Arbeiterjugend sich von der social demokratischen Bewegung abwendete und blos ein kleiner Theil, der nicht arbeiten will, an den Lehren der Social Demokratie hält, so plaudert sie hier in einem unbewachten Augenblicke aus, daß die Arbeiterjugend, ,, und selbst, wenn sie über die Elektrifirmaschine und über die Geographie von Afrika ganz vortrefflich orientirt ist", doch von dem alten abgestandenen Fortschritts- Brei nichts wissen will und sich dafür der Social Demokratie mit offenen Armen entgegenwirft. = Die Volkszeitung" mag also ruhig ihre Leitartikel über Schulen, Fortbildungsschulen und Gott weiß was Alles fortseßen, die Social- Demokratie vermag sie nicht aufzuhalten. Erst wenn die heutige Produktionsweise in eine socialistische umgewandelt sein wird, schlägt auch für die Schule die Erlösungsstunde und Allen wird das Brot der Bildung zu Theil werden. Politische Uebersicht. Berlin, 23. Oktober. Der Prozeß gegen den ehemaligen Botschafter des deutschen Reiches, Grafen von Arnim, gelangte am 20. Oktober in der Nichtigkeits- Instanz vor dem Ober- Tribunal zur Verhandlung. Wie in der Appellations- Instanz, erschien der Angeklagte auch hier nicht vor dem Ober- Tribunal. Nach 21stündiger Berathung erkannte der Gerichtshof auf Zurüdweisung der Nichtig= teitsbeschwerde, d. h. also auf Bestätigung des auf 9 Monate Gefängniß lautenden Urtheils zweiter Instanz. Der Gerichtshof schloß sich in seinen Gründen überall den Ausführungen des Generalstaatsanwalts an. Wir haben schon zum Defteren Gelegenheit genommen, unsern Lesern zu berichten, wie überaus freundlich" und zu11 = Aus dem in diesen Tagen in Leipzig unter dem Titel ,, Neunundsechszig Jahre am preußischen Hofe“ erschienenen Memoirenwert der 1814 verstorbenen Gräfin von Voß vorkommend" an der preußisch russischen Grenze deutsche| in dem deutschen Reiche dem Unschuldigen, welcher auf Verdach Staatsbürger" seitens der russischen Beamten behandelt hin Freiheit und Carrière eingebüßt, keine Entschädigung. werden. Auch heute sollen unsere Leser wieder erfahren, daß die Russen unsere besten" Nachbarn sind. Einige ,, deutsche Männer" machten vor einigen Tagen einen kleinen Spaziergang aus der Grenzstation der Eisenbahn, wo sie als Beamte fungiren, nach dem„ heiligen Rußland" hinüber, ohne zu ahnen, daß sie sich auf dem Terrain des freundnachbarlichen Alliirten befanden. Da erscheint plöglich ein russischer Grenzsoldat, zwingt sie unter Vorhaltung seines Gewehres mit dem freundlichsten Gesichte zum Mitgehen und liefert sie im Wirthshause ab. Hier werden sie von betrunkenen Grenzwächtern umringt, man revidirt alle Taschen, nimmt ihnen Uhren, Geld, Messer, auch ganz harmlose und mit geladenen Gewehren nach Grajewo schleppen. Man geräth werthlose Dinge, wie Knöpfe, ab und will sie unter Bedrohung hause befindet, und dieser sie dorthin bringen will, in Streit; aber, weil auch der Posten aus Bogußen sich in demselben Wacht endlich, in Folge eines Signals, erscheint der Kapitän, dem sie sich mit Hülfe eines Juden verständlich machen können. Sie verlangen ihr Eigenthum zurück. Dieses wird auch, bis auf eine Uhr mit Kette, ihnen ausgehändigt, von dieser will Niemand etwas wissen. Nachdem die Betten, Kasten und Stiefel eines Grenzwächters revidirt sind, in welchem letzteren die Uhr gefunden wird, führt man sie nach Bogußen und nimmt ein langes Protokoll auf. Jeder muß 13 Mark Strafe zahlen, und schließ- Karten weggeworfen, so ging es auf die Jagd, auf den Maskensollen sich bei dem deutschen Gesandten über die ihnen widerfahlich bringt man sie über die Grenze. Die betreffenden Herren rene Behandlung beschwert, aber auch sich feierlichst verwahrt haben, Rußland wieder aus der Nähe zu besehen. in Wien wurde bei der Durchberathung des Armee- Budgets ein In einer der letzten Sitzungen der österreichischen Delegation Faktum zu Tage. gefördert, das uns vom civilisirten" Desterreich ein eigenthümliches Bild giebt. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß der österreichische Soldat am schlechtesten unter allen Soldaten Europa's ernährt wird, und ist damit wohl zusammen hängend, daß die Sterblichkeit in der österreichischen Armee in geradezu erschreckendem Maße zugenommen hat und noch fortwährend im Steigen begriffen ist. Was die Verpflegung anbelangt, so hat ein Delegirter nachgewiesen, daß der Soldat in Desterreich 134, in Deutschland 150( also auch nicht viel mehr!), in Rußland 184, in Italien 200, in Frankreich 300 und in Großbritannien 375 Gramm Fleisch täglich erhält. Ein äußerst interessantes Geständniß legte der Kriegsminister v. Roller ab, als er erklärte, er habe von den besprochenen Zuständen schon seit langer Zeit Kenntniß und sei auch bestrebt gewesen, der unabweislichen" Forderung Rechnung zu tragen. Er hätte in's Budget einen entsprechenden Betrag eingestellt gehabt, aber im Ministerium sei derselbe gestrichen worden, weil die Kanonenforderung eine so große gewesen sei und man nur die Wahl gehabt habe, entweder an dieser einen Abstrich vorzunehmen, oder das unabweisbare Bedürfniß" einer Aufbesserung der MannschaftsVerpflegung fallen zu lassen. Die Entscheidung wurde zu Gunsten der Kanonen und zum Nachtheil der Soldaten getroffen. Das ,, lebendige Material" ist ja auch billiger zu beschaffen. " 11 In Serbien geht wieder einmal die Socialistenheze in beschleunigterem Tempo. Der Istok", eines der besten und tüchtigsten socialistischen Blätter, deffen Redakteure in den Gefängnissen von Belgrad bereits die Wohnungsnoth hervorgerufen haben, wird gegenwärtig stark seitens der Polizei- Organe bombardirt. In den Redaktionsräumen des genannten Blattes ha= ben nämlich nicht blos Haussuchungen und Konfiskationen der staatsgefährlichen" Nummern stattgefunden; auch unser Parteigenoffe, der gegenwärtige Redakteur Ljuba Stanicic, ist verhaftet worden. Die verfluchte Communistenhöhle", welche sich in der Redaktion des stok" befindet, soll nämlich Plakate bergen, welche von dem ,, theueren" Landesvater, dem Fürsten Milan, nicht gerade schmeichelhafte Dinge erzählen. Petroleumbomben und Guillotinen sollen übrigens auf dem RedaktionsBureau des Istot" nicht aufgefunden worden sein. Welch' angenehme Temperatur in Serbien für die Socialisten herrscht, das ersehen unsere Leser am besten aus der Nummer 85 unseres Blattes vom 21. Juli d. J. DO * Zur Todesstrafe. Ein Fall, der sich neuerdings in Wien ereignet, zeigt uns abermals, wie nothwendig die Forderung ist, die Todesstrafe abzuschaffen. Ende März d. J. wurde das Ehepaar Schieber, welches auf der Türkenschanze bei Wien ein Gasthaus inne hatte, ermordet und beraubt. Des Mordes sehr verdächtig waren der Erscheinung nach muthmaßlich Kellner oder mindestens solche Individuen, welche unter diesem Standestitel sich in Wien als ,, Rosaken" aufhalten. Nachdem durch das Dienstmädchen der Eheleute Schieber, welche von dem oder den Mördern verschont blieb, eine genaue Personsbeschreibung gemacht wurde, so feste selbstverständlich die Behörde alle Hebel in Bewegung, um die Mörder ausfindig zu machen und fandte zu diesem Zwecke die erhaltene Personsbeschreibung weit und breit aus. Unglücklicherweise paßte die Personsbeschreibung auf den Kellner Jaronski, welcher eben in Polen im Spital lag. Derselbe wurde deshalb verhaftet und, obwohl noch frank, nach Wien transportirt und dem Kriminalgericht übergeben und durch fechs Monate, während der langwierigen Untersuchung als Raubmörder verdächtig, in Haft gehalten. Die Untersuchung zog sich deshalb so in die Länge, weil erstens die Personsbeschreibung wie gesagt auf den Angeklagten vollkommen paßte, zweitens, weil der Trödler, bei dem der wahre Mörder die Uhr des Ermordeten verkauft hatte, in dem Ange= flagten durchaus dieselbe Person erkennen wollte, hauptsächlich aber, weil Jaronski nicht das richtige Alibi erbringen konnte. Jaronski behauptete nämlich, er wäre in der Nacht, da der Mord in Wien vorfiel, gar nicht in Wien gewesen, sondern er hätte diefe Angabe fandte man seine Photographie an diesen Wirth, im Gasthaus zu Jablonka in Galizien damals übernachtet. Auf welcher aber mit seinem ganzen Personal auf das Bestimmteste behauptete, daß Jaronski nie dort übernachtet hätte. Jaronski behauptete immer und immer nachdrücklicher, dort übernachtet zu haben; als er aber dem Untersuchungsrichter die Personsbeschrei bung des Wirthes, bei dem er damals war, genau entworfen, da war Jaronsfi gerettet. Dem Untersuchungsrichter, welcher zufällig diese Gegend persönlich kannte, fiel es nämlich ein, daß ein solcher Wirth zwar nicht in Jablonka, sondern in einem Drt, eine halbe Stunde weit von Jablonka sich befindet; er sandte deshalb sofort Jaronski's Photographie dahin, und der Wirth fandte die Erklärung, daß Jaronski bei ihm in der That übernachtet hätte. Der Wirth mit zweien seiner Diener wurden demnach citirt und alle drei Citirten erkannten allsogleich Jaronski als Denjenigen, welcher in der fraglichen Nacht bei ihnen übernachtete. Da alle drei Zeugen die Wahrheit ihrer Aussage beeideten, so wurde Jaronski nach einer sechsmonatlichen Unterfuchungshaft endlich als unschuldig erkannt und sofort seiner Haft entlassen. Das Gesetz gewährt aber in Desterreich wie in Preußen und wollen wir unseren Lesern folgendes Genrebildchen mittheilen:„ Im Jahre 1759 war der Hof verjagt und flüchtete nach Magdeburg; dasselbe geschah 1760 und 1761. Frau v. Voß wurde auf diese Art in den Strudel des Hoflebens wieder hereingezogen, und ihre Aufzeichnungen aus jenen drangvollen Tagen sind von besonderem Werth. Während der unglückliche König" von Schlacht zu Schlacht eilte und Selbstmord gedanken in seinem Busen nährte, ging es Christine, die Wittwe des Prinzen von Preußen, die Prinzessin hoch her an seinem Hofe in Magdeburg. Die Königin Elisabeth Prinzessin Heinrich, Schwägerin des Königs, waren die leuchtenAmalie, Aebtissin von Quedlinburg, und vor Allem die schöne den Punkte, um welche sich eine sorglose und genußsüchtige Ge sellschaft zusammenschaarte. Die Frau Regierungs- Prasidentin meldet fajt auf jedem Blatte ihres Tagebuches, daß man sehr heiter und guter Dinge" war, daß man ,, mit übermüthiger Laune" in den Tag hineinlebte und überhaupt tausend Scherze" trieb. Zwischen Herren und Damen würde leidenschaftlich Karten gespielt: Triset, Komet, Piquet und Pharao, und hatte man die zarte Schäferspiele. Die tollsten Jdeen" hatte immer Brinzessin ball, oder spielte man Komödie und Bli defuh, oder tanzte man Amalie, die verliebte Aebtissin. Bei einem Feste, das sie veran staltete, mußten die Herren als Damen, die Damen als Herren verkleidet erscheinen, und sie selbst trug den Anzug eines Geistlichen. Wurde man der närrischen Streiche überdrüssig, so ging man auch wohl zur Kirche und hörte eine schöne Predigt, oder man betete zu Hause im stillen Kämmerlein. Durch den Jubel hindurch hört man Gesangbuchsverse und neben der Buchführung über Spiel und Festlichkeiten werden geistliche Lektüren, Andachtsverrichtungen und Abendmahlgänge gewissenhaft zu Protokoll ge nommen." Man vergesse nicht den Hintergrund des traulichen Bildes: Pulverdampf, Kanonendonner und ein leichenbedecktes Schlachtfeld. 11 Wie glücklich wir leben! Entlastung, Verminderung der Steuern u. s. w. wurde von den National- Liberalen verheißen, als das neue deutsche Reich gegründet" wurde. Was ist aus diesen Versprechungen geworden?- Folgende Tabelle, welche eine Zusammenstellung einzelner Gemeinden des Kreises Oppenheim in Hessen mit ihren bezüglichen Lasten aus den Jahren 1870 und 1874 giebt, beweist mit mathematischer Schärfe, wie die Steuern nicht vermindert, sondern erhöht wurden: 1870. 1874. 671. Gulden 2458 Gulden 3400 9000 1309 2130= Armsheim Bodenheim Dahlheim Dogelsheim 804 Gau- Bickelheim 4081 2008 1350 M = 11 11 H 11 : V = C 3 G i A Ti fo be la me di mt ge ga Sch im we ger Do rei fter 2308 hat = 6000 3200 A Se M 2148 übe ord 1 4842 3700 M 8548= 12291 13350 folg lär feiti Ent hatt fors 3470 um 3000 3 3600 5197 Arb Absi Int eine Herr Herr Auß Dfte Thä Eige Hahnheim Lörzweiler Mommenheim 1000 Nackenheim 3280 V1 Nieder- Saulheim 2525 Nierstein 4970 M Oppenheim 4750 Selzen 1610 Udenheim 1671 Wörrstadt = A = = = # Innere Parteiangelegenheiten. Seit dem 29. September gingen für nachbenannte Fonds bei dem Unterzeichneten ein: a) Unterstügungsfond: Kolle Arbe Ban der 1 dervi Schn dem To je Dam fann aus ich v beläu stellte einge bezah Bremen d. W. Frick M. 11,50. Hamburg v. Süllau 1,65. Mühl heim a. M. d. H. Winkel 9,00. Nordhausen d. Koschmieder 17,05. Luckenwalde d. Ehrhardt 3,00. Nürnberg d. Baumann 21,77. Rei chenbach d. R. Müller 0,80. Wandsbeck d. Schrader v. Maurer- und Zimmerervers. 5,70. Hamburg v. H. Peters nicht abgeholtes Afford geld von Hart's Bau 3,00. Lauenburg d. Schröder, Ueberschuß vom Arbeiterfest 21,75. Senftenberg d. E. Hamester 2,10. Hildesheim d. J. Dyen 3,00. Regensburg, Stiftungsfest b. Schuhmacher 6,25. Ham burg, Korbmachervers. d. Scheck 3,73. do. Maurer bei Bollrath durch Vater 13,50. Frankenthal d. J. Frank 3,40. Dttensen v. Nölting's Fabrik 10,00. Bornheim d. F. Thomas 1,55. Geestendorf v. Wol fenberg, Volksfest v. Wegehänkel 1,50. do. Volksfest Frankenberg 3,10. fersdorf d. Sält 3,00. Groß- Auheim d. A. Kronenberger 6,00. Fran Düsseldorf d. Wolpers 1,50. Braunschweig d. C. Oftermann 7,05. Barmbeck d. Hartlieb 31,80. Hamburg d. 2. Gompf 1,50. Gelsen kirchen d. H. Tenhaef 5,00. Kalf d. Blum, Geburtstagsfeier 9,00 Hadersleben d. J. Goos 2,80. Einsiedel d. F.-A. Müller 4,32. Ba den- Baden d. Frommann 5,00. Klein- Auheim d. Zabolizky 2,20. Ahrensburg d. H. Stäcker 5,30. Altona v. Dehncke's Cig.- Fabr. 3,00. Schmölln, Festüberschuß d. Martin 6,00. Hauau d. M. Daßbach 21,42 Tondern d. W. Plög 2,00. Altona v. Meiborg's Cig.- Fabrik d. Bauer 3,00. Apenrade d. A. Drews 0,35. Husum 5. W. Luth 2,50. Kiel d. C. Starcke 4,65. Augsburg d. F. Hoerauf 2,95. Gießen d. Kler 1,00. Rothenburgsort d. Westphal 23,55. Caffel d. Meise 1,50. Uelzen d. R. Schneeweiß 1,65. Halle a. d. S. d. H. Rödiger 8,37 Bremen d. W. Frick 6,00. Duisburg d. H. Fennemann 4,00. Rends burg d. F. Eimert, gemüthl. Geburtstag 0,60. b) Agitationsfond( freiw. Beiträge): Schönebeck v. Hante 1,00. Elmshorn d. G. W. Hartmann 9,00 Regensburg d. Malgersdorfer 2,40. Baden- Baden d. Frommann 4,05 Apenrade d. Walther 2,00. Flensburg do. 15,00. Glücksburg do. 2,20 Sonderburg do. 9,85. Zondern do. 5,74. Zondern d. W. Plötz 1,50 Ernstthal d. C. F. Garbe 4,40. 3ichopau d. Höppner 2,72. Riel b Brückmann aus Altona 13,50. Delmenhorst d. Meibert 2,80. c) Wahlfond: währ stücn Drte Arbe Diefel Kran um 3 Wie Ledig derve tiren Statist mitte Dieses wie t gliebe Theil ift, ea tratif Rostock d. F. Kehr 5,00. Hamburg d. Schwarz v. d. Korbmacher Werkstelle Heitmann u. 2. 7,47. do. d. Gompf 1,50. Berlin durd Greiffenberg 2,25. Zschopau d. Höppner 1,87. Die Agenten der mit ihren Beiträgen rückständigen Orte wet den dringend um Zahlung ersucht. Hamburg, 20. Oftober 1875. Mit Gruß! Namens des Vorstandes: August Geib, Rödingsmarkt 12. Deut mache beschl den Hamburg, 18. Oktober.( Die Agitation in Lauenburg Obwohl in vielen liberalen Zeitungen geschrieben wurde, daß mit de Hand in letter Zeit in Lauenburg stattgefundenen Reichstagswahl auch dor die Social Demokratie ihr Ende erreicht habe, waren die Versammlun gen, welche ich in Lauenburg, Mölle und Schwarzenbed abgehalten, gut besucht, wie man das verhältnißmäßig fast nicht anderswo finde befind Am 11. d. M. hielt ich in Lauenburg eine gut besuchte Versammlun ab. Am Sonntag, den 12. d., Nachm. 4 Uhr, schickten die Arbeit Spalt Lauenburgs sich an, um das erste social- demokratische Arbeiterfest abzu halten. Der Festzug durch die Stadt war von der Polizei verbote worden, deshalb war der Sammelplatz am Ende der Stadt vor den Schützenhof. Allgemein hieß es bei den Gegnern: Jetzt werden f sich besaufen und dann die Köpfe einschlagen." Die Redaktion de e It r e It Ent Ent 十二 g er el ng 3= e= es d ng er= as Ne, es cent vie dem tühl 7,05. Rei und ford vom m d. pam burch ing's Wol Fran 3,10. 7,05. elfen 9,00 Ba 2,20. 3,00 1,42 Bauer Riel Kler 1,50 8,37 ends 9,00 4,05 2,20 1,50 liel b großen Lauenburgischen Zeitung" hatte gewiß schon die Feder gespiht, um alle die Rohheiten, welche auf dem Feste stattfinden würden, zu verzeichnen. Und mehr als einen hämischen Blick sah ich seitens der Gegner auf uns werfen. Doch zum großen Merger der Gegner bewegte sich der nach Hunderten zählende Zug ruhig, wie der Anstand es gebietet, nach dem eine halbe Stunde von der Stadt entfernten Walde Glüfing, wo das Fest stattfand. Unterwegs wurden wir von den ländlichen Arbeitern, welche trotz des Sonntags arbeiten mußten, auf das Lebhafteste mit dem Rufe: Es lebe die Social- Demokratie" begrüßt. Die Fahnen der Haus- und Schiffszimmerleute, sowie die Tischlerfahne waren mit im Zuge. Dh zum Aerger unserer Gegner verlief das Fest ungestört. Im fröhlichen Verein blieben die Arbeiter, nachdem das Concert beendet und Unterzeichneter die Festrede gehalten, bis zum Morgen zusammen. Die Arbeiter Lauenburgs trennten sich mit dem Bewußtsein, daß man sich nie so gut amüsirt, als unter Leidensund Gesinnungsgenossen. Von Lauenburg ging ich nach Mölle, wo ich ebenfalls in einer stark besuchten Voltsversammlung sprach. Von Mölle nach Schwarzenbeck, wo sich viele Gegner eingefunden hatten. Obwohl ich dort allein referirte und mehrere Male aufforderte, man möchte meine Worte widerlegen, zogen es doch die Gegner vor, stillzuſchweigen, Dies vom Rückgange der Social- Demokratie im Lauenburgischen. Mit social- demokratischem Gruß Otto Matthaey. Kiel, 17. Oftober.( Bolksversammlung.) Am 16. Oktober hatten wir eine Volksversammlung im Englischen Garten einberufen mit der Tagesordnung: Revision des Strafgesetzbuchs," Nachdem das Bureau gewählt war, worin Herr Start als erster, Herr Heinkel als zweiter Borsigender und Unterzeichneter als Schriftführer fungirten, erhielt Herr Brückmann aus Altona das Wort und gab derselbe einen gediegenen Vortrag. Nachdem der Vorsitzende aufgefordert hatte, zu interpelliren, meldete sich ein Herr Krebs zum Wort. Derselbe sprach aber nur einige Worte, die aber nicht viel Gescheidtes enthielten, worauf Herr Brüdmann, sowie Herr Heinkel den Herrn Krebs tüchtig wiberlegten. Mit social- demokratischem Gruß Pöhlsen, Schriftführer. Delitzsch, 17. Dtt.( Allgemeiner Bericht.) Sonntag, den 3. Oktober, hielten die hiesigen Socialisten eine Boltsversammlung im Gasthof zur„ blauen Taube" ab, in welcher Herr Wendlandt zum Vorsigenden und Unterzeichneter zum Schriftführer gewählt wurden. Herr Arthur Slaud aus Cottbus gab uns einen gediegenen und scharf durchdachten social- ökonomischen Vortrag über Kapital und Arbeit.. Reichlicher Beifall lohnte den Redner für seinen gediegenen Vortrag. Mit social- demokratischem Gruß Wilhelm Steinbach. Verden, 18. Oftober. ( Allgemeiner Bericht.) Damit die Parteigenoffen nicht etwa glauben, der Geist und die Rührigkeit der Partei wäre am hiesigen Orte erschlafft, fühlen wir uns veran laßt, auch einmal die Spalten der Parteiorgane in Anspruch zu neh men. Wenn auch durch die Wucht des socialen Elends, welches durch die andauernde Geschäftskrisis ein immer größeres zu werden droht ,. manch eifriger Kämpfer für die Menschenrechte zu mancher opferfreudi gen That unfähig geworden ist, so haben wir doch von keinem Rüdgange zu berichten. Schon nach dem Vereinigungs- Kongreß der deutschen Socialisten entwickelte sich eine rege Thätigkeit, welche mit unserem im Juli stattgehabten Arbeiterfeste anfing. welchem Herr Kühn aus Bremen die Festrede hielt, hafte einen glän Das Arbeiterfest, bei zenden Erfolg. Der Festzug war ein ebenso imposanter, als wie in vorhergegangenen Jahren und die Betheiligung war eine äußerst zahl= reiche. Nach dem Arbeiterfeste hatte sich ein Comité zur Aufgabe gestellt, die Agitation im hiesigen Wahlkreise zu leiten. Es haben dieser halb Volksversammlungen hierorts stattgefunden am 28. Auguft, 12. September und 12. Oktober. Am 28. August referirte Herr Wode über die Sedanfeier; am 25. Sept. referirte derselbe über die Tagesordnung: Der Krieg und seine Folgen. In dieser Versammlung wurde folgende Resolution angenommen:„ Die heutige Boltsversammlung erlärt es als die größte Pflicht jedes freien Staatsbürgers, für die Beseitigung der Kriege, als die größten Geißeln der Völker, mit aller Entschiedenheit einzutreten." hatte die Tagesordnung: Besprechung über den Vortrag des ProfesDie Bolksversammlung am 12. Oftober fors Baumgart. Herr Baumgart hielt, nämlich hierorts einen Vortrag, um für den Protestanten- Berein Mitglieder zu werben resp. um den Arbeitern Sand in die Augen zu streuen und mochte dabei wohl die Absicht haben, die Arbeiter in's Schlepptau für nationalliberale SønderIntereffen zu bekommen, denn der Aufruf zur Bersammlung war von einem nationalliberalen Ausschuß unterzeichnet. Der Vortrag des Herrn Baumgart wurde von Herrn Wode ordentlich charakterisirt und Herr Wode erntete in allen Versammlungen ungetheilten Beifall. Außerdem sprachen noch in diesen Versammlungen die Herren Albinger, Ostertag und Günter unter dem Beifall der Anwesenden. Thätigkeit des Reichstages referirte Herr C. Wode noch in Borstel, Eige und Luttum. Mit social- demokratischem Gruß J. A.: Alois Mechler, Schriftführer. Ueber die Auch ein kleiner Theil Hamburg, 20. Oktober.( An die Schneider Deutschlands.) Kollegen! Die Arbeiter aller Industriezweige, wie auch die ländlichen Arbeiter, rüsten sich, um für die Verbesserung ihrer Lage unter dem Banner der Social- Demokratie zu kämpfen. der deutschen Schneider hat sich in dem Allgemeinen deutschen Schneiderverein verbunden, um für die Verbesserung der Lage der deutschen Schneider einzutreten. Doch steht leider die große Masse der Kollegen dem Allg. deutsch. Schneiderverein noch fern. Gewiß würde dem nicht so sein, wäre jeder deutsche Schneider über seine eigene Lage aufgeklärt. Damit nun der Allg. deutsche Schneiderverein seine Aufgabe erfüllen kann, so ersuche ich die deutschen Kollegen, mir von den einzelnen Orten aus Bericht über die Lage unseres Geschäftes einzusenden. ich vor allen Dingen mir folgende Fragen zu beantworten. Und bitte beläuft sich der durchschnittliche Wochenverdienft? Wie hoch stellte Arbeit im Durchschnitt bezahlt? Was wird für be einzelnen Stüde anzugeben. Ich bitte die Lohnpreise der Was wird für Confektion( Ladenarbeit) bezahlt? Wie lange Wird die Arbeit Bitte wiederum die Preise einzeln anzugeben. währt die Arbeitszeit im Sommer? im Winter? stückweise bezahlt? Drte? Wie viele Tag- oder Wochenwerkstellen sind am Werden viele Was verdienen 21 Laien Evangelium. ( Von Friedrich Sallet.) ( Fortsetzung.) Die Ehe. Wer von dem Weib sich scheidet,( steht geschrieben) Mit einem Scheidebrief send' er ste hin! Ich aber sag' euch: Wer sein Weib vertrieben, Macht, die's nicht war, zur Ehebrecherin. 11 Wer aber eine, die geschieden, freiet, Der bricht mit ihr die Ch'." So streng, als wahr Sprach'st du's, o Herr! Doch wizelnd jetzt verschreiet Dein Wort als Thorheit seichter Spötter Schaar. Was ist die Eh'? Erfindung nur der Pfaffen, Des Herzens süße Regung, göttlich frei, In nüchterne Gewohnheit umzuschaffen, Den Feuerwein in faden Kinderbrei. Das Herz kann sich verschenken jede Stunde Und immer wieder ganz sein eigen sein. Wo nur zwei Seelen tauschen füße Kunde, Den Tag soll innigstes Genießen weih'n." So könnt' ich lange schöne Phrasen flechten, Doch ekelt mir. Ist das gesunde Kraft, Die keck, daß sie verhilft zu ew'gen Rechten Der Menschheit, alte Schranken niederrafft? Das ist blödsinnig schwächliche Gemeinheit. Verludert ist der Geist, der's nicht begreift, Daß nur des Lebens und des Strebens Einheit Die Thierhaut ab vom ächten Menschen streift. Ja wol! bequemer ist's, sich geh'n zu lassen, Zerstäubend matt im Reiz des Bielerlei, Als, heldenstark, zusammen sich zu fassen Und sich zu wissen nur im Rechten frei. Das Thier begeht sich, wenn es in der Brunst ist, Dann flieht es pflichtenlos, so frei wie dumm. Menschen! wenn das des Herzens freie Kunst ist Wiehert und blökt! die Sprache werde stumm! Meint ihr, der Erde Schüsseln nur zu würzen Hat seinen Geist der Herr euch eingehaucht? Die buhlerische Luft nicht zu verkürzen, Nur, daß sie sei in Himmelsduft getaucht? Ihr sollt Geist sein, nicht aber Geist nur haben. Wer Geist ist, der ist ewig, eins und ganz. Du kannst nicht rings verschleudern Blumengaben Und doch behalten deinen vollen Kranz. Und willst du, hohen Muthes, hin ich geben Der Liebe süßem, innigstem Verein: Du mußt es ungetheilt, für's ganze Leben, Dann bleibt im Geist, in Gott dein Lieben rein. Die Liebe nur, die, ganz dein Sein vernichtend, Es neu erweckt, ist stärker als der Tod, Ift Flamme Gottes, die, von Unkraut lichtend, Von Erdenschlacken läuternd, dich durchloht. Wenn Geist und Geist zusammen sich geschlossen Zu unzertrennbar'm Stamme, keusch und start, Wie grünen, lichtgeküßt die jungen Sprossen, Des Geistes Glutenweihe tief im Mark! Ihr Frau'n! sie haben euch geistreiche Huren Als hohe Musterbilder vorgerückt. Schaustücke sind's, d'rauf seine schmutz'gen Spuren So mancher Finger tastend abgedrückt. Laßt euch den Schimmer und den Wih nicht blenden! Bewahrt euch unbesudelt Seel' und Leib! Die du der Unschuld Füllen haft zu spenden Dem Manne: sei gegrüßt, ein deutsches Weib! Der Eid. Thu' keinen falschen Gid!( der Spruch erging Den Alten) Halte Gott dein Angeloben! Ich aber sag' euch: Ihr sollt allerding' Nicht schwören! weder bei dem Himmel droben, ,, Der Gottes Stuhl; auch bei der Erde nicht. Die fich, als Schemel seinem Fuß muß neigen; Noch bei Jerusalem, der Städte Licht, Denn sie ist einem großen König eigen. ,, Auch nicht bei deinem Haupt, denn nicht ist dein Die Macht, zu ändern eines Haares Schimmer. Drum eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein! Was drüber ist, das ist vom Uebel immer." Scheint's doch, als ob ihr noch dies Wort nicht fennt: Ich hör' euch Eide leisten ohne Raften, Nicht etwa hingerissen vom Moment, Rein, eingeorgelt, wie ein Leierkasten. Welch' dreiste Stirn dem Evangelium, Daß euer Deuteln lächelnd es erwürge! Lavirt nur! ihr lavirt euch nicht herum Um dieses Spruch's granitnes Vorgebirge. Wo Chriftus feſt und hat gebot: du behalte Sprach er mit Klauseln nicht und Vorbehalten; Und zeigt sich heut' noch echt des Spruches Gold, So sündigt ihr, so frech damit zu schalten. Wohlan! den Prüfstein her! Was ist ein Eid? Ich sag': ein Wortgespenst zum Kinderschrecken. Wie lange währt die gute und schlechte Zeit? Arbeiten durch Frauen oder Mädchen ausgeführt? Grfelben? Wie ist die Sterblichkeit unter den Kollegen? An welcher des freien Mannes Würde wird entweiht, Krankheit starben die Meisten? Wie viel braucht der Kollege die Woche um zu leben? und zwar der verheirathete und der unverheirathete? Wie viel Miethe ist zu zahlen wöchentlich von Verheiratheten? von Ledigen? Ich bitte nun die Kollegen, in den deutschen Städten Schneiderversammlungen einzuberufen, diese Fragen in denselben zu disku= tiren und das Resultat an den Unterzeichneten einzusenden. statistische Zusammenstellung dieser Antworten wird uns ein Agitationsmittel bieten, wie wir bis jetzt noch keines besigen. Besonders aber bitte, dieses in den großen Städten recht bald und recht genau zu ermitteln, wie die Lage der Kollegen ist, in Berlin hauptsächlich. Von den Mitgliedern des Allgem. deutsch. Schneidervereins erwarte ich recht rege Theilnahme an diesem Werke und werde ich, dasselbe vollständig ift, veröffentlichen. social- demofr es in ber beutschen Arbeiterpreme pero entlichen, it sociales lacher burd wer tratischem Gruß Otto Matthaey, 1. Jacobstraße 19, Hamburg. Die Straßburg im Elsaß, 20. Oktober.( An die Schuhmacher Deutschlands und der Schweiz.) Kollegen, der Verein der Schuhmacher für Statistik in Straßburg hat in seiner legten Versammlung beschlossen, an Euch das Ersuchen zu richten, im Interesse der hiesigen jurg den Zuzug von hier bis auf Weiteres einzustellen. Mit Gruß und it be h dor mlun ent, findel mlung Handschlag Für den Ausschuß: Carl Sonderhof, 1. Borsigender. Josef Hotel, Schriftführer. befindet sich in der Restauration zum Falken", Mekgerplay Nr. 2. NB. Der Schuhmacherverkehr mit Arbeitsvermittelungs- Bureau Alle Arbeiterblätter werden ersucht, vorstehenden Aufruf in ihre cbeite Spalten aufzunehmen. abzu rboter r den en fi n de Wagt ihr's, die Frage vor ihm aufzustecken. Kommt nur mit euren schönen Phrasen her! Es legt der Mensch dem Menschen in die Hände Sein Heiligstes, als des Vertrau'ns Gewähr, Daß er, mit ihm zugleich, sich selbst verpfände." Ihr spottet wohl! Seht nicht bei: Ja! und Nein! Auch ohne breiter Floskeln Brunfverbrämung, Der sittlich freie Mensch sich selber ein? Braucht er den Eid, den 3aum, zur Selbstbezähmung? Noch mehr! Lebendig for frei und bewußt des Menschen. Wille sein, der gottgeweihte. Schwört er stellt er heraus ihn aus der Brust. Der Schwur da drüben, er auf dieser Seite. Thut er, weil also er's geschworen, recht, Weil ihm sein eigen Wort von draußen dräute Dann macht er zur Maschine sich, zum Knecht. Das freie Will wird todtem Muß zur Beute. Der Christ trägt in sich, seiner selbst gewiß, Auch formellos die Summe heil'ger Pflichten, Er braucht nicht eines Schlagbaums Hinderniß, Um seinen Zoll der Menschheit zu entrichten. Wie schnöde gar entweiht ihr zur Tortur Den Eid, daß sie die Wahrheit euch nicht hehlen. Eh' einem Dieb ihr kamet auf die Spur, Habt ihr verführt zum Meineid viele Seelen. Nicht heuchelt mir: Ja, wären wir so weit! Jest ist der Eid noch nöthig für die Massen." Das ist die Lügenausflucht jederzeit, Wenn ihr ein Unrecht nicht wollt fallen lassen. 22 So wollt ihr, was verstumpft, verderbt, entweiht, So lange noch, vorläufig, lassen walten, Bis daß( begreift den Unsinn!) mit der Zeit Jm Volf ein rein'rer Sinn sich wird entfalten. Ihr wollt nur nicht, sonst wagtet ihr es schon. Nicht jetzt, wo Ja und Nein den Schwur verbannten, Sofort sich Trug und Unrecht auf den Thron. Die Quäfer feht, des wahren Wort's Pedanten! Soll ich euch nennen eures Räthsels Wort? Um Menschenwürde nicht ist's euch zu thuen; Ihr wollt nur, daß des freien Willens Hort Versiegelt rosten soll in euren Truhen. Ihr führt die Menschen nicht am Gängelband, Daß sie nicht straucheln auf dem Pfad des Rechten; Ihr wollt sie machen nur in eurer Hand Bu feigen, blindlings hingegeb'nen Knechten. Daß ihr sie bringet unter euren Hut, Drahtpuppen gleich sie nach Belieben stuget, Dazu ist euch jedweder Popanz gut, Jedweder Hokuspokus, der verdubet. Sofort legt ihr, als Maulforb, an den Schwur Dem Mann, wenn er zu freiem Wirken reifet, Auf daß der Bär nach eurer Pfeife nur Tanze fortan, wie falsch ihr immer pfeifet. So ihr nur fordertet, was recht und rein Nicht also brauchtet ihr euch zu verschanzen. Doch hütet euch! Pfeift ihr auch noch so fein Schon murrt der Bär; er wird nicht ewig tanzen. ( Fortsetzung folgt.) Sprechsaal. Kampf zwischen einem Bürgermeister und einem Social: Demokraten. Altona, den 6. Oktober. Segeberg ist ein kleines Städtchen im östlichen Holstein, wo noch die Philistersitten und der gestrenge Herr Bürgermeister die oberste Herrschaft haben. Diese beiden Gewalten würden die Herrschaft auch auf einige Zeit behaupten, wenn die bösen Social- Demokraten nicht wären; aber diese drängen sich überall ein und selbst in das friedliche Städtchen Segeberg, trotzdem der Herr Bürgermeister alle Anstrengun gen machte, das böse Uebel fern zu halten. Jm Oktober vorigen Jahres, als die Social- Demokraten einige Versammlungen abgehalten hatten, wirkte der gestrenge Herr Bürgermeister auf die Wirthin, Frau Voch, durch allerlei Bemerkungen über Tanzmusik- Erlaubniß, Ronzeffions- Entziehung 2c. 2c. dermaßen ein, daß sie den Social- Demokraten ihr Lokal nicht mehr zur Verfügung stellte; von neun anderen Wirthen erlangte der Bürgermeister das Versprechen, ebenfalls ihre Lokale nicht für Arbeiter- Versammlungen herzugeben. Nur eine Wirthin, die Frau Hader, ermannte sich und kümmerte sich nicht um die Wünsche des Herrn Bürgermeisters; derselbe aber erklärte das Lokal für zu klein und verbot die betreffende Versammlung. Ein Privatmann Repschläger wollte nun seine geräumige Scheune darleihen, doch auch diesem nahte das Verhängniß in Gestalt eines Polizeidieners mit einem bürgerschaftlichen Erlaß, daß er Repschläger nicht be: rechtigt sei, Lokale zu vermiethen. Die Standhaftigkeit des Bürgermeisters, die Gesetze zum Wohle seiner Gemeinde" auszulegen, hatte gefiegt und die bösen Social- Demokraten waren ferngehalten von dem glücklichen Segeberg. Doch, das Verhängniß nahte auch für unsern Bürgermeister: Der Vorstand der Socialistischen Arbeiter- Partei Deutschlands" beschloß vor Kurzem, noch einen Sturm zu wagen auf das harte Herz des Bürgermeisters und entsandte mich, den Unterzeichneten, nach dem östlichen Holstein. In Segeberg miethete ich von dem Schuhmacher Möller eine Scheune: ich erhalte die polizeiliche Bescheinigung der Versammlungs- Anmeldung, dem Schuhmacher Möller aber ergings, wie vor Jahresfrist dem Herrn Repschläger, ihm wurde verboten, die Scheune herzugeben. Jch telegraphirte nach Schleswig an die dortige Regierung und beschwerte mich wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt; die Antwort lautete, daß man sich vor der Entscheidung zunächst Bericht von der Polizeibehörde zu Segeberg erstatten lassen wolle. Ich erklärte nunmehr dem Bürgermeister, daß ich denselben Abend noch in der Scheune Versammlung abhalten und gegen Jeden, der mich darin störé, auch gegen ihn, von meinem Hausrecht, da ich das Lokal gemiethet habe, Gebrauch machen würde damit verabschiedete ich mich. Nach einigen Stunden wurde ich bei einem Bekannten plöglich verhaftet und in's Belizeigefängniß abgeführt. Vernommen wurde ich in Bezug auf meine Aeußerung, betreffend die Wahrung meines Haus rechtes. Jch telegraphirte nun an die Staatsanwaltschaft zu Kiel und wurde nach 26 Stunden auf Befehl derselben meiner Haft entlaffen. Nun besuchte ich sofort den gestrengen Herrn" wieder, der aber merklich höflicher mich jetzt empfing; nochmalige bürgermeisterliche Weigerung - nochmaliges Telegramm an die Schleswiger Regierung. Endlich, endlich Antwort der Regierung mit dem Versprechen um Abhülfe. Mit diesem Telegramm ging ich nun zum Bürgermeister, der jegt allerdings die Gnade hatte, dem Scheunenbesitzer die Vermiethung sei ner Scheune freizugeben; zu vergangenem Sonntag Abend erhielt ich demgemäß auch die Bescheinigung zur Versammlung. Zu dem Landrath des Kreises hatte ich mich auch begeben, um mich zu beschweren, doch verwies mich derselbe auf die Schleswiger Regierung und ersuchte mich in recht zuvorkommender Weise, doch für Ruhe und Ordnung in Segeberg zu sorgen, da jeden Abend seit einigen Tagen( seit meiner Verhaftung) Voltsauflauf sei. Ich versprach dem Herrn Landrath für Ruhe und Ordnung sorgen zu wollen, wenn ich dazu das Mandat des ehrenwerthen Bürgermeisters von Segeberg erhielte. Dies bürgermeisterliche Mandat erhielt ich auch und ersuchte Sonnabend Abends in einer Ansprache zuerst die Volksmenge, sich zu zerstreuen, die meiner Aufforderung auch sofort Folge gab; darauf ging ich zu neun mit einander patroullirenden Polizisten und Gensd'armen und forderte auch diese auf, auseinander zu gehen, da ja durch ihr Patrouilliren das Volk leicht wieder erregt werden könne; auch diese Herren tamen sofort meiner Aufforderung nach. Ich fühlte mich in jenem Augenblicke mächtiger, als selbst der großmüthige Herr Bürgermeister von Segeberg. Sonntag Abends fand nun die Versammlung statt, in welcher außer mir, der ich das Benehmen der Polizeibehörde einer scharfen Kritik unterwarf, noch Herr Heuer aus Altona einen Vortrag hielt. Die Versammiung war äußerst zahlreich besucht und die Begeisterung eine große, das Endresultat ist, daß in Segeberg der Herr Bürgermeister von der Social- Demokratie besiegt wurde. Nunmehr geht es flott mit der Agitation im neunten Schleswig- Holsteinischen ReichstagsWahlkreise vorwärts. H. Gundelach. Vermischtes. *( Ueber die originelle Verhaftung) des Redakteurs der , Germania", die wir in unserer legten Nummer schon kurz erwähn ten, entnehmen wir der Germania", die diesen Fall in einem Artikel unter der Ueberschrift Der Kriminalkommissar" oder„ Brautonkel" behandelt, das Nachstehende: 11 " 1 Am Dienstag oder Mittwoch der vorigen Woche erschien im Hinterhause der Kommandantenstraße Nr. 6 bei einer dort wohnenden Schuhmacherwittwe, die mit ihrer ebenfalls verwittweten Tochter aus dem Vermiethen von möblirten Zimmern ihren Lebensunterhalt zu ziehen sucht, ein Mann in den mittleren Jahren, um nach Diesem und Jenem zu fragen und sich auch nach einem gewissen Gustav Taube zu erkundigen. Nicht bloße Neugierde treibe ihn, sagte er, sondern er ſei da, um einmal zu hören, ob Herr Taube wohl ein ordentlicher Mensch sei, der zur rechten Zeit nach Hause komme, nicht zu viel Bier trinke, feine Rechnungen pünktlich bezahle, feine Wäsche in Ordnung halte und überhaupt so lebe, daß man ihm das Lebensglück eines jungen Mädchens anvertrauen dürfe. Ihm wäre es nämlich bekannt geworden, daß Herr Taube ein Verhältniß habe, und das gehe ihn sehr nahe an, weil es sich dabei um seine, des Onfels", Nichte handle. Die Wirthsleute gaben dem Onkel" jede gewünschte Auskunft und versicherten, wie sie nicht anders konnten, der Herr Taube sei ein ganz braver, guter Herr, und sie wünschten nur solche anständige und solide Herren zu Chambregarniften zu haben. Der„ Dntel" war mit diesen Mittheilungen sichtlich zufrieden, und nachdem er sich noch genau darnach erfundigt, zu welchen Stunden Herr Taube ganz sicher zu Hause sei, empfahl er sich. Nachdem der„ Dnfel" außer Sicht war, meinte die Frau Meisterin, die Sache scheine ihr nicht ganz richtig; denn der„ Ontel" wäre ihr eher wie geheimer Polizist vorgekommen. Sie als Berlinerin fenne Das, und glaube den Leuten noch lange nicht Alles, was sie so sagten. Indessen mache ihr der„ Geheime" feine sonderlichen Sorgen; ja es freue sie sogar, weil sie dann Gelegenheit gefunden, von ihrem Miether, der nun schon fünf Vierteljahre bei ihr wohne, ein gutes Zeugniß an die richtige Stelle zu bringen. Die Staatsgefährlichkeit" des Chambregarnisten mit dem Verhältniß" war der Schuhmacherwittwe nämlich schon früher gelegentlich flar geworden; eine Zeitungsnotiz über den Breßprozeß des Herrn Taube hatte ihr deren wahren Charakter enthüllt, und ein schlau angelegtes" Ausfragen hatte ihre Wissenschaft vervollständigt. 11 17 " 1 Heute Morgen, den 19. Oftober, vor 7 Uhr, erhielten die Leute ganz unerwartet einen zweiten Besuch. Der„ Onkel" war wieder da, aber er stellte sich diesmal in der Begleitung eines Cousins" ein. Die Herren pochten ziemlich heftig an der Flurthüre, und als ihnen von drinnen geantwortet wurde, sie möchten zu gelegenerer Zeit zurücktommen, erklärte der Onkel", er verlange Einlaß im Namen des Gesetzes! Darob allgemeines Durcheinander in der Wohnung, einige Anfälle von Schluchzen und Weinen, haftiges Ankleiden und endliches Deffnen der Thüre. Wo ist Herr Taube?" fragte der„ Dnkel". Er ist noch nicht aufgestanden," erwiderte die Wirthin. Dann sagen Sie ihm, daß er sich beeilen möge", äußerte der„ Onfel" mit scharfer Betonung, denn ich bin hier, um ihn zu verhaften!" " 11 In wenigen Minuten war Herr Taube marschfertig. Der Herr Kriminalkommissar und sein Assistent führten ihn auf dem fürzesten Wege zum Moltenmarkte. 11 Wir vernahmen die Verhaftung, als die Redaktionsgeschäfte eben anfingen, in Fluß zu kommen. Ein Gefängnißbeamter theilte uns die einfache Thatsache mit. Das„ Wie" und" Warum" zu erkunden und zu enträthseln, war unsere Sache. In der bisherigen Wohnung unse res verhafteten Redakteurs erfuhren wir die Geschichte vom Brautonkel" und die übrigen vorstehend erwähnten Details. Bezüglich der nächsten Motive zu diesem Vorgehen konnten wir an kompetenter Stelle sichere Auskunft nicht erlangen. Was man uns zu tombiniren gestat tete, ist Folgendes. Außer den in erster Instanz bereits abgehandelten Anklagen wegen Preßvergehen liegen noch einige weitere Antlagen gegen Herrn Taube vor. Zu diesen sollen neuerdings wieder einige hinzugekommen sein, bezüglich welcher die Schäßung des Herrn Staatsan waltes dahin gehe, daß sie unserem bisherigen Verantwortlichen nicht unter einem Jahre Gefängniß eintragen werden. Daraufhin wäre die vorläufige Inhaftnahme beantragt, beschlossen und ausgeführt worden. い Bebel, Aug., Unsere Ziele Blos, W., Unsere Preßzustände Blut und Eisen, oder die Entstehung des Krieges 1866 Boruttau, Religion und Socialismus Christenthum u. Socialismus( eine religiöse Polemik) Der Braunschweiger Ausschuß der Social- demokratischen Arbeiterpartei in Lögen und vor Gericht 1871 Die Volksschule und die Lage ihrer Lehrer in der Provinz Preußen Dieggen, National- Defonomisches Die bürgerliche Gesellschaft Graz wegen Religionsstörung und geheimer soc. dem. Verbindung Tessendorf und die deutsche Socialdemokratie M. 0,25 = 0,20 9. 0,75 M 0,40 = 0,50 v. Treitschte, der Socialistentödter = 0,50 A 0,15 Sack, Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit Statuten der internationalen Arbeiterassoziation : 0,30 V 0,60 0,10 Bogel, Verfälschung der Lebensmittel 0,70 Volksstaat Fremdwörterbuch, brochirt 0,50 1,25 gebunden M 0,65 V 0,15 Wuttke, Die deutschen Zeitschriften Yord, Die industrielle Arbeiterfrage 4,00 0,25 0,05 T 0,10 M Die Religion der Social Demokratie ( 5 Kanzelreden) = 0,20 M 0,15 0,15 = 0,15 0,45 0,50 ; 0,15 A 0,15 V 1,10 0 0,15 2,00 Dr. Douay, ABC des Wissens Antwort an die Bekenner des Theismus Die parlamentarische Thätigkeit des deutschen Reichstages, der Landtage und der Social- Demokratie Engels, F., Zur Wohnungsfrage( 3 befte) Der deutsche Bauernkrieg Die Bakunisten an der Arbeit Sociales aus Rußland Erinnerungen an Herwegh Geib, Normalarbeitstag General Abstimmungsliste des deutschen Reichstages von 1867-73 Herr Böhmert und seine Fälschungen der Wissenschaft, begangen in seinem Buche: Der Socialismus und die Arbeiterfrage" Hillmann, Praktische Emanzipationswinte Hirsch, Die angeblichen socialen Theorien und die wirklichen Bestrebungen des Herrn Bakunin Leipziger Hochverrathsprozeß Lassalle, Offenes Antwortschreiben M Ueber Verfassungswesen. und Macht und Recht Arbeiter Lesebuch Arbeiter- Programm Rondsdorfer Rede Bastiat- Schulze Wissenschaft und Arbeit Feste und Preffe Kleinere Auffäge Indirekte Steuern Franz von Sidingen *= 0,80 M 0,15 V 0,15 M 3,00 Was nun? = 0,35 Italienischer Krieg und die Aufgabe Preußens An die Arbeiter Berlins Düsseldorfer Prozeß am 27. Juni 1864 Zur Arbeiterfrage Julian Schmidt Liebknecht, W., Grund- und Bodenfrage 0,08 0,15 = 0,10 V 0,10 0,50 0,15 M = M 0,15 = 0,25 H 0,25 1,25 M 0,80 V 0,10 2 0,15 = 0,15 = 1,00 M 0,50 Trug und Schutz = 0,20 Wissen ist Macht A 0,25 M Ueber die politische Stellung der So cialdemokratie M 0,15 Reichstagsrede 1874 3 0,15 Mt. 1,00 2,00 Lommel, Jesus von Nazareth V 0,30 = Johann Huß M 0,30 A 0,60 Most, Gesetzsammlung. 1. Heft = 0,25 V 0,60 2,25 0,40 = 4,00 Durch die Buchhandlung des„ Neuen Social Demokrat" find folgende Schriften zu beziehen: Auerbach, Bernh., Tagebuch aus Wien Baumann, Berechnung über das Gewindeschneiden Becker, B., National- ökonomische Raketen Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution von 1848 Geschichte der revolutionären Pariser Commune von 1789-1794 Berlin. Arbeiterversammlungen: Sonnabend, 23. Okt., As. 8hr Gratweil's Bierhallen, ob. Saal. Religion und Socialismus. Vortrag des Herrn Dolinski. Verschiedenes. Montag, 25. Oft., Abends 8 Uhr. Oranien 1) Oranienstr.170 alon. Schutzoll und Freihandel. Vortrag des Herrn Heiland. Verschiedenes. 2) Landwehrstr. 11, bei Meister. Wird durch den Socialismus die Indu strie gefördert? Vortrag des Hrn. Reitel. Dienstag, 26. Oft., Abds. 8 1hr, 1) Ackerstr. 63 bei Qualių. BerVortrag des Herrn F. W. Frische. 2) Gesundbrunnen, Pankstr. 25. Säbel. Krummftab. Geldsack. Vortrag des Herrn Kustermann. schiedenes. Um zahlreiche Betheiligung in allen Bezirksversammlungen ersucht ( F. 29.) A. Heinsch.[ 5,00] Berlin. Donnerstag, den 28. Oft., Abends 8 Uhr, Sophienstr. 15, = Pariser Commune vor den Berliner Gerichten Otto Walster, A., Allerhand Proletarier Rienzi( Drama in 5 Aufzügen) Prozeß gegen Dr. H. Tauschinski und 31 Genoffen in Berlin. Montag, 25. Ottober, Abends 8 Uhr, bei Vogel, Alexanderstr. 31, General- Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allg. deutsch. MaurerAnzeigen. V 0,30 Zur Beachtung. Wir ersuchen unsere Abonnenten außerhalb, bei vorkommen den Unregelmäßigkeiten in Zusendung unseres Blattes, selbst bei der Postanstalt ihres Wohnortes zu reklamiren und nicht bei uns. Wenn eine Störung in dem Versandt der Zeitung durd uns eingetreten ist, so werden wir dies sofort bekannt geben. Die Expedition des ,, Neuen Social- Demokrat". Briefkasten. Die auf dem Gesundbrunnen wohnenden Barteigenossen werden dringend aufgefordert, am Dienstag, den 26. Oktober, is Pflanz' Lokal, Pantstraße 25, zu erscheinen. Die Lokalfchwierig feiten fönnen nur durch rege Theilnahme beseitigt werden. Diest Aufforderung gilt auch für die Bezirksversammlung Ackerstr. 63. A. Heinsch, Große Frankfurterstr. 118a. Herrn Rönnekamp in Hamburg. Es ist der Redaktion mit Ihrem Namen unterzeichnet ein Telegramm zugegangen, mi dem Ersuchen, über den gegen Sie geführten Proze Nichts zu veröffentlichen. In Folge dessen haben wir au Rücksicht auf diesen Wunsch einen bereits fertigen Artikel, wel cher den Fall behandelte, bis auf Weiteres zurückgestellt. D andere Arbeiterblätter aber fortfahren, die Sache zu besprechen und von ihnen uns nichts weiter brieflich mitgetheilt wird, bitten wir um genaue Auskunft; möglicher Weise ist das Tele gramm eine Fälschung, und wäre es dann interessant, de Absender auf die Spur zu kommen. Die Red. d. ,, N. Soc.- Demokrat". Hörig, Hamburg. Da die von Ihnen erwähnten Annoncen nid im Blatt waren, so kann es nur darin seinen Grund haben, daß un eben der Brief mit denselben nicht zugegangen ist; wir bemerfe übrigens, daß wir uns wunderten, daß zu mehreren Nummern unsere Blattes von Ihnen gar keine Annoncen eintrafen, setzten es aber au Rechnung des Erscheines des„ Hamb. Alt. Boltsblattes". Die Exp. d. N. S.-D." Altona. Wir ersuchen die geehrten Abonnenten um noch einig Tage Geduld mit den Partei- Kalendern. Im Auftrage: Aug. Braun. Meyer, Schleswig. Zwischen Deinem Eingesandt" und dem vo Haß ist ein wesentlicher Unterschied, den wir bei Angabe einer genaue Adresse brieflich mittheilen werden. Hörig, Hamburg. Das von der Liedertafel ,, Lassallea" eingefand Geld, 381 Mart, wird demnächst ordnungsmäßig quittirt. Freund Schlosser, München. Meine Adresse lautet: Fr. Hu mann, Berlin N., Aderstr. 162, Hof, 3 Tr. Ich erwarte Nachricht Berlin. Dienstag, ben 26. Oktober, Altona. Dienstag, 26. Dktober, Abends 8 Uhr, Sophienstraße 15, 5. Berliner Schmiedegefellen. Große Versammlung Abends 8 Uhr, in Heinsohn's Salon, Halle a. S. Mittwoch, 27. Ott., Ab. 8 Uhr, i. Rosenth Oeffentliche Versammlung des Arbeiter- Wahlvereins. Mitgliederversammlung Besprechung über ein demnächst stattfinde Vortrag d. Hrn. Grottfau.( F. 109.)[ 1,40] des deutsch. Bau-, Land-, Erdund Steinhauer- Bundes. Hamburg. Dienstag, 26. Oft., L.- D.: Kaffenbericht. Bibliothek- Ange: Verschiedenes legenheit. Der letzte Ball. und Fragen. Abends 8 Uhr, in Stadli's Salon, Valentinskamp 41, Allgemeine Arbeiterversammlung. T.- D.: Vortrag des Herrn Hartmann. und Fabrikarbeitervereins. L.- D.: Besprechung über ein Verbrüderungsfest. Innere Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. 20.) Alle Mitglieder müssen am Plage sein. ( F. 5. Cordes.[ 2,60] Sörig. 1,60] Barmbeck. Mittwoch, 27. Oftober, Hamburg. Donnerstag, 28. Dft., im Lokale des Herrn Schuly, in Barmbed Die Mitglieder müssen sämmtlich zur Stelle sein. Neue Mitglieder werden aber auch aufgenommen. ( F. 1.) Burlemann.[ 3,20] ( F. 55.) Berlin. Mittwoch, den 27. Ottober, Abends 7 Uhr, bei Vogel, Alexanderstr. 31, Mitgliederversammlung des Puyer- Clubs. L.- D.: Vortrag des Hrn. Paul Grottkau. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Geschäftsführer. Das Arbeits- Nachweisebureau und die Fortsetzung der Generalversamm: Morgensprache befinden sich jetzt bei Vogel. lung des Socialistischen Arbeiter: Es ist Pflicht eines Jeden, am Sonntag Wahlvereins. Geschäftsbericht. Abends 8 Uhr, im Salon zum Roland, 1. Jakobsstr. 19, Mitgliederversammlung der Bau-, Land-, Erd- und FobrikArbeiter. L.- D.: Besprechung wegen ein Bro Abends pr. 8 Uhr, am Marktplatz, Socialisten- Versammlung. 2.- D.: Vortrag. Zutritt frei für Jedermann. ( F. 89.) C. Simon.[ 1,80] Donnerstag, 28. Dft., ſchüre und eines Balles. Bere sange Eppendorf. Abends 8½ Uhr, legenheiten. ( F. 1.) F. Krohn.[ 2,20] Montag, 25. Oktober, Abends 8 Uhr, Hohe Bleichen 30, Hamburg. Vormittag zu erscheinen. Separate Zimmer Deffentliche Versammlung TD.: Aenderung des§ 11 des Statuts. ftehen zur Verfügung. Agitation in Ber:( F. 53.) lin. Karte vorzeigen. Neue Mitglie der werden aufgenommen. ( F. 29.) J. A.: A.. Heinsch.[ 2,20] Berlin. Dienstag, den 26. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Vogel, Alexanderstraße 31, J. Dietrich.[ 3,40] Berlin. Dienstag, 26. Oktober, Abends 8 Uhr, im Café Polenz, Alte Jakobstraße 83, Geschlossene[ 2,00] Mitgliederversammlung des Allg. Tischler( Schreiner-) Vereins. L.- D.: Wahl eines Revisors. BureauW. Schmit. Deffentl. Versammlung frage. Berschiedenes. der Berliner Zimmerleute. Berlin. Dienstag, den 26. October, Abends 8 Uhr, T.- D.: Vortrag des Herrn Max Stöhr in der Bundeshalle, Wallnertheaterstr. 15, Fragetaften. über Prostitution. Verschiedenes und Große Große Generalversammlung Zu recht zahlreichem Besuch fordert auf sämmtlicher Schuhmacher Berlin. Dienstag, 26. Oktober, ( F. 98.) Otto Rapell.[ 3,00] Berlins. der Malergehülfen. Vortrag des Herrn Breuel. ( F. 1.) S. J. Levin.( 1,60] Altona. Dienstag, 26. Ottober, Abends 82 Uhr, im Ritter St. Georg, Gr. Rosenstraße. Generalversammlung des deutsch. Tabak- Arb.- Vereins. Tagesordn.: Vierteljährliche Abrechnung. Ergänzungswahl des Vorstandes und Ver schiedenes. Richterscheinende zahlen 15 Pf. Strafe. ( F. 20.) Der Ortsvorstand.[ 2,00] Altona. Vorläufige Anzeige. Am 6. Dezember findet in den Lokalitäten des Herrn Koppel mann ein Concert und Ball statt, arran girt von den Mitgliedern des Deutschen Schneidervereins. Der Ueberschuß wird zur Wahlbewegung bestimmt. Daß Fest- Comité: ( F. 20.) J. A.: E. Leinhos.[ 1,80] im Lokale des Herrn Becker, Geschlossene Mitgliederversammlung der Socialistischen Arbeiterpartei Deutschlands. Z.- D.: Bortrag. ( F. 65.) W. Wulf.[ 2,00] Harburg. Montag, 25. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Geißler, Volksversammlung. T.- D.: Die Regierungsvorlage zur be vorstehenden Reichstagsfession. Ref.: Herr Reichstagsabgeordn. Geib aus Hamburg. Diese Versammlung wird Umstände halber präzise 8 Uhr eröffnet. ( F. 59.) Lampel.[ 2,20] Montag, 25. Hannover.ends 8 Uhr, in den großen Sälen des Hrn. Narten, Große Volksversammlung. Tagesordn.: Der Volksbildungs- Verein und sehr wichtiges. Barteigenossen, seid Alle am Play. ( F. 100.) 5. Rudolph.[ 2,00] bes Arbeiterfest und Wahl eines Fest mité's. Die Mitglieder müssen am Pla fein. 3. A.: F. Maaß.[ 1,6 Durch die Parzellirung Königl. mainen in der Umgegend von Gütt ( Neu- Vorpommern) ist der Zuzug v Töpfer und Schloffer Meistern dringe nöthig, weil die vorhandenen Meister Arbeiten nicht mehr im Stande sind, bewältigen. [ 4, [ F. 100.) Die Bewohner der Umgegend von Güzkow. Den Cigarrenmachern empfiehlt alle Sorten Roh- Tabake F. Schütze,[ 3, Reinickendorferstraße 60B Cigarren- Lager M. Kienast, Alexanderstraße 31 Meinen geehrten Parteigeno empfehle mein Uhrenlager. paraturen unter 1jähr. Garan 111 P A ge hül we ich feu der tre lut ang die an unt Ari ist. Fre abe bur [ 1 [ 1,0 Ha helf als fold A. Grüger, Uhrmacher, Staligerstr. 120, Ede Mariann straße, Berlin SO. heu [ 3,0 Bet Ste nich übe fluf Feu wol jezt Feu aus Wo lich Schi abe [ 5 Gef bed jan men Stän trac gän 9 Meinen g. Parteig. empf. Uhrmacher Geschäft. neue Uhren und Rep. 3 Ja reelle Gar. Gold. Damenuh von 13 Thlr. an; do. Herr Ancreuhren vo 15% Thlr. silberne Cylinderuhren von 5 Thlr. an. ( F. 110.) D. Ellinghausen,[ Uhrmacher, Alexanderplay 44, G der Landsbergerstr., Berlin. Die garantirt besten, echten Engli lederhosen werden zum Preise von Ne mart 9,60, sowie Englischleder, pr. 3,70 m., in allen Farben, zollfrei u Postvorschuß, versandt bei Julius Alexander, Hamburg, ( F. 94.) Zollvereinsniederlage. Niederlage u. Verkauf in Berlin: NB. En gros et en détail.' Dresden. Die Versammlungen straße 38, 1 Treppe hoch, bei S. Josep Abends 8 Uhr, T.- D.: Die Petition an den deutschen Landsbergerstr. 15 bei Heise, Reichstag betreffs Einführung eines geseg Deff. Cigarrenarbeiterversammlung. lichen Normal- Arbeitstages und Regelung der Socialistischen T.- D.: Bortrag des Herrn Dr. Kuns refp. Aufhebung der Zuchthaus- und We Wandsbeck. den 27. Oktober, bei Lagemann, Kampftr. 53, Arbeiter- Partei finden regelmäßig Monüber die nachtheiligen Einwirkungen der fängniß- Arbeit. Die Schuh- und StiefelGescht. Mitgliederversammlung tags, Abends 8 Uhr, im Saale der ConHausarbeit. Abrechnung. Verschiedenes. Fabrit des Herrn Fürstenheim in der VerDie Reklamation an liner Stadtvoigtei. des Allg. deutsch. Maurer- versation, am See 35, ftatt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Das Verkehrslokal für die Parteigenoffen Die Kommiffion.[ 1,80] den Magiftrat um Ermäßigung der Klaffenund Steinhauer- Bundes. und Einkommensteuer. [ 4,40] ist bei Herrn Rödiger, Galleriestr. 1. Es ladet zu einer Gemüthlichen Zu Schuhmacher Berlins, agitirt für diese Wegen wichtiger T.-D. muß jedes Mitglied J. H. Knieß.[ 1,80] fammenkunft auf Sonntag Abend ein Versammlung und verbreitet zahlreich die am Plaze sein. C. H. Szimmath. Ich erlaube mir, den geehrten Parteigen.( F. 79.) R. Tröger.[ 2,00] Aufrufe. Montag, den 25. Oktober, Bersammlung mein Brod- und Kuchengeschäft zu empf. Der N. Soc.- Dem." liegt aus Fischerstr. 5 F. Weigel, Blumenstraße 50a.[ 1,50] im Barbiergeschäft bei Wernsdorff.[ 1,00] bei Gratweil. Vortrag des Herrn Köhler. Bremen. Freunden und Parteigenoffen zur Nachricht, daß ich eine Bierhalle nebst Speise- Wirthschaft, Kleine Helle 45, er öffnet habe und bitte um geneigten Zuspruch. Achtungsvoll: J. C. Klein.[ 2,50] 11 Englischleder- Anzüge M sche ( anerkannt beste Qualität) Mt. 17,00, Hoje 9,60, in weiß 9,50, versenden zollfrei gegen Postvorschuß Ja Ade Mt. 4,00, bestes Englisch- Leder pr. t. 3,60.( F. 84.) [ 4 Henry Isaacs u. Co., Autogesp Kl. Elbstr. 22, im alt. engl. Lab Druck und Verlag der Allg. deutschen Affociations- Buchbruckerei zu Berlin, Eingetragene Genossenschaft( verantw. Heinr. Radow), Kaiser- Franz- Grenadier- Platz 8a. Verantwortlich für die Redaction: A. Küster in Berlin stre die