sk. ilL Mittwoch, den 23. Dezember 1873. Z. Dies« Zeitunz erscheint drewial wöchentlich, und inat- DienÄazS, Dormerttej* onfc SomvAen*« Äöerfri. t�ffteliuii jer. w«!>-n»ei.liiert PvstöinkrN, « iotuiu tei der Krpeottion, 'owie bei jedem Spediteur «ntgizengenommen. Neuer JocialVemokrat. Orgsn V« Socialiftischen Arbeiter-Partei Deutschlands. Nedactio» u. Expedttio«: Aerlin, 30., Kaiser Franz-Vrenadier-Pl Hh. Jnscraic {nur in der Expedition auiju» geben) «erden pro fii n sgespaltni« Petit- zeit« mit'yO Pf. berechnet. Per» sammlunzd-Annonce,� die sk-rf» gespaltene Petilzcile oder deren Raum SV Pf. Sogenannt« A»- klem«-Anj«igen werden nicht ausgenommen. Abon»«meutö-Pr«iö: Für Berlin mcl. Bringerlohn vierteljährlich xrasQruveranäv 1 Rm. SS Pf., nionatlich 66 Pf., einzelne Nitmmern 16 Pf.; bei den Postämtern in Deutschland incl. Berlin 1 Rt«.(W Pf, fwt w'd Hau» 1 Rm. 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Ultrantontane zu befriedigen, „...„tenJ er gegen den SocialiSmus mit aller Kraft an die spießbürgerliche Feigheit appellirt und den Aengstlichen mit Revolution, Barrikadenkampf, Petroleum u. s. w. einschlich- tert, als wenn die Versailler Truppen und die Horden des Don Carlos nicht gerade katholische Bauernburschen wären. Gegen Laffalle spielt er die hämische und eselhafte Bemerkung hinein, daß derselbe der„Zialionalität" nach ein Jude gewesen und deshalb nur kritisirend nicht schöpferisch wirken könne und was derlei kindische und auf baarer Unwissenheit beruhende Phrasen mehr sind. Hierauf näher einzugehen, halten wir tief unter unserer Würde; wir wollen vielmehr lediglich zeigen, wie leer das Phraseugeklingel der Ultramontanen betreffend die Beseiti- gu»g des ehernen Lohngesetzes ist. Der Artikelschreiber kennt das Letztere augenscheinlich gar nicht oder er steckt gleich dem Vogel Strauß absichtlich vor Angst, das Thema gründlich zu behandeln, den Kopf in den Sand. Das eherne Lohngesetz— wie wir hier kurz andeuten wollen— beruht bekanntlich darauf, daß die Arbeitskrast dein Kapital zum Kauf angeboten wird und zwar dergestalt, daß die Arbeiter bei diesem Angebot mit einander konkurrircn, also die Ar- beitskraft zu einem Preise losschlagen müffen, welcher nur der Lebensnothdurst im Durchschnitt gleichkommt; so daß ferner die Kapitalisten den ganzen Ueberschuß als Kapital- gewinn einstreichen, welcher bleibt, wenn von dem wirklichen Arbeitsertrag der Arbeitslohn in Abzug kommt. Es ist also offenbar, daß das eherne Lohngesetz nur dann zu wir- ken aufhört, wenn ein Verkmif der Arbeitskrast an das Kapital überhaupt nicht mehr stattfindet, sondern die Arbeiter selbst im. Gemeinbesitz der Arbeitsmittel sind und den Ar- beitsertrag also nicht mit Anderen zil theilen brauchen. Das Mittel, dies zu erreichen, ist die socialistische Agitation. Bringt unser Ustramoiltaner nun eine solche wirkliche Abhülfe des socialen Elendes in Vorschlag? Ei behüte, er verherrlicht zunächst in langen Tiraden das Mittelalter und schließt die Augen vor dem Grüuel der Leibeigenschaft und Hörigkeit; er kommt nach endloser Kritik schließlich auf prak- tische Vorschläge und was finden wir: Berge habe» gekreißt und ein Mäuslein ist geboren! Vom Staate wird Staats- hülfe verlangt, aber für wen?—.Für die Industriellen, das heißt auf gut deutsch, für den Fabrikanten, für das große Kapital, und als jämmerlicher Brocken, der zu Gunsten der Arbeiter abfallen soll, wird von den Fa- brikanten dann für ihre Hülfsarbeiter— oder besser Lohn- Sclaven— eine Mannesnahrung gefordert. Jedes Kind piuß einsehen, daß ein solcher Zustand nur daziz führen kann, daß die Kapitalisten die Staatsknh noch ärger aus- melken wie bisher, da aber die Lohnarbeit fortbesteht und ebenso die Konkurrenz zwischen arbeitenden und arbeitslosen Arbeitern, so ist es sonnenklar, daß die vielgerühmte„Man- nesnahrung", wie einst, nicht mehr und nicht weniger be- tragen kann, als die nach dem ehernen Lohngesetz sich regelnde Lebensnothdurst. Der Arbeitsertrag wird dann, wie bisher, in Lohn- und Kapitalgewinn getheilt und das sociale Elend bleibt.' Noch lächerlicher ist die folgende Phrase, daß die be- lebende Konkurrenz bleibe», die tumultuarische Kon- kurrenz aber fortfallen sollte, als wenn die Konkurrenz, das heißt der industrielle Krieg, wenn sie überhaupt besteht, sich Fesseln anlegen läßt. Konkurrenz oder Organisation der Arbeit und Produktion ist vielmehr die einzige Losung, ein Drittes giebt es nicht. Bei solcher Logik ist denn auch der Schlußsatz nicht wunderbar:„Arme wird es immer unter uns geben"; denn wo das Kapital ausbeuten kann, da wird es solche gewiß geben. Aber wir denken, daß trotz der schönsten Phrasen im Eingang des Artikels hier, wo der Fuchs zum Loch herauskommt, die Arbeiter den ultramontanen Pferde- "stiß erkennen werden. Nem, christliche Bettelsuppen für Arme braucht.es nicht zu geben und soll es nicht geben. Der Arbeitsertrag für den Arbeiter, das ist die Losung, und mit ihr bezwingt auch das arbeitende Volk einst die Armuth. Also in Wahrheit, Ihr Ultramontanen seid nichts als in Kutten verkappte Vertheidiger der kapitalistischen Aus- beutung, ebenso gut, wie die liberalen Freimaurer. Und Christen seid Ihr so wenig, daß die beste Waffe, die wir Socialisten gegen Euch haben, das urchristliche Socialgesetz aus der Apostelgeschichte ist:„Und sie hatten Alles ge- m einsam." Die Reptile und die Socialdemokratie. Nachdem die liberalen Organe die Klagelieder über die Fortschritte der Socialdemokratie begonnen, kann sich auch die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" nicht enthalten, einige Thränen über die bösen„Rothen" in ihren Spalten zu vergießen. Sonst war die social-demokratische Bewegung in der Redaktion der Norddeutschen in den letz- ten Jahren so gut wie unbekannt; jetzt aus einmal scheint man aber auch da aus dem Schlafe erwacht zu sein und zu sehen, daß die Socialisten stets auf dem Posten gewesen iind und im deutschen Volke ihre Ideen bereits Wurzel ge- faßt haben. Eigenthümlich ist es nun, daß die Norddeutsche plötz- Ärtt die liberalen Parteien für die Verbreitung des Socia- f.>,' sius verantwortlich macht, ihnen drobend zuruft: ihr wer- vjhes schon sehen, daß, wenn ihr euch nicht binnen Kur- Jnf vom Liberalismus zum Konservatismus bekehrt, eines schöllen Tages euch die Socialdemokratie mit Haut lind Haaren auffrißt. Was dieses � sogenannte zum Konservatismus sich be- kehren bedeutet, sieht Jeder leicht ein. Die gegenwärtigen Gesetze sind der„Nordd. Allg. Ztg." noch vieb zu liberal, die krasseste Reaktion und das tollste Säbel-Regiment wären allein liach ihrem Geschmack, und um diesen herrlichen Zu- stand zu erreichen und zwar möglichst bald, heißt es jetzt bei ihr, dem deutschen Philister das„rothe Gespenst" wie- der vorzuführen, das, wie gesagt, vor noch wenig Monaten nicht der Beachtung würdig seitens dieser Herreil gehalten, ja als halbtodt schon hingestellt wurde. Auf den Artikel aus der„Magdeburgischen Zeitung", den unsere Leser bereits kennen, antwortet die Norddeutsche folgendermaßen: Die Selbsterkemitniß ist so der erste Schritt zur Besserung genannt > worden. Die liberalen Blätter haben wirklich den Muth gehabt, in i dem vorstehenden Artikel einen Spiegel unserer Verhältnisse vor daS Gesicht zu nehmen und sich die Früchte der Gesetzgebung der letzten Zahre, die unvermeidlichen Resultate der„unvermittelten Uebergänge", einmal in der Rähe zu betrachten. In der Thnt, ja, die Organisation, welche die Social-Demokratie sich geschaffen, ist eine erstaunliche, selbst wenn man die Vergrößerung in Abzug bringt, in welcher sie vielleicht dem bösen Gewiffen sich dar- stellt. Auch finden wir es ganz in der Ordnung, wenn die liberalen Blätter ihre Partei ermahnen,„diese Thatsachen bei Zeiten und mit ganzem von ihr gebotenem Ernst zu beachten". Will die Partei dies in ersprießlicher Weise thun, so wird sie sich vor Allem die Frage zu beantworten haben: Wer hat für„das Gift der socialistischen Theorien" die Kanäle gegraben, wer die„verführerischen Formen" geschaffen, in denen daffelbe unserem Volke zugeführt wird? Wer war es, der den Staat immer und immer wieder nicht nach dem praktischen Bedürfniß und mit Rücksicht auf seine altüberkonunenen Traditionen, sondern lediglich nach Doktrinen und Theorien modelte, aus Gründen der„Wis- senschaftlichkeit" den Arm des Gesetzes lähmte und nur allzurasch die Dämme niederriß und einebnete, welche zum Schutz gegen die hereinbrechenden Fluthen der Umsturz-Tendenzen errichtet waren? Diejenigen, welche diese Arbeit am eisrigsten betrieben— dürfen sich nicht wundern, wenn sie ihr Werk vollbracht sehen, und ivenn die Social-Demokratie drohend über die tadula. rasa hinweg in das L«ger Derer blickt, welche sie abzulösen sich anschickt. Daß auch die Social-Demokraten, wie aus der oben citirten Korrespondenz hervorgeht, die Sache„wissenschaftlich" betrieben, mag vielleicht hie und da noch zum Trost gereichen. Im Uebrigen vertraut man der Polizei, daß sie zu verhüten wiffen werde, daß die Theorien nicht eines Tages zur Praxis werden. Aber mit der Polizei ist»s unseres Erachtens nicht gethan, abge- sehen davon, daß es derselben von Tag zu Tag schwerer wird, mit den Hülfsmitteln der heutigen Gesetzgebung der bedrohten Gesellschaft den schützenden Schild vorzuhalten. Die Wirksamkeit derartiger Mittel hängt mehr oder weniger immer von Zufällen ab, denen ein großes Gemeinwesen nicht ausgesetzt bleiben darf. Als wesentliches Hülssmittel gegen die Organisation der Social- Demokratie vermögen wir nur eine starke konservative Gegenorganisation zu betrachten, eine Organisation, welche der Organisation des Umsturzes gegenüber alle wirklich erhaltenden Elemente in Staat und Gesellschaft umfaßt; die für berechtigte Forderungen ein unparteiisches Ohr hat, frechem Uebermuth aber nicht aus Humanitätsgründcn die Thür»öffnet. Wir werden vielleicht Gelegenheit haben, unä mit diesem Gegen- stände näher zu beschäftigen. Wenn man diese Jeremiaden in einen Satz übersetzt, so lautet er einfach:„Es ist unumgänglich nothwendig, daß die neue Straf g es etz-Novelle angenommen wird, und zwar ohne nur ein Titelchen daran zu ändern, denn sonst ist die Ordnung gefährdet." „Eine starke konservative Gegen-Organisation"— nun, es sollte uns in der Thal-freuen, wenn unsere Herren Gegner endlich einmal sagten, was sie eigentlich an der Socialdemokratie auszusetzen haben, und uns in sachgemäßer Diskussion entgegentreten, nicht aber, wie es jetzt bei ihnen Mvde, mit Verlüumdungen, gegen die Arbeiter um sich zu werfen. Es scheint aber, als fürchten sie selbst, einen der- artigen Kampf zu führen, und sind sich schon von vornherein ihrer Ohnmacht bewußt. Tie sogenannten Widerlegungen der Socialdemokratie, die wir in den Organen unserer Gegner finden, haben weder Hand noch Fuß unö bewegen sich fast nur in schmutzi- gen oder lächerlichen Redensarten, sachliche Einwendungen kommen fast gar nicht vor. Lassen wir also der gesammten Reaktion das Vergnü- gen, den Philister vor dem /,rothen Gespenst" graulich zu machen oder den Arbeiter imt Schmutz zu bewerfen, wir selbst wissen am besten, daß dieses Treiben am längsten gewährt hat. Deutscher Reichstag. Sitzung des Reichstags vom 18. Dezember. Beginn der Sitzung 11'/. Uhr Vormittags. Gleich nach vorschriftsmäßiger Erledigung der zwei erste» Punkte der Tages- ordnung(Abstimmung über das Musterschutzgesetz und dritte Be- rathung des Gesetzentwurfs betreffend die Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Telegraphcn-Verwaltung) tritt St. Valentin in Funktion und verhindert, daß der Bericht der Budgetkommission über einige recht interessante Petitionen zu einer Debatte führt. Dank dem energischen Eingreifen des rothbärtigen Schutzheiligen, kann der Reichstag schon um 12 Uhr in die dritte Berathung des Reichshaushalts-Etats eintreten. Freiherr von Minnigcrode eröffnet die General-Dcbatte mit einer Rede, in der er seine bekannten junkerlichen Ansichten ausspricht und an der das Beste ist, daß Niemand sie verstehen kann.— Die Herren Reichsbotcn tauschen ihre Photographien aus und unterhalten sich von der bevorstehenden Heimfahrt, den Feiertagen und sonstigen schönen Dingen so ungenirt, daß eine kräftigere Stimme, als die des Abg. Äinnigerode, in dem wirren Gesumme verloren geben würde. Jndcß dringen doch einige Bruchstücke seiner Rede in die Ohren der Herren Richter, Rickcrt und Lasker, die von. ihm genannt, beziehentlich ange- griffen werden, und hat dies die unangenehme Folge, daß er sich Seitens der genannten Herren eine Anzahl rhetorischer Ruthen- streiche gefallen lassen muß. Herr Delbrück erklärt sich im Namen des Bundeskanzlers mit den bei der zweiten Berathung gefaßten Beschlüssen des Reichstages einverstanden— eine Erklärung, die unter anderen Verhältnissen ein loyales Bravo für solch' löblichen Konstitutiona- lismus hervorgerufen hätte, jetzt aber eindruckslos verhallt— und damit ist die Gencral-Debatte zu Ende.— Die Spezialdebatte beschäftigt sich zunächst mit dem Reichs- kanzleramt. Da eine ultramontane Attake ausbleibt, so wird nichts Erwähnenswcrthes zu Tage gefördert. Abg. Sonne- mann rügt die Mängel des deutschen Eonsularwesens, wobei er speziell auf gewisse Vorgänge in Nizza hinweist. Beim Militäretat kommt Liebknecht nochmals auf die Motive zu den für die Stadtkommandanturen in Hamburg-Altona und Frankfurt am Main ausgesetzten Summen. Er kritisirte scharf den Charakter der Motive und erzählte hierauf, wie die Behörden zu Offcubach, also im Machtrayon der Frankfurter Stadtkommandantur, im September dieses Jahres, bei Gelegen- heit eines Arbciterfesteö vorgegangen seien. Eine Bemerkung des Redners über die Beschwörung des rothen Gespenstes von Oben, veranlaßt einen Ruf zur Sache. Er führt dann aus, daß die Social-Demokratic wesentlich die Partei der Ordnung ist und es ihren Gegnern und den Verhältnissen überläßt, den Auflösungsprozeß des heutigen Sraats- und Gesellschaftssystems ihrerseits zu beschleunigen. DaZ Camphausen'sche Rezept, r politische und wirthschastliche Krise, machten wirksamere Propaganda für die Social- Demokratie, als es der ganzen Partei- agitation möglich sei. Redner wurde nochmals zur Sache uird nachträglich auch noch zur Ordnung gerufen. Wir werden diese Rede später nach dem stenographischen Bericht wiedergeben. Bei Berathung des Postetats. wurde Liebknecht, der über die Verletzung des Briefgeheimnisses sprechen und weitere Einzelheiten vorbringen wollte, durch St. Valentin mundtodt gemacht. Er wird nun nach Wiederzusammentritt des Reichs- tages den Antrag auf Anordnung einer Enquete stellen. Abg. Reimer brachte eine Beschwerde wegen Arbeitsüber- bürdung der Briefträger in Altopa vor, und äußerte sich, wie folgt: „Meine Herren, ich will bei diesem Posten nicht hauptsächlich die nach meiner Ansicht zu niedrigen Gehälter der unteren Post- beamten besprechen, sondern vielmehr auf die denselben aufge- bürdete, meistentheils zu große Arbeit hinweisen. Denn in Folge der neuen Verordnungen des Herrn Gencral-PostdirektorS, welche den Dienst so sehr erschweren, dem steten Wachsen unserer große- ren Städte und der anempfohlenen Sparsamkeit gegen die Unter- beamten, sind die einzelnen Postverwaltungen oftmals derart übertrieben sparsam, daß sie nicht rechtzeitig für eine genügende Vermehrung des Bctricbspersonals sorgen. So habe ich bcispiels- weise aus Altona eine Beschwerde gehört, die ich hier dem Herrn General- Postdirektor unterbreiten möchte. Die Altonaer Brief- träger haben von Morgens früh(i Uhr bis Abends 10 Uhr Dienst; dabei nur am neunten Wochentag einen halben Tag frei und was wohl sonst nirgends meines Wassens vorkommt, ist auch den vollen Sonntag hindurch Dienst. Sonntagsarbeit ist für Postbeamte, so viel mir erinnerlich, nicht gesetzlich festgestellt, sondern es ist in den Postbestimmungen, die im Norddeutschen Reichstag festgestellt wurden, enthalten, daß die Sonntagsgänge der Briefträger nicht gesetzlich stausinden müssen. Dieselben sind nur ausnahmsweise"Sonntags Morgens üblich. In Altona werden aber den ganzen Sonntag hmdurch fortwährend Gänge gemacht. Es haben die Briefträger in Folge dessen alle 1-l Tage nur einen halben freien Sonntag, und Diejenigen von ihnen, welche nicht dispensirt sind, sondern am Sonntag Nachmittag Dienst haben, müssen den Dienst für die Dispensirten mit übernehmen, so daß ihnen thatsächlich Sonntags eine doppelte Sual auferlegt wird. Ich glaube, dies ist eine Verordnung, welche nicht vom General-Postdirektorium ausgeht, und ich möchte des- halb ersuchen, daß dieselbe geprüft, die Sache genau untersucht und alsdann Abhülfe geschafft wird. Es ist allgemein anerkannt, wie sehr aufreibend der Postdienst ist, jener der Briefträger ins- besondere, und daß von ihnen eme größere Anzahl an der Schwindsucht stirbt. Es ist ebenfalls gar nicht bestritten worden, wie unendlich schlecht die Leute hinsichtlich ihres Gehaiis gestellt sind. Wenn alles das zutrifft, dann muß man wenigstens dafür sorgen, daß auch diese Leute, wie alle anderen Arbeiter, ihren freien Sonntag haben und daß nicht die eine Hälfte sich für die andere Hälfte quälen und schinden muß. Ich behaupte, dies ist eine übermäßige Ausbeutung der Arbeitskraft der unteren Be- amten, und:-:ur die Postbehörde am betreffenden Ort ist dafür verantwortlich. Wenn diese Beschwerde hier vorgetragen wird, so glaube ich, kann der Uebelstand am besten abgeholfen werden. Denn, meine Herren, diese unteren Beamten sind nicht in der Lage, ihre Be- schwcrden selbst vorzubringen, weil sie zu viel Furcht davor haben, daß sie aus ihrer Stellung entlassen werden, und was das in jetziger Zeit zu bedeuten hat, werden Sie Alle ermessen können. Ich ersuche somit den Herrn General- Postdirektor, diesem Ucbelstande abzuhelfen, so daß in Zukunft die Briefträger in Altona nicht blos an jedem neunten Wochentag einen halben Tag frei haben und nicht mehr Sonntags den ganzen Tag Briefe austragen müssen, wobei die eine Hälfte für die andere den Dienst übernehmen muß, um so mehr, als Derartiges meiner Ansicht nach sonst nirgends üblich ist." Der General-Poftdirektor Stephan erwiderte hierauf, daß er solche Uebelstände nicht alle wissen könnte, und sich der Abge- ordnete, wenn es ihm um Abhülfe dessen zu thun sci, an die Provinzial-Regierung wenden möge. Neu sei es ihm aber, daß der Dienst der Briefträger ein so schwerer und mehr wie bei anderen Beamten die Schwind- sucht eine Folge desselben sein sollte, denn gerade zu diesem Dienste böten sich stets Tausende von Leuten an. Hasselmann wurde, wie Liebknecht zuvor, betreffend die Postbeamtengehälter, gevalentin t. Die Reichsboten, welche bereits wiederum mit einem Fuße im Eisenbahncoupe standen, nahmen alle ferneren Punkte des Etats ohne Debatte an. Zum Schluß wurde in 5 Minuten— sage uud schreibe fünf Minuten— ein auf die kleinen thüringischen Staate» be- zügliches Braugesetz in dreimaliger Berathung angenommen. Schluß der Sitzung 2'/* Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch, den 10. Januar. Politische Ueberficht. Berlin, 21. Dezember In der Eiscnbahnfrage verlautet jetzt wieder lebhafter das bekannte Projekt des Ankaufes sämmtlicher Bahnen durch das Reich. Nach Biittheilungcn der gesammten Rcgierungs- Presse ist der Reichskanzler sehr dafür eingenommen und es läßt sich wohl annehmen, daß ihm eine straffe Centralisation auch in dieser Beziehung sehr erwünscht wäre. Aber der bayerische Partikularismus stemmt sich der rcichskanzlenschcn Intention wiederum entgegen, indem Bayern keineswegs gesonnen sein soll, das ihm vertragsmäßig zustehende Reservatrccht bezüglich der Ar- tikel 42 bis 40 der Reichsverfassung durch den Verkauf seiner Bahnen an das Reich zu vernichten. Daß doch Bayern immer noch nicht Lust hat, voll und ganz sich dem Segen der preußischen Pickelhaube in die Arme zu werfen! Unsere Franzofenfresser beschweren sich fortwährend über Maßregelungen, welche gegen Deutsche in Frankrcick, vollführt werden. Selbstredend verurtheilen wir solche Quälereien Harm- loser Leute auf das Schärffte. Wenn nun aber im Gegensatz hierzu Deutschland als das großmüthige Land dargestellt wird, in welchem keinem Franzosen etwas in den Weg geicgt würde, so ist das gänzlich unwahr. Jetzt wieder berichtet die Zeitung „Decentralisation" in Lyon, daß ihr deutscher Korrespondent aus Berlin polizeilich ausgewiesen ist und sich nach Sachsen hat wenden müssen. Was sagen unsere Liberalen m der Maßregel? Hofferichtcr hat, da er nun einmal einen Eid zu leisten sich nicht entschließen konnte, das gethan, was unter den obwal- tcnden Umständen geiviß das Vernünftigste war, er hat Deutschland verlassen. In seinem dieserhalb an den Vor- sitzenden des Gerichtshofes gerichteten Schreiben sagt er, ce sei. chm ait um ein Martyrerlhum zu thun und sein Körper ertrage ebensowenig eine längere Haftdauer, als seine Familie ihren Ernährer entbehren könne.„Da er andererseits sich nie entschließen werde, einen Eid umer Anrufung eines höchsten Wesens zu leisten, an dessen persönliche Existenz ihm zu glauben unmöglich, so bleibe ihm kein anderer Ausweg als die Abreise." Die Liberalen haben beim Beginn dieser Geschichte großes Lamento zeschricen über Vergewaltigung und Petitionen sind massenweise verfaßt und an die verschiedenen Häuser eingeschickt worden', der wahre Weg*ur dauernden Besserung bleibt aber der radikale; gegen Grundübel der Gesellschaft hilft auch nur eine gründ- liche Kur. Unsere Leser werden sich erinnern, daß im vorigen Sommer von Fraustadt nach Freistadt in Schlesien ein sogenannter Todtcu- marsch stattfand, bei welchem der Sonnenstich oder Hitzschlag zahlreiche Opfer forderte. Jetzt heißt es, die Untersuchung in Betreff jenes Truppenkörpers, des 3. Bataillons des Posenschen Infanterieregiments Nr. 58, habe ergeben, daß nach den aktcn- mäßigen Ermittelungen ein direktes Verschulden an den Unglücks- sällen am 12. August d. I. Niemanden treffe, dieselben wären vielmehr dem Zusammenwirken verschiedener Umstände zuzuschrei» bcn. Durch die Untersuchung sei festgestellt worden, daß in der Nacht vor dem Ausmarsche des Bataillons in verschiedenen Lo- taten Fraustadt's von den Füsilieren„gekneipt" worden sei und daß trotz des ausdrücklichen Verbots und trotz der vor dem Aus- morsche vorgenommenen Revision einzelne Füsiliere Branntwein bei sich geführt hätten. Als indirekte Ursachen der Unglücksfälle seien folgende Umstände anzunehmen: Die Hitze am Marschtage war enorm und die Beschaffenheit des Weges, welcher meist durch Kieferrvjaldung führte, wo eine schwüle Luft Kerrjchtc, nrnr sandig. Der das Bataillon begleitende einjährig-srclwWige Arzt schien die Erkrankungen der Leute meistens nur für Schwäche, reicht aber für besonders bedrohliche Anzeichen gehalten zu haben. Der Ausmarsch aus der Garnison hätte in Berücksichtigung der Hitze eher erfolgen sollen und endlich wäre der Marsch in der Mittagshitze nicht unterbrochen und der Weitermarsch nicht in die kühleren Abendstunden verlegt ivor- den. In Erwägung all' dieser Ermittelungen stehe es fest(!), daß weder ein Beweis, noch auch nur eine Wahrscheinlichkeit vorliege, die sechs Todesfälle, oder auch nur einer derselben, seien durch direktes Verschulden oder durch Mißhandlungen herbeige- führt, und deshalb könne gegen Niemanden gerichtlich eingeschrit- ten werden. Die Verstöße gegen bestehende Ver- oder Anord- nungen mußten bei der Feststellung des gerichtlichen Ergebnisses der Untersuchung außer Betracht gelassen werden, da diese einem besonderen Verfahren vorbehalten bleiben.— Schade nur, daß nicht auch erklärt werde» konnte, die Soldaten seien auf Kommando wieder aus ihren Gräbern auferstanden. Aber todt bleibt todt, und den Angehörigen der umgekommenen Sol- datcn wird dieses Urtheil gewiß geringen Trost gewähren. Unter den Betrachtungen, welcke von den Zeitungen an die schreckliche Dynamit-Explosion in Bremerhafen geknüpft sind, befindet sich eine ziemlich bedeutungsvolle der„Fr. Ztg.", welche sich an den einem Augenzeugen entschlüpften Ausruf an- schließen: „Gerade so habe ich es bei Gravelotte gesehen, als eine Granate in ein Bataillon einschlug!"„Die Wir- kungen der durch das Studium der Naturkräfte geschaffenen künstlichen Zerstörungsmittel waren bei Gravelotte wie in Bre- mcrbafcn genau dieselben; auch das Ziel, auf welches sie gerichtet wurvcn, waren hier wie dort nicht todte Sachen, sondern lebende menschliche Körper; während aber die That in Bremerhafen ein schüttelndes Entsetzen über die ganze zivilisirte Welt verbreitet, haben die Meisten für das Platzen von Granaten inmitten dicht- gedrängter Bataillone höchstens das achselzuckende Wort des ersten Napoleon: �c'eot In guerre!"(Es ist eben Krieg!) und es wer- den immerfort neue Granaten fabrizirt und„vervollkommnet" und immerfort, wenn die„Rüstungen" ihren Höhepunkt erreicht haben, neue Kriege heraufbeschworen, die oft genug gar keinen anderen Zweck haben, als der festgerannten Staatskunst� dieser oder jener Militärmacht„Luft nach Außen" zu machen. Staats- männer und Philosophen, die sich ja so gern mit der Ursache der Entstehung aller Dinge und mit den„treibenden Kräften" in der Weltgeschichte beschäftigen, mögen es unter sich ausmachen, ob der„Spökulant" Thomas in Brrmcrhafen, der ans einer Dyna- mitkiste gutes Geld schlagen und dabei nicht die leisesten Ge- wissensbisse um den Tod von achtzig Menschen und um die Qua- lcn von vierzig Verstümmelten sich machte- ob dieser Thomas moralisch tiefer steht, als ein Despot, welcher„einen kleinen Krieg" für seine Zwecke braucht und ihn mit Granaten, Kanonen und Mitrailleusen„frisch und fröhlich" in Scene setzte Der Ur- Heber des Krieges von 1870 und der„vum Himmel schreienden Mordbrennerei von Saarbrücken", wie Fürst Bismarck damals schrieb, war nebst seiner tugendhaften Gemahlin Eugenie ein sol- chcs Scheusal, zu dessen Zwecken„ein kleiner Krieg" nothwendig war; hat man aber gesehen, daß er auch nur in Deutschland eine gleiche Beurtheilung fand, wie sie jetzt dem Verbrecher Tho- »nas in Brcmerhafen zu Theil wird? Ganz und gar nicht; man sieht vielmehr heute wie damals in ihm nur den Potenta- ten, der das Recht über„Krieg und Frieden" hatte, und wenn Dame Eugenie ihren Fuß auf deutschen Boden setzt— wie wir es noch kürzlich erlebt— hat man in ihr etwa da die schäm- und gewissenlose Verbrecherin erblickt, welche dem dicken Marschall Leboeuf die Wangen mit den Worten streichelte:„Wann werde ich meinen kleinen Krieg haben?" Durchaus nicht. So lange aber Derartiges noch ungestraft in unserer „hochcivilisirten" Welt möglich ist, darf man sich auch über so grauenhafte Verbrechen, wie dasjenige in Breincrhafen es ist, nicht wundern.„C'est la gnorre"!— die Menschen gegen Menschen, einerlei, aus welchem Grunde!" Es ist freilich schon ein vielgebrauchtes Wort, das von der „besten der Welten"; aber wem fällt hier nicht wiederum ein und wer wagt es, oder vielmehr, darf es mit Recht wagen, unsere Bestrebungen auf eine drirchgrcifende Aenderung unserer gesellschaftlichen Anschauungeck und Grundsätze als unberechtigt zu verwerfen??— strach allerorts! Aus München wird folgendes traurige Bild der dortigen Geschäftslosigieit uns gegeben: Handel und Wandel liegen darnieder, eine Fabrik, ein Etablissement nach dem anderen entläßt die ältesten und tüchtigsten Arbeiter, andere An- stalten beschränken wenigstens die Arbeitszeit und damit auch den Lohn. Von einer Kauflust ist selbst bei den besser situirten Klassen keine Spur wahrzunehmen. Viele Hunderte Arbeiter stehen arbeits- und brodlos vor dem strengen Winter, die kleinen Kauf- leute und Händler sehen fast verzweifelt auf die Verpflichtungen, die sie mit Neujahr einlösen sollen. Diese üble Lage, die allge- mein tief empfunden wird, scheint sich überdies bis in das Früh- jah? hinausdehnen zu wollen, und wenn, wie man annimmt, dort volitifche Ereignisse eintreten, so wird die volkswirthschaftlichc Krisis eine vollständige werden, aber eS wird auch das in der ungesundesten Ucberproduktion sich überbietende Gründerthum ein für allemal einer zwar �schmerzlichen, aber heilsamen Reaktion unterliegen.— Diese Schilderung rönnte ebensowohl von jeder anderen größeren Stadt gelten, der Nothstand ist eben allgemein. * Eiuc fidele Winterrcisc ist die Ueberschrift einer Notiz, worin mit hämischer Schadenfreude das„Hamburger Fremd enblatt" die Nachricht bringt, daß der Redakteur des „Hainburg-Altonaer Volksblatt", C. Hill mann, wegen eines Zeitungs-Arttkels zu einer längeren Haft verurtheilt ist. Hieraus ist ersichtlich, wie der Anstand und die Würde gewisser Zeitungs- schreiber beschaffen ist� Die fadeste Kriecherei, Schmeichelei und Speichelleckerei nach Oben und die perfideste Gemeinheit gegen Alles, was nicht vor dem goldenen Kalbe knieet od« sich von Reptilienfutter mästet. Mit welch' unglaublicher— Keckheit ultramontaue Zeitungen heutzutage noch von der Wissenschaft zu schreiben wagen, mag der Anfang des folgenden, der Sonntags-Beilage der„Germania" entnommenen Artikels:„die Ohnmacht der mo° dernen naturwissenschaftlichen„Forschung"" beweisen. Diese sog. „Studien aus Büchner und Darwin" beginnen folgendermaßen: „Die vergeblichen Anstrengungen, welche die mo- derne Wissenschaft gemacht hat, um die übernatürli- chen Erscheinungen an der Sti vember müssen jedenfalls bis dahin an den Unterzeichneten eingesandt werden, damit die Liste der Beitrag zahlenden Orte keine Lücken zeigt. Hamburg, 13. Dezember 1875. Mit Gruß Namens des Vorstandes: August Geib, Rödingsmarkt>2. s Aus Brandenburg a. H. wird uns berichtet, daß am 14. d. M. daselbst der Parteigenosse O. Schuhmacher zu einem Jahr Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung verurtheilt worden ist. Derselbe hatte eine Versammlung, in welcher von dem Vorsitzenden ein Hoch auf den Landesvater• ausgebracht wurde, mit einer Bemerkung verlassen, welche als beleidigender Protest aufgefaßt wurde. Erfurt, 19. De;.(Für die Langensalzaer Kollegen) sind die Gelder an G. Schaar, Längensalza, Neustadt Nr. 315, zu schicken. Fr. Klute. Hamburg, 10. Dezember.(Zum Auchbinderstrike-in Hainburg.) Sechs Wochen sind verflossen und noch immer liegen wir im Strike. Die Arbeitgeber haben uns wieder mit einer neugebackenen Buchbinder-Jnnung, mit gestempelten Arbeitsscheinen und sechsmonat- lichem Arbeitsausschluß der Strikenden überrascht. Obgleich Viele von uns hier abgereist, sttiken doch ca. 50 Mann, von denen viele ver- heirathet sind. Wir werden auf unseren gerechten Forderungen ausharren und ersuchen jiimmtliche Kollegen, den Zuzug strengstens fern zu halte» und uns»ach Kräften zu nnterstütze». Untcrstützungsgeldcr beliebe man an Oskar Fey, Steinstraße 89, III., Hamburg, zu sende». Das Comitö. Hamburg, 18. Dez.(An die Abonnenten des„Neuen Social-Demokrat" und„Volksstaat") richte ich im Interesse «»serer Partei das dringende Gesuch, frühzeitig(mindestens bis zum 25. d. Mts.) sich zu erklären, ob sie ferner»och Abonnenten der ge- nannten Blätter bleiben wollen. Unsere Kolpottcure nehmen darauf bezügliche Erklärungen entgegen. Der socialistische Parteileitcr für Hamburg: A. Hörig. Bremen, 18. Januar.(An die Abonnenten der Partei- presse.) Mit dem 1. Januar(870 beginnt ein neues Abonnement auf de»„Neuen Social- Demokrat" und„Volksstaat" und zu gleicher Zeit aus die neue social-politische Zeitschrift„Die neue Welt". Partei- genossen und Freunde unserer demokratischen Bestrebungen, Euch Alle fordert die unterzeichnete koimnissio» auf, thut Euer Möglichstes für Verbreitung unserer Blätter und Zeitschriften. Blickt auf unsere u- welchen Änstrengungen sie gegen uns arbeile», vnt'.velchen Mitteln ,.e gegnerische Preffe gegen uns wirkt, welche Schandliteratur tr atmen, oft belogene» und betrogenen Volke unaufhörlich zugeführt .„irb. Dem gegenüber ist es Eure Pflicht, neue Abonnenten zu ge- «innen und somit die socialistische AuMrung weiter und weiter zu verbreiten. Zu erwähnen ist noch, daß wir am 28. d. Mts. für sämmt- lich« Abonnenten hier auf der Post abonniren müssen, und jeder Adon- nent muß bis dahin ohne Ausnahme bezahlt haben; der Kolporteur ist mit Quittungen versehen. Mit social-demokratischem Gruß: Für die Zeitungs-Komnnsswn: I. Rohwer. Cassel, 12. Dezember.(AüonnementS-Einladung.) Da mit dem 1. Januar ein neues Quartal beginnt, so ersuche ich. die Parteifreunde, diese Gelegenheit zu benutzen und auf die Parteiblätter „Reu er Social-Demokrat" und„Volksstaat" zu abonniren. Wenn die Zeiten auch schlecht sind, so dürfen wir doch die Arbeiterpreffe nicht sinken lassen. Außerdem möchte ich die Abonnenten bitten, bis zum 28. d. zu abonniren, da nach diesem Datum 1 Sgr. Postaufschlag auf jede Nummer kommt. Da es nun für viele Parteigenossen schwer fällt, allein zu abonniren, so mögen sich zwei oder drei zusammen thun und gemeinschaftlich abonniren. Mit social-demokratischem Gruß: I. Meise, Agent. Kiel, 1(5. December. 0,15 Jacobi, L., Es werde Licht...- 0,S0 Jacoby, I., Ziel der Arbeiterbewegung..- 0,20 Katastrophe von Rojenseld...- 0,20 König, Schwarze Kabinet«..'. 0,75 Leipziger HochverrathSprozeß..- SM Lassalle, Offenes Antwortschreiben..- 0,08 - lieber BersassungSwese«. Was mm? und Macht und Recht..« 0,35 - Arbeiter-Lesebuch...- 0,15 - Arbeiter-Programm...» 0,10 - Rondsdorser Rede...- 0,10 - Baftiat-Schulze....- 0,50 -' Wissenschaft und Arbeit..- 0,15 -- Fest« und Presse..- 0,15 - Kleinere Aussätze.,.- 0,25 - Indirekte Steuer«...» 0,26 - Franz von Sickintzen...- IM - Italienischer Krieg und die Ausgabe Preußens OM - An die Arbeiter Berlins..- 0,10 - Düsseldorfer Prozeß am 27. J»ni 1864- V,15 - Zur Arbeitersrage... 0,15 - Julian Schmidt..- IM Lassalle, Kriminal-Prozeß Iii. t..- 0,30 - Philosophie Ficht«,.- 0,25 Lanz, Dr. K., Gehör-Entwickelungs-Wethode.- 0,80 Liebknecht, W., Grund- und Bödenflage.. Ml 0,50 - Trutz und Schutz..- 0,20 - Wissen ist Macht..- 0,25 - lieber die polftisch« Stellung der Socialdemokratie..- 0,15 - Reichstagsrede 1874..- 0,15 Lommel, Jesus von Razareth...- O.SO - Johann Huß....- 0,30 Most, Gesetzsammlung. 1. Heft.- oM - Pariser Eommune vor den Berliner Gerichten- 0,60 - Liederbuch, gebunden...*■ 0,45 Otto-Walster, 21., Allerhand Proletarier..- 0,40 - Rienzi(Drama in 5 Aufzügen)« 0,30 - Braunschweiger Tag«(complett)- 2,60 - Am Webstuhl der Zeit do.- 2,60 Prozeß gegen Dr. H. Tauschinski und 31 Genossen in Graz wegen Religionsstörung und geheimer s»c.-dem. Berbindung...- 0,75 Photographien diverser Socialisten u. Eommunisten- 0,25 Tessendorf und die deutsche Socialdemokratie.- 0,40 v. Treitschke, der Socialistentödter...« 0,30 Rathgeber für Gewerbetreibende, broschürt.- 4M gebunden- 4,50 Sack, Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit- 0,60 Statuten der internationalen Arbeiterassoziation.- 0,10 Schramm, Grundzüge der National- Oekononrie. 1. Abth.....- 0.25 Serno Solowiewitsch, Unsere russischen Angele- genheiten..- 0,20 Volksstaat-Freindwörterbuch, brochirt>.- 0,50 -- gebunden..- 0,66 Briefkasten. Eilbeck. Diese Nachricht ist selbstverständlich falsch. Setzen Sie statt 3000: 15,000, und Sie haben die richtige Zahl. Ein Parteigenosse aus Eisleben wird gebeten, seine Adresse an mich gelangen zu lassen. Hugo Rödiger, große Steinstr. 73, Halle a. S. Franz Bach, flüher in Flensburg, wird gebeten, seine Adresse an C. Derossi, Hamburg, Pferdemartt 37, einzusenden. Freund Pähl ttj Moabit. Bitte um Deinen sofortigen Besuch in der Allg, d. Assoc.-Buchdruckerei._ A. Heinsch. Berlin. Freitag, 31. Dezember, Abends 7>/- Uhr, im Louiseustädtifchen Theater, Großes Sylvester- Fest des Socialistischen Arbeiter-Wahl- Vereins. Karten vorher 50 Pf., an der Kasse 75 Pf. Kein Parteigenosse darf fehlen. Billets in allen Versammlungen und in den in der Probe-Nummer der„Berlmer Freien Presse" veröffentlichten Stellen. (F. 29.) A. Heinsch.[2,20] Dienstag, 21. Dezember, «JtUlU. Abends 8'/, Uhr, Sophienstraße 15, Geschlossene Mitgliederversammlung d. Berliner Gchmiedegesellen. (F. 109.) I. Jacob. sl,30j Berlin. Mittwoch, 22. Dezember, Abends 8 Uhr, bei Vogel, Alexanderstr. 31. Oessmtliche Versammlung von Putzern lind verwandten Berussqeuossen. Fortsetzung der Statuten-Berathung. Um zahlreiche Betheiligung ersucht (tz'. 53.) A. Heinsch. s2,20j Mittwoch, den 22. Dec., �lUUVlUlJ. Abends 8 Uhr, bei Herrn Körner, Marktstraße 10, St. Pauli, Zimmererversammlung. Tagesordnung: Vortrag. (?. 40.) L. Pfeiffer. s1,60j Altona. Am erste» Weihnachtstage, Großes Vokal- und Jnstrumentalconcert in Kopxelmann's Salon, Gr. Rosenstr. Kassenöffnung 4 Uhr. Zlnfang 5 Uhr. Karten im Voraus 30 Ps., an der Kasse 45 Pf., gültig für I Herrn nebst Dame; Damen allein 15 Pf. Karten sind zu haben bei den Herren E. Meins, Kirchenstraße; H. Schott, Kl. Freiheit; Kobrock, Ecke der Bürger- und Holstenstraße; P. Petersen, Christianstr. 8; Wiebeck, Hansen u. Meyer, Gr. Rosenstr.; Witmaack, Gr. Elbstr. 127. (?. 20.) G und«lach.[3,80] Anzeigen. stTffnilrt Donnerstag, 23. Dez., 4IUUUU. Abends 8 Uhr. in Koppelinann's Salon, gr. Rosenstr., Große Volksversammlung. Tagesordn.: Organisation und Partei- Disziplin. Ref.: Herr Zteichstagsabgeord- neter W. Hasenclever.[2,00] (?. 20.) Hermann Gundelach. inttMlflMI Mittwoch. 22. De,.. 3JIUU|CU. Abends 8'/i Uhr, in BurmeisteriS Salon, Socialisten-Verfamml. T.-O.: Die Kandioatenflage. Die Herren Molkenbuhr, Otto und Köster werden gebeten, pünktlich zu er- scheinen. (F. 63.) H. Diedrich.[2,00] ß»hhMthnrf Donnerstag, 23. Dec., t&WtlilUPlf. Abends 8 Uhr präc., im Lokale des Herrn Becker, Mitgliederversammlung der Socialistischen Arbeiterpartei. Tagesordn.: Monatliche Abrechnung und Vereinsangelegenheiten. (F. 65.) W. Wulf.[1,80] Hannover. in den großen Sälen des Herrn Natten, Weihnachts-Fest des Social- demokratische» WaHl- Vereins, bestehend in Concert und Ball, sowie Tannenbaum-Vcrschen- knng an die Kinder. Karten zum Concert 30 Pf., für's ganze Fest 1 Mark. Karten find bei den Kolporteuren, bei dem Vereinswirth Boge, bei Rudolph, Mittelstr. II, und in allen Ver- sammlungen zu haben. Parteigenossen, seid alle am Platze. (R 100.) I.«.: H. Rudolph.[4,00] Heute Mittwoch. JOmUni» Abends 8-/, Uhr, in der„Centralhalle", Große Volksversammlung. T.-O. durch Plakate. Die Abonnenten müssen für die wci- teste Bekanntmachung Sorge tragen. (F. 67.) Der Vorsitzende.[2,00] 1 rCilffaf Den Parteigenossen Cassels ! Vi VI j| vi. Unb Umgegend zur gefälligen ' Kenntnißnahme, daß ich vom I. Januar 1 1876 ab Jhringerhäuserstr. 4 ein Kurz- u. Wollenwaarengeschäft eröffne, und ersuche alle Parteigenossen fleundlichst, bei Bedarf in meinen Artikeln sich meiner gütigst erinnern zu wollen. Für gute Waare, billige Preise, reelle Bedienung werde ich stets Sorge tragen. Mit social-demokratischem Gruß(F. 68.)[6,50] _____ I. A. Bürger. 1 durchaus tüchtiger Drechsler, 1 Blocksägen- ii. 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