Nr. 37 2>Uxi(lrWe QlCnfwhoihmgsbciiogc, Eel'el'tpne. Novelle von Ja» Licr. Autorifirte Uebersetzmig aus dem Böhmischen von Franta Hjjck. >.-K-' l�,>ne italienische Szcncric breitet sich vor uns aus. Unter lein azurnen Hinnnel von bleu- jÄ" dcndcr Klarheit ein schönes Thal, dessen Ag beivaldcte Lehnen von der Sounengluth über- �neu sind. Helios neigt sich bereits dem Horizonte Üreut über den westlichen hügeligen Theil des .„TOles ganze Garben glühender Strahlen und»in- ?"nt niit goldenem Scheine jede Blume und alles i�Uo der glünen Wildnis;. j Giiie schwere, schwüle, durch Ucberhitznng vibrircnde � liegt auf der Niederung, deren saftiges Grün satte Farben in den dichteren und tieferen Partien .�ch pnrpnrviolettc und schwarzblänliche Schatten .�schbrochen erscheinen. In der Mitte des Thales Wnniert in kilometcrlanger Ansdehiinng und in der �kite von etwa zweihundert Schritten ein Chaos ,0" Weißen Steinen, Sand und aufgewühlter Erde, j"5 große zerrissene und zerfurchte Anfhäufinig von �dinasseu, wie sie der apenninische Torrcnto mit seinen Mhlingstvassern in den italienischen Thälern anzn- �»nieln pflegt. Im Sommer sind solche Torrenti klein, klar und und auch in unserem Thale windet sich solch' klares, stilles Bachlein, eingezwängt zwischen die Etliche Thalwand und die Erdhaufen. i. Dieser Bach heißt Wysloivka oder auch kurzweg Msvaner Bach, und jener Theil des Thales, in schein>vir uns befinden, breitet sich zwischen der llbernen Skalitz und der Einöde Rowna aus. Mloivka ist kein Torrcnto, und nur ein über- IveugUches, unerfahrenes und durch eine dichten- (?e Brille iii das Skaliher Thal blickendes Gemüth �Nte den böhmischen Bach beschuldigen, den in Äscher Gluth versunkenen Wiesengnind durch an- Mnfte Steiumassen verwelscht zu haben. Die J'fen Steinhaufen sind durch kein Zusammen- Zrkei, der Naturkräfte hier aufgcthürmt worden, sie Produkt und Verdienst des nimmer rasten- schaffenden Menschengeistes. ► Die wellenförmige Oberfläche der Steinwüste aus, als wäre hier ein Wolkenbruch von Schub- J1'«,, kleinen Handwagen, Spaten, Hacken und ähn- Geräthschaste» niedergegangen, alles Werkzeuge, j!1 welchen der Mensch zu seinem Nutzen oder zu i�r Kurzweil das Antlitz der Mutter Erde ver- �ict. Bei näherer Betrachtung können>vir jedoch chriiehmen, daß in diese anscheinende Wirrniß �woch eine Art von Ordnung und Syminetrie ge- wurde; zwischen den Gruben und Saudhaufen ?"den sich� wie ein eisernes Adernetz, eine Menge Mialer, auf einem Gerippe von hölzernen Schwellen ikstigter Doppelgclcisc. Seitwärts, dem nahen Skalitz zugewendet, steht inmitten des hier aufgehäuften Schotters du primitives Gebäude, dessen mittlerer, einstöckiger Theil sich über die beiden ebenerdigen Seitenflügel erhebt. Auf dem Giebel des Gebäudes glänzt, oder besser gesagt, drückt sich eine unansehnliche Inschrift: B öh misch-Mährische Trans versalbahn. Bauseklion lll. Uiitcriiehmcr Gabriel Chladck. Diese umfangreiche Schotterwüste ist der Bauplatz des Skalitzer Bahnhofes. Es war bereits nach Feierabend, trotzdem Wim- nielte es unter den Steinhaufen von Arbeitern. Ans der Vogelschan hätten sie für große Ameisenhaufen angesehen lverdcn können, die die Farbe der Masse, in lvelcher sie wühlten, angenommen haben. Sonnen- verbrannt, abgerissen, bestänbt und schweißtriefend wälzten sie sich zu der Bauhütte des Unternehmers, von der sie sich dann, wie eine an dem Felsen zerschellende Brandung in kleineren W'llen zurückströmt, einzeln oder auch in Gruppen vereint, wieder entfernten, um dem nahen Städtchen oder den um- liegenden Dörfern zuzusteuern. Um die Hütte herum konzentrirte sich der ganze Lärm einer brüllenden, lachenden, mehrere Hundert Köpfe zählenden Menge. Den meisten Lärm ver- ursachten Diejenigen, die am eifrigsten zur Ruhe mahnten und„Stille" schrien. Alles drängte sich um einige umgestülpte Karren, auf deren Boden die Atünzen kollerten oder auch in die Höhe sprangen, wenn der Eine oder der Andere erregt mit der Faust auf das Brett schlug. Einige„Partien" waren bereits abgelohnt. Miß- trauisch überzählten die Arbeiter das empfangene Geld, schimpften auf den Unternehmer, auf die schlechten Zeiten und auf ihre Partiefllhrer, zahlten einmider gegenseitig die gemachten Schulden, kauften und verkauften und verschwendeten dabei wie Kava- licre, während sie im Umdrehen mit ihren wartenden Frauen um jeden einzelnen Kreuzer feilschten. Ter Kantineur umschlang mit Blicken und Händen seine Schuldner, und wenn ihm einer mit dem Gelde in der Hand dennoch entkam, wurde er von seiner Frau sicherlich erwischt. Tie gellende Stimme dieses schwachen, abgezehrten Weibes zischte unaufhörlich durch die Luft, wie der Lasso des Gaucho über der Heerde, traf die ausersehenen Opfer mit nie ver- fehlender Sicherheit, und brachte die gezähmten zu der Kasse des Kantineurs.— Der Zeichner, der Magazinenr und der Kanzlist des Unternehmers zahlten gerade drei verschiedenen Partien aus, jeder nach einem revidirten Zahlbogen. Der Partieführer rief nach seinem Verzeichniß die Arbeiter vor. Ter Angestellte des Unternehmers latte nur die Aufgabe, das Geld den Leuten aus- zuzahlen, denn die Lohnlisten wurden die ganze Woche hindurch von dem Partieführer geführt, der auch die Arbeiter in die verschiedenen Lohnkatcgorien einzu- reihen hatte, sie einstellte oder auch entließ, und ihnen auch die Strafen diktirte. Infolge dieser nicht unbedeutenden Machtbefug- nisse standen die Partieführer zu ihren Arbeitern stets in einem klaren, bestimmten Verhältnisse, eilt- weder in entschiedener Kameradschaft oder in nicht minder entschiedener, ausgesprochener Feindschaft. Im letzteren Falle opferten sie ihre Popularität, um sich nach Oben einzuschmeicheln— die armen Tröpfe! „He, Ihr dort vorne!" rief Jemand ans dem Haufen, der den auszahlenden Magazinenr umdrängte, „sagt doch unserem Alten in's Ohr, daß ich mir für die Kreuzer, um die er uns bestiehlt, eine Pistole kaufen werde...." „Wer war das?" schrie der betroffene„Alte" wüthend in den Haufen und hob die Faust. „Her mit dem Kerl!" riefen die Vordersten nach rückwärts und lachten. „Kommt und holt ihn! Faßt ihn!" antworteten fünfzig Stimmen im wilden Gelächter ans dem Hintergrunde, und über dem Kopf des Aeltesten flog ein Steincheu. „Wartet nur! Euch werde ich es schon heim- zahlen," knirschte in ohnmächtiger Wnth der Aclteste. „Ruhe!" mahnte der Magazinenr, der sich an der Seite des unbeliebten Partieführcrs nicht recht wohl fühlte.„Die llngezogenheiten Ihrer Leute haben Sie selbst verschuldet, Balzar! Widersprechen Sie nicht!... Und nun weiter mit der Auszah- lung.... Josef Praschil! Sechs Tage zu neunzig Kreuzern, macht fünf Gulden und vierzig; Abzug für die Krankenkasse elf Kreuzer; Auszahlung: Fünf Gulden und neunnndzwaiizig Kreuzer...." Das Geld wurde auf das Brett geworfen. „Vincenz Tumler: Fünf und einen halben Tag zu achtzig Kreuzern, macht vier Gulden und vierzig; Strafabzug zwei Gulden...." „Waaas— Strafabzug? Ich?... Wofür?" empörte sich der Arbeiter, der die Hand bereits nach dem Gelde ausgestreckt hatte.„Partieführer, heraus mit der Sprache!" „Für die Beschädigung des Handlvagcns.... Und für Ihre Frechheit sind Sie auf der Stelle aus der Arbeit entlassen!" „Jungens, habt Ihr es gehört?" wendete sich Tumler an seine Kameraden. Wüthend schlug er mit der Faust ans das Brett. Das Toben der Menge wurde immer stärker, und unheilverkündende Ausrufe wurden laut. Die Hinteren drängten nach vorn, und über den Köpfen erhoben sich Fäuste und Stöcke. 1 290 Dk Neue Meli. Illuftrirte Unterhaltungsbeilage� „Wie ich gesagt habe. Dem gebührt die Pistole!" rief wieder die unbekannte Stimme, und zwei Steine, groß wie Kmderköpfe, flogen über den Zahltisch. „Ich bitte Euch, Ihr Leute, mäßigt Euch," suchte mit unsicherer Stimme der Magazmeur die Grollenden zu beschwichtigen und sprang zugleich ans die Plattform des Wagens.„Unordnung während der Auszahlung kann und will ich nicht dulden!" Bei dieser, energisch fein sollenden Drohung schlug ihni die Stimme über.„Hat Jemand Ursache, sich übenden Partiefiihrer Palzar zu beschweren, so soll er es thuii, wie sich's gehört. Sie, Tumlcr, bleiben noch hier, nach der Auszahlung will ich mit Ihnen zu dem Unternehmer gehen." Der Lärin wurde immer stärker. Partieführer Balzar erblaßte. „Hört Ihr nicht ans zu lärmen, dann nehme � ich das Geld fort, und Ihr bekommt heute keinen Heller mehr!" schrie mit gellender und vor Furcht zitternder Stimme der Magazineur. Das wirkte. Die Arbeiter, die aus ihren Lohn noch warten mußten, suchten ihre Kameraden, die das Geld bereits empfangen hatten, und deren Atuth infolgedessen auch größer war, selbst zur- Ruhe zu bewegen. Tumlcr winkte beschwichtigend seinen Freunden, und der Zufall wollte es, daß die Anfmerksamkeit der aufgeregten Menge nach einer anderen Richtung abgelenkt wurde. „Geld für die dreinndzwanzigste Partie! Meine Jungens, zur Auszahlung!" rief eine mächtige Stimme von der Bauhütte her. In der Thür des Gebäudes erschien die hohe Gestalt eines starken, knochigen Mannes. Der Rechnungsführer begleitete ihn. „Galat! Hoch dem Partieführer Galat," rief die Menge.„Fort mit Balzar!" Mit der Miene und den Geberden eines vcr- ständigen Mannes ließ der Führer der dreiund- zwauzigsteu Partie die von seinen Leuten und anderen Freunden dargebrachte Hnldignug über sich ergehen. Der Sturm war vorüber. Der Atagazinenr beendete die Auszahlung und führte den Rebellen Tumler und Balzar zur Verhandlung. Alle Drei stiegen die knarrenden Stufen der Bauhütte in den ersten Stock hinauf nnd betraten dort das Arbeitszimmer des Unternehmers. Nur die kühle Seele des Rechners kann in solch' einem Rannte verweile», ohne von ihrer Elastizität ein- zubüßen. Kein Bild auf buntgemalter Tapete spendete dem Auge wohlthueuden Trost, kein Teppich milderte den lantcil Schritt; vier kahle, nackte Wände, einige lange, unangestrichene, ans Böcken liegende Holz- platten, nnd mehrere herumstehende dreibcinige Sche- mcl bildeten die Hckupteinrichtmig. Als Prunkstück eiti alter, abgenutzter Schreibtisch, dem sich ein halb- zerbrochener Rohrstuhl mit defektem Sitz würdig anpaßte. Sämmtliche Gegenstände waren mit Papieren bedeckt. Winzige Streifen und Schnitzel, daneben andere, groß wie Leintücher, zusammen gerollt oder frei aufliegend, seidenartig glänzende Streifen Pausleinwand, soivie ganze Rollen Pauspapier, Alles bunt durcheinander. Und alle die Stoffe bedeckte ein feines Dessin sauber ausgeführter Zeichnungen, Ziffern und Buchstaben, Zifferchen, so klein nnd zahllos, daß es dem Tumler angst und bange wurde, wenn er sich einen solchen Bogen ansah. Er wendete den Kopf nnd stierte nach der Zimmer- decke oder auf den Fußboden, um sich der Wirkung zu entziehen, welche der scharfe Geruch der herumliegenden Pansen auf ihn übte, ein Duft, der allen Baubureaux eigen ist, und ans arglose Gemiither ebenso einwirkt, wie der Weihrauch in der Kirche. Tumler mußte warten. Der Zeichner, welcher mit. der Auszahlung früher fertig geworden als der Magazineur, kam mit einem anderen Partieführer, um neues Geld zu holen. Um den Schreibtisch herum standen einige Männer. Den Mittelpunkt dieser Gruppe bildete eine kleine, runde Gesmlt mit einem rothen, kegelartig geformten Kopfe. Der Um- fang dieses Kopfes war in der Stirngegeud um ein Bedeutendes geringer als um die ktt.'chigen Kiefer nnd den feisten Nacken herum. Auf den erste» Blick mußte man in ihm den„Herrn" erkennen. Einen z'er- licheu Bleistift zwischen de« dicken Fingern haltend, pfiff und pustete er mit den beiden Mundivinkeln, wobei er unaufhörlich mit den Schuhabsätzen an- einanderschlug. „So!" ließ er sich endlich vernehmen, indem er d.eit Stift weglegte.„Der Bogen ist revidirt. Ihre Partie erhält hnudertundachtundfünfzig Gulden, zwölf und einen halben Kreuzer. Herr Rösner, nehmen Sie das Geld in Empfang." Ter Zeichner zählte die Summe nach, und der dicke Herr drehte sich mühsam ans seinem knarrenden Sitze und pustete dabei wie eilte Lokomotive. „Hören Sie, Giskra," sagte er zu einem Aeltesten, „ich habe mich überzeugt, daß Sie sonst ei» sehr brauchbarer Parteiführer sind, aber Eines müssen Sie unterlassen: Sie verfahren mit meinem Material gerade zu schiudermäßig. In dieser Woche haben Sie mir sieben Karren zerschlagen und..." Ein junger Mann, der neben dem Unternehmer stand, sagte diesem etwas leise iu's Ohr. „Aaah... so, so.... Ich irre mich, Sie Hai en die'siebente Partie unter sich, und es ist die sieizehnte, welche die Karren kaput macht, aber, wie gesagt, Giskra, ich beobachte Sie aufmerksam und sage Ihnen, nehmen'Sie sich zusammen und seien Sie achtsamer. Und mm gehen, Sie!" Der Magazinenr, Balzar' und Tumler traten vor. „Ich bitte nnterthänigst, Herr Unternehmer," begann Balzar,„dieser Manu g'ebt sich wegen der Strafe nicht zufrieden. Er hetzte die ganze Partie gegen mich auf und verursachte einen Aufruhr. Hätte ich mich nicht geflüchtet, wäre ich gesteinigt worden, und— nnd..." „Halt, halt!" unterbrach ihn der Magazineur, „Sie schwindeln. So schlimm war es nicht. Ein bischen gelärmt haben die Leute, und ein paar Steiuchen wurden geworfen, aber solche kleine Späßchen kommen bei jeder Auszahlung vor, und..." „Aufruhr!" stieß der Unternehmer hervor, sich von seinem Entsetzen erholend.„Das ist, tvas ich am meisten fürchte! Solches Gesindel hat kein Gewissen! Mensch!" wandte er sich an den jungen Mann am Schreibtisch,„wie oft habe ich Ihne« schon ati's Herz gelegt, nur unter der Assistenz der Gendarmerie die Auszahlung vorznitehtuen! Andere Unternehmer zahlen überhaupt nur in Gegenwart der Gendarmen, nur ich allein soll Ihrer Laune zuliebe meinen Kopf bei solchem, Pöbel riskiren! Warum? frage ich. Sie allerdings nehmen es leicht, Sie sind noch jung, und können Ihren Kopf..." „Bitte sich zu gedulden," unterbrach der jttttge Manu den aufgeregten Herrn.„Hören wir erst die Beschwerde. Ich war vorige Woche bei dem Ja- woruicker Viadukt in Anspruch genommen, und ver- lor so Balzar's Partie aus den Augen. „Also, was ist gefällig, Kerl!" schnauzte der Unteruehmer Tnniler an. „Der Herr Partiefiihrer zog mir die Hälfte meines Lohnes ab, weil ich muthwillig eittett Wagew beschädigt habe« soll. Aber Balzar verdient selbst die Strafe, er ist selbst schuld daran. Am Dienstag gab er uns Beide, mich und den Praschil, zu dem mit Steinen schwer beladeuen Wagen. Ich sagte gleich, daß wir den Wagen nicht allein bewältigen können, es geht da zu sehr bergab. Aber der Herr Partieführer hat mich angefahren, wir sollten nur macheu. Und so fuhren tvir ab und in fünf Minuten war der Wagen richtig aus dem Geleise und in der Grube am Felsen. Ich schlug mich dabei imtud und verletzte mir den Fuß, weil ich de« Wagen festhalten wollte. Mein Fuß ist ganz abgeschunden und geschwollen, ein Anderer würde, sich schon hinlegen...." „Ach was, hinlegen!" brummte ärgerlich der Un- ternehmer.„Aber so seid Ihr bAlle. Habt Ihr nur einen Splitter hinter dem Nagel, schreit Ihr schon nach dem Krankeuhans." „Bitte es sich anzusehen� gnädiger Herr...." „Lassen Sie, lassen Sie," schrie der Unteritehttter und wandte sich zu dem jungen Manne:„Ich kann solch' einen Anblick nicht ertragen, es wird mir gleich übel. Letzthm hat unser Papagei— Sie kenueu ihn ja, Herr Jugenieilr.— der gelbe Mvnsienr Braillard mit dem Wolf gespielt und hackte dabei nach ihm mit dem Schnabel. Der Hund ist sonst ein gntmiithigcs Vieh, aber diesmal verstand er de» Spaß nicht, erwischte den Vogel und biß ihn den Flügel. Nun denken Sie sich das Geschrei»»d den jammervollen Anblick— mir wurde ganz iibel davon, gleich mußte ich ein Gläschen Madeira ztl mir nehmen, und heute noch, wenn ich daran denke..." M „Um uns nicht aufzuhalten, Herr Chladek.. unterbrach wieder der junge Mann,„erledigen»'» erst die Angelegenheit mit den beiden Arbeiter»- „Die sollen sich zum Kukuk scheercn! Es D alles Schreier und Aufwiegler, wie ich immer salst, und därmn sollen Sie das nächste Bial die Gc»' darmerie zuziehen." j „Ist Tnmler's Aussage richtig?" wandte pi der Ingenieur an Balzar. „Ja— insofern allerdings," bruniinte der Pack»' fiihrer,„aber es war seine Pflicht, Beihülfe zn verlangen, wenn der Wagen zn schwer war. Ich � die Ladung nicht gewogen." „Sie haben ihn ja angefahren, als er das,>va Sie ihm jetzt vorschreiben, thun wollte! Herr llnffs' nehmer, ich bitte anznordnen, daß dem Manne K»1 Lohn ohne Abzug ausbezahlt werde," rieth der Jngenietir., „Wie?! Für ttteitten Schaden soll ich ihn»� belohnen?" brauste der Unternehmer auf. soll ich da nur zu meinem Gelde kommen. Ich Pö immer nur aus nnd zahle..." „Tumler ist einer von nttsecetl,. besten Arbeiter»' ich kann mich dafür verbürgen." „Na, ich verzeihe ihm... nur damit ich»»»» Ruhe habe. Ich schenke ihm die Buße. Aber* soll sich de« Leichtsinn abgewöhnen itttd nainetw» das Aufwiegeln. Nur keinen Aufruhr! Ihr»"' vernünftigen Geschöpfe, Ihr wißt nicht einmal, � welchem Danke Ihr mir verpflichtet seid-; ich erm# Euch; meine Beamten, meine Partieführer sind E»r Obrigkeit! Habt Ihr schon vergessen, was nta» in der Schule gelehrt hat, wie Ihr Eure Obrigck ehren sollt?" Tumler warf dem Ingenieur einen dankbare Blick zu, machte vor dem Unteruehmer eitte»»l)t holfene Verbeugung und verließ den Saal. „Balzar!" sprach der Jngenietir zn dein verdutzten Partiefiihrer.„Gewöhnen Sie sich dm1»' Ihre Leute anders zn behandeln. Ihre Kreattn� in der Partie können tttachett, was sie wollen, tvähre» sie die andere Hälfte mißhandeln."» „Herr Unternehmer, unser Herr Ingenieur-•• wehrte sich der Aelteste.,. „Still! Merken Sie sich, was Ihnen lD® wurde. Wenn mein Ingenieur spricht, so ist � gerade so, als wenn ich spreche. Adieu!" Balzar ging. „Ist es wahr?" frug Herr Ehladek den Jnge»>v»" � „ Leider ja, und es wird wohl nichts Andock übrig bleiben, als daß wir den Balzar wieder P j Figuranten machen, der er früher gewesen." „Recht so!- Ganz- recht! Nur- energisch>tt»ß»P j vorgehen', mit der Karbatsche wo möglich, st"' j werden, wir nie Ruhe haben..,.1 Die Fenster erdröhnten.„Unser Herr Inge»»" I soll leben! Er lebe hoch!" rief die Menge drattp' „Schpn wieder Lärm! Sind die Menschen»» t Simteu? Sie geben keine Ruhe," jatttntecte» I Unternehmer.„Das geht nicht mehr ohne die � I darmen. Die nächste Anszahlung geht nach«teilst Rezepte vor sich! Verstanden?" Der J.ngenienr zuckte mit dem Achseln. I „Mensch, hören Sie einmal," wandte sich Ehladek ihm wieder zu,„heute haben wir>viP schrecklich viel Geld gebraucht. Wie groß ist 51 Gesammtsninme der Löhne?" „Fast drei Tausend Gulden."| „Eine schreckliche Summe! Wenn es so weist» geht, bin ich bald am Bettelstab. Sie reden»» j immer von Ersparnissen und Ersparnissen, und»v, sehe nur meinen Schaden." „Wir bauen billiger, als all' die Anderen.. U�'s']' zengen Sie sich gefälligst und vergleichen Sie V». Ackordpreise mit unseren thatsächlichen Ausgäbet» Me'Neue Welt. Illustrirte Unterhaltungsbeilage. S!)t »Ja, ich ivill mich iiberzenge». So könne» wir Mcht! weiter wirthschaften. Gleich morgen fangen an. Geben Sie mir die Nechnnngcn, die Ver- «age und Voranschläge gleich mit, ich ivill sie mir _!e Nacht über durchsehe». Ohnehin habe ich keinen schlaf mehr> solch' eine Unruhe quält mich!... voteii Sie nur, letzthin... eigentlich so: Ich trinke, Bussen Sie wissen, regelmässig vor dem Schlafen- J Sehen ein Gläschen Sherry und stelle das leere Glas ß Sann immer ans die Untertasse, ans der es mir ge- �cht wurde. Letzthin... wie ich nun jetzt so �Utrent bin, stelle ich es auf den Schreiblisch. Kanin �:1li ich mich niederlege, fällt es mir ein. Eh, bleibe j00 du bist, beule ich mir und versuche einzit- .Ptosen. Aber nein, es liess mich nicht in Ruhe, wnier sah ich das Glas ans dem unrechten Platze, � ich die Angen offen hatte oder nicht, ob ich ans Sk rechten oder ans der linken Seite lag. Alles Sirgebens. Ich zog die Decke über den Kopf, aber ""'h das hat nichts genützt. Und so quälte ich mich slvei Stunden, ohne einzuschlafen, bis ich endlich ans- Wtt'ifl und das Gläschen auf die Untertasse warf. erst konnte ich einschlafen. Das ist doch eine � etzliche Nervosität! So ist incin Schicksal!... �'ie spät haben wir es eigentlich?" »Es schlug bereits sieben." »Also vorwärts denn, damit ich in Mnichowitz sch den Zug erreiche. Und morgen auf Wiedersehen!" .»Morgen? Da ist ja Sonntag, da arbeiten ivir nicht." �»Ich komme mit der ganzen Familie... Wissen ... eine Landpartie... habe ich es Ihnen nicht gesagt?" »Ich entsinne mich nicht." »Je nun, wir nnteinehmen morgen eine Land- srtie... einen Ausflug... oder, verstehen Sie 'icht? Dn lieber Grit, sind Sie ein wunderlicher Filsch, über Alles soll nian Ihnen Langes niid weites erklären. Wir fahren uin die nennte Stunde "Ut Frti„z Joseph's-Bahn von Prag ab und Segen Mittag sind lvir dann hier. Schicken Sie mir .t'u Wenzel mit der Kutsche nach dem Bahnhof. .,"S noch einen zweiten Wagen soll er miethen... Aigens werte ich es ihm selbst noch sagen. Aha, ."ä Sie mir da znsainmen packen, das sind ivohl � Verträge und die Rechnungen,... ein rcspek- f>bles Fas.ikel, eine schöne Arbeit das, bis ich damit ''«ig bin, bin ich hin!" .. Laut stöhnend und pustend stieg der dicke Herr lt Treppe hinunter. ,„Und nach welcher Nichtnng wollen wir morgen lehren?" frag derJngenienr.„Vielleicht nachHradek?" ..»Haben S'c ein Gewissen? Mensch, erinnern �'e ja nicht an die Berge! Ich Und Berge besteigen! vorgestern erst habe ich mich heilig verschworen, Q/i mich kein Mensch mehr ans einen Berg bringen S'ed! Begleite ich da einen Freund Über den Wenzels- S�tz am Landesninsenm vorüber nach den Wein- ssgen, immer bergauf, immer bergauf..." „Also wohin morgen?" „In die Jewaner Wälder. Ich will mir bei � Gelegenheit auch die Strecke ein bischen ansehen. wird ein Labsal sein für meine Nerven. Mache» cie es uns recht beanem; Wägelchen, Leute, auch �"vns zum Beissen... Krebse..." Herr Ehladek reichte seinem„Menschen" noch � dem Wagen die Hand, Wenzel hieb ans die Pferde, und das Gefährt sauste gegen Mnichowitz. . Der Ingenieur befahl deni Fignranten, den Galat . herbeizuschaffen, und gab dem Aeltesten der dreiund- ß�ailzigsten Partie einige den Ausflug des Unter- |'ehiners le reffenden Anordnungen. to,. Ter verläßliche Partieführer versprach, für alles Mige sorgen zu wollen. Die Herrschaften sollten � recht bequem habe», um auf der ganzen Strecke Skalitz bis Jeivan alle die Natnrschönheiten ge- fie» zn können. Auch air dem gewünschten Imbiß ellle es nicht fehlen.(zorlscvuna solgia der -Ar i' I Mo SintffutHsclgen. Von A. Demmer (Schluß.) on der Dcukalionsage eristirt eine noch jüngere Fassnng, als die des Ovid, in einer Schrift des Lucian aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Da erzählt Lucian von seiner syrischen Heiniath, daß es im Libanon einen Tempel gebe, den Deukalion gestiftet haben solle, und der wegen eines Erdspalts, in den sich das Wasser der Sint- fluth zurückgezogen haben solle, von Pilgern ans ganz Vorderasien besucht werde. Hier wird Deukalion zu einem Skythen, von Pyrrha ist nicht die Rede, dagegen von Weibern und Kindern des Deukalion. Dieser wird wegen seiner Frömmigeit gerettet in einem grossen Kasten eigenen Fabrikats, in dem er seine Familie und allerlei Thiere unterbringt. Er landet dann ans dem Libanon. Von der Er- zengung einer neuen Menschheit ans Steinen, die i» der ursprünglichen Dcukalionsage einen Haupt- zng bildet, wird bei Lucian garnicht mehr ge� sprochen. Bei ihm liegt eine Fassung vor, ivie sie sich bei den syrischen Griechen unter dem Ein- fliiss der jüdischen Ueberliefernng oder auch der bab lonischen, von ler noch-zu sprechen ist, gebildet hatte? da ist denn freilich die Aehnlichkeit mit der biblischen Sage so gross getvorden, das; die Ln.ian'sche Ueberliefernng mit der ursprünglichen griechischen nur noch den Namen des Deukalion gemeinsam hat: ein interessantes Beispiel, ivie eine Ueberliefernng sich wandeln kann, und wie sehr man sich bei ihrer Benutzung vor voreiligen Schlüssen hüten muss.' Es gab in Griechenland noch effie zweite Flnth- sage, die mit den eleusinischen Mysterien' znsannnen- hing. Sie knüpft sich an de» Namen eines mythischen Königs von Slttila, Ogyges. Hier handelt es sich nur um eine Ueberschwemnuiilg von Attila, der viele Menschen zum Opfer fielen? nicht einmal von einem Schiff, in dem Ogyges sich gerettet, ist in der Sage die Rede. Damit ist also auch nichts anzufangen. Gleich den Griechen haben auch die Inder eine Flut sage, bei der christlicher Einfluß nicht in Frage kommen kann. Jedoch findet sie sich noch nicht in den ältesten Ueberliefernngen der Inder, den Beden, die in das zweite Jahrtausend' vor Christo zurück- reichen, sondern ziiiii ersten Male in einem Sanskrit- gedieht, das nicht lange vor Christi Geburt ans- gezeichnet worden ist. Der Gerettete ist Rianii, der Bater des Menschengeschlechts.„Eines Morgens," heisst es da,„brachte man dem Mann Wasser, um sich zn waschen? und als er sich gewaschen hatte, blieb ihm ein Fisch in den Händen. Der sprach zn ihm folgende Worte:.Schütze mich, so will ich dich retten.'.Wovor willst dn mich retten?'.Eine Fluth lvird alle Geschöpfe vernichten? davor ivill ich dich rctt.n.'.Wie soll ich dich schützen?' Der.Fisch antwortete: ,So lange wir klein sind, shweben wir in grosser Gefahr, denn ein Fisch verschlingt den anderen. Bewahre mich zuerst in einer Schüssel. Wenn ich zn gross werde, so grabe mir eine Grube und setze mich hinein. Wenn ich noch grösser werde, so trage mich in's Mcek. Dann bin ich vor Ber- nichtnng sicher.' Bald wurde er ein Grossfisch. Da sprach er zn Manu: ,Jn dem Jahre, in dem ich meine volle Größe erreiche, ivird die Fluth herein- brechen. Alsdann baue ein Schiff und bete mich an. Wenn die Wasser sich erheben, so gehe in das Schiff, und ich werde dich retten.' Nachdem Mann dc» Fisch gepflegt hatte, trug er ihn in'S Aleer. In dem Jahr, von dem der Fisch gesagt, baute Mann ein Schiff und betete den Fisch an. Und als die Fluth hereinbrach, ging er in das Schiff. Da kam der Fisch zn ihm geschwommen, und Alaun band das Tan des Schiffes an das Horn des Fffches, und so brachte dieser ihn über den nördlichen Berg. Ter Fisch sprach:.Ich habe dich gerettet, binde das Schiff an einen Baum, damit das Wasser es nicht foctspült, während du- auf dem Berge bist? wenn das Wasser allinälig fällt, so magst dn hinabsteigen.' Mann stieg mit den Waffern hinab, und darum he'sst dieser Berg der Abstieg des Alann." Manu bringt dann ein Opfer von geklärter Butler, dicker Blilch und Molken dar: daraus entsteht nun ein Weib, welches die Alniter des Menschengeschlechts wird.— Bon dieser Sage giebt es noch zwei jüngere Formen, jede wieder bedeutend verändert. Um eine Aehnlichkeit mit dem biblischen Bericht zn entdecken, mnss man ein: kräftig entivickelte Phantasie besitzen; als that- sächliche Grundlage der indischen Sage sind die Ueberschwemmnngen des Jndusdelta zn betrachten. Was sonst noch an Flnthsagen bei indogermanischen Böllern vorgebracht wird, ist mehr oder minder zweifelhafte Waare. Bei den Jraniern, dem Volk der Zöroasterreligiön, findet sich eine Ueberliefernng, wonach die durch Ahriman, das böse Prinzip, ver- dorbcne und mit unreinen Dämonen erfüllte Erde durch eine Fluth gereinigt werden sollte. Ter Genius des Wassers bringt sie hervor. Nach dreissigtägigen Regenströmen ist die Erde mit Wasser mannshoch bedeckt. Als min jene Dämonen darin umgekommen sind, trägt ein Wind vom Himmel das Wasser zn den Wolken empor. Aus dem übrigen bildet Ormuzd das Weltmeer. Was das nun mit dem biblischen Sintftnthbcricht gemeinsam haben soll, ist nicht ab- zusehen; ausserdem aber mnss man bedenken, dass jene Ueberliefernng ans einer erst im vierzehnten Jahr- hundert n. Chr. aufgezeichneten Schrift stammt, als die Perser längst mit dem Alohammedanismns in Berührung gekommen waren. Die Littaner wußten früher zn erzählen, dass der Gott Pramzimas, da er die Erde voll Unordnung sähe, die zwei Riesen Wandee, den Wind, und Wejas, das Wasser, schickte, um sie zu verwüsten. Nur einige Menschen retleten sich auf einen Berg. Da fühlte Pramzimas Mitleid, und da er gerade himm- lische Nüsse ass, so liess er eine Schaale davon in die Nähe des Berges fallen. I» die Schaale ent- rannen die Menschen und zerstreuten sich nachher. Nur ein hochbetagtes Paar blieb im Lande, betrübt, keine Kinder z» haben. Da schickte Pramzimas ihnen seinen Regenbogen als hosfnnngsvolles Zeichen und befahl ihnen, auf die Knochen der Erde zn springen. Die beiden Alten machten nenn Sprünge, und daraus gingen nenn Paare hervor, welche die Vorfahren der nenn littanischcn Stämme wurden. Die Anklänge zirar nicht an den biblischen Sintftnth- beruht, aber an andere biblische Erzählungen, die man darin finden könnte, sind sicher auf christliche» Einfluss zurückzuführen; mit der Noah'sche» Flnth- sage hat die littauische Ueberliefernng nicht die ge- ringste Aehnlichkeit. Sogar die Edda, die Sammlung altnordischer Mythe» und Heldenlieder, hat herhalten müssen. Die drei Söhne des Börr, Udin, Vili und Ve, tödten den Riefen Nmir,' dessen Körper ihnen dient, um die Erde daraus zn fertigen. Ans seinen Wunden rinnt so viel Blut, dass das ganze Riesengeschlecht darin ertrinkt, mit Ausnahme des Bergelinir und seiner Frau, die sich in einem Boot retten und ein neues Riesengeschlecht erzengen. Hierin eine Erinnerung an die Noah-Flnth erblicken zn wollen, ist natürlich grotesk. Eine ganze Anzahl Flnthsagen findet sich in Amerika. Leider sind sie alle durch die Hände bekehrnugseifriger Missionare gegangen und dabei durchweg im Sinne einer Annäherung an den biblischen Bericht„verbessert" worden. Bei dem mexikanischen Stamm der Chichimekcn fand sich im sechzehnten Jahrhundert nach einem spanischen Bericht die lieber- liefernng, dass sich aus der grossen Flnth nur Coxcox und seine Frau Cihuakoatl gerettet hätten. Dagegen wäre gewiss nichts zu sagen. Dazu haben aber spanische Missionare ein erklärendes Bild von Ein- geborenenhand„gefunden": Zwei Personen in einem Kahn, dabei ein Berg, auf diesem ein Baum mit einer Taube, die an eine Anzahl Menschen znngen- artige Zeichen austheilt. Da hat man nun Alles schön beisammen, Sintflnth und Sprachverwirrung. Ebenso durchsichtig ist die Sache bei der Sage der Michoacaner in den Anden, wonach sich ans der Flnth Tezpi rettete in einem Schiff, das er mit allerlei Thieren beladen hatte. Nach einiger Zeit snndie er einen Geier ans, der aber nicht wiederkam. Der kleine Kolibri, huitzitzilin, wurde dann ausgeschickt und kehrte mit einem Zweige im Schnabel zurück. In ähnlicher Weise sind auch die übrigen _ Die Neue Welt. Illustnrte Unterhaltungsbeilage. amerikanische» Fliithsage» durch christlichen Beisatz bis zur Uiikenntlichiuachnng ihrer urspriinglicheii Gestalt entstellt werden, lind iinn liar, was sich bei afrikanischen Stäinnien, bei Eskimos und ans ozeanischen Inseln von Fluthsagen findet, ist so handgreiflich von christlichen Btissionaren zn Erbannngsztvecken znrccht- gemacht, das; sich nicht einmal sagen laßt, ob irgend eine Erinnerung der Eingeborenen an eine ehemalige lokale Ueberschwemlnnng ihres Landes zu Grunde liegt. Die bisher betrachletcn Fluthsagen werfen kein Licht ans die biblische Ueberliefernng, mit der sie, soweit sie fiir authentisch gelten können, offenkundig nicht das Blindeste zn schaffen haben. Zwei Länder aber kommen noch in Frage, von deren in neuester Zeit entzifferten Literaturdenkmälern man Aufklärung über Bedeutung und Gegenstand der biblischen Sint- flnthsage erwarten dürfte, nämlich die beiden uralten Kulturzentren Egypten und Babylon. Im Lande des Nils findet sich nun keine Spur von einer Fluth- sage, und das ist sehr begreiflich; denn die jährlichen llebersch remmnngcn des N ls sind für die Bewohner Egyptens ein Segen: es fehlte also jeder Anlast. Anders bei d en semitischen Bewohnern Mesopotamiens. Hier giebt es allerdings eine Flnthsage von»nzwcifel- hafter Echtheit, die sich mit der biblischen Erzählung in allen Punkten so eng berührt, dast ein Zusammen- hang ganz unabweisbar ist. Tie babylonische Sint- flnthsage bildet einen Bestandtheil des sogenannten Nimrod-Epos, eines babylonischen Gedichts, das ans zwölf Keitschr'.sttafeln die Geschichte eines mythischni babylonischen Königs Jzdnbar erzählt. Jzdubar hat die Liebe der Göttin Jstar verschmäht und wird deshalb von ihr mit Aussatz geschlagen. Da macht Jzdnbar sich nun nach der Insel der Seligen aus, um sich bei seinem Vorfahren dlnob-naxisti(das heißt Nnhe der Seele, daher das biblische, ans dem Hebräischen unerklärliche Noah) Naths zn erholen. Ter erzählt ihm die Geschichte seiner wunderbaren Errettung aus der Sintflnth. Der babylonische Noah ist in der alten Schifferstadt Surripak an der Enphrat- miindnng zn Hanse. Die Götter, vor Allem Bel, beschließen eine Flnth anzurichten. Aber der Gott Ea thut ihren Rathschlust seinem Schiitzling Noah kund:„Btann von Surripak, Sohn des llbaratntn, zimmere ein Hans, baue ein Schiff, rette, ir«s du von Lebenssamen finden kannst, laß fahren die Habe, rette das Leben, bringe Lebenssamen aller Art auf das Schiff. Das Schiff, welches du bauen sollst, ö00 Ellen sei das Maß seiner Länge, SN Ellen das Maß sciner Breite und seiner Höhe." Darnach ver- fährt Noah,. verpicht das Schiff gehörig und geht dann mit Familie, Gesinde, Habe und allerlei Lebens- samen hinein.„Der den Sturzregen sendet, ließ in der Nacht einen furchtbaren Regen strömen. Vor dem Tagesanbruche zitterte ich. Ich trat in das Schiff, verschloß sein Thor, übergab Busnrkurgnl, dem Steuermann, die große Arche stimmt ihrem Inhalt. Als die Morgen. öthe anbrach, stieg aus am Horizont schwarzes Gewölk; Rannnan(babh- Ionischer Gott, ebenso die folgenden) donnerte darin, während Nabu und Mardnck Herrortraten und als Führer über Berg und Thal schritten. Ter Gott Uragal riß das Schiff los, und es schritt Ninib dahin, überschwemmte die Ufer.... Rammans Wogcnschwall stieg zum Himmel empor, alles Licht verwandelte sich in Finstcrniß. Vertilgt tvard alles Leben vom Antlitz der Erde. Der Bruder sah den Bruder nicht mehr an, die Menschen kannten ein- ander nicht mehr. Im Himmel erbebten die Götter vor der Flnth, suchten Zuflucht, stiegen hinauf zn Anus' Himmel." Sechs Tage und sechs Nächte steigt die Fluth; am siebenten Tage nimmt es ein Ende.„Da sah ich auf das Meer, ließ meine Stimme erschallen— aber alle Menschen waren ivieder zn Erde geworden. Ich öffnete die Luke, Licht fiel auf mein Antlitz, ich sank geblendet zurück, setzte mich und weinte, über mein Antlitz flössen mir Thränen. Ich schaute auf: die Welt ein iveitcs Meer. Zwölf Ellen hoch stieg Land auf. Nach dem Gcbirgsland Niz'r(Höhenstreifen im südlichen Assyrien, zirka 600 Kilometer nordwestlich von der Euphratmiindung) nahm das Schiff den Laus. Der Berg des Landes Nizir hielt das Schiff fest und ließ es nicht von der Stelle." Sechs Tage hängt die Arche hier.„Als der siebente Tag herannahte, ließ ich eine Taube hinausfliegen. Die Taube flog hin und her; da kein Ruheplatz da war, kehrte sie zurück. Dann ließ ich eine Schwalbe Hinansfliegen. Die Schwalbe flog hin und her; da kein Ruheplatz da war, kehrte sie zurück. Einen Naben ließ ich fliegen, der Nabe flog, sah das Abnehmen des Waffers, fraß, ließ sich nieder und kam nicht zurück. Da ließ ich nach den vier Winden Alles hinans und goß ein Opfer ans auf dein Gipfel des Berges. Die Götter rochen den lieblichen Geruch, wie Fliegen sammelten sie sich um den Opfernden." Bel ist an- sangs ergrimmt, daß Blenschen dem Verderben ent- rönnen sind. Er läßt sich aber durch Ea's Zureden versöhnen und versetzt Noah und sein Weib nach der Insel der Seligen. Soweit der keilinschriftliche Siutfluthbericht. Wie man sieht, ist er beinahe identisch mit dem biblischen, nur daß in der Bibel die Sage ans den Glauben an einen Gott zugeschnitten ist. Die Aehnlichkeit ist so groß, daß es nicht einmal möglich ist, anzunehmen, es handle sich um eine den semitischen Völkern ge- meinsame Tradition: wenn beide Sagen von einem gemeinsaiucn Ursprung aus unabhängig von Geschlecht zn Geschlecht mündlich weiter überliefert worden wären, hätten sie im Laufe der Jahrtausende so stark auseinandergehen müssen, daß nicht diese frappante Uebereinslinnnnng bis auf den Namen des Helden Noah, der hebräisch sinnlos ist, vorhanden sein könnte. Die Frage ist vielmehr nur die: ist der bibl sche Bericht, beziehungsweise sind die beiden biblischen Berichte ans dem babylonischen geschöpft oder um- gelehrt? Die Antwort kann heute keinen Augenblick zweifelhaft sein. Gleich so vielem Anderen haben die Juden auch den Siutfluthbericht aus Mesopotamien entlehnt. Ter babylonische Fluthbericht geht mit dem ganzen Nimrod-Epos nach astronomischen Beziehungen in dem Gedicht in eine Zeit zurück, zu der die Frühlings- sonne noch im Zeichen des Stiers stand, vor 2000 v. Chr., als das jüdische Volk noch nicht existirte. Zugestanden, daß dem biblischen Siutfluthbericht keine Selbstständigleit zukommt, daß vielmehr der babylonische seine Quelle ist, so erhebt sich die Frage, was fiir ein Faktum dem babylonischen Bericht zn Grunde liegt. Gewisses ist darüber naturgemäß nicht zu sagen; aber sehr ansprechend ist die Annahme des Wiener Geologen Suest, daß in uralten Zeiten eine durch Erdbeben verursachte Flnthwelle aus dem Meer, begleitet von Wollenbrüchen und Wirbelstürnien, sich über die Niederungen an der Mündung von Enphrat und Tigris ergossen und Millionen von Aienschenleben vernichtet habe. Darnach wäre dann die babylonische Sage eine durch mythischen Beisatz veränderte Er- innerung. Aehnliche Ereignisse, wie sie ja heute noch in verschiedenen Welttheilen vorkommen, weiden den» auch den übrigen Fluthsagen zn Grunde liegen, sotveil sie nicht einfach mythischen Charakters sind.— Me IzeugW von Vohsgtrüchtn. Von P. M. Grempe. fmis geschichtlichen Ueberliefernngcn wissen wir, dast schon im Alterthnm die Völker des Orients Parfiimerien mannigfacher Art in großen Mengen verbrauchten. Wie beliebt die Aromatas waren, welche Aufgaben und Wirkungen ihnen zu- geschrieben wurden, zeigt am besten die Bemerkung des(im ersten Jahrhundert nach Christi lebenden) griechischen Schriftstellers Plntarch:„Wegen ihres angenehmen erfrischenden Duftes wird nicht allein die Lust verändert, sondern der durch sie erschütterte Körper wird auch zum Genüsse des Schlafes gc- schickt gemacht. Tie Sorgen, die den Tag über bedrückten, werden zerstreut, ja auch die Einbildnngs- kraft wird gleich einem Spiegel geglättet." Bei den Völkern des Alterthnms fand denn auch eine nach unseren Begriffen sehr verschwenderische Verwendung gut riechender Stoffe statt. Die Orien- taten verbrauchten nicht nur Parfiimerien zu Räuche- rungen und in Form von wohlriechenden Wassern zum Waschen, sondern sie rieben sich auch in aus- giebigem Bkaße mit Salben ein und parfümirten oft sogar die Speisen und Getränke. Zur Erklär»»!! dieser Erscheinung können im Wesentlichen Gründe geltend gemacht werden: die durch die großl: Hitze hervorgerufenen unangenehmen Ausdiinstuuge» des menschlichen Körpers werden ausgehoben, und die wohlriechenden Blumen und Harze sind ja tropischen Gegenden besonders zahlreich und leicht zu gewinnen. Da nun der Mensch des Alterthums die wohlriechenden Stoffe verschiedener Art sehr liebte, so ist es erklärlich, daß die Lehre, die Götter seie» Freunde der Aromatas und hätten lieblich duftende Opfer gern, sich bald in Form religiöser Vorschriste» kleidete und also auch zu erhöhtem Konsum vo» Parfiimerien beitrug. In wie großem Maßstäbe wohlriechende Stoffe, besonders Weihranch, bei den religiösen Zeremonien verbraucht wurden, läßt sich ans vielen Stellen der Bibel ersehen, und noch heute wird bekanntlich in katholischen Kirchen„Weihrauch" verbraucht. Es würde zn weit führen, hier eingehend du Mittel und die Art und Weise der Parfiiuieric- Erzeugung des Alterthnms zn erörtern; eS dürste geniigen, nur kurz ans die wichtigsten Aromatas jcuE Zeit einzugehen. Fiir die Ziisamnienstelluiig de-' Pulvers zum Weihrauch findet sich im zweiten Buch Moses folgendes Rezept: Balsam, Stakte, Galba»u»> und reiner Weihranch in gleichen Theilen zu Pulver gestoßen. Zuni Einfetten des Körpers wurde a»ö verschiedenen Pflanzen gewonnenes Oel benutzt; du zum gleichen Zweck hergestellten Salben wurden theV dadurch geivonnen, daß niau dem Oel aroniatpr Stoffe znsetztef theils aber fand auch der fliisD Theil des Btyrrhenharzes als sogenannte„natiP liche Salbe" Verwendung. Fiir die Eutwickelnng und Verbreitung der Pa� fiimcrieknnst des Biittelalters waren die Kreuzzulst von großer Bedentnng; das Abendland lernte da- durch neue Wohlgerüche kennen und die in Italic» und Frankreich schon eifrig betriebene Erzeugung v0," Aromatas nahm einen wesentlichen Aufschwung. Entwickelung der französischen Parsiirnerie- Erzeug»� wurde durch den großen Konsum des Hofes(L»d' wig XV. allein ließ jeden Tag seine Wohnrä»»� mit einer anderen Parfümgattung besprengen! i0 gefördert, daß Frankreich bis vor nicht langer Zc� aus dem Gebiete dieser eigenartigen Industrie>>»' erreicht dastand. Erst in den letzten Jahren hat!>« in Deutschland aus kleinen Anfängen heraus d»' Parfiimerie- Produktion so verbessert und gehobe», daß sie jetzt auch in den Augen der ansländischc» Interessenten große Beachtung findet. Unsere heutig Parfümerie-Fabrikation in Deutschland hat denn a»>b bereits die ausländische Konkurrenz in empfindliche»' Umfange aus dem Felde geschlagen. Als Rohmaterialien fiir dieses chemische K»»st' gewerbe kommen in erster Linie die ans verschiede»1»' Pflanzentheilen gewonnenen Riechstoffe in Bc- tracht; während daneben die thierischen Sekrete' Moschus, Bibergeil, Ambra und Zibcth schon st'» jeher benutzt wurden, sind die infolge der Fortschritt.1* der Chemie dargestellten künstlichen Riechstoffe erst in ncncrer Zeit gefunden und in größerem Umfa»� in dieser Industrie verwendet worden. Zur Entziehung der wohlriechenden Substanzc» ans den Pflanzen kommen im Wesentlichen folge»� Verfahren in Betracht: Gewinnung durch Press»'»'' durch Destillation im strömenden Wasserdampf, di»»» das Macerations- oder Jnfusionsverfahren, dum Absorption(Enflcnrage) und durch Extraktion. Die Methode der Pressung kommt Hauptsächl'»' le' der Erhaltung wohlriechender Stoffe ans de» Schalen verschiedener Früchte in Betracht. Be' Anwendung des hohen Druckes der hydraulische» Pressen fließen die Pflanzenstoffe in einen Behalte' und es verbleibt nur ein Rückstand(Preßkuchen), de' ölfrei ist. Die so gewonnene Flüssigkeit zeigt i»- folge der Verunreinigung durch Pflanzenthcilchen'»»J der in den Schalen enthaltenen Flüssigkeiten ci»e milchige Farbe. Nach einigen Stunden ruhige» Stehens hat sich das ausgepreßte Produkt geklärt, das an der Oberfläche schwimmende Oel wird ab- gegossen und durch Filtrirung gereinigt. Dieses Per- 294 Die Heue Weit. Zllustrirte U'.üerhaltungsbeilage. fahre» ist zwar ziemlich einfach, kommt aber nur bei der Produktion gewisser billiger Parfiimerien zur Anwendung. Die Destillation wird bei den Pflanzen zur Ge- winnimg der Riechstoffe oder ätherischen Dele benutzt, deren Dämpfe sich mit denen des kochenden Wassers in groffem Maße verflüchtigen, also Lavendel, Fenchel, Kümmel, Ptnscatniisse, Zimmt k. Tie Me.hodcn der Maceranon oder Infusion und der Absorption oder Enflenrage benutzen in ver- schiedencn Ansführniigsfonnen die Eigenschaft der settigen Stoffe, Wohlgerüche ans den Pflanzen in großem Aiaße auszuziehen und in sich anfzunehnien. Den so hergestellten dnstenden Fetten und Oelen kann dann iin Interesse der Gewinnung flüssiger Parfiimerien durch starken Weingeist der größte Theil des Wohlgernches wieder entzogen werden. In manchen Fällen wird als Wittel zur Entziehung des Duftes nicht Fetß sondern Kohlensäure gebraucht. Wendet der Parsümeur die Eigenschaft gewisser Flüssigkeiten(wie Ehloroform, Schweselkohlenstoff, Peiroleum oder Schwefeläther), Bliithcn k. ans- znsangen, an, so haben wir das gute Verfahren der Extraktion. Die bei der Gewinnnng guter Parfiimerien be- nntzteu Materialien, wie Fette, Oele, Wachs, Paraffin, Alkohol, Aether?c., müssen von möglichst größter Reinheit und tadelloser Beschaffenheit sein. Da die im Handel vorkommenden Fette durchweg mehr oder minder rerunrciui. t sind, so wird durch mechanische und chemische Mittel die dnrchgreif.ude Reinigung derselben beweikstelligt. Wenngleich gut gereinigte Fette von Schweinen, Rindern, Bären?c. und von Palmensriichten in der Pm'fiimerie-Erzengung ver- braucht wrrdeu, so hat zu diesem Zweck in letzter Zeit doch der Konsum des flüssigen Paraffins zu- genommen, da ihm nicht der den anderen Fetten eirenthümliche„Fett"-Geruch anhaftet. Ziemlich schnell hat das Elyreri», welches ebenfalls Riechstoffe gut und schnell anfuimmt, Einging mild dann auch umfangreiche Verwendung in dieser Luxnsbranche gesunden. Das Glycerin selbst wird als Nebenprodukt bei der Fabrikation von Steaiin- kerzen gewonnen. Der als Extraktionsflüssigkeit verwendete Alkohol muß fnselsrei sein; je gewissenhafter die Reinigung des Spiritus vorgenommen wird, desto bessere Erfolge werden in der Herstellung flüssiger Aromatas erzielt. Wie wichtig diese Reinigung ist, geht daraus hervor, daß trotzdem noch die Parfümeriekunst die durch Erfahrung wohl begründete Vorsicht anwendet, nicht alle Alkoholarten gleichmäßig zur Fixirnng bestimmter Wohlgerüche zu verwenden. So wird Jasmin immer mit dem aus Rüben gewonnenen Sprit angesetzt, während wieder nur Weinsprit das Hülfsmittel zur Anfertigung des L-m de Colo�ire(Wasser ans Köln oder Kölner Wasser) ist; auch Zitronengernch wird zweckmäßig durch Eognac fixirt.„Wozu all' diese Mühe!" kann man ausrufen, wenn man dann hört, daß wohl auch die geübtesten Gernchsnerven nicht im Stande sind, die für die Parfiimerien benutzten Spirituosen zu erkennen. Für die sorgfältige Reini- gniig und Auslese der Alkoholarten ist eben allein die Thalsache maßgebend, daß die feinsten Wohlgerüche nur durch die Auwendnng einer Flüssigkeit von be- stimmter Herlnnft festgehalten und entwickelt werden. Die benutzten aromatische» Pflanzen sind so groß an Zahl, daß es zwecklos wäre, hier auch nur die wichtigsten zu registriren; theils wachsen sie auch in unseren Ländern(Veilchen, Flieder?c.), zum größten Theil aber entfalten sie sich ans dem Boden tropischer Gegenden(Muscatbliitye, Nelken, Orangen ec.). Ter tüchtige Fachmann wird immer mir die besten Rohstoffe einkaufen; er wird sich also durch . den anscheinend hohen Preis der vorzüglichste» wohl- riechenden Pflanzentheile nicht stören lassen, weiß er doch, daß nur die feinste Waare viel ausgiebt, daß nur sie für seine Zwecke wirklich brauchbar und damit auch durchaus Preiswerth ist. Soweit diese Rohmaterialien ans weiten Fernen zu uns kommen, müssen sie möglichst frisch verarbeitet oder, wenn dieses nicht möglich ist, in luftigen Räumen aufbewahrt und vor jeder Schimmelbildnng durch Auslese schlechter Bestandtheile bewahrt werden. Da mir wenige Aromatas thicrischer Herkunft in der Parfümeriekuust benutzt werden, so ist es möglich, ans diese kurz einzugehen. Ob diese Thier- stoffe wirklich„Wohl"-Geriiche entwickeln, darüber kann man verschiedener Meinung sein, denn selbst bei großer Verdünnung haben diese Substanzen — wenn sie allein gebraucht werden— einen für die meisten Kulturmenschen unangenehmen Geruch. Trotzdem werden sie in der Parfiunerie-Jndnstrie benutzt, weck diese thierischen Produkte gute Fixirungs- mittel für gewisse Pflanzengerüche sind. Wende» wir uns zunächst zu dem am bekanntesten Aromata dieser Ait, dem nngemein intensiv riechenden Moschus. Er stammt von den männlichen Moschus- thieren, die aus den Bergen des Himalaja leben. Diese Thiere sondern den Moschus in einer beutel- artigen Drüse von der Größe einer halben Wallnnß ab. Nach der Erlegung des sehr scheuen Thieres schneidet der Jäger den Moschusbeutel los, dessen Inhalt je- nach dem Alter und der Jahreszeit in Bezug ans Menge, Farbe und Beschaffenheit ver- schieden ist. Im Frühjahr ist die AtoschuSsubstanz eine weiche, rothbranne Blasse von salbenartiger Be- schaffenheit und entwickelt den stärksten Geruch; zu anderen Zeiten des Jahres erlegte Thiere lveisen im Moschnsbeutel beinahe schwarz aussehende Körner ans, die in der Größe zwischen der eines Hirsekorns und der einer größeren Erbse schwanken. Die Moschus- beutel, tvelche 25 bis 40 Gramm von der riechenden Substanz enthalten, werden sofort von den Jägern au der Luft, ans heißen Steinen oder durch Ein- tauchen in heißes Oel getrocknet. Tann gelangt der Moschus in den Handel, theils in den Beuteln, theils heransgenommen als Körnermoschus. Beim Einkauf dieses Aromatas ist wegen der frechen Fäl- schlingen die größte Vorsicht am Platze. Ter gröbste Beting wird gerade beim Verkauf von Moschus ver- sucht. Da werden z. B. ans Thierhäuten Beutclchen zusammengeklebt, die mit trockenem Blut, Erde, Eichorie, Asphalt?c. ausgefüllt sind; der Geruch wird durch ein geringes Parfümiren mit gutem Moschus hergestellt. Auch die echten Moschnsbeutel werden oft eines Theilcs ihres riechenden Inhaltes beraubt und durch ähnliche Stoffe wieder gefüllt, oder wohl gar durch Blei- und Kupferstiickchen noch beschwert. Bentelmoschns erzielt pro Kilo Preise von 500 bis 2500 Mark; ohne Beule! steigern sich die Preise um 25 bis 50 Prozent. Das ans zwei birnenförmigen Beuteln des Biters gewonnene stark riechende Sekret spielt zwar nur eine untergeordnete Nollein der Parfllmerieherstellnng, aber es muß doch ebenfalls oft zur Fixirnng gc- wisser Gerüche herangezogen werden. Bibergeil oder Castorenm ist eine salbenartige Masse von branner bis schwärzlicher Farbe, die stark unangenehm riecht. Der unter dem Namen Hyracerum bekannte Stoff ist in seinen Eigenschaften und in seiner Verwendung dem Bibergeil sehr ähnlich; er wird von dem ü» Kaplande lebenden Klippdachs gewonnen. Ter Potwal liefert die Ambra, ein Material, das in den Aieeren schwimmend angetroffen wird. Wenngleich meist nur kleine Stückchen gesunden werden, so sind doch auch Ambrastücke angetroffen worden, die zwanzig bis fünfzig Kilo wogen.. Ter Preis dieses Stoffes ist in letzter Zeit infolge sel- teuere» Vorkommens gestiegen; ein Kilo kostet jetzt bis 7000 Mark. Die Ambra-Substanz ist fettig, grau- weiß und entwickelt unangenehmen Geruch; nach der Auflösung in Weingeist und genügender VerdünmMg wirkt der Ambradnst angenehm auf unsere Nerven. Die Parfümeriekunst setzt diesem«Ttoffe einigen Wohl- gerüchen im Interesse größerer Haltbarkeit zu oder mischt ihn mit anderen Düften. Der letzte animalische Stoff der Parfümcrie- Industrie ist das Zibeth; es wird von der in Afrika und Asien heimischen Zibethkatze erhalten, die diese Substanz in einer Doppeldriise absondert. An der Luft trocknet die zuerst weißlich-gelbe butterartige Blasse stark zusammen und nimmt eine braune Färbung an. Auch Zibeth wirkt nur bei gehöriger Ver- dünnung auf unsere Gernchsnerven angenehm. J>u Gegensatz zu den vorher erwähnten thierischen Aromas wird es für Parfiimeriezwecke auch für sich allein verwendet; daneben dient es dann noch zur Fest- Haltung anderer Gerüche. Das Kilo kostet etwa 500 Mark. Die Darstellung künstlicher Riechstoffe ging zuerst davon ans, die in vielen Pflanz.nprodnkten vorkommenden Aether nachzubilden, also Frnchtäthcr zu gewinnen. Diese Produkte wurden seil vielen Deceunien schon bei der Anfertigung von Konditor- waaren benutzt. Die Schwierigkeit bei der Gc- winnung eines künstlichen Riechstoffes besteht darin, dessen Geruch wesentlich mit dem des natürlichen in Uebereinstiininnng zu bringen, was insofern nicht leicht ist, weil die meisten Ausgangsprodutte immer mehrere, also nicht nur eine riechende, chemische Verbindung enthalten. Künstliches Vanillin wurde anfänglich aus dem Eambialsaft der Conisereu(Nadelhölzer) hergestellt, wird jetzt aber aus Nelkenöl gewonnen. Da früher Heliotropin ein sehr begehrter Riechstoff war, so hat die Chemie Mittel und Wege gesucht, ihn möglichst billig zu fabriziren. Heliotropin, ursprünglich ans Piperin, dem Bestandtheil des Pfeffers, gelvonnett, kostete pro Kilo zweitausend Blark; nachdem man gelernt hat, diesen Riechstoff ans dem Safrol, welches in großem Blaßstabe bei der Fabrikation des Kamphers gewonnen wird, darzustellen, ist der Preis pro Kilo bis ans etwa 35 Mark gefallen. Dabei ist aber die höchst eigenthümliche Thatsache zu konstatiren, daß der Konsum dieses Riechstoffes trotz des großen Preis- sturzcs eher ab- als zugenommen hat. (Schluß sorgt.) Eine Herbst-Fahrt in den„Rosengarten (( (Schluß.) i s war eine saure Schncetreterei, die jenseits des Bärenlochs ihren Ansang nahm und bis zur Hütte fortdauerte. Blau fiel fast bei jedem Schritt bis zum Knie in den weichen Schnee, und wenn es dabei auch noch aufwärts geht, so ist das nur ein „sogenannter" Genuß, der noch dadurch erhöht wird, daß man nach und nach, trotz der eingefetteten, festen Nagelschuhe, nasse Füße bekommt. So scharf kann man die Schuhe nicht zuschnüren, daß nicht allmälig etwas Schnee zwischen Strumpf und Oberleder geräth, den die Körpertvärme schmilzt, mid nach und nach quatscht es bei jedem Schritt auf die unbehaglichste Von Wudokf Lnrn-mt. Weise. Rührt der Schnee von einem ruhigen, gleich- mäßigen Fall her, so geht es innner noch, bei uns aber handelte es sich um tüchtige Wehen und einmal trat man ans verschneites Alpenrosen- oder Berg- föhrengeftrüpp, also nicht tief, und im nächsten Moment in's fast Bodenlose, was doppelt ermüdend ist. Natürlich kann nur im Gänsemarsch gegangen werden; Jeder bcniitzt immer wieder die Stapfe, die der Anführer getreten hat, aber Jeder vertieft sie natürlich auch, so daß der Letzte, namentlich, wenn er kein Windhund ist und keine langen Beine hat, oft nicht weiß, wie er das eingesnnlene Bein wieder heraus an die Oberfläche bringen soll. Das giebt ganz lustige Situationen, und da der erfahrene Berg- steiger in vielfacher Hinsicht abgebrüht ist, so lacht er noch herzlich, Ivo der Neuling bereits anfängt Blut zu schwitzen und den Einfall zu verwünschen, der ihn in diese Stein- und Schneewüste geführt hat. Jinmerhin waren wir Alle froh, als wir die Hütte erreicht hatten und das Herdfeuer knisterte» an dem wir uns eine Erbswiirftsnppe bereiteten. Keine Konserve ist in den Schntzhiitten so beliebt, als diese, auch bei den Führern; denen italienischer Nationalität ist sie meiner Erfahrung nach meist Die Neue Welt. Illustrirte Unterhaltungsbeilage. � lieber als Fleisch, jedenfalls lieber als ihre fade ganze Bild war freilich diister, trübe, nebelhaft und vermag. Für viele von den Touristen, die das Polenta. verschleiert, denn der Himmel war gran und ivolkig Rosengartengebiet, die Perle Siidtyrols, queren, An eine lange Rast war auch hier nicht zn denken; und die im Sonnenschein eines klaren Herbsttages indem sie die in drei Tagen bequem zn'Fnsz ab- Santner und der Löwenhansl trieben zum Aufbruch, entzückend bizarre und großartige Szenerie erschien znwickelnde Rnndtonr Eggenthal— Karrerseepaß— denn es lag wie Schneesturm in der Luft, und von eintönig und melancholisch. Zudem fehlte alle Grasleiten— Blnman oder umgekehrt machen, wird einem solchen wollten sich dieselben im Grasleitcn- Fernsicht und die kleinen Menschlein, die sich die Hinte freilich nur die Bedeutung einer Einkehr- kessel und während des Anstiegs zur Jochhöhe ans zwischen den Felskolossen wie Ameisen abwärts ab- und Erfrischnngsstation haben; wer die Tour aller- kcinen Fall überfallen lassen. Ob wir freilich so arbeiteten, empfanden auch nicht minutenlang die dings in zwei Tagen machen will, der kommt von weit kommen würden, erschien sehr bald äußerst Versuchung, in einen jubelnden Juchzer auszubrechen beiden Seiten wohl nur bis zur Vajoletthiitte, für fraglich, denn gleich hinter der Hütte hatte es der- und das Echo wachzurufen. Von alle den fabel- ihn ist sie daher auch als Uebernachtnngsplah von waßen geweht und der weiche Schnee lag so massen- haften Farbenwnndern, die ein herbstlicher Sonnen- Wichtigkeit; Viele ziehen ja schon ans Neugierde die hast, daß Santner, der mit dem Pickel sondircnd, Untergang in dieser grandiosen Gebirgslvelt ans der Schntzhütte dem nächsten Thalwirthshanse vor; sie Vorausging, wiederholt bis an die Schultern ein- Palette hat, bekommen wir nichts zu sehen; nur er- wollen auch einmal in einem alpinen Schutzhans sank. Seine Tochter und der zweite Leipziger Herr zählen konnte ich meinem Gefährten, wie man mit geschlafen haben, um daheim davon erzählen zu waren geneigt, iimziikehren und das aussichtslose offenem Munde dasteht, wenn das riesige Schneefeld können. Unternehmen anfziigeben, der Hüttenwart aber blieb der eisgepanzerten Marmolada, wie von Himbeerröthe Wäre es nach mir und den Leipziger Herren unbeugsam. Santner und Hansl hatten guten Much, übergössen, plötzlich in's Gesichtsfeld tritt. � gegangen, so hätten wir unseren Stab an diesem »nd da ich mich ebenfalls schwer zum Umkehren ent-„CRi va piano, va sanol'1(Wer langsam geht, Tage nicht weiter gesetzt, sondern in der peinlich schließe, so wurde der Vorwärtsmarsch fortgesetzt, geht sicher!) pflegen die italienischen Führer zu sagen, sauberen, freundlichen und ordentlichen Hütte über- langsam zwar, aber unaufhaltsam. Als wir uns glück- und fügen wohl hinzu:„o lontano!"(und weit!), nachtet. Aber Santner nnd Hansl trauten dem lich bis zum Grasleitenkessel durchgekämpft hatten, Auch für uns kam der Moment, in dem die Vajolett- Wetter noch immer nicht nnd nieinten, das Sicherste was allerdings ein saures Stück Arbeit war, besserten Hütte vor unseren schneegeblendeten Augen anstauchte, sei, noch an diesem Abend Perm im Fassathal zu sich die Schneeverhältnisse bedeutend, aber dafür trieb und ans dem Schornstein stieg blauer Holzranch in gewinnen, wenn auch das letzte Stück des Weges der Sturm von links her Nebel- nnd Wolkenfetzen die dicke, neblige' Abendlnft. Santner's Tochter, mit der Laterne werde gemacht werden müssen. So in den Kessel nnd spornte unsere Führer zu mög- obwohl gehörig durchnäßt, hatte hanssranlich ihres fügte man sich denn ihrer vorauszusetzenden besseren lichster Eile, denn damit rückte die Gefahr, in einen Annes gelvaltet; in dem vertäfelten Gastzimmer war Einsicht nnd abwärts ging es nach den zahlreichen, Schneesturm zu geralhen, in bedrohlichste Nähe, wenn es bereits behaglich warm nnd der Herr Hiittenwart verstreuten Sojalhiitteu, wo im Sommer viel Vieh «ns auch der sonst so gefährliche Nebel nichts an- streichelte mit frostblanen Fingern den Ofen, der so weidet, nnd in den Schatten der Dämmerung ans haben konnte; hat man' erst den Anstieg zum Paß prächtig snnktionirte. Die Frage der Beheizung hoch- dem Bereich der Felsen hinab ans die erste Thal- erreicht, so kann man sich nicht mehr verirren. Der gelegener Schutzhänser ist eine der allerheikelsten; ist stufe nnd in's Bereich der Kultur. Santner Paß wird hüben nnd drüben von himmelhohen sie befriedigend gelöst, so hat der Hüttenwart gewonnen, leuchtete mit einer weißen Papierlaterne voran und Wänden flankirt nnd zwischen ihnen muß man eben nnd entsagt auch der Küchenherd allen Streikanwand- im Gänsemarsch folgten wir ihm blindlings und bleibe», man mag wollen oder nicht. Dafür ist der lnngen und gestattet der Ofen, nicht blos zu kochen, nrtheilslos ans allerlei abschneidenden Richlwegen, Anstieg so steil nnd so langwierig, daß er manchen sondern auch zu braten, so bedeutet das Sieg auf über rauschende Bäche, durch finsteren Wald nnd Schweißtropfen kostete, nnd hatten wir erst das Auf- der ganzen Linie. Allen anderen Uebelständen läßt an steilen Lehnen hinunter, nur das kleine Fleckchen hören des Schnees freudig begrüßt, so wünschten wir sich abhelfen; ein Herd aber, der unermüdlich im erleuchteten Bodens vor uns im Auge, um keinen niis denselben bald zurück, denn das Aussteigen über Qualmen ist, dessen Platte jedoch so kalt bleibt, daß Fehltritt zn thun, der im Gebirge noch weit ein- gefrorenes Geröll, das dennoch unter dem Fuß nach-. ein Frosch es zur Roth fünf Minuten ans ihr ans- psindlicher sich zn rächen pflegt, als im Flachland. hiebt, ist auch kein Kinderspiel. Man muß, um einen halten könnte, ist ein Kreuz für den Bewirthschafter Auch an vereinzelten Häusern, ans denen freund- festen Halt zn belommen, den vorschreitenden Fuß und ein noch größeres für den unglücklichen Hütten- licher Lichtschimmer uns grüßte oder eine halb- iiner stellen; versäumt man das, so rutscht man wieder wart, der das unentbehrliche Möbel mit schweren verwunderte Stimme einen Abendgrnß uns zurief, zurück, lind das Aufsteigen will kein Ende nehmen; Kosten erworben hat, womöglich als ein non plus sind wir so voriibergekommen, um dann wieder in man hat einen mächtigen Felsblock dicht unterhalb ultra seiner Art. damit es, unter neuen beträchtlichen tiefe Finsterniß nnd ans ganz schmale, steile Pfade der Paßhöhe, der gewissermaßen das Ziel der An- Transportkosten an Ort nnd Stelle gebracht, hart- zn gerathen— kurz, man war von dem fortwährenden strcngnngen bildet, fort nnd fort vor Augen nnd näckig seinen Dienst versagte nnd der Anstrengungen Wechsel nnd dem stninpfsinnigeu Hinterdreintappen Meint zuletzt, man müsse in einer knappen Viertel- aller zn Hülse gerufenen Sachverständigen, Heizkünstler, hinter der auf und ab pendelnden Papierlaterne stunde oben sein, aber ans diesem Viertelstiindchen Töpfer, Schornsteinfeger usw. gleichmüthig spotte, förmlich wirr im Kopfe, als plötzlich eine breite entwickelt sich eine scharfe Stunde.'Ich war bei Ja, hätte man gute Steinkohlen für einen solchen Lichtflnth uns entgegenschlng nnd wir vor dem Gast- dem langen, hageren Leipziger Herrn, der für Um- Uebelthäter, aber er soll sich ja mit dem zähen Geäst Hanse des Antonio Rizzi in Perm standen. Es lehren gestimmt hatte, zurückgeblieben, weil er am der Legsöhre heizen lassen, mit dem grünen sowohl war zwischen sieben nnd acht Uhr Abends, und da laiigsanisten vorwärts kam nnd am unsichersten war, wie mit dem dürren, auch dann, wenn der Stmin wir um sechs Uhr früh ansgebrochen waren, so nnd weil es möglich schien, daß er der Unterstiitznng der Hochregionen heulend über die Hütte dahinbraust, hatten wir, trotz nur ganz kurzer Rasten, zu einer bedurfte. Dieser Fall trat freilich nicht ein nnd der als wolle er sie in nngestiimem Anprall hinab in Tour, die sich unter günstigen Verhältnissen in sechs Herr hielt sich ganz tapser, doch blieben wir immer die Tiefe schlendern. Stunden durchführen läßt, reichlich das Doppelte weiter zurück und Hansl mahnte, von seinem Mmitel Tie Hinte, die uns gastlichen Schutz bot nnd gebraucht; in kürzerer Zeit wäre sie aber trotz aller umflattert, nnansgesetzt zur Eile und schrie uns durch— ungeheure Mengen heißen, dusligen Thees, ist Anstrengung kaum zn bewältigen gewesen, denn der den heulenden Sturm, der sich zwischen den Fels- eine von den kleinen nnd bietet im äußersten Falle Schnee vernrtheilte uns zn einem Tempo, das gar- wänden verfangen hatte, seine Direktiven zu. Als fünfzehn Touristen eine Lagerstatt; es sind nämlich nicht in den Gewohnheiten nnd im Temperament er von der Paßhöhe ans gewahrte, daß er sich um sieben Betten nnd acht Matratzenlager vorhanden, der Betheiligten lag. »ns nicht mehr zn bekümmern brauchte, überschritt Sie hat 4000 st ö. W. gekostet, die Einrichtung Man war nicht wenig erstaunt, so spät im Jahre er dieselbe nnd eilte der Santner'schen Gruppe nach, za. t I00 fl, und man kann wohl sagen, daß alle nnd so spät am Tage noch eine so zahlreiche Gesell- und er war schon nicht mehr sichtbar, als wir eiid- ans dem Gebiete des Hütteiibanes gemachten Er- schaft aus dem Rosengarten einrücken zn sehen, und lich tief anfathmend ans der Paßhöhe standen, nnd fahrungen hier mit sächsischer Gründlichkeit ver- lustig anzusehen war es, wie man von allen Seiten hatte uns mir seine Fußspuren als Wegweiser iverthet worden sind. Die Lage zn � Füßen der warme S. rümpfe nnd warme Hausschuhe herbei- zurück gelassen. Jenseits des Passes, das ganze imposanten, furchtbar steilen Vajolettthiirme, an die brachte, damit wir nnsere durchnäßten nnd förmlich Bajolettthal hinunter, lag nämlich wieder tiefer sich nur Dolomitkletterer ersten Ranges wagen dürfen, durchweichten Bergschnhe von den Füßen brachten, Schnee— vom Paß' hatte es ihn über die Steile ist prachtvoll nnd die Besteiger der leichteren Rosen- die nun, um das Einschrnmpsen zn verhüten, sorg- hinunter in den Grasleitenkessel geweht. Nun, das gartenspitze kürzen den Weg bis zum Einstieg in die fältig mit Heu ausgestopft nnd so an den warmen Schwerste>var überstanden, selbst ein Schneesturm Felsen beträchtlich ab, wenn sie in der Vajoletthiitte, Küchenherd gebracht wurden. Dem Hüttenwart, den hätte uns nun nichts mehr anhaben können nnd statt in der Grasleitenhütte übernachten. Das hat sie zum ersten Male in ihrem Leben erblickte, wollte unten in der Hütte erwartete uns ein begaglich seinen Werth, denn je frischer nnd ansgernhter der des Wirthes zierliches Töchterlein Marietta, das im warmes Zimmer nnd ein dampfrnder Thee. So Steiger ist, wenn seine eigentliche Arbeit beginnt, Sommer mit einer Ntagd die Bewirthschaftnng der gingen wir denn seelenruhig wieder an's Schnee- desto leichter wird er den Unfällen entgehen, die Hütte besorgt eine besondere Ehre erweisen nnd treten nnd erweiterten in die Stapfen unserer Vor- ans Ermüdung, ans dem Versagen der oft über- brachte ihm ein Paar ihrer e genen Pantöffelchen, gängcr fallend dieselben zn wahren Elephanten- schätzten Kräfte entstehen. Auch Verletzungen durch die sich freilich als für ein Paar deutsche Jnfante- spuren die sich schön blau von der weißen Fläche Steinfall werden desto sicherer vermieden, in je risten.iiße viel zn klein erwiesen nnd sich neben den abhoben Im Vertrauen ans meine vcrhältnißmäßige früherer Morgenstunde das Klettern in den Rinnen massiren Bergschnhe» des Geehrten wie Puppen- Leichtigkeit lief ich wohl auch einmal, meine Last nach beginnt; wenn tie Sonne höher kommt nnd das schnh.vcrk ausnahmen. Kräften verringernd, zehn, zwölf Schritte neben den Eis des Nachtfrostes wegleckt, kommen die vorher Santner rnd Hansl behielten mit ihrer Wetter- Spnren über den ander Oberfläche gefrorenen Schnee, festgefrorenen Steine in's Rutschen, die kleinen Prognose»nr zu Recht. Schon während wir beim um plötzlich beim dreizehnten ganz unerwartet tief bringen die größeren, viele kleine euch einen ganz Abendessen saßen, stöberte und regnete es wild durch- einzubrechen- kann hatte ich wieder dem Gefährten großen in Bewegung, und urplötzlich prasselt eine einander, nn) so blieb es die ganze Nacht, so daß aus einer besonders tiefen Grube herauszuhelfen, Steinsalve durch die schmale Rinne herunter, der wir früh den Anblick einer vollständigen Winterland- kurz, es fehlte nicht an allerlei Abwechselung. Das man nur durch cinen glücklichen Zufall zn entgehen schuft hatten. Es gehörte keine besonders lebhafte SOG Die Neue Welt. Iklustrirte Unterhaltungsbeilage. Phantasie dazu, sich zu vergegenwärtigen,!vic es oben in den Bergen aussehen würde, und hätten wir unseren Uebergang einen Tag später zu machen gesucht, so würde der Versuch höchst wahrscheinlich gründlich gescheitert sein. Daß diese verfrühte Winterlandschaft sich erst jenseits des Karrerseepasscs nach und nach verlieren würde, lag auf der Hand, und so nahmen wir denn daZ Anerbieten unseres Wirthes an, uns nach Welschnofen zu fahren, ivo das Gröbste hinter uns lag? wir wären sonst bis auf die Haut durchmißt nach Bozen gekomnien. Es wurde immer winter- licher, je näher wir der Höhe der Karrerseepasses kamen, und als wir dieselbe erreicht hatten und im Nosengartcnhof einkehrten, fehlten zur Weihnachts- szenerie nur noch die Schlitten. Der Nosengartenhof verdankt gleich dem unweit entstandenen großen Karrerseepaß-Hotel sein Dasein der neuen Kunststraße, die von Welschnofen im An- schlich an die Eggenthalstraßc über den Karrerseepaß nach dem Fassaoder Falzthal führt. Früher stand nur ein kleines bescheidenes Wirthshäuschen, die „Alpenrose", hier, in dem ich vor Jahren, spät im November, der Gast der Straßenbau-Jngciüenre war, die in diesem Wirthshäusel ihr Bauburean auf- geschlagen hatten. Jetzt mögen die bescheideneren Touristen dem Nosengartcnhof zufallen— das Karrer- seepaß-Hotel ist nur für Kommerzienräthe, Eng- länder usw., die in eigenem Geschirr angerollt kommen, und die bestaubten Fnßwanderer würden sich auch unter all den Protzen sicher sehr unbehaglich fühlen. Ich habe kaum einen Blick auf das Hotel geworfen, das in der allernächsten Nachbarschaft des stillen, grünen, melancholischen kleinen Sees, in dem die fahlen Zacken und Zinnen der Latcmargruppe sich spiegeln, sehr wenig am Platze ist und ein fremdes, störendes Element in die hochpoetische Landschaft bringt, und die Menschenklasse, die in diesen modernen, „feinen" Riesen-Karavanserais der reisetollen Kultur- Welt sich breit macht, ist mir so zuwider, daß ich wohl sagen kann:„Selbst in den Bergen athme ich erst dann leicht und frei, wenn ich die Region der Hotels unter mir habe und e.nporgeklomnien bin in die Region der einfachen, aber sauberen und schmucken „Hütten". So geht es gewiß noch Tausenden von Denen, die man vorschnell als„waghalsige Berg- fere" ablhnt; sie müssen eben hoch hinauf in die wilden und nuzilgänglichen Regionen der Bergwelt, um sich als Atenschen zu fühlen und der Statur ilopfenden Herzens in die dunklen, geheimnißvöllcn Augen zu schauen. Gewiß ist das Bergsteigen für Viele auch nur eine Modesache und sie wollen nur mi reden und— mitrenommiren und dem biederen Philister eine Gänsehaut verursachen können, aber man möge das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und nicht vergessen, daß unter den Kletterern auch die echten Naturfrenude sind, die tapferen, lauteren, freiheitsdurstigen Herzen, die dort-oben den Natur- zustand suchen und die aufjauchzen im Kampfe mit den nngcbändigten, iibcrmächtigen Gewalten, die immer sein werden, wie sie von Anbeginn gewesen. In Welschnofen hielten wir Mittagsrast und verabschiedeten unser Fuhrwerk, um thalab gen Kar- dann an die Südbahn zu ziehen. Ich kannte den Weg durch's Eggcnthal mit seinen zahlreichen Kunst- bauten, Sprengungen nsw. nur von einem Stacht- marsch, den ich einst beim Schein der Spaufackel mit Santner ausgeführt! gegen die schauerliche, er- habene Wildheit jenes Nachtmarsches, bei dem jedes Stückchen Weg tiefer hinein in den Schlund der Hölle Dantes zu führen schien, fiel natürlich dieser Marsch im ehrlichen Tageslicht empfindlich ab und ich habe es wieder tief empfuudcu, wie poetisch die Nacht, wie prosaisch der Tag sein kann. Es war echeutlich schade, denn für Ten, welcher nicht bei Nacht und bei irrem Fackellicht diese Straße gezogen ist, hat sie auch bei Tage deS Wilden und Phantastischen gerade genug und darf für ein Schaustück des süstiroler Landes gelten, wie denn überhaupt die sämmtlichcn Eingänge in die Dolomiten außer- ordentlich reizvoll sind: Vilnöß— St. Peter, Weid- brück— St. Ulrich, Blnmau— Tiers und Kardann— Welschnofen wetteifern miteinander, und jeder dieser Wege hat Vorzüge vor allen anderen. In Kardann ward noch einmal gerastet! im Oktober zur Zeit der Weinlese, wo jedes Dorf nach Most duftet und jedes Fuhrwerk, dem man begegnet, ein Stiickfaß geladen hat, besindet sich Alt und Jung in einer feucht-fröhlichcn Stimmung, und diese Stim- mung steckt auch den Nüchternsten an und nimmt ihm den Much, die Frage der Kellnerin:„Noch ein Viertele?" mit einem rauhen:„Nein!" zu beantwor- ten. Sie zechen Alle, Mäniilein wie Weiblein, und sind mit einem leichten Räuschchen doppelt genießbar, weil doppelt menschlich. Unseren Freund Santner büßten wir hier ein,- er blieb kleben und hat später sogar noch mitgetanzt i wir Anderen marschirtcn in gol.igem Abendlicht hinein nach Bozen, nicht ganz frei von einem bescheidenen Stolze darauf, sicherlich die Letzten gewesen zu sein, die in diesem Herbst den Grasleiienpaß überschritten und in den beiden Leipziger Hütten gerastet hatten.— Keistevsehen.* ||)tc Kchiffer auf 8cn Irieseniuseln meinen: Wenn Einer untergiug im fernen Ucere, Haß öann sein Geist zur Heimath wiederkehre, Ms düstrer Irauerbote für die Heinen. Ach cm Manchen sah im Harfe man erscheinen: Wirr hängt um's Hauxt das Haar, das wasscr- schwere, Hnd traurig starrt sein glanzlos Hng' in's Heere, Haß, wer ihn wandeln steht, beginnt zu weinen. Ahr hört's, und spöttisch lächeln Eure Mienen;— Ach aber Hab' in grauer Dünciuvildnisz Hes Aeemanusglaubens Wahrheit tief empfunden. Wie oft, wann's dämmert, ist mir dort erschienen Her tobten Hiebe bleiches Hcbelbildniß Und, wie ein Uraum, Sem feuchten Hlich entschwunden! RciilhtNd Fuchs. Die Töchter des Fischers. Ein anspruchsloses Motiv, wie es sich am Strande des Fischerdorfes zur Fangzeit Tag für Tag ergiebt, hat der Maler in unserem Bilde frisch dargestellt. Es erzählt keine Geschichte, es giebt eine fesselnde Stimmung treu und eindrucksvoll wieder. Früh schon am Tage sind die Fischer hinaus- gezogen auf die hohe See, jetzt am Stachmitlage sollten die Boote wieder anlaufen, und die Töchter der Fischer ivarten auf sie mit Netzen und Körben, in denen der Fang heimgebracht werden soll. Es sind jugcndftische Mädel, und die weihen Häubchen stehen gut zu den an- mnthigen Gesichtern. Noch sind die Boote nicht in Sicht, aber so viel Zeit, sich behaglich in den Sand zu setzen, ist doch eigentlich nicht mehr: die Netze müssen ausgebreitet werden, und die thätigere jüngere Schwester wendet sich lächelnd an die ältere, sie aus ihren'Träumereien zu wecken... Ein frischer Wind steht gerade auf das Land, in langen Kämmen wälzen sich schäumend die Wellen » Aus l„Strandgut".«Sera. Karl Bauch.— AeuiLLeton. heran, eine schwere Tniistluft lagert über de.n Meere, aus dem sich am Horizont, jetzt noch von der Sonne goldig nmsäumt, eine Wollenwand hebt. Das Alter der Brillen. Gewöhnlich nimmt man an, daß die Brillen von den Arabern ungefähr im II. Jahrhundert erfunden und von ihnen nach Europa gebracht worden seien, wo sie sich bcrcils im 12. und Iii. Jahrhundert vorfinden. Ter Name stammt vom Beryll, einem meist grünlichen, durchsichtigen Mineral mit Glasglanz, das im Miltelalter gleichbedeutend mit Glas gebraucht wurde. Waren also die Brillen zur Ber- besscrnng des Sehens bei Kurz- und Weitsichtigen schon im frühen Mittelalter bekannt, so waren sie im Alter- thnm nach der gewöhnlichen Annahme etwas vollständig Unbekanntes. Tem gegenüber macht jetzt der Wiener Augen- arzt Fukala im„Archiv für Augenheilkunde" ans einige Stellen in alten Schriftstellern aufmerksam, ans denen er den Schluß ziehen zu können meint, daß die Brillen schon mehrere hundert Jahre vor Christi Geburt, wenn auch nicht- allgemein, so doch vereinzelt von wohlhabenden Leuten gebraucht wurden. Bekannt ist ja die Angabc, daß Kaiser Nero, der im Jahre 68 vor Christi Geburt starb, die Gladiatorcnspicle im Zirkus init Hülfe eines konkaven Smaragds betrachtete. Man hat diese Angabe des Plinius bei ihrer Bercinzelnng dahin zu deuten gesucht, daß es sich hierbei um cinen Hohlspiegel gehandelt habe, mit dessen Hülfe der Kaiser die Spiele betrachtete. Doch weist Fukala darauf hin, daß eine solche Deutung auf ganz nnmöglichcn Boranssetzungen beruhe und daß es sich zivcifellos um eine Benutzung des Smaragds in derselben Weise, wie wir die Brillen benutzen, gehandelt habe. Aber auch in den Lnstsvielen des Plantns(254 bis 184 vor Christi Geburt) findet Fukala einige Stellen, die auf den Gebrauch von Brillen hindeuten. Ebenso wird ja auch von den Druiden, den Priestern der alten Kelten in Gallien und Britannien, berichtet, daß sie bei der Beobachtung der Sterne Smaragde zur Bergrößerung oder Verdeutlichung der erblickten Objekte benutzten. Nach alledem scheint es also, daß schon lange vor Christus Linsen zur Vergrößerung kleiner Gegenstände und zur Verbesserung des Sehens bekannt gewesen sind, also zu einer Zeit, zu der man über den Gang der Lichtstrahlen und dessen Gesetzmäßigkeiten nur sehr unvollkommene Vorstellungen hatte. Probiren ging eben auch hier, wie so oft, über Studiren.—-r-. Der Gebrauch des Alilmininms. Als vor wenigen Jahren die Methoden der Aluminiumgewinnung so außerordentlich vervollkommnet wurde», daß dieses silber- glänzende leichte Metall in großen Massen zu geringem Preise hergestellt wurde, da glaubte man vielfach, daß die Zeit des Eisens vorbei sei und daß das kommende Jahr- hundert dem Aluminium gehöre. Seine Alassc ist schier unerschöpflich, besteht doch ein Zwölftel der Erdoberfläche aus Thoncrde, ans welcher das Aluminium gewonnen wird: es ist sehr dehnbar und läßt sich daher zu dünnem Draht ausziehen und in dünne Blättchen ausschlagen: es schmilzt erst bei Kyll Grad und ist in heißem und kaltem Zustande äußerst widerstandsfähig gegen die Luft; ebenso erweist es sich gegen vie'e andere chemische Agentien, z.B. gegen Salpetersäure, sehr widerstandsfähig. Da hierzu ein schöner Glanz und seine Leichtigkeit kommt, so schien die Verdrängung des Eisens unvermeidlich; hat doch dieses schwere, unscheinbare Metall nur eine sehr geringe Wider- standskraft gegen Säuren und wird es doch sogar in der feuchten Luft mit Rost überzogen und bis in's Innerste zerfressen. Und doch hat in dem 6— 7jAhrigcn Kampfe der beiden Metalle das Eisen den unbestrittenen Sieg davon getragen, und heute denkt Niemand mehr an seine Vcr- drängnng. Diesen Sieg verdankt das Eisen vor Allem seiner vollendeten Gnßfähigkeit, sowie der seiner Legirnngen mit wenigen Prozenten Kohlenstoff, ferucr seiner außer- ordentlichen Elastizität und Härte, seiner nncrrcichten Festigkeit und seiner großen Schweißbarkeit, Alles Eigen- schaften, die dem Aluminium abgehen. Freilich ist die Aluminiuinproduktion enorm gestiegen, im Jalire 1897 betrug sie mehr als 2 Millionen Kilo gegen Millionen Kilo im Jahre 1892; doch erreicht sie noch nicht den 15. Theil der Eisenproduktion, und was das Merkwürdigste ist: mehr als die Hälfte der gesammtcn Alumininm- Produktion wird bei der Eisenverarbcitung gebraucht Vio—'/20 Prozent Aluminium dem Gußeisen zugesetzt verhindert die zwar geringe, aber doch störende Blasen- bildnng. Auch Schmiedeeisen, das erst bei IKllll Grad schmilzt und zum Gießen viel höher erhitzt werden müßtt, da es sich beim Gießen rasch abkühlt, wird dünnflüssig und läßt sich tadellos gießen, wenn man ihm beim Schmelzcn 1 Prozent Aluminium zusetzt. Auch mit anderen Metallen konnte Aluminium in neuester Zeit legirt werden; so geben 95 Prozent Kupfer und 5 Prozent Aluminium die Pracht- volle goldgelbe Aluminiumbronze, die vielfach zu Schmuck- gegenständen verwendet wird. Eine andere Aluminium- Kupfer-Legirung(90 Prozent Kupfer mit 111 Prozent Alumininm) übertrifft an Festigkeit selbst daS Schmiedeeisen und den Gußstahl; doch läßt sich bisher noch kein völlig gleichmäßiges Material hieraus herstellen, was einer Verwendung im Großen vorläufig im Wege steht. Im Allgemeinen muß man sagen, daß das Aluminium kein Konkurrent des Eisens, sondern ein wesentliches Hülfs- mittel bei seiner Verarbeitung geworden ist.— b. Nachdri'.ck des Inhalts verboten! rieromiDmrlUcher N-valieur: Oäcor Kühl In llhovlcil.'cnburs.— Cctlaj: San'.burgn Vüchdruckcr-t und Vcrlagtopalt Auer& So. In Hamburg.—»rulk: Mar Vadlug In Berlin.