Nr. 124. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1898 unter Er. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Kolonel getle oder deren Raum 40 fg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: ., Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Des Pfingstfestes wegen erscheint die nächste Nummer des„ Vorwärts" am Mittwoch Morgen. Die Ausgießung und Verbreitung des Geistes Sonntag, den 29. Mai 1898. Wahrheit Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Millionen, deren Augen eine ununterbrochene Kette von Verbrechen und Attentaten die der schon an der Menschheit. Jeder, der die menschlichen Lehren des geöffnet find und über die Millionen, die bisher heben wote, war ein Rebell, ein Umſtüraler, ein Feind prebigend das Evangelium der Liebe und Gerechtigkeit, des Urchristenthums in die That umsehen, die Theorie zur Praxis noch in Blindheit verharren mit feurigen Zungen wurde Friedens und der Freiheit mit feurigen Zungen den Zorn der göttlichen und menschlichen Ordnung Heil dem heiligen Werk! Möge das Saatkorn keimen und wachsen für den Tag der Ernte! in Acht und Bann gethan, eingekerfert, verbrannt. entflammend gegen die Sippe der übermüthigen Frebler, die Die Opfer des Staatschristenthums sind bei Weitem sich mehr dünken als das ehrliche Volk der Arbeit, die zahlreicher als die des griechisch- römischen Heidenthums. Die Zwietracht säen zwischen den Menschen und den Völkern, um sie Inquisition allein hat anderthalb Millionen Menschen unter ihr Joch beugen zu können, die ihre Mitmenschen ausMänner, Frauen und Kinder-- auf die Folter gespannt und beuten und fnebeln und die den schmachvollsten Brotden Flammen überliefert, weil sie die im Neuen Testament nieder- wucher treiben, um in Saus und Braus leben zu können. gelegten Lehren des Christenthums zur Richtschnur ihres Den- Sie ziehen heute durch das Land, die Apostel der soll durch das christliche Fest der Pfingsten gefeiert werden fens und Handelns nahmen. Eine verlogene Geschichtsschreibung Sozialdemokratie, und gießen den Pfingstund zugleich die Gründung der christlichen Kirche. erzählt von großen Kulturerrungenschaften, welche die Mensch geist aus. Der Geist, welcher der Sage nach bor jetzt heit dem Kirchen- Christenthum verdante. Namentlich wird uns 1865 Jahren über die Apostel ausgegossen ward, um von ihnen vorgeredet, es habe die Frau aus der Tiefe, in der das Heidenüber die Welt verbreitet zu werden, war der Geist des thum sie geworfen, emporgehoben und ihr eine würdige Christenthums, das den Armen und Elenden die Gleichheit Stellung angewiesen und ferner, es habe die Sklaverei Möge der Pfingstgeist zur That werden! vor Gott und die Seligkeit im Himmel versprach, auf Erden abgeschafft. Beides ist falsch. Das Staatschriftenthum hat die Möge er That werden am 16. Junt, dem aber die Knechtschaft, die Armuth und das Elend bestehen Frau nicht nur nicht über die Stellung, welche sie im Alter Tag des großen Voltsgerichts! ließ des Christenthums, das dem Kaiser gab was des thum hatte, emporgehoben, sondern sogar noch tiefer herab- Und möge die Ernte reich ausfallen für Kaisers und Gott was des Gottes, das heißt: sich gedrückt und wiederholt zu einem untergeordneten Wesen das Volt, und die Strafe gerecht für die um die weltlichen Angelegenheiten nicht fümmern, sondern gestempelt. Wenn es den Frauen gelungen ist, ihre Stellung Feinde des Volkes! ausschließlich auf das Geistesleben und das sogenannte Gottes- in der modernen Welt nach einigen Richtungen hin zu verreich sein Augenmerk richten wollte. Hat der mythische Stifter bessern, so ist dies gegen das Kirchenthum geschehen. Und dieser jungen Religion doch ausdrücklich gesagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Wahlkampf. Die ,, Vernichtung des Mittelstandes". das gleiche gilt von der Sklaverei. Das offizielle Christenthum hat zn allen Zeiten die Sklaverei anerkannt. Es Das große römische Weltreich war damals in die Periode hat die Lage der Sklaven in keiner Weise verbessert. Es hat, Unter den Ladenhütern, mit denen unsere Gegner auch bei dieser des Verfalls eingetreten, welcher zusammentraf mit dem als die Sklaverei in der alten Welt aus wirthschaftlichen Wahl wieder haufiren gehen, befindet sich natürlich der alte VorVerfall der altheidnischen, auf Sklaverei gegründeten Kultur. Gründen erlosch, die Sklaverei in der neuen Welt wieder wurf: die Sozialdemokratie will den Kleinbefizer, den KleingewerbeUmsonst bemühten sich die Kaiser, indem sie alle Macht in ihrer eingeführt die Negersflaberei ist, wie in jedem Hand Mittelstandes", auf dessen Ruin sie ihren Butunftsstaat" auftreibenden vernichten, die Sozialdemokratie ist der Feind des Hand vereinigten und sich durch die wahnsinnigen Majestäts- buche nachzulesen, von einem christlichen Briefter bebauen will. gefege den Heiligenschein übermenschlichen, ja göttlichen Wesens gründet; und die Negersklaverei ist bis in die neueste Die Blödheit dieses Geschwäßes ist von unserer Seite hundert berliehen, den Verfall aufzuhalten. Mehr und mehr zer- Beit von sogenannten Christen vertheidigt, verherrlicht und und aberhundertmal nachgewiesen worden. Aber kein Unsinn ist zu bröckelte das Reich; der Wahnsinn der Majestätsgefege wurde fogar für eine göttliche Institution erflärt worden. unsinnig, als daß ihn die Gegner der Sozialdemokratie in ihrer Bäsarenwahnsinn; und die neue Religion des Nazareners fand Und wie war es mit der Leibeigenschaft des Verlegenheit nicht immer wieder auftischen sollten. einen fruchtbaren Nährboden in dem berfaulenden Staats- und Mittelalters? Hat die Kirche sie nicht geduldet Gesellschaftskörper. Je mehr die Sklaverei, das Elend und und anerkannt? Hat sie einen ernstlichen Versuch gedie Armuth zunahmen, in desto weitere Streise drang die macht, sie abzuschaffen oder auch nur zu mildern? Lehre von der allgemein menschlichen Gleichheit; und war es Sind es nicht gerade unsere allerchristlichsten Junker, auch nur eine Gleichheit im Geiste und eine Gleichheit im welche die Leibeigenschaft jetzt wieder herstellen wollen, indem Gottesreich, so richteten die Sklaven, die Armen und Elenden sie die Freizügigkeit beschränken? Die Sozialdemokratie besteht fast ausschließlich aus armen Leuten, biefe Leute den Mittelstand vernichten? Woher sollten sie die Macht die beim Kapitalisten oder beim Staat in Lohn stehen. Wie sollen nicht die Sozialdemokratie die Macht hatte, sondern die Konservativen, dazu nehmen? Ist nicht der Mittelstand zurückgegangen, während Nationalliberalen und andere staatserhaltenden" Parteien? Wenn Parteien für den Niedergang des Mittelstandes verantwortlich gemacht werden können, so sind es offenbar gerade diejenigen, welche sich jegt als Retter des Mittelstandes aufspielen. an diesem Gedanken sich doch auf, und sie harrten der Be- Und die moderne Lohnstľaverei? freiung und Erlösung durch das Christenthum. Und den Ge- Das offizielle Christenthum hat sie unter seinen walthabern galt diese Gleichheit für so gefährlich, daß sie Schutz genommen Die tapitalistische Entwickelung ist es gewesen, die den KleinKönig Stumm ist der gefeierte die Bekenner der jungen Lehre, sammt der Lehre auszurotten Sohn der protestantischen, wie sein französischer Zwillings betrieb im Gewerbe wie in der Landwirthschaft bedrängt und in vielen bestrebt waren. Vor den unmenschlichsten Maßregeln bruder Refféguier der gefeierte Sohn der katholischen Betriebsarten bereits zu grunde gerichtet hat. Diese Entwickelung ist mit gewiß schweren Leiden der betroffenen Bevölkerungsschreckte der Zäsarenwahnsinn nicht zurück Grausamkeiten Kirche. Im katholischen Italien, Belgien, Spanien, fchichten verbunden und niemand bekämpft den Triumphator wurden verübt, die in der Erinnerung uns heute noch mit Frankreich steht das geschorene Christenthum ebenso fest auf Stapitalismus, der ohne Erbarmen Hunderttausende von Schauder erfüllen die Christen geächtet, gehegt, gemartert, feiten des Kapitalismus und der Ausbeuterei, wie in dem Gristenzen unterdrückt, schärfer als die Sozialdemokratie. Aber die getödtet wie gemeinschädliche Thiere, ja, den wilden Raub- protestantischen Deutschland das gescheitelte Christen Sozialdemokratie bekämpft den Kapitalismus nicht, indem sie den thieren vorgeworfen, um von ihnen zerfleischt und zollweise thum. aussichtslosen und gemeinschädlichen Versuch macht, die Großbetriebe zerrissen zu werden. Umsonst. Der Gleichheitsgedanke Die Ausgießung und Verbreitung des Geistes, die nach und seine Vortheile zu zerstören, sondern indem sie diese Vortheile Die Sozialmachte Fortschritte in den Unterdrückten und Elenden der Kirchenlegende vor heute 1865 Jahren stattfand, hat also der der Gesammtheit der Arbeitenden zuführen will. er stählte gegen alle Gefahren, und lächelnd gingen Welt leider nicht das Glück und die Erlösung gebracht, welche minder leistungsfähige Wirthschaftsformen ersetzen, sondern ihn zu demokratie will den Kapitalismus nicht durch zurückgebliebene, die Geächteten und Gehezten in den martervollsten Tod. die Gläubigen erhofften. Und es hat dies darin scinen Grund, vollkommenen Organisationen entfalten. Sie tämpften nicht denn ihre Gleichheit war nicht daß der Gleichheitsgedanke von der Erde in den Himmel vervon dieser Welt sie wohnte über den Sternen, und bannt war. S Neue indirekte Steuern in Aussicht. Daß der Tirpiß'sche Flottenplan das arbeitende Volt noch mehr als bisher belasten wird, wird zwar von den Flottenenthusiasten die erhofften Segnungen und Seligkeiten des Jenseits Inzwischen ist der Gleichheitsgedanke vom Himmel ließen sie die Qualen und das Unrecht des Diesseits als herabgestiegen auf die Erde; er ist Fleisch ge- bestritten, die ja auch, um das Volk zu täuschen, in§ 8 des Gesetzes Durchgang zu dem Paradies, das die Gläubigen erwartete, worden in der Arbeiterklasse, und sein Evangelium die Bestimmung aufgenommen haben, daß ein etwaiger Mehrbetrag mit Freuden und ohne Zorn gegen die Uebelthäter ertragen. heißt Sozialismus. Wenn es ein himmlisches Paradies für die Flotte nicht durch Erhöhung oder Bermehrung der indiretten, Das Schreckenssystem, mit dem die versinkende Welt des giebt, so ist das gewiß sehr schön und das Paradies ist denen gewiß, den Massenverbrauch belastenden Reichssteuern gedeckt werden darf. griechisch- römischen Heidenthums, gleich jeder versinkenden Welt die auf Erden ihre Menschenpflichten gegen sich selbst und ihre Von unserer Seite ist sofort darauf hingewiesen worden, daß durch vorher und nachher, der in den Massen herrschenden und Mitmenschen erfüllen. Die nächste Menschenpflicht aber ist: diese Bestimmung Regierung und Reichstag im Ernst gar nicht geimmer weitere Streise erfassenden Unzufriedenheit zum Trotz sich hier auf Erden das eigene Loos und das der Mitmenschen so bunden sind, da sie es stets in der Macht haben, neue Lebensmittelaufrecht zu erhalten suchte, das Schreckenssystem verlor seinen zu gestalten, daß die Menschen auch menschenwürdig leben. zölle oder andere Zölle auf Wassenbedürfnisse einzuführen. der Lösung der Schrecken, wie der Schrecken jedes Schreckenssystems sich bald ab- Und wenn der Gleichheitsgedanke im christlichen Himmel Wie recht wir damit hatten, diese Art stumpft. Das römische Weltreich eilte mit wachsender Schnelligkeit herrscht, warum soll er nicht auch auf Erden herrschen? Deckungsfrage als bloße Komödie zu bezeichnen, geht zur feinem Untergang zu und sterbend warf es sich noch dem Das Himmelreich auf Erden! ist unser Ziel. Bekanntlich hatte der beutegierigste aller Ostelbier, Graf Mirbach. genüge aus der Etatsberathung des preußischen Herrenhauses hervor. dreihundert Jahre lang verfolgten und geächteten Christen- Wir streiten nicht um Lehren der Theologie und Philosophie. zum Etat verschiedene Resolutionen gestellt, und in einer derselben, thum in die Arme. Das Christenthum wurde Staats- Wir verfolgen ein palitisch wirthschaftliches Ziel, dessen bie mit großer Mehrheit zur Abnahme gelangte, die Regierung er religion. Aus der Religion der Verfolgten wurde Erreichung in menschlicher Macht liegt. Das Elend, die sucht, im Bundesrath nachdrücklich dafür einzutreten, daß bei es die Religion der Verfolger- und in der Hand der Knechtschaft sind nicht göttliches Gebot, wie falsche Prediger fünftigen Berathungen von Gesetzesvorlagen im Reichstage und bei Verfolger und Machthaber ein Mittel und Werkzeug der und Bekenner des Staatschristenthums blasphemisch be- Beschlußzfassungen über dieselben hinsichtlich der Aufbringung der Unterdrückung, der geistigen und körperlichen Knechtschaft. haupten, sie sind nur die Folge mangelafter Staats- Mittel zur Durchführung einer Gesetzesvorlage seitens der ver bündeten Regierungen jede Stellungnahme, aus welcher ein Präjudiz Der Gleichheitsgedanke, der die verfolgten Christen des und Gesellschafts- Einrichtungen, die von Menschen geheidnischen Römerreichs zwar nicht zum thätigen, aber doch schaffen worden sind und von Menschen beseitigt werden gegen das System indiretter Besteuerung bergeleitet werden könnte, vermieden werde". In der Begründung seiner Resolution machte zum leidenden Widerstand gegen Gewaltthat und Unrecht können und müssen. Graf Mirbach kein Hehl daraus, daß nach Ansicht seiner Freunde es getrieben hatte, wurde bon den Machthabern dazu Die Bekenner der neuen Lehre vom Himmelreich auf nur durch den Ausbau der indirekten Steuern benutt, dem Zorne des Volkes die Spike abzu Erden sind entschlossen, die Gleichheit auf den Thron der möglich sei, den Bedürfnissen des Reiches brechen, und es durch die Aussicht auf die Gleichheit im Welt zu sehen, und dem Reiche der Ungleichheit auf Erden zu genügen, und daß den verbündeten Regierungen Jenseits und auf die himmlische Glückseligkeit für das Unrecht ein Ende zu bereiten. und Elend des Diesseits unempfindlich zu machen. Die Macht- Was der Geist, der vor 1865 Jahren über die Apostel haber die mit der Krone und dem Schwert der Weltlich ausgegossen ward, nicht bewirken konnte, das wird der Geist feit, und die mit der Tiara und dem Talar der Geistlichkeit bewirken, der gegenwärtig in Millionen von Menschen lebt und hüllten ihre Herrschsucht und Habgier in den Mantel sich bethätigt. Auch wir feiern die Ausgießung und Verbreitung des Christenthums; und alle Verbrechen der heid des Geistes, und das diesjährige Pfingstfest feiern wir mit nischen Welt wurden fortgesetzt von der christlichen besonderer Inbrunst und Glaubenskraft. Am heutigen Tage Welt nur daß es nun im Namen des dreieinigen Gottes der ziehen nicht zwölf Apostel ins Land hinaus, um die Säumigen Christen geschah, anstatt im Namen des Jupiter oder Zeus anzufeuern, und dem Volk der Armuth und des Elends die Erlösung in der Ferne zu zeigen nein, Tausende und und der anderen heidnischen Götter. der Und wer sich auflehnte gegen diese schändliche Wirthschaft, Zehntausende von Aposteln neuen Lehre ziehen die der gewissenlosen Rohheit des Heidenthums die Heuchelei heute durch das Land, mit feurigen Zungen die frohe Botdes sich Religion der Liebe nennenden Staatschristenthums schaft der Menschenbefreiung verkündend und in Millionen von hinzufügte-wehe ihm! er war dem Verderben geweiht. Flugblättern den Geist ausgießend über die Millionen des Die Geschichte des Staatschristenthums ist geschändet durch arbeitenden, des darbenden, des unterdrückten Volks über flar ein Dienst erwiesen würde, wenn dieser Standpunkt zum Ausdruck gebracht würde. In seiner Erwiderung gab der Ministerpräsident Fürst zu Hohenlohe zwar der Ansicht Ausbruck, der Fall, daß die dem Neiche zufließenden eigenen Einnahmen zur Deckung des Mehrbedarfs der Ausgaben für die Marineverwal tung nicht ausreichen sollten, werde voraussichtlich nicht eintreten, aber im weiteren Verlauf seiner Rede machte er folgende beachtenswerthe Ausführung: „ Verfassungsmäßig steht dem Reiche die Entscheidung über indirekte Steuern zu. Das Reich kann also auch entscheiden, ob ein Ausfall durch indirekte Steuern oder auf andere Weise gedeckt werden soll. Der Herr Antragsteller wird wissen, daß jener§ 8 beschlossen worden ist, um das Zustandekommen der Marinevorlage zu ermöglichen... Uebrigens hat es der Regierung fern gelegen, fich gegen die indirekte Besteuerung auszu sprechen." Varteigenoffen! Benutzt die Muße, die an den Pfingstfeiertagen gegeben ist, fleißig zur Agitation. Versäumt keine schickliche Gelegenheit, auf die ungeheure Wichtigkeit der bevorstehenden Reichstagswahl aufmerksam zu machen, Ununterrichtete über die politische Lage aufzuklären und sie für die Sozialdemokratie zu gewinnent. Wirkt namentlich unter Euren Verwandten, Freunden und Bekannten auf dem Lande und in den kleineren Städten, damit keiner der Wahl fernbleibt und jeder sozialdemokratisch wählt. Von der Ostsee bis zu den Alpen, vom Rhein bis zur Weichsel sei zu Pfingsten die Parole: Agitation für die Reichstagswahl! Hoch die Sozialdemokratie! -O Freiherr v. Buol und die Agrarier. An alle deutschen Beamten! N Bedenkt man, in welch eigenartiger Weise Fürst Hohenlohe seine heftig wird in Elbing- Marienburg gestritten. Unsere Genossen machen Versprechungen einzulösen pflegt, so darf man aus der hier wieder- wendet sich das Flugblatt Nr. 7 des Wahlvereins der Konser- energische Anstrengungen, den bisherigen konservativen Vertreter, der gegebenen Reußerung wohl mit recht den Schluß ziehen, daß die vativen, das wir schon kurz besprachen. Aus Beamtenkreisen wieder kandidirt, aus dem Felde zu schlagen. Die Parteibewegung hat Regierung bei der ersten besten Gelegenheit einen Ausweg sucht, um werden uns dazu noch folgende Bemerkungen gesandt: Der Beamte in Elbing in letzter Zeit einen recht erfreulichen Aufschwung genommen. und dem arbeitenden Bolke die Kostenrechnung für die Flotten- geradezu der Sklave des Vorgesetzten gewesen. Nechte und Freiheiten Die Stadt mit ihren mehr wie 45 000 Einwohnern ist eine Industrievorlage in Form neuer indirekter Steuern zu präsentiren, voraus- fannte er überhaupt nicht. Seine Stellung hat sich erst gehoben, ſtadt ersten Ranges. Außer verhältnißmäßig wenig Beamten und den gesetzt, daß der nächste Reichstag in seiner Mehrheit nach ihrer Pfeife als sich die Folgen der französischen Revolution in Deutschland Handwerkern und Kaufleuten giebt es nur noch eine Anzahl Fabritanzt. Diese Gefahr abzuwenden, liegt am 16. Juni in der Macht bemerkbar machten. Da mehrten sich seine Rechte in demselben fanten, alle übrigen Einwohner sind Arbeiter. Die Landagitation des arbeitenden Volkes. Maße, als es gelang, den Absolutismus zurückzudrängen und die Rechte ist in letzter Zeit fleißig betrieben worden, so daß bestimmt die des Volks zu vermehren. Andererseits ist darauf hinzuweisen, Scharte von 1893, wo wir 1000 Stimmen weniger erhielten wie 1890, daß die Lage des Beamten erst eine Aufbesserung, seine ausgewegt und eine weitere Vermehrung der Stimmen erreicht werden Die Zentrumspreffe hatte den ehemaligen Reichstagspräsidenten Dienſtſtunden erst eine Abkürzung erfahren, wenn die Verhältnisse wird. Die Konservativen hegen die lebhafte Befürchtung, daß wir ihnen schließen können. Vielleicht hat ihm die Heße der Agrarier das Arbeitszeiten verringert haben. Darum muß auch der untere Beamte teien eine flotte Agitation garnicht betreiben. Es dürfte in wenigen Als im Herbst 1895 die ersten scharfen Aus- im eigensten Interesse mit aller Macht den Fortschritt, die Kreisen ein so unanständiger Kampf durch die konservative Presse einandersetzungen zwischen Zentrumsagrariern und Zentrumsführern Demokratie fördern. Darum darf er nicht dulden, daß der geführt werden wie in Elbing durch die„ Elbinger Zeitung". stattfanden, galten die heftigsten Angriffe gerade dem Frh. v. Buol, obwohl Arbeiterklasse das Recht, ihre Lage, ihre Arbeitsbedingungen zu ver- Was sich nur irgend an Lügen und Verleumdungen zusammener sicherlich keine besonders aktive Rolle im Streit um die Handels- bessern, irgendwie beschnittten wird. Die Lage des unteren Be- tragen läßt, findet Raum in den Spalten dieses Blattes. Der verträge gespielt hat. Die Rheinische Volksstimme", damals das amtenthums steht in inniger Wechselwirkung mit der des Kandidat unserer Partei, Genosse Franz Storch Stettin, wurde in Organ des Freiherrn v. 2oe Terporten und des Grafen gesammten arbeitenden Volkes. Es ist sehr wünschenswerth, daß für der unfläthigsten Weise persönlich angegriffen. Daneben hat das zu Hoensbroech, schrieb zu jener Zeit mit großer Offenheit: gründliche Aufklärung unter den Beamten im jezigen Wahlkampfe Blatt die Landbevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen unsere Die ländlichen Zentrumswähler werden diejenigen Abgeordneten eifrig Sorge getragen werde. Flugblatt Verbreiter aufgereizt. Leider ist diese Thätigkeit nicht wiederwählen, welche, in ausschließlich landwirthinsofern von Erfolg begleitet gewesen, daß in einem Dorf unsere Leute sich nur durch schleunige Flucht vor Mißhandlungen mit Spatenstielen bewaffneter Bauern bewahren konnten, im Dorfe Martushof aber zwei Genossen schwer gemißhandelt wurden. In einem Gasthof bot man ihnen erſt freundlich zu trinken an, sprach mit ihnen ruhig, als sie sich aber entfernen wollten, wurden ihnen die Flugblätter entrissen, der Wirth hielt die Thür zu, die übrige Gesellschaft, später auch der Wirth, mißhandelten die beiden wehrlosen Leute in brutalster Weise. Durch Schläge auf den Kopf und die Arme wurden ihnen stark blutende Wunden beigebracht. Als sie endlich auf die Straße gelangten, wurden ihnen durch Hunde, die man hetzte, die Kleider vollständig zerfetzt. Gegen die Verüber des Heldenstückchens ist Strafantrag gestellt. Die Wahlmache wird im Kreise in den Gutsbezirken jetzt schon planmäßig organisirt. Der Bund der Landwirthe stellt solchen Besitzern, die mit genügend Fuhrwerk nicht versehen sind, Wagen, damit die Leute zum Wahllokal gefahren werden können. schaftlichen Bezirken gewählt, für den russischen Handelsvertrag Die Freifinnige Zeitung" gestimmt haben. So hätte z. B. der Neichstagspräsben leistet sich in ihrer heutigen Nummer einige unwahrheiten über die Freiherr v. Buol vom Landgerichtsrath zum Direktor Sozialdemokratie, von denen unmöglich angenommen werden kann, befördert werden sollen, welche Beförderung eine Neuwahl daß sie in gutem Glauben vorgebracht werden. Das Blatt bespricht in vierzehnten badischen Reichstagswahlkreise zur Folge gehabt das Verhältniß der Sozialdemokratie zum Bauernthum und bringt hätte. Der vierzehnte badische Reichstagswahlkreis ist ein rein dabei folgendes zu wege: landwirthschaftlicher und Getreide bauender; die Wähler haben angesichts des drohenden russischen Handelsvertrages ihren Reichstags- Abgeordneten oft und dringend gebeten, dagegen zu stimmen. Herr von Buol wäre, wie wir die Stimmung tennen, aus diesem Grunde nicht wiedergewählt worden. Der an stelle des Frhrn. v. Buol bereits aufgestellte, weiteren Kreisen bisher gänzlich unbekannte Kandidat wird wahrscheinlich ein Mann nach dem Herzen der Agrarier sein. Mit der gekennzeichneten Ablehnung des Agrarprogramms auf dem Parteitag erklärte die Sozialdemokratie ausdrücklich, daß sie die in dem abgelehnten Programm vorgeschlagenen Mittel im Interesse der Landwirthschaft und der Kleinbauern, darunter auch Entschädigung für Wild- und Jagdschaden, Verbesserung der Versicherung, Erleichterung des Kredits, Abschaffung der Privilegien der Großgrundbesizer, landwirthschaftliche Fachschulen verwerfe, weil eben dadurch der bäuerliche Privatbesiz gekräftigt und verbessert wird." = wurden Wahlpolitik im preußischen Abgeordnetenhause. Es kann natürlich niemandem zweifelhaft sein, daß die Ablehnung des seinerzeit aufgestellten Agrar- Programmentwurfs in Auch im Danziger Wahlkreis wird die Landagitation durch das So unfruchtbar die verflossene Legislaturperiode des preußischen Breslau nicht einer Ablehnung jeder in demselben enthaltenen brutale Vorgehen der Gutsbesizer sehr erschwert. Auf dem Kopfe Abgeordnetenhauses in bezug auf gesetzgeberische Maßnahmen ge- Forderung gleichkommt. Die Freis. 8tg." weiß denn sie be- Gut von unsere Genossen einem Herrn wesen ist, umso mehr haben die Herren die Tribüne dieses Parla- fitzt weit mehr Kenntniß der politischen Dinge als nöthig ist, um v. Wegener mit Hilfe von sechs Instleuten festgenommen; als sie höchst ments benutzt, um Wahlpolitik in ihrem Sinne zu treiben. Daß das zu wissen- daß die Sozialdemokratie bei zahllosen Gelegen- energisch verlangten, daß man sie ihres Weges gehen lasse, ließ der dadurch die Sessionen endlos ausgedehnt wurden, fümmert die Verheiten für alle die Forderungen zur Förderung der Landwirthschaft Herr, der vorgab, Amtsvorsteher zu sein, sie laufen, nachdem er ihre treter von Geldsacks Gnaden nicht, ihnen erscheint es recht und lebhaft eingetreten ist, von denen die Freifinnige Zeitung" lügt, Bersonalien festgestellt hatte. In Straschin nahm der Gemeindediener billig, daß das Volt, dem das Fell über die Ohren gezogen werden sie würden von der Sozialdemokratie verworfen. Gelogen mit Abficht zwei Genossen mit Hilfe eines Knechtes fest und brachte sie zum Amtssoll, ihnen die nothwendigen Auslagen für die Vorbereitungen diefer und Bewußtsein! vorsteher, der ihnen die Flugblätter wegnahm und sie nach Fest,, nationalen Arbeit" in Form der Diäten aus der Staatskaffe be= stellung ihrer Personalien durch den Gemeindediener auf die Straße zahlt. Und auch die Regierung hat gegen ein solches Treiben nichts befördern ließ. Angehalten und aufgeschrieben werden fast alle einzuwenden, ja fie unterstützt es sogar. Sprach es doch der LandFlugblattverbreiter. Muthlos werden die Genossen nicht, weil die wirthschaftsminister Freiherr v. Hammerstein am 28. Januar andarbeiter sie überall mit der größten Freundlichkeit aufganz offen aus: nehmen. Von der Agitation. " Ale Barteien, glaube ich, werden mit der Staatsregierung darin einer Meinung sein, daß es erwünscht war, die gegenwärtige Session nicht zu start zu belasten, um für Wahlagitation allen Parteien möglichst freie Hand zu geben." Ein geärgerter Konservativer? in Gegen die Umstürzler. Ein Mahnruf zur Sammlung an die deutschen Wähler. Von einem Konservativen" unter diesem Titel ist im Verlag Vita, Berlin, ein fleines Wahlschriftchen erschienen, deffen wir schon gestern furz Erwähnung thaten. Der Verfasser stellt sich im Borrort als alter Soldat" vor. Vielleicht ist das In Rottbus und Forst fanden am Dienstag und Freitag nur eine Mystifiko tion. Viele der ungeklärten Ausführungen über sehr gut besuchte Versammlungen statt, in welchen Genosse StadtStumm'schen Industriefeudalismus und konservative Latifundien- hagen sprach. In einer Riefenversammlung sprach Singer am Die Parteien, d. h. die bürgerlichen Parteien, haben den Wink wirthschaft, über die„ bedeutenden Werke von Dr. Oppenheimer" Donnerstag in Bremen. Wohl an 6000 Personen hatten in dem verstanden, sie haben eine Wahlagitation getrieben, die schließlich die und die innere Kolonisation erinnern jedenfalls sehr bedenklich an Lokal Platz gefunden und begleiteten die Ausführungen des Sammelpolitik gezeitigt hat, ganz wie es Herr v. Miquel wünschte. die sonstigen Verlagsartikel des Welthauses Vita und an sonstigen Redners mit lebhaften Zustimmungen. Nicht minder glänzend Es ist charakteristisch, daß diese Politik inszenirt wurde in einem blauen Montagsdunst. Auf sie näher einzugehen, haben wir keinen verlief die Versammlung Bremerhaven, in der. Augenblick, als die Regierung mit ihrer Weisheit zu Ende war, als Anlaß. gleichfalls Genosse Singer vor einer überaus zahlreichen selbst Minister Miquel die Hoffnung auf das Zustandekommen des Dazwischen laufen aber ein paar mehr historische Abschnitte Zuhörerschaft referirte. Im Laufe der letzten Woche sprach fleinen Sozialistengefeßes, der lex Rede, aufgegeben hatte. Aber über die Kämpfe zwischen Stöder nebst seinem„ Volk" und den mehr Genosse Pfannkuch in Westerhüsen, Osterwedingen, der Bielgewandte wußte sich zu helfen, er suchte die allgemeine Auf- Kartell- Konservativen, über die Geschichte der verunglückten Umsturz-& unsdorf, Burg, Möllen und Glauenburg vor gut merksamkeit von dem Vereinsgesetz abzulenten und predigte die kampagne, die manches Interessante bieten, obwohl sie zuweilen besuchten Versammlungen, überall machte sich eine kampfesfrohe Politit der Sammlung, und siehe da- die Agrarier und die National- einen Froschmäusekrieg mit der Feierlichkeit eines Heldenepos er- Stimmung bemerkbar. liberalen, die sich eben noch in den Haaren gelegen hatten, die so heftig zählen. Entweder hat der Verfasser dieser Abschnitte des„ Volk" Die Ordnungsleute in Hamburg hielten am Freitag auf einander losgestürmt waren, wie nie zuvor, fie fielen einander nachträglich fleißig studirt oder er hat dereinst der Redaktion des Abend eine vom Reichsfackel- Verein von 1884 einberufene Wahlversöhnt in die Arme. In der Ausplünderung des Volkes fanden Stöckerblattes nahegestanden. versammlung ab, zu der Einladung nur an die intimsten Freunde". die edlen Seelen sich wieder. Und an derselben Stelle, wo der Interessant ist z. B. die Mittheilung, daß damals der Berliner ergangen war. Die Kandidaten Dr. Danzel und Dr. Albrecht für Grundstein der Sammelpolitik gelegt war, im preußischen Abgeord- konservative Verein" Nappo" wegen der Eulenburg'schen Umsturz- den 3. und 1. Wahlkreis hielten Reden, die in Abschrift schon am netenhause, da wurde das Gebäude gekrönt. Da einigten sich die pläne Alarm schlagen mußte. Mitte Oftober 1894 fand in diesem Dienstag den„ Hamburger Nachrichten" und dem Korrespondent". Köller und Kaniz, da kroch die Großzindustrie zu Kreuze vor den Verein eine Versammlung statt mit der Tagesordnung: Die gegen zugegangen waren, um sie zu gegebener Zeit abzudruden". Agrariern, da entdeckten die Herren, die sich bis dahin erbittert be- wärtige politische Lage. Der Referent berichtete, daß das Gerücht Der Kandidat des 2. Kreises, Großrheder A. Wörmann, kämpft haben, plöglich, daß zwischen Industrie und Landwirthschaft von dem bevorstehenden Sturze des Grafen Caprivi sparte sich die Mühe. Die Redner traten ein für ein starkes ein enger Busammenhang besteht, daß beide das gemeinsame richtig sei. Es liege hier die erste Frucht der intensiven Thätig Heer und eine starke Flotte" und beschworen die Versammlung, das: Interesse haben, sich auf Kosten der Arbeiterklasse zu bereichern. feit der Sartellpolitiker vor. Graf Eulenbug habe sich, Wort eines jüngst verbreiteten sozialdemokratischen Flugblattes, Mit den Verhandlungsgegenständen des Landtags hat diese ganze wenn auch mit Widerstreben, entschloffen, die Nachfolgerschaft Samburg sei eine Hochburg der Sozialdemokratie, zu schanden zu Komödie natürlich nicht das geringste zu thun, aber die Herren des Grafen Caprivi zu übernehmen. Die Befürchtungen, denen der machen. Wir denken, es wird damit gute Weile haben. fühlen nun einmal, um mit Herrn v. Kardorff zu sprechen, Redner bei diesem Anlaß Ausdruck gab, waren in dem Entwurfe Der Genosse Frohme, bisheriger Abgeordneter und jetzt Kandidat das Bedürfniß, Weltpolitit in einer bestimmten Richtung zu treiben, eines Schreibens an den Vorstand der konservativen des 8. schleswig Holsteinischen Wahlkreises, macht zur Beit eine um das zu verwirklichen, was der Wahlspruch des Fürsten Bismard Bartei, zu Händen des Freiherrn von Manteuffel, in folgenden Agitationstour durch die kleinen Ortschaften seines Wahlkreises, in war: Vereinigung von Landwirthschaft und Industrie zum Schutze Sägen formulirt: denen uns Versammlungslokale nicht zur Verfügung stehen. Gr der nationalen Arbeit. Und da ihnen im Reichstage irgend ein vor- Die Pläne der Kartell freunde haben feste Gestalt ge- gedenkt persönlich mit den Bewohnern in Verkehr zu treten und sie Lauter Sozialdemokrat hinein reden und das Volk über die wahren wonnen. Repreffivgesehe zur Eindämmung sozialdemokratischer fo für unsere Sache zu gewinnen. Pläne der Brotvertheuerer aufflären könnte, so benutzen sie für ihre und verwandter demagogischer" Bestrebungen follen eingeführt In Oberschlesien sind die bürgerlichen Parteien noch: Wahlpolitik die Tribüne des Abgeordnetenhauses, wo sie vor un- und das Reichstags- Wahlgefeh soll abgeändert werden. immer nicht mit der Erledigung der Kandidatenfrage fertig. Die angenehmen Störenfrieden sicher find. Die Kurzsichtigen bedenken Diese letzte Eventualität ist unlengbar auch an maßgeben: Freisinnigen, die sich früher auch in einigen Wahlkreisen betheiligten, nur nicht, daß das Volk, auch wenn es ihnen nicht sofort entgegen den Stellen Gegenstand ernster Erwägungen gewesen, und haben noch gar nichts gethan; das Zentrum aber hat noch manchen treten kann, doch ein wachsames Auge auf sie hat und ihre Pläne für die Ermöglichung der Durchführung wird mit Hochdruck inneren Zivist zu überwinden. zu schanden machen wird. gearbeitet Wahlversammlungen mit Konzert das ist die neueste Erscheinung der diesjährigen Wahlbewegung. Der " Frankf. 8tg." liegt eine Einladung zu einer national. liberal fonservativen Wählerversammlung in Duisburg vor, die ste zu Nutz und Frommen aller derer, die um Inscenirung zugträftiger Versammlungen in Verlegenheit sind, im Wortlaut mittheilt: 1. Jubel- Ouverture von Bach. 2. Eröffnungsrede: Herr Hauptlehrer Olmesdahl. 3. Es liegt eine Krone", Bariton- Solo. 4. Kaiſertoast: Herr Kaufmann Karl Schroers. 5. Heil dir im Siegerkranz. 6. Romanesta Fantasie von Bikoff. 7. Sede des Generalsekretärs der nationalliberalen Partei Herrn C. A. Pazig aus Berlin. 8. Ich hab' mich ergeben. 9. Staffer Quadrille von Glarens. 10. Weferlieb", Bariton- Solo. " 11. Schlußwort: Herr Fabritbefizer R. Curtius. Wir müssen die Ueberzeugung aussprechen, daß eine Verwirklichung dieser Abfichten die inneren Schwierigkeiten in einer Beit vermehren würde, wo täglich auswärtige Verwickelungen unsere ganze Aufmerksamkeit beanspruchen können.... Eine Unterstützung der gehässigen Kolonialpolitit und der gefährlichen Experimente der Kartellfreunde würde die Einheit und Macht der fonfervativen Partei brechen und die Sache des Staates und der Monarchie unheilbar schädigen." Von wem dieser Entwurf herrührte, erfährt man nicht. Er ist jedoch im christlich- sozialen„ Bolt" veröffentlicht worden und weder die tonservative Parteileitung noch Herr Stöcker selber bestreiten die darin aufgestellten Behauptungen. Da man heute, vor den Wahlen, ähnliche Anschläge auf die Freiheiten der Arbeiter und der kleinen Leute leugnet, so ist es wohl gut, diese Abschnitte des Schriftchens hervorzuheben. Das Liegniger Flugblatt. " V Unsere energische Zurückweisung der behördlichen Uebergriffe gegen unsere Flugblattverbreiter hat endlich dazu geführt, daß bie Beamten den§ 43 der Gewerbe Ordnung respektiren. Sie unterlassen jetzt die alberne Frage nach dem polizeilichen Erlaubnißschein" und der größte Theil der hier und dort beschlagnahmten Schriften sind uns bereits wieder zugestellt. mant. Reichstagskandidaturen. = Aufgestellt wurden in Tilsit Niederungen von den Kon servativen Graf Pourtales; in Deutsch Krone von den Kons fervativen Geheimrath Gamp; in Konig Schlochau von den Nationalliberalen Oekonomierath Aly; in no wrazlaw von den Konservativen Frhr. v. Schlichting; in Flatow Schlochau vom Zentrum Defan Naumann- Hammerstein, in Arnsberg vom Zentrum Fusangel; in München I von Zentrum Graf v. Preysing; in Im vom Bund der Landwirthe und den Nationalliberalen HartDie gegnerische Preffe macht viel Gerede davon, daß ein fozial- einigung zurückgetreten und soll an seiner Stelle von der freisimmigen In Oscha z Grimma ist der Kandidat der freisinnigen Verdemokratisches Flugblatt im Wahlkreise Liegnitz die Möglichkeit er- Boltspartei Schmidt- Dresden aufgestellt werden. Die Aenderung ist wähnt habe, es könnte einmal nach Niederwerfung der freiheitsfeindlichen Junker auch die Arbeiterschaft einer freiheitsliebenden auf grund der von beiden Seiten getroffenen Vereinbarungen vouBauernschaft Getreidezölle zubilligen. Nachdem wir uns überzeugt 30gen. haben, daß dieses Bitat richtig ist, haben wir nur einfach zu erMehr kann der Wähler für freies Entree gewiß nicht ver- flären, daß wir die Aeußerung des Liegniger Flugblattes fitr durchWir meinen, daß in einer Gesellschaft, Tangen. Was hier geboten wird, geht noch über die wissenschaft- aus unangemessen ansehen. lichen Wahlvorträge. Nur der Tanz fehlt noch als würdiger Ab- wie sie die Sozialdemokratie erstrebt, für niemanden Veranlassung schluß dieses Wahlvergnügens, vermuthlich aber haben als Ersatz da- bestehen kann, Zölle auf Lebensmittel zu verlangen. für die nationalliberalen Redner den gewohnten politischen Eiertanz vollführt. Besonders passend scheint uns die Nummer 8 des Programms ausgewählt zu sein; auf die Rede des Herrn Bazig werden ist diesmal erheblich lebhafter wie bei früheren Wahlen. Eine große wohl alle mit vollster Ueberzeugung in den Vers eingestimmt haben Parteibewegung besteht eigentlich nur in Danzig Stadt, im LandIch hab' mich ergeben." freis Danzig und im Kreis Elbing- Marienburg. Ganz besonders 12. Deutschland, Deutschland über alles. 13. Soldatesta- Potpourri von Seidenglanz. 14. Deutscher Reichsadler- Marsch von Friedemann. Die Wahlbewegung in Westpreuken In Hof will das Zentrum sofort für den freifinnigen Kandidaten eintreten. fanntlich den Nationalliberalen gegenüber Dr. Röside aufgestellt In Kaiserslautern hat der Bund der Landwirthe beund sind nachträglich die Nationalliberalen bescheiden zurückgetreten. Jezt haben die nationalliberalen Vertrauensmänner beschlossen, es jedem frei zu stellen, ob er die Kandidatur Rösicke unterstützen will. Schließlich werden die nationalliberalen Mannen wohl noch dankend quittiren über die Ohrfeigen, die sie bekommen. Politische Webersicht. Berlin, den 28. Mat. Lite Mittel zur Nuterdrückung der politischen Meinungsäußerung wächst sich immer mehr der§ 360 Absatz 11 aus. In Köpenick sind gestern 122 Personen aus Adlershof verurtheilt worden, weil ihre bescheidene Illumination am 18. März öffentliches Aergerniß bei einigen Schuhleuten und Hausagrariern erregt hat. Da im Deutschen Reiche die Möglichkeit freier Meinungsäußerung bisher gewährleistet war und täglich Versammlungen aller Parteien und Richtungen stattfinden, so könnte man, nach dem Urtheile des Köpenicker Schöffengerichts, alle diese Aeußerungen mit sechs Wochen Haft bestrafen und fo abschreckend wirken; giebt es doch keine Form politischer Meinungsäußerung, die nicht bei nervösen und unduldsamen Gegnern ergerniß erregen kann. Ein Agitator des Bundes der Landwirthe tann bei einem Anhänger des Herrn Pachnicke, und ein Mitglied des Vereins" Nordost" bet Herrn Diedrich Hahn Aergerniß erregen. Ja selbst die Ausübung religiöser Handlungen kann diese Einwirkung bei einem fanatischen Atheisten zur Folge haben und, wenn zweierlei Maß in der Rechtsprechungszunft gelten soll, dann sind auch selbst patriotische Kundgebungen vor der Gefahr, unter§ 360 Absatz 11 als grober Unfug zu fallen, nicht gefeit. Eine solche Auslegung dieses gegen Straßenlärm muthwilliger Burschen gerichteten Paragraphen ist vom Gesetzgeber für unmöglich gehalten worden und doch geschieht sie wenigstens gegen Sozialdemokraten, Antisemiten und Polen unter dem Beifalle der Machthaber. Bei dieser Gelegenheit wollen wir auch der scharfsinnigen Versuche der Magdeburger Staatsanwaltschaft gedenken, immer nene Formen der Anwendung des groben Unfugs- Paragraphen auf die Presse zu entdecken. Wenn die ,, Magdeb. Volksstimme" irrthümlicherweise berichtet, daß zwei und nicht ein Schuhmann einen Termin versäumt haben, wenn sie meldet, daß vier, statt wie es thatsächlich der Fall war, zwei Personen ertrunken sind, flugs ist der Staatsanwalt mit seinem§ 360 Absatz 11 da. Meint Herr Schönstedt, daß die ihm untergebene Magdeburger Staatsanwaltschaft mit solchen Strafanträgen im Geiste des Reichs- Strafgesetz- Buches handelt? unvermeidlich erscheint." Die als Die anbelangt, von anderen konservativen Blättern noch übertroffen. Aus Heffent, 27. Mat.( Eig. Ber.) Landtag. Nach dreiIndeß fämpft auch sie nach Kräften für die Sammelpolitik und gegen tägiger Verhandlung erledigte die Zweite Kammer heute das sehnden Umsturz. Daß das vor gar nicht zu langer Zeit, kurz vor der lichst erwartete, heißumstrittene Besoldungsgeset. beginnenden Umsturzkampagne des Grafen Eulenburg und seiner sozialdemokratische Fraktion hat sich, nachdem es ihrem Vertreter Hintermänner, noch anders war, zeigt ein Leitartikel des Junker im Finanzausschuß gelungen war, wenn nicht alle so doch sehr blattes, den wir in der an anderer Stelle erwähnten Schrift gegen beträchtliche Aufbefferungen für die seither jämmerlich bezahlten die Umstürzler" abgedruckt finden und der„ von einem hervorragenden niederen Beamten durchzusetzen, bereit erklärt, den Gesetz Staatsmanne inspirirt" gewesen sein soll. Es heißt da: ganzem zuzustimmen. Nichtsdestoweniger hielt sie es " Zu den unter der Einwirtung des Wandels der Seiten für nothwendig, der Vorlage eine scharfe Kritit Kritit mit inhaltlos gewordenen und darum fchädlichen Vorstellungen auf den Weg zu geben. Abg. David wies auf den immer noch gehört es vor allem, daß die Menge, die auf ihrer Hände Arbeit schreienden Gegensatz zwischen den Gehältern der oberen und denen angewiesen ist, mit dem patriarchalischen" Wohl der niederen Beamten hin. Ausgleich nach der Mitte müsse auch wollen geleitet werden könne, wie es ehedem, d. h. weiterhin die Parole bleiben. Vor allem aber bliebe die ganz unso lange am Blaze war, als diese Menge sich ihre politische zulängliche Lage der Masse der nicht festangestellten Beamten, wie Gleichberechtigung noch nicht errungen hatte und deshalb auch auf der vielen sogenannten" Privatgehilfen" auf staatlichen Bureaus dem sozialen Gebiete nicht den Anspruch erhob, an dem großen durch das Gesetz ganz unberührt. Und ebenso ginge die Masse der Tische der Menschheit mitzuessen. Seit sie gleich den Männern Arbeiter in staatlichen Betrieben leer aus. Unsere Forderungen von Besitz und Bildung" an die Urne gerufen wird, will sie sich zur Aufbesserung dieser von dem Gefeß nicht betroffenen Schichten von diesen nicht mehr vorschreiben lassen, wie weit ihre blieben bestehen und hätten munmehr erhöhten Anspruch auf Ansprüche an das Leben gehen dürfen und was sie sich im Interesse Berücksichtigung. Abg. Ulrich legte unsere im Ausschuß der den oberen 8ehn tausend zustehenden Antheile zu versagen gestellten Anträge noch eingehender dar. Er bedauerte lebhaft, daß haben die Regierung sich hartnäckig geweigert habe, daß die nichtrichterlichen Mit falschen Mitteln läßt sich ein richtiger Zwed nicht er- Beamten denselben Rechtsanspruch auf Besoldungszulagen erhalten reichen; im Privatleben gilt das als triviale Wahrheit; warum wie die Richter. Auch die Bevorzugung der letzteren im Gehalt sei muß es in der Oeffentlichkeit fast stets erneut gepredigt werden? ungerechtfertigt, und werde Anlaß zu neuen Forderungen geben. Warum? Weil die Interessen überall mächtiger sind, als Eine größere Anzahl antisemitischer und nationalliberaler Landdie Einsicht, weil die Selbstsucht ganze Klassen verblendet, wirthe, die die großen Summen zur Förderung der Landwirthschaft undum gerecht zu sein nicht zum wenigsten wohl auch, weil mit großer Bereitwilligkeit angenommen haben, hatten sich jetzt auf die verwickelte Natur der modernen Verhältnisse es sehr erschwert, ihre Pflicht zur Sparsamkeit besonnen. Obgleich seitens der Nedie Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind... Deshalb wieder gierung die Erklärung abgegeben wurde, daß die Mehrkosten der holen wir hier, und werden dessen nicht müde werden: Gin festes Vorlage im Staatsbudget gedeckt seien, begründeten sie eine Reihe Regiment im guten Sinne fann mir dasjenige sein, das der weitgehender Abstriche, sowie die Beibehaltung der WittwenkassenAusbeutung, wo sie ihr begegnet, unerschroden Beiträge, mit finanziellen Bedenken. Dabei trat der waldurspüngentgegentritt, dabei aber niemals vergißt, daß das deutsche liche Gegensatz zwischen Bauernthum und Beamtenschaft öfters in Königthum, vor allem das der Hohenzollern, seinen besten Ruhmes drastischer Weise zu tage. Abg. Ulrich ging am letzten Tage der titel von jeher in dem Namen:„ roi des gueux"( Sönig der Armen) Verhandlung nochmals scharf ins Gericht mit den antisemitischen erblickt. Das ist der Geist, der aus der kaiserl. Botschaft vom 17. Nov. Beamtenfreunden" und vertrat energisch unseren Standpunkt, daß 1881 spricht, der die Erlasse von 1890 erfüllt. Dieser Geist ist der Staat als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen und seine der der neuen Zeit im höchsten und edelsten Sinne des Wortes, Angestellten anständig bezahlen müsse, daß er insbesondere auch die davon wollen wir nicht lassen, von diesem Wege nicht Pflicht habe, die Existenz der Wittwen und Waisen sicher zu stellen. weichen." Das Gesetz wurde schließlich nach dem Ausschußantrag ohne wesentservativen Wahlaufrufs, der die Heze gegen die Arbeiter Heute steht die Kreuz Zeitung" auf dem Boden des ton- liche Aenderung angenommen. Der sozialdemokratische Antrag auf Außerkraftsetung als erste Aufgabe verkündet und der wohl noch die Botschaft von der Feierabendstunde für Wählerversammlungen 1881, also die Versicherungsgesetze, erwähnt, von den Erlassen wurde heute einstimmig angenommen. Die Regierung theilte mit, von 1890 jedoch, also vom Arbeiterschutz, wie von einem daß sie eine dahingehende Verfügung sofort erlassen habe. Fehltritt ganz und gar schweigt. " Defterreich. 10 Aus Italien liegen heute folgende Meldungen vor und Erfurt, 27. Mai.( Eig. Ber.) Ein Straßentrawall, der Wegen schwerer Mißhandlungen von Eingeborenen auf zwar aus Rom: aus geringfügiger Ursache entstand, hat die Einwohnerschaft unserer Nen- Guinea, dessen nördlicher Theil bekanntlich unter deutscher Die Provinzpreffe spricht von der Möglichkeit einer Minister Stadt in größte Aufregung versetzt. Seit Dienstag, den 24. d. M., Oberhoheit steht und von der im Jahre 1886 begründeten Handelsfrisis infolge von Meinungsverschiedenheiten zwischen Visconti weilt hier nämlich auf dem inmitten der Stadt belegenen großen gesellschaft Neu- Guinea- Comgagnie verwaltet wird, schwebt gegenVenosta und Banardelli über das der Kammer zu unterbreitende gese hält sich bei solchen Veranstaltungen eine Menge Menschen in der ein Strafverfahren vor dem Potsdamer Landgericht. Rohde Wilhelmsplatz ein Birkus. Einer alten Gepflogenheit entsprechend, wärtig gegen den früheren Aufseher Rohde von dieser Gesellschaft geberische Programm und über die Stellung zum Vatikan. Italie" hält diese Aeußerungen für unbegründet und erklärt, Nähe auf, um der Musik zu lauschen. So war es auch am Dienstag tehrte im Herbst vorigen Jahres nach Deutschland zurück und nahm fie sei in der Lage, zu versichern, daß Zanardelli ebenso wie Visconti und Mittwoch Abend. Aus noch unbekannten Gründen will nun die in Neuendorf bei Potsdam bei seinem dort als Kaufmann etablirten Venosta, von demselben Gefühle getrieben, im Augenblicke den leb- Polizeibehörde mit diesem alten Brauch brechen. Es wurde Räumung Bruder Wohnung. Bald darauf wurde er verhaftet, nach einiger haften Wunsch haben, alles zu thun, was von ihnen abhängt, um des Plates befohlen. Mehrere Personen, darunter( auch eine Frau, Beit aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Voruntersuchung zieht eine ministerielle Krisis zu vermeiden, deren ganze Schwere ihnen welche sich dieser Anordnung widersetzten, wurden zur Polizeiwache ich sehr in die Länge, weil die Wehrzahl der Zeugen kommissarisch flar sei. gebracht. Es entstand dadurch ein Menschenauflauf. Bald erschien in dem fernen Inselland vernommen werden muß. Die Verhandlung Bisher unterdrückte die Regierung 25 größere sozialistische, der Polizei- Inspektor Metzler( früher in Berlin Polizeibeamter), wird vor dem Potsdamer Schwurgericht stattfinden, da es sich um republikanische und flerifale Beitungen. Man glaubt nicht, daß die welcher von dem Säbel Gebrauch machen hieß; mehrere Personen Körperverletzung, welche den Tod eines Menschen zur Folge hatte, Kammer diese Preßmaßregelungen gutheißen wird, sodaß eine Arise wurden leicht verletzt. In der Erwartung, daß die Ansammlungen handelt. am Donnerstag sich wiederholen würden, traf abends gegen Nach der jetzt veröffentlichten amtlichen Liste sind bei den Un- 6 Uhr verstärktes Polizei Aufgebot( etwa 40 Mann) auf ruhen in Mailand 75 Personen getödtet worden, von denen bei dem Wilhelmsplage ein, welches sich mit gezüchtem Seitengewehr Graz, 28. Mai. Der hiesige deutschnationale Gemeinderath fieben die Persönlichkeit nicht hat festgestellt werden können. Von dort und an den nächsten Straßeneden poftirte. Die Arbeiter, wurde aufgelöst, Bezirkshauptmann v. Hammer- Burgstall mit der ben in das Hospital gebrachten starben noch sieben; die Gesammt- welche aus Fabriken und Bauplägen kommend, diese Verkehrswege Führung der Amtsgeschäfte betraut. fumme der Todten ist also 82. An Verwundeten befinden sich im paffiren wollten, wurden zurückgedrängt. Als sich einige widersetzten, Lemberg, 28. Mai. In den letzten Tagen begingen antiHospital noch 63, darunter noch einige schwer verwundete. erfolgte deren Festnahme. Nun entstand ein großer Tumult, der semitische Bauern in Kalwarya Ausschreitungen gegen die Juden Die Kriegsgerichte von Neapel, Florenz und Mailand arbeiten tausende von Neugierigen herbeilockte. Die Polizei machte von der und leisteten auch gegen die einschreitende Gendarmerie Widerstand. mit unheimlicher Schnelligkeit und die Urtheile kennzeichnen eine Waffe Gebrauch. Balb trafen noch drei berittene Gendarmen ein, Dabei wurden ein Bauer getödtet und zwei Bauern schwer verSo wurde dieser Tage in Mailand eine Anzahl die von den den Wilhelmsplatz ständig als Sammelpunkt benußenden wundet; auch drei Gendarmen erlitten Verwundungen, davon einer ganz junger Leute- halbe Kinder von 15-18 Jahren, abgeurtheilt Buhältern mit Steinwürfen empfangen wurden. schwere. Militärische Hilfe, welche aus Wadowice requirirt worden wegen Theilnahme an den Ausschreitungen am Balajt Saporiti. erschien Staatsanwalt Schubert und Oberbürgermeister Schmidt. war, traf in Stärke von 120 Mann ein. Ferner trafen der BezirksDie Urtheile bewegten sich zwischen 2 Jahren bis 6 Jahren 11 Mo- Eine Kompagnie Soldaten wartete auf dem nahen Petersberge Hauptmann mit dem Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter in auf das Kommando zum Einschreiten, was aber nicht erfolgte. Die Kalwarya ein. Nach Verhaftung von 20 Personen war die Nuhe Die furchtbare Wirkung der neuen Geschosse ist an den Menschenmenge hatte sich nach der Andreasstraße zurückgezogen. wieder hergestellt. eigenen Landestindern in unheimlicher Weise in Mailand fernten, gab die Gendarmerie Feuer und auch die Polizei machte Als bei einbrechender Dunkelheit die Neugierigen sich noch nicht enterprobt worden. Die„ Frankf. 8tg." weiß hierüber zu melden: eine neue Attade. Es sind insgesammt etwa 80 Personen verlegt Erlan, 28. Mai. In Heves sollen ernste Unruhen ausBei allen Getroffenen findet sich die gesammte obere Schädel-( darunter 5 schwer), 21 verhaftet worden. Gegen 11 1hr abends gebrochen seig. Zwei Kompagnien Infanterie sind dorthin abs bede wie der Deckel einer Schachtel abgehoben, und die Gehirnmasse war die Ruhe hergestellt. Heute, Freitag, mußte der Zirkus auf polizei- gegangen. herausgeschleudert. Trifft das Geschoß einen Muskel, so schlägt fie liche Anordnung abreißen. Die hiesige bürgerliche Bresse sucht die Schuld burch, trifft sie jedoch auf einen Knochen, so zersplittert sie den an den blutigen Vorkommnissen den Sozialdemokraten zuzuschieben. selben, und schleudert seine Stücke nach allen Richtungen. Die Der Vertrauensmann unserer Partei, Genoffe Boppe, ließ dieserhalb Folge ist, daß alle an Armen und Beinen Getroffenen amputirt heute Mittag an die Plakatsäulen einen Aufruf heften, worin die werden müssen, und alle am Rumpf Getroffenen sterben. Die Arbeiterschaft dringend ersucht wird, den Exzessen am Wilhelmsplatz Qualen der Verwundeten sind dabei so entseglich, daß man viele fernzubleiben. Die Polizeiverwaltung giebt ebenfalls an den Plakat hat in Zwangsjacken steden müssen, um sie vor ihren eigenen fäulen die Aufruhrparagraphen bekannt und warnt vor Betreten des rasenden Bewegungen zu schützen. Wilhelmsplages, andernfalls energisch eingeschritten wird. Unser Züricher Storrespondent schreibt: brutale Härte. naten Kerker. Mittlerweile Bis Ungarn. Italien. Bologna, 28. Mat. Unter den in den Prozeß Favilla) verwickelten Personen, gegen welche die" Banca di Napoli" beim Strafgericht Anklage zu erheben beschlossen hat, befindet sich auch Fran Lina Crispi und der Direktor des Nachrichtenbureaus Agenzia Italiana", Contadino. Frankreich. Von den Vorgängen in Mailand werden hier nachträglich heute Abend 7 Uhr sind weitere Ansammlungen nicht vorgekommen. Paris, 28. Mai. Bola veröffentlicht heute in der„ Aurore" manche tragische Ereignisse berichtet, so auch, wie auf Befehl Bater im Februar dieses Jahres in Friedericia stattfand, wobei einem der Er hebt darin hervor, daß sein Vater, der von allen hochverehrt in Das Säbelduell der beiden Kaufmanns- Lehrlinge, welches einen Artikel gegen die wider seinen Vater erhobenen Beschuldigungen, und Mutter und Geschwister von den uniformirten Angehörigen erschossen wurden. Ein Soldat sah bei fühnen Fechter die Visage zerhauen wurde, hat am Donnerstag ein Air lebte, der Stadt durch einen von ihm erbauten Kanal neues der Erſtürmung einer Barrikade ein von den Geschossen getroffenes Nachspiel vor der Straflammer des Landgerichts zu Königsberg i. Br. Leben gegeben habe, was die Stadt dadurch ehrend anerkannt junges Mädchen herabstürzen und erkannte in ihm gehabt. Der Staatsanwalt beantragte, mit Rücksicht darauf, daß habe, daß sie einem neuen Boulevard den Namen" François Bola" feine Schwester! Er warf das Gewehr weg, um zu ihr zu die Angetlagten einem Stande angehören, in beilegte. eilen, wurde aber gepadt und sofort erschossen! So triumphirte dem die Forderung zum 8weitampf feineswegs England. London, 27. Mai. Zu Delegirten bei der Brüsseler in Mailand die kapitalistische Dreieinigkeit: Ordnung. Ordnung, Sitte u den althergebrachten Anschauungen gehört, und in St. Gallen gegen bie quotes bersammu jeben der beiden Angeklagten mit 6 Monaten Feins Detran 3nder Ronferenz wurden ernannt Sir Francis Brantelt, Gir schlossene Resolution lautet:" Die heutige vom Grütliverein und Der Gerichtshof setzte gegen beide eine Festungsstrafe von 4 Monaten Henry Bergel, Lord Amphtill und M. Ozanne. Als Experten sind der Arbeiterunion einberufene Volksversammlung erachtet die vom fest. Die Königsberger„ Volfstribüne" bemerkt zu diesem Berichte: den Delegirten Neville Lubbock und George Martineau beigegeben. schweizerischen Bundesanwalt verfügte Auslieferung von 250 Italienern" Für angemessener hätten wir es erachtet, wenn man die beiden Burschen London, 28. Mai. Heut fand die feierliche Beisehung an die italienische Militärgewalt als eine Verlegung des Rechts auf einige Zeit einer Erziehungsanstalt überwiesen hätte, damit sie Gladstone's in der Westminsterabtei statt. Die Feier verlief sehr und der Staatsverträge und erhebt Protest gegen die gesezwidrige anständige Manieren lernen. Nach dem Staatsanwalt gehören die einfach und würdig unter größter Antheilnahme. Art, wie die betreffende Verfügung erlassen wurde. Sie erklärt die beiden Haudegen" einem Stande an, in dem die Forderung zum politische Polizei als eine unseren republikanischen und demokratischen weikampf, also einer bewußten Verlegung des Gesetzes, nicht zu Berfassungsgrundsätzen zuwiderlaufende Einrichtung und verlangt der Stand, in welchem es zur althergebrachten Anschauung gehört, den althergebrachten Anschauungen gehört. Welches ist denn aber deren Abschaffung." Doch nicht die Hüter von Recht und Gesez, die berufenen Stützen des das Gesetz mit Füßen zu treten; wer gehört denn diesem Stand an? Staates?" Auf die geplante Rechtfertigungsschrift des Bundesraths in Sachen der Auslieferung der Italiener kann man neugierig sein." • Deutsches Reich. das Schweden. tation zu gunsten der Einführung des allgemeinen 8um Kampf um das allgemeine Wahlrecht. Um die Agifürzlich die Freunde und Anhänger der Bewegung in Karlstat. Unter Stimmrechts in Schweden zu fördern, versammelten sich anderem war bei dieser Gelegenheit ein Beschluß gefaßt, im Monat Billige Wahlreform in Bremen. Statt, wie die Sozial- Ottober eine Maffenpetition an die Regierung zu richten. demokraten Bremens fordern, das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht für die Bremer Bürgerschaft einzuführen, will benen sich ber jüngst geschlossene schwedische Reichstag beschäftigt hat, Jünger Posadowsky's. Unter den Initiativanträgen, mit Von der Ueberlaffung der Waarenhaus Besteuerung an man ganz veraltete Wahlrecht in seinen Grundlagen verdient einer besonders erwähnt zu werden. Derselbe, der seitens die Gemeinden in Preußen fürchten die Mittelstands" führer unverändert laffen und blos die Zahl der Vertreter der Agrarier gestellt worden war und von der ersten Kammer offenbar eine Verschleppung und Verzettelung ihrer Pläne. So auf die einzelnen Klassen etwas weniger ungerecht vertheilen. Das angenommen, von der zweiten aber abgelehnt wurde, bezweckte wird jetzt Herr Miquel von verschiedenen Blättern bestürmt, von in Geltung stehende Wahlrecht verleiht den Gelehrten( 1. Klasse), den einen erhöhten Schuß gegen Verlegung von Ar Seiten des Staates die Angelegenheit in Angriff zu nehmen; Kaufleuten( 2. Selasse) und dem Gewerbekonvent( 3. Selasse) besonderes beitstontratten einzuführen und ging dahin, die Regierung. der Ertrag könne dann noch immer den Gemeinden zugewiesen Wahlrecht und vereinigt alle übrigen stadtbremischen Wähler in die aufzufordern, einen Gefeßentwurf zu unterbreiten, infolge dessen werden. Die„ Deutsche Tageszeitung" tritt fogar für eine einheit vierte Klasse. Die Hafenstädte und das Landgebiet bilden die vier Verlegungen einer Vereinbarung, die persönliche Arbeitskraft zur liche Reichs regelung ein: übrigen Klassen. Die vierte Klaffe hat auf je 308 Wähler einen Verfügung eines Unternehmers zu stellen, eventuell mit 3 wangs Man darf Erwägungen, welche einen durchgreifenden und Vertreter, die Kaufleute auf je 20, die Gelehrten auf je 16, der arbeit bestraft werden könne. Es war die ausgesprochene Absicht gleichmäßigen Erfolg fich nur von einer reichsmäßigen Behandlung Gewerbetonvent auf je 11. Dieses Verhältniß war früher etwas der Antragsteller, durch dieses Mittel den Ausbruch von der Sache versprechen, die Begründung nicht abstreiten, und wir weniger ungünstig für die vierte Klasse. Man beantragt baber eine Arbeiterausständen zu hindern. stehen nicht an, eine solche gesetzgeberische Maßnahme als die beste Neugestaltung, die der vierten Klasse mehr Vertreter giebt. Es Lösung der Frage zu bezeichnen, wenn auch anzunehmen ist, daß scheint nur auf Wiederherstellung des früheren Verhältnisses abein Vorgehen Preußens in andern Bundesstaaten Nachahmung gefehen zu sein. finden würde, wie ja auch unsere neue Steuergesetzgebung ver schiedentlich vorbildlich gewirkt hat. Das Blatt fordert dann noch zu einem kleinen Betitionssturm an die Parlamente auf. = Reinem der vielen freifinnigen Bürgerschaftsmitglieder fällt es ein, den sozialdemokratischen Antrag auf Einführung des ReichstagsWahlrechtes für die bremenser Bürgerschaft zu unterstützen. Die Seffion des bayerischen Landtages wurde bis zum 8. Juni verlängert, für die Pfingstferien wurden blos drei Tage ,, Krenz Zeitung" und Sozialreform sonst und jeht. Die Kreuz Zeitung" wird zwar, was Gehässigkeit gegen die Arbeiter festgesetzt. 3 Obschon ein Antrag in demselben Sinne schon in früheren Sessionen abgelehnt worden ist, hoffen die konservativen Zeitungen, daß es späterhin gelingen wird, den Antrag, wenn auch etwas anders formulirt, im Reichstage durchzudrücken. Dieser Antrag ist, zur Beleuchtung des Unterschiedes der politischen Tendenz in Schweden und Norwegen besonders interessant. In Norwegen bes zweckt ein Antrag, der voraussichtlich im nächsten Jahre zum Gesetz erhoben wird, einen erhöhten Schutz für das Vereinsrecht der Arbeiter gegen Einwirkungen seitens der Arbeitgeber. Norwegen. Das Storthing hat folgende 8ollerhöhungen an genommen: Für Motoren, Dynamos und Theile derselben 5 pct. des Werthes; für andere Maschinen( Marimaltarif) 10 pct. des Werthes. Hiermit dürfte die Revision der Zölle für mehrere Jahre abgeschlossen sein. Rußland. Boziales. 250 Stück Wahlmarken mit Beschlag belegt, das aber, was man Die Gewerbe- Juspektoren Oesterreichs haben im Jahre 1897 allen Anschein nach suchte, nämlich Flugblätter und Wahlzirkulare, von den ca. 80 000 Betrieben, die in die Unfallversicherung einwurde nicht gefunden. Die liebe Polizei, fo bemerkt hierzu bezogen sind, 12 977 untersucht, gegen 12 218 im Jahre 1896. Die humorvoll unser reichsländisches Partei- Organ- braucht nach diesen Zahl der Betriebsunfälle ist von 53 471 auf 55 276 gestiegen. Sm Dingen nicht zu suchen; das erste Eremplar des sozialdemokratischen Bericht heißt es hierüber: Erwägt man, daß viele Unternehmer dem Wahlaufrufes, das in Colmar ausgegeben werden wird, soll der eigentlichen Arbeitsprozesse fernstehen, so wird es begreiflich, daß sie die Herr Erste Staatsanwalt in Person erhalten. Gefahren, welche mit dem Betriebe verknüpft sind, gar nicht kennen." In mehr als 42 pet. der besuchten Betriebe betrug die Arbeitszeit Petersburg, 27. Mai. Ein heute veröffentliches Gesetz bestimmt, weniger als 11 Stunden, etwa 48 pet. Hatten elfstündige Arbeitszeit daß vom 1./13. Juli d. J. ab auf 10 Jahre gestattet ist, aus dem und nur zirka 10 pCt.( vorwiegend Betriebe der Nahrungs- und Auslande ganze eiserne Seeschiffe, die für die Fahrt auf fremden Wieder mußte eine alte sozialdemokratische Forderung Genußmittel- Industrie) hatten 11/2 und 12 stündige Arbeitszeit. Weeren bestimmt sind, zollfrei einzuführen. Das Gesetz von der Regierung für begründet erklärt werden. Die Die Verwendung der Frauen- und Kinderarbeit soll insbesondere im bezieht sich auch auf Seedampfyachten von Amateuren, Bagger- amtliche Berliner Korrespondenz schreibt in Beziehung auf die An- graphischen Gewerbe im Rückgange begriffen sein. In der Einführung maschinen, Eisbrechdampfer und Schwimmdocs sowie auf alle für stellung von Schulärzten: Die in Wiesbaden gewonnenen Er- der Arbeitsordnungen ist ein Fortschritt zu verzeichnen, ein Stillstand die Fahrt auf der Donau unter russischer Flagge beftinumten fahrungen haben erwiesen, daß die Anstellung von Schulärzten für aber in der Errichtung von Arbeiterausschüssen. Unter den UnterFahrzeuge. Ferner wird für Anker, Ketten und Drahtstraßen, Volts- und Mittelschulen einen nicht zu unterschäßenden Nußen für nehmern mehrt sich die Abneigung, Kündigungsfriſten zu vereinbaren. die zur Ausrüstung russischer Seeschiffe eingeführt werden, die Schule und die Schüler bietet, auch mit den Schulzwecken wohl Klage wird geführt über zu milde Bestrafung der Unternehmer, die Zollfreiheit für 10 Jahre gewährt. Auch die Zölle für ganze, zu vereinbar ist. Der Kultusminister hat daher Gelegenheit ge- gegen die gefeßlichen Vorschriften über die Arbeitszeit verstoßen. Fahrten auf Binnengewässern und dem Kaspischen Meere bestimmte nommen, die Regierungspräsidenten auf die in Wiesbaden ge- Dr. Emil Loew macht hierzu in der Sozialen Praxis" den beeiserne Schiffe sowie für Bugsirdampfer, Barken und für Seehäfen sammelten Erfahrungen und auf die Förderung der Schularzt- merkenswerthen Vorschlag, man solle solche Unternehmer nicht nur bestimmte schwimmende Krähne find vom 1./13. Januar 1899 Einrichtung in Städten mit gleichen oder ähnlichen Verhältnissen auf grund der Arbeiterschutzvorschriften, sondern auch wegen unbedeutend ermäßigt worden. hinzuweisen. Iauteren Wettbewerbes belangen, denn ihr Vergehen beDiese Maßregeln zeigen, wie eifrig Rußland bemüht ist, seine friegsfähige Schiffsmacht zu fördern. Üm in dem Wettrüsten zwischen städtischen Straßenfehrern und Kanalarbeitern Arbeiter keinen besonders günstigen Eindruck hinterlasse. Die Stadtverordneten von Gießen in Hessen bewilligten den gründe zweifellos eine illoyale Konkurrenz. Der Bericht schließt mit dem Hinweis, daß das Gesammtbild der wirthschaftlichen Lage der den Nationen voran zu bleiben, reißt Rußland sogar seine sonst so eine Lohnerhöhung und außerdem eine Theuerungsgehüteten Zollschranken nieder. zulage von 20 Pf. pro Tag und Mann. Ferner stimmte das Arbeiter- Risiko. Infolge des Plagens eines DampfKollegium der versuchsweise auf ein Jahr erfolgten Anstellung eines sammlers erlitt auf dem bei Barop in Westfalen gelegenen Schularztes zu. Hombrucher Walzwerk der Maschinist Brandstetter fchwere Brandwunden. Ein anderer Arbeiter wurde ebenfalls erheblich verletzt. Serbien. Belgrad, 26. Mai.( Eig. Ber.) Da in der letzten Zeit sehr viele revolutionäre Flugschriften in Serbien verbreitet werden, die im Ausland gedruckt zu sein scheinen, bildete man hier, wie ich aus bester Quelle erfahre, eine Kommission, die alle vom Ausland tommenden Briefe prüfen soll. Die Briefe, die aus Wien oder Best tommen, werden jetzt gewöhnlich erst am dritten oder vierten Tage, und zwar offen den Adressaten übergeben. Alle unsere Proteste blieben erfolglos- die Postverwaltung verweigert jede ErKlärung. Rumänien. Bukarest, 27. Mai. Das Parlament wurde durch eine Bot und die Konversion der Staatsschuld hervorhebt. Ueber zu geringe Bemannung der Rheindampfer führt die Mainzer Boltszeitung" Klage. Dasselbe, was der Vorwärts" fürzlich in Beziehung auf die Seeschifffahrt sagte, gelte auch Schrauben dampfern werde selbst an dem nothwendigſten für die Rheinschifffahrt. Insbesondere auf den kleineren Personal gespart. Eine gründliche Untersuchung der Bemannungsverhältnisse der Rheinschiffe sei dringend geboten. Der Bund deutscher Frauenvereine bürgerlicher Richtung hält vom 3. bis 5. Oftober d. Js. in Hamburg seine dritte Generalversammlung ab. Krankenkassenwesen. Der Eingeschriebenen Silfstasse für Der Krieg. Wenn ein aus amerikanischer Quelle stammendes, nicht gerade wahrscheinliches Gerücht sich bewahrheitet, ist es dem spanischen Admiral nicht blos gelungen, aus der Mausefalle von Santiago de Kuba zu entwischen, sondern auch das amerikanische Geschwader zu schlagen, wobei Admiral Sampson den Tod gefunden haben soll, dagegen wird von spanischer Seite berichtet: Das Mehrzahl der Schiffe des Sampson'schen Geschwaders blockirt den dortigen Hafen. Kommodore Schley überwacht mit seinem Geschwader die Yucatan- Straße. Die amerikanischen Schiffe, die vor Cienfuegos lagen, sind ausgelaufen. Vor Havana sind vier amerifanische Schiffe noch in Sicht. Vor Cárdenas befanden sich gestern gegen 30 amerikanische Schiffe. fchaft des Königs geschlossen, welche das Gleichgewicht des Budgets Architekten, Ingenieure und Techniker Deutschlands in Berlin ist Geschwader Cerveras befindet sich noch in Santiago de Kuba. Die Türkei. Beschwerde gegen Griechenland. Die„ Köln. Ztg." meldet aus Konstantinopel: Der Minister des Aeußern Tewfit Pascha hat sich bei dem Doyen Freiherrn von Calice darüber beschwert, daß die Griechen noch immer einen Theil des früheren griechischen Grenzbezirkes, der durch den Friedensvertrag an die Türkei abgetreten, namentlich Janina, besetzt halten und nicht räumen wollen. Die Botschafter haben sich dahin ausgesprochen, daß die Beschwerde gerechtfertigt sei, und beschlossen, ihren Regierungen die Ausübung eines Druces auf Griechenland zu empfehlen, da in dieser Hinsicht die Bestimmung des Art. 1 des Friedensvertrages von der Vollendung der Räumung Thessaliens abhängig gemacht wird. Griechenland. Athen, 27. Mai. Die Räumung der zweiten thessa Tischen Zone ist nahezu beendet. Nach Blättermeldungen stedten die Einwohner der Ortschaft Kouzoulliani, welche an die Türkei abgetreten ist, die Gebäude an und ließen sich diesseits der neuen Grenze nieder. Afien. Partei- Nachrichten. vom Reichskanzleramt von neuem die Bescheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Krankengeldes, dem§ 75 des Krankenversicherungs- Gesetzes genügt. " = 11 pet. Was die Aktionäre verdienen. abschlüssen für 1897/98 zahlten Dividenden von 7 pct. die LübeckNach den RechnungsBüchener Eisenbahn- Gesellschaft, die Portland- Zementfabrik Kronsberg in Miesburg, die Hannoverschen Papierfabriken in Alfeld die Baffagiere eines aus Cartagena dort am Donnerstag einNach einer Meldung des New- York Herald" aus Panama haben Gronau, die Mecklenburgische Bant, die Breslauer Diskontobant, die getroffenen italienischen Dampfers berichtet, daß sie sieben KriegsSolinger Bank, die Oldenburger Bank. Bankverein, die Vereinigten Smyrna- Teppichfabriken in Linden und Costa Rica gesehen haben. 71/2 pCt.: der Barmer schiffe, anscheinend spanische, mit der Fahrtrichtung gegen Kottbus. 8 pct. Dividende warfen ab: die deutsche Spiegelglas- aus Puerto Limon( Costa Rica) meldet, daß 8 Kriegsschiffe, Eine Depesche desselben Blattes Attiengesellschaft in Freden, die Wollwäscherei und Kämmerei in gleichfalls dem Anscheine nach spanische, am Donnerstag in einer Döhren, die Deutsche Asphalt- Gesellschaft in Hannover, die Entfernung von 10 Meilen gesehen worden seien; die Schiffe hätten Bedburger Wollindustrie- Aktiengesellschaft, die Deutsche Dampf- nördlichen Kurs verfolgt. schifffahrts- Gesellschaft Hansa", die Aktiengesellschaft für Bergbau, Blei und Zintfabrikation zu Stolberg, die Große Leipziger fache hervorgerufen worden, daß der Geschwader- Kommandant Schley Aufsehen ist in Washington durch das Bekanntwerden der ThatStraßenbahn Gesellschaft, die Dresdener Straßenbahn- Gesellschaft, nicht zu der Zeit vor Santiago eingetroffen ist, wie das Marinedie Allgemeine Industrie- Aktiengesellschaft in Dresden, die Dresdener Departement es annahm. Anstatt daß Schleh am vergangenen Aluminium- Papierfabrik, die Döbelner Bant, die Bank für Handel Sonntag dort eintraf, hat er erst am Dienstag Abend Cienfuegos und Industrie in Darmstadt, die deutsche Ueberseeische Bank in verlassen. Sollte das Marine- Departement nicht innerhalb 24 Stunden Berlin, der Berliner Maklerverein, die Maschinenfabrit vorm. Dirette, amtliche Nachricht über die Stellung des amerikanischen und Engländer und Ruffen am Golf von Petschilt. Londoner Gebr. Guttsmann in Breslau. Je 9 pCt. zahlen: Die des spanischen Geschwaders erhalten, so werden Avisos entsandt Blätter veröffentlichen folgenden Bericht des Spezial- Korrespondenten Chemnizer Papierfabrik, die Vorschußbank zu Freiberg, die werden, um dieselben aufzusuchen. des Shanghai Mercury" über die Besißnahme von Weihaiwei Leipziger Gummiwaaren Fabrik( Mary, Heine u. Co.), die Der Generalgouverneur Blanco hat dem Dampfer ,, Lafayette" durch die Engländer: Am 20. Mai landeten etwa 20 chinesische Cellulosefabrik in Hof, die Schlesische Gasgesellschaft in Breslau, das Auslaufen aus dem Hafen von Havana mit einer KohlenOffiziere in Weihaiwei und nahmen den Platz wieder in formellen die Oberschlesische Eiſenindustrie", Attiengesellschaft für Bergbau und ladung nicht gestattet, da die Kohle für die spanischen Schiffe Besiz. Tags darauf landete der Taotai in Amtstracht und nahm die Hüttenbetrieb in Gleiwiß, das Württembergische Portland- Zement- nöthig sei. Pläne sämmtlicher Forts in Empfang. Nach Schluß dieses Vorganges, Werk Lauffen, die Heddenheimer Kupferwerke. 91/2 pCt. brachte die Der zum Geschwader Cerveras gehörige Torpedobootsjäger der etwa eine halbe Stunde in Anspruch nahm und bei dem kein Freiberger Papierfabrik zu Weißenborn. Je 10 pet. zahlen: die„ Terror" ist, von Martinique kommend, in Fajardo( Portorico) einWort gesprochen wurde, fuhren die Japaner zur See weg. Petroleumraffinerie vorm. August Korff in Geestemünde, die Näh- getroffen. Er berichtet, daß er vor dem Eingang zur Bucht von Darauf landeten 45 Mann vom englischen Kriegsschiff„ Narcissus"; maschinen- und Fahrrad- Fabrik vorm. Stöver in Stettin, die San Juan de Portorico vier amerikanische Kriegsschiffe kreuzen gedie chinesischen Offiziere waren inzwischen verschwunden. Die Forts Affumulatoren- und Elektrizitätswerke, Aktiengesellschaft vormals sehen und deshalb den Kurs geändert habe. find in gutem Stande, indessen haben die Japaner alle Geschütze W. A. Böse u. Co. in Berlin, A. Berthold, Messinglinien- Fabrik und In den Kreisen der amerikanischen Heeresverwaltung wird an fortgenommen. Schriftgießerei, Attiengesellschaft in Berlin, die Lederfabrik Knop, geblich zugegeben, daß für die Ausrüstung und Einübung des auf Aus Beling wird den" Times" gemeldet: Die russisch- chinesische Attiengesellschaft in Hirschberg a. S., die Sächsische Wollgarnfabrit 280 000 Mann berechneten Freiwilligenheeres drei Monate in Aussicht Bank hat in dem nicht für die Flottenbasis reservirten Theile von vorm. Tittel u. Krüger in Plagwiz, die Sächsische Nähfadenfabrik. genommen sind, so daß der eigentliche Angriff der Talienwan alles für geschäftliche Anlagen geeignete Land nach vorm. Heydenreich in Chemniz, die Leipzig- Borsdorfer Baugesellschaft, and armee auf Kuba erst im September, also nach dem Zwangsenteignungs- Verfahren nunmehr völlig aufgekauft. die Dampf- Schleppschifffahrts- Gesellschaft vereinigter Elbe- und Saale- Beendigung der Regenzeit, erfolgen wird. Schiffer zu Dresden, die Deutsch- Desterreichische Dampfschifffahrts- Das spanische Reservegeschwader hat Cadig, angeblich um Gesellschaft in Dresden, die Voigtländische Bank in Plauen, die Manöver vorzunehmen, verlassen, wahrscheinlich befindet es sich aber Leipziger Baut, die Deutsche Bank in Berlin,„ Eintracht Braun- schon auf dem Wege nach Westindien. fohlenwerke und Brikettfabrik in Berlin, die Hannoversche Attien- Der Frankf. 8tg." wird aus New Dort gemeldet: Senator Je 11 Die Delegirten der deutschen Sozialdemokratie Defter: Gummiwaaren- Fabrit. die vertheilen: All Lodge fügte der Kriegssteuer- Bill einen Busaz bei, demzufolge die reichs treten heute in Linz zum ersten nationalen gemeine Deutsche Kredit- Anstalt Leipzig, die Portland- Zement- sofortige Annettion Hawais erfolgen soll. Die Befürworter der Parteitage zusammen. Auf dem allgemeinen Parteitage, der fabrik Hannover in Hannover, die Nürnberger Metallivaaren- Annektionsidee sagen, die Kriegssteuer sei ohne die Annektion un fabrik vormals Gebr. Bing, voriges Jahr in Wien abgehalten wurde, ist bekanntlich die Organi- fabrit in Düsseldorf, die Deutsche Kontinental- Gasgesellschaft, die die Grafenberger Maschinen- annehmbar. sation nach sprachlich geschiedenen Gruppen beschlossen worden. Oberschlesischen Koatswerte und Chemischen Fabriken, die Berlin Schiff hierher gebracht hat, melden, daß bie 2age auf Manila Die letzten Nachrichten aus Honkong, die ein amerikanisches Demzufolge gab sich jede Nation eine eigene Leitung und hält be- Gubener Hutfabrit. 111/2 pet. gewährt der Erzgebirgische Steinkohlen sich nicht geändert habe. Der Preis der Lebensmittel ist theuer, sondere Parteitage ab. Aller zwei Jahre aber, das nächste Mal im Aftien- Verein. Je 12 pet. zahlen:„ Union", Elektrizitäts- Gesellschaft ein Pfund Fleisch kostet 22 Dollars. Jahre 1899, treten die Delegirten der verschiedenen Volksstämme zum in Berlin, die Lindener Eisen- und Stahlwerke in Linden bei Hannover, Die Mittheilung, der Kapitän der„ Callao" sei erschossen worden, allgemeinen Parteitage zusammen. die Sächsische Glasfabrik zu Radebeberg, die Vereinigten Fabriken ist unrichtig. photographischer Papiere in Dresden, die Chemnizer Aktienspinnerei, die Mechanische Netzfabrik und Weberei, Attien- Geſellſchaft in Behoe, die Leipziger Zentral- Viehmarkts- Bank. ziger Baumwollspinnerei ab, sowie die Maschinenfabrik Grevenbroich 12/2 pet. warf die Leip vorm. Langen u. Hundhausen. Dividende von 13 pet. zahlen: die Portland- Cementfabrik vorm. Gebr. Hahn in Lüneburg, die Potsdamer Straßenbahn- Gesellschaft. 14 pet. vertheilen: die Dresdener Gardinen- und Spizen- Manufaktur- Att.- Ges., die Falkensteiner Gar- Letzte Nachrichten und Depeschen. dinen- Weberei und Bleicherei in Falkenstein i. V., die Bank für Grundbesitz in Dresden. 15 pet. erhalten die Aktionäre Hirschberg i. Schl., 28. Mai.( W. T. B.) Auf dem Dominium Für Parteizwecke gingen aus Zwickan ein: Gewerkschaft folgender Gesellschaften: Chemnißer Baugesellschaft, Ditters- Thomaswaldau in der Nähe von Striegau hatten von den dort in dorfer Filz- und Krazentuch Fabrit, Kammgarn Spinnerei der Landwirthschaft beschäftigten russisch- polnischen Arbeitern in den der Maurer 100,- Franz Sch. 7,90. Papierkiste Schedewig 11,30. Stöhr u. So. in Leipzig, Kontordia", Spinnerei und Weberei in letzten Tagen 11 männliche und 12 weibliche wegen Lohnstreitigkeiten Genoffen in Schedewitz 32,75. Anton 10,-. Hermann G. 10, Burglehe und Marklissa, Hannoversche Zentralheizungs- und Apparate- die Arbeit niedergelegt, wobei sich zwei Arbeiter zur Bedrohung mit Rothe Kindtaufe Cainsdorf 2,-. Eckstein 10,-... 1, Buch- Bauanstalt, Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke, Oldenburg- Todtschlag hinreißen ließen. Wie der„ Bote aus dem Riesengebirge" binder 4, Neuer Hotelbefizer 15, St. A. 65,93. Hermann M. Bortugiesische Dampfschiffs- Rhederei Attiengesellschaft. Je 16 pet. meldet, find sämmtliche Ausständige gestern verhaftet und in das 5,95. Feiner Davd 13,-. Bon den Klamotteuren 10,-. Tillner 14,-. Handlungsgehilfen 160,-. Hermann B. 4,46. Gin Maurer gewähren: Die Bergwerks Attiengesellschaft Bliesenbach bei Düffel- Gerichtsgefängniß in Striegau eingeliefert worden. dorf und der Kölner Bergwerks- Verein. 162/3 pCt. warf die Trans12,50. Heinrich 16,- Brand 3,85. Lohr 10,10. Rother Hahn 83,50. atlantische Güter- Versicherungs- Gesellschaft in Berlin ab. 18 pet. Maiglöckchen 78,94. Summa 682,18 m. zahlen: Die Bergwerts- Attiengesellschaft Konsolidation" in Schalte, soTodtenliste der Partet. Am Donnerstag wurde in Schön wie die Portland- Zementfabrit von Plant u. Ro. in Limmer und Vorwohle walde in der Mark unser altbewährter Genoffe Julius Safie,( Hannover). 20 pct. vertheilen: die Norddeutsche Feuer- Versicheim 42 Jahre stehend, zu Grabe geleitet. Der Streis Nieder- Barnim rungs- Gesellschaft in Hamburg, die Vereinigten Kammerich'schen verliert in Sasse einen Genossen, der zu jeder Zeit seine Kraft im Werke in Berlin, der Essener Bergwerks- Verein König Wilhelm". nicht beachtet. Dienste der Partei stellte. Bei der Beerdigung, welcher eine Deputation 22 pet. erhielten die Aktionäre des Schalter Gruben- und Hütten- Braunschweig, 28. Mai.( B.$.) In Süpplingenburg erschoß aus Pankow beiwohnte, wurde dem Kranzträger vor dem Eintritt Vereins zu Gelsenkirchen, sowie die der Hannover'schen Gummi- Kamm- ein 15jähriger Lehrling beim Spielen ein junges Mädchen, indem in den Kirchhof bedeutet, daß er die rothe Schleife entfernen möchte, Stompagnie. 24 pet. gab die Aftiengesellschaft Ludwig Löwe u. Ko. er dabei aušrief:" Du hast lange genug gelebt!" Die Kugel drang, der Herr Pastor, welchen die Angehörigen bestellt hatten, ließe in Berlin. 24/8 pet. auf Prioritäts- und 19/3 pet. wie die Braunschw. Neuest. Nachr." melden, dem jungen Mädchen darum bitten. Um die Beerdigung ruhig zu beenden, wurde dem auf Stammattien zahlte der Steinkohlenbauverein Gottes in den Kopf, und es war sofort todt. Wunsche nachgekommen. Segen" zu Lugau. 25 pet. gewährten die Bielefelder London, 28. Mai.( B. H.) Nach hier eingegangener Meldung Polizeiliches, Gerichtliches ze. Maschinenfabrik vorm. Dürrkopp u. Ko. und die Deutschen verbrannten die Chinesen die amerikanische Mission in Wuchhaufu. -Beim Vertrauensmann der sozialdemokratischen Bartei in Waffen- und Munitionsfabriken in Berlin und Karlsruhe. 26 pet. Der amerikanische Konsul verlangt Truppen zu einer Straferpedition. Colmar im Elsaß fand kürzlich wieder einmal eine polizeiliche warfen die Höchster Farbwerke vorm. Meister, Lucius u. Brüning zu Nom, 28. Mai.( W. T. B.) Die Agenzia Stefani" veröffent Haussuchung nach ungefeßlichen Schriften" statt, wie sich der Höchst a. M. ab. 28%, pet. gab die Magdeburger Bergwerks- Attien licht folgende Note: Infolge von Meinungsverschiedenheiten, die Bertreter der Polizeibehörde auszudrücken beliebte. Er war in gesellschaft. 331/ s pet. vertheilte die Leipziger Lebensversicherungs- in dem heute Nachmittag abgehaltenen Ministerrathe hinsichtlich Begleitung bon zwei Wachtmeistern erschienen. Allerlei Anstalt. 40 pct. zahlt die Nähmaschinen- und Fahrradfabrik von Seibel des Programmes der parlamentarischen Arbeiten entstanden, e Bagierschnitzel, auf denen nichts als Bahlen geschrieben u. Naumann in Dresden, 50 pct. die Arenberg'sche Attiengesellschaft klärte der Minister des Aeußern Visconti Venosta, feine Entlassung stand, wurden als staatsgefährlich beschlagnahmt, sogar für Bergbau und Hüttenbetrieb in Essen. 55 pet. vertheilt die nehmen zu wollen. Infolge dessen überreichte der Ministerpräsident die gedruckten Empfehlungen der März- und Mai- Nummern Sontinental Kautschut- und Guttapercha- Kompagnie in Hannover. di Rudini heute Abend 7 Uhr 30 Min. im Namen seiner Stollegen der Borwärts Buchhandlung entgingen diesem Schicksal Je 75 pet. zahlen die Allgemeine Versicherungsgesellschaft für See, dem Könige die Demission des gesammten Kabinets. Der König nicht. Selbst einen harmlosen Posteinlieferungsschein über die Summe Fluß- und Landtransport in Dresden, sowie die Sächsische Rück- beauftragte di Rudini mit der Bildung eines neuen Kabinets. von 13 M. wollte der Kommissar mitnehmen; er ließ davon erst ab, versicherungsgesellschaft in Dresden. Eine Dividende von 93 pet. Ueber die Richtung, nach welcher hin di Rudini das neue als unser Vertrauensmann den Beamten für die Summe Haftbar warf der Zwickau- Oberhohndorfer Steinkohlenbau- Verein seinen Kabinet bilden wird, find verschiedene Gerüchte in Umlauf. Man machte, falls der Schein verloren gehe. Endlich wurden etwa Theilhabern in den Schooß. glaubt, daß mehrere Senatoren in das neue Kabinet eintreten werden. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Die Sozialdemokratie des Deutschen Reiches begleitet den Parteitag der österreichischen Kampfesgenossen mit den herzlichsten Sympathien. Mögen die Arbeiten der Delegirten reiche Früchte bringen! Der Reichstags- Kandidat für Köln, Genosse Sofrichter, der nach schwerer Krankheit noch einige Wochen Landaufenthalt hatte nehmen müssen, ist erfreulicherweise mun soweit hergestellt, daß er seine redaktionelle Thätigkeit in der Rheinischen Zeitung" wieder aufnehmen konnte. → # In der spanischen Deputirtenkammer erklärte der Minister der Kolonien in Erwiderung auf eine Anfrage, der Gouverneur der halte, um die Eingeborenen der Sache Spaniens geneigt zu machen. Philippinen sei ermächtigt, so zu handeln, wie er es für das beste Kaffel, 28. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Heute Nachmittag 8/4 Uhr fuhr eine aus dem Maschinenhause im Bahndreieck kommende leere Lokomotive gegen einen von Kassel- Ost tommenden Uebergabe- Güterzug. Ein Heizer todt, zwei Lokomotivführer schwer, ein Heizer und drei Rangirer leicht verlegt. Der Führer der leeren Lokomotive hat das Haltesignal am Abschlußmast Berantwortlicher Nebatteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. r. 124. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partrigenoffinnen! Parteigeroffen! wärts Sonntag, 29. Mai 1898. beiterschaft selbst thätig sein, und da das der Einzelne nicht könne, geschaffen haben. So ist die Organisation der Schauerleute von 38 sei der Zusammenschluß der Arbeiter nothwendig. Redner sucht an- im Jahre 1896 auf 2000 im Jahre 1897, die der Everführer von 80 schließend daran die gewerkschaftliche Organisation auf christlicher im Jahre 1895 auf 1500 im Jahre 1897 angewachsen. Die Gewerk Die Zeit des Wahlkampfes ertvedt politische Antheilnahme in den Behauptungen Grundlage als besonders zweckmäßig darzustellen. Entsprechend schaft der Baggerer stieg in dem gleichen Zeitraume von 35 auf 255, der Unternehmerschaft ist er nämlich die der Maschinisten von 50 auf 150, der Speicherarbeiter von 110 Kreisen der Bevölkerung, die sonst vom Wellenschlag des öffentlichen auch der Ansicht, daß die freien Gewerkschaften, soweit sie sich auf 734. Auch die Mitgliederzahl der Werftarbeiter ist bedeutend Lebens nicht berührt werden. Tausende werden jezt empfänglich für der Hamburger Generalfommission unterstellt hätten, sozialdemo- gestiegen. Sie betrug in den drei Jahren: 50, 500, 1208; eine beunsere Forderungen, unsere Lehren, unsere Jdeale. tratische Gewerkschaften seien und gewissermaßen von dem ihnen bei- deutende Zunahme haben auch die Maurer zu verzeichnen, nämlich: Da gilt es, die jebige Zeit eifrigst auszunuzen und in die tretenden Arbeiter ein politisches Glaubensbekenntniß in diesem 385, 948, 1442. Die Gesammtzahl der gewerkschaftlich organisirten Furchen, welche die Wahlagitation zieht, planmäßig unser Saatkorn Sinne forderten, oder doch ihre Mitglieder zu sozialdemokratischen Arbeiter Hamburgs betrug: 1895: 11 817, 1896: 17 498 männliche einzustreuen. Dazu ist aber das geeignetste Werkzeug die Partei- diese Ansicht als vollgiltige Beweise. Wenn aber auch die Organi- der Bericht keine Angaben über die ungefähre Zahl der in den be Parteigenossen heranzögen. Mehrere Zeitungsnotizen gelten ihm für und 611 weibliche, 1897: 26 419 männliche und 717 weibliche. Da presse, für Euch, Berliner Genossinnen und Genossen, der ,, Vor- fationen der Arbeiter auf getrenntem Boden ständen, brauche das treffenden Gewerben überhaupt beschäftigten Arbeiter enthält, so kann feine Zersplitterung der Arbeiter herbeizuführen. Deshalb könne man sich kein Bild von der relativen Stärke der Organisationen Wirkt darum jetzt mit besonderer Thatkraft und Sorgfalt für doch vereint geschlagen werden. Bezüglich der Lohnbewegung ist machen. Zwar wird zum Vergleich auf die in dem Bericht ans Enter Partei Organ. Jede Gelegenheit werde benutzt zur Heran- Redner der Ansicht, daß man suchen möge, möglichst friedlich vor- geführten Zahlen der Berufszählung von 1895 hingewiesen, jedoch ist ziehung neuer Leser, neuer Abonnenten! zugehen. Die Forderungen seien nicht so, daß die Unternehmer ein Vergleich zwischen den letzteren und den Tabellen des Kartells Was Ihr für den„ Vorwärts" thut, thut Ihr für die Partei!-fie nicht bewilligen könnten. Allerdings müßten auch die Arbeiter schon aus dem Grunde nicht möglich, weil die Abgrenzung Jm ,, Unterhaltungsblatt" beginnen wir am 1. Juni mit der ihre Pflicht thun. Sollten die Unternehmer sich vollständig ab der einzelnen Berufsgruppen hier eine andere ist, wie dort. Veröffentlichung eines geschichtlichen Romans aus dem deutschen Streit. Er sei ein zweischneidiges Schwert und es sei wohl zu daß im Jahre 1895 für Streifunterstützungen 5430,02 M. ausgegeben lehnend verhalten, bleibe allerdings als letztes Mittel mur der Aus der Kassenübersicht des Gewerkschaftskartells geht hervor, Bauernkriege 1525: prüfen und die gegebenen Umstände zu erwägen, ehe man in einen wurden. 1896 gelangten an Hamburger Streifende 12 052,14 M., an solchen eintrete. auswärtige 10 900 M. zur Auszahlung. Die Unterstützungen für den Hafenarbeiterstreit, der am 21. November 1896 begann, sind in der Abrechnung für 1897 aufgeführt, sie betrugen 158 287,44 M. Andere bei diesem Streik betheiligte Gewerkschaften erhielten 841,10 M., die Steinsetzer 4000 m., und für den Streit der englischen Maschinenbauer wurden in demselben Jahre 11 008,07 M. ausgegeben. Von hat das Kartell bis jetzt 55 000 m. zurückgezahlt. Die Zahlen geben dem zu gunsten des Hafenarbeiterstreits aufgenommenen Darlehen ein glänzendes Bild von der Opferwilligkeit der Hamburger Arbeiter. Im die Freiheit." Von Robert Schweichel. Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure sowie unsere Expedition, Benthstr. 3, Bestellungen für Monat Juni entgegen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennigen frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten gleichfalls für den Monat Juni und ebenfalls zum Preise von 1,10 M. Abonnements entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste für 1898 unter Nummer 7576.) Vorwärts". " Die Redaktion des Für den Wahlfonds gingen ein: Nagel, rothes Kreuz 3, A. D., Gräfeſtr. 32 3, St. Franzisko 10,-. Sozialdemokratische Schant- und Gastwirthe Berlins durch Köpnick 400,- G. N. 3,- Arbeiter der Fabrik hygienischer Badeapparate Stalizerstr. 10 11,50. Arbeiter von Bach 11. Söhne 5,70. Lindenstr. 17/18 durch Riedel 7,40. Von Kollegen der Werkstatt Mohr u. Speyer 5,-. Tischlerwerkstatt Wiehr, Friedrichstraße 47 10,-. M. H. 8,-. Emil Billig Nachfolger 5,80. Maurer vom Bau Friedrichstr. 16, Portal III 12,80. Die Beamten der Ortskrankenkasse des Maurergewerbes 9,50. Mitglieder des Gesangvereins Kaiser'scher Männerchor 10,-. Summa 499,70 M. Bereits quittirt 2769,56 M. Gesammtsumme 3269,26 M. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In Mülheim a. Rh. beschlossen die Maurer, falls die Forderung 45 Pf. Stundenlohn und 101/ 2stündige Arbeitszeit nicht bewilligt wird, die Arbeit einzustellen. Bei der Gewerbegerichtswahl in Rathenow wurden die Kandidaten unserer Gewerkschaften einstimmig gewählt. Der Streik der Brauer in der Badischen Brauerei in Mann heim ist zu gunsten der Arbeiter beigelegt. 23eber u. Giese in Lohndifferenzen. Die Firma, bei der 70 bis 80 Leute beschäftigt sind, fündigte eine erhebliche Lohnreduktion an, die von einigen Arbeitern zurückgewiesen wurde. Die betreffenden wurden hierauf gemaßregelt und steht nun ein größerer Ausstand In Hohenlimburg befinden sich die Arbeiter der Firma bevor. Die Hamburger Bäckermeister haben jetzt in den von ihnen selbst vorgeschlagenen Verhandlungen mit den Altgesellen- mit dem Verband der Bädergesellen wollten die Herren Jnnungsmeister nicht unterhandeln die Forderungen der Bäckergesellen und Konditorgehilfen pure abgelehnt, weil die Gesellen die Forderung nicht fallen lassen wollten, daß die Kost- und Logisgebung durch die Meister abgeschafft würde. Die Meister richten sich auf einen Streit aus den Kreisen der Brotträger, zumeist frühere Bäcker, schleunigst Arbeitern dauernde Arbeit zuzusichern und ihnen für die Dauer der mit Arbeitskräften zu versehen. Sie empfehlen, den anzuwerbenden Bewegung 6 M. Tagelohn zu zahlen, während die Gesellen jetzt nur 3 M. Tagelohn fordern. Streik einen eigenen Arbeitsnachweis eingerichtet und sind bestrebt, Sie haben auch schon für den erwarteten von auswärts Bädergesellen nach Hamburg zu ziehen. Die Gesellen beschlossen gestern Abend in einer sehr gut besuchten Versammlung, die endgiltige Entscheidung über einen Ausstand bis nach Pfingsten zu vertagen. Den Webern der Firma Neubert in Crimmitschau ist eine Lohnreduktion von einer Mark pro Woche angekündigt. Die der hohen Brotpreise und guten Geschäftskonjunktur Lohnreduktionen. Arbeiter wollen diese Zumuthung sehr entschieden zurückweisen. Troß ein. In einem geheimen Zirkular fordern sie ihre Kollegen auf, sich Wegen Vergehend gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung wurde in Döhlen der Borzellanarbeiter B. zu einem Monat Gefängniß verurtheilt. Der Angeklagte sollte zu einem Arbeitswilligen gejagt haben:" Diejenigen, welche jetzt nicht mit streiken, werden dann herausgeworfen, wenn wir wieder anfangen; eher fangen wir nicht wieder an." In Köln wurde der Zigarrenarbeiter Klein von der gleichen Anklage freigesprochen. Ihm war zur Last gelegt, daß er durch Drohungen die Arbeiterinnen, die sich dem Ausstand nicht angeschlossen hatten, zur Arbeitseinstellung bestimmen wollte. Die Beweisaufnahme ergab, daß dies in gesetzlich zulässiger Weise geschah und nicht durch Drohung. Ausland. Gallen, so in Arbon, ist auf das Begehren der Arbeiter in einer Aus der Schweiz. An mehreren Orten des Kantons Santt Die Steinarbeiter in Fechenheim haben eine Lohn- geführt worden, desgleichen auf Entschließung des Unternehmer Reihe von Stickereifabriken der Zehnstundentag einbewegung eingeleitet. Die Lohnkommission der Frankfurter Stein- verbandes der Baugewerbe in Luzern, wo voriges Jahr Achtung, Vergolder Berlins! Wegen der im Juni statt- arbeiter hat die Sache in die Hand genommen und mit den Meistern um die 10stündige Arbeitszeit einige hundert Maurer und HandWegen der im Juni ftattfindenden Reichstagswahlen fallen die Versammlungen in diesem Unterhandlungen gepflogen, welche jedoch refultatlos verliefen. Tanger erfolglos streitten. Die Schlosser in Bern erhielten findenden Reichstagswahlen fallen die Versammlungen in diesem Infolge dessen haben am Montag sämmtliche Steinarbeiter von auf ihre den Meistern unterbreiteten Lohnforderungen folgende Bus Monate aus und findet die nächste Mitgliederversammlung am Fechenheim die Arbeit niedergelegt. Die Forderungen sind folgende: geständnisse bewilligt: Am Sonnabend eine Stunde früher Feier18. Juli in den Arminhallen statt. Der Bevollmächtigte der Filiale Berlin. 1. Abschaffung aller Affordarbeit; 2. Minimallohn 35 Pf.; 3. zehn abend, aber mit Lohnabzug, Lohnzuschlag von 25 pCt. für stündige Arbeitszeit. Die Forderungen sind dermaßen bescheiden, Ueberzeit sowie Die Banarbeiter auf dem Bau in der Rosenstraße zu Rix daß die Arbeiter sicher hofften, die Sache werde in Güte geregelt. gabe des 1. Mai, Einhaltung der vierzehntägigen Kündigungsvon 50 pct. für Sonntagsarbeit, Freidorf befinden sich im Streit. Der Bau ist deshalb gesperrt. Die Aber die Unternehmer wollen auch auf diese geringsten Forderungen frist. In 3 ürich tagte vorige Woche der internationale Ortsverwaltung. nicht eingehen. Handschuhmacher Kongreß, dem 15 Delegirte Deutsches Reich. Das Hamburger Gewerkschafts Kartell hat fürzlich einen erschienen waren, wovon je 3 aus Deutschland, Frankreich, Italien Lohnbewegungen der Bauhandwerker. In Bremerhaven Bericht über seine Thätigkeit während der drei Jahre 1895-97 und Belgien, 2 aus Luxemburg und je einer aus Oesterreich und. haben 13 Maurermeister die Forderungen der Arbeiter: achttägige herausgegeben. Derselbe giebt eine Uebersicht über die während des Dänemark erschienen waren. Von den gepflogenen Verhandlungen: Lohnzahlung, bewilligt und find von den Ausständigen 50 abgereift. genannten Zeitraums stattgehabten Streits und Aussperrungen, deren und gefaßten Beschlüssen wurde nichts bekannt. In 8 ürich ist In Kalt ist ein Versuch der Lohnkommission der Maurer, mit Ürsachen, Verlauf, Kosten u. s. w. In einer übersichtlichen Tabelle am Sonntag ein Dienstmädchenverein gegründet worden, dem den Meistern zu verhandeln gescheitert. Interessant gestaltete sich giebt der Bericht eine Darstellung der Mitgliederzahl von 93 in sofort 25 als Mitglieder beitraten und die sodann Pfarrer eine Versammlung, in der Kaplan Heßdörfer das Wort zur Lohnbewegung Hamburg und den Vororten domizilirenden gewerkschaftlichen Pflüger als Präsidenten wählten. In der Stadt Zürich giebt es ergriff. Redner begründete vorab die Nothwendigkeit der Organisation Organisationen. Es ist daraus zu ersehen, daß fast alle Gewerk- nicht weniger als 317 männliche und 7407 weibliche Dienstboten. für die Maurer, wie für die Arbeiter überhaupt. Die Gesetzgebung, schaften an Mitgliederzahl zugenommen haben, nur in einigen Die organisirten Gehilfen und Brinzipale des Friseurgewerbes die sich erst in neuerer Zeit überhaupt mit dem Schuß der Arbeiter fleinen Berufsgruppen ist eine Abnahme beziehungsweise ein Still- einigten sich auf die Errichtung zweier 3entral- Arbeits. beschäftige, habe bis jetzt nur das allerdringenste auf diesem Gebiete stand in der Mitgliederzahl zu verzeichnen. Am bedeutendsten ist nachweise in Zürich und Neuenburg, welche unter der gemeins geleistet und werde auch in absehbarer Zeit beispielsweise zur Ver- die Zunahme bei den Hafenarbeitern, die sich ja be- schaftlichen Aufsicht der beiderseitigen Verbandsvorstände geführt Kürzung der Arbeitszeit nichts Wirksames leisten. Da müsse die Ar- tanntlich zum theil erst infolge des Streits eine Organisation werden sollen. Junker Benno. Agrarische Romanze von Tarub. Auf dem First des braunen Strohdachs, Deffen ausgefranzte Ränder Wie Gezweig der Trauerweide Stumm zur Erde niederhingen, Saß, die erzumſchienten Beine Mit den großen Rittersporen Einge krallt zu beiden Seiten In des Hauses morsche Wände, Auf dem stolzen Haupt den rost'gen Helm mit schwarzen Hahnenfedern, Auf der Brust den rothen Adler Dritter Klasse und die andern Sterne, die des Königs Gnade, Wie der liebe Gott im Himmel, Auf Gerecht' und Ungerechte Täglich läßt herniederregnen, In der Hand das lange Schlachtschwert, Dessen fingerdicke Scharte Nach dem spätgebornen Enkel Von des Ahnen fühnem Wettlauf Aus der bösen Schlacht bei Jena Bis hinauf ins fernste Tilsit Wunderreiche Stunden sagten, Saß des Morgens früh um elfe ( Eben hatte er gefrühstückt Kalte Küche nur: ein bischen Hummer, etliche Boularden Und ein Fläschchen edlen Rothfpohn Von den Ufern der Garonne, Wie's Nothleidenden zur Stärkung Der gesuntnen Lebensgeister Bon dem Hausarzt wird verschrieben) Saß des Morgens früh um elfe, Eine große dicke Thräne In dem ablig blauen Auge, Das auf Frühlingsflimmergrünen Weizenfelder ohne Ende Bäterlich herniederschaute, Saß der watre Junker Benno Bennowitz auf Bennohagen Und entlud die sorgenschwere, Fromme tönigstreue Seele Im sothanen Klagelied: Ach! Wo seid ihr schöne Zeiten Mittelalterlichen Glanzes, Da die stolzen Bennowige Auf der Väter feste Burgen = Land und Volt am Strand der Weichsel Bändigten mit starker Hand; Da der Bauer, von des Herren Schlanker Peitsche sanft gefißelt, Bon des Tages erstem scheuen Wimperzucken bis zum Abend Als ein Sklave des Gebieters, Ihm mit Leib und Leben eigen, Ohne Murren, ohne Klage, Ohne Taggeld, ohne Löhnung, Schwizend zog den schweren Pflug; Da der Kaufherr in den Städten, Wenn er seine Waarenballen Nach den fernen Märkten schleppte, An dem ritterlichen Raubnest Feige zitternd schlich vorüber, Stets gewärtig, daß gepanzert Eine Faust herniederlange Und der Kram mitsammt dem Krämer, Statt nach Lübeck oder Hamburg, Wandre schnell ins Burgverließ; Da die Fürsten hierzulande Nach des Adels Pfeife tanzten, Und die wilden Joachime, Wenn die meutrischen Vasallen Rasselten mit ihren Schwertern, Wie gezähmte Turteltauben Fraßen aus des Junkers Hand! Hei! Da war's' ne Lust zu leben, Auf der Hand den flinken Fallen, Reitend auf die Reiherbeize Oder schöne Frauen minnend, Adlige und nichtgebor'ne, Bürgertöchter, Bauerndirnen, Und des Hofes dralle Mägde, Wie's das heiße Blut begehrte! Herr der Erde war der Junker, Ueber ihm nur Gott im Himmel, Und der Himmel ist so weit! Aber heute! Ich ersticke Schier vor Ingrimm, alle Adern Schwellen mir, und meine Nase Funkelt im gerechten Zorn! Denn was soll das bischen Kornzoll, Diese lappigen Millionen, Die wir jährlich von dem Böbel Als gerechten gins erheben? Und was soll die Zuckerprämie, Die sie Jahr für Jahr vermindern? Von dem Schnapse nicht zu reden, Den es kaum sich lohnt zu brennen Wegen solcher Bagatell'! 811 Alle Haar' auf meinem Schädel Sind es auch nicht gar zu viele, Ist's doch adliges Gezücht Sträuben sich empor wie Borste, Wenn ich denke, wie der Bauer, Der zum Dienste mir verpflichtet, Unterthänigkeitsvergessen Lohn begehrt für jede Arbeit, Lohn in flingend baarer Münze, Lohn in Pfennigen und Thalern, Wie die meutrischen Gesellen, Die in dumpfer Städte Mauern An den sausenden Maschinen Tag und Nacht die Taschen füllen Dem verhaßten Bürgerpad! Lohn und mehr Lohn, immer mehr Lohn Will die neidische Kanaille, Fragt den Teufel, wie ich fünftig Meinen Söhnen in der Hauptstadt Austern soll und Sett bezahlen! Und bezahl ich nicht, so packen Mann und Weib und Kind ihr Bündel, Zieh'n nach Westen schaarenweise, Daß zur Erntezeit in meinen Aehrenschweren Weizenfeldern Keine einz'ge Sichel flingt! Bruder Bauer! Bruder Bauer! Sag' was ist in Dich gefahren? Geht der Geist des alten Münzer Wieder um in deutschen Landen? Ei! Da soll auch Doktor Luther Von den Todten aufersteh'n Und ein kräftig Sprüchlein sagen, Daß die Fürsten und die Junker, Wie dereinst bei Frankenhausen, Bruder Bauer Mores lehren, Bis er still zu Kreuze kriecht!" Alfo klagte, auf des Strohdachs Morschem Firste rittlings fizend, Der betrübte Junker Benno Bennowit auf Bennohagen, Als der alte Landbriefträger In den Schloßhof tam gehumpelt, In der Hand die Zeitung schwingend Stennt er sie? Sie trägt als Beichen Ihres christlich- fanften Sinnes Auf der Stirn ein schwarzes Kreuz. Junker Benno nahm sie huldvoll Aus der Hand des Stephanjüngers ( Podbielski sollt' ich sagen, Doch der Name ist zu lang), Im Schlägergewerbe in Fürth bestehen zwischen Arbeitern p und Unternehmern Lohndifferenzen. Auf schriftliche Einladung der Lohnkommission zu einer Besprechung erschienen von 52 internehmern nur 4. Che weitere Schritte erfolgen, soll nochmals der Versuch einer gütlichen Einigung gemacht werden. sperrte Lokale: Lokales. Grenze gezogen ist. Sie fönnen immer Und wie die Menschheit früher mehr noch als heute aufjubelte, Ansicht sachlundiger Lehrer noch bedeutend hinter der Wirklichkeit vemt der Winter wirklich vorbei war, denn damals konnte man sich zurückbleibt, weil bei jener Erhebung der Begriff der Erwerbsthätig nicht so gut vor seinen Schrecken schützen, wie jetzt, so lebte sie auch feit zu eng gezogen worden war. Wie noth thäte gerade in Wirklichkeit wieder auf. Und es ist kein bloßer Zufall, wenn wir diesen Kindern ein Ferienaufenthalt! Was ſonſt in der Geschichte finden, daß gerade zum Maifest sich oft die Volts- noch durch private Ermittelungen von Lehrervereinen und einzelnen massen erhoben, um sich von den alleredelsten Bedrückern zu be- Lehrern über die Verhältnisse der erwerbsthätigen Kinder bekannt freien. Man braucht nur an die Hansastadt Lübeck zu er- geworden ist, läßt keinen Zweifel darüber zu, daß ein großer, vielinnern, die im dreizehnten Jahrhundert beim Tanz um den Maibaum leicht der größte Theil jener 25 000 sehr bedürftig und vieldie Schergen des dänischen Königs aus Burg und Stadt vertrieb. fach auch in der körperlichen Entwickelung zurück. Das Wahlbureau des fünften Berliner Wahlkreises be- Run, ein derartiges furzes Verfahren ist nicht immer angebracht. geblieben ist. Und trotzdem mur 9000 Anmeldungen? Das findet sich im Restaurant von Robert Drescher, Linienstr. 218, Unsere Zeit ist troß ihrer vielgeschmähten Rajchlebigkeit doch herzlich Warum ist nur zu flar. Von den eriverbsthätigen Kindern werden Ecke Rückerstraße. Parteigenossen, die am Wahltage oder zur Antonservativ. Sie liebt keine schnellen Operationen. Jetzt soll alles sich, obwohl gerade unter ihnen die bedürftigsten sind, kaum viele zur fertigung schriftlicher Arbeiten behilflich sein wollen, bitten wir, sich auf dem natürlichen Wege ausheilen. Da muß denn schon ein jeder Aufnahme gemeldet haben. Selbst, wenn die kostspielige Ausrüstung im Bureau zu melden. sein bestes thun, daß dieser Heilungsprozeß so rasch als möge was wir nach. der neuesten Erklärung des Komitee- Vorstandes Das Wahlkomitee des fünften reises. lich vor sich geht. Unter den Maien mögen wir daran eigentlich annehmen müßten, aber kaum glauben können gegen J. A.: Jacob Reul, Barnimstr. 42. denken, daß auch wir einen Winter zu verjagen haben, wärtig all en besonders bedürftigen" Kindern geliefert würde, so Nachtrag zur Lokalliste. Frei gewordene Lokale: Freien- der die besten Triebe am Menschenstamm durch seine Eisestälte müßten die erwerbsthätigen Kinder doch meist von walde: Fleischmann, Verkehrslokal, Eberswalderstr. 7. Löd, Grüne zurückhält. Hier und da mag auch eine Arbeiterfrau nicht mal die vornherein auf die Ferienkolonie[ verzichten. Sie Tanne. Pankow: Kurfürsten- Säle( Ebersberg), Berlinerstraße. paar Pfennige für die Maien übrig gehabt haben. Denn das Brot würden ja vorübergehend oder dauernd- ihren Erwerb Reinickendorf: Wirthshaus zur Tanne, Nordbahnstraße. Tegel: ist jetzt so theuer. Kaum daß sie noch genug anschaffen kann, um verlieren, wenn sie Ferien machen wollten. Man sieht, daß Restaurant Müller, Zum Lindenpark, Schloßstr. 7/8. Restaurant die Kinder zu befriedigen. Weil ihre Mutter keine Maien kaufen dem wirken der Ferienkolonien eine doppelt Rentner, Spandauerstr. 15. Treptow: Anton Wirth, Restaurant fonnte, suchten sie sich die Abfälle auf, die von den Wagen fielen. enge Karpfenteich. Köpenick: Ruhwald, Inh. Konrad. In Adlershof und der Mutter, überhaupt den Eltern blutet das Herz, daß die nur wenigen helfen, und gerade unter den Bedürftigsten find sämmtliche freien Lokale durch Karten kenntlich gemacht. Ge- Kinder mit den Abfällen vorlieb nehmen müssen. Mögen sie dafür können obenein die wenigsten von ihrer Hilfe Gebrauch Selbstverständlich begleiten auch wir jene armen Berlin VI( Schönhauser Vorstadt): sorgen, daß einst Zeiten kommen, wo sie sich nicht nur nicht mehr machen. Brauerei Königstadt. Paradies- Garten, Schönhauser Allee. Dorf um das Brot zu bangen haben, sondern wo auch ihren Kindern der Kinder, die auf kurze Zeit dem Elend des Elternhauses entfliehen Hohen Schönhausen: Kein Lokal frei. dürfen Kaltberge Maibaum duftet. auch wenn es nur wenige und nicht immer die BeRüdersdorf: Kein Lokal frei. Meldungen von Gesellschaften In den Pfingstfeiertagen ist viel Zeit zum Agitiren! dürftigsten der Bedürftigen sind mit den wärmsten Wünschen. für Partien nimmt W. Christoff entgegen. Es wird ersucht, diese Die Berliner Arbeiter- Bildungsschule schloß am 31. März Aber bei aller Sympathie, die wir dieser Sache entgegenbringen, Notiz der Lokalliſte beizufügen. Die Lokalkommission. J. A.: Oskar das siebente Jahr ihrer Thätigkeit ab. Zum ersten Mal seit dem müssen wir doch fordern, daß man nicht sich und andere über den Mahle, Ritterstr. 3, 3 Tr. Bestehen der Schule ist sowohl die Betheiligung an dem Unterricht wahren Werth solcher halben Mittel täuscht. Die bürgerliche Arbeiterfestlichkeiten in den Pfingsttagen. Unserm gestrigen wie die Gestaltung der Kassenverhältnisse befriedigend gewesen. Im Klasse glaubt oder giebt vor, mit diesen und ähnlichen BeEs ist Verzeichniß fügen wir noch hinzu: Der vierte Wahlkreis 4. Quartal 1897 waren als Mitglieder 41 Damen und 251 Herren, strebungen dem sozialen Glend steuern zu können. Südost hält heute im Bart Restaurant, Treptow, Röpnider zusammen 292 Personen eingeschrieben, davon nahmen 98 nicht am bedauerlich und zugleich beschämend, daß der Arbeiter, weil er Landstraße, ein Frühkonzert ab. Ferner veranstalten Parteigenossen Unterricht theil; im 1. Quartal 1898 betrug die Zahl der eingeschriebenen zu schlecht bezahlt wird, für sich und seine Familie nicht immer des vierten Wahlkreises morgen, Montag, in der Brauerei Mitglieder 318( 47 Damen und 271 Herren), von diesen besuchten 123 auf solche almofenähnlichen Hilfen verzichten kann. Nachhaltige Friedrichshain ein Frühkonzert unter Mitwirkung mehrerer keinen Kursus. Die Zahl der Jahresmitglieder betrug 31. Von den Hilfe und eine dauernde Besserung seiner Lage hat Arbeiter- Gesangvereine. Von Parteigenossen der Schönhauser einzelnen Berufen waren am stärksten die Tischler vertreten, die aber das Proletariat weder hiervon, noch überhaupt jemals von der Vorstadt wird ebenfalls zum Besten des Reichstags- Wahlfonds 56 Mitglieder stellten, dann folgten die Schneider mit 30, die Buch- bürgerlichen Klasse zu erwarten. am Montag im Jägerhause, Schönhauser Allee 103, ein Frühkonzert, drucker mit 29, die Kaufleute und Schlosser mit je 27, Etwas von der Findigkeit der Berliner Polizeibehörde. bei welchem die Gesellschaft Leyser auftritt, arrangirt. Anfang 5 Uhr. die ungelernten Arbeiter mit 24, die Näherinnen mit 23 Mit Der Schlosser Feil, so wollen wir ihn nennen, da sein wahrer Name Eintrittspreis 20 Pf. gliedern. Alle anderen Berufe waren mit weniger als nichts zur Sache ausmacht, war am 5. März 1898 nicht nach Hause Arbeiter- Bildungsschule. Der Unterricht in National 20 Mitgliedern vertreten. Die Betheiligung an den einzelnen gekommen. Seine von ihm miternährte Mutter schickte am 7. März, ökonomie und Rede- lebung fällt bis auf weiteres aus. Kursen des Unterrichts, der in Nationalökonomie, Geschichte, Rechts- da ihr Sohn immer noch ausblieb, zur Polizei mit der Bitte, zu Da sich die Lehrer auf Agitationsreisen befinden, wird der Beginn funde und Redeübungen ertheilt wurde, war, wie der Bericht sagt, recherchiren, wo ihr sehr ordentlicher Sohn sei; vielleicht sei ihm ein für die nachzuholenden Stunden später bekannt gegeben. Die derartig stark, daß zum ersten Male die Unkosten des Unterrichts Unglück zugestoßen. Pflichtschuldigst wurde ein Aftenstück angelegt, Bibliothek ist vor wie nach Montags, Mittwochs und Freitags durch die Schul- und Mitgliederbeiträge gedeckt und noch ein Ueber- mit Namen, Nationale und Beschreibung des Verschwundenen; auch von 8 Uhr abends geöffnet. Diejenigen Mitglieder, besonders schuß erzielt werden konnte. Der Ueberschuß der Vereinseinnahmen wurden Polizeidepeschen nach dem Leichenhaus und nach den sonstigen die Damen, welche gewillt sind, beim Voltsfest am 26. Juni betrug 848,14 M., der der Schuleinnahmen 274,35 M.; einschließlich Stellen gesendet. Vergeblich der Schlosser Feil blieb verschwunden. im Müggelschlößchen, Friedrichshagen, bei einen zu veranstaltenden Auf- eines früheren Bestandes von 424,62 M. war am 31. März d. J. Eiwa 10 Tage später erscheint bei der geängstigten Mutter ein führung mitzuwirken, werden gebeten, sich in einer in der Schule ein Bestand von 1547,11 M. vorhanden. Die Bibliothek des Vereins Schutzmann. O, Freude jetzt endlich wirst du erfahren, ob Dein Sohn aber der Schuhmann macht ja ein so ernstes Gesicht? ausliegenden Liste einzutragen. Wir erwarten zahlreiche Betheiligung. zählt jetzt 782 Bände. Ist meinem Sohn doch ein Unglück zugestoßen lebt er noch? Auch im vierten Reichstags: Wahlkreise( Often) fönnen Für die Ferienkolonien soll durch die diesjährigen Samm- Gespannt hört die Mutter dem Manne des Gesetzes zu. Er spricht diejenigen Wähler, die sich nachträglich darüber unterrichten wollen, lungen bis jetzt nur wenig eingekommen sein. Ein von ihrem Sohn, ja gewiß. Was ist aber das? Was will der ob sie in der Wählerliste verzeichnet stehen, eine Abschrift der Liste hiesiges Blatt knüpft an diese Mittheilung die Klage, daß das Unter- wissen? Ich soll recherchiren, ob Ihr Sohn Kosten zahlen könne? an folgenden Stellen einsehen: Franke, Friedrichsbergerstr. 11: für nehmen bei der Berliner Bevölkerung immer noch Kosten zahlen weshalb denn? Das weiß ich nicht. Rathlos die Stadtbezirke 157, 158, 159. Thielke, Frieden- und Pallisaden- nicht hinreichende Beachtung findet. Dieselbe Klage steht die Mutter da wo ist mein Sohn? Lebt er noch? Keine straßen- Ede: Bezirke 160, 161. Krüger, Waßmannstr. 34: Bez. 152, fehrt seit längerer Zeit alle Jahre wieder. Den bürgerlichen Lob- und e. Auch vom Leichenschauhaus nicht. Am 6. April 153, 154, 155, 156, 182. Scheere, Blumenstr. 38: Bez. 150, rednern der privaten Wohlthätigkeits"- Bestrebungen mag es ja stürmt ihr Sohn nach Hause. Du lebst, jubelt die Mutter, 151, 162. Butschke, Krautstr. 36: Bez. 149, 163, 164, 165. Cöpnick, manchmal recht schwer werden, es rund heraus zu sagen, daß wo warst Du so lange? Ist Dir was passirt? Ach, Mutter, am Magazin- und Schillingsstraßen- Ede: Bez. 145, 146, 147, 148. das Interesse der befizenden Klasse für die 4. März abends bin ich wegen einer gemeinen Denunziation eines Zimmerling, Fruchtstr. 20: Bez. 166, 168, 169, 170, 171, 172, 173.23 erte der nächstenliebe" eher ab- als zunimmt. Frauenzimmers von der Polizei verhaftet, heute bin ich glänzend Baumgarten, Königsbergerstr. 7: Bez. 174, 175 a, 175 b, 176, 177, Aber das Eingeständniß läßt fich nicht immer umgehen, gerechtfertigt und aus der Untersuchungshaft entlassen worden! 178. Babel, Frankfurter Allee 90: Bez. 179a, 179 b, 180a, 180 b, und es darf bor allem in dem nothwendigen Appell Ich wollte an Dich schreiben, aber man ließ dies ja nicht Haselow, Landsbergerstr. 8: Bez. 183, 184, 185, 186. Vogel, an den bewährten Wohlthätigkeitssinn" der wohlhabenden Be- zu! Das Mutterherz ist zu froh, ihren Liebling wieder bei Elbingerstr. 9: Bez. 189, 190, 191. Strauß. Stralauer Chaussee 17b: völkerung deshalb nicht fehlen, weil sonst noch weniger einkäme. sich zu haben, um lange der Polizei zu zürnen, die doch Bez. 167 Wilh. Spät, Weinstr. 28: Bez. 187, 188. Nicht so offen sind dagegen diese" Volksfreunde", wenn sie be- den Todtgeglaubten selbst in Sicherheit gebracht hatte, aber kennen sollen, was solche Veranstaltungen im Kampfe ihr trotz Aften und Depeschen nicht sagen konnte, wo ihr Schüßling Frische Maien! Maien! So schallte es am Sonnabend gegen das soziale Elend leisten. Da suchen sie im sei. Am 9. April meldet sie ihren Sohn, den sie ordnungsstreng seit den frühesten Morgenstunden durch die Straßen. Handelsleute Gegentheil- wenn's geht den Schein aufrecht zu erhalten, als polizeilich abgemeldet hatte, polizeilich wieder an. Die Anmeldung und gewigte Bauern brachten uns auf Leiterwagen das raschelnde, ob der Erfolg ihrer Bestrebungen außer allem Zweifel sei und ist nicht ganz in Ordnung, am 12. April schickt sie eine neue Anfrisch duftende Grün. Sie verschaffen sich dadurch einen nicht zu wesentlich dadurch zur Linderung der Noth meldung an die Polizei. Diese erfüllte fein säuberlich alle Feingroßen Gelegenheitsverdienst, der ihnen rechte Mühe macht; des Proletariats beigetragen werde. Auch das heiten jeglichen bureaukratischen Schemas und blieb daher auf dem Benn sie mußten wohl mit wenigen Ausnahmen alle die hat seinen guten Grund. Wozu zahlen denn die lächer Polizeibureau. Ihre Bestandtheile wurden den bestehenden BeNacht durch fahren. In der Stadt drängten sich bald die lichen Wohlthäter" ihren Beitrag, ivenn hinterher durch stimmungen entsprechend den Aften, Protokollen, Büchern, Folianten Hausfrauen um den Wagen, der das einzige äußerliche Vorzeichen das unvorsichtige Geständniß, daß eine nennenswerthe und Kasten ordnungsgemäß einverleibt. Am 23. Mai erscheint von Pfingsten ist, das im Gegensatz zu allen anderen großen Festen Besserung erzielt worden ist, nur die Auflagen bestätigt abermals ein Schutzmann bei der Mutter. Er soll sich erkundigen, nur wenig vorher im öffentlichen Leben zu spüren ist. Neben den werden, die die Sozialdemokratie gegen die von der bürgerlichen ob ihr Sohn sich etwa wieder eingefunden habe, eine Hausfrauen waren auch Kutscher und Handwerker zu sehen. Nicht Gesellschaft vertheidigte kapitalistische Wirthschaftsweise erhebt! Depesche vom Leichenschauhaus sei da. Tableau. lange dauerte es und auf den Gerüsten der Bauten und Darum werden auch die Ferienkolonien gern in diesem So geschehen in der Residenz Berlin im Jahre des Heils 1898. Wie auf den Wagen der Brauer, Bäcker und der Rollmopse rosigen Lichte dargestellt, obwohl die geringe Zahl der Kinder, groß ist doch die Sicherheit des einzelnen Staatsbürgers! Wie flatterten die jungen Zweige. So hat sich denn die alte die berücksichtigt und in die Kolonien geschickt werden können, gegen trefflich organisirt die Polizei: Am 4. März verhaftet sie einen heidnische, auf Naturvorgängen beruhende Symbolik des Maibaumes über der Größe des vorhandenen Elends herzlich wenig zu bedeuten Bürger, vom 7. März ab sind alle ihre Suchorgane in fieberhafter trotz Pfaffengefasels bis auf unsere Zeit erhalten, wenn sie auch hat. 1897 standen den 3229 berücksichtigten Kindern Thätigkeit nach dem Verbleib des in Moabit in stiller Zelle von der etwas modernisirt worden ist in den Großstädten. In verschiedenen rund 9000 zur Aufnahme angemeldete gegenüber! Außenwelt völlig abgeschlossenen Mannes, am 9. und 12. April wird bäuerlichen Gegenden hat sich die Sitte des Maibaumeinbringens in Von diesen 9000 war, nach den Ermittelungen der Rechercheure und der Vermißte von der Mutter polizeilich angemeldet, am 23. Mai ziemlicher Ursprünglichkeit erhalten. Da muß noch einer der jungen Aerzte, die Mehrzahl bedürftig und würdig. Und sucht dieselbe Berliner Polizei noch bis ins Leichenschauhaus hinein Burschen hinaus in den Wald reiten und mit jungen Birkenreisern selbst damit ist die Zahl derjenigen, die berücksichtigt zu werden ver- nach dem- von ihr Sistirten und Protokollirten, bei ihr Ab- und aufgeputzt, den Maibaum tragend, ins Dorf einziehen als Maitönig. dienten, bei weitem nicht erschöpft. Man bedenke z. B., daß im Angemeldeten! Kann es einen findigeren, zuverlässigeren PolizeiEr stellt den Frühling vor, der nun nicht mehr vom Winter ver- Februar 1898 in den Gemeindeschulen Berlins über 25000 er Apparat geben? Die Gerichtsbehörden möchten wir jedoch drängt werden kann. werbsthätige Kinder gezählt wurden eine Zahl, die nach über folgendes um Auskunft bitten: Seit wann besteht der deni Und, sie auseinanderfaltend, Las er, las und schrie:„ Triumph!" ( Seine Augen hingen thränend An den Worten, die Minister Von der Recke jüngst im Landtag Allem Adel sprach zum Troft.) ,, Von der Recke, fei gepriesen, Neuer Luther, der den Kreuzzug Predigt gegen uns're Bauern In modernem, sanftem Stil! Ja, so sei's! Ich fühle selber Mich als des Jahrhunderts milder Und fulturbeleckter Sohn. Nicht mit Schwert und Rad und Galgen, Wie der heff'sche Landesvater Und der fromme Sachsenkönig Und der Truchseß einst von Waldburg, Wollen wir den deutschen Bauern Demuth pred'gen und Gehorsam. Das Gesetz sei uns're Waffe, Und das Recht, das wohlverbriefte, Führe sie zurück zur Pflicht! An des Herren Scholle wieder, Wie zu Zeiten uns'rer Väter, Werde künftig festgebunden Bauer, Knecht und Ingefind! Alles Unheil dieser Tage Brachten uns die Eisenbahnen Und die dumme Meinung, jeder Dürfe jetzt in deutschen Landen, Wo es immer ihm beliebe, Reisen für sein gutes Geld! Heil Dir, edler von der Rece, Der Du für des Adels Nöthen Fandst das Wort, das Rettung bringt! Dankbar will ich Dein gedenken, Wenn ich sie zur Urne freibe, Meine Insten und Scharwerker, Daß sie durch die Wahl des Benno Bennowitz auf Bennohagen Selder sich die Fessel legen Um den plumpen Bauernfuß!" Gottvertrauen. Gottvertrauen hat, soll sich daran nicht genügen lassen, sondern auch, feste um sich hauen". Besonders am 16. Juni! Die Aus hochkonservativen Gesellschaftskreisen wird uns geschrieben: Arbeiter sollen nicht nur Gott vertrauen, daß er den AusAls Konservativer und" Positiver" bin ich nicht blos erzogen, beutungsversuchen der Schlotjunker und Krauts sondern sogar auf die Welt gekommen und habe es im Laufe der junker ein Ziel feze, sondern sich selbst dagegen wehren. Jahre in der Bertheidigung der göttlichen Weltordnung mindestens Doppelt hält besser. Wenn der Hungernde auf Gott vertraut, bis zum„ Synodalen" gebracht, was indessen nicht verhindert hat, daß dieser ihm zu einem Stücklein Brot verhelfe, so mag er das daß meine„ positiven" und tonservativen Ueberzeugungen thun, aber der andere Weg ist auch nicht zu verachten- daß wir später gewaltige Nisse und schadhafte Stellen davon die Gesellschaft und den Staat so organisiren, um es nicht nothwendig getragen haben. In den letzten Jahren hat mich nun besonders erscheinen zu lassen, den lieben Gott fürderhin noch mit solchen Vitteit die schwiegermütterliche Art, in der die Konservativen zu belästigen. die Sozialreform behandelten, start abgestoßen; ich halte dafür, daß eine Gesellschaftsklasse, bei der sich der Egoismus so mit Beschränkt heit paart, verloren ist. Heute indessen wollte ich zunächst von etwas anderem reden. V Wenn die Herren Prediger zum Gottvertrauen auffordern, so ist das ihr Beruf und wir wollen nichts dagegen sagen. Nur sollten sie das Gottvertrauen nicht stärker betonen, als es bom theologisch christlichen Standpunkte aus nothwendig Am letzten Sonntage besuchte ich nämlich eine evangelische Kirche ist, denn das macht den Eindruck, als wollten sie in Berlin, wo der Prediger über Gottvertrauen" sprach. Es ist mit die Armen und Bedrückten von der Selbsthilfe abdem Gottvertrauen eine eigene Sache; wer es hat, den kann es halten. Und solchen Leuten gegenüber, wie unsere Schlot- und trösten, aber mancher hat es eben nicht. Das soll uns aber weiter nicht Krautjunker sind, wäre es nicht gut, wenn die Arbeiter das thäten. interessiren; wir behandeln die Sache wegen der politischen Ich kenne diese Gesellschaft, ihre Welt sind nur unsere Kreise". Spize, die der Prediger seinem Vortrage gab. Er sprach von ge- Wenn es uns" nur gut geht, so sind wir" mit Gottes Weltregierung wissen Neuerern", die aus der Erde einen Himmel machen und prächtig zufrieden- mag auch der Proletarier hungern und im Schmuz alles theilen" wollten; das seien gefährliche Menschen. Es ging umkommen... was liegt an der Kanaille". Böbel" stirbt ja doch in dem üblichen Stile weiter gegen die Sozialdemokraten, schließlich nicht aus, zeugt fabelhaft viele Kinder, so daß wir" immer Arbeiter aber forderte der Mann Gottes zum Gottvertrauen auf. Die Armen, genug haben. Es fehlt uns nie an Zofen und Dienern, Kutschern die nichts hätten und nichts kriegen könnten, sollten nicht murren und Ammen. Auch die„ kleinen Mädchen" aus dem Arbeiter und unzufrieden sein, sondern auf Gott vertrauen. Das werde stande sind zunächst für uns geschaffen, wir sind in dieser Beziehung ihnen schon helfen. ganz vorurtheilsfrei; so steigen wir zum Volle hinab". " Wir Wir wollen gegen das Gottvertrauen nicht polemisiren, denn, haben es nur nicht gerne, wenn die Millionen christlich wie wir schon oben jagten, manchen tröstet es. Aber jeder germanischer Kulis sich erheben und mit uns gleichberechtigt christliche Theologe wird mir zugestehen, daß es vom Gottvertrauen sein wollen; das dürfen sie nicht. Sie sollen sich daran genügen auch ein Zuviel geben kann; daß es nicht richtig ist, wenn jemand lassen, auf Gott und die hohe Regierung zu vertrauen, deren geistiger fich nur auf Gott verläßt und selbst gar nichts thut. Das Christen- Leiter, Herr v. Miquel ja auch ein so rührendes Muster thum sett dem„ ora" ein et labora" hinzu, um die Pflicht lebendigen und felsenfesten Gottvertrauens ist.: jedes Einzelnen zu marfiren. Ebenso ist bon bekannter Wenn die Herren Prediger sozial dächten, wenn sie die Stelle das Wort wiederholt:„ Wer Gott vertraut und Zeichen der Zeit und die wahren Jntereressen ihrer Religion verfeste um sich haut, hat nicht auf Sand gebaut." ständen, so würden sie predigen:" Vertraut auf Gott, aber thut Das ist der Punkt, wo wir einsehen wollen. Ob jemand Gott auch selber das Eurige, damit es Euch wohl gehe auf vertrauen will oder nicht, muß er mit sich selbst abmachen, Vor- Erden". Und da der Herr Pastor, den ich letzten Sonntag hörte, letzteres schriften kann man ihm darin nicht geben. Auch die Sozialdemo- zu betonen unterlassen hat, so wollte ich es an dieser Stelle, von der tratie behandelt ja mit recht die Religion als Privatsache. Die Kanzel des„ Vorwärts" aus, nachzuholen wir erlauben. Es sei Sozialdemokratie hindert niemanden daran, zu beten, verpflichtet zugleich eine Mahnung zum Pfingst fest: Auf deutsches Volt, auf aber auch keinen dazu. Das wolle man anläßlich des Wahl- Ihr Armen und Gedrückten, erhebt wie Simson Gure Glieder" und tampfes doch recht deutlich in's Land hineinrufen. Wer indessen zerbrecht das drückende Joch beutelustiger Kraut- und Schlotiunfer Sinn des Gesetzes widersprechende Zustand im Untersuchungs- Chausseestraße, Potsdamer Platz, Kaiser Friedrich- Platz( an der und sie aufgefordert habe, mitzukommen. Die Behörde nimmt an, gefängniß, daß nicht sofort jeder an Gericht und Verwandte schreiben Hasenheide), wovon 250 Meter in Tunnelform, dagegen 5000 Meter daß die P., die seit einigen Tagen verschwunden ist, das Kind entfann? Seit wann besteht in Moabit ferner der gesezwidrige Zustand, als eigentliche Unterpflasterbahn ausfallen. Dabei ist die Mit- führt habe. daß Terminszustellungen trotz der entgegenstehenden Bekundung durch benutzung der Ringbahn vom Potsdamer Plaz bis Oranienburger Hineinwerfen in die Zelle vollbracht werden? Kennt der Thor ins Auge gefaßt. Der Hausdiener Wilhelm Th. zog vorgestern Mittag im Keller Minister des Innern den trefflichen Sicherheitsorganismus Berlins? Thor, Dann die West- Ostlinie: Schlesisches des Schankwirths Wilhelm Hübner, Grüner Weg 125, Spiritus ab Potsdamer Play, Schöneberg: 250 Meter Ist dem Minister der Justiz die Schwierigkeit bekannt, mit der und 7900 Meter Unterpflasterstrecke. Endlich eine Ringbahn im An- um nachzusehen, ob Spiritus vergossen sei. Hierbei entzündete sich Tunnel Nachdem die Arbeit beendet war, setzte er ein Zündholz in Brand, Untersuchungsgefangene zu fämpfen haben, wenn sie schreiben schluß an die Siemens'sche Hochbahn: Warschauer Brüde, Stettiner die übergelaufene Flüssigkeit und verlegte ihn an der Nase, dem wollen? Ist solch ein Zustand in der heutigen Gesellschaftsordnung Bahnhof, Potsdamer Platz. Hierbei entfallen 500 Meter auf Tunnel- rechten Ohr und dem rechten Unterarm. wothwendig? bau, 4650 Meter auf Unterpflasterbahn und 5300 Meter auf die " = ,, Schutz vor dem Schuhmann". Die Leser erinnern fich Hochbahn. Nach überschläglichen Ermittelungen kommt das Kilo- Als ich an einem dieser Tage als Ausflügler von Schmöckwik nach Lehrlingsausbeutung. Ein Leser unseres Blattes schreibt uns: unseres so überschriebenen Artikels in der Nummer des„ Vorwärts" meter Tunnel auf 5 250 000 W., das Kilometer Unterpflasterbahn Grünau kam, sah ich, wie einige Leute einen Handwagen, auf den vom 15. Mai. Es war das Polizei- Abenteuer eines deutschen auf 2 600 000 M., das Kilometer Hochbahn auf 1 370 000. zu sieben Zentner verladen waren, umstanden. Zwei kleine Schmiede Staatsbürgers, der auch für den deutschen Staatsbürger im In- stehen. Hiernach stellt sich die Berechnung der nach unserer früheren Tehrlinge befanden sich in der Mitte dieser Gruppe. Es stellte sich lande Schutz forderte und zwar Schutz vor dem Schuhmann. Mitheilung etwa aufzuwendenden Summe auf 50 bis 60 Millionen heraus, daß die Unglücklichen, die bis zum Umfallen erschöpft waren, Wäre der Alexanderplatz in Haiti oder in China, und wäre Mark. das Polizei Abenteuer einem den schweren Wagen die drei Meilen von Berlin bis Grünau ohne deutschen Staatsbürger in Ein auffälliges Beispiel für die Art, wie die jede Hilfe alleine gezogen hatten. Die Eisentheile sollten an einem Haiti oder China widerfahren, so wäre ein deutsches Wählerlisten aufgestellt wurden, ist uns aus dem dritten Wahl- Kaiser- Denkmal, das in Grünau errichtet wird, Verwendung Schlachtschiff nach Haiti oder China geschickt worden, das freise bekannt geworden. Herr August Bischof, der seit 25 Jahren finden. In Grünau gelang es mir in Gemeinschaft mit zwei seine Kanonen auf den Alexanderplatz gerichtet hätte. Alexandrinenstr. 25 wohnt, im vollen Besige der bürgerlichen Ehren- Maurern, das schwere Gefährt unter Anstrengung aller Kräfte Allein, leider liegt der Alexanderplatz in Berlin, in der Haupt- rechte ist, niemals Armenunterstützung bezogen hat, fehlt in der den sandigen Weg vorwärts zu schieben. Alle Leute, welche Zeugen stadt des neuen Deutschen Reichs. Kein Hahn hat darnach gekräht, Wählerliste. Wie leicht können da Chambregarnisten übersehen der Szene waren, zeigten sich über die Ausnutzung der Knaben daß der deutsche Staatsbürger des Morgens 4 1hr von einem worden sein! Schußmanne aus dem Bette herausgeholt, auf die Polizei befördert empört. Beschäftigt sind die beiden Lehrlinge bei der Firma und stundenlang seiner Freiheit beraubt wurde Bezüglich der Sonntagsruhe an den beiden Pfingstfeier: B. Plattner Nachfolger, Waldemarstr. 27. blos weil die tagen gelten folgende polizeiliche Bestimmungen: Am ersten Feier Polizei wünschte, daß er eine Frage beantworte, die in einer Brief- tage sind verboten: I. a) öffentliche Tanzluftbarkeiten und Bälle; 2 Uhr ein am Engelufer wohnhafter Radfahrer überfahren, der von Von der elektrischen Bahn wurde gestern Mittag kurz nach zeile hätte beantwortet werden können. Und das alles von rechtswegen, wie das Opfer des Abenteuers theatralische Vorstellungen und Mufilaufführungen, falls nicht der ernste genug ausweichen konnte. Der rechte Oberschenkel wurde ihm geb) Gesangs- u. deklamatorische Vorträge, Schaustellungen von Personen, der Sebastianstraße nach dem Morikplay einbiegend, nicht rasch auf seine Beschwerde hin erfuhr. Charakter gewahrt ist; Vorträge, Schaustellungen und Musikauffüh- brochen. Doch ganz ist die Sache nicht im Sande verlaufen. Es ist Taßt die Verwunderung Euch nicht zu sehr aufregen, Ihr lieben findet keine Anwendung auf die Vorstellungen in den Theatern im rungen in Café chantants( Tingel- Tangel). Diese Bestimmung unter b Eine fonderbare Szene spielte sich Freitag Abend im Lands Leser!- es ist Strafe erfolgt. Der Schußmann, der den eigentlichen Sinne, d. h. solchen, deren Zweck es ist, Schauspiel- wehrkanal ab. An der Potsdamer Brücke hatte ein Mädchen sich unschuldigen Reichsbürger aus dem Bette geholt, und auch der Vorstellungen zu veranstalten, bei welchen ein höheres Kunstinteresse der Vorübergehenden in den Kanal. Den Rettungsball, den man seiner Kleidung entledigt und sprang dann zum Erstaunen Polizeibeamte, der ihm hierzu Befehl ertheilt, sind worden. Wohl aber ist das Opfer jenes Polizei- Abenteuers um des Hauptgottesdienstes gestattet. nicht bestraft obwaltet. Frith- Konzerte ernsten Charakters sind bis zum Beginn ihm zuwarf, verschmähte es, und als man sich nun daran machte, feine Stelle gekommen. Das Verbot der öffentlichen mit einem Kahne die Rettung zu versuchen, zeigte es sich, daß man Lustbarkeiten erstreckt sich auch auf solche private Lustbarkeiten, die Er war Muſiker, und ist, nachdem er die Oeffentlichkeit angerufen geeignet sind, die äußere Heilighaltung des Feiertags zu be- es mit einer außerordentlich tüchtigen Schwimmerin zu thun hatte. hat, aus seiner Stellung entlassen worden. Diese war in ihren Bewegungen, zuntal in Eva's Kostüm, sehr ges cine Privat stellung. Allein die Leiter des betreffenden Unter- Sonntagsruhe- Bestimmungen. Es war einträchtigen. Am zweiten Feiertage gelten die gewöhnlichen Diese war in ihren Bewegungen, zuntal in Eva's Kostüm, sehr gewandt, wich dem Rettungskahne durch Untertauchen aus und schwamm nehmens dachten sich und ihrem Unternehmen zu schaden, wenn sie einen deutschen Staatsbürger im Dienste behielten, der die frevelhafte Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet, Gehilfen, Lehr- Passanten, sie dem kalten Bade zu entziehen. Die Schwimmerin, die II. Im Handelsgewerbe dürfen am ersten Feiertage, soweit der unter Wasser weiter. Als sie aber endlich doch wieder hochkommen mußte, gelang es einem Schutzmann vom 33. Nevier und mehreren Kühnheit gehabt, als deutscher Staatsbürger sein gutes Recht zu suchen. linge und Arbeiter beschäftigt und die Läden offen gehalten werden: in ein Krankenhaus gebracht wurde, hat es, wie angenommen wird, Die Polizei hat mit der Maßregelung natürlich nichts zu thun. a) im Handel mit Milch, mit Back-, Konditorwaaren und Konfitüren Sie hat den Leitern des Unternehmens kein Wort gesagt. Aber während der Zeit von 5-10 Uhr vormittags und von 12-2 Uhr wohl nur auf ein vorläufiges Unterkommen abgesehen. Sie wurde diese glaubten für sich und ihr Unternehmen fürchten zu müssen, nachmittags; b) im Handel mit Fleischwaaren während der Zeit von die bisher in der Stephanstraße in Stellung war und nach ihrer festgestellt als ein 31 Jahre altes Dienstmädchen Veronika Mroscheck ,; wenn sie den Sünder nicht maßregelten. 5-10 Uhr vormittags; c) im Handel mit Kolonial- und Vorkostwenn waaren, mit Bremmaterialien, mit Bier und Wein, mit Tabat Entlassung kein Obdach hatte. Das Bad scheint dem bedauerns werthen Mädchen nicht geschadet zu haben. und Zigarren nur während der Zeit von 8 bis 10 Uhr vormittags; d) im Handel mit Blumen während der Zeit von 7 bis 10 Uhr vormittags, von 12 bis 2 Uhr nachmittags; e) im Handel mit Druckschriften auf den Bahnhöfen während der Zeit von 71/2 bis 10 Uhr vormittags; f) in der Beitungs- Spedition während der Zeit von 4 bis 9 hr vormittags. Und diese Form der Maßregelung ist ebenso schlimm, als die Polizei direkt die Entlassung des Mannes verlangt hätte. Die Furcht vor Polizeiwillkür ist sogar ein schlimmeres Uebel als Polizeiwilltür selbst. Welche Zustände! noch Wohlan wer das haltlose solcher Zustände empfindet, der hat am 16. Juni Gelegenheit, einen Schlag zu führen, der das Uebel an der Wurzel trifft. Schafft das deutsche Volt nicht Wandel, so wird überhaupt nicht Wandel geschaffen. Und der 16. Juni ist der Tag, an welchem die deutsche Wählerfchaft es in der Hand hat, den Willen des Volkes zum obersten Gesez zu machen. Hinter dem flüchtigen Verlagsbuchhändler Hugo Storm hat die Staatsanwaltschaft einen Steckbrief wegen betrügerischen, Bankrotts erlassen. Der 32jährige Storm ist besonders kenntlich an vielen Narben im Gesicht, die von Mensuren herrühren. Es hat sich jezt herausgestellt, daß er noch eine größere Anzahl Personen geAm zweiten Feiertage finden auch bezüglich der Sonntagsruhe schädigt hat, als man ursprünglich angenommen hatte. Seine Freunde im Handelsgewerbe lediglich die allgemeinen Vorschriften Anwendung. behaupten, er habe längst amerikanischen Boden unter den Füßen. Moabit, Helgolander Ufer und den Hinterhäusern der Calvinstraße der Nacht zum Sonnabend der 30 Jahre alte Klempner Oskar Das der Firma Borsig gehörige, von der Kirchstraße, Alt- Von Strolchen überfallen und übel zugerichtet, wurden in begrenzte Fabrifterrain ist an die Magdeburger Baubauk für mijozky aus der Gräfestr. 9. 31/2 Millionen Mark verkauft. Zum Aufschluß des Grundstückes ist Briz her. Wisoyky kam mit seiner Frau von die Verlegung der Wilsnackerstraße über das Grundstück hinaus bis zutreten. In diesem Augenblick fielen drei von den Strolchen, Am Maybachufer blieb er etivas zurück, um ausan das neu anzulegende Helgoländer Ufer erforderlich. die in jener Gegeud heimisch sind, seine Frau an und suchten sie zu Bei der Arbeit verunglückt ist gestern, Sonnabend Nachmittag, in der Neuen Königstraße der Müllkutscher Schremmin aus der Tor gauerstr. 74. Ein voller Kasten fiel, während er ausrutschte, auf das rechte Bein und zerschmetterte den Unterschenkel. Mit einem Lück'schen Rettungswagen wurde er in das Krankenhaus am Friedrichs. hain gebracht. Unappetitliches aus der städtischen Verwaltung. In der ersten städtischen Gasanstalt am Stralauer Blag ist für 150 Arbeiter ein fastenartiger Abort mit sechs Sigen vorhanden. Das Kloset ist ohne Wasserspülung und wird nur zweimal täglich entleert. Der Schmutz und die Miasmen an diesem Orte spotten jeder BeZur Ermordung der Louise Günther bringt das Kleine vergewaltigen. Auf das Hilfegeschrei der Frau eilte der Mann schreibung. Trotzdem diese ekelhaften Zustände in mehreren Ver- Journal" folgende kaum glaubliche Mittheilung: Die Verhaftung der herbei. Ni wandten die Strolche, nachdem sie seiner Frau einen sammlungen, sowie auch im Fachorgan erörtert worden sind, und beiden Unteroffiziere des Garde Kürassier- Hieb über den Kopf versetzt hatten, sich ihm zu, schlugen ihn mit trotzdem Herr Stadtrath Nam slau dringend um Abhilfe gebeten Regiments, die wir bereits gestern gemeldet imd in Zusammen- Fäusten und Stöcken, warfen ihn zu Boden, traten ihn mit Füßen wurde, ist immer noch keine Wasserspülung angebracht worden. Nur die hang mit der Ermordung der Louise Günther gebracht haben, hat eine und liefen dann davon. Der lleberfallene konnte mit seiner Frau Aborte für die Meister und höheren Beamten sind mit solcher Ein- Vorgeschichte, welche die beiden Patrone allerdings in einem sehr traurigen noch nach Hause gehen. Gestern Nachmittag aber wurde sein Zustand richtung versehen. In der genannten Gasanstalt ist ferner fein Lichte erscheinen läßt, so daß der Verdacht, daß sie Louise Günther so bedenklich, daß er ein Krankenhaus aufsuchen mußte.. genießbares Trinkwasser vorhanden. Das dortige Brunnenwasser ermordet haben, der Begründung nicht zu entbehren scheint. Die taugt nichts, und die Arbeiter, die infolge des Staubes und der sensationellen Vorkommnisse am 14. April in der Nacht auf den Hize ganz besonders des Wassers bedürfen, müssen sich ihren Bedarf 15. April wurde bekanntlich die Louise Günther in der Hasenhaide von den in der Nähe gelegenen Höfen holen, wo sie wegen der Ent- ermordet sind so ungeheuerlicher Natur, daß wir jetzt erst zu wendung wiederum mit den Hausbesikern in Konflikt kommen. Zwar deren Wiedergabe schreiten, nachdem jeder Zweifel an den mit ist in der Gasanstalt Wasserleitung vorhanden, doch diese dürfen zutheilenden Thatsachen vollständig ausgeschlossen ist. Die beiden Die Arbeiter, wie behauptet wird, nicht zu Trinkzwecken benutzen. Unteroffiziere begaben sich am Abend des 14. April in die PrivatWird durch diese Veröffentlichung der Mißstände endlich Wandel ge- wohnung einer sehr hochstehenden Persönlich dochter Martha des Rangirmeisters& arl Langner, Sellers Berschwunden ist seit Dienstag, den 24. Mai, die 11 jährige schafft werden? teit, beschuldigten dieselbe eines Vergehens gegen§ 175 des Den Arbeiterfeinden find im Kampfe gegen die Sozial- hundert Mart. Der geängstigte Herr sah sich veranlaßt, die Unter- genannten Tages mit mehreren anderen Kindern den mit Musik vorbeiStrafgesetzbuches und verlangten als Schweigegeld mehrere straße 15 wohnhaft. Das Mädchen schloß sich am Morgen des Demokratie auch die unfauberſten Geſellen als Mitfireiter wirkommen offiziere zu ersuchen, so lange in seiner Wohnung zu bleiben, bis er marichirenden Soldaten an und iſt ſeitdem nicht wieder nach Hause Lumpazius Fischer, der bekannte" Storbmacher", welcher in Ge- die verlangte Summe geholt, da er augenblicklich nicht so viel Baar- zurückgekehrt. Zwischen 8 und 9 Uhr vormittags wurde sie zuletzt Ge- offiziere meinschaft mit Ehren- Fink an der" Post" im September vorigen von Bekannten anscheinend auf dem Wege nach Hause gesehen. Jahres die hundertmal widerlegte Lügenbroschüre in die Welt gesetzi Bild: die Unteroffiziere hatten feine Rognafflaschen geleert und unter Mädchen gewaltsam entführt und das Opfer eines Racheaktes oder geld bei sich hätte. Als er zurückkehrte, bot sich ihm ein widerliches Die Eltern halten die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, daß das hat, wird trotz allem wacker vorgeschoben. Daß kein anständiger der Macht des Alkohols wie Vandalen in seiner Wohnuung Lustmordes geworden ist. Martha ist 1,30 Meter groß, hat blondes Mensch mehr mit dem Burschen Fischer verkehrt, daß er wegen Eigenge haust, Möbel und Spiegel zertrümmert, Glas und Borzellan Haar und blaue Augen; am Untertiefer hat sie eine Narbe. Ihre thumsvergehens und Messerstecherei mit Gefängniß bestraft ist, macht zerschlagen. Nachdem er den Burschen das Geld eingehändigt hatte, bei den Stützen von Thron, Altar und Geldsack nicht das geringste entfernten sie sich. Einige Wochen später erhielt der Herr von den Bekleidung bestand aus einem schwarz und blau gestreiften parchenen aus. Prosit, Bruderherz! Die Bismarckisch- Kardorff'schen Berl. Unteroffizieren einen Brief, worin diese ihm mittheilten, daß das Kleide mit langen Aermeln, Schnür- Halbschuhen und grauen Neueste Nachrichten" haben den traurigen Muth, die Fischer'sche am 14. April empfangene Geld nur eine Tappalie sei und sie einen Strümpfen. Die Eltern bitten zum Auffinden des Kindes um die Broschüre den Unternehmern zum Massenvertrieb in Fabriken 2c. zu weit höheren Betrag als Schweigegeld am Unterſtüßung des Publikums. empfehlen, und thatsächlich wird, wie empörte Arbeiter uns bein Anspruch richten, die Schrift den Ausgebeuteten wie zum Hohn vielfach auf Sollte sich Adressat weigern, die verlangte Summe Orgeltonzert. Herr Otto Dienel spielt Mittwoch, den 1. Juni, zu bewilligen, so würden sie Sie Unteroffiziere wiedermittags 12 Uhr, in der Marienkirche bei unentgeltlichem Eintritt die achte der Arbeitsstätte aufgedrängt. und keinen Stuhl in der Wohnung ganz lassen. Andante. Fräulein Marie Wiemann, Frau Elise Kuhlbrodt, Fräulein Orgel Sonate von Rheinberger, Rob. Schumann's Abendlied und sein Echotommen Bei Gelegenheit der Empfehlung dieses Lügenwerkes in arbeiterfeindlichen Blättern erhalten übrigens die paar Anarchisten, die hier der Hand, die Hilfe der Kriminalpolizei in Anspruch zu nehmen. Der Orgelvortrag. Nunmehr entschloß sich der Unglückliche, mit diesem Brief in Vilma Enequist aus Schweden und Herr Schwiesselmann unterstügen den und da noch herumsputen, eine schwere, aber wohlverdiente betreffende Kommissar, welchem das merkwürdige zusammenStrafe. Das Organ dieser Herren, der Sozialist", hatte es Jm Berliner Aquarium liefen während der letzten Tage von der im verbohrten Haß gegen die Sozialdemokratie seinerzeit für treffen der verübten Expreffung mit dem Datum des Günther- Nord- und Ostsee, dem Adriatischen und Mittelmeere her, sowie aus dem gut befunden, sich auch für sein Theil des Lügen- Fischer anzunehmen. einen der beiden Verbrecher zu Louise Günther fest und übergab das daß der Besucher nicht nur eine vieltöpfige Beſegung der Bes schen Mordes auffiel, stellte die notorischen Beziehungen des Binnenlande und anderen Gebieten so reichhaltige Sendungen ein, Runmehr zitiren die Neueste Nachrichten" das Anarchistenblättlein neue Formen und Erscheinungen als Eideshelfer und fälschen, was abermals für die Kampfesweise gesammte Material dem Garde- Kürassier- Regiment, worauf die Ver- hälter, sondern auch allenthalben Die Angelegenheit wahrnehmen wird. So weist das ausgedehnte Bassin der Plattfische der Arbeiterfeinde charakteristisch ist, den" Sozialist" in ein sozialhaftung der beiden Unteroffiziere erfolgte." demokratisches Blatt um! Solcher Erbärmlichkeit gegenüber ruht, dem Blatt zufolge, jetzt in den Händen der Militär- getroffenen Bertreter zweier Gattungen und Spezies auf, bie, burch die außer den bekannten Arten der Schollen und Zungen die soeben ein bleibt nichts übrig, als in dem Dichterwort Trost zu suchen: Fangstation Rovigno in der Adria erbeutet, zum ersten Male hier im Aquarium zu sehen sind. Der eine ist ein dem Steinbutt verwandter verlängertem ersten Strahl der Rüdenflosse und einem röthlichen, schwarz Strötenbutt( Phrynorhombus), mit kleinen, stacheligen Schuppent, fadenartig umrandeten Augenfleck auf der Mitte der Schwanzseite, der andere ein mit fehr großen, aber leicht abfallenden Schuppen bekleideter Zungenbutt. In einem der oberen Seebecken bemerkt man eine Schleierschuede( Thetys) von noch nie gesehener Größe, von faft Fußlänge mit handbreitem Schleier; auch ein achtfüßiger Polyp ist wieder angelangt und unter den niederen Thieren erregen neue Serpeln mit ihren prachtvollen Kiemenfäden die Aufs merksamkeit der Besucher. ivar. " Ach, das schrecklichste auf Erden Ist der Kampf mit Ungeziefer, Das Duell mit einer Wanze, Der Gestant als Waffe dient! " nähmen. gerichtsbarkeit. Aus Plößenfee. Die Verhaftung des Gefangenenaufsehers Näther in Blößensee, über die wir bereits berichteten, hat eine Reihe Maßnahmen der Gefängnißverwaltung nach sich gezogen, die sich auf alle die Personen beziehen, welche in der Anstalt bisher freien Einund Ausgang besaßen. In erster Linie wurde den Unternehmern Als Beitrag zur Schularztfrage theilt Dr. A. Hartmann in der Anstaltsbetriebe eröffnet, daß allen ihren Meistern, welche früher ber Aerzt. Korr." folgenden Fall mit: Vor kurzem wurde mir einmal eine Haftstrafe in der Anstalt verbüßt haben, von Dienstag wieder aus der untersten Klasse einer Gemeindeschule ein Knabe zu kommender Woche ab das Betreten ihrer Arbeitsstätten nicht mehr geführt, der weder sprechen noch hören könnte, und da er in der gestattet werden könne. Es handelt sich hierbei um solche Meister, Schule nach halbjährigem Unterrichte teine Fortschritte gemacht hatte, welche nach Verbüßung ihrer Strafhaft im Dienste der be- Feuerbericht. Freitag Abend 92 Uhr explodirte Klopsto d für die neu zu errichtende Klasse für Idioten in Aussicht genommen treffenden Unternehmer verblieben sind und dort besonders straße eine Petroleumlampe, wobei auch eine fleine Aetherflasche Er gab auf alle an ihn gerichteten Fragen keine Antwort. das Anlernen der Sträflinge besorgten. Schon seit mehreren Tagen erfaßt und gesprengt wurde. Glücklicherweise war der Inhalt der Weder die Mutter noch die Schule waren im stande, zu beurtheilen, findet die schärfste Kontrolle der ein- und ausfahrenden Transport- letzteren mir ein geringer, so daß der angerichtete Schaden nicht be= welcher Unterricht einem solchen Knaben zu theil werden muß. Erst wagen statt, welche Rohmaterialen einführen und fertige Produkte trächtlich ist. Personen wurden nicht verlegt. Sonnabend früh durch die zufällig eingetretene ärztliche Untersuchung mußte fest- ausführen. Gefangene dürfen ferner nicht mehr in Begleitung der 91/2 Uhr ging Marienstraße 26 in der Küche ein Posten Wäsche gestellt werden, daß es sich um einen taubstummen Knaben handelte. Meister allein die Anstalt verlassen, um in den Vorrathsschuppen in Flammen auf. Abends 7 Uhr wurde die Wehr nach Es ist deshalb verständlich, daß derselbe, neben anderen ungenügenden vor derselben Besorgungen zu machen. Früher soll es wiederholt Waldemarstraße 12 gerufen. Hier hatten mehrere Fässer mit. Leistungen, im Singen nur das Zeugniß, ungenügend" bekommen konnte. vorgekommen sein, daß die Gefangenen diese Gelegenheit benutzten, Delfarbe Feuer gefangen, das erst nach längerer Löschthätigkeit beAm Schlusse seiner Ausführungen vermerkt Dr. Hartmann eine sehr um Vier, Schnaps, Kautabat in den benachbarten Geschäften zu kaufen feitigt werden konnte. auffällige Thatsache. Er schreibt ,, nachdem er sich darüber beklagt und einzuschmuggeln. hat, daß das Medizinalministerium die Schulhygiene zu wenig beachtet: Charakteristisch für die bestehenden Verhältnisse ist, daß ried, Ackerstr. 22, ist am Dienstag auf dem Wege von der Schule Die 13jährige Tochter des Kohlenhändlers Paul LamAus den Nachbarorten. nicht einmal an der mit einem Internat verbundenen könig- nach der elterlichen Wohnung verschwunden. Sie hatte sich weder in Friedrichsberg und Lichtenberg. Den Genossen zur Nach lichen Taubstummen- Anstalt ein mit der Untersuchung der Schule noch zu Hause etwas zu schulden kommen lassen und war richt, daß das Lokal von G. Thater, Dorfstr. 47, jezt frei iſt. und Behandlung von Ohrenleiden speziell vertrauter Arzt an- noch nie heimlich von der elterlichen Wohnung fortgeblieben. Am Die Lokalfommission. gestellt ist, so daß die Ohrerkrankungen, übelriechende Ohreiterungen, Donnerstag Morgen fanden Vorübergehende an der Böschung des Baumschulenweg. Am Mittwoch, den 1.' Juni, abends 8 1hr, hypertrophische Rachenmandeln u. s. w. fich selbst überlassen bleiben Spandauer Schifffahrtskanals Schulbücher und Kleidungsstüde im findet im Lokal Speer eine Volksversammlung statt. Wir bitten Eine Sihung der Stadtverordneten- Versammlung findet in Grase zerstreut, und diese Sachen wurden als das Eigenthum des die Parteigenossen, rege zu agitiren und vollzählig und pünktlich der Pfingstwoche nicht statt. Mädchens erkannt. In der Nachbarschaft von 2. wohnte früher ein mit Frauen zu erscheinen. Tagesordnung: Die Reichstagswahl. Ueber die großen Unterpflasterbahnen, welche die Stadt Mädchen namens P., die sich für die bei ihrem Alter start entwickelte Referent: Friz Zubeil. Das Wahlkomitee. Berlin selbst auszuführen beabsichtigt, find allmälig mehr und mehr Hedwig L. fehr intereffirte und an sich zu fesseln suchte. Die P. zog Pankow Niederschönhausen. Den Genossen zur Kenntniß Anhaltspunkte zu unserer Kenntniß gelangt. Es handelt sich in der später nach der Gegend des Nordufers. Schon vor einiger Zeit daß am Mittwoch, den 1. Juni, abends 81/2 Uhr, eine große WählerHauptsache um drei große Linien. Die Nord- Südlinie: Wedding, erzählte die kleine L. ihrer Mutter, daß die P. nach außerhalb wolle versammlung stattfindet, für welche Paul Singer das Referat, = worden! " ganz er von vorDie Elberfelder Strafkammer verurtheilte gestern den Lokomotivheizer erster Klasse Wilhelm Kreu els aus Barmeu, der am 23. November v. J. auf dem Bahnhofe zu Barmen- Rittershausen eigenmächtig aus dem todten Geleise herausgefahren war und dadurch den Zusammenstoß eines Güterzuges mit einer RangirLokomotive verursacht hatte, wobei zwei Personen verlegt wurden und ein Materialschaden von 12 500 Mark entstand, wegen fahr. lässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes übernommen hat. Die Versammlung findet bei Ebersberg( Sur- mandat über 30 Mart wegen- groben Unfugs, begangen| Erde. Koch tam hinzu und hieb auf den Mann mit seinem Stod ein. fürstensäle", Bankow), Berlinerstr. 102, nahe dem Pferdebahn- Depot durch jenes Hoch. Widerspruch wird eingelegt. Am Freitag stand Nun kam der Schußmanns- Wachtmeister Kramer hinzu, wodurch die Pankow statt. Wir ersuchen die Genossen, rege für die Versammlung Fritz Schulze vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts II. Be- Sache ihren Abschluß fand. Koch hatte natürlich seiner Empörung zu agitiren und namentlich auf die Adresse des Versammlungslokals fennen Sie sich schuldig? fragt ihn der Vorsigende. Keines- in derben Worten Luft gemacht. Okrusch machte zu seiner Ent zu achten, da dasselbe uns zum ersten Male zur Verfügung steht. Ferner wegs, fezt der Angeklagte auseinander. Wie kann ich denn schuldigung geltend, er habe geglaubt, eine Prostituirte vor sich zu wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Handbuch für sozialdemo- groben Unfug verüben, wenn ich in geschlossenem Raum in haben. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn 30 M. Geldstrafe. kratische Wähler für 1 M. bei dem Vertrauensmann G. Freiwaldt, einer sozialdemokratischen Versammlung ein Hoch auf die Sozial- Das Gericht erkannte auf Freisprechung. Das Gericht nahm Pankow, Florafstr. 71, zu haben ist. In oben genannter Versamm- demokratie erschallen lasse! Daran kann und darf niemand„ Aergerniß an, Okrusch sei in dem Glauben gewesen, eine Prostituirte vor sich lung wird auch„ Der Wähler zur Ausgabe gelangen. Wir bitten nehmen". Sonst würde ja auch ein Sozialdemokrat sich geärgert zu haben und habe nicht anders handeln können. Koch, der wegen die heutige Annonce zu beachten. Das Wahlkomitee. fühlen können, wenn Konservative auf ihre Grundsäße oder Ultra- Beleidigung der Polizei mit angeklagt war, wurde in anbetracht der Pfingsten in Nowawes. Unter den Webern dieses Vorortes montane auf den Papst ein Hoch ausbringen. Der Zeuge, ein außergewöhnlichen Umstände, die seine Erregung begreiflich erscheinen von Potsdam, der während der Feiertage gewiß von zahlreichen Ber- Gendarm, wird vernommen. Er schildert den Vorfall wie an- ließen," zu drei Mark Geldstrafe verurtheilt! liner Ausflüglern besucht werden wird, herrscht Hungersnoth. gegeben. Amtsanwalt: Worin liegt denn da grober Unfug? Bestrafte Selbsthilfe. Nach einer Polizeiverordnung vom Das Elend am Orte ist unerhört und die Regierung, die den Junkern 3euge: Das Kammergericht oder Reichsgericht hat, soviel ich 20. Februar 1897 find die Bierdruckapparate, insbesondere die Liebesgaben über Liebesgaben hinwirft und die für so proble- weiß, in ähnlichen Fällen so erkannt. Amtsanwalt: Ich be- Leitungen der Prenzlauer Gastwirthe mindestens alle 14 Tage vermatische Zwede wie die Förderung des Deutschthums in den antrage Freisprechung. Angeklagter: Dem schließe ich mich mittelst Dampfes zu reinigen. Zur Reinigung dürfen nur Apparate Ostmarken" sich die ungeheure Summe von 900 Millionen Mart an. Der Gerichtshof: Angeklagter ist von Strafe benutzt werden, welche die Polizei genehmigt hat. Einen solchen hat bewilligen lassen, hat trotz der Ueberzeugung, die sie vom und Kosten freizusprechen. Grober Unfug kann in der tonzeffionirten Apparat besaß nun ein gewisser Körſten. Er beElend in Nowawes durch ihren Kommissar erlangt hat, bisher noch Bethätigung einer politischen Gesinnung in einer forgte die Reinigung der Bierdruckvorrichtungen in nicht das geringste sichtbare Hilfezeichen von sich gegeben. Der politischen Versammlung durchaus nicht liegen. Der Amts Prenzlau. Auf die Beschwerden der Gastwirthe, die theilRegierungsrath hatte bei seinem Besuch im vorigen Jahre ver- anwalt ersucht den Zeugen, seinem Vorgesetzten von dem Urtheilweise über sehr schlechte Reinigung flagten, wird sprochen, daß die Plüsche für die Eisenbahnwagen in Nowawes und der Ansicht des Gerichts Kenntniß zu geben, damit unnüße der Polizei verwarnt. Eine Anzahl Restaurateure hatten dennoch gewebt werden sollten, aber bis jetzt ist noch nicht ein Stück bestellt Strafbefehle nicht wieder ergehen. Wir möchten wünschen, über sein Verfahren zn flagen, die Leute halfen sich deshalb selbst, daß derartige, gewiß von jedem gebilligte Urtheile endlich die Regel indem sie sich mit einem Klempnermeister in Verbindung setzten uno Wie traurig es am Orte aussieht, geht auch aus einer dem und nicht die Ausnahme bilden. Nicht nur Köpenick wäre dann um weit die Reinigung von ihm besorgen ließen. Der Mann hatte einen gut Potsdamer Tageblatt" zugegangenen Einsendung hervor, in welcher mehr als 100 Straffälle ärmer und§ 360 Nr. 11 weniger beängstigt arbeitenden Apparat gebaut, ihn sich aber nicht fonzessioniren lassen. folgender Vorfall geschildert wird: Gerade so wie sich ein Herr über un geärgert. Die betreffenden Gastwirthe, Böning und Genossen, wurden be= die Thronrede gefreut hat, so konnte man sich auch am Montag Der Prozek wegen des gekreuzigten Knaben, über den schuldigt, sich gegen die genannte Polizeiverordnung durch Benutzung Mittag freuen, wie sämmtliche Arbeiter aus einer Fabrik in der Wilhelm wir gestern aus 8 abern berichteten, nahm seinen Fortgang. eines nicht fonzessionirten Reinigungsapparates vergangen zu haben. straße in Nowawes mit fröhlichen Gesichtern und jeder Arbeiter, Als bezeichnend für gewisse Kulturzustände im Elsaß haben wir Das Schöffengericht sprach sie frei, das Landgericht verurtheilte sie aber die Verheiratheten mit einem großen und die Ledigen mit einem folgende Einzelheiten aus den Verhandlungen hervor. Ein junger zu Geldstrafen. Die Straffammer gab zu, daß Körsten nicht gerade fleinen Brote unter dem Arm, die Fabrik verließen. Wenn auch Mann, der den Gekreuzigten bei der Frohnleichnams- Prozession der geeignetste Mann für jene Thätigkeit gewesen sei, und sprach der Herr Regierungs- Rath, welcher im vorigen Jahre in Nowawes darzustellen hatte, der 17jährige Eisendreher Bauer aus Dinuze be- dann aus, daß die Angeklagten trotzdem die Polizeiverordnung hätten gewesen ist, bis jetzt noch nichts hat dazu beitragen können, der fundet auf Befragen des Gerichtspräsidenten, ob er im Jahre 1894 als beachten müssen. In ihrer Revision beriefen sich die Angeklagten Both abzuhelfen, so hat doch endlich ein Fabrikbesizer damit Kruzifigus mitgewirkt hatte: Ja, ich war am Kreuz und habe unter anderem darauf, daß nach der von Körsten angefangen, die Noth unter seinen Arbeitern zu lindern. Da in unseren Herrn Jesus Christus dargestellt. Ich stand vor genommenen Reinigung das Bier manchmal ungenießbar geder letzten Zeit die Getreidepreise sehr gestiegen sind, so hat es dem Hause des Metzgers Duchateau. Präs.: Wie waren Sie wesen sei und daß sie sich gewissermaßen in einem Nothstand der Fabrikbefizer soweit gebracht, daß er für seine Arbeiter bekleidet? 8euge: Ich hatte eine Hose an, die aufgefrempelt befunden hätten. Das Kammergericht verwarf indessen Brot backen läßt und erhielt jeder Arbeiter wöchentlich ein war. Präs.: Sonst waren Sie nackt? Die Verordnung Beuge: Nein. Ich die Revision mit folgender Begründung: Brot gratis und jedenfalls thut er das aus dem einfachen hatte ein weißes Tuch über dem Oberkörper, das mir die fei rechtsgiltig. Sie sei gestützt auf das Polizei- Verwaltungsgesetz Grunde, weil sich die Arbeiter mit ihrem fargen Verdienst kein Brot Damen umgebunden hatten. Bräf.: Waren Sie nicht an der und zwar auf die Bestimmung, wonach die Polizei Sorge tragen Die Polizei fet taufen können. Wäre es denn nicht besser, wenn jeder Arbeiter einen Seite nackt? 8euge: Nein, nur wo die Wunde müsse für Leben und Gesundheit des Publikums. wöchentlich eine Mart mehr erhalten würde, daß er sich sein unseres Herrn Jesu Chrifti war, war ich bloß, sonst hätte man berechtigt, eine bestimmte Methode der Reinigung vorzuschreiben und Brot selbst kaufen könnte? Aber jedenfalls wird doch der ja die Wunde nicht gesehen. Präs.: Wie war die Wunde die Benutzung der Apparate von einer Konzessionirung abhängig zu Herr Fabrikbefizer seine Arbeiter zu den Feiertagen noch markirt? 8euge: Die Damen hatten mir mit Blut machen. Durch diese Vorschriften werde die preußische Verfassung extra überraschen, indem er für jeden einen kleinen Kuchen backen vom Metzger einen Fleck hingemacht.-Präs.: Hingen nicht beeinträchtigt. In thatsächlicher Beziehung sei unerheblich, daß läßt, damit auch die Leute eine kleine Veränderung haben. Und Sie am Kreuz? 3enge: Nein, meine Arme waren frei. Ich der Klempner gut gereinigt habe, und von einem Nothstande könne nun genug hiervon. Gehen wir zurück zum Weberelend; stand auf einem Schemel und legte die Arme gegen das Kreuz. nicht geredet werden. Auf jeden Fall sei die Benutzung eines nicht will sich wirklich ein Weber nach anderer Arbeit umsehen, geht er Präs.: Da müssen Ihnen doch aber die Arme lahm geworden fonzessionirten Apparates strafbar. nach irgend einer Fabrik, wie z. B. in Neuendorf, Bismarckstraße, so sein? 3euge: Ja, ich hatte ja Strumfbänder um die Rechtsanwalt Wilhelm Henke ist gestern von der vierten verdient er die Woche auch seine 6-12 M., ein schöner Lohn bei Gelenke. Präs.: Die waren also am Kreuz aufgehängt? Straffammer des Landgerichts I wegen Unterschlagung zu drei einer 13 stündigen Arbeitszeit. Meldet er sich an die königliche 8enge: Ja, und ich hatte da meine Arme durchgesteckt. Bräf.: Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Der Angeklagte gab vor Eisenbahn- Wagenwerkstatt zu Potsdam, um sich dort als Ar- Von wem waren die Strumpfbänder?- 3euge: Die hatte meine Gericht an, daß er in bedrängten Verhältnissen gelebt und zur Bebeiter einstellen zu lassen, und das noch nicht mal, fich Mutter von ihren Knieen abgemacht. friedigung seiner Gläubiger einer Klientin die Summe von 500 m. wenigstens in der Arbeiterliste einschreiben zu lassen, so Weiter bekundet der Zeuge unter Heiterkeit, daß er nicht ge- unterschlagen habe. Als dies Bergehen ans Licht tam, ging er nach wird ihm die freudige Nachricht zu theil: fein Bedarf schrien habe und gerne noch einmal an das Kreuz gegangen wäre. Hamburg und begab sich sodann nach einer Nervenheilanstalt in an Arbeitern". Er ist abgewiesen und nicht mal Zeugin Ehefrau Marie Täsch aus Nieder- Yeuh war früher Bankow, von wo er ins Untersuchungsgefängniß gebracht wurde. in der Arbeiter Liste notirt, und das in einer Dienstmädchen bei dem ehemaligen Bürgermeister Tiedemann von Inzwischen ist der geschädigten Frau die unterschlagene Summe von fgl. Eisenbahn- Wertstatt. Wann wird die Zeit kommen, Alberschweiler, vor dessen Haus 1894 die„ Kreuzigungsszene" dar- hiefigen Anwälten ersetzt worden. In der Verhandlung gaben die wo man sich auch mal um den Arbeiter und, wie es in Nowawes gestellt wurde. Sie befundet: Der Knabe Bauer war nackt und medizinischen Sachverständigen ihr Urtheil dahin ab, daß der Ansteht, um die Weber kümmern wird, damit diese nicht ein gar zu blos die Scham bedeckt. Ich weiß bestimmt, daß er keine geklagte durch jahrelangen übertriebenen Alkoholgenuß sein Nerven elendes Dasein fristen! Hosen an hatte, sondern daß man ihm lediglich ein weißes Tuch system ruinirt habe. Er sei Neurastheniker in hohem Grade. Auch hieraus geht hervor, daß im Lande der Liebesgabenpolitik um den Unterleib geschlungen hatte. Ich habe gelacht, weil ich für den Arbeiter, und befände er sich im tiefsten Elend, teine auch so etwas noch nicht gesehen hatte.- Präs. Also hatte die Szene nur annähernd ausgiebige Hilfe von oben zu erwarten ist. Er ist für Sie nichts Andächtiges. Zeugin: Aber nein, ich habe auf sich selber angewiesen. Ein Thor, wer sich das nicht meinen Spaß daran gehabt.( Große Heiterkeit.) Rechtsmertt und trotz allem bei der Wahl am 16. Juni noch für einen anwalt Stiebe: Die Beugin ist nicht aus dem Elsaß. Dr. Gerbert: Aber aus Lothringen. Präs.: Haben Sie die ordnungsstüßenden" Kandidaten seine Stimme abgiebt! Beugin: Ja. Eine merkwürdige Gasverthenerung. Ein eigenartiger Mädchen unten am Streuz können sehen? Konflikt zwischen der Stadt Schöneberg wie auch den Schöneberger Präs.: Haben Sie bemerkt, daß die Mädchen zu dem nackten Englischen Gasgesellschaft beschäftigt die betheiligten nicht bemerkt. Seit einigen Jahren schon ist von den Kreise sehr lebhaft. Gastonsumenten des Ortes darüber geflagt worden, daß die Gasrechnungen allmälig immer mehr anwüchsen, ohne daß die betreffenden Flammen länger oder stärker gebrannt hätten. Und seit etwa einem Groß- Lichterfelde. Am Donnerstag fand hier eine von der Jahre ist diese Bertheuerung vielfach auf das Doppelte und Dreifache der früheren Gaskosten gestiegen. Alle Beschwerden an die freisinnigen Volkspartei einberufene Voltsversammlung statt, die von ungefähr 35-40 Personen darunter einige Sozialdemokraten Gasgesellschaft blieben jedoch erfolglos, weil die Gasmesser that Revierförster z. D. Tiedemann bekundet, daß der Knabe nur besucht war. Der Kandidat Dr. Bernstein beschäftigte sich haupts sächlich den entsprechenden höheren Gasverbrauch anzeigten. Schließlich stellte sich aber heraus und wurde dann auch von der Gasgesellschaft mit einem Kleidungsstück angethan war, das sehr kleine Verhältnisse sächlich mit dem Junkerthum und kam nur am Schluß seines Referats unumivunden zugegeben, daß die letztere das Gas jetzt mit erheblich aufwies, da es erst von den Hüften ausging und oberhalb der mit den bekannten Redeblüthen über die Sozialdemokratie. In der ftärkerem Drud als früher in die Hauptleitungsröhren preßt, und Oberschenkel wieder endete. Die beiden Mädchen hätten zu dem Diskussion nahm das Wort zunächst ein Herr Dr. Spiegel, ein echter Knaben emporgeblickt. Ebenso sagt die Ehefrau dieses Zeugen aus. Volksmann", der den sozialdemokratischen Kandidaten persönlich daß hierdurch eine Unmenge von Gaszwecklos, d. h. unverbrannt, durch die Gasbrenner entweicht. Die Schuld hieran Auf einen Antrag des Klägerischen Anwalts Stieve, die drei Zeugen, herabsetzte. Ihm ist der Genosse Zubeil nicht fein" und gebildet" Den Herrn Doktor stuzte nun der Genosse Röder will nun zwar die Gasgesellschaft der Gemeinde Schöneberg zu welche den Knaben fast unbekleidet gesehen haben wollen, wegen genug. schieben, weil sie, nach einem erst dieser Tage ertheilten Bescheide an Verdachtes des Meineids zu verhaften, behält der Gerichtshof fich Teltow zurecht, während Genoffe Wenzel das Sünden den Schöneberger Haus- und Grundbesitzerverein, von den maß- die Entscheidung vor. Mehrere andere Zeugen bestätigen, daß der register der Freisinnigen im Reichs- und Landtage und den Kommunen den Anwesenden bor Augen hielt. Auch die gebenden Behörden an einer rationellen Rohrlegung Anabe fast nadt gehangen habe. Gendarm Wallis aus Alberschweiler befundet dann in längeren erbärmliche Haltung bei den Stichwahlen fand die ges behindert" sei, thatsächlich sollen aber die Röhren für den gegen Ausführungen, daß viele der Alberschweiler Beugen schon vor der bührende Kritit. Der darauffolgende Freifinnige Dr. Müller wärtigen Bedarf zu eng sein. Ein Seelenhirt, der sich bet seinen Gemeindegliedern nicht Saarburger Verhandlung ihm nicht recht sicher erschienen seien. Er machte schlauerweise die Sozialdemokratie für die heutige Reaktion gerade besonderer Beliebtheit erfreut, amtirt in unserem Nachbar- deutet in etwas weitschichtiger und nicht sehr bestimmter Weise an, verantwortlich, weil dieselben sich bisher nicht an den Landtags Dorfe Lichtenrade. Pastor Klein wurde vor einigen Jahren daß Pfarrer 2'Sullier Zeugen zu beeinflussen gewahlen betheiligt und die Manchestermänner im Landtage nicht geaus einer armen schlesischen Gemeinde auf Fürsprache seines Schwieger- ucht habe. Als der Kaplan des Pfarrers am Sonntag nach stärkt hätten. Herr Dr. Bernstein schlug in seinem Schlußwort vaters, des Ober- Hofpredigers Dr. Kögel, in die reich dotirte Pfarr- der Saarburger Berhandlung über das Thema:" Was ist wahrheit?" in dieselbe Kerbe und nannte die Sozialdemokratie den Schrittmacher stelle zu Lichtenrade verseßt. Hier hat er sich nun dadurch in auf- gepredigt habe, sei L'huillier in seiner Loge aufgesprungen und habe der Neaktion. fällige Beleuchtung gebracht, daß er Ende vorigen Jahres den alten mit den Worten:" Das geht auf mich!" den Kaplan zum Briefkasten der Redaktion. in der Gemeinde allgemein verehrten und beliebten Lehrer beschuldigte, erlassen der Kanzel gezwungen." er habe sich an Schulmädchen unittlich vergangen. Das Konsistorium Adlerorden, im Talar der Sigung im Kreise zahlreicher Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahr enthob darauf den Lehrer einstweilen des von ihm verwalteten Amtes eines Küsters und Kantors, während die Angelegenheit gleich- Pfarrer beiwohnt, proteſtirt in französischer Sprache wiederholt in anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schriftliche Antwort zeitig der Staatsanwaltschaft übergeben wurde. Diese Behörde hat erregter Weise gegen die Angaben des Zeugen, der demgegenüber bei aber nach eingehender Untersuchung, in der eine ganze Anzahl seinen Angaben bleibt. Das Gericht zieht sich dann zur Berathung über den Antrag früherer und jetziger Schülerinnen des Lehrers vernommen wurden, des Rechtsanwalts Stieve auf Verhaftung der Beugen Tiedegefunden, daß die Beschuldigung völlig unbegründet ist. Man weiß mann, dessen Frau und der Ehefrau Täsch zurück. Nach kurzer Benicht, was den Pastor zu der unhaltbaren Angabe berrathung verkündete der Präsident, Landgerichtsdirektor Wenz, folgenanlaßt hat; genug, der Gemeinde bemächtigte sich ein allgemeiner den Beschluß:„ Der Antrag, die beiden Beugen Tiedemann, die Unwille gegen ihren Seelsorger. Der Gemeinde Kirchenrath Beugin Täsch und wen sonst noch( Heiterkeit) zu verhaften, wird brehte nun den Spieß um und denunzirte den Pfarrer bei der kirch gelehnt, da kein Grund hierfür vorhanden ist." Damit schloß lichen Behörde. Man hatte nämlich zwei größere Schülerinnen und 8 Theile Rosenwasser. Die Mischung kann man vorräthig halten. ein bereits aus der Schule entlassenes Mädchen ausfindig gemacht, 7 Uhr abends die Verhandlung. Debisfelde. Kandidat ist Maurer Schoch aus Magdeburg. Wenden Muß der Radfahrer zu jeder Tageszeit die Laterne mit welche behaupten, der Pastor habe sie jede allein und zu verschiedenen Beiten- ins Konfirmandenzimmer tommen lassen, sich führen? Mehrere Radler, die während einer Vormittags- Sie sich an die Redaktion der„ Magdeburger Volksstimme", Breiteweg 127. Franz B. Richten Sie eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft oder die Mädchen über tour teine Laternen an ihren Stahlroffen hatten, wurden von melden Sie den Fall auf dem Polizeirevier. Thür und Fenster sorgfältig verschlossen, W. K., Schmorg. Der von Ihnen irrig beantwortete Fall ist in eine Bank gelegt und ihnen eine Büchtigung auf den ent- einem Jünger der heiligen Hermandad angezeigt und erhielten M. R. 65. Ja; blößten zum Sizen bestimmten Körpertheil ertheilt. Ob die Strafmandate. Das Schöffengericht und später auch das Land- Stadthagen's Arbeiterrecht, S. 201 Nr. 2, dargelegt. C. S. Nein. zuständige Behörde auf diese Anzeige schon einen Entscheid getroffen gericht sprachen aber die Leute frei, indem sie davon aus- Gründe zu solcher Weigerung sind nicht erforderlich. G. N. Nicht- Techniker hat, ist nicht bekannt. Die Lichtenrader find aber auf ihren Seel- gingen, daß die Laternen nur während der Dunkelheit am C. 2. Sie sind zur Zahlung verpflichtet. A. N., Vogtl. Die Wahrscheinlichkeit Coobenhaven, W. R. sorger so erbost, daß, außer einigen in der Gemeinde nicht gerade Rade befestigt sein müßten. Gegen das Urtheil des Landgerichts fönnen zurückgewiesen werden. spricht für Freisprechung im Falle einer Klage. beliebten Betbrüdern, niemand mehr die Predigten des Pastors legte die Staatsanwaltschaft Revision ein. Sie berief sich auf den 1. Ja. 2. An die Polizei- und an die Militärbehörde. Ueber die Fragen fich zuverlässiger direkt in Dänes besucht. Wer von den Einwohnern von Lichtenrade ein religiöses Wortlaut des§ 4 der Oberpräsidial- Verordnung vom 28. März 1893. zu 3 bis 5 erfundigen Sie 2. 3. 198. 1. Ja. 2. Ja. G. O. Nein. Bedürfniß verspürt, sucht demselben in dem benachbarten Mariendorf Darin heiße es einfach, jedes Fahrrad müsse eine Laterne haben; es mart. sei also keine besondere Tageszeit genannt worden, somit sei die H. 22. Da das Kind nicht von dem Ehemann, der es legitimiren will, oder in dem mit Kirchen reich gesegneten Berlin zu genügen. Laterne zu jeder Tageszeit mitzuführen. Das Kammergericht ver- gezeugt, aber von seiner Ehefrau geboren ist, so kann des Ehemannes Name warf jedoch gestern die Revision des Staatsanwalts. Der Vorder- dem Kinde nur durch Bewilligung des Regierungspräsidenten( in Berlin, des Polizeipräsidenten) gegeben werden. richter habe den§ 4 der Verordnung finn- und zweckgemäß aus genügt die Zustimmung beider Eheleute. Sie müßten also einen Antrag Erst nach dem 1. Januar 1900 gelegt. Der Radfahrer brauche mur dann die Laterne am Rade zu auf Bewilligung der Namensänderung an den Polizeipräsidenten richten. E. G., M. W. Geldstrafe bis 900 M. oder Gefängnißstrafe bis zit ,, Hoch die internationale, revolutionäre, völferbefreiende haben, wenn er fie zur Beleuchtung brauche. M. Sozialdemokratie!" So schloß unser Genosse Tischler Friz Zur Kennzeichnung unserer Polizeizustände. Aus Stettin 5 Jahren. Wiener 77. 7. Sie thun gut, die 3 w. zu zahlen und, Schulze am 18. März d. J. zu Friedrichsberg eine öffent- wird berichtet: Der folgende Vorfall brachte am Freitag den Schutz- falls dann etwa die Bither nicht herausgegeben werden sollte, auf Heraus F. N. 22. Das ist möglich.- Weibekorn. 1. Nein. liche Volksversammlung des sozialdemokratischen Bildungsvereins zu mann Okrusch auf die Anklagebank. Am 27. Dezember kam der gabe zu flagen. Friedrichsberg. Hoch, hoch und zum dritten Male hoch klang es Ingenieur Koch mit Frau und Schwägerin nachts nach Hause. Koch 2. Er müßte zu dem Zweck nach seinem Vaterlande zurückkehren. begeisternd und begeistert aus der zahlreich besuchten Ver- hatte den Hausschlüssel vergessen und stand mit den beiden Damen Wetter- Prognose für Sonntag, 29. Mai 1898. fammlung zurüd. Die Versammlung geht ruhig auseinander, auf der Straße, als der Angeklagte, der in givil war, hinzufam Etwas wärmer, vielfach heiter, zeitweise wolfig, bei mäßigen nords lebhaft bie Ausführungen des Redners, Genossen Dr. Lütgenau und Koch's Schwägerin, Fräulein Hecht, von hinten umfaßte. Die öftlichen Winden; teine oder unerhebliche Niederschläge. und beide fielen zur distutirend. Wenige Tage darauf erhält Frizz Schulze ein Straf- Dame ließ sich das nicht gefallen Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Gastonsumenten und der der den Ort mit Gas versorgenden Jungen hinaufgeschaut haben?- 8eugin: Das habe ich und wegen fahrlässiger Rörperverlegung unter An Gerichts- Beifung. = Es werden dann die Mädchen vernommen, die in den ver- nahme mildernder Umstände zu 100 Mart Geldstrafe event. schiedenen Jahren die Muttergottes" und den„ Johannes" bar- 20 Tagen Gefängniß. gestellt haben. Die erste von ihnen, Fabrikarbeiterin Marie Weißler, befundet: Sie erinnere sich, daß der Kruzifigus mit einer Hose und einer Tüllschärpe bekleidet gewesen sei. Ob man etwas" habe sehen können, wisse sie nicht. Die Arme, Beine und linke Seite des Jungen feien entblößt gewesen. Pfarrer' Huillier, der, geschmäckt mit dem Rothen Wahlversammlungen. wird nicht ertheilt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Donnerstag und Freitag von 6 bis 7 Hhr abends statt. Elberle. Der Verband der Maschinisten und Heizer hat seinen Sentralfis in Berlin. Vorsitzender ist R. Kirschnick, Pücklerstr. 55. E. N. Derartige Unannehmlichkeiten müssen vom Arzt auf ihren Urbeseitigen. Um die Haut geschmeidig zu machen, wird folgendes Mittel sprung untersucht werden und lassen sich durch einen Briefkastenrath nicht ab- empfohlen: Ein Zusaz von einem Theelöffel gepulverten Borax zum Waſchwasser und nachträgliches Einreiben mit 1 bis 2 Theilen Glyzerin auf Berliner Wetterbureau. Nr. 124. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 29. Mai 1898. Volkswirthschaftliche Rundschau. Die deutsche Handelsvertrags- Politik. Die Handelsverträge spielen in der Wahlbewegung eine so große Rolle, daß es vielleicht gut ist, ihre Entwickelung und ihre Bedeutung für die europäische Handelsgeschichte der letzten Jahre auch an dieser Stelle nochmals furz zu schildern. genommen deutlich zu erkennen. In Frankreich hatte die schloß alle Sonderbegünstigungen im Verhältniß der kleindeutschen Regierung im Oktober 1890 der Deputirtenkammer den Entwurf Staaten zum habsburgischen Reiche aus. In dem Kampfe um die eines neuen Bolltarifs vorgelegt, der einen äußerst hohen Minimal- politische Zurückdrängung Desterreichs war dieser Handelsvertrag tarif( und einen noch brückenderen Magimaltarif für Länder eine wichtige Etappe. Warum aber dann den Nachfolger im Reichsohne Meistbegünstigung) enthielt. In beiden Kammern tanzleramt anflagen, wenn er politische Freundschaften und Bundesüberbot man sich in Anträgen auf Steigerung der der vor- genossenschaften vor Störungen durch immer neue wirthschaftliche Die deutsche Schutzzoll- Majorität legte nach ihrem Siege zu geschlagenen Bollsätze, In Spanien waren im November Feindseligkeiten, durch bald stille, bald offene Zollfriege zu sichern nächst Werth darauf, freie hand für den weiteren Ausbau des 1890 die von einer Kommission ausgearbeiteten Vorschläge der suchte? Zollsystems zu behalten. Schließlich war der Bolltarif von 1879 Oeffentlichkeit übergeben worden; sie befürworteten ganz wesentliche Man sagt weiter und für Schußzöllner klingt wenig mehr wie ein gewagter Versuch, über dessen wahrscheinliche Tariferhöhungen. Aehnliche Anzeichen einer prohibitionistischen Be- das Heute wieder einmal recht einleuchtend Graf Wirkung die Urtheile selbst unter den Anhängern weit auseinander- wegung traten allmälig auch in Portugal zu tage. Beide Caprivi hätte vor allen Verhandlungen die deutschen gingen. Zudem hatten sich in den siebziger Jahren die großen Ver- Länder folgten dann im Januar 1891 dem Beispiele Frankreichs in 8ölle abermals erhöhen sollen; beim Fortbestand relativ schiebungen auf dem Weltmarkte in solcher Ueberstürzung vollzogen, der Lösung ihrer handelsvertragsmäßigen Beziehungen und höherer Zölle in Deutschland hätte er dann dieselben Vergünstidaß man jeden Augenblick auf neue unangenehme Ueberraschungen erstreckten die Kündigung fogar auf die bloßen Meistbegünstigungs- gungen für die deutsche Ausfuhr erlangen können. Das ist begefaßt sein mußte. Die Möglichkeit, deren Wirkungen durch aber- Verträge. In Rumänien, das seine Tarifverträge be- famtlich auch so ungefähr, was man im wirthschaftlichen Ausschuß malige Bollmaßnahmen abzuschwächen und auszugleichen, suchte man reits im Juni 1890 zum 10. Juni 1891 gekündigt und unter den industriellen Sammlungspolitikern für die nächste fich infolge dessen, soweit es ging, offen zu halten. hatte, war ein( dann am 11. Juli 1891 in kraft getretener) Bertragsperiode anstrebt. Indeß davon ganz abgesehen, daß das Die Abkehr von der alten Tarifvertrags- Politik gehört so neuer Bolltaris in Vorbereitung, der vielfach prohibitiv wirkte. Selbst Ausland alle diese Schritte gewöhnlich nachmachen und so die geals nothwendiger Bestandtheil zur ganzen damaligen Wendung des in Belgien drängte man zu schärferem Vorgehen gegen die aus- träumten„ Erfolge" vollständig vernichten kann so verbot die wirthschaftspolitischen Kurses. Man schloß zwar auch ferner noch ländische Konkurrenz. In der Schweiz hatte die Regierung einen ganze Lage in Deutschland damals solche schutzölnerischen KraftHandelsverträge mit dem Auslande, aber man legte darin nicht die verhältnißmäßig hohen Generalzolltarif vorbereitet. Die Bundes- meiereien. Sie gelingen allenfalls, wenn ein langjähriger Preiswichtigsten Einfuhrzölle für die vom Auslande eingehenden Waaren versammlung genehmigte ihn ohne weitgreifende Veränderung. Durch druck und beständiger Preisfall die öffentliche Stimmung fest, sondern man verpflichtete sich nur, die Waare des Vertrags- Voltsabstimmung tam er im Oftober 1891 zur endgiltigen Annahme auch für die gewagtesten Experimente vorbereitet und ſtaates so gut zu behandeln wie das konkurrirende Erzeugniß irgend besonders die Bauerndemokratie schwelgte in schußzöllnerischen eingenommen hat. Sie scheitern, selbst beim Vorhandensein einer eines anderen Importlandes. Man sicherte sich gegenseitig lediglich Forderungen, als ob sie bei den ostelbischen Juntern in die starken Schutzzollmehrheit, wenn die Wählermassen schon durch die die Meistbegünstigung zu. Lehre gegangen wäre. bisherige Preishöhe beunruhigt waren. Unsere Nichts- wie- FreiEs liegt uns fern, leugnen zu wollen, daß dabei diejenigen Die Reichsregierung, obwohl wahrhaftig nicht freihändlerisch ge- händler werden im nächsten Reichstage sehr leicht die erste, unsere Interessen bis 1892 ganz gut gefahren sind, die in der agrarisch finnt, entschloß sich unter solchen Umständen, die Rolle zu übernehmen, Nichts- wie- Schutzöllner ebenso leicht die zweite Erfahrung machen industriellen Schutzzollmehrheit ihre Vertretung fanden. Die Industrie in der sich einst das kaiserliche Frankreich gefallen hatte und können. Wer will heute sagen, wie die allgemeine wirthschaftshat unter diesem System nicht nur ihren inländischen Absatz, sondern die dann bont der französischen Republik noch eine konjunktur zur Zeit der Entscheidung über einen neuen deutschen auch ihren Export ungeheuer erweitert. Die Landwirthschaft war Beit lang fortgesetzt worden war: sich zum Mittelpunkt eines mög- Bolltarif sein wird? Indeß waren damals die Agrarzöllner ganz nicht gehindert, 1885 und 1887 die Agrarzölle auf eine früher taum lichst ausgebreiteten Systems von langfristigen Tarifverträgen zu in die Defensive gedrängt. Nach der„ Kraftprobe" von 1887 waren für denkbar gehaltene Höhe zu steigern. machen, die unbeschränkte Bollautonomie aufzugeben, wenn auch die Getreidepreise fortgesetzt, zuletzt bis zu unerhörten Nothandere Staaten sich bereit fänden, ihre Zölle festzulegen. Die erste preisen infolge der heimischen und fremden Mißernten, geDenkschrift zu den Handelsverträgen stellte die maßgebenden Er- stiegen. Niemals haben Wahlparolen wie:„ Frei muß wägungen der deutschen Regierung folgendermaßen dar: das Brot sein und frei das Licht!" oder„ Fort mit den LebensIndeß sollten unsere Hochschußzöllner sich hüten, daraus ohne weiteres Schlüsse gegen Tarifbindungen und für bloße Meiftbegünstigungsabkommen zu ziehen. Denn eine seltsame Verfettung von Umständen wollte es zu jener Zeit, daß eine ganze Reihe von Tarifverträgen damals zwar nicht von uns geschlossen waren, aber durch die Meistbegünstigung auch uns zu gute tamen, so daß das ungehinderte internationale Wettrennen nach beliebigen Zollerhöhungen damals in vollem Maße gar nicht bestand und darum auch nicht in voller Kraft auf uns schädigend zurückfiel. Im Gegensatz zu heute, hatte damals Frankreich sich zum Mittelpunkte eines Systems von Tarifverträgen gemacht. Mit Belgien. Bortugal, Schweden- Norwegen, der Schweiz und den Niederlanden war es derartige gegenseitige Vereinbarungen über die wichtigsten Zollfäße eingegangen. Daran hatten fich naturgemäß eine Reihe anderer Tarifverträge der genannten Staaten, theils unter sich, theils mit Mächten wie Italien, Desterreich- Ungarn und anderen angeschlossen. Deutschland erfreute sich also in dieser Periode indirett- durch die bloße Meistbegünstigung aller dieser Tariffestlegungen im Auslande, während es selber wiederum durch seine bloße Meistbegünstigungszusicherung im eigenen Haufe die Zölle auch nach oben verändern konnte wie es wollte. Das ist soweit zweifellos ein sehr angenehmer Zustand, indeß beweist er gar nichts für die Bismarck'sche diplomatische Genialität, denn an den französisch europäischen Verträgen war Fürst Bismard wirklich vollständig unschuldig. Jeden falls war es zur Zeit des Grafen Caprivi mit solchen außerordentlichen Glücksumständen für die deutsche, nationale Wirthschaftspolitik" vorbei; alle diese, das Schuzzollfieber im Ausland mildernden Verträge waren zu Beginn der neunziger Jahre gekündigt und abgelaufen, in der Hauptsache am kritischen 1. Februar 1892. Die allseitige Politik der freien Hand begann nummehr erst eigentlich wirksam zu werden. Es wäre eine Verblendung und leberhebung sondergleichen gewesen, wenn die Reichsregierung diesem Kometenjahre" mit fatalistischer Gleichgiltigkeit entgegen gesehen hätte. Der Abschluß neuer internationaler Verträge mit bloßer Meist- mittelvertheurern!" auch die bürgerlichen Kreise so stark erfaßt wie begünstigung ohne Tariffestsegungen würde Deutsch- 1890. Die 68 Wahlkreise, die damals dem Kartell abgenommen land zwar die Möglichkeit belassen, der einheimischen Produktion wurden, waren den Schutzzöllnern in die Glieder gefahren und das den eigenen Markt durch beliebige Schutzölle zu Theuerungsjahr 1891 ließ selbst die verbisfensten Agrarier an der sichern, für die Offenhaltung der für unseren Export unentbehr- Aufrechterhaltung des 5 Mart- Bolles für Getreide verzweifeln. Kein lichen Auslandsmärkte aber nicht die geringste Garantie Wunder, daß, als im November 1891 der Handelsvertrag mit bieten. Angesichts des mit der zunehmenden Steigerung der Pro- Oesterreich vorgelegt wurde, Freiherr v. Manteuffel und mit ihm duktion und ihrer Hilfsmittel immer heftiger gewordenen Wett- 20 Konservative und 11 Freikonservative sich mit dem 3½½2 Marktampfes aller wirthschaftlich vorgeschrittenen Staaten ist zwischen Kornzoll zufrieden erklärten. Erst als 1892 wieder ein scharfer Rückdiesen ein dauernder Handelsverkehr nur denkbar in der Form gang der Getreidepreise begann, erhob sich in agrarieinès rationellen Austausches von Gütern, und letzterer setzt schen Kreisen ein wirkliches, allgemeines Toben gegen den zu wiederum eine gewiffe gegenseitige Beschränkung niedrigen Zoll und gegen die Handelsverträge, die ihn bis 1903 der freien erfügung auf zolltariflichem Ge- festgelegt hätten. Wir müssen den Handelsvertrag mit Desterreich biete voraus. Deutschland würde, zumal bei den heute herrschen- und Italien zerreißen, und wenn's mit dem Schwert in der Faust den handelspolitischen Strömungen, auf die Erhaltung sein muß," hieß es in der„ Kreuz- Zeitung" bereits am 24. Noseiner Ausfuhr nicht rechnen dürfen, wenn es nicht durch vember 1893. Bei der definitiven Ausdehnung des Vertragszolles eine solche Beschränkung seinerseits anderen Ländern die Möglich auch auf das rumänische Getreide, dann vollends 1894 beim russischen feit gewährt, die empfangene Waare ganz oder theilweise in eigenen Handelsvertrag lösten sich alle Bande der bisher noch mühsam geProdukten zu bezahlen. Heuchelten Loyalität: der Landwirth war geneigt, den Kaiser als Von nicht geringerer Wichtigkeit, als die Herstellung eines feinen politischen Gegner anzusehen" und die Minister. ,, können günstigeren Verhältnisses zwischen dem Exportbedürfniß und uns sonst etwas", wie Herr v. Diest- Daber unter leichter Lüftung den Abfazmärkten ist die Gewährleistung einer größeren Stader Rockschöße und dröhnendem Beifallsgejohle seiner Bündler im bilität der 8ollverhältnisse. Auch diese von der Geschäftswelt Birkus Busch erklärte. mit recht als eine Grundbedingung für die gedeihliche Entwicke- Den größten Erfolg hatte die deutsche Vertragspolitik gegenüber Tung des internationalen Waarenverkehrs bezeichnete und seit Rußland. Seit Jahrzehnten hatte sich das Barenreich volle TarifJahren mit Nachdruck geforderte Stetigkeit in den Zollverhältnissen autonomie gewahrt, und abgesehen von einigen, den selbständigen fann nicht anders als auf dem Wege von Tarif verträgen mit Tarif des Großfürstenthums Finland betreffenden Verträgen langer Dauer erreicht werden. Tarifabkommen mit anderen Staaten überhaupt nicht geschlossen. Unter diesen Gesichtspunkten schien es für Deutschland geboten, Erst der 3ollkrieg machte Rußland mürbe und die bis 1903 unter Festhaltung des für die einheimische Produktion und gewonnene größere Stabilität für unseren Export wird von der zwar sowohl die Landwirthschaft wie die Industrie unentbehr- ndustrie allgemein als eine große Wohlthat empfunden. lichen Maßes von Zollschutz den Abschluß von Tarifverträgen an- Dagegen stehen die Vereinigten Staaten noch immer Was die Politit der freien Hand für Deutschland mit seinem zubahnen und hierdurch der bei dem Mangel aller vertrags- außerhalb aller Tarifvertrags- Beziehungen. Was sie als Reziprozitätsstarten Export zu bedeuten hat, konnte man auch in der Bismarck'schen mäßigen Schranken zu gewärtigenden gegenseitigen verträge anbieten, hat mit unseren Tarifabmachungen äußerst wenig Periode an denjenigen Ländern beobachten, die in das französische Ueberbietung der europäischen Staaten in der Erhöhung Aehnlichkeit, zudem ist es, schon seiner kurzen Zeitdauer wegen, von Konventional- Tarifsystem nicht einbezogen waren, vor allem an ihrer Bolltarife rechtzeitig vorzubeugen. Wenn die verfehr geringem Werth. Ob man die Vereinigten Staaten so leicht Amerika und Rußland. Und hier waren die Erfahrungen wahr- bündeten Regierungen noch zweifel über die von ihnen zu ver- zu einem Entgegenkommen zwingen kann, wie Rußland nach haftig nicht derart, daß man ihre Verallgemeinerung nach allen folgende Vertragspolitik hätten haben können, so hätten dieselben feiner tiefen Erschütterung durch die Hungersnoth, ist auch mehr wie Seiten hätte ertragen oder gar wünschen können. In Rußland angesichts der seitens der berufenen Organe des zweifelhaft. So hat man denn den amerikanischen Meistbegünstigungsschritt man von Zollerhöhung zu Zollerhöhung, so daß der dortige Handels und der Industrie ausnahmslos zu tage Vertrag seinerzeit gar nicht erst gekündigt und Amerika ohne ähn Absaßmarkt für die europäischen Industrie- Erzeugnisse mehr und getretenen, auf den Abschluß möglichst umfassender Tarifverträge liche Gegenleistungen, wie man sie sonst verlangt hat, in den Genuß mehr verschlossen wurde. Die deutsche Ausfuhr nach Rußland mit den europäischen Staaten gerichteten Wünsche schwinden der Vertragszölle gesetzt. Andererseits haben die Vereinigten war zwischen 1880 und 1887, alfo immer unter dem müssen. Staaten 1891 auf die Anwendung der Drohzölle der Mac Kinleyheute so viel gerühmten Fürsten Bismarck, stufenweise von wieweit rein politische Pläne in die ersten Ver- Bill gegen Deutschland verzichtet. Von einem Erfolg wird man 228 Millionen Mart auf 131 Millionen zurückgegangen. Wenn sie handlungen Deutschlands mit Oesterreich, Italien und Belgien mit hier jedoch gewiß nicht sprechen können. Nach dem Tezten in den darauf folgenden Jahren wieder etwas zunahm, so lag die hineingespielt haben, lassen wir hier unerörtert. Auch Anklänge an( Dingley-) Bollgesetz würde selbst das freihändlerische EngUrsache hierfür lediglich in dem Steigen des Rubelfurses, den die den Gedanken eines wirklichen mitteleuropäischen Zollvereins fehren land dessen Industrie- Ausfuhr in Amerita in erster Linie russische Regierung jedoch sofort zu abermaligen Bollerschwerungen in jener Zeit sogar in Ministerreden häufig wieder. Aber mißhandelt wird, Repreffalien seitens des Kontinents gern gesehen für die durch die Währung etwas erleichterte Einfuhr benutte. 1891 selbst wenn politische Befürchtungen und Hoffnungen die haben selber fann es bekanntlich nicht viel thun, um sich gegen und 1892 stand die deutsche Ausfuhr nach Rußland auf 145 und gegenseitigen wirthschaftlichen Zugeständnisse wesentlich be- lebergriffe zu wehren. würden In den Vereinigten Staaten einflußt hätten, Bis= gerade die Anhänger 129 Millionen Mark. . hatte sich die dort von jeher graffirende Schutzzollwuth foeben in mard's Ursache haben, das als politischen Dilettantismus zu Eine Uebertreibung der Bedeutung der Handelsverträge liegt den Mc Kinley'schen Zollverwaltungs- und Zolltarif- Gefeßen aus- verhöhnen? Der erste Handelsvertrag Bismarc's, der mit uns fern. Sie haben jedoch die deutsche Schutzzoll Bewegung bis getobt. Wenn diese schließlich auch nicht alle die Schäden für Frankreich vom 2. August 1862, führte eine vollständige zum Jahre 1903 wesentlich abgeschwächt und uns so bor ben europäischen Export herbeiführten, die man anfangs Umgestaltung des deutschen Bolltarifs in freihändlerischem Sinne heftigen Interessentämpfen bewahrt. Sie haben einen stattbefürchtete, so waren fie doch geeignet, Schatten herbei. Und doch war er so start aus politischen Berechnungen lichen Streis von europäischen Staaten in ihren Bereich ein seiten der unbeschränkt autonomen" Zolpolitit recht drastisch Preußens hervorgegangen, daß man die Interessenten- Organisationen bezogen und hier überall mäßigend auf den Heißvor Augen zu führen. Wenn man von 1892 ab bei bloßer damals garnicht erst zu befragen wagte, sondern sich sofort an das hunger aller Prohibitionisten gewirkt. Unser Export würde ohne Meistbegünstigung nach allen Seiten solchen Mißhandlungen fortschrittlich freihändlerische Abgeordnetenhaus wandte daß man sie alljährlich, bald an dieser, bald an jener Ede Europa's, in immer ausgesezt war und nur versuchen konnte, durch einen Zollfrieg sich den Zollvereinsstaaten den paragraphirten Vertrag als unabänderliche neue Verlegenheiten gestürzt worden sein. Sie haben endlich einen bagegen zu wehren wie würde dann Deutschland's Lage sich Thatsache an den Kopf warf, deren Nichtanertemmung Preußen als ermäßigten Getreidezoll festgelegt und dadurch den konsumirenden gestaltet haben? Grund zur Auflösung des Zollvereins ansehen werde. Die Jdee der Massen eine immerhin wesentliche Erleichterung ihrer Lebenshaltung Die allgemeine Strömung für verschärfte Absperrung war 801leinigung mit Oesterreich Ungarn war damit gebracht. Auf jeden Fall waren sie im handelspolitischen Kometenbereits in fast allen europäischen Staaten- England natürlich aus- endgiltig zu Grabe getragen, denn das Abkommen mit Frankreich fahre eine historische Nothwendigkeit für Deutschland.-ms. SOOLKLEIE SCHWEFEL, FICHTENNADELBÄDER. Gegen Erkältung, Gicht und Rheumatismus. = Loh- Tannin-, Heisstrockenluft- und Dampfkastenbäder mit Verpackung, Massage. [ 49732* Ritter- Bad, Bad Frankfurt, 18 Ritterstr. 18( Ece Prinzenstr.) 136 Gr. Frankfurterstr. 136. Bäderlieferung für sämmtliche Krankenkaffen Berlins und Umgegend. Gegen Haben Sie Wanzen Trauringe reelle Dutaten, ge Schwaben 22,500. 1 Dutat. 17,50 M. Kronenftemp. 980. 2 Dutat. gold gestemp. 900. 7 Gramm 20,50 m. so verwenden Sie meine verstärkten Specialmittel! Flasche 50 Pf., 1 m., 3 m. 51 Gramm 15,50 m. Alle anderen Apparat leihweise. Erfolg Garantie! 4896* Goldfachen ebenso reell. [ 336b Nur beim Erfinder R. Hoffers, Manteuffelstr. 92 b. b. Oranienstraße. 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Juni er., abends 8% Uhr, in den Sälen der " Germania- Brauerei", Frankfurter Allee 53. Tages Ordnung: 215/9 ,, Ans Baterland, and theure schließ' Dich an!" Referent: Arthur Stadthagen. Das Wahlkomitee. V. Wahlkreis. Das Wahlbureau der sozialdemokratischen Partei befindet fich von heute an im Lokale von Robert Drescher, Linien: ftrasse 218, Ecke Rückerstraße, und ist ununterbrochen von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet. Auskunft wird jederzeit ertheilt. 217/4 Brauerei Friedrichshain. Montag, den 30. Mai( zweiter Pfingstfeiertag): Grosses Früh- Concert arrangirt von den Parteigenossen des IV. Berliner Wahlkreises, der Liepner'schen Kranken- und Sterbekasse am Mittwoch, den 8. Juni 1898, abends 8 Uhr, im Schützenhause, Linienstr. 5. Tagesordnung: 1 Bericht über das technische Gutachten des Sachvers ständigen betreffs des Standes der Kaffe. 2. Berathung und Beschluß fassung über das Gutachten. Bur Legitimation bittet das blaue 37516 Buch mitzubringen. Der Vorstand. Kalähn's Festsäle, Triftstrasse 41. Am 2. und 3. Pfingstfeiertag: Großer Ball. unter Mitwirkung mehrerer Arbeiter- Gesangvereine unter Leitung des Hrn. Stitz. Saal, Bereinszimmer, Kegelbahn find 215/8 Anfang 5 Uhr. Die Vertrauenspersonen. Friedrichsberg. Montag, den 30, Mai( 2. Pfingstfelertag), Dr. Lehrich, Spezialarzt f. Hant: n. Haruld., Beingeschwüre und Lupus. in Ernst Höflich's Concert- Garten( Schwarzer Adler), An der Stadtbahn 24, Frankfurter Chaussee 120: ( am Bahnhof Alexanderplak.) Sprechst.: 9-12 und 3-6. Freitags teine. 49630* Montag, Donnerstag,} Früh- Concert, Bilinit: Grosses Früh- Concert, arrangirt von den Parteigenossen in Friedrichsberg. 9-10% Haut- und Harnleiden Adressen von Parteigenossen, welche sich uns bei der Wahlarbeit zur Dio Musik wird von Zivil- Berufsmusikern ausgeführt, unter Mit- heilt gründl. Homöop. 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Mai, vormittags 10 Uhr, in Feuerstein's Lokal, Mte Jakobstraße Nr. 75: Große öffentliche Versammlung Tages Ordnung: 1. 8wed und Ziele der Gewerkschaftsorganisation. 2. Diskussion. 3. Gründung einer Bahlstelle. 4. Verschiedenes. 30/17 Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann: W. Noack. Achtung! Manrer. Bezüglich des Artikels des Revisors der zentralen Richtung, Adolf Winzler, vom 28. Mai habe ich zu erklären, daß ihm niemals die Prüfung des Geldes und der Belege unserer( der lokalen) Kasse verweigert worden ist, selbstverständlich nur zum Zweck der Revision. Der Revisor Winzler verlangte jedoch, daß unsere Einnahmen zum alten, allgemeinen Streitfonds zugeschrieben würden. Selbstverständlich verweigerten wir ihm dieses, und er lehnte darauf ab, zu revidiren. Ich bemerke noch, daß die Revision seit dem 27. d. M. im Gange ist. 132/16 Georg Behrend, Revisor der lokalen Richtung. Hasenhaide. Neue Welt" Hasenhaide. Am 1. u. 2. Pfingstfeiertag, früh von 5 Uhr ab: Gr. 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Die Beerdigung findet am zweiten Feiertag nachin. 3 Uhr von der Zeichen: halle des neuen Zwölf- Apostel- Kirch: Hofes in Schöneberg statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 26. Mai meine liebe Frau, unsere gute Mutter Anna Laudel geb. Holzmann nach langem, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen Anton Laudel nebst Söhnen Mag und Paul. Die Beerdigung findet am 29. Mai, nachm. 4 Uhr, vom Krankenhaus ani Urban nach dem neuen Thomas: Kirchhof statt. 37666 Am 27. Mai verstarb nach schweren Leiden unser Sohn Alfred, 13 Jahre alt... Die Beerdigung findet Montag nachmittags 2 Uhr von der Wohnung aus statt. 37716 Die betrübte Familie Baier, Wrangelstraße 70. Allen Freunden und Bekannten zur Mittheilung, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Former Emil Fiebig verstorben ist. 37746 Die Beerdigung findet statt am Dienstag, 31. Mai, nachm. 4 Uhr von der Königl. Klinit, Ziegelstraße. Die trauernden Hinterbliebenen. 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Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Br. 124. 15. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Versammlungen. Sonntag, 29. Mai 1898. " Generalversammlungen nacheinander ab. In der ersten wurde der Bentralvorstand bestimmten Broschüren Die Arbeiterinnen im neue Sagungsentwurf des Hauptvorstandes berathen, in der anderen Klaffentampf", noch nicht abgeholt haben, ersucht hatte, dieselben in Eine öffentliche Versammlung der auf dem Boden der der Jahresbericht des Vorsitzenden Schöpfe erstattet. Aus dem- unserem Bureau in Eimpfang zu nehmen, erfolgte unter Hinweis Tofen Zentralisation stehenden Zimmerer tagte am Sonntag, den felben ist zu entnehmen, daß 54 Versammlungen und Sigungen auf die am 20. Juni angefezte nächste Versammlung der Schluß) 22. Mai, bei Cohn in der Beuthstr. 21/22. Den Bericht vom dies- stattgefunden haben, die Mitgliederzahl aber leider nach der Lohn- dieser Versammlung. jährigen Kongreß der lokalorganisirten Gewerkschaften Deutschlands bewegung von 1021 auf 619 Mitglieder zurüdgegangen ist. Die Die Stockarbeiter hielten am 23. d. M. eine Versammlung gab Schäffer. In der Diskussion wurde eine Resolution ein- Bibliothek wurde mäßig benutzt. Beim Arbeitsnachweis wurden 732 ab. Genosse Walbed Manasse referirte über„ Militarismus timmig angenommen, worin sich die Versammlung mit den Be- offene Stellen angemeldet und 317 vermittelt. Etliche Rechtsstreitig und Arbeiterinteressen." Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen schlüssen des Kongresses einverstanden erklärt und sich verpflichtet, an feiten wurden erledigt. Die Vorstandswahl wird in der nächsten Referat wurde berichtet, daß vom Stiftungsfest 24 M. Ueberschuß der Vertrauensmänner- Zentralisation festzuhalten und für die Aus- Versammlung vorgenommen werden. Als Delegirte zur Generalbreitung derselben fräftig zu agitiren. Nunmehr referirte Fischer versammlung am 30. und 31. d. Mts. in Frankfurt a. M. wurden vorhanden seien. Ferner wurde berichtet, daß die Kollegen von Goldmann, nachdem die Agitationstommission mit dem Herrn verüber„ Streitunterstützung und Streifregulirung in den deutschen Schöpke, Albrecht und Fisch gewählt. Den Kaffenbericht pro handelt, eine Lohnerhöhung und sonstige Vortheile erzielt haben. Gewerkschafts Organisationen". Bevor er auf sein Thema IV. Quartal 1897 gab Stropp; Einnahme 1089,70 W., Ausgabe Außerdem wurde bei Tannert u. Schmidt nach dreitägigem Ausstand einging, gab er folgendes bekannt: Ueber die Arbeiten 648,65 M. Filial- Privatkasse: Bestand 127,25 M. Ueber die des Zimmermeisters Bischoff ist die Sperre verhängt, Arbeitslosenkaffe berichtete Rehfeldt; Uebertrag vom III. Quar- die neunstündige Arbeitszeit erkämpft. Zum Schluß wurden die die Bauten sind in der Huttenstraße; abgebunden wird bei George tal: 653,40 M., Einnahme 153,45 M., Ausgabe 126,50 M., Bestand Kollegen aufgefordert, Abonnent des Vorwärts" zu werden. und Nikolas und bei Welt und Elbe. Gleichzeitig giebt er noch be- 680,45 M. Die Abrechnung der Unterstützungskommission gab In der öffentlichen Versammlung der Sattler, Täschner kannt, daß die Zimmerer der Uniongesellschaft, zirka 50 Mann, alle Bräutigam; Uebertrag am 1. Januar 1898: 138,85 M., Gin-. f. w., die am 24. d. M. stattfand, sprach Th. Mesner über Tage Ueberstunden arbeiten; er fordert die dort arbeitenden organi- nahme durch die Matinée am 23. Januar 431,40 m.; Ausgaben: die Gewerkschaftsbestrebungen und die bevorstehenden Wahlen. Nach firten Zimmerer auf, daselbst Remedur zu schaffen. Hierauf ging Unkosten 235,40 W., für Unterstützungen 215 M., Bestand 119,85 m. dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrage werden Aßmann er auf fein eigentliches Thema ein. Seine Ausführungen resumiren Allen Rechnungsführern wurde Entlastung ertheilt. und Sturm als Kandidaten für die nächsten Gewerbegerichtswahlen dahin: Den einzelnen Orten müsse das Selbstbestimmungsrecht ge- Verband der Bau-. Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter aufgestellt. Hierauf werden Bluhm, Lechleitner und währleistet werden. Dasselbe soll sich sowohl auf Regulirung des Deutschlands, 8ahlstelle Berlin IV( Bugerträger). Giebler damit betraut, bei der Ausarbeitung des Innungsstatuts Streits als auch auf Streifunterſtügung erstrecken. Die hierüber In der Mitgliederversammlung vom 23. Mai cr. sprach Beiers- mitzuwirken. Ein Antrag, die zwei bei 2oth und weinland gepflogene lebhafte Diskussion war mit den Ausführungen Fischer's dorf über Zweck und Nußen der gewerkschaftlichen Organisation. Gemaßregelten zu unterstützen, fand einstimmig Annahme. Dabei einverstanden. Den streitenden Maurern Braunschweigs wurden An der Diskussion betheiligte sich Krüger. Alsdann wurde wurde das Verhalten der Fabrikanten, die die Tarife gekürzt und 200 m. bewilligt. Brose zum Spediteur des Verbandsorgans ernannt. Nachdem dann, als die organisirten Arbeiter sich das nicht gefallen lassen Maurer. Am Dienstag, den 24. Mai, tagte eine Mitglieder noch einige Verbandsangelegenheiten erledigt waren, wurde die wollten, aufs ergste beschimpften, einer scharfen Kritik unterzogen. versammlung der Filiale Berlin II des Verbandes deutscher Maurer Versammlung geschlossen. In Charlottenburg fand am 22. Mai die regelmäßige Mitin der Tonhalle, Friedrichstraße Nr. 112, in welcher Litfin über: Unternehmerfoalition und Gewerkschaftsbewegung referirte. Der Vortrag enthielt ein sehr reichhaltiges, gerade die Organisation des Maurerberufes förderndes Material, indem er darauf hinwies, daß die Unternehmer, wenn es gilt, einen Beutezug zu unternehmen, ein Fabrikat auf eine gewisse Höhe zu bringen, oder die Organisationen der Arbeiter oder deren Bestrebungen zu bekämpfen, geschlossener allmonatlich abzurechnen. innerhalb ihrer Organisation find als die Arbeiter. Aller= dings kann es diesen Unternehmern nicht schwer fallen, ihr Eine außerordentliche Generalversammlung des Vereins Gewerbegericht unterstellt werde. Einem kranken Kollegen wurden. Koalitionsrecht zu behaupten, indem sie ja von den Behörden und der Töpfer Berlins und Umgegend tagte am 25. Mai 20 m. bewilligt. Ferner wurde beschlossen, den Kollegen, welche der Polizei genügend unterstützt werden. Bei den Arbeitern sei dies bei Wilke, Andreasstr. 26. Nach Berathung der Statuten schritt man 4 Wochen arbeitslos sind, die Organisationsmarken unentgeltlich abumgekehrt der Fall. Dem Vortrag folgte großer Beifall. Eine Dis- zur Vorstandswahl, welche folgendes Resultat ergab: 1. Vorsitzender zustempeln. kussion wurde von den Kollegen nicht gewünscht. Im zweiten Punkt: Heinr. Wolff, 2. Vorsitzender Franz Pehl, Schriftführer Alphons Situationsbericht über den Stand unserer jetzigen Lohnbewegung Bech, 1. Kassirer Herm. Völker, 2. Kassirer Ostar Linte, Revisoren berichtete Kollege Frisch. Aus seiner Rede war zu entnehmen, Probst und Rügner. daß die Maurer des Verbandes vollständig im Einverständniß mit ihrer Der Verein tritt vom 25. Mai in Funktion und kann jeder in Arbeiter Bildungsschule. Inselstr. 10, v. 2 Tr. Unterrichtsa jezigen Leitung und mit dem jetzigen Resultat zufrieden sein können. Berlin und Umgegend arbeitende Töpfer Mitglied werden, welcher Im weiteren wurden die Kollegen aufgefordert, daß, wenn es auf auf dem Boden der Vertrauensmänner- Zentralisation steht. Kurse: Montags: National Oekonomie( Grundbegriffe der Die Mitglieder des Verbandes der in Buchbindereien 2c. uebung( Referate und Diskussion über gewerkschaftliche Fragen) Nationalökonomie) Dr. Conrad Schmidt; Mittwochs: Nede irgend einem Bau zu Streitigkeiten wegen der Organisationsform kommen sollte, sie nicht mit roher Gewalt auftreten sollten, sondern beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hielten am 23. Mai ihre Schriftsteller Richard Calwer;( Die vorgenannten Fächer fallen bis man soll vor allen Dingen den Anstand bewahren und den Kollegen den Versammlung ab. Herr Bombelte hielt einen fesselnden Vor- auf weiteres der Reichstagswahlen wegen aus. Wiederbeginn wird bekannt Zweck, die Stärke und Leistungsfähigkeit einer Organisation vor trag über: Wie man's meint und wie man urtheilt." Hierauf gemacht zur Nachholung der versäumten Stunden.) Freitags: NaturAugen führen. Die hierauf folgenden Diskussionsredner sprachen im wurden die Kollegen Schmitz und Lang zu Mitarbeitern an der Erkenntniß( Entwickelung der Idee über Entstehung und Zusammensetzung felben Sinn wie Fritsch. Silberschmidt stellt fest, daß die von Agitation für die Buchbinderbranche bestimmt. Es folgte die Ab- des Weltgebäudes) Dr. B. Borchardt. Lokalistischer Seite gegen ihn gerichteten Angriffe beweislose Ver- rechnung der Vergnügungskommission vom Stiftungsfest und der Montag, Mittwoch und Freitag( außer an Feiertagen) abends von 8-9 Uhr geöffnet. Laut dieser stand einer Einnahme von Mitgliedsbeitrag monatlich 25 Pf., Kursus( 10 Abende) Teumdungen feien, und forderte die Kollegen auf, mit ganzer Kraft Urania Vorstellung. für unsere Lohnbewegung und für die Verbandsorganisation einzu- 342,60 m. eine Ausgabe von 315,28 M. entgegen, mithin ist ein M. pro Fach. Theilnehmer werden aufgenommen in der Schule und in folgenden Stellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Neul, Barnimstr. 42; Ueberschuß von zusammen 27,32 M. zu verzeichnen. Die Kommission Schiller, Rosenthalerstr. 57; Gleinert, Millerstr. 7a, und in den Sonntags= Die Berliner Filiale des Vereins der graphischen Ar: wurde entlastet. Nachdem Bergmann diejenigen Werkstuben- Versammlungen. Borsigender: Sugo Warschawski, C., Steinſtr. 11. beiter und Arbeiterinnen Deutschlands hielt kürzlich zwei Vertrauensleute, welche die für die weiblichen Mitglieder vom Kassirer: H. Königs, S., Dieffenbachstr. 30. treten. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Bau-, glieder- Versammlung des Zentralverbandes der Maurer Deutschlands Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter der Zahlstelle I wählte statt. Stadtverordneter Kollege Bayer referirte über Kommunale te nnthaler, Falkensteinstr. 21, zum Kassirer. In Verbands- und private Arbeitsnachweise" und unterzog dabei auch den demnächst angelegenheiten wurde beschlossen, streng gegen den früheren Kassirer in unserer Stadt zu erwartenden Arbeitsnachweis einer scharfen Hoffmann vorzugehen, ihn aber erst nochmals vor die Ortsverwal- Kritik. Nachdem sich an der Diskussion verschiedene Kollegen betung zu laden. Alsdann fand noch ein Antrag Rennthaler Annahme, theiligt hatten, wurde eine Resolution angenommen, worin die Versammlung den Wunsch ausspricht, daß der Arbeitsnachweis dem Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Montag, den 30. Mat, zweiten Pfingstfeiertag), Familien Busammenkunft in Alt( Glienicke bei Adlershof Restaurant H. Saß. Treffpunkt bis 2 Uhr auf Bahnhof Adlershof. Die Bibliothek ist jeden Räumungs- Ausverkauf nach beendeter Hauptsaison Wasch- Kleiderstoffe. Kleider- Cattune in ben neuesten Mustern... Meter 20 f. Lawntennis- Stoffe in reizenben Stellungen... Meter 22 Pf. 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