Neuer Social WMkrat Inhalt. Die„rcaktivilärc" Masse. Politische Ncbersicht: Zum Militiir-Etat.— Das Elend der Handelskrise.— Wie das Volk vertreten wird.— Der Krach Strous- Berg,— Graz.— Frankreich.— Unsere Invaliden.— Gehalt eines Betriebs-Direktors. Deutscher Reichstag. Protest gegen die Entwürfe eines Gesetzes, betreffend die Abänderung des Titels VIU. der Gewerbe-Ordnung. 5torrcspondcnzcn: Altona.— Nordhausen. Tprcchsaal. Tie„reaktionäre Masse". ii. I In der von uns„reaktionär" genannten Gesellschaft haben wir als bewegendes und herrschendes Prinzip die Selbstsucht des Individuums gefunden. Da dieser alle Welt und alle Menschen nur als Stoffe zur Befriedigung dienen, während„Recht" und„Gesetz" keinen anderen Sinn haben, als den, die Selbstmacht und Selbstlust dieser Be- � friedigung zu hemmen, so ist die Selbstsucht an sich— ?der im Paradiesesstande der Unschuld— überhaupt unfähig, Rechte und Gesetze oder einen Staat zu bilden. Sie Mus; erst durch bittere Erkenntnißfrüchte über die Schäd- lichkeit ihrer unbeschränkten Ausübung, und über den höheren Bortheil einer freiwilligen oder gezwungenen Beschränkung belehrt worden sein, um gewisse Schranken, irgend ein gegenseitig verpflichtendes„Recht", einen Bcr- frag anzuerkennen. Dieser Vertrag wird aber uothwendig immer dem Stärkeren die Ausbeutung des Schwächeren zu Recht gestatten und gesetzlich machen. So gehen z. B. zwei Raufbolde auch einen Bertrag als Herr und Sclave ein, wenn einmal der Besiegte genügend zerschlagen worden ist, um die Inferiorität seiner Kräfte als sichere Thatsache zu empfinden. Denn, so wie er nicht jeden beliebigen Augen- blick wiederum zerschlagen werden möchte, so zieht auch der Starke es vor, statt des ewig erneuten Kampfes, der doch uothwendig auch Wechsel, Schaden und Gefahr bringt, Sicherheit vor dem Gegner und Frieden zu haben, so bald derselbe nur freiwillig sich zu der verlangten Unterthänig- keit versteht. Das Wohl des Herrschenden wie des Die- nenden gewinnt also durch ein zwischen ihnen aufgestelltes Recht des Stärkeren, und dieses Recht wird daher die Seele der ersten Gesellschaft, wie es noch heute die Seele des ftlassenstaats ist; immer aber bleibt ihm der Inhalt, daß nur der größere Bortheil des Individuums, die mehr gesicherte Ausbeutung des Nächsten sein Ziel und Augenmerk ist. Der Socialismus dagegen erhebt, was hier nur als Beigabe zum Bortheil der Selbstsucht erscheint, die Gegen- leitigkeit, selbstständig, in freier und reiner Form zur Grundlage, zum herrschenden Prinzip der Gesellschaft. Und da die Gegenseitigkeit schon in ihrem ersten Auftreten, als Gehülfin der Selbstsucht, diese einschränkte, und, soweit Ne immer zur Geltung kam, als„Gesetz" sich über sie erhob, so ist leicht ersichtlich, daß sie zum Leben und Rich- tung gebenden Prinzip geworden, die Selbstsucht immer nur als reaktionäres Moment sich gegenüber hat und baß in der Bekämpfung dieser Reaktion ihr Sieg und ihr Wesen besteht. Die Gegenseitigkeit, oder, wie wir sagen, die Soli- barität, ist das Ei des Kolumbus. Sie war in der Will- Wirherrschaft der Selbstsucht das erste und einzige gesell- schastsbildende Element; in ihr wurzelt aller Ursprung und alles Wachsthnm der Kultnr. Und seitdem ist sie den politischen, mirthschaftlichen, religiösen Gesellschastsbildncrn und Gesetzgebern aller Zeiten unter tausend Namen durch die Finger gerollt als ein unselbstständiges, immer wieder rollendes und schwindendes Gleichgewicht, und hastet als iolches allen Einrichtungen des Staates und der Gesellschaft an. Der Socialismus aber hat dieses Ei aufrecht gestellt, und nun, aufrecht und selbstständig, bedarf es keiner Stütze, keines außer ihm liegenden Haltes mehr, und trägt, indem ss sich selbst trägt, die ganze politische, wirthschastliche und sittliche Ordnung eines neuen Staates, einer neuen Gesell- schaft. Auf Solidarität ist ja Alles gebaut, was wir echt menschlich nennen, und, sagen wir mehr, all unser Rie lisch enthinil ist Solidarität. Jenseits liegt nur das Wesen des Thiers, aus dem wir stammen. Was ist denn unser Geist, der Geist jedes Einzelnen? Ein solidarisches Bewußtseinsleben. Aus der Menschen- gemeinschaft erst ist er hervorgegangen und wird sonst nir- gends gefunden; erst das solidarisch gewordene Denkwesen Und Denkgesetz giebt ihn uns, und das erste Einswerden von Bewußtsein mit Bewußtsein ist sein Keim. Wie das Rufnehmen der Nahrung zum Einswerden der Nahrung und des Leibes führt, so das Ausnehmen der Gegenstände in die Sinne zum Einswerden der Sinnesempfindung mit den Bingen oder zum Bewußtsein von der Welt. Dieses hat auch das Thier. Aber die Unterscheidung eines be- wußten Ichs geht erst aus der(durch Familienleben) bis zur Einheit von Bewußtsein vertieften seelischen Ge- meinschast der Menschen hervor, aus welcher gefundenen Bewußtseinssolidarität das Selbstbewußtsein erwacht, die Unterscheidung des Persönlichen, oder das„Ich"— welches das Thier nicht hat. Darum gelangt der Mensch, wenn er einsam bleibt, so wenig jemals zum Geist, wie das Thier, bleibt Thier mit den Thieren, oder stumpfsinnig, Idiot, in der Einsamkeit des Kerkers. Der Geist, die Bewußtseins- solidarität der Menschen, ist das Gemeinwesen Aller, von dem alles Geistige des Einzelnen ausgeht und das die per- sönlichen Unterscheidungen an sich hat, wie der Baum seine Zweige. Aus sich selbst können diese nicht emporwachsen, aus ihm, von ihm gewährt, getragen und nach seinen Ge- setzen entwickelt, wachsen sie hervor, und das, was da mit- wächst, sind nur scheinbar die Zweige, in Wahrheit ist es das Ganze, der Baum. Alles„Wissen" des Einzelnen im höchsten Sinne ist nicht mehr subjektive Empfindung, Phan- taste und Gedanken oder Wahrheit des Einzelnen, sondern es ist von anderen Menschen getheiltes, solidarisches Bewußtsein vom Wesen sei es der Natur- oder der Menschenwclt. Wissen(wie das Einmaleins) ist„sicher", wenn es alle regelmäßig entwickelten Mensche» theilen. Die Wissenschaft ist das, mit Ausschluß von individuell-wahren Erkenntnißbausteinen nur aus solidarischen Wissensbausteinen aufgeführte Gebäude menschlicher Erkenntniß oder des Ent- wickelungsganges der Gesellschaft. Das persönliche Gefühl der Gewißheit selbst, wenn es auch irrthümlich sein sollte, hängt von dem Grade der Solidarität ab, in welchem wir die uns„überzeugende" Erkenntniß als verpflichtend für alle Menschen annehmen. Die Säulen unseres geistigen Wesens also, der Er- kenntniß, sind aus dem Materiale der Solidarität ge- baut— und solidarisch finden wir, wie das geistige Wesen, so all unser eigentlich oder wahrhaft„Menschliches", in welchen Beziehungen immer wir es durchforschen. Denn, was ist Sittlichkeit? Der Trieb und die Kraft nur des solidarischen Lebensgesetzes in uns. Die Selbstsucht, ihr gegenüber, sucht und thut das Gesetz des Einzelnen, des Individuums; die„Tugend" aber' übt auf Kosten des Individuums das gemeinsame Gesetz der Menschen! Nicht die bloße Hingabe an den Nächsten— etwa die jenem zu einem Morde behülflich wäre— ist schon sittlich, sondern die Hingabe erst für ihn an ein allgemeines. Allen gehört- ges Lebensgesetz oder Lebensgut der Menschen. Und darum erscheint auch jede unmittelbare Hingabe an das Gesammt- oder Gemeinleben, in der Freundschaft, Ehe, Vaterlands- liebe, als Treue, Redlichkeit, Rechtssinn, sittlich, idealistisch oder tugendhaft. Das„Recht", welches Kant den Aug- apfel Gottes nennt, ist nichts als das gemeinsame Lebens- gesetz der Gesellschaft gegenüber den Ansprüchen des indivi- duellen Lebensrechtes. Und je mehr Einzelne ein Recht anerkennen, je höher steigt sein Werth, je„heiliger" wird seine Geltung; die Gerechtigkeit, welche wir im Namen aller Menschen anrufen können, bewegt am tiefsten unser Ge- müth, ist die weittreffendste Rcchtswaffe, das Menschen- recht. Mag auch Recht und Sittlichkeit noch niedrig stehen, so daß sie z. B. neben den Schutz des eigenen Gemein- wesens gleichwerthig Beraubung und Verwüstung des frem- den setzen, oder Liebe nur für den Genossen, für den Geg- ner aber Haß verlangen— immer ist die Hingabe des Ein- zelnen an sein Ganzes, also Opferung der Selbstsucht zu Gunsten der Solidarität, ihr sittlicher Inhalt. Und so sind alle Güter des Herzens, der Seele, des Geistes, in der Gemeinschaft, der Solidarität der Menschen unweigerlich beschlossen und gehen in ihr auf, immer im Gegensatze zu dem reaktionären'Prinzip der Selbstsucht. Ich wiederhole es daher, all' unser Menschenthum ist Solidarität, gemeinsames Gesetz und gemeinsames Leben der Menschen. Wir sind Communisten und Müs- sen es sein, so weit wir wahrhaft Menschen sein wollen. Die Anker unserer menschlichen Existenz: Gewißheit, Wahr- heit. Recht und Logik, die Ideale aller Religion und Sitte: Tugend, Liebe, Freiheit, Bildung, Sittlichkeit, das Geistes- wesen selbst, sind Communivmus, Einheit»nd Gemeinsam- keit des Lebens, in die wir hineinwachsen, je menschlicher, je vollkonunener wir werden. Wir besitzen alle diese Güter entweder gar nicht, oder mit einander; wir haben keine Wahl. Und je gemeinsamer wir sie besitzen, um so voll- tommener sind sie, im Ganzen wie für den Einzelnen. Wir sind die rechten Theiler von Berus. Während das Thier die Welt in sich schlingt und für sich allein ver- schlingt, um zu genießen und sich zu befriedigen, müssen wir die menschlichen Güter: Freundschaft, Liebe, Wohl- stand, Bildung, Geist, getheilt haben, um sie zu besitzen — jedes menschliche Glück ist ein getheiltes! Die höchste Forderung der Religion selbst ist, nach Christi Ausspruch, das Theilen der Menschen mit einander oder die Gegen- seitigkeit.„Alles nun, was ihr wollt, das die Leute euch thun sollen, das thuet ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten." Wir bringen also in dem Prinzip, das die Social- Demokratie gegenüber der„Reaktion" auf- stellt, einen höheren Kulturzustand zur Geltung, oder, um es recht zu sagen, gegenüber dem Recht des Stärkeren und der Selbstsucht, auf welchen der Klassenstaat gebaut ist, legen wir Social-Demokraten erst das Fundament für die eigentliche, die menschenwürdige Gesellschaftsordnung. JL D. Politische Ueberficht. Berlin, 20. November. Das rothe Gespenst spukt jetzt allerorts, sogar im Mi- litär-Etat des deutschen Reichel. Dort leistet dasselbe nämlich hülfreiche Hand, um für einen„Kommandanten" in Frankfurt a. M. die Summe von 12,300 Mark und für einen solchen in Altona die Summe von 10,800 Mark zu motiviren. Wörtlich heißt es in den Motiven unter Anderem: „Dem als Kommandant von Altona und gleichzeitig als Kommandant der in Hamburg garnisonirenden Truppen fungi- renden Offizier, fällt es zu, bei Störungen der öffentlichen Ordnung die obere Leitung der Truppen in dem Komplex von Städten und Ortschaften zu übernehmen, dessen Kern die Städte Hamburg und Altona bilden. Es entzieht sich dieser Erörterung, in wie weit von gewissen Theilen der dort funktionirenden zahlreichen Bevölkerung solche Ruhestörungen zu besorgen sind. Die Größe des event. zu schützenden Eigenthums und die Bedeutung von Hamburg lassen jedenfalls eine Ruhestörung da- selbst besonders verhängnißvoll, die energische schnelle Unter- drückung einer solchen besonders nothwendig erscheinen. Zu letzterem Zwecke wird die Einsetzung eines besonderen Komman- danten vom militärischen Standpunkte aus unerläßlich. Denn außer dem kommandirenden Generale, welcher der Befehlführung über ein Armeecorps und über einen Corpsbezirk durch das Kommando einzelner Truppenabtheilungen nicht entzogen werden darf, garnisonirt kein höherer Befehlshaber in Hamburg und Altona. Bon auswärts herangezogene Befehlshaber würden zur Ueber- nähme des Kommandos zu spät eintreffen, demnächst in Folge mangelnder Lokalkenntniß nicht mit derjenigen Sicherheit handeln, welche allein die Schnelligkeit des Erfolges verbürgt.... „Die Verhältnisse von Frankfurt a. M. gleichen insofern denjenigen von Hamburg-Altona, als auch dort eine zahlreiche agitatorischen Einflüssen ausgesetzte und theilweise leicht zugängliche Bevölkerung auf engem Räume versammelt, anderer- seits vieles und großes Eigenthum zu schützen ist. Die Motivi- rung der Commandantur von Altona trifft daher im Allgemeinen für diejenige von Frankfurt a. M. zu." Nun, es wird den Herren Liberalen nicht allzu angenehm sein, die 23,400 Atark bewilligen zu müssen, aber zum Schutze des„heiligen Eigenthums" muß man es sich schon einen Groschen kosten lassen. Schade nur, daß das„Eigenthum" nicht einen Deut sicherer ist, ob nun ein Kommandant, oder Lasker'chen, oder Niemand in Altona und Frankfurt a. M. thront, denn den bösen Socialisten— fällt es gar nicht ein, eines schönen Tages Hamburg und Frankfurt zu plündern und den Inhalt der feuerfesten Geldschränke der Börsenmänner zu„thei- len". Gegen die„Gründer" aber helfen auch keine Komman- danten. DaS grausigste Elend der Handelskrise allerorts, das ist die Signatur unserer Zeit. Die grenzenloseste Schamlosigkeit aber ist es uun, wenn die Pourgeois-Presse dieses offen ableugnet und sich gebehrdet, als ergehe es den Arbeitern nur zu wohl. Ein solches Mannvver macht heute die„Vossische Zeitung"; dieselbe bringt folgenden Erguß: „Die schutzzöllnerische Partei hat es für gut befunden, auch den Kulturkampf mit dem Eisenzoll in Verbindung zu bringen, und die Behauptung aufgestellt, man werde Tausende von hungernden Arbeitern dem Ultramontanismus in die Arme treiben, wenn man die gefährdete Eisen-Jndustrie nicht durch die Verlängerung der Schutzzölle rette. Man kommt aber durch diese Behauptung in Widerspruch mit einer anderen Behauptung, die man gleich- falls nicht entbehren kann, um die Agitation fortzusetzen, nämlich mit der Behauptung, daß man mit der Schwierigkeit allzu hoher Löhne zu kämpfen habe. Von zwei Behauptungen kann nur eine richtig sein; entweder das Angebot von Arbeit oder die Nachfrage nach Arbeit überwiegt. Beide zugleich können unmöglich richtig sein. Giebt es mehr Arbeits-Gelegenheit als Arme, so kann der' Arbeiterstand keiner Noihlage entgegengehen, und giebt es mehr Arbeiter als Arbeits-Gelegenheit, so gehören Lohnherabsetzungen nicht zu den Unmöglichkeiten. Nach der Darstellung eines hervor- ragenden westfälischen Industriellen, der die schutzzöllnerische Agi- tation mit besonderem Eifer betreibt, und dessen Schilderung wir daher folgen dürfen, ohne daß uns die Gegner den Vorwurf der Schönfärberei machen können, herrscht im westfälischen Industrie- Distrikt noch heute Arbeitermangel. Es ist uns ein Werk namhaft gemacht worden, welches im Jahre 1872 gegen 5000 Arbeiter be- schäftigt hat und heute höchstens noch 3000 beschäftigt und Ivel- ches trotzdem in Verlegenheit kommt, wenn es vorüber- gehend eine größere Arbeiterzahl einstellen will, oder wenn es für manche 3lrbeiterkategorien den Lohnsatz ermäßigen will. Die 2000 ausgeschiedenen Arbeiter haben sofort in anderen Zwei- gen der Thätigkeit lohnende und dauernde Verwendung gefunden. Der Lohnsatz in den westfälischen Stahlwerken für gemeine Hand- arbeit steht noch auf drei Mark; daß die geschulte Arbeit für die schwierigere» Vorrichtungen noch lchhcr, mit vier Mark und dar- über, bezahlt wird, ist selbstverständlich und nicht zu tadeln. Wenn aber die gemeine Handarbeit, z. B. das Beladen der Wagen, mit drei Mark bezahlt wird und eS für diesen Preis noch zu Zeiten an Kräften fehlt, so ist dies ein deutliches Zeichen dafür, das; man das rothe Gespenst der Noth in frivoler Weise beschwört. Wirkliche Arbeitslosigkeit herrscht höchstens für einen kleinen Theil der Arbeitskräfte in Berlin und zwar durch den Stillstand der Maschinen- und Wagen- fabriken. Die Ausdehnung der Berliner Maschinen- und Wagenfabrikation hat man indessen seit langer Zeit als eine' Anomalie betrachtet, da dieser Industriezweig uunöchiger Weise eine hohe Lokalmiethe zahlt, ohne durch seine Absatzver- Hältnisse an die Hauptstadt gebunden zu sein. Eine Tchnsloka- tion dieser Industrie nach anderen Orten hat man schon lange als eine Nothwendigkeit betrachtet und man wird derselben jetzt, wo sie sich allmählich anbahnt, nicht entgegentreten können. Wenn in Berlin augenblicklich vielleicht ein jedenfalls nicht erheblicher Ueberschusz an Arbeitern vorhanden ist, so ist andererseits in an- deren Gegenden ein Mangel vorhanden. Hier muß eine Aus- gleichung stattfinden und ein Eingreifen durch die Gesetzgebung würde jedenfalls diese Ausgleichung verzögern. Die Aufhebung der Eisenzölle bedroht den Arbeiterstand nicht mit Arbeitslosigkeit und Roth. Weder der Kulturkampf, noch �dav rothe Gespenst haben mit dieser Frage etwas zu thun. Sollte ein Theil der Etablissements zum Stillstand verurtheilt werden, so wäre der Grund darin zu suchen, daß es diesen Etablissements eben so sehr an preiswerthen Arbeitskräften fehlt, wie an Absatz, und diesen doppelten hoffnungslosen Kampf auszukämpfen, kann ihnen freilich der Staat nicht helfen." So schreibt die fortschrittliche„Vossische Zeitung", ein Blatt, welches für die Volksinteressen einzutreten behauptet! Giebt es einen ärgeren Hohn aus die Tausende hungernder Arbeiter? Denn wer es Arbeitermangel nennen will, daß ein in der Wolle gefärbter Fabrikant keine Leute bekommen kann, wenn er die Löhne so tief herabdrückt, daß sie dabei verhungern müßten, der muß geradezu unvernünftig sein oder eine eherne Stirn be- sitzen. Auch wird es wohl sehr sraglich sein, ob die westfälischen Arbeiter 3 Mark Lohn bekommen, ebenso wie es eine bodenlose Lüge ist, daß„ein kleiner Theil" der Berliner Arbeiter brodlos auf dem Straßenpflaster liegt, während„preiswerthe" Ar- beiter fehlen. Uebrigens ist es ganz vortrefflich, daß die Berliner Fortschrittsblätter derart Farbe bekennen. Manchen Berliner Maschinenbauer, der bisher auf die Fortschrittler schwor, wird es zur Ueberzeugung der Arbeiterfeindlichkeit dieser Partei bringen. Wie das Volk„vertreten" wird, haben die letzten TreSde- „er Stadtverordneten-Wahlen wieder einmal zur Genüge bewiesen. Bei der daselbst am 12. November stattgehabten Stadtverordneten- Wahl haben sich von den wahlberechtigten Bürgern kaum 20 pCt. betheiliqt. Rechnet man nun noch die nicht wahlberechtigten Bürger Hinzu, so sinkt der Prozentsatz der Wähler noch tiefer und es zeigt sich, daß die Wahl nur von einem winzigen Bruchtheil der Bewohner vollzogen worden ist. — Und das ist dann Stadtvertretung und verfügt über die Steuergelder aller Bewohner. Der Krach Strausberg trifft viele Gegenden schwer. Besonders sind es die kleinen Städte an der Hannover-Altenbekener Eisenbahn— Strausberg hat bekanntlich diese Bahn gebaut— welche nicht selten bis zu 25,000 Thlr. verlieren. Interessant ist es übrigens, daß Strousberg während seiner Moskauer Haft an seinen sonstigen Lebensbedürfnissen wenig einbüßte. Ja, es wurden sogar zu Ehren des Gekrachten am Gefängniß neue La- ternen angebracht und sonst in jeder Beziehung dafür gesorgt, daß Herr Strousberg nur gar keinen Entbehrungen ausgesetzt werde. Parteigenosse Dr. H. Tauschinski in Graz befindet sich nun schon seit Anfang Juni.v. I. in Haft. Die Hälfte dieser Zeit brachte er in Folge seiner Verurtheilung im LaudeSgcrichte zu, die andere Hälfte verschlangen die mannichfaltigen Untersuchun- gen. Mitte Oktober wäre die letzte Strafe Tauschinski's eigcnt- lich zu Ende gegangen; aber da verfiel der Mann wieder auf den„unglücklichen" Gedanken, im Arreste ein Gedicht oder eine Art vcrsificirten Aufrufes an die Arbeiter zu verfassen, durch dessen Inhalt nach der Ansicht des Staatsanwalts das Ver- brechen des Hochverraths begangen worden sein soll. Das Ge- dicht wurde aus dem Arreste geschuruggelt, die Arbeiter legten es in Druck und verbreiteten es unter ihren Gesinnungsgenossen, die Polizei konsiszirte einige Exemplare und so kam es zur Ein- leitung einer neuen Untersuchung, deren Ergebniß nun eine förm- liche Anklage auf Hochverrath, sowie auf das Verbrechen der Störung der öffentlichen Ruhe ist. Dem Vernehmen nach hat die Anklage übrigens auch noch den seiner Zeit in Marchegg ab- gehaltenen Arbeiter-Kongreß, ja sogar die gesammte Thätigkeit der österreichischen Arbeiterpartei in Wien, Graz, Brünn, Linz, Salzburg u. s. w. zum Gegenstande. Außer Tauschinski selbst sollen mehrere Arbeiter als Angeklagte bei der Schlußverhand- lung erscheinen, die am 1. Dezember stattfindet. Die erquicklichen deutschen Preßzustände haben die fran- zösische Regierung nicht schlafen lassen und ist diese auch mit einem Preßgcsetz-Entwurf hervorgetreten, der selbst der feilen französischen Presse wenig schmackhaft erscheint. Ein sogenannter Sturm von Protesten hat sich zwar gegen diesen fa- mosen Entwurf erhoben, aber es hat dies Alles Nichts zu be- deuten. Wie bei uns die ReichStreucn aus Bismarck's Händen fressen und im Reichstage die nationalliberale Fraction eine bloße Ja-Sage-Maschine ist, so werden wir auch in Frankreich es binnen gar nicht langer Zeit erleben, daß, was Herr Mac Mahon und seine Helfershelfer zum Wohle der Nation ersonnen, von der Volksvertretung ohne jede Acnderung angenommen wird..So lange nur eine Regierung die Geldschränke der Bourgeois respec- tirt, so lange findet sie auch in dieser Klasse die gefügigsten Werkzeuge für ihre Pläne. * Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen— Meses Sprüchwort findet nirgends eine bessere Anwen- dung, als auf den heutigen Lohnarbeiter. So entnehmen wir dem bekannten Fabrikantenblatte„Concordia" folgende Notiz: „Nach einer dem konservativen„Reichsboten" aus den rher- nischen Fabrikgeg enden zugehenden Notiz, werden dort auf verschiedenen Werken jetzt, wo das Angebot der jugendlichen Ar- beiter aus allen Gegenden sehr groß ist, die alten Arbeiter, welche 10 bis 20 Jahre lang auf den Werken gearbeitet haben, entlassen und junge, fremde Kräfte an ihren Platz gestellt. Auf diese Weise sind viele Familien brodlos geworden. Mehrere dieser alten entlassenen Arbeiter haben sich deshalb um Schutz an die Behörden gewendet; auf diese Vorstellungen der Behörden haben jedoch die Arbeitgeber erwidert, sie hätten keinerlei Verpflichtung, für die älteren Arbeiter zu sorgen, da dieselben für ihre jähre- lange Arbeit auch eben so lange ihren Lohn erhalten hätten." Der christlich- konservative„Reichsbote", wie die fromme „Concordia", beide haben kein Wort des AbscheUs und der Ver- achrung für ein solches Vorgehen, lieber Thierquälcreien können unsere Augen verdrehenden Mucker und Pietisten Thränen ver- gießen und Jammnartikcl schreiben, aber mit dem Arbeiter, den sie Jahre lang ausgebeutet, haben sie, wenn seine Kräfte er- schöpft, kein Mitleiden. Liberale und Konservative, mögen sie in noch so vielen politischen und religiösen Fragen auseinandergehen, in dem Einem: in der Herrschafr des Kapitals über die Arbeit, sind sie ein Herz und eine Seele. Unsere Invalide».— Am 9. November wurde aus dem Kölner Bürgerhospital der Soldat Adam Charlier von Köln entlassen. Derselbe wurde am 2. August bei Saarbrücken durch eine feindliche Kugel im rechten Oberschenkel schwer verwundet, was seine Aufnahme in dag Saarbrückener Lazareth zur Folge hatte. Dort verblieb er 13 Monate, wurde dann nach Köln gebracht und dem Garnisons-Lazareth übergeben. Am 1. März 1872 war der Unglückliche so weit wieder hergestellt, daß man ihn der Pflege seiner Eltern übergeben konnte. Allem sein Zu- stand verfchlimmerte sich nach einiger Zeit wieder, und am 15. Oktober warf ihn sein Leiden wieder auf das Schmerzenslager. Am 7. Dezember 1874 fand der Unglückliche Unterkommen in dem Bürgerhospitale. Unter der Hand des Ober-Arztes Herrn Dr. Bardenheuer trat hier nach einiger Zeit in Eharlier's Krank- heit eine glückliche Wendung ein, und von da ab schritt die Hei- lung seines verwundeten Beines, wenn auch langsam, doch stetig vorwärts, so daß der hoffentlich„letzte Benvundete von 1870", auf zwei Krücken zwar, denn das wiederhergestellte Bein ist ck'/x Zoll kürzer als das andere, das Hospital verlassen konnte. Die reichsfreundlichc„Köln. Zeitung" begleitete diese Notiz mit folgender Bitte:„Möchten edle Menschenfreunde dem braven Vierziger, der höchst wahrscheinlich sein Leben lang arbeitsunfähig bleiben wird, für das Opfer seiner Gesundheit und seines Ju- gendglückes ihre werkthätige Liebe entgegentragen und demselben, wozu die ihm ausgeworfene Pension nicht ausreicht, ein sorgen- freies Dasein schaffen!" In Ztr. 314 schrieb dasselbe Blatt:„In einer Lokalnachricht in Nr. 311 dieses Blattes wurde die Hoff- nung ausgesprochen, daß der eben aus vem hiesigen Hospital entlassene Adam Charlier der letzte Verwundete aus den Kriegs- jähren von 1871— 1871 sein möge. Leider trifft der Wunsch noch nicht zu; denn aus Hörde wird uns geschrieben:„Der Berg- mann Friedrich Möller von Zeche Schürbank bei Sölderholz, Grenadier der 4. Comp, des 2. Garderegiments zu Fuß, der Zeit im St. Joseph-Hospital hier, hat noch immer„die Kugel von Gravelotte im linken Oberschenkel stecken, um deren Entfernung Chirurgen ersten Ranges sich vergebens bemüht haben, und welche von Zeit zu Zeit noch so schlimme, mit Schüttelfrösten eintretende Knocheneiterung und langdauernde' Fistelgänge verursacht, daß eine fortwährende Spitalöpflege nöthig ist. Da nun seine Pen- sion nur 9 Thlr. monatlich beträgt, also weniger als der geringste Pflegcsatz der Krankenhäuser, so mag es im Interesse des armen Mannes liegen, daß diese Thatsache bekannt wird."— Dankbares Vaterland, du hast gesehen, daß.Diplomaten und Feld- Herren, die keine Wunden davon getragen haben, reichlich do- tirt worden sind, erbarme dich doch der armen Invaliden! * Ein Betrieds-Direktor der rumänischen Eisenbahnen bezieht ein Gehalt von 48,000 Mark.— Wenn bei diesem Manne das Camphausen'sche Rezept in Anwendung käme, so hätten wir nichts dagegen. Deutscher Reichstag. Freitag, den 19. November. Die Sitzung beginnt um 11 Uhr. Nach vorgenommener Abstimmung über den„Gesetzentwurf betr. die Beseitigung von Ansteckungsstoffen bei Viehbeförderungen auf Eisenbahnen" tritt das HauS in die erste Berathung des Landeshaushalts für Elsaß-Lothringen ein,welche in derDonnerstagssitzung durch eine einstündige Rede"des Regierungskommissars Hertzog eingeleitet worden war. Gegen dessen Ausführungen wandte sich der Elsüsser Guerber und entrollte von den beispiellosen Zuständen im „Reichslande" ein Bild, dessen Wirkung jedoch durch das Hervor- kehren des klerikalen Standpunktes sehr wesentlich abgeschwächt wurde. Herr Duncker that der Regierung den Gefallen, Kultur- kämpferei zu treiben, und im Namen deS Fortschritts Polizeidienste zu leisten, indem er nach Kräften das System der Reichs- Regierung in Schutz nahm. Herrn Duncker folgte der Regierungskommissar Hertzog, der seine ganze Aufgabe aber nur darin erblickte, in einigen persön- lich drastischen Bemerkungen gegen den Abgeordneten Guerber sich zu ergehen, dagegen die zahlreichen, die Zustände compro- mittirenden Thatsgchcn, die derselbe angeführt, mit keinem Wort berührte. Abgeordneter Reichensperger ging in geschickter Weise dem die Regierung in Schutz nehmenden Abg. Duncker zu Leibe. Letzterem sowohl, wie seinen Parteifreunden, waren die zum Theil sehr treffenden Ausführungen des ultramontanen Abge- ordneten höchst unangenehm, und sie suchten denselben durch zahl- reiche Ohorufe zu unterbrechen. Nach Reichensperger kam Nie- wand mehr zum Wort. Tie Majorität hatte es fatt, noch weitere Klagen über die Behandlung des liebsten Kindes der Mutter „Germania" anzuhören, sie schloß die Debatte und verwies die Vorlagen air eine Kommission von 21 Mitgliedern. Den dritten Punkt der Tagesordnung bildete die erste Be- rathung des Reichshaushalts-Etats für das Jahr 1876. Die Debatte eröffnete der Präsident des Bundeskanzler-Amts, Delbrück, welcher eine Uebersicht des muthmaßlichen Finanzab- schlusses für das Jahr 1875 gab, deren Resultat war, daß trotz einer Etatüberschreitung von ca. 8 Millionen Mark, wovon allein wieder 7 Millionen auf das liebe Militär kommen, die indirekten Steuern noch einen Ueberschuß von ca. 23 Millionen ergeben. Und dennoch neue Steuern! Der scheinbare Widerspruch erklärt sich, wenn man feststellt, daß trotz einer Mehrforderung von über 7 Millionen für die Armee und von über 3 Millionen für die Marine für das nächste Jahr, die Militär- und Marinevcr- waltung glaubt sehr sparsam gewirthschaftet zu haben, so spar- sam, daß sie es in künftigen Jahren in gleicher Weise nicht mehr thun kann. Welcher Art die Begriffe von Sparsamkeit im Militär-Etat in den maßgebenden Kreisen sind, dafür mögen Zahlen sprechen. Der Militär-Etat sollte für dieses Jahr 311,394,000 Mark betragen, die, wie oben bemerkt, aber um 7 Millionen überschritten sind; für das nächste Jahr ist er auf 318,416,000 Mark ange- fetzt, und daß dann abermals Ueberschreitungen vorkommen, er- scheint, nach der bisherigen Erfahrung, so gut als sicher. Die Marine verlangte für das laufende Jahr 18,047,000 Mark; für das nächste Jahr verlangt sie 21,068,000 Mark. Weiter kommen hinzu an außerordentlichen Ausgaben für militärische Zwecke 21,186,000, für die Marine 10,000,000 Mark. Aber diese Zahlen erschöpfen noch nicht die Summe der Ausgaben für militärische Zwecke. Co kommen hinzu an Aus- gaben für den allgemeinen Pensionsfond 23,403,000, für den Jnvalidcnfond 28,710,000 Mark. Im weiteren Verlauf seiner Rede suchte Herr Delbrück nach- zuweisen, wie trotz alledem höhere Ausgaben nicht zu vermeiden seien und deshalb neue Steuern eingeführt werden müßten, fanv aber mit diesen Plänen, wenigstens vorläufig, selbst bei den svnst so gefügigen Nationalliberalen nur durch Murren ausgedrückte Widersprüche, und am Schlüsse seiner Rede von keiner Seite ein Zeichen des Beifalls. Abg. Rickert brachte die Unzufriedenheit feiner engeren Parteigenossen, der Nationalliberalen, zu lebhaftem Ausdruck, verschwieg aber, daß, ivenn heute das Reich finanziell in der Klenime sitzt, die Ursache hauptsächlich der Haltung seiner Partei- genossen zuzuschreiben ist, ivclche für die Politik ihres Herrn und Meisters seit Jahren nur Bewunderung, Anerkennung und Zu- stimmung hatten. Jetzt,!vo die Früchte dieser Politik zu Tage kommen, schrecken sie vor ihren Folgen zurück. Schärfer als der Abgeordnete Rickert ging der Abgeordnete Schorlemer-Alst dem Etat zu Leibe, der sich namentlich gegen die Mehrforderungen des Etats und die projektirten neuen Steuern wendete. Eine sehr drastische Wirkung machte seine Aeußerung, daß er unter keinen Umständen die Brausteuer bewilligen werde, weil es nicht geschehen könnte, daß der Ilrbeiter, wenn er sein durch die Steuer vertheuertes Glas Bier trinke, sich sage, daß er in dieser Steuer, die er im Schweiße seines Angesichts aufgc- bracht habe, die Gage für die 250 neu geschaffenen Slabsofsiziere zahle. Nach der Rede Schorlemer's beschloß der Reichstag die Vertagung. Der Abg. Liebknecht, der sich Namens der So- cialistcn gemeldet, gelangte heute nicht zum Wort; ob eS ihm morgen gelingen wird, das hängt von der Gnade der Majorität ab, die bereits bei der Debatte über den Jnvalidcnfond die an- gemeldeten socialistischcn Redner todtdrückte. Protest gegen die Entwürfe eines Gesetzes, betreffend die Ab- ändernng des Titels Vlll der Gewerbeordnung*). (Fortsetzung.) Gesetz über die gegenseitigen Hülfskassen. In Betreff der Regierungsvorlage schlagen wir folgende Ver- bcsserungcn vor."ch Statt§ 2 der Regierungsvorlage schlagen wir vor: 8 2. Die Kasse hat einen Namen anzunehmen, welcher von dem aller anderen, an demselben Ort? oder in derselben Gemeinde befind- lichen Hillsskassen verschieden ist und die zusatzliche Bestimmung:„eingetragene gegenseitige Hülfskasse" enthält. Für Z 3 al. 3, 5 und 6 der Vorlage beantragen wir fol- gende Streichungen: § 3. Das Statut der Kasse muß Bestimmung treffen:...... 3. über die Höhe der Beiträge, welche von den Mitgliedern zu entrichten sind,[und, falls die Arbeitgeber der Letzteren Zuschüsse zu leisten haben, über deren Höhe.... fällt fortj.... 5. über die Bildung eines Vorstandes, sdie Vertretung der mit Zuschüssen betheiligten Arbeitgeber in demselben,... fällt fort) sowie über die Legitimation seiner Mitglieder und dem Umfang seiner Be- sugnisse; 6. über die Zusammensetzung und Berufung der Generalversamm- lung, über die Art ihrer Beschlußfassung sund über die Stimm- berechtigung der mit Zuschüssen betheiligten Arbeitgeber... fällt fortj. Motive. Wenn den Arbeitern die freie Verfiigung über ihr Eigenthum voll- ständig gewahrt bleiben soll, ist zu verhüten, daß die Arbeitgeber Vorrechte in der Kasse erhalten. Auf Grund ihrer höheren Beiträge jedoch würde, wenigstens scheinbar, für sie ein Recht aus größeren Einfluß auf die Verwaltung hergeleitet werden können. Für Z 4 schlagen wir nachstehende Fassung vor: � 4. Das Statut ist in doppelter Ausfertigung bei dem Hau- delSgericht(höhere Verwaltungsbehörde... fällt fortj zur Ein- tragung in das Genossenschafts-Register einzureichen. Dieses hat über die Zulassung der Eintragung(Kasse... fällt fortj zu entscheiden. Die Zulassung darf nur versagt werden, wenn das Statut den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt, oder wenn nach dem einzuholenden Gutachten des Reichs-Gesundheits- Amtes seines Sachverständigen... fällt fortj die statutenmäßigen Beträge zur Gewährung im Statut gewährleisteter Unterstützungen nicht ausreichen können. Wird die Zulassung versagt, so sind die Gründe mitzutheilen. Wird die Zulassung ausgesprochen, so ist eine Ausfertigung des Sla- tutS, versehen mit dem Vermerke der erfolgten Eintragung(Zulas- sung... fällt fortj zurückzugeben und in dem für die Bckanntmachun- gen des Handelsgerichts(Aufsichtsbehörde... fällt fortj bestimm- ten Blatte auf Kosten der Kasse unverzüglich bekannt zu machen, daß die Zulassung der Kasse als„eingetragene gegenseifige HülfSkasse" erfolgt ist. Abänderungen des Statuts unterliegen den gleichen Vorschriften. Motive. Wenn wir uns auch gegen die Unterstellung der Hülfskassen unter die polizeiliche Bev»rmundung der Verwaltungsbehörden erklärten, s» sind wir doch nicht gegen eine richterliche Entscheidung darüber, ob die Kassen, welche das Recht einer juristischen Person beanspruchen, ihren übernommenen Verpflichtungen nachkommen können, und ob diejenigen Formen gewahrt sind, welche die Mitglieder der Kassen gegen willkürliche Handlungen der Vorstände sc. schützen. Zu diesem Zwecke aber genügt es vollständig, wenn man diese Kassen den Erwerbsgenossen- schaften, Konsum- und Sparvereinen u. dergl. gleichstellt. In Bezug aus das abzugebende Gutachten sind'wir der Meinung, daß dem Bedürfnis hierfür am besten genügt werden kann, wenn man im Reichs-Gesundheitsamt eine Abtheilung für Krankheits- und Sterbe- Statistik errichtet und diesem alsdann die Begutachtung von Staats- wegen durch Gesetz überträgt, nicht aber Private als Sachverständige anerkennt und es in das Belieben der einzelnen Behörden stellt, wen sie als Sachverständigen gelten lassen wollen. Auf Grund gemachter Erfahrungen können wir behaupten, daß diese sogenannten Sachver- ständigen oft von der Sache gar nichts verstehen, sondern einfach nach einer Schablone die Krankheits- und Sterbefälle berechnen, gleichviel welchem Gewerbe die Betreffenden angehören, während doch nach dem Ausweis der Statistik die Sterblichkeit in dem einen Gewerbe größer als in dem andern ist und auch die Krankheitsfälle häufiger und nach- haltiger in dem einen als in dem andern Berufszweige austreten. Zu � 6 beantragen wir folgende Streichung: § t>. Der Beitritt der Mitglieder erfolgt mittelst schriftlicher Er- klärung oder durch Unterzeichnung des Statuts. (Den Mitgliedern darf die Betheiiigung an anderen Gesellschaften oder Vereinen nicht zur Bedingung gestellt, sowie die Verdflichtung zu Handlungen oder Unterlassungen, welche mit dem Kaffcazweck in keiner Verbindung stehen, nicht auferlegt werden... fällt fort.j Motive. Es ist ein gewiß nicht zu rechtfertigender Grundsatz, Jemanden! durch ein Gesetz in einem bestimmten Falle etwas zu verbieten, was durch Gesetz ihm als Recht zuerkannt ist, also ist es auch den Rechtsprinzipien zuwider, zu bestimmen: ---———"» *) Obige Vorlage eines Protestes gegen den Hülfskassen-Gesetzentwurf, welche im.Auftrage der Berliner Kommission der Krankenkassenvorstände ausgearbeitet ist, übergeben wir auf Wunsch der Oeffentlichkeit. **) Gesperrt gedruckte Worte bedeuten Zusätze zur Regierungsvorlage. Eingeklammerte Worte sind zu streichende Besfimmun- gen der Regierungsvorlage. „Den Mitgliedern darf die BerheUizung an anderen Gesellschaften oder Vereinen(also gleichviel, ob eö gesetzlich berechtigte vereine oder Gesellschaften sind oder nicht), nicht zur Bedingung g sreat, söwie die Verpflichtung zu Handlungen oder Unterlassungen(al>o ivieaeru-.n elerch- viel, ob dieselben gesetzlich statthaft sind oder nicht), welche- mit dem Kassenzweck in keiner Verbindung stehen, nicht auferlegt werden/' Ein solches Verbot, seine staatsbürgerlichen Rechte auszunutzen, wäre eine Beeinträchtigung dieser durch die Verfassung gewährleisteten . Rechte, so lang- die Ausübung und AuSnützung dieser Rechte sich in den gesetzlich gezogenes Schranken hält. Daß aber keine derartigen Bedingungen in die Statuten einer Hülfskasse aufgenommen werden, welche die Rechte einer juristischen Person beansprucht, dafür bürgt die Entscheidung des Gerichtes über die Zulassung zur Eintragung und diejenigen Bestimmungen dieses Gesetzes, welche von der Auslösung dieser Kassen handeln. Was ist der Zweck der Bestimmungen, welche der 2. Absatz dieser Paragraphen enthält? Die Gewerkschaften, auch wohl Strikevereine genannt, zu schwächen und zu verhüten, daß die Kassen politischen Zwecken dienstbar gemacht werde». Abgesehen davon, daß das erster- ein vergebliches Liebesmühen ist, muß es wohl Jedem klar sein, der die Arbeiterbewegung genau kennt, daß gerade durch die Berechtigung, für ihre Mitglieder Kranken- und Sterbekassen zu gründen, die Ge- werkvereine verhindert würden, sich an der so gefürchteten politischen Bewegung als Verein zu betheiligen. Dieser Absatz trügt ein recht gehässiges Gepräge. Sicht er doch aus wie die Ouvertüre zu einer demnächst zu beginnenden Demagogen- hetze; darum fort damit! In Z 7 ivird nachstchcnoe Streichung vorgeschlagen: 8 O Das Recht auf Unterstützung aus der Kasse beginnt für sammrliche Mitglieder spätestens mit dem Ablaufe der dreizehnten auf �en Beitritt folgenden Bloche. [Für die erste Woche nach dem Beginne der Krankheit kann die Gewährung einer Unterstützung ausgeschlossen werden... fällt sort.s Der Ausschluß der Unterstützung in Fällen bestimmter Krankheiten sit unzulässig. Motive. Die Fassung der Regierungsvorlage giebt der Möglichkeit Raum, °s>ß erkrankte Arbeiter mehrere Tage ohne Unterstützung bleiben. Durch me Gewährung des Unterstützungsbetrags nach Tagen kann einem etwaigen Mißbrauch der Kasse, welchen dieser Passus verhindern will, zur Genüge vorgebeugt werden. Wir schlagen vor, Z 9 ganz zu streichelt: [8 9. Arbeitgebern, welche für ihre Arbeiter die Beiträge vor- schießen, steht das Recht zu, die letzteren bei der dem Fälligkeitstage zunächst vorausgehenden oder bei einer diesem Tage folgenden Lohn- Zahlung in Anrechnung zu bringen... fällt fort.] Motive. Wenn die Kasse das Recht hat, klagbar zu werden und Mitglieder auszuschließen, die ihre Pflicht nicht erfüllen, bedarf sie dieses Privi- legiums nicht. Im ersten Absatz des S 11 wird folgende Streichung vor- geschlagen: ,. 8 1». Die Unterstützungen müssen im Falle der Arbeitsunfähig- wit des Unlerstützungsbercchtigten auf die Dauer von mindestens drei- sehn Wochen gewährt iverdcn, sofern die Arbeitsunfähigkeit nicht früher cht Ende erreicht.[Sie müsten während dieser Zeit täglich für Man- u» mindestens ein Drittthcil dos Lobnbetrages erreichen, welcher zur Zeit der Errichtung der Kasse an dem Orte ihres Sitzes nach dem ssttheil der dortigen Gemeindebehörde gewöhnlichen Tagearbeitern im Jahresdurchschnitt gezahlt wird..... fällt fort.] Motive. Eine Rormirung des Krankengeldes, wie sie hier versucht wird, tzt durchaus überflüssig, ja sogar schädlich. Ueberflüssig ist dieselbe in- chsern, als das Bestreben der Arbeiter von selbst darauf gerichtet ist, ach eine ihren finanziellen Kräften angemessene Unterstützung zu sichern; schädlich ist sie aber deshalb, weil die Gemeindebehörden, je nach dem Stande ihrer Armenpflege, die Arbeiter zu Gunsten der Be- fiutertcn in der Gemeinde belasten würden, wenn ihnen das Recht zu- stände, die Minimalhöhe der Unterstützung zu bestimmen. § 12 beantragen wir folgendermaßen zu ändern: 8 11. sDie täglichen Unterstützungen dürfen das Vierfache des gisetzlichen Mindestbetrages(Z IOi nicht überschreiten.... fällt fort.] Reben den Unterstützungen können den Mitgliedern Schutzmittel ß�geu Krankheiten, die geeigneten Mittel zur Erleichterung der >hnen nach der Genesung verbliebenen körperlichen Mängel gewährt werden. Den Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder kann ferner eine Bei- hülfe gewährt werden,[welche das Zehnfache der wöchentlichen Unter- stutzung, auf welche das verstorbene Mitglied Anspruch hatte, nicht - Uberschreiter..... fällt fort.] Motive wie oben. Für Z 13 schlagen wir folgende präciscre Fassung vor: 8 12. Zu anderen Zwecken als den in den 88 H, 12 bezeichne; wn Unterstützungen und der Deckung der Vcrwaltungskostev dürfen weder Beiträge zur Kasse von den Mitgliedern erhoben werden, noch Verwendungen aus dem Vermögen der Kasse erfolgen. Motive. Das Verbot, in Gemäßheit einer Vereinbarung der Mitglieder, uon ihnen auch solche Beiträge zu erheben, welche nicht in die Kasse lüeßen, würde den Mitgliedern die Möglichkeit rauben, für Hülfs- »wecke in, engeren Kreise der Mitglieder außerordentliche Hülfsleistun- »in zu gewähren. � Für den§ 14 der Vorlage beantragen wir nächstehende mssung: � 8 13. Eine Ermäßigung der Beiträge oder eine Erhöhung der Unterstützungen bedarf, um rechtsverbindlich zu werden, der Ein- ,!stchi,ng"nd Zulassung zur Eintragung in das Genossen- Ichaftsregister,[für Kassen, in Ansehung deren eine Beitrittspflicht »er Arbeiter begründet ist, der Genehmigung der Aufsichtsbehörde... lallt fort.] . Die Zulassung darf auch hierbei nur in den§ 4 ange- uhrten Fällen verweigert werden.[Eine Erhöhung der Bei- stäge oder eine Ermäßigung der Unterstützungen bis auf den gesetz- uchen Mindestbetrag(§ 11) kann die Aufsichtsbehörde für diese Kassen Uach Anhörung des Vorstandes verfügen, wenn nach dem Rechnungsabschlüsse des letzten Jahres die Einnahmen der Kasse zu den statut- wäßigen Aufwendungen nicht ausgereicht haben..... fällt fort.] ... Rückständige Zahlungen der Mitglieder[und deren Arbeitgeber... lallt fort] können für diese Kassen nach richterlicher Entscheidung »urch eie Hülfsvollstreckung beigetrieben werden,[unter Vor- »ehalt richterlicher Entscheidung, im Verwaltungswege eingezogen wer- ..... fällt fort.] Motive. Dieselbe wie zu 8 4. In tz 16 der Vorlage beantragen wir die folgende Strei- chung; . 8 15. Die Kasse muß einen Vorstand haben, durch welchen sie ge- .stWtch und außergerichtlich vertreten wird. fArbeitgeder, welche Zu- Müsse zu der Kasse leisten, haben Anspruch auf Vertretung im Vor- l ande.. Mehr als die Hälfte der Stimmen darf ihnen im Vorstande swcht eingeräumt werden. Mitglieder, welche den Eintritt in den Vor- ! nd ohne zureichenden Grund ablehnen, verlieren den Anspruch auf w Hälfte der ihnen gebührenden Unterstützung..... fällt fort.] Motive. st J�Wselben wie zu 8 3. Ferner gereichen widerwillig in den Vor- >»Nd eingetretene Mitglieder den Kassen nur zum Schaden. Zum§ 19 beantragen wir die Verbesserung: . 8 19. Soweit die Angelegenheiten der Kasse nicht zu den sta- .�tenmäßig festgesetzten Befugnissen des Vorstandes oder es Ausschusses gehören,[durch den Vorstand oder Ausschuß wahr- 8 Nammen werden.... fällt fort] steht die Beschlußnahme darüber r Generalversammlung zu. Die Generalversammlung kann dritten v Nonen ihre Befugnisse nicht übertragen. Abänderungen des Statuts aurfen, mit der durch§ 13 gegebenen Maßgabe, ihrer Zustimmung. Motive. Um jede Willkür des Vorstandes und Ausschusses zu vermeiden, muß die Generalversammlung, als höchste Behörde der Kasse, dem Vor- stände und Ausschüsse streng statutarisch seine Pflichten vorschreiben. Zum Absatz 2 des§ 20 der Vorlage schlagen wir die Aen- dcruna vor: Die Generalversammlung einer Kasse, deren Wirksamkeit sich auf mehrere Ortschaften, auf einen Kreis, eine Provinz, einen Bundesstaat oder über das deutsche Reich erstreckt, kann auch aus Vertrauensmännern gebildet werden, welche aus der Mitte der stimmfähigen Mitglieder zu wählen sind; die Zahl der zu wählenden Vertrauensmänner, sowie der Wahlmodus muß im Statut festgesetzt sein,[jedoch mindestens fünfzig betragen..... fällt fort.] Desgleichen beantragen wir für den ersten Absatz des§ 21 der Vorlage die Fassung: Oertliche Generalversammlungen können nur am Sitze der Kasse abgehalten werden. Die Generalversammlungen solcher Kas- sen jedoch, welche sich über einzelne Ortschaften hinaus er- strecken, können an jedem Orte innerhalb des Gebietes ihrer Wirksamkeit abgehalten werden. Bei der Berufung ist der Gegenstand der Berathung anzugeben. Motive zu§ 29 Abs. 2 und 8 21 Abs. l der Vorlage. Seitdem durch das Reichs- Freizügigkeitsgesetz der Arbeiterstand mehr als je fluktuirend geworden ist, macht sich auch die Freizügigkeit der Hülfsleistung nothwendig. Das Gesetz, betreffend den Unter- siützungslvohnsitz/ genügt diesen, Bedürfniß durchaus nicht. Die' Kran- ken- und Sterbekassen müssen daher ihre Wirksamkeit über den einzel- nen Ort hinaus ausdehnen können. Die Vorlage selbst hat in dieser Beziehung einen verschämten Anlauf gemacht, ist aber leider über einen Katzensprung- hinaus nicht gekommen. Das Bestreben der Gewerk- schasten, den Wirkungskreis ihrer Hülfskassen immer mehr zu erwei- tern, muß daher durch die Gesetzgebung gefördert, nicht aber darf die- ses Streben beschränkt werden, wie es vielleicht ganz absichtslos in der Regierungsvorlage geschieht, auch muß den Kassenmitgliedern überlassen bleiben, ob sie die Kassen centralistisch oder föderativ orga- nisiren wollen. _ Einer Beurtheilung der FabrikS-Hülfskassen glauben wir überhoben zu sei», da es allgemein bekannt ist, daß diese Kassen Seitens der Ar- beiter entschieden verurtheilt worden sind, und es würde in Bezug auf solche Kassen wohl zu bestimmen sein, daß dieselben nicht in die Kate- gorie derjenigen Hülfskassen gehören, die zur Eintragung in das Ge- nossenschaftS-Registcr zulässig sind, weil sie keine Bürgschaft dafür lue- ten, daß dem Arbeiter seine rechtmäßig erworbenen Rechte an die Kasse gewahrt bleiben, indem die willkürliche Entlassung aus der Fa- brit das Ausscheiden aus der Kasse und den Verlust aller Anrechte an dieselbe bedingt. § 22 der Regierungsvorlage lautet: 8 22. Die Einnahmen und Ausgaben der Kasse sind von allen den Zwecken der Kasse fremden Vereinnahmungen und Aerausgabun- gen getrennt festzustellen und zu verrechnen; ebenso sind Bestände ge- sondert zu oerwahren. Verfügbare Gelder dürfen, außer in öffentlichen Sparkassen und in den durch das Statut bezeichneten Banken nur ebenso wie die Gel- der Bevormundeter angelegt werden. (Schluß folgt.) In der am 20. September d. I. zu Frankfurt a. M. abachalteueu Versammlung des dortigen socialistischen Wahlver- eins, hatte der Steindruckcr Parteifreund Georg Müller eine Rede gehalten, in welcher er hauptsächlich über den Verlauf der am Sonntag vorher aus dem Friedhofe zur Erinnerung an die 1848 hier Gefallenen abgehaltenen Todtenfeier referirte und diese mit der Sedanfeier in Vergleich stellte. Die vom Staatsanwalt Kunitz vertretene Anklage erblickte in einigen Stellen der Rede eine Aufforderung zur Steuerverweigcrung, mithin ein Vergehen gegen Z 188, in anderen aber fand sie eine Aufforderung zur Begehung strafbarer Handlungen, Gefährdung des öffentlichen Friedens. Der Gerichtshof pflichtete in seinem Urtheile hinficht- lich des letzteren Punktes der Staatsanwaltschaft bei,, während er, soweit die Klage auf Aufreizung zur Steuerverweigcrung lau- ttte die staatsauwaltliche Ansicht nicht theilte und davon frei- sprach und nur wegen Verstoßes gegen Z 130 auf vier Wochen Gefänguiß erkannte. Unser Partcigenoffe Matthies wurde nach zweimonatlicher Untersuchungshaft in Hannover zu neun Monaten Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung verurtheilt, begangen durch Kol- portagc des„Neuen Wintermärchen". Das Gericht nahm an, daß Matthies den Inhalt gekannt habe; ein direkter Beweis ist hierfür nicht geführt, es traten sogar verschiedene Momente her- vor, welche es zweifelhaft erscheinen lassen. Matthies hat Be- rufung eingelegt. Altona, 12. Nov.(Volksversammlung) Freitag, den 12. Nov., hat Hierselbst in Koppelmann's Salon eine Volksver- sammlung stattgefunden, in welcher der NeichStagsabgeordnete Herr Bebel über die sociale und politische Stellung des Klein- bürgerthums und den Socialismus referirte. Um 8'/. Uhr Abends wurde die Versammlung, die fast überfüllt war, von Freund Haffelmann eröffnet. Zum ersten Vorsitzenden wurde der Reichstagsabgeorduete� Herr Hascnclever, zum zweiten Herr Gundelach gewählt, als Schriftführer wurden aus Veranlassung des Vorsitzeudeu Herrn Hasenclever Herr Hecht, Reichstagsabge- ordneter Herr Reimer, Herr Auer und Unterzeichneter aufgefor- dert, den Reden der Redner genau zu folgen, damit sie, wenn etwa wieder einmal eine Anklage oder eine der gewohnten Auf- lösungen stattfinden sollte, dann als gewichtige Zeugen auftreten könnten. Der Vorsitzende ertheilte nun dem Reichstagsabgeord- netcn Herrn Bebel das Wort. Dieser wurde bei seinem Auf- treten von der Versammlung mit Minuten lang anhaltendem Jubel begrüßt. Der Redner begann: Die heutige sociale Stellung des Klein- bürgerthums ist eine total unhaltbare, es geht unmittelbar dem Ruin entgegen, es ist nicht im Stande, mit der heutigen Groß- Produktion zu konkurrireu, indem es unfähig ist, die nöthigen Geldmittel aufzubringen, um bei günstigen Konjunkturen Pro- dukte in großen Massen billig anzukaufen, Maschinen und son- stige vortheilhafte Einrichtungen anzuschaffen, überhaupt billig zu produziren. Die heut bestehenden Palliativmittel, Konsum-, Roh- stoff-Vereine u. s. w., können dem Kleingewerbe keine hülffeiche Hand mehr bieten, um sich gegenüber der heutigen Grohproduk- tion kampffähig zu erhalten. Diese Selbsthülfe steht der Macht des Kapitals ganz wehrlos gegenüber. Leider erblickt das Klein- gewerbe jedoch noch nicht durchweg seinen Untergang in der Großproduktion. Am klarsten kann sich ein kleiner Gewerbetrei- bendcr seine Lage machen, wenn er 30 bis 40 Kleinmeister und ihre Werkstätten in Betracht zieht; wie groß sind allein die Miethen, welche jene zu zahlen haben, in Anbetracht der ent- sprechenden Kosten eines einzigen Großfabrikänten. Man erwäge ferner, daß ein einziger Großfabrikant mehr Arbeiter in seiner Fabrik beschäftigt, als 30 bis 40 Kleinmeister zusamnien, woher derselbe nicht allein in den Stand gesetzt ist, 30 bis 40 Mal so viel zu verdienen, als einer der Kleinmeister, nein, er kann auch durch seine Maschinen und sonstige» großartigen Einrichtungen, durch Theilung der Arbeit nach Verhältnis bedeutend mehr pro- duziren, selbst wenn er seine Waare bedeutend billiger zu Markte liefert, er ist in der Lage, seine kleineren Konkurrenten völlig kampfesunfähig zu machen. Das Großkapital verschlingt aber auf diese Weise nicht allein das Kleingewerbe, sondern auch jeden kleineren Kapitalisten, indem es vermöge seines Kapitals immer größere Maschinerien, neue, immer bessere Einrichtungen trifft und immer mehr Arbeiter beschäftigt. Das Kleingewerbe geht also, indem die Großprodultion immer mehr Platz greifen wird, unmittelbar zu Grunde, um niemals wieder zur Blüthc zu ge- langen, die heute noch bestehenden Kleinmeister werden zuletzt zu bloßen Lohnarbeitern herabgedrückt. Es ist ein tiefer Abgrund, aber das Kleinhandwerkerthum erkennt nicht seine Gefahr, sondern ist im Wahn begriffen, die Arbeiterbewegung sei Schuld an seinem Unter- gange; es haßt Grund dessen die heutige Arbeitcrwegung blind. So wie der Handwerkerstand auf socialem Gebiete wehrlos da- steht, so zeigt er sich daher auf der anderen Seite politisch todt, indem er nicht selbstständig handelt, sondern sich stets leiten läßt. Man kann nur nach Hamburg blicken, wo das Kleinbürgerthum den Abgeordneten Schmidt gewählt hat, der im Reichstage seine Interessen vertreten sollte, sich aber ganz unbekümmert um die- selben auf die Seite der Liberalen begeben hat, der Partei des Großkapitals. Das Kleinbürgerthum muß daher, wenn es sich selbst klar über sein Interesse ist, energisch gegen die Haltung eines solchen Abgeordneten protestiren. Der gegenwärtige Reichs- tag hat natürlich gar nicht die Wünsche, das Kleinhandwerker- thum zu befriedigen, obgleich es eine reaktionäre Stellung ein- nimnit, er ist sogar bemüht, durch das indirekte Steuersystem neue Lasten auf die Häupter der Arbeiter und Kleinbürger zu bürden. Mit Zahlen läßt es sich belegen, daß die große arme Masse des Volks durch das indirekte Steuersystem dem Staate ungeheure Summen' einbringt, da auf den nothwendigsten Lebens- bedürfniffe, welche zur Existenz' der Arbeiter erforderlich sind, die umfassendsten Steuern ruhen, wogegen Luxusartikel, Seide, Chocolade, Wein und dergleichen, welche von den besitzenden Klaffen fast allein konsumirt werden, eine viel geringere Steuer- summe ergeben. Die heutige Gesetzgebung ist überhaupt eine gar wunderbare. Kraft des militärischen Systems muß der in Volksschulen gebildete Arbeiter drei Jahre in Uniform gehen, des reichen Mannes Sohn dagegen, der Bildung auf Gymnasien erworben, und dys Examen zum einjährig freiwilligen Dienst machen kann, hat nur ein Jahr zu dienen. Da zeigt es sich deutlich, daß der Geldbeutel eine gewaltige Rolle spielt. DaS Hirn deS Reichen ist um kein Jota besser wie das Hirn des Arbeiters, aber die Kosten des höheren Bildungsganges bewir- ken, daß es ein Zufall ist, wenn auch ein Sohn aus dem Arbeiterstande mit einem Jahre Dienstzeit frei kommt. Man beschul- digt oft die Arbeiter, sie seien zu„roh", zu ungebildet. Trifft aber die Schuld den Arbeiter oder die heutige Gesellschaft? Die Staatsgememde müßte doch Sorge tragen, daß die Volksbildung auch dem gesammten Volk zu Gute kommt, daß die Universitäten und höheren Bildungsanstaltcn nicht bloß für die wenigen Pro- zente der besitzenden Klasse bestehen. Aber letztere nimmt den Löwenantheil in jeder Hinsicht. Die Schulbildung hat noch viele Mängel. So bezahlt man in Sachsen den Geistlichen ein Durchschnitts-Gehalt per Jahr und Person von über 1100 Thlr., wogegen die Gehälter der Volksschullehrer nur allzugering sind. Die Macht des Besitzes sind tritt allerorts hervor, sogar in den Rechtsverhältnissen. So wird z. B. die Geldstrafe im Unver- mögensfalle in Strafhaft umgewandelt.(Schluß folgt.) Nordhausen, 14. November.(Allgemeiner Bericht.) Wie die Parteigenossen wissen, hat der hiesige Staatsanwalt unsere Orga- »isation angefochten, bis jetzt aber noch keine Anklage zusammengestellt. Die ßolizei verweigert, jede Versammlung zu bescheinigen, die der im- terzeichnete Agent anberaumt, indem sie eine Fortsetzung— merkwürdiger Weise— des längst nicht mehr bestehenden Allgemeinen deutschen Schuhmacher- und Ärbeiter-Vereins vermuthet. Auf meinen hierauf bezüglichen energischen Protest erhielt ich denselben Bescheid. Darauf hin beschwerte ich mich bei der Regierung zu Erfurt unter Anführung des Sachverhalts, wie folgtc„Die hiesige Polizeibehörde hat sich eines erheblichen Jrrthums dadurch schuldig gemacht, daß sie Versammlungen und Vereine und die Anwendbarkeit der darauf bestehenden Gesetze vom 11. März 1659 nicht in der Weise unterschieden hat, wie es der Gesetzgeber wörtlich will. Der 8> des angeführten Gesetzes sagt aus- drücklich, daß eine jed6 augemeldete öffentliche Versammlung sofort, wenn Zeit und Ort angegeben sind, bescheinigt werden soll; serner der Artikel 29 der Verfassung vom 31. Januar 1859, daß jedem Preußen das unbedingte Recht zusteht, sich friedlich in geschlossenen Räumen ohne Waffen zu versammeln, so lange jedenfalls er in vollem Besitz seiner bürgerlichen Ehrenrechte ist. Diese angeführten Bestimmungen sind durch das Verfahren der hiesigen Polizei mir gegenüber illusorisch gemacht; es ist keineswegs eine Handlungsweise, die sich auf die be- stehenden Gesetze zurückführen ließe, demnach eine solche Hand- lungsweise, deren schleunigste Abhülfe im Interesse des Gesetzes dringend nothwendig erscheinen dürfte. Das heranzuziehende Vereinsgesetz hat ohne Zweifel keine Anwendung auf öffentliche Versammlungen, die doch lediglich nach 8 1 des Gesetzes vom 11. März 1859 bescheinigt werden müssen, wobei es den Abgeordneten der Polizei vorbehalten bleibt, nach 8 4 und 5 desselben Gesetzes erst bei Zuwiderhandlungen gegen letzteren Paragraphen in der Versammlung ihren Pflichten ob- zuliegen. Thatsächlich führe ich an, daß der angeführte Allgem. deutsche Arbeiter-Verein sich selbst zu Anfang dieses Jahres aufgelöst hat, dem- nach gar nicht mehr existirt; es könnte mir also nicht in den Sinn fallen, ffür einen todten Verein zu wirken. Gewagt ist ferner die Schlußfolgerung der hiesigen Polizei, die angemeldete öffentliche Ver- sammlung sich nur aus Schuhmachern bestehend zu denken. Daß dem- nach eine Fortsetzung genannter Vereine zu erblicken sei, glaube ich klar genug widerlegt zu haben. Daß es der hiesigen Polizei dennoch erscheint, könnte außerdem abzuwarten gewesen sein, keineswegs aber die Gesetzbestimmungen für mich von vorn herein auszuschließen. Daß ich wegen angeblichen Mißbrauchs des Vereinsgesctzes in Untersuchung stände, kann auf die Pflicht der Erthcilunz der Bescheinigung keine Modifika- tion hervorrufen, da ich nebenbei bemerkt, noch keine Anklage erhalten habe, trotzdem die Sache schon 3 Monate schwebt, außerdem jedoch in vollem Besitz meiner bürgerlichen Ehrenrechte bin, und aus letzterem Grunde allein die Bescheinigung nicht vorzuenthalten gewesen wäre. Die hiesige Polizeibehörde hat den Unterzeichneten daher dadurch, daß sie erklärt, sie könne die Abhaltung der gedachten öffentlichen Ver- sammlungen nicht gestatten, in seinen verfassungsmäßigen Rechten schwer geschädigt, zumal ihr außerdem dem Wortlaut des 8 1 des Gesetzes vom 11. März 1859 gemäß gar nicht einmal eine Gestattung zukommt, sondern sie sofort die Bescheinigung der geschehenen Anmeldung zu er- theilen hat. Es ersucht der Unterzeichnete um schleunigste Remedur."— Wir werden nun abwarten, was die Regierung zu Erfurt dagegen sagen wird. Unterdessen haben wir in unserer Umgegend agitirt. Arn 17. v. M. fand in Neustadt a. S. eine gut besuchte Volksversammlung statt, in der Fr. Hollnagel von hier referirte. Die Partei faßte hier Fuß, indem 7 Mann als Mitglieder der Soc. Arb.-Partei sich eintragen lie- hen. Am 24. v. Mts. meldeten wir eine Versammlung an in Salza. Der dortige Amtsvorsteher glaubte seine liebe Gemeinde nicht besser retten zu können vor den bösen Social-Dcmokraten, als wenn er dem Versaimnlungsanmelder Kellner die Bekanntmachung verbot; auch sau- den wir, als wir wieder dorthin kamen, den Wirth Reichhardt so be- einflußt, daß er sein Lokal, das er uns schon zugesagt hatte, jetzt ver- weigerte, weil er Unannehmlichkeiten dadurch hätte. Kommen dem be- treffenden Herr» Amtsvorsteher diese Zeilen zu Gesicht, so versichern wir ihm, daß er durch derartige Dinge nicht viel erreichen wird. Daß die parlamentarische Ordnung in einer Arbeiter-Versammlung des- ser aufrecht erhalte» wird, als in manchem Parlament selbst, glauben wir demselben durch ein ihm vorgelesenes Citat aus unseren Partei- organen hinlänglich bewiesen zu haben. Am 7. November fand eine Versammlung statt in dem benachbarten Orte Rüdigsdorf; dieselbe war von fast sämmtlichen Einwohnern besucht. Lautlose Stille herrschte während des Vortrags von Hollnagel; auch sprachen noch hiesige Par- teigenoffen zur Diskussion, so daß die Zuhörer ein klares Bild von unseren Bestrebungen erhielten. Daß diese Versammlung gezündet hat, beweist unS der warine Abschied, der uns zu Theil wurde. Mit soc.- dein. Gruß Koschmieder, Weberstr. 10. liö. Redner, die Nordhausen berühren wollen, werden gebeten, dem Unterzeichnete» dies mitzutheilen. D. O. Sprechsaal. Die Redaktion der„Calbeschen Stadt- und Laud-Zeitung" in Calbe a. d. S. und ihre Artikel„Zur Arbeiterfrage". In einer Anzahl Nummern dieses Blattes finden wir Artikel aus der Feder eincS Herrn C. F. K. mit der Ueberschrift:„Zur Arbeiter- frage", welche uns veranlassen, einige Worte darüber zu verlieren. Zuerst müssen wir uns sehr wundern, daß Herr C, F. K. für seine Artikel die Ueberschrift„Zur Arbeiterfrage" wählen kann, da doch die- selben nichts anderes als eine Schilderung von Lassalle's Duell und Tod nebst deren Ursachen enthalten, und wir begreifen schlechterdings nicht, was diese Vorgänge mit der„Arbeitersache" zu thnn haben sollen. Der Herr Verfasier erlaubt sich hier einen groben Mißbrauch der deut- scheu Sprache, wahrend er darüber herzieht, daß der„Neue Social- Demokrat" vom„Heimgang Lassalle's" spricht. Wir wären eigentlich mit dem Verfasser der Artikel schon vollstän- dig fertig, wenn wir ihm einfach antworten würden:„Uns Social-De- mokraten resp. den Anhängern Lassalle's kommt es nicht darauf an, welches Mädchen er heirathen wollte, was er aß und trank, weshalb er ein Duell hatte, uns kümmert Lassalle's Privatleben wenig, für uns hat vor Allem das Werth, was er auf wissenschaftlichem, politischem und socialem Gebiet gelehrt und geschrieben hat".— Die Social-De- mokraten verehren also, wenn sie Lassalle's Todestag feiern, nicht den Menschen Lassalle, sondern dessen Geistesgröße und deshalb können sie auch selbst an dem Gedächtnißtage seines Todes eine erhebende Feier und anständige Unterhaltung veranstalten, ohne sich einer Pietätlosigkeit schuldig zu machen, denn nicht nach dem SHjtus einer pietistischen Brüdergemeinde, welcher dem Verfasser jener Artikel sehr bekannt zu. sein scheint, durch Kopfhängen und Beten, zeigen sie sich als Verehrer Las- salle's. Mit einem Wort, Herr T. F. K., dessen was ein großer Geist geschaffen, kann man sich nur freuen, und deshalb eben kommen uns die Feste des Christenthums auch so abgeschmackt vor, weil dieselben troß der Geistesgröße von Jesus dem Nazarener mit Kopfhängen und Beten gefeiert werden, wenigstens so weit das Pfaffenthnm Ein- fluß hat. Wenn nun aber der erwähnte C. F. K. sagt, Lassalle's Tod und dessen Ursachen würden von den Führern der Socialisten den Anhän- gern falsch mitgetheilt und dieselben wagten nicht, die That mit dem rechten Namen, nämlich: Selbstmord, zu bezeichnen, so erwidern wir darauf, daß der erste Theil eine freche Behauptung ist, die der Verfasser durch nichts bewiesen hat und beweisen kann; den zweiten anlangend, wollen wir nicht in den Fehler des Verfassers verfallen und Haar- spalterei und Wortklauberei treiben, anders würde es sich bald zeigen, daß die Bezeichnung„Selbstniord" ganz und gar nicht richtig ist. Weiter sagt der?c. C. F. K. wörtlich: „Wir wollen daher Lassalle's Tod und Todesfeier m's rechte, d. h. geschichtliche Licht stellen," u. s. w. Dies ist wirklich eine alberne hochtrabende Sprache. Glaubt sich denn der Verfasser wirklich schon berechtigt und befähigt, etwas„in's geschichtliche Licht" zu stellen, weil er vielleicht gelegentlich einmal die Nase in B. Becker's von Unrichtigkeiten volle„Enthüllungen über das tragische Lebensende Ferdinand Lassalle's" gesteckt hat? Oder ist dem Berlin. Arbeitcrversammlungen: Sonnabend, 20. Nov., Ab. 8 Uhr, 1) Gratweil's Bicrhallen, ob. Saal. 2) Elsafserstr. S7 bei Zoller. Montag, 22. Nov., Abends 8 Uhr. 1) Marianncnslr.SI, Jndnstriöha lleu. Vortrag des Herrn Ferd. Mitan. Versch. 2) Landwehrstr. II, bei Meister. Ein mittelalterliches Gesetz der Neuzeit. Vortrag des Hrn. Julius Heiland. Versch. Um zahlreiche Bctheiligung bittet (?. LS.) A. Heinsch. s4.80s Herrn hier wieder eine falsche Anwendung, d. h. ein Mißbrauch der deutschen Sprache passirt? Während der C. F. K. das Wort„Heim- gang Lassalle's" bemängelt, indem es angewandt wird auf Lassalle's frühen Tod, behauptet er, es sei dies ein„Verstoß gegen alle deutsche und christliche Sitte". Wer lacht da? Diese Phrase zu beurtheilen, wollen wir getrost unfern Lesern überlassen. Das Weitere, was der Verfasser bringt, ist nichts Anderes, als die fast jedem Anhänger Lassalle's nur allzu bekannte Duellaffaire, sowie ein kurzer Abriß von Lassalle's Studienzeit und öffentlichein Leben, wobei der C. F. K. wahrscheinlich tapfer mit der Scheere gear- beitet hat. Das einizige hat vielleicht für unsere Leser Interesse, daß der Verfasser behauptet, Lassalle hätte einmal die Präsidentschaft des Allg. deutschen Arbeitervereins niederlegen wollen und dieselbe als„Kinder- spiel" bezeichnet. Die gläubigen Leser der„Calber Stadt- und Land- Zeitung" sollen wohl daraus den Schluß ziehen, daß es Lassalle über- Haupt nicht Ernst mit der Agitation und init der Organisation des Allg. deutschen Arbeitervereins gewesen sei. Möglich, daß Lassalle diese Aeußerung gethan hat. Aber unter welchen Umständen, behauptet man, haue er sie gethan? Warum verschweigt der edle C. F. K. dies? — Wir wollen diese Verhältnisse mittheilen. Es gab eine Zeit, wo Lassalle bereits zu mehr denn einem Jahr Gefängniß verurtheilt war. Er war demnach gezwungen, entweder durch Vsrbüßung der Hast sich die ganze Zeit dem Allg. deutschen Arbeiterverein zu entziehen, oder halb lahmgelegt in der Schweiz zu verweilen. Zugleich war hie und da Streit und Vereinsspielerei unter den Arbeitern entstanden, und wenn unter solchen Umstünden Lassalle auf einen etwaigen Rücktritt hingewiesen und ein scharfes Wort ge- sprachen hat, so kann Niemand darüber sich wundern. Und daß dieses energische Austreten Lassalle's genutzt hat, ist eine genügend bekannte Thatsache. Das ist die einfache Wahrheit, Herr C. F. K., merken Sie sich das, damit Sie nicht wieder fälschen oder wenigstens nicht durch geflissentliche Andeutungen die Leser zu Trugschlüssen verleiten. Zum Schluß citirt der Verfasser wieder aus B. Becker's obenge- nannUr Schrift, wie folgt: „Den Todtenfeiern. zu denen ich(d. h. B. Becker) den Anstoß gab, lag die vom Pnrteiinteresse eingegebene Absicht zu Grunde, den die sociale Demokratie mit einem großen Nachtheile bedrohenden Tod Lassalle's als Parteikitt zu benutzen. Denn da die Nachricht von dem Tode des bisherigen Führers leicht die zum Allgemeinen deutschen Ar- beitervereine gehörenden Arbeiter dahin bringen konnte, daß sie, am Gelingen des angestrebten Zieles verzweifelnd, die socialistische Agitation aufgaben, so schien die Todlenfcier das geeignete Mittel zu sein, um den Schmerz und die Trauer über den dahingeschiedenen Parteiführer zur Anspornung des Eifers nnd zum erneuten Angelöbniffe des Fest- Haltens zu verwerthen!— Leider war mit der Anwendung dieses Mit- tels die Gefahr verknüpft, daß sowohl ein demokratischer Heiliger ge- schaffen wurde, als auch, daß sich Sophie von Hatzfeldt als„einziger, jedenfalls bester Freund" in den Vordergrund drängen und bei der Leichtgläubigkeit gewisser Leute einen störenden Einfluß geltend machen konnte. Allein in Anbetracht des(geringen) Reifegrades vieler Arbeiter war jenes Mittel nun einmal unvermeidlich."— Hierauf fußend, gefällt sich nun der Herr in folgender Tirade: „Da haben wir's! Also der Präsident des Arbeitervereins und Nachfolger Lassalle's, Bernhard Becker, schenkt uns hier selbst reinen Wein ein. Die Todesfeier Lassalle's hat keinen andern Zweck, als„die leichtgläubigen Arbeiter" zusammen zu führen und zusammen zu halten! Und leider sieht man eine Menge Leute eine Partei ergreifen, ohne die guten oder bösen Absichten derselben geprüft zu haben. Sse folgen dahin, wohin sie einige überlegene Kopfe führen. JiDer Grund, warum sie folgen, ist oft nichts weiter, als ein leeres Wort oder eine Vor- spiegelung. Aber eben die Dunkelheit hat für sie Reiz,„denn die Menschen liebten von jeher die Finsternitz mehr, denn das Licht". Darum wird auch Lassalle's Lcben und Streben in den Volksversamm- hingen nie klar und wahr vorgetragen." Abgesehen nun davon, daß B. Becker's Ansichten und Pläne kei- neswegs die richtigen uud maßgebenden waren, denn sie haben sich seiner Zeit nur wenigen Anilanges erfreut, so hat nicht er die Todes- feier Lassalle's in Aufnahme gebracht, sondern die Arbeiter haben dies aus eigenem Antriebe und in ganz reiner Absicht gethan. Und nun gar zu lächerlich ist es heute, den Social-Demokraten etwas unterschieben. zu wollen, was vor zehn Jahren ein Einzelner gethan hat. Haben die Arbeiter in der Bewegung der letzten 10 Jahren etwa nichts gelernt? Haben �sie der Gräfin von Hatzfeldt nicht längst den Laufpaß gegeben? Das„Folgen" der Leute dorthin, wohin einige überlegene Köpfe sie führen, ist einfach eine abgeschmackte Redensart und hätte der Verfasser vielleicht besser gethan, diesen Satz auf seine Leser und die Nachläufer der„Brüdergemeinde" anzuwenden. Zum Schluß nun wollen wir dem Herrn Verfasser noch bekennen, daß auch wir keine Vertheidigcr des Duells sind und bedauern, daß Lassalle überhaupt auf eine Dönniges sein Vertrauen setzte. Aber wir wissen, daß Lassalle in Mitten seiner Zeit und ihrer Vorurtheile steht und kein„Heiliger" sein wollte. Uns kann es in Folge dessen nicht Munder nehmen, wenn, als er tödtlich beleidigt war, sein Blut in Wallung gerieth und er nicht vollständig die Vorurtheile seines Stan- des abstreifen konnte, sondern zum Duell griff. Wir können das nicht billigen und bedauern noch stets, daß es dem braven Parteigenossen Johann Philipp Becker nicht gelang, daS Duell zu vereiteln. Es kann uns das aber nicht abhalten, das Andenken dessen zu feiern, der durch seinen Geist, seine. Handlungen und seine Opferwilligkeit so Großes für die Arbeiterklasse gethan hat. Und nun wollen wir vorläufig Abschied nehmen von unserm Herrn C. F. K., nicht ohne ihm noch zu verrathen, daß die Social-Demokratie außer dem Todestag auch alljährlich den Geburtstag Lassalle's feiert, was der Herr nicht zu wissen scheint, da er uns den Rath giebt, doch lieber den Geburtstag zu feiern, als jenen. Wir wollen Abschied nehmen mit der Versicherung, daß der rc. C. F. K. ein Produkt seiner Zeit ist und wir ihm darauf etwas zu Gute halten wollen, obschon wir ihm aber auch bekennen, daß er in unseren Augen durch sein Geschreibsel wieder recht eklatant die Wahr- heit des Sprichworts vom„Splitter und Balken" bestätigt hat. H. R. Den Berliner Parteigenossen die erfreuliche Mittheilung, daß die Betheiligung an den ausgegebenen Listen eine zufriedenstellende ist. Wir hoffen, daß bei regen: Eifer unser Ziel er- reicht wird. Zleue Listen werden in der Erpedition des „Neuen Social-Demokrat" Kaiser Franz-Grenadier- Platz 8a., und in allen Versammlungen ausgegeben. Die Zeitungs-Kommifsion. Donnerstag, 23. Nov., Ab. 8'/s Uhr, Brückenstr. 10a., Cafe Mittelhans, Geschl. Mitglieder-Vers. des Soeial-demokr. Arbeiter- Wahl-Vcreins. Tagesordnung in nächster Nummer. Die Dienstags-Versammlungen fallen des- halb aus. Ä. Heinsch. Dienstag, 23. November, rOrlllU« Abends 8 Uhr. bei Vogel, Alcxanderstr. 31. Oeffentt. Versammlung der Berliner Zimmerer. Tagesordn.: 1) Historischer Vortrag des Unterzeichneten. 2) Verschiedenes. 3) Frage- kästen.(F. 98.) O. Kapell.[2,00] Sörtvftn Mittwoch, den 24. November, Abends?>/, Uhr, bei Vogel, Alcxanderstr. 31, Geschlossene Mtglieder-Versammluug des Putzer-Clubs. Tagesordn.: I) DaS neu zu gründende Berliner Lokalblatt.— 2) Beschlußfassung über eine einzuberufende Generalversamm- lung sämmtlicher Putzer Berlins und der Umgegend, für den Zweck des Lokalblatts. Außerordentlich zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. (F. 33.) Dietrich.[3,40] Berlin. Sonntag, 21. November, Vorm. 10 Uhr, Kottbuferstr. 4, Mitgliederversammlung des deutsch. Bau-, Land-, Erd- und Fabrikarbeitervereins. T.-O.: Innere Vercins-Angelegenheiten. (F. 31.) Wilh. Wißmann.[2,00] Monntag, den 22. Novbr., siütUUl. Abends 8 Uhr. in den Gratweil'schen Bierhallen, Gcneralversamml. d. Schuhmacher. T.-O.: Vortrag. Verschiedenes. Frankfurt a. O., Montag, 22. Novbr., Grosse Schuhmacher-Versammlung. Beide Versammlungen bittet zahlreich zu besuchen Ref. C. H. Szimmath.[1,80] Mittwoch, 24. November, Abends 8 Uhr, in Maiers Gasthof, Steinstraße 04, Mitgliederversammlung des Verbandes der Maurer-, Ban-, Akkord-Arbeitsleute. Tagesordn.: Abrechnung über die Lust- tour und Besprechung über den Ball. Alle Mitglieder müssen am Platze sein. (F. 1.) I. Schutt.[2,20] tWlttfatvel Dienstag, 23. Novbr., �UUlUUly» Abends S'/j Uhr, in Stadli's Salon, Valentinskamp 41, Allgemeine Arbeiterversammlung. T.-O.: Bortrag des Redakteur Herrn Hasenclever. (F. 1.) Hörig.[1,80] Arttttfllirrt Donnerstag. 25. Novbr. �mmvury. Abends 7Vj Uhr. tm Salon zun: Roland, 1. Jakobsstr. 19, Mitgliederversammlung der Bau-, Land-, Erd- und Fabrik- Arbeiter. T.-O.: Berichterstattung der Kranken- kommission. Verschiedenes. Die Herren W. Engelskind, M. Endorf, H. Jürgens, A. Heß, I. Hansen, P. Haak, I. Grünwald sind hierzu eingeladen. (F. 1.) F. Krohn.[2,00] Montag, den 22. Nov., �UUUUliy. Abends 3-/, Uhr. in Stadli's Etablissement, Vglentinskamp 41, Ocffcntlichc Tischlcrversammlung. Jeder muß am Platze sein. (F. 37.) Ferd. Weidemann.[1,00] Altona, Hamburg und Ottensen. Montag, 22. Nov., Abends 8-/- Uhr, in Gotschlich's Clublokal, Thalstr. 97, St. Pauli, Versammlung der Mitglieder des früheren Nntcrftützungs-Vereins. T.-O.: Berathung der neuen Statuten. (F. 20.) Für die Kommission: Chr. Graßmann.[2,40] Hamburg- St. Pauli. Sonntag, den 21. Nov., Nachm. 4 Uhr, Fischerstr. 35, Mitgliederversammlung des Allgem. Reepschläger- und Seiler-Vereins. T.-O.: Maßregelung des Vorsitzenden und der Buchbinder-Strike. (F. 20.) C. Herwig.[2,20] Anzeigen. Dienstag, den 23. November, AllVilU. Abends 7'/, Uhr, in Heinsohn's Salon, Geschlossene Versammlung des Mg. deutsch. Bau-, Land-,- Erd- uud Fadrik-Arb.-Vereins. Tagesordn.: Berichterstattung der Kom- Mission und Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. (F. 20.) �_ H. Cordes.[2,40] Wandsbeck. bei Lagemann, Kampstr. 53, Geschl. Mitgliederversammlung des Allg. deutsch. Maurer- und Steinhauer-Buudes. Besprechung über eine Fahne.— Erscheinen aller Mitgl. ist Pflicht. Knieß. s1,30] iRrtfmllrtrf' Mittwoch, 24. Nov., Abends« Uhr präc., im Lokale des Herrn Schultz in Barinbeck am Markt, Große öffentliche Arbeiterversammlung. Tagesordnung: Die Bevölkerung Frank- reichs. Referent: Herr Schultz. (F. 89.) C. Simon.[2,20] Hohenfelde-Burgfelde. Dienstag, den 23. Nov., Abends 87- Uhr, im Lokale des Herrn Müller, „Lübscher Baum", Große Volksversammlung. T.-O.: Die Gesetzvorlagen im Reichstage. (F. 73.) G. Drechsler.[2,00] Donnerstag, 23. Nov., Abends 87, Uhr präc., im Lokale des Herrn Becker, Geschlossene[2,00] Mitgliederversammlung der Socialistischen Arbeiterpartei. T.-O.: Monats- und Ball-Abrechnung. Vereinsangelegenheiten. Es ist Pflicht eines Jeden, in dieser Versammlung zu erscheinen. (F. 057 W. Wulf.[2,40] Eppendorf. C\a\\a(\(Ss Mittwoch. 24. Nov., �mNe a. T.Ab. 8 Uhr, i. Rosenthal. Bcrsamml. des Arb.-Wahlvereins. Unsere Schulen. Die Parlament. Ord- nung. Ref.: Beyer u. Worthmann.[1,00] Frankfurt a. M. Sonntag, 28. Nov., Nachmittags 4 Uhr, in Kräusel's Hotel in Bockenheim, Allgemeincs Schuhmacher-Fest, bestehend in Conccrt, theatralischen und deklamatorischen Vorträgen nebst Tanz. Cntrüe 40 Pf. Damen frei. Die Garderobe hat Parteigenosse Müller aus Bockenheim. (F. 100.)__ Das Comitö.[3,20] Sonnabend, �iJTvvvvil. den 27. November, im Saale der„Centralhalle", Allgemeines Arbeiter-Fest der Socialist. Arbeiterpartei, bestehend in Theater und Ball. Herrenkarten 30 Pf., an der Kasse 35 Pf. Damenkarten 20 Pf. Karten sind vorher beim Festcomitö und in den Versammlungen zu haben. Anfang Abends 3 Uhr. Da ein etwaiger Ueberschuß zu einem sehr guten Zweck bestimmt ist, erwarten wir eine recht starke Betheiligung. (F. 79.) Das Fest-Comitö.[4,20] Im Auftr.: R. Träger. Montag, 22. Nov., Abends 87, Uhr, in Ever's Hotel, Bahnhofftraße, (F. 07.)(„Hennannshalle").[ 1 ,00] Oeffentliche Versammlung der Socialist. Arbeiterpartei. Zutritt frei für Jedermann.__ Meinen geehrten Parteigenossen empfehle mein llhrmacher-Ge- schüft. Reparaturen und neue Uhren unter mehrjähr. Garantie. (F 110.) D. Ellinghausen, Uhrmacher, Alexaiiderstr. 44. Mittwoch, den 24. Novbr., :£HrUlUl. Abends 87, Uhr. im Lokale des Herrn Becker, Hankenstr. 22, Oeffeutliche Versammlung der Schuhmacher. T.-O.: Die gesellschaftlichen Einrichtun- gen und die Arbeiter. Ref.: W. Frict. Ich ersuche die Genossen, für die Versamm- lung zu agitiren. (F. 70.) Der Bevollm.[2,40] Zur Einweihung des Kurfürsten-Tunnel, zum 21. d. lade Freunde u. Bekannte ein. Eharlottenburg, Fasanenstr. 12. H. Nictzschmann.[2,00] Meinen geehrten Parteigenossen empfehle meinUhrenlagcr. Re- paraturen unter Ijähr. Garantie. A. Griigcr, Uhrmacher, Skalitzerstr. 120, Ecke Mariannen- straße, Berlin 80.[3,00] Englischleder- Anzüge (anerkannt beste Qualität) versenden zollfrei gegen Posworschuß Jaquet Mk. 17,00, Hose 9,00, in weiß 9,50, Weste Mk. 4,00, bestes Englisch-Leder pr. Meter Ml. 3,00.(F. 84.)[4,50] Henry Jsaacs u. Co., Altona, Kl. Elbstr. 22, im alt. engl. Laden. —-------- Im Verlage der Genossenschaftsbuchdruckerei zu Leipzig erschien und ist durch die. Buchhandlung des„Reuen Soeial-Demokrat" in Berlin zu beziehen: Der arme Conrad. Jllustrirter Kalender für das arbeitende Volk pro 187«. In 12 Bogen(circa 100 Seiten) wird dieser Kalender außer dem protestantischen, katholischen und griechischen Kalendarium— Geschichtskalender— Wetterregeln— Auf- und Untergang von Sonne und Mond, Tageslänge, Planetenerscheinungen � Verzeichnis der Messen und Märkte— Gedichte— Sinnsprüche— Anekdoten u. s. w. enthalten: Beiträge von Rob. Schweichel(eine Novelle: Florian Geyer'S Heldentod), Joh. PH. Becker, Joh. Most, F. W. Fritzsche, Wilh. Liebknecht, W. Hasselmann, C. Hirsch, A. Geib. Illustrationen: Ein Titelbild, die Stiftung des Bruderbundes,„der arme Conrad" darstellend; die Bildnisse von Heß und Herwegh; eine Musterkolonie von Owen; Monatsvignetten. Alle diese Illustrationen sind von bewährten Künstlern gezeichnet und in Holz ge- schnitten. Bei dieser gediegenen und reichhaltigen Ausstattung kostet der Kalender geheftet nur 40 Pf., gebunden und mit Schreibpapier durchschossen 60 Pf. gegen Baar oder Postvorschuß. Den Bestellern von Einzel-Exemplaren ist anzuempfehlen, für jedes Exsm- plar 4v Pf. nebst 10 Pf. Porto gleich der Bestellung in Briefmarken beizulegen. Postvorschuß uud unfrankirte Sendung vertheuern die Lieferung. Nur gegen Baarzahlung oder Postnachnahme kann geliefert werden. Auf Posten von 1 Dtz. aufwärts berechnen wir: brochürt 25 Pf. pro Stück) do.) netto gegen baar. gebunden 40- Berlin im Oktober 1875. Äie Luchtzandlmlg des„Neuen Sscial-Demokrat.� Kaiser Franz-Grcnadier-Platz 8«. Druck und Verlag der Allg. deutschen Associations Buchdruckerei zu Berlin, Eingetragene Genossenschast, Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8a. Verantwortlich für die Redaction: W. H a ss e l in a n n in Berlin.