Mr. 228. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Vorwärts" Berliner Dolksblaff. Mittwoch, den 30. September 1891. " Expedition: Beuth- Straße 3. tungen nicht wenig Spott über die Kleiderverordnungen zu Stande kommt- trägt ein solcher dann zur guten der Höfe ausgegossen haben- dieselbe Bourgeoisie erläßt Bürgerschaft" gehörender Mensch die ihm von seiner durch eine Kleiderordnung für Ladenmädchen. Man verschweigt die Zeitungen zugetriebenen Frau geschenkten oder anMit dem 1. Oktober eröffnen wir ein neues Abonnement auch nicht die Gründe, welche diese sonderbare Neuerung geschafften Kleider mit mehr Ehre, als ein Ladenmädchen, veranlaßt haben. Die gute Bürgerschaft" von dem ein reicher Freund einen Schmuck angeschafft hat? auf den Berlin, besonders die weiblichen Elemente, nimmt ergerniß Die Bourgeoisie kritisirt bei dieser Gelegenheit, wie an dem„ kecken" Auftreten der Ladenmädchen und da so oft, unwillkürlich ihr eigenes System und verurtheilt müssen gefällige Ladenbesizer Wandel schaffen. Unsere es am schärfsten. Wenn die Ladenmädchen sich von ihrem ,, oberen Behntausend" gehen in sich, und es sieht aus, eignen Lohn keine ordentlichen Toiletten anschaffen können als wollten sie zur Abwechslung in Sack und Asche warum bezahlt man sie nicht besser? Der bevorstehende Parteitag in Erfurt mit seiner wichtigen trauern. Vielleicht sind sie so zerknirscht wegen der Aus- Namentlich in den Geschäften, wo elegante Toiletten Tagesordnung macht es jedem zielbewußten Arbeiter zur dringenden Bflicht, sich genau und so schnell wie möglich über die Verhand- fälle der sozialistischen Preſſe, die sich darüber lustig direkt verlangt werden? Die Löhne dieser sind meistens erbärmlich und es lungen zu informiren. Wir haben Vorkehrungen getroffen, die machte, daß der Ringkämpfer Abs so viel duftende Brief- Arbeiterinnen Genossen allerorts so schnell und ausführlich wie möglich über chen auf rosa Papier bekam, daß es ihm selber lästig kommt vor, daß sie 30 Mark und weniger pro Alles zu unterrichten, was für die Allgemeinheit wissenswerth ist. wurde. Auch daß den Indianern und anderen Wilden, Monat erhalten; dazu haben sie eine außergewöhnWir werden in ausführlichen Originalberichten und Telegrammen so im Panoptikum 2c. zu sehen waren, unglaubliche Auf- lich lange Arbeitszeit und häufig auch eine sehr täglich über die Verhandlungen referiren. Die Berichterstattung merksamkeiten von Berliner Damen aus„ besseren" anstrengende Beschäftigung. Von den elenden Löhnen ist bewährten Händen anvertraut. Kreisen erwiesen wurden, hat viel Anlaß zu Spott über der ganzen Branche spricht man nicht; nur von Der Bezugspreis des die Berliner haute- volée gegeben. Schwerlich sind unter den eleganten Toiletten, die einige Wenige haben oder den Verehrerinnen des Ringkämpfers Abs und der Sioux- auch blos haben sollen. Denn man kennt ja die Indianer viele Ladenmädchen gewesen. Allein es rast der Splitterrichterei unserer Bourgeoisie und ihrer bestellten See und will sein Opfer haben und das Opfer sollen Moralprediger, die sich ereifern können, wenn eine arme die Ladenmädchen nun einmal sein. Plätterin, von der Hize genöthigt, es sich leicht macht, Die gute Bürgerschaft" kalkulirt so: Wenn die während die ungenirte Schaustellung weiblicher Reize in den Ladenmädchen herausgeputzt sind, so deutet das darauf, Balltoiletten der oberen Zehntausend von denselben Leuten als daß sie einen Freund" haben, der ihnen Geschenke macht, ganz selbstverständlich betrachtet wird. Für die Bälle denn von ihrem Lohn können sie sich keine reichen Toiletten der Bourgeoisie wäre nach dieser Auffassung verschaffen. eine neue Kleiderordnung wahrhaftig mehr ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt mit dem Sonntagsblatt als Gratisbeilage beträgt 1 Mark 10 Pfennige monatlich frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Bostanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 k. für das Quartal entgegen. Wir ersuchen unsere Postabonnenten höflichst, das Abonnement rechtzeitig aufzugeben, damit die regelmäßige Zustellung des Blattes feine Unterbrechung erleidet. Die Redaktion und Expedition des " 1 Nun, es giebt unter den Ladenmädchen zweifellos nothwendig, als für die Ladenmädchen. solche, die auf diesem Wege ihre Existenz aufbessern. Aber Wir sind in diesen Dingen gewiß teine Philister, aber wir es gehört die ganze Beschränktheit der sogenannten„ guten möchten dann doch die Splitterrichter an ihren Balken Bürgerschaft" dazu, von sämmtlichen Arbeiterinnen vor erinnern und können eine solche zahlungsfähige Moral" Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bouſehen, daß sie solche Freundſchaften" pflegen. Die nicht ernst nehmen. Wenn es den herrschenden Klaſſen Die Ladenmädchen. Ladenmädchen müssen sich fast sämmtlich unter schrecklichen darum zu thun ist, der Unsittlichkeit zu steuern, so mögen Entbehrungen und großen Anstrengungen durch's Leben sie dies zunächst in ihren eigenen Kreisen thun; nach schlagen. Dazu kommt noch, daß viele Geschäfte sehr unten aber mögen sie der Ausbeutung und dem Elend darauf sehen, ob ihre Ladenmädchen eine hübsche Er- Schranken ziehen und die Moralität" wird sich von Die Berliner Bourgeoisie hat wieder eine Gelegen- scheinung machen, oder nicht, und das Publikum sieht selber bessern. Hungerlöhne zahlen und dazu Moral predigen--das heit gefunden, in„ sittlicher Entrüstung" zu machen. Die vielfach auch darauf. Die Toilette kommt dabei sehr in's Ladenmädchen sind es mit einem Mal, welche die bürger- Spiel und in manchen Geschäften wären die Ladenmädchen nimmt sich immer sehr schlecht aus. liche Moral gefährden; sie kleiden sich zu„ auffallend" vielleicht froh, wenn sie sich einfacher kleiden dürften. Die bürgerliche Gesellschaft hat weder ein Recht, und das soll in Zukunft vermieden werden. Eine förmliche Kleiderordnung ist in einzelnen Geschäften ergangen noch einen Grund, der arbeitenden Klasse in solcher Weise und wird wohl in vielen Nachahmung finden. Die Laden- die Moralität abzusprechen. Man werfe nur einen Blick Politische Lebersicht. Berlin, den 29. September. mädchen sollen„ einfach" gekleidet sein; sie sollen sich keine in die Annonzen der vielgelesenen bürgerlichen Presse. Pony- Löckchen brennen, sollen keine Tändelschürzchen und Schier jeden Tag fann man dort finden, daß ein gebildeter Mann, schöne Erscheinung, kräftig gebaut und beiter gegen die Gefahren des Betriebes wird durch die Der Leichtsinn und die Gleichgiltigkeit der Arfein in die Augen fallendes Geschmeide tragen. Man kann nur staunen. Dieselbe Bourgeoisie, deren gesund" natürlich ohne Vermögen- die Bekanntschaft Unfallversicherung erhöht und dadurch die Zahl der Unfälle Geschichtschreiber sich über das Verbot der Bärte unter einer vermögenden Dame zu machen wünscht. Wenn auf vermehrt dieser manchesterliche Trugschluß derjenigen vormärzlichen Regierungen lustig machen und deren Zei- diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege nun eine Heirath Unternehmer, die überhaupt keinen Schutz der ArFeuilleton. Nachdrud verboten.] [ 29 denn er begriff, daß die Zeit drängte, und daß er keine genommen und befohlen, sich schußfertig zu machen. MaschinenMinute zu verlieren hatte. Er warf einen raschen Blick mäßig hatten die Soldaten gehorcht, aber es war kein Zug auf die Soldaten, die hinter dem Offizier in Reih und darin, es klappte nicht. Er hatte anlegen lassen und Glied standen. Sie zeigten eine schwankende aber durchaus wollte" Feuer!" kommandiren, als er plößlich wankte und nicht kriegerische Miene. Ihre Anzüge, bedeckt mit Staub einen eigenthümlichen Luftsprung machte, welcher selbst in und Koth, trugen die Merkmale des Kampfes, den sie ohne diesem fürchterlich ernsten Augenblicke ein gewaltiges Lachen Er kehrt zurück! Begeisterung seit den drei Tagen durchfochten. Sie sahen hervorrief. Mijoulet hatte sich von seinem Posten entfernt; erschöpft aus und in der That, denn sie hatten während behende wie eine Kate war er zwischen der Mauer und der Originalroman von Jean Meroz. des Kampfes fast nichts gegessen. Vor Müdigkeit fielen Truppe entlang geglitten, hatte sich dann, auf allen Vieren Sie waren mit großer Mühe vor das Gitter gekommen, fie fast um, und der Gedanke, daß ihre Kugeln die Brust kriechend, zwischen die Beine des Offiziers geschoben, schnell welches nach den Quai d'Orsay hin angebracht ist. Es war von Franzosen durchbohrt hatten, peinigte sie. Das Fieber, wieder erhoben und ihn auf den Rücken geworfen. Marche- Seul nützte den Zufall aus. Durch ein kurzes verschlossen und durch eine starke Truppenabtheilung ge- welches Soldaten, die im Feuer stehen packt und sie zu den schützt, die entschlossen schien, es nicht verletzen zu lassen. schrecklichsten und hassenswerthesten Handlungen treibi, war Kommandowort trieb er seine Leute an und stürzte vorDeshommes ließ seinen Haufen halten und befahl Mijoulet, verschwunden, und seit mehreren Stunden, in denen sie da wärts. Der Kampf war kurz. Ueberrascht und entmuthigt welcher ihm folgen wollte, sich nicht von der Stelle zu standen, fühlten sie sich besiegt und verlassen in Gegenwart leisteten die Soldaten nur schwachen Widerstand. Einiges Handgemenge, Mann gegen Mann, entstand, rühren. Hierauf schritt er zu den befehligenden Offizier eines fiegreichen Volkes, welches sie wohl kannten und dessen in die vor und knüpfte ein Gespräch mit ihm an, welches in bei- Großmuth und Herzensgüte sie zu schätzen wußten. Marche- einige Schüsse, Luft abgegeben, abgegeben, knallten, nahe höflichem Ton anfing, bald aber gereizt und er- Ceul sah ein, daß eine energische Auftrengung diese Theil- und die Aufständischen zogen im aufgelösten Haufen nahmslosigkeit beseitigen würde und daß nur einige Offiziere hindurch, ohne einen Mann unwiderstehlichen Druck gab das Gitter Mein Herr, Sie werden sich zurückziehen und werden sich ihm entgegenstellen dürften. Er sah den Offizier scharf ihrem freie Bahn geben! an und sagte barsch zu ihm: Zum letzten Mal, mein Herr, nach; wie ein Waldstrom stürzten sie in den Hof und besetzten den Saal des Pas Perdus, während die Unmöglich, mein Herr, ich habe gemessenen Befehl Sie weichen nicht? dieses Gitter zu bewachen. Nein, mein Herr, es ist unmöglich! Menge, welche ihnen folgte, die Treppen der Tribünen erMarche- Seul trat einen Schritt zurück und rief mit stürmite. Marche- Seul zögerte keinen Augenblick. Er drang Ihr Widerstand ist nuklos, der König ist geflohen, und die Revolution ist, wie Sie sehen, überall siegreich. dem schärfsten Ton seiner Stimme aus: Nun, wir wollen in den Sizungssaal und nahm von dem Amphitheater, troz des verzweifelten Widerstandes der Huissiers Besitz. Die Dabei zeigte Marche- Seul mit der Hand dem Offizier durch froß alledem! Dann wandte er sich um, ging zu seiner Schaar Ankunft dieser Menge verursachte eine unbeschreibliche Beden Platz, von dem her unaufhörlich die Marseillaise erscholl. zurück und kommandirte: Vorwärts! Die Koloune setzte wegung. Das Schauspiel war überaus imposant. Zum besseren Verständniß des Auftrittes, der sich jetzt Mein Herr, ich kenne nur meinen Befehl und werde sich in Bewegung. Die Männer hatten ihre Gewehre erden Weg nicht freigegeben. Es ist unnöthig, länger in griffen und sich im Angesicht der Soldaten nur einige Meter in der Deputirtenkammer abspielte, nachdem sie durch das von ihnen entfernt in Gefechtsordnung gestellt. Auf der andern Bolt, welches den parlamentarischen Zungendreschereien der bittert wurde. mich zu bringen. zu verlieren. Unter Dieser Widerstand begann Marche- Seul zu erbittern, Seite hatte der Offizier seinen Platz als Führer seiner Truppe ein-„ vollkommen Befriedigten" ein Ende machen wollte, über beiter gegen die Gefahren und Unfälle der Betriebe wollen, spielte auch an der Berner Unfallkonferenz eine Rolle und wurde bekanntlich von Eugen Richter mit Behagen reproduzirt. Hätte Herr Richter gesagt, die Gefahren und Unfälle steigen in dem Grade, als die Ausbeutung intensiver, die Ausnutzung der Körperkräfte rücksichtsloser betrieben, die Arbeitszeit verlängert wird, so wäre er der Wirklichkeit näher gekommen, hätte damit aber eine andere unangenehme Wahrheit ausgesprochen. Je höher die Profitrate, um so höher nicht blos der„ Leichtsinn und die Gleichgiltigkeit", sondern geradezu die Gewissenlosigkeit der Unternehmer und daher die Zahl der Unfälle. Welches sind nun in dieser Richtung die thatsächlichen Erfahrungen, welche heute in Deutschland zahlenmäßig vorliegen? Wir haben schon vor 14 Tagen aus dem Referate des Reichs- Versicherungsamts- Präsidenten eine bezügliche Stelle zitirt, glauben aber heute den Wortlaut seiner hier in Frage kommenden Ausführungen geben zu sollen. Herr Dr. Bödiker sagte: Ich glaube auch der von Gegnern der obligatorischen Versicherung hin und wieder ausgesprochenen Meinung entgegentreten zu sollen, daß dieselbe die Zahl der Unfälle vermehre. Sie bilde, hat man gesagt, ein Ruhekissen für den Arbeitgeber und schläfere den Arbeiter ein; beide umgebe sie mit einem Panzer von Gleichgiltigkeit. Zum Beweise hat man die Resultate der deutschen Unfallversicherung, wie fie in den Rechnungsergebnissen zu Tage treten, die das ReichsVersicherungsamt alljährlich für den Reichstag aufgestellt hat, herangezogen. Nach richtiger Berechnung stellen sich die Relativzahlen der Unfälle in Deutschland für die Jahre 1886 bis 1889, auf 100 000 Versicherte berechnet, wie folgt: Todesfälle . Unfälle mit völliger Erwerbsunfähigkeit Unfälle mit theilweiser Gr • 1886 1887 1888 1889 70 77 68 72 45 78 44 49 werbsunfähigkeit... 109 210 288 270 Ein Vergleich der Ergebnisse der Jahre 1887, 1888 und 1889 mit denen des Jahres 1886 kann nun aber kein richtiges Bild geben, weil für die Speditions, Speicherei und Kellerei Berufsgenossenschaft, für die Fuhrwerks- Berufsgenossenschaft und für die drei Binnenschifffahrts- Berufsgenossenschaften, für welche bie Unfallversicherung erst mit dem 1. Juli 1886 ins Leben getreten ist, abgesehen von vereinzelten Todesfällen, nur die vom 1. Ottober bis Ende Dezember 1886 entschädigungspflichtig gewordenen Unfälle in der Statistik für 1886 aufge führt werden konnten. Ein Vergleich der Unfallangaben bei den vorangegebenen Berufsgenossenschaften in den Rechnungsergebnissen für das Jahr 1887 ergiebt in Summa eine um 899 Unfälle höhere Jahres- Unfallziffer, als nach den Angaben für das Jahr 1846 nachgewiesen ist. Hierzu kommt, daß für das Jahr 1886 eine Anzahl von Unfällen, die im Jahre 1885/86 zwar vorgekommen, für welche aber infolge der Rechtsprechung der Schiedsgerichte und des Reichs- Versicherungsamts die Entschädigungspflicht erst nachträglich festgestellt worden ist, ausgelassen sein wird. Gin zutreffenderes Bild wird es gewähren, wenn man von den Unfallzahlen des Jahres 1887 ausgeht und damit die Er gebnisse des Jahres 1888 und 1889 vergleicht. Hier ergeben sich, wenn die Todesfälle außer Betracht gelassen werden: 1887 1888 1889 Unfälle mit völliger Erwerbsunfähigkeit 78 44 49 Unfälle mit theilweiser Grwerbs: unfähigkeit. 210 288 270 ergebnissen für 1888 ebenfalls, abgesehen von den Todesfällen anwenden; 20 pбt., es wird lebhaft; 50 pCt., pofitiv wags für das erste Vierteljahr, nur die Unfälle von 3/4 Jahren( wegen halsig; für 100 pCt. stampft es alle menschder Karrenzzeit) eingestellt werden konnten. Bei einem Vergleichlichen Geseze unter seinen Fuß; 300 pCt., der Ergebnisse dieser beiden Berufsgenossenschaften ergiebt sich für und es existirt kein Verbrechen, das es nicht riskirt, 1889 eine um 536 Unfälle höhere Jahresunfallsiffer als sie für selbst auf die Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und 1888 naturgemäß in die Erscheinung treten konnte. Erwägt man außerdem, daß durch das Bekanntwerden der Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragiren. Wohlthaten und Absichten der Unfallversicherung in den letzten Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel." Jahren eine ganze Reihe von Unfällen zur Anmeldung Auch nach einer anderen Seite hin hat Herr gelangt sein wird, für welche früher aus Unkenntniß Entschädigungsansprüche nicht erhoben worden sind, und daß in- Bödiker den Verleumdern der Arbeiterfolge des Aufblühens der Industrie mehr und mehr klasse eine tüchtige Abfuhr zu Theil werden lassen. So ungeschulte Kräfte in den Betrieben angestellt werden ungeheuerlich die Behauptung ist, daß Jemand Leben und mußten, so findet die bei den obigen Relativzahlen hervor Gesundheit aufs Spiel setzen, als Krüppel durchs Leben tretende Steigerung der Unfälle im Zusammenhange mit den laufen wolle, blos um durch die Unfallentschädigung, die vorangeführten ziffermäßigen Erläuterungen ihre hinreichende im besten Falle nur den nothdürftigsten Lebenshalt ge Erklärung. Für die Annahme, daß die Wirkung der obligatorischen stattet, der Nothwendigkeit enthoben zu werden, mittelst Unfallversicherung eine demoralisirende sein soll, fehlt nach Arbeit sich die Existenzmittel erwerben zu müssen, so nieder dem Vorstehenden und auch wohl sonst jeder trächtig ist die andere, daß die Arbeiter Arbeitsunfähigkeit Anhalt. simuliren und frivole Forderungen aufstellen. Der Präsident des Reichsversicherungsamtes sagt darüber: Es ist ja auch an sich natürlich, daß die Arbeiter sich vor Unfällen möglichst hüten. Jedermann sucht sich Leib und Leben zu erhalten, dem Schmerz zu entgehen, vorwärts zu kommen; einige erbarmenswerthe oder erbärmliche Ausnahmen wollen dagegen nichts verschlagen." So der Präsident des Reichs Versicherungsamtes in einem im amtlichen Reichs- Anzeiger" ver öffentlichten Referate. Wir denken, das sollte genügen; und wem es nicht genügt, der will einfach aus Klasseninteresse die Wahrheit nicht sehen! , Daß die Arbeiter zur Aufstellung frivoler Forderungen neigten, fann feineswegs behauptet werden; auch spielt eine die Simulation ganz untergeordnete Rolle. Gerade der Umstand, daß sowohl bei den Schiedsgerichten, als auch im Reichsversicherungsamt Arbeitervertreter an der Rechtsprechung theilnehmen, hindert die Arbeiter an der Erhebung simulirter Ansprüche; denn sie wissen sehr wohl, daß Ihresgleichen in strenger Gerechtigkeit und Ehrenhaftigkeit gerade in diesem Punkte sehr feinfühlend sind. Allerdings läuft natürlich auch hier wie anderswo menschliche Schwäche und Schlechtigkeit mit unter, aber nicht mehr als anderswo; die Arbeiter sind eben nicht besser, aber auch nicht schlechter als der Durchschnitt der Nation." Welche Schuld tragen dagegen die Unternehmer, ihr Leichtsinn und ihre Gleichgiltigkeit" an den Unfällen? Auch darüber spricht sich in seinem Referat Herr Bödiker mit anerkennenswerthem Freimuthe aus. Und die von ihm Hat Baare Glück? Vor ungefähr 14 Tagen hat in vorgeführten Zahlen dürften sogar Herrn Richter zu be- der Wochenschrift für Bahnmeister" der königl. Bahnbenten geben. Er vertheidigt den Gedanken, daß die Arbeiter meister Büchmann aus Schwerte erklärt, daß er in seiner von den Beiträgen zur Unfallversicherung befreit bleiben, meister Büchmann aus Schwerte erklärt, daß er in seiner polemifirt dagegen, daß etwa bei durch Verschulden der neunjährigen Dienstzeit keine besseren Schienen als die Er fügte des von Bochum fennen gelernt habe". Arbeiter herbeigeführten Unfällen an der kostenlosen Recht- jenigen von Krupp und keine schlechteren als die sprechung und an der Entschädigung gerüttelt werde, Weiteren unter genauer Angabe wo, bei, daß z. B. im " wenn anders man nicht fährt er fort die durch die Jahre 1888 zwölf, 1889 einundzwanzig und 1890 siebennachgewiesene Schuld der Arbeitgeber oder ihrer Bevollmächtigten herbeigeführten Unfälle, für welche schon nach dem unddreißig Stück Schienen des Bochumer Vereins haben gemeinen Recht eine volle Ersatzverbindlichkeit bestand, voll als unbrauchbar ausgewechselt werden entschädigen will. Das letztere geschieht nach den deutschen Ende 1890 hätten sogar sämmtliche Schienen wegen Unfallversicherungs- Gesetzen aber nicht, vielmehr werden stets der zu befürchtenden Gefahr beseitigt werden müssen. Diese die gleichen Renten gezahlt, und es hieße in der That Mittheilung, deren Richtigkeit nicht bestritten wird, scheint auch nur die früheren odiösen Haftpflichtprozesse wiederbeleben, dem Herrn Düchmann( oder Düpmann?) übel bekommen wollte man für den Fall der Verschuldung der Arbeit zu sollen: wie die Rhein.- Westf. 3tg." aus Hagen ver geber oder ihrer Bevollmächtigten höhere Renten bewilligen. nimmt, ist gegen ihn auf direkte Verfügung des Daß die Unfälle der letteren Art teineswegs müssen. selten sind, ist durch die für das Jahr 1887 vom Reichs- Eisenbahnministers Thielen die DisziplinarAllzuviel dürfte Versicherungsamt aufgenommene umfassende Unfallstatistik er- Untersuchung eingeleitet worden. wiesen. Denn als dem Unternehmer zur Last diese Disziplinar- Untersuchung Herr Baare für sich doch fallend, wegen mangelhafter Betriebs- Ginnicht ausuüzen können, denn sogar die„ Rhein- Westf. 8tg.", richtungen, wegen des Fehlens von Schuh- Vor- das Organ des Herrn Kommerzienraths 2c., muß die Thatrichtungen oder wegen keiner oder ungenügender sache des schlechten Materials offen zugeben, plädirt aber Anweisung der Arbeiter ergaben sich 3156 ent- für mildernde Umstände, da die Schienen auf einer Strecke schädigungspflichtige Unfälle, das ist 19,79 pCt. der mit Kurve in einem start fallenden, dunkeln, feuchten beobachteten Unfälle." und von nicht weniger als etwa 180 Laftzügen pro Tag beDas heißt also: jeder fünfte Unfall, dem der Arbeiter fahrenen Tunnel gelegen hätten,- Umstände, welche ihre zum Opfer fällt, ist auf das Konto der Gewissenlosigkeit, buzung beschleunigten. der Profitgier des Kapitalisten zu sehen. Eine fajarferé Es giebt noch Richter im- Kohlenrevier! Das vorstehend ersichtlich gemachte, Mehr" bei den Unfällen Anklage ist von den Sozialdemokraten nie erhoben worden, mit theilweiser Erwerbsunfähigkeit wird durch das„ Weniger" aufreizender kann kein Redner die Sünden des Kapitalis So jubeln die Organe der Kohlenbarone, die wenn man bei den Unfällen mit völliger Erwerbsunfähigkeit für 1888 ganz mus schildern, als die einfache Konstatirung der Thatsache, ihnen hätte Glauben schenken wollen die letzten Monate und für 1889 zum Theil kompensirt. Diese Abweichung zc. daß 20 pCt. aller entschädigungspflichtigen unter einer wahren Schreckensherrschaft der Arbeiter gefindet darin ihre Erklärung, daß die Berufsgenossenschaften Unfälle hätten vermieden werden können, wenn die standen sind. Wir jedoch haben nie an der Existenz dieser ursprünglich vielfach alle während des Rechnungsjahres über- Unternehmer es nicht an dem geringsten Maße von Ge- Richter gezweifelt, und auch daran nicht, daß sie voll haupt völlig erwerbsunfähig gewesenen Verletzten in die entwissenhaftigkeit hätten fehlen lassen. Für uns und nicht und ganz und mitleidslos ihre Pflicht erfüllen, wie sprechende Spalte der Labelle 3 der Nachweisung der blos für uns, sondern auch für jeden ernsthaften Beobachter es ihr Amt, ihre Stellung in der heutigen Gesellschaft Rechnungsergebnisse einstellten, während vom Jahre 1888 ab durch eine veränderte Anleitung zur Ausfüllung der Tabellen ist dies indeß nichts Neues, und in wahrhaft klassischer von ihnen erfordert, und die geradezu erschrecklich hohe formulare bestimmt worden ist, daß eine( dauernde) völlige Weise ist die Erklärung hierfür schon vor einem Anzahl von Anklagen und die ebenso zahlreichen wie Erwerbsunfähigkeit nur bei den Unfällen angenommen werden Menschenalter angegeben einem Bitat aus aus der schweren Verurtheilungen von Bergleuten und Redakteuren soll, bei welchen zur Zeit der Ausfüllung der Tabellen, am Quarterly Review", das Marg in seinem der Bergarbeiter Zeitung haben jetzt hoffentlich auch die 15. August des jedesmaligen folgenden Jahres, eine völlige" Kapital" der Vergessenheit entrissen hat. Das Unternehmerklasse davon überzeugt. Blicken wir z. B. mur Erwerbsunfähigkeit feststand oder als bestimmt eintretend felbe lautet: Rapital flieht Tumalt und Streit und ist auf die Straffammer nach Essen, woselbst auch der Die für 1889 nicht völlig kompensirte Steigerung der Un- ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die Ba a re- Prozeß anhängig ist. Am Montag erschien fälle mit theilweiser Erwerbsunfähigkeit(+ 60-24+ 36) ganze ahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Ab- bort aus dem Gefängniß zu Siegburg, woselbst er sieben ist mit darauf zurückzuführen, daß bei der See- und Tiefbau wesenheit von Profit oder sehr fleinem Profit, wie die Monate abzumachen hat, der Redakteur der Bergarbeiter Berufsgenossenschaft, für welche die Unfallversicherung erst mit Natur vor der Leere. Mit entsprechendein Profit wird Zeitung",& usbrink, unter der Anklage der Beleidigung dem 1. Janitar 1888 ins Leben getreten ist, in den Rechnungs- Kapital fühn. 10 pCt. sicher, und man kann es überall und Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze. vorauszusehen war. " in rumpelt war, eines Auftrittes, welcher im Stadthaus Trümmern treffen würde. Aber sie wollten die Herren die in Lebensgefahr Schwebenden, welche der mächtige mit der Proklamirung der Republik endigen sollte, und um bleiben. Wenn fie auf ihr Programm das allgemeine Instinkt der Selbsterhaltung stachelt, eigen ist. die Bangigkeit, welche Deshommes und alle aufrichtigen Re- Stimmrecht, die Volkssouveränität schrieben, so geschah das, publikaner, die da wußten, weffen die Reaktionäre und Gemäßig- um einen letzten Aufruf ins Volk zu schleudern, es zu wecken ten fähig sind, zu verstehen und zu würdigen, ist es nöthig, und zur Empörung anzustacheln; sie meinten, dank der zurückzublicken, sich an die Ereignisse in Paris und in den Unkenntniß des Volkes, die Wahlen machen und ihm einTuilerien und an die Bedingungen zu erinnern, unter reden zu können, daß es glücklich sein werde, wenn es ihrer welchen Louis Philipp vor seiner Flucht seine Abdankung Stimme gehorchte. vollzogen hatte. Nachdem ihm die Bildung eines Ministeriums überall mißlungen war, hatte Herr Molé entmuthigt das Palais wieder aufgesucht. Louis Philipp wußte nicht mehr, welchem Politiker er sich anvertrauen sollte. Sein angeborenes Mißtrauen hemmte und lähmte ihn, der zwar gealtert war, dessen Charakter aber so schmiegsam, so berechnend und be Unter den fortgeschrittenften Vorkämpfern befanden sich sonders jetzt so wenig skrupulös war wie ehemals. Wie wir schon gesehen haben, waren die ersten Stunden die wahren Revolutionäre, die des Joches überdrüssig waren und Trotz seines Widerwillens ließ er Herrn Thiers holen, der Revolution ganz friedlich verlaufen. die, wenn sie die Geschichte betrachteten, die Rettung Frankreichs Auf die Agitation, wie sie in den Provinzen durch von der Unterdrückung nur von der Gewalt erwarteten und da er wohl wußte, daß er in ihm einen ganz erbärmlichen Bankets betrieben worden war und das alte revolutionäre das Land zum Heren seiner Geschicke machen wollten. An Menschen finden würde, der auch vor der widerlichsten Arbeit Frankreich in Aufregung gebracht hatte, war die Agitation ihrer Seite stritten die aufrichtigen Sozialisten, welche dem nicht zurückschreckte. Zur Zeit des Ereignisses von Transnonain hatte er ihn bei der Arbeit gesehen. Der kleine in Paris gefolgt, gelenkt durch die Führer der republi- Bolle etwas anderes, als schemenhafte Rechte geben wollten, Mann würde sicherlich nicht vor der hassenswerthen That tanischen Partei im Parlament, welche ihr die Richtung und welche vor Verlangen brannten, zur allgemeinen Er- eines Blutbades zurückweichen; die Idee eines Gemezels, gaben und sich die oberste Leitung darüber vorbehalten lösung aufzufordern durch den Kampf gegen das Kapital. wollten. Die verschiedenen Schattirungen dieser Partei be- Sentimental bis zum Uebermaß feine Zeit war es mochte es so schrecklich sein, wie es wollte, würde ihn nicht fanden sich schon im offenen Kampfe. jemals mehr forderten fie Gerechtigkeit und Brüderlich erschrecken, und er beschloß, ihm einen Gehilfen zu geben, der seiner würdig wäre. Die Gemäßigten hätten, trotzdem die Regierung auf das keit. Sie schilderten die Leiden der Arbeiter und die geHöchste korrumpirt war, immer das energische Vorgehen der meinen Begierden der Bourgeois; eine große sozialistische jenigen getadelt, welche ganz mit Recht dachten, daß Verfassungen Strömung hatte sich gebildet und Anhänger in allen großen und Throne nur im Rugelregen einer Revolution verschwinden. Städten, ebenso wie in Paris erworben. Sie hatten gezürnt, als der Aufstand an verschiedenen Stellen Die Gemäßigten und Vorgeschrittenen sollten sich von ausgebrochen und die Barrikaden aus dem Boden gewachsen der ersten Stunde an im Kampfe mit den Sozialisten zu waren. Wie sie behaupteten, wollten sie auf gesetz- sammenfinden. Während er den Mann rufen ließ, welchem Soult in einem Augenblick der Erbitterung den Spiznamen„ der Knirps" beigelegt hatte, ließ er den Sieger von Jsly holen. Es fehlt mir jetzt", sagte er, ein guter Soldat, ein be und ich will, daß Herr Thiers ihn im Amte finde. Wollen währter Oberbefehlshaber. Ich habe nach Bugeaud geschickt " lichem und friedlichem Wege siegen, und sie zogen ein neues Während die ersten politischen Rundgebungen laut wurden, Sie mir diesen Dienst leiften?" segte er hinzu, indem er sich zu Ministerium, in dem sie mehrere Portefeuilles ergattert die Leute vom National und der Reform ihre Zusammen- Duchatel und dem General Trezel wandte, welcher im hätten, einer starten, ernsten Republik vor, denn diese hätte künfte hielten und in den Tuilerien die bestürzte Regierung letzten Kabinet Kriegsminister war und es so wohl versie in unabwendbarer Weise von ihrem kleinlichen Biele sich entschloß, das Ministerium Guizot fallen zu lassen, standen hatte Unwillen und Verachtung hervorzurufen. Die abgezogen. burcheilten die Revolutionäre die Vorstädte und führten die Ernennung Bugeauds zum Oberbefehlshaber der Armee und der Nationalgarde wurde ohne Zaubern unterzeichnet. Arbeiter auf die Straße. Dagegen begriffen die freier Gesinnten sehr wohl, daß allein die Republik sie befriedigen könnte, denn unter denen, welche an der Spike der Bewegung standen, gab es ziemlich viel Ehrgeizige, wie die Zukunft lehrte. Das Gewehrfeuer vom Boulevard des Capucines hatte Mit dem Empfang seiner Ernennung übernahm der endlich Paris aus seiner Betäubung gerissen. Der Löwe, rauhe Feldmarschall auch seine Mission ohne Zaudern. Es der lange Zeit in Schlummer gelegen hatte, begann mit war ungefähr drei Uhr Morgens. Diese hatten der Reformbewegung einen eigenthüm Donnerstimme zu brüllen und schickte sich an, sein Gebiß zu lichen Charakter gegeben, der sehr geeignet war, die brauchen. Phantasie des Volkes zu entflammen. Seit langer Zeit Am Morgen war Paris mit Barrikaden bedeckt; die überheizten sie den Kessel, in der Hoffnung, daß Regierung machte die letzten und heftigsten Anstrengungen; er pringen und das Königthum tödlich mit seinen sie fand diese verzweifelte und schreckliche Energie wieder, ( Fortsetzung folgt.) • Gerichts- Beitung. Urtheil: 3 Monate Gefängniß. Am Mittwoch erschien kauf der Zentralbahn im Gange. Durch das Begehren von zu nehmen und die übrigen Entwürfe- es können deren bis fein Redaktionskollege Huninghaus, ebenfalls schon mehr als 30 000 Bürgern( man rechnet im Ganzen auf zum Beginn des Parteitages ja noch mehrere kommen sowie mit so und so viel Monaten wegen Breßsünden bestraft, 100 000 Unterschriften) muß diese Frage jekt dem Bolle zur bie einzelnen Anträge bei den betreffenden Positionen des Vorunter der Anklage, den Betriebsführer der Zeche Abstimmung vorgelegt werden und dürfte die Verwerfung standsentwurfs mit zu erörtern. Wilhelmine II verächtlich gemacht zu haben, und da nach der Vorlage in der Voltsabstimmung höchst wahrscheinlich Ansicht des Gerichtshofes die Veröffentlichung sein. Zwar ist es nicht der Gedanke der Verstaatlichung, des Artikels zum Zweck der Verheyung der Ar- gegen den das Volk sich wendet, sondern der Ankauf dieser beiter erfolgt sei, wurde er zu drei Monaten Bahn wird um deswillen bekämpft, weil die Aktien um Gefängniß verurtheilt, welche in eine Zusatzstraße von einen viel zu hohen Preis gekauft werden sollen. 3wei Monaten umgewandelt wurden. Am Freitag Der Gedanke der Verstaatlichung der Eisenbahnen ist durch Das Denunziantenthum hat sich wieder einmal im erschien er abermals wegen Beleidigung der sämmtlichen die Miß- und Raubwirthschaft der Privatgesellschaften, die glänzendsten Lichte" gezeigt. Der Genosse Bautischler Barsch Knappschafts- Heltesten des allgemeinen Knappschaftsvereins. blos die Erzielung hoher Dividenden im Auge haben, durch aus Berlin stattete am ersten Pfingstfeiertag seiner Heimath Kabelow bei Storfow einen Besuch ab. Während seine dortigen Angeklagter hatte in Nr. 12 der Bergarbeiter- Zeitung" verschiedene Vorkommnisse so nahe gelegt worden, daß er Jugendfreunde patriotische Lieder sangen, äußerte Barsch einige vom 21. März den Knappschafts- Aeltesten unter Andeutung nur in Interessentenkreisen auf Widerspruch stößt. Und Worte zu einem der Sänger in Bezug auf das soeben Gehörte, eines nicht aufgeklärten Spezialfalles, der sich man braucht blos daran zu denken, daß fast alle welche eine Majestätsbeleidigung enthalten sollten. Die Feier übrigens vor 5 bis 6 Jahren zugetragen hat, den Vorwurf schweizerischen Bahnen faktisch sich in den Händen ausfand in einem Lotale statt und hatten die Wirthin, Frau der Bestechlichkeit gemacht. Ein Beweis hierfür wurde in ländischer Geldleute befinden, um die Nothwendigkeit I e mm, und der angesprochene Sänger nichts Giligeres zu heutiger Sizung nicht erbracht. Die Veröffentlichung dieses der Verstaatlichung im Falle kriegerischer Verwickelungen zu thun, als den Genossen Barsch bei dem anwesenden Gendarmen Artikels zu einer Beit, als es unter den Berg begreifen. Aber daß der Ankauf der Bahnen, nach all' den zu denunziren. Infolge dessen hatte sich Barsch vor der StrafTeuten gährte, hatte nach Ansicht des Ge- Jahren fetter Dividendenwirthschaft, die oft nur durch künft- fammer des Landgerichts Frankfurt a. D. wegen Majestätsrichtshofes nur den Zweck, die Leute unzufrieden liche Bilanzen zu ermöglichen war, nun noch zu einem be beleidigung zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Aus schluß der Oeffentlichkeit statt. Der Vertheidiger Rechtsanwalt zu machen und dieselben aufzuheben. Nun ist zwar sonderen Raubzug der Börse benützt werden soll, das Freudenthal plädirte für Freisprechung, während der Staatsweder das„ Aufheten" noch das" Unzufriedenmachen" an sich gegen wenden sich weite Kreise, auch die Mehrzahl unserer anwalt 1 Jahr Gefängniß beantragte. Das Urtheil lautete auf eine strafbare Handlung, aber da dies mittelst einer straf- schweizer Genossen. 6 Monate Gefängniß. baren Handlung geschah, so erfolgte Verurtheilung und zwar nicht blos zu 100 M. Geldbuße, womit der Staatsanwalt das Verbrechen gesühnt wähnte, sondern zu sechs Wochen Gefängniß! Wir dächten, das wäre für eine Woche Beweis genug, selbst für einen Stumm, um nicht Baare zu nennen, der ja jetzt selbst in Untersuchung steht. Ein paar Zahlen, welche den Entbehrungslohn der Bergwerks- Aktionäre illustriren, bringt die Zeitung der deutschen Bergleute": Die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft erzielte an Ueberschüssen im Monat 581 815,80 m. Januar Februar • 620 420,34 " März. • • 563 370,12 17 959 264,10 . " 536 370,12 • 584 830,92 • 21 " April Mai Juni • zufammen 3 446 080,-. Sierzu treten noch 1 058 404 M., welche der westfälische Grubenverein ergeben, so daß sich der Gesammt Ueberschuß auf 4 857 162 M. beläuft. V Die Harpener Bergbaugesellschaft erzielte pro 1888/89 einen Brutto Ueberschuß von 1 059 358 m., pro 1889/90 einen solchen von 7 228 875 M., pro 1890/91 10 875 000 m. Der Brutto- Ueberschuß hebt sich demnach über das Vorjahr um 3 646 000 M. An Dividende werden von letzterer Gesellschaft 20 pCt. gezahlt. -OW " Korrespondenzen und Parteinachrichten. 11 Zur Auficht des Vorwärts" über den Punkt Verschiedenes" auf den Tagesordnungen öffentlicher Versammlungen meint die sozialdemokratische Bremer Bürger- Zeitung": Wir können diesen Ausführungen, denen wir nichts hinzuzusehen haben, nur voll und ganz beistimmen und glauben, daß speziell der zuletzt geschilderte grobe Unfug, unter dem Sammelnamen Verschiedenes" oft kurz vor Beendigung einer Versamm lung noch alles Mögliche vorzubringen und zu erledigen, nicht nur in Berlin und Halle verübt wird. Auch in Bremen kann man sich von dieser Unfitte, wie es scheint, nur sehr schwer emanzipiren." " Ein sensationeller Prozeß, welcher damit endete, daß der Denunziant, Gendarm Schüttau, zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurtheilt wurde, ist am verflossenen Freitag vor dem Schöffengericht in Rigdorf verhandelt worden. Der Malermeister Oskar Friedrich Lange aus Britz war wegen Hausfriedensbruches, begangen in der Wohnung des Gendarmen Schüttau, und wegen Beleidigung desselben angeflagt. Derfelbe soll der Aufforderung des genannten Beamten, die Wohnung desselben zu verlassen, nicht nachgekommen sein und denselben durch die Aeußerung, er( Schüttau) habe ein fremdes Kaninchen geschossen, sowie durch die von 2. zu Dritten gethane üble Nachrede, der Gendarm habe soviel auf dem Gewissen, daß er es nicht mehr verantworten könne, beleidigt haben. Der Angeklagte bekennt sich hinsichtlich des Hausfriedensbruches für nichtschuldig, ist aber hinsichtlich der Beleidigungen gegen Sch. in der Lage, den Beweis der Wahrheit antreten zu können. Der Sachverhalt ist folgender: Gegen den Malermeister Lange ist wegen Majestätsbeleidigung das gerichtliche Verfahren eingeleitet und da Schüttau mit den Recherchen in dieser Angelegenheit betraut ist, begab sich L. zu ihm und ersuchte ihn Die Parteigenossen von Magdeburg nahmen einen von wegen der Vernehmung eines erkrankten Beugen um Belehrung. den Redakteuren der Volksstimme" verfaßten Entwurf eines Beide plauderten miteinander und dabei erzählte der Maler Parteiprogramms an, welcher sich von dem Entwurse des Partei- meister dem Sch., daß in Briß das Gerücht verbreitet sei, daß vorstandes im Wesentlichen durch folgendes unterscheidet. Es der Gendarm ein fremdes Kaninchen geschossen; kaum aber hatte fehlt darin der Passus, wonach die im Wesen der kapitalistischen 2. dies ausgesprochen, als der Beamte aufsprang und seinen BeProduktion begründete Planlosigkeit" die Krisen und Arbeits- fucher bis auf den Hausflur schleuderte: hier soll er einen ftocfungen erzeugt, sondern es wird gesagt:" Die Großbetriebe Snüppel genommen, damit den Maler geschlagen und schließlich beginnen sich zu großen Verbänden( Kartellen) zusammen- denselben die Treppen hinuntergeworfen haben. Hierdurch will zuschließen und in ihrem Interesse die Produktion und den Ver- 2. mehrere Wochen dienstunfähig geworden sein. Die Beweis auf der Produkte zu regeln." Ebenso fehlt der Hinweis darauf, aufnahme ergab nun in der That, daß der Gendarm Sch., wie daß die Klasse der Aneigner der gesellschaftlichen Arbeits- eine große Anzahl Zeugen bekunden, sich vieles zu Schulden mittel" die Befähigung zur politischen Führung ver- tommen ließ, was weit über seine Amtspflicht hinausging Behn Millionen Ueberschuß und 20 pCt. Dividende- loren habe; ausdrücklich wird dieser Verlust nur und daß er namentlich mit Säbelhieben nicht ge das heißt sechs Millionen von einem Aktienkapital von hinsichtlich der wirthschaftlichen Führung zugestanden. fpart, soll Stellmacher Geselle Hildebrandt 30 000 000. In Biffer 1 des ersten Theils sind Rohstoffe" eingefügt. Im von Sch. und einem zweiten mit Faust Wenn man auf Kosten der Bergleute einen Weiteren find in den Entwurf aufgenommen: das Sinken der schlägen und mit Fußtritten traktirt worden sein, ein anderer solchen Fischzug gemacht, dann kann man sich über das Profitrate und des Zinsfußes; das Schwinden der alten Beuge Gerstlauer giebt an, daß Sch. ohne Weiteres ihm beinahe minder günstige Aussehen der wirthschaftlichen Lage"" sehr Eigenthums vorstellungen; die Sentenz, daß der Kampf um die ein Ohr mittelst Säbelhiebes abgeschlagen für einige Worte, die Befreiung der Arbeiterklasse nur ein Klassenkampf sein kann und er dem Gendarmen entgegnet, der Maler Böttcher wurde von leicht trösten. durch gewerkschaftliche und politische Organisationen geführt Sch. mit Ohrfeigen trattirt u. f. w. Das Kaninchen hat Schüttau Sind doch diese Ueberschüsse von 10 000 000. und werden muß, und es Aufgabe der sozialdemokratischen Partei sei, in der That erschlagen, wie Zeugen befunden. 5.000.000. den Bergleuten zu einer Zeit ausgepreßt diefen Kampf zu einem der Arbeiterklasse bewußten und einbeit Das Urtheil des Gerichtshofes lautete dahin, daß Lange in worden, welche nach Behauptung der Arbeitgeber eine möglichen zu gestalten; Absatz 6 des ersten Theils des Vorstands allen drei Punkten der Anklage freizusprechen sei, die Kosten des lichst ungünstige war infolge des Streiks, infolge der Be- Entwurfs was die sozialdemokratische Partei Deutschlands Verfahrens aber dem Gendarmen Schüttan laut§ 501 der Straferstrebt gehrlichkeit" der Bergleute.fehlt gänzlich, dafür ist dem 8. Absatz des Vorstands- Prozeßordnung aufzuerlegen seien. In scharfer Weise kritisirt der Entwurfs vorangesetzt die Verwandlung der kapitalistischen Vorsitzende, Herr Amtsrichter Lampe, die Handlungsweise des Wie sehr die Regierung die Interessenvertretungen Produktion in die gesellschaftliche und damit". Der 10. Ab- Beamten, der selbst angesichts der zahlreich beschworenen Ausanzuerkennen und zu befragen gewillt ist, wenn es sich umfaß des Vorstands- Entwurfs ist ausführlicher behandelt und sagen fast alles bestreitet, wodurch dessen GlaubwürdigUnternehmerkreise handelt, das haben wir schon oft eingeschaltet, daß die Sozialdemokratie zur Verbesserung der Lage feit im höchsten Grade erschüttert wurde. Die Deder ausgebeuteten Volksklassen( Vorstands- Entwurf: des Volkes) nunziation des Sch. beruhe auf grober Fahrlässigkeit, fonstatiren können. So ersehen wir heute wieder aus dem alle Forderungen verficht, welche diese Volksklassen zugleich ihrer denn troydem Sch. gewußt, wie die Sache für ihn stehe, wenn Jahresbericht des Vereins deutscher Tabak- Fabrikanten und endgiltigen Befreiung aus den Banden ökonomischer und geistiger der Wahrheitsbeweis geführt werde, habe er doch die DenunHändler, daß die Regierung sich bei Gelegenheit von Knechtschaft näher führen." Im zweiten Theil sind geändert: ziation aufrecht erhalten. Handelsvertrags- Verhandlungen wieder- 3iffer 1 statt 21 das Alter von 20 Jahren, eingeschaltet: einholt an den Vorstand des Vereins gewandt hat, jährige Legislaturperioden; Streichung von Ziffer 8 des Vorum die Wünsche der Tabakinteressenten in Bezug auf diese stands- Entwurfs( Entscheidung über Krieg und Frieden durch die Berträge zu erfahren, und daß dieselben dahin formulirt gewählten Vertreter des Volts); Biffer 4: Abschaffung aller Gesetze, welche dem Recht der freien Meinungsäußerung und Briefkaffen der Redaktion. worden sind, es möge einerseits auf die Herabsehung dem vollen Recht der Vereinigung und Versammlung entgegen- Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefich der Eingangszölle auf Tabat und Tabakfabrikate, stehen( Vorstands- Entwurf: beschränken oder unterdrücken); andererseits darauf hingewirkt werden, daß in den Monopol- Abschaffung aller Gesetze, welche die Frau in allgemein- wie In der Expedition des Vorwärts" gingen von folgenden Ländern die nach Zahlung der Zölle und Gebühren ein- privatrechtlicher Beziehung dem Mann unterordnen; Abschaffung Gewerkschaften 2c. für Maimarken der Generaltom geführten Tabake in den freien Verkehr gesetzt werden dürfen. Der stehenden Heere( Vorstands- Entwurf: Boltswehr an Stelle mission ein: Wir erwähnen das blos, weil es wieder einmal den Unter- der stehenden Heere); Entscheidung über Krieg und Frieden Die Arbeiter von Fürstenwalde d. Wilke 19,50. D. Sattlerschied vor Augen führt, den die Regierung zwischen durch das Volk; Streichung: Die kirchlichen und religiösen Gemein- verein Fil. Berlin d. Böttcher 55,25. Barth, Sattler 8,20. Arbeiter- Organisationen und Unternehmer- Verbänden sogar schaften find als Privatvereinigungen zu betrachten( dafür: Labyum, Wolfsbildungsverein Lichterfelde 19,- Werkstatt von in solchen Dingen macht, wo es sich um bloße Meinungs- Beseitigung des bevormundenden Einflusses der Kirche, daher Siemens u. Halste S.W., 74, Arbeitsnachweis der Tischler äußerung der interessirten Kreise handelt. Man vergleiche Abschaffung aller Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln zu d. Wiedemann 455,50. Büthel, Tischler 6,- Herzfeldt 15,-. firchlichen und religiösen Zwecken 2c.); Gleichstellung auch der Wilke, Chirurgische Branche 244,- Bruns, Tischler 18,50. damit nur die Art, wie die Regierungen Erhebungen über kaufmännischen Arbeiter mit den gewerblichen zc.; volle Selbst- Möbelpolirer- Verband d. Frohmann 108,- Bombien, Sattler Streits, Kontraktbruchs- Fälle 2c. veranstaltet. Selbst da, wo verwaltung der voni Reich zu übernehmenden Arbeiterversiche- 17,25. Müller- Verband d. Nielsch 32,50. Bildhauer- Kommission ein wahres Bild ohne Mithilfe der Arbeiter einfach nicht rungs Anstalten: Der Entwurf bevorzugt noch anstatt des d. Seidel 40,-. Firmenschilder- Branche beschäft. Arbeiter 30,-. Die Wilschke, Zigarrenh. 47,-. Kutscher d. Engler 55,-. Buchgewonnen werden kann, ist es der Regierung nicht ein- Wortes Arbeitsmittel" das Wort„ Produktionsmittel". gefallen, sich an die in erster Linie interessirten Arbeiter Wirkungen des Kapitalismus find zu Absatz 2 des ersten Theils drucker d. Schmitt 1241, Glasmacher Stralaus 126,-Aufsehr ausführlich geschildert und vornehmlich deshalb ist der geklärte Berliner Knopfarbeiter 90,75. Börner, Zigarrenh. 3,-. organisationen zu wenden! Magdeburger Entwurf noch erheblich länger, als der des Partei- Diverse 36,25. Summa 2786,75 M. Troß wiederholter Aufforderung bisher noch nicht abgerechnet vorstandes. haben: Wilschke, Katzbachstr. 1 mit Marken im Werthe von 73,-. Engler, Friedenstraße mit Marken im Werthe vou 30, Den Betrag von 2736,75. für den Maisonds habe ich Herrn Th. Glocke- Berlin empfangen. Hamburg, den 22. September 1891. " * * Der Braunschweiger Volksfreund" meint in einem Wie bei den Großfabrikanten, so wissen Regierung und Behörden die Interessenvertretungen auch bei dem Kleingewerbe zu finden. Im Bundesrathe werden Artikel zur Delegirtenwahl über den Programm- Entwurf demnächst die Ausführungsbestimmungen zur Gewerbe des Parteivorstandes:„ Der Programm- Entwurf hat, nach den Ordnungs- Novelle fertig zu stellen sein und bereits weiß Stimmen der Presse zu schließen, überall bei den Genoffen freudige ein Offiziosus zu melden: Um in denselben soweit als Aufnahme gefunden und wurde im Großen und Ganzen, wie er möglich die Wünsche des Gewerbestandes berück vom Parteivorstande vorgelegt wurde, angenommen. Nur zivei sichtigen zu können, sind von den Behörden verschiedene selbständige Programm- Entwürfe wurden demselben entgegen= Vertretungen des letzteren zu Aeußerungen über ihre An- gestellt. Giner vom Genossen Stern im Hamburger Echo", der sichten betreffs einzelner in den Ausführungsbestimmungen aber wegen einer gewissen Weitſchweifigkeit hinter dem vom aber von Antwort wird nicht ertheilt. U. Dammann, für die Generalfommission. Arbeiter- Bildungsschule. 30 m. als Spielgewinn einiger Ulmer Genossen. 5 W. von Herrn Ochs. 0,50 M. von Klub zu treffenden Anordnungen veranlaßt worden. Ganz recht," Vorwärts" veröffentlichten Entwurfe um ein ziemliches zurück- Ungenannt. 5 M. von R. S., Mittenwalderstraße. H. Gumpel, warum werden nicht auch die Arbeiter bei steht. Gin anderer Entwurf wird eben jetzt in der„ Magde- Barnimſtr. 42. burger Volksstimme" von A. Auerbach, P. Kampffmeyer Martha und Röschen. Sie müssen sich an die kaiserliche dieser Frage betreffs ihrer Wünsche über die Aus- und Dr. H. Lux veröffentlicht, welcher sich jedoch eng an den Oberpoſtdirektion mit einem Gesuch wenden, wozu wir Ihnen führung der sogenannten Arbeiterschuß- Bestimmungen offiziellen Entwurf anschließt und meist Erweiterungen dem leg- viel Glück wünschen. angehört? teren hinzufügt. G. B., Wilmersdorf. Sie muthen uns doch zu viel Soviel muß aber jetzt schon betont werden, daß die Delegirten naturgeschichtliche Kenntnisse zu, wenn Sie uns die Frage vor. Diese Frage drängt sich namentlich auf, wenn man refp. die Wähler der Delegirten gut thun werden, ihre Stellung legen, ob in einem Hause, in welchem ein Taubenboden ist, sich liest, daß beispielsweise das Ober- Bergamt Breslau über zum Vorstandsentwurfe bestimmt auszusprechen. Denn auf dem auch Wanzen aufhalten oder ob man„ diese mitbringen muß". Frage, ob für die oberschlesischen Steinkohlen-, Bink- Barteitage erſt ſich eine feste Grundlage schaffen zu wollen für Das Mitbringen ist jedenfalls sicherer, wenn man auf die Existenz und Bleierzgruben die Nachtarbeit weiblicher Ar- oder gegen den Entwurf, würde die Berathungen unnöthig der Blutsauger nicht verzichten will. beiter nicht doch mittelst Ausnahmeverfügung zu gestatten verlängern und am Ende das neue Programm uns gar nicht sei, den Oberschlesischen Berg- und Hüttenmänischen Verein bringen. Also entweder heißt man den Stern'schen oder den zur Begutachtung aufforderte, der natürlich von vornherein Magdeburgischen oder den offiziellen Entwurf in seinem die Nachtarbeit als erforderlich erklärt hat. Daß man in Grundriß. gut und entscheidet sich für die Vertretung eines dieser erster Linie die Arbeiterinnen fragen sollte, um deren Leben dreien. und Gesundheit es sich handelt, daran scheint unter den An diesem werden selbstverständlich noch Abänderungen und Sozialreformern von Oben"" Niemand zu denken! Was Besserungen leicht möglich sein." wiederum diese Sozialreform" sehr nett beleuchtet. die In der Schweiz ist gegenwärtig eine Volksbewegung gegen den von der Bundesversammlung beschlossenen AnH. M., Exerzierstr. 4. Wir hatten Ihnen geantwortet, daß wir über die Anzahl der Vertreter auch nicht mehr wissen, als was uns unser Berichterstatter gemeldet hatte. Die genaue Bahl war im Vorwärts" nicht angegeben, wir wissen sie daher selbst nicht. Vielleicht schafft das offizielle Protokoll Klarheit. Bis dahin müssen Sie Geduld haben. H. M. Sie dürfen es nicht ristiren, gegen Ihren früheren Chef flagbar zu werden, weil dieser sonst Strafanzeige gegen Sie erstatten könnte. Die Unterschlagung verjährt erst in fünf Jahren. Diesen Ausführungen können wir uns mit dem Vorbehalt anschließen, daß es schon aus formalen Gründen richtig ist, den Entwurf des Parteivorstandes, welcher den Auftrag hatte, denselben auszuarbeiten, zur Grundlage der Berathung Theilen das Ganze. Sie müffen 2 pet. Erbschaftssteuer zahlen. A. G., Berlin. Die drei Geschwister erben zu gleichen Theater. Circus Renz. Carlstraße. Ebbe und Mittwoch, den 29. September. Opernhaus. Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Mittwoch, den 30. September 1891, Lessing- Theater. Der Präsident. Abends 7/4 Uhr: Auf HelgoBerliner Theater. Väter und Söhne. land, oder: Deutsches Theater. Der blaue Brief. Fluth, gr. hydrologische AusstattungsResidenz- Theater. Von Dreien der Pantomime in 2 Abtheilungen mit Glücklichste. Besuch nach der National- Tänzen( 60 Damen), AufHochzeit. zügen 2c., Dampfschiff- und BootWallner- Theater. Der Mann mit fahrten, Wasserfällen, Riesen- Fontänen hundert Köpfen. Musikalisch mit allerlei Lichteffekten 2c., arrangirt deklamatorische Abendunterhaltung. u. infcenirt vom Dir. E. Renz. KunstFriedrich- Wilhelmstädt. Theater. schwimmerinnen 3 Geschw. Johnson. Onkel Cyprian. Schluß- Tableau: Grande Fontaine luThomas- Theater. Mädchenschule! mineuse, in einer Höhe von mehr Ostend- Theater. Vom Stamm der denn 80 Fuss ausstrahlend. Außerdem: Asra. 5 irländ. Jagdpferde( Originaldressur), zusammen dressirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Schulpferd Coriolan, geritten von Frl. Oceana Renz. Pas de deux modern, auf 2 Pferden von den Geschw. Chiarini. Alaskas ( gr. chinesischer Ringkampf). Auftreten der amerikanischen Künstlerinen Sisters Lawrence a. fl. Trapez. Mr. F. Chiarini, Jockeyreiter 1. Ranges. 4 Gebr. Briatore, weltberühmte Akrobaten. Auftreten der Reitkünstlerin Mlle. Adele und der jungen Elly, sowie sämmtlicher Clowns in ihren höchst komischen Entrees und Intermezzos 2c. Täglich: Auf Helgoland. Bellealliance Theater. 3 Jung Der Deutschland zur See. Adolph Ernst Theater. große Prophet. Alexanderplatz- Theater. Schwarze Brüder. Fernpalast. Spezialitäten- Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Konkordin- Palast- Theater. Spezialitäten- Borstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Eiskeller. Theater und Spezialitäten Vorstellung. heater d.Reichshallen E. Renz, Direktor. Beim bevorstehenden Quartalswechsel empfehle ich bei pünktlicher Lieferng den Vorwärts" Berliner Voltsblatt, sowie sämmtliche Partei- Literatur. Sensations Nummern: Max Kirsch, Zeitungsspediteur,[ 1670b Riefin osita. Ritterstrasse 107, Ecke Prinzenstr. 28. Sunde- Orchester. Charlie u. Henry Avolo. Anfang 7/2 Uhr. Haydn u. s. w. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Den Parteigenossen Charlottenburgs empfehle mich zur pünktlichen Lieferung sämmtlicher sozialdemokra tischen Zeitungen und Schriften, zur Einrahmung von Bildern und Besor: gung von Bücher- Einbänden. 1325L Carl Pirch, Kirchstr. 7. Dem Hauptrevisor des Verbandes der Bäcker und Berufsgenossen, stellvertretenden Vorsitzenden der Mit gliedschaft Berlin, Genoffen Hugo Prüfer ein donnerndes Hoch zu ofen wackelt und die Scheiben flappern. seinem Wiegenfeste, daß der Dampf1791b W. M. J. N. L. Sch. Zum Wiegenfest dem Proletare Water Dittmann dreimal Hoch! Der treu gekämpfet viele Jahre Und muthig steht zur Fahne noch. Der stets im jugendfrischen Drange Für Volksbefreiung emsig ringt, Wir rufen heut beim Gläserklange: Aufs Wohl! daß es zu Herzen dringt. Gewidmet Sozialdemokratische Versammlung. Diejenigen Genossen, welche mit der Taktik der Partei in letzter Zeit nicht einverstanden sind, Taben wir Alle zu Freitag, den 2. Oktober, Abends 81/2 Uhr, nach Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Tages Ordnung: 1. Was wir wollen? Ref.: C. Wildberger. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zu der Aufforderung des Parteivorstandes in Nr. 214 des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt vom Freitag, den 11. Sept. Nr. 226 und vom 27. Sept. Die oben erwähnten Genossen werden höflichst ersucht, vollzählig am Plaze [ 1328L] Der Einberufer. 31 sein. Lese- und Diskutirklub ,, Johann Jacoby". Heute, Mittwoch, den 30. September, Abends 82 Uhr: [ 1806 Deffentl. Versammlung für Männer u. Frauen von fünfundachtzig Genossen. Danksagung. der Beerdigung unseres innig geliebten Für die herzliche Theilnahme bei unvergeßlichen Sohnes und Stiefsohnes Robert Walter sagen wir hiermit allen Verwandten, Freunden, Genossen und im Besonderen dem Fach- und Radfahrer- Verein" Nordstern", auch für die vielen Kranzspenden unseren tiefgefühltesten Dank. 1797b Hermann Bäusch, Adelheid Bänfdy, verw. Walter. im Lokale des Herrn Kuhlmey, Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen und Mitgliedes Peus über: Paul Göhre's " Drei Monate Fabrikarbeiter". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht [ 856/14 Der Vorstand. Große öffentliche Volks- Versammlung für Frauen und Männer am Sonnabend, den 3. Oktober, Abends 8½ Uhr, Allen Freunden und Bekannten in Adlershof bei Wiedemann& Manofski. sagen wir unseren herzlichsten Dank für die rege Betheiligung und die reichen Spenden bei der Beerdigung unferes so früh dahingeschiedenen Sohnes, insbesondere Herrn Prediger 370/13 Begehold für die trostreichen Worte 1799b am Grabe. Die trauernden Hinterbliebenen: W. Becker nebst Frau und Großvater. V Tages Ordnung: Vortrag:„ Die verschiedenen Religionen und die Religion." Referent: W. Knaack, Lehrer. Der Einberufer. Arbeiter- Bildungs- Schule. Für das neue Quartal gilt folgender, am 1. Oktober in Kraft tretender neuer Lehrplan( die Stunden girten und Delegirtinnen werden fallen wie bisher Wochentags von 842-10% Uhr, Sonnersucht, behufs Besprechung sich Freitag, tags von 9-11 und von 11-1 Uhr): Die in Berlin gewählten Deleden 2. Ottober, Abends, bei Ad. Scholz, Kastanien- Allee 35, einzufinden. [ 1801b Englische Gardinen- Reste. Montag Dienstag. Mittwoch Allen Freunden empfehle meine Zeitungs- Spedition. Gleichzeitig mache ich den Moabiter Genossen be 34 1-4 Fenstern passend, spottbillig Donnerstag Freitag. Fabrik Grüner Weg 80, parterre. Sonnabend tannt, daß ich in Moabit eine Filiale errichtet habe und zwar WilhelmsKonzert und Roupletsänger. havenerstraße 31, v. 1 Tr. bei Krause. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags Bitte Bestellungen und Beschwerden 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pian diefelbe gelangen zu lassent. Sonntags 25 Pf. C. Marzahn, Zeitungsspedition, Wiesenstr. 14. 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Deutsch( mittl.). Süd- Ostschule. Reichenbergerstr. 133. Physik. Deutsch( mittl.). Deutsch( ob.). Geschichte( neu.). Deutsch( unt.). Rechnen( ab), Buchführ National- Dekonomie. Rechnen( unt.). Westschule. Stephanstr. 45. Deutsch( ob.). Rechnen( ob.), Buchführ. Physik. Deutsch( unt.). Deutsch( mittl.). National- Defonomie. Geschichte( alt.). Rechnen( unt.). Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder Tann an endstehenden Zahlstellen geschehen. Daselbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Das Schulgeld beträgt 50 Pf. per Monat und fann fernerhin monatlich gezahlt werden. Die Zahlstellen sind folgende: S. Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116. Klein, Rottbuser Damm 14. SO. Kehr, Röpnicerjir. 126. Schmidt, Wrangelstr. 141.. Schulz, Admiralstr. 40 a, Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynſtr. 86. Linke, Forsterstr. 45. Schayer, Reichenbergerstr. 54. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Fafforke, Junkerstr. 1. 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" es ab, die Leute nicht vollends zu ruiniren. Daher Mittwoch, den 30. September 1891. und ist vor Antritt der letzteren auf der Zugangsstation vom 8. Jahrg. Vorort nach Stadtbahnstationen und umgekehrt wird eine Be- ein monatlicher baarer Lohn von 10 M. gezahlt! Wenn die nuzung sowohl der Vorort: als der Stadtbahnzüge in dem bis- großen Gastwirthe mit solchen Beispielen vorangehen, was sollen Der zunehmende Mangel an Arbeitsgelegenheit offen- herigen Umfange zugelassen. 8. Die nach§ 10 Abs. 2 des dann die kleinen Gastwirthe machen, denen thatsächlich das Messer bart sich unter anderen auch darin, daß sich immer mehr arbeits- Betriebs- Reglements zulässige Unterbrechung der Fahrt auf einer oft an der Kehle sizzt? Da kann man sich nicht wundern, wenn lose Handwerker auf den Straßenhandel werfen. Wenn sie aber zwischenstation mit Verlassen des Bahnhofes ist nicht gestattet. dieselben die Kellner gar nicht bezahlen oder sich gar noch von glauben, nachdem sie für 24 M. einen Gewerbeschein erstanden tarten, Zeitkarten, Schülerkarten und Militär- Fahrkarten, welche das bereits zur Landplage gewordene Trinkgelder- Unwesen in den 9. Mit Ausnahme der Arbeiter- Wochenkarten, Arbeiter- Rückfahr- diesen bezahlen lassen. Dann kann man sich nicht wundern über haben, jetzt eine einigermaßen genügende Erwerbsquelle zu be fitzen, so haben sie diese Rechnung ohne unsere Polizei gemacht, bestehen bleiben, hören Sonder- Ermäßigungen auf. 10. Die ein- Gastwirthschaften. welche ihnen das Leben sauer macht. Nach§§ 76, 117 und 118 fachen Fahrkarten tragen die Bezeichnung Zwischen"( Anfangsdes Straßenpolizei- Reglements ist es nämlich den sogenannten station) und( Endstation) und kann mit einer solchen Fahr- lente( Lolalverband Berlin), welches derselbe am 19. September Das 8. Stiftungsfest des Verbandes deutscher Zimmer farte die fliegenden Händlern mit Rücksicht auf die Sicherheit und Be- der anderen Richtung zurückgelegt werden. Es kann demnach in dem nach Arbeiterweise mit Fahnen, Bannern, Emblemen zc. einmalige Fahrt beliebig in der einen oder quemlichkeit des Verkehrs" verboten, eine feste Handelsstelle ein- auf der Abgangsstation auch die Fahrkarte für die Rückfahrt sinnreich geschmückten großen Saale der Aktienbrauerei Friedrichszunehmen. Durch diese Bestimmung, welche übrigens die gelöst werden. Sicherheit und Bequemlichkeit des Verkehrs" nicht im 11. Die Fahrtarten werden bei der Lösung hain feierte, gestaltete sich in seinem Verlaufe zu einem echten und Mindesten fördert, sondern eher beeinträchtigt, wird es nicht abgestempelt, sind beim Ausgang zum Bahnsteig dem rechten Voltsjeste. Die Betheiligung der Kameraden mit ihren namentlich denjenigen Händlern, welche einen Wagen mit sich führen, Fahrkarten- Schaffner zum Zwecke der Durchlochung vor- Familien übertraf alle gehegten Erwartungen und war der geräumige zuzeigen und werden beim Verlassen des völlig unmöglich gemacht, ihre Waaren abzusetzen, da das abgenommen. 12. Reisende, die, ohne den Bahnhof zu verlassen, das Glückwunschschreiben des ehemaligen Vorsitzenden des LokalBahnsteiges Saal vollständig gefüllt. Die Feftrede des Kam. Zippte und ebenso Publikum garnicht im Stande ist, zu kaufen, wenn der Wagen die Rückfahrt antreten, müssen die für die Rückfahrt schon früher verbandes, Kameraden Ortland, welcher jezt in Amerika weilt, in Bewegung ist, und da ferner die Händler nur an belebten Plätzen und Straßenecken Käufer finden. Rehren sie sich aber Schaffner der Rückfahrstation durchlochen lassen, widrigenfalls sie und sein unentwegtes Gintreten für die Arbeiterbestrebungen, für gelösten Fahrkarten vor Antritt der Rückfahrt vom Fahrkarten- in welchem er seine unveränderte Anhänglichkeit an den Verband nicht an obige Verordnung und wenn sie verkaufen wollen, so können sie es nicht dann haben sie stets zu gewärtigen, als Reisende ohne giltige Fahrkarte behandelt und in Strafe Freiheit und Recht, bekundete, welches Kamerad knüpfer zur von den Revierbeamten überrumpelt und zur Anzeige gebracht genommen werden. 13. In denjenigen Fällen, in welchen Reisende Verlesung brachte, wurden mit tiefempfundener Freude und allzu werden. So kann es denn vorkommen, daß derselbe Händler lich gewählte Zielstation hinaus berechtigen, kann die Durch ihren Höhepunkt, als Herr Osang, Mitglied der Ethischen im Besitze von Fahrkarten sind, die zur Fahrt über die ursprüng- seitigem Beifall entgegengenommen. Die Feststimmung erreichte in einem Tage 5-6 Mal von den Schuyleuten aufnotirt wird, lochung der zweiten Fahrkarte auch durch den Zugführer erfolgen. Gesellschaft, einige Deklamationen vortrug, in denen die Zustände was für jeden einzelnen Fall ein Strafmandat von 3 M. zur 14. Zur Bequemlichkeit des reisenden Publikums werden vor der heutigen Bourgeoisgesellschaft scharf gegeißelt wurden. Auch Folge hat. Ein Händler in der Königstraße hat während Ser Zeit des Obsthandels nicht weniger als 154 Strafläufig auf den Berliner Haupt- Bahnhöfen( Schlesischer Bahnhof, der Gesangverein" Alte Linde"( M. d. A.-S.-B.) trug nicht Ser Zeit des Obsthandels nicht weniger als 154 Straf- Stettiner Bahnhof, Anhalter Bahnhof, Potsdamer Bahnhof wenig durch Vortrag beliebter Arbeiter- und Freiheitslieder zur anzeigen wegen Anhaltens auf der Straße erhalten. Lediglich von dem guten Willen der Aufsichtsbeamten hängt und Lehrter Bahnhof) sowie in Charlottenburg Fahrscheins Berloosung setzte Viele in den Stand, eine werthe Erinnerung an herrscht auch unter den Händlern eine hochgradige Erregung über Jedes Blatt gilt als Fahrtausweis für eine einmalige Fahrt Mißton verlief, mit nach Hause zu nehmen. Daß auch die zahldas schöne Fest, welches in vollster Harmonie ohne jeglichen diese fortwährenden Plackereien mit der Polizei, wodurch ihnen ihr ohnehin geringer Verdienst beschnitten oder oft ganz genommen Schaffner zu durchlochen und auf der Abgangsstation von reich, wenn auch in schlichten Toiletten, erschienene Damenwelt ihr ohnehin geringer Verdienst beschnitten oder oft ganz genommen dem Schaffner am Ausgange aus dem Block abzutrennen. sich im Kreise der Arbeitsmänner nach den Tagen schwerer und wird. Wozu theilt das Gewerbe- Aunt Handelsscheine aus, wenn Die einzelnen Fahrscheine gelten zur Fahrt in der einen oder anderen mühevoller Arbeit wohlbefand, bewies der Freudenschimmer, auf der anderen Seite dieser Handel durch die Polizei illusorisch gemacht wird? Das einzige Mittel gegen diese ganz zwecklosen Richtung auf den von den Endbahnhöfen ausgehenden Vorort- welchen das Fest auf die abgehärmten Gesichter hervorgezaubert strecken innerhalb der betreffenden Preisgruppen. Die Fahrschein- hatte, welches erst kein Wunder!- am lichten Morgen sein Polizeimaßregeln besteht in einer Vereinigung sämmtlicher fahrenden Händler zur Erwirkung der Aufhebung der gekennzeich blocks find nicht an die Person gebunden. 15. Die Fahrkarten fröhliches Ende erreichte. neten Verordnung. werden für jedes Kalenderjahr neu geliefert und daher mit entsprechendem Aufdruck versehen. Die am 1. Oktober d. Js. aus im Kampf mit geistigen Waffen geleistet werden kann und in Aus Adlershof wird uns geschrieben: Was nicht Alles Bei der Neu- Aufstellung des postalischen Straßenzulegenden Karten gelten bis zum 31. Dezember 1892. 16. Die unserem mit wahrhaft paradiesischen Zuständen gesegneten Ort verzeichnisses sind über die Schreibweise vieler Straßennamen zurücknahme verkaufter Fahrkarten seitens der Schalterbeamten geleistet wird, klingt schier unglaublich. Wir halten es ja für unserem mit wahrhaft paradiesischen Zuständen gesegneten Ort seitens der städtischen Baudeputation gewordenen Auskunft wird ihrer Fahrkarte hinauszufahren beabsichtigen oder aus der III. in der sozialistischen Lehren in die Hand nehmen von der natürZweifel entstanden. Nach der der königlichen Ober- Postdirektion ist unzulässig. 17. Für Reisende, welche über die Zielstation geleistet wird, klingt schier unglaublich. Wir halten es ja für selbstverständlich, daß die Herren Amtsvorsteher die Bekämpfung stadtseitig die Rechtschreibung der folgenden Straßen und die II. Wagentlasse überzugehen wünschen, find auf den lichen Befähigung hierzu gar nicht zu reden- aber, daß gerade Brückennamen wie folgt angenommen: 1. Adalbertsbrücke, Stationen Zuschlagfarten aufgelegt, auch sind mit denselben die unser Amtsvorsteher es in so schneidiger Weise thut, das lockt lichen Befähigung hierzu gar nicht zu reden 2. Adalbertsstraße, 3. Bahnhofsstraße, 4. Bauhofsstraße, Zugführer ausgerüstet. Die Zugführer verabfolgen die Zuschlag- uns wahre und aufrichtige Bewunderung ab. Ja, wir gehen 5. Buckowerstraße( entweder nach dem Städtchen Buckow oder farten nur in denjenigen Fällen, in welchen Reisende über die ursprüng- noch weiter und sind versichert, daß die vollständige Ausrottung dem Dorfe Buckow im Teltow'schen Kreise), 6. Friedensstraße, lich gewählte Bielstation hinaus zu fahren beabsichtigen, die dienst der Sozialdemokraten bei uns bald eine vollendete Thatsache sein 7. Königsstraße, 8. Neue Königsstraße, 9. Marheinefestraße( nach thuenden Stationsbeamten in den gleichen und in solchen Fällen, in wird. Man höre nur, wie das gemacht wird und-bewundere. dem Prediger Philipp Marheineke), 10. Mendelssohnstraße, denen ein Uebergang aus der III. in die II. Wagenklasse statt- also erst beseitigt man die Wirthe, die ihre Lokale den Sozial11. Mulachstraße( nach einem Bau- Unternehmer Mulad), findet. 18. Der Zutritt zum Bahnsteig ist nur gegen Vorzeigung demokraten hergeben, nicht etwa mit der Büchse, wie die Spatzen 12. Mühlhausenerstraße( nach Mühlhausen im Elsaß), 13. Schenken einer giltigen Fahrkarte oder auch, soweit die Stadtbahn- Fern- auf dem Amtshofe, nein, einfach, indem man ihnen sagt, entdorfstraße( nach Max von Schenkendorf), 14. Schillingsbrücke, stationen Berlin Schlesischer Bahnhof, Alexanderplatz, Friedrich- weder ihr duldet die Sozialdemokraten nicht in Guren Lokalen s weder ihr duldet die Sozialdemokraten nicht in Euren Lokalen das eigentlich unrichtige 3( da es sich um einen Mann Namens straße, Zoologischer Garten und Charlottenburg in Betracht oder ich gebrauche, wie meine hochgeborenen Vorfahren die HetzSchilling handelt) ist des angeblichen Wohlklangs wegen ein- tommen, gegen Borzeigung einer am Schalter zum Preise von peitsche oder noch besser, ich verkürze die Polizeiſtunde, verweigere gefchaltet, dagegen wird richtig 15. Schillingstraße geschrieben, 10 Pfennig erhältlichen Bahnsteig- Karte gestattet. 16. Wilhelmshajenerstraße( nach dem Nordsee- Kriegshafen). Hunde in Begleitung von Reisenden müssen Fahrkarten gelöst onzessionen, verbiete nicht allein den öffentlichen Tanz, Konwerden. Die Beförderung von Hunden in den für die Reisenden zerte u. f. w., sondern diktire auch für jede Abhaltung von Tan Die Lieferung von 500 Briefkouverts soll vom bestimmten Wagenabtheilungen ist auf fleine Hunde, welche auf in Eurem Lokale durch Vereine und Privatgesellschaften eine Magistrat im Submissionswege vergeben werdem Schooße getragen werden, beschränkt. Andere Hunde werden auf erhebliche Geldstrafe zu und ihr werdet bald zu Kreuze friechen. Diejenigen Wirthe, die den. Unglaublich, aber wahr! Die Abtheilung des Magistrats, bis auf Weiteres zur Beförderung in den besonderen Wagenden Sozialdemokraten welche den Erweiterungsbau der Zentral- Markthalle unter sich abtheilungen oder im Packwagen zugelassen. richtiger Erkenntniß die Lokale II. Gepäck verweigern, dürfen hat, braucht 500 Briefkouverts und hat an eine Anzahl leistungs- beförderung: 1. Freigepäck wird nicht gewährt. 2. Der nach der Tanz abhalten, so viel sie wollen. Na, das wäre ja auch noch fähiger Firmen brieflich das Ersuchen gerichtet, sich an der Be- Stückzahl( ohne Rücksicht auf das Gewicht) feſtgeſtellte Gepäck denn da so schöne Feste, wie jüngst das Sedansest, zu Stande schöner, wenn alle Wirthe gleich behandelt würden, wie sollten Werbung um die Lieferung der 500, in Buchstaben fünfhundert tarif ist gleich dem Perfonenfahrpreis III. Staffe der zu bekommen, wo die Herren vom Kriegerverein zum würdigen AbBriefkouverts, zu betheiligen. Die Briefkouverts werden etwa fahrenden Strecke. Der Reisende hat daher für jedes Stück vier Mark kosten. Anstatt die Briefkouverts durch einen Diener päck eine entsprechende Fahrkarte III. Selaffe zu lösen und diese schluß des Festes es war wohl 3 oder 4 Uhr Morgens 19. Für in in der ersten besten Schreibmaterialien- Handlung holen zu lassen, unter Vorzeigung der für seine Person gelösten Fahrkarte einen Aufzug mit Musit veranstalteten, daß die übrigen Bewohner, läßt man einen Beamten eine große Zahl Briese schreiben und bei der Auflieferung des Gepäcks an die Gepäck- Abfertigungsstelle die leider für derartige Feste kein Verständniß haben, erschreckt prüft nachher in einer Sigung die eingegangenen Offerten. Wie abzugeben. Der Reisende erhält hierüber einen Ausweis, der bei an die Fenster eilten, um zu sehen, daß die Krieger noch sämmtlich nüchtern waren. gefagt, es ist kaum glaublich, aber wir haben uns von der Wahr- der Auslieferung des Gepäcks zurückzugeben ist. 3. Für in VerIust gerathene Gepäckstücke wird die eisenbahnseitige Haftpflicht Nachdem man nun den Wirthen den Kampf erklärt hat, geht heit durch Einblick in eines der Schreiben überzeugt. auf den Höchstbetrag von 100 Mark für ein Stück beschränkt. man gegen die einzelnen bekannteren Sozialdemokraten vor, inMit Rücksicht darauf, daß die Staatsregierung beab. Werth- und Interesse- Deklaration ist ausgeschlossen. 4. Soweit dem man ihnen dadurch, daß man sie in eine möglichst hohe fichtigt, der Frage der Einverleibung Berliner Vorortgemeinden einzelne Züge solche Wagen III. Klasse mit sich führen, welche wie Steuerstufe bringt, so z. B. den Vertrauensmann, einen einfachen in die Stadt Berlin näher zu treten, ist der Magistrat durch ein Wagen IV. Klasse eingerichtet sind, ist die frachtsreie Mitführung Arbeiter, auf jährlich 102 M., begreiflich macht, daß sie in Berlin Schreiben des Oberpräsidenten aufgefordert worden, sich ein- von Kiepen, Körben und dergleichen in diesen Wagen im gleichen die Vereine und die große Masse vor. Die Vereine bekommen nun mindestens ebenso billig wohnen. Dann geht man gegen gehend über diese Angelegenheit und namentlich darüber zu Umfange wie den Reisenden IV. Klasse im gewöhnlichen Verkehr äußern, welche von den in der Umgegend von Berlin gelegenen gestattet. Bei den Zügen, welche über die Geleise des Stadt- für jede Abhaltung von Tanz bei einer Festlichkeit ein Strafmandat von mindestens 20 M., im Zeitraum von einigen Drten bei der Einverleibung in Frage kommen, welchen Einfluß bezw. Ringverkehrs geführt werden, ist eine Gepäckabfertigung Wochen vier solcher Strafmandate. Eigentlich ganz Recht, die Einverleibung auf die Stadt Berlin haben würde und welche ausgeschlossen. Für das in diese Züge in die Schuhwagen- denn die Sozialdemokraten nehmen sich auch zit viel Aenderungen dadurch in der Verfassung und Einrichtung der Abtheilung eingestellte Gepäck übernimmt die Eisenbahn- Berwalmungen bedingt werden würden. Die Einverleibung kann formell des Gepäcks aus dem Aufbewahrungsraum auf der Ankunftsstädtischen Verwaltung auf Grundlage neuer gesetzlicher Bestim- tung feinerlei Haftpflicht; der Reisende hat für die Entnahme auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen§ 1 des Landes- oder Abgangsstation selbst zu sorgen. Verwaltungsgesetzes,§§ 2 und 4 der Provinzialordnung, D M Adlershofer vorgenommen hatten. Da es ein schöner Tag war, heraus. Findet da z. B. vor einiger Zeit an einem Sonntag in Schmöckwitz eine Versammlung statt, die zu besuchen sich einige beschlossen sie, diese Partie gemeinschaftlich zu Fuß zu machen, Bitte, Herr Stadtverordneter Meyer! In Bezug auf zunehmen. Nach dem Rückmarsch in Adlershof wieder angelangt, und weil es ihnen Spaß macht, einige rothe Fahnen mit§ 2 der Kreisordnung und§ 2 der Städte Ordnung erfolgen, und wenn auch die infolge dieser Bestimmungen die Behauptung dieses deutschfreiſinnigen Herrn Stadtverordneten, entfalten sie die bis dahin auf Wunsch der Gendarmen einnothwendigen Verhandlungen im Landtage noch nicht daß ein Schachtmeister, welcher 150 Erdarbeiter vom Zentralunmittelbar bevorstehen, so greift doch die angeregte Frage so Arbeitsnachweis nach Schöneberg verlangte, deren nur 50 zugezogenen Fahnen. In diesem Augenblick stürzen sich zwei der tief in alle Zweige unserer Gemeindeverwaltung, namentlich auch gewiesen erhalten konnte, wegen Mangel an Arbeitskräften, bewaffneten Männer aus dem Gebüsch auf die Fahnenträger, in unsere finanziellen Verhältnisse ein, daß der Magistrat es für durch welches Beispiel dargethan werden sollte, daß in Berlin entreißen ihnen die Fahnen und bringen diefelben in Gewahrsam. Hierauf erhalten die Fahnenträger jeder ein Strafmandat über dringend erforderlich erachtet, über dieselbe mit der Stadt- von einem Mangel an Arbeitsgelegenheit nicht die Rede sein 15 M. für das Tragen einer rothen Fahne und für die Beverordneten- Versammlung schon jetzt in gemischter Deputation fönne, schreibt uns Herr Horst, Schachtmeister, Gerichtstheiligung an einem öffentlichen Aufzuge besonders über 15 M. straße 21/22:" Da ich annehme, daß sich diese Angelegenheit auf Deputation müßte nach Ansicht des Magistrats zugleich ermächtigt mich bezieht, weil ich zur Zeit die Schachtarbeiten in Schöneberg Der Partie über je 15 M. Hierdurch wäre der Staat unzweifelsein, mit den in Aussicht zu nehmenden Vororten über die Formen leite und auch vom Zentral- Arbeitsnachweis 150 Arbeiter verhaft bei uns gerettet worden, wenn nicht der Richter in Köpenick und Bedingungen der Einverleibung zu verhandeln. Er schlägt langt habe, so muß ich bemerken, daß mir statt 150 nicht 50, entschieden hätte, daß das Tragen von rothen Fahnen nach Fortdeshalb der Stadtverordneten Versammlung eine gemischte vielmehr 300 Mann zugeschickt worden sind." Depution aus 15 Stadtverordneten und 8 Magistratsmitgliedern Eine treffliche Illustration deutschfreisinniger Flunkerei! fall des Sozialistengesezes erlaubt sei und er diesen Spaziergang nicht für einen öffentlichen Aufzug ansehen könne, mithin sämmtvor und beantragt daher bei der Versammlung zur Berathung Das Markthallen Restaurant in der Markthalle VII liche Angeklagten freisprechen müsse. Weil wir aber in einem Das Markthallen- Restaurant in der Markthalle VII Rechtsstaat leben, hat der Staatsanwalt gegen dieses Urtheil Beund etwaigen Verhandlung über die Einverleibung von Vororten Berlins in die Stadtgemeinde Berlin die Einsetzung der erwähnten am Zuisenuser ist eins jener gastwirthschaftlichen Betriebe, welche rufung erhoben. gemischten Deputation. Eine ordentliche Sigung der Stadt- ihren Mann anständig ernähren müssen, denn bei der letzten Vergebung dieser Gastwirthschaft hat der Inhaber 5000 M. Pacht verordneten- Versammlung findet in dieser Woche nicht statt. jährlich mehr geboten als bisher, ein Beweis, daß er aus dem straße 59, 3 Tr., ersucht alle Diejenigen, welche Zeugen waren, Zengen gesucht. Herr Kaczmarek, Rirdorf, Prinz- HandjeryMit dem 1. Oktober 1891 fommt, wie bereits kurz er Betriebe dieser Gastwirthschaft ein nettes Sümünchen heraus- wie er am 28. März d. J., Abends zwischen 6 und 7 Uhr, aus wähnt, für die Abfertigung von Reisenden und Gepäck im Ber- schlägt, natürlich für sich. Ist daher die Lage dieses Herrn Gast- dem Amtshause in Rixdorf ohne Kopfbedeckung entlassen und liner Vorortverkehr ein anderweites Verfahren zur Einführung. wirths eine mindestens angenehme, so kann man dieses von den vom Amtsdiener Gundlach nochmals arretirt wurde, um freundDer Vorortverkehr umfaßt die Strecken Berlin- Fürstenwalde, dortſelbſt beschäftigten Kellnern gerade nicht behaupten. Die- liche Angabe ihrer Adresse. Wie uns Herr Kaczmarek schreibt, Berlin- Straußberg( Nüdersdorf), Berlin- Bernau, Berlin- Oranien- felben haben eine tägliche Arbeitszeit von 17-18 Stunden, näm- feien gerade viele Arbeiter einem Pferdebahnwagen entstiegen burg, Berlin- Nauen, Berlin- Werder, Berlin- Gr. Lichterfelde( An- lich den einen Tag von gegen 3 Uhr Morgens bis 10 Uhr und Zeugen des betreffenden Vorganges gewesen. halter Bahnhof), Berlin- Zossen, Berlin- Königs- Wusterhausen. Abends, den andern Tag von 7 Uhr Morgens bis zum GeFolgende wichtigere Abweichungen von den bisherigen Einrich- schäftsschluß, d. h. bis 1-2 Uhr Nachts! Ist diese Arbeitszeit Ueber die Verhaftung des Defraudanten Bock aus tungen find hervorzuheben: I. Personenverkehr. 1. Die Bahn- an und für sich schon eine übermenschliche, so ist sie dies im Berlin in New- York liegen jezt nähere Mittheilungen vor in der steige der Stationen werden zum Zweck der Fahrkarten- Prüfung vorliegenden Falle um so mehr, als die Kellner unausgesetzt in dortigen„ Handelszeitung". Dieselbe schreibt unter dem 19. b. M.: abgesperrt. 2. Den Reisenden werden die Pläge seitens des Thätigkeit sind, was sich aus folgender Zeiteintheilung ergiebt:" In voriger Nummer brachten wir unter der Spitmarke„ EuroDienstpersonals nicht angewiesen. 3. Die Signale mit der Um 3 Uhr Morgens tommen die Marktleute, die bis 12 Uhr paische Defraudationen" folgende, per Kabel aus Berlin einStationsglocke fallen fort. 4. Die Wagenthüren dürfen von den Mittags im Reſtaurant verkehren; von 12-3 Uhr findet ein getroffene Notiz:„ Ein Angestellter einer hiesigen HypothekenReisenden selbst zum Ein- und Aussteigen geöffnet werden. 5. Die stark besuchter Mittagstisch statt, von 3-5 Uhr ist Reinigung bank ist heute mit Bankgeldern im Betrhge von 373 000 Mart Wagenabtheilungen für Raucher sowohl wie die für Nichtraucher der Geschäftsräume, der Gläser 2c., von 5-1 bezw. 2 Uhr durchgebrannt. Ueber seiner gegenwärtigen Aufenthaltsort fehlt find besonders tenntlich gemacht. 6. Besondere Abtheilungen Nachts wiederum Verkehr der Marktleute und der Abendgäste. jeder Anhaltspunkt." Das war in voriger Woche. Jetzt fehlt diesen Strapazen wird den Kellnern der Anhaltspunkt" nicht mehr; derselbe ist in New York zu für Frauen werden nicht eingerichtet. 7. Die zur Verausgabung Zur Erholung von tommenden Fahrkarten berechtigen nur zur Fahrt mit den jeden vierten Tag ein halber Tag, d. h. von 5 Uhr Nachmittags finden, und zwar in der Person des sich nachgerade als Borortzügen unter Ausschluß der Fernzüge. Im Verkehr von an, freigegeben. Und für diese Herkulesarbeit wird den Kellnern Spizbubenfänger eines Weltruss erfreuenden Hilfs= Bundes " Rechtsanwalt Ver marschalls Bernhard, welcher den in Rede stehenden einem Diebstahl etwas abhaben wollten. Sie habe dann aber der Nachtwächter Braun ist gemordet. Ich habe aber gar keine Defraudanten, den von Berlin entflohenen Kassirer der" Preußi- einen Mann getroffen und sei nach Hause gegangen. Ich habe Gedanken dran gehabt und kümmerte mich auch um gar nichts. schen Hypotheken- Versicherungsanstalt", Ernst Bock, an Bord des die Heinze sofort in einer Droschte mit nach dem Polizeipräsidium Als ich Abends zu Hause komme, fangen fich die Heinze's an zu am Montag d. W. hier eingetroffenen Bremer Schnelldampfers genommen, wo sie ihre weiteren Angaben machte und sie ist zanken. Sie schmeißt ihm vor und sagt:" Du Mörder, Du Saale" troz sorgfältig gewählten und mit auf irgend eine Weise auch noch einige Zeit als Vigilantin in dieser Sache benutzt Nachtwächtermörder!" Da legt er sich mit" dem Kopf an die erlangten amtlichen Dokumenten beglaubigten Inkognitos mit worden. sicherem Blick unter den Hunderten von Passagieren herausfischte Wand und sagt:„ Siehste, nun kann ich am Ende noch in UnterRechtsanwalt Dr. Ballien beantragt, den Zeugen als suchung kommen!" Und bald darauf wurden die Heinze's sehr und mit„ affenartiger Geschwindigkeit" dingfest machte, ihm die Gutachter darüber zu vernehmen: ob nach seinen Erfahrungen freundlich zu mir, sie traktirten mich mit Schnaps, Bigarren, mitgebrachten Gelder, etwa 11 000 m., abnahm und den Durch Schnupftabak nur von alten, gewiegten Zuchthäuslern zur Weißbier und was sonst dergleichen ist. Nun wissen Sie ja, wie gänger schleunigst nach dem Ludlow Street- Gefängniß spedirte. Unschädlichmachung ihrer Opfer verwendet wird?- 3euge: das so ist, wenn so'n Mord passirt ist, da redet man allerlei und Bock, der sich als„ Malergehilfe Friedrich Hildebrandt aus Früher ist es häufiger vorgekommen, daß Diebe ich mit so habe ich ja wohl auch gesagt: Na, die Heinze hat an Stolpmünde" ins Land zu schmuggeln versucht hatte, wurde Schnupftabak versehen und sich damit gegen Störenfriede jenem Morgen im Bette genäht, vielleicht sind die auch dabei Herrn Bernhard gegenüber, sobald dieser ihm die Hand- schützen. Diese Manipulationen werden aber nicht nur von alten gewesen. Das müssen wohl die Heinze's gehört haben, denn wie schellen angelegt hatte, schnell gefügig, da er feine Gelegen Einbrechern ausgeführt.- Dr. Ballien: Ich möchte den ich eines Abends nach Hause komme, spuckt mir die Frau ins heit fand, von dem Revolver, er in der ersten Beugen auch darüber befragen, was für ein Mensch ein Louis" Gesicht, Heinze springt auf mich zu und haut auf mich los. Da Ueberraschung zu ziehen versuchte, Gebrauch zu machen; zerfnirscht ist, ob er feige ist, oder ob er nicht zumeist von hinten zuschlägt. bin ich denn' rüber gelaufen zur Polizei, Heinze ist aber gleich legte er das Geständniß ab, wirklich der gesuchte Bock zu sein, 3euge: Leyteres fann ich nicht behaupten; der„ Louis" ist mitgekommen und auf der Polizei haben sie mir einfach gefagt: den die Direktoren der„ Preußischen Hypotheken- Versicherungs- nach meiner Kenntniß ein gewaltthätiger Mensch, welcher nicht„ Verklagen Sie den Mann." Nachher habe ich mich aber auf Anstalt" unvorsichtiger Weise zum Gärtner bezw. zum Kassirer blos von hinten, sondern zuschlägt, wie es gerade der Augenblick Die Bitte der Hahn wieder mit den Heinze's vertragen. gemacht hatten. Er behauptete übrigens, außer den bei ihm ge- erfordert.- Vertheidiger: Hat der Zeuge die Meinung, Bräs.: Sie sind ihnen aber jetzt nicht feindlich gesinnt? fundenen 11 000 m. nichts von dem Raub gerettet, sondern den- daß es sich hier um ein Komplot von Zuhältern handelt? 3euge: Ich will mit den Heinze's Nichts zu thun yaben. felben in unglücklichen Spekulationen und im Spiele verloren zu 3euge: Ich hatte die Meinung, daß es sich um einen Gin- Bräj.: Sie sind ihnen aber nicht so feindlich gesinnt, daß Sie haben. Dem Bundes- Marschall gab er hierüber folgenden lato- bruch in die Elisabethkirche handelte, nicht um einen Racheaft, die Heinze's wider besseres Wissen hineinlegen wollen? nischen Nachweis: Ernst Bock, 380 000 m. in Preuß. Hyp.- indessen ist das meine subjektive Meinung. Ver 3euge: I Gott bewahre! Präs.: Dann sehen Sie sich! Anst.- Cert. verloren bei S. Jaffé jr., Nationalbank für Deutsch- theidiger: Ich will den Zeugen weiter fragen, den Zeugen weiter fragen, ob-3euge: Ich bin ja noch nicht fertig!- Präs.: So, na land. Deponirt Kaffe Belleallianceplay Julius Cuno u. Ko., nach seiner Ansicht, mit den Instrumenten, welche dort dann erzählen Sie weiter.- Zeuge: Ich will noch von der Hugo Loewy, Kommandit- Gesellschaft." auf dem Tische liegen, ein Mord begangen werden kann. Mulackstraße erzählen, wo die Heinze's wohnten. Da hörte ich Die Feuerwehr hatte in der Nacht zum Dienstag auf dem 3euge: Na, ich möchte es nicht probiren!( Seiterkeit). mal, daß Frau Heinze zu ihrem Manne sagte:„ Nachtwächter Vertheidiger: Ich möchte weiter fragen, welcher An- mörder!" Dann hat Heinze geantwortet: Na, wenn Du was Her Kommune gehörigen Grundstück Vor dem Stralauer Thor ficht die Kriminalpolizei über diesen Fall anfänglich gewesen ist. sagst, dann bist Du auch dran, Du warst ja auch dabei!" Und Nr. 4, welches als Stätteplatz dient und an dessen Straßenfront ch behaupte, daß in der Kriminalpolizei ganz verschiedene dann sagte er auch:" Mir ist jetzt Alles egal und wenn sie mir ein einstöckiges, zu Schankwirthschaftszwecken verpachtetes Fach- Meinungen hin- und herschwankten, man sogar eine Zeit lang die Kohlrübe abschneiden!" Bald darauf hing Frau Heinze werksgebäude steht, eine längere Löschthätigkeit zu entfalten. Der Ansicht war, daß hier ein Selbstmord vorlag. 3euge: an der Wasserleitung, darauf sprang Heinze auf und hat sie losLetzteres war - zum dritten Male innerhalb zwei Jahren Ich kann hier immer nur meine subjektive Ansicht ausdrücken. geschnitten; darauf haben sie sich noch ein Bischen gezankt und die ausschließliche Brandstätte. Die Feuerwehr wurde kurz nach Gs ist ja selbstverständlich, daß bei einem solchen Falle die ver- ich bin fortgegangen. 12 Uhr alarmirt, und ist dies jedenfalls ziemlich spät erfolgt, da schiedensten Ansichten von den einzelnen Beamten der Kriminal- Der Zeuge wird von den beiden Vertheidigern in ein so Hei ihrem Eintreffen das Gastzimmer, das demselben benachbarte polizei verfolgt und die verschiedensten Fäden verfolgt heftiges Kreuzverhär genommen, daß wiederholt Unruhe auf der Schlafzimmer und der nach außen führende geschlossene Vorbau werden. Der Vertheidiger beantragt nunmehr, den Chef der Geschworenenbank bemerkbar ist und es zu scharfen Auseinanderschon vollständig ausgebrannt waren; lekterer stürzte gleich nach Kriminalpolizei, Grafen von Pückler, und den Kriminal- segungen zwischen dem Präsidenten und den Bertheidigern kommt. sogar schon zusammen. Außer dem im Erdgeschoß an sich gegeben werden. Gröffnung des mit zwei Schlauchleitungen unternommen Angriffes inspektor Schuchard zu laden und diesem Antrage soll Folge Es handelt sich namentlich darum, daß die Vertheidiger behaupten, der Zeuge habe verschiedene Angaben darüber gemacht, wann geriffenen Terrain hatten die Flammen auch die Decke zum Dach Rechtsanwalt Dr. Goßmann: Ich frage den Zeugen, ob er zu der Hahn durchs Fenster in die Kammer gestiegen sei. geschoß durchbrochen und in letzterem ihr Zerstörungswert fort es wahr ist, daß sich die Louiszunft größtentheils aus Schlächtern Früher habe er immer gesagt, es sei an dem Abend vor dem gefeht. Auf die verschiedenen Brandstätten mußten recht er zusammensetzt. 3euge: Das stimmt nicht ganz. Es sind ja Morde gewesen, während er es jetzt auf die Zeit nach dem giebige Wassermassen geschleudert werden, bevor es gelang, die eine ganze Anzahl von Schlächtern darunter, welche vermöge der Morde verlegt. Ferner wird der Zeuge eingehend ausgeforscht, heftig entfachten Flammen zu bewältigen. Von der allgemeinen ihnen infolge ihres Berufes inne wehnenden Rohheit sich zu dem ob nicht in der Mordnacht der Angeklagte Heinze in der Zerstörung sind nur die Küche und ein angrenzendes kleines schimpflichen Gewerbe zuwenden, aber es sind auch andere her- Hahn'schen Kammer auf dem Fußboden geschlafen habe. Er Zimmer, welches von dem Verwalter des Stätteplates bewohnt unter gekommene Individuen darunter. Vertheidiger: bleibt aber dabei, daß dies erst in der Nacht nach dem wird, verschont geblieben. Der Wirth will von dem Brande im Es ist auch einmal die Rede davon gewesen, daß die Morde gewesen sei. Die Vertheidigung macht verschiedene Zweifel Schlafe überrascht worden sein und kaum Zeit gehabt haben, sich Eindrücke in der Kirchenthür nur Simili- Eindrücke ge- gegen die Richtigkeit dieser Aussage geltend, der Beuge aber schließt und feine aus Frau und zwei Kindern bestehende Familie aus dem Fenster des Schlafzimmers ins Freie zu retten. Die Entwesen und zu dem Zwecke gemacht seien, um den Wächter immer wieder:" Ich bleibe auf meinem Punkt!" Braun an diese Stelle hinzulocken und dort bequem Dr. Coßmann: Hat der Zeuge Vigilanten- Honorar erhalten? stehungsursache des Brandes wird vielleicht durch nachträgliche abzumurksen.- 3euge: Ich halte den gewählten Play 3euge: Wie meinen Sie das?- Vertheidiger: Ich Ermittelungen aufgeklärt werden. für einen sehr ungeeigneten. Die Mörder hätten es viel be- meine, ob Sie für etwaige Dienste, welche Sie der Polizei geAm Montag früh gegen 5 Uhr fanden Stationsbeamte quemer gehabt, wenn sie durch ein Scheinmanöver, einen Hilfe- leistet haben, Geld erhalten haben?- Beuge: Wenn die auf den Geleisen der Wannseebahn bei Nowawes- Neuendorf fast ruf und dergleichen den Wächter nach einem Gebüsch gelockt Polizei mich brauchte, hat sie mich für meine Bersäumniß entam Ende des Perrons die Leiche eines auf dem Rücken liegenden Angaben auch von einer Jüdin gesprochen, der sie in der Mord- Wie viel haben Sie wohl im Ganzen bekommen?- Beuge: hätten. Bertheidiger: Die Heinze hat bei ihren ersten schädigt, mal 15 Sgr. und so dergleichen. Bertheidiger: Mannes, dessen Unterleib durch die Räder eines Eisenbahnzuges vollständig zerrissen war. Bei dem Todten wurden etwa 6 M. nacht, als sie die verdächtigen Leute gesehen haben will, begegnet Na, das kann wohl nicht über 6 M. gewesen sein. baares Geld, eine Taschenuhr, sowie ein Steuerzettel gefunden, fei; hat sie die Person dieser Jüdin, näher beschrieben?-theidiger: Können Sie das auf Ihren Eid nehmen? aus welch' letzterem hervorging, daß die Leiche diejenige des Beuge: Nein!- Vertheidiger Dr. Ballien: Ist dem Beuge: Wenn ich ehrlich sagen soll, fann ich mich gar nicht 22 jährigen Schneidergesellen Friedrich Schmidt aus Nowawes Beugen bekannt, daß es eine besondere Spezies von Ginbrechern mehr so recht darauf besinnen. Es sind ja schon vier Jahre her sei. Die feitens der Polizeibehörde angestrengte Untersuchung giebt, welche immer wieder sich nur mit Kirchendiebstahl be- und so was schreibt man sich doch nicht auf!" Es wird sodann der Chef der Kriminalpolizei, Graf Bückler, ergab, daß von den Bewohnern der an der Bahn entlang laufen- schäftigen und den Ort der That zu besudeln pflegen?- 3euge: den Lindenstraße in Neuendorf, welche von den Schienensträngen Letztere Thatsache ist mir nicht bekannt und im Uebrigen giebt es vernommen. Derselbe wird vom Vertheidiger Dr. Ballien befragt, nur durch einen Zaun getrennt ist, Silferufe gegen 1 Uhr Nachts allerdings Kirchendiebe, aber dieselben verüben nicht blos diese ob er f. 3. amtliche Berichte über den Mord in den Lokal Anzeiger" langirt habe und ob überhaupt bei solchen Gelegenpernommen worden sind. Sch. ist, so wird angenommen, wahr Spezies von Diebstählen. scheinlich mit einer oder mehreren Personen in Streit gerathen, Kriminalkommissar Reßmann, welcher Auskunft darüber heiten amtliche Darstellungen in die Beitungen gebracht werden. Der Zeuge lehnt so lange eine Beantwortung dieser Fragen hat dann die Flucht ergriffen und ist dabei über den Bahnzaun geben soll, daß der Verdacht sich auch auf andere Personen gegestiegen, scheint aber dann noch verfolgt worden zu sein. Auch lenkt hatte, bekundet: Ich habe von Anfang an die Ansicht ver- ab, als er nicht die Gemächtigung dazu von seinem Chef bestyt, die Vermuthung taucht auf, daß Sch. im Streit erschlagen und treten, daß es sich nicht um einen Racheatt, sondern um einen Der Bertheidiger beantragt, bei dem Polizeipräsidenten um diese dann die Leiche auf den Bahnkörper gelegt worden sei. Diebstahlsversuch handelte. In Verdacht stand zunächst ein ge- Ermächtigung nachzusuchen. Die weiteren Bekundungen des Zeugen wiffer Kunze, welchen der Wächter Braun am 26. September, sind ohne große Bedeutung. Derselbe bekundet, daß bei solchen KapitalPolizeibericht. Am 28. d. Mts., Vormittags, wurde ein Abends 10 Uhr, verhaftet hatte und der dann entlassen worden verbrechen innerhalb der Polizei natürlich verschiedene Meinungen Tischler in seiner Wohnung in der Willibald- Alexisstraße erhängt war. Dieser Kunze ist in Köpenick ermittelt worden, ich habe auftauchen. Im Uebrigen bestätigt Graf Pückler, daß anfänglich vorgefunden. Zu derselben Zeit entstand auf der Treppe des aber festgestellt, daß derselbe mit dem Morde nichts zu thun der Verdacht gegen verschiedene Personen, wie den„ SchusterHauses Brunnenstr. 37 a zwischen zwei Frauen eine Schlägerei, hatte. Nun kommen ja Kirchendiebstähle verhältnißmäßig felten Paul", den Spiel- Paul", den Willy Kohl, die Gebr. Blaßmann, wobei eine derfelben durch einen Schlag mit einem Milchtopfe vor. Die Berliner Einbrecher wissen, daß in den hiesigen den Paul Thiele u. A. obgewaltet, sich aber nicht bestätigt hat. am Kopfe so bedeutend verlegt wurde, daß sie im Lazarus Stirchen für sie nicht viel zu holen ist; dagegen ist Namentlich hat sich der gegen den Sohn der Gastwirthin Randel Krankenhause Aufnahme suchen mußte. Vor dem Haufe diese Wissenschaft in der Provinz am Ende nicht so ver- einmal laut gewordene Verdacht als ganz binfällig erwiesen. Alexanderstr. 70 fuhr Nachmittags der Arbeiter Patschte mit breitet deshalb richtete Auch sich die Aufmerksamkeit als Zeuge vernommene Kriminalinspektor einem Handkarren gegen eine in der Fahrt befindliche Droschke, der Kriminalpolizei auch auf Verbrecher in der Provinz. Nun Schuchardt bekundet nichts Wesentliches zur Sache. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung erbittet sich der Verfodaß der Karren umstürzte und Patschfe zu Boden geschleudert saß damals in Stade ein Kirchendieb Jurkas, welchen ich sofort wurde. Er erlitt dabei bedeutende Verletzungen am Hinterkopfe aufsuchte. Es hat sich aber herausgestellt, daß derselbe vor dem theidiger Rechtsanwalt Ballien das Wort, um neue Beweisund mußte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht Morde schon in Haft gesessen hat, dagegen erklärte derselbe, daß anträge zu stellen. Der Angeklagte Heinze sei im Laufe der zweiZu derselben Zeit wurde ein Drechslergeselle in der er die Instrumente, welche hier nach der That im Kirchenpart tägigen Verhandlung so oft der Arbeitsschen beschuldigt worden, Werkstatt seines Meisters, in der Alexanderstr. 10/11, erhängt gefunden wurden, als das Eigenthum eines alten Komplizen von daß es wohl angebracht sei, den Gegenbeweis zu liefern. Der vorgefunden. Im Laufe des Tages fanden 6 Brände statt. ihm, welcher aus Memel stammte, wieder erkenne. Ich bin dann Vertheidiger beantragt, verschiedene Zeugen zu laden, bei denen auch nach Memel gereist und habe dort ermittelt, daß der Be- der Angeklagte gearbeitet hat, und ebenso erbietet er sich zum Betreffende nach Amerika gegangen ist und seit Jahren Nichts weise, daß Heinze's Führung während seiner langen Unter mehr sich hat hören lassen. Jurkas hat später suchungshaft eine geradezu musterhafte gewesen ist. Er bittet auch zugestanden, daß er feine diesbezüglichen Angaben ferner den Präsidenten, die Entlastungsmomente auch genügend habe. erlogen Beuge des zu betonen. Der Vorsigende erwidert, daß er sich von der Ver längeren seine persönliche Ansicht dahin, daß daß entschieden theidigung keine Vorschriften über seine Geschäftsführung machen fein Racheakt vorliegt, sondern ein Einbruchsversuch. lasse und deshalb auch diese Bitte ignorire. Der Angeklagte Vertheidiger Ballien: Ich möchte auch diesen Zeugen Heinze schließt sich dem Antrage seines Vertheidigers an und be fragen, ob ihm bekannt ist, daß nur alte, gewiegte Verbrecher nennt mehrere Personen, bei denen er im Jahre 1887 beschäftigt Nach Eröffnung der Sigung wiederholt N.-M. Dr. Ballien und Zuchthäusler Schnupftabat in Anwendung zu bringen gewesen. Troß des entgegengesetzten Antrags des Staatsanwalts feinen Antrag, den Medizinalrath Dr. Long damit zu betrauen, pflegen?- 3euge: Nein, das beschränkt sich nicht blos auf beschließt der Gerichtshof, dem Wunsche des Angeklagten statteine Untersuchung darüber anzustellen, ob die Kopfhaare des alte gewiegte Verbrecher. Uebrigens pflegen sich„ alte gewiegte zugeben, um auch jeden Schein zu vermeiden, als ob die VerAngell. Heinze denjenigen Haaren ähnlich sind, welche an dem Verbrecher nicht mit Kirchendiebstählen abzugeben. Vertheidigung beschränkt werden solle. Die von Heinze benannten Säbel des Ermordeten klebend vorgefunden worden sind. Ebenso theidiger: Warum nicht?- 3euge: Weil eben alte ge- Beugen sollen zu Mittwoch geladen und auch der mit der Ueberbeantragt der Vertheidiger, daß der Kopf des Heinze auf das wiegte Verbrecher genau wissen, daß in den Kirchen nicht viel wachung des Angeklagten betraut gewesene Gefängnißwärter soll etwaige Vorhandensein einer Narbe untersucht werden möge. zu holen ist.- Präs.: Das habe ich auch vermuthet. Ein Geld- vernommen werden. Dem Antrage soll stattgegeben werden, doch erklärt der Staats- fchrant ist für alte gewiegte Einbrecher" verführerischer, als die Der Präsident ruft sodann den Gefängnißarzt, Geheimen anwalt, daß er gar nicht einzusehen vermöge, was diefer ganze Safristei einer Kirche. 3euge: Mir sind aus den letzten Sanitätsrath Dr. Lewin, als Gutachter auf und erklärt, daß Antrag soll. Präs.: Angeft. Heinze, sind Sie damit einverzehn Jahren nur drei Kirchendiebstähle in Berlin bekannt dessen Gutachten von besonderem Werth für die Entscheidung standen, daß Ihnen der Medizinalrath Long einige Haare aus- geworden, von denen in zwei Fällen die Diebe ermittelt sind. der Frage sei, ob die Heinze verhandlungsfähig sei oder nicht. schneidet? Angek I.: Jawohl, jawohl! Präs.: Dann Die Kirchendiebe sind zumeist sogenannte Blam Spigbuben, die | In dieser Beziehung läßt sich Geh. Rath& e win dahin aus: mache ich eine kurze Pause, übergebe dem Herrn Sachverständigen hier alles mögliche stehlen, was ihnen vor die Finger kommt, heute Die Angeklagte ist infolge ihres chronischen Unterleibsleidens das Packet mit den an dem Säbel vorgefundenen Haaren und einen Schautasten erbrechen, morgen einen anderen Gelegenheits- förperlich außerordentlich herabgekommen. Was ihren Geistesersuche ihn, die Untersuchung an dem unter sicherer Bewachung Diebstahl verüben. Bertheidiger: Ist Ihnen bekannt, zustand betrifft, so ist derselbe ein vollkommen normaler. Sie zu haltenden Angeklagten vorzunehmen. Medizinalrath Long daß speziell Kirchendiebe den Ort der That zu besudeln pflegen? hat dem Zeugen noch heute ausgedrückt, daß es ihr dringendster erklärt, daß eine Untersuchung der Haare einen halben Tag in 3euge: Mir ist nur bekannt, daß das ein alter Aberglaube 2unsch ist, die Verhandlungen fortgesetzt zu sehen, selbst wenn Anspruch nehmen dürfte. der verschiedensten Arten von Spitzbuben ist. Auf weitere dieselben bis in die späte Nacht hinein dauern sollten, um endRechtsanwalt Coßmann beantragt, im Anschluß an die Kreuz- und Querfragen der Vertheidigung bekundet der Zeuge, lich einmal ins Reine zu kommen. gestrige Bernehmung des Kriminalkommissarius Braun, ihm zu daß allerdings auch auf die Gebrüder Blaßmann vorübergehend Rechtsanwalt Dr. Goßmann: Der medizinische Sachgestatten, an diesen Beamten eine Reihe von Fragen zu stellen, ein Verdacht geworfen war, der sich aber ebenso wenig bestätigte, verständige weiß doch, daß die Angeklagte außer ihrem chroni deren Vorbringung ihm gestern wegen physischer Erschöpfung wie die Verdachtsmomente gegen Stunze. schen Leiden noch drei oder verschiedene schwere Erkrankungen seiner eigenen Person und seiner Klientin unmöglich war. Der Der nächste Zeuge ist der Arbeiter Karl Piester. Derselbe durchgemacht hat. Glaubt er trotzdem, daß eine Frau, Präsident erklärt, daß er diese Fragen erst nach Fortgang der hat mit der Ww. Hahn, der Stiefschwester der Heinze, welche in die solche Leiden auszuhalten hatte und in so jämmer sich Beweisaufnahme gestatten werde, da es im Interesse der Sache liege, der hintersten Kammer der Uthes'schen Wohnung einquartiert licher körperlicher Beschaffenheit befindet, in vorher andere Zeugen zu vernehmen. Der Vertheidiger beanstandet war, ein freundschaftliches Verhältniß unterhalten. Er erzählt: Lage ist, so anstrengenden Verhandlungen bis in die diese Maßnahme als unzulässig und beantragt Gerichtsbeschluß. Ich war mit der Hahn zu Uthes gezogen, noch ehe die Heinze's Nächte hinein zu folgen. Geh. Rath Lewin: Ich kann nur Durch den letzteren wird die Beanstandung der Anordnung des da wohnten. Nachher sind erst Heinze's hingezogen. Also, es fagen, daß bei solchen Dingen die persönliche Willenskraft viel Vorsitzenden nicht als berechtigt erachtet und zwar mit Rücksicht war eines Morgens. Die Uthes hatte mir die Wohnung ver- mitspricht. Die Angeklagte hat mir ihren Willen fundgegeben, darauf, daß beide Angeklagte gestern nach der Vernehmung des boten, aber ich war durchs Fenster eingestiegen, welches mir so lange wie irgend möglich auszuhalten. Wie weit ihre WillensKommissars Braun befragt wurden, ob sie noch etwas zu sagen Heinze geöffnet hatte, indem er sagte:" Bitte schön!" traft reicht, tann ich nicht wissen. Präs.: Auch ich möchte haben, diese Frage verneinten und außerdem die Bernehmung Am nächsten Morgen, wie ich früh auf die Arbeit gehen mich zu diesem Punkte äußern. Es fällt mir nicht ein, die Verdes Kommissars Braun noch nicht abgeschlossen ist. will, tomme ich auch durch die Heinze'sche Küche und handlungen bis in die späten Nächte" ausdehnen zu wollen, aber werden. Gerichts- Beitung. -V Mordprozek Heinze. 3 weiter Zag. und Der dann entwickelt der ber Nach Erledigung dieses Zwischenfalles wird Kriminalinspektor da sitzt Frau Heinze im Bette und er liegt lang in ich halte es für meine Pflicht, Alles daran zu setzen, um die v. Hüllessem vernommen. Derselbe sagt etwa folgendes aus: seinem Bett und ist durch eine Decke bis obenran zu- Sache möglichst ohne Aufschub zu Ende zu führen. Das liegt Ich kenne die Heinze seit langen Jahren, da sie meine Vigilantin gedeckt. Da sagt Heinze zu mir:„ Siehste, die Nacht hat im Interesse sowohl der Angeklagten selbst, als auch der= war. Ain 28. September traf ich dieselbe in der Nähe des Gerichts; sie mir wieder den Rock vom Leibe' runtergerissen." Frau Heinze jenigen Angeklagten, welche in dieser Schwurgerichts- Periode fie war sehr erregt und erzählte mir, daß sie in der Mordnacht in nähte nämlich im Bette. Also es ist gut, ich gehe meine Wege, noch zur Aburtheilung kommen sollen und in Haft ſizen. Was ich der Nähe des Thatortes strichen gegangen sei und mehrere denn so etwas ist ja öfter bei den Leuten vorgekommen, diese meiner eigenen Ausdauer zumuthen kann, weiß ich; ich appellire aber verdächtige Personen bemerkt habe, von denen sie annahm, daß Thatsache. Ich habe ja in der Beziehung viel durchgemacht! an die Ausdauer aller an der Verhandlung betheiligten Faktoren. sie sich„ festbeißen", d. h. einen Diebstahl ausführen, bezw. von Ich ging auf die Arbeit und beim Frühstück habe ich gehört: Nach Ansicht der Vertheidigung haben sich bei der Bernehmung des Zeugen Piester Widersprüche mit seinen früheren Aus- heit sagen. Sie sagt im Allgemeinen aus, daß nach ihrer| leiten lasse, beantwortet die Zeugin damit, daß sie auf jede Belaffungen herausgestellt. Der Gerichtshof beschließt, den Versuch Erinnerung in der Mordnacht der Angefl. Heinze bis um 2 Uhr lohnung verzichte. " " Die Zeugin Ottilie Menzel glaubt auch, die Heinze in Hiermit vertagt der Präsident die Sigung bis Mittwoch Zu erwähnen ist noch, daß auf die Einholung einer Ermächtigung des Polizeipräsidenten zur Vernehmung des Grafen Pückler verzichtet wird. zu machen, diesen Punkt aufzuklären und vernimmt zu diesem Nachts in ihrer Kammer auf dem Fußboden gelegen habe und Die unverehelichte Auguste Behl hat in der Mordnacht Zwecke den Landrichter Eichelbaum, welcher im Jahre 1890 die dann von seiner Frau abberufen worden sei. Sie glaubt auch, Morgens 4 Uhr die Angeklagte in der Nähe des Parks getroffen. Boruntersuchung gegen die Angeklagten geführt hat. Der Beuge daß Frau Heinze schon am frühen Morgen des 27. September Die Heinze sei nach dem Pappelplatz zu gegangen und mit erklärt, daß er sich der Einzelheiten der Piester'schen Aussage von dem Morde gesprochen habe. Sie hat gehört, daß Frau einem gelben anschließenden Mantel und hohem. Hut mit nicht mehr entsinnen fönne; damals habe Piester aber einen Heinze ihren Mann wiederholt Wächtermörder" geschimpft hat; aufgeschlagener Krempe und gelber Schleife bekleidet gewesen. glaubhaften Eindruck gemacht. Die früher zu Protokoll gegebene fie will ihr auch Vorwürfe darüber gemacht, aber die Entgegnung Auch die nächste Zeugin, Wittwe Emilie Schulze, bes Aussage des Zeugen Piester wird verlesen. Es geht erhalten haben: Das darf ich sagen!" Die Zeugin erklärt fundet, daß beide Angeklagte in der Mordnacht an der Eingangsdaraus hervor, daß derselbe bei seiner ersten Vernehmung auf Befragen, daß sie dem Heinze allein einen Mord nicht zu- thür zum Park in der Invalidenstraße von ihr gesehen worden Aussagen gemacht hat, die er bei späteren Vernehmungen traue, wohl aber in Gemeinschaft mit anderen, da er sehr jah- feien. Sie schildert ebenfalls die Kleidung beider Angeklagten widerrief, beziehungsweise berichtigte. Der Zeuge muß zornig sei. Der Präsident stellt durch weitere Fragen fest, daß und schäßt die Zeit auf ungefähr 3 Uhr und behauptet, wie feine vorhin abgegebene Aussage wiederholen, welches er in der Die Zeugin über die einzelnen Daten sich gar nicht mehr recht die Vorzeugin, daß sie sich in den Persönlichkeiten nicht irren selben drastischen Weise thut und dabei eine vom Vertheidiger klar ist und Widersprüche mit ihren ersten Vernehmungen im fann. hingeworfene Zwischenbemerkung mit den Worten zurückweist: Jahre 1888 bemerkbar sind. Die Zeugin bemerkt dazu:„ Meine Die Angeklagte Heinze macht den Einwand, daß die " Herr Vertheidiger, unterbrechen Sie mich nicht!" Als R.-A. Gedanken sind manchmal ganz fort!" Zeugin Schulze sehr schlecht sehen könne, die Zeugin Coßmann den Zeugen in ein energisches Kreuzverhör nimmt, Hierauf wird Medizinalrath Dr. Long, welcher seine Haar- erwidert aber, daß sie weitsichtig sei. Die Letztere meint der Lettere:„ Herr Vertheidiger, ich will Ihnen mal untersuchung beendet hat, vernommen. Er hat an dem Kopfe bekundet noch, daß die Heinze ihr später mal erzählt habe, fie etwas sagen. Wenn man in solcher Sache alles mögliche hört, des Heinze feine Narben vorgefunden und erklärt es nicht für leiste der Polizei Vigilantendienste und wisse auch, wer den Braun das und das und das, so fällt einem nach und nach manches ein, wahrscheinlich, daß die an dem Säbel klebenden Haare von dem ermordet habe, aber sie wolle der Polizei etwas husten, sie sage woran man erst gar nicht denkt.- Vertheidiger: Wird man Kopfe des Heinze herrühren. nichts, denn sie erhalte nicht genügend bezahlt. flarer oder verwirrter? 3euge: Sie haben nich ja schon für besoffen erklärt, ich bin aber nicht betrunken. Sie sind ja befragt. Sie bestätigt, daß Frau Heinze, als sie das zweite Mal jener Nacht gesehen zu haben. Frau Hahn wird dann noch über verschiedene Punkte natürlich ein studirter Mann und sind darin vielleicht klarer verhaftet wurde, mit einer Bewegung des Aufhängens gesagt hat: Sie leugnete damals, den mehrfach erwähnten Hut getragen zu Die Heinze wurde zuerst am 7. März 1888 vernommen. wie ich. Vertheidiger: Wovon leben Sie?- 3euge: Wenn die Sache schief geht, mache ich so!" Frau Heinze hat in haben, später gab sie es zu. Sie hat dann Hut und Mantel an Von der Arbeit. Vertheidiger: Wo haben Sie denn der Wuth ihren Mann wiederholt„ Nachtwächter- Mörder" ge- die unverehelichte Anna Brunz low verkauft, wie die Lettere gearbeitet? Zenge: Rofenthaler- und WeinmeisterstraßenEcke. Den ganzen Winter. Vertheidiger: Wovon haben Vertheidiger: Wovon haben schimpft. Im Gegensatz zu früherer Aussage behauptet die Sie denn den Sommer gelebt?- 3 euge: Ich bin doch hier Beugin, daß sie solches Handwerkzeug, wie es im Park der bestätigt. Sie denn den Sommer gelebt?- Benge: Ich bin doch hier kein Angeklagter. Ich habe manchmal im Winter zwei bis drei Elisabethkirche gefunden wurde, nicht bei Heinze gesehen hase. Vormittag 9½ Uhr. Monate nicht gearbeitet, weil ich nichts zu arbeiten hatte. Wohnung gefunden und abgeliefert. Um die Widersprüche mit Sie habe nachträglich noch das Heinze'sche Stemmeisen in der Vertheidiger: Wovon haben Sie in dieser Zeit gelebt? 8euge: Wenn ich bei Frau Hahn wohnte, habe ich auch bei den Aussagen der Beugin aufzuklären, verliest der Präsident Protokolle, mit der ihr gegeffen, wie ich ihr auch das Geld gegeben habe, wenn ich die früher mit ihr aufgenommenen etwas verdiente. Präs.: Seit wann wohnen Sie bei der Frau Beugin ist aber nichts anzufangen, fie sieht nicht einmal Hahn? Zeuge: Oh, wohl schon 16 Jahre lang, ich kenne sie Dr. Ballien richtet an die Zeugin die Frage: Wissen Sie, wie ein, daß Widersprüche vorhanden sind. Der Vertheidiger und die ganze Familie. Vertheidiger: Es kommt mir oft die Frau Heinze Selbstmord begangen hat?( Heiterfeit.) auf die Integrität des Zeugen an und ob er Vigilanten räsident: Aber Herr Vertheidiger fie lebt ja noch." Dienste geleistet hat. Beuge: Ich bin fein Vigilant, ich Bertheidiger: Ich meine selbstverständlich Selbstmord- Verbitte, mich nicht wieder zu beleidigen. Hier bittet die Angeklagte Der Streit des Personals der Firma Pietschmann u. Heinze ums Wort und um Entschuldigung, falls sie etwas An- wissen, worauf die Angeklagte Heinze der Zeugin zuruft: Sage die Kollegen auseinander zu sprengen, sind fruchtlos geblieben. Die Zeugin will von einem solchen Versuch nichts Söhne ist schon seit 5 Wochen im Gang und alle Versuche, stößiges sagen sollte. Präs.: Bitte, reden Sie nur frei von die Wahrheit, wo habe ich mich aufgehängt?" Als die Zeugin Vor 14 Tagen erhielten 6 Kollegen Briefe, worin die Firma Der Leber weg, ich habe ja gesagt, daß hier Sachen zur Sprache dennoch fagt, sie wisse von nichts, meint die Angeklagte in ihnen den alten Lohnfah ohne Abzug zugestand. Da sich aber kommen, die für zarte Frauenohren nicht geeignet sind. Die trockenem Tone: So, dann danke ich." Sie fügt nach Rücksprache mit dem Direktor ergeben hat, daß die Hälfte Angeklagte erzählt dann eine lange Geschichte, die, soweit davon dann hinzu: Mehrmals habe ich mich vergiftet, überhaupt etwas zu verstehen ist, darauf hinausläuft, daß der ich mich vergiftet, als der Kollegen nicht wieder anfangen sollte, so scheiterte natürlich ich von der Charitee zurückkam, habe ich mich in der die Sache; ebenso ein anderweiter Versuch, wobei man die ArZeuge auch arbeitsscheu sei, so daß sie mit ihrem kranken Körper Chorinerstraße an der sowohl ihn als auch die Frau Hahn noch zeitweise habe ernähren Mann hat mich abgeschnitten. Thür und aufgehängt mein beiter aufforderte, ihr Werkzeug, Krankenkassenbuch, Versicherungs müssen. Er trinkt ebenso gerne Schnaps wie mein Mann und wenn Bernehmung der Frau Hahn wird dieselbe vom Dr. Coßmann Ansicht des Urhebers Herrn Wittig reglementsmäßig entlassen sind, Am Schluß der weiteren farte 2c. zu holen. Jetzt nun, nachdem doch die Arbeiter nach die beiden mal auswaren, tamen sie betrunken nach Hause." Die Angeklagte behauptet ferner, daß sie nicht am Morgen nach dem befragt, ob nicht von Seiten der Kriminalpolizei oder eines bekamen eine Anzahl derselben einen hektographirten Brief folMorde, sondern erst am Sonnabend darauf ihren Kaffee mit den Sie Dienste der Polizei zu gewinnen. Die Beugin verneint dies Privatdetektiv- Instituts Versuche gemacht worden seien, fie für folgenden Inhalts: beiden Salznäpfchen bezahlt habe. Der Zeuge sei vom 25. Sep- und bekundet nur, daß ein gewisser Kober mehrmals von Herrn Berlin, im September 1891. tember an überhaupt nicht mehr über die Schwelle der Uthe'schen Weien zu ihr geschickt worden sei, daß sie aber darauf nichts Wohnung gekomunen, sondern immer durch's Fenster ein- und weiter gegeben habe, nachdem ein Herr Meixner sie vor dem daß wir in unseren Etablissements gegenwärtig vortheilhafte GinWir nehmen Veranlassung, Sie davon in Kenntniß zu sehen, ausgestiegen. Der Rock ihres Mannes, den sie, wie der Zeuge Kober gewarnt habe, weil derselbe schon in dem Dick richtungen getroffen haben, welche vor dem Streit bereits geplant behauptet, am Morgen nach dem Morde geflickt habe, hoff'schen Prozeß thätig gewesen sei. fei infolge einer Schlägerei, die sie mit ihrem Manne Meigner scheint die Bertheidigung Bezüglich dieses waren und nunmehr für die Zukunft eine WiedereinBertheidigung die Vermuthung hatte, zerrissen. Sie könne alles haarklein beweisen, wo sie gehaben, daß derselbe der Polizei Dienste leiſte und bietellung Ihrer Person in unsere Fabrik vollständig auswesen. Beuge Piester: Alles was Frau Heinze erzählt, ist Beugin giebt zu, daß dieser Meigner sich einmal bei ihr ein- schließen. Alles nach dem Morde gewesen.- Frau Heinze nimmt einige Morphiumtropfen, droht dem Zeugen und erklärt, daß sie gemiethet habe. suche. " Boziale Uebersicht. Aviz. Zugleich diene Ihnen zur Nachricht, daß jede zu unserer Kenntniß gelangende Handlung, welche darauf hinausläuft, noch mehr erzählen werde. Präs.: Na, Piester, was sagen Eine lange Reihe von Fragen des Vertheidigers Dr. Eo ßneu antretende Arbeiter von der Thätigkeit in unserer Sie dazu? 8euge: Ich bleibe auf meinem Punkt.- An- mann richtet sich an die Person des Untersuchungsrichters, Fabrik abzuhalten oder den bereits eingestellten Personen geklagte Heinze: Der Beuge hat sich von meiner alten Landrichters Eichelbaum und bezieht sich auf die Widersprüche die begonnene Arbeit durch Ausstachelung, Drohung oder 63jährigen Schwester ernähren lassen, weil er ebenso wenig arbeiten in den früheren und jetzigen Aussagen der Zeugen Piester und Anreizung zu verleiden, an der Hand der bestehenden will, wie mein Mann, weil er den ganzen Tag in den Kneipen Hahn, auf die Glaubwürdigkeit derselben und auf den Verdacht, gesetzlichen Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung und des Strafliegt und mit den Bierpullen und Billard spielt. Und denn ist der sich auf andere Personen gelenkt hat. Im Allgemeinen ist gesetzbuches zur strafrechtlichen Ahndung gebracht werden wird. der Mann auch garnicht evangelisch, sondern man blos katholisch daraus zu entnehmen, daß einmal in Breslau ein Verbrecher Ein jeder jetzt bei uns eintretende Arbeiter, er möge eine und zwei Frauensleute hat er schon siten lassen und blos weil gefagt hat: In Berlin, da machen sie es anders, wenn da Beschäftigung zugewiesen erhalten, welche er wolle, wird unserer= meine Schwester so'n altes Krokodil ist, ist sie auf einem ein Nachtwächter in die Quere kommt, dann schlägt seits bei Vermeidung einer namhaften Konventionalstrafe verihn reingefallen. Und denn hat sich meine Schwester man ihn nieder und baumelt ihn auf." Der Mann habe pflichtet werden, sich einer Verbindung mit von uns aus mit ihm verbunden, um uns reinzulegen; mein Vermögen hat dann den Verdacht auf einen gewissen Brinkmann disziplinarischen Gründen entlassenen Arbeitern zu enthalten und er mit versoffen und mich zur armen Frau gemacht. Präs.: gelenkt. Ferner ist einmal ein Brief bei dem Untersuchungs- den Werkehr mit denjenigen Arbeitern, welche aus nichtigen AnBiesier, wie ist es nun? 3euge: Nein, solche Lügen! Ihre richter eingegangen, in welchem es hieß:" Die Berliner Polizei läffen bei uns die Arbeit niederlegten, gänzlich zu meiden; auch arme alte Schwester hat sie unglücklich gemacht und hat sie mit'n ist zu dumm; wenn sie einmal einen Mörder haben, dann ent- sich der Bedingung zu unterwerfen, jedwede Nachricht, die ihm Schmortopf verhauen wollen und die arme alte Schwester hat lassen sie ihn wieder. Sodann ist eine Anregung aus Amerika aus Anlaß einer Ihrerseits in Szene zu setzenden Arbeitsauch gesagt, daß sie den Heinze's den Mord zutraut. So ist die gekommen. Ein Schuhmacher Bernhard Just, Chicago U. S. einstellung zu Ohren fommt, unverweilt zu unserer Kenntniß zu Frau Heinze. Da sitzt sie. Präs.: Sie sagen doch hier 320. 31 hatte sich an die Staatsanwaltschaft gewandt und ange- bringen. nicht absichtlich zu Ungunsten der Angeklagten aus?- 3euge: deutet, daß er die Mörder könne und zwar 5 Personen, von denen Eine Mittheilung über die frivole Herbeiführung der jetzigen I bewahre, nicht in die Hand! Ich sage die reine Wahrheit. Ehr- er 3 dem Namen nach kenne. Die Heinze's seien nicht dabei ge- Arbeitseinstellung in unserer Fabrik haben wir zur Kenntniß lich gestanden, habe ich mich anfänglich nach dem Morde garnicht wesen. Er sei aber ein armer Mann und würde seine weiteren sämmtlicher Konkurrenzfirmen gebracht, damit dieselben dadurch um die Heinze's bekümmert. Das sind Leute, die mit dem Angaben nur unter der Bedingung einer Belohnung in den Stand gesetzt werden, die Urheber und Theinehmer an Meffer aufeinander losgehen, einmal haben sie sich so gestochen, daß machen. Er müsse aber dringend bitten, Stillschweigen zu dem Streit von ihren Arbeitsstätten fern zu halten. fie geblutet haben, wie die Schweine. Die Heinze hat ja schon beobachten, denn wenn es der Eine vernehme, so gehe es ihm Wir halten Ihre Arbeitseinstellung der kleinlichen Gründe mehr gemacht. Angeklagte Frau Heinze: Ja, gestohlen habe schlecht, denn der Mann sei Schlächter. Rechtsanwalt wegen für frivol, um so mehr, als die Abstimmer Ihnen einen Dr. Coßmann läßt konstatiren, daß der Landrichter Eichel- völlig nuglosen Beistand zu ihrem eigenen Schaden leisten ich, das ist wahr. baum zweimal an den erwähnten Just nach Chicago geschrieben mußten. hat, daß der letzte Brief wegen ungenauer Adressirung zurückBerliner Musitinstrumenten Fabrit, gekommen ist und daß weitere Schritte in dieser Beziehung nicht Aktiengesellschaft, geschehen sind. Der Untersuchungsrichter theilt mit, daß er die betreffenden Mittheilungen an die Staatsanwaltschaft weiter gegeben habe mit dem Anheimstellen, die Winke weiter zu verVertheidiger Dr. Ballien beantragt die Ladung des Schloffers Heidrich, dem gegenüber die Frau Hahn geradezu gefagt habe, fie traue den Heinze's den Mord nicht zu. Der Präsident bemerkt nebenbei, daß die Vertheidigung diese Thatsache doch schon vorher gekannt habe und die Zeugen doch schon hätten laden können. vormals Ch. F. Pietschmann und Söhne. F. Pietschmann. W. Wittig. Die Höhe der Kautionssumme, von welcher die Firma die Rechtsanwalt Dr. E o ßmann: Demgegenüber muß ich folgen. Der Dezernent der Staatsanwaltschaft, welcher sich Konventionalstraße abzuziehen gedenkt, beträgt 150 Mart bemerken, daß die Thatsache in den Alten steht, daß sie ebenfalls mit der Braun'schen Sache zu befaſſen hatte, ſei mit ein Arbeiter hat gerade 3 Monate zu arbeiten, ehe er in jener dem Vorſizenden und der Staatsanwaltschaft bekannt war und ihm der Ansicht gewesen, daß weitere Schritte nach der an- Fabrik diese Summe verdient. daß der Staatsanwalt auch die pflichtmäßige Aufgabe hat, alle gegebenen Richtung hin ein Erfolg nicht haben konnten. Auf Entlastungsmomente für die Angeklagte zu berüdsichtigen. Der die Frage des Dr. Coßmann, wer der Dezernent gewesen, nennt Herr Vorsigende hätte also auch den Schlosser Heidrich laden der Zeuge den Staatsanwalt Unger und letzterer bestätigt amtlich, daß er mit dem Untersuchungsrichter der Ansicht gewesen, tönnen. Die Agitation3- Kommission der Musikinstrumenten Arbeiter. Crefeld, 26. September. In einer Konferenz, schreibt man Präf.: Ich habe daraufhin zu erwidern, daß ich in dieser daß die Sache sich, zu einer weiteren Verfolgung nicht eigne. der„ Franks. Zeitung", welche Beamte der Verwaltungsbehörden Auslassung des Vertheidigers den Vorwurf gegen mich erblicke, Der Untersuchungsrichter theilt noch mit, daß auch ein gewisser unserer Gegend hielten, um über die Reorganisation der Gedaß ich wissentlich Beweismaterial zu Gunsten der Angeklagten Neich in der Sache vernommen worden ist. Derselbe habe bekundet, werbegerichte nach dem neuen Gesetze zu berathen, wurde berathen, ob ich mir einen derartigen Vorwurf in öffentlicher habe, der des Wächters Braun wegen eine Strafe verbüßt bei den Arbeitern zu diskreditiren. In das Regulativ wurde mit dem ist, habe. Dieser Mensch habe zu Reich gesagt:" Der Wächter nämlich die Bestimmung aufgenommen, daß Jeder, welcher die Sigung gefallen lassen muß. Bald nach Vergleichstammer anruft, einen dem Präsidenten einen solchen Vorwurf zu machen. Der Prä- dem Morde sei der lange Mensch dem Reich wieder begegnet und 50 Pfg., beim Gewerbegerichte einen solchen von 1 M. zu ent= Dr. Toßmann erwidert, daß es ihm fern gelegen habe, Braun ist werth, daß man ihn zu Boden schlägt." " Kostenvorschuß" von sident erklärt sich hierdurch für befriedigt und betont, daß seine habe dabei gesagt:„ Na, sehen Sie? Nun ist er hin." Ein richten hat. Dieser Kostenvorschuß" soll allerdings von dem bestätigt. Bei der Erörterung dieser Angelegenheiten entwickelt beiter werden nicht von vornherein darauf verzichten, das Ge habe Er halte die Sache nunmehr für erledigt. Versammlungen. Im fünften Wahlkreise, und zwar im alten Schützenhause, einen Vorwurf gemacht.- Präs.: Ich habe Ihnen feinen Vor- des Dr. Coßmann glaubt dieser zu bemerken, daß der Staats- einem Arbeiter ein immerhin schon nennenswerther Betrag ist, Rechtsanwalt Dr. Ballien: Der Vorsitzende hat mir sich wieder eine etwas peinliche Szene. Bei einem Beweisantrage werbegericht in Anspruch zu nehmen, wenn sie erst 1 M., die bei anivalt lacht. Er verwahrt sich sehr heftig dagegen und bezahlen, und sich dann mit dem unterliegenden Theile wegen wurf gemacht. Im Uebrigen haben Sie jetzt nicht das Wort. Dr. Ballien: Dann werde ich an anderer Stelle darauf apostrophirt den Vorsitzenden, daß er so etwas nicht hätte Rückerlangung dieser Mark lange herumschlagen müſſen& Präs.: Ich kann doch dem Staatsanivalt zurückkommen.- Präs.: Ich entziehe Ihnen das Wort und dulden sollen. verlese den Gesetzesparagraphen, wonach der Vertheidiger wegen das Lachen nicht verbieten. Dr. C.: Als berufenes Mitglied Ungebühr in eine Geldstrafe bis zu 100 m. genommen werden der öffentlichen Rechtspflege muß ich aber aufs Entschiedenste kann. Nach der Verlesung erklärt der Präsident, daß er von Verwahrung dagegen einlegen, daß bei einem ernsten Antrage meinerseits der Staatsanwalt lacht. Und nun fordere ich Sie diesem Paragraphen eventuell Gebrauch machen werde. Nach Erledigung dieses Zwischenfalles meldet sich Frau auf, Herr Direktor- Präs: Ich habe Sie hier zu unterbrechen. Eine Aufforderung" in dieser Weise hat die VerHahn, die Halbschwester der Angeklagten Heinze, welche gestern ihr Zeugniß verweigert hatte, mit der dringenden Bitte, sie nun theidigung dem Vorsitzenden des Schwurgerichtshofes gar nicht fand am Montag Abend die Wahl der Delegirten zum doch zu vernehmen. Präs.: Hat denn jemand auf Sie ein zufommen zu lassen. Ich weise diesen Ausdruck als ungehörig Parteitage statt. Die Versammlung war von etwa 600 Pergewirkt, daß Sie sich nun doch melden? Die alsdann noch einmal vorgerufenen Zeugen Piester Griepentrog, zum zweiten Schneider Pfeiffer gewählt. Niemand. Präf.: Hat auch Piester Sie jetzt nicht überredet, gegen die Angeklagten auszusagen?- Beugin: Nein, teine und Frau Uthes wissen Beſtimmtes über die auf dem Gerichts- Auerbach als Referent tam zuerst auf seine Haltung in der zoee.- Prá f.: Sind Sie denn den Angeklagten feindselig? tische liegenden Instrumente nicht zu befunden. Dagegen sagt Frage der Anarchisten- Ausweisung am Brüsseler Kongreſſe, bann aus, daß Heinze im Besize einer auf feine Erklärung" und den Vorwärts", sowie seine Bericht Beugin: Mit Heinze stehe ich schlecht, dem stimme ich zu, Frau Uthes noch aber Schlechtes traue ich ihm nicht zu. Wenn er was Schlechtes kleinen Blendlaterne war, was mit Bezug auf die Thatsache erstattung für die„ Neue freie Presse" zu sprechen und begründete macht, dann ist er nur verführt von seinen Kumpanen. Wenn nicht unwichtig ist, daß in der Mordnacht am Thatorte ein Licht dann eingehend den auch von ihm unterschriebenen Gegen- Entwurf ihm ein Ramerad sagt: ich spendire Dir einen„ Großen", dann hin- und herbewegend gesehen ist.- Die Angeklagte Heinze der Genossen Lux und Kampffmeyer gegenüber dem von dem haut er zu, wohin sie wollen, Bräs.: Nun, Ihr Schwester behauptet, daß Frau Uthes Haß gegen sie habe und zwar feit Borstand vorgelegten Programmi- Entwurf. fagt von Ihnen und von Piester gar nichts Gutes aus, sie meint, 1885, wo sie wegen Falschmünzerei durch die Schuld der Zeugin 3eugin: Nein, zurück! Das Wort erhielt hierauf Bi este r. Zahlreiche Rufe probaß Piester gleichfalls nicht arbeitsluſtig war.- 3eugin: bestraft worden sei.- Pr ä f.: Aber, Angeklagte, Sie haben doch teftirten dagegen, daß Biester, der einen Genossen als Eralumpen Gehen Sie, so rachsüchtig ist meine Schwester, für die ich schon noch 1887 bei der Zeugin gewohnt und sind mit ihr auf den titulirt habe, in einer sozialdemokratischen Versammlung mal habe fihen müssen. Ich wollte eigentlich gar nichts fagen, Stich gegangen. Die Anfrage, ob die Zeugin sich etwa durch fernerhin das Wort bekomme. Abgeordneter Auer tritt aber wo sie jezt so gemein gegen uns auftritt, will ich die Wahr- die Aussicht auf Belohnung zu einer Aussage gegen Heinze's ver- dafür ein, daß Biester sprechen dürfe, da das Gene Niederauer tadelte scharf den Bericht des„ Vorwärts" furterstr. 81, bei Wets. " Gesangverein Gleichheit", Bernauerüber die letzte( aufgelöſte) Versammlung, der parteiisch gehalten verein, Schneeglödchen 1," Kottbuser Damm 40 bei Jacob. ,, Hand in Hand 1 ,,, Mariannenstr. 31 und 32, Industriehaus. Gefang nicht unter einem Jahre geahndet wird, vom diesseitigen Richter verein " theil hieße, ihn ungehört. verurtheilen. Biester: Er sei| Wrangelfiraße 141 bet Schmidt. nicht gebildet. Wenn man ihn, einen ehrlichen Menschen, mit Oranienstr. 153, bei Göze. Offenbacher Sängertrans" lieferung Winkelmanns, früheren Direktors der Leipziger DiskontoThring- Mahlow vergleiche, so sei dies die stärkste Beleidigung, traße 72, bet Gasper. Gesangverein, angestuft, Bülowstr. 69, bei von Seiten der sächsischen Staatsanwaltschaft durch die hier Gefangverein Freies Sieb" 1, Frant- und Wechslerbank, welche wegen Betrugs und Urkundenfälschung die es gebe. Er habe kein parlamentarisches Wort der Zurück- Gründer. weisung gefunden. Brandenburger Männergesangverein", Branden- akkreditirte deutsche Gesandtschaft verlangt, aber seiner Zeit wegen Wie würden Sie Jemanden nennen, der Sie burg a. H., bet Mengert.- Gefangverein" 3ufriedenheit", Noftizstr 29 des Fehlens eines Dokuments abgelehnt worden war, ist nunmehr, so verdächtigte?"( Vielfacher Ruf: Einen Lump!") Biester Päpold. bet Hahn. Gesangverein Morgenroth" 3, Reichenbergerstr. 16, bei, wiederholte und begründete sodann seine schon in voriger Ver- Steinfeger- Sängerchor", Schwebterstr. 17, bei Wolter. Gefangverein Steinnelte", Gerichtstr. 10, im Restaurant. nachdem dieses beigebracht, die Identität des 2c. Winkelmanns gefammlung gestellten Anträge. verein 2yra" 1, Raupachstr. 6, im Restaurant. Gefangenügend festgestellt und das demselben vorgeworfene Verbrechen Verein ,, Euphonia", Abends 9-11 Uhr, Reßner, Annenstraße Nr. 16. Gesangverein auch nach dem argentinischen Strafgesetz mit Gefängnißstrafe sei. Man verweise die Opponenten immer auf den Beschwerde- verein, Schneeglöckchen 2," Potsdam, Brandenburger Kommunfation 16 Gefang genehmigt worden. Derselbe knüpft an diesen Entscheid die weg. Das sei nicht recht demokratisch und mit Recht oder uebung in Adlerhof bei bet Glaser.- Arbeiter Gesangverein Morgenroth 4," Röpenick, Voraussetzung, daß die deutschen Gerichte in analogen Fällen Unrecht hätten manche Parteigenossen das volle Vertrauen zum der Kupferschmiede, Weinstraße 11 bei Feind. Wiedemann u. Manowski. Gefangverein ebenso verfahren werden, und die Bedingung, daß der p. WinkelParteivorstande verloren. Daher käme auch die geringe Bahl verdroffen", Fennſtr. 5, bei früger. Gesangverein ,, Un mann wegen keines anderen außer dem in dem AuslieferungsFlöter'scher Gesangverein. Der Beschwerden. Redner polemisirte gegen Stadthagen und beim Kurhaus. Landsbergerstr. 31, bei Musehold. Gesangverein Blüthe", Friedenau antrage bezichteten Verbrechens zur Verantwortung gezogen und gründete sodann nochmals die von ihm in der letzten Versammlung bei Lerche. Gesangverein ,, Vorwärts 5", Friedrichshagen, Rundtheil, zu keiner höheren Strafe, als welche das argentinische eingebrachten Anträge. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend ist zur Verfügung des deutschen Gesandten gestellt worden." Gesetz für dieses festsetzt, verurtheilt wird. Der p. Winkelmann Stadthagen: Er kenne Biester nicht unter den Tausen- raße 15. Mittwoch: Vergnligungsverein Proletariat", bei Stehmann, Melchior Verein Fridolin", 9% Uhr, bei Wolff, Brunnenstr. 35a. den von Genossen, die unter dem Sozialistengesetz thätig gewesen Theaterverein„ Blumenlefe", bei Förtsch, Stallschreibersir. 60. seien. TheaterEine etwas ominöse Einladung hat die Redaktion der Betreffs des angeblichen Ausschlusses der Anarchisten Tamen und Herren als Gäste willkommen. und Vergnügungsverein" Bultania", 9 Uhr, bei Meißner, Gartenstr. 162. Fränkischen Tagespost" in Nürnberg von dem Herrn Staatswiederhole er seine im Vorwärts" abgegebene Erklärung und Nord". Geselliger Vergnügungsverein anwalt erhalten. Dieselbe lautet: Mit Rücksicht darauf, daß polemifirt dann des längeren gegen Auerbach wegen dessen Be- straßen- Ecke. Abends 9 Uhr Sihung bei Schipke, Schul- und Reinickendorfer- das neuerbaute Strafvollstreckungs- Gefängniß richterstattung für die Wiener Neue Freie Presse" und dessen beutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Lindenstraße 106. Gesang Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Pause in Nürnberg am 1. Oftober 1891 eröffnet und in Betrieb gesetzt Ausschlußantrag wider den Berichterstatter der Köln. Zeitung". Soffnung", Moabit, Abends 9 Uhr Ilges, Wilsnackerstr. 63. Gefangverein wird, beehre ich mich, ergebenst mitzutheilen, daß dessen vor= Dann begründete er eine Anzahl von ihm eingebrachter Resolu- läunergefangverein. Sa ngestreue", Abends 9-11 Uhr bei suther, herige Besichtigung in der Zeit vom 28. bis 30. Ifd. Mts. tionen auf Schaffung eines unentgeltlich zu liefernden Flugblattes Alexanderstr. 37, Gde staiserstr., 1" Tr. Brüderstr. 26. Gesangverein Alpenrose",( Gem. Chor) 8-10 Uhr, den Herren Vertretern der hiesigen Presse freigestellt ist. Falls für die ländlichen Arbeiter, auf bessere Versammlungs- Bericht- 8 1hr, bet Schröder, Reichenbergerfir. 24. Gäſte, durch Witglieder eingeführt: fängnisses Gebrauch gemacht werden sollte, ersuche ich, sich ge= Gesangverein Alpenglühen", von der gebotenen Gelegenheit der Einsichtnahme des neuen Geerstattung durch den Vorwärts", für eine Reihe redaktioneller willkommen. Zitherklub„ Alpenveilchen", Abends 8% Uhr, Kaiser Aenderungen des Programms- Entwurfs; endlich beantragte er, die Straße 25b, Ecke Aleranderstraße. Gäste willkommen. Tambourverein fälligst des gegenwärtigen Schreibens zur Legitimation gegenüber dem Versammlung möge Auerbach tadeln, daß er sein Mandat, Tambourverein" Vorwärts", Uebungsflunde 9 Uhr Langeſtr. 65. Gäste wollen." Einer so liebenswürdigen Einladung, sagt die RedakEcho"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bei Hüttrich, Gollnowstr. 9. bereits geeignet verständigten Gefängnißdienst- Personale bedienen zu für dessen Vertretung er Entschädigung erhielt, zur willkommen. Tambourverein, Einigteit", Ritterftr. 21, bet Jubbish. tion unseres Nürnberger Bruderorgans, kann selbstverständlich Berichterstattung für die bürgerliche Presse benutzt habe. Mitwoch und Sonnabend, Abends' s Uhr, Nebungsstunde. MännergesangAlle diese Anträge wurden in Edelweiß", Abends 8 Uhr, bei Schneider, Belforterstr. 15. Neue auch ein sozialdemokratischer Preßmensch nicht widerder späteren Ab- Mitglieder werden aufgenommen. stimmung angenommen, dagegen Stadthagen's Antrag, Auerbach Lübeck'scher Turnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis stehen, um so weniger, als so einer" ja auch am allerersten oder auch wegen des Ausweisungsbegehrens gegen den Berichterstatter Berliner Zurngenossenschaft. 5. Männerabth. Abds. von 8-10 Uhr; die Lage kommt, das erwähnte Institut ohne solch eine Zu10 Uhr im Turnsaale des Königstädt. Gymnaf.", Elisabethstr. 57-58. vielleicht sogar allein aus dem Kreise der Zeitungsschreiber in der Köln. 3tg." zu tadeln, abgelehnt. Von Seiten der„ Oppo: Turnlotal Mariannen- Ufer 1a. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis sition" wurden ebenfalls verschiedene Anträge eingebracht und 11 Uhr. Turnlokal: Mühlenstr. 49-50.- Turnverein, ste n", Wiänner- schrift kennen zu lernen. Ob nicht der Herr Staatsanwalt eine theilweise angenommen, u. A. auch einer, der dem„ Vorwärts" Abtheilung, von 8-10 Uhr Abends, Blumenstr. 63a. Straft- Turn- Berein besondere Anivandlung von Humor gefühlt hat, als er das Unterschlagung oppositioneller Reden und Beschlüsse vorwarf; Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Berolina" Mittwoch Abends 8 Uhr Reichenbergerstr. 73a bei Faustmann, Echreiben an uns adressiren ließ? Hoffentlich verabreicht er indessen erklärt sich unser Berichterstatter außer Stande, dieselben Theaterverein„ Blumenlese" Sigung 9 Uhr Abends mit Damen, Stall- uns einen Hausschlüssel, wenn wir später einmal zu haben notiren zu können. Die Anträge Biester's wurden abgelehnt. fchreiberstr. 60, Theater- u. Vergnügungsverein„ Vulkania" Abends 9 Uhr, einem Besuch der seiner Pflege unterstellten Anstalt veranlaßt Eine Reihe heftiger persönlicher Debatten entspann sich und gegen neigt sind, in Meißners Restaurant, Gartenstraße 162. Damen und Herren, welche ge- werden sollten. Im Uebrigen werden wir der Einladung Folge dem Verein beizutreten, fönnen 21/2 Uhr Morgens kam es endlich zur Wahl der Delegirten, aus oder beim Vorsitzenden sich daselbst melden M. Lieste, Ackerstraße 13, of 1 Treppe. leisten, um wenigstens zu sehen, auf welch ein Logis man evender Niederauer, der, oppositionell, aber nicht auf dem Boden Pollack- Klub u stige Brüder" Abends 8%-10% Uhr im Restaurant tuell gelegentlich zu rechnen hat. des Flugblattes zu stehen erklärte, nach wiederholter Beanstandung bei G. Stien. Gäste willkommen. Liewald, Dresdenerstr. 38.- Verein" Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 der Majorität, sowie Gumpel, der auf dem Boden der bis- Sigung Abends 9 Uhr, bei Steemann, Melchiorstr. 15, Hof part. Gäste will Vergnügungs- Verein Proletariat", herigen Taktik steht, hervorgingen. Mit einem Hoch auf die Vergnügungsverein olum, Abends 8 Uhr bei Schröder, StegligerGeselliger Klub Proletariat" bei Lorenz, stoppenstr. 40 e. internationale revolutionäre Sozialdemokratie schloß die Ver- fraße 18. sammlung. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Verein der Soldiner", Abends 8% Uhr bei Wutke, Friedrichsbergerstr. 24. Verein Kreuzfidel", Sitzung mit Damen bei Doberstein, MariannenBerliner Gastwirthsgehilfen. Heute, Mittwoch, Nachmittags 3 Uhr, ftraße 31. Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", Keßners Klubhaus, Annenstraße 16, Generalversammlung, zu welcher Kollege Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105. Rauchtlub, Nord: R: Hoffmeyer aus Hamburg anwesend ist. Um zahlreiche Betheiligung stern" in Friedrichsberg.- Rauchklub Bultan", Abends 9 Uhr bei Ahmer, wird ersucht. Gräfestr. 82. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch mann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen. Rauchtlub Frisch gewagt", Orientalischer Rauchklub, Abends 9 Uhr, bei Hart Borwärts", Abends s uhr, Sigung im Lofale des Herrn Köhn Abends von 9-11 1hr, Posenerstr. 5 bei Rockendorf. Rauchtlub Dhn e Naunynsir. 83. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen 3wang", Abends 8½ 1hr, bei Spät, Weinstr. 28. -Nord", Abends 8% Uhr, bei Raabe, Ruppinerstr. 46. Rauchtlub, Grüne Emanuaste", Abends 9 ühr, bei Schlüter, eleine Markusstraße 10. Gäste will aipation", Abends 8½ Uhr bei Wagner, Neue Königstr. 89. Gäste fommen. Rauchflub Bruderbund". Vorsitzender: H. Pfuhl. Sigung " Gleichheit", 8½ 1hr bei Schönemann, Stalizerstraße 7. jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Köpnickerstr. 127a bei Rüfter. Gäste willkommen, Gäste willkommen. Freie Denter", 9 Uhr bei Franz Schmunt, Aufnahme neuer Mitglieder. Kottbuser Damm 33. Gäste willkommen. Rauchklub Sumatra", Südost, Reichen ,, Vereinte Kraft", Abends bergerstr. 83, Restaurant Trucks. Jeden Mittwoch von 8 Uhr ab 8% Uhr bei klein, Echönleinstraße 6. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.- Rauchflub Victoria," Butritt. feden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Schüßenstraße 40-41, bei Stallbaum( Restaur.) Berufsvereine. Berein Berliner Mechaniker. Jeden Mittwoch, gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Rauchflub ,, Gutge: Abends 9 Uhr, Sigung im Restaurant Herold, Kleine Präsidentenstr. 7. Fach- finnte Freunde." Jeden Mittwoch höchstestraße 28 bei Neumann. Gäste wissenschaftliche Vorträge. Gäfte willkommen.- Verein derselbständ. willkommen. Mitglieder werden aufgenommen... Humoristischer Wäsche, Schürzen- und Jupon- Arbeiter u. Arbeiterinnen. Rauch klub. Jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Sigung bei Niemann, Gör Jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. des Monats Abends 9 Uhr, Zusammen ligerftr. 42. Gäste durch Mitglieder eingeführt willkommen. Stattlub Treff", tunft in Kortmann's Salon, Brunnenstr. 34. Abends 8½ Uhr, Frankfurter Allee Nr. 90 bet Otto Babel. Gäste willkommen. Arbeiter- Sänger- und Berlins und Umgegend. Mittwody. Uebungs- Pfeifentlub, a stania". Tagt jetzt jeden Mittwoch von 9 Uhr ab Brizerstunde Abends 9 nhr, Aufnahme von Mitgliedern. Gesangverein Liedes straße 22. Gäste willkommen. Regelflub Vorwärts". Jeden Mittwoch freiheit", Blumenstraße 38, bei Henke. Gefangverein Freya", Beughofstraße 8, Restaurant Biester. Stattlub ( Gent. Chor), Alte Schönhauserstraße, Bögow's Braueret. Revolution". Jeden Gefangverein Mittwoch und Sonnabend bei Infinger, Krautstr. 48. Silaritas", Hochstraße 32 a, bet Wilfe. Gesangverein Deutsche Eich e", Blumenstraße 46, bei Went. ,, Vorwärts" 2, Schönhauser Allee 28, bei Stuhlmey. Gesangverein„ E ch o" 1, Pantow, Schulzesir. 28. Pappel- Allee Nr. 3 und 4, bet Kruse. Gesangverein der ,, Steinmetzen"; Johannisstraße 20, bet Müller. Gesangverein" Freiheit", Bülowsiraße 59 bei Hämmerle. Gesangverein der Kürschner, Neue Friedrichstraße 44, bet Röllig. Gesangverein„ Südost" 2, Cuvrystraße 16, bei Bienter.- Gesangverein Alpenrose( Gem, Chor), Jüdenstr. 55, bei Triscomann. Gesangverein„ Crescendo " willkommen. Gesangverein erche", 9 Uhr. jeden Mittwoch " " " " Vermischkes. " Betreffe der Auslieferung Adolf Winkelmanns entnimmt das Berliner Tageblatt"" der„ Buenos- Ayres- HandelsZeitung" voin 22. August d. J. folgende Meldung:„ Die AusMöbel- Magazin Otto& Slotawa. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft 5 der Tischlermeister. NW. 67. Bremerstr. 67. NW. Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Rolporteure entgegen. Möbelspeicher bicht beim Saad'schen Markt sind: Oranienburgerstr. 88, Sof geradezu Kleiderspinden, Wäschespinden, Bettstellen, Sophas, Spiegel, Tische, Stühle, Kücheneinrichtungen etc. stets vorräthig. 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Der 56 Jahre alte Schreinervon der hiesigen Straffammer wegen Gotteslästerung und Beleidigung des deutschen Kaisers zu 8 Monaten Gefängniß verurtheilt. Dahlhausen a. d. Nuhr, 28. September. Gestern Vormittag entgleiste wahrscheinlich infolge falscher Weichentrümmert und der Lokomotivführer getödtet. Von den Passagieren stellung ein Personenzug. Die Lokomotive wurde fast zerwurden 8 mehr oder minder schwer verwundet. Weitere Nachrichten bleiben abzuwarten. Kattowit, 29. September. Eine große Feuersbrunst äscherte in Cielmi, Kreis Pleß, neununddreißig Ge bäude ein. Zwanzig Familien sind obdachlos geworden. Mailand, 28. September.( Boff. 3tg.") Die bedeutenden Eisenwerte B. Mongenot und Figli in Turin befinden sich mit einer Million Passiven in Zahlungsstockung und haben mit ihren Gläubigern Verhandlungen zur Erzielung eines Affords mit 40 pet. eingeleitet. Aus Spanien werden gleich zwei Eisenbahn- Unfälle auf einmal gemeldet. Bei Moncada auf der Eisenbahnlinie Valencia Betera hat ein Zusammenstoß zweier Züge stattgefunden, wobei drei Personen getödtet. fünf Personen ner wundet wurden. Ferner stieß auf der Eisenbahnlinie von Lissabon nach der spanischen Grenze bei Praja der Schnellug mit dem Poftzuge zusammen; mehrere Personen wurden verwundet. Sarg- Magazin und 1213L Beerdigungs- Comtoir. Berlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Im Verlage von Auer& Co. in Hamburg ist erschienen und von uns zu beziehen: Der Neue Welt- Kalender für das Schaltjahr 1892. Mit einem Farbendruckbilde Auf dem Markte" und einem Wandkalender auf Karton. Reich illustrirt. Preis 50 Pf. 50 Pf. Juhalts- Uebersicht: Kalendarium.- Post- und Telegraphenwesen.- Deutscher Wechselstempel. Auszug aus dem Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz. Rückblick auf die Zeit vom 1. Mai 1890 bis 15. Mai 1891. Die Volkszählung vom 1. Dezember 1890. Verzeichniß der Messen und Märkte. Im Kreislauf des Jahres. ( Gedicht.) Pilatus. Erzählung von Franz Wichmann. Mit Illustrationen. Schiffbrüchige.( Gedicht.) Mit Illustration.- Dic Erde als Morgen- und Abendstern des Mars. Mit Abbildung. Statistisches aus der Landwirthschaft. Von Max Schippel. Großvaters Geburtstag.( Gedicht.) Mit Illustration. - Unschuldig verurtheilt. Dichtung von Wilh. Hong. Mit Illustrationen. Die Bergarbeiter einst und jetzt. Von Karl Kautski. Im Namen des Gesetzes!( Gedicht.) Mit Illustration. Antje. Eine Helgoländer Geschichte. Von Klara Reichner. Mit Illustrationen. Moritz Rittinghausen. Mit Portrát. Cäsar de Paepe. Mit Porträt. Der Tuberkelbazillus und das Koch'sche Heilmittel. Mit Abbildungen. Heimkehr aus Kamerun.( Gedicht.) Mit Illustration.- Fliegende Blätter. ( Humoristisches.) Die Sehmaschine. Humoreste von M. Kegel. Mit Illstrationen. Auflösungen der Räthsel aus 1891. Räthfel und Charaden. Wir empfehlen den vorliegenden 16. 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September 1891. * F " * * 8. Jahrg. Die Art und Weise der Berliner Opposition verwerfen lichen Ausführungen desselben einzugehen. Auch das Märchen ferner aufs schärffte die Parteigenossen von Luckenwalde, Kottbus, von den angeblich durch ihre Parteithätigkeit reich gewordenen 19. sächsisch. Reichstagswahlkreis( Niederzwönizer Versammlung). Führern der Sozialdemokratie" tischte der Hirsch- Duncker'sche Wanderapostel auf und verlas dann aus einem Bericht die Das Hamburger Echo" bemerkt zu einer Auslassung des internationalen Arbeiterkongres hat, soweit darüber Nach- welcher aus der Parteikasse 3-5000 M. zur Abwendung des Die Berichterstattung der Delegirten vom Brüsseler Aeußerung des Berliners Wildberger, er fenne einen Abgeordneten, Hannöv. Kouriers", wonach auf dem Erfurter Partei richten in der Presse vorliegen, überall in den betreffenden Ver- Bankerotts erhalten habe. Hierzu sagt unser Korrespondent tage jedenfalls die Frauenfrage start in den Vordergrund sammlungen der Arbeiter und Parteigenossen zu dem Ergebniß habe ich zu bemerken, daß, wenn Wildberger solche Be geführt, daß man sich mit den Beschlüssen des Kongresses hauptungen in das Publikum schleuderte, er mindestens auch die ,, Das nationalliberale Blatt übersieht, daß streng genommen und dem Verhalten namentlich der deutschen De Namen der betreffenden Personen hätte nennen müssen. Es von einer besonderen Frauenbewegung innerhalb der legirten einverstanden erklärte. Von weiteren Mitthei- macht uns den Kampf gewiß nicht leichter, wenn von ParteiSozialdemokratie gar nicht die Rede fein fann. Es lungen über Versammlungen solcher Art kann daher abgesehen genossen solche Standalgeschichten erzählt werden, an denen dann giebt nur eine einheitliche Sozialdemokratische Bewegung, werden. wenig oder gar nichts ist. welche unter gemeingiltigen, d. h. für die gesammte Partei maßgebenden prinzipiellen Gesichtspunkten die berechtigten Inter- Delegirienivahlen zum Parteitag. Passau HoII. Zeit. Redakteur Hoffmann war wegen Beleidigung essen des weiblichen Geschlechts genau so vertritt, wie die des Kaltenthal( Württemberg) Sloß und ein Genosse aus Birkach. des Fabrikanten Geißler durch zwei Artikel des Volksboten" vom männlichen. Wenn es wahr sein sollte, daß einzelne Frauen die Dresden( 4. sächs. Reichstagswahlkreis) Raden und Fräß Schöffengericht zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt worden. Hoff erwähnte Beschwerde erhoben haben, so würden sie damit im dorf. Luckenwalde Seiler Rottbus Alphons Beyer. mann und der Amtsanwalt legten Berufung ein. Unrecht sich befinden. Darin, daß auch Frauen zum Kongreß Stralsund Trappe. 19. fächs. Reichstagswahlkreis( Nieder- gericht Naumburg Naumburg ging über delegirt werden, ist lediglich eine Anerkennung des Prinzips zwönig) De mmler aus Gener, Schreiber aus Tannenberg, anwalts, den Antrag des Amtswelcher 50 beziehungsweise 100, 100, zusammen der Gleich berechtigung zu erblicken, nicht aber ist daraus Konrad Frenzel aus Stollberg. Hamburg I Schweer und 150 St. Geldstrafe für beide Artikel forderte, noch der Schluß zu ziehen, daß eine Spezialvertretung der Lütgens. Hamburg II Blume. Baußen Earl Wendt hinaus, indem es auf 10 Tage Gefängniß erkannte. Frauen nothwendig sei, um den Kongreß gewissermaßen zu aus Ramenz. Sontheim( Württemberg) Röhrle aus Heil- In der Begründung des Urtheils heißt es nach dem Voltsboten", es zwingen, der Frauenfrage die gebührende Aufmerksamkeit zu bronn. Leipzig( beide Reichstags- Wahlkreise) Geyer, Bort- sei deshalb über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinausgegangen, widmen. Gegen eine derartige Auffassung, wie gegen jegliches mann, Pintau, Trilse. Pirmasens F. J. Ehrhardt weil die Art der Aufhebung, wie sie in dem Artikel getrieben, Bemühen, besondere Rücksichtnahme gegen die sozialdemokras aus Ludwigshafen. Chem.is Grenz und Hofmann. tischen Frauen zu erzielen, würden wir in der allerentschiedensten Weise Verwahrung einlegen." Der Parteitag der schweizerischen Sozialdemokratie Wir schließen uns diesen Ausführungen unseres Hamburger findet am 28. und 29. November in Olten statt. Bruderorgans in allen Stücken an. Die Sozialdemokratie des 1. Hamburger Reichstags. Wahlkreises faßte in Sac, en der Berliner Opposition folgende Resolution: * Für den sächsischen Landtag kandidiren in ChemnitzStadt Bigarrenhändler Robert Beißig, in Chemnißand Neichstags- Abgeordneter Friedrich Geyer. " Das Land bei den schon so sehr aufgehegten Zeiger Arbeitern geradezu höchst gemeingefährlich sei. Revision wird angemeldet. Das hiesige Schöffengericht sprach denselben Genossen von der Anflage frei, vor einer versammelten Menschenmenge zum Un gehorsam gegen die Obrigkeit aufgereizt zu haben. Geyer, 24. September. Gestern fand vor dem Schöffen gericht in Ehrenfriedersdorf Verhandlung gegen die Genossen Demmler und E. Stopp wegen Uebertretung des§ 33 der Die heute, am 25. September, im„ Englischen Tivoli" Eine Konferenz der Sozialdemokratie Braunschweige Gewerbe- Ordnung statt. Demmler wurde zu 200 M., Stopp zu tagende sozialdemokratische Boltsversammlung für den 1. Ham- findet am 4. Oktober in Sees en statt, sofern sich Lokalschwierig 100 M. Geldstrafe verurtheilt. Der Sachverhalt ist folgender. Vor burger Wahlkreis erblickt in dem Vorgehen der Berliner Oppo- feiten nicht entgegenstellen. 21/2 Jahren bildete sich hier der gesellige Berein Arbeiterhalle", fition eine schwere Schädigung der Partei und ist der Ansicht, welcher auch Bier an Mitglieder verkaufte und hierzu damals daß die Vertreter der Opposition das Partei- Interesse vollständig Die Sozialdemokraten Schwarzburg- Rudolstadts halten die polizeiliche Genehmigung erhalten hatte. Als vor außer Acht gelassen haben und ohne genügenden Grund in geam 18. Oktober in Erfurt eine Landestonferenz ab, Kurzem der bisherige Bürgermeister den Ort verlassen hässiger Weise gegen die Fraktion und die Parteileitung auf- Die geographische Lage jenes Bundesstaats sowie die in dem mußte, ließ er am. letzten Tage seines Hierseins noch treten. Die Versammlung will das Recht der Kritik auch gegen selben herrschende Versammlungs- Un freiheit lassen es den das Verbot des Bierverkaufs gegen uns vom Stapel. Weil über der Fraktion und der Parteileitung gewahrt wissen, doch Schwarzburg- Rudolstädter Parteigen offen räthlich erscheinen, ihre wir nun aber das Verbot für nicht gerechtfertigt hielten, theilten darf diese Kritik nicht eine die Partei schädigende sein. Das Landestonferenz im Ausland" abzuhalten. wir dem Stadtrath mit, daß wir in bisheriger Weise unsere EinOrganisationsstatut der Partei bietet, wenn die Parteileitung richtung aufrecht erhalten würden. Darauf erfolgte Anzeige, die bei den Wahlen der Arbeiter- Beisiger zum Gewerbegericht Instanzen angerufen werden, was auch dem Begründer des Einen glänzenden Sieg errang die Sozialdemokratie auch Verhandlung und das Urtheil. Natürlich werden die nächsten in Linden bei Hannover. Es wurden im Ganzen ab- Urtheils vorschwebte; denn er meinte, es sei einerlei, ob wir gegeben für die Kandidaten der Sozialdemokratie 1533, die Kan- 200 oder nur 3 M. Strafe hätten, wir würden doch Berufung didaten des Kriegervereins 17 und für die Hirsch- Dunckerianer einlegen. 62 Stimmen. In der Klasse der Unternehmer Beisiger siegten die Gegner. beseitigen." ihre Stellung mißbrauche, Handhabe genug, solche Mißstände zu Zum Programm Entwurf beschloß man folgende Anträge: Entschädigung unschuldig Inhaftirter, in Bezug auf den Normalarbeitstag Beibehaltung der Fassung des alten Programms, Zusammensetzung der Arbeiterkammern im Wege der allgemeinen gleichen und direkten Wahl. * Die Parteigenoffen des 3. Hamburger Reichstags. Wahlkreises beantragen zum Programm- Entwurf: II. Theil Nr. 3 statt der Fassung des Entwurfs zu setzen: Entscheidung über Krieg und Frieden durch das Volt." Zu Nr. 8 folgende Zusäte:" Entschädigung für unschuldig Inhajtirte und Verurtheilte" und" Deffentliches Verfahren bei Den Militärgerichten." " III. Theil Nr. 1a zu formuliren:„ Gin den Gesellschaftsbedürfnissen entsprechender Normalarbeitstag." Nr. 1b zu setzen:" Verbot der gewerblichen und ländlichen Arbeit für Kinder unter 14 Jahren." Nr. 5( Schlußsatz) hinzuzufügen:„ Staatliche Unterstützung bei Arbeitslosigkeit." * * Die Parteigenossen in Sttensen wünschen in den Programm- Entwurf die Forderungen Entschädigung unschuldig Inhaftirter"," Berficherung gegen Erwerbslosigkeit" und" Solche Regelung der" Gefängnißarbeit, daß sie keine Schädigung für die freien Arbeiter bedeutet" eingeschaltet zu sehen. Den achten Absatz des ersten Theils will man wie folgt abgeändert wissen: " # $ Aus Schwabent. Desfentliche Versammlungen oder Bu fammenfünfte, welche von Sozialdemokraten veranstaltet werden, müssen nach ministerieller Verfügung überhaupt überwacht werden. So ungefähr hat das Stadtschultheißen- Amt von Ravensburg einem Parteigenossen eröffnet, welcher gegen die polizeiliche Ueberwachung einer geselligen Zusammenkunft von Lesern der in Stuttgart erscheinenden Schwäbischen Tagwacht" Beschwerde geführt hatte. Soziale Uebersicht. Onittung über bei der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands in der Zeit vom 17. bis 23. Sept. eingegangene Gelder: Von den Weißgerbern Durlachs 15,- M. Von den Weißgerbern Burgs( Magdeburg) 21,95. H. P. W. M., Hamburg 10,- Unterstützungsverein der Kupferschmiede, Filiale Hamburg 50,-. Für den Maisonds find noch folgende Beträge ein gegangen: Opit 17,55. München, Hutmacher 62,75. Arnstadt, Rumburg, Berlin, Kellnerschaft 32,-. Berlin, Filzschuharbeiter, durch Tischler 3,05. Hamburg, W. Meyer 1,50. A. Dammann, Kassirer, Hamburg, 3ollvereins Niederlage, Wilhelm str. 13, 1. Et. Aus Stakfurt wird uns geschrieben: Wie schon durch eine frühere Notiz bekannt, erhielten drei hiesige Genoffen ein Strafmandat von je 30 M., weil sie entgegen dem Verbot einer lokalen Polizeiverordnung, bei Abhaltung einer Volksversammlung am 18. März d. J. ein festes Eintrittsgeld von 10 f. er hoben batten. Hiergegen hatten sie Widerspruch erhoben und insofern Erfolg, als das hiesige Schöffengericht jene LokalPolizeiverordnung für nicht rechtsgiltig erklärte; dafür verurtheilte es aber unsere Genossen auf Grund der Präsidialverordnung für den Regierungsbezirk Magdeburg vom 22. Mai 1890, welche das Kollektiren und Sammeln freiwilliger Gaben von besonderer Genehmigung der Behörden abhängig macht, Fritsche als den Anstifter und Leiter zu 10 M., Orlofsti und Keller zu je 3 M. Geldstrafe und zu den Kosten. Gegen dieses Urtheil wurde von Seiten der Staatsanwaltschaft wie auch von Seiten unserer Genossen Berufung eingelegt und stand am 23. September d. J. Termin vor der Straflammer des Landgerichts zu Magdeburg an. Dieses Gericht hob das erste Urtheil auf, erklärte die Staßfurter Lokalverordnung für rechtsgiltig und verurtheilte Fritsche zu 30 M., Orlofski und Keller zu je 18 M. Die Befreiung des Volkes aus der kapitalistischen Ge- und zu den Kosten. Dasselbe preußische Landgericht, welches einige sellschaftsordnung kann nur das Werk der sozialdemoWochen zuvor einen Genossen aus Schönebeck in ganz derselben tratifchen Partei sein, weil nur sie allein die Ursache Sache, also ebenfalls, weil er bei Abhaltung einer Voltsalles Glends, die fapitalistische Produktion, bekämpft, alle übrigen versammlung ein festes Gintrittsgeld erhoben, freigesprochen hat, Parteien aber auf dem Boden des Kapitalismus stehen und trotz der Interessenstreitigkeiten unter sich doch die Erhaltung und weniger erklärlich, da vom Kammergericht mehrfach entschieden verurtheilte also die Staßfurter! Das Urtheil ist uns um so Stärkung der Grundlagen der heutigen Gesellschaft zum gemein wurde, daß das Erheben eines festen Eintrittsgeldes eine geschlich famen Biele haben." erlaubte Handlung ist, welche weder durch Lokal- noch Präsidial- Eine gute That! Infolge der Ankündigung von Ents verordnungen verboten werden kann. Aber die durch den Ge- lassungen find in Nauen ledige Tabatarbeiter freis noffen Fritsche angezogenen fammergerichtlichen und landgericht- willig aus der Arbeit getreten, damit den Vers lichen Entscheidungen erfuhren keine Beachtung. In der Be- heiratheten die Arbeiterhalten blieb. Sie ersuchen gründung wurde hauptsächlich hervorgehoben, daß das Eintritts- nun im Gewerksch." ihre ledigen auswärtigen Kollegen, den Zuzug geld, wie auch von der Staatsanwaltschaft ausdrücklich betont nach Nauen zu meiden, damit das kollegiale Opfer nicht nußlos worden sei, nicht zu den besten Zwecken, sondern zu den gebracht wurde. Natürlich gehören die Braven der Organis sch I ech test en verwendet würde; es sei ferner das Strafmaß ſation ihres Berufs an, welche für solche Tugend durch Gewäh= deshalb so hoch bemessen worden, weil dadurch, daß die Summe rung von Reiseunterstützung und systematische Pflege des Solider Strafe die Einnahme übersteige, späteren Versuchen, Entree daritätsgefühls die nothwendigen Vorbedingungen schafft. in solcher Weise zu erheben, vorgebeugt werde. Die Staßfurter Genossen begnügen fich mit diesem Urtheil Daß nur alle drei Jahre ein Parteitag stattfindet, 35-40 Prozent Lohnkürzung fündigte am 14. September wünscht der Arbeiterverein von Kaltenthal( Württemberg). Be- noch nicht; sie sind Willens, ihre staatsbürgerlichen Rechte geltend vormals Tittel und Krüger in Leipzig- Plagwig, 50 Argründet wurde der Antrag damit, daß die Arbeiter schwere wirth zu machen, auch wenn sie in Staßfurt wohnen. schaftliche Kämpfe mit der Kapitalistenklasse durchmachen müssen wissen, ob nicht auch für sie die Zeit der Ausnahmegesetze vorbeiterinnen an. Da die Arbeiterinnen im Sommer durchschnittlich und oftinals den Kürzeren ziehen wegen Mangels an Geld. Die über ist, und haben deshalb in dieser Sache die Revision beim nicht mehr als 10 M., im Winter 1,50, 2-3, höchstens 4-5 M. vielen Delegirtentage nähmen die Arbeiter zu sehr in Anspruch. Rammergericht angemeldet. Dort wird wohl auch endgiltig ent- wöchentlich verdienen( legteren Lohn erzielen aber nur die älteren Der erste und zweite Parteitag sei nothwendig gewesen, jetzt aber schieden werden, ob Sprüche eines Obergerichts für alle Unterkönne wohl eine längere Zeit der Ruhe eintreten. gerichte und Behörden diefelbe Geltung haben oder nicht, denn was nügt den Staatsangehörigen die Justiz, wenn sie nicht fojort gleichmäßig entscheidet? Hiernach würden auch einige Aenderungen in den Abfäßen 5, 8, 9 und 10 nothwendig werden. Die betreffende Versammlung beauftragte noch ihr Bureau, sich mit geeigneten Personen in Verbindung zu setzen, um die Frage zu erwägen, ob es zweckmäßig ist, sich an den Kom munalwahlen zu betheiligen. Ueber das Ergebniß ist dann den Parteigenossen Bericht zu erstatten. Mitgetheilt mag noch fein, daß die Polizeibehörde die Vornahme einer Tellersammlung verbot, wogegen Beschwerde erhoben werden wird. * Dem Programmentwurf stimmten ferner zu die Partei Genossen von Passau, Stockelsdorf bei Bant, Luckenwalde, Stral sund, 19. fächs. Reichstags- Wahlkreis( Niederzwönitz). Die Sozialdemokraten Dresdens( 4. = * Sie wollen Die Differenzen der Düsseldorfer Parteigenossen mit dem Verleger Boß von der dortigen Arbeiter- Zeitung" find insoweit # und geübteren), so protestirten sie entschieden gegen die Kürzung ihres Verdienstes und wurden am Donnerstage, wo sie von der trotzdem sie auf 8 tägige Kündigung engagirt waren. Sie sind Fabrikleitung flare Auskunft verlangten, sofort entlassen, nun beim Schiedsgericht gegen die Firma flagbar geworden. , Unter den Arbeiterinnen," sagt hierzu der Wähler"," sind Witt Augen erzählten die Mädchen, daß man sie jetzt nach jahrelangem frauen und solche mit vier Kindern, und mit Thränen in den gesellschaft in der Hand hat." P Reichstags- Wahlkreis) erklären sich in einer in der letzten Ver- ihm hierfür 450 Mark für drei Monate bewilligen wird, auf Aushalten ist mit dem Drücken der Löhne, seitdem es die Aktiensammlung einstimmig gefaßten Resolution mit der Taktik des welche Zeit er noch Kontrakt mit dem Drucker Grimpe Parteivorstandes und der Reichstags- Fraktion einverstanden; sie in Elberfeld hatte. Die Gründung eines neuen Parteiorgans ist verurtheilen das gehässige, besonders das die Ausbrei- damit hinfällig geworden. Die„ Düsseldorfer Arbeiter- Zeitung" tung unserer Ideen hindernde Vorgehen der Berliner geht am 1. Ottober an ben von der Partei gewählten neuen böhmen hat nach der Wiener„ Arbeiter- Zeitung" auch sehr gute Opposition und erwarten vom Parteitage, daß er dieser Oppo- Verleger über und erscheint am 1. Januar unter anderem Titel. hygienische Folgen. Die Fabrikanten Reichenbergs lassen fition gegenüber die Schritte thun wird, welche das Parteiintereffe erfordert. Orten erschienen waren. Die Reise des österreichischen Kaisers nach Nord Hoffnung haben, besucht zu werden, auch von innen reinigen. nämlich ihre Arbeitsräume von außen, und jene, welche Baron Liebig hat sein Etablissement so fein herauspußen lassen, daß es nun wirklich nicht mehr wie ein Gtall aussieht, Schade, daß die Kosten für die Reinlichkeit in der schmußigsten vorlegten Sonnabend den Lohn der armen Webermädchen um Weife hereingebracht werden; die Firma Johann Liebig hat am Kreuzer reduzirt!! Die Lohntabellen werden nämlich nicht als Dekorationsstücke verwendet werden." 5 Greifswald, 20. September. Am 15. d. M. hielt der Orts verein der Maschinenbauer und Metallarbeiter( Hirsch- Duncker) 19. sächsischer Wahlkreis. Am 20. September fand in eine öffentliche Beratung aber in welcher als Referent Niederzwönig eine Parteiversammlung für den 19. Wahl-. Klein- Berlin, Gubenerstr. 58, über das Thema Produktion und treis ftatt, zu welcher 90 Parteigenossen aus den meisten größeren Organisation sprach. Nach längeren Ausführungen über die Entwickelung der über den Programm- Entwurf. Der Vortrag fand vielen Beifall Großproduktion erfäste biefer Herr die Fachvereine für viel Genosse Demmler referirte zunächst und der Entwurf die Zustimmung der Genoffen. Zu Delegirten verfprechende und nichts leiſtende Organisationen, stimmte dann für den Parteitag wurden Demmler( Geyer), Schreiber( Tannen- ein Loblieb auf die Gewertvereine Hirsch- Dunder'scher Observanz berg) und Frenzel( Stollberg) mittelst Stimmzettels gewählt. In an und forderte zum Beitritt in den genannten Verein auf. Genosse Pätzold widerlegte den Herrn. Darauf wußte der Fiskaljahre( mit dem 30. Juni endend) beim Pennsylvanischen Nicht weniger als 524 Berglente wurden im letzten der hierauffolgenden allgemeinen Diskussion fand auch die Handlungsweise der Berliner Opposition in einer Reſolution lettere nichts bejeres zu thun, als den genannten Parteigenossen, Grubenbetrieb getödtet und nicht weniger als 1888 mehr ihre Verurtheilung. welcher übrigens 21 Jahre alt ist, zu großer Jugend und der oder minder schwer verletzt. 284 Frauen wurden dadurch Unerfahrenheit zu zeihen, während er sich hütete, auf die fach- Wittwen und 812 Kinder zu Waisen. Der Pennsylvanische " " 1. ein Heimathsschein meines Vaters, 2. ein Verhaltszeugniß desselben, 3. mein Tauf- und Geburtsschein, und endlich Mineninspektor, der das berichtet, meint, es feien zwar einige Unterin Punkt„ Verschiedenes" theilt der Vorsitzende Kollege der Unfälle unvermeidlich gewesen, die große Mehrzahl derselben Marker mit, daß in der nächsten Sigung die Wahl von 3 Mitjedoch wäre dem Leichtsinn der Arbeiter und der Unter- gliedern der Arbeitsnachweis- Kommission stattfindet, ferner Herr nehmer zuzufchreiben. Hierauf erwidert das Philadelphia Dr. Friedländer einen interessanten Vortrag über„ Sozialismus 4. der ersehnte Staatsangehörigkeitsschein nebst einem Bogen Tageblatt": und persönliche Freiheit" halten wird, weshalb es sehr wünschens- leeren Papiers eingeschlossen war. Dafür hatte ich 30 Pf. Porto Es ist nicht zu bestreiten, daß die beständige Gefahr werth sei, daß die Kollegen recht zahlreich erscheinen. und 60 Pf. Nachnahme zu zahlen. Auf dem Geburtsschein befand die Leute abstumpft und sie weniger sorgfältig sein läßt, sich noch eine mit Bleistift geschriebene Notiz, welche besagte, als es sein sollte; aber es ist auch als sehr wichtiger Punkt Eine öffentliche Versammlung aller in Schrift daß mein Vater auf dem Polizei- Amt noch eine Reichsmark habe in Betracht zu ziehen, daß sie zum größten Theil im Afford gießereien und Messinglinien- Fabriken be- bezahlen müssen. Da ich mittlerweile nach Friedland verzogen arbeiten und hart zu schanzen haben, um nur einen färg- chäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen beschäf bin, so sandte man mir die Dokumente hierher nach. Ein Freund lichen Lohn zu verdienen. Da wird dann natürlich so wenig tigte sich am 28. September mit der Organisationsfrage. Die von mir, welcher dieselben Papiere gebraucht hatte, und deshalb als möglich Zeit auf das verwendet, was die Kohlengräber Verhandlungen wurden eingeleitet durch einen Vortrag des Ge- an das Landrathsamt zu Danzig schreiben mußte, bekam seinen todte( unbezahlte) Arbeit" nennen, also Verschaalung und noffen Roland über Zweck und Nutzen der gewerkschaftlichen Staatsangehörigkeitsschein, aber nur einen solchen, von der Be Sonstige Sicherheitsvorkehrungen. Die Unternehmer endlich haben Organisation, in welchem derfelbe die eminente Wichtigkeit der hörde unentgeltlich verabfolgt. Weshalb man in Baußen anders in Abwesenheit eines Haftpflichtgesetzes nicht einmal die Rücksicht selben, insbesondere in ihrer Beziehung zur politischen Bewegung, verfährt, weiß ich nicht. Hoffentlich komme ich nicht wieder in auf ihren Geldbeutel als Antrieb zu Sicherheitsvorkehrungen zu in anschaulichster Weise darlegte. Er erntete für seine Dar- die Lage, mir einen Staatsangehörigkeitsschein senden lassen zu beobachten. Für jeden Erschlagenen finden sich ja mit Leichtig- legungen reichen Beifall. Die grundlegenden Ideen des Vor- müssen." feit zehn Ersableute. Es sind 109 166 Arbeiter in der Weich- trages fanden in der Diskussion volle Würdigung und An- Jedenfalls bedarf das ganze deutsche Legitimationswesen and 67 737 in der Hartkohlen- Region beschäftigt, also eine Armee erkennung und erklärte sich die Versammlung in einer Resolution dringend der Vereinfachung und Vereinheitlichung. von 176 903; davon sind wenigstens 150 000 erwachsene Männer einmüthig mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, Straubing, 24. September. Die 27 jährige Krämersehefrau und Wähler ein Sechstel der gesammten Wählerschaft des versprach auch, im Sinne derselben zu wirken. Es folgte eine Welche Macht könnte diese Arbeiterschaft ausüben, Besprechung über die Organisation der in Schriftgießereien und Katharina Resch von Neuburg a. J., eine frühere Pfarrerswenn sie nicht in den Banden des Unverstandes gefangen ge- Meffinglinien- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeite- tö chin, schloß am 11. Dezember 1890 mit ihrem späteren Ghehalten wären?!" Zweck dieser Besprechung war, die Meinung der mann einen Ehe- und Erbvertrag, heirathete am 18. Januar 1891 verschiedenen, besonders in der Messinglinien- Fabrikation und faß 4 Wochen später schon wegen versuchten Gattenmordes beschäftigten Branchen zu hören, betreffs Inswertsetzung im Gefängnisse. Die Resch, ein männersüchtiges Frauenzimmer einer gemeinsamen Organisation, wie sie speziell die Schriftgießer von seltenem Leichtsinn, unterhielt sofort nach der Hochzeit ein erstreben. Bisher waren die Arbeiter dieses Fabrikationszweiges ehebrecherisches Verhältniß mit einem Grenzaufseher, war gegen den verschiedenen Branchenorganisationen zugehörig, bezw. die ihren Mann immer grob und abstoßend und versuchte zwei Messinglinien- Arbeiter wenig oder gar nicht organisirt, während sonen zu überreden, ihren Mann umzubringen. Als diese 1...) die Schriftgießer sowohl einen Gehilfen- Fachverein besitzen als auch weigerten, nahm sie die Sache selbst in die Hand und versuchte dem Verbande deutscher Buchdrucker angehören. In der Hauptsache mehrmals, ihren Mann durch Phosphor, den sie unter die handelte es sich um die Frage, ob die Messinglinien- Arbeiter Speisen mischte, zu vergiften. Als ihr Mann die Absicht gewillt seien, sich dem Schriftgießer- Verein anzuschließen, event. seiner Frau erkannte, ging er zu seinen Eltern, wo er an den unter welchen Bedingungen. Seitens der Messinglinien- Arbeiter Folgen des Giftes zwei Monate frank lag. Für die Gutmüthigwurden verschiedentlich Stimmen laut für eine gemeinsame feit des Mannes spricht der Umstand, daß er sich in der schwurDrganisation mit den Schriftgießern und verpflichteten sich die gerichtlichen Verhandlung der Zeugenschaft entschlug und früher anwesenden Messinglinien- Arbeiter und in der Schriftgießerbranche dem ihn behandelnden Arzt erklärt hatte, daß er seiner Frau beschäftigten Mechaniker in einer Resolution, sich dem Schrift- Alles verzeihe. Die Geschworenen waren weniger gutmüthig und gießergehilfen- Verein anzuschließen, sobald ihnen der Weg hierzu erkannten die Angeklagte des Mordversuches schuldig, worauf sie frei gemacht wird. Zur Erledigung dieser Angelegenheit wird zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde. eine Kommission gewählt werden, die sich mit dem Vereinsvorstand Wien, 26. September. Wie die Blätter melden, habe die Obduktion der Leiche der Kammersängerin Wilt Verdieserhalb in Verbindung zu sehen hat. änderungen des großen Gehirns ergeben, welche auf eine schwere Gehirnerkrankung schließen lassen. Die Verwaltung der belgischen Bergwerke veröffentlichte einen Bericht über die Unfälle in den Minen der Provinz Hennegau im Jahre 1890, dem wir folgendes entnehmen. 153 Unfälle brachten 140 Arbeitern den Tod und 40 Arbeitern schwere Verletzungen. Mit dem vorhergehenden Jahre verglichen ergiebt dies 15 Unfälle und 11 Verunglückte weniger. Das Verhältniß zwischen Getödteten und Verwundeten ist dagegen weniger günstig. Bei 44 Blessirten weniger waren 33 Todesfälle mehr zu verzeichnen. Es tamen im Jahre 1890 auf je 1000 Arbeiter 1,75 Getödtete, 1889 nur 1,34. folgendes an: Nürnberg, 26. September. Ueber den Stand der Krankenkasse für Frauen und Mädchen( Sit Offenbach) giebt der Jahresbericht der Verwaltung, welcher in der heute hier eröffneten General- Versammlung vom Zentral- Vorsitzenden erstattet wurde, Die Zahl der Mitglieder am Schlusse des Jahres 1890 beAn Verwaltungsstellen bestanden am Schluß des Jahres 1889: 105, hinzu tamen: 7, aufgelöst wurden: 3, Bestand zur Zeit 109. trug 10 846. Durch den Tod verlor der Zentral- Vorstand seinen zweiten Vorsitzenden, Herrn Karg, sowie Frau Anna Ebert. Der Kassenbericht, vom Haupt- Kassirer Haunstein erstattet, ergab folgende Zahlen: Netto- Einnahme im Jahre 1890 145 069,02 m. Netto- Ausgabe im Jahre 1890. 134 500,04" Mithin Ueberschuß. Der Refervefonds betrug am Schlusse des Jahres 1889. Im Laufe des Jahres zugeführt Mithin Bestand . • . 10 568,98 m. 82 605,70 m. 9 219,96 91 825,66 m. " Nach längerer Debatte über den Geschäfts- und Kaffenbericht wurde Ausschuß und Vorstand Decharge ertheilt. Versammlungen. rinnen. Eine Mitgliederversammlung der Orts- Krankenkasse der Maurer zu Berlin verhandelte am 20. September über folgende Tagesordnung: 1. Bericht über die Entwickelung und Tönning, 24. September. Einen tödtlichen Aus Verwaltung der Kasse; 2. Berathung darüber, wie die Kaffen- g ang nahm hier das Wagniß eines Reisenden, welcher sich mitglieder durch ihr eigenes Verhalten dazu beitragen können, während der Ebbe von der Eiderplatte aus auf das daß es ungewissenhaften Arbeitgebern unmöglich gemacht wird, Wattenmeer hinausbegeben hatte. Derselbe befand sich in die ihren Arbeitern bei der Lohnzahlung abgezogenen 2/3 der Begleitung eines Mitreisenden. Die Tollkühnen entfernten sich Kassenbeiträge der diesseitigen Orts- Krankenkasse fortgesetzt zu immer weiter von der Küste und wurden von der Fluth überhinterziehen. um rafcht; als sie zurückschauten, brauste zwischen ihnen und dem Bor Emtritt in die Tagesordnung sprach der Vorsitzende, Geftade ein wildes Meer. Sie flüchteten eiligst auf einen er Herr Jänicke, sein Bedauern aus über den schwachen Besuch der höhten Punkt, doch die Fluth stieg immer höher. VerzweiflungsVersammlung, welche seit dem Jahre 1884 die erste öffentliche voll stürzte sich der Eine, der des Schwimmens fundig, ins Zusammenkunft der Kassenmitglieder war. Selbst diejenigen Meer und erreichte, zwar völlig erschöpft, die Küste! ſein Herren, welche sich als Vertreter der Kaffenmitglieder haben Gefährte schrie mit lauter Stimme um Hilfe, doch vergebens; das Wasser erreichte seine Zufluchtsstätte, umspülte seine Füße Von der Behörde ist an den Vorstand die Forderung erwählen lassen, waren nicht vollzählig erschienen. gangen, binnen acht Wochen den Nachweis zu liefern, daß die in Darauf erstattete Herr Jänicke Bericht über die Entwicklung und stieg langsam aber stetig an ihm empor. In dieser der Generalversammlung gefaßten Beschlüsse die Verringerung und Verwaltung der Kasse seit dem Jahre 1884, speziell über schrecklichen Lage hielt der Unglückliche fast volle zwei Stundens der Ausgaben ermöglichen, um den gesetzlichen Pflichten nach die Geschäftsgebarung der letzten fünf Jahre, da die Kasse erst aus, da spülte ihn eine Woge hinweg und er wurde von den tommen zu können, da in den letzten Jahren diejenigen Summen in der zweiten Hälfte des Jahres 1885 ihre jetzige Verfassung Fluthen der Nordsee verschlungen. Ein Bewohner hatte wohl dem Reservefonds nicht zugeführt werden konnten, welche das angenommen hat. Das Gesammtvermögen der Rasse betrug inti. die Hilferufe gehört, konnte indeß den dem Tode Geweihten wegen Gesetz verlangt. Refervefonds im Jahre 1886 73 407,91 M., im Jahre 1890 da- der großen Entfernung nicht erblicken. meinte gegen 300 485,72 M. inkl. Reservefonds. Mithin seiStockholm, 28. September. An der skandinavischen Rüste Redner das Resultat immerhin ein gutes zu nennen. Die herrschte heute Vormittag Die herrschte heute Vormittag ein heftiger West st urm, Kaffenverwaltung thue überhaupt Alles, was in ihrer Kraft stehe, welcher anscheinend zahlreiche Beschädigungen von Schiffen verden Mitgliedern Rechnung zu tragen. ursacht hat. So sei in diesem Jahre das Krankengeld ohne Grhöhung der Kassenbeiträge von 9 auf 12 Mart pro Woche erhöht, auch Arzt Greenock, 28. September. Der Dampfer Rome" der und Medizin kostenlos gewährt worden. Ebenso würde stets auf Peninsular- und Oriental- Dampfschifffahrts- Gesellschaft, welcher gute ärztliche Behandlung sowie gute Medikamente gehalten. hier behufs Reparatur gedoft war, ist verbrannt. Der Der Fachverein der Stuckateure und Berufsgenossen Wenn ein Mitglied glaubte, zu Unrecht behandelt worden zu Schaden ist sehr groß. Die Ursache des Feuers ist unbekannt. hielt am 21. September seine fällige Vereinsversammlung ab. sein, solle es seine Wahrnehmung sofort dem Vorstand unter- Gent, 27. September. Bei dem von der Presse veranstalteten In derselben ließen sich 11 Kollegen als Mitglieder aufnehmen, breiten, damit derfelbe eventuell einschreiten fönne; die Gewohnheute Nachmittag hier stattgehabten Feste bra ch ein Theil der ein Beweis für die gedeihliche Entwickelung unserer Bestrebungen. heit zu sagen, daß Uebelständen doch nicht abgeholfen würde, sei für das Publikum erbauten Tribüne ein. Die eingestürzte Der vom Kollegen Hoffmann als Obmann des Vergnügungs- falsch, denn wo keine Beschwerde eingereicht werde, könne freilich Tribüne war auf einem eingezäunten, zu Verfuchszwecken dienenKomitees erstattete Bericht über die Abrechnung desselben kon- auch fein Richter sein, durch die Beschwerde würden gerade den Felsgrundstücke errichtet, welches lockern Boden und moorigen statirte eine Einnahme von 262,50 M. und eine Ausgabe von viele Mißstände beseitigt werden können. Damit war der erste Untergrund hatte. Das Fest war außerordentlich zahlreich be269,31 M., so daß ein Defizit von 6,81 m. verbleibt. Auf An- Punkt der Tagesordnung erledigt. Der Vorsitzende unterzog nun sucht. Bei der dritten Programmnummer gerieth die Tribüne trag wurde dem Komitee Decharge ertheilt. das im zweiten Tagesordnungspunkt schon erwähnte Verfahren durch eine Bewegung der auf derfelben versammelten Menge ins Unter Punkt 2 nahm man die Weiterberathung des Arbeits- vonUnternehmern einer scharfen Kritik und theilte dabei mit, daß auch Wanken und brach fast in demselben Augenblick unter einem entnachweis- Reglements§§ 11 und 12 vor; dabei entspann sich eine in dieser Angelegenheit der Vorstand sein Bestes gethan habe, indem feglichen Schrei der Menge zusammen. Der Unternehmer und lebhafte Diskussion zwischen den Kollegen Jäenite, Braum, er sich bereits beschwerdeführend an den Bundesrath sowie an das einer seiner Arbeiter sind getödtet, beide befanden sich im AugenSchmiedel, Belloni und Schulz. Letzterer ermahnte die Kollegen, Reichsamt des Innern um Abhilfe von Gesetzeswegen wandte. blicke des Einsturzes unter der Tribüne, um sich von deren den Arbeitsnachweis bei vorkommenden Fällen auch zu benußen, Redner verlas dann eine in gleicher Sache auch an den Reichs Festigkeit zu überzeugen. Eine Anzahl anderer Personen ist bei denn wir dürften uns gerade jetzt, wo der Innungsrummel so tag gerichtete Petition. Hierauf kam eine vom Kollegen Dähne dem Einsturze mehr oder weniger schwer verletzt worden. grassirt, diese Waffe nicht entwinden lassen. gestellte Resolution folgenden Inhalts zur Verlesung: Die heutige, in der Brauerei Friedrichshain tagende Versammlung von Mitgliedern der Ortskrankenkasse der Maurer Berlins spricht nach dem vom Vorstande gegebenen Bericht über die Entwickelung der Kaffe, und über die derzeitig bei Erhebung der Beiträge von gewissen lofen Arbeitgebern zu Tage getretenen Mängel, ihre volle Zuſtimmung zu der vom Vorstande an den Reichstag zu sendenden Petition und die Erwartung aus, daß Regierung und Reichstag das Krankenkassengesetz dahin abändern, daß diejenigen Arbeit geber, welche Krankenkassen- Beiträge nicht abliefern, mit Gefäng- war ihr Kind erstickt und sofort angewandte ärztliche Hilfe niß bestraft und die Krankenkassen dahin sicher gefielt werden, daß die für dieselben bestimmten Beiträge die gleichen Vorrechte genießen, wie Steuern 2c. Das Arbeitsnachweis- Reglement gelangte mit Aenderung des § 12 auf Antrag der Kollegen Schmiedel und Braum in folgender Fassung zur Annahme: § 1, Der Arbeitsnachweis steht unter Kontrolle der Arbeitsnachweis- Kommission. § 2. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, wenn dasselbe arbeitslos ist, den Arbeitsnachweis zu benutzen. § 3. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, wenn dasselbe Arbeit weiß, oder selbst Hilfe braucht, den Arbeitsnachweis sofort zu benachrichtigen. § 4. Jedes Mitglied hat in der Meldestelle bei Anfrage nach Arbeit sein Mitgliedsbuch vorzuzeigen, doch erlischt das Anrecht, wenn das Mitglied mehr als drei Monate schuldet. Sie erklärt ferner: Bei allen denjenigen Arbeitgebern, hinsichtlich welcher die Eintreibung der Krankenkassen- Beiträge ist und welche bereits den Offenbarungs. wollen, daß § 5. Die Arbeitsnachweis- Kommission und der Inhaber des Nachweises müssen nach unparteiischen, gerechten Grundsägen fruchtlos ihre Aufgaben geschäftlich führen und jedem Beschäftigung Eid geleistet haben, dahin wirfen suchenden Mitgliede die zu besetzenden Stellen verlesen. die Arbeitnehmer ihre Beiträge selbst an die Kasse ent§ 6. Der Inhaber der Meldestelle ist verpflichtet, die richten oder einen Vertrauensmann unter sich ernennen, welcher Arbeitssuchenden der Reihenfolge nach einzutragen und die zuerst dies für sie thut, oder aber, wenn möglich, nicht bei solchen eingeschriebenen Stellen zu vergeben. Arbeitgebern in Arbeit treten." § 7. Sollte das Mitglied, welches berechtigt ist, die Arbeit Nachdem sämmtliche Redner sich im Sinne der Resolution anzunehmen, nicht anwesend sein, so ist dasselbe auf dem schnellsten geäußert hatten, wurde dieselbe einstimmig angenommen und Wege zu benachrichtigen; jedoch ist der Arbeitgeber oder der Be- hierauf die Versammlung geschlossen. auftragte berechtigt, falls ihm das Mitglied nicht gefällt, sich einen Anderen zu wählen. § 8. Jedes Mitglied ist verpflichtet, sich jeden dritten Tag zu melden, anderenfalls dasselbe gestrichen wird, doch hat dieses das Recht, sich wieder neu einschreiben zu lassen. § 9. Der Arbeitsnachweis ist unentgeltlich und zu jeder Tageszeit geöffnet. Vermischtes. Bern, 21. September. Am Dienstag Morgen befand sich im Byfang zu Burgdorf das 22 Jahre alte Knäblein einer dortigen Familie allein im Bett seiner Mutter. Ueber dem Bett hing ein sogenannter Aufzug, ein Strang, der an der Zimmerdecke befestigt ist und dessen sich der im Bett Liegende bedient, um sich leichter erheben oder in eine andere Lage bringen zu tönnen. Mit diesem Strang spielte das Knäblein, steckte den Kopf hinein und blieb darin hängen. Als die Mutter herbeikam, vermochte nicht mehr, es wieder ins Leben zurückzurufen. Mailand. 22. September. Heute wurde hier der Kanonitus des Mailänder Domes, Enrico Pozzoli, ein durch seine Trunk sucht bekannter Geistlicher, von seinem Schwager, einem Glasermeister Namens Pietro Boldorini, durch mehrere Revolverschüsse getödtet, worauf sich der Mörder selbst das Leben nahm. Als Grund des Mordes wird Eifersucht genannt. Petersburg, 28. September. Gestern starb der bekannte russische Schriftsteller Iwan Alexandrowitsch Gontscharow. Briefkaffen der Redaktion. A. S., Memelerstraße. Die Ihnen vor länger als drei Jahren von Ihrem Vater gemachte Schenkung kann nach dessen Lode nicht mehr angefochten werden. Ackerstr. 119. über die Eigenschaft der gemietheten Wohnung vom Kontratte Sie können wegen wesentlichen Frrthums zurücktreten. Dr. Leitner, der Sekretär des dieser Tage beendeten neunten internationalen Orientalisten- Kongresses in London, ist einer der § 10. Hat ein eingeschriebenes Mitglied Arbeit angenommen, Er spricht, liest und so muß sofort die Meldestelle benachrichtigt werden, damit die ausgezeichnetesten Sprachfenner. besetzte Stelle im Arbeitsnachweis gestrichen werden kann. Ist und war im Stande, sich mit fast allen Mitgliedern des bunt schreibt drei undzwanzig verschiedene Sprachen dieses nach Verlauf von 12 Stunden nicht geschehen, so wird an genommen, daß die Stelle nicht befeht worden ist; somit tritt zusammengesetzten Kongresses in ihrer Muttersprache zu unter- verschließbarer Gegenstand unterliegt nicht der Pfändung und der Nächstfolgende in dessen Stelle ein. halten. Ans Friedland i. M. wird uns geschrieben: Vor einiger Zeit wohnte ich in Lübeck und meldete mich G. St., Wolgasterstraße. 1. Ihr Kleiderspind als einziger müßte auf Reklamation freigegeben werden. 2. Mit dem Schwiegervater Ihres Bruders sind Sie nicht verwandt, sondern § 11. Berstößt ein Mitglied gegen das Reglement, so können im zweiten Grade verschwägert. dem Betreffenden auf Antrag der Arbeitsnachweiskommission von 5. K. 60. Wie Sie Ihren Wunsch, Soldat zu werden, der nächsten Vereinsversammlung die Rechte vom Arbeitsnachweis dort ordnungsgemäß bei der Polizei an. Hier wurde mir er- nachdem Sie zweimal nicht genommen worden sind, erfüllt ſehen auf eine bestimmte Zeit entzogen werden. öffnet, daß ich mich auch über meine Staatsangehörigkeit austönnen? Werden Sie recht groß und kräftig und vollständig §12. Beschwerden über die Führung des Arbeitsnachweises zuweisen hätte, und als ich auf meinen Landsturmpaß hinwies, gesund. von Seiten der Inhaber sind an die Arbeitsnachweis- Rommission, der bis jetzt in ganz Deutschland genügt hatte und woraus die Naunynstr. 38. Wegen eines im Jahre 1883 erfolgten Beschwerden über die leytere sind an den Vorstand zu richten. Staatsangehörigkeit ja auch ersichtlich ist, sagte der betreffende Unfalls kann nicht geflagt werden, weder gegen den Arbeitgeber Kollege Kleinert brachte hierauf folgende Resolution ein, Beamte, daß dies hier nicht maßgebend sei. Ich bekam dann noch gegen eine Berufsgenossenschaft. welche gegen zwei Stimmen angenommen wurde:" Die heutige auch gleich eine gedruckte Aufforderung eingehändigt, laut welcher Versammlung des Fachvereins der Stuckateure erklärt sich mit ich binnen 8 Tagen meinen Staatsangehörigkeits- Schein bei dem Reglement des Arbeitsnachweises vollständig einverstanden zubringen hatte. Darauf schrieb ich an die Kreishauptmannschaft und erwartet, daß jeder Kollege seine Pflicht zur Eyre unferes zu Baußen um das Verlangte und bekam nach vier Wochen einen schrecklich dicken Brief, in welchem Vereins vertreten werde". R. J., Swinemünderstr. 70. Auch beim Militär kann ein Ungetaufter nicht zwangsweise getauft werden. J. M. Der Wirth ist nicht verpflichtet, in einem Barbier laden, wenn derselbe in fertigem Zustande ohne Ofen gemiethet war, einen Ofen setzen zu lassen. Berantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.