Nr. 102. Abonnements Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsa Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft- Bettungss Preisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rolonel selle oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inferate für bie nächste Nummer müffen bis & Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tst an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt I, r. 1508. Zelegramm Abreffe: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Lehren der Kornthenerung. Alles Schlimme hat auch eine gute Seite- fagt uns ein Sprichwort. Von der gegenwärtigen Theuerung gilt dies unzweifelhaft. Die Gewohnheit ist bekanntlich die ärgste Feindin des Fortschritts; fie schläfert das Gewissen und den Zorn einnimmt dem Unrecht seinen Stachel und macht sogar das Elend und die Knechtschaft zur zweiten Natur. brachte. Dienstag, den 3. Mai 1898. od 12 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. haben die europäischen Mächte wohl übersehen, aber ebenso die Nonfequenzen, die auch für die europäische Politik aus dem spanischamerikanischen Kriege entstehen können." drucksvolle Gesicht von einem grauen Bart umrahmt, vermag er blutetes Bolt zu einem schweren Kampf herauszufordern. Dies schon durch seine auffallende Persönlichkeit, durch seine flaren Augen, durch den festen, reinen Klang feiner Stimme, durch das fließende Wort die Aufmerksamkeit des Besuches zu feffeln. Er ist heute eine der markantesten Persönlichkeiten im politischen Leben des Landes. Bei den letzten Wahlen haben sich in allen Städten des Landes, besonders aber in Bilbao, dem Zentrum der spanischen Industrie, Worte des Sozialistenführers Spaniens gewinnen in diesem wichtigen tausende von Stimmen auf feinen Namen vereinigt. Die scharfen Augenblick einen besonderen Werth." Wahlkampf. Die Nationalliberalen Weil mit Das Bürgerthum zwischen zwei Feuern. Die Magdeburgische Zeitung" singt ein Klagelieb über die So hatte das deutsche Volk schon thatsächlich begonnen, sich an die Schande und an die Bürde der Kornzölle Wage" in die Feder: Das folgende diffirte Genosse Iglesias dem Korrespondenten der schwierige Stellung des Liberalismus zwischen den extremen Richtungen, zwischen der agrarischen Reaktion und der Sozialdemokratie. zu gewöhnen, und die Empörung über den schmachvollen " Die hispanische Politik der letzten Jahre ist leicht zu charat Besonders drohend schildert das nationalliberale Blatt die GeGroßkornwucher unserer Agarier war schon im Begriff sich terisiren: eine Reihe von traurigen Fehlern, von bedauernswerthen fahren, die vom Bündlerthum drohen, das gegenwärtig am abzustumpfen, als der jetzt durch die kapitalistischen Parteien Irrthümern. meisten zu fürchten sei. Dabei wird aber gegen die Sozialdemokratie heraufbeschworene Krieg zwischen Spanien und den Ver- Die früheren Regierungen haben Kuba derart administrirt, daß der Vorwurf erhoben, sie habe das meiste dazu beigetragen, um einigten Staaten ein plötzliches Emporschnellen der man sich nicht wundern darf, wenn es zu solchen traurigen die freiheitliche Entwickelung unserer Verhältnisse zu unterbrechen", Getreidepreise bewirkte und durch die enorme Vertheuerung bem fubanischen Volke jede Freiheit verboten, das politische Leben Bürgerthum in feinem Kampfe gegen die Reaktion geschwächt. Folgen gekommen ist. Lange Jahre hindurch hat die Regierung sie habe so der Reaktion eigentlich Vorschub geleistet, sie habe das des Brotes das Fluchwürdige der Brotvertheuerungs- Politik unmöglich gemacht. Die Produktion wurde in jeder Weise ver- Diese Geschichtsweisheit hat vor der Magdeburgerin schon den Völkern zu klarem Bewußtsein und hartem Empfinden nichtet: die Kubaner gezwungen, immer die spanischen Produkte, Eugen Richter oft und wichtig verzapft, wodurch sie aber noch nicht welche bekanntlich theuer und schlecht waren, zu konsumiren. Als besser geworden ist. Es ist köstlich, die Sozialdemokratie soll schuld Es ist wahr, auch in den Ländern, die keine Kornzölle aber nach dieser langen Reihe von Verfolgungen die Kubaner zu sein an dem Aufkommen der Reaktion. Ohne Sozialdemokratie feine haben, find infolge des Krieges die Getreidepreise stark ge- den Waffen griffen und es zu einer Revolution kam, da versuchte Reaktion, falbadert das liberale Bürgerthum jetzt, wo ihm selbst stiegen, allein das entlastet nicht die Politik unserer Schuß man diese mit einem geradezu barbarisch geführten Kriege im Keime diese Reaktion zu toll zu werden anfängt. Das brave Tantchen in Magdeburg scheint ganz vergessen zöllner, die den freien Handelsverkehr hemmen und die unter den Insurgenten giebt es viele Abenteurer, das ist zu haben, wie die Anfänge der Sozialdemokratie in Deutschland Völker von einander abschließen, was mit Nothwendig wahr; Mazimo Garcia zum Beispiel, einer der Führer, ist ein waren und wodurch das gewaltige Wachsthum dieser Partei be= feit zur Vertheuerung der Lebensmittel, und zwar Mann, der gewiß die Sympathien der ehrlichen Leute nicht für fördert wurde. Die Sünden des Liberalismus gur chronischen Vertheuerung führen muß. Ist sich in Anspruch nehmen kann. Nach der letzten Revolution in waren es, welche die Voltsmasse ihm entfremdeten. die Schutzzollpolitik ja doch nur ein unblutiger Krieg, dessen Suba hatte er mit Spanien Frieden geschlossen, war nach Madrid der Liberalismus feige bor dem Absolutismus froch, weil Wirkungen auf den Verkehr durch den militärischen Krieg blos gekommen. Hier lebte er mit den Männern der Regierung in er aus Angst vor jeglicher Arbeiterforderung fich verschärft werden. Jedenfalls ist in den Ländern, wo ben beften, geradezu freundschaftlichen Verhältnissen, verkehrte allen Machenschaften und Gewaltthätigkeiten des Polizeiftaates der Kapitalismus Schutzzollpolitik auf Kosten des arbeitenden mit Martinez Campos, erhielt auch seitens der Regierung nicht gern abfand, dadurch hat er der Reaktion zur höchsten Macht verVolts treibt, durch den jezigen Krieg die Aufmerksamkeit der zweifelhafte Beweise von Wohlwollen und schwor, ich weiß holfen, zu einer Machtfülle, die ihm nun selbst zuwider wird. nicht wie oft, nie mehr gegen Spanien die Waffen zu ergreifen. Die„ Magdeburgische" fehre vor eigener Thür. Wenn die nationalVölker wieder auf das gemeinschädliche Handwerk und Re- Auf einmal erfuhr man in Madrid, daß er seine Sachen ver- liberale Partei jetzt zwischen zwei Feuer geräth und verbrannt wird, giment unserer Großfornwucherer gelenkt worden. Und Das ist gut. Die Hungerfrawalle in Italien und die Infurgenten zu übernehmen. Leute wie ihn giebt es in der Reihe tauft habe und nach Kuba abgereist sei, um dort die Führung der so ist das nur ihre eigene Schuld. Bewegung, welche gleichzeitig in Deutschland und Frankreich der Insurgenten gewiß viele: Leute, die durch eine Revolution nichts haben auf ihrem Delegirtentag am Sonnabend Abend einen Wahl gegen das System der Volksaushungerung angefangen hat, zu verlieren und alles zu erhoffen hatten. Aber alle als Abenteurer wird nicht im Sande verlaufen. Die Sozialdemokratie beider barstellen zu wollen, ist wohl ein Unrecht. Es sind unter ihnen viele aufruf fertig gestellt. Alles„ olle Kamellen"." Treue zu Saifer Länder ist entschlossen, den Kampf fortzusetzen, bis den Groß- und viele, welche zu den besten, intelligentesten Kreisen zählten: und und Reich" und wie die alten nationalliberalen Ladenhüter sich sonst fornwucherern und ihren Helfershelfern das Handwerk ge- die durch die Machenschaften und Ungerechtigkeiten der Regierung nennen. Stomisch wirkt es, wenn der Aufruf davon spricht, daß die Bartei alle rückschrittlichen Versuche zur Verfümmerung werthvoller Legt ist. gezwungen wurden, gegen sie aufzutreten. Boltsrechte auf das entschlossenste bekämpft hat", das ist die Partei, Man glaubte anfangs, diese Elemente dadurch gewinnen zu Aber noch eine andere Lehre giebt uns die gegenwärtige tönnen, daß man versuchte, die Führer durch Martinez Campos mit welche das Umsturzgesetz durchführen und das Vereins- und VerBrotvertheuerung. Wie man sich erinnern wird, ist eine der vagen und werthlosen Versprechungen zu erkaufen. Dann aber, als fammlungsrecht der Frauen und Minderjährigen vernichten wollte. schwierigsten Fragen, die mit bezug auf einen fünftigen Strieg dies nicht gelang, wurde Weyler, der Grausame, hingesandt; und die So heuchlerisch und trügerisch ist der ganze Wahlaufruf und be aufgetaucht sind, die: wie können die modernen zweihunderttausend Männer, die er mitführte, hätten die Insurgenten merkenswerth in ihm ist höchstens noch die Auslassung, welche die Stellung zu den Agrariern behandelt. Da wurde beschlossen, daß Man hatte vergessen, daß man es nicht Riesenarmeen verproviantirt und die Völker niederdrücken sollen... während des Krieges vor dem Verhungern mit regelmäßigen Truppen zu thun hatte; man hatte auch vergessen, bei dem Abschlusse fünftiger Handelsverträge die Interessen der Landwirthschaft besser gewahrt werden müssen, als geschütt werden? Diese Frage ist nun mit einmal mit dem amerikanischen Gelde zu rechnen.. bisher." Also offenes Eintreten für Erhöhung der Brot Eines gelang Weyler: den Namen Spaniens auf der ganzen brennend aktuell geworden. Wenn bereits ein Krieg, der bei Insel verhaft zu machen dadurch, daß er Insurgenten und Soldaten 3511 e. Nur eine kleine Minderheit des Delegirtentages sprach sich der maritimen unbedeutendheit Spaniens die Welthandels- in der gleichen infamen Weise behandelte. Und als Canovas sich ge- Theil der Nationalliberalen war allerdings, wie die Nat. 8tg. gegen diese Kapitulation vor dem Bündlerthum aus. Ein anderer Beziehungen vergleichsweise nur wenig stört, ein solches Empor- neigt zeigte, Reformen einzuführen er fühlte wohl die Drohung mittheilt, dem Delegirtentag von vornherein ferngeblieben, weil er schnellen der Kornpreise zur Folge hat, wie wird es erst sein, wenn der Vereinigten Staaten behielt er Weyler als General. Dadurch sich nach den früheren Erfahrungen teinen Erfolg von dem Versuch die großen europäischen Kontinentalmächte in einen Krieg wurden die Reformen zu einer grausamen Ironie. mit einer großen Seemacht kommen- sagen wir mit England? Als die Liberalen Blanco nach Kuba sandten, hatten sie einen versprach, eine offene und entschloffene Stellungnahme gegen die Oder wenn, um ganz konkret zu sein, Deutschland mit Mann gewählt, der in jeder Beziehung der Mission würdig war, die agrarischen und die damit zusammenhängenden reaktionären Be irgend einer anderen Macht, die ihm zur See überlegen ist, man ihm anvertraute. Blanco ist ein humaner Mann, der gewiß strebungen zu bewirken." So sieht es also mit der Einigkeit innerhalb der in Strieg kommt? Es würde dann sofort eine hermetische fache gelten, daß er, im Jahre 1890 Generalfapitän in Barcelona, die sie auseinander. Da ist es begreiflich, daß Herr b. nicht zu Gewaltthätigkeiten neigt: als Beweis dafür kann die That- nationalliberalen Partei aus. Nach allen Seiten fält Absperrung stattfinden, und die Kornpreise würden im Arbeiterdemonstration des 1. Mai von seinem Balkon aus sympathisch nigfen in seiner einleitenden Ansprache, die zugleich sein Handumdrehen zu zu Hungerpreisen emporgeſchnellt begrüßte. Ferner ist die Autonomie, die Sagasta den Kubanern gewährte, fein. Die Frage ist so brennend aktuell, daß die man muß es wohl anerkennen, jo liberal gedacht und so weitgehend, politischer Schwanengesang war, mehr die Vergangenheit des französische Presse sich bereits mit dem Plan be- daß die spanische Souveränität sozusagen nur dem Namen nach Nationalliberalismus feierte. Von der Gegenwart dieser Partei fchäftigt, einen Kornschat für den Kriegsfall anzulegen. erhalten gewesen wäre und die Insel in furzer Zeit sich der vollsten fonnte er allerdings nicht gut viel Erfreuliches sagen. Und von der Dieser Vorschlag, welcher auf die Rückkehr in die vier und Freiheit erfreut hätte. Die Zollschranken waren gefallen, und daher Zukunft noch weit weniger. Herr v. Bennigsen zieht sich vom politischen Leben zurüd. Er fünf Jahrtausende alte Praxis der Egypter var den Nordamerikanern der Warkt offen, denn die hispanische hinausläuft, zeigt so recht handgreiflich das reaktionäre Wesen Produktion, welche ich muß es leider wiederholen schlecht und war der Führer der Partei, als fie in der deutschen Politik maß hinausläuft, zeigt so recht handgreiflich das reaktionäre Wefen theuer ist, hätte mit der amerikanischen umsoweniger tonfurriren gebend war. Da Herr v. Bennigsen alt und müde vom politischen des Kapitalismus, der die Einrichtungen barbarischer Zeiten tönnen, als Leben zurüdtritt, ist auch seine Partei an ihrem Ende angekommen. die geographische Lage den Import aus wieder zeitgemäß macht. Theils zersprengt in alle Winde, theils unter das Joch des den Vereinigten Staaten außerordentlich begünstigt. Dess Doch gleichviel ob barbarisch oder nicht durch den wegen ist auch das Ultimatum der Vereinigten Staaten und Agrarierthums geduckt- so geht der Ruhm in dieser Welt dahin! Krieg zwischen Amerika und Spanien ist den Völkern Europa's ihr Drängen zum Kriege durch ihre Menschen- und Freiheitsliebe Flugblattverbreiter verhaftet! ad oculos und fogar ad stomachum unter den Augen nicht nicht zu rechtfertigen. Daß aber die europäischen Mächte es dulden Aus Kiel wird uns geschrieben: Am Sonntag früh 7 Uhr allein, sondern auch an dem Magen demonstrirt worden, und es zu einem Striege fommen lassen, welcher von den furcht wurden in Dänischenhagen, zum 3. schleswigschen Wahlkreis gehörig, daß ein Weltkrieg heutzutage von einer furchtbaren barsten und traurigsten Folgen begleitet sein wird, ist ein der zwei Genoffen bei der Flugblattverbreitung vom Gendarmen bet artiges Verbrechen, daß es vor der Geschichte nicht zu rechtfertigenhaftet und gefesselt mit Handschellen zum AmtsHungersnoth untrennbar ist. sein wird. vorsteher in Heisch transportirt. Derselbe entließ die Genoffen nach Und diese Erkenntniß beleuchtet so recht deutlich die wahnUnser Bolt geht zum Kampfe: das Boll, denn in Spanien be Feststellung der Personalien wieder. Beschwerde gegen dieses un finnige Tollheit unserer Junker, die alles aufbieten, um Deutsch steht teine allgemeine Dienstpflicht, und die Reichen und Adeligen gesezmäßige Vorgehen, auf das der Gendarm sofort von land gegen England zu heben, und in dem sich nahenden tönnen sich lostaufen: Also mit dem Blute der Aermsten unter ben ben Genossen aufmerksam gemacht war, wird natürlich Weltkrieg zwischen Rußland und England das Deutsche Armen, mit dem Blute unserer Arbeiter, unserer Proletarier, eingelegt werden. Noch stundenlang nach der Freilassung der Reich auf feiten Rußlands zu drängen. Es wäre das der unserer Was wird der Krieg geführt. fönnen Genossen waren die Spuren der Fesselung an ihren Handgelenken sofortige Verlust des ganzen Seehandels, wir dagegen thun, wie tönnen wir gegen diesen Krieg auftreten, zu erkennen. die sofortige Absperrung der amerikanischen und welcher ein Mord ist? Wir können gar nichts thun. Das Voll Die erste Polizeithat während der Wahlagitation aus dem asiatischen Getreidezufuhr, der sofortige Aus. wird die Irrthümer einer unfähigen Regierung mit seinem Blute Machtbereich des Herrn v. Köller; ihm als ehemaligen Bolizeiminister bruch der Hungersnoth. gebührt auch der Vorrang auf diesem Gebiete. Wir fordern aber, Sagasta rechnet und hofft wohl auf einen furzen Krieg. Denn daß die Beamten angehalten werden, die Rechte der Arbeiter zu Durch das Spielen mit dem chinesischen Feuer, das daß Spanien lange der Uebermacht, der tolossalen Uebermacht der achten, oder sollen in diesem Polizei Eifer noch weitere Gesezesnoch viel schlimmer brennt als das griechische Feuer, ist Vereinigten Staaten widerstehen könnte, tann wohl der unverbesser übertretungen begangen werden? diese Gefahr leider dem Bereich des Phantastischen ent- lichste Optimist und der glühendste Patriot nicht hoffen. Auch das Wolf weiß es sehr wohl. Ob sich aber die optimistischen Hoffnungen zogen worden. des Herrn Sagasta erfüllen werden, ist wohl sehr fraglich. Wie dem auch sei, macht uns die Thatsache, daß es in erster Linie die Vereinigten Staaten gewesen, welche den Krieg wollten, jezt jedes Eingreifen unmöglich. -W Pablo Iglesias über den spanisch- amerikanischen Krieg. Die Redaktion der Wiener Wochenschrift„ Die Wage" hat einen besonderen Berichterstatter nach Spanien gesandt. Derselbe besuchte den auch den deutschen Genossen aufs beste bekannten, für unsere Bartei unermüdlich thätigen Pablo Iglesias. Der Storrespondent schreibt über diesen Besuch: " Ziemlich weit vom Zentrum Madrids, draußen, wo die Ausficht auf die Felder und Wiesen geht, wohin der Lärm der Hauptstadt mur gedämpft gelangt, wohnt der Führer der Madrider Sozialisten. Bescheiden und einfach in seinem Auftreten, das intelligente, aus bezahlen. Bauern -w Winke für Wahlversammlungen. V v. BenDer Wahlkampf wird heiß und zwar in doppelter Beziehung. Einmal durch den Kampf um die Ziele, um welche er entbrennt, dann durch die Wärme der Jahreszeit, in welche er fällt. Im ersteren Falle abkühlend einzugreifen haben wir feinen Grind, wir müssen Daß aber die Vereinigten Staaten nicht damals intervenirt haben, vielmehr wünschen, daß der Kampf zur Siedehize gelangt. Dagegen als Weyler grausam waltete, daß sie es jetzt thun, wo alle Voraus- müssen wir für den zweiten Fall so weit als möglich für Kühlung segungen für die ruhige und friedliche Lösung des Problems gegeben sorgen, wenigstens in den Wahlversammlungen. waren: daß sie sich kleinlich an die Katastrophe der„ Maine" flammerten, Wir empfehlen deshalb den Versammlungseinberufern, dafür zu deren amerikanische Interpretation direkt absurd zu nennen ist, da in sorgen, daß auch vor Beginn der Versammlungen durch Oeffnen jenem Augenblick nur ein Verrückter oder der größte Feind Spaniens der Fenster und der Ventilation für frische Luft dieses Verbrechen hätte begehen können: dies sind Thatsachen, die gesorgt und in dem gleichen Zweck das Rauchen von vorn auf die Vereinigten Staaten eine sehr schwere Verantwortlichkeit her ein untersagt wird. Weiter empfiehlt sich, den Rednern einen Platz anzuweisen, von laden, und welche farlegen, daß es nicht ideale Gründe sind, welche Amerika dazu drängen, ein fleines, armes und durch den Krieg ver- Idem aus sie mindestens einen bis anderthalb Meter über den u. Köpfen der Versammlung stehen, damit sie den Saal übersehen und! Die Deutsche Tageszeitung" wiederum thut so, als jei thr bie| Unkosten, welche dem Bunde aus der Agitation erwachsen, und nur für von allen Versammelten gesehen werden können, was das Reden Interpellation fogar angenehm, denn sie werde den Antrag den Fall zugesagt, daß die uns angebotene Thätigkeit Erfolg habe. und das Verstehen erleichtert und zur größeren Ruhe in den Ver- Rani wieder in Erinnerung bringen. Sehr gut, wenn bei GeFahlberg, List u. Ko.. fammlungen beiträgt. Ferner empfiehlt sich, für die Redner em legenheit der Besprechung unserer Interpellation auch der agrarische Saccharinfabrit. Salbte- Westerhüsen a. Elbe." Glas Wasser oder dergleichen bereit zu halten, damit ihnen in der Wunschzettel wieder einmal aufgerollt wird! Auch für die„ Sammel- Die Herren müssen eine recht merkwürdige Meinung von ent Hige der Versanimlungen das Sprechen erleichtert wird. politik" wird es sehr drastisch wirten, wenn die Junker als Heilmittel Berichtigungsparagraphen des Preßgesezes haben. Reichstags: Kandidaturen. ber zeitweiligen außerordentlichen Brotvertheuerung die Ungarn. ods Aufgestellt wurden folgende Kandidaten: In Periin! u III fortdauernde Aushungerung des Volles vorschlagen werden. Budapest, 1. Mat. Das Gericht verurtheilte die Bündholz Tandidirt seitens der freisinnigen Bartei Dr. Langerhans; im II. Berliner Die Sungerzölle. Die Bewegung gegen die Brot Fabrit von Warfus Klein u. Ko. zu 100 Gulden Strafe, weil sie Reichstags- Wahlkreis der hiesige Stadtverordnete Kreitling. In Koburg bertheuerung in Frankreich und Italien dauert fort. ihre Fabritate in Schachteln in den Handel gebracht hatte, welche vom Bund der Landwirthe Dr. Kreubel in Isfeld Lauterbach Im Pariser Stadtrath follen Anträge auf Aufhebung die Bildnifie Lassalle's und Marg, sowie die Aufschrift: Proletarier bon unseren Parteigenossen Buchdrucker Phil. Schmidt; in 25 baubes Getreibegofles bezw. auf Uebernahme des Getreidehandels aller Länder, vereinigt Euch!" trugen. Ebersbach von den vereinigten Ordnungsparteien Fabritan in die Hände der Stadt eingebracht werden. Förster; in Ilertiffen vom Bentrum v. Hertling; in Rofent heim vom Zentrum Ranner; in Trauenstein vom Zentrum Lehemeter; in Büdeburg von den liberalen Parteien Professor b. Schulze- Grävenig. Politische Neberlicht. Berlin, den 2. Mai. Aus dem Reichstage. Die ersten Gegenstände der heutigen, reich befezten Tagesordnung wurden rasch und fast ohne Diskussion erledigt. Auch die Wahlprüfungen gaben zu Auseinandersetzungen feinen Anlaß und so wurden die Mandate der Abgeordneten Reichmuth( Weimar) und Dr. Merz ( Donaueschingen) noch kurz vor Thoresschluß kassirt. nachdem der erstgenannte Abgeordnete drei Jahre zu unrecht im Reichstag Siz und Stimme hatte. Hoffentlich forgen die Wähler des ersten weimarischen Wahlkreises dafür, daß am 16. Juni das Mandat in den Besitz unseres Genossen Baudert gelangt, dessen Wahl das letzte Mal schon nur durch die schöfelsten Wahl- Mißbräuche verhindert wurde. sid Aus Italten wird von neuen Unruhen berichtet. Das Frankreich. hoch- offiziöse italienische Depeschen Bureau Agenzia Stefani" Grzbischof von Alig, Monsignore Gouthe- Soulard, hat nun meldet aus Rom vom 2. Mat: Bu erregteren Auseinandersetzungen tam es erst beim achten Punkt der Tagesordnung: Gerichtsverfassungsgesetz 2c. Von unserer Seite waren von dem Abgeordneten Stadthagen Anträge gestellt, in denen verlangt wurde, daß in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten über Rechte aus einem Arbeitsbertrage, einschließlich des Gesindevertrages, durch Landesgesetze die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte weder für ausgeschlossen noch an besondere Bedingungen geknüpft in werden darf. Weiter beantragte unser Genosse: fünf " Schweden.quids Die Klerikalen und die Wahlen. Der befannte streitbare jeinen Standpunkt gegenüber den in Frankreich bevor In Minervo Murge und Molfetta- zwei Städten stehenden allgemeinen Wahlen ebenfalls befannt gemacht. unweit Bari( in Apulien) tamen gestern Abend Unruhen vor. In einem Schreiben an einen Freund, das die flerifalen Blätter verIn Molfetta begingen die Aufrührer Brandstiftungen und Veröffentlichen, macht Monsignore Soulard die Wähler darauf aufmerkwüstungen, sodas Militär einschreiten mußte. Hierbei wurden jam, daß sie zu befehlen haben und daß die Senatoren und Depu Aufrührer Aufrührer getödtet und getötet bret Gol Soldaten verwundet. tirten nur deren Delegirte sind, und fährt dann fort: Alle Gewalt Später traf militärische Verstärkung ein. In Minervo tommt von Gott. Die Geseze, welche die Volksvertreter gegen das Murge berübten die Aufrührerischen Brandstiftung und mehr- göttliche Recht machen, sind von Grund aus hinfällig. Wir schulden diesen fache Plünderungen in Amtslokalen und Wohnungen von feinerlei Achtung, feinerlei Gehorsam. Es ist besser, man gehorcht Gott Staatsbeamten. Bei diesen Tumulten wurde in Bufammenſtößen aus best Wienſchen. Sie müſſen ihnen im Namen Gottes zureden, mit der bewaffneten Macht ein Aufrührer getödtet und einer ver- und unser Programm ist dieses. Sie müssen ihnen sagen: Wir wundet. Als Truppenverstärkungen anlangten, wurden die Nuhe wollen, daß unsere Bertreter Gott anbeten und dienen!" wiederhergestellt und Verhaftungen vorgenommen. In Chiete Da wäre es wohl das einfachste, von dem Erzbischofe statt von fanden gestern Abend Ansammlungen von Arbeitern statt. Die den Ministern und Abgeordneten die Geseze beschließen und ausManifestanten zertrümmerten zwei Schilderhäuser der Bollbeamten führen zu lassen! und mehrere Straßenlaternen. Die bewaffnete Macht schritt ein und nahm 52 Verhaftungen vor, wobei ein Brigadier der Kara: In der Kammer stand in den lezten Tagen des April die binerie, 4 Polizeisoldaten und 3 Soldaten verwundet wurden. Lohnfrage für die Eisenbahn= Stationsdiener zur Auch in Ascoli Piceno( Proving March e) fanden um die Debatte. Nachdem im vorigen Jahre die Gehälter der Bahnwächter felbe Zeit Kundgebungen statt, bei welchen aufrührerische Rufe erhöht waren, erichien es als absolute Nothwendigkeit, in diesem ausgestoßen und verschiedene Gewaltatte begangen wurden, so daß Jahre die der Stationsbiener zu erhöhen. Die Regierung hatte die bewaffnete Macht einschreiten mußte. Bei der Piazza del einen Magimallohn von 720 Kr. vorgeschlagen. Branting, namens Populo" tam es zu einem Scharmügel mit den Manifestanten; der Sozialdemokratie, aber 780 Kr. Der General Direktor der drei derselben wurden verwundet und 19 verhaftet. Ein Unter- Eisenbahnen erklärte, daß man gern die Erhöhung auf 780 Kr. lieutenant der Carabinieri erlitt ebenfalls eine Verwundung." fehen würde und nur aus taftischen Gründen blos 720 Kr. verdie Art, wie die besitzenden und maßgebenden Kreise auch Stationsdiener tenne, dem Die Ausdrucksweise des Depeschen- Bureaus ist charakteristisch langt habe. Ein Vertreter der Linken erzählt, daß er einen dem nach Abzug der Abgaben für Italien die Bewegung gegen die Zölle, welche eine Folge Pension n. i. w. gerade 50 Kronen monatlich zum Leben mit ihrer eigenen Mißwirthschaft ist, auffassen. der Familie blieben. Ein Vertreter der Rechten dagegen fand es umfaßbar", daß man sich nicht mit dem Regierungsantrag begnüge. ,, Als Berufungsgerichte in den vor den Gewerbegerichten Jm nächsten Jahr würden die anderen Eisenbahndiener Erhöhung oder Innungs- Schiedsgerichten verhandelten Streitigkeiten verlangen. Tegelow weist nach, daß die Löhne der untersten berhandeln und entscheiden die Zivilfammern unter Zuziehung abend stattfinden soll, bildete gestern im Reichstage vielfach den enthüllte dann, daß mehrere Mitglieder der Rechten in der Die Festlichkeit im Schloß für den Reichetag, welche Freitag Bahnangestellten seit 13 Jahren nicht erhöht find. Branting eines Arbeitgebers und eines Arbeiters. Ausgeschlossen sind Gegenstand der Unterhaltung. Um diesen Genuß möglichst vielen Stonmission nichts gegen eine Erhöhung bis auf 780 Str. gehabt diejenigen Arbeitgeber und Arbeiter, welche in demselben Reichsboten zu verschaffen, hat das Bureau des Hauses in einer ver- hätten, nun aber wären sie auf einmal umgeschwenkt. Bei der AbRechtsstreite vor dem Gewerbegericht oder Innungs- Schieds- traulichen" Zuschrift darauf aufmerksam gemacht, daß mit Einladungen nur ftimmung wurde dann auch die Erhöhung auf 780 Kr. mit 100 gegen gerichten als Beisiger thätig gewesen sind. Die Arbeitgeber diejenigen Abgeordneten„ bedacht werden können", die ihre Karten 96 Stimmen abgelehnt. Es wird dann eine gleiche Erhöhung auch und Arbeitnehmer sind da, wo Geiverbegerichte bestehen, aus auf dem Ober- Hofmarschallamt abgegeben haben. In richtigem Ver- für die Buzzer, Bumper und Kohlenwächter beschlossen. Wieder bes dem Kreise der Getverbegerichts- Beisiger zu nehmen." ständniß der Situation hat das Bureau die sozialdemokratischen mühte sich Branting vergeblich, das Magimum auf 780 kr. hinaufBeide Anträge wurden gegen die Stimmen der Sozial- Abgeordneten mit dem ,, bertraulichen" Schreiben verschont, zubringen. demokraten abgelehnt, obwohl selbst von gegnerischer Seite dagegen die Fraktionsdiener beauftragt, die Karten von den zugegeben werden mußte, daß der Grundgedanke besonders dem Ober- Hofmarschallamt schleunigst zuzuführen. Hiernach wird enugung der Kirche in umanowo ist von serbischer anderen Abgeordneten entgegenzunehmen und sich erboten, die Karten Ronftantinopel, 2. Mai. In der Angelegenheit wegen der des letzten Antrages ein durchaus berechtigter sei. der Reichstag wohl in beschlußfähiger" Anzahl Freitag Abend im Sehr breit wurde die Frage über die Stellung der Rechts- Schloß versammelt sein, und dabei jedenfalls Gelegenheit haben, die Jufolge des Schrittes des bulgarischen diplomatischen Agenten Seite ein neuer Schritt im Yildiz- Palais unternommen worden. konsulenten diskutirt, wobei die Rechtsanwälte unter den Ab- Ansichten und Wünsche des Kaisers in bezug auf die gegenwärtige Martow begiebt sich morgen eine aus drei hohen Beamten des geordneten sich als echte und rechte Bünftler entpuppten. politische Situation für die bevorstehende Wahlkampagne zu hören.yildiz- Palais, des Minifteriums des Innern und des Kultus Morgen 12 Uhr Fortsetzung und kleinere Angelegenheiten. Wo bleibt der§ 8 des Vereins und Versammlunge ministeriums bestehende Kommission zur Untersuchung nach Kumanowo. Gesetzes und wo bleibt die Staatsanwaltschaft? Die Kreuz Beitung" veröffentlichte am Sonnabend folgende Der geftrige internationale Sanitätsrath hat sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß die Lokalbehörden den Kordon Da das Berhalten des Vorstandes des tonservativen in Djeddan und andere gegen die Einschleppung der Best getroffenen Wahlvereins für Berlin, sowie des Parteiraths bei Auf Maßregeln aufgehoben hat, und hat jede Verantwortung ab. stellung der Kandidaten für die bevorstehende Reichstagswahl er- gelehnt. Nach Privatberichten ist die Angabe, die Best habe anfgehört, tennen läßt, daß derselbe nicht aus konservativen Männern allein, falsch. sondern zum großen Theil aus Anhängern der christlich sozialen und deutsch- sozialen Parteien besteht, so hat sich der deutsche Bürgerverein Fürst Bismard" gezwungen ge= sehen, aus dem Wahlverein auszutreten. " Das preußische Abgeordnetenhaus berieth heute in zweiter Lesung die lex Arons und nahm, wie vorauszusehen, die einzelnen Baragraphen der Vorlage in der Kommissionsfassung unverändert an; nur in zwei Punkten wurden Aenderungen getroffen, die jedoch rein redaktioneller Natur sind. Die in großer Anzahl vorliegenden Abänderungsanträge der Abgg. Brömel( fri. Vg.), Virchow( frj. Vp.), Kirich( 8), Dr. Hengstmann( 3.) und Dr. v. Cuny( natl.), wurden entweder mit großer Mehrheit abgelehnt oder von den Antragstellern felbst als aussichtslos wieder zurüdgezogen. Zunächst entspann sich bei§ 1 eine Art Generaldebatte, aus der namentlich die Neden der Abgg. Dr. Virchow und Porich( 8.) Erklärung: * Deutsches Reich. 4 Türkei. Maifeier. o 9 Nachträglich sind uns noch folgende Berichte zugegangen: von Wichtigkeit sind. Ersterer bezeichnete die Vorlage als ein Versammlungsgefeges, wie sie hier vorliegt, ist nicht möglich, denn die wurden insgesammt 50 000 Aufrufe der Gewerkschaftskommission Eine flagrantere Verletzung des§ 8 des Vereins- und Ver- Berlin. In den Morgen- Versammlungen und den Festlokalen Tegenheitsgefet, das durch einen einzelnen Fall, den Arons, veranlaßt fei, eine erhebliche Verschlechterung der Verbindung zwischen jenen Vereinen liegt hinter der Ausschreibung an die Arbeiterinnen Berlins vertheilt. Auf denselben sind eine Stellung der Privatdozenten bedeute und mit dem Grund- der Wahl zurück. Wehe den Sozialdemokraten, die sich dieselbe zu Anzahl Adressen von Frauen angegeben, an die sich die gewerblich Aber was die regierungsfreundlichen thätigen Mädchen und Frauen wenden fönnen, wenn sie Beschwerden faz von der Freiheit der Lehre und der Freiheit der Wissen- schulden fommen ließen. an den Gewerbe- Inspektor gelangen lassen wollen. schaft nicht in Einklang zu bringen sei. Der Zentrumsrebner Parteien thun, das sehen bekanntlich die Gesetzeswächter nicht. ergriff das Wort hauptsächlich, um den Umfall seiner Partei zu Die in der bekannten v. Köller'schen Beleidigungsfache Aus den Berliner Vororten. In Pankow Schön. begründen, die in der ersten Lesung gegen die Vorlage aufgetreten erfolgte Verurtheilung des Verlegers der Rösliner hausen fanden vier Versammlungen statt, die auch einen entwar, sich aber inzwischen davon überzeugt hat, daß das Gefeß nicht Beitung" hat an maßgebender Stelle selbst derartiges Aufsehen sprechend guten Besuch zeigten. In Iohannisthal- Nieders nur wünschenswerth, sondern sogar nothwendig fei, im Interesse der erregt, daß der Justizminister einen ausführlichen Schöne weide betheiligten sich 600 Personen. Die vom Genoffen Aufrechterhaltung der Würde der Privatdozenten und auch im Inter Bericht in der Angelegenheit erfordert hat. Im übrigen wird John gehaltene Festrede wurde begeistert aufgenommen.- Ueber effe ihrer Rechtssicherheit. Das Gesetz sei kein Gesetz gegen die sich demnächst das Oberlandesgericht in Stettin als Revisionsinstanz die Spandauer Feier, die, wie schon mitgetheilt, in Pichelsdorf fehrte das Argument, daß den Privatdozenten durch die Vorlage eine Wohl- ihm dieser Tage zugestellte Erkenntniß der Kösliner Straffammer gnügen von dem sozialdemokratischen Arbeiterverein angemeldet that eriviesen werde, in den Neden der Regierungsvertreter wie in denen das Rechtsmittel der Reviision eingelegt hat. worden war und demgemäß als geschlossenes Vergnügen der Befürwörter der Vorlage stets wieder; der Nachweis für die Noth- Das Organ des Zentralverbandes deutscher Bäcker- zu gelten hatte, welches der Polizeistunde nicht unterworfen ist, versuchten wendigkeit dieser Wohlthat" wurde jedoch von keiner Seite erbracht. inmungen Germania", spricht von den jetzigen Getreidepreisen und zwei Gendarmen um 12 Uhr nachts das Fest zu beenden, indem sie Die für die Staatsregierung wichtigste Frage, von deren Ent- meint, es tömme mit recht von einer Theuerung gesprochen das Festtomitee aufforderten, Feierabend zu gebieten, da in der qu. scheidung sie ihre Zustimmung zu der Vorlage abhängig machen wollte, werden. Der Artikel, der vom Obermeister Bernard stammt, Bescheinigung des zuständigen Amtsvorstehers gesagt ist, es sei vom war die, ob als zweite Instanz das Staatsministerium fungiren soll oder sagt dann:" Jetzt, nachdem die Mehlpreise auf die Arbeiterverein ein öffentliches Bergnügen angemeldet. Unsere das Ober- Verwaltungsgericht. Nach der ursprünglichen Regierungs- boppelte Preishöhe gestiegen Preishöhe gestiegen sind und die Bäcker Genossen erklärten jedoch kurz und bündig, daß sie nicht gewillt vorlage soll das Ministerium die zweite Instanz bilden, und diese das Brot und Gebäd nicht halb 10 groß baden seien, der Aufforderung nachzukommen, worauf sich die Beamten Bestimmung hat die Kommisston beibehalten. Die Abgeordneten können, sei peinlich scharfes Rechnen unerläßliche Pflicht wieder entfernten. Erst nach 2 Uhr verließen hierauf die lezten FestDr. v. Euny( natl.) und Brömel( fri. Bg.) hingegen beantragten, eines jeden Bäders. Man dürfe daher nicht mehr wie vier Brötchen theilnehmer den Tanziaal. als zweite Instanz das Ober- Verwaltungsgericht anzuerkennen, weil für 10 Pf. geben, ohne Zugabe, statt bisher fünf auch sechs Brötchen das Ministerium als politische Behörde hierfür nicht besonders ge- und können den Händlern und Gastwirthen höchstens 10-15 pet. eignet sei. Diefen Bedenken schloß sich auch die große Mehrheit des Rabatt gewähren. Bentrums an, in deren Namen jedoch Abg. Porsch sofort erklärte, daß sie sich die Sache bis zur dritten Lesung noch einmal überlegen wollen, damit nur ja und ja eine so wichtige Vorlage nicht scheitert. In diese Verlegenheit werden die Herren vom Zentrum nun freilich nicht kommen, da die Mehrheit des Hauses den Kommissionsvorschlag annahm, wodurch denn die Privatdozenten gänzlich der Willtür des Ministers unterworfen sind. Bon Bedeutung ist ferner noch die Bestimmung der Vorlage, daß nicht nur die Fakultät, sondern auch der Minister dem Privat Dozenten eine Verwarnung oder einen Verweis ertheilen kann. Ein Versuch des Abg. Dr. Virchow, dem Minister diese Befugniß zu ent ziehen, scheiterte. Ebensowenig glückte der Versuch des Abg. Kirsch( 8.). eine Stretchung der Bestimmung herbeizuführen, daß es fönig licher Verordnung vorbehalten bleibt, die Bestimmungen dieses GeSebes auch auf die Privatdozenten an Technischen und sonstigen Hochschulen in einer der Verfassung dieser Anstalten entsprechenden " Brandenburg. Der Ausflug der Potsdamer Barteigenossen wies eine nur mäßige Betheiligung auf, dagegen war am Abend die Versammlung gut besucht. In Ludenwalde fand am VorHerr Bernard, der Obermeister der Bäckerinnung, ist zugleich mittag der Ausflug unter starker Theilnahme statt und ebenso verReichstagskandidat für den 1. Berliner Wahlkreis. Er erkennt die lief das Fest am Nachmittag in der besten Weise. Bernau. Theuerung jetzt an. Und doch ist er ein Anhänger des Antrages Die Maifeier ging prächtig bon statten. Um 2 Uhr Kanig, der die Theuerung verewigen will. fand im Schüßenhause eine Versammlung stutt, in der vor gegen Eine Berichtigung der Saccharinfabrit FabI- 400 Zuhörern Stadthagen die Bedeutung des ersten Mai tlarrg, List u. Komp. wird uns zugesandt. Nicht weil legte. Die Versammlung nahm folgende Resolution an:„ Am Weltwir das Schreiben für eine Berichtigung halten, sondern weil wir feiertag gelobt die heutige Bersammlung von neuem, treu und unwieder einmal unseren Lesern zeigen wollen, was alles unter der entwegt in dem Kampfe zur Erringung des sozialdemokratischen falschen Flagge der Berichtigung Zeitungen zugesandt wird, drucken Endziels auszuharren und der Arbeit 6um Siege zu verhelfen.". An wir daffelbe ab: die Versammlung schloß sich das Matfest im Schüßenhause an, das Wie wir aus dem Bericht über die gestrige Reichstagsverhand bei dem prächtigen Maiwetter außerordentlich start besucht wurde. lung ersehen, haben Sie in Ihrem Blatte das Birtular einer Saccharin Rongert. Gefang und Tanz tamen hier ou ihrem Rechte. Fabrit abgedruckt, in dem diefe 1000 M. Dafür bietet, wenn der in Schwedt a./O. hatten die Genossen einen Ausflug arrangirt, Antrag des Abg. Dr. Baafche nicht angenommen wird. und erfreute sich das Fest um Nachmittag emer lebhaften Theilnahme. Auf grund des§ 11 des Preßgefeßes vom 7. Mai 1874 ersuchen In Kirchhain Dobrilagt hielt Genosse Eichhorn wir Sie um Aufnahme nachstehender Berichtigung in der nächsten die Festrede, die von den zahlreichen Zuhörern mit leb Nummer Ihrer Beitung: haftem Beifall aufgenommen wurde. In Finsterwalde Nach dem Verlauf der heutigen Debatte ist nicht anzunehmen, der Besuch Von der unterzeichneten Saccharin- Fabrit ist niemals ein war der der Maifeier so start wie nie zuvor. daß in der dritten Lesung noch irgendwelche Aenderungen der Bor- Birkular erlassen worden, in dem 1000 M. dafür geboten werden, In Frankfurt a. O. fand am Sonntag früh eine stark besuchte lage getroffen werden. wenn der Antrag Paasche nicht angenommen wird. Der der Notiz Vollversammlung statt. der Arbeiter- Gefangverein trug einige Morgen: Antrag Gamp betr. bie Sonntagsruhe. zu grunde liegende Sachverhalt ist furz folgender: wir haben aller der Feier entsprechende Lieder vor. Jahn Berlin hielt die Unsere Interpellation an die Regierung wegen der Höhe der bings einem Witgliede des Vorstandes des Bundes der mittleren und Festrebe. Nachdem unternahmen die Genossen einen Ausflug Getreidepreise ist den Agrariern und den ihnen nahestehenden Gle- fleineren Brauereien der norddeutschen Brausteuergemeinschaft zu in die Umgegend, um die eigentliche Feier bei Konzert, Spiel und menten natürlich sehr unbequem. gesagt, daß wir dem Bunde einen Beitrag von 1000 M. zum Zwed Tanz zu begehen. In Drossen hatten die dortigen Genossen Die" Post" läßt den Wunsch durchblicken, daß die Regierung einer Agitation gegen den Antrag Paasche zur Verfügung stellen, das erste Mal Gelegenheit, eine Maifeier zu begehen. Zunächst fand die Interpellation gar nicht beantworten möge; denn die Sozial doch ist dies nur geschehen, weil das betreffende Vorstands eine Versammlung statt, in der der Kandidat des dortigen Kreises, demokratie verfolge dabei in erster Linie agitatorische Zwecke. Die mitglied, der Brauereibefizer Herr H. Fride aus Ahlfeld, uns Jahn Berlin, über die Bedeutung der Maifeier sprach. Hierauf beste Agitation, sollten wir aber meinen, für unsere Partei würde persönlich auf unserer Fabrik besucht und uns erflärt hat, das folgte Konzert und Tanz mit entsprechenden Gesangsvorträgen. die Regierung damn betreiben, wenn sie den Rathschlägen der" Post" bei dem Bunde der lebhafte Wunsch bestehe, eine solche Apitation- In Strausberg fand morgens ein Ausflug statt; um folgen und dadurch eingestehen würde, daß sie die Getreidenoth des und eine Petition an den Reichstag ins Leben zu rufen, daß aber 11 Uhr eine Versammlung, nachmittags Konzert und Tanz; die FestBoltes überhaupt nicht füimmere. So lächerlichth öricht wird die Re- dem Bunde hierzu die Mittel fehlten. Wir haben nur auf ausdrück- rede hielt Bödelmann. gierung denn doch nicht operiren und wir können der Bost" ver- liches, wiederholtes Ersuchen des Vorstandsmitgliedes des Bundes Schlesien. In Görlig wurde am Vormittag eine Protestrathen, daß Fürst Hohenlohe sich allerdings zu der Interpellation der mittleren und kleineren Brauereien der norddeutschen Brauftener versammlung abgehalten, das Lolal war überfüllt. Am Ausflug aussprechen wird. gemeinschaft demselben einen Beitrag zur Dedung der Spesen und I nachmittags nahmen gegen 2000 Personen theil. In Haynau Weise auszudehnen. wurde die Maifeier durch einen Ausflug begangen, woran sich über 200 Personen betheiligten. Bon dem hinzukommenden Gendarm wurde das Tanzen und Ha�monikaspielen verboten I In O h l a u war die Bethciligung an der Morgenversammlung und dem Fest Nachmittag ausnahmsweise stark. In Bunzlau hatte die Polizei das projekttrte Vergnügen verboten. Am Ausflug betheiligten sich 300 Personen, an der Versammlung nachmittags ebenso viel. Am Sonn- abend sprach Herm. Stolpe aus Grünberg in einer Versannnlung in Warthau vor ungefähr lOOPersonen über die Bedeutung der Maifeier. In R e i ch e n b a ch wurde die Volksversammlung am Morgen, zu der sich eine grotze Zahl Arbeiter und Arbeiterinnen eingefunden hatten, vom überwachenden Beamten ohne Angabe de» Grundes aufgelöst, als sie der Einberufer eben eröffnen wollte. ES ist nun auf Mittwoch eine neue Versammlung einberufen. In Langen» b i e l a u wurde die Feier morgens durch ein Frilhlonzert eingeleitet. Nachmittags fand ein großes Volksfest statt. Die Betheiligung war außergewöhnlich stark. Reichstags-Abgeordneter Kühn hielt die Festrede. In F r i e d r i ch s h a i n lKreis Reichenbach) wurde die Maifeier ebenfalls durch ein Volksfest am Nachmittage begangen. Die Festrede hielt Springer aus Langenbielau. Pommer». Da die Parteigenossen in Stettin zu Sonntag keinen großen Saal hatten bekommen können, wurde von der Ab- Haltung einer Versammlung abgesehen. Die von der Partei arran- girten Konzerte am Morgen und am Nachinittag waren stark be- sucht! die Zahl der Theil'nehmer mag 4000 betragen haben. Die Parteigenossen in G o l l n o w begingen die diesjährige. Maifeier durch eine Agitationstour in ihrem politisch noch sehr rückständigen Wahlkreise. In K o l b e r g war die Versammlung am Vornüttag von 70 Personen, das Volksfest am Nachmittag von 400 bis 500 Thcilnehmern besucht, was unter den dortigen Verhältnissen ein sehr großer Erfolg ist. In Torgelow, dem Schauplatz des jüngsten großen MetallarbciterstrcikS, wurde der Weltfeicrtag der Arbeit zum ersten Male begangen. Nachdem früh ein Ausflug gemacht worden war, wurde im' Laufe des TageS eine Volksversammlung abgehalten, zu welcher auch Genossen aus Pasc walk, Ueckernründe und I a tz n i ck herübergekommen waren. Die Zahl der Thcilnehmer betrug 3— 900, darunter befanden sich sehr viele Frauen. Das Referat Scheffler's aus Berlin wurde mit großem Beifall aufgenommen. Es herrschte begeisterte Stimmung. Ein projektirtes Vergnügen war nicht genehmigt wor- de»! doch blieben die Theilnehmer nach Schluß der Versanimlung noch b�i einem Glase Bier bei einander. Schleswig-Holstein. Trotz der Köllcrei ist die Maifeier in der ganzen Provinz imposant und zum theil viel großartiger verlaufen als je zuvor. In Kiel hatte der Ausflug am Morgen zwar unter dem grau in grau niederfallenden Regen zu leiden, doch hellte sich Mittags daS Wetter auf, so daß viele Tau sende schon Nach- mittags das Gartenkonzert in der Waldwiese besuchten. Abends ti Uhr war daselbst Versammlung, Frau S t e i n b a ch aus Hamburg refcrirte. An die Versammlung, die von etwa 3000 Per- sonen besucht war, schloß sich ein Kommers. In Itzehoe nahmen am Morgen trotz dichten Regens 4—500 Personen am Ausflug theil, eben so viel am Spaziergang, der Nachmittag unternommen wurde. Die Versammlung am Abend war außer- gewöhnlich stark besucht, 3—700 Personen waren erschienen: die starke Betheiligung wird ausdrücklich als eine Folge der Köllersschen Maximen erklärt. In Flensburg wurden 2 Versammlungen ab- gehalten: Besucherzahl: über 1000. Am Nachmittag vereinigten sich 4000 Personen zu einem Ausflug nach Kielseng, wo in drei Lokalen Konzert, Vorträge und Ball abgehalten wurden. In Lauenburg, Uetersen(Referent S t ü h m e r aus Hamburg), G I ü ck st a d t (Referent Ströbel aus Kiel), Gaarden(Referent Stromberg aus Hamburg), Kelsingh usen und anderen Orten, überall war die Betheiligüng gut. Die Parteigenossen in Pinneberg mußten sich auf ihrem Ausflug nach einem 1'/» Stunden entfernten Orte polizeiliche Begleitung gefallen lassen: selbst bei der halbstündigen Rast auf einem in der Haide gelegenen Platze blieben sie davon nicht befreit. Der Wächter der Ordnung stand so lange m Positur, bis weiter gegangen wurde. In dem zu Oldenburg gehörigen Orte Eutin wurde die Mai- feier durch einen Ausflug am Morgen und nachmittags durch eine Volksversammlung begangen, wo vor 100— 120Theilnehmeri, Redakteur Aug. K a s ch auS Lübeck den Vortrag hielt. Für den Abend hatte der Arbeiter-Gcsangvcrein„Harmonie" einen Ball arrangirt. Provinz Sachsen. In Erfurt verlief die Feier am Nachmittag ebenso großartig, wie der Ausflug am Morgen. Die Fcsttede hielt Genosse Fi s ch er- Weimar; betheiligt waren etwa 3500 Personen.— Eilenburg. Die Dcmonstratton am Nachmittag hatte sich einer Betheiligüng von 7—800 Personen zu er- freuen. In der Festversammlung am Abend sprach Ge- nosse Weißmann: die Stimmung der Festtheilnehmer be- rechttgt zu den besten Hoffnungen für die nächsten Wahlen.— Die Bitterfelder Genossen hatten sich, weil ihnen kein Lokal zur Verfügung steht, den Delitzschsschen Genossen angeschlossen.— Staßfurt. Sonnabend Volksversammlung von annähernd 300 Personen besucht. Referent Redakteur Meyer- Halberstadt. Sonntag nachmittags und abends großes GewerkschastSfest, Kinder» .festspiele, Konzert. Theater, lebende Bilder, Festrede und Ball, gut besucht und glänzend verlaufen. Prachtvolles Wetter.— Atzen- d o r f b. Staßfurt. Sonntag Abend öffentliche Versammlung von 50 Personen besucht. Der Referent verbreitete sich über den Achtstundentag. Großen Beifall erweckte die Mittheilung von der glanzenden Demonstration der Magdeburger Genossen in Schönebeck.— In Wolmirstedt fand am Abetw des 1. Mai eine Versammlung von 300 Personen statt, in welcher Räther-Berlin die Bedeutung des Tages darlegte.— In O l v e n- st e d t wurde das Frühkonzert in letzter Stunde verboten. Die zahlreich anwesenden Genossen, über 400 an der Zahl, begaben sich darauf nacheinander nach allen 3 zur Verfügung stehenden Sälen. Am Nach- mittag sprach vor überfülltem HauS Ritsch- Magdeburg. Am Abend fanden m drei Lokalen Festlichkeiten zu Ehren des Tages statt. In E i s e n a ch wurde am Nachmittag ein Ausflug nach dem be- nachbarten Dorfe Unkcrode nnternommen, an welchem sich 500 bis 600 Personen betheiligtcn. Abends fand eine gut besuchte Volks- Versammlung statt, in welcher Gen. Schlegel aus Berlin über die Bedeutung des t. Mai referirte. Diese Versammlung war erst verboten und mußte hier die Wahlausschrcibung den rettenden Engel spielen, um uns die Versammlung zu ermöglichen. In Sanger- Hausen fand die Feier unter starker Betheiligüng, bestehend am Morgen in einem Ausflug, am Abend in Fcstvcrsainmlung mit darauf- folgendem Kommers und Ball statt. Schönebeck a. E. hat dieses Jahr eine Maifeier gesehen, wie nie zuvor: vom frühesten Morgen an bis Nachmittag mag das Etablissement Stadtpark von mindestens 15—13 000 Magdeburger Ausflllglern besucht worden sein. Abends fand außerdem eine Volksversammlung statt.— In N a u n d o r f a. d. Elster >var die Maiversammlung die erste öffentliche Volksversammlung, die seit Jahren in dieser Gegend abgehalten werden konnte. Das Referat hatte hier Link- Berlin. Die Arbeiter waren 3— 4 Stunden weit hergekommen. Angenommen wurde die Resolutton der Berliner Gewerkschaftskommission. Ferner sprach die Versammlung den streikenden Bergarbeitern in SüdwalcS ihre volle Sympathie aus. 5—600 Menschen mochten anwesend sein. Goslar. An der hiesigen Maifeier haben ungefähr 500 Personen theilgenommcn. Der Wahl- verein hatte einen Ausflug arrangirt und für Musik, Speisen und Getränke bestens gesorgt. Doch sollte es nicht lange dauern, so er- schien der Herr Polizeikommissar und löste die„Versannnlung" auf, Ivas mit einem tausendstinnnigen Hoch erwidert wurde. Alsdann wurde der Rückzug angetreten, wobei man immer neuen Massen be- gegnete, die nicht begreifen konnten, daß man einen Ausflug auch als eine Versammlmig auslösen kann. Beschwerde wird eingelegt. Die Festversammtting in Suhl war von ca. 500 Per- sonen besucht. DeS abends waren hier und in den um- liegenden Orten Volksbclnsttgungen aller Art arrangirt. In N o r d ha u s e n und dem nahebei liegenden Orte Salza war das Maifest sehr gut besucht. In Norohausen nahmen über 300 und in Salza über 500 Personen am Feste theil. In beiden Orten hielt T h. Glocke- Berlin die Festrede. Die Parteigenossen von Quedlinburg hatten einen Festzug durch die Stadt arrangirt, dem sich 1300 Personen angeschlossen hatten. In der gut besuchten Versammlung sprach Genosse Trautwein. In Schkeudnitz sprach am Abend in gut besuchter Ver- sanimlung I l g e- Leipzig. In Osterwick betheiligten sich 700 Personen an dem Umzug durch die Stadt. Hannover. In Wilhelms bürg an der Elbe wurden zwei Festzüge veranstaltet, die sich nach zwei verschiedenen Lokalen be- wegten. Die Zahl der Maidemonstranten betrug insgesammt 3000. In beiden Lokalen hielt B ä r e r die Festrede. Die ganze Feier verlief brillant. Eigenartig gestaltete sich die Maifeier m B u x t e- hude»Altkloster. Dort verlangte die Polizei die Entfemung der Frauen aus der Volksversammlung, der Referent K a u f f m a n n forderte aber die Versammlung auf, dem ungesetzlichen Verlangen keine Beachtung zu schenken; die Versammlung stimmte stürmisch zu, worauf sie aufgelöst wurde. Die Polizei blieb in dem geräumten Saale allein zurück. Nach einer Viertelstunde begann das nichtöffentliche Vergnügen des Maurer- und Zimmerer-Verbaiides. Der Vorsitzende des Vereins forderte die Polizei auf. da? Lokal zu verlassen, was auch geschah. Die geladene Liedertafel„Harrnonia" aus tarburg sang unter großem Beifall eine Anzahl ihrer besten Lieder. a uff f m a n n rezitirte künstlerisch werthvolle Gedichte und gab dazu einleitende Erklärungen. Froher Tanz dereinigte bis spät in die Nacht die Festtheilnehmer. Die Polizei stand draußen. Nhcinland-Westfalen. Die Arbeiter Dortmunds unter- nahmen, an Zahl etwa 3000 Personen, einen Ausflug nach Lütgen- dortmund. Eine Wählerversammlung, die auf'/,12 Uhr einberufen war, wurde verboten unter Berufung auf die neuere, die Sonntags- ruhe betreffende O b e r p r ä s i d i a l- V c r f ü g u n g(!), die in dem die Sonntags j a g d betreffenden Thcile bereits vor Gericht für r e ch t s u n g i l t i g erklärt worden ist. Urheber des Verbots ist Amtmann'Westcrmann, derselbe agrarische Führer, der den.nationalen" Kandidaten Hilbek als einen Mann nach seinem Herzen pries. In einer imposanten Versammlung am Nachmittag in Lütgendortmund und am Abend in Dortmund sprach Abg. L ü t g e n a u. Großartig ist die Maifeier, trotz der Saalabtreiberei, im Kreise Bochum verlaufen. Aus Bochum wird uns darüber geschrieben: ES i' Ä�seit langem der große Schützen- hos nebst Garten zu einer gem>....men Feier für den ganzen Wahl- kreis gemiethet und die Genehmigung zu einem Rachmittags statt- findenden Konzert mit vorhergehender Versammlung polizeilich crtheilt worden. Die Miethe war zehn Tage vor dem 1. Mai dem Wirth auf seinen Wunsch ausgehändigt. Vor acht Tagen nun wurde uns mitgethcilt, daß die Schützen, welche am 30. April ein Fest in dem genannten Lolal feierten, dasselbe für den ersten Mai zu einer Nachfeier benutzen wollte. Beabsichtigt hatten diese cS nicht, wurden aber von den Saalabtreibenr dazu veranlaßt. Die Polizei verbot nun die Versammlung mit Hinweis auf das preußische Landrccht, und so machten wir einen Ausflug unter starker Betheiligüng auch von auswärts nach dem städtischen Park. Abends war Versammlung im Parteilokal, daS die Besucher bei weitem nicht fassen konnte. Die Polizei löste die Versammlung wegen Ueberfüllung auf, ließ das Lokal räumen und sperrte dasselbe ab. Nach 3/« Stunden wurde das Lokal wieder frei- gegeben und die Volksversammlung konnte ihren Fortgang nehmen. Die Betheiligüng in Bielefeld war �eiiie über alles Erwarten große. Die Festtheilnehmer, über 10 000. konnten in den fünf Lokalen keinen Platz finden. Im Bezirk Gadderbaum, sowie in S ch i l d e s ch e war die Festrede verboten worden. Selbst die im- schuldigen Maifestzeichen sollten auf Verlangen des Landraths vonBicle- fcld während des TanzenS nicht getragen werden. Trotz alledem herrschte eine sehr gute Sttmmung, welche zu den schönsten Hoffnungen bei den bevorstehenden Wahlen berechtigt. Die Genossen von Mülheim verbreiteten am Morgen 4000 Flugblätter, am Nachmittag Ausflug, des Abends fand unter großer Betheiligung eine Versammlung statt, in der Wessel» Düsseldorf sprach. In Hörde fand des Abends eine gut besuchte Versammlung statt, in der Genosse L ü h r s die Festrede hielt. Hessen-Nassa«. Die Mv! Versammlung in Wehrheim im Taunus nahm einen vortrefflichen Verlauf. Die Festrede hielt Reichstags-Abgeordneter B r ü h n e. Frankfurt a. M. Vormittags vier überfüllte öffentliche Versammlungen. Nachmittags Maifcst im Stadtwald bei prächttgstem Sonnenschein: mindestens 20 000 Thcilnehmer.(IlB. Außer dem nationalen Aepfelwcin waren bis abends 7 Uhr die vorhandenen 30 000 Biemiarkcn ä>/e Liter ausverkauft I) Hansestädte. In Bremen waren der Festzug und die Massen- Versammlung unter freiem Himmel verboten worden, um so groß- artiger gestaltete sich die Betheiligung an dem Masscnspazicrgang im Bürgergarten. Zirka 8000 Personen bewegten sich auf dem Rückwege durch die Stadt. Die Volksversammlung ani Mittag in der Zenttalhallc war von 2500 Personen besucht; die in 8 Lokalen veranstalteten Abendfcstlichkeitcn wiesen ebenfalls durchweg starke Betheiligüng auf. Bei der Maifeier in Vegesack betrug die Zahl der VersammlungSbesucher rund 500, in Rönnebeck 200. In H a st e d t nahmen an dem Fcstzuge rund 500 Personen theil und die Versammlungen in den verschiedenen Lokalen waren sämnitlich stark besucht. Mecklenburg. Die Maifeier in Schwerin nahm einen sehr guten Verlauf. Zu dem Ausflug am Morgen erschienen 175 Per- sonen, und die Festlichkeiten am Abend, die in zwei Lokalen ab- gehalten wurden, waren von insgesammt 1500 Personen besucht. Die Ansprachen hielt der Reichstags-Kandidat des Kreises, Siedakteur Groth aus Rostock. Seine Aiisführungen klangen in einen die Versammelten begeisternden Protest gegen die Bedrohung des KoalittonSrechtS aus. Mitgetheilt sei noch, daß das Gesuch um DispcnS von der Sabbathordnung für die Zeit von 11 bis 1 Uhr vom Ministerium abgelehnt worden war. Rostock. Am Morgen zogen die Genossen in imposantem Zuge von 2000 Mann durch die Stadt nach den Barns- dorfer Anlagen. 19 Gewerkschaften mit ihren Fahnen waren ver- treten. Nie zuvor hat Rostock einen Festzug von solcher Ausdehnung gesehen. Bei der Feier am Abend waren alle Räume der Warnow- Halle überfüllt. Hunderte von Besuchern fanden wegen Mangels an Platz keinen Einlaß. Der Reichstags- Kandidat des Kreises, Dr. Herzfeld aus Berlin, hielt die Festrede. Königreich Sachsen. Die Maifeier der Dresdener Arbeiter- schaft begann morgens mit einem allgemeinen Rendezvous im „Großen Garten". Viele Tausende waren in den frühen Morgen- stunden zwischen 6—10 Uhr dort auf den Beinen. Gendarmerie- Posten zu Pferd und zu Fuß patrouillirten auf den Alleen. Der Radfahrklub„Vorwärts" bewegte sich im Zuge von ca. 75 Mann durch den Park.— Vormittags 11 Uhr fanden vier grotze Versammlungen statt, in welchen die Genoffen Dr. Gradnauer und Ledebour aus Berlin, Rosenow auS Chemnitz und F l e i ß e r» Dresden referirten. Dem letzteren Redner wurde das Wort entzogen, und als sich darauf stürmischer, demonsttattver Beifall erhob, die Ver- samnilung aufgelöst.— Abends fanden in den Versammlungs- lokalen 5>ommerse statt. Meitzen-Cölln. Bei der Vorseier am Sonnabend war daS Lokal überstillt. Am Ausflug Sonntag früh betheiligten sich gegen 400 Personen. Die Festlichkeit am Nachmittag und die Tanz- Unterhaltung am Abend waren stark besucht. Die Festrede A d a in D r u n s e l' S auS Dresden wurde mit stürmischem Beifall auf- genommen. K a n, e n z. Zur Volksversammlung am Morgen waren 200, zum Konzert am Nachmittag 400 Theilnehmer er- schienen. Das Referat Franz Müller's fand großen Beifall. L ö b a u. Die Festversammlung am Morgen war von etlva 300 Personen besucht; den Vortrag hielt P o st e l t. Am Ausflug nach dein zwei Stunden entfernten Oberkumiersdorf, der nachmittags unternommen wurde, betheiligten sich 400 Personen. Die Freiberger Genossen betheiligten sich am Morgen zahlreich an einem Ausflug. Rachmittags war Festversammlung»nit darauf- -olgendem Ball und Volksbelustigung. Ucber die Bedeutung des Tages sprach Schulze- Cossebaude. Die Genossen aus L ö ß n i tz. Nieder-Zwönitz, Zwönitz und umliegenden Dörfern ver- einigten sich sehr zahlreich im Bade„Guter Brunnen" bei Nieder« Zwönitz und feierten den 1. Mai durch Gesangsvorträge: gegen Abend Spaziergang unter Gesang nach Lenkersdorf, daselbst kurze Tanzunterhaltung. Am Morgen ertönten in Lötznitz vielfach starke Böllerschüsse. Vorzügliches Wetter. In M i t t w e i d a ist die Feier in großartigster Weise verlaufen. Am Kommers am.Sonnabend Abend waren 1000Personen betheiligt, an derVersammlung am Sonntag Vormittag betheiligten sich 500. Im Stadtpark flattert die rothe Fahne. In Oelsnitz i.'V. war die Feier verboten worden. Deshalb wurde eine öffentliche Versammlung arrangirt, in der Sachse- Zwickau referirte und die von 400 Personen besucht war. Als ein Redner seinen Unwillen über daS polizeiliche Verbot kuherte, wurde ihm das Wort entzogen. Am 30. April hatten in Oelsnitz und Voigtsberg viele Arbeiter illuminirt. Die Polizei suchte dies zu verhindern, indem sie in die Wohnungen ging und die Lichter ver- löschte.— In Geyer sprach S eis e rt-Zwickau unter freiem Himmel vor 6—700 Personen. Lokale sind nicht zur Verfügung.— Die Leipziger Parteigenossen hatten sich in ungeheurer Zahl in der Riesenhafle zu Stötteritz versammelt. Genosse Singer sprach unter großer Begeisterung über die Bedeutung des Tages.— In Johann Georgen st adt i. E. hielten die Genossen am Morgen KommerS; in der Versammlung waren 3—400 Personen anwesend. Der Kandidat des Kreises, Grenz-Leipzig, sprach unter großem Beifall über die Bedeutimg des Tages. Thüringen. In Pößneck unternahmen am frühen Morgen 150 Personen einen Ausflug; abends war Versammlung von zirka 400 Personen und dann Kommers. Die Ansprache hielt Reichstags- Abgeordneter R e i tz h a u s. Es herrschte begeisterte Sttmmung. Großartig war die Betheiligung in Gera. Die Vormittags- Ver- sammlnng war von 1200 Personen, die Nachmittag- Festlichkett im benachbarten Leumnitz von 10 000 Personen besucht. Die Ansprachen hielt Reichstags-Abgeordneter Wurm. In dem kleinen altenburgi- schen Städtchen Gößnitz betrug die Zahl der Theilnehmer an der Abcndfeier zirka 300. Die Festrede hatte der Reichstags- Kandidat des Kreises, B u ch w a l d aus Altenburg, übernommen. Die Polizei war stark aufgeboten worden, selbstverständlich überflüssiger Wesse, denn die Feier verlief ohne jeden Zwischenfall. Die Maifeier in Gotha nahm in allen ihren Theilen einen glänzenden Verlauf. Vormittag wurde bei herrlichstem Wetter ein Ausflug nach dem Seeberg gemacht, nachmittags war Gartenkonzert in Sundhaissen, abends Kommers in dem durch den Boykott er- rungenen großen„Anker"-Saal. Das geräumige Lokal erwies sich noch als viel zu klein; viele Besucher konnten keinen Zutritt finden. Genosse Bock, der die Festrede hielt, erntete für seinen feurigen Vortrag stürmischen Beifall. Die Maifeier bürgert sich bei der Be- völkcruiig von Jahr zu Jahr mehr ein. Außer den Städten hatten auch eine Anzahl Dörfer des Wahlkreises in diesem Jahre Mai- feste arrangirt. Frankenhausen am Kyffhäuser. Im herrlich mit Fahnen und Tannenreis geschmückten Saale des Hotel Bcllevue(dem größten in Frankenhausen) feierten die Frankenhäuser Genossen die diesjährige Maifeier, be- stehend in Konzert, Theater. Prolog und Gesangsvorträgen. Ein bei der Polizeibehörde gestelltes Ersuchen um Gewährung eines Um-. zuges durch die Stadt,; wurde nicht genehmigt. Die Feststimmung war eine äußerst amüsante. Die Thcilnehmerzahl betnig 7—800 Personen. Irgend welche Störung oder Zwischenfälle kamen nicht vor. Anhalt. In Bernburg betheiligten sich am Morgen-Ausflug nach Nienburg über 600 Personen. Der Umzug mit Musik am Abend war verboten, an stelle dessen wurde ein Massen-Spaziergang durch die Stadt unternommen, der einen großartigen Verlauf nahm; über 1000 Personen betheiligten sich daran. Beim Kommers am Abend war das Parteilokal voll besetzt. Konrad Hänisch aus Leipzig hielt unter tosendem Beifall die Festrede. Die Feier wurde von prächtigem Wetter begünstigt.— In K ö t h e n wurde am Somi- abend eine von 200 Personen besuchte Versammlung mit Fräulein Baader aus Berlin als Rcferenttn abgehalten; die Frauen mußten auf Befehl der Polizei die Versammlung verlassen I Sonntag früh machten ca. 40 Personen einen Ausflug; abends wurden Vorträge und ein Ball veranstaltet, woran ungefähr 400 Personen theil- nahmen. Am Nachmittag sprach Fräulein Baader im Dorfe Trebbichau a. d. Fuhne in einer Versammlung von 75 Personen. Hcssen-Tarmstadt. Die Maifeier in Mainz begann nach- mittags 4 Uhr, in der Stadthalle unter ungeheurem Zudrang. lieber 6000 Personen hatten sich eingefunden. Wegen Ueberfüllung des Lokals mußte zeitweise die Kasse geschlossen werden. Die Festrede Dr. D a v i d' s fand stürmischen Beifall. Der geplante Fcstzug vom Parteilokal durch die Straßen der Stadt nach der Stadthalle war in letzter Stunde vom Krcisamt verboten worden. Baden. Die Maifeier in Karlsruhe verlief imposant. Am Vorabend des 1. Mai fand ein Fcstkommcrs statt, bei welchem der Saal so überfüllt war, daß viele keinen Einlaß mehr fanden. Unter jubelnder Begeisterung hielt LandtagS-Abgeordncter Adolf Geck die Festrede. Ain 1. Mai früh wurden 6 große Gcwerlschafts-Ver- sammlungen abgehalten, die alle sehr gut b'esucht waren. Am Nach- mittag betheiligten sich mehrere hundert Personen an einem Aus- fluge. In F r e i b u r g verlief die Maifeier großartiger als je. Ani Nachmittagausflug betheiligten sich sechshundert Personen. Auf dem Hcimmarsch wurde der Musik polizeilich verboten, in der Stadt zu spielen. Trotzdem gegenwärtig Messe ist, war die Be- theiligung auch am Abend bei der Hauptfeier stark. Die Festrede K r ä u t e r' s, der das geplante Attentat gegen das Koalitionsrecht scharf geißelte, wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. In Lörrach feierten 500 Personen den I.Mai, die Festrede hielt Hau g aus Freiburg. Württemberg. In dem bei Stuttgart gelegenen großen Fabrikort Fenerbach flatterte eine mächtige rothe Fahne auf dem Parteilokal, das prächtig mit Guirlanden und rothen Rosen geschmückt war und am Eingang die Inschrift trug: Proletarier aller Länder, vereinigt Euchi Ein großer Fcstzug mit Musik bewegte sich durch die Straßen, zahlreiche Banner und Standarten mit sich führend. Den Schluß bildete ein Fest mit reichhaltigem, gut ausgewähltem Programm. Die Festrede hielt Stern ans Stuttgart. Der Appell an die Arbeiter und Arbeiterinnen, energisch an der Wahlagitation theilzuiiehmen, fand begeisterten Anklang. Elsaff-Lothringen. Die Genossen in Zabern begingen die Maifeier durch eine Privatversammlung(reunion privöe), mit welcher zugleich der Wahlfeldzug eröffnet wurde. Der Reichstagskandidat der Partei, Privatlchrer C o st ans Hägen, entwickelte das Parteiprogramm und ernttte reichlichen Beifall für seinen ausführ- lichen Vortrag. Die Genossen beschlossen, bei der weiteren Berathung der Wahlagitation einniiithig mit allen Kräften nach dem festgelegten Plan zu arbeiten. ES wurde festgestellt, daß die Aussichten auf eine» günstigeil Wahlerfolg sehr groß sind. «• • Bei Schluß des BlattcS gingen uns noch zahlreiche Nachrichten über den schönen Verlauf d e r M a i f e i e r zu. Wir müssen lins begnügen, die einzelnen Orte kurz anzuführen: Ludwigs- Hafen a. Rh.(700 Thcilnehmer, Festredner Jaeckh), Weimar(4- bis 500 Theilnehmer, Festredner Bandert), Sigmaringen, St. Ludlvig im Elsaß, Badenstedt bei Hannover(150 Theilnehmer, Festredner Brey). Wolfenbüttcl(überfüllte Versammlung), Hildburghausen(Festredner Wehder), Sonnebcrg(Theilnehmer stärker als je zuvor), Frankenthal in der Rheinpfalz<6—800 Thcilnehmer. Lokal überfüllt, der Fcstzug war verboten worden), Limmer bei Hannover(6—800 Theilnehmer, Festredner Fr. Stein). Oesterreich. Dke Maifeier versief in ganz Oesterreich imposant. In Wien fanden am Vormittage des 1. Mai 53 Versammlungen statt. Am Nachmittage bewegte sich ein Ricsenzug in den Prater, von wo um 6 Uhr der Rückmarsch erfolgte. Es herrschte mnsterhaste Ordnung, da die Polizei das Terrain ganz den Parteiordncrn überließ. In B ö h m c n gestaltete sich die Maifeier zu einer gewaltigen und eindrucksvollen tundgebung für den Völkerfrieden gegen die Nationalitätenhetze.. Ungarn. Aus Basel wird uns geschrieben: Der Demonstrationszug durch die Stadt nach dem Feſtplage war ca. 3000 Mann start 28 Flaggen und Fahnen wurden im Zuge mitgeführt. Genosse Wullschleger hielt die Festrede. Frankreich. Durch den Wahlkampf ist die Maifeier in den Hintergrund getreten. Dennoch haben zahlreiche Versammlungen und Feste in Paris und in der Provinz, und zwar in vollster Ruhe stattgefunden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. sie ihr Amt ausüben sollen. und griff dann noch das Rechtsmittel der Revision und betonte, mit der gewöhnlichen Zeiten eine Besagung von ebenfalls 16000 Mann mit der In Bota im Torontaler Komitat hat anläßlich der Maifeier Angabe des Grundstücks, wo die Versammlung tagen sollte, sei dem Gendarmerie und mit 2500 Matrosen. In der Armee dient eine. ein blutiges Rentontre zwischen Arbeitern und Gendarmen statt- Verlangen des§ 1 nach einer Angabe des Ortes in der Bersammlungs- An- beträchtliche Anzahl Eingeborener. Es sollen etwa 100 000 Chinesen gefunden, da lettere den Umzug durch den Ort nicht gestatten meldung in genügender Weise nachgekommen worden. Und der§1 spreche auf den Inseln leben. Die eingeborene Bevölkerung ist sehr gemischt wollten. Drei Arbeiter wurden bei dem Zusammenstoß gemur von einem Orte, nicht von einem Raume. Der Straffenat und spricht etwa 15 Mundarten; die meiſten Einwohner gehören zur tödtet, acht schwer verlegt. des Kammergerichts wies aber die Revision mit folgender Begründung malaischen Rasse; auch die Negritos und Negrillos, die allmälig in AmeriSchweiz. zurück: Die Polizei und die richterlichen Vorinstanzen hätten den§ 1 ein Nomadenleben verdrängt wurden, sind zahlreich. bes Vereinsgefeges zutreffend ausgelegt. Der Polizei solle durch die Die Verwaltung der Inseln steht unter einem Generalgouverneur Anmeldung nicht nur die Möglichkeit gegeben werden, die Ver- und einem Generalkapitän, häufig sind beide Aemter vereint; die sammlung zu überwachen; sie solle auch in den Stand gefegt 43 Provinzen werden je nach ihrer Bedeutung von einem werden, nachzuprüfen, ob das Lokal nicht etwa baufällig oder feuer- Gouverneur, einem Alfalden oder Kommandanten verwaltet. Dem gefährlich sei oder sonstwie nicht den sicherheits- und gesundheits- Generalgouverneur steht ein Verwaltungsrath zur Seite, dessen Mitpolizeilichen Vorschriften entspreche. Darum sei die Dertlichkeit glieder von der Regierung ernannt werden. Es ist eine Art unverstets genau anzugeben, und in vorliegendem Falle hätte gesagt antwortliches Ministerium mit Abtheilungen für Finanzen, Marine, werden müssen, ob die Versammlung in der Scheune oder im Wohn- Generalfapitanat und Zivilverwaltung. Nur wenige Städte haben eine regelrechte Ortsverwaltung. Der vor zwei Jahren auf dem hause auf dem fraglichen Grundstücke abgehalten werden sollte. Luftbarkeitssteuer und Tyroler Sänger. Im Lotal des südlichen Theile der Insel Luzon ausgebrochene Aufstand ist unGastwirths Edwer in Düsseldorf gab am 12. April 1897 die Tyroler Streitig auf die spanische Mißwirthschaft zurückzuführen. Frühere Sängergesellschaft Blomes ein Konzert. Herr Edwer wurde des Erhebungen fanden 1812, 1823, 1841, 1848, 1852 und 1872 statt; wegen zur Luftbarkeitssteuer herangezogen. Nach vergeblichem Ein- in legterem Jahre wurde der Aufstand blutig unterdrückt. HauptSteuern der Aufstände sind die drückenden Die Spandauer Zimmerer haben, um den Unternehmern ihr spruch flagte er auf Aufhebung der Verfügung und machte ursachen der Aufstände bei weiteres Entgegenkommen zu zeigen und vor allem ihre diesjährige Interesse der Kunst obgewaltet und geltend, der Konzertveranstaltung habe ein höheres bie maßlose Herrschsucht der Geistlichkeit. Anstatt die freie EntLohnbewegung glücklich durchzuführen, die Forderung betr. frühere Düsseldorf schließe derartige Veranstaltungen die Steuerordnung für widelung der wirthschaftlichen Kräfte zu fördern, war Spanien bevon den Bestrebt, sich den Markt auf den Inseln ausschließlich zu sichern. Es Beendigung der Arbeit an Sonnabenden dahin abgeändert, steuerungen aus. Der Kläger berief sich auf Zeugnisse fandte, wie nach Kuba, seine Beamten nach den Inseln, wenn sie als daß an diesen Tagen zwar eine halbe Stunde früher Feier- hervorragender Musiker, so z. B. des Professors Ludwig v. Brenner Klienten der herrschenden Politiker geldbedürftig waren, und dieſe abend eintreten, dieselbe jedoch von den Meistern nicht bezahlt und eines Professors Buß, auf den ihn der Magistrat selbst verwiesen Beamten tödteten die Henne, welche die goldenen Eier legte. Die werden soll. Die Unternehmer Mehliz u. Stradharn haben nunmehr hatte. Der Herr bescheinigte, daß er die Sängergesellschaft auf ihre Stopfsteuer, der tributo, betrug zuerst mur i Duro( 4 M.), dann stieg die Forderungen der Gesellen bewilligt und ist dort der Streik be- Leistungen geprüft habe und zu der Ueberzeugung gekommen sei, es er allmälig bis auf 12 Duro( nach heutigem Silberwerth etwa endet. Dagegen haben die Zimmerer der Firma Sambach u. wäre ihren gefangstechnischen Leistungen ein künstlerischer Werth bei- 24 M.), was für eine sorglose tropische Bevölkerung schwer aufSohn die Arbeit neuerdings niedergelegt, da dort ihre Forderungen zumeffen. Dennoch wies der Bezirksausschuß die Klage als unbe- zubringen ist; dazu kommen die von den Eingeborenen zu leiſtenden nicht bewilligt worden sind. Die Herren suchen jetzt durch Inserat gründet ab und führte aus: Darüber, ob die Leistungen der Tyroler Arbeitstage, die sie ungerne bieten, da sie in einer verschwenderischen Zimmerer, we I che nicht dem Verbande angehören; Sänger objektiv einen Kunstwerth gehabt hätten, wolle er nicht Natur nicht an eine ordentliche Arbeit gewohnt sind. Die Schwierigwie es scheint, haben dieselben aber hiermit kein Glüd. Bei dem entscheiden, denn darauf komme es nicht an. Maßgebend sei feiten der Steuereintreibung sind so groß geworden, daß es nothZimmermeister Bathge dauert der Streit fort. Zuzug von leblich die Absicht des Veranstalters, und die sei hier thut, die cabezas aufzubieten; sie flüchten sich in die Berge, wenn Zimmerern nach Spandau ist nach wie vor fern zu halten. gewesen, das Publikum zu unterhalten, nicht ihm einen In Bernau haben die Arbeiter der Bigarrenfabrit Stopper's höheren Kunstgenuß zu bieten. Das Ober- Verwaltungsgericht hob Der Handel war im Jahre 1851 nicht viel weiter als bis auf Nachfolger wegen Maßregelung eines ihrer Kollegen die Arbeit jedoch diese Entscheidung auf und stellte den Kläger von der Luftbar 7.4 Mill. Duros in der Ausfuhr und Einfuhr zusammen gelangt. niedergelegt. teitssteuer wegen des Konzehrenser Tyroler Sänger frei. Die Erst die Eröffnung des Suezkanals brachte einen lebhafteren AufAnsicht des Bezirksausschusses Set irrig. Nicht die Absicht sei schwung: Ausfuhr 28, Einfuhr 231/2 Mill., zusammen 51%, Mill. Die Maurer befinden sich in der Provinz Brandenburg maßgebend, sondern die Thatsache, daß ein höheres Interesse Dann kam bis 1889 ein Stillstand, worauf der Gesammthandel bis in folgenden Orten im Streit: In Sonnenburg fordern der Kunst vorliege. Ein solches tönne vorhanden sein, selbst 1892 zwischen 55 und 56 Mill. schwankte, um 1893 auf 62-63 Min. fie 10stündige Arbeitszeit und 25 Pf. Lohn pro Stunde. 8wei wenn mit der fraglichen Veranstaltung bezwedt werde, nur zu zu steigen. In Ermangelung amtlicher Angaben nimmt man für Arbeitgeber haben die Forderung bewilligt. Bei den übrigen drei unterhalten. Und hier sei durch die Gutachten der Sachverständigen die legten Jahre einen Gesammthandel von etwa 250 Mill. Mart, befinden sich die Arbeiter im Streit. In Heegermühle legten festgestellt, daß es vorgelegen habe. den Duro zum vollen Werthe von 4 M. gerechnet, an, was für eine am 2. Mai sämmtliche Maurer die Arbeit nieder. Sie fordern Bir erhalten folgende Zuschrift: In Nr. 100 des Bevölkerung von beinahe 9 Millionen als gering zu betrachten ist. 37 Pf. Lohn, beſſere Buden und Aborte. Drei Arbeitgeber bewilligten orwärts" ist unter" Gerichts- Beitung" ein Bericht über die Der Handel Spaniens mit den Philippinen wird für 1895 auf 24,9 Millionen Pesetas Einfuhr von den Inseln und 25,7 Mill. Ausfuhr Schwurgerichts- Verhandlung bezüglich des Arbeiters Stege nach dort geschäzt. Am selben Tage traten die Maurer in Lübbenau in Streit, mann gebracht worden. Da dieser Bericht unrichtigkeiten ent- Die ausgeführten Mengen der Hauptwaaren: Abaca, eine geda eine gütliche Verhandlung von den Meistern zurückgewiesen wurde. hält, welche ein falsches Licht auf den Todtengräber der Ihre Forderungen sind zehnstündige Arbeitszeit, 30 Pf. Stunden- Freireligiösen Gemeinde werfen fönnen, so übersende ich als schäzte Art Aloëhanf für Seile, 1 700 000 Piculs( zu 62 Kilogramm), lohn und Auszahlung des Lohnes auf der Arbeitsstelle. Sonnabends Vorsitzender der Gemeinde und als Zeuge in dem Prozesse hiermit 162 000 Bigarren, 600 000 Piculs Koprah, sehr gering; dazu kommen 3 700 000 Picula Buder, 125 000 Zentner Tabak in Blättern, eine Stunde früher Feierabend, Baubuden und Aborte, welche hier eine Gutgegnung, um deren Aufnahme ich bitte. Die Mittheilung ist 162 000 Bigarren, 600 000 Piculs Koprah, sehr gering; dazu kommen bis jetzt unbekannte Dinge find. Desgleichen traten die Maurer in irrig, daß der Angeklagte Stegemann in dem Trier'schen Prozesse für Häute, obschon die Pflanzenwirthschaft und die Viehzucht ganz ur 3300 Piculs Kaffee und eine ungefähr gleiche Gewichtsmenge O. beträchtliche Ergebnisse haben tönnten. Neufalz a. D. in den Streik. Die Maurer Berlins und der nur in einem nebensächlichen Buntte falsch ausgesagt habe; er hat für Häute, obschon die Pflanzenwirthschaft und die Viehzucht ganz Der Tabat ist mit einer Provinz Brandenburg mögen von Obigem Notiz nehmen und den vielmehr in zwei wichtigen Punkten die unwahrheit gesagt. Ausfuhrsteuer belastet. Gold findet sich in abbaufähigen Verhält Zuzug nach diesen Orten fernhalten. Er hat bestritten: 1. daß er von Trier Geld erhalten hätte, nissen auf Luzon, wird aber wenig und schlecht gegraben. Auf Die Agitationskommission der Provinz Brandenburg. 2. daß er Trier nach dem Vorfall auf dem freireligiösen Begräbniß Mindoro ist Kupfer, in Samar, Cebu, Mindanao und Batan iſt J. A.: H. Silberschmidt, Frankenſtr. 83. platz wieder gesprochen habe. Der Widerspruch in den Aussagen des Lohnbewegungen der Bauhandwerker. In Mühlhausen Strauſe und Trier lag darin, daß ersterer behauptete, dem Trier Steinkohle in Flözen vorhanden, die bis 7 und 8 Meter dicht sind. In den Häfen Manila, Floils und Cebu liefen 1895 304 Schiffe mit haben die Maurer befchloffen, den Streit, der jetzt 10 Wochen an- Ruhe geboten und ihn wiederholt aufgefordert habe, den Begräbniß- 425 025 Tonnen aus. Auf den Inseln find 1100 Meter Telegraphenhält, bedingungslos zu beenden. In Raffel hatten die Zimmerer plaz zu verlassen, während Trier und auch Stegemann behaupteten, linien und nur 110 Kilometer Eisenbahn angelegt. Fürwahr, so das Gewerbegericht als Ginigungsamt angerufen, ihr Vorschlag Krause habe nur gesagt:" Sie verlassen sofort den Plaz, eins, zwei, elend ist keine tropische Kolonie von einer europäischen Befizmacht wurde jedoch von den Unternehmern abgelehnt. In Stuttgart drei!" Die Glaubwürdigkeit des Trier wurde wegen dessen Vorstrafen verwerthet worden. ist der Streit der Stuckateure zu ungunsten der Arbeiter beendet. vom Staatsanwalt und dem Vorsitzenden des Schwurgerichts an- Nachrichten aus St. Jago de Cuba zufolge hat dort eine In Essen traten am 2. Mai die Maurer in den Ausstand. Die gezweifelt. Der Vertheidiger hat übrigens ausdrücklich die Krause'sche Schredensherrschaft begonnen. Alle waffenfähigen Männer sollen zu Unternehmer hatten die Vorschläge der Lohnkommission mit einer Aussage für vollständig glaubwürdig erklärt und nur entgegen dem Kriegsdiensten gezwungen und alle Lebensmittel für das Militär in Lohnreduktion von 2 bis 3 Pf. pro Stunde beantwortet. Staatsanwalt die Freisprechung beantragt, weil Stegemann wohl Zum Stand des Drechslerstreiks in Schweidnitz in der ohne besondere Aufmerksamkeit dem Vorgange auf dem Begräbniß- Anspruch genommen sein. Der englische Konsul daselbst wurde wegen Das New Yorker Blatt„ The Journal" erhielt aus dem Lager Roithner'schen Spielwaarenfabrik wird uns geschrieben: Bis jetzt plage gefolgt fei und daher angenommen werden könnte, daß er seiner ameritafreundlichen Haltung vom Pöbel ernsthaft bedroht. befinden sich noch fämmtliche Drechsler im Ausstand. Herr Roithner nur eine Aufforderung des Krause gehört habe. des Insurgentenführers Gomez in der Provinz Santa Clara eine hat vergebens versucht, Streifbrecher aus Breslau zu werben. Nun Depesche vom 29. April, in welcher es heißt, der amerikanische will er das Feld seiner Thätigkeit nach Berlin verlegen, um dort Lieutenant Whitney sei in der Nacht zum 28. im Lager angekommen. Streitbrecher anzuwerben. Die Schweidniger Arbeiter erwarten, daß Derselbe hätte vom Oberstkommandirenden der amerikanischen fich die Berliner genau so ablehnend verhalten, wie die Breslauer Armee, General Miles, an Gomez die Anweisung überbracht, die Drechsler, damit den Ausständigen der Sieg nicht streitig gemacht fubanische Insurgenten- Armee nach einem Punkte hin wird. zu dirigiren, wo sie sich mit den von den Vereinigten Staaten ausgerüsteten Truppen unter General Nunez vereinigen tönnte. Man glaube, daß es sich um einen Punkt an der Nordküste Kuba's handle. Sobald Matanzas genommen, würde es als Stützpunkt für die Operationen dienen. Die Einschließung von Havana würde dann folpen. die Forderung fofort. Ergebenst: Friederici Der Krieg. Auf den Philippinen fiel der erste schwere Schlag gegen Spanien. Die spanische Flotte im Stillen Ozean hat, von fleinen Resten abgesehen, aufgehört zu egistiren. Die amerikanischen KriegsAchtung, Stereotypeure und Galvanoplastiker! Bei der schiffe können nun jede Zufuhr nach der Inselgruppe absperren, sie Firma Zierow u. Meusch, Leipzig, Seeburgstraße, find Differenzen tönnen sich den so dringend gewünschten Flottenstüßpunkt in dem ausgebrochen. Bei Konditionsangeboten wolle man sich vorher er- großen Meere zwischen ihrer Westküste und der Ostküste Aftens fundigen beim Vorsitzenden Ed. Baffe, Steinstr. 46. Alle arbeiter- chaffen. Bald dürften die spanischen Befagungen den Amerikanern das Feld auf der reichen Inselgruppe ganz räumen. freundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Ziegler in Eilenburg befinden sich, wie uns berichtet wird, im Ausstand. " = Bei der Junta der Rebellen in Hongtong eingegangene Briefe Der Washingtoner Korrespondent des Journal" erfährt, das versichern, daß die Insurgenten durch Besetzung aller Höhen in der Brad der„ Maine" sei von den spanischen Behörden zerstört Umgebung von Manila in einem Umkreise von 10 bis 20 Meilen worden; man nehme an, es sei dies geschehen, um die Hebung des Die Vereinigten Gewerkschaften Stuttgarts haben in voriger und durch Mitwirkung der Amerikaner die Stadt durch Hunger Wracks durch die Vereinigten Staaten im Falle der Einnahme Havana's Woche ihren Umzug aus dem feitherigen Lokal, Gasthaus Zum in 14 Tagen bezwingen könnten. Diese Angabe wird durch Briefe zu verhindern. Hirsch", in das von ihnen käuflich erworbene neue Heim: Stutt englischer Anfässiger bestätigt. Man glaubt, die Amerikaner werden Aus Brüssel liegen die folgenden auf den Krieg bezüglichen garter Gewerkschaftshaus( Gasthaus„ Zum goldenen Bären") zum Zwede der Besetzung des Hafens bei Manila mit den Auf- Meldungen vor: Eßlingerstr. 17/19, bewerkstelligt. Das neue Gewerkschaftshaus, in ständischen zusammenwirken als Basis für eine längere Belagerung Alle verfügbaren Kohlenvorräthe in den belgischen Kohlen Mitte der Stadt und in nächster Nähe des Bahnhofs gelegen, ist der Stadt. Sie würden dann das spanische Geschwader zum Kampfe distrikten werden von spanischen Agenten aufgekauft. Gegenwärtig durch umfassenden Umbau, durch welchen der Gesammtwerth des zwingen tönnen. Der englische Konsul in Manila hat telegraphisch schweben zwischen den Mächten Unterhandlungen wegen Errichtung ganzen Anwesens auf über 300 000 M. gestiegen ist, den modernen die Sendung des Kreuzers Edgar" verlangt, da man Unruhen in eines ständigen internationalen Prisengerichts in Brüssel. Berhältnissen entsprechend eingerichtet worden. Die reisenden Gewert der Stadt befürchte. Weitere Depeschen melden: schaftsmitglieder werden von den neuzeitlichen Einrichtungen der Her- Die spanischen Blätter nennen den gestrigen Tag einen traurigen, Newhort, 2. Mai. Einer Privatdepesche aus Hongkong zus berge voll befriedigt sein und werden gebeten, von dem Adressen- aber ruhmvollen; sie rathen an, die Ruhe und das Vertrauen folge hat die Beschießung von Manila bereits begonnen. Die Bewechsel Notiz zu nehmen. zu bewahren, daß den spanischen Waffen demnächst Triumphe be- wohner seien auf das Land geflohen; auch die Telegraphisten vom Die Feilenhauer Nürnberg8 und Fürths sind in eine Lohn- chieden sein werden. Bureau der Kabel- Gesellschaft, welches inmitten der Forts liegt, bewegung eingetreten. Sie fordern 9stündige Arbeitszeit und 25 pet. Einem Telegramm des Madrider Blattes, Liberal" aus Manila hatten sich geflüchtet. Lohnzuschlag für Ueberstunden. Bei Nichtbewilligung soll zum Streit zufolge erklärte der Kontre- Admiral Montoja, das spanische GeMadrid, 2. Mai. Eine amtliche Depesche aus Habana meldet, gegriffen werden. schwader sei vollständig verloren. Der englische Konful habe, wie daß ein amerikanisches Panzerschiff und drei kleine Schiffe an der das Telegramm weiter meldet, mit dem amerikanischen Geschwader- Küste bei Herradura einen Landungsversuch gemacht hättee. chef konferirt, den Inhalt des Gespräches tenne man nicht. Der Spanier hätten die Schiffe beschossen, die Amerikaner das Feuer erFeind habe sich vor Manila festgelegt und schreite zur Blokade. widert. Sodann hätten sich die Schiffe außer Schweite zurückDie Bevölkerung verlasse die Stadt. Man befürchte, daß gezogen. das Bombardement auf Manila demnächst eröffnet werden wird. Ausland. Das Komitee der Holzarbeiter in Trient hatte den Unternehmern ein Ultimatum unterbreitet, daß, falls innerhalb 8 Tagen der Zehnstundentag nicht bewilligt sei, die Arbeiter in den Streit eintreten würden. Die Unternehmer haben abgelehnt, so daß der Ausstand unausbleiblich sein dürfte. Gerichts- Beitung. Der Kölnischen Beitung" wird aus Madrid vom heutigen Tage telegraphirt: Nach der Berstörung der spanischen Schiffe anterte das amerikanische Geschwader vor Manila und schickt sich an, die Stadt zu beschießen. Der Verlust auf spanischer Seite beträgt etwa 400 Personen mit Einschluß derer, die in Cavite umtamen, welches bombardirt wurde. Einige Angaben über die Philippinen werden im gegenwärtigen Augenblicke nicht unerwünscht sein. Letzte Nachrichten und Depeschen. Budapest, 2. Mai. Aus Groß- Beestere! wird gemeldet: In der Gemeide Bota find Unruhen ausgebrochen, Militär und Gendarmerie mußten ausrüden. Es fand ein Busammenstoß statt, bei dem sechs Personen getödtet und viele verwundet wurden. Stockholm, 2. Mai.( W. T. B.) Die Zahl der Dampfschiffe, welche auf der Route Saßniz- Trelleborg zwischen Deutschland und Schweden verkehren, ist seit gestern verdoppelt worden. Es werden jegt täglich nach beiden Richtungen im Anschluß an die Schnellzüge von und nach Berlin zwei Schiffe abgelassen. Stockholm, 2. Mai.( W. K. B.) Der König hat das vom nor wegischen Storthing vom 21. April angenommene Gesez fanttionirt, durch welches das allgemeine Stimmrecht zu den Storthingwahlen den Männern von 25 Jahren ab gewährt wird. Eine wichtige Entscheidung, welche die Anmeldungen von Bersammlungen betrifft, hat das Kammergericht gefällt. Von einem Herrn Ehlers war in einem Orte bei Perleberg eine Die Nachricht von dem amerikanischen Siege bei Manila ist in Versammlung einberufen und bei der Ortspolizeibehörde an- Washington mit Begeisterung aufgenommen worden. Der Präfident gemeldet worden; der Amtsvorsteher hatte dem Einberufer jedoch die und die Mitglieder des Kabinets äußerten sich sehr befriedigt, im§ 1 des Vereinsgefeges vorgeschriebene schriftliche Bescheinigung lehnten es aber ab, sich in eine Besprechung der Nachricht einzulassen. nicht ausgestellt, weil ihm die Orisangabe nicht genügte. Als Ort der Einige Beamte des Marinedepartements sollen ihre Meinung dahin Versammlung war das Grundstück eines Landwirths angegeben geäußert haben, fie glaubten, daß diefer Sieg zur Beendigung des worden. Man beabsichtigte erst die Scheune zu benußen, die Ver- Krieges führen werde, ohne daß es zu einem weiteren Seegefecht sammlungstheilnehmer fanden sich dann aber im Haufe des Be- von Bedeutung täme. sizers ein. Der Einberufer erhielt ein Strafmandat wegen VerRavenna, 2. Mai.( W. T. B.) In Bagnacavallo fanden heute Unruhen statt. Während eine Abordnung der Ruhestörer mit gehens gegen den§ 1 des Vereinsgesetzes. Zur Begründung der Strafe wurde geltend gemacht, die Versammlung sei zwar recht Diese Inseln, die in gerader nord- südlicher Nichtung zwischen dem Bürgermeister eine Besprechung hatte, bersuchten jene einen Anzeitig angemeldet worden, indessen habe der Einberufer nicht die Formosa und Borneo und den Molukten liegen, bebeden, wenn man griff auf das Bürgermeistergebäude, wobei sie zwei Bolizisten mit Vorschrift des§ 1 richtig befolgt, wonach bei der Anmeldung der den Sulu- Archipel mitrechnet, eine Oberfläche von 296 182 Quadrat- Steinmürfen verwundeten. Das Militär gab einige blinde Schüsse Ort der Versammlung anzugeben sei. Zur Ortsangabe im Sinne filometern, also etwas mehr als das Königreich Italien und etwas ab; als hierauf die Unruhen fortdauerten, gab die Truppe Feuer, des§ 1 des Vereinsgesetzes gehöre nicht nur die Angabe des Grund- weniger als die Länder der österreichischen Krone. Die Zahl der wodurch 5 Personen schwer verletzt wurden. Militärische Verstär stücks, sondern die der Oertlichkeit im engeren Inseln beträgt über 1200, von denen Luzon( 105 919 Quadratkilo- tungen sind eingetroffen. die Sinne, des Versammlungs ra um es oder der Ver- meter) und Mindanoo( 96 310 Quadratkilometer) allein einen größern Ravenna, 2. Mai.( W. T. B.) Bei dem in Bagnacavello stattfammlungs ft e Ile. Da diese genauere Bestimmung gefehlt habe, Umfang haben. Die Küsten der Inseln sind reich an Buchten mit gehabten Zusammenstoß der Ruhestörer mit der bewaffneten Macht so seien die Vorschriften des§ 1 nicht erfüllt gewesen und guten Anfergründen. Die Bevölkerung wird mit Einschluß von Heer sind aus der ersteren drei getödtet und, wie gemeldet, mehrere verdie Anmeldung sei, weil nicht vorschriftsmäßig, als nichtig und Marine auf 7 670 000 Einwohner geschätzt. Manila, die auf wundet worden. Auch auf Seite der bewaffneten Macht wurde ein anzusehen. Das Schöffengericht in Perleberg und die Straf- Luzon gelegene Hauptstadt, hatte bei der legten Volkszählung 1887 Mann verwundet. Tammer in Neu- Ruppin, die sich auf das Verlangen des Angeklagten 154 062 Einwohner, Loaag 30 642, 2ipa 43 408, Banang 35 598 und Washington, 2. Mai.( W. T. B.) Der Finanzausschuß des mit der Angelegenheit beschäftigten, waren derselben Meinung und Batajagas 35 587. Nach späteren Schäßungen betrug die Zahl der Senats beschloß im Prinzip, die in der Kriegskostenbill enthaltene beließen es bei der Ehlers auferlegten Geldstrafe. Der Angeklagte er- Bevölkerung etwa 8 800 000, darunter etwa 16000 Europäer, und in Bestimmung, betr. die Erhöhung des Tonnengeldes, zu streichen. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Nr. 102. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 81. Gigung. Montag, 2. Mai 1898. 1 hr. Am Tische des Bundesraths: Graf b. Posadowsky, Nieberding. Ferner liegt ein Antrag Bedh( frf. Bp.) vor zu§ 49 a der Zivilprozeß- Ordnung, der von der Parteifähigkeit handelt und vor schreibt, daß ein Verein, der nicht rechtsfähig ist, verklagt werden tann. Er verlangt, daß einfach gesagt werde: " Parteifähig ist auch ein nicht rechtsfähiger Verein." Abg. Beckh( frf. Bp.) begründet seinen Antrag. Den Vereinen Die auf der internationalen Sanitätstonferenz werde damit das volle Prozeßrecht verliehen, nicht blos die passive zu Paris am 3. April 1894 und zu Venedig am 19. März d. J. Rechtsfähigkeit, welche die Vorlage ihnen zugestehen wolle. getroffene lebereinkunft wird debattelos in erster und zweiter Lesung Staatssekretär Nieberding erklärt sich gegen diesen Antrag. genehmigt. Der Antrag Bech wird hierauf abgelehnt und§ 49 a unver ändert angenommen. Die Novelle zum Gesez über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden, wird in dritter Lesung angenommen. Ebenso der von dem Abg. Dr. Bachem eingebrachte Gesetz entwurf betr. Abänderung des Bolltarifs für Rohseide. Die Novelle zur Kontursordnung wird darauf auf Antrag des Abg. Dr. Rintelen( 3.) wie in zweiter Lesung en bloc auch in dritter Lesung angenommen. Es folgen Berichte ber Wahrung ommiffione ferbe beantragt die Wahl des Reichmuth( Rp.) ersten Wahlkreis von Sachsen- Weimar für ungiltig zu ertlären. Das Haus beschließt demgemäß. Ebenso wird die Wahl des Abg. März( natl.) für ungiftig erklärt, nachdem Abg. Bassermann erklärt hat, daß seine Partei mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses und die eingehende Diskussion über die Materie im badischen Landtag auf eine nochmalige Diskussion verzichte. 3 Die Wahl des Abg. Schulz Berlin( frs. Bp.) wird für giltig crflärt. Es folgt die zweite Berathung der Novelle zum Gerichts verfassungs- Gesez, der Strafprozeß- Ordnung und der Bivil prozeß Ordnung. Abg. v. Dziembowski- Pomian( Bole) beantragt im§ 13, der nach den Beschlüssen der Kommission unverändert bleiben soll, als neuen Absatz aufzunehmen: ,, Vor die ordentlichen Gerichte gehören alle Streitigkeiten über Ansprüche gegen die Hinterlegungsstellen." Geheimrath Vierhaus bittet, diese Aenderung abzulehnen. Ferner beantragt Abg. Stadthagen( S03): Wegen der bes sonderen Eigenschaft einer der Parteien darf die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten weder ausgeschlossen noch an besondere Bedingungen geknüpft werden. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrages soll§ 13 folgenden Busaz erhalten:" Die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten über Nechte aus einem Arbeits: vertrage einschließlich des Gesindevertrages darf durch Landesgesetze weder ausgeschlossen noch an besondere Bedingungen geknüpft werden. Abg. Stadthagen( Soz.): Es ist verwunderlich, daß noch immer nicht der Grundsatz festgelegt ist, daß es der Landesgesetzgebung nicht überlassen bleiben darf, gewisse Rechtsstreitigkeiten den bürgerlichen Gerichtshöfen zu entziehen und sie an andere Behörden( Polizei 2c.) zu überweisen. Das ist lediglich durch die Reichsgefezgebung zuläffig. Bei dem heutigen Stande unserer Kultur scheint es ungeheuerlich, daß irgend eine Landesgesetzgebung daher kommt, um Rechts- Ansprüche der Bürger an irgend welche andere Stelle zu überweisen. Es muß also in das Gesetz nothwendigerweise eine Aenderung eingefügt werden, dahin gehend gehend, daß für Streitigkeiten über Rechtsverhältnisse, die dem Gebiete des Bürgerlichen Gesetz buches angehören und für die nicht Vorschriften der Landesgesetzgebung vorbehalten sind, die Zulässigkeit des Rechtsweges nicht durch die Landesgesetzgebung ausgeschlossen werden darf. Wenn der preußische Landtag über den Rechtsweg zu ent scheiden hat, so werden ganz zweifellos die Rechtsansprüche der Arbeiter und des Gesindes an die Polizeibehörden, statt an die ordentlichen Gerichte, verwiesen werden. Also wenn Sie schon dem von nationalliberaler Seite früher gestellten Antrag, den Rechtsveg überhaupt in das Gesetz einzufügen, nicht an nehmen wollen, fo bitte ich Sie jedenfalls, um der Willfür reaktionärer Einzelgesetzgebungen vorzubeugen, meinem von mir soeben eingebrachten Anfrage zuzustimmen. Staatssekretär Nieberding: Wenn Sie die vorliegende Gesetz novelle überhaupt noch in dieser Session zu Ende bringen wollen, fo wird es sich empfehlen, von sämmtlichen Anträgen, die noch nicht in der Kommissionsberathung erörtert sind, abzusehen. Den Standpunkt der Regierungen zu dem vorliegenden Antrage darzulegen bin ich noch nicht in der Lage. Jedenfalls bestreite ich, daß die Befürchtung berechtigt ist, die preußische Landesregierung werde befonders reaktionäre Bestimmungen treffen. Dienflag, 3. Mai 1898. neu. Daß Dr. Arons eine verbrecherische Handlung begangen oder ge plant hätte, ist mir nicht bekannt geworden. Wenn ein Privatdozent als Mensch, ohne daß ein Verbrechen vorliegt, sich so verhält, daß dies Verhalten der Fakultät mit seiner Stellung als Privatdozent unvereinbar er scheint, fann höchstens die Fakultät dagegen einschreiten. Das Urtheil der Fakultät ist als eine Art ehrengerichtliches Urtheil anzusehen und in gewiffem Sinne als solches von größerer Bedeutung als ein richterliches Erkenntniß. Das Gesetz ist nach allem überflüssig und schädlich und höchstens denjenigen erwünscht, die auch für neue Sozialistengesetze schwärmen.( Beifall links.) Regierungskommissar Geh. Rath Althoff protestirt gegen die In§ 106 beantragt Abg. Dr. v. Dz tembowst Bomian Auffassung des Vorredners, daß die Vorlage eine Verlegenheits( Bole), den§ 2 wie folgt zu faffen: Vorlage des Kultusministeriums sei. Die Berantwortung trage Ausländer haben auf das Armenrecht nur insoweit Anspruch, ausschließlich der Kultusminister, hinter dem das Staatsministerium als sie Lohnforderungen verfolgen, sowie wenn die Gegenseitigkeit stehe. Auch die Anknüpfung an den Fall Arons sei unzutreffend. Die verbürgt ist. Frage schwebe seit 20 Jahren; ihre Erledigung wurde gerade von Geheimrath v. Seckendorff bemängelt den Ausdrud„ Lohn- der Universität Berlin verlangt, das muß auch Herrn Virchow be forderungen", der unklar sei. Der Herr Antragsteller habe außerdem fannt sein und es ist daher zu verwundern, daß er behauptete, es wohl übersehen, daß durch einen erst im vorigen Jahre vom Reichen feieren, fint of an estimmungen gelten fängst für die Protag genehmigten internationalen Vertrag sämmtlichen ohne zu Klagen Anlaß gegeben zu haben. Staaten Europa's mit Ausnahme Englands diese Materie ganz Abg. Dr. Borsch( 3) hat kein Bedenken gegen die Vorlage, in seinem Sinne geregelt wurde. Ein praktisches Bedüfniß für den die man eher ein Gesetz zum Schutze der Privatdozenten nennen vorliegenden Antrag liege daher nicht vor.ll tönnte. Heute find wohl Maßregeln gegen die Privatdozenten Der Antrag wird hierauf abgelehnt. möglich, die fünftig durch die Vorlage verhindert werden. Mit der -OF§ 143 handelt von den Beschränkungen, die Parteien, Bevoll- Freiheit der Wissenschaft hat die ganze Vorlage nichts zu thun. Ob der mächtigten und Beiständen rücksichtlich der Vertrages auferlegt Fall Arons den Anlaß zur Vorlage geboten, ist gleichgiltig, auf die werden fönnen, sowie von der Zurückweisung von Bevollmächtigten Einzelbestimmungen der Vorlage hat er einen Einfluß nicht und Beiständen, die die Vertretung gewerbsmäßig betreiben. geübt. Einige Bestimmungen der Vorlage seien ja etwas Nach der Vorlage sollen diese Vorschriften auf Rechtsanwälte, allgemein gehalten, allein das sei bei Disziplinarbestimmungen diejenigen über die Zurückweisung auch auf alle die, denen das nicht zu vermeiden; fie finden fich in gleicher Form mündliche Verhandeln vor Gericht durch eine seitens der Polizei- auch in anderen gesetzlichen Bestimmungen, so z. B. in der Rechtsberwaltung getroffene Anordnung gestattet ist, teine Anwendung anwalts- Ordnung. finden. Abg. Beckh beantragt, die ersten beiden Absätze des§ 143 so zu fassen: Das Gericht kann Parteien, Bevollmächtigten und Beiständen, denen die Fähigkeit zum geeigneten Vertrage mangelt, den weiteren Vertrag untersagen. Eine Anfechtung dieser Anordnung findet nicht statt. Das Gericht fann Bevollmächtigte und Beistände, welche das mündliche Verfahren vor Gericht geschäftsmäßig betreiben, zurückweisen. Gegen diese Anordnung, welche durch Beschluß zu Protokoll niederzulegen ist, greift das Rechtsmittel der Beschwerde Plaß. Abg. Träger( frs. Vp.) erklärt, daß der Abg. Beckh nur für seine Person gesprochen habe. Seine übrigen Parteigenossen seien mit ihm der Ansicht, daß die Vorlage auch im Interesse der Rechtsanwälte alle Garantien biete, die er verlangen fönne. Abg. Schmidt- Warburg( 8.) beantragt, der Vorlage noch folgenden Zusatz zu geben: Solche Anordnung soll nur dann getroffen werden, wenn wegen Mangels einer genügenden Anzahl von Rechtsanwälten an dem Orte des Gerichts ein Bedürfniß hierzu vorliegt." Kultusminister Dr. Boffe betont, daß das Bedürfniß für die Vorlage feit 20 Jahren auch von Freunden des Abg. Virchow an erkannt sei. Das Disziplinarrecht sei mit allen erforderlichen Garantien für den Beschuldigten umgeben. Abg. Brömel( fr. Vg.) anerkennt, daß die rechtliche Stellung der Brivatdozenten eine prefäre sei, allein das rechtfertige noch nicht die Unterstellung unter das Gesetz von 1852. Abg. Dr. Jrmer( f.). Die Vorlage sei nichts als eine Ver beugung gegen die Berliner Universität, die mit ihren Wünschen vom Jahre 1878 der Zeit um 20 Jahre vorausgeeilt war. Der§ 1 wird mit dem Antrage Kirsch angenommen. Hierauf wird zunächst der§ 5a debattirt, der das Verfahren vor der Fakultät regelt und namentlich eine mündliche Verhandlung vorschreibt. Abg. Dr. v. Cunh( natt.) hat hierzu beantragt, einen neuen § 5a einzufügen, wonach das Ober- Verwaltungsgericht als Berufungsinstanz eingesetzt wird. Minister Bosse hält die Kommissionsbeschlüsse für zweckmäßiger als den Antrag Cuny. Es liege hier einer der Punkte vor, die das Zustandekommen des Gesetzes erschweren. Das Gesetz von 1852 habe Abg. Dr. Stephan( 3.) empfielt den Antrag Schmidt- Warburg. sich in der Praxis ganz gut bewährt und die frühere Abneigung Das Rechtstonfulententhum begegne in vielen Kreisen mit recht lebhaften gegen das Staatsministerium als Berufungsinstanz ist geschwunden Bedenken, in vielen Orten feien auch Rechtsanwälte in genügender und die Beamten, die vor dem Staatsministerium Recht gesucht. Zahl vorhanden, so daß kein Bedürfniß für Rechtskonsulenten vor- haben, sind dabei gut fortgekommen. Dem Ober- Verwaltungsgericht liege. Wenn einmal ein Rechtskonsulent von einem Amtsgericht fehlt diejenige Fühlung mit dem Beamten, die das Staatszugelassen ist, so würde das zur Folge haben, daß sich dort fein ministerium durch den Ressortminister besitzt. Um das Zustandes Rechtsanwalt mehr niederlaffen kann und das wäre zu bedauern. kommen des Gesetzes zu ermöglichen, das überall gewünscht wird, Abg. Dziembowsky- Pomian beantragt die in der Regierungs- bittet der Minister, den Antrag Cunh abzulehnen. vorlage vorgesehene Aenderung des bisherigen Zustandes wieder zu streichen. Abg Gamp( Rp.) tritt für die erweiterte Zulassung der Rechtstonfulenten ein. Staatssekretär Nieberding hält die Besorgniß, die einzelne Redner wegen der erweiterten Zulaffung der Rechtskonsulenten ausgesprochen haben, weder in dem Wortlaut der Vorlage noch in der von der Regierung beigegebenen Begründung für hinreichend begründet. Abg. Brömel( frf. Vg.) empfiehlt den Antrag Cunh. Unsere Zeit zeige so schroffe politische Gegenfäße, daß das Staatsministerium feine unpolitische und unparteiische Instanz sei, das beweise ja gerade der Fall Arons. Abg. Dr. Jrmer( f.): Die fehr wichtige Frage, ob Staatsministerium oder Ober- Verwaltungsgericht als Berufungsinstanz ge= eigneter sei, hier bei diesem ziemlich unwichtigen Gesetz zu regeln, scheint nicht zweckmäßig. Er bittet alle zum§ 5 und 5a ges stellten Anträge abzulehnen und es bei den Kommissionsbeschlüssen zu Abg. Stadthagen( Soz.): Wir sind gegen die Anträge und belassen. gegen den Vorschlag der Regierung, denn die von uns in der Abg. Dr. Porsch( 3.) erklärt, daß ein erheblicher Theil seiner Stommission gestellten Anträge gingen dahin, den ersten Absatz, der politischen Freunde in zweiter Lesung für das Ober- Verwaltungsgericht es zuläßt, den Parteien den Vortrag zu unterfagen, zu streichen, und stimmen werden; sie behalten sich, nach den Erklärungen des Ministers, ferner die Befugniß des Gerichts zu streichen, diejenigen, die ihr ihre Stellungnahme für die dritte Lesung vor. Gewerbe betreiben, zurückweisen zu dürfen. Statt dessen haben wir Abg. Dr. Oswalt( natl.) hält nicht für wahrscheinlich, daß die verlangt, es solle nur dann eine Zurüdweisung stattfinden dürfen, Vorlage an der Instanzfrage scheitern werde. Das Oberwenn Thatsachen vorliegen, aus denen die Unzuverlässigkeit des Verwaltungsgericht wirte ja bereits als Disziplinargericht auch Gewerbetreibenden bezüglich seines Gewerbebetriebes hervorgeht. jetzt schon. Diese Anträge habe ich nicht wiederholt, weil ich der Ueber- Abg. v. Voß( frt.) führt aus, daß die Verhältnisse der PrivatAbg. Dr. Rintelen( 8.) erklärt sich gegen beide Abänderungs- zeugung bin, daß Aussicht auf Annahme nicht vorhanden ist. dozenten gerade so eigenartige find, daß für sie das Staatsministerium anträge. Unseren Anträgen müßte ja jeder zustimmen, der nicht viel günstiger als Berufungsinstanz wirken wird, als das OberAbg. Stadthagen( Soz.): Das Bürgerliche Gesetzbuch ist doch wünscht, daß die Rechtsprechung nur von Bunftrichtern Verwaltungsgericht. gerade zu dem Zwede geschaffen, um die Willtür der Einzelstaat- ausgeübt werde, und daß das Gesetz Geheimbibel für den Laien Minister Bosse erklärt nochmals, der Antrag Cuny bedeute eine Gesetzgebungen aufzuheben, und jest soll wieder das Recht der bleibe. Es ist ein Widerspruch, jemand verbieten zu wollen, sein verhängnißvolle Durchlöcherung des geltenden Disziplinar- Rechts und Arbeiter den reaktionären Gelüften zurückgebliebener Landestheile Recht geltend zu machen, weil er die Fähigkeit nicht habe, und gefährde die Vorlage. ausgeliefert werden? Ich bitte nochmals um Annahme meines An- wiederum einem anderen den Vortrag zu untersagen, weil er so Der Antrag ung wird mit knapper Mehrheit abgelehnt und trages. fähig ist, daß er gewerbsmäßig das Vertreten des Rechts Fremder der§ 5a unverändert nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen. Abg. v. Dziembowski- Pomian( Bole) zieht seinen Antrag betreibt. Diese neue Bebormundung des Volkes mache ich nicht mit. Bei§ 19 gelangen einige formelle Aenderungen zur Annahme; Der Antrag Bech wird nach einigen weiteren Reden gegen die ein materieller Antrag Brömel, der eine Einschränkung der für Der Antrag Stadthagen wird hierauf gegen die Stimmen der Stimme des Abg. Beckh abgelehnt( Heiterkeit), ebenso die anderen nicht richterliche Beamte geltenden Disziplinar Vorschriften zu Sozialdemokraten abgelehnt. Abänderungsanträge. Der Paragraph wird in der Kommissions- gunsten der Privatdozenten bezweckt, wurde abgelehnt. Bu§ 71 des Gerichtsverfassungs- Gefeßes beantragt und be- faffung angenommen. gründet Abg. Stadthagen( Soz.) folgenden Zusatz: zurück. " Als Berufungsgerichte in den vor den Gewerbegerichten oder Innungs- Schiedsgerichten verhandelten Streitigkeiten verhandeln und entscheiden die Zivilfammern unter Zuziehung eines Arbeitgebers und eines Arbeiters. Ausgeschlossen sind diejenigen Arbeitgeber und Arbeiter, welche in demselben Rechtsstreite vor dem Gewerbegericht oder Inmungs- Schiedsgericht als Beisiger thätig gewesen sind. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer find da, wo Gewerbegerichte bestehen, aus dem Kreise der Gewerbegerichts- Beifizer zu nehmen." Der Antrag Stadthagen wird hierauf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Bu§ 179 beantragt Abg. Stadthagen: vor dem Worte Barteien" einzuschalten:" Staatsanwälte", eventuell für den Fall der Ablehnung dieses Antrages in§ 180 des GerichtsverfassungsGesetzes vor Rechtsanwalt einzuschalten:„ Staatsanwalt". Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sigung: Dienstag 12 Uhr. ( Rest der heutigen Tagesordnung; Nachtragsetat in dritter Lesung; leinere Vorlagen.) Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenhaus. 70. Sigung vom 2. Mai. 11 Uhr. Am Ministertische Kultusminister Dr. Bosse. Die Disziplinar Vorlage für Privatdozenten steht zur zweiten Berathung. Kultusminister Dr. Boffe erklärt sich namens der Regierung mit dieser Bestimmung, die eine dankenswerthe redaktionelle Berbesserung darstelle, einverstanden. Abg. Dr. Jrmer( f.) erklärt sich ebenfalls namens seiner Freunde mit dem§ 1 der Kommissionsbeschlüsse einverstanden. Bu§ 2 bemerkt Regierungskommissar Geh. Rath Althoff auf eine Anfrage des Abg. Hirsch, es sei selbstverständlich, daß die Entziehung der Eigenschaft als Privatdozent nur für die Fakultät Wirkung habe, die sie beschließt. Es sei stets so gehandhabt, daß jede andere Fakultät den Dozenten wieder aufnehmen kann, wenn nicht besondere Gründe hiergegen vorliegen. § 3 behandelt die Verhängung der Ordnungsstrafen. Zu dieser Verhängung soll außer dem Unterrichtsminister die Fakultät bes fugt fein. Ein vom Abg. Dr. Virchow gestellter Antrag bezweckt, diese Befugniß des Ministers zu beseitigen. Nach längerer Debatte wird der Antrag abgelehnt. In einem Antrage des Abg. Brömel ist eine Reihe neuer Baragraphen beantragt, welche eine wirthschaftliche Schädigung der Privatdozenten verhindern sollen, wenn zu unrecht DisziplinarAnordnungen gegen ihn getroffen sind. Auch ein Anspruch auf theilweisen Erfaz der ergangenen Kollegien- Gelder wird in dem Antrage gesichert. Nach einer Erklärung des Regierungskommissars Althoff, daß den Privatdozenten die Ankündigung neuer Vorlesungen nicht gestattet ist, wenn sie vom Amte vorläufig suspendirt sind, zieht Abg. Brömel seinen Antrag zurück. Der Rest der Vorlage wird angenommen. Nächste Sigung morgen( Dienstag) 11 Uhr: Antrag Gamp betr. Sonntagsruhe und Berichte und Petitionen. Schluß 44 Uhr. Die Kommission hat einen neuen§ 1 neben dem§ 1 der Vorlage vorgeschlagen: Ein Privatdozent an einer Landesuniversität, der Akademie zu Münster und dem Lcheum Hofianum zu Brauns berg, welcher 1. die Pflichten verletzt, die ihm seine Stellung als Abg. Stadthagen( Soz.): Bisher bestehen nicht die ge- akademischer Lehrer auferlegt, oder 2. fich durch sein Verhalten in ringsten disziplinarischen Bestimmungen, um einen Staats- und außer seinem Berufe der Achtung, des Ansehens oder Vertrauens, anwalt, der die Sigungen zum Beispiel durch beleidigende die seine Stellung erfordert, unwürdig zeigt, unterliegt den VorAeußerungen gegen den Angeklagten nur den Angeklagten mur stört, vorzugehen. schriften dieses Gesetzes. Solche Fälle sind nicht nur theoretisch denkbar, sondern in der That vorgekommen. Ich erinnere Sie an den Fall, daß der Staatsanwalt dem Vorsitzenden erklärte ich streife" und sogar die Sigung verließ, ohne daß der Richter das geringste gegen ihn unternehmen konnte. Zur Zeit besteht theoretisch der Zustand, daß der Staatsanwalt Herr des Prozesses ist und der Richter machtlos. Wie oft tommt es nicht Abg. Kirsch( 3) beantragt: in dem Eingangsfage des Parain Moabit können Sie das täglich erleben daß der Staats- graphen anstatt des„ und" zu setzen„ oder". anwalt den Angeflagten durch seine Aeußerungen und Zwischenrufe Abg. Dr. Virchow( frs. Bp.): Zweifellos kann durch die vorge vollkommen verwirrt, ohne daß der Richter das geringste dagegen schlagene Gesetzgebung eine erhebliche Verschlechterung in der Stellung thun kann. Dieser Zustand ist eine Ungerechtigkeit in einem Rechts der Privatdozenten herbeigeführt werden, und gerade der Einzelfall, der Jm Seniorenkonvent des Reichstages wurde gestern die staat, er wäre allerdings selbstverständlich, wenn man anerkennt, daß den Anlaß zur Vorlage bot, zeigt, daß man einen Verlegenheits- Mittheilung verbreitet, daß der Kaiser den Reichstag persönlich die Gerichte mur Verwaltungsorgane der Behörde wären. Der An- schritt machen mußte, man nennt ja auch die Vorlage die lex Arons. schließen will, und zwar soll dies Freitag Vormittag 10 Uhr im geklagte tann höchstens einen anderen Staatsanwalt fordern; wird Ich habe mich immer noch nicht von der Nothwendigkeit dieses Ge- weißen Saal des Schlosses geschehen. Die frühe Morgenstunde ist ihm das nicht gewährt, so ist er machtlos. Wenn Ihnen jedoch mein feges überzeugen können. Wie der§ 1 fich mit der Zusage der deshalb gewählt, weil der weiße Saal für die Abendtafel, zu Antrag zu weit gehen sollte und man den Staatsanwalt nicht den Verfassung von der Lehrfreiheit vertragen soll, sehe ich nicht ein. Es der der Reichstag soweit die Mitglieder ihre Karten beim Zeugen gleichstellen will vielleicht deshalb, weil dann wird hier eine Art willkürlichen Eingreifens der Behörden ermöglicht. Hofmarschallamt abgegeben haben geladen wird, hergerichtet bor Parlamentarisches. in der Folge ein Mangel an Staatsanwälten in den Gerichts- Dr. Arons lehrt Phyfit, ich weiß nicht, daß er jemals darüber hinaus werden muß. Der Schluß der gesetzgeberischen Thätigkeit dieses fälen sich ergeben könnte( peiterkeit), so bitte ich Sie, meinen ging und Sozialpolitit gelesen hätte, er tonnte also nur teichstages wird also am Donnerstag, den 5. d. 2. erfolgen. GrEventualantrag anzunehmen. außerhalb des Lehramtes etwas thun, was der Behörde anstößig er ledigt werden noch die zweite und dritte Berathung des Auch dieser Antrag wird hierauf gegen die Stimmen der Sozial- fcheint. Daß ein Lehrer der Phyfit als solcher für etwas bestraft Nachtrags- Etats, sowie die die Militärstrafprozeß- Ordnung bemokraten abgelehnt. wird, was er als Mensch und Staatsbürger thut, ist doch mindestens die Zivilprozeß- Ordnung in den noch ausstehenden und Bea beantwortet werden. rathungen. Außerdem kommt die sozialdemokratische Juterpellation| 19. v. M. Erst dann schaffte man den Unglücklichen in die Wohnung abfällen reichliche Nahrung fand und den Brandherd derart verwegen der hohen Getreidepreise zur Erledigung. Die Interpellation seiner Mutter. Da diese nicht zu Hause war, legte man ihn einfach qualmte, daß nur unter Anwendung von Rauchschußapparaten vorwird für Mittwoch auf die Tagesordnung gesetzt, dem Ver- auf den Korridor nieder. Der Anblick, der sich der vom Hauswirth herbei gedrungen werden konnte.. nehmen nach aber erst Donnerstag von dem Reichskanzler geholten Mutter und Schwester des Verunglückten bot, war schrecklich. Der Kleine Kurt Henze, der Sohn des Haushofmeisters der Schließlich soll nach dem Beschluß des Das Gesicht des Aermisten war vollständig blau, die Arme konnte er österreichisch- ungarischen Botschaft am Kronprinzen- Ulfer Nr. 14, der Seniorenkonvents noch der Jesuiten- Antrag des Zentrums und nicht bewegen. Dazu fror ihn in einer schrecklichen Weise. Auf der vor einigen Tagen beim Spielen in die Spree fiel, ist gestern in das Gesetz betreffend das Verbot des Saccharins bei Bierbereitung zur Polizei, wohin sich die Angehörigen nun wandten, wurde ihnen ge- der Nähe der elterlichen Wohnung gefunden worden. Ein Schiffer, Verabschiedung gebracht werden. Zur Bewältigung dieses Arbeits- fagt, daß sie sich an einen Armenarzt wenden müßten. Der Herr der dort aufert, bemerkte nachmittags die Leiche und landete sie. stoffes find event. Abendsizungen in Aussicht genommen. Alle war aber nicht zu Hause, und da der von der Unfallstation herbei0 Tokales. Oktober v. J. einem auf dem Nettelbeckplate eingeschlafenen Manne fein Unglüd. Aus den Nachbarorten. übrigen Vorlagen und Anträge( lex Heinze, Antrag Salisch betr. den geholte Arzt annahm, daß der Kranke ohne Armenattest keine Einen sonderbaren Ort zur Verübung eines Selbstmordes Voreid, Postgesetz betr. das Monopol der Beförderung geschlossener Aufnahme im Krankenhause finden würde, so mußte der Un- erwählte in der Nacht zu Sonntag der 36 Jahre alte Uhrmacher O. Briefe im Ortsverkehr für die Neichspost 2c. 2c.) bleiben durch den glückliche bis Mittwoch Nachmittag in seiner schrecklichen Lage Er troch in einen der auf dem Opernplage stehenden Koulissenwagen Schluß der Session und Ablauf der Legislaturperiode unerledigt.-verharren. Das Gejammer und die Fieberphantasien des Kranten des Opernhauses und versuchte sich mit seinem Taschentuch zu erwaren geradezu herzzerreißend. Erst am Mittwoch Nachmittag gegen hängen. Ein Schuhmann befreite ihn aus der Schlinge und rief ihn 4 Uhr konnte der Verunglückte durch das energische Einschreiten des wieder ins Leben zurück. Arztes der Unfallstation in das Krankenhaus Friedrichshain gebracht Von Strolchen angefallen worden ist in der Nacht zum werden. Hier wurde Rippenbruch und Gehirnerschütterung fonstatirt. Sonntag der 26 Jahre alte Anstreicher Richard Richter aus der Von den Berliner Volksküchen mußten im Jahre 1897 sechs ge- Bemerkt sei, daß der Verunglückte weder bei der Krankenkasse Alvenslebenstraße 7. Seiner Angabe nach haben ihn drei unbekannte schlossen werden( 4 im Frühjahr, 1 im Sommer, 1 im Herbst), weil noch bei der Unfall- Berufsgenossenschaft von seinem Arbeitgeber Männer in der Yorkstraße ohne weiteres angerempelt. Als er sich fie so schlechte Geschäfte machten, daß sie die Betriebskosten nicht angemeldet war. Der Mutter gegenüber äußerte sich der das verbat, erhielt er von einem der Angreifer einen so schweren mehr deckten. Die geschlossenen Küchen wollte man so bald wie Arbeitgeber, sie solle nur nicht zur Polizei gehen, das würde einen Messerstich in die Brust, daß man ihn in ein Krankenhaus bringen möglich in anderen, günstigeren Stadtgegenden wieder eröffnen, bis zu schlechten Eindruck machen. Er wolle 1 M. geben, damit der mußte, nachdem er auf der Sanitätswache einen Nothverband erjezt ist das aber mit keiner von ihnen geschehen. Der Umsatz war Berunglückte per Droschte ins Krankenhaus gebracht werden könnte. halten hatte. 1897( beztv. 1896) in den 15 Hauptküchen( von denen 1897 mur 9 das Es sei noch bemerkt, daß derselbe Unternehmer Sonntag für Sonntag ganze Jahr hindurch offen gehalten wurden) Mittags: 143 663 seine Leute während der Kirchzeit arbeiten läßt und entgegen den Von zwei berüchtigten Taschendieben ist im Laufe des ( 150 312) Portionen à 25 Pf., 570 976( 805 194) à 15 f., 181 224 für Berlin geltenden polizeilichen Bestimmungen den Lohn erst ng ( 125 121) à 10 f., 262 955( 269 496) à 5 Pf., 12 709 à 3 Bf.( erst 12 Uhr auszahlt." dessen silberne Cylinder- Remontoir- Uhr mit doppeltem Goldrande. feit 1897), zufanien 1 121 527( 1 359 123) Portionen; Abends, nur und der Nr. 39 684 gestohlen worden. Die Uhr befindet sich seit im Winter, 7( 1896: nur 5) Monate hindurch: 155 956( 133 068) Ueber eine neue Spur, die in der Günther'schen 22. Oftober v. J. bei einem Pfandleiher in der ReinickendorferBortionen à 10 Bf., 74 053( 71 860) à 6 f., 74 744( 62 267) à 5 f., mordsache gefunden sein soll, wird berichtet: Ein junges straße im Versaz. Zur Aushändigung der Uhr wolle sich der Be58 981( 10 520) à 3 Pf., zusammen 363 734( 277 715) Portionen. Mädchen aus der Teltowerstraße, Elisabeth Ch., hatte am 14. April, stohlene auf dem Polizeipräsidium, Alexanderplatz, Zimmer 331, in Außerdem wurden in der Frauen- Rüche mittags 33 999( 59 393) abends, ein kleines Abenteuer. Am Rosenthaler Thor wurde sie von den Vormittags- Dienststunden baldmöglichst einfinden. Portionen in 8 verschiedenen Preislagen zu 5-40 Pf. umgesetzt. einem Herrn angesprochen und zu einer Tasse Kaffee nach Die Passagiere eines Omnibus der Linie Morigplay- Moabit Der Gesammt umsag stellte sich 1897( bezw. 1896) auf Rirdorf eingeladen. Der Herr war sehr elegant gekleidet und trug 1 519 260( 1 696 231) Portionen. Für 1898 rechnet die Leitung des u. a. einen modernen Gehrock. Unter dem Arme hatte er eine Rolle wurden am Montag Mittag durch den in der Charlottenstraße erBollstüchen- Vereins auf eine Hebung des Verkehrs und des Um Beichnungen, die in ein Blatt der Zeitung„ Die Post" eingeschlagen folgten Speichenbruch in argen Schrecken versetzt. Zum Glüd geschah sages. Sobald die Einnahmen wieder steigen, will man dann, wie waren. Drei Schmisse" im Gesicht kennzeichneten den Mann als in der am Sonnabend abgehaltenen Jahresversammlung vom ehemaligen Studenten. Fräulein Ch. wandte ein, wozu man dann Vorstandsmitglied Sanitätsrath Dr. Blaschto mitgetheilt wurde, erst nach Rirdorf fahren sollte, eine Tasse Kaffee könne man ebenso mehr Fleisch und Eier geben, damit die Zusammensetzung und der gut am Rosenthaler Thore trinken. Davon wollte indessen der Herr Ju Stralau ist am 6. Mai, nachmittags von 5 bis 7 1hr, im Gehalt der Speisen mehr den neueren Anschauungen über die Gesetze nichts wissen, er begleitete aber das Mädchen, als dieses sich auf den Restaurant von Krüger( Storchnest) eine Nachwahl zur Gemeindeder Ernährung entsprechen. Wir meinen, der in den letzten Heimweg machte. Man wanderte langsam durch verschiedene Straßen vertretung vorzunehmen. Der bisherige Vertreter mußte sein Jahren eingetretene Rückgang der Volksküchen- Frequenz, der in den nach dem Spittelmarkt. Hier bat der Herr seine Begleiterin, ihn Mandat niederlegen, weil er ein solches von der ersten Abtheilung ( Jahren 1897( beztv. 1896) zu einem direkten Verlust von über 11000 einen Augenblick zu entschuldigen, da er sich in der Parfümerie- übernommen hat. Von unserer Seite ist der Parteigenosse Gustav bezw. über 15000) Mark geführt hat, würde weniger stark gewesen handlung von Collin am Spittelmarkt ein Stück Seife kaufen wolle. Mie als Kandidat aufgestellt worden. Die Gegner, welche sich sein, wenn man sich schon etwas früher zu dieser Maßregel entschlossen Nachdem das geschehen war, ging man langsam weiter. Fräulein Ch. bei der letzten Wahl der Betheiligung enthielten, werden diesmal hätte. Der wirthschaftliche Aufschwung, der den auf der Arbeiter- redete ihrem Begleiter vor, daß sie am Nollendorfplatz bestimmt einen Kandidaten aufstellen; somit dürfte der Wahlkampf flasse lastenden Druck vorübergehend gemildert hat, ist den Volks- wohne. Da er sie dennoch weiter begleitete, so erfann sie eine List, lebhafter denn je werden, und es ist dafür zu sorgen, daß unsere tüchen zum Unsegen geworden. Er hat ihnen manchen früheren um ihn los zu werden. Sie gab vor, in der Teltowerstraße noch Parteigenossen sich nach Gebühr für die Wahl intereffiren. Es ers Staninigast abwendig gemacht, der, nachdem bessere Zeiten ein- einen kurzen Besuch machen zu müssen, bevor sie zu ihren Eltern geht daher an die Arbeiterschaft von Stralau die Aufforderung, getreten waren und sein Einkommen sich etwas erhöht hatte, die gehen könne, ging aber in Wirklichkeit sofort in die in der Teltower- Mann für Mann in der am 4. Mai, abends 7 Uhr, bei E. Gursch Boltstüchen Nahrung mit Recht als unzureichend verschmähen zu straße gelegene elterliche Wohnung. Der Herr wartete etwa zehn stattfindenden Wählerversammlung zu erscheinen. Auf zur dürfen glaubte. Eine neue Verschlechterung der Eriverbsverhältnisse Minuten vergeblich und ging dann die Teltowerstraße hinunter nach Agitation! pflegt jedoch die Abtrünnigen sehr bald wieder zurückzuführen. Der Rigdorf zu. Hierbei überholte er eine Bekannte der Ch., die vorher Rigdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Versammlung Vollstüchen- Verein hat das eine wie das andere wiederholt erlebt: eine Zeit lang hinter den Beiden her gegangen war und sich für ihn des Frauen- und Mädchen- Bildungsvereins in diesem Monat nicht seine Küchen haben alle Schwankungen der wirthschaftlichen Lage der als den Begleiter ihrer Bekannten interessirte. Die Ueberholte, ein stattfindet. Berliner Arbeiterbevölkerung mitgemacht. Fräulein M. S. aus der Bärwaldstraße, sah, wie der Herr in der Blücherstraße, hinter der Mittenwalderstraße, ein ihm begegnendes Das Vorgehen der Gemeinde Rigdorf gegen die Stadt Wie das Brot theurer wird, davon kann fich feber Konjunges Mädchen ansprach und dann mit diesem weiterging bis zum Berlin betreffs der Zubuße für die Schulunterhaltungs- Koſten hat ment, auch ohne die antlichen Ermittelungen, ſelber überzeugen, Staißer Friedrichplatz, von dem die Lehninerstraße, deren Fortsetzung bereits Nachahmung gefunden. Neu- Weißensee hat jezt auch indem er regelmäßige Wägungen des von ihm gekauften Brotes vornimmt. Das ist besonders jetzt zu empfehlen, wo die Getreide- die Siboldstraße bildet, nach der Hasenhaide zu abgeht. Die Züllichaner Schritte gethan, um Berlin für zahlreiche dort wohnende Fabrikund Mehlpreise von Tag zu Tag steigen und das Brot- spät Abends noch gesehen wurde, liegen ebenfalls in jener Gegend. Beiträgen für die Schulunterhaltungs- und Armenkosten heranzuPrinz August von Württembergstraße, in denen die Günther arbeiter 2c. auf grund des§ 53 des Kommunalabgaben Gesetzes zu gewicht sich in demselben Tempo vermindert. Bei einem Bäcker im Norden der Stadt, der sich sonst durch ungewöhnlich Die beiden Mädchen haben ihre Erlebnisse und Beobachtungen lange ziehen schwere Brote auszeichnet( aber dafür keine„ Zugabe" giebt und kein Beit für sich behalten. Erst als sie sich kürzlich bei Jandorf am Ueber das polizeiliche Einschreiten gegen einen Trauerzug, Frühstück ins Haus schickt), wog das Fünfgroschen- Brot am 23. April Blücherplay trafen, kamen sie darauf zu sprechen, und nun erzählte orüber wir gestern aus Charlottenburg berichteten, erhalten wir 2500 Gramum, am 28. April 2400 Gramm, am 2. Mai Frl. S. ihrer Bekannten auch, daß sie das Mädchen, mit dem der noch folgende Meldung: Zu dem Begräbniß unseres Barteigenossen 2300 Gramm. Das macht ein Minus von 200 Gramm, d. H. fast Herr die Blücherstraße entlang gegangen war, für die ermordete Bartel war durch unseren Vertrauensmann Sellin die polizeiliche ein halbes Pfund, in noch nicht anderthalb Wochen. Es wird nicht der Ermordeten, auch des Kleides und des Hutes, auf dieses Mädchen Wahlverein, die Parteigentoffen Charlottenburgs, die Zimmerleute, Luise Günther halte. Ihrer Meinung nach paßt die Beschreibung Erlaubniß zur Einstellung eines Mujitforps eingeholt worden. Der zu bezweifeln sein, daß die Bevölkerung sich darauf besinnt, wem Mit der Beobachtung des Frl. S. steht die Wahr die Krankenkasse und auch die Genossen des Wahlkreises Teltow fie zum beträchtlichen Theil die Brotvertheuerung verdankt. Au den vollständig. Wählern ist es, am 16. Juni den Lebensmittelvertheuerern die nehmung eines Pferdebahnschaffners aus Rirdorf im Einklang. Beeskow- Charlottenburg hatten ihren Vertreter, den Genossen Frig Dieser fannte Luise Günther schon seit einigen Jahren, weil er früher 3 u beil, beauftragt, einen Kranz mit rother Schleife richtige, unzweideutige Quittung zu geben! in der Nähe ihrer Eltern wohnte und weil sie öfter mit ihm gefahren auf das Grab 811 legen, der folgende Inschrift trug: Die Berliner Viehtreiber waren vor einigen Tagen in ver- war. Der Schaffner jah die Günther gegen 10% 4 Uhr mit dem be-" Dem am 28. 4. 98 so früh verstorbenen Genossen Starl Bartel, geſchiedenen Blättern mit dem Morde in der Hafenhaide in Beziehung schriebenen Manne auf dem Kaiser Friedrichplage, rief ihr einen guten widmet bon den Genoffen des Reichstags- Wahlkreiſes Teltowgebracht und auch sonst insoweit angegriffen worden, als angedeutet Abend zu und bemerkte noch, wie sie mit ihrem Begleiter über den Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Schon bevor der Zug sich ordnete, war, daß unter ihnen alles mögliche Gefindel Unterschlupf finden Platz weg ging. Nun wurde, wie schon bekannt ist, in dem Wasser- schienen die Kränze mit rother Schleife es dem aufsichtführenden könne. Zu diesen Verdächtigungen wird uns geschrieben: Ohne ein tümpel zugleich mit dem weißen Unterrock der Ermordeten ein Stück Bolizei- Lieutenant angethan zu haben. Neben dem Genossen Frig von der Polizei zu verabfolgendes„ Treiberschild" darf niemand den Adlerseife gefunden. Im Collin'schen Geschäft aber erinnert man Bubeil stand ein Schußmann, dem der Polizei- Lieutenant den BeBeruf eines Bichtreibers ausüben, und dieses Schild wird dem Be- sich, daß an jenem Abend ein elegant gekleideter Herr wie der befehl ertheilte: Wenn der Mann dort mit dem Kranz am werber versagt, wem ihm auch nur die geringste Vorstrafe nach- schriebene ein Stück Adlerseife gekauft hat. Noch mehr. Das Stüd Buge theilnehmen will, so verhaften sie ihn. gewiesen werden kann. Daß eine derartige Vorsicht ihre praktische Zeitungspapier, das am Morgen nach dem Morde blutbefleckt nicht abgeordnete Zubeil trat auf den Polizei- Lieutenant zu, Bedeutung hat, ergiebt der Umstand, daß den Viehtreibern zuweilen weit von der Mordstelle gefunden wurde, ist ein Stück von der zeigte ihm seine amtliche Legitimation als Reichstags- AbgeGeldsummen anvertraut werden, die bis an die Hunderttausend" Post" und ist nach dem Aussehen, das es noch beim Auffinden ordneter und fragte ihn, auf grund welches Gesezesparagraphen heranreichen. Für die Gesittung der Treiber mag noch die Thatsache hatte, einmal gerollt gewesen. jemand gehindert werden könne, einem Verstorbenen die lezte Ehre sprechen, daß es wohl nirgendwo in Berlin ruhiger zugeht, als draußen in der Gegend des Vichhofes. Wegen Todtschlage ist am Sonntag Abend der Töpfer zu verweisen. Eine Antwort erfolgte nicht. Die Musit sollte ebenAus den Kreisen der Droschkenfuhrherren erhalten wir eine tiedrich Thieme aus der Reinickendorferstr. 18c verhaftet worden. falls inhibirt werden; da aber die amtliche Bescheinigung vorlag, so Am Sonnabend nach Feierabend spielten in der Schankwirthschaft mußte der Lieutenant diese Ehrung wohl oder übel gestatten. Als Zuſchrift, in der mitgetheilt wird, daß die in Nr. 99 bekanntgegebene von Zimmermann in der Streligerstr. 22 Thieme und zwei andere der Zug sich in Bewegung seyte, wurde der Abgeordnete Zubeil von Resolution betreffend Erweiterung des Berliner Droschkenbezirks Arbeiter Billard. Als sie mit der Partie fertig waren, löften die dem beauftragten Schußmann angehalten, doch wies Zubeil den Bes durchaus nicht dem Willen der Mehrheit der Berliner Fuhrherren Gebrüder Heinrich und Willy Niegisch aus der Rheinsbergerſtr. 3 fic amten energisch zurück, so daß er sich entspricht; vielmehr sei die weitaus größte Anzahl der Unternehmer ab. So ging es abwechselnd mehrere Wale. Während die Kranz einreihen konnte. der Zug sich auf der Meinung, daß die geplante Ausdehnung dem Gewerbe zu eine Bartel spielte und die andere wartete, kam es aber 50 Schritt vorwärts bewegt und die Bismarckstraße überschritten, als schwerem Schaden gereiche. Wir nehmen von der Zuschrift Notiz, halten uns aber nicht für tompetent, in dieser Frage ein Urtheil ab- bald zu Hänseleien, bei denen sich namentlich der 20 Jahre der Polizeilieutenant vom Trottoir in den Zug hineinsprengte, den alte Heinrich Niegisch durch Schimpfereien hervorthat. Als nun Abgeordneten Zubeil festhielt und verlangte, daß er die rothe Schleife zugeben. die beiden Gebrüder wieder einmal spielten, fam es so weit, daß entferne oder bedecke. Auf die abermals erfolgte Zurückweisung riß Zum Kapitel der faffenärztlichen Behandlung wird uns Thieme auf Heinrich Niegisch, der gerade vornübergebeugt stand, um der Polizeilieutenant dem Abgeordneten Zubeil den Kranz gewaltsam von einer Arbeiterin geschrieben: In der vergangenen Woche wurde einen Stoß zu machen, mit dem Queue einschlug. Er schlug ihn der aus der Hand und zog ihn selber ebenfalls aus dem Zuge, ich plötzlich von einem Augenleiden befallen und zwar in der Weise, Länge nach über den Rücken, den Nacken und den Hinterkopf, sodaß um ihn zu verhaften. Zubeil legitimirte sich von einer Verhaftung verschont. Eine unbe daß ich auf dem einen Auge fast nichts sehen konnte. Da ich darauf gerade das dicke, schwere Ende des Queues den Kopf traf, und so und blieb nun angewiesen bin, mir durch Arbeit mein Brot zu verdienen, wandte wuchtig, daß das Queue in Stücke ging. Während nun Willy schreibliche Aufregung und Entrüstung war aber durch diesen ich mich an den Kassenarzt Herrn Dr. S. in der Potsdamterstraße; Niegisch zum Schuge feines Bruders zu einem Gegenschlage ausholte, Vorfall unter den Leidtragenden und Zuschauern hervorgerufen. er untersuchte das Auge und gab mir eine Medizin mit dem Be- ergriff der Getroffene selbst ein Bierglas und schlug es seinem Aus allen Fenstern wurden Pfuirufe laut und hunderte von Stöcken merken, nach Verbrauch derselben wiederzukommen. Das Leiden Gegner ins Gesicht. Dann sprangen andere Arbeiter dazwischen und und Fäusten wurden erhoben. Es bedurfte der größten Besonnenwurde jedoch nicht besser und da ich in großer Besorgnis um das machten dem Tumult ein Ende. Heinrich Niegisch hatte seinen Schlag heit des Genossen Zubeil, um die erregten Massen vor dem Aeußersten Auge war, ging ich zum zweiten Male hin, ehe die Medizin vermit dem Bierglas faum geführt, als er, den Kopf heftig hin zurüdzuhalten. Der Kranz befindet sich noch in den Händen dos braucht war. Als Herr Dr. S. das Auge wieder untersuchte, behandelte und her schüttelnd und über Schmerzen laut klagend zusammenbrach. Polizeilieutenants. Es sind alle Schritte eingeleitet, um dem Bogte er mich ziemlich unwirsch und sagte:" Wozu haben Sie mich über- Um 91/2 Uhr brachte ihn sein Bruder nach Hause. Dreiviertel Stunden zum Siege zu verhelfen. haupt aufgesucht? Sie sehen ja gut!" Infolge dessen ging ich zu später befam er heftiges Erbrechen, sant wieder klagend zusammen Der Besuch der Baumblüthe in Werder war am Sonntag Herrn Professor Hirschberg in die unentgeltliche Sprechstunde, der und wurde dann zu Bette gebracht. Um 12 Uhr begann er zu bei dem prachtvollen Frühlingswetter ein ganz gewaltiger. Mit der nach eingehender Interfuchung Netzhautgefäßblutung und Glaskörper- phantafiren und lag dann besinnungslos da. Jezt erzählte der Eisenbahn, auf den Dampfschiffen und vor allem auch auf dem spiegelung feststellte. Dem mich untersuchenden Assistenzarzt des ältere Bruder der Mutter, was vorgefallen war, aber erst Montag Zweirad trafen im Laufe des Tages so viele Besucher ein, Herrn Professor Hirschberg sagte ich, daß Herr S. mich gefragt, wozu Morgen um 8 Uhr wurde zum Arzte geschickt. Da dieser gerade daß deren Zahl von den Werderschen selbst auf annähernd ich ihn aufgesucht habe, da ich ja gut sehen könnte", worauf der Herr Sprechstunde hatte, so tam er auf wiederholtes Rufen erst um 30 000 geschäzt wurde. Wie richtig diese Annahme war, geht aus Assistenzarzt sagte:„ Es ist hier eine ganze Menge zu furiren." Jm 10 Uhr, und nun war Niegifch todt. Die Polizei des 5. Reviers be- der interessanten Thatsache hervor, daß Fünfpfennig- Marken, welche Interesse aller Krankenkassenmitglieder halte ich mich für verpflichtet, fchlagnahmte die Leiche und das Werkzeug, mit dem der tödtliche zum Frankiven der in ganz toloffalen Maffen von fliegenden Händlern dies bekannt zu geben. Schlag geführt worden war, und nahm Thieme abends aus seine und in den Lokalen verkauften Ansichts- Postkarten von Werder verDie neuen Omnibusse für Personen: und Gepäftbeförde: Wohnung heraus fest. wendet wurden, um 3/16 Uhr nachmittags auf dem Postamt zu Werder rung sind am 1. Mai in den Dienst gestellt worden und verkehren Am Sonnabend Abend wurde die Frau des Registrators nicht mehr zu haben waren, trotzdem, wie auf Befragen mitgetheilt zunächst zwischen dem Bahnhof Friedrichstraße und dem Potsdamer Ehlert, Emdenerstr. 25, mit einer Stichwunde in der Brust in wurde, das Bostamt sich mit diesen Marken im Betrage von 1500 m., Bahnhof. Der Fahrpreis für eine Person beträgt 10 Bf., wobei das Krankenhaus Moabit eingeliefert, die sie angeblich turz vorher also mit 30 000 infpfennig- Marten vorgesehen hatte. Handgepäck frei ist, während für Gepäckstücke bis zu 40 Pfd. 10 Pf. auf der Treppe ihres Hauses von einem unbekannten Manne er ungemein schwunghaft war der Handel, den die Werder'schen Jungen und für solche über 40 Pfd. 20 Pf. zu zahlen sind. halten hatte. Im Krankenhause wurde festgestellt, daß die Ver- und Mädchen mit Blüthenzweigen betrieben. Jeder Besucher nahm leber einen Fall von ganz unglaublicher Behandlung eines legung nicht lebensgefährlich sei. Die sofort eingeleiteten Recherchen fich einen Zweig mit nach Hause, befonders aber waren es die Nadler verunglüdten Arbeiters bringt das Fachblatt Der der Kriminalpolizei ergaben aber Zweifel über die Persönlichkeit, und Radlerinnen, welche ihre Maschinen mit Blüthengweigen geKourier", dem wir die Verantwortung für die Mittheilung überlassen welche den Stich vollführt haben soll. Nachdem auch festgestellt schmückt hatten. Denkmal für ein Pferd. Der Vater des gegenivärtigen müssen, den folgenden Bericht:„ Der bei der Firma Karl Fischer in worden war, daß die Eheleute in Uneinigkeit leben, wurde der Ehehatte mann unter Verdacht der Thäterschaft festgenommen. Die Frau Staatssekretärs des Reichs Schazamtes, Freiherr v. Thielder Köpnickerstraße beschäftigte Kutscher Georg Jaekel das Unglück, beim Herabholen von Heu von der Leiter allerdings entlastet auch jetzt noch den Ehemann. mann, der lange Zeit im„ Elisienhof" bei Dt.- Wilmersdorf auf einen fiel so unglücklich stürzen. Vollständig fenerfrei zu sein innerhalb 36 Stunden ist für gewohnt hat, ließ seinerzeit in dem Garten daselbst einem Pferde Leiter stehenden Futterkasten, daß er sich nicht mehr Berlin eine große Seltenheit. Thatsächlich wurde die Wehr von ein Denkmal sezen. Die Inschrift desselben hat folgenden Wortlaut: von der Stelle bewegen konnte. Er hatte sich eine Ge- Sonnabend Nachmittag 3 Uhr bis Montag früh 7 Uhr zu Lösch hier liegt ein treues Thier begraben, könnt' ich ein Pferd zum hirnerschütterung und Nippenquetschung zugezogen. In diesem zwecken nicht in Anspruch genommen. Zwei Alarmirungen während Freunde haben, läg' hier mein treuester Freund begraben." Es ist Zustande ließ ihn die Firma, ohne ihm irgend welche ärztliche Be- dieser Zeit waren auf Unfug an Feuermeldern zurückzuführen. ja nicht zu leugnen, daß mancher brave Gaul entschieden eher ein Handlung angedeihen zu lassen, von vormittags 9 Uhr bis abends Montag früh 7 Uhr mußte Neue Schönhauserstr. 10 ein böser Denkmal verdient hat, als mancher ordensgeschmückte Reiter, dessen gegen 5 Uhr liegen. Das Unglück geschah am Dienstag, den Kellerbrand abgelöscht werden, der an den dort lagernden Papier- Standbild dem Straßenverkehr im Wege steht. zu der Er neben V Kaum hatte schließlich Der mit dem noch einmal Gerichts- Beifung. Versammlungen. von " -O " 1 Blüh auf", „ Neuer Gemüthlichkeit I", Geselliger Klub„ Don Juan", Linden straße 106, Subeil. Vergnügungsv. Feldblume", Manteuffelstr. 9, Nowac. Gesangb. Schildhorn", Usedomstr. 33, Olböter. Turnv.„ Osten", Lehrl.- Abth. abds. 812 Uhr, Blumenstr. 63 a.- Theaterv.„ Aschenbröbel II, Tourifienfl.„ Ruf", Reichenbergerstr. 24, Rieburg. Aderfir. 144, Borst. Kasino. Musilv.„ Thalia", Stalizerstr. 95, Jechow. Pappel- Atlee 114.„ Nord- Ost", Göbel, Landsberger Affee 156.- Alpenglühen", Klopsch, Falckensteinstr. 38. Freie Feldblume", Batterroth, Sta Tigerstr. 51/52. ,, Grüne Eiche", Babenschneider, Nixdorf, Hermannstr. 197. Ein umfangreicher Betrugsprozeß, der die neunte Straf- In einer öffentlichen Versammlung der Maurer, die ant" Freiheitsflänge I", Sommer, Grünstr. 20. Harmonie III", Bauselow, fammer unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Hoppe bis Freitag Donnerstag bei Keller, Koppenstraße, tagte und von etwa 1500 Per Rirdorf, Kirchhofftr. 29." Einig", Scheere, Blumenſtr. 38.„ Morgen: sbeschäftigen dürfte, nahm gestern seinen Anfang. Aus der Unter- fonen besucht war, kam es zu lebhaften Auseinandersehungen, wobei roth I", Rummelsburg, Thiele, Türrschmidt- und Mozartstraße- Ecke. duchungshaft wurden vorgeführt: der Kaufmann War Zellermayer, die alten Organisationsstreitigkeiten wieder die Hauptrolle spielten. Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen der Kaufmann May Löwenthal, der Reisende Hermann Prog und Bereits bei der Bureauwahl entstand eine außerordentliche Erregung, im Vereinskalender sind zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdenerder Agent Friz Tattelbaum. Die Anklage beschuldigt eller die auch während der ganzen Tagung der Versammlung anhielt, ſtraße 80, 2. Hof. Dienstag: Rauchfl." Eldorado", Grüner Weg 25, Stuttrich." Grüne Eiche", Urbanstr. 87, Schneider. mayer in 18, Löwenthal in 15, Protz in 9 und Tattelbaum in so daß es den einzelnen Rednern große Mühe kostete, sich ver4 Fällen des Betruges. Die Anklage wird durch Staatsanwalt ständlich zu machen. Den Situationsbericht erstattete Frische. Berliner Rauchklub", Reichenbergerstr. 146, Drogge. Wrangelstr. 32, Lukas. Ambalema", Forsterstr. 19, Udel. " Phönir", Schöne Seller vertreten. Die Angeklagten werden durch die Rechts- Das Ergebniß der letzten Baukontrolle wurde im Vorwärts" bereits berg, Hauptstr. 97, Donath." Domingo", Waldemarstr. 16, Tauchert. anwälte Dr. Sello, Dr. Meyerstein, Blaschkauer und veröffentlich und ist nur hinzuzufügen, daß auch in diesem Monat Rothe Rose", Boechstr. 21, Krebs. Beilchenduft", Hennigsdorferstr. 4, Dr. Schwindt vertheidigt. Es handelt sich um die Geschäfts- mehrere Arbeitsniederlegungen stattgefunden haben, die zu gunsten der Günther. Kollegia", Reichenbergerstr. 157, Bergner.„ Einigkeit I" praris des von dem Angeklagten Zellermayer herausgegebenen Arbeiter verlaufen sind. Insgesammt wurde auf 14 Bauten die Rirdorf, Hermannstr. 232, Wulf." Rauchan", Adalbertstr. 15, Teichert. Markthallen- Anzeigers". Zellermayer ist seit dem Jahre 1890 Arbeit eingestellt und dadurch für 306 Maurer der geforderte Stunden-" Kamerun", Weidenweg 22, Fialkowsky.-" Balmerio", Camprecht, staftanienin Berlin und Inhaber eines Kaviar- und Delikatessengeschäfts en gros. Lohn von 60 Pf. erzielt. In einigen Fällen ist es außerdem ge- ftraße 47, Kläfe. Allee 95.Korea" Weidenweg 90, Innge.- Waldmeister"," MarienburgerNach seinen Angaben hat er in Czernowitz in der Bukowina in einem lungen, ohne Arbeitseinstellung eine Lohnerhöhung herbeizuführen. bund", Grünauerstr." 5, Gallawsky.- Blüthenduft", Cotheniusstr. 1, Fedtke. ,, Neuer Hain", Langenbeckstr. 4, Techtmeier. Bruder Petroleumgeschäft gelernt, später war er selbständiger Spediteur Die Arbeitslosigkeit hat sich seit dem 28. Februar von Woche zu Ruhiga", Brizerstraße 46, Herzog." Lange Pfeife", Friedrichsberg, in Nowaciliga, ist dann mit dem Kaufmann Schwarz nach Odessa Woche ununterbrochen und zwar 1552 Arbeitslosen auf Rummelsburgerstr. 23, Reigel. Pfeifentopf", Caprivistr. 4, Wolf. organgen bei diefem bis 1884 in Stellung gewesen, hat in Lemberg 739 verringert. Für dieſes Jahr sind bereits 6659. Sammel." Stambol", Neu- Weißenfee, trening, Bremerstr. zur Ausgabe gelangt und sind durchschnittlich pro Wienerstr. 7, Gläser." Diana", Schöz, 71.„ Immergrün", schließlich nach Berlin gekommen. Im Jahre 1896 begründete Woche 4200 Zahlungen zu verzeichnen. Die Einnahmen betrugen Manegold, Biegnigerstr. 18. er hier den Markthallen- Anzeiger", der wöchentlich einmal er- einschließlich des Bestandes von 21 803,31 M. am Schluß des Jahres Gesang, Turn: und gesellige Vereine. Dienstag: Gesangverein scheint, in einer Auflage von 10 000 Exemplaren gedruckt und der 1897 insgesammt 31 224,26 M., die Ausgaben in diesem Jahre Fester Wille", Alexandrinenſtr. 32, Dietrich. Arbeiter Zitherv. ,, Einigkeit", Hauptsache nach umsonst vertheilt wird. Musitv. Osiris". Wrangelstr. 11, Blum. Sein Hauptzweck ist die 14 634,45 W., so daß gegenwärtig ein Kassenbestand von 16 589,81 mM. Reichenbergerstr. 19, Lehmann. Aufnahme von Inseraten. Bei der Erlangung solcher soll sowohl er, vorhanden war. In anbetracht dieser Kassenverhältnisse und in Rüd- Fortuna", Blumenstr. 36, Weiß. Vergnügungsv. Flugtaubenv.„ Vorwärts- Nord", Ackerstr. 17, Reuter. Musikv.„ Norddeutsche Klänge", Swine als auch seine Agenten, zu denen die drei Mitangeklagten gehörten, sicht auf die lange Arbeitslosigkeit, die ein großer Theil der Maurer münderstraße 51, Renter. Quartettv., Wedding", Chauffeestr. 72, Meißner. betrügerische Vorspiegelungen gemacht haben. Die Anklage behauptet, durchzumachen hatte, sowie in Rücksicht auf die bevorstehenden Theaterv. Concordia", Elisabethstr. 30, Scholz. Wünsch'scher gem. daß die Angeklagten in vielen Fällen den Auftrag der Besteller, die Reichstags- Wahlen, zu denen Sammlungen veranstaltet werden, Chor", Rosenthalerstr. 57, Schiller. dem Kreise der kleineren Geschäftsleute angehörten, durch Fluntereien wurde vorläufig von einer Erhöhung der Beiträge Abstand geerschlichen, insbesondere sich die Unterschrift unter dem Bestellschein nommen. Aus den übrigen Ausführungen, die meistens in den durch Täuschungen über deſſen Inhalt verschafft, den unterschriftlich Geschäftsordnungsdebatten uno Richtigstellungen gemacht wurden, vollzogenen Bestellschein in einzelnen Fällen ordnungswidrig ausgefüllt war nur noch zu entnehmen, daß auf den Bauten in Rirdorf, Charhaben 2c. 2c. Sämmtliche Angeklagte bestritten im gestrigen Termine lottenburg 2c., die also nicht zum Berliner Streifgebiet gehören, die ihre Schuld und behaupteten, daß sie sich lediglich auf die An- Beiträge für die betreffenden örtlichen Fonds bezahlt werden sollen. preisungen allgemeiner Art wie sie im Geschäftsleben Zum Schluß wurde sodann ein Beschluß gefaßt, nach welchem üblich sind, um einen Dritten zu zu einem Geschäftsabschluß mehreren, bei der Bausperre am Schiffbauerdamm betheiligten geneigt zu machen, beschränkt haben. Speziell erklärte Maurern wegen ihres unkorrekten Verhaltens bei dieser Gelegenheit Bellermaher, daß er gar keinen Grund gehabt habe, auf eine die Auszahlung der üblichen Unterstügung verweigert werden soll. betrügerische Geschäftshandhabung auszugehen, da er in seinem GeArbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorsitzender: Adolf schäft nach Ausweis seiner Bücher einen Jahresumsatz von 500 000 M. Neumann, Brunnenstr. 150. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu gehabt und in 18 Monaten einen Verdienst von 30 000 M. richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 50, vorn II. Dienstag, abends erzielt habe. Er ist am 25. Oktober v. J. inhaftirt worden, ein von 9-11: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder: Steineiche", Klap: ihm angerufener sachverständiger Zeuge bestätigt ihm aber zum schuß, Manteuffelstr. 91. Senefelder". Schiller, Rosenthalerstr. 57. Beweise, wie gut fundirt sein Geschäft sei daß trotz der Ver- Gerechtigkeit"( Westen), Werner, Bülowstr. 59. Olympia", Streit, Haftung das Geschäft noch immer gut geht und ihm der Kredit Naunynſtr. 86. Hand in Hand I", Richter, Mariannenstr. 41. ,, Kreuz nicht entzogen ist. Bellermayer berief sich ferner auf eine berg", Buschbeck, Hasenhaide 58. Edelweiß", Stehmann, Melchiorstr. 15. Echo II", Mündner, Linienstr. 19. Wiederhall", Schnieber, Admiral: Reihe bon Zeugen barüber, daß auch die erhältlife bestraße 21.- Freiheit II", Schulz, Köpenick, Schönelinderstr. 9. MyrthenMarkthallen- Anzeigers" auf guter und solider blätter", Blume, Prenzlauer Allee Unverzagt II", Beusselstr. 9. ruhen, daß die Zeitung in einer Auflage von 10 000 Eremplaren Freies Lied", Friedrichsberg, Schuhmann, Frankfurter Allee 181. Rothe thatsächlich gedruckt und theils an die Inhaber von Markthallen- Nelte I", Obst, Schöneberg, Grunewaldstr. 110. Rothe Nelke II", Rosin, Ständen vertheilt, theils durch die Packetpost an Interessenten ver- Ruppinerstr. 42. 21 Bonus IV" Engel, Rathenow, Jägerstr. 25. Eichenfranz", Jean schickt wurde und er behauptete, daß die Beschuldigungen des Betrugs Alpenglocke", Gold, Große Frankfurterſtr. 133. mur von solchen Leuten ausgehen könnten, die vom Inseratenwesen stöpeniderstr. Boillon, Brenzlau, Schnellestr. 67. Freier Sängerchor", Witte, Glienice, eine falsche Vorstellung hätten und glaubten, daß, Weddinger Harmonie", Milbrodt, Müllerstr. 7a. Vorwärts VIII", Schurbaum, Marwitz in der Mark.„ Freie fie für 5 Mr. Inserate aufgeben, sie sofort für 500 M. Sänger III", Heegermühle hei Eberswalde.„ Frohsinu I", Mertens, Swinemde. 762 SSO Golfig 10 Haparanda 766 Still Vortheil einstreichen könnten. Die Verhandlung über Rummelsburg, Goethe: und Kantstraßen- Ece. Akazie"( gemischter Hamburg den allgemeinen Theil der Anklage, die Auflage und den Vertrieb des Chor), Wegner, Oranienstraße 184.„ Oranke", Hähling, Neu- Weißen: Berlin Markthallen- Anzeigers" füllte den ganzen Vormittag aus. Nach- fee, Laughansstr. 106. Sangeslust II", Bergmann, Bajewalferstr. 3. Arbeiter- Maibund", München mittags wurden einige Spezialfälle verhandelt, die ohne jedes allgemeine Weiße Rose", Malchin, Reinickendorf, Residenzſtr. 101a.Vorwärts VII", Breves, Rummelsburg, Kaut- Wien Interesse waren. Da 37 Betrugsfälle zu verhandeln und zirka Siemke, Nowawes, Wallstr. u. Goethestr.- Ede. Zündholz", Abendroth, Badstr. 42.„ Alliance", Helfer, 70 Bengen zu vernehmen sind, so wird die Verhandlung bis Oranienstr. 51. Glasarbeiter", Zeidler, Köpenick, Müggelheimstr. 29. Freitag andauern. Wir werden uns darauf beschränken, seinerzeit Esmeralda", Baas, Cotheninsstr. 3. Krenzberger Harmonie", Möhring, die Strafanträge und das Urtheil mitzutheilen. Admiralstr. 18c. " Sangesblüthen", Böttcher, Krautstr. 6.- ,, Melodia II", wenn Dienstag: Klub„ Vorwärts", Kommandantenstr. 7/9, abds. 72 Uhr: UebungsArbeiter Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratke, Schulstr. 24. stunde. Arbeiter Turnerbund. Dienstag: Turnb. Fichte", Berlin, abds: 8-10 thr: 2. Männerabth.: Stalizerstr. 55/56; 4. Männerabth.: Stephanstraße 3; 5. Männerabth.: Ackerstr. 67; 6. Männerabth.: Stallschreiberstr. 54, 1. Lehrlingsabth.: Friedenstr. 37; 3. Lehrlingsabth.: Boeckstr. 21; 1 Damenabtheilung: Mariannenufer la. Hotel( Wilhelmsplatz), abds. 8-10 Uhr: Uebungsst. Männer- Turnb.„ Eiche", Köpenia, stein's " Freie Turnerschaft Rixdorf- Briz", Wirsing, Knesebeckstr. 113, 6-8 Uhr: 1. Schülerabtheilg, 81/-10%/ 2 Uhr: 1. Männer- und Lehrlingsabtheilg. Turnerschaft b. V. Nereus", Männerabth., Reichenbergerstr. 131/132, abds. 8-10 Uhr. Lese- und Distutirklubs. Dienstag:" Süden", Ewald, Schönleinstraße 6." Freie Jugend", Seidler, Ratibor str. 16. " Witterungsübersicht vom 2. Mai 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer= stand mm Wind: richtung Windstärke Wiesbaden 758 SO 761 SO 759 Still 761 SO 763 Still Wetter Temp. n. C. 5° 4° R. Stationen Barometer Windrichtung Windstärke 2hlb. bed. 14 Petersburg 768 NW 2 heiter 13 Cort 747 OSO wolfent 15 Aberdeen 757 S 3volten 14 Paris wolfent 12 Wetter heiter 1hib. bed. 5 bedeckt 3516. bed. Temp. 1. C. 105NO 15° C.= 4° N. Wetter Prognose für Dienstag, 3. Mai 1898. Warm und vielfach heiter, zeitweise woltig, bei frischen südlichen Winden; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst trocken. Berliner Wetterbureau. SW. Bellealliancestr. 1-2. C. Hamburger Engros- Lager C.Janderf& Co. Spittelmarkt 16-17. Berlin. SW. C. Spittelmarkt 16-17. Bellealliancestr. 1-2. Gelegenheitskauf NUR vom 2. bis 5. Mai. Jacken- Costume aus Ia Covert- Coat, elegant gearbeitet in den neuesten Saison- Farben. Damenhand1575 Balkon- Möbel aus Bambus Kattune, bedruckt, Meter Paar Pf. grosse Auswahl neuer Muster • schuhe in hübschen Sommerfarben 30 mit verschiedenf. Zwickel 28 PL. Stühle aus Bambus.... Bauerntische Stück 240 Mk. 2 Stück JO Mk. Damenhandschuhe. Farbig. Suède Imitation. Vorzüglich i. d. Wäsche. Damenstrümpfe. Echt Paar 48 Pf. Paar Diamantschwarz, Doppelsohle, Doppel- 42 spitze, Hochfersen. Damenstrümpfe, garantirt Paar Pf. echtschwarz, Doppelsohle, verstärkte Pf. Spitzen Battist Organdy für Schürzen und weiss, Kinder- Kleidchen Meter 45 F Meter Pf. 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Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 712 Uhr. Leffing. Im weißen Röß't. Anfang 7 Uhr. Berliner. Kinder der Bühne. Aneue Freie Wolksbühne Donnerstag, den 5. Mai, abends 8 Uhr: Sonntag, den 8. Mai, nachm. 2½ Uhr, im Thalia Theater": Tiebelei. Schauspiel in 4 Aften von A. Schnikler. Ginige Neuaufnahmen können wieder vorgenommen werden und find Bewerber ersucht, sich schleunigt an einer der Zahlstellen zu melden. Achtung, Moabit: Die Zahlstelle M. Schiefel, Huttenstr. 6, ist aufgehoben. Die in Frage kommenden Mitglieder find gebeten, dafür die Bahlstelle P. Drucker, Beuffelstrake 88 Goethe. Der Süttenbefizer. An- ober die neuerrichtete Herm. Becker, Gotowskyfte. 9, fang 7 Uhr. fang 71 Uhr. Schiller. Doppelfelbstmord. Anfang 8 Uhr. Unter den Linden. Der Opernball. Anfang 7 Uhr. Neues. Die Freuden der Häuslich feit. Anfang 71 Uhr. Residenz. Herr Coulisset. Anfang 8 11hr. Thalia. Die Haberer. Anfang 7 Uhr. Central. Nullerl. Anfang 71/2 Uhr. Ostend. Unter der Polarsonne. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Die Aermften. Anfang 8 Uhr. Luisen. Der jüngste Lieutenant. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Trompeter von Säffingen. Anfang 8 Uhr. Alexanderplatz. Eine Gefallene. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundl. Ansstellung v. 10 Uhr vormittags ab. Abends 8 Uhr Wissenschaftl. Theater. in Anspruch zu nehmen. BANNSTATION AUSSTELLUNG am KURFÜRSTENDAMM. Carl Hagenbeck's INDIEN Vorstellungen in der Arena: 5 und 8 Uhr nachm. Im Theater ab 4 Uhr beständig, ab 4 Uhr nachm.: Gr. Militär- Doppel- Concert. ENTREE 50 Pf. Urania Concerthaus Taubenstr. 48/49. Leipzigerstr.No.48 Täglich: Juvalidenstraße 57/62. Täglid Naturkundliche Ausstellung. Täglich Hoffmann's Quartett ( außer Sonntags und Mittwochs) abends 8 Uhr: Wissenschaftliche Vorträge. Passage Panoptikum. 36 schwarze Mädchen aus unseren afrikanischen Kolonien. Apollo. Spezialitäten. Anf. 8 Uhr. Neichshallen. Spezialitäteit. An fang 7 Uhr. Ostend- Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Dir. C. Weiss. Letzte Woche! Lezte Woche! Zum 94. Male: Unter der Polarsonne. Im Tunnel vor u. nach der Vorst. Gr. Frei- Konzert. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Ant 10. Mai findet das 30jährige Schauspieler- Jubiläum des Direktors Carl Weiß statt; zur Aufführung gelangt: Der Stabstrompeter. Schiller Theater ( Wallner Theater). Dienstag: Doppelfelbstmord. Mittwoch: Zum ersten Male: Galeotto. Donnerstag: Galeotto. geöffnet von 10 Uhr vorm. ab. Eintritt 50 Pf.- Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Invalidenstr. No. 57-62. Täglich abends 7 Uhr: Ausstellungs- Saal und Vorträge. Näheres die Tagesanschläge. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Ein lebender RiesenOrang- Utan der Waldmensch" von der Insel Borneo, 112 Met. hoch. Salambo, 2 die schöne Schlangenbändigerin. Passage- Panopticum. 36 schwarze Mädchen aus unseren afrikanischen Kolonien. Vorstellungen 12, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr. und Humoristen. In Zossen. SAVIGNYPLATE 150/9 Billet Borverkauf von 12 bis 2 lhr. Ton- Halle, Friedrichstrasse 112. Jeden Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Gr. Ball. 47388* Rübezahl, am Müggelsee, 14 Volks- Versammlungen. I. Kreis: Feen- Palast, Burg- und St. Wolfgangstraßen- Ede. II. Kreis: Bock- Brauerei, Am Tempelhofer Berg. III. Kreis: Märkischer Hof( Möhring), Admiralstraße 18c. Arminhallen, Kommandantenstraße 20. IV. Kreis: Sanssouci, Rottbuserstraße 4a. Brüder, Waldemarstraße 75. Urania, Wrangelstraße 10-11. Keller's Festsäle, Roppenstraße 29. 0. Stechert( früher Joël), Andreasstraße 21. V. Kreis: Brauerei Friedrichshain( früher Lips). VI. Kreis: Berliner Prater, Kastanien- Allee 7. Volksgarten, Badstraße 56. Kösliner Hof, Röslinerstraße 8. Ahrens' Brauerei, Thurmstraße 25-26. Tages- Ordnung: Was hat das deutsche Volk von dem Ausfall der Reichstagswahlen zu erwarten? Referenten: Bebel, Borgmann, Fischer, Förster, Gerisch, Heine, Liebknecht, Lütgenan, Robert Schmidt, Singer, Zadek. Genossen, Genossinnen! Mit diesen Versammlungen treten wir in die WahlEmpfehle meine drel Restaurants: agitation ein. Ihr wißt, was bei der diesjährigen Wahl auf dem Spiele steht. Zeigt, daß Ihr mündig seid, agitirt, flärt auf. Sorgt auch dafür, daß Eure Mitbrüder und Mitschwestern die Versammlungen besuchen, um sich unsere Bestrebungen klarlegen zu lassen. Frisch auf, zur fröhlichen Wahlschlacht! Teufelssee, Müggelberge, Marienlust, a. d. Dahnte, zivischen Grünau und Friedrichshagen, bei Fußpartien über die Müggel: berge. 47248* C. Streichhan, Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Ge: Besitzer des Kaiserhofs Köpenick. noffen, die meinen lieben, unvergeßlichen Mann zur letzten Ruhestatt ge= Kranzbinderei u. Blumen- leitet, fage ich meinen herzlichsten Dant. handlung von 50452* Die trauernden Hinterbliebenen. Robert Meyer, Wittwe Ida Bartel. Ehrenerklärung. Die Beleidigung, die ich dem Bau: arbeiter W. No ad zugefügt habe, nehme ich zurück und erkläre den: selben für einen Ehrenmann. F. Tasche. No. 2. Mariannenstr. No. 2. Widmungs- Kränze, Guirlanden, Ball: sträußchen, Bouquets 2c. werden sehr geschmackvoll und preiswerth geliefert. 33526 Deutscher Metallarbeiter- Verband. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Mittwoch, den 4. Mai 1898, abends 8 Uhr, im Lofal von Wilke, Andreasstraße Nr. 26: Central- Theater Maehr's Theater Beşirks- Versammlung Alie Jakobfir. 30. Dienstag, den 3. Mai 1898: Zweites Oranien- Strasse 24. Theater und Spezialitäten- Vorstellung. Novitäten- Programm. Stille Liebe, Boffe. Gastspiel des Fiala Ensembles unglückliche Familienverhältniffe ,, s Nullerl". Boltsstück mit Gesang in 5 Aften von Carl Morre. Hans Neuert und Paula Wirth als Gäste. Anfang 7 Uhr. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Boffe. Hertha Lorenzi, Marietta Berndt, Kostümisoubrette. Kostümsoubrette. Clemens Focke, Original- Humorist. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Preise der Plätze wie Sonntags 6 Uhr. gewöhnlich. für Drahtarbeiter und Berufsgenossen. Tagesordnung: Die Vertrauensleute Berlins. 213/10 Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 4. Mai, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen. Süden: bei Krieger, Wafferthorstraße 68. Tagesordnung: Wann stellen die bei der allgemeinen Lohnbewegung im Jahr 1896 zurückgebliebenen Wertstätten ihre Forderung auf Einführung der 52ftündigen Arbeitszeit? Besonders sind eingeladen die Kollegen von Frant, Dresdenerstraße und Appelt, Wasserthorstraße. Südosten: bei Rautenberg, Oranienfte. 180. Folgende Wertstellen sind zur Bezirts- Vertrauensmäner- Bersammlung eingeladen: Jotisch, Püdlerstr. 58. Retsch, Forsterftr. 54. Seibel, Görligerftr. 39. Besonders werden die Vertrauensleute der Bautischlereien eingeladen. Often und Nordoften: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Kollegen sorgt dafür, daß jede Werkstatt durch einen Vertrauensmann Hierzu ist die Werkstatt von Friede, Büschingstr. 6, eingeladen. 1. Bortag des Herrn Ingenieur Grempe. 2. Distuffion. 3. Bers vertreten ist. bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 4. Mai 1898, abends 8½ Uhr: Bezirksversammlung für Wedding im„ Kolberger Salon", Kolbergerstraße 23. Tagesordnung: Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: Schwedterstr. 23 bei Wernau. Tagesordnung: 1. Besprechung der Lage in den Bautischlereken. 2. Distussion. Wedding und Gesundbrunnen: Gröffnung der Sommersaison am Metallarbeiter". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Ber: Weften und Südwesten: bei Zubeil, Lindenstr. 106. Donnerstag, den 19. Mai, im schattigen Sommergarten. Luisen- Theater Apollo- Theater. 34. Reichenbergerstrasse 34. Abends 8 Uhr: 3. Gastspiel von Emma Frühling. Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Der jüngste Lieutenant. Eröffnung der Sommersaison. Poffe mit Gesang in 3 Aften v. Ed. Vollständig Jacobson. Musik v. G. Lehnhardt. Mittwoch: Arme Mieze! Marie Anna Müller- Lincke. 1 Borbestellungen v. Billets neues Programm. burch Telephon Amt 4 9. 2074 Henry Bender. Rob. Steidl. werden ohne Aufgeld au der Abend: kaffe refervirt. Budapester Possen- u. Operettentheater Kaufmann's Variété Direktion: Gebr. Herrnfeld. Den siegreichsten Erfolg der Saison erzielen die neuesten Gebrüder Herrnfeld'schen Sensationsstücke ,, Die vierte Frau" 99 und Von Dreien der Glücklichste" mit Donat und Anton Herrnfeld und Martin Bendix in den Hauptrollen. Ausserdem: Auftreten von Solo- Spezialitäten. Anfang präz. 8 Uhr. Vorverkauf von 10-5 Uhr. Edi Blum. Eugenie Fougère Kasseneröffnung 6%, Anf. 8 Uhr. In Vorbereitung: 1. S. W. u. s. W. Don Juan in der Hölle. W. Noack's Theater Brunnen Strasse 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Gr. Extra- Theatervorstellung Papa's Liebschaft. Schwant in 4 Aften von Malachom und Elsner. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Allen Freunden u. Genossen empfehle 48262* ich mein Weiss- u. Bayr- Bier- Lokal. Vereinszimmer, 15-40 Perf. fail., m. Piano u. Billard, sowie zu zahl stellen, stehen zur Verfügung. Ferdinand Schulz, Schöneberg, Bahnstraße 35. 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über:" Berufskrankheiten der im Lokale des Herrn Raabe( Rolberger Salon), Kolbergerstr. 23, schiedenes. Die Kollegen und Kolleginnen werden dringend ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Bibliothek des Verbandes befindet sich im Restaur. Mörschel, Jüdenstr. 35. Dieselbe ist geöffnet jeden Abend von 7 bis 9 Uhr. Sonn- und Feiertags' geschlossen. Die Ortsverwaltung. Achtung, Bauarbeiter! Oeffentl. Versammlung der Bau- Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter, Berlins und Umgegend Mittwoch, den 4. Mai, abends 8 Uhr, in Feuerstein's Festsälen, Alte Jakobftr. 75. Tages- Ordnung: 1. Die Arbeitseinstellungen und wie stellen sich die Bauarbeiter dazu. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 30/15 Die Kollegen von Sänger, Mauerstr. 47/48, sind eingeladen. Moabit: im totale Thurmstraße 84. Es ist dringend nothwendig, daß die Bautischler in den Versammlungen sämmtlicher Bezirke sich vertreten lassen, um über die bevorstehende Lohnbewegung zu 5erathen. Brandhe der Musikinstrumenten- Arbeiter: Mittwoch, 4. Mai, abends 8 Uhr, bei Zubeil, Lindenstr. 106. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Pflicht der Verbandskollegen ist es, aus jeder Werkstatt einen Kollegen zu belegiren. Modell- und Fabrik- Tischler im„ Vorstädtischen Kajino", Ackerstr. 144. Tagesordnung: 1. Die Ueberstunden in unserer Branche und wie schaffen Um rege Betheiligung ersucht Die Kommission. J. A.: W. Noack. wir dieselben ab. 2. Wie stellen wir den Kollegen die Holzarbeiter- Zeitung" Achtung! Achtung! au? 3. Berschiedenes. betreftiteiten an das Bureau Inſelür. 10 v. II., bet Stabernack, Bauarbeiter! Kollegen! Sorge jeder dafür, daß alle, auch die Kleinsten Werkstätten vertreten sind, denn nur dann ist es möglich, die jetzigen junhaltbaren zu Hiermit zur Nachricht, daß vom Montag, den 2. b. M. alle Anfragen stände zu ändern. in der Zeit von 7-12 und von 2-7 Uhr abends zu richten sind. Alle Briefe und sonstige Sendungen ebenfalls an obige Adresse. Wir ersuchen Amt VII Nr. 1212. die Kollegen Berlins und Umgegend streng darauf zu achten. Telephon Die Kommission. J. A.: W. Noack. Eine Pracht! Die Hausfrau, deren Wäsche prächtig, Erregt den Neid der andern mächtig, Sie hat erwählt das beste Theil: Heil dem Extract von Karol Weil! Das Vorzüglichste zur Toilette ist Karol Weil's ,, Karola", Lieblingsseife der Damen. Drechsler. Südosten: Restaurant Metzner, Oranienstr. 184. Die Kollegen von Völker, Neue Jakobstr. 5, und von Shoy, Mariannenstr. 31/32 sind besonders hierzu eingeladen. Südwesten: Restaurant Zubeil, Lindenstr. 106. Norden: Restaurant Hoppe, Ackerstraße Nr. 145. Hierzu sind besonders die Wertstellen von Bornede, Bernauerftr. 78; Wagemann, Joachimstr. 11a, eingeladen. Osten: Restaurant Mühle, Koppenstraße Nr. 41. Hierzu sind besonders die Kollegen der Werkstellen von Ludwig. Markusstr. 5; Müller, Memelerstr. 40; Drechsler, Grünerweg 71 und Pallisadenstr. 75, eingeladen. Branchen- Versammlung der Stellmacher in Englischen Garten, Alexanderstr. 27c. Tagesordnung: 1. Wahl einer Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Unser Arbeitsnachweis. 3. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. 80/3 B. Günzel, Lothringerstr. 52. Spezialität: Porträts fozialistischer Führer, Laffalle, Mary 2c. in Cigarrenspizen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büsten Bildern u. dgl., fowie jede Drechslerwaare u. Repar.( Man verl. Preisturant. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin, Druck und Verlag von Mar Badina in Berlin. Vorwärts" Berliner Berliner Volksblatt. Br. 102. 15. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts' Die Torgelower Streikaffäre vor dem Stettiner Schwurgericht. Angeklagten ins Buchthaus zu schiden. Ich bitte deshalb, die Fragen nach dem qualifizirten Landfriedensbruch zu verneinen. Dienstag, 3. Mai 1898. Die bürgerlichen Geschworenen bejahen bei Meyer die Frage der Mädelsführerschaft, sprachen die Angeklagten Wichmann, Verth. Nechtsanwalt Wolff vertheidigt den Angeklagten Heiden, Borchardt, Teisewaldt, Heiden, Berger, Foth, Holz und Franz Peters der als Handelsmann mit dem ganzen Streit nichts zu thun hatte des schweren Landfriedensbruchs, die Angeklagten Bach, Eggebrecht Das drakonische Urtheil, welches bürgerliche Geschworene und und nur aus Neugierde in den Wald gegangen sei. Heiden sei nur und Friedrich Peters nur des einfachen Landfriedensbruchs schuldig Fi, che Berufsrichter über die unglüdlichen Angeklagten gefällt von Mitangeklagten bezichtigt, die sich aber alle sehr unbestimnit und billigen den Angeklagten Wichmann, Borchardt, Holz und Franz haben, ist unseren Lesern aus der Sonntags- Nummer bekannt. Wir ausgedrückt hätten, des qualifizirten Landfriedensbruchs sei Heiden Peters mildernde Umstände zu. Von den übrigen 28 Angeklagten tragen aus der Schlußverhandlung vom Sonnabend Abend das nicht überführt. werden 14 des Landfriedensbruchs schuldig gesprochen, bei 14 AnWesentliche nach: Berth. Justizrath Ritschel plädirt für Freisprechung derjenigen, geklagten wird die Schuldfrage berneint. Der Staatsanwalt beantragt gegen Meyer 5 Jahr Zuchthaus, Vertheidiger Dr. Heinemann geht auf die Ursachen des welche durch Rufe, vom Schlagen abzulassen, ihre Mißbilligung des Streits ein. Festgestellt ist, daß bis zum 10. Jamiar alles ruhig ganzen Verhaltens der übrigen deutlich zu erkennen gegeben haben. gegen Heiden 3 Jahr 6 Monate, gegen Bajewaldt 3 Jahre, gegen verlaufen ist. In dem Aufstellen der Streifposten liegt nichts Un Die übrigen Vertheidiger schließen sich den rechtlichen Ausführungen Berger 3 Jahre und gegen Foth 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, gegen gefeßliches. Andere Gerichte haben das Postenstellen als groben der früheren Vertheidiger an. R.-A. Lewin bestreitet insbesondere Wichmann, Borcherdt, Holz und Franz Peters je 2 Jahre GeUnfug ausgelegt, das Reichsgericht und Oberlandesgericht haben das das für den Thatbestand des Landfriedensbruchs erforderliche Moment fängniß, gegen 14 Angeklagte die Freisprechung und gegen die Urtheil aufgehoben und gefagt, wenn der Gesetzgeber den Streit der Deffentlichkeit. Es sei eine bestimmt begrenzte Menge gewefen, übrigen Angeklagten Gefängnißstrafen von sechs Monaten bis zu als berechtigt erklärt, müssen auch die Mittel zur Durchführung als nicht eine solche, die aus der Oeffentlichkeit Zuzug erhalten konnte einem Jahre. berechtigt gelten. Von Massatsch ist festgestellt worden, daß er sich oder erhalten hat. Die Vertheidiger plädiren deshalb für Frei- Die Bertheidiger ersuchen um mildere Strafen. Der Gerichtshof verurtheilt Meyer zu drei Jahren, Heiden und als höchst geschickter und vorsichtiger Leiter erwiesen hat. Dagegen sprechung ihrer Klienten. müßte das Vorgehen der Arbeitgeber böses Blut machen. Das Ver- Erster Staatsanwalt Blume wendet sich gegen die Aeußerung Berger zu je 2 Jahren, Pafewaldt zu 1 Jahr 9 Monaten, Foth zir halten der Arbeitgeber als eine un- des Vertheidigers Heinemann, daß die Fabrikanten eine Gesez- 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus. Meher auch zu Ehrverlust auf unterbrochene ette von Gesezwidrigteiten dar. widrigkeit begangen haben. Es muß den Unternehmern das Recht 3 Jahre und Zulassung von Polizei- Aufsicht, die Angeklagten Wich( Beivegung). Ja, als eine Kette von Gesezwidrigkeiten, denn die gewahrt bleiben, sich ihre Arbeiter aussuchen zu dürfen. Die Aus- mann und Borchardt zu je 1 Jahr 6 Monaten Gefängniß, Holz und Beschränkung des Koalitionsrechts ist nichts als eine fchreitungen richteten sich aber gar nicht gegen die Arbeitgeber, Franz Peters zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängniß. Die Angeklagten Gesezwidrigkeit. Ertelt, Alpen und Ernst Voß werden zu 8 Monaten Gefängniß berWenn der Staatsanwalt gesagt hat, sondern gegen jeden in betracht kommenden unschuldigen Arbeiter. dieser Prozeß könnte möglicherweise Veranlassung geben, die Rechtsanwalt Heinemann erwidert, bei der Firma Menzel urtheilt, 14 Angeklagte werden freigesprochen, die übrig bleibenden Auswüchse des Koalitionsrechts zu beschneiden, so meine liegt ein Rechtsbruch vor, denn sie hat den an feierlicher 14 Angeklagten zu je 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Um 83 Uhr abends war die Verhandlung zu Ende. ich, dazu liegt gar fein Anlaß vor, im Gegentheil, Stelle vor dem Gewerbegericht in ledermünde geschlossenen der Prozeß zeigt, daß es nothwendig sein sein wird, Vergleich nicht gehalten. Ich habe mich vorhin so milde wie Verschärfungen der Strafe für diejenigen zu erlassen, welche möglich ausgedrückt. Jest will ich sagen, wenn ich mir die den Arbeiter an der Ausübung des Koalitions Entscheidungen des Reichsgerichts über den Begriff der Erlos Briefkasten der Redaktion. rechts hindern wollen. Der Staatsanwalt sagte, den pressung unterliegt es für keinem Zweifel, besonderen Rechten müssen besondere Pflichten gegenüberſtehen, ebene Berlanga ber Unterschrift eines wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben ober eine Bayd Koalitionsrecht ſteht auch ich mein besonderes Recht, denn das Reverses eine Erpressung liegt, in welchem es anzugeben, unter der die wird in icht ertheilt. fo. Schriftliche Antwort verpflichtet Metallarbeiterjedem zu. meine, sehr die Ausschreitungen an sich zu verurtheilen sind, so ist doch der Fachverein auszutreten, widrigenfalls ihm sofort gekündigt wird und Gesichtspunkt nicht von der Hand zu weisen, daß es sich hier er zehn Mark an die Fabrikasse zahlen muß. Ich empfehle die Annicht um eine einfache Prügelei handelte, daß die Arbeiter hier um geklagten noch ihrer Wilde, weil ja bewiesen worden ist, daß sie ihr wichtigstes Recht tämpften. Der Vertheidiger kommt hierauf außerhalb Torgelows keine Arbeit erhalten fonnten, was die Erauf die einzelnen Angeklagten zu sprechen und bestreitet, daß sämmt- bitterung der Arbeiter steigern mußte. Dedenken Sie doch auch, lichen Angeklagten das Bewußtsein der Strafbarkeit innegewohnt habe. daß in anderen Streifen Standessolidarität verlangt wird und diejenigen Namentlich die Angeklagten, die zum Guten geredet haben und ihre mißachtet werden, welche an getroffenen Verabredungen nicht Genossen vom Schlagen abgehalten haben. Der vom Staatsanwalt theilnehmen. Natürlich äußert sich in diesen Schichten der Gesellschaft proklamirte Grundsatz Mitgefangen, mitgehagen" entspricht dem die Mißachtung nicht in der hier in Rede stehenden strafbaren Weise. Gegentheil von Gerechtigkeit. Es wird jeder einzelne Wenn Sie diese Gründe würdigen, werden Sie zu einem milden Angeklagte individuell zu behandeln und bei jedem Einzelnen genau Urtheil gelangen. zu prüfen sein. Auch ich halte mit meinem Mitvertheidiger die Nach kurzer Rechtsbelehrung seitens der Vorsitzenden zichen sich " Bezichtigungen der Mitangeklagten für nicht ausreichend, um die die Geschworenen zur Berathung zurück. Gegründet 1872. F. Nahrstedt 300 Tricotagen.Wollwaaren. stoffe Damen Mantel F. Nahrstedt. Fertige Belten Fernsprecher: Amt IV, No. 9777. Cognac Ganze Ausstattungen. Wasche Gardinen Wrangel- Strasse 40-41. Cacao van Houten Ein angenehmes, nahrhaftes Getränk, ohne die üblen nervenstörenden Wirkungen von Kaffee und Thee. Direct von Aachen! weltberühmt durch fast auf allen Ausstellungen prämiirte Tache liefern wir zu hervorragend niedrigen Preisen von einfachst. bis felnsten in reeller Waare. Vorzügl. erstklassige Musterauswahl senden Jedem franco ohne Kaufzwang. 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Postanit 28 bis Freitag. 33596 38 Zur Saccharinfrage! " Die unterzeichnete Firma erachtet es als tief unter ihrer Würde stehend, die in dem Inserate des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend" enthaltenen unrichtigen Behauptungen auf gleichem Wege zu widerlegen. Nur um Missdeutungen, die durch ein Todtschweigen des Inserates hervorgerufen werden könnten, vorzubeugen, giebt sie folgende Thatsachen bekannt: 1. Die erwähnte Petition gegen den Antrag Dr. Paasche, Roesicke u. Gen. wurde von der unterzeichneten Firma mit Hilfe eines Vorstandsmitgliedes des ,, Bundes der mittleren und kleinen Brauereien der Norddeutschen Brausteuergemeinschaft" nur verfasst, um den zahlreichen, an sie ergangenen Wünschen ihrer Kundschaft Rechnung zu tragen. 2. Wie wenig die 26 unterzeichneten Aktien Brauereien des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend" zu Verfechtern der Interessen des ,, Norddeutschen Braugewerbes" geeignet erscheinen, wird durch die Thatsache illustrirt, dass die vorerwähnte Petition in wenigen Tagen die Unterschriften von nahezu 900 Brauereien aus allen Theilen des Deutschen Reiches gefunden hat. A. Schulz, Möbel- und Polster waaren- Fabrik waaren- Fabrik gegründet 1878 Reichenberger Strasse 5, zwischen Kottbuser Thor und Ritterstrasse. Sehr grosses Lager 49822* Bürgerlicher Wohnungs- Einrichtungen in Nussbaum u. Mahagoni v. 240, 300, 400, 500, 600, 800-10 000 M. in nur anerkannt gediegener Ausführung. Sonnabend: Refter Berkauf! T. A. IV. No. 2395. Anzug, Paletot, Hofen- Stoffe. Brenner& Cie., Alte Jakobstrasse No. 57-59. 8Grüner Weg 80 Großer Ausverkauf in 3. Im übrigen bringt die unterzeichnete Firma zur Kenntniss aller an der Saccharinfrage Gardinen Interessirten, dass sie ohne Verzug gegen den ,, Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend" eine Klage anstrengen wird, um gerichtlich die Unrichtigkeiten der Behauptungen des Inserates dieses Vereins feststellen zu lassen. Salbke- Westerhüsen a. Elbe, den 30. April 1898. Fahlberg, List& Co. Die Möbel- Fabrit Grosser Möbelverkauf. Rene Schönhauseritr. 2 ( früher Rosenthalerstr. 13) Tiefert Bürgerliche Wohnungs Einrichtungen schon von 150 W. ant. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theilzahlung. Lager gebrauchter und verliehen gewesener Möbel. Eigene Tapezier u. Delorations Werkstatt. Transport durch eigene Gespanne, auch nach außerhalb.[ 4987L* Möbel verliehen gewesene und neue, staunend billig, Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. 49952* Neue Königstraße 59 und Gneisenaustraße 15. 9. Bichung d. 4. Kaffe 198. Kgl. Preuß. Lotterie.| 116074 366 528 669 729( 500] 64 867 Biehung vom 2. Mai 1898, vormittags. Nur die Gewinne über 210 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 25[ 500] 184 301 19 475 92[ 500] 535 51 67 974 1077 128 292 341 69 72 81 400 40 42 534[ 500] 780 843 2069 141 56 358 98 508[ 300] 678 819[ 1500] 907 3132 44 290 368 82 437 838 43 59 922 69[ 600] 4136 582 716 36 5194 207 16 88 89 342 94 655 706 804 46 905 6005 44 128 29 35 283 481 754 895 992 7197 390 404[ 300] 777 889 910 8069 92 318 700 95 828 84 971 94 9042 190 [ 300] 270 576 724 847 74 75 921[ 300] 37 10042 328 414 21 535 81 669 758 892 943 11089 874 445 70[ 8000) 586 89 777 857 12208[ 1500] 38[ 600] 381 489 512 719 75 13308 57 420 71 753 94 888 943 14003 181 367 400 828 80 920 37[ 1500] 66 15111 23 49 85 87 200 400 591[ 1500] 614 19 53 754( 5000] 16005 188 287 307 492 528 75 616[ 300] 740 835 17194 227 56 84 416 31 32 547 651 741 859 911 18007 96 660 879 942 43 51[ 8000] 19360 496[ 300] 608 733 1834 13000) 988 20089 140 278 90 391 404 32 606 96 765 66 85 21190 284 550 122438 630 71 28185 871 507 781 55( 5000) 78 24101 227 352 491 97 635 810 25057 241 485 80 572 611 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173362 64[ 1500] 428 761 88 841 96 975[ 800] 95 174003 65 164 485[ 500] 686 76 791 802 965 175232 882 42 669 711 65 78 932 176037 117 62 220[ 3000] 365 488 595 648 61 131 48[ 1500] 820 40 975 177079 156 201 430 575[ 800] 773 178074 256 414 95 771 975 82 179347 468( 1500) 599 740 821 85 180037 113 282 389. 487 573[ 3000] 668 76 181012 428 38 533 724 830 80 902 182095 301 58 598 632 95 881 928 69 78 183872 574 91 93 815 26 91 184094 140 200 38[ 3000] 39 315 74 94 412[ 1500] 601 77 185087 585 614 720( 500) 186155 286 425 41 606 52[ 1500] 707 90 841 187105 9 32[ 1500] 707[ 3000] 188392 520 612 16[ 1500] 786 922[ 3000] 90 180017 34 104[ 1500] 8 39 239 321 407 610 24 62 71 190044 577 942 191051 115 352 66 468 87[ 800] 515 729 192122 25 848[ 500] 49 437[ 500] 85 851 921 198081 180 252 582 96 629 57 889[ 8000] 950 194022 137 841 572 669 735 195008 113 270 352 522 98 608 19 715 73 803 90 196030[ 8000] 418 587 77( 3000) 777 894 925 89 197017 89 145 370 401 638[ 500) 969 198004 58 211 310[ 500) 512 83 629 44 799( 500) 827 50 938 190706 45[ 5000] 54 888[ 1500] 92 200007 12 71 118 268[ 500) 859 664 705 89[ 8000] 926 38 201045 110 887 464 506 764 84 99 860 202281 84 471 1500] 516 203114 74( 500) 213 54 426 619 77 [ 300) 785 856 204001 26 1152 824 621 41 724 992 205009 14[ 800] 144 802 78 797 933 47 51 206082 [ 1500] 48 315 85 675 79 770 78 207015 127 514 658 764[ 1500] 808 968 80 208069 77 108 251 406 628 769 847 902[ 800] 209019 174 477 98 746 930 210262 77[ 1500] 308 75 488 539( 3000) 864 211371 435 544 610 711 836 58 920( 300) 212186 59 380 570 889 213102 88 45 224 91 302 32 416 545 614 751 214053 165[ 300] 82 85 550 658 957 215078 681 32 727 216027 348 410 605 769 217119 72 345 69 622 32 41 786 961 218122 71 241 494 502 45 635 745 90 881 219148 67( 1500] 339 59 72[ 800] 574 77 844[ 1500] 53 917 220008 83 81 375 608 69 881 934 43 221199( 1500) 306 415 540 46 725 804 26 907 18 48 2: 22035 182 91 818 400 83 85 556 99 619 23 98[ 3000] 934 223002 18000] 17 289 312 58 470 726 856 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Berichtigung. In der Lifte vom 80. April nachmittags lies 166 915 mit 500 Mart Für 36 Mark fertige feine Anzüge nach Maaß, für 30 9. ff. Sommerpaletots nach Maaß, für 8-12 M. feine Hosen nach Maaß. Riesenstoff lager Grüner Weg 80 und 4749L* Resten älterer Muster in weiß und crême, zu 1-4 Fenstern passend, spottbillig in dem Gardinenfabrik: Lager von Bruno Güther, aus Plauen in Sachsen, Berlin O., Grüner Weg 80 part. Eingang vom Flur ( kein Laden). Neuheiten treffen täglich ein. Grüner Weg 80 FRITZE'S BERNSTEIN FUSSBODENLACKFARBE Aus der Fabrik YOU FRITZE& C.OFFENBACH bester und billigster Fußbodenanstrich, über Nacht hart und hochglänzend trocknend, streichfertig in div. brillanten Farben, 47220* vorräthig bei: C. A. Eberhardt, Köpenick, Grünauerstraße 4. 2. Gefchäft: Alt- Glienicke. Proben nach außerhalb portofret. Betten Dampf- Reinigung nach bestem System, ärztlich empfohlen. Grüner Weg 80 Goldabfälle. 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( Ohne Gewähr.) 227 818 90 412[ 300] 13 59[ 500] 82 527 684 808 87 58 970 1016 22 72 806( 5000] 53 467 510 38 602 8 785 819 950 2064 158 528 610 705( 500) 80 835 61 917 3003 28 178 262 351 490 532 926 4110 226 528 659 764 819 82 5033 235 50 486 89 582 725 810 59 87 98 907 6233 333 66 7039 46 130 520 81 784 838 983 8044 56 120 522 68 636 93 734 59 65 839 42 96 9005 29 39 118 10261 443 809 20 65 71 11081 362 526 739 86 826 909 50 12023 198 357 91 543 59 848 995 13446 63 99 515 61 86 608 787 845 68 920 14139 62 64 246[ 3000] 538 62 66 650 712 39 818 981 15230 328 82 602 51 68 780 820 16355 76 436 597 764 839 68 98( 800) 911 92 17215 18 39[ 500] 844 622 805 923 27 18056 100 294 464 68 721 905 62 19294 335 788 806[ 1500] 20188[ 1500] 302[ 3000] 51 451 665 835 21184 264 77 431 60 541 859 74 22271 334 94 99 780 827 945 23036[ 300] 262 90 378[ 500] 487 24200 16 360 444 60 517[ 300] 42 93 97 651 58 81 25019 28 52 69 179 391 464 603 866 925 26151 202 12 40 369 466 610 97 706 [ 300] 860 977[ 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Für den Inferátentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Vading in Berlin