Nr. 99. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- BettungsPreisliste für 1898 unter Br. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Rolonel getle oder beren Raum 40 Pfg., für Beretns- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Xernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: ..Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Noch schlimmeren Brotwucher? Es ist offenbar berechnete Absicht seitens der Sammelpolitiker, immer nur ganz verschwommen von der Nothwendigteit höherer" Getreidezölle zu sprechen, niemals aber einen bestimmten Bollsat als den in Aussicht genommenen zu be zeichnen. Demgegenüber können wir auf das bestimmteste verfichern, und wir rathen unseren Genossen, im Wahlkampfe immer von dieser klaren Grundlage auszugehen: daß man einen Getreidezoll von 8 Mark oder doch, wenn man be scheiden ist, von 7½ M. erstrebt. Diese Mittheilungen find uns vielfach von unterrichteter Seite zuges gangen; fie find übrigens mehrfach in die Deffentlichkeit gedrungen und stets unwidersprochen geblieben. Sie ergeben fich eigentlich auch aus der ganzen Situation von selber. Unser gefeßmäßiger Getreidezoll beträgt heute schon 5 Mark; er ist für die Vertragsländer vorübergehend ermäßigt und außer fraft gefeßt, er tritt jedoch sofort wieder in Wirkung, wenn die Verträge erlöschen. Ein höherer Getreidezoll, wie ihn die Agrarier in lautem Toben verlangen, heißt also: höher wie 5 Mart, und da wird man felbst bei Voraussetzung von starter agrarischer Mäßigung auf den Satz von 71/2 und 8 Mart schließen müssen. Damit hätte dann Deutschland die höchsten Brotzölle in der ganzen Welt. Frankreich, Italien und Spanien würden weit hinter uns in der agrarischen Barbarei zurückbleiben. Aber selbst bei ihren heutigen Agrarzöllen bieten fie das Bild eines wo iſt en Klassen tampfes zwischen den ausgesogenen Massen und den Nutznießern der Lebensmittelvertheuerung. Italien hat seine Bevölkerung foeben erst mit Flintenschüssen an das Hungern zu gewöhnen gesucht, dann hat es schließlich doch zeitweilig die Bölle ermäßigen müssen. Spanien sah sich zu der gleichen Maßnahme gezwungen. In Frankreich möchte Herr Meline, ber père de la famine( der Vater der Hungersnoth) sein Bauerngefolge nicht vor den Kopf stoßen; darum hält er trampfbaft an den alten Böllen feft. Doch zum zweiten Male geht eine wahre Sturmfluth von Empörung und Erregung über das ganze Land hinweg. Die Generalräthe verlangen in wachsender Zahl die gänzliche Außerhebungsetzung" der Brotzölle. Der Bürgermeister von Marseille hielt im Generalrath der Rhonemündungen eine flammende Anklagerede gegen den Ministerpräsidenten, gegen den alsdann ein Zadelsvotum zur Annahme gelangte. Soll das deutsche Volk an den Rand des gleichen Abgrundes gebracht werden? Sind die Getreidepreise nicht heute unter dem 3,50 MartBoll geradezu unerschwingliche? " Freitag, den 29. April 1898. da begann ein Regiment ft ändischer Selbstfucht, das manche Sünden des französischen Sozialismus entschuldigt Froblockend nennen die Fabrikanten und Raufleute in der Kammer sich selber die Feudalherren der neuen Gesell= schaft. Für das Elend des fleinen Mannes hat die Staats. gewalt kein Auge; er muß zusehen, wie ihm die unentbehrlichsten Waaren vertheuert werden durch Schutzölle, deren Ertrag in die Tasche der Unternehmer wandert, und wird durch parteiische Geseze verhindert, mit vereinten Kräften seine gerechten Aufprüche auf höheren Lohn durchzusehen. Wo ist nun die Aehnlichkeit zwischen diesem Systeme ich mußiger Geldgier und unferem neuen deutschen Reiche? Wann hat denn jemals in Preußen eine wirthschaftliche Klasse den Staat für sich ausgebeutet, seit die Hohenzollern den ehernen Felsen ihres Königthums errichteten? Ist dieser Sieger von Königgrätz und Sedan etwa eine Puppe, wie jener untönigliche Kaufmann aus dem Krämer gefchlechte der Orleans ein Werkzeug der französischen Bourgeoisie war? Die Brücke der Verständigung ist bei uns nicht abgebrochen, eine Ausgleichung der streitenden Interessen bei ehrlichem Willen hüben und drüben sehr wohl möglich. Man betrachte die Verhandlungen des Reichstages.. War das die Sprache einer selbstsüchtigen Klasse, welche das gemeine Recht zu gunsten ihres Beutels zu verbilden trachtet?. Mit kurzen Worten, die deutsche Bourgeoisie der Sozialdemokratie ist ein verlogenes Zerrbild. Das war im Jahre 1878. Im Jahre 1898 würde wohl selbst ein Treitschte diese Harfe enttäuscht an die Wand gehängt haben. Heute suchen die deutschen besißenden Klassen Schutz unter dem Regenschirme", zwar nicht Ludwig Philipp's, sondern des Johannes v. Miquel. Wahlkampf. ,, Wir arbeiten ja nur für Sie." So fagte einst der frühere Minister v. Bötticher und das Wort ist ihm nicht gut bekommen. Unferer Partei hat es gute Dienste geleistet, denn es war ein Mahnwort und fennzeichnete trefflich das Wesen des Klaffenstaats. folger im Staatssekretariat des Janern. Aber Herr v. Bötticher ist einen Waisenkuabe gegen seine Nach= " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Der Herr Abgeordnete Bebel hat wiederholt darauf hin gedeutet, schon in früheren Reden, nun käme ganz sicher wieder ein Sozialistengeset. Das mag ja für die Wahlkampagne der Herren Sozialdemokraten ein ganz geeignetes Bugmittel fein. ( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich kann dem Herrn Abgeordneten Bebel aber sagen, daß ein solches Gesetz zur Zeit nicht in Aussicht steht, und ich will ihm auch sagen, warum nicht. Ich würde es im gegenwärtigen Augenblick für einen politisch bedenklichen Schritt halten, den bürgerlichen Klassen das polizeiliche Schutzschild eines energischen sozialistischen Repressionsgefeßes au geben." " Also sur Beit" fei ein Sozialistengesetz nicht in Aussicht stehend, fagte der Staatssekretär des Innern; im gegen wärtigen Augenblick" wäre ein solches Gefeh ein politisch bedenklicher Schritt. Morgen schon mag der Staatssekretär anders darüber denken. Es komme ein sozialistengefeßluftiger Reichstag zusammen und der Staatssekretär wird erklären: Jezt ist ein anderer Augenblick da. Die Regierung, welche die lex Reck e einbrachte und Monate lang aufs hartnäckigste für sie eintrat, wird für jederlei Ausnahmegesez zu haben sein, sobald sie nur den nöthigen parlamentarischen Beistand findet. Also die„ Post" soll sich nur trösten. Der Graf wird nicht gegen den Freiherrn" rebelliren. Sie kennt ihre Pappenheimer. Graf Posadowsky hat die besitzenden, bürgerlichen Klaffen aufgefordert, den Kampf gegen die Sozialdemokratie aufzunehmen. Dem Leibblatte König Stumm's gefällt diese Uebertragung der Sozialistenvernichtung nicht. Sie erwartet davon nicht viel; fie meint: „ Auch die Ausführung, daß die Regierung die bürgerlichen Parteien, wenn sie sich zur gemeinsamen Bekämpfung der Sozialdemokratie vereinigen, unterstüßen werde, kann als eine be= sonders glückliche nicht bezeichnet werden. Nach der Natur unseres Volkes muß verlangt werden, daß die Regierung in dem Kampfe gegen die Sozialdemokratie vorangeht. Die Regierung muß die Fahne vorantragen, um welche sich die bürgerlichen Parteien zu einer festen Phalang gegen die Sozialdemokratie sammeln können. Soa lange dies nicht mit voller Entschlossenheit und mit vollem Nachdruck geschieht, wird der Appell an die eigene Thätigkeit der bürgerlichen Parteien den erwünschten Erfolg theils weise verfehlen." Also: Ausnahmegeset her, Polizei her; fort mit dem Vers einigungsrecht, fort mit der Preßfreiheit. Die" Post" fennt ihre Der„ Kugelfang" Graf v. Posadowsky hat am Mittwoch bürgerlichen Parteien, ihre Kapitalisten und ihre Profitwuth, die im Reichstag eine Sozialistenvernichtungs- Rede gehalten, die all- nur nach Mehrwerthsmehrung jagt und im übrigen denkt: Nach feitig Beifall findet. Die Ausbeuterpreffe ift zufrieden mit der uns die Sintfluth. felben, wenn auch die Poft" schon einige starte Bedenken vorbringt. Unsere Zufriedenheit mit des Grafen Rede ist aber eine gänzlich uneingeschränkte. Eine Ausführung unseres Genossen Liebknecht im„ Rosmopolis" Der Herr Minister hat den Blutsbund zwischen Re- hat dem Grafen Posadowsky sehr mißfallen. Liebknecht schilderte, gierung und den besigenden Klassen in Elassischer wie der Großbetrieb siegreich vordringt; er sah hierin eine Ent Weise bezeugt. wickelung zum Sozialismus und sagte: Man überblicke nur die ganze Entwickelung im letzten Der Herr Minister hat dieses Bündniß so unverhohlen, so Jahrzehnt, um zu sehen, wie durch falsche Nachgiebigkeit prächtig offenherzig proklamirt, daß wir seinen Worten gern die seitens der Regierung und durch die feige, elende Haltung allerweiteste Verbreitung unter den besiglosen Klassen geben seitens unserer Industrie der Profithunger und die Anmaßung möchten. Darum sei die schönste Stelle der Rede hier nochmals unferer Agrarier gesteigert worden sind. Am Montag wurden, nach dem stenographischen Bericht wiedergegeben. Graf von nach den Notirungen der brandenburgischen Landwirthschafts- Posadowsty sagte: tammer selber, in Berlin gezahlt für die Tonne Weizen 226 M., für die Tonne Roggen 164 M. Das geht bein Weizen über die Jahres- Durchschnittspreise der beiden Nothstandsjahre 1891 und 1892 hinaus: damals stand der Weizen 224,2 und 176,4 M. Beim Roggen wurden allerdings damals die Preise von 211,2 und 176,3 M. erreicht. Aber damals hielt man diese auch für unerträgliche, zum theil für ungeheuerliche. Damals war Graf Kanit bereit, bis zur Erreichung eines niedrigeren Preisniveaus die Zölle ganz zu fuspensiren. Damals war eine große Majorität im Reichstage, unter Anschluß zahlreicher Konservativer, bereit, unter solchen Umständen der vertragsmäßigen Erniedrigung der Roggen- und Weizenzölle zuzustimmen. Heute glaubt man den Wahlkampf unter der Parole Erhöhung der Getreidezölle führen zu können, weil diese schwache Regierung und diese noch rückgratlosere, nur nach dem Nugen des nächsten Augenblickes gierende Industrie schon längst jeden Widerstand aufgegeben haben. Die arbeitenden Massen jedoch, die den Kampf aufzunehmen gewillt sind, glaubt man durch die verwaschene Sammelpolitik erdrücken zu können. Dabei ziehe man noch alle die anderen Umstände in betracht, die heute der Landwirthschaft günstiger sind wie damals, wo man nicht den 8 Marts, sondern den 31 Mart Boll einführte. Das Fleisch ergiebt gegenwärtig so hohe Preise, daß es für den Haushalt der Armen faft unerschwinglich geworden ist. Der Schnaps, dieser Lebenssaft der oftelbischen Agrarproduktion, wird besser bezahlt wie jemals seit dem Jahre 1887, wo die Liebesgabenpolitik begann. 80 Mart 30ll für die Tonne Roggen, wo der Preis schon bei 35 Mart Zoll fast den alten Rothstandspreis von 1892 erreicht! Wir schlugen neulich wieder einmal das Pamphlet Treitschke's über den„ Sozialismus und seine Gönner" auf. Der hohenzollerische Heldensänger hielt die deutsche Sozialdemokratie vor allem darum nicht für daseinsberechtigt, weil die Besitzenden und die Regierenden Deutschlands niemals gemeine Intereffenpolitik getrieben hätten. Dagegen hielt er, der die Sozialdemokratie bis in den Tod haßte, ihre Ausbreitung in Frankreich für selbstverständlich, weil dort stets einzelne mächtige Klassen den Staat für sich ausgebeutet hätten. Es tlingt wie eine furchtbare Fronie, heute in Treitschte zu lesen: Als diese in gebäifigen Raffenkämpfen ver bildete Bourgeoisie die Zügel des Staates in die Hand nahm, Die Expropriation des Kanonen- Kenpp. „ Mit dem einen Herrn Krupp erledigt sich zur gegebenen Zeit die Sache in zwei Minuten freundschaftlicher Unterhaltung unter vier Augen." Der Minister zitirte diesen Sah wohl dreimal in seiner letzten Wahlrede gegen unsere Partei, um den Kapitalisten die furchtbaren Gefahren zu schildern, die ihnen von der Sozialdemokratie drohen. „ Nein, meine Herren, ich bin der Ansicht, die bürgerlichen Klassen in Deutschland müssen selbst immer mehr zu der Ueberzeugung kommen, daß der Kampf, den die Regierung gegen die Sozialdemokratie pflichtgemäß führen muß denn die Sozialdemokratie stellt den Privatbesig und unsere bestehende gewann? Staatsverfassung in Frage( fehr richtig! rechts), daß dieser Wir wollen nur erinnern, wie jetzt alles Krämervolk nach Er. Kampf nicht ein Duell zwischen der Regierung und der drosselung der großen Waarenhäuser durch den fozialdemokratischen Partei ist, sondern ein Kampf, den Steuerstrick schreit. Und Herr Miquel und die preußische Regierung die besitzenden Klassen mit der Regierung und an haben erflärt, gern bei dieser Erdrosselung mitwirken zu wollen. der Seite der Regierung führen müssen!( Sehr gut! Nur hat man bisher noch nicht die richtige Nummer Bindfaden rechts; Lachen bei den Sozialdemokraten.) Da es sich bei dem finden können. Kampf gegen die Sozialdemokraten recht eigentlich um eine Frage der besitzenden Klassen, um eine Frage des bestehenden Staats= wesens handelt, deshalb, meine Herren, muß in die bürgerlichen Klassen das Gefühl davon dringen, wie gefährlich die sozialdemokratische Bewegung ist, und daß es eine Pflicht der Nothwehr, der Selbstvertheidigung ist ob es populär ist oder nicht die Regierung in diesem Rampfe zu unterstützen.( Bravo! rechts.)" Wir wollen mit dem Minifter jetzt keine sozialpolitische Diskussion pflegen und ihm nicht verfängliche Fragen stellen, wie etwa die: Woher denn der Krupp seine Riesenreichthümer eigentlich Deutlicher ist es auch von uns nie gesagt worden, wie die tapitalistischen Dinge stehen: Das bestehende Staatswesen ist das Staatswesen der befißenden Klassen! Die Regierung ist eine Re gierung für die besigenden Klassen! Alfo Graf Posadowsky, und er muß das genau wissen. Einst hieß es: Soziales Königthum, Königthum der Armen. Jetzt heißt es: Regierung Arm in Arm mit den be. lißenden Klassen! Die ,, Poft" schmollt. Ganz recht hat es Graf Posadowsky mit feiner Sozialisten. Bernichtungsrede den besitzenden Klaffen", denen er seine heiße Liebe erklärte, doch nicht gemacht. Der große Schleifstein" ist unwillig, daß der Graf erklärte, der Erlaß eines neuen Sozialistengesetzes sei nicht zu empfehlen. Das Stumm- Organ schreibt: Minder glücklich war Graf Posadowsky in der Begründung feiner Auffassung, daß der Erlaß eines neuen Sozialistengesetzes fich nicht empfehlen werde. Daß der Erlaß eines solchen Gefeßes die nichtsozialistischen Elemente des Volkes einschläfern und ihren Widerstand gegen die Sozialdemokratie schwächen werde, ist eine Behauptung, welche in der linksliberalen und in der ZentrumsPresse zwar wiederholt aufgestellt, aber völlig unerwiesen geblieben ist. Die Erfahrung seit dem Fallenlaffen des Sozialistengefeßes zeigt vielmehr umgekehrt, daß, seitdem die Gesetzgebung die Sozialdemokratie nicht mehr als den gemeinsamen Feind des Staates und der Gesellschaft stigmatisirt, ein großer Theil der Bevölkerung die sozialdemokratische Gefahr für beseitigt erachtet, die Sozialdemokratie ansieht, wie jede andere Partei und somit in der Betämpfung derfelben bedenklich nachläßt." Was sagte denn aber der Herr Graf eigentlich: " Ist das etwa eine freundliche Unterhaltung"? Sozialdemokraten in gegnerischen Versammlungen. Bei dem Besuch gegnerischer Versammlungen ist, wie wir stets betont haben, große Burückhaltung am Piazze. Dies beweist wieder der folgende Fall, den wir in der Bolts- 3tg." finden. " In Sievertshausen bei Peine besuchten einige auf einer Agitationstour begriffene Sozialdemokraten eine antisemitische Versammlung, in der Pfarrer straut sprechen sollte. Als sie Platz genommen hatten, setzte sich ein Führer der Antifemiten an ihren Tisch. Sofort wurde darauf ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht, wobei sieben Personen das Malheur passirte, daß fie sigen blieben. Nun forderte der Antisemitenführer Giesecke den überwachenden Gendarm auf, die sieben Personen wegen Majestäts. beleidigung zu notiren. Diese schäbige That eines jämmerlichen Denunziantengefindels paßt ganz zu des Rnüppelpastors rühmlichem Auftreten in Spenge. Diese Feiglinge, die sich nicht schämen, die Rolle des Büttels im Priestertalar zu übernehmen, legen nur Zeugniß ab von ihrer Bes dientenhaftigkeit und ihrer niederen Gesinnung. Und diese Gesellschaft will deutsche Sitte und Zucht in Erbpacht genommen haben! zur Hinterlist und Knechte seligkeit sind sie herabgefunken. Wir erinnern aus Aulaß dieses, die tiefe Verworfenheit der Antisemiteriche scharf charakterisirenden Vorfalles, an das, was Bebel unter dem Beifalle aller Delegirten auf dem letzten Parteitage in Hamburg ausführte: Wenn eine gegnerische Partei aus gewissen Gründen der Anficht ist, es ablehnen zu müssen, Mitglieder anderer Parteien in ihre Versammlungen zu lassen, wenn sie z. B. ausdrücklich mit den Worten einladen: Die Wähler der Zentrumspartei", dann erfordert die einfachste Anftandspflicht, daß derjenige, der zu den Eingeladenen nicht gehört, auch nicht in die Versammlung geht. Wenn wir in die unserem Programm volle Freiheit des Vereins- und Versammlungsrechts verlangen, dann verlangt es das einfache Gebot der Gerechtigkeit, auch jedem andern das gleiche Recht zuzugestehen. Wenn eine andere Partei uns nicht wünscht, dann schlagen wir daraus Kapital ,. und kennzeichnen die Feigheit der Leute und sagen, das beweist, daß sie uns nicht antworten können. Wir haben darin eine aus.p gezeichnete Waffe." Gewerkschaften und Wahlagitation. Das edle Bolt" des Herrn Hofpredigers a. D. Stöcker schreibt zn der sehr beherzigenswerthen Aufforderung an die Gewerkschaften, thre Bersammlungen während der kurzen Spanne Beit für die Wahlagitation auf das allernothwendigste einzuschränken: Aber was geht doch die Gewerkschaften die Wahlagitation ber sozialdemokratischen Partei an?? Das würdige Blatt sollte doch vielleicht wiffen, daß die Regierung des Grafen Posadowsky die Aufhebung der Roalitionsfreiheit, die Verschlechterung des Vereinsrechtes, die Aufhebung der Freizügigkeit, den Schneckengang in der Sozialpolitit, den Unternehmerschutz, die Klassenpolitik der Besitzenden plant bezw. schon ausführt. Alles was sich gegen diese Politit wendet, und das ist vor allem eine starke sozialdemokratische Fraktion, muß jeder Arbeiter fördern, also auch die gewerkschaftlich organisirten Proletarier. Von der Agitation. Politische Nebericht. Berlin, 28. April. richtigung, sondern nur auf dem ordentlichen legislativen Wege, durch Einreichung, Berathung und Beschlußfassung einer eigenen Gefeßesvorlage abgeändert werden kann, daß aber die im Der Reichstag erledigte heute in erster und zweiter Sinne der Berichtigung vorgenommene Abänderung des§ 138a Berathung den provisorischen englischen Handelsvertrag und die Lage der Arbeiterinnen zweifellos verdie auf dem Weltpost- Vertrag zu Weihnachten zu stande ge- schlimmern würde und daß dann mindestens eine Schutz. tommenen Vertragsurkunden. Von den der Erledigung harrenvorschrift erlassen werden müßte, wonach Arbeiterinnen im Alter den Petitionen gab die der Post- Unterbeamten Gen. Singer von über 16 Jahren, die Sonnabends über 1/26 Uhr hinaus arbeiten müssen, wenig fürsorglich von der Regierung behandelten Beamten dürfen. Da die Difigiösen die angebliche Nothwendigkeit der Bes Gelegenheit, energisch für die Rechte dieser breiten, aber nicht auch noch Sonntags beschäftigt werden schaft einzutreten. Die darauf folgende Weiterberathung des richtigung selber damit zu begründen versuchen, daß man den Ar Antrages Galisch gebieh nicht weit. Auf der morgigen Tages- beiterinnen ungefchinälerte Sonntagsruhe verschaffen wolle, so kann ordnung steht der im Interesse der Agrarier eingebrachte die Regierung gegen die Aufnahme einer solchen Schutzvorschrift gar Gesetzentwurf, betreffend die Naturalleistung für die bes nichts ins Feld führen. waffnete Macht im Frieden und der Paasche'sche Antrag über die Besteuerung des Saccharins, außerdem die Fortsetzung der reich- wie übrigens auch in Deutschland( S. den Das Emporschnellen der Getreidepreise. In Frant Berathung des Antrags Salisch und kleine Vorlagen.heutigen Leitartikel)- haben die Sozialisten einen vortrefflichen vertragen. In Magdeburg und den umliegenden Kreifen wird die ledigte eine Reihe von Einzeletats. Das große Wort führte Graf die reißend schnell steigenden Brotpreise. Theures Brot Das Herrenhaus fette heute die Etatsberathung fort und er- Bundesgenossen für den Wahlkampf bekommen- nämlich Agitation eifrig betrieben. Jeden Sonntag gehts hinaus aufs and mir bach, der fast zu jedem Etat irgend etwas vorzubringen war in Frankreich seit Jahrhunderten ein wichtiger revolutio mit Flugschriften und Broschüren und der Empfang, welcher überall hatte, das zu den zur Berathung stehenden Fragen etwa so paßte, närer Faktor. Das Auf- und Abwogen der großen franzöſiden Verbreitern zu theil wird, läßt das beste hoffen. So wie die Fauft aufs Auge. Zu wiederholten Malen schnitt er Barbelegen 10 breifen Stendal Osterburg und Salzwedel: Themala an, die eigentlich vor den Reichstag gehören, die er aber schen Revolutions- Sturmfluth zu Ende des vorigen JahrDer Fraktion enthielten. Im Wahlkreise Galbe- Aschersleben wird dort die Diskussionen einen viel zu scharfen und lebhaften Charakter Korupreise. Gardelegen 10 000 Flugblätter verbreitet, welche den Wahlaufruf bort nicht zu behandeln wagt, weil nach seinem eigenen Geständniß hunderts richtete sich genau nach dem Steigen und Fallen der eigens eine Wahlzeitung herausgegeben, welche für die ländlichen annehmen. Der edle Graf kann nun einmal keinen Widerspruch tunistischen Und jetzt ist es das das Haupt der oppors Kreise berechnet ist und den örtlichen Verhältnissen auch dadurch Regierung, Herr Meline, der, als Rechnung trägt, daß sie nicht für den ganzen Wahlkreis gleichmäßig her= Führer der französischen Kornzöllner und Groß- Korns gestellt wird. Der Wahlkreis ist in vier Bezirke getheilt und jeder dieser eine Reorganisation So verlangte er beim Etat der Münzverwaltung wucherer, mit seinen Kollegen persönlich und greifbar Bezirke hat seine eigene Wahlzeitung. Diese Thätigkeit ist unsern Gegnern Mufter der Reichsbank nach dem für die künstliche Brottheuerung verantwortlich ist. Der ganze natürlich sehr unbequem. Sie weisen uns aus ihren Versamm Beseitigung der Notenftener, der Bank von Frankreich, in dem Sinne einer uralte Haß des französischen Boltes gegen die Organisatoren Iungen, freuen sich, wenn unsere Versammlungen aufgelöst werden, und des Schutzes auferes Goldbestandes. Dieser Forderung wider. der Hungersnoth", die ,, Affameurs", wendet sich nun gegen einer unbedingten Notenemission mundtodt können sie uns aber nicht machen, da wir über eine große fetzte sich jedoch der Reichsbankpräsident Dr. Koch, der darin eine Meline Famine den Volksaushungerer Weline- und Anzahl opferwilliger Genoffen verfügen, welche sich die Mühe nicht Entwerthung unserer Landesvaluta erblickt. verdrießen lassen und freudigst dafür sorgen, daß die Bevölkerung tommt den Sozialisten zu gute, die mit großer Rührigkeit auch ohne Versammlungen aufgeklärt wird. Beim Etat des Bureaus des Staatsministertums arbeiten und das Steigen der Brotpreise mit Geschick verhandlungen über die Deckungsfrage der Flottenvorlage eine Resolution, beantragte Graf Mirbach mit Rücksicht auf die bekannten Berwerthen. welche die Regierung ersucht, im Bundesrath nachdrücklich dafür einzu treten, daß bei künftigen Berathungen von Gesetzesvorlagen im Reichs dem Gebiet der direkten Stenern und der Ausbringung der Matri tage und bei Beschlußfassungen über dieselben jeder Versuch, auf tularbeiträge in die Rechte der Einzelstaaten einzugreifen, feitens ber verbündeten Regierungen mit größter Entschiedenheit zurückgewiesen werde, und daß ferner hinsichtlich der Aufbringung der Mittel zur Durchführung einer Gesetzesvorlage feitens der ver bündeten Regierungen jede Stellungnahme, aus welcher ein Präjudiz gegen das System indirekter Besteuerung hergeleitet werden fönnte, vermieden werde. Nach einer nichtsfagenden Erklärung des Fürsten Hohenlohe, worin er der Ansicht Ausdruck gab, daß die Ausgaben der Flottenvorlage voraussichtlich durch die eigenen Einnahmen des Reichs gedeckt werden und daß ferner die Regierung weit entfernt fei, sich gegen die indirekten Steuern ausaufprechen, gelangte diese Desolution zur Annahme. ftattet wird. In Leipzig haben unsere Parteigenoffen erreicht, daß ihnen die Sammlung zum Wahlfonds von der Polizeibehörde geIn Brandenburg erscheint bis zum Wahltage jeden Sonntag eine Wahlzeitung, die auch für andere Wahlkreise dieses Bezirkes agitatorisch wirken soll. Das Sentral Wahitomitee für den Wahlkreis Dst Havelland hat seinen Sitz in Spandau und sind alle Briefe und Anfragen an Gustav Lautant, per Adresse A. H. Ducksch, Spandau, Bismarckstr. 6, zu richten. Rassirer ist Otto Grieben, Spandau, Neumeisterstr. 12. Das Zentrum und die Sammelpolitik. Im Kreise Reichenbach- Neurode haben die Wiquel'schen Sammelpolitifer Glück gehabt. Zentrum und Konservative haben sich auf eine Kandidatur geeinigt, sie wollen den reichen Gruben- und Landbesitzer Grafen v. Magnis auf Schlegel wählen. Die arbeitende Be völkerung ist aber auch gehörig gerüstet und wird sich erlauben, am Tage der Wahl den Miquel'schen ganz gehörig in die Suppe zu fpucken. Aus dem Lande der schlesischen Zentrumsgrafen haben wir noch fo manche Sammlungsüberraschung zu gewärtigen. Im Westen muß das Zentrum troß der Loë und Genossen anders rechnen, wes. balb Hoensbroech, ber einzige Bentrumsabgeordnete, der den Samm lungs- Aufruf unterschrieben hat, seine Randidatur nicht mehr aufrecht halten kann. Für die Unzuverlässigkeit des Zentrums bringt die verfchiebene Haltung zur Sammelpolitik in West und Ost einen neuen Beitrag. Der weibliche Freifinn. Leute, die dem Wilitarismus und Marinismus alles in den Rachen werfen, wonach ihnen verlangt, die das Budgetrecht des Reichstages frevelhaft preisgeben, die Gerechtigkeit im Steuerwefen" sagen und die Vermehrung der indirekten Steuerlast mit vorbereiten helfen, solche Politiker dürfen nicht erwarten, daß das Volk ihnen Brotpreise fortgesetzt. Es liegen folgende Mittheilungen aus In Italien werden die Kundgebungen gegen die hohen den Nothstandsgebieten vor: Foggia, 28. April. Heute fand vor der Präfektur und später vor dem Rathhause ein Kungebung zu gunsten einer Herabsehung der Brotpreise statt. Es werden Truppenverstärkungen er wartet. Rom, 28. April.( Bossische Zeitung".) Die gestrigen Theue rungs- Unruhen in Bari hatten den Charakter eines förmlichen Ausstandes. Das Stadthaus, Polizeiamt und Steueramt wurden geplündert und angezündet, die öffentlichen Gärten verwüstet. Die völlig unzureichenden Polizei- und Militärkräfte konnten mit Mühe die Familie und Habe des Bürgermeisters schützen und das Erbrechen des Gefängnisses verhüten. Heute ist viel Militär eins getroffen, das die Banten, Geschäftshäuser und öffentlichen Gebäude beschützt. Man befürchtet die Ausdehnung der Unruhen aufs Landgebiet. Bari bietet den Anblick einer belagerten Stadt. tution angenommen, welche die Regierung im Hinblick auf die be Ebenso wurde gegen den Widerspruch der Regierung eine Resovorstehende Neuregelung der Wassergesetzgebung auffordert, die Ostasien. Aus Paris wird telegraphirt: Jim Ministerrath Provinzen und Kreise beffer als bisher zu bedenken. theilte der Marineminifter Besnard ein Telegramm des Admirals Morgen Fortsetzung der Etatsberathung und Interpellation Gigault de la Bédollière mit, in welchem dieser die am 22. d. M. Klintowström, betreffend Aufhebung der gemischten Tranfitläger.vollzogene Befizergreifung der Meeresbucht von Der Zentralverband der über dem Gesche Stehenden die Mannschaften der Kriegsschiffe Pascal"," Surprise" und" Lion" Quanchouwan anzeigt. Bei der feierlichen Uebergabe waren tritt heute, Freitag, abermals zu einer Sigung zusammen. Sonder zugegen. Mit den chinesischen Behörden wurden Befuche ausgetauscht. barerweise gedenkt er sich auch darüber zu unterhalten, ob er weiter Die einheimische Bevölkerung zeigte eine freundliche Haltung. mit dem preußischen Vereinsgeseze auf so gespanntem Fuße Ans Yokohama melbet Bureau Reuter": Zwischen Ru leben will. Warum soll er es nicht, da sich gegen ihn doch kein land und Japan foll ein Abkommen bezüglich Korea's getroffen worden sein. Rußland willigt danach ein, den Handel und Kläger und damit kein Richter finden wird? Daß der Zentralverband um mit dem Freiherrn v. Stumm die Industrie Japans im Innern von Korea nicht zu behindern. die geborene Gesetzesverletzung ist, geht aus seinen Jeder Staat verpflichtet sich, das Einverständniß des anderen einzuStatuten unwiderleglich hervor. Er besteht in der Haupt- bolen, bevor er Angehörige seines Staates nach Korea entfenbet. zu reden " Deutsches Reich. . Die Freifinnige Vereinigung läßt einen Wahlaufruf vom Stapel. Derfelbe trägt einen rein defensiven Charakter. Keine Forderungen und Vorschläge zur Hebung des wirthschaftlichen und politischen Lebens. Lediglich Abwehr gegen die Junkerreaktion, die man anderer feits bestärkt, indem man mit Stola auf die Zustimmung der Vereinigung zu den Militärvermehrungen und zum Flottengesetz hin- fache aus lauter Vereinen mit wirthschaftlichen und wirthweist. schaftspolitischen Zwecken, vom Anhaltischen Industrievercin Die Firma Bamberger, Barth, Pachnide, Nidert 2c. ift für und dem Berg- und Hüttenmännischen Berein zu Der Kaifer hat zur Hebung der Leiftungs- und Erwerbss Aufrechterhaltung und Ausbau der Handelsverträge, für Sicherung( nach dem letzten Verzeichniß) angefangen bis zu der Bereinigung Gnadengeschent von 45 000 m. aus dem Dispositionsfonds zu Siegen fähigkeit der Bevölkerung in den Schlesischen Weberbezirken ein der Goldwährung. Sie spricht sich aus gegen Sozialistengefeß, gegen Umsturzgefeß, für volles Roalitionsrecht, für Freizügigkeit, für Sächsischer Spinnereien und Bigognespinnereien und dem Wollen bei der Generalflaatstaffe bewilligt. Vereinfachung und Verbesserung aber wie soll diese aussehen? waarenfabrikanten- Verein von Görlitz zum Schlusse. Daß alle, oder Mit einem oder mehreren Gnadengeschenken ist natürlich die der Arbeiterversicherungs- Geseze, für ein freiheitliches was die meisten dieser Vereine politische Gegenstände in Versammlungen Webernoth nicht zu beseitigen. beißt dies? Reichs- Vereinsgefeß, für Erhaltung des Reichstags zu erörtern bezwecken", beweisen ihre regelmäßig wiederkehrenden Auch werden die schlesischen Weber trotzdem nach wie vor sozial. Wahlrechts. Beschlüsse und Eingaben zu jeder politischen Tagesfrage. Der demokratisch wählen. Weiter wünscht die Freifinnige Vereinigung Berbilligung des Forster Fabrikantenverein fämpft für Sonntagsarbeit und gegen Berkehrs, Ausgestaltung des Kanals und Eisenbahnnetzes, Stärkung Frauenfchuß, der Verein der deutschen Zuckerindustrie schwärmt für ein Herz und eine Scele. Aber wo das Geschäft ernstlich in Frage Innungsaöpfe und Agrarier sind in der Theorie und Vermehrung des bäuerlichen Grundbesizes, Gerechtigkeit im Brämien und Frauen- Nachtarbeit, und alle bestürmen den Bundes- tommt, da hört die Freundschaft auf, so beim agrarischen Rampfe Steuerwesen. Eine lange Reihe von allgemeinen Wendungen! In praxi fann rath und den Reichstag, wenn ihre Kundgebungen nicht sofort Be- gegen die Verwendung der Margarine. Für den Margarineverbrauch baraus leicht allerhand böses Zeug werden. achtung finden. Der Zentralverband selber nimmt die Petitionen in den Bäckereien sprechen folgende Zahlen, die die Bäcker- 3tg." Was nützen die schönsten liberalen Grundsäße", wenn man sie fofort wieder auf, die der Bundesrath etwa den Einzel- angiebt, eine deutliche Sprache. Danach hat die Wirthschafts. fo anwendet, wie die um Rickert beim Flottengeset thaten. vereinen gegenüber abzulehnen sich ertübnte. Alle diese Vereine Berlin, die für den gemeinsamen Bezug der Rohstoffe gegründet genossenschaft der Bäderinnung Germania" in erfüllen somit in vollendeter Weise die Voraussetzungen des An- ist, an Naturbutter in den Jahren 1896 und 1897 rund 2300 fanges des§ 8 des preußischen Vereinsgesetzes. bezw. 2900 Zentner bezogen, während sich der Margarines Daß sie mit anderen Vereinen gleicher Art zu gemeinsamen verbrauch in den nämlichen Jahren auf 4500 bezw. 6450 Zwecken in Verbindung treten, insbesondere durch Komitees, Bentner stellte. einen Dent Bertrauen schenkt. Ausschüsse, Bentralorgane und ähnliche Einrichtungen, ferner durch Also schon bei der Margarine hört der Opfermuth der„ unents Mögen fich einige tausend Händler und Industrielle für ben gegenseitigen Schriftwechsel", das wird das Direktorium, der Auswegten" Sammlungspolititer auf. weiblich weibischen Freifinn begeistern. Aber das arbeitende Wolf schuß und die Delegirtenversammlung des Zentralverbandes- Die Portofreiheit ber regierenden Fürften. hat mit den Schlotherren und Konfektionsrittern nichts gemein.wohl nicht bezweifeln: die Vereine senden die Delegirten; die Delegirten Die fürstlich lippesche Badeverwaltung des Soolbades Salzuflen Freifinnige Wahlschmerzen. wählen den Ausschuß und das Direktorium; der Zentralverband lebt verfendet gegenwärtig, anscheinend an sämmtliche deutsche Aerzte, von den festen Beiträgen der Vereine schon das letztere genügt Prospekte ihres Soolbades als Fürstliche Angelegenheit" portofrei. Recht unentschloffen sind noch die" Liberalen" des Wahlkreises nach Obertribunals- Entscheidungen zur Beurtheilung des Sach- Die Reichs- Poftverwaltung muß fo ihre Dienste unentgeltlich den Spandau Osthavelland hinsichtlich der definitiven Aufftellung eines Kandidaten. Bekanntlich ist vor einiger Zeit von verhaltes. Auch der Absatz b. des§ 8 ist mithin auf das strengste privaten Erwerbsinteressen der Fürsten zur Verfügung stellen. Ein Exemplar der betreffenden Kouverts liegt uns vor. einer freifinnigen" Vertrauensmänner- Versammlung der Oberlehrer erjüllt nur heißt es im Vereinsgeseh: die Vereine Dr. Benecke( frf. Vp.) zum Kandidaten nominirt worden; von der dürfen das nicht", und im Zentralverband thun -Chronit der Majestätsbeleidigungsprozesse. Kandidatur des Generaldirektors Goldschmidt( gemäßigt) wurde da sie es. Aus München wird telegraphirt: Das Schöffengericht I erklärte sich mals infolge der Angriffe in der Freisinnigen Zeitung" Abstand Den Behörden machen wir damit natürlich keinen Vorwurf. Garden wegen groben Unfugs, begangen in einem Artikel über König in dem Falle Harden für zuständig und verurtheilte Maximilian genommen. Am Dienstag mun suchte sich Herr Goldschmidt vor Sie sind, wenn diese Beschränkungen überschritten werden, be- Otto von Bayern in seiner Zeitschrift„ Die Zukunft" zu einer Haftetwa 40 Freisinnsmannen auf diese Angriffe bin zu rechtfertigen. rechtigt", solche in Verbindung getretene Vereine zu schließen und strafe von 14 Tagen. Der Umtsanwalt hatte das Strafmaginum Er legte dar, daß seine Stellungnahme zu einigen Fragen, die Eugen Richter ihn heute zum Vorwurf mache, von anderen be- aufzulösen und deren Häupter und Vorsteher bis zu drei Monaten von 6 Wochen beantragt. deutenden Parlamentariern der freisinnigen Partei getheilt würde. einzusperren. Wir verstehen, daß man von diesem Recht keinen Gebrauch Ju Mülhausen i. E. wurde der 53jährige Erdarbeiter Felix Besonders merkwürdig erschien es ihm aber, daß Herr Richter, der macht, denn nichts macht einen peinlicheren Eindruck, als wenn so an ein bold wegen Majestätsbeleidigung zu 6 Monaten Gefängniß ihm aus seiner Haltung vor 14 Jahren aur Berlängerung des gesehene Stüßen der heutigen Ordnung von Polizei und Staatsanwalt be- verurtheilt. Der Verurtheilte hatte vor etwa 2 Jahren in einer Sozialistengesetzes einen Vorwurf mache, die Briefe vergißt, die fein helligt werden. Wir fragen nur erstaunt: warum will der Zentral- Wirthschaft zu Mülhaufen beleidigende Aeußerungen gegen den besonderer Freund Hermes an verschiedene Parteigen offen ge- verband selber seine Gesetzwidrigkeit feststellen? Will er etwa die Nach Schluß der Voruntersuchung wurde er auf freien Fuß gefeht deutschen Kaiser fallen lassen und war daraufhin verhaftet worden. schrieben habe, um sie von der Abstimmung fernzuhalten, damit die Belerden zwingen, gegen ihn einzuschreiten? Aufhebung des Sozialistengesetzes verhindert würde. Im weiteren einen unanfechtbaren Beweis für das vielbezweifelte Wort des einigen Wochen erfolgte feine abermalige Festnahme und jetzt seine Oder will er und entfloh über die französische Grenze. Nach seiner Rückkehr vor Berlaufe feines Vortrages schilderte Redner die Gefahren, die aus dem Anwachsen des Algravierthums entstehen könne und wandte sich preußischen Justizministers führen: wenn zwei dasselbe thun, ist es Verurtheilung. Das Urtheil betonte, daß das Ansehen des Kaisers dann gegen die Sozialdemokratie. Am Schluß ermahnte er die Frei- nicht dasselbe? bei uns im Grenzland ganz besonders in Ehren gehalten werden finnigen zur Einigkeit beim kommenden Wahlkampf. Wie verlantet, Wir erfahren übrigens soeben aus guter Quelle, daß die Remüsse; andererseits feien dem Angeklagten aber deshalb mildernde gilt die Kandidatur des Herrn Dr. Benecke bereits als gefallen gierungsvertreter, die regelmäßig in großer Zahl den Umstände zuzubilligen, weil er französischer Soldat war. Gegenwärtig werden Anstrengungen gemacht, einen Kandidaten der Sitzungen des Zentralverbandes beiwohnen, bei den VereinsgesetzFrankreich. gemäßigten liberalen" Richtung aufzustellen. Erörterungen fich entfernen werden, weil sie nichts von diesen Dingen hören und wissen wollen. Reichstage- Raudidaturen. Aufgestellt sind folgende Kandidaten: in Ueber das bekannte ,, Redaktionsversehen" im§ 138 a, Zorgau Liebenwerda von der freisinnigen Vollspartei der Absatz 5 der Gewerbe- Ordnung bringt das neueste Heft bisherige Bertreter Prediger Knörcke; in Elbing- Marienburg des Braun'schen Archivs für soziale Gesetzgebung und Statistik" Dom Zentrum Dr. Spahn; in Gnefen von den Ronservativen einen bemerkenswerthen Artikel aus der Feder des Vorfißenden des Landrath Coeler; im Siegfreis von den Nationalliberalen v. Pellen; in Leipzig Land von den Konservativen, National- Berliner Gewerbegerichts, Herrn v. Schulz. Dieser Herr, dem auch die liberalen und Bund der Landwirthe Schloffermeister Dehler; in Offiziösen juristische und sozialpolitische Sachkenntniß nicht absprechen Villingen( Baden) von den Nationalliberalen Dr. Merz. werden, tommt im wesentlichen zu denselben Schlüssen wie der Vorwärts", nämlich daß der von Reichstag und Bundesrath be= schlossene und vom Kaiser veröffentlichte Text nicht durch eine Be• Prinz zu Schönaich Carolath hat eine Kandidatur für die nächsten Wahlen abgelehnt. " Paris, 28. April. Nach dreitägiger Verhandlung ist der Raffationshof in der Disziplinarfache Quesnays de Beaurepaire zu dem Beschluß gekommen, sich für kompetent zu ers flären. Gleichzeitig wurde dahin erkannt, daß die gegen Quesnays de Beaurepaire bezüglich der Panama- Affäre erhobenen Vorwürfe unbegründet feien. Der so Gerechtfertigte wurde ausnahmsweise ermächtigt, dieses Urtheil beliebig zu veröffentlichen. England. London, 22. April.)( Eig. Ber.) Borgeftern legte der britische Schazkanzler, Sir Michael Hicks Beach, dem Parlament Wegen Stoffandrangs verspätet. den ReichShauShatt für 1S9S/SS vor. Da der Haushalt de? abgelaufene» Geschäftsjahres trotz der emporgeschrmibten Ausgaben für die Marine einen Ueberschuß von nahezu 74 Millionen Mark aufweist, konnte der Minister eine ganze Reihe von Steuer» er le ichternn gen in Vorschlag bringen und alle» Klaffen ein Mäuschen darbieten. Die wohlhabenden Klassen erhalten Erleichterungen oder Herabsetzungen der Einkommens-, Grund- und Erb- fchaftssteuer im Betrage von zusammen S Millionen Mark, der große» Masse wird eine Ermäßigung der Tabaksteuer um sechs Pence pro Pfund(von 3 Sh. 2 Pence aus 2 Sh. 3 Pence) geboten, was einen Ausfall von über 22 Millionen Mark bedeuten würde. Es ist aber noch als zweifelhaft anzusehen, ob von diesem Steuer- abstrich die ärmeren Klassen der Bevölkerung, die ihren Tabak loth- weise kaufen, irgend welchen nennenswerthen Vortheil haben werden. Vielmehr dürfte der Hauptvortheil in den Taschen der Fabrikanten und Kauflente hängen bleiben. Sehr viele Leute hätten deshalb eine Reduktion des Zolle? auf Thee, dieses Hauptgetränk des englischen Volkes, lieber gesehen. Im übrige» belustigte der Minister sich und das Haus damit, der phänomenalen Bereitwilligkeit des Parlaments zu Bewilligungen für Heer und Marine ein Loblied zu singen. Er könne für diese» Zweck garnicht genug fordern. Die„Klein-Engländer"— das heißt die Gegner des Imperialismus und Aufrechterhalter der alten Parole der Liberalen:„Friede, Einschränkung und Reform"— seien zu einer winzigen Minderheit zusammengeschmolzen. Judeß sah sich Herr Hicks-Beach doch bemüßigt, dem Haus vorzurechnen, daß im Ver- bältniß zur Größe des britischen Weltreiches die Lasten des britischen Haushalts für Heer und Marine geringer seien als die irgend einer anderen modernen Großmacht. Und eine schöne Rechnung war es. So viel kommt bei uns aus die Omadratnieile und so viel zahle» die andern, soviel bei uns auf den Kopf und soviel anderwärts Wie viel von dem Landbesitz Wüste, wie viele von den Bewohnern bedürfnißlose Hindu's, Wilde und dergleichen war Nebensache. Aber was verschlägls? Der britische Löwe will sich von de» festländischen Bären, Adlern und Hähne» nicht nach Belieben an Schwanz und Mähne rupfe» lassen, und solange die Reichseinnahmen sozusagen automalisch steigen, ist jede ernsthafte Kritik des Reichschauviuismus in den Wind gesprochen. Erst wenn einmal dieses Steigen nachläßt. werde» die Steuerzahler das Bedürfuiß verspüren, näher zu unter- suche», ob bei den verschiedeneu AnSgabeposten dnS Spiel auch überall die Kerzen werth ist, die dabei verbraunt werden.— Am gleichen Tage, wo Herr Hicks Brach in Weftminster vor den Volksvertretern einen Hanshalt von über zwei Milliarden vor- marschiren ließ, malle in der City(im Große» Canuo» Street Hotel) Herr Cecil Rhades den Aktionären des nach ihm benannten Rhodcfia ein verlockendes Bild von der Zukunft seiner südwefb afrlkauischen Schöpfung aus. Und so faszinirend wirkte die Persönlichkeit und der Vortrag diese? modernen Konquistadoren auf sein Publikum, daß die Cilyleule alle bewährten Geschäftspriuzipien vergessen und für das auf sehr zweifelhaftem Fundamente aufgebaute Zukunftsbild nur laute» Beikall hatte». Im Effekt liefen die Ausführungen des Herrn Rhades nur auf neue Geldforderungen hinaus. Das Aktie» kapital von Rhodesia soll um 80 Millionen Mark erhöht werden von dem zunächst fünf Millionen mit 100 pCt. Aufschlag auf den Markt gebracht werden sollen. Außerdem will Herr Rh 40 Millionen Mark für eine Eisenbahn von Bnluwayo nach dem Tauganyika-See haben, und zwar soll hier die Reichsregierung als Bürge eintreten, damit daS Geld zu einem billigeren Zinsfuß er langt werden kann. Um die Stimmung für dieses Unter nehmen zu erhöhen, sprach er nicht nur von den Reich thüinern de? Sambesi- Distrikts. sonder» ließ er auch wieder sein altes Projekt einer rein englischen Verbtndungs lini« von Kapstadt biS Kairo aufmarfchiren.„Vom Norden her kommt General Kilchener und vom Süden her rücken wir die Ver- dtudungSlint« vorwärts"— bis ganz Afrika der britischen Welt offen liege. Der Vortrag verfehlte seine Wirkung nicht. Unter stürmischem Beifall wurden Herr RhodcS und seine Kollege» wieder in daS Direktorium von Slbodesta gewählt, in dem übrigens nach jdem von Herrn Chamberlain abgeänderten Reglement auch die Reichsregierung ihre Vertreter hat. Ob aber die Regierung und das Parlament für den RhodeS'schcu Eisenbahn plan zu haben sein werden, bleibt noch abzuwarten. Sicher ist nur, daß die Masse des Publikums— und zwar nicht nur des Börsen- pnvlikumS— Herrn Rhode? den„einen Fehler"— oder die eine Tölpelei— längst verziehen hat und daß der Eroberer von Matabill land heute fast ebenso populär ist wie vor dem Jameson'scheu Ein- bruch in den Transvaal, trotzdein die Berichte von Ansiedlern ans Rhodesia durchaus nicht sehr verführerisch lauten.-» Rustland. Ldessa. 28. April. Der Danipfer der Freiwilligen-Flotte„Orel" ist nach Wladiwostok abgegangen; derselbe hat Passagiere und 1290 Auswanderer, welche nach dem Ussuri-Gebiet gehen, an Bord. Ferner hat der Dampfer rollendes sowie sonstiges Material für die Mandschurei-Eisenbahn und Güter gelade».— s Wie die Saccharinfabrik von Fahlberg, List u. K o m p. die Agitation für ihr in der Brauerei nur zu betrügerischen Zwecken verwendetes Saccharin betreibt, zeigt folgende Nachricht des offiziellen Organs deS Bundes der mittleren und kleineren Brauereien der„Deutschen Brau- Industrie", Berlin, vom 24. April ISLö: „Welche Zwecke die ganze Agitation der Firma Fahlberg, List u. Comp, eigentlich verfolgt, wird den Klein- und Mittel» brauereien am ehesten daraus klar, daß l. diese Firma die von ihr entworfene Petition als „Petition der Braurvcicn" versendet, damit also bei vielen Brauereibesitzer» den Schein zu erwecken sucht, als sei diese Petition von den Brauereibesitzern aus» gegangen. 2. Die Firma sich erdreistet, an ein Mitglied des Vor- standes der mittleren und kleinen Brauereien der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft zu schreiben: „Wir erklären uns bereit, dem„Bund der mittleren und kleinen Brauereien der Norddeutscheu Brausteuergemeinschaft" de» Betrag von Mk. livvt» für den Fall zu bewilligen, daß„seine Gegenagitatio» und Petition an den Reichstag" Erfolg hat, d. h. der Antrag Paasch? wegen Verbot des Saccharin für Bier ab- gelehnt wird oder wenigstens den obergährigen Brauereien nach wie vor die Anwendung des Saccharin in der bisherigen Weise gestattet bleibt. Die Vergütung soll ein Aeqnivalent für die besonderen Mühe- waltungen, Spesen und Unkosten sein, die der„Bund der mittleren und kleineren Brauereien" in dieser Angelegenheit hat." Die„Deutsche Brau-Jndustrie" fügt hinzu:„Dieser un- geheuerlichen Thatsache gegenüber ist es nothwendig, darauf hinzuweisen, daß der„Bund der mittleren und kleineren Brauereien" eine Gegenagitation und Petition an den Reichstag nicht in die Wege geleitet hat". Es ist allerdings eine ungeheuerliche Thatsache, daß die Saccharinsabrik durch solche„Zuwendung" an die mittleren und kleine» Brauereien ihre eigenen Geschäfte fördern will; diese Zuwendung sieht wie eine Bestechung aus und ist eine Beleidigung derer, denen man das Anerbieten zu machen wagt. Der Zusatz von Saccharin wie der aller andere» Surrogate ist eine Schädigung gerade der ärmeren Volksschichten, denn diese erhalten dadurch keineswegs daS Vier billiger, fondern nur an stelle eines gesunden Malzbräus ein Gcpantsche, das keineswegs so verdaulich ist, wie der Maltosczucker, der im Malzbier enthalten ist. Dazu kommt»och, daß gerade Ammenbier, Malzbier und dergleichen mit Saccharin künstlich süß gemacht wird, dadurch den'Anschein größere» Malzgehalts gewinnt und doch nur ein elendes Gesudel ist. Die Saccharinsabrik von Fahlberg rühmt sich, daß S00 Brauereien die Petition an den Reichstag unterschrieben haben. Nun rvohl! Dann wird man endlich erfahren, in ivelche» Brauereien das Pantschen die Geschäft grundlag« bildet! Die Arbeiter werden sich Adresse» merken und sich hüten, solches Panlschbier zu trinh Keeittsiussuttg von Abgeordneten. / i' Wie'? gemacht wirsd! Am Donnerstag stand in« Reichstage fl eine Resolution Paasche-Rösicke zur Verhandlung, die / verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage i» seiner nächsten Session eine» Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen dieVerivendung von Surrogate» u» d der Zusatz von Süßstoffe» und sogenannten Konservirungsmitteln bei der B i e r b e r e i t u n g, wie in Bayern und Baden, auch in der Brausteuergemeinschaft verboten wird. Als die Resolution zur Verhandlung kommen sollte, beantragte der Abg. R i ck e r t, sie von der Tagesordnung abzu setzen, sda der Abg. HermeS, welcher hiergegen sprechen wollte, verhindert sei, zu erscheinen. Das Haus stimmte dein Antrage Rickert's zu— leider erst eine Stunde später kam einem unserer Ab geordneten ein Material in die Hände, das deutlich zeigt, welche Gründe es gewesen sind, daß sich die Mehrheit des Reichstages für Vertagung erklärte, eine Vertagung, die gleichzeitig ein Bcgräbniß sei» soll, was aber die s o z i a l- demokratisch» Fraktion nun vereiteln wird. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die Saccharin- Fabriken alle Hebel in Bewegung setzen, um die A»- nah m e eines solchen Antrags zu h i n t e r t r e i b e n. Zu diesen Hebeln gehört die Mandats angst vieler, auch sogenannter volksfrcundlicher Politiker im hohen Hause. Die Saccharin. s a b r i k e n haben nämlich die mittleren und kleinen Brauereien zur Gegcnagitation aufgestachelt und bei einer nicht unbedeutenden Zahl— etwa an övv— so sehr Glück gehabt, daß diese Brauereien den Abgeordneten ihres Kreises um das Mandat bange machten! Wer nicht für das Bier- pantschen ist und demgemäß nicht Hilst, die Resolution Rösicke zu Falle zu bringen, soll von den Giftbudenbesitzer», welche mit Saccharin und anderen Surrogaten pantschen, als„Feind der Ordnung" bei der Wahl bekämpft werden! Gegen die Resolution Rösicke sich zu erklären, ist! aber auch dem mandatängstlichsteu Paiilscherfreuude dadurch unmöglich, daß dieser selbe Reichstag am 23. Marz IS9S f a st einstimmig e i n e n A u t r a g u u s e r e r F r a k t i o n annahm, daß auch in der norddeutschen Brausteuergemeinschast zur Bierbereitung nur Hefe, Malz, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfe, wie es in Bayern von jeher Gesetz ist. Dieser Antrag schließt jede Bierpantscherei aus, nun plötzlich dagegen zu stiinmen, wagen die Mandatszitterer doch nicht. Deshalb sucht man die Berathung zu hintertreiben, was auch den Agrariern recht ist. weil diese einige zehntausend Doppelzentner Stärkezucker durch die Bierpantscherei loS werden! Im Februar 1386 hat unsere Fraktion ebenfalls einen solchen gegen die Bierpantscherei gerichteten Antrag gestellt, den damals Auer begründete; damals wurde er abgelehnt. Der Schluß der Session. Dem Vernehmen nach beabsichtigt das Präsidium des Reichstages die Arbeiten so zu beschleunigen, daß der Schluß deS Reichstages Ende nächster Woche stattfinden kann. Alsdann wird die Wahlagitation mit Hochdruck beginnen. Da noch«ine Reihe wichtiger Abstiiiiniiiiige» bevorstehen, dürfte der Reichstag in nächster Woche beschlußfähig sein. Zentrum und Kon- servalive haben ihre Mitglieder benachrichtigt, sür nächste Woche Jier in Berlin zu sein, die linksstehenden Parteien dürsten diesem ieispiel folgen.— Maifeier. In Erfurt. Kassel, Bielefeld und Herford sind die geplanten Umzüge nicht genehmigt worden, was, da es sich um preußische Städte handelt, ja als selbstverständlich gelten darf. In Herford lhal man aber noch ein übriges, indem den Frauen, Lehr- lingen und Schülern die Betheiligung an der Maifeier untersagt wurde. Mit Preußen konkurrirt selbstverständlich Sachsen wieder »ach Kräften. So ist in O e l s n i tz i. V. weder ein Konzert noch ein Kommers nebst Festrede erlaubt worden; der Bürgermeister äußerte sich dahin, er werde niemand Erlaubuiß geben„zu den Uinsturzbestrebungen am l. Mai". Möglicherweise wird auch»och die Volksversammlung verboten, die»un an stelle der untersagten Festlichkeiten einberufen ist. In Nürnberg ist die Erlaubniß zu dem Festzuge vom Magistrat mit der geistreichen Begründung verweigert worden, daß „öffentliche Aufzüge durch die hiesigen Straßen den sich fortwährend vermehrenden Verkehr in denselben in erheblicher Weise belästigen und gesährdeu".„Es seien," so heißt es in der Begründung,„in letzter Zeit solche öffentliche Umzüge nur aus besonderen Gründen und Veranlassungen gestattet, welche in dem vorliegenden Falle nicht vorhanden sind." Hiernach bedarf es keines weiteren Zeugnisses, daß der Magistrat der fränkischen Metropole immer noch aus waschechten«Frei sinnigen" besteht. Im Gegensatz zum Nürnberger Magistrat fühlt sich der Magistrat München? durchaus nicht geschmeichelt, zu den Gemeiudeverlrelungen gerechnet zu werden, die sich an der Hetze gegen die Malfeier betheilijjen. DaS Verbot des Festzuges ist lediglich ein Werk der Polizeidirektion gewesen; der Magistrat hat, wie die„Münchner Post" erfuhr, gegen den Zug lan sich keine Ein weudnng gemacht, sondern nur den Wunsch geäußert, daß er sich nicht durch die eben in der Regulirung begriffene Lindwurmstrabe bewege, sondern einen anderen Weg wähle. Das Herzogthum S a ch s e n- G o t h a hat zwar einen Engländer zum Fürsten, bis jetzt läßt aber nichts darauf schließen, daß dieser gesonnen wäre, seinen deutschen Landsleulen zu der bilrgerlichen Freiheit zu verHelsen, die eine der Säulen der britischen M„cht jft� Wurde doch unseren Parteigenossen in Gräfenroda sogar ver- boten, am I. Mai den von ihnen geplanten Ausflug nach der Hamsterburg zu unternehmen. Die Beschwerde gegen diese Maß nähme wird ja möglicherweise vom Ministerium für begründet erklärt werden, inimerhin zeigt auch dies Verbot, wie arg die Hin freiheit ist, unter der die deutschen Arbeiter im Vergleich zu ihren englischen Kameraden leben müssen. Diese können die Mai seier im großartigsten Maßstabs veranstalten, ohne daß eS den Be Hörden einfiele, sich einzumischen. So marschieren die Londoner Arbeiter in riesigen Zügen aus den Vierteln, wo sie wohnen, nach dem Hyde-Park und die Polizeibeamten sorgen nur, daß sie un- gehindert marschiren können. Im Hyde-Park werden II Tribünen errichtet werden, davon eine als i n l e r n a t i o n a l e T r i b n n e, von der herab Redner der verschiedenen Nationalitäten in ihrer Sprache reden werden. Die Hauptresolution spricht den Gruß der Versammelten an die Genossen in allen Ländern aus und ihren Entschluß, für die Abschaffung des Kapitalis« mns und die Verwirklichung eines internationalen genossen- chaftlichen Gemeinwesens mit Kollektiveigeuthnm an allen Pro- dnklionsmitteln zu wirken. Für die unmittelbare Gegenwart ordert sie den gesetzlichen Achtstundentag, freien Unterhalt aller chulpflichtigen Kinder, sowie das allgemeine Stimmrecht mit Diätenzahlung und dem System der Stichwahlen. Der Aufruf an die Arbeiter zur Betheiligung au der Maifeier charakterisirt die vor- jährige Jubiläumsfeier als eine Reklame für de» Militarismus, dessen verderbliche Wirkung der Zola-Prozeß gezeigt habe. Es wird an die große Steuerlast erinnert, die Indien trotz HungerZnoth und Pest habe aufbringen müssen, an die wüthende Konkurrenz der kapitalistischen Länder um Landestheile China's und Stücke Afrika's. Am Beispiel des großen Maschinenbauer-Kampfes wird alsdann die Nothwendigkeit nationaler und interuationalcr Föderirung der Ar- beiterorganisationen nachgewiesen, und der Ausruf schließt mit _ der Wichtigkeit direkter Vertretung der Arbeiter im arlament zur Wahrung ihrer Klasseninteressen. AuS Kiel wird uns milgetheilt: Die hiesige Polizeidirektion hat an den Vertrauensmann unserer Partei in Gaarden, das zu ihrem Bezirke gehört, das Verlangen gestellt, er solle den In hast der Fe st rede schriftlich einreichen! Dieses Ansinnen dürfte wohl einzig dastehen. Die„Vossische Zeitung" giebt sich, wie alljährlich, so auch diesmal wieder die erdenklichste Mühe, die Maifeier als eine bedeutungslose Spielerei der Arbeiter darzustellen. Es ist ja über- flüssig, jemand zu belehren, der sich nicht überzeugen lassen will, daß er irrt, aber Tante Voß könnte wenigstens so viel Selbstkritik haben, um an den kolossalen Aufwendungen, die die Re- gierungen nun Jahr für Jahr gegen die Maifeier machen, zu merken, daß die Bedeutung der Feier nicht nur nicht zurückgegangen, sondern in stetigem Wachsthum begriffen ist. Wenn die„Vossische Zeitung" weiter meint, die Re- solutionen der Maiversammlungen seien auf die Gesetzgebung ohne Einfluß, so ist sie auch hierin auf dem Holzwege, denn diese Beschlüsse helfen gerade durch ihre ständige Wiederkehr die öffentliche Meinung an die dereinstige gesetzliche Durchführung der Arbeiter- forderuugen gewöhnen und schaffen dadurch die Grundlage zur Beeinflussung der Gesetzgebung. Die Arbeiter wissen, �daß ihre Sache nicht ans heute und morgen gestellt ist; die Mühlen des organisirten Proletariats mahlen langsam, aber sicher. In den Gcmeinderath der Dörfer G u t e n b e r g und Bruck- d o r f bei Halle a. S. wurde je ein Kandidat der Arbeiterpartei als Vertreter der dritten Klasse gewählt. Die Landeskonferenz der anhaltischen Sozialdemokratie entschied sich betreffs der Organisationssrage dahin, daß jeder der beiden Wahlkreise eine zentrale Organisation enthält, im übrigen aber das bisherige Vertrauensmänner- System beibehalte» wird. Eine dreigliedrige Kommission ist beauftragt, die Statuten auszu- arbeiten. DaS Wachöthnm der Sozialdemokratie in Baffer«. Bei der ersten Reichstagswaht im Jahre 1371 vereinigt« die Sozial- demokratie auf ihre Kandidaten in Bayern 2b1S Stimmen. 1874 wurden schon 17 381 Stimmen, darunter 752 von Lafsalleanern, abgegeben. 1877 stieg die Zahl auf 27 019, die iudeß unter dem AtteutalSrumincl im Jahre 1873 auf 22 532 zurückgingen. 1381 wurde die Scharte ausgewetzt, da 31 760 sozialdemokratische Stimmen fielen und unser erster Abgeordneter in Bayern, Grillenberger, in der Stichwahl gewählt wurde. 1334 nahmen die sozialdemokratischen Stimmen wieder erheblich zu, sie betrugen 34 699 und neben Grillenberger in Nürnberg wurde Vollmar in München II gewählt. 1887 vermehrten sich die Stimmen um 19 875, unsere Kandidaten erhielten 54 774 Stimmen, doch ging der Münchener Wahlkreis wieder an das Zentrum verloren. 1890 wurde nicht nur München II wieder geholt, Nürnberg behauptet, sonder» auch München I gewonnen und die Zahl der abgegebenen sozialdemo- kratischen Stimmen wuchs um 4L 326 und bezifferte sich auf 101 100 Stimmen. Zu diese» 101 100 Stiinmen gesellten sich 1893 weitere 24 352 Stimmen, so daß bei der 93er Wahl i» Bayern 125 952 Stimmen abgegeben wurden. Nürnberg und München I und II blieben im Besitz unserer Partei, in Fürth hing der Sieg an wenigen hundert Stimmen.. Das Zentrum dagegen, daS im Jahre 1374 noch 431740 Stimmen erhielt, sah die Zahl derselben im Jahre 1390 auf 345 774 und im Jahre 1893 ans 333 699 sinken und seit 1390 biS 1893 ging die Zahl seiner Mandate von 33 auf 30 zurück. Polizeiliches, Gerichtliches te. — Redakteur S ch m u tz l e r vom„V o lks b latt für An« halt" hat die einmonatige Strafe angetreten, die ihm wegen Be- leidigung des Direktors Roth zudikttrt worden ist. Auf sein Er- suchen sind ihm von der Staatsanwallschaft die erfreulichste» Zugeständnisse in Beziehung aus Zeitungsliltiire, Beköstigung:c. gemacht worden. — Die Parteigenossen Vahle und Gärtner inMagde, bürg, die der Vornahme einer unerlaubten Kollekte angeklagt waren, sind vom Landgericht freigesprochen worden. — In dem abenteuerlichen Kampfe, den die ungarischen Gewalthaber gegen die sozialistische Bolksbewegung führen, ist die Leitung der sozialdemokratischen Partei Ungarns selbstverständlich den konzeutrirtesteu Augriffen ausgesetzt. Vierzehn von den Mitgliedern der Parteileitung wurden aus Budapest aus- gewiesen und gegen die dort verbliebenen paar Mitglieder sind Gefäugnißstrafen ausgesprochen oder»och Prozesse im Gange, die wahrscheinlich ebenfalls zur Verurtheilung führen werden. Die vom Parteilag gewählte Parteileitung wird daher bald vollständig ge- sprengt sein und man wird die Besorgung der Partet-Angelegen- heilen einem provisorischen Komitee übertragen. GewerkflltzafkNttges. Berlin und lliugebnng. Ten Berliner Fcileuhauer» zur Kenntniß, daß das Material betreffend die Lohn- und Arbeitsverhällnisse an die Mitglieder der in der Versammlung vom 17. d. M. gewählte» Kommisfion einzu- senden ist. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei E. R e n k y, Georgenkirch st raße 17, geöffnet von 12—1 Uhr mittags und 6—3 Uhr abends. Die Vertrauensleute der Vergolder werden ersucht, in ihren Werkstcllen zu reger Betheiligung an der Maifeier auszusordern. (Siehe heutiges Inserat.) Der Vertrauensmann. Achtung, Putzer! Nachdem die öffentliche Versammlung der Putzer Berlins und Umgegend am 26. April sich mit dem von der Lvhukommission herausgegebenen Regulativ einverstanden erklärt hat, werden die Kollegen ersucht, auf den Bauten, wo die Putzer« träger eine Lohnerhöhung fordern und der abgeschlossene Preis dem Tarif nicht entspricht, au de» Arbeitgeber heranzutreten und eben- falls eine Erhöhung des verabredeten Preises zu fordern. Besonders wird es den Kollegen zur Pflicht gemacht, unsere 1836er Forderung voll und ganz aufrecht zu erhalten und sich den Be- dingungen des Regulativs unterzuordnen. Wird die Forde- rung in schroffer Weise zurückgewiesen, so hat auf den Bauten so lange die Arbeit zu ruhen, bis ein Ausgleich zu stände kommt. In der letzten Versammlung wurde der Kollege Adolf Köhn irrthümlich unter die Putzmeister gerechnet. Derselbe hat im vorigen Sommer sein Rüstzeug an die Firma Ueberholz verkauft und arbeitet seit der Zeit auf freien Bauten. Die g e p l a n t e M a i v e r s a in m l u n g findet in diesem Jahre nicht statt. Die L o h n k o m m i s s i o n. Deutsches Reich. Lohubewegnugen der Vaiihandwcrker. I» W e i ß e n f e l s hat die Lohnkommission der Zimmerer den Unternehmern eine Forderung von 35 Pf. Stundenlohn und zehnstündige Arbeitszeit unterbreitet. Bei Ablehnung der Forderung werden die Arbeiter in den Ausstand eintreten. Ueber das Baugeschäft von Mahler ist bereits die Sperre verhängt. In Q u e r f u r t befinden sich 130 Maurer im Ausstand. Sie fordern zehnstündige Arbeitszeit und 30 Ps. Stundenlohn. In O f f e n b a ch haben die Zimmerer erreicht, daß in sechs Geschäften ihre Forderungen zum theil anerkannt wurden. Fünf Firmen verhielten sich ablehnend und wollen hier die Arbeiter die Vermittelnug des GewerbegerichtS anrufen. Ein Telegramm aus Magdeburg meldet unS, daß bec Arbeitgeberverband beschlossen hat, am 30. April sämmtliche Maurer und Bauarbeiter auszusperren. Arbeiterschntz in, Baugewerbe. Unter dem Namen K o in u, i s s i o n für B a u a r d e i t e r s ch« tz hat sich in Hain, bürg eine Kommission gebildet, die sich zur Aufgabe gestellt hat. dahin zu wirken, daß den Arbeitern dieses Berufes ein ausreichender Schutz gegen Bau-Unfälle durch Reichsgesetz garantirt wird. Die Kommission ist der Meinung, daß die Arbeiter bei Festlegung der «chutzvorschnftm«in Wort mttr«dtn sollten, sowie auch ihr« Mit- 'vivkung bei Ueberwachung der Schutzvorschristen gesichert werde. Die gegenwärtige» Vorschriften, in erster Linie die Polizeiverord- nungen, empfiehlt die Kommission schon jetzt voll auszunutzen. Damit auch aus diesem Gebiete streng planmäßig vorgegangen wird, will die Kommission Normalvorschriflen ausarbeiten und auch sonst den Berufsgenossen mit Rath und Thal an die Hand gehe». Durch wiederholte, wohlorganisirte Baukontrollen seitens der Arbeiter nmßten die Mißstände bloßgelegt werden, damit die Behörden nicht umhin können, helfend einzugreifen. Neben der Förderung des direkten Schutzes gegen die Gefahren für Leben und Gesundheil der Bauarbeiter erachtet die Kommission als weitere Ausgabe für sich, dem von den Zünftlern geforderten �Befähigungsnachweis" ein ganz besonderes Augenmerk zuzuwende» Sie hält die Verhütung der Bauunfälle durch den Besähiguugs� Nachweis für nicht erreichbar. Der Bauschwindel lenkt auch die Aufmerksamkeit aus dieses Gebiet; besonders da durch den bekannt gewordenen Gesetzentwurf die Arbeiter fast gar nicht berücksichtlgt wurden. Zur iveiteren und endgiltigen Förderung dieser Be< strebungcn hält die Kommission für nothwendig, daß die von ihr zu betreibende Agitation die weitere Autorisalion der gekämmten Bauarbeiterschafl Deutschlands findet durch einen allgemeinen Bauarbeiter-Kongreß. Der Kongreß müßte baldmöglichst, etwa zu Beginn des Früh jahres 1899, staltfinden. Die Kommission wird, wenn nicht ganz besondere Hindernisse eintreten, die Einberufung des Kongresses in die Wege leiten. Dieser kurze Hinweis dürfte vorläufig genügen, alle Interessenten mit dem Plane vertraut zu machen. Der Kommission ist zunächst besonders damit gedient, daß ihr Baupolizeiverordnungen, einschlägige Broschüren, Aeußerunge» in der Presse(besonders auch Gerichtsurtheile über Bauunfälle). Petitionen. Anträge, Körperschaftsbeschlüsse ic. zur Verfügung gestellt werden. Die Kommission besteht auS je zwei Angehörigen der Brnr arbeiter-, Maler-, Maurer-, Ofensetzer-, Stuck �ur- und Zinnner pewerbe und sind alle Anfrage» und Sendungen an Th. Bömelburg, Hamburg, Neue Brennerstr. 16 I, zu richten. Gleiches Recht für alle. Unseren, Kölner Partei-Organ wird aus E u p e n geschrieben: Als jüngst das Landgericht zu Düsseldorf den Vorsitzenden des Vereins der Industriellen von Rheinland und Westfalen freisprach, obwohl er eine AorstandSsitzung, die von 36 Personen besucht war und Stellung zur damaligen Flotten vorläge nahm, polizeilich nicht angemeldet hatte, da sprachen wir die Erwartung aus. daß nun auch den Arbeitern gegenüber das Vereinsrecht in der gleichen Weise ausgelegt werde. Das Gericht entschied.„Sitzungen sind keine Versammlungen", sagte allerdings nicht, was denn eine„Sitzung" sei. Nun wisse» wir es aber. Die Eupener Polizewerwaltung hat den„Christlichen Textilarbeiter-Ver- band" aufgefordert, auch seine Vorstandssitzungen anzumelden. Demnach sind„Sitzungen" Zusammenkünfte von Junkern. Gruben baronen, Fabrikanten und ähnlichen Staatsstützen, auch wenn sie sich mit eminent politischen Fragen befassen; dagegen hat man unter Vorstandssitzungen, Besprechungen und dergleichen allemal dann „Versammlungen" zu verstehen, wenn sie von Arbeitern abgehallen werde». Die Holzarbeiter in Pößneck verlangen eine zehnprozentige Lohnerhöhung und zehnstündige Arbeitszeit. Sollte dem Wunsche der Arbeiter nicht entsprochen werden, so wird es am I. Mai zum Ausstand komnien. Der Tapezirerstreik in M ü n ch e n ist bei einigen größeren Firmen immer noch nicht zum Abschluß gekomine». Es wird des- halb gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Die Lohnbewegung der Glaser in L u d w i g s h a f e n ist zu gunsteu der Arbeiter beendet. Ausland. Der Banarbeiter-Ttreik. der in E g e r zum Ausbruch ge- komme» ist, hat zur Ursache die herrschende Lebcnsmiiteltheuerung, sowie die Arbeitslosigkeit während des Winters. Die Bauarbeiter verlangen die zehnstündige Arbeitszeit und einen Minimallohn von 1 fl. 80 kr. für Maurer, 1 fl. 40 kr. für Tagelöhner und 1 fl. für Frauen. Die deutschnationalcn Herren Baumeister lehnte» die Forderungen ab. Neunzig ledige Bauarbeiter haben die Stadt bereits verlassen. Die Stimmung unter den Streikenden ist eine vorzügliche. Am Dienstag Nachmittag versammelten sich die Streitenden auf dem Egerer Marktplatz, um für ihre Forderunge» z» demonstriren. Die Demonstration ist großartig und in vollster Ordnung verlaufen. In Rosawitz bei Bodenbach ist ein Streik der Karrer und Kohleueinleserinne» zum Ausbruch gekommen. Es ivaren zwei Arbeiterinnen, die von dem allen Gewohnheitsrechte, nach welchem sie täglich eine Butte Kohlen mit nach Hause nehmen konnten, Ge- brauch gemacht hatte», von der Direktion wegen D i e b st a h l s zur Anzeige gebracht worden. Die Direktion will in Zukunft nur auf je 1000 entleerte Waggons einen Waggon Kohle bewillige». Darauf gingen die Arbeiterinnen nicht ein, sonder» leaten, 200 an der Zahl, die Arbeit nieder; 100 Karrer schlössen sich ihuen an. Leider sind die Streikenden nicht organisirt; die deutsch nationale» Unter- nehmer bestreben sich natürlich, soviel als nur möglich tschechische Arbeiter als Streikbrecher heran zu ziehen. Sozittlos. Ein neuer indnstricller Riesenbetrieb ist im Entstehen be- griffe». Das Wolff'sche Telegrapheubureau verbreitet folgende Nachricht:; Unter der Firma„Deutsche NileS-Werkzeug- n, a s ch i n e n- F a b r i k" wurde in Berlin eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 6 000 000 M. zum Zwecke der Her- ftellung und des Vertriebes schwerer Werkzeugmaschinen errichtet. Die Gesellschaft hat durch einen Vertrag mit der„Niles Tool Works Company" in Hamilton(Ohio) die gesammlen Einrichtungen, Patente, Zeichnungen und Modelle dieser amerikanische» Unternehmung für die Errichtung und den Betrieb ihrer Fabrik erworben und sich von ihrer Inbetriebsetzung ab auf eine» längeren Zeitraum die ausschließliche Versorgung der größten Absatzgebiete des europäischen Kontinents gesichert, aus denen die„Niles Tool WorkS Company" während der Vertrags- dauer keinerlei Bestellungen auf Lieferung von Werkzeugmaschinen entgegennehmen darf, AlS Gegenleistung hierfür sind der„Niles Tool Works Company" 800 000 M. Aktien der neuen Ge- sellschaft gewährt worden. Gründer der neuen Gesellschaft sind die „Aktiengesellschaft„Ludw. Löwe u. Co.". die„Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft", die„Berliner Handels-Gesellschaft", die Direktion der „Diskonto- Gesellschaft", die„Dresdner Bank" und das Bankhaus Born». Busse. Die Errichtung der Fabrik- EtabiissemenII, deren Bau und Einrichlunpen der Präsident der„Niles Tool Works Company", Colonel Alexander Gordon. persönlich überwachen ivird, soll sofort in Angriff genommen werde». Die amerikanischen Werkzeugmaschinen werden alS die besten bezeichnet; ist dem so, so wird durch ihre systeinatische Emsührung in Deutschland die hiesige Industrie auf einen höheren Sland der Technik gebracht werden. Andererseits iverde» die bestehenden Werkzeugmaschine»-Fabriken unter der Konkurrenz der kapital- kräftigeren deutschen Niles-Werkzengmaschinen-Fabrik voraussichtlich schwer leiden, und ive»» sie die Konkurrenz aushallen wollen, sich ebenfalls zu Riesenbetrieben zusaiiimenschließe» müsse», um an Produktionskosten zu sparen und in» größere Auswendunge» für die Verbesserung ihrer Maschinen machen zu können. So revolutionirt die industrielle Entwickelung die bestehenden Verhältnisse sortgesetzt aufs gründlichste, und da glaubt Herr v. Posadowsky. er könne mit der Sozialdemokratie fertig werden, die lediglich der politische Wider- schein dieser durch die kapitalistische Entwickelung verursachter Re- volutionirung der Gesellschastsverhällnisse ist!— SrltlSvnng. Nach Berichten aus der Versammlung de? sechsten Wahlkreises Antwort der Preßkommission an den Genossen Ledebour nur eilweise vorgetragen worden. Demgegenüber sehen wir uns veranlaßt, unseren damaligen Bescheid im Wortlaut zu veröffentlichen und überlassen es den Ge- »offen Berlins, sich ein Urtheil zu bilden: „Laut Beschluß und Aufruf der Preßkommission in Nr. 269 des „Vorwärts" vom 17. November v. I. sind in Gemäßheit des§ 17a des Organisationsstatuts der Partei alle Wünsche und Beschwerden über den„Vorwärts" fortan stetS in erster Reihe, an die. von den Parteigenossen Berlins erwählte Preßkommission zu richten Erst wenn diese, berechtigtem Verlangen keine Abhilfe schaffen kann, wäre die Oeffentlichkeit damit zu befasse». Die Preßkommission kann Ihnen keine Ausnahme von diesen im Interesse der Partei gegebenen Bestiinmungen zübilligen und bedauern wir es auss ernstlichste, daß Sie den W�"°�reit in die Parteipresse hineingetragen, ohne vorher, den für jeden organlsirten Genossen maßgebenden Weg zu beschreiten.— Schon aus diesem Grunde wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, Ihrem Artikel die Aufnahme zu verweigern. Wir waren ferner der Ansicht, daß die Redaktion deS„Vov wärls" nur im Interesse der Partei handelt, wenn sie letzt, bei bevorstehender Reich*'agswahl, derartige Polemiken auf das allernoibwendigste Maß beschränkt.— Die Preßkommission konnte nicht finde», daß Sie persönlich angegriffen seien, noch viel weniger, daß es nützlich und ersprießlich wäre, den Artikel, der nur Ihre persönlichen Anschauungen über einige taktische Fragen wider- spiegelt, gerade jetzt in solcher Breite abzudrucken; daß es vielmehr höchste Zeit sei, die Diskussion über die, nun einmal im dritten Berliner Reichstags-Wahlkreise feststehende Kandidatur zu schließe» und nicht die trennenden, sondern nunmehr die einigenden Momente hervorzuheben. Wir ersehen in der unS übermittelten Veröffentlichung JhreS Artikels in der„Sächsische» Arbeiter-Zeitung" keinerlei Vortheil für die Partei, halten daher auch den gewünschten weiteren Abdruck im „Vorwärts" nicht für nöthig lehnt deshalb die Berliner Preß kommission, wie schon bemerkt, Ihre Beschwerde einstimmig ä Die Preßkommissio Berliner Schutzleute. Eine Anklage wegen Widerstandes und grobe» Unfuges, die die II. Strafkammer hiesigen Landgerichts I gestern gegen den Schmied D o h o r n zu verhandeln hatte, gab Veranlassinig, das Verhalten zw-'-er Schutzleute sorgfältig zu prüfen. Al» 6. Januar wurde der Echutzman» Kunat von einem gewisse» Preuß aufgefordert, de» Angeklagten, der sich in an- getrunkenem Zustande befand, zur Wache zu sistiren, weil er ihn ebenso wie andere Passante» vorsätzlich angerempelt hatte. Die Sistirung ging mit Schwierigkeite» vor sich. Der Schutzmann, dem ein anderer Kollege zu Hilse kommen mußte, hatte den Angeklagten fest gepackt, ließ ihn aber auf sein Ersuchen wieder los, weil der Angeklagte versprochen hatte, ruhig mitzugehe». Statt diesem Versprechen»achzukommen, erklärte er plötzlich, nicht weiter zu gehen, sondern umzukehren. Nun packte der Schutzmann sehr energisch zu, schob ih» vorwärts, und achtete nicht auf daS wieder holte Ersuche» des Arrestanten, ihn loszulassen, da er freiwillig mitgehen wolle. Bei diesem zweiten Theile des Transports soll der Angeklagte mit den Hände» um sich geschlagen und den«inen Schutzniann auch getroffen haben. Soweit hitte dieser Fall besonders BemerkenSwerthes nicht a» sich, wenn nicht wieder einmal ein krasser Gegensatz zwischen den Aussagen der Schutzleute und mehrerer Zivilpersonen hervorgetreten iväre. Während die Schutzleute behaupteten, daß sie nur die Gewalt angewendet hätle», die nöthig gewesen, um de» Widerstand des Angeklagten zu brechen, haben zwei Zeuge», der Privatdozent Dr. Lehmann und der Kanfmann Krämer, die Angenzeugen des letzten TheilS der Arrelirung waren, sofort nach dem Vorfall eine Beschwerde über das Verhalten der Schutzlevte bei der Polizeibehörde erhoben. Sie behaupteten auch gestern vor Gericht, daß die Energie, mit der der Angeklagte fort- geschafft worden, die Grenze des Erlaubten überschritlen habe. Der Angeklagte sei geradezu gewürgt worden, sodaß er wiederholt ganz blau im Gesicht geworden sei, und es sei nicht mehr schön gewesen mit anzusehen, wie man den Angeklagten trotz seiner wiederHollen Versicheriuige». freiwillig mitgehe» zu wollen. fort- geschleppt habe. Nach der Ansicht dieser Zeugen feie» die Wider- standshandlungen, die der Angeklagte begangen, nur die Reflexe dessen gewesen, was man ihm zufügte. Derselben Ansicht war auch ei» dritter Zeuge, der sich zu der Hyperbel verstieg, daß die Be- Handlung, die dem Angeklagten zu theil geworden,„menschen- lin würdig gewesen u nd aller Zivilisation Hohn gesprochen habe".— Rechtsanwalt Ulrich beantragte auf grund dieser Zeugenaussagen die Frei- sprechung des Angeklagten. Wenn drei Männer auS den verschiedensten Gesellschaftsklassen übereinstimmend den Eindruck ge- wonnen haben, daß die Schutzleute zu weit gegangen, so werde man daran kaum zweifeln könne» und der Bekundung der Schutzleute nicht unbedingten Glauben beimessen dürfen. Letztere hätten sich auch nicht mehr in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes befunden, wenn sie einen Sistirten, der wlderholt versprochen, ruhig mit- zugehen, nicht losließen sondern immer nachdrücklicher festpackten. Der Gerichtshof war entgegengesetzter Ansicht. Nach seiner Meinung handelte es sich hier nur um„ganz subjertioe" Auf- fassungen dreier Zeugen, die den Anfang des Vorfalles gar nicht mit angesehen. Die Schutzleute feien nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet geivesen, den Angeklagten zu sistire», dieser habe gezeigt, daß er freiwillig nicht mitgehen wolle. die Schutzleute seien deshalb berechtigt gewesen. mit Gewalt gegen ihn vorzugehen, ohne aus sein schon einmal ge- brochenes Versprechen, ruhig mitgehe» zu wollen, weiter ,u achten. Ob die Schutzleute etwas zarter mit dem Augeklagten hätten um- gehen können, sei«ine Frage, die nicht zur Entscheidung steh«; jeden- sallS hätte» die Beamten sich in der rechtmäßigen Ausübung ihre! AmteS befunden. Der Angeklagte wurde wegen Widerstandes zu vierzehn Tagen Gefängniß, wegen deS groben Unfugs zu 20 M. Geldstrafe vernrtheilt. Wir leben am Ende deS neunzehnten Jahrhunderts und Schwärmer behaupten, Preußen sei«in Kultur- Staat.— Unter der Slnklage der Bedrohung und de? Vergehens gegen die Gewerde-Ordnung stand gestern der Maurer Heinrich Wüste vor der 140. Abtheilung des Schöffengerichts. Im September v. I. wurde über einen Bau in der Fichtestraße die Sperre verhängt, weil der Polier einige Arbeiter ungebührlich be- handelt halte. Einige der Maurer fuhren fort zu arbeiten. Sie wolle» von dieser Zeit ab seitens der Ausständigen schwerer Be- läftigiinge» ausgesetzt gewesen sein; die Maurer Moos und Klein ließe» sich des Abends durch Polizeibeamte nach ihrer Wohnung geleite». Unter denjenigen, die die Arbeitswillige» am meisten belästigt habe» sollen, gehörte der Angeklagte. Der Gerichtshof er- kannte gegen ihn aus sechs Wochen G e s ä n g n i � Dev Vvieg. Die Forts vo» Matanzas, einer wichtigen Hafenstadt Knba's, wenige Meilen östlich vo» Havana, wurden am Mittwoch während einer halben Stunde von drei amerikanischen Kriegsschiffen bombardirt. Das Bombardement hatte, nach einer Meldimg aus amerikanischer Quelle, den Zweck, die Beendigung der Schanz- 'arbeiten bei Puntagorda zu verhindern. Die Batterien an der Ostseite der Bucht eröffneten das Feuer auf das Admiralschiff „New-Iork", welches das Feuer erwiderte. Die Forts gaben 12 Schuß aus 8 zölligen Geschützen ab, welche jedoch ihr Ziel verfehlten. Die amerikanischen Schiffe verließen darauf die Bucht und gingen auf die offene See, um die genaue Lage der Batterien festzustellen; sie gaben sodann 300 Schub auf die Forts ab aus Ent- fernungen von 4000 bis 7000 Meter. Die halbvollendeten Schanzen und Batterien scheinen zerstört zu sein. Die Schußwirkungen der amerikanischen Schiffe sollen ausgezeichnet gewesen sein. Eine erst halbfertige Batterie sandte 5— 6 kleinkalibrige Geschosse, von denen zwei über die„New-Iork" hinwegflogen. Das Admiralschiff ist l» der Richtung»ach Havana abgedampft;„Pnritan" und„Cincinuati" erhallen die Blokade von Matanzas ausrecht. Gleichsalls aus amerikanischer Quelle stammt die folgende Nach- richt, daß vo» Washington aus der Besehl ertheilt worden sei, zwei leichte Batterie» Artillerie, welche gegenwärtig in Chicainanga sich befinden, nach Tampa einzuschiffen. Man hält dies für einen Be- weis dafür, daß der Beschluß gesaßt worden sei, im sofortigen Vormarsch auf Habana mit de» Jnsurgenleit zusamnienzuwirken. Aus Havana wird über KeyMest gemeldet:„Zwei spanischen Dampfern gelang es, die Blockade zu durchbrechen.— Zwei amerikanische Monitors brachten zwei mit Kohlen beladene Fahrzeuge auf; dieselben wurden jedoch alsbald freigegeben, als sich ergab, daß sie deutscher Nationalität ivaren.— Das spanische Kanonen- boot„Ligera" traf auf der Höhe vo» Cayo Piedra bei Matanzas aus den amerikanischen Torpedojäger„Cushing", dieser gab Feuer; die„Ligera" antwortete mit 10 Schuß, woraus sich der„Enshing" beschädigt zurückzog.— Der spanische Dampser„Mouserral" ist wohlbehalten i» Cienfuegos angekommen." Direkt aus Key West liegt serner die folgende Depesche vor: Das Prisengericht hat sich bei verschlossenen Thülen koustiluirt; die Entscheidungen desselben sollen erst bekannt gegeben werden, wenn die ganze Frage geregelt ist.— Es entsteht die Frage, was mit den gefangen genommenen Mannschaften und Passagieren ge- schehen soll, deren Zahl sich auf 230 belauft. Das Kriegsdeparteiiient hat Aniveisunge» ertheilt. die gefangenen Spanier mit aller Rücksicht zu behandeln. Die Offiziere werden als Zeugen zurückbehalte», da- gegen ist die Mannschaft bereits in Freiheit gesetzt worden; die spanischen Marinemannschaften fürchten jedoch für sich, wenn sie in einem feindlichen Hafen lande» und werden wahrscheiiilich unter dem Schutze der Bundeslruppen in einer Kaserne untergebracht werden. Der Monitor„Terror" brachte gestern das Schiff„Guido" auf. da? einen Raumgehalt von 2065 Tons hat. Die Ladung des „Guido", welcher auf der Fahrt vo» Liverpool über Corunua nach Havana begriffen war, bestand in einer großen Menge Lebensmittel und Geld für die spanischen Truppen.(?) An Bord des von de» Amerikanern gekaperten Schisses„Bolivar" wurde» 300 000 Pesetas vorgefunden. Die Kriegskosten aufzubringen, macht den Vereinigten Staatm keinerlei Schwierigkeite», doch herrscht Uneinigkeit über die Art, wie dies geschehe» soll. Der Londoner„Standard" meldet aus Washington, die amerikanische Regierung habe die Steuer auf den Tonnengehalt fremder Schiffe um 2Doll. pro Tonne erhöht, sodaß die Kosten des Krieges die Europäer zu zahlen hätten. Andererseits wird aber gemeldet, daß eine Anleihe aufgenommen werden soll. Die amerikanischen Silberbolde wollen nun die Gelegenheit benützen, uin die Rückzahlung der Anleihe in Silber zu erzwingen, ja sie wollen die unveräußerbaren Silberbarren, die die amerikanische Regierung in Befolgung einer gänzlich verfehlten Währungspolitik aufstapeln mußte, ausmünzen. Dies würde eine verhängnißvolle Verschlechterung der Währung bedeute», deren wirthschaftlicheFolgen den Krieg noch bedenk- sicher erscheinen lassen würden. Auch die nie zur Erledigung kommende Frage der Einkommensteuer spielt in die Frage der KriegSkosteiideckimg hinein. Von einigen freiwilligen Spenden zum Kriegsfonds, die aber natürlich lange nicht reichlich genug sind, um die Frage der Kosten- deckiing überflüssig zu machen, wird berichtet. Die Anwerbung der Freiwilligen dauert unter großem Zudrange unver- ändert fort. Eine große Aktion gegen die Philippinen bereitet sich vor. Da die amerikanische Flotte in den asiatischen Gewässern keinen ZufluchtS- Hafen anlaufen kann, liegt es in dem dort zu befolgenden KriegSplan, einen Hafen auf den Philippinen möglichst bald zu besetzen, um eine Basis zur Verproviantiruug zu haben. Eine Hougkonger Depesche der„Times" meldet, daß ungeachtet der amtlichen Slbleugnungen die Aufständischen auf Luzon thatsächlich noch immer Slreifzüge gegen die Städte unternehmen. Den„Times" wird serner aus Hongkong vom 27. d. ge- meldet: Die amerikanische Flotte ging heute um 2 Uhr nach Manila in See. Der britische Kreuzer„Jmmortalitv" folgt der Flotte. Ein Theil des oft asiatischen Kreuzergesch ivaderS deS Deutschen Reichs hat Befehl erhalte», sich nach Manila zu begeben, um die dortigen deutschen Interessen zu schützen. Wie aus Gibraltar gemeldet wird, kreuzen seit gestern in der Meerenge von Gibraltar ein spanischer Kreuzer und zwei spanische Torpedoboote. Sie erivarten ein amerikanisches Kriegsschiff. Ans Bern wird der„Frkf. Ztg." telegraphirt: Die spanische und die nordamerikanische Regierung haben den diplomatische» Ver- tretern der Schweiz mitgetheilt, die beiden Krieg führenden Staaten würden den Vorschlag des Schweizer BundesratheS, betreffend die Anwendung des Zusatzartikels zurGenfer Konvention vom 20. Ottober 1863 auf den gegenwärtigen Krieg erwägen und den, Bundesralh in kurzer Frist diesbezügliche Erklärungen zugehen lassen._ Uetzke MKchvirhken und Depeschen. Wien, 23. April.(Abgeordnetenhaus. Berathung der Sprachen- anlräge) Der erste Älniragsteller Prinz Liechienstein(christlich-sozial) führt in längerer Rede aus, wenn die Czechen Frieden wolle», müssen sie das Prinzip annehmen, daß in czechischen Gegenden czechisch, in deutschen Gegenden deutsch und in gemischt- sprachigen Gegenden doppelsprachig amtirt wird. Der Redner weist darauf hin, daß beide National t iten getrennt wohnen, so daß dieses Prinzip leicht durchzwuhre» sei.»nd tritt ür die deutsche Staatssprache ein. Seine Partei halt« an zer deutschen Gemeinbürgschaft fest und werde stets für die be- drückten Elammesaenoffen eintreten.(Lebhafter Beifall auf der ganzen Deutschen Linken.) Die Verhandlung wurde sodann ab- gebrochen. London, 28. April.(B. H.) Die spanische Fabrik für rauch. loseS Pulver in Santa Cruz soll durch«ine Explosion zerstört worden sein. London, 28. April.(W. T. B.) Unterhaus. Provand fragt die Regierung an, ob sie spontan der deutsche» Regierung angezeigt habe, daß es nicht in der Absicht Englands läge, die deutschen Rechie und Interesse» in Schantnng in Frage zu stellen, auch nicht eine Eisenbahn- Verbindung von Weihaiwei oder dem dazu gehörenden Gebiete nach dem Innern herzustellen. Der Erst- Lord des Schatzes Balfour erwidert, eine solche Erklärung sei von ihm angeregt wo den, um ein Mißverständniß zu verhindern; dieselbe enthalte die genaue Wahrheit, nämlich, daß die Besetzung von Weihaiwei, obivohl dieses aus der Halbinsel Echantung liege, nicht gegen die deutschen Rechte in jener Provinz gerichtet sei. Wie dem Hause bekannt, sei die Besetzung aus strategischen und politischen nicht aus kom- merziellen Gründen erfolgt. Sie habe nichis mit Deutschland oder deutschen Interessen zu schassen, und es erschien recht, dies zu sagen. Tie Mittheilung an Deutschland sei spontan ans der Initiative der britischen Regierung hervorgegangen. Der Bau einer Eisenbahn nach Weihaiwei sei unausführbar. Er glaube, der Hafen von K>»t- schau am Golf von Liaotung sei in das an Rußland verpachtet« Gebiet mit«inbegriffen. Konstautinopel, 23. April.(Wiener �tel.-Korr.-Bur.) Im Bilajet Hedschas herrscht Hungersnoth. Der Sultan ordnete Sauun- lungen zur Beschaffung von Getreide an.— Verantwortlicher Redakteur: August Jarobey in Berlin. Für den Jnseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu S Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Br. 99. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. git Freitag, 29. April 1898. Abg. Stadthagen( Soz.) tritt für die Ablehnung beider An- alle frühere Arbeiter von mir waren, wenig Gemeinschaft. Aber eines träge ein. In den Anträgen liegt eine Gewissensverlegung vor. Es Tages kam der Fabrikbefizer Hermann Freundel zu mir und ist eine Gewissensnoth und heuchlerisch, daß Leute, die nicht an erzählte mir, die Arbeiter wollten in Torgelow eine 3 ahlstelle 77. Gigung. Donnerstag, 28. April 1898, 1 Uhr. einen persönlichen Gott glauben, gezwungen find, bei ihm zu des Fachvereins der Metallarbeiter gründen, was Am Bundesrathstische: v. Posadowsky, v. Podbielsti, schwören. Die Eides formel muß lauten: Ich schwöre. Den Gläu- feine Kollegen mit allen Mitteln zu verhindern Frhr. v. Thielmann. bigen soll dann gestattet sein, ihrer Religion entsprechende be- gewillt feien. Von einer solchen Fachvereinsgründung sei Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung der kräftigende Zufäße zu machen. Nur dann wäre die Gewissensfreiheit ein Steigen der Löhne und damit eine Lohnbewegung aus den Berathungen des im vorigen Jahre zu Washington statt garantirt. der ganzen Torgelower Hüttenindustrie zu befürchten. gehabten Poft tongresses hervorgegangenen Vertragsurkunden. Redner stellt den Antrag, den§ 448 wie folgt au faffen:" Der Freundel sagte mir, die übrigen Besizer wollten alle, Staatssekretär v. Podbielski: Ein Haupterfolg der neuen Ab- Gid beginnt mit den Worten:" Ich schwöre". Dem Schwörenden Arbeiter entlaffen, die dem Fachverein bei machungen besteht im Fortfall der schwierigen Transitstatistik und ist gestattet, dem Eingang und dem Schluß des Eides eine Bekräftreten würden. Ich lehnte das aber ab.- Bors.: Wissen Sie etwas in der Herabsetzung der Transitgebühren. Redner giebt noch eine tigungsformel hinzuzufügen". den Verhandlungen des Schiedsgerichts in turze Uebersicht über die fortschreitende Entwickelung des WeltpostDamit schließt die Diskussion. Der Antrag Stadthagen wird Ueckermünde?- 3 euge: Ich habe davon gehört, auf das Ers vereines und bittet nm möglichst einstimmige Annahme des Vertrages. gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der füddeutschen gebuiß erinnere ich mich aber nicht. Vors.: Die Arbeiter Der Vertrag wird darauf in erster und zweiter Lesung debatte: Boltspartei abgelehnt, der Antrag Salisch wird abgelehnt, der An- wollten, glaube ich, die ihnen vorgelegten Reverse nicht unterschreiben Tos genehmigt. trag Rintelen gegen die Stimmen der Nationalliberalen, Freifinnigen und so ist der ganze Ausstand entstanden. 3euge: Ja. Zuerst Es folgt die erste Berathung des Gefeßentwurfs, betr. die und Sozialdemokraten angenommen. streiften, so viel ich weiß, nur die Arbeiter der Fabrik von Menzel. Handelsbeziehungen zum britischen Reich. Menzel hatte aber eilige Arbeiten und die übrigen Besizer wollten diese Arbeiten durch ihre Arbeiter herstellen lassen. Die Arbeiter Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Handelsvertrag mit England läuft mit dem 31. Juli dieses Jahres ab und es In der Strafprozeß- Ordnung soll zunächst§ 52( Recht zur weigerten sich aber. Der Ausstand wurde größer und als die fei noch nicht gelungen, ein neues Abkommen mit der britischen Regierung treffen. Aerzte) dahin abgeändert werden: Da Ein oder zwei Tage wurde wohl außer meiner Fabrik nirgends, es aber im Interesse der deutschen Handelsbeziehungen liegt, eine Unter- 1. Vertheidiger des Beschuldigten in Ansehung desjenigen, was an, die Fachvereinler streiften aber weiter. Die Besitzer haben Zur Verweigerung des Zeugnisses find ferner berechtigt: gearbeitet. Nach zwei Tagen fingen die Gewerkvereinler wieder brechung nicht eintreten zu lassen, so ist im vorliegenden Gefeß ihnen in dieser ihrer Eigenschaft anvertraut ist; 2. Vors: Rechts- sich bemüht, auswärtige Arbeitskräfte heranzuziehen. entwurf ein Provisorium versucht worden, das den verbündeten anwälte und Aerzte in Ansehung desjenigen, was ihnen bei Aus- Wie viel Arbeiter sind in Torgelow beschäftigt? Regierungen gewisse Vollmachten ertheilt. Dieselben werden von 3euge: Etwa. denselben aber feinen Gebrauch machen, wenn von englischer Seite Personen dürfen das Zeugniß nicht verweigern, übung ihres Beruss anvertraut ist. Die bezeichneten 800. Verth.: Haben Sie sich dahin ausgesprochen, daß sie das nicht völlig Gleichwerthiges zugestanden wird. wenn sie Vorgehen der übrigen Besitzer für einen Eingriff in das Das Gesetz wird hierauf in erster und zweiter Berathung von der Verpflichtung zur Berfchwiegenheit entbunden sind". Koalitionsrecht hielten und haben Sie dann Streifende bei In Verbindung damit debattelos angenommen. wird sofort§ 58 zur Berathung sich eingestellt?- 3 euge: Ich sagte zu Herrn Freundel: Jch Eine Reihe von Petitionen werden darauf auf grund münd- gestellt; dieser soll folgenden Zusatz zu seinen Vorschriften, was der fümmere mich nicht darum, in welche Vereine meine Arbeiter einlicher Berichte der Kommission für den Reichshaushalts- Etat ohne lichen erstreckt sich nicht auf dasjenige, was ihm bei Ausübung der und sich in der Fabrik anständig benchmen. Bu etwas Weiterem Beuge auszusagen hat, erhalten:" Die Vernehmung eines Geift treten. Ich verlange von ihnen nur, daß sie Arbeit verrichten wesentliche Debatte erledigt. Nur bei einer Petition der Postunterbeamten, betreffend Seelsorge anvertraut ist. Das Gericht soll dem Geistlichen vor halte ich mich nicht für berechtigt. Auch auf die Unterschrift Nur bei einer Petition der Postunterbeamten, betreffend seiner Bernehmung von vorstehender Bestimmung Kenntniß geben." von Reversen lege ich kein Gewicht. Der Arbeiter, der unterGehaltsaufbefferung u. s. w., erklärt Staatssekretär Nieberding: Ich bin zwar nicht in der Lage, schreibt, er sei aus dem Fachverein ausgetreten, fönne ja am eine Erklärung namens der Regierungen abzugeben, aber ich nächsten Tage wieder eintreten. Streifende habe ich nicht beschäftigt, glaube, versichern zu dürfen, daß die Kommissionsbeschlüsse bei ihnen im Gegentheil, ich habe den übrigen Besitzern erklärt, ich beschäftige schwere Bedenken hervorrufen. feine Kontraktbrüchigen. Später mag ich einzelne Streifer eingestellt haben. Berth.: Ist es richtig, daß die übrigen Fabrikbesitzer fast alle noch vor turzer Zeit selbst Arbeiter waren? Vors.: Das hat der Zeuge vorhin schon befundet. Die Vernehmung des Zeugen ist damit beendet und der Vorfizzende vertagt hierauf die weitere Verhandlung auf Donnerstag früh 9 Uhr. 3 weiter Verhandlungstag. Die Verhandlung wird um 91% Uhr vom Vorsitzenden eröffnet. Die Beweisaufnahme wird fortgesetzt. Beuge Former Massaisch aus Berlin wird zuerst aufgerufen. Der Rest der für die Zivilprozeß- Ordnung vorgesehenen Abänderungen gelangt debattelos zur Annahme. Bengnißverweigerung für Geistliche, Wertheidiger, Nechtsanwälte und Reverse unterschrieben werden sollten, wurde der Ausstand allgemein. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Salisch, Schmidt Warburg, Iskraut, Schall, Stumm wird ein Vertagungsantrag angenommen. Nächste Sizung: Freitag 1 Uhr.( Gesetzentwurf, betreffend die Naturalleistungen an die bewaffnete Macht im Frieden; zweite Lesung des Entwurfs, betr. die elektrischen Maßeinheiten; Petitionen; Antrag Paasche, betr. Besteuerung des Saccharins; Fortsetzung der heutigen Berathung.) Schluß 51/2 Uhr. Abg. Singer( Soz.), daß durch die Ueberweisung der Petition an die verbündeten Regierungen die Sache feineswegs erledigt sei. Diese Petition wird wie die früheren diesbezüglichen Resolutionen des Reichstages in den Papierkorb wandern. Der Bundesrath hat es ja nicht einmal der Mühe für Werth erachtet, dem Reichstage Auskunft über das Schicksal seiner Refolutionen zu geben. Ich frage daher den Herrn Staatssekretär des Reichs- Postamts, ob der Bundesrath beschlossen hat, im nächfljährigen Etat die von dem Reichstag beschlossene Gehaltserhöhung der Postunterbeamten zu bewilligen( Staatssekretär von Podbielsti nickt bejahend), und wenn diefe Frage bejaht werden sollte, dann ist es zu bedauern, daß diese Gehaltserhöhung nicht schon im Nachtragsetat vorgesehen ist. Wenn der Bundesrath fich davon überzeugt hat, daß die von uns geforderte Erhöhung thatsächlich ein Minimum darstellt, so liegt teine Veranlassung vor, dieselbe noch weiter hinauszuschieben. Der Hinweis auf in Preußen in Aussicht genommene Gehaltsaufbefferungen kann für uns nicht be. ftimmend sein. Es geht nicht an, den Reichstag abhängig zu Ueber den weiteren Verlauf des ersten Verhandlungstages liegen machen von den Erwägungen des preußischen Finanzministers, das folgende Mittheilungen vor: wäre geradezu eine unwürdige Haltung.( Sehr richtig! links.) Was follen jetzt noch weitschichtige Erwägungen, die der Bundesrath einfachen Landfriedensbruchs angeflagt sind. Es folgt die Bernehmung derjenigen Angeklagten, die nur des zwischen dem Beschluß des Reichstages und der Aufstellung Die Angeklagten Albert Voß, Alpen, Haad, geben zu, des Nachtrags- Etats angeblich nicht hat erledigen können! im Walde gewesen zu sein. Voß ist etwas geistes schwach. Der Für uns bleibt jetzt noch die Frage zu erörtern, ob der Reichstag Sachverständige, Sanitätsrath Dr. Hanow, soll über ihn gehört nicht noch jetzt die geforderte Gehaltserhöhung selbständig in den werden. Alpen hat einen Revolver bei sich gehabt. Haack sagt, die Nachtragsetat einstellen soll. Bei den geforderten 5 Millionen für Stimmung sei sehr erregt gewesen, er habe das Gefühl gehabt, es Riautschou iſt es nicht anzunehmen, daß die Regierung deshalb werde zu Schlägereien kommen. Eine Berabredung sei aber nicht von den Fabrikbesizern dann nicht gehalten worden. den ganzen Nachtragsetat wird scheitern lassen; aber selbst erfolgt. Er habe, als er schlagen sah, zum Guten geredet und ge- E3 wurde vielichr von ihnen verlangt, daß die ArDie Torgelower Streikaffäre vor dem Stettiner Schwurgericht. Anget: Das weiß ich nicht. Wors. Wollen Sie sich über die Ursachen des Streits ausTaffen? Sie haben den Streit wohl geleitet. 3euge: Jawohl. für den Deutschen Metallarbeiter Verband geworben; das war Ende August, Anfang September wurden in Torgelow Mitglieder der Firma Menzel unangenehm und die Arbeiter, die der Organis sation beitraten, wurden entlassen. Die Arbeiter legten deshalb in der Menzel'schen Fabrit die Arbeit nieder. Vor dem Gewerbegericht in Ueckermünde wurde ein Vergleich dahin geschlossen, daß in der Fabrik jede Agitation unterbleiben folle, aber die Fabrikleitung sich um die Organisationsbestrebungen außer balb der Fabrik nicht fümmern solle. Dieser Vergleich ist von den Fabrikbesigern dann nicht gehalten worden. auf diese Gefahr hin würde der Reichstag gut thun, diefe fagt, man follte doch ablassen von den Leuten. beiter einen Revers unterschreiben sollten, daß sie aus; Summe in den Nachtragsetat einzustellen. Damit freilich Der Angeklagte Scheerenbeck bekundet, Meyer habe früh Der Streik ging weiter und nahm weitere Dimensionen an, als die dem Fachverein austreten resp. ihm nicht beitreten sollten. fann die Petition noch nicht als erledigt betrachtet werden; schon gesagt, es solle nicht zu toll gehauen werden. Vors.: Hat fte enthält ja noch eine Reihe von anderen Bunkten: die Regelung Meyer nicht etwa gesagt, Sie sollten sich keine Gewaltthätigkeiten fertigstellen sollten. Es wurden in der ersten Zeit Streifpoften aufArbeiter der übrigen Fabriken Menzel'sche Arbeit übernehmen und der Dienstzeit, der Urlaubsverhältnisse, Einführung der Sommer zu schulden kommen laffen oder teine firafbare Handlung begehen? gestellt, um den Zuzug fernzuhalten, da aber der Zuzug sehr uns fleidung u. s. w. Der Berichterstatter war der Meinung, daß durch Der Vertheidiger Rechts: die Ueberweisung an die Regierung die Sache ihre Erledigung finden anwalt Beermann stellt fest, daß Scheerenbeck der einzige am 10. Januar Posten ausgestellt wurden. Inzwischen wurde noch bedeutend war, wurde das Postenstellen wieder eingestellt, bis wieder würde, da gegenüber der geforderten großen Ausgaben wohl auch Angeklagte ist, der eine solche Aeußerung von Meyer gehört ein Ginigungsversuch beim Schiedsgericht gemacht, der aber die Neigung vorhanden sein werde, die Wünsche der Forstbeamten haben will. zu erfüllen, soweit sie teine Kosten machen. Jene Wünsche sind von Angell. Reußow giebt an, daß Meyer's Aeußerung gelautet i Blang. Die Arbeiter hatten an der Zusammensetzung des Schiedsder Regierung längst als mehr oder weniger berechtigt anerkannt habe, jeder wife, was er zu thun habe. Vors.: Was dachten Sie gerichts das auszusetzen, daß als Beisiger ein Arbeitswilliger fungirte, der worden, aber es ist noch sehr wenig geschehen. können wir den Gtat nicht so ohne weiteres als erledigt erklären. alle mit Knültein, Steinen und Revolvern? Deshalb sich denn dabei, daß eine so große Menge hinauszog und in der Fabrik von Zädke arbeitete, also befangen war, weil er einen Angefl: Ich Schiedsspruch über seinen eigenen Arbeitgeber abgeben mußte. Auch Ich fasse meinen Antrag daher noch einmal dahin zufammen, daß glaubte, es würde gütlich gehen. Vorf.: Sie haben früher der Bitte, ihren Einfluß geltend zu machen, an den Torgelower Vors.: Sie haben früher sonst sind Einigungsversuche gemacht worden. Ich wandte mich mit die Petition, soweit sie sich auf die Gehaltsaufbefferung bezieht, einmal gesagt, daß Sie gepfiffen haben, damit Sie nicht auch eine der Bitte, ihren Einfluß geltend zu machen, an den Torgelower der Budgetkommiffion zur nochmaligen Berathung, und soweit sie auf den Kopf friegten. Angell. Reußow: Jawohl.- Vors. Beide Herren versprachen Vermittelungen, aber es fam feine Einigung Arzt Dr. Ludwig und den Ueckermünder Landrath v. Hagedorn. sich auf die übrigen Dinge bezieht, der Regierung als Material Sie hatten also den Pfiff als Zeichen, daß Sie auch Ausständiger zu stande. In der Presse wurde es dagegen nur so dargestellt, als überwiesen wird, und wiederhole nochmals meine Bitte an den waren?. Anget!: Ja. Herrn Staatssekretär, uns Auskunft darüber zu ertheilen, wie es Angell. Paul Blankschein bezichtigt den Angell. Heiden, erbitterte. Die Herren Fabrikanten sagten, sie fürchten von ob die Arbeiler nicht zur Ginigung neigten, was die Arbeiter, mit der Einstellung der geforderten Summe in den nächstjährigen daß er auf einen Mann gekniet habe. Einer fagte dann noch, der dem sozialdemokratischen Fachverein, daß höhere Löhne verlangt Etat steht. Heiden macht es zu grob und Heiden erwiderte: Ich habe ihm nur werden würden und dann die Torgelower Fabriken nicht mehr mit mit meinen Pantoffeln ein paar gegeben. Vors.: Sie haben auch den Berliner Fabriken fonfurriren können würden. den Trupp von fünf Mann fliehen sehen?- Angett: Ja, vier Ich mache Mann flohen, einer lag auf der Landstraße. aber darauf aufmerksam, daß eine Lohnerhöhung nicht ver Angell. Emil Fotb giebt an, daß einer der Geschlagenen Stellung bei dem Streit inne? langt wurde. Staatsanwali: Hatte Meyer eine leitende gerufen habe, man solle ihn doch nicht schlagen, er wolle morgen ab und zu einmal ein paar Worte in den Versammlungen gesprochen, 3euge: Nein. Er hatte wohl nicht mehr auf Arbeit gehen. Wer es gewesen, wisse er nicht. Wer aber nicht einmal mit der Abstempelung der Streiftarten hatte er ihn geschlagen habe, wisse er auch nicht. angenommen. Augefl. Pahl erzählt, der Angeklagte Rudolf Foth habe ihm zu thun. Vertrauensmann des Verbandes war der Former Friebe. mitgetheilt, daß er von Heuer„ eins in die Fresse" bekommen habe. Ich will noch hinzufügen, daß ich, wenn Streitposten ausgestellt Foth habe sich aber ordentlich revanchirt. Foth habe ihm auch seine wurden, immer dahin gewirkt habe, daß ältere verheirathete Leute gefchwollene Lippe gezeigt. Anget!. Foth: Was Babl fagt, ist mit ruhigem Blute ausgewählt wurden. alles Lüge. Angefl. Pahl: Nein, es ist die Wahrheit. Pahl will auch einen Schuß gehört haben. Irgendwelche Betheiligung stellt er in Abrede. nennen Sie Brandreden? Von dem Zeugen Former Riehn wird diese Aussage bestätigt, gleichfalls wesentlich vom Vorsitzenden des Gewerbegerichts in Ueckermünde, dem Kreissekretär Stiller. Der Zeuge, Amtsvorsteher Schulze aus Torgelow, stellt die Affäre dar, wie sie sich eben im Stopfe eines preußischen Amtsvorstehers wiederspiegelt. Es seien in den Versammlungen Brandreden gehalten worden. Auch von Buchthaus und Schaffot hätte man gesprochen. Berth.: Was 3euge: Hetreden gegen die Fa britanten. Auch Maffatsch hat gesagt: Wenn Ihr angegriffen werdet, dann haut tüchtig zu. Zeuge Massat fch bestreitet eine solche Aeußerung, auch Benge Richn bestreitet, daß Maffatsch so etwas gefagt habe. Zeuge Amtsvorsteher Schulz hält seine Be hauptung aufrecht. Vertheidiger: Warum haben Sie die Bersammlung bei der Aeußerung Meyer's vom Schaffot und Zucht haus nicht aufgelöft?- 3euge: Da muß schon etwas sehr Gravirendes pafsiren.- Bertheidiger: Nun, das ist doch gravirend genug. Staatssekretär v. Podbielski: Ich habe bereits in der Budget fommiffion erklärt, die Regierungen seien bereit, im Jahre 1899 die Erhöhung der Gehälter der Poftunterbeamten vorzunehmen. Diese meine Erklärung ist durch einen nachträglichen Beschluß des Bundes. raths gebilligt worden. Ich möchte davor warnen, diese Sache mit dem Nachtragsetat zu verfuppeln. Im Jahre 1899 wird auch die preußische Eisenbahnverwaltung die Gehälter der Unter beamten erhöhen. Es wäre mißlich, wenn die Postverwaltung allein mit der Erhöhung vorgehen wollte. Was die anderen Dinge betrifft, Sommerkleidung, Urlaub zc., so habe ich meine Bereitwilligkeit zu Reformen erklärt. Im Laufe des Sommers werden Versuche mit einer leichten Sommerkleidung für die Postbeamten gemacht werden. Abg. Müller- Sagan( frf. Vp.): Es ist bedauerlich, daß die Regie rung die Frage der Erhöhung der Gehälter der Unterbeamten dilatorisch behandelt. Redner schließt sich den Ausführungen des Abg. Singer an. Angell. Kantowsky war zwar nicht abgetheilt, aber doch Der Antrag Singer wird gegen die Stimmen der Sozial- mit im Walde. Er hat Signale gehört und Steinwürfe gesehen. demokraten, Freifinnigen und Polen abgelehnt, und der Antrag Angeklagter Berger sei in vollem Lauf hinter ihm hergekommen und der Budgeikommission, die Petitionen für erledigt zu erklären, habe Halt gerufen. Er habe ihn aufgeklärt und da fei Berger weiter gegangen. Berger bestreitet das. Sodann wird die zweite Berathung des von den Abgg. Angell. Sch I auert war auch mit im Gehölz. Meyer habe v. Salisch( t.) und Gen. beantragten Gefeßentwurfes betreffend morgens gesagt: Jeder wisse, was er zu thun habe. Vorf.: Aenderung und Ergänzung der Vorschriften der Zivil- und Straf- Sie haben dem Untersuchungsrichter gefagt, Sie hätten das so auf Prozeß- Ordnungen über die Eidesleistung fortgesetzt bei der gefaßt, es sollte nicht viel geredet, sondern gleich gehauen werden. vom Abg. Rintelen( 3) beantragten Zusatzbestimmung zu§ 443 Angett: Nun ja, ich glaubte, wir sollten ihnen zureden, und der Zivilprozeß- Ordnung, nach der es den Schwörenden freistehen wenn sie sich widerfeßten, sollten wir uns wehren. Bors.: Ja, foll, eine ihrem Glaubensbekenntniß entsprechende Bekräftigungs- mit Knütteln haben Sie den Arbeitenden zugeredet. formel dem Eide hinzuzufügen. Angeklagter Gustavs ist von Meyer als Poften abgetheilt Hierzu hat der Abg. v. Salisch einen Abänderungsantrag ein- worden. Die Anregung zum Poften stehen sei von dem Schloffer gebracht, wonach die Evangelischen hinzufügen dürfen: durch Lehmann ausgegangen, der in der Versammlung gesagt habe, die Zeuge Gendarm Schwabe bekundet, daß Massalsch in den Jesum Chriftum zur Seligkeit" und die Katholiken: und fein Bummelei sei zu groß, es müßten wieder Posten gestellt werden. Versammlungen zur Ruhe ermahnt habe. Meyer habe zur Ers heiliges Evangelium". Anderweitige Zufäße sollen unzulässig sein. Draußen habe er Meyer gesehen. Meyer habe mit einem zwei bitterung beigetragen. Verth.: Ist Ihnen bekannt, daß die Abg. Dr. Rintelen( 3) führt einige Fälle an, in denen Richter Finger dicken Stock auf einen Arbeiter geschlagen. Der An Arbeitswilligen in den Fabriken mit Revolvern Schießübungen die Hinzufügung der konfessionellen Formel verweigert haben sollen. geklagte Schloffer Ernst Schmidt will schon gleich bei veranstaltet haben? Beuge: Zu den Versammlungen ist davon Würde sein Antrag abgelehnt, so würden sich diese Fälle zweifellos Beginn des Waldes wieder umgekehrt sein, aus Angst, weil er gesprochen worden, ob es wahr ist, weiß ich nicht. Werth.: noch vermehren. fab, daß die andern Stöcke abschnitten. Er bestreitet, zu der Hat ein Angeklagter schon vor dem 10. Januar Ausschreitungen Menge gehört zu haben, die Gewaltthätigkeiten verübt hat. begangen? Benge: Davon weiß ich nichts. Berth.: Die übrigen Angeklagten bestreiten zwar nicht, im Walde Sind in den Versammlungen versteckte Drohungen gefallen? gewesen zu sein, wollen aber nichts Näheres über die Schlägere 3euge: Nein. wissen. Seuge Fabritbesiger Freundel bekundet, daß sich Die Vernehmung der Angeklagten ist beendet. Der Vorsitzende einzelne Arbeitswillige" Revolver angeschafft haben, weil sie tritt in die Beweisaufnahme ein. Gewaltthätigkeiten von den Streitenden befürchteten. Vors: Erster Zeuge ist abritbesiber Bollgold, dessen Fabrik Haben sich Ihre Arbeiter Schlagringe gegoffen? 3euge: vom Ausstande nicht betroffen worden ist. Auf die Frage des Vor- Davon weiß ich nichts. Staatsanwalt: Weshalb wurde fitzenden, ob er mittheilen könne, wie der Streik denn eigentlich ent- bei Ihnen gestreift? 3euge: Wir hatten Kündigungen ausa standen sei, befundet der Beuge: Ich weiß darüber aus eigener Wiffen gesprochen gegen Fachvereinsmitglieder, und die Arbeiter verlangten schaft wenig. Denn ich timmere mich wenig, was außerhalb meiner Wiedereinstellung.- Vertheidiger: Warum entließen Sie die Fabrit vorgeht, habe auch mit den übrigen Fabritbesigern, die fast l Fachvereinsmitglieder? 3euge: Wir hatten wenig zu thun. Abg. von Salisch( t.) empfiehlt seinen Antrag. Staatssekretär Nieberding: Der Antrag von Salisch paßt noch weniger ins Gesetz als der Antrag Rintelen. Abg. Träger( frf. Bp.) hält den Antrag Salisch für außer ordentlich gefährlich, ja geradezu für verfassungswidrig. Man schaffe damit nur zwei Arten von Eide, und es liege die Gefahr vor, daß die eine für minderwerthiger gehalten werde, als die andere. Abg. Dr. v. Cuny( natl.) bittet aus den gleichen Gründen um Ablehnung beider Anträge. An der weiteren Debatte betheiligen fich noch die Abgeordneten v. Salisch, Graf Bernstorff- Lauenburg( Rp.) und Schall( t.). " Beuge Fabritbefiber Steffen aus Strelik bekundet, Bei der Berathung des Etats des Administrationsfonds der das Geleife. Man schickte dann von Berlin eine Maschine hinaus daß er Torgelower Arbeiter eingestellt und einen anonymien Brief Spartaffe befürwortet Stadtv. W. Gericke unter dem Beifall und ließ ihn heranschleppen. erhalten habe des Jnhalts, er solle fich vorsehen, da der der Versammlung die Schaffung von Einrichtungen für die Ermög- Der Schnellzugverkehr zwischen Berlin nub Hamburg Friede gestört werde. Deshalb habe er aber die Arbeiter nicht lichung einer schnelleren Abfertigung der Intereffenten an den wird nach dem neuen Sommerfahrplan auch in diesem Jahre vom entlassen. Rassenschaltern. 1. Mai bis 30. September eine wichtige Erweiteung erfahren, indem Beuge Fabritbesiber Seidler aus Anklam bekundet, Die Vorlagen, betreffend die Festsetzung von Fluchtlinien früh morgens um 6,30 Uhr, von Berlin, Lehrter Bahnhof, noch ein er habe zwei Torgelower Arbeiter eingestellt. Es seien von für die Roßstraße und Neue Roßstraße, sowie betreffend Schnellzug abgelassen werden wird, der bereits um 10,06 Uhr, also der Polizei Nachfragen gehalten worden, er habe die Festsetzung neuer Baufluchtlinien für die Neue gleich den Berlin- Hamburger( Blitz-( D) Zügen nach kaum 3½stündiger die Arbeiter aber nicht entlassen, einer sei freiwillig gegangen, Friedrichstraße und die Rosenstraße unter Einfahrt, auf dem Klosterthor Bahnhof in Hamburg eintreffen soll, ziehung der Schmalen Gasse werden an besondere Auswährend von Hamburg( Berliner Bahnhof) um 8,20 Uhr abends ein einer arbeite noch bei ihm. Nachdem eine Anzahl der Streitbrecher den Vorgang im Walde im Sinne der Anklageschrift dargestellt haben, tritt die Mittags. pause ein. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. 13. Situng vom Donnerstag, den 28. April, nachmittags 5 Uhr. Vor der Situng hat die Wahl des Ausschusses zur Vorberathung der Neuwahl des ersten Bürgermeisters und eines befoldeten Stadtrathes( an stelle des zum Bürgermeister der Stadt Schöneberg gewählten bisherigen Stadtrathes Wilde) stattgefunden. Dem Ausschusse gehören u. a. die Stadtvv. Singer und Vogt herr an; Vorsitzender ist Vorsteher Dr. Langerhans. Die Beschlußfassung über den neuen Vertrag mit den Berliner Elektrizitätswerken findet erst in der nächsten Sitzung statt. Die Borlage betreffend den Ankauf einer Grundstücksfläche an der Wattstraße zu Schulzwecken wird nach den Ausschußanträgen genehmigt. Ein in der letzten Sitzung der Stadtverordneten am 6. April von dem Stadtv. Friedemann und der neuen Fraktion der Linten eingebrachter Antrag besagt: schüsse verwiesen. Schluß 71 Uhr. Lokales. Auslegung der Wählerlisten zur Reichstagswahl. Die Wählerlisten zur Reichstagswahl, welche vom 18. bis 25. Mai cr. zur Einsicht der Wähler ausliegen, und zwar in den Wochentagen von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, und am Sonntag und am Himmelfahrtstage von 12-5 Uhr nachmittags, werden ab weichend gegen früher zur Bequemlichkeit der Wähler in einigen größeren Wahlkreisen an mehreren Stellen zur Auslegung gelangen, und zwar im: 283--284. Lokal: Turnhalle der 21./24. Gemeindeschule, Hinter der Ersten Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke 1-20 und Garnisonkirche 2. Schnellzug nach Berlin abgehen und hier nach 3 Stunden und 38 Minuten Fahrzeit um 11,58 nachts auf dem Lehrter Bahnhof eintreffen wird. Durch diesen letzteren Zug wird zugleich im Anschluß an den um 5,54 Uhr nachmittags von Kiel( 3,35 von Flensburg) abgehenden und um 8,05 abends in Hamburg anlangenden Schnellzug die bisher fehlende Schnellzugverbindung Kiel- HamburgBerlin mit Anschluß von Flensburg über Neumünster hergestellt. Die Reservisten, welche bei den Berliner Garde- Regimentern zu einer vierzehntägigen Uebung eingezogen waren, find am Mitt woch Nachmittag wieder in ihre Heimath entlassen worden. dieser Gelegenheit waren, wie in früheren Jahren, auf den Bahnhöfen seitens des Generalkommandos umfassende militärische Anordnungen getroffen worden. Bei richtet: An erdichtete deutsche Adressen find in letzter Zeit vielfach Eine wunderliche Geschäftspraktik. Die„ Voff. 3tg." be Blumensendungen hauptsächlich aus Italien und Frankreich 3weiter Wahlkreis: Theil 1, umfassend die Stadt mittels der Post geschickt worden. Die Sendungen gehen als unbezirke 21-30 und 50-73. Lokal: Turnhalle der 131./169. Gemeinde- bestellbar an das Packet- Poſtamt zurück und werden dann von Schule, Tempelhofer Ufer 2. Theil 2, umfassend die Stadtbezirke diefem sofort versteigert. Hierdurch wird ein Preisdruck zum Nach31-49. Lokal: Turnhalle der 99. Gemeindeschule, Steinmegstr. 79. theil des redlichen Geschäfts herbeigeführt, während den Absendern Theil 3, umfassend die Stadtbezirke 74-78c und 114-117. aus ihren am Produktionsort nicht verwendbaren Erzeugnissen durch Lokal: Turnhalle der 83./93. Gemeindeschule, Dieffenbachstr. 60/61. den Auktionserlös immer noch ein genügender Gewinn erwächst. Dritter Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke 79-82, Der Gartenbau- Sonderausschuß der hiesigen Landwirthschaftskammer 87 und 118-144. Lokal: Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmid- hat daher den Kammervorstand ersucht, durch das Reichs- Postamt 1. Den Etat spätestens am 1. Februar jeden Jahres straße 38. Erhebungen über diese Verkäufe anstellen und für Abhilfe sorgen zu der Versammlung vorzulegen; Vierter Wahlkreis: Theil 1, umfassend die Stadtbezirke laffen. 2. Diejenigen Vorlagen, welche für die Feststellung 83, 84 und 95-109. Lokal: Turnhalle der 115./170. Gemeindedes Etats von Erhebliteit sind, spätestens bis schule Staligerstr. 55/56. 2. Theil, umfassend die Stadtbezirke 85, zum 15. Januar eines jeden Jahres der Versammlung 86, 88-94 und 110-113b. Lokal: Turnhalle der 100./102. Gevorzulegen. Die Versammlung ersucht den Magistrat: Die Stadtvv. Meyer, Gerstenberg, Friederici beantragen: In Erwägung, daß die Versammlung bereits wiederholt bei den Etatsberathungen den Magistrat ersucht hat, den Etat und die sich darauf bezichenden Vorlagen so rechtzeitig der Versammlung zugehen zu lassen, daß eine gründliche Prüfung ohne Ueberhaftung vorgenommen werden kann, in fernerer Erwägung, daß eine genaue Innehaltung der gestellten Fristen nicht immer möglich ist, über den Antrag Friedemann zur Tagesordnung überzugehen. Antragsteller Stadtv. Friedemann: In vierzehn Tagen bis drei Wochen kann ein Etat von fast 100 Millionen nicht eingehend durchberathen werden. Der Etat ist nicht blos dazu da, Geldbewilligungen auszusprechen, sondern auch die Gelegenheit zu bieten, Beschwerden zur Sprache zu bringen. Dazu bleibt aber feine Beit, wenn der Etat so spät eingebracht wird. Stadtv. Louis Sach 3: Der Antragsteller meint es gewiß ganz gut, aber mit der Annahme des Antrages wird nichts gebessert. Daß in der späten Vorlegung eine Absicht liegt, kann ich mir nicht denken. Die Annahme des Antrages Friedemann würde event. den Etat ganz unbrauchbar machen, da sich doch nach dem 15. Januar noch ganz dringende Bedürfnisse geltend machen fönnten, die dann nicht zu befriedigen wären. Ich empfehle die motivirte Tages ordnung. bis zum". meindeschule, Reichenbergerstr. 67/70. 3. heil, umfassend die Stadtbezirke 145-159, 161-165 und 182-188. 2otal: Turnhalle der 155./156. Gemeindeschule, Markusstraße 49. Theil 4, umfaffend die Stadtbezirke 160, 161, 166-181 und 189-191. Lokal: Turnhalle der 81./109. Gemeindeschule, Tilsiterstr. 4/5. 217 lb 279–282. Cotal: Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Fünfter Wahlkreis, umfassend die Stadtbezirke 192 bis und Gipsstr. 23a. Sechster Wahlkreis: Theil 1, umfassend die Stadtbezirke 218-226 und 237-250. Lokal: Turnhalle der 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166 A. Theil 2, umfassend die Stadtbezirke 227-236 und 251-272. Lotal: Turnhalle der 67. Gemeindeschule, Elisabethkirchstr. 19. Theil 3, umfassend die Stadtbezirke 285-304. 2otal: Turnhalle der 113./128. Gemeindeschule, Thurmstr. 86. Theil 4, umfassend die Stadtbezirke 273-278 und 305-326 B. Lokal: Turnhalle der 118./127. Gemeindeschule, Pantstr. 8. Außerdem liegen die Wählerlisten sämmtlicher Wahlkreise auch im Wahlbureau, Poftstr. 16, II aus. B " " Angenehme Wohnungszustände. Auf Veranlassung des Städtischen Hochbauamtes wurden gestern Nachmittag in Schöneberg die in dem vier Stockwerke hohen rechten Seitenflügel des Hauses Roburgstr. 11 belegenen Wohnungen polizeilich geräumt, da den Bewohnern durch den befürchteten Einsturz der rechtsseitigen Giebeland Gefahr drohte. Diese war dadurch hervorgerufen, daß für den Neubau des Nebenhauses bis 1/2 Meter tiefe Ausschachtungen Einsturz wurde durch Absteifungen vorgebeugt. dicht an dem Fundament der Giebelwand hergestellt waren. Dem Der Fran Toni Streim, geb. Faltenhagen, Swinemünder ftraße 83 hierselbst wohnhaft, ist durch rechtskräftiges Erkenntniß des Bezirksausschusses zu Berlin vom 1. März d. J. das HebammenPrüfungszeugniß entzogen worden. Die Genannte ist daher als Hebamme nicht mehr anzusehen. Feuerbericht. Die letzten beiden Tage nahmen die Berliner Feuerwehr fast garnicht in Anspruch. Drei Alarmirungen hatten ganz geringfügige Brandursachen. Nur Donnerstag Bormittag 11 Uhr war Kreuz str. 1 in einem Lumpenteller eine kurze Löschthätig Aus den Nachbarorten. gewiesen, daß sich die Gewerkschaften Sonntag, den 1. Mai früh in Die Parteigenossen Köpenicks werden nochmals darauf hin ihrem Versammlungslokal einfinden. Punkt 7 Uhr: Zusammenkunft sämmtlicher Gewerkschaften im Lokale des Genoffen A. Schulz, Schönerlinderstraße. Von dort aus sogleich gemeinschaftlicher Spaziergang im Freien. Das Festtomitee. An einer Transmissionswelle ist in der Bockbrauerei am Tempelhofer Berg der 24 Jahre alte Maschinenschmierer Auguſt Schmidt furchtbar verunglückt. Schmidt war in der Brauerei schon: längere Zeit mit anderen Arbeiten beschäftigt und seit kurzem Schinierer im Maschinenhause. Hier steht zur Verhütung von Ün fällen ausdrücklich angeschlagen, daß die Maschine nicht geschmiert werden darf, während sie im Gange ist. Als Schmidt angeblich diesem Verbote zuwiderhandelte, wurde er von einer Welle an den Kleidern gefaßt und dreimal herumgeschleudert, bis man die Maschine zum Stehen bringen konnte. Der Verunglückte wurde mit sechs Knochenbrüchen und schweren inneren Verlegungen nach der Unfallstation I in der Wilhelmstraße gebracht. Obwohl er furchtbar zus. Agrarische Tölpelhaftigkeit. Eine Zeitungsnachricht, welche gerichtet ist, hofft man doch, ihn am Leben erhalten zu können. dieser Tage von der Errichtung eines neuen Waarenhauses in der Straßensperrung. Die Potsdamerstraße von Karlsbad bis zur Leipzigerstraße zu melden wußte, veranlaßte die Deutsche Tages: Lühowstraße, einschließlich des Kreuzbammes, wird behufs Verzeitung", das bekannte Organ für agrarische Boltsausplünderung, breiterung vom 2. t. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und der Regierung böse zuzusehen, damit sie recht bald den Groß- Waaren Reiter gesperrt. häusern mit einer besonders hohen Steuer rücksichtslos zu Leibe Zengen gesucht. Am 23. Auguft v. J. find vor dem ZimmerStadtv. Friedemann ändert seinen Antrag dahin, daß statt gehe. Von der Jukonsequenz, der sich das Rudolph Herzog'sche plaß von Hanstein in Friedenau arbeitsuchende Zimmerer von den spätestens am" in beiden Nummern gesagt wird, möglichst Reklameblatt mit solcher tölpelhaften Forderung schuldig macht, bort arbeitenden angegriffen und zur Gegenwehr gezwungen worden. wollen wir nicht weiter reden; über diesen Punkt mag sich der Die Personen, welche diesen Vorgang beobachtet haben, werden Stadtv. Singer: Ich hätte nicht geglaubt, daß aus der Mitte Prokurist der genannten Firma mit dem Verleger der Deutschen dringend ersucht, ihre Adresse an Hermann Göde, Müllerstr. 159a, der Versammlung bei dieser Frage eine Vertretung des Magistrats Tageszeitung" auseinandersetzen. Wohl aber erinnert die gelangen zu laffen. stattfinden würde; Herr Kollege Sachs hat mich aber eines besseren Tolpatschigkeit des Blattes lebhaft an den bekannten Mann, der mit belehrt. Den Etat bis zum 1. Februar fertigzustellen, ist keine dem Ausruf:" Haltet den Dieb!" heulend die Straße hinabrannte. unlösbare Aufgabe. Eine ganze Menge Deputationen und Zum Glück fennt allgemach ein jeder diese Praktiken, und schwerlich Kuratorien können gleich nach den Ferien ihren Etat fertig wird sich unter den Handwerkern und Kleinkaufleuten jemand finden, stellen, vielfach ist die Aufstellung nur Kalkulaturarbeit. Liegt es der auf das agrarische Liebeswerben hineinfiele. Gewiß wirken die am Mangel an Arbeitskräften, so müßten diese eben vermehrt werden, großen Waarenhäuser auf den sog.„ Mittelstand" verderbenbringend, um die rechtzeitige Fertigstellung zu ermöglichen. Ueber Hals und aber sie sind eine natürliche Folge der kapitalistischen Entwickelung Kopf den Etat zu berathen, entspricht nicht der Bedeutung des und daher gleich den Maschinen durch kein Mittel der Welt vom wichtigsten Rechts der Bersammlung, des Geldbewilligungs- Erdboden fortzufchaffen. Anders steht es mit einem großen Theil rechtes. E8 muß hier eine organisatorische Aenderung des rückständigen Krautjunkerthums, ber nur durch eine feit erforderlich. playgreifen. Die Etatsberathung muß nothwendigerweise ein die Bevölkerung aussaugende Liebesgaben Politik künstlich vor Bild der gesammten städtischen Verwaltung geben; alle feinem wohlverdienten Schicksal bewahrt bleibt. Mängel, die sich herausstellen, alle nothwendigen VerbesseIn der Angelegenheit Grünenthal weiß ein hiesiges Blatt rungen und Fortschritte müssen so recht bei der Etatsberathung zu erzählen, daß der im Juni stattfindende Prozeß weitere Entzum Durchbruch kommen, so die Erweiterung kommunaler Thätigkeits: hüllungen" bringen werde. Die Untersuchung erstrecke sich jetzt vor gebiete, die Bestimmung der Grenzen der Inanspruchnahme der nehmlich darauf, ob Elly Golz, seine Geliebte, sein eigenes Kind fei, Mittel der Bevölkerung 2c. Es ist nicht gerechtfertigt, der Ver: welches dem Liebesverhältniß mit deren Mutter entsprossen wäre. fammlung anzufinnen, das in 3 Wochen zu leisten, wozu der Magiftrat Hiermit hängt, der Meldung zufolge, auch die Verhaftung der sich vier oder fünf Monate Zeit nimmt. Die Städte- Ordnung hat die Mutter der Elly Golz, Frau Sittig, zusammen; Elly Golz soll um Fertigstellung des Etats ausdrücklich der Versammlung vorbehalten; dieses Verhältniß gewußt haben. Thatsache ist, daß Grünenthal die das darf doch nicht schematisch ausgelegt werden. Der Vorwurf Elly seinen Bekannten stets als seine Tochter vorstellte. trifft nicht Personen, sondern die Organisation. Jahr für Jahr hat jeder von uns die Unannehmlichkeit empfunden, daß erst un dem Verein Berliner Volksschullehrerinnen und der Vereinigung Der nene Volksschullehrerinnen- Verein hat gemeinsam mit mittelbar vor der Etatsberathung, ja während derselben die wichtigsten Vorlagen fommen; ich erinnere nur an die Be Berlin eine Eingabe gerichtet, in der gebeten wurde, daß die im technischer Lehrerinnen im Januar d. J. an den Magistrat von amtenbesoldungs- Verbesserung. Es ist Sache der Verwaltung, den Deputationen und Kuratorien einen Termin zu stellen, zu dem Interesse des Dienstes nothwendigen ärztlichen Untersuchungen bei sie mit der Etatsaufstellung fertig sein müssen. Dann wird es sehr werden mögen. Die Petition ist vom Magistrat dahin beantwortet Babe, Brinzen- Ace 30, eine Boltsversammlung statt. den weiblichen Beamten durch einen weiblichen Arzt ausgeführt Ju Friedrichsfelde findet am Sonntag zur Maifeier bei wohl möglich sein, den Etat bis zum 1. Februar fertigzustellen, da worden, daß er nicht in der Lage sei, dem Antrage näher zu treten, folgen Konzert, Gesangsvorträge des Gesangvereins„ Vorwärts III", Sodann mit die Versammlung zwei Monate Zeit für ihre Berathungen hat. worden, daß er nicht in der Lage sei, dem Antrage näher zu treten, Bube, Prinzen- Allee 30, eine Wolksversammlung statt. Der Vorsteher hat durchaus recht, wenn er Extraßigungen nach " da weiblichen Aerzten bisher im deutschen Reiche feine Approbation Möglichkeit vermeidet, denn alle Mitglieder stehen in ihrem ertheilt wird". Der neue Voltsschullehrerinnen- Verein, von dem die turnerische Aufführungen und Tanz. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Entree 20 Pf. Die Genossen bürgerlichen Beruf und sind daher in ihrer Zeit mehr oder weniger Anregung zu der Petition ausgegangen war, wird in der Angelegen werden ersucht, durch ihr Erscheinen die Feier zu einer recht beschränkt. Ebenso sollen und können die Vorlagen, welche für den heit weitere Schritte thun. imposanten zu machen. Etat von Erheblichkeit sind, 21/2 Monate vor Schluß des Etats- Die Berliner Droschkenbesitzer- Vereinigung hat, dem„ Fuhr- Spandan. Wie bereits bekannt, wird der 1. Mai( Sonntag) jahres an uns gelangen; es ist auch nicht so schlimm, wenn ein- halter zufolge, einstimmig einen Beschluß gefaßt, in dem sie sich in der Bichelsdorfer Brauerei gefeiert, und zwar findet dort mittags mal eine oder die andere dieser Vorlagen in das nächste Etats, damit einverstanden erklärt, daß die westliche Weichbildgrenze 12 Uhr eine Versammlung statt; um 4 Uhr nachmittags bejahr hinübergeht. Den Antrag durch das Wort„ möglichst" ab.( Charlottenburg, Wilmersdorf und Schöneberg) bis zur Eisenbahn- ginnt dann der festliche Theil. Zahlreicher Besuch wird unbedingt zuschwächen liegt gar teine Veranlassung vor. Der Magistrat Ringbahnlinie ausgedehnt werde, weil davon Abstellung vorsoll erfahren, daß die Versammlung nicht wünscht, daß gekommener Unzuträglichkeiten zu erwarten, andererseits die Orts- erwartet. Mai- Abzeichen sind nur vorher an den bekannten Stellen in der bisherigen Weise fortgearbeitet werde. Daß aus grenzen fast überall auf Berliner Gebiet hinüberkommen, im weiteren zu haben; an der Kasse dürfen feine verkauft werden. J. A. des schränken empfohlen wird, hätte ich, wie gesagt, nicht für möglich bildet und dem Publikum sowie Wagenführer eine bestimmte Fahrt umgegend findet im Lokale des Herrn Dewein, König- Chaussee 94, der Versammlung selbst heraus ihr das Recht der Prüfung zu ver- Die Ringbahnlinie eine natürliche Begrenzung der Ortsverhältnisse Festkomitees: Rieger, Bismarckstr. 11. Weißenfee. Die diesjährige Maifeier für Weißensee und gehalten. Ich empfehle auf das dringendste, den Antrag anf Tages: richtung nach einfachen Tariffäßen gewährleistet. statt. Die Feier besteht in Vokal- und Instrumental- Konzert. ordnung abzulehnen. Dieser Antrag bedeutet eine Prämie auf die Ein Eisenbahn- lufall hat sich am Donnerstag Morgen auf Abends 6 Uhr wird vom Reichstags- Abgeordneten Arthur Stadts späte Einbringung des Etats. Im Interesse geordneter Etats- der Stettiner Bahn ereignet. Der Vorortszug, der um 7 Uhr hagen die Festrede gehalten. Anfang der Feier nachmittags 4 Uhr. berathung, die nicht abgehaftet werden, nicht zur bloßen Phrase 18 Minuten Pankow verließ, hatte zehn Wagen und war start wir bitten die Parteigenossen und Genossinnen, sich zahlreich an herabfinten darf, sollte der Antrag Friedemann angenommen werden. befeßt, namentlich auch von Schulkindern. Zwischen Bankow und dieser Feier betheiligen zu wollen. Mittags 12 Uhr findet eine Stadtv. Gerstenberg: Den Wunsch, den der Antrag aus Gesundbrunnen, an der Ueberbrückung des Bahnkörpers, blieb er öffentliche Versammlung aller Gewerkschaften von Weißensee statt, dieser Feier betheiligen zu wollen. spreche, habe jeder in der Versammlung, aber es sei kein Weg der plößlich auf offener Strecke liegen. Die Maschine erlitt einen Berwirklichung angegeben. Die fachlichen Schwierigkeiten feien über- Bruch der lintsseitigen Schwungradstange; Lokomotivführer Stache Arbeiterklasse referiren wird. in der Waldek Manasse über die Bedeutung des 1. Mai für die zeugend nachgewiesen worden. bemerkte den Schaden sofort, setzte die Bremse in Thätigkeit und Stadtv. Meyer: Einen bestimmten Zag als letzten Borlegungs: brachte den Zug zum Stehen, bevor größeres Unheil angerichtet Aus Adlershof wird uns von einem Parteigenossen berichtet: termin für eine so umfassende Vorlage wie den Etat einzuhalten, sei werden konnte. Die Maschine machte nur noch einige Als ich vor einigen Tagen am Friedhof der hiesigen Gemeinde prattisch unmöglich. Stöße und wurde so durch das abgebrochene und aus seiner vorbeiging, bemerkte ich, wie Schulkinder ein frisch gegrabenes Grab Stadtv. Spinola wendet sich gegen den zweiten Theil der richtigen Lage gerathene Gestänge noch schwerer beschädigt. zuschütteten. Ich fragte den Todtengräber, ob er keine Arbeiter zu motivirten Tagesordnung. Die Innehaltung der Fristen fei möglich, Die Fahrgäste, die in eine begreifliche Aufregung gerathen derartigen Verrichtungen gebrauche; die Antwort war ein forrettes denn sie werde in sämmtlichen Staatsbetrieben gefordert und be- waren, mußten auf freier Strecke aussteigen und schickten sich an, Nein". Weiter meinte der Friedhofsbeamte, das, was die Kinder trieben, wirkt. Unzweifelhaft tönnte der Etat früher etwa spätestens Mitte zu Fuß nach dem Stettiner Bahnhofe zu wandern. Bald holte der fei eigentlich nur ein„ Spiel". Mein Hinweis, daß eine ernste Stätte Februar vorgelegt werden. Kremmener Zug, der um 7 Uhr 25 Min. von Pankow abfährt, sie wie der Friedhof fich doch nicht gut zu so eigenthümlichem KinderStadtv. Friedemann: Ich will den Antrag durch das ein. Auf das Winken des Führers vom verunglückten Buge hielt spiel eigne, fand schließlich die Entgegnung, daß ich wegen ruheWort„ möglichst nicht abschwächen, sondern bloß für die Fälle er an und nahm dessen Fahrgäste auf. Von dem Geschiebe und störenden Lärms belangt würde, wenn ich nicht vom Kirchhof ginge! Borsorge treffen, wo sich nachträgliche Vorlagen unbedingt nöthig Gedränge, das es mun gab, kann man sich kaum eine Vorstellung In anderen Orten mag sich über die angebliche Harmlosigkeit des machen. machen. Jeder wollte der erste sein, um sicher mitzukommen, denn geschilderten Vorganges diskutiren lassen; in Adlershof aber, wo Stadtv. Meyer zieht den Antrag auf motivirte der Kremmener Zug hatte nur fünf Wagen. Trotzdem nahm er der Kampf gegen die Rotte bereits zu dem merkwürdigen Mittel Tagesordnung zurück. alle Fahrgäste auf und brachte sie mit einer Verspätung von einer der vom 18. März her bekannten Illuminationsbestrafung geführt Der erste Theil des modifizirten Antrages Friedemann Biertelstunde nach dem Stettiner Bahnhofe. Der Zug, dem der hat, an diesem Orte sollte man sich doch hüten, der Bevölkerung zu wird darauf einstimmig, der zweite mit Mehrheit angenommen. Unfall zustieß, mußte vorläufig liegen bleiben und sperrte zunächst eigenthümlichen Gedanken über Pietät Anlaß zu geben. Friedrichshagen. Parteigenossen! Am Sonntag, den 1. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokale des Herrn Conrad unfere vorträgen, Festrede und Tanz. Morgens 7 Uhr: Spaziergang nach diesjährige Maifeier statt, bestehend in Konzert, Gesangs. Abmarsch vom Festlokal. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Ravenstein unter Begleitung des Gesangvereins Maiengruß". Der Vertrauensmann. = " Versammlungen. der Proving Brandenburg wurde bis zur nächsten Bersammlung vertagt. ter = Zum Leidwesen obenwucherer und Grundstücksspetu- 1 Tanten hat der Regierungspräsident bekanntlich für die Vororte eine Bauordnung erlassen, durch die dem Bau von Miethskasernen vor- Die öffentliche Versammlung der Putzer, die am Dienstag gebeugt werden soll. Hiergegen war in Friedenau ein Petitions- bei Keller, Koppenstraße, tagte, beschäftigte sich zunächst mit der beiter hielten am Montag im Englischen Garten, Alexanderstraße, Die bei den Solzbearbeitungsmaschinen beschäftigten ArSturm ins Wert gesetzt worden. Auf die Petition hat der Regie: Rohnbewegung der Putzerträger. Nach einer längeren Diskussion, eine öffentliche Versammlung ab. Wan schreitet zuerst zur Wahl rungspräsident folgende, aus Potsdam am 14. April datirte Antwort in der von einigen Rednern bemängelt wurde, daß die Pußerträger, der Revisoren, zu denen Piehl, Kaschubowski und 3 impel gegeben: Im Auftrage der Herren Minister des Innern und der troß einem dahin geäußerten Wunsch, die Kommission der Putzer gewählt werden. Betreffs der Maifeier wird mitgetheilt, daß sie öffentlichen Arbeiten theile ich Ihnen mit, daß der hiesige bei der Ausstellung des Lohntariss nicht hinzugezogen haben, wurde diesmal im Anschluß an die allgemeine Holzarbeiter Versammlung Bezirksausschuß am 15. Juli vor. I. beschlossen hat, für die beschlossen, den Pußerträgern zu ihrer Lohnbewegung die Sympathie in den Räumen beabsichtigte anderweite Brauerei Friedrichshain stattfinden Abgrenzung des Landhausgebietes zu erklären, im übrigen aber über den aufgestellten Lohntarif zur foll. Bei der Erörterung über den Beschluß der Dreizehnerin Friedenau die Zustimmung zu versagen, da örtlicher Prüfung ein Bedürfniß hierzu nicht anzuerkennen damit, daß die Putzer nicht die Arbeitgeber der Träger seien, Krankenkasse er nach Tagesordnung überzugehen. Motivirt wurde dieser Beschluß auch Kommission betreffs der Delegirtenwahl zur allgemeinen Orts enspinnt vermöge. Soweit einzelnen Eigenthümern der in betracht kommenden sondern diese sich an die Unternehmer mit ihren Forderungen zu wenden Zur Erledigung der fraglichen Sache wird eine Kommission von fich eine sehr lebhafte Debatte. Grundstücke erhebliche Beeinträchtigungen erwüchsen, fönne durch hätten. Außerdem führten einige Redner an, daß die geforderten 7 Personen gewählt, welche sich zusammensetzt aus: Leideder, Ertheilung von Dispensen geholfen werden. Die Beschreitung des Löhne, mit wenigen Ausnahmen, bereits allgemein bezahlt werden und, weiße, Jäd, Wieland Dispensweges stelle ich mit dem Bemerken anheim, daß der Herr wie eine Umfrage ergeben hat, eine Opposition gegen die Forderungen Hirsetorn. Jechte, Steinborn und Minister der öffentlichen Arbeiten auf etwaige gemäß§ 145 des bei den Pußern im allgemeinen nicht vorhanden ist. Es wurde Hierauf hielt Adolf Hoffmann seinen Vortrag über: Zuständigkeitsgesetzes vom 1. August 1888 eingelegte Beschwerden ferner darauf hingewiesen, daß allerdings die Putzer bei dem herr Gewerbegerichtswahl wird Piehl aufgestellt. Mit einer Auf„ Der Kampf ums Dasein." Als Erfagmann zur gegen Beschlüsse des Bezirksausschusses für die vier von dem schenden Affordsystem durch die Lohnbewegung in Mitleidenschaft forderung zur regen Agitation und Betheiligung zur Reichstags Friedrich Wilhelm- Plate, der Taunus, Stubenrauch- und Kaiser- gezogen werden, da die Träger von ihnen bezahlt werden müssen. wahl schließt der Vorsitzende die gut besuchte Versammlung. straße begrenzten Baublöcke Dispensation nach der Slichtung zu Nachdem hierauf die zahlreich anwesenden Buberträger nach dieser ertheilen bereit ist, daß die in den Blöcken belegenen Grundstücke Beschlußfassung den Saal verlassen hatten, berichtete Dietrich über Dienstag, den 19. April, ihre statutengemäße Generalversammlung. Die Graveure und Ziselenre der Filiale Berlin hatten am denen der Klasse II oder I der Baupolizeiordnung vom 5. De die von der Lohnkommission vorgenommene Baukontrolle. Danach Laut Bericht des Vorstandes hatten im 1. Quartal 1890 stattgefunden: zember 1892 gleichgestellt werden. In Vertretung: Heidfeld." find in Berlin und in den nächsten Vororten gegenwärtig 128 Bauten Die Schulaufsicht in Charlottenburg. In der Charlotten find 629 Innenpußer, auf 123 Bauten 675 Fassadenputzer besliche Versammlungen. Diefelben zerfielen in 5 Vortragsabende und vorhanden, auf welchen 1304 Pußer beschäftigt sind. Auf 95 Bauten Generalversammlung, 4 Filialversammlungen und 2 außerordentBurger Stadtverordneten- Bersammlung gab Bürgermeister Matting schäftigt. Die Preise bei den Fassenarbeiten sind außerordentlich 1 Vorlese Abend. Außerdem fanden 5 Vorstandssitzungen auf eine entsprechende Anfrage des Stadtverordneten Wöllmer die verschieden und je nach den Umständen festgesetzt. Der höchste Preis einnahme betrug 186,40 M., die Ausgabe 116,61 M., mithin bleibt und 3 Vertrauensmänner Sitzungen statt. Die Kassen= Erklärung ab, daß, nachdem die Regierung es abgelehnt habe, in beträgt in einem Falle 5,40 m. pro Meter, während als niedrigster ein Bestand von 69,79 M. Nachdem hielt Genosse Grempe einen der staatlichen Schulaufsicht eine Aenderung eintreten zu lassen, Preis in einem Falle nur 0,60 m. bezahlt wird. Bei Zement interessanten Vortrag über: Real Gymnasialdirektor Dr. Hubatsch zu seinem Bedauern die auf Fassaden wird nur in einem Fall der Preis von 3,00 m. erreicht. fchiedenen giebt der Vorsitzende bekannt, daß am Sonntag, den Sitte und Sittlichkeit". Zum Verihn gefallene Wahl zum Stadtschulrath ablehnen müsse. Die Stadt während sonst nur 1,50, 1,80 bis 2,00 m. gezahlt wird. Bei Hinter- 1. Mai, vormittags, ein Ausflug nach Johannisthal und Köpenick verordneten Wöllmer, Buka und Dr. Jastrow traten hiernach Fassaden wurde als höchster Preis 2,35 M. festgestellt, während der energisch für eine erneute Wahl eines Stadtschulraths ein, indem niedrigste 0,45 und die am meisten gezahlten Preise 0,65 bis zu stattfinden soll. sie sich gleichzeitig gegen die Absicht des Magistrats wandten, einer Mark betragen. Für Innenputz wird auf 53 Bauten 20 Bf Berichten des Kassirers, im vergangenen Quartal eine Einnahme Im Verein der Holz und Bretterträger war, nach den zur technischen Bearbeitung der städtischen Schulangelegen pro Meter, auf 2 Bauten 19½ Pf., auf 37 Bauten 19 Pf, auf von 344,55 M. und eine Ausgabe von 198,95. zu verzeichnen. beiten einen Assessor anzustellen. Man müsse die Verstärkung 3 Banten 18-181/ 2 Pf. bezahlt. des Assessorismus Die Arbeitszeit beträgt auf im Magistrat möglichst verhindern 127 Bauten 9 Stunden und auf einem Bau im Grunewald, wo Das Mitglied Jurih wurde aus dem Verein ausgeschlossen. Als fuchen, zumal im vorliegenden Falle nicht ersichtlich sei, daß ein Jurist Potsdamer Puter bei einem Stundenlohn von 50 Pf. beschäftigt Berkehrslokal für den Often wird das Lokal Wilke beſtimmt. Zum die Stelle angemessen ausfüllen werde. Denn ebenso wenig wie zum find, 10 Stunden. 10 Bauten werden von Zwischen Unternehmern, einzuberufen, sondern sich den großen Gewerkschafts- Bersammlungen Syndikus ein Oberlehrer geeignet erscheine, ebenso wenig sei zum den sogenannten Putzmeistern, die Rüstungen liefern und Ratenzahlungen anzuschließen und nachmittags an den Parteiſeſtlichkeiten theilzuZwischen- Unternehmern, Bunft" Maifeier" wurde beſchloſſen, ſelbſt keine Bersammlung Schulrath ein Jurist geeignet. Der Magistrat erklärte durch Bürger- abmachen, ausgeführt. Bauten, die für die nächste Zeit für die Buyer meister Matting, daß ein bestimmter Beschluß über die Belegung der Arbeit bieten, wurden 102 gezählt. Bei dieser Baukontrolle wurde gleich nehmen jedem zur Pflicht gemacht. Stelle noch nicht herbeigeführt worden sei. In jedem Falle würde zeitig eine Umfrage über die Löhne der Buyerträger gehalten und der Versammlung noch eine spezielle Vorlage zugehen. Die Ver: dabei festgestellt, daß fast überall 36 M. und auf einzelnen Bauten seurie: Montags: National Oekonomie( Grundbegriffe der Arbeiter Bildungsschule. Juselstr. 10, v. 2 Tr. Unterrichtssammlung vertagte hierauf die Angelegenheit. 39 von den Innenputzern bezahlt werden. Bei den Fassadenpußern Nationalökonomie) Dr. Conrad Schmidt; Mittwochs: Rede: Miguel's Frende. In welchem Maße die Bevölke beträgt der Lohn für die Träger 33-36 M. und nur in einem Fall uebung( Neferate und Diskussion über gewerkschaftliche Fragen) rung wie die Steuerkraft derselben im Kreise Teltow 30 M. Die Einnahmen der Lohnkommission betrugen in den ver- Schriftsteller Richard Calwer; Freitags: Natur- Erkenntniß fortdauernd anwächst, das zeigen in schlagendster Weise die Daten flossenen 4 Wochen insgesammt 1392. Karten sind von der( Entwickelung der Idee über Entstehung und Zusammensetzung des Die Bibliothet ist jeden über die jährlichen Steuerveranlagungen. Während sich die Zahl Kommission 1030 an 668 organisirte und 362 unorganisirte Putzer Weltgebäudes) Dr. B. Borchardt. der Einwohner des Kreises von 221 860 im Steuerjahre 91/92 auf ausgegeben, wovon sich aber nur durchschnittlich pro Woche ca. 7CO Montag, Mittwoch und Freitag( außer an Feiertagen) abends von Mitgliedsbeitrag monatlich 25 Pf., Kursus( 10 Abende) 371 660 zu Beginn bes Steuerjahres 98/99, alfo un rund 150 000 an den Zahlungen regelrecht betheiligen. Unter denen, die Karten 1 m. pro Fach. Theilnehmer werden aufgenommen in der Schule und in erhöht hat, ist die Zahl der Steuerpflichtigen in diesem Zeitraum erhalten haben, aber feine Zahlungen leisten, find. find die folgenden Stellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Rent, Barnimstr. 42; 11111 das Dreisache, das Soll der Einkommensteuer um Innen- und Fassadenpußer in faft gleicher Zahl ver- Schiller, Rosenthalerstr. 57; Gleinert, Müllerfir. 7a, und in den Sonntags das Vierfache gestiegen. Am weitaus meisten an dieser treten. Wie noch ausgeführt wurde, seien zur Zeit in Berlin Bersammlungen. Vorsitzender: ugo Warsch a wsti, N., Brunnenstr. 193. ungewöhnlichen Entwicklung betheiligt sind natürlich die großen Vor- kaum mehr wie 1400 Putzer vorhanden. In der Diskussion Kassirer: H. Königs, S., Dieffenbachstr. 30. orte: Echöneberg, Rigdorf und Wilmersdorf. In Schöneberg ist wurde von mehreren Rednern über die fortwährenden Preisdie Einwohnerschaft feit der letzten Volkszählung von 62 677 auf drückereien geklagt, das unsolidarische Verhalten der indifferenten 75 402 angewachsen, und das Soll der Einkommensteuer ist für das Buzzer kritisirt und gewünscht, daß unter allen Umständen der festneue Etatsjahr auf nicht weniger als 731 304 M. festgesetzt, wozu gefekte Lohn von 7 M. pro Tag aufrecht erhalten wird. Nach noch an Ergänzungssteuer eine Summe von 141 172 M. hingus einem von der Lohnkommission aufgestellten Regulativ wird für die Tommt. In Rixdorf stieg feit der letzten Volkszählung die nächste Zeit bei der Lohnbewegung der Putzer folgendermaßen verSeelenzahl von 60 098 auf 72 298 mit einem Stenersoll von fahren werden: Auf allen Bauten foll versucht werden, auf fried205 231 m. nebst 23 473 M. Ergänzungssteuer. In Wilmersdorf lichem Wege eine Aufbefferung des Preises zu erzielen. Scheitert vermehrte sich die Seelenzahl in demselben Zeitraum von 14,350 auf der friedliche Versuch, so soll unverzüglich eingeschritten werden. 20 609, während das Einkommensteuersoll für 1898/99 290 240 m. o festgestellt wird, daß die gezahlten Preise dem Tarif nicht entbeträgt, d. h. 85 000 m. mehr als in dem großen Rixdorf, wozu sprechen, soll der Aufforderung der Kontrolle zu einem Vornoch 58 362 M. Ergänzungssteuer hinzuzurechnen sind. Der ver- geben zwecks Erhöhung des Preises Folge geleistet werden. Auf hältnißmäßig reichste Ort im ganzen Kreise ist natürlich die allen Bauten, wo eine Lohnerhöhung von den Puzerträgern geVillenkolonie Grunewald. Denn während dieselbe gegen fordert wird, soll auch von den Buzern eine Erhöhung des Preises Stationen wärtig nur 1972 Einwohner besigt, mit im ganzen 432 Steuer- im Bertrag den Unternehmern verlangt werden. Alle pflichtigen, beträgt doch das Soll an Einkommensteuer 151 723 M. derartige Fälle sind der Lohnkommission sofort zu melden. Die von neuft 30 860 M. Ergänzugssteuer. einer Bausperre betroffenen Buzzer werden nach dem vorjährigen Beschluß mit 4 M. täglich unterstützt, haben jedoch die Pflicht, den Swinemde. 760 NO Buzug durch eine wirksame Kontrolle fernzuhalten. Die in Arbeit Hamburg 3wolten 8 Petersburg 766 NO stehenden Kollegen haben nach dem Beschluß der letzten Versammlung Wiesbaden 754 GD Berlin 7 Cort einen Wochenbeitrag von 50 Pf. zu zahlen und sind verpflichtet, auf München 2 bedeckt 13 Aberdeen den Bauten die Karten selbst zu kontrolliren. 2 Nebel 10 Baris Nach einer kurzen Wien Diskussion wurde sodann beschlossen, von der Abhaltung einer Ver754 Still-hlb. bed. 11 Wetter- Prognose für Freitag, 29. April 1898. fammlung am 1. Mai Abstand zu nehmen, und den Versammelten empfohlen, recht rege für die Betheiligung an den Parteifeftlichkeiten und veränderlicher Bewöltung, teine oder unerhebliche Niederschläge. Nachts tihl, am Tage ziemlich warm bei mäßigen nordöstlichen Winden zu wirken. Die Berichterstattung über die Konferenz der Maurer Berliner Wetterbureau. Die vollständige Aufhebung der Wochenmärkte wird in der neuen Stadt Schöneberg von den dortigen Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden sowie auch einem Theile der Hausbefizer an gestrebt. Hervorgegangen ist diese Bewegung gegen Märkte aus der gegen das leberhandnehmen des Haufirhandels in Schöneberg entfalteten Agitation. Schöneberg. von 8-9 Uhr geöffnet. Briefkasten der Redaktion. nud Freitag von 6 bis 7 1hr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Donnerstag nicht strafbar, aber insbesondere auf dem Lande nicht rathsam. Wissen. Vertheilung von Flugblättern während der Gottesdienstzeit ist J. G., Holzmarktstr. 37. Die Zeitung für Glass, Porzellan- und Thonwaaren Arbeiter erscheint in Löbtau- Dresden, Wilsdrufferstr. 50. K. und 2. Unseres Wissens giebt es eine solche Maschine noch nicht. Witterungsübersicht vom 28. April 1898, morgens 8 Uhr. Barometer= stand mm richtung WindWindstärke 759 NO 755 W Landluft! Reinickendorf. Seeluft!| Achtung! Sonntag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, Hauptstr. 112-114. Schlossbrauerei, Hauptstr. 112-114. in Böttcher's See.Park, Markstrasse 1-2: Sonntag, den 1. Mai: Arbeiter- Maifest, bestehend aus Vokal- und Instrumental- Konzert, Mai- Feier arrangirt von den Parteigenossen von Reinickendorf. 203/8 Grosses Garten Konzert und Tanz. Gesangsvorträge unter Mitwirkung von ca. 40 Sängern. Entree 20. Platz für 4000 Personen. Der Vertrauensmann. ausgeführt von den Zivil- Berufsmusikern, Dirigent: Herr Grass. Gesangsvorträge von den Gesangvereinen Rothe Nelke, Frühlingslust, 223/1 und Freiheit. Dirigent: gehalten Festrede, ortaten von Alfons Borchard- Berlin. Achtung! Friedrichsfelde. Im Saale: Tanz. Prinzen Allee 30: = Entree 20 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Sonntag, de 1 1. Mai, mittags 1½ Uhr bei Bn be, Bei Eintritt der Dunkelheit: Grosser Fackelzug. Jedes Kind erhält eine Sto dIaterne gratis. Um rege Betheiligung ersucht Maifeier! Veranstaltet von den Das Komitee. Maifeier! Zinkgiessern u. Stürzern Berlins und Umgegend im Restaurant zur Pferdebucht" bei Köpenick. Treffpunkt: 9 Uhr, Schlesischer Bahnhof. Abfahrt: 9 Uhr 32 Minuten. Freunde und Genossen ladet ein 260/2 Die Agitationskommission. Mar Schulz, Naunynstr. 11a,§. p. Volksversammlung. Große Maifeier: Konzert. Gesangsvorträge. 222/20 Vortrag:" Die Bedeutung des 1. Mai." Nachmittags 4 Uhr: Turnerische Aufführungen und Tanz. Entree: 20 Pf. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saal, der Der Vertrauensmann. Tanz im fleinen Saal statt. Achtung! Britz. Achtung! Sonntag, den 1. Mai cr., nachmittags 2 Uhr: Wetter 4voltig 4 bedeckt Temp. n. C. 5° C. 4° N. Stationen Barometer Windrichtung Windstärke Haparanda 773 Still Wetter Regen 4 heiter 754 NNW 756 SO 4hlb. bed. 7 bedeckt Temp. 1. G. JONN 15°.= 4° R. 9 753 SSW 25lb. bed. 12 Charlottenburg. Achtung! Sonntag, den 1. Mai 1898, mittags 12% thr, im Lokale ,, Bismarkshöhe", Wilmersdorferstraße 39, und Gambrinus- Brauerei, 2Ballstraße 94: Große öffentliche Versammlungen für Männer und Frauen. Tages Ordnung: Referenten: Genosse Schriftsteller Calwer und Genoffe Otto Flemming. Die Bedeutung des 1. Mai. 203/9 Die Gewerkschafts- Kommission. Achtung! Bananschläger Berlins. Sonntag, den 1. Mai, nachmittags 1% Uhr, bei Herrn Buske, Grenadierstr. 33: Oeffentliche Versammlung mit Franen. Tages Ordnung: Vortrag des Genossen Kuschke über:„ Bedeutung des 1. Mai." Nach der Versammlung: [ 33/9 Gesellschaftliche Maifeier. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Vergolder. Laut Beschluß der letzten öffentlichen Versammlung machen die Ver golder und Bernfsgenossen am [ 227/3 " 1. Mai einen Ausfing mit Damen nach dem Lokal Pferdebucht" bei Köpenick. Abfahrt morgens 8 Uhr vom Schlesischen Bahnhof. Um rege Betheiligung bittet Der Vertrauensmann. Fachwerein Deutscher Holzarbeiter- Verband. Oeffentliche Volks- Versammlung Oeffentliche Volks- Versammlung der Musikinstrumenten- Arbeiter. Zahlstelle Berlin. Heute Freitag, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20/21: Sitzung der Ortsverwaltung. Branche der Korbmacher. Dienstag, den 3. Mai, abends 8 Uhr, Annenstr. 16, oberer Saal: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Ergänzungswahl der Kontrollkommission. 2. Branchen- AngelegenHeiten. 3. Verschiedenes. bei Bethge, Chausseestr. 39. 207/7 Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai." Referent: Genosse Dupont Berlin. 2. Wahl eines Wahlkomitees. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. R Tischler- Verein. Sonnabend, den 30. April 1898, abends 8½ Uhr, Melchior- Strasse 15, General- Versammlung. Montag, den 2. Mai, abends 8 1hr, in ben ,, Oranien- Hallen", Oranienstraße 51: Delegirten- Versammlung. Aus jeder Werkstatt ist ein Delegirter erwünscht. Die Kollegen werden ersucht, so schnell wie möglich ihre Bücher in Ordnung zu bringen, da vom 1. Mai der 20 Pf.- Beitrag eingeführt wird. Die„ Einigkeit", das Organ der Vertrauensmänner- Sentralisation, fann Sonnabends bei Heinrich, Naunynstr. 78, und bei dem Vertrauensnmann Arendt, Staligerstr. 103, 3 Treppen, in Empfang genommen werden. Die Adresse des Vorstandes ist: G. Darsow, Grünauerstr. 25. Achtung! Den Kollegen zur Nachricht, daß am Sonntag den 1. Mai eine gemein Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Vierteljahr 1898. 2. Bericht same Fußpartie gemacht wird. Treffpunkt bei Heinrich, Naunynstr. 78, der Bibliothek. 9 Uhr. Abrechnung vom Ostervergnügen und Vereinsangelegen 141/18 Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimirt. 198/11 Unserm Genoffen Herm. Müller Sonntag, den 8. Mai: Herrenpartie nach dem Siebni Schmerzlose Zahnoperat. etc. zu feinent heutigen vierzigften Wiegenb. Treffehn, Adlershof, Bismarckstr. 6. feste die besten Glückwünsche.[ 32806 Die früheren Mitglieder des aufgelösten Lokalverbandes werden ganz heiten. besonders darauf aufmerksam gemacht und ersucht, ihre Mitgliedskarten mitzubringen, um dieselben, so weit es noch nicht geschehen, gegen die Verbands: See. bücher umzutauschen. [ 80/1] Die Ortsverwaltung. Treffpunkt Stettiner Bahnhof 8 Uhr morgens. Der Vorstand. Die Genossen Berlin 1, 1-5 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 29. April. Opernhaus. Margarethe. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Raub der Sabine: rinnen. Anfang 7 Uhr. Urania Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vorm. ab. Eintritt 50 Pf.. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. 1 Charlottenburg. Sonntag, den 1. Mai 1898: Arbeiter- Maifeier Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler n. and. gewerbl. Arbeiter. ( Dertliche Verwaltung Berlin B.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bürstenmacher Otto Müller, Invalidenstr. No. 57-62. in Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39, und im Saale der Gambrinus- Brauerel, Wallstr. 94. am Dienstag, den 26. d., verstorben ist. Täglich abends 7 Uhr: Ausstellungs- Saal und Vorträge. Grosses Garten- Konzert. Näheres die Tagesanschläge. Deutsches. Nathan der Weise. An Passage- Panopticum. fang 7 Uhr. Leffing. In weißen Röß'l. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. Kinder der Bühne. Anfang 7 Uhr. Goethe. Die Kinder der Excellenz. Anfang 72 Uhr. Schiller. Brand. Anfang 8 Uhr. Unter den Linden. Der Opernball. Anfang 72 Uhr. Neues. Die Freuden der Häuslich feit. Anfang 71 11hr. Residenz. Der Fall Corignan! Vor: her: Finale. Anfang 8 Uhr. Thalia. Der Tagelwurm. Anfang 7½ Uhr. Central. Familie Eggers. Anfang 71 Uhr. Oftend. Berlin, wie es weint und Tacht. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Der rechte Schlüffel. Anfang 8 Uhr. Luisen. Arme Mieze! 8 Uhr. Friedrich Anfang Wilhelmstädtisches. Das Zeichen des Kreuzes. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Eine Gefallene. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundl. Ausstellung v. 10 Uhr vormittags ab. Abends 8 Uhr Wissenschaftl. Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich ( außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Passage Panoptikum. 36 schwarze Mädchen aus unseren afrikanischen Kolonien. Apollo. Spezialitäten. Auf. 7 ur. Uhr. 36 203/10 schwarze Mädchen aus unseren afrikanischen Kolonien. Vorstellungen 12, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Ein lebender RiesenOrang- Utan der, Waldmensch" von der Insel Borneo, 12 Met. hoch. Salambo, die schöne Schlangenbändigerin. Festgesang der Arbeiter- Gesangvereine Charlottenburgs( Mitgl. d. A.-S.:B.). Humoristische Vorträge. Bei eintretender Dunkelheit großer Kinder- Fackelzug in Bismarckshöhe. In beiden Sälen Tanz. Entree 20 Pf. Kasseneröffnung 3 Uhr. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Tanz 50 Pf. NB. Der Garten der Gambrinus- Brauerei ist Umstände halber zum 1. Mai nicht zu haben. Die Vertrauensleute. Arbeiter- Sängerbund Achtung! Berlins und Umgegend. Das Brandenburger Provinzial- Sängerfest Achtung! Die Beerdigung findet am Freitag, den 29. ds., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Simeon- Kirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Um rege Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Verein Deutscher Schuhmacher. Schäfte Brauche. = Filiale V. [ 170/1 Sonnabend, den 30. d., ab. 81/2 Uhr: Versammlung bei Schiller, Rosenthalerstr. 57. Zentral- Kranken- und SterbeKasse der Tischler 2. Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 3( Hamburg.) Dertliche Verwaltung Berlin C. Montag, den 2. Mai, abds. 8 Uhr, [ 182/5 ist nunmehr zum Sonntag, den 17. Juli, festgesetzt und diene den Vereinen zur Kenntnißnahme. bei Werner, Bülowſfir. 59: Maifeier! Den Bereinen, welche in der Brauerei Friedrichshain gefanglich mitwirken, zur Nachricht, daß Mitglieder- Bersammlung. die Probe folge eines Jrrthums seitens des Dirigenten nicht stattfand und wird der Bundesdirigent nunmehr die dortige Leitung übernehmen. AUSSTELLUNG am KURFÜRSTENDAMM. Carl Hagenbeck's Apollo- Theater INDIEN Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Robert Steidl Eugenie Fougère und 30 Schiller- Theater hervorragende Spezialitäten. ( Wallner Theater). Freitag: Brand. Sonnabend: Kasseneröffnung 61/2, Anf. 71/2 Uhr. Sonntag, den 1. Mai 1898: Beginn der Blaues Blut. Sommer- Saison Sonntag, nachm. 3 Uhr: Anzengruber Cyclus. 3. Vorst. Der Meineidbauer. Abends 8 Uhr: Kyritz- Pyriz. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. C. Weiß. Bum 73. Male: Berlin, wie es weint u. lacht. Volksstück mit Gesang v. Kalisch. Ferdinand: C. Weiß. Anfang 8 Uhr. Jm Tunnel vor u. nach der Borst. Gr. Frei- Konzert. Anfang 7 Uhr. Sonnab.: Jm Irrenhause. Sonntag Nachm. halbe Preise: Die Räuber. Abends 8 Uhr: Satan Gold. Die ausgegebenen Vorzugsbillets v. ,, Unt. der Polarfonne" behalt. ihre Giltigkeit. Luisen- Theater 34. Reichenbergerstrasse 34. Abends 8 Uhr: Arme Mieze! Bosse mit Gesang in 7 Bildern nach 0. F. Berg, fret bearbeitet von Max Schönau. Musik von Fritz Krause. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachm. 3 Uhr: Volks: vorstellung zu kleinen Preisen: Von Stufe zu Stufe.. Abends 8 Uhr: 1. Gastspiel Emma Frühling. Zum 1. Male: Der jüngste Lieutenant. Vorbestellungen v. Billets durch Telephon Amt 4 Nr. 2074 werden ohne Aufgeld an der Abendkaffe refervirt. Central- Theater Alte Jakobfir. 30. Nur bis 1. Mai! Die 3 lekten Abschiedsvorst. des plattdeutsch. Gesammt- Ensembles des Ernst Drucker- Theaters aus Hamburg. Familie Eggers Anfang der Vorstellung Sonntags 72 Uhr, Wochentags 8 Uhr. In Vorbereitung: Vorstellungen in der Arena: 5 und 8 Uhr nachm. Im Theater ab 4 Uhr beständig, ab 4 Uhr nachm.: Gr Militär- Doppel- Concert. ENTREE 50 Pf. W. Noack's Theater Brunnen- Strasse 16, Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: SAVIGNYPLATN Genossen Freunden, Bekannten empfehle meine Lokalitäten nebst Vereinszimmer, faffend 30-40 Per: sonen, mit Instrument. 32886 Angenehmer Familien- Aufenthalt. ff. Weissbier. W. Mehlberg, Weißenburgerstr. 38. Gr. Extra- Theatervorstellung. Bersandbier. Papa's Liebschaft. Schwant in 4 Akten von Malachow und Elsner. Nach der Vorstellung: Don Juan in der Hölle. Tanzkränzchen. Am 2. Mai Schluss der Saison! Nur noch 5 Vorstellungen des sensationellen Schaustückes Constantinopel. Ein neuer Beweis für die grosse Beliebtheit und unerreichte Tüchtigkeit des Budapester Possen- u. Operettentheaters in Kaufmann's Variété ist der stürmische Beifall u. das stets überfüllte Haus bei dem Anton u. Donat Herrnfeldschen Lustspiele Die vierte Frau, welches sowohl d. Interpreten des eigenart. Budap. 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Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Wahlversammlungen. " M., In die Preßkommission wurden die Genossen Leid und Dornbusch gewählt. von Heinrich " Freitag, 29. April 1898. voll dem B ber Teufel gehen. Ohne diese Rechte giebt es feine friedliche, gesunde in welcher die Versammlung verspricht, mit aller Energie dafür zu Entwickelung. Wer also für friedliche Entwickelung ist, muß die sorgen, daß der bisherige Vertreter Friß 3ubeil siegreich aus Eine Parteiverfammlung des sechsten Wahlkreises tagte schüßt. Die Junter sind fecker und die Regierung ist reaktionärer 3argas, Rühn und Jeszorsti; für Mariendorf Senger, Sozialdemokratie unterfüßen, die einzige Bartei, welche diese Rechte der Wahl hervorgehe. In das Wahlkomitee für Tempelhof wurden am Dienstag im„ Kösliner Hof". Der Saal war bis auf den letzten geworden. Wir gehen Zuständen entgegen, wie sie in Rußland und Lehmann und Schüttekop und für Marienfelde Bommert, Platz gefüllt. Die Vertrauensleute gaben ihren Rechenschaftsbericht der Türkei herrschen. Es ist ein altes Kunststück der Reaktion, daß C. Greulich und Trebus gewählt. Unter Verschiedenes" für das letzte Halbjahr. Klose, Vertrauensmann für die Schön sie durch glänzende äußere abzulenken hauser Vorstadt, hat eingenommen 3620,23 M., ausgegeben für Volkes Politik die Aufmerksamkeit des machte Thiel auf die während der Wahlzeit erscheinende WahlAgitation 966,50 M., abgeliefert 2600 M., Bestand 59,73 M. Darum begab sich auch die deutsche Regierung auf das und zur Verbreitung derselben auf. den Mißständen im Innern abzulenten sucht. Zeitung" aufmerksam und forderte die Genoffen zum Abonnement Den 1. Mai bei Teutschbein Hennig, Vertrauensmann der Rosenthaler Vorstadt, hat ein Gebiet der Weltpolitik. Nach Samoa und der afrikanischen Kolonial in Marienfelde zu feiern, wird auf Antrag Thiel angenommen genommen 4001,43 M., ausgegeben für die Stadtverordneten- Wahlen politik haben wir jetzt mit der Erwerbung in China zu thun. In und die Versammlung mit einem dreisachen Hoch auf die inter426,90 m., Agitation 1456,80 m., abgeliefert 2050 W. Der Frage der Weltpolitik stimme ich den Ausführungen an, die nationale Sozialdemokratie geschlossen. Besiand 67,73 M. Eugen Ernst, Vertrauensmann für mein Freund Ledebour kürzlich über dieselbe gemacht hat. Alle VorWedding und Oranienburger Vorstadt, hat eingenommen Paukow- Niederschönhausen. Am Sonntag, den 24. d. M. theile, die in China zu holen sind, hätten wir haben können, ohne tagte in 6259,09 M., ausgegeben 1526,28 M., abgeliefert 4700 M., Bestand daß militärische Eingriffe gemacht wurden an einer Stelle, wo gar lung, in welcher Genosse Arthur Stadthagen referirte. Nieder Schönhausen eine Bolts Versamm 32,81 m. Gräschte, Vertrauensmann für Moabit, bat eingenommen kein Feind zu sehen war. Zur Bethätigung des Industrie- und Die Versammelten, welche äußerst zahlreich erschienen waren, folgten 1746,20 m., ausgegeben für die Stadtverordnetenwahl 1059, Agitation 43,20 m., abgeliefert 500 m., Bestand 144 M. Auf Aus Handelskapitals in Riautschou bedurfte es nicht des Spaziers mit lebhaftem Interesse den Ausführungen des Referenten, Ein Vorwand für die Welt- und welcher, ganges des Prinzen Heinrich. ausgehend trag der Revisoren wurden die Vertrauensleute entlastet. Ein Bericht Kolonialpolitik ist auch der, die überschüssige deutsche Bevölkerung Vorwärts" erlassen hatte, das Unrecht schilderte, welches welchen Wahlaufruf, über die Preßkommission konnte nicht gegeben werden, da die bis- solle dem Mutterlande erhalten werden. Warum gehen denn so fich die herrschenden Klaffen im Reichstage innerhalb der herigen Mitglieder am Erscheinen behindert waren. Punkt brachte Kröhn die Angelegenheit zwifchen Ledebour und Vaterlande nicht ertragen tönnen. So erklärt es sich, daß sie im schulden kommen lassen. Im Gegensah hierzu hob der Referent die Bei diesem viele Deutsche ins Ausland? Weil sie die drückenden Zustände im legten fünf Jahre gegen die arbeitenden Klassen hatten zu der Redaktion des„ Vorwärts" zur Sprache; er meint, es sei nicht Auslande, wo sie bessere, freiere Zustände finden, von Abschen gegen Rechte, welche wir fordern, ganz besonders in bezug auf das Unfallrichtig gewesen, daß der Vorwärts" die Ledebour'sche Zuschrift zurück- unsere Einrichtungen erfüllt werden. gewiefen habe. Riefel stellt und begründet eine Resolution, welche soziale und politische Freiheit errungen werden. Das ist es, was schließen mit den Worten, nicht zu ruhen und zu raften, bis Im Vaterlande muß die gefeß, die Gesinde- Ordnung, das Koalitionsrecht hervor, um zu Die Mitglieder der Preßkommission verpflichtet, dahin zu wirken, daß das deutsche Proletariat thun wird Wir wollen nicht dem Irrlicht die bei Meinungsverschiedenheiten über innere Parteiangelegenheiten der Weltpolitik nachjagen, sondern daheim Freiheit und Gerechtigkeit Gegner in Ziele, welche wir uns gesteckt, gesteckt, erreicht sind. Da beide Theile zum Wort kommen. Dr. Gradnauer legt die die Diskussion nicht eingriffen, troßdem eine Gründe dar, Die Sozialdemokratie fann für diese Weltpolitik, Auzahl anwesend aufrichten. die warum war, wurde ein Wahlkomitee gewählt, Redaktion Ledebour's Ginsendung die eine Raubpalitit ist, nicht eintreten. Das Recht der Eroberung bestehend aus Schünemann, Geride, Enterling für nicht aufgenommen habe. Die Resolution besage im übrigen ist ein Barbarenrecht, wir aber wollen eine Gesellschaft des Friedens. Schönhausen, für Pankow Freiwaldt, Karl Hoffmann, etwas Selbstverständliches und er ersuche, über sie zur Tages. Redner geht nun auf die von unseren Gegnern des öfteren auf ordnung überzugehen. Riesel spricht für Annahme feiner gestellte Behauptung ein, die Sozialdemokratie habe die faiserliche Krause und Rummert. Bum. Schluß betonte der Borsigende, Hoffmann, Ernst Krause, Hermann Resolution. Ledebour wendet sich gegen Gradnauer und Sozialpolitik bekämpft und dadurch die Einführung des sozialen daß jeder Genoffe die Pflicht hat, während der Wahl sich in den in schärfster Form gegen die Ablehnung seiner Einsendung. Königthums verhindert. Er( Redner) habe schon im Jahre 1890 zu Dienst der Partei zu stellen und wie den 1. Mai, auch den 16. Juni, Dr. Gradnaner meldet sich nochmals zum Wort, Ledebour gleich einem Franzosen, der ihn interviewte, gefagt: bei uns herrsche ber den Wahltag, als Feiertag zu betrachten hat. falls. Es wird jedoch ein Antrag auf Schluß der Debatte au- Kapitalismus. Der Staat müsse entweder dem Kapitalismus genommen. In der Abstimmung über den Antrag auf Uebergang dienen, Französisch Buchholz. Hier fand am Sonntag, den 24. b. M., oder, wenn zur Tagesordnung wurde dieser Antrag mit großer Majorität an- werden die faiserlichen Erlasse durchgeführt eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Arthur sollen, sich auf die Arbeiter stützen. genommen. Da jedoch bezweifelt wurde, ob die Versammlung den werde aber nicht geschehen, und darum fönnten die Erlasse auch Stadthagen referirie, die Versammlung, welche so stark besucht Sinn der Abstimmung verstanden habe, ließ der Vorsitzende noch nicht durchgeführt werden. mals abstimmen. Die Abstimmung blieb die gleiche wie zuvor.*) Und so ist es gekommen. Niemals war, daß der überwachende Beamte den Saal absperren wollte, wurde der Versuch gemacht, ein soziales Königthum anzubahnen. folgte mit Interesse den Ausführungen des Referenten. In der Wenn Eugen Richter fagt, die Sozialdemokratie habe durch ihr Diskussion wurde hervorgehoben, daß jeder die Pflicht hat, fich dem Nunmehr nahm Genosse Liebknecht das Wort zu seinem Vorschub geleistet, so hat er ja in gewisser Hinsicht recht, denn von Lange„ Gasthof zum Storch" in Franz. Buchholz. Ferner beschloffen Auftreten die bürgerliche Opposition geschwächt und der Reaktion bier bestehenden Arbeiterverein anzuschließen, welcher jeden Donners tag nach dem Ersten im Monat tagt. Das Vereinslokal ist bei Vortrage über: Die Sozialdemokratie und die Reich 3 dem Augenblick an, wo die Sozialdemokratie auftrat, wandte sich die Anwesenden, den 1. Mai gemeinschaftlich mit den Genossen in tagswahlen. Er bedauerte zunächst, daß die soeben besprochene das Bürgerthum, Arm in Arm mit der Reaktion, Angelegenheit einen Mißklang in die Versammlung gebracht. Als die die Sache zwischen Ledebour und der Redaktion sich abspielte, fei er eige hat das Bürgerthum die Fahne der Freiheit in den gegen Emanzipations Bestrebungen der der Arbeiterllaffe. Nieder- Schönhausen zu feiern. Reinickendorf. Am Dienstag tagte bei Böttcher eine gutnicht anwesend gewesen. Der Grundsaß, daß keinem Genossen Staub geworfen. Wir tragen sie jetzt und kämpfen damit auch für besuchte Volksversammlung, in welcher der Reichstags- Abgeordnete das Wort abgeschnitten werden dürfe, müsse selbstverständlich die bürgerlichen Freiheiten. Heute giebt es feine Demokratie mehr, Arthur Stadthagen über das Thema„ Gewalt geht vor hoch gehalten werden und er hoffe, daß sich über die Anwendung außer in der Sozialdemokratie. Das Bürgerthum ist durch und Recht" referirte. Stürmischer Beifall lohnte den Referenten für dieses Grundſages Einigkeit werde erzielen lassen. Redner dankt durch reaktionär geworden, das Proletariat aber hat die Aufgabe seinen Vortrag. Eine dem Referat entsprechende Resolution fand den Parteigenossen, daß sie ihn während seiner Abwesenheit wieder und die Macht, dem sozialen Gedanken zum Siege zu verhelfen. einstimmige Annahme. Troß Aufforderung meldete sich von den als Reichstags- Kandidaten aufgestellt haben und geht dann auf das Jekt find wir mitten im Wahlkampf. Es gilt daher, zu agitiren, Gegnern keiner zum Wort. Genoffe. Beidler ersuchte die AnThema des Vortrages ein. Er könne an einem Abend natürlich ชิน den fünf Berliner Wahlkreisen, die in wesenden, am 16. Juni voll und ganz ihre Pflicht zu thun. Die nicht über alle den Wahlkampf berührenden Fragen reden. Die Beunseren Händen sind, noch den ersten Kreis zu erobern. Lausbuben und das Gefindel" müssen die Antwort geben. Hierauf deutung der Wahlen sei jedem Genossen klar. Die Dinge haben sich so zu 50 Kreis lange diefer gespitzt, daß die Reaktion sich genöthigt sehe, reinen Tisch zu machen das treter auch persönlich ein tüchtiger Mann sein mag fein gegenwärtiger Ver- wurde ein Wahlkomitee bestehend aus den Genossen Müller, in freiei, Gustav Beiße, Röhnte und Schabrick gewählt. Wahlrecht auf die eine oder andere Art zu beseitigen, oder doch zu sinnigen Händen ist, befindet er sich nicht in sicheren Händen. Nur Weiter wurde noch darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonntag verkümmern. Man will deshalb einen Reichstag zusammentrommeln, in unserer Hand ist er sicher. Darum möge jeder seine Kraft für bei Böttcher die Maifeier stattfindet. Mit einem Hoch auf die der zur Verschlechterung des Wahlrechts die Hand bietet. Wenigftens die Agitation ausnüßen. Auch an die Frauen wenden wir uns, die internationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung ge= möchte man das Wahlgeheimniß beseitigen. Da antworten wir heute noch rechtlos sind. Nur die Sozialdemokratie hat die volle schloffen. Das dulden wir nicht! Wer die geheime Wahl angreift, der greift Bleichberechtigung der Frauen auf ihre Fahne geschrieben, darum Das allgemeine Stimmrecht an! Das dürfen wir uns nicht rauben ist es Pflicht jeder Frau, sich in den Dienst der Agitation zu stellen. Laffen. Es kommt darauf an, daß bei der bevorstehenden Wahl so viele Die Partei, mit der die Frau geht, wird auch den Sieg erringen. fozialdemokratische Stimmen abgegeben werden, daß die Reaktion nicht Stürmischer Beifall folgte dem Bortrage. Bur Distuffion meldete daran denken kann, das Wahlrecht zu beschneiden. Es handelt sich sich niemand. Der Borsigende schloß die Versammlung mit einem für uns weniger um die Zahl der zu erringenden Mandate, als Soch auf die internationale Sozialdemokratie. Lebhafte Hochrufe 2. 2. 40. Sie können beim Amtsgericht Nachlaßregulirung beantragen. um die Zahl der Stimmen, welche für die Sozialdemokratie ab auf Liebknecht ertönten aus der tausendköpfigen Menge. A. 56. Ja. Der Vater soll aber schleunigst Antrag auf Entlassung aus gegeben werden. Da hat Berlin mit seinen Hunderttausenden von der Untersuchungshaft stellen. G. 102. Wenden Sie sich behufs genauter Proletariern nicht nur die Wucht seiner Stimmen in die Urne zu Auskunft an den Magistrat. E. W. 1. Eine vorherige Mahnung ist Marienfelde. Am Sonntag, den 24. April 1898, tagte in nicht erforderlich. werfen, sondern alle überschüssigen Kräfte müssen in den Dienst der Marienfelde bei Teutsd bein Schlafbursche. Es muß spätestens am 15. zum 1. eine Boltsversammlung, welche gekündigt werden. 2. 23. 1. Am 31. Dezember 1899. 2. Ja. G. Agitation gestellt werden in den Kreisen, wo der Kampf ein sich eines zahlreichen Besuchs zu erfreuen hatte. Als Referent. 20. Nur wenn die Schulden zweds Unterhaltung des nothwendigen schwerer ist, wie hier in Berlin. Wir haben zu kämpfen war der Reichstags- Abgeordnete Fritz 3ubeil erschienen, welcher unterhalts des Sohnes gemacht waren. D. M. 333. Ja.-F. H. 29. nicht nur für die Erhaltung des Wahlrechts, sondern auch für die über die bevorstehenden Reichstagswahlen sprach und sich seiner Sie müßten eventuell doppelt zahlen; laffen Sie also lieber die Hand weg. Erhaltung des Roalitionsrechts. Wenn wir einen reaktionären Aufgabe in zweistündiger Rede in bester Weise erledigte. Redner ging Fischer. Die Taye ist leider sehr hoch; vielleicht versuchen Sie es mit Reichstag bekommen, dann ist es sicher, daß diese beiden Rechte zum mit den Agrariern bezüglich der Handelsverträge scharf ins Gericht, innerhalb 14 Tagen nach Empfang des ablehnenden Bescheides an die einem Antrag an die Gesellschaft. S. O., Köpenick. Sie können sich besprach sodann die hohen Zölle auf Lebensmittel, wie Sala, Kaffe 2c., Oberstaatsanwaltschaft beim Kammergericht beschiveren. *) Die Redaktion des Vorwärts" hält an ihrer Ansicht feft, führte den Anwesenden an der Hand von Zahlen die Marinevorlage Möglichkeit besteht für beide Fälle. 2. Nein. Pauvel. 1. Die G. 100. Der Vertrag daß eine öffentliche Diskussion dieser Angelegenheit, zumal im und deren Zustandekommen vor Augen und endete seinen Vortrag bleibt giltig. Sie können auf Einräumung der Wohnung und Schadensjebigen Augenblick der Vorbereitung zum Wahlkampf, nicht im mit der Besprechung des allgemeinen Wahlrechts; daß wir Alle auf erfaz flagen; auch Antrag auf Bestrafung wegen Urkundenfälschung stellen. Interesse der Partei liegt. Sie wird deshalb auch auf die in dieser der Hut sein müssen, um uns die einzige Waffe, das einzige Recht G. Sch. Eichendorffstraße. a) Die Ihnen gemachte Versicherung Versammlung gegen sie gerichteten Angriffe nicht weiter antworten. des Arbeiters, dessen Stimme am Tage der Wahl den gleichen Werth ist zutreffend. b) Ja. Lassen Sie die Sache laufen. 100. Nein Sie ist aber nach wie vor bereit, vor jeder Parteiinstanz den Nachweis hat, wie die des reichen Mannes, uns nicht entreißen zu lassen. eifrigem Studium wohl zur Erlernung der französischen Sprache hinreichen. B. 100. Anderthalb bis zwei Jahre dürften bei täglich gepflogenem, zu liefern, daß die Ablehnung der Erklärung des Genoffen Ledebour In der hierauf folgenden Diskussion sprachen die Genoffen In der Berlitz- School, Leipzigerstraße, sind, wenn wir nicht irren, für täglich nicht aus prinzipiellen, sondern aus rein sachlichen Jeszorsti, Lehmann, Wolf und Greulich im Sinne eine Stunde monatlich 20 m. zu zahlen. Toussaint- Langenscheidt's briefGründen erfolgt ift. des Referenten und wurde eine Resolution einstimmig angenommen, liche Methode foftet komplett 27 M. auch im " Briefkasten der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet am Montag, Donnerstag nud Freitag von 6 bis 7 Uhr abends statt. Freitag und Sonnabend Porzellan Kaffeekannen 28. Zuckerdosen 18 weiss Pf. Milchtöpfe 12„ L weiss Milchtöpfe 10 PL weiss Tassen 13 weiss weiss Pf. Dessertteller 7 L weiss P Pf. Warenhaus A.Wertheim Deutsche Schuh- Fabrik vorm. G. Markus& Co., Ges. m. beschr. H. Erfurt- Ilversgehofen Renommirtes Fabrikat. MACHT STARK EINIGKEIT GESETZL SCHUHFABRIK ERFU DEUTSCHES GESCH Wir empfehlen: Beste Zuthaten. Herren- Zugstiefel, gewaltt, Spezialität..7 m. 99 99 99 99 99 ohue Naht, Spiegel 8,50 M. 99 Besa n. Knopfverzierung 3,90, 4,50, 5,50, 6,50, 7,50 bis 15 m. Agraffenstiefel, Besat, 6,50, 7,50, 8,50 bis 18 M. Schnür, Zug, Haus-, Kellnerschuhe in den verschiedensten Dessins und Preislagen. 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Klaffe 198.gl. Preuß. Lctterie. Biebung vom 28. April 1898, nachmittags. Nur die Gewinne über 210 Rart find den betreffender Nummern in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 46 63 98 209[ 1500] 364 440[ 300] 52[ 500) 786 805 [ 3000] 913 39 98 1165 74 223 40 90 648[ 800] 88 700 [ 1500] 895 917 2018 114[ 500] 97 204 305 509 88 93 787 876 3112 80[ 300] 274 307 54 443 517 42 87 770 846 87 961 4171 212 20 28 449 75[ 300] 500 5085 [ 1500] 103 64 281 97[ 3000] 415 48 651 723 92 837 53 [ 300] 58 73 6136 52 390 773 819 70 910 79 7004 115 [ 1500] 28 35 76 332 432 53 73 503 61 91 672 980 8267 512 28 46 657 740[ 500] 66 887 934[ 300] 81 0131 288 [ 3000] 357 761 67 10210 87 378 505 43 621 700 46 79 11001 170 79 366 494 552 82 631( 8000] 849 910 53 93 12162 211 829 69 440 79 529 55( 500] 80 740 850 13128[ 500] 320 [ 500] 600 5 961 14150 296 620 702 15017 31( 3000] 359 622 842[ 1500) 927 16130 86 369 411 70 90 537 704 66 17054 139 67 213 503 624 802 28 91 998 18047 182 213 461 527 88 91 623 58[ 300] 69 716 48 841 954 [ 1500] 19106 239[ 500] 60 74 381[ 3000] 83 556 709 836[ 1500] 20007 41 84 101 97[ 3000] 233 417 83 571[ 800] 705 8 77 832 21154 358 465 85 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Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin, Druck und Berlag von Wing Bading in Berlin,