Ein vorgeschichtlicher Roman von Jack London. Gores«»»»«.? der ersten Nacht nach ihrer Landung auf dem Südufer entdeckten die beiden Freunde da« Feuervolk. Eine Bande wandernder Jäger schlug dicht bei dem Nachtquartier der Beiden ihr Lager auf. Im 5)albschlumm«r Härten dl« Jungen verschiedene Stimmen, und als sie erschrocken au» ihrem Baumsitz nach dem noch Im leichten Dämmerlicht erkennbaren Waldboden hinablugten, erblickten st« die Feinöesschar. Bald hatten diese ein Lagerfeuer entfacht. Dadurch angelockt, krochen die Jungen näher und erreich- ten einen Baum, der ihnen einen guten Ueberblick über das Bild unter ihnen gewährte. Das Feuer brannte lustig in der Mitte der Lichtung, nahe beim Flusse. Ein halbes Dutzend Feuermenschen machte es sich rings um die Wärme her bequem.„Häng- ohr" packte seinen Freund plötzlich zitternd an..»Großzahn' sah näher zu und erkannte den kleinen, alten, verkrüppelten Jäger, der vor Jahren den armen„Zahnlück" vom Baum« herabgeschossen Halle. Der Alte stand auf. ging umher und warf frisches Reisig auf die glühenden Kohlen. Er hink!« noch immer, war also wohl dauernd verkrüppelt. Er sah noch vertrockneter und älter aus als früher, und sein Bart- haar war ganz weiß.» Die anderen Jäger waren junge Leute. Dicht neben Ihnen lagen Bogen und Pfeile auf dem Boden.„Groß- zahn" erkannte die Waffen gleich wieder. Di« Feuer- menschen trugen Tierfclle um ihre Hüften und Schultern; Arme und Beine waren nackt. Fußbekleidung hallen sie nicht. Ihre dünn behaarte Haut glänzte im Feuerschein. und ihre Kopsform und Gesichtszüge ähnelten stark den- jenigen ihrer heimlichen Beobachter. Beim Gehen richteten sie sich aber besser auf wie da» Höhlenoolk Dagegen waren ihre Bewegungen weniger elastisch. Ihr Rückgrat schien steifer, ihre Hüsten und Knie weniger gelenkig zu sein. Auch waren ihre Arme kürzer. »Großzahn" sah nie einen Feuermenschen, der sich beim aasrechten Gehen seiner Arme als Stützen bedient hätte. Besonders auffallend war die bessere Rundung der Mus- kein bei den Feuermenschen. Die Symmetrie der Glieder paßte auch zu der hübscheren Gesichtsbildung. Die Nasenrücken waren gut entwickelt, die Nasenlöcher zeigten nach unten. Ihre Lippen hingen nicht so schlaft herab, die Augen- zähne glichen nicht so sehr Fangzähnen. Sonst aber waren sie im Bau den Höhlenmenschen nicht weit voraus. In der Hüslgegend waren sie nicht besonders stark cnlwlckell und sie wogen nicht viel mehr als der Höhlentypus. Im großen und ganzen unterschieden sich diese Feuermenschen weniger von der Höhlenhorde als dieie von den Baumbewohnern. Sicherlich waren alle drei Typen nahe oer- wandt, und zwar blutsverwandt.„Gioßzahn" und„Häng- - ten Kreise um dasselbe herum, um sich ,u überzeugen, daß die Jäger fort waren Dann rannten sie nach dem verdimmsndcn Feuer turück„Großzohn" wollte sehen, was es «lgentlich war. und nahm mit zwei Fingern «iye glühend? Kohle auf Sein angstvoller Sckmerzensschrei sagte seinen Kameraden «ul die Bäume„Grvßzahn" ließ die Kohle sollen und folgte dem Davongelaufenen Nachdem sie sich von ihrem Schreck erholt hatten, kehrten sie vorsichtig nach dem Feu-r zurück Diesmal ließen sie die Glut unangetastet Lieber ahmten sie das Gebaren der Feuermenfchey nach Sie hockten sich de! dem Feuer nieder, beugten die Köpfe d«s auf die Knie vor und stellten sich an als stbliefen sie Daraus mochten sie die Sprach- laute der Jäger nach und unterbieten sich » rmem sinnlosen Kaudeiweisch.Groß- zahn" erinnerte sich, daß der alte Jäger das Feuer mit einem Stock geschürt hatte Der Junge schürte also das Feuer mit einem Stock, brachte große Massen glühender Kohle hoch und wirbelle Wolken weißer Asche aus. Das war ein prächtiges Spiel. Bald waren sie von Kopf bis zu Füßen mit weißem Aschenstaub bedeckt Natürlich vcrjielen sie auch bald aus den Gedanken, das Feuer wieder anzufachen Zunächst versuchten sie es mit kleinen Holz- stückchen. Der Erfolg entzückte sie Das Holz sing Feuer und knisterte, und die Inn- gen tanzten vor Freude und schnatterten auf- geregt. Dann warfen sie größere Aeste ins Feuer. Immer neues Brennmaterial häuf- ten sie darauf,.bis sie eine gewaltige Masse aufgetürmt harrey, die möchtig auflohte. Ihre Ausregung stieg, und sie schleppten noch mehr Brennstvsfe herbei. Die Flammen zuckten höher und höher, die Rauchsäule breitete sich hoch über den Baumkronen aus Im Feuer knackte, knisterte und sauste es gewaltig Es war das großartigst? Werk, das sie je mit eigenen Händen vollbracht hatten, und sie waren sehr stoiz daraus. „Auch wir lind Feuermenschen," dachten sie. und tanzten wie weiße Gnomen im Feuer- schein Bald erfaßte das Feuer die nächste Um- gebung. Das trockene Gras und das Unter- holz flammten aus Die Jungen dachten sich nichts dabei und achteten kaum darauf. Plötzlich aber fing ein großer Baum am Rande der Lichtung Feuer Mit verdutzten Gesichtern saheu die Jungen zu Die Hitze wurde so groß, daß sie sich zurückziehen mußten Im nächsten Augenblick stand auch r-"' Siraßendud in Lologna. Turm in Schloß Schivctz schon ein zweiter Baum in Flammen. Schnell griff der Brand weiter, und im Um, sehen brannten sechs Bäume. Jetzt packt« die Jungen die Angst Erschrocken hockten sie sich nieder und starrten das entfesselte Element an. Das Feuer fraß im Kreise um sie weiter und drohte sie einzuschließen. In „Hängohrs" Augen kam jener klägiich fra- oende Ausdruck, der immer das Zeichen der Ratlosigkeit war Auch„Troßzahn" war ebenso verblüfft. Sie umarmten sich und hockten aus einer Stelle, bis die Hitze uner- träglich wurde und der Geruch vccbranmer Haare sie aufscheuchte Dann flohen sie kopfüber nach Westen zu in den Wald hin- ein. Nur selten hielten sie an, um Atem zu schöpfen oder um zurückzuschaucn und in einen Lachkrampf zu verfallen Gegen Mittag erreichten sie eine Land- enge Wie sie später entdeckten, wurde die davor liegende Halbinsel durch einen große», fast kreisförmigen Bogen des Flusses gebildet Quer über die Landenge hinweg erstreckte sich eine niedrige, teilweise bemal- dele Hügelkette Die Freunde überstiegen diese Hügel Der Urwald hinter ihnen war ein Feuermeer geworden, das vor dem aus- kommenden Winde nach Osten zu trieb. Ausatmend eilten die Jungen nach Westen weiter, immer nahe am Flusse entlang. Ehe sie sich oersahen, waren sie mitten im Lager der Feuermenschen Das Dorf war mit großem stmcgtschem Scharsdlick dort angelegt worden Es lag aus dem besten Land der Halbinsel, auf drei Seiten von dem Fiußbogen beschützt Nur aus einer Seit« war es vom Lande aus zu» gö.-rglich, und hier, auf der Landenge, war die Hügelkette ein natürliches Bollwerk So gänzlich gegen die Umwelt abgeschlossen, müssen diese Feuermenschen hier lange Jahr? unqesiört und friedlich gelebt haben Wahr- scheinlich war es die die Ernährungsmöglich- reiten des Dorfes übersteigende Zunahme der Bevölkernna. die hauptlöchlich die große Wanderung dieses Feuerstammes herbei- rührte und dadurch dem Hohlenvolke solches Unheil brachte Im Laufe ihrer weiteren Ausdehnung trieben diese Feuermenschen da? Hählenvnlk aus dem Lands, um sich selbst in den Holsten niedermiassen und das Gelrie' des Höhlenvolkes gain in Besitz zu nehmen. cLurNefcs"?<»'«> Vi« Neu« Welt. Illustriertes UnterYaltungSblatt. lOj Kuppeln und Türme. von allen architektonischen Formelemen- ten spielen die Kuppel und der Turm in der Phantasie doch wohl die größte Rolle. Und das ist auch eigentlich kein Wunder. Sehen wir von ferne eine Stadt, so wird sie überragt von Türmen und Kuppeln. Oft genug wird eine Stadt für Jahrhunderte in ihrem Aussehen bestimmt von einem Turm, von einer Kuppel. Man nennt dies dann wohl Wahrzeichen der Stadt. So ist Pisas schisfa Turm das Wahrzeichen dieser Stadt geworden, die Domkuppel das Wahrzeichen von Florenz, um nur zwei Beispiele zu nennen. Oft genug gehen Turm und Kuppel eine Lerbindung em Ja. wir Nordeuropäer find geneigt, eine solche Verbindung für das Gegebene zu halten, weil wir von un- leren neueren Kirchenbauten gewöhnt sind. Türme an den vier Ecken und eine mehr oder minder reine Kuppel über der Kreu- zung von Löngsschisf und Ouerschisf, der sogenannten„Vierung", zu sehen. Doch trifft diese Vorstellung nicht völlig zu. Es gibt reine Kuppelbauten und reine Turm. bauten. Betrachten wir also im Folgenden die beiden Formen einzeln, jede sür sich. Die Kuppel gehört zu den ältesten Bau» formen Sobald man nur wölben konnte, baute man Kuppeln, fa sogar schon früher. Denn schon ehe man die wahre Technik des Wölbens. als deren schwierigste das Kuppel» wölben zu gelten Hai, beherrschte, schus man kuppeiartige Formen, die freilich nicht wirk- lich gewölbt, sondern durch vorkragendes Äu-sinanderfchichten von immer enger wer- dsnden, doch stets horizontal ruhenden Lteinschichten erzielt wurden. Als Beispiel mag das Schaßhaus des Atreus gelten, das Schliemann in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Mykene ausgrub; »in Bau ungefähr des XV. Jahrhunderls 0. Chr. Die frühesten echten Wölbungen finden wir. wenn wir vom allersernslen Orient ablehen. bei den Etruskern, von denen sie die Römer erlernten. Bald zeig- ten die Römer in der Kunst des Wölbens -ins außerordentliche Sicherheit und Kühn- heit. Ein großartiger Kuppelbau der römi- s.-bcn Kaiser, zeit hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten' das Pantheon zu Rom, ein Bau, der auf die späteren Jahrhunderte eine unqeheure Wirkung ausübte. Denn in den Stürmen der Völkerwanderung ging die Kunst des Wölbcns verloren. Der erste Di« Kuppel des Pantheons zu Rom. große neue Kuppelbau war die Riesen- kuppel des Florentiner Domes. Der Fio- rentiner Architekt Brunellelchi hatte den Auftrag, die Wölbung auszusühren. Um sich für die Arbeit— es war um die Wende des XV und XVl. Jahrhunderts— vor- zubereiten, ging Brunelleschi nach Rom und studierte hier die Konstruktion des Pan» theons. Mir den Kenntnissen der Antike glückte ihm seine neue Kuppel ausgezeichnet. Im Interesse der Gerechtigkcii muß aber gesagt werden, daß Brunelieschi das Pan- theon durchaus nicht einfach nachgeahmt hat Er hat sür seine Kuppel eine neue äußere Form angewendet. Während näm- lich die Kuppel des Pantheons sich ohne er- kennbaren Uebergang aus den unteren Um- fasiungsmauern des Rundbaues heraushebt, schob Brunelleschi zwischen Unterbau und Kuppclwölbung einen Zylinder ein. die so- genannte Trommel. Und während die Die Kuppel der Kirch« San Giorgio Sei Treci in Veiwdig. römische Kuppel sich in schlichler Kreisform schloß, setzte Brunelleschi aus den Gipfel der Wölbung»inen kleinen turmartigen Auf- bau. die sogenannte Laterne. Für alle spätere Zeil sind dann diese Neuerungen, Trommel und Laterne, üblich geworden, und in der modernen Zeit finden wir kaum eine Kuppel, die sie nicht auswiese. Als Beispiel-» seien genannt die Kuppel der Peterskirche zu Äom von Rüchelangelo, die allgemein als die schönste Kuppel der Welt gilt, und der Berliner Dom. Nur eine weit verbreitete Kuppel macht von der üb- lichen Form eine Ausnahme: die russische Zwiebeltuppcl. Zwar eine Trommel hat sie auch, aber keine Laterne. Vielmehr zleht die Kurve der Kuppel, statt sie zuletzt im Kreis zusammenzuführen, kurz vor der Vcr- cinigung in die chöhe und verbindet sie erst nach einer Weile!» einer Spitze. Und auch darin unterscheidet sie sich von der euro- päischen Kuppelsorm, daß sie die Rundung der Kuppe! über den Umfang der Trommel sich in die Lust vorguellend ausdehnen läßt. Man hat' mit Recht darauf hingewiesen, daß bei der Schafsung dieser russischen Zwiebelkuppei orientalische Einflüsse, z. B. persische, mitgewirkt haben. Doch lößt sich nicht übersehen, daß in der merkwürdigen Verbindunq von Trommel, Bauchung und Spitze eine sonst nicht übliche russisch« To findung vorliegt Der Mensch gewöhnt sich leicht dara:c. Kunstsonnen, die er täglich und stündlich is immer gleicher Erscheinung vor Augen hat, für allein seligmachend zu halten und will dann schwer glauben, daß man die betrefsen- den Formen auch ganz anders bilden unü verwerten könne So ist es z. B. mit deb bei uns üblichen Turmform. Sehen wiv von Nutzbauten wie Leuchtturm oder Au«> sichtsturin ab. so kennen wir den Turm alt einen sest eingebauten Bestandteil von Kir>- chen. Schlössern. Rachäusern usw Wi« nu» aber, wenn man un? Kirchen zeigt, die dete Jneiaanderverwachlensein von Haus urft Turm überhaupt nicht kennen? Solche Kur» chen finden wir namentlich in Italien und in Rußland Es läßt sich sogar nachweisen, daß die frühesten christlichen Kirchen nie- mals den Turin in ihren Körper einbauten Der Turm stand frei neben der Kirch« aÄ ein lelbständiger Baureill Und lo blieb er 104 Die Neue Welt. Zllustriertes Unterhaltungsblatt. lange Zeit. Das Zusammenbauen von Turm und Kirche finden wir zuerst in den christlichen Kirchen in Syrien, von wo ge> wiß Kreuzfahrer die Art mit noch Europa gebracht haben. Hier fand sie dann namenr- lich in den normannischen, deutschen und französischen Bauten Nachfolge. Aber wenn wir uns auch daran gewöhnt haben, daß Kirche und Turm zusammengehören, und daß der Turm die höchst« Erhebung der Kirche sei, müssen wir uns doch bewußt bleiben, daß es nicht unbedingt und au« zwingenden inneren Gründen so sein muh. Es gibt auch Kirchen ohne jeden Turm. Di« Kirchen, welche die Zisterzienser-Mönche M Deutschland bauten, durften keinen Turm Sr, tragen. Sie hatten für die Aufnahme der Glocken au! dem Kirchendache einen kleinen Aufbau, der für den Zweck genügte. Und in Rußland finden wir Kirchen, die zwar «inen Turm haben, der aber niedriger bleibt al» der eigentliche Bau. Interessant ist übrigens auch, daß in der gotischen Zeit die wenigsten Türme zur Vollendung kamen. Die höchsten„goti- ssben" Kirchtürm« sind Bauten der Neuzeit, wenn auch z. T. nach alten Plänen, so Köln, Regensburg, Ulm. Das Straßburger Münster trägt bis heute von dem ursprüng- lich geplanten Turmpaare nur einen Turm, und hoffentlich wird niemals die Idee auf- tauchen, den zweiten Turm auch noch nach- Handlung„Serbien unter König Peter I.', di« vor Jahren als Sanderheft de» Jahr- buch»„Der Orient" erschienen ist. E» heißt da: Die ersten Reben soll der römisch« Kaiser Probus nach Serbien verpflanzt, und später soll sich die serbische Königin Milißa um den Weinbau verdient gemacht haben. Die besten Trauben wachsen auf den Regotiner und Smederewoer Bergen, sodann erfreuen sich die Wein« der Krajina, di« von den Höhen von Toplica, Nisckawa, Der D-�ug donnert die Schienen entlang... Der D-Zug donnert die Schienen entlang... va grüßt in der ferne, auf weichem Bang, lllein Beimatörtchen in blumiger flu, Sein Kirchlein träumt in des Bimmels Blau. Und seitab, dem Strome der stielt entwandt, stlinkt[tili mir ein Baus, fo wohlbekannt, In Büschen und blühenden Becken versonnen, Von£feu und Rankwerk grün umsponnen. Und rings aus den Becken, aus Butch und Ried, Klingt füß mir das alte Sehnfuchtslied, Zieht Lieb' und Leid im Bild daher, Und der Blick wird weit, und das Berz wird schwer. Da blüht am Bieber der Lindenbaum Und lockt wie ein goldener jfugendtraum Und rauicht mir die alte lüundermär: Schön ist die Jugend! Sie kommt nicht mehr... Das liegt fo weit, schon weiß ich es kaum, Doch manchmal zieht durch das Berz ein Braam, £in fernes Klingen vom alten Drang... IKein D-Zug donnert die Schienen entlang... LI. Keimes. Tamnawa und Kolubara eines guten Rufes; die besseren Marken mahnen an die lpani- scheu und südfranzösischen Weine. Während früher der Weinbau und die Weinbereitung eine äußerst primitive war und der in Serbien erzeugte Wein wenig den Konsum im Lande selbst deckte, hat man, dank der Unterstützung der Regierung, in den letzten Jahrzehnten merkliche Fortschriite gemacht. Dem Weinbau in Serbien dürften etwa 68 300 Hektar dienen: er leidet hauptsächlich an der nötigen Sorgfalt, die in dem Mangel an Arbeitern begründet ist, wenn es gilt, den entscheidenden Augenblick nicht zu ver- passen, ebenfalls im Fehlen des nötigen Kapitals. Nach dem Urteil berühmter Oenv- logen nimmt der serbische Wein bei den kli- träglich aufzuführen. Die französischen Ka- thedralen der gotischen Zeit, Reims, Parts, Laon, sind ebenfalls mir ihren Türmen„un- vollendet" geblieben. Doch hat man bisher auf eine moderne Ergänzung verzichtet, und niemand wird die Behauptung wagen, daß ihre Schönheit unter dem Zustande der nicht bis in die letzte Spitze ausgeführten Türme leide. Wir sollten uns von der Vorstellung befreien, daß überall ein hoher Turm in die Luft ragen müsse. Viele der hohen Türme sind bei uns mit ihren lang zum Himmel gereckten Lanzenspitzen durchaus keine Freude. Schöne Türme zu bauen, ist außerordentlich schwer. Die Höhe allein maäst's nicht. B. Der Hausbau in Kamerun ist erheblich weniger kompliziert als'bei uns zu Land«. Dort baut man ohne Architekten, Maurer und Zimmermann. Wer eine Wohnstätt« fein eigen nennen will, legt selbst Hand an. Ja, selbst die Frauen haben, wie A. Wuhr- mann in seinem hübsch illustrierten Buch „Vier Jahre Im Grasland von Kamerun (Basel. Verlag der Missionsbuchhandlung) berichtet, einen großen Anteil bei der Ent- stehung eines Gehöftes. Aus den langen Rippen der Rophiapalme wird da» Hau«. gerippe kunstvoll gefügt. Die nötigen Nägel schnitzt sich der Bamummann aus Holz so, wie er sie gerade braucht, und die Wände bindet er mit langen, schmalen, abgeschälten Rindenstreifen der Palmrippe zusammen. Eni schweres Grasdach krönt den hübschen Bau, und nun kommen die Frauen, be- werfen das Gerippe mit nassem Lehm und ftreid>en ihn glatt. Mitten lns neue Hau» hinein kommt noch die Feuerstelle aus Lehm. Sie ist etwa 40 Zentimeter hoch und 150 Zentimeter lang. Ein starkes Feuer wird mehrere Tage im neuen Hause unterhalten, Lehmwände, Feuerstelle und der kestg«- klopfte Lehmboden trocknen rasch, und nun kann das neue Haus„geheiratet" werden. Das ist immer ein großes Fest. Viele Fieunde werden zum Einweihungsschmau» geiaden, und sie kommen nicht mit leeren Händen. Sie bringen allerlei Gutes und Nützliches: Stühle aus Palmrippen. Trink- hörner, Wnsiergefäße, Kürbisflaschen liegen in trautem Stilleben neben Tabak, Ba- nanen, Mais und Kolanüssen. Meckernd« Ziegen und kreischende Hühner machen sich die ausgestreuten Maiskörner streitig, und die Festversammlnng tut sich unterdessen am Palmwein gütlich, der in Strömen fließt. Man bewundert dabei pflichtschuldigst da» neue Haus, rühmt die glattgestrichenen Wände und die schöne Feuerstelle, schaut bewundernd auf zum schweren Grasdoch und kann sich nicht nenuq tun in anerkennen- den Worten Diese Gehöfte, fährt unler Gewährsmann dann fort, sehen sich recht ähnlich, von dem des mächtigen Häuptling» bis hinunter zum Besitztum de» kleinen Mannes. Die Anlage ist dieselbe: da» Herrenhaus, am Ende eines breiten Hole», beherrscht die ganze Niederlassung, und di« Frouenhäuser, je nach der Anzahl der Frauen, mehr oder weniger, stehen zu beiden Seiten de? Hofe» in gerader Reih«. Das Herrenhaus hat drei Räume, einen „Speisesaal", ein Schlafgemach und ein Badezimmer. Das Frauenhaus hat nur einen Raum, tn welchem die Mutter mit ihren Kindern und Mägden,»nd mit Hühnern, Ziegen und Hunden in schönster Eintracht zusaramenwohnt. Jedes Haus hat nur eine kleine Türöffnung, nicht einmal einen Abzug für den Rauch. Dom serbischen Weinbau plaudert nicht uninteressant Heinz Bothmer in seiner Ab- malischen Bedingungen, der Lage und Be- schaffenheit de» Erdreiches unter den besten Weinen Europa» einen hervorragenden Platz ein. Die Rotwein« sind meist herb, entwickeln aber ein Bouquet, wie man es sonst bei den erstklassigen Rotweinen findet: der Weißwein erinnert im Geschmack an den Böslauer. Was di« serbischen Weine beson- der» auszeichnet und sich außer bei ihnen nur im Bordeaux findet, ist neben dem Reichtum an Tanin der geringe Gehalt an Weinsäure. Der durchschnittliche Prozentsatz an Alkohol der besten Negotiner Wein« beträgt nach dem Volumen 13 Proz., jener der Posharewatzer 13,2 Proz., jener der Kragujewatzer 11 Proz. Der serbische Wein eignet sich vorzüglich zum Verschnitt und wird vielfach nach Frankreich exportiert, um von dort als Bordeaux in die Welt hinaus- zugehen. Rätsel-Aufgabe». O o o 9 © © 0"®®*© V Problem„Lteru". Die PuSsiaben aaaaaaaaddeee« fiiillillmmmnnnooooorr« ff(f ittt! un ordne man auf den Linien der Sterniigur so ein. dah genannt wird durch 1— 2 Ölufi, 2— 3 Siadt, 3—4 Monat, 4— 5 Pier- füfeler, 5—0 Insel. 0—7 Fisch. 7—8 biblisch« Person, 8— 9 Fliiss! gleit, 9— 10 männlicher Vor- r.nme. 10— 11 Gewässer, 11—12 Erscheinung de» Winter?, 12— 13 europäische Hauptstadt, 13— 1» Plunic, 14— 15 Teil des Wagens, 15— 16 Gebäude, 16— 1 Name eines Sultans. Silbenrätsel. Nu? den Silben dt i! lau tri nains ra teil ur Wa bilde man vier Worte solgender Bedeutung: asinlischer Fluh. Nechlsbegründung, deutsche Stadl, alles württembergischeS Hohlmasz. Die Ansangs- und Endbuchstaben der Worte. leVtere von unlen nach oben geieken, nennen zwei Sommermonate. Auslosung des Achsenrätsels. Paula— Wanne— Matte— Scheite— Slirner— Weser— Pogeseu— Suege— Leber — Stola— Cadorna— Ratte i Unterseeboot. Rnsliisuug des Silbenrätsels, Leine— Banane— NeguS— Maori— Dheo- feit— Emil— Kaaba— Ragnit— Edenl Lebensmittelkarten. l Namen der Nätlelloser werden nicht veröffentlicht.) liachdrmr des Indalt» orrvolea' Peeamwoni. NcDafieur ltöalomon. Leiten Psrlin. eillie[ur die Redatnan beitanmten Sendungen sind zu richten nach Pertin, Lindenirr. 3 1 Verlag üamleirger Äuchdruckerei und LeciagzanitaU Auer St 40. Hainburj. Druch. Loruinrls La.hdrutkerej und tüerlaijSaaaall'Laut Singer& Ca. Verlin SÄ. 63.