Nr. 131. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illustrirter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1898 unter r. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Hmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. 〃 Und Posadowsky sprach! Man hatte eine Regierungserklärung zu den Wahlen er wartet. Aber sie ist ausgeblieben. Doch es jammerte den Grafen Posadowsky seiner Lieben und in vorgerückter Stunde springt er ihnen hilfreich zur Seite. Die Berliner Neuesten Nachrichten" erzählen, ein notabler Politiker" habe den Grafen um eine gutachtliche Aeußerung über das bei den Wahlen zu beobachtende Verhalten" ersucht, und das Blatt ist in der Lage, die Antwort des Ministers mitzutheilen. Die Auslaffungen des Grafen Posadowsky sind so unbedeutend als möglich und nicht um ihres Gehalts willen, sondern um die Stellung des Schreibers willen geben wir sie " Mittwoch, den 8. Juni 1898. " Grund " davor! Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. beweisbare Behauptung. Wo etwa einmal Ar- ausspielen wollen. Das ist richtig. Aber verlogen ist es, wenn die beiter, getränkt und gereizt, sich zu einer unrechten Handlungs- Bossische Btg." es weiter so darstellt, als ob sich die Arbeiterbewegung weise gegen Mitarbeiter haben hinreißen lassen, da hat das in ihren Frühjahren irgendwie hat durch Bismarck fördern lassen. die Sozialdemokratie nie gebilligt, vielmehr ist es den Warnungen Oder will die off. Big." vielleicht die Einführung des allgemeinen der Sozialdemokratie und der Schulung der Arbeiter durch die gleichen Wahlrechts beklagen? Sozialdemokratie zu verdanken, wenn die deutschen Arbeiter im Schuld am Niedergang des Liberalismus geschoben. Nur der So wird also auf Bismarck und auf die Sozialdemokratie alle Kampf gegen den terroristischen Uebermuth Liberalismus selbst ist frei von Fehl. eines Unternehmerthums, das teinerlei Es ist schier unglaublich, wie gering die Selbsterkenntniß der Achtung kennt vor der persönlichen Freiheit Liberalen ist. Sie wollen nicht sehen, daß ihre eigene schwankende des Arbeiters, Besonnenheit und Geseglichkeit bewahren. und halbe Politik in politischen Fragen der Freiheit und insAn das Unternehmerthum hätte sich Graf Bosa- besondere ihre brutale Gegnerschaft gegen die dowsky wenden und Schutz der Arbeiter gegen seine Ueber- aialen Bedürfnisse des Volkes ihren Ruin herbeimacht verkünden sollen, anstatt daß er ihm und ſeinen geführt hat. hier wieder. Graf Posadowsky sprach: Und jetzt betteln sie um Wählerstimmen, weil die Stärkung absolutistischen Wünschen durch gesetzgeberische Pläne zu Hilfe einer wahrhaft demokratischen Partei die Reaktion reizen würde. Euer Hochwohlgeboren beehre ich mich auf das gefällige kommt, wie sie in seinem bekannten Geheim- Erlaß sich Nun, wäre dem wirklich also, die deutsche Arbeiterklasse würde Schreiben vom gestrigen Tage ergebenst zu erwidern, daß meines ankündigen, Pläne, die darauf ausgehen, das auch den Strauß auszufechten wissen, wie sie den Strauß des Erachtens die bürgerlichen Barteien über ihre Haltung bei den lette Recht der Arbeiter, die bevorstehenden Wahlen nicht zweifelhaft sein können. Sozialistengesetzes ausgefochten hat. Wir sind sicherlich Freunde Die sozialdemokratische Partei hat sich nicht nur selbst in der Koalitionsrecht zu zerstören. lage seiner persönlichen Freiheit, das einer ruhigen Entwickelung der deutschen Verhältnisse, aber wenn eine blinde Reaktion es noch einmal versuchen wollte, mit ZwangsOeffentlichkeit als eine revolutionäre Partei bekannt, sondern sie ist auch thatsächlich eine solche, da ihre ausgesprochenen Ziele in der Graf Pofadowsky ruft aber nicht nur gegen die Sozial- und Uniſturzgesetzen zu arbeiten, wir fürchten uns nicht Beseitigung der bestehenden Staatsordnung, sowie in der Auf- demokratie, sondern sein Gutachten" hat auch einen hebung des Privateigenthums und ihre Mittel häufig in der positiven Theil. Das Wohl aller Klassen der Be- müthe malt, ist nur eine lächerliche Karrikatur. Aber dies ganze Bild, das da der„ Voff. Ztg." ängstliches Ges terroristischen Beschränkung der persönlichen Freiheit der Arbeiter bölferung"," die großen gemeinsamen Interessen unserer Er bestehen. Es kann nur auf theoretischem Mißverständniß, auf werbsstände" sollen positiv gefördert werden. Hundert Freifinnige im Reichstag, meint die Boff. 3tg." ,; Wie diese würden eine freiheitliche Entwickelung erzielen, hundert Sozialdemopolitischer Kurzsichtigkeit oder auch vielleicht auf Mangel an Muth Förderung aber geschehen soll, darüber fagt der fraten aber würden die Reaktion herausfordern! Aber nur zweierlei beruhen, wenn diese Sachlage von mancher Seite nicht erkannt Graf nur Gemeinplätze. Am meisten Schutz verdienen ist möglich: Entweder treten die hundert Freiſinnigen wirklich oder abfichtlich verdunkelt wird. Die bürgerlichen Parteien, welche die Landwirthschaft und die Mittelklassen. Aber wie soll freiheitlich auf, dann wird die Reaktion sie ebenso hassen, wie sie die unzweifelhaft gewillt find, die bestehende Staatsordnung aufrecht zu erhalten, haben demgemäß auch dem Deutschen Reiche gegenüber wie denn diesen Schichten geholfen werden? Wenn Graf Posa Sozialdemokratie haßt; oder, was allerdings nach aller bisheriger Geschichte des Liberalismus hundertmal wahrscheinlicher ist, die gegen sich selbst aus Gründen der Selbsterhaltung die Berdowsky der Landwirthschaft durch die Mittel helfen will, Freifinnigen schleichen matt daher, dann werden sie nicht von der, pflichtung, durch ihre Stellung im Wahlkampf und ihre Be- welche das Bündlerthum vorschlägt, so wird er vergeblich an Reaktion bekämpft werden, weil die Reaktion alles hat und alles theiligung an der Wahlhandlung der Wahl sozialdemokratischer die Einigkeit der bürgerlichen Parteien appelliren, denn für bekommt, was sie verlangt. Abgeordneter gemeinschaftlich entgegenzutreten. Wahlberechtigte, Bollerhöhungen und Zollfriege ist das industrielle und Durch einen Zuwachs von Sozialdemokraten aber im Reichstag welche aus Fraktionsrücksichten Hoffnungslose Kandidaturen auf- tommerzielle Bürgerthum, wenigstens zum Theil, ebenso und durch eine bedeutende Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen stellen oder aufrecht erhalten und damit die Wahl eines Kandidaten der wenig begeistert wie die Arbeiterklasse. Auch für im Lande wird der Regierung gezeigt werden, daß die Unzufriedenoder vereiteln, laufen Gefahr, die sozialdemokratische BeArbeiterklasse hat das gute Herz des heit des deutschen Volkes mit der bisherigen Politik wieder unwegung mittelbar zu unterstützen. Wer unser Vaterland vor Ministers etwas übrig: die Versicherungsgeseze geheuer angewachsen ist. Die Regierung wird sich genöthigt sehen, schweren andere Pfade einzuschlagen, insbesondere die Sozialpolitit ernsthaft inneren Erschütterungen bewahren will, follte sollen ausgebaut werden. Leider bedeuten die Vorschläge, anzufaffen. deshalb feine politischen Neigungen und Abneigungen der vor welche die Regierung während der letzten Reichstags- Session nehmsten politischen Pflicht unterordnen: der geschlossenen Front- hinsichtlich der Versicherungsgesetze gemacht hat, fast aus völligen marasmus senilis, greifenhafte Altersschwäche. Kurzum, der ganze Gedankengang der Tante Voß bekundet Durch stellung gegen den revolutionären Sozialismus. schließlich eine Erleichterung für die agrarischen Halbheit, Feigheit, Zurückstedung aller höheren politischen Ziele Zum Wohle aller Klassen der Bevölkerung muß der nächste Unternehmer, aber keine Verbesserung für die Arbeiter. glaubt sie die Reaktion bessern zu können. Noch niemals aber ist Reichstag eine sichere Mehrheit aufweisen, welche bereit ist, die großen gemeinsamen Interessen unserer Erwerbsstände positiv zu Nach alledem muß man fragen: Was soll das„ Gut auf solche Art in der Geschichte ein Fortschritt gemacht worden. fördern; zu dem Zwede muß er der Regierung einen festen achten" des Grafen Posadowsky? Wozu die Liebesmüh? Rückhalt bei der Vorbereitung und Entscheidung der schwierigen Was Graf Posadowsky da sagt, hat alle Welt längst ge Fragen des internationalen Wettbewerbs bieten und entschlossen sein, wußt. Sein Gutachten kann keinerlei Einfluß auf den Wahldie Lage der heimischen Produktion und zwar besonders der Kampf haben. Dazu ist es zu inhaltlos und der Gutachter durch die moderne Entwickelung unzweifelhaft am meisten ge- felbst ist nie ein Mann von eigenen Gedanken, ein leitender Kapitalismus in seinen eigenen Reihen zurückzudrängen und den fährdeten Erwerbsstände, der Landwirthschaft und der Mittelklassen, Staatsmann gewesen, sondern stets nur ein Sprachrohr anderer einer vorurtheilsfreien, durch Lehrmeinungen und politische Rüd- und der„ Kugelfang" für andere. fichten nicht beeinflußten Prüfung zu unterziehen. Im Interesse Am 16. Juni wird Graf Posadowsky erkennen, wie werthTos seine Bemühung gewesen. Die Niederlagen der ihm beund des weiteren sachlichen Ausbaues der Arbeiter- Versicherungsfreundeten Parteien werden für ihn zugleich eine böse Blamage günstigeres werden, so würde die junkerliche Reaktion schnell ausin Frage stellen die bürgerlichen Parteien gesetze unbedingt bedürfeit. Sollte keine Aussicht vorhanden sein, einem Kandidaten zum bedeuten und er wird zu sich sagen: O si tacuisses, o hättest Siege zu verhelfen, welcher diese Gesammtauffassung theilt, so sollte du geschwiegen! jedenfalls der Kandidat unterstützt werden, welcher dem SozialDemokraten gegenübersteht. Bei der Wichtigkeit der bevorstehenden Wahlentscheidung darf fein staatstreuer Wähler an der Wahlurne fchlen, um durch die Erfüllung seiner staatsbürgerlichen Pflicht für das politische und wirthschaftliche Wohl der staatlichen Gemeinschaft auch persönlich einzutreten. Mit ausgezeichneter Hochachtung Ihr ergebener Posadowsth. Zum Kampfe gegen die Sozialdemokratie. ruft Graf Posadowsky und predigt den bürgerlichen Parteien Einigkeit. Das hat auch Herr v. Miquel schon gethan, da er die Sammelpolitik" in Szene sette. Den Ruhm, eine neue Wahlkampfparole zu bringen, hat der Herr Graf gewiß nicht. Aber auch die Begründung, die er seiner Aufforderung giebt, ist ab gestanden und schaal. " Die Sozialdemokratie wolle die bestehende Staatsordnung beseitigen. Ja, hat denn diese Staatsordnung Anspruch auf ewiges Bestehen? Gäbe es keine Möglichkeiten der Verbesserung? Aber dies nur nebensächlich; wichtiger wäre es, wenn Graf Posadowsky sich hätte darüber aussprechen wollen, wie er denn über die Beseitigung der bestehenden Staatsordnung denkt, welche von seiten der Feinde des Reichstags- Wahlrechts und der Staatsstreichler geplant wird! Diese gerade, so dünkt uns, sind es, welche bekämpft werden müssen, wenn man unser Vaterland vor schweren inneren Erschütterungen bewahren will". Die Sozialdemokratie wolle das Privateigenthum aufheben. Aber warum giebt der Herr Graf nicht seine Weisheit darüber zum besten, wie er über die Aufhebung des Privat eigenthums denkt, die jetzt vor seinen eigenen Augen, unter seinem eigenen Regiment alltäglich vor sich geht. Wahlkamp F. Freifinniger marasmus senilis. leidigen Leitartikel den Vorwurf gegen die Sozialdemokratie, sie Dle Vossische Zeitung" wiederholt heute in einem langen wehhabe selbst die Reaktion gefördert, indem sie dem freisinnigen Bürgerthum in den Rücken fiel und seine Kraft zersplitterte". Die Bossin führt diesen Gedanken des näheren folgendermaßen aus: Wenn die Regierung oder die Rechte ganz offen sprechen oder ganz nach ihren innersten Herzenswünschen handeln dürften, so würden sie bei jeder Wahl zwischen einem reisinnigen und einem Sozialdemokraten den Vorzug dem Sezialdemokraten geben. Eine Partei von hundert Sozialdemokraten im Reichstag wäre ihr nicht besonders bedenklich; im Gegentheil, schon das Dasein einer solchen Partei schiene einem großen Theil des deutschen Boltes eine ausreichende Rechtfertigung der reaktionärsten Maßnahmen. Das Junkerthum würde sich beeilen, ein derartiges Umsturzgeschrei anzustimmen, daß eine Regierung, selbst wenn fie bis dahin nicht geneigt wäre, die Freiheit zu beschränken, vermuthlich zu jeder ihr angesonnenen Beschränkung die Hand böte. Eine Partei von hundert Freisinnigen dagegen wäre der Regierung im höchsten Maße unbequem, denn da würde sich die Nothwendigkeit unabweislich ergeben, dem Liberalismus, dem Freiheitssinn den Einfluß auf Regierung und Verwaltung zu gewähren, den bisher fast ausschließlich die konservative Partei ausübt. Ein Sieg der Sozialdemokratie führt immer zur Stärkung der Reaktion, und heute mehr denn je." Befieht man sich diesen Gedankengang der Freisinnsleute, so muß man ihnen zugestehen, daß niemand im stande wäre, die Thatfache ihres politischen Bankrotts eindringlicher zu schildern als sie es selbst thun. in allen Freisinnsreden widertönt, so müßte die Sozialdemokratie Wäre das richtig, was die Bossische Zeitung" sagt, und was jetzt daraus die Schlußfolgerung ziehen: Verlassen wir den Wahlkampfplaz, danken wir ab vom politischen Leben, lösen wir unsere ParteiOder geschieht es nicht in der bestehenden Staatsordnung Organisation auf. laffen wir die Drudmaschinen unserer Zeitungen des Grafen Posadowsky, daß des Kapitals Uebergewalt stille stehen dann wird die Freiheit in Deutschland einkehren, tausende und zehntausende von kleinen Leuten aus ihrem dann wird alles besser werden. Mit anderen Worten: die freiheitEigenthum vertreibt und dem Proletariat überantwortet? liche Ausgestaltung der deutschen Verhältnisse, welche die SozialUnd ist er nicht dieselbe famose staatliche Gemeinschaft des demokratie erstrebt, wird erreicht werden, wenn die treibende Kraft Grafen Posadowsky, in der Millionen Lohnarbeiter um und ausgelöscht wird. Die sozialdemokratischen Absichten werden nur am ein gutes Theil ihres sauer erarbeiteten Arbeitsproduktes verwirklicht werden, wenn es teine Sozialdemokratie giebt! an unthätige Kapitalbesizer abgeben müssen? Solche Scherze leistet sich das alte liberale Blatt. Bewährt sich Die Bossische Zeitung" greift zur Bestätigung ihrer absonderheit der Arbeiter in terroristischer Weise. Mit Verlaub, Herr lichen Auffassung auf die Entstehungsgeschichte der Sozialdemokratie Graf, das ist eine absolut unwahre und un zurück. Bismard habe die Arbeiterbewegung gegen das Bürgerthum Die sozialdemokratische Partei beschränke häufig die Frei- hier das Wort, daß das höchste Alter tindisch macht? " Wäre der deutsche Liberalismus noch irgendwie lebenskräftig, Sozialdemokratie, sondern er würde Einkehr bei sich selbst so würde er jetzt kein Lamento singen über den Radikalismus der halten und die großen Fehler, die er begangen, einigermaßen gut zu machen versuchen. Er müßte den Geist des beschränktesten sozialen Bedürfnissen der Zeit gerecht zu werden versuchen. Thäte der Liberalismus dies, tönnte er dies, so würde das deutsche Bürgerthum noch einmal Ansehen und Macht gewinnen, so nicht mehr fähig. Man mag das bedauern, aber es ist eine ungerottet werden. Aber freilich, unser Liberalismus ist dazu längst abänderliche Thatsache, die durch das traurige Altweibergeschwafel der„ Voss. 8tg." mur von neuem erhärtet wird. Die ,, Wolfs Zeitung" " T wendet sich scharf gegen die Taktit der freisinnigen Volkspartei im feinde und Brotwucherer zu führen, habe man die Idee vom„ Kampfe Wahlkampfe. Während es galt, den Kampf scharf gegen die Freiheitsnach zwei Fronten" in die Welt gesetzt. Es wird den freisinnigen Herren sehr unangenehm flingen, was ein Blatt, das ihrer Partei selbst angehört, ihnen sagt. Die Volfs- Zeitung" führt aus: Anstatt daß der entschiedene Freifinn alles hätte daran sezen sollen, mit der stärksten und entschiedensten Oppositionspartei, mit der Sozialdemokratie, Fühlung zu suchen und zu gewinnen, um dem Junterthum zu zeigen, daß das fortschrittliche Bürgerthum im Verein demokratisch gesinnten erwerbs thätigen Schichten des Arbeiterthums start genug sei, die reaktionären Parteien niederzuwerfen, statt dessen hielt man fich nicht für zu gut dazu, zwischen dieser größten und stärksten Oppositionspartei einerseits und der Reaktion andererseits den Buffer zu spielen, dessen Beruf es sei, gleichmäßig von rechts und lints fich puffen und nuffen zu Iassen! Und die Verblendung ging so weit, daß die Strategen der Pufferpolitik sich einbildeten, gerade bei diesem Vorrüden zwischen zwei Feuern könne man mit vermehrter Mannschaft aus der Schlacht hervorgehen! Wahrlich, niemals im politischen Leben hat eine Partei eine derartig selbstmörderische Tattit zu wählen für gut befunden!... Manchmal schien es, als sei das vor allen Dingen zu bekämpfende Junterthum gänzlich außer Schußlinie gerückt worden, so sehr war aus dem Kampfe nach zwei Fronten" ein Kampf nach der einen, nach der sozialdemokratischen Front geworden. Der Vorwärts", der, wie die Sozialdemokratie selbst, monatelang seine Angriffe fast ausschließlich gegen das Agrarierthum gerichtet hatte, sah sich genöthigt, seine Waffen gegen die freisinnige Offensive zu fehren. Das Agrarierthum hatte den Spaß, seelenvergnügt zuzusehen, wie die beiden Gegner, vor denen das Junkerthum hätte zittern müssen, wenn sie beide gegen die Reaktion gekämpft hätten, ihre Kraft im Kampfe gegen einander losließen. Da aber in diesem Sonderkampfe der Freisinn thörichterweise seine Geschosse gegen den sozialistischen 8 u tunftsstaat richtete, der bei der Wahl gar nicht in Frage steht und den die Reaktion als rothes Schreckgespenst nur noch für die naibsten Gemüther mit Erfolg an die Wand malt; da dem gegenüber andererseits die Sozialdemokratie lugerweise ihre Kritik einsetzte bei der rauhen Wirklichkeit der Dinge, nämlich bei den kommunalpolitischen und par lamentarischen Unterlassungen der Partei, die selbst in freisinnigen Kreisen als Reichen des Niederganges bes So ist denn auf der ganzen Linie des Bürgerthums alles bereit, nach dem rothen Gespenst" zu stechen: Freisimmige Redner und freisinnige Blätter wetteifern mit reaktionären Rednern, mit amtlichen Gutachtern aus dem Lager der Regierung und mit den Kreisblättern, um die vermeintliche sozialdemokratische Gefahr abzuwvehren! Und je mehr die freisinnigen Wähler sich in diesen Kampf hineinbeißen, ein um so herzhafteres Gelächter dürfen die Agrarier und die ostelbischen Junker aufschlagen.. Es ist viel Wahres in diesen Ausführungen der Bolts- Beitung". Nur scheint uns das Blatt zu pessimistisch zu sehen. Die thörichte und verderbliche Freisinnstaftit wird hoffentlich ausgeglichen werden durch die Tapferkeit und Begeisterung, mit der die Arbeiterklasse den Kampf führt. Zentrum- Regierungspartei. am und Liberalismus gerigt und befragt werden mußten, fo bedarf es feiner| wird gefragt, ob das deutsche Volt den 16. Juni zu einer 120 Minuten von der Stadt entfernt auf einem großen Hof die Verbesonderen Auseinandersetzung darüber, wer bei diesem Kampfe noth- Glorifigirung jener Mordthat" machen wolle. Es wird aufgefordert, fammlung abhalten. Trotzdem war der Besuch ein glänzender; wendigerweise den Kürzeren ziehen muß.. dafür zu sorgen, daß im neuen Reichstage, nicht die Gesinnungs- über 2000 Personen nahmen an der Versammlung theil und folgten genossen und Vertheidiger eines Hödel und eines Nobiling den Lon mit sichtlichem Interesse den Ausführungen Bebel's. Die Befürchtungen, angeben." die selbst in Parteifreisen gehegt wurden, daß bei dem am selben. Demgegenüber sei furz an die Thatsachen erinnert. Hödel Tage stattfindenden Vogelschießen auf keinen guten Besuch und Nobiling waren feine Sozialdemokraten. Hödel, eine ver- gerechnet werden könne, traf nicht ein, vielmehr zeigte sich fommene und geistesarme Existenz, suchte sich in Leipzig an die Sozial- eine überraschend rege Betheiligung. Am Freitag und Sonndemokratie heranzudrängen, wurde aber bereits im März 1878 von abend hatte Bebel in zwei gut besuchten Versammlungen den Leipziger Sozialdemokraten abgeschüttelt. Dagegen wurde er in Fürth und Nürnberg gesprochen. Genosse Wurm hielt freundlich aufgenommen von dem nationalliberalen im Laufe der letzten Woche mehrere Versammlungen im Geraer Parteimacher Bruno Sparig, dem Freunde des Leipziger Streis ab, die alle aufs befte verliefen und auch in der ländlichen Tageblatt". Als Hödel, der es bei allen Parteien versuchte und für Bevölkerung eine starte Zunahme der Partei- Anhängerschaft zeigten. den die Parteien nur dazu da waren, um Geld herauszuschlagen, Am Sonnabend referirte Genosse Rob. Schmidt in Wilhelmsnach Berlin gegangen war und hier wieder bei der Sozialdemokratie ha fen vor einer Versammlung, die von über 2000 Personen anklopfte, wurde ihm sofort die Thür gewiesen. Sein Attentat" besucht war. In Oldenburg, wo derselbe Redner bom 11. Mai 1878 war die That eines Jdioten, wie damals selbst Sonntag sprach, Täßt sich die Bahl der Theilnehmer Dr. Lieber hat sich in einer Wahlrede in Montabaur über die die nationalliberalen Blätter zugaben. auf 400 schäßen. Flugblätter verbreiteten unsere Parteifreunde in Wahlpolitik des Zentrums ausgesprochen. Das Zentrum will weder Der Dr. Nobiling aber hat nie das geringste mit der Sozial- Breslau( Land) 40 000, in Militsch- Trebnih die Linke noch die Nechte zu start werden lassen, sondern überall den demokratie zu thun gehabt. Auch er war eine verlorene Existenz Wartenburg- Dels 10 000, in Mainz das zweite Flugblatt Ausschlag geben. Interessanter ist ein Ausspruch Dr. Lieber's über und, da er sich das Leben zu nehmen beabsichtigte, wollte er seinen in einer Auflage von 40 000 und in Altenburg 40 000. Von das Verhältniß des Zentrums zur Regierung. Dr. Lieber sagte: Namen verewigen. Nobiling schoß sich, nachdem er den Stralsund wurden 25 000 hinausgefandt und hoffen die Partei" Man nennt uns häufig die Regierungspartei. Das Kaiser getroffen, selbst eine Kugel in den Kopf; er lebte genoffen auf Rügen einen guten Stimmenzuwachs zu erhalten. Die sind wir nicht, aber wir sind die regierende Partei ge- noch vom 2. Juni bis 10. September, aber die Regierung hat Wahlkreise Harburg- Bugtehude und Düsseldorf hatten yin aheer worden. Wir sind es geworden durch die eigene Tüchtigkeit, durch auch nicht das geringste veröffentlichen können, woraus irgend je 15 000 Exemplare zur Vertheilung gebracht. In Hamm hatten die Ungeschicklichkeit der Gegner und durch eine entschiedene welche, Beziehung Nobiling's zur Sozialdemokratie oder die Verbreiter einige unliebsame Renkontres mit den Bauern, die aber Wendung in den Anschauungen der verbündeten zu sozialdemokratischen Ideen zu folgern gewesen wäre. Nach den schließlich ohne ernste Zwischenfälle abliefen. Die Vertheilung mußte. Regierungen. Heute sagt die Reichsregierung: Ich mache Mittheilungen des Arztes, der Nobiling behandelte, habe dieser den an diesem Ort so besorgt werden, daß immer einer von den Parteidie Reichsgeschäfte mit denjenigen Parteien, mit welchen ich sie Kaiser deshalb erschießen wollen, weil er sich zum Schaden des Volkes genossen vor dem Gehöst stehen blieb, um im geeigneten Momente machen muß, und wenn ich sie mit dem Zentrum machen kann, so von anderen leiten lasse und der Kronprinz selbständiger regieren den Verbreiter, der hineingegangen war, zu beschützen. mache ich sie mit dem Zentrum." würde. Bekannt ist ferner, daß Nobiling in Dresden als National- Eine Wählerversammlung sollte am Sonnabend in Brielow Es dürfte dem Herrn Dr. Lieber sehr schwer fallen zu zeigen, liberaler die Sozialdemokratie bekämpft hat und daß er Artikel im Wahlkreise West- Havelland in einer Scheune abgehalten werden. wo eine Wendung in den Anschauungen der verbündeten Re- für agrarische Blätter geschrieben hat. Der Reichstagskandidat des Kreises, Genosse Beus aus Dessau, gierungen hervorgetreten sei, sofern damit eine Wendung zu einer Hiernach ermesse man die Niedrigkeit der nationalliberalen Bresse, wollte sich in dieser den Wählern von Brielow und Umgegend vorweniger reaktionären Politit gemeint ist. Die Regierungen sind die es auch jetzt wieder wagt, die Attentate auf das Konto der stellen. Die Versammlung wurde jedoch verboten, da die Scheune immer agrarischer geworden, haben sich von der Sozialreform ab- Sozialdemokratie zu setzen. Am wenigsten gerade hätten die den Anforderungen nicht genügen soll, die polizeilich an ein Vergewendet und an den Militarismus den Marinismus angereiht. Nationalliberalen Veranlassung, derartige Wahlmanöver zu unter- fammlungslokal gestellt werden müssen. Also ist offenbar, daß die neue Freundschaft des Zentrums mit nehmen. Leipziger Nationalliberale waren es, die 1866 die Krone der Regierung keineswegs die Folge einer freiheitlichen und volts- der Wettiner zerstören wollten; Nationalliberale waren es, die am thümlichen Politik der Regierungen ist, sondern im Gegentheil eine lautesten die Gutthronung einer ganzen Anzahl Könige und Fürsten Folge der ganz reaktionären und boltsfeindlich ,, von Gottes Gnaden" durch das erobernde Preußen feierten. gewordenen Politik des Zentrum 3. Die Vertuschungsversuche des Herrn Dr. Lieber helfen über diese Thatsache nicht hinfort. Nicht die Regierung kapitulirte vor dem Zentrum, sondern das Zentrum troch vor der Regierung zu Kreuze! Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums vor der Wahl. Im schwäbischen Landtage hat das Zentrum den Antrag eingebracht, die Kammer der Abgeordneten wolle beschließen, die königl. Staatsregierung zu ersuchen, ihre Bevollmächtigten zum Bundesrath anzuweisen, für die Einbringung des Entwurfs eines Gesetzes zu wirken, welches das Koalitionsrecht der Arbeiter im Sinne der vom Neichstage jüngst angenommenen Resolutionen erweitert und schützt. Vom agrarischen Zentrum. " Offizielle Kandidatur? Kandidaturen immer scharf angegriffen. Soll dieser Mißbrauch fich Das napoleonische Frankreich wurde wegen seiner offiziellen auch ganz offen bei uns ans Tageslicht wagen? Uns wird nämlich geschrieben: Wie in Birkenwerder für Herrn Dr. Jrmer agitirt wird, kann man daraus entnehmen, daß die Einladung zu seiner Bersammlung in der amtlichen Aushängetafel antgeschlagen war." Bismarck für Stumm. Aus Oberschlesien: Endlich 11/2 Wochen vor der Wahl hat auch der oberschlesische Freifinn daran gedacht, mobil zu machen. zu einer lebhaften Wahlbewegung dürfte er es kaum bringen, da er hier auf einem verlorenen Posten steht. In Beuthen- Tarnowikist Justizrath Mundel als Kandidat nominirt worden. In den übrigen Wahlkreisen haben es die Freisinnigen noch nicht einmal zur Aufstellung der Kandidaten gebracht. fammlung statt, in der Herr v. Langen, der Kandidat der staatsIn Stralsund fand am Mittwoch voriger Woche eine Vererhaltenden Parteien, sprach. Da unseren Parteigenossen kein Lokal zur Verfügung steht, waren sie ziemlich zahlreich angetreten und mögen von den 400 Theilnehmern woh! 300 Sozialdemokraten gewesen sein. In der Diskussion trat Genosse Genzen sehr wirkungsvoll für unsere Partei gegen den Referenten auf. Reichstage Kandidaturen. M = Halberg in einer Wählerversammlung zu Baumholder erwähnt, daß Nach der„ Saar- und Blies- Zeitung" hat Freiherr von Stummohne sein Wissen und Willen zwei Herren aus Offenbach an den Aufgestellt wurde in Cleve Geldern von dem Fürsten Bismarck die Anfrage gerichtet hätten, ob er in der That mit Zentrum Herr Schoniner; in Salzwedel- Gardelegen von dem politischen Programm des Frhrn. v. Stumm in Einklang stehe, den Freisinnigen Alb. Träger- Berlin; in Meppen von den Auch in der Sonntag, den 5. Juni, in Gleiwit abgehaltenen und daß der First froß seines leidenden Zustandes sofort am anderen Nationalliberalen Landrath Kriege- Bentheim; in CloppenburgZentrumsversammlung, in der sich Graf Ballestrem den Wählern vorstellte, ging es, obgleich Nichtultramontanen der Eintritt Tage telegraphisch antwortete, daß er es höchst bedauern würde, echta vom Bund der Landwirthe der Landtags- Abgeordnete Gutsvon vornherein verboten war, nicht so zu, wie es der schwarze Graf wenn Herr v. Stumm nicht mehr in den Reichstag käme, und daß befizer Meyer; in Bonn Rheinbach vom Zentrum der Reichsund seine schwarze Schaar von Geistlichen wünschten. Die Opposition er die Wahrung des gegenwärtigen Besitzstandes für durchaus noth- gerichtsrath Dr. Spahn. Der Kandidat der freisinnigen Voltspartei in gegen Ballestrem war recht erheblich, worüber die fiegesgewohnten wendig halte. Schwarzen augenscheinlich sehr verdutzt waren. Ob das Herrn von Stumm so viel nützen wird? Was sagt Arnstadt, Rechtsanwalt Jänecke, hat seine Kandidatur zu gunsten übrigens der Bund der Landwirthe zu dieser Empfehlung des Gegen des Kandidaten der Freifinnigen Vereinigung Landtags- Abgeordneten kandidaten des Bundes? Brömel Stettin zurückgezogen. Es stehen also zur Wahl Brömel, der auch die Unterstügung der Nationalliberalen hat, und Oberamtmann Börner- Greußen, der vom Bund der Landwirthe und den Konservativen aufgestellt ist, in seinem Wahlaufruf aber verspricht, der nationalliberalen Fraktion beizutreten. Bolen und Zentrum. " Beamte im Wahlkampf. Politische Mebersicht. Berlin, den 7. Juni. Deutsches Reich. Große Mißstimmung herrscht in Zentrumstreisen über die Taktik ber Polen, die den Zentrumsfandidaten in den westpreußischen Wahltreisen eigene Mandatswerber entgegenstellen. Wurst wider Wurst, Aus Straßburg i. E. schreibt man der Deutschen Tagesztg." ist die Antwort des Zentrums, das nun in allen Wahlkreisen, selbst Eine eigenthümliche Erscheinung am politischen Horizont muß es in den Urdomänen der Polen, klerikale Zähltandidaten aufgestellt hat. genannt werden, daß die hiesigen Beamten aller Ressorts eine all- of Für eine möglichst große Anzahl von Stichwahlen scheint man gemeine Beamtenversammlung abgehalten haben, um zur Reichsnoch im letzten Augenblid mit größter Rührigkeit arbeiten zu wollen. tagswahl Stellung zu nehmen. Wir sind keine besonderen Verehrer derartiger korporativer Kundgebungen, die stets demonstrativ erDas ,, Gutachten" des Grafen Posadowsky scheinen, auf der anderen Seite muß man aber zugeben, daß die Auswird in der agrarischen und konservativen Presse ohne besondere führungen der Redner eine gewisse Berechtigung haben. Man erklärte Freude aufgenommen. Die Blätter merken wohl, daß damit kein und das erscheint uns allerdings selbstverständlich, daß die Für Herrn v. Miquel giebt es jetzt eine prächtige GelegenStaat zu machen ist. Kandidatur des Sozialdemokraten Böhle unbedingt zu bekämpfen sei, heit, Geld für den preußischen Staatshaushalt zu verdienen. Das Interessant ist, was die linksnationalliberale National- Beitung" anderseits aber wurde scharf betont, daß man die Interessen der Thomas- Phosphatmehl- Geschäft des Bundes der Landwirthe stellt sich zu dem Gutachten sagt: Beamten in Zukunft besser wie bisher im Reichstage gewahrt als ein rein taufmännisch betriebenes Geschäft dar, für das aber Was feinen Inhalt betrifft, so geht es vor allem darauf aus, wissen wolle. Und dieser letztere Wunsch ist durchaus begreiflich, sicherlich keinerlei Gewerbesteuer, vielleicht überhaupt feine Steuer die Aufmerksamkeit Wie wäre es mit einem recht einträglichen Verbon dem hauptsächlichen Streitpunkt, nachdem die zahlreichen Beamtenpetitionen der letzten Jahre völlig bezahlt wurde. um den bei den gegenwärtigen Wahlen gekämpft wird, ab erfolglos geblieben sind. Namentlich ist die Unzufriedenheit der fahren wegen Steuerhinterziehung? Besonders gut wäre es, schnell zulenten. E3 mag unerörtert bleiben, ob die Kenn- mittleren und unteren Beamten als eine allgemeine zu zuzugreifen, bevor der Bund sein ganzes Geld für die Wahlagitation zeichnung der Sozialdemokratie durch den Grafen Posadowsky bezeichnen; dem betreffenden Beamtenkreise behauptet verplempert hat. nicht recht einseitig und unvollständig ist; man kann das, was man nicht ohne Recht, daß die bisher bewilligten Gehalts- Herr v. Miquel, diese Gelegenheit, Geld zu machen, dürfen Sie er über sie und über die Nothwendigkeit für die bürgerlichen Bar- aufbesserungen nicht den thatsächlich bedfirftigen, sondern beinahe sich nicht entgehen lassen. teien, ihr gegenüber zusammenhalten, fagt, ohne weiteres als richtig ausschließlich den bereits ausfömmlich besoldeten höheren Beamten Zur Thomas- Phosphatmehl- Frage wäre von den Organen des zugeben, und wird doch finden, daß die Hauptsache möglichst zu gute gekommen seien. Auch über die jetzige Gestaltung des Bundes der Landwirthe noch eine nicht verklausulirte Antwort zu zurückgeschoben wird. Um den Kampf gegen die Sozial- Dienstaltersstufensystems wurde klage geführt und nachgewiesen, daß heischen, ob das Thomasphosphat- Kartell nicht hie und da auch demokratie handelt es sich jetzt in ungefähr demselben der größte Theil des jüngeren Beamtennachwuchses unter den gegen mehr als 15 pet. Rabatt dem Bunde gewahrt hat. In der WahlUmfange, wie bei frühen Wahlen; in einer viel größeren wärtigen Verhältnissen nahezu niemals in den Genuß der aus- agitation gegen bündlerische Kandidaten wird es sich empfehlen, die Anzahl von Wahlkreisen aber handelt es sich um die Frage, ob geworfenen Höchstgehälter gelangen könne." Erklärung des landwirthschaftlich- technischen Ausschusses der Bundesdas wirthschaftlich und politisch reaktionäre Agrarierthum die leitung ganz zu verlesen und allgemeinverständlich objektiv zu Herrschaft über unser Staatsleben gewinnen foll; und betreffs fommentiren. Darüber werden die Bündler vom Hahn bis zum dieser Frage enthält das Schreiben des Grafen Posadowsty Blöz ine Freude haben, daß ihnen die Thränen aus den Augen nicht nur keinerlei ausdrückliche Stellungnahme, sondern unrinnen werden. bestimmte Redewendungen solcher Art, daß sie Mißtrauen hervor rufen müssen, wo solches nicht ohnehin schon besteht... Somit stimmen wir dem Schreiben des Grafen Posadowsky darin zu, daß in einer Anzahl Wahlkreise die Parole lauten muß: gegen die Sozialdemokratie. Aber wir werden durch dieses Schreiben in der Ueberzeugung bestärkt, daß in einer ungleich größeren Anzahl von Wahlkreifen die Parole lauten muß: gegen Das Agrarierthum." Diese Absage wird dem Sammelminister Posadowsky nicht gerade gefallen. Die Berliner Nationalliberalen werden vom Vorstand ihrer Partei aufgefordert, bereits im ersten Wahlgange für die freisinnigen Kandidaten einzutreten. Daß diese Absicht bei den Nationalliberalen bestand, theilten wir schon früher mit; wir haben auch die geringe Bedeutung derselben bereits besprochen. Lehrer als Reichstags: Kandidaten. in Die Furcht, daß die Beamten unserem Genossen Böhle zum Siege verhelfen werden, scheint demnach recht groß zu sein. Vergiftete Waffen. Blatt", schreibt: Das Wahlkampfblatt des Bundes der Landwirthe, das„ Berliner Der Strafvollzug in deutschen Gefängnissen war Gegenstand Wir werden den„ Vorwärts" um Rechenschaft bitten über die de Verhandlung auf der letzten Sigung der VI. deutschen LandesSummen, die bisher im Gesammtbetriebe der sozialdemokratischen eben in München getagt hat. Einige Redner griffen entschieden die ersamnilung der internationalen friminalistischen Vereinigung, die Partei und der Gewerkschaften unterschlagen worden find, und von den deutschen Landesregierungen vereinbarten Grundfäße über werden weiter fragen, aus welchen Kaffen diese abgängigen den Vollzug der Freiheitsstrafen an. Landgerichtsdirektor Felisch aus Summen immer wieder ersetzt werden. Man hat bislang hierüber Berlin stellte fest, daß sie in zahlreichen Punkten erheblich sogar hinter dem noch nie Aufklärung gegeben. Lesern und der ganzen sozialdemokratischen Partei vorführen, beweist geseges von 1879 bewilligte. Dieser stellte das Prinzip fest, daß Die Thatsache, daß wir diese Frechheiten ungeändert unseren zurückbleiben, was der Regierungsentwurf eines Strafvollzugsihre völlige Haltlosigkeit. Die Herren am Berliner Blatt sollten mit der Einzelhaft auf mindestens drei Monate zu beginnen ist, doch wissen, daß wir auf unseren Parteitagen genau Rechnung legen, forderte auch nicht die Genehmigung der Aufsichtsbehörde zu deren baß dort jeder Delegirter die Bücher und Beläge des Parteikassirers längerer Fortdauer gegen Jugendliche; jest ist nur vorgesehen, daß einsehen kann und daß unsere Kongresse sich durch die Länge wurden jährliche Revisionen durch die Aufsichtsbehörden, jetzt zweivorzugsweise Einzelhaft bei bestimmten Strafen eintritt. Damals und Gründlichkeit der Verhandlungen in bester Weise unterscheiden von den wurden jährliche Revisionen durch die Aufsichtsbehörden, jetzt zweiBorstellungen im Zirkus Busch, wo 5-6 Stunden nicht nur Weltgeschichte täglich eine Stunde, jezt da, wo es thunlich ist, auf eine halbe jährliche, damals Bewegung im Freien für jeden Gefangenen auf gemacht, die Agrar- und einige andere Fragen gelöst werden, sondern Stunde, damals täglicher Besuch jedes Gefangenen durch auch der Leitung des Bundes der Landwirthe Decharge ertheilt wird. Gefängnißbeamte zu mindestens vier Malen, jetzt mehrmals, Die Freisimmige Zeitung" rühmt, daß die beiden freisinnigen Die Enthüllungen über den Thomasphosphat- Schwindel sind ja borgeschrieben. Der Mindestluftraum ist herabgesetzt, ge Barteien die einzigen feien, die Lehrer für den Reichstag kandidiren. ein schweres Unglück für die Bündler, fie schaffen aber die Wirkung tee Schlafräume nicht einmal für Neubauten anWir wissen nicht, was die freisimmigen" Magistrate von Kiel, Nürn- bieser Enthüllungen auf die Wahlen nicht aus der Welt. berg und Berlin thäten, wenn einer diesen Behörden unterstehender In Sachsen Altenburg Lehrer wagen würde, als sozialdemokratischer Kandidat aufzutreten. kandidirt wieder B. E. Buchwald für die Sozialdemokratie, nicht wie unter den Bundesregierungen festzusehen ist, bezeichnete Felisch die Die Sozialdemokratie kann aus Rücksicht für die Koleranz der Be hörden blos Lehrer kandidiren, die nicht mehr im Amte sind, so den irrthümlich in unserer Liste angegeben war, Wehder. früheren Berliner Gemeindelehrer Kunert, den früheren Bremenser Lehrer Schulz, den früheren Lehrer in Wurzen Ad. Thiele; auch bei Am vergangenen Sonntag, haben unsere Parteifreunde wiederum frühern Wahlen haben die Sozialdemokraten Lehrer aufgestellt, wir erinnern mur an Ghristensen. In Frankreich und der Schweiz haben die Sozialdemokraten stets aktive Lehrer in parlamentarische Bertretungen gebracht. Höbel und Nobiling. Von der Agitation. geordnet und selbst eine Einheitlichkeit für Selbstbeköstigung nicht erzielt. Als mindestes, was im Wege weiterer Vereinbarung Einsetzung einer Reichsbehörde für Strafvollzug, eine weitere Differenzirung in der Vollstreckung der Zuchthaus- und Gefängnißstrafen, die Aufhebung oder doch wesentliche Einschränkung des Straf vollzuges an fleinen Amtsgerichtsgefängnissen, einheitliche Vorschriften über die Behandlung der Rückfälligen und der Jugendlichen, Festlegung einer Mindestzahl der Unterrichtsstunden, obligatorische Einsegung einer Konferenz der Strafanstaltsbeamten und Abgrenzung ihrer Zuständigkeit, sowie den Erlaß von Normen über die Fürsorge für Strafentlassene. zahlreiche Versammlungen besonders auch in ländlichen Distrikten abgehalten. Fast allgemein wird der Besuch als ein vorzüglicher geschildert und die Begeisterung für unsere Sache wächst in überraschender Weise. Die Versammlungen der Gegner weisen lange nicht die zahlreiche Betheiligung auf und vielfach gelingt es diesen In einer Anzahl besonders infamer Ordnungsblätter findet sich nur mit unseren Parteifreunden die Versammlungen zu füllen. Die gleiche Forderung erhob Sanitätsrath Leppmann- Berlin für ein Leitartikel: Sollen die Wahlen ein Jubiläum sozialistischen Greifen unsere Parteigenossen in der Diskussion geschickt ein, so die geistestranten Gefangenen. Er wies darauf hin, wie zahlreiche Meuchelmordes werden?" Wir finden den Artikel z. B. in der Frank- haben sie nicht selten die Stimmung zu unseren Gunsten vollständig Geistestrante, welche als solche nicht erkannt werden, sich in den furter Oberztg.; feinen Ursprung hat er von einem der schmußigsten beeinflußt. Die Saalabtreibungen stehen natürlich in voller Blüthe Strafanstalten befinden, und bezeichnete es als beispiellos, daß nach Organe des Nationalliberalismus, dem Leipziger Tage und wo unsere Parteigenossen versuchen, unter freiem Himmel zu den neuen Grundsätzen Dunkelarrest in Verbindung mit Kostentziehung blatt", dem Organ des berüchtigten Bruno Sparig und sammenzukommen, macht die Behörde gleichfalls Einwendungen und und hartem Lager auf die Dauer von acht Tagen ohne jede Unterdes Hans Blum. Der Artikel bringt die Wahl in Ver- verhindert die Arrangements mit der Begründung, daß die öffent brechung verhängt werden darf. Geh. Ober Regierungsrath und bindung mit den Attentaten vor 20 Jahren und leistet sich von ordinären liche Ruhe und Ordnung gestört werde. Nur an einigen Orten ist vortragender Nath im Reichsjustizamte v. Tischendorf legte die Gemeinheiten über die Sozialdemokratie das ordinärste und gemeinste, es uns gelungen, die Genehmigung zur Abhaltung solcher Versamm Grundgedanken dar, von welchen die verbündeten Regierungen was der Wahlkampf bisher produzirt hat. Die Sozialdemokraten lungen zu erlangen. So war in Plauen im Voigtland beim Erlasse der Grundsäge ausgegangen sind. Man mußte werden als Leute bezeichnet, die den Fürstenmord predigen". Es tein Saal zu bekommen und mußten unsere Parteifreunde ein Uebergangsstadium zu einem späteren Strafvollzugsgefeze 品 = fchaffen, weil zu befürchten war, daß sonst deffen Erlaß dermaleinst rungenschaften der Demokratie in den 28 Jahren Republik ab- burgische Boltszeitung" mittheilt, im Dezember v. J. einem Verdadurch sehr werde gefährdet werden, daß die Einzelstaaten in der zielen wird." theiler sozialdemokratischer Flugblätter auf der Dorfstraße die UmStrafvollstreckung sich immer mehr von einander entfernen. Bei der Es ließe sich zwar gegen geivisse Wendungen des Manifestes hängetasche gewaltsam von der Schulter gerissen, die hierbei beArt des erfolgten Uebereinkommens mußte dieses einstimmig ge- manches einwenden. Aber es handelt sich eben um ein Einigungs-, schädigte Tasche mit Inhalt an sich genommen und trop Protestes schehen, und mancher Staat wollte die ihm liebgewordenen also um ein Kompromißwerk, welches allen zu einigenden Ele- nicht wieder herausgegeben, sondern war damit weggegangen. Es Gigenthümlichkeiten nicht aufgeben. Dadurch ist es gekommen, daß menten Rechnung tragen muß. Unbedingt ist es als ein bedeutsamer wurde Strafantrag wegen Nöthigung und Sachbeschädigung gegen ihn so viele partikulare Einzelheiten aufrecht erhalten worden sind, und Fortschritt zu begrüßen, daß die neue Fraktion, im Gegensatz zu gestellt, Staatsanwaltschaft und Ober- Staatsanwaltschaft lehnten es aber so häufig sich der Ausbruck thunlich, thunlichst, der Regel nach" der alten, mit einem ziemlich fest umrissenen proletarisch- inter- ab, Anklage zu erheben, weil der Gutsbesitzer- wenn auch irrin den Grundsäßen findet. Diese wollten eben nur Biele auf nationalen Programm ins Leben tritt. thümlich gemeint habe, er sei als Ortsbehörde zu einem stellen. Anträge Felisch, die Einsetzung einer Reichsbehörde für Das Manifest ist unterzeichnet von 37 Abgeordneten, um acht derartigen Vorgehen, sowie zu einer Beschlagnahme der Flugblätter Strafvollzug und den Erlaß von Vorschriften über Fürsorge für die weniger als die Fraktion nach der ursprünglichen Aufstellung zählen berechtigt gewesen. Diesem ablehnenden Bescheid ist auch das Strafentlassenen schon jetzt zu fordern, wurden gegen starte Minder- sollte. Ein Sozialist, der unbedingt der Fraktion beitreten würde, Oberlandesgericht in Rostock beigetreten. Es entschied: heiten abgelehnt. Zur Annahme gelangten folgende Thesen Engel- Letong- Montluçon, ist nachträglich durch die amtliche Nachprüfungs Kann es nicht widerlegt werden, daß der Beschuldigte sich, wenn berg mit Amendements Felisch und Leppmann. fommission des Ortes um sein Mandat geprellt worden, indem auch irrthümlich, ein Recht zur Beschlagnahme der Flugblätter bei I. Der von den verbündeten Regierungen gewählte Weg der für den Regierungskandidaten eine Mehrheit von drei Stimmen gemessen hat, so fann gegen denselben auch der Beweis nicht erVereinbarung über gewisse Grundsäge des Strafvollzugs ist zwar herausgemogelt wurde. Die Kammer dürfte die Wahl" des bracht werden, daß er sich der Widerrechtlichkeit seiner Handlung bewußt nicht im Stande, die nur im Wege der Strafrechtsreform herbei- Regierungskandidaten durch die Beamtentommission amulliren. gewesen ist; die Erhebung der öffentlichen Klage ist daher mit recht zuführende Verbesserung des Strafvollzugswesens zu erzielen, Bleiben mithin sieben als sozialistisch gewählte Abgeordnete, die abgelehnt." wohl aber geeignet, eine größere Einheit im Strafvollzug herbei- das Manifest nicht unterzeichnet haben, darunter drei bisherige Abzuführen. geordnete. Erst die nächsten Tage werden zeigen, ob die sieben II. Die vorliegende Vereinbarung hat dies Biel nicht völlig fämmtlich absichtlich und nicht wegen momentaner Abwesenheit das erreicht, weil sie sich nur auf gerichtlich erkannte Freiheitsstrafen Manifest nicht unterzeichnet haben. erstreckt und die Regelung vieler Prinzipienfragen vermissen läßt. III. Es ist dringend geboten, daß die Regierungen sich noch Belgien. über die Frage der einheitlichen Leitung des Gefängnißwesens in Von der Zuckerprämien- Konferenz. Dem Brüsseler Soir" den Einzelstaaten, des Strafvollzuges in den sogenannten fleinen zufolge beurtheilt man hier den Erfolg der Zuckerkonferenz als sehr Gefängnissen und der Behandlung geisteskranker und rückfälliger zweifelhaft, weil Frankreich nur auf die direkte Ausfuhrprämie von Gefangener, sowie über weitere Unterschiede in der Behandlung der 8 Franks, nicht aber indirekte Prämie von 7 Franks verzichten will. Gefängniß- und Zuchthaussträflinge einigen.!?? Die franzöfifchen Delegirten, geführt vom Erkabinetchef Ribot, leber die rückständige Behandlung" politischer Verbrecher" find in Brüssel eingetroffen. scheint man von keiner Seite ein Wort verloren zu haben! Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Die Bochumer Straffammer verurtheilte den Malergesellen H. Hagel aus Herne wegen Majestätsbeleidigung zu 2 Monaten Gefängniß. Desterreich. Unserer Ansicht nach muß im Gegentheil von jeder Ortsbehörde vorausgesetzt werden, daß sie wenigstens die hauptsächlichsten Geseße tennt. Wenigstens ist der Zweifel daran schon oft genug zum Gegenstand von Beleidigungsprozessen gegen deutsche Zeitungsredakteure gemacht worden. Ist der Staatsbürger insofern sogar verpflichtet, bei der Polizei Kenntniß der Gesetze vorauszusetzen, so muß es auch Sache der Polizei selbst sein, zu beweisen, daß sie eine amtswidrige Handlung aus wirklich entschuldbarem Irrthum vorgenommen hat, was mit einer für das Publikum überzeugenden Wirkung nur im Wege des öffentlichen Gerichtsverfahrens geschehen kann. Der Parteigenosse Hermanu Goldstein, Redakteur des England. Sächsischen Voltsblattes" in 8 widau, hat am 4. Juni eine sechsBelfast( Irland), 6. Juni. Heute fand hier eine Prozession wöchige Gefängnißstrafe angetreten, die ihm wegen Beleidigung des der irischen Nationalisten statt. Nach derselben griffen Feuerwehr- Kommandanten Gutmann in Krimmitschau auferlegt mehrere tausend Orangisten( protestantische Irländer) die Polizei ist. Sein Gesuch um Aufschub der Strafe wurde abgeschlagen. wiederholt an. Lettere wurde überwältigt und in ihre Kasernen Goldstein ist Reichstags- Kandidat für den Wahlkreis Meißen- Großenzurückgedrängt. Mehrere berittene Schußleute wurden schwer hain. Wien, 7. Juni. Abgeordnetenhaus. Schönerer verlegt, einer konnte, nur dadurch vorm Tode gerettet werden, berliest eine Petition von 2188 Gemeinden gegen die Sprachen- daß die Polizei die Revolver 80g. Die erregte Menge die Steine als verordnungen des Frhrn. v. Gautsch und beginnt sämmtliche 2183 riß sodann das Straßenpflaster auf, um Namen zu verlesen. Der Präsident unterbricht ihn wiederholt Wurfgeschosse zu benußen. Als eine Schwadron Dragoner und zwei und entzieht ihm schließlich das Wort. Schönerer fest fe- Rompagnien Infanterie auf dem Plaße erschienen, wurde die Nuhe doch die Verlesung der Namen fort. Der Präsident wiederhergestellt. Die Menge begrüßte die Truppen jubelnd und ertheilt anderen Rednern das Wort, auch der Minister- fang:" Rule Britannia." Es wurden etwa 20 Verhaftungen vorpräsident meldet sich zum Worte zur Beantwortung der Inter- genommen. Man befürchtet neue Ausschreitungen, da die Stimmung pellation wegen der Grazer Vorgänge. Da jedoch Schönerer die der Orangisten äußerst erbittert gegen die Polizei ist. Der 6. Juni Namen weiter verliest und der Lärm bei den Schönerianern ist der Jahrestag des Ausbruches des Aufstandes vom Jahre 1886, andauert, erklärt der Ministerpräsident, er werde die an dem die Polizei sieben Zivilisten erschoß. Interpellation morgen beantworten. Schönerer stellt schließ lich den Antrag auf vollinhaltliche Aufnahme der Petition in das stenographische Protokoll. Der Präsident erklärt, er nehme die Wortentziehung zurüď, da er nicht gewußt habe, daß Schönerer einen Antrag habe stellen wollen. Das Haus geht schließlich zur Tagesordnung über und setzt die Debatte über die Sprachenverordnungen fort. Die Obstruktion im Abgeordnetenhauſe tritt mit größerer Schärfe auf, die Regierung soll deshalb beabsichtigen, das Ab geordnetenhaus von neuem zu vertagen. Niemand, auch der so gewandte Graf Thun, tennt den Ausweg aus der Wirrniß. Ungarn, Budapest, 7. Juni. Abg. Baron Josef Beczeh fragt an, ob die Regierung in anbetracht der herannahenden Erntezeit beabfichtige, gegen diejenigen Arbeiter, welche andere Arbeiter aufreizen und Unruhe stiften, rechtzeitig Maßnahmen zu treffen. Der Interpellant verweist auf die Agitation der fozialistischen Arbeiterpartei unter den Feldarbeitern und führt aus, ein Entgegentreten der Regierung sei unbedingt nöthig. Baron Banffy bedarf wahrlich solcher Aufforderungen nicht. 100 Schweiz. Bern, 7. Junt. Im Nationalrath wurde der Antrag gestellt, der Bundesrath folle die Einführung des Tabatmonopols unter entsprechender Betheiligung der Kantone am Ertrage prüfen. Frankreich. Türkei. Konftantinopel, 6. Jnni. Die Delegirten für die Räumung Theffaliens meldeten hierher, daß die letzten drei türkischen Bataillone heute Volo verlaffen haben. Asien. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Korbmacher. In der Werkstatt von Teichert in Brig haben bie Arbeiter wegen Lohnabzug die Arbeit niedergelegt. Die Löhne stehen allgemein schon seit langen Jahren in den südlichen Vororten Berlins niedriger als in der übrigen Umgebung Berlins. Ueberhaupt haben sich hier ungesunde Zustände erhalten, welche von den Storbmachern der übrigen Ümgebung Berlins längst überwunden find. Von den hier in Nede stehenden Arbeitern gehören 3 einer Organisation an, einer ist unorganisirt. Die Kollegen werden gebeten, den Zuzug möglichst fern zu halten und die 3 organisirten Kollegen, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, die indifferenten Kollegen der südlichen Umgebung Berlins zu organisiren, in diesem Bemühen zu unterstützen. Das Komitee, In Velten f. M. befinden sich die Töpfer in LohnDeutsches Reich. Aus Peking wird den Times" gemeldet: Es wird amtlich differenzen. bekannt gegeben, daß die Bestimmungen über die DampfschiffFahrt auf den chinesischen Binnengewässern, welche von Sir Robert Hart entworfen waren, vom Tsung- li- Yamen ge- haben die Maurer des Unternehmers Meißel die Arbeit eingestellt, Lohnbewegungen der Bauarbeiter. In Ke zina. d. Havel nehmigt und durch kaiserliches Editt bestätigt worden sind. Die Be- weil ein Verbandsmitglied gemaßregelt wurde. Die Maurer= stimmungen sind aber vom Tsung- li- Yamen so abgeändert worden, meister und Bauunternehmer von Halle haben am daß sie die England aus dem Vertrage zustehenden Rechte verlegen. Freitag beschlossen, sämmtliche Maurer, Zimmerleute und Bauarbeiter: Der britische Gesandte Mac Donald wird eine Berichtigung dieser auszusperren, wenn nicht bis Sonnabend, den 11. Juni, die Arbeit, Einschränkungen verlangen. auf allen Bauten wieder aufgenommen worden ist. Zur AusGenugthnung an Frankreich. Aus Paris wird gemeldet: führung ist der Beschluß also noch nicht gekommen; unsere: Der Minister des Auswärtigen Hanotaur theilte im Ministerrath mit, gestrige Meldung war nach dieser Richtung hin unrichtig. China habe Frankreich die wegen der Ermordung des Pater Ber- Der Maurerstreit in in Preez ist zu gunften der thellot in Konangst verlangte Genugthuung in vollem Umfange be- Maurer beendigt. 300 Maurer in Greia haben beschlossen, willigt, d. h. die Berurtheilung der Schuldigen, die Bestrafung der in den Streit einzutreten, da ihre Forderungen in bezug auf Lohn betreffenden Behörden, die Zahlung einer Entschädigung von 100 000 und Arbeitszeit seitens der Meister abgelehnt worden sind.- In Franks und den Bau einer Gedächtnißkapelle. Außerdem hat China Braunschweig dauert der Streit der Maurer und Bauarbeiter burch ein besonderes Abkommen Frankreich die Genehmigung zum fort, da die Arbeitgeber erklären, sich auf die Forderungen der AusBau einer Eisenbahn ertheilt, welche Backhoi, am Golf von ständigen nicht einlassen zu wollen. Alle Anfragen und Sendungen Tongling, mit Nan- Ning fu, im Thale des Sitiang- Flusses, ver- für die Maurer sind an Frizz Wagener, Rheinischer Hof", Wendenstraße 45, für die Bauarbeiter an Gustav Müller, ebendaselbst, zu richten. binden soll. = Amerika. R Der Streit in der Anhaltischen Holzindustrie. der Arbeiter beendet. Paris, 7. Juni. Ju parlamentarischen Kreisen verlautet, die In San Domingo ist die Revolution niedergeschlagen. Die Radikalen und Sozialisten wollen sich bei der endgültigen Präsidenten- Nachricht von der Ermordung des Präsidenten Heureaux war un- Attien- Gesellschaft ist nach einwöchentlicher Dauer zu gunsten wahl im ersten Wahlgange der Stimmen enthalten, um möglicher- begründet. weise eine Beschlußunfähigkeit des Hauses herbeizuführen. Ferners soll eine Interpellation über die allgemeine Politit erst eingebracht op Partei- Machrichten. werden, sobald die Mandate mehrerer konservativer Deputirten für ungiltig erklärt sind, da das Kabinet dann leicht seine Mehrheit verlieren würde. Paris, 7. Juni. Der Ministerrath beschloß in seiner heute im Balais Elysee abgehaltenen Sigung, zahlreiche wegen der jüngsten Unruhen in Algerien verurtheilte Personen zu begnadigen. the Polizeiliches, Gerichtliches ze. " Das Reichsgericht verwarf die Revision unseres Genossen A. Wabersty vom Hamburger Echo", der wegen Beleidigung der Staatsanwaltschaft in Stade zu einer Gefängniß strafe von 2 Monaten verurtheilt ist. Der Erste Staatsanwalt in Magdeburg erläßt in der Dienstagnummer der Voltsstimme" eine Berichtigung", worin er sagt: " die Gewalt in andere Hände überträgt( déplace), ohne es zu modifi- die" Volts geschädigt ist, ist sonach thatsächlich unrichtig." Der Ausstand der Branerei- Arbeiter der FeldschlöschenBrauerei Kappel- Atendorf bei Chemnitz ist beendet, nachdem seitens der Direktion den Angestellten die hauptsächlichsten Forderungen bewilligt wurden. Bei den Gewerbegerichts- Wahlen in Kaiserslautern siegte die Liste des Gewerkschaftskartells mit 3/3 Majorität. In Koburg haben die ausgesperrten Steinarbeiter die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die Unternehmer den bekannten Revers zurüidgezogen haben. In München befinden sich noch immer 80 Tischler im Ausstand. Einigen Firmen ist es gelungen, Streifbrecher zu bekommen, andere suchen sich damit zu helfen, daß sie ihre Arbeiten in anderen Tischlereien anfertigen lassen. Die Gehilfen haben aber nun beschlossen, solche Arbeit zurück zu weisen. and inc soziales. Eine Statistik der deutschen Krankenversicherung auf den Beitraum 1891 bis einschließlich 1896 veröffentlicht das faiserliche Statistische Amt. Wir geben zum Vergleiche einige Ziffern aus dem Jahre 1891 und aus dem Jahre 1896 wieder. Es betrug die im Jahre 1891 Zahl der Gemeinde- Strantenversicherungen 8145 Mitglieder Orts- Krankenkassen Mitglieder Betriebs- Krankenkassen Mitglieder Bau- Krankenkassen 1 166 893 4219 im Jahre 1896 8451 Paris, 5. Juni.( Eig. Ver.) Die neue sozialistische Fraktion hat sich nunmehr fonftituirt. Sie umfaßt die fozia listischen Abgeordneten sämmtlicher Richtungen Ausnahme. Auch der freilich von den früheren drei allemanisti" In dem in Nr. 126 der Boltsstimme" enthaltenen Artikel wird schen Abgeordneten einzig wiedergewählte Renou ist der Frattion mit bezug auf die auf einen Tag und auf eine Terminsstunde beigetreten. Als prinzipielle Grundlage der parlamentarischen erfolgte Vorladung von 14 Segern behauptet, daß durch diese Aftion Einigung ist das Millerand'sche Einigungsprogramm von 1896 an der Staatsanwaltschaft der Redaktion Schaden erwachse, die Her genommen worden. In dem Fraktionsmanifest werden die stellung der Zeitung verzögert werde und darin ein einzig in seiner scheinende Oberfr. Boltsztg." berichtet, wie ein Maurermeister an Die schwerste Strafe demjenigen u. f. w. Die in Hof er= Brei Grundsäge jenes Programms wie folgt formulirt: 1. Das Art dastehender Eingriff in den Geschäftsbetrieb liege. Demgegenüber feinen Bolier schreibt, daß er gezivungen sei, eine Reihe Arbeiter, Grundprinzip der sozialistischen Partei ist die Erlangung der poli- wird festgestellt: Meinerseits ist bei dem königlichen Amtsgericht die im Briefe namhaft gemacht sind, entlassen müsse, trotzdem er sehr tischen Macht durch das organisirte Proletariat." 2." Wir wollen vorbereiten die Umwandlung in soziales Eigenthum der Produktions-, hier in einer hier anhängigen Straffache lediglich die Vernehmung mit ihnen zufrieden sei, weil ein Fabrikant, für den er Bauten Verkehrs und Kreditmittel, welche bereits ihren individuellen Eigen der Schriftseßer der Boltsstimme" als Zeugen in Antrag gebracht ausführt, ihm anderenfalls keine Arbeit mehr giebt. thümern( b. h. den fleinen, selbstarbeitenden Eigenthümern. Anm. worden. Auf die dem Gerichte obliegende Ausführung dieses des Berichterstatters) durch den kapitalistischen Feudalismus entrissen Auftrages- Anberaumung und Beit der Termine, Erlaß der worden find." 8. Der Internationalismus wird also begründet: Ladungen einzuwirken, steht mir ein gesetzliches Recht nicht zu. " Dem historischen Recht, welches die Gewalt geschaffen und welches Die Behauptung, daß durch das Vorgehen der Staatsanwaltschaft ziren, fegen wir entgegen das Recht der Nationalitäten, beDiese Erklärung des Staatsanwalts liest sich beinahe wie ein ruhend auf einen brüderlichen Frieden zwischen den über ihre Geschicke frei verfügenden Völkern. Dem international Desaveu der amtsgerichtlichen Ausführung seines Antrags. Viel organisirten Kapitalismus zum Zwecke der Beherrschung leicht erscheint mun auch noch das Amtsgericht mit einer des Weltmarkies und der Niederhaltung der proletarischen Forde Publikation in der„ Volksstimme", um die Massenvorladung der rungen ist es nothwendig, das internationale Einvernehmen der Seher zu rechtfertigen. Den Anlaß zu der für den Betrieb einer Arbeiter entgegenzusetzen." Beitung so störenden Maßnahme hat aber doch der Staatsanwalt Ueber die chauvinistische Hazz heißt es gleich im Eingange des selbst gegeben, indem er die harmlofe Notiz, worin die Beleidigung Manifestes: Trotz der Verwirrung, welche Handlanger der Re- der Polizei enthalten sein soll, überhaupt zum Gegenstand eines attion, foalirt hinter einer gelegentlichen Zweideutigkeit, anzurichten Prozesses machte. Man kann wohl annehmen, daß er nicht aus versucht haben, trotz der Aufhezungen eines prahlerischen Chauvinismus, der nichts gemein hat mit dem Patriotismus von Bürgern, eigenem Entschluß, sondern auf grund eines formellen Straf die entschlossen find, ihrem Lande den ihm in der Welt antrags der Polizei dazu gekommen ist, aber das thut nichts zur werden die Offen- Sache. gebührenden Ehrenplay zu erhalten, heit und Klarheit, mit Die Magdeburger Bolts stimme" hatte in einer denen wir unsere Gerechtigkeitsgrundsäge, sowie unsere Mittel und unseren Zweck der Besprechung der Petition, die der deutsche Journalisten- und Schrifts fozialen Befreiung bekräftigt haben, uns den Muth und die stellertag gegen die Anwendung des Groben Unfugsparagraphen auf 188 883 Kraft verleihen, eine Pflicht zu erfüllen, deren Charakter und Um- Aeußerungen der Preffe befchloffen hat, zum Schluß gesagt:" In Magde21 498 fang wir im Voraus bestimmt und ermessen haben.". dburg scheint man neuerdings sogar den Groben Unfugsparagraphen 6 879 921 Schließlich wird das unmittelbare parlamentarische gegen den Druckfehlerteufel anwenden zu wollen, der höchste Rekord!" Aktionsprogramm festgestellt. Die Fraktion wolle, ohne in Durch diese Bemerkung fühlte sich der Polizeipräsident Arbeiter- Risiko. In Heidenau bei Pirna an der Elbe parlamentarische Kouloir- Intriguen sich einzulassen, auf die Ver- e ßler beleidigt. Der verantwortliche Redakteur Müller wurde explodirte in der Harlau'schen Papierfabrit ein erst wirklichung von Reformen hinarbeiten, die dem Zwede der voll- angeflagt, das Landgericht fand ihn zwar der Beleidigung schuldig, feit zwei Tagen benutter Trodenzylinder. Dabei kam der ständigen gesellschaftlichen Befreiung dienlich sind, und im beson- erkannte aber nur auf 20 M. Geldstrafe, während der Staatsanwalt Maschinist Langer ums Leben, drei andere Arbeiter erlitten leichte beren werde sie eintreten, für Herabsetzung der militärischen Dienst- 200 M. beantragt hatte. Bei der Strafabmessung hat das Gericht Verletzungen. Ein im Augenblick der Explosion an dem Gebäude des zeit und deren Gleichheit für alle Bürger, für die allge- auf einen Eventualantrag Vertheidigers vorüberfahrender Bierkutscher wurde schwer verwundet. meine Alters- und Invalidenversorgung( für industrielle und land- Rücksicht genommen, wonach, um ein Bild der Groben In dem Porphyr werk von Espenslied bei Bergzell wurden wirthschaftliche Berufe), für die Regelung der Arbeitsbedingungen Unfugs- Prozesse gegen die" Boltsstimme" zu geben, dem Gericht am Sonnabend zwei Steinbrecher verschüttet und als Leichen ( Arbeiterschutz), für eine Steuerreform, progressive Einkommen und die Aften des Prozesses vorgelegt werden sollten, der wegen der be- hervorgezogen. Der Betrieb des Porphyrwertes ist, da vor kurzem Erbschaftssteuer." Zugleich wollen wir in loyaler und unbedingter fannten Notiz über den Unfall eines Segelbootes an- schon einige Italiener verschüttet worden sind, nunmehr eingestellt. Weise jeden Vorschlag unterstützen, von welcher Seite er auch gestrengt worden ist und mit der Freisprechung des angeklagten Ne- Warum nicht früher? Nach dem letzten Jahresbericht des Wurmtnappschafts.. tommen, so ungenügend und unvollständig er auch sein mag, der bakteurs endete. Der Befizer des Lehngutes tu cho to bei Sternberg in Vereins zu Bardenberg im Wurmkohlenrevier sind von den 8204 den Charakter einer öfonomischen, politischen und sozialen Ber Besserung aufweisen oder auf die Befestigung der wenigen Er- Mecklenburg- Schwerin, ein Herr Fauft, batte, wie die Medien- Iturberechtigten Mitgliedern 7784, gleich 94,9 pet.(!) ärztlich behandelt Mitglieder Innungs- Krankenkassen Mitglieder Eingeschr. Hilfskaffen Mitglieder Landesrechtl. Hilfskaffen Mitglieder aller Kassen überhaupt Mitglieder 2 900 004 6244 1.730 303 132 27 293 467 78 064 1841 888 481 450 1 337 962 4523 3 660 732 6796 2 032 475 103 24 609 566 182 081 1410 697 546 262 59 415 22 111 7 944 820 Unternehmer- Verbände. Das Arbeitsnachweis Bureau der Freien Vereinigung Berliner Pianoforte Fabrikanten und berwandter Berufsgenossen ist, entsprechend den Beschlüssen der Generalversammlung vom 5. Mai d. Js., am 1. Juni und zwar Adalbertstr. 81 unter der Leitung des Herrn Albert Steffen eröffnet worden und in Thätigkeit getreten. Das Kuratorium desfelben, bestehend aus den Herren Ede, Hande, Höhne und Langer, giebt über das Bureau in einem Rundschreiben folgendes bekannt: Das Arbeitsnachweis- Bureau ist für die Mitglieder der Freien Vereinigung bei Einstellung neuer Arbeitskräfte obligatorisch. Für jeden eingestellten Arbeiter bezw. jede Arbeiterin hat das betreffende Mitglied der Freien Vereinigung 50 Pf. an die Kaffe des Nachweisbureaus zu entrichten; für die Arbeiter und Arbeiterinnen ist die Benugung Sesselben kostenfrei. Wahlversammlungen. = worden. Hiervon blieben 3899 Mitglieder während der Dauer ihrer| Wesen dieser Freifinnigen zur genüge bloßlegten, unterbrochen. Herr Bereitwilligkeit zur Gewährung erheblicher Bugeständnisse an di ärztlichen Behandlung noch in Arbeit, außerdem find eingerechnet Rettor Kopich verleumdete die Sozialdemokratie und die Ar- Eingeborenen und weist darauf hin, daß die Amerikaner nicht in 360 Invaliden. Es bleiben sonach 4025 Personen, daß ist 51,5 pCt. beiter in ganz unglaublicher Weise. Einen Arbeiter, der hier und stande feien, im Innern der Insel irgend welche Unternehmunger aller aktiven Mitglieder, die vorübergehend oder dauernd wegen Er- da, wie es die Freisinnigen bei den Sozialdemokraten ge- durchzuführen. trantung die Arbeit einstellen mußten. Normal ist das gewiß nicht, macht hatten, einiges zwischen rief, nannte er einen dummen Burschen. Wie eine weitere Depesche des„ Reuter'schen Bureaus" aus Manila selbst dann nicht, wenn man etwa 500 Personen abrechnet, welche Nichts kennzeichnet wohl besser die feine Bildung der kapitalistischen vom 2. d. M. mittheilt, gehen die Aufständischen, vom amerikanischen von Influenza heimgesucht wurden, so bemerkt die Frantf. 8tg.", Freifinnigen! Auch mit dem alten Mäßchen, daß die Sozialdemokratie Kanonenboot„ Petrel" unterstüßt, längs der Küste vor. Der Stützpunk der wir diese Meldung entnehmen. Sie Familie zerstören wolle, paradirte Herr Kopsch wieder. Alle der Spanier ist Manila; 4000 Mann sind an die von den Aufständi Freisinnigen, auch der alte Herr Langerhans, duldeten ruhig diese schen bedrohtem Puntte als Verstärkung gesandt worden. Es heißt, die Berleumdung, ja nahmen sie mit Wohlgefallen auf, so ihren ganzen, Spanier wären in dem Kampf, über welchen die Nachrichten in Manila am bösvilligen Ünverstand sozialen Verhältnissen gegenüber dokumen- 31. Mai eintrafen, auf der ganzen Linie unter erheblichen Verlusten tirend. Einen anderen Sozialdemokraten, der ihnen den wahren Ber- zurüdgeschlagen worden. Es wurde 70 Stunden lang gekämpft, oba störer der Familie, das Unternehmerthum, nannte, unterbrachen sie wohl zur Zeit ein heftiger Sturm tobte. Ein spanisches Eingeborenen Regiment, dessen Kommandeur, Oberst Aguinaldo, ein auch vielfach mit Zurufen. Die Freifinnigen des fünften Wahlkreises hielten am Better des Führers der Aufständischen ist, ging am 30. Mai zu Montag eine Versammlung in der Tonhalle ab, die von 2-300 Per lepteren über. Der Gouverneur ergreift Maßregeln, um die gesonen besucht war. Der Abgeordnete, Reftor& o pich, wandte sich sammte spanische Bevölkerung innerhalb der alten Umfassungsmauer in seinem Vortrage hauptsächlich gegen die Sozialdemokratie und unterzubringen; auf den Mauern der Forts werden Kanonen und meinte, der Freisinn habe dieselbe ebenso scharf zu bekämpfen, wie an den Hauptverkehrswegen Militärposten aufgestellt. Admiral Dewey das Junkerthum. Um seine Zuhörer zu diesem Kampf zu erweigert sich, seine Erlaubniß zum Sturm der halbwilden Horden der Aufmuntern, leierte er dann das ganze Register der Verdrehungen und ständischen auf eine von zivilisirten Menschen bewohnte Stadt wie Manila Entstellungen herunter, mit denen die Freisinnstämpen, vom großen zu geben. Er besteht darauf, daß Aguinaldo die Ankunft der amerikaEugen bis zum fleinsten Bezirksvereinslicht, gegen die Sozialdemokratie niichen Truppen abwartet, der für die Zeit zwischen dem 4. und 12. Juni zu operiren gewohnt sind. Natürlich fehlte auch in der Rede des entgegengesehen wird. Bis dahin gestattet Admiral Dewey den AufHerrn Kopsch nicht die alberne Behauptung, die Sozialdemokratie ständischen auch nicht, den 7 Meilen südlich von Manila gelegenen berberge ihr Programm, weil dasselbe die Wähler stugig machen Malatefluß zu überschreiten. Die amerikanischen Schiffe werden die Aufwürde. Damit aber dem verehrten Publikum über die wahren Ab- ständischen bombardiren, wenn diese nicht dem Befehle gehorchen. fichten der Sozialdemokratie die Augen geöffnet würden, unternahm Nach den letzten Nachrichten über die Stellung der Aufständischen Im dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis fanden am es Herr Kopsch, seine Zuhörer mit dem sozialdemokratischen Pro- halten diese Caloocan im Norden und Bacolor im Süden, dagegen keine Montag Abend zwei Wählerversammlungen statt. gramm bekannt zu machen, indem er ihnen ein Zukunftsstaatsbild Stellung im Osten der Stadt; die Spanier sind im Besitz des ganzen wie es sich in dem Kopfe Im Lokale Sanssouci" sprach der Reichstags- Abgeordnete vormalte, Kopfe eines Freifinnigen Flusses Pasig bis zur Lagune. Die aufständische Bewegung ist im Fischer. Er hob hervor, daß, je mehr man dem Tage der Wahl darstellt. Der erste und der zweite Theil unseres Pro- Norden allgemein. Die Bahnverbindung ist an mehreren Stellen sich nähere, um so weniger merke man von einer Agitation der gramms sind nach der von Herrn Kopsch beliebten unwahren unterbrochen. Lebhafte Kämpfe haben im Süden am Flusse Zapote Gegner, man versucht im Gegentheil nach altem System der Führer, Darstellung zwei ganz verschiedene Programme, von denen die zwischen Bacolor und Las Pinas stattgefunden; die Spanier schlugen, die Wahlaufregung künstlich zu unterdrücken und einzudämmen, Sozialdemokratie bald das eine, bald das andere, oder auch gar ohne selbst Verluste zu haben, mehrere heftige Angriffe der Aufständischen um so sich der Verantwortung bor den Wählern über feins benzt. Nachdem Herr Kopsch in solcher Weise sein möglichstes zurück, auch erklären sie, am Zapote am 1. Juni einen Sieg davondie parlamentarische Thätigkeit zu entziehen; augenblidlich aber gethan hatte, um den biedern Spießbürger vor der Sozialdemokratie getragen zu haben; die Anwesenheit der amerikanischen Schiffe vor will man neben diesem das Volk einlullen, um es von den drohenden graulich zu machen, setzte der Kandidat des Kreises, Herr Dr. 8 wid, Cavite allein habe sie gehindert, die Aufständischen zu verfolgen und Gefahren, die am politischen Himmel hängen, abzuwenden. Redner seinen Zuhörern einen verdünnten Aufguß von dem Ertraft der zu vernichten. Bei dieser ungünstigen Lage der Spanier auf beiden Kriegsschauweist nun in großen Bügen nach, daß das legislatorische Wirken Kopsch'schen Rede vor. Zu dieser Versammlung waren nur solche der Vertreter der bürgerlichen Parteien im Reichstage von der Wähler geladen, welche die Kandidatur Zwid unterstügen wollen. plägen und bei der fürchterlichen Finanznoth, die durch den Versuch, diese nicht das Bedürfniß fühlten zu reden, Gegner behoben werden dürfte, ist es begreiflich, daß Gerüchte von vorerst Militärvorlage bis zur Militär- Strafproßordnung- ein fortgesettes Da diese nicht das Bedürfniß fühlten zu reden, Gegner eine neue Anleihe von einer Milliarde Besetas aufzunehmen, nicht aber das Wort nicht erhielten, so gab es feine Debatte. Aufgeben und Berrathen der Interessen und Rechte des Volkes war. Scharf ging er ins Gericht mit denjenigen Herren Auch die Wortmeldung eines Herrn, der noch vor kurzer Beit als indirekten Friedensverhandlungen nicht als unbedingt falsch zu be" Volksvertretern", die, wünschen sie ihre Sonderinteressen zu vertreten Vertrauensmann der freisinnigen Volkspartei im dritten Wahlkreise trachten find. Die zweite Ausgabe der„ Morning Post" veröffentlicht eine und durchzudrücken, sich mit Vorliebe hinter dem Rock des Monarchen in Aussicht genommen war, jetzt aber Neigungen für die deutsche Depesche aus Madrid, die einen Bericht über eine Unterredung ihres verbergen. Das Verhalten der Freifinnigen, an deren Spige Eugen Boltspartei zeigt, wurde vom Vorsitzenden, Herrn Stadtverordneten Richter mit seiner Freifinnigen Zeitung", unterzog Redner einer Cassel, gar nicht beachtet. Zum Schluß bemühte sich Herr Cassel, Korrespondenten mit dem bisherigen Kolonialminister Moret enthält. vernichtenden Kritik, bei dieser Gelegenheit auch das neueste Flugblatt auf diejenigen freifinnigen Elemente einzuwirken, welche mit der Danach erklärte dieser Staatsmann, die gegenwärtige Lage für die Kandidatur Langerhans, ein Musterwerk politischer Kurz- Seite stehen. Mit bezug auf die lebhafte Agitation, welche die zugegeben werde. Die Regierung habe keinen feſten Blan, für die Kandidatur Langerhans, ein Musterwert politischer Kurz- Haltung der Partei unzufrieden sind und deshalb grollend zur Spaniens sei bei weitem ernster, als allgemein sichtigkeit, gewürzt mit mit Werdrehungen, Verdächtigungen und Pöbeleien gegen die Sozialdemokratie unter wiederholtem fozialdemokratischen Handlungsgehilfen unter ihren Kollegen betreiben, sondern lasse die Dinge ihren Lauf nehmen, ohne sich um die schließstürmischem Beifall der Versammelten in das richtige Licht wandte sich Herr Cassel besonders an die Staufleute und suchte lichen Folgen zu fümmern. Kurz, das spanische Staatsschiff treibe dahin, rückend. Endlich schenkte Redner neben der tonservativen ihnen einzureden, daß die freifinnige Volkspartei, trotz ihrer Haltung wie der Strom der Ereignisse es trage. Es geschehe nichts und werde auch der Partei der Konfusionäre, den Antisemiten, einige Worte, gegenüber der Sonntagsruhe und dem Achtuhr- Ladenschluß ein auch gar nichts versucht, um über die Ereignisie Herr zu bleiben. bemerkend, daß es eigentlich zu viel der Ehre sei, die man ihr an- warmes Herz für die Angestellten im Kaufmannsstande habe. Die auch sei es zwecklos zu verhehlen, daß das Kabinet Sagasta trotz thue, jedoch müsse man diese erwähnen, da ein Typus der Reaktion Freifinnigen wären ja keine Gegner der sozialen Reformen, sie der letzten Umbildung kein festes Gefüge mehr habe. In der letzten und Arbeiterfeindlichkeit, Dr. Bachler, im 3. Kreise kandidire und hätten ihre Stellung zu diesen Fragen auch schon erwogen, Beit sei in der Presse eine Kampagne zu gunsten des Friedens eröffnet unter Handwerkern und Arbeitern Stimmenfang treibe. Er hoffe, aber es worden, die gegenwärtig fortgesetzt werde und auch unter der Masse es herrsche unter ihnen noch keine so einmüthige daß jeder Arbeiter und Wähler, will er seine Freiheit und Rechte Meinung, daß fie dahingehende Forderungen in ihr Pro- der Bevölkferung an Boden gewinne. Er sei fest überzeugt, daß, Das dürfe aber die Kaufleute, wenn in ganz Spanien ein Plebiszit über die Frage„ Krieg oder gewahrt wissen, am 16. Juni dem sozialdemokratischen Kandidaten gramm aufnehmen könnten. feine Stimme geben wird und neben diesem seine Kraft insofern zur welche bisher für den Freifinn gestimmt haben, nicht veranlassen, Frieden" abgehalten würde, die Abstimmung nahezu einstimmig für Verfügung stellen wird, daß der Kandidat der Arbeiter bereits im ihrem Verdruß und ihrer Erbitterung dadurch Ausdruck zu geben, den Frieden ausfallen würde, und zwar auch bei den Soldaten, die zum größten Theile gegen den Krieg seien. ersten Wahlgange mit erheblicher Majorität aus dem Kampfe daß sie für die Sozialdemokratie stimmen. Nun, die Handlungsgehilfen wissen sehr wohl, was sie von den hervorgehen wird. Die Wahlparole für Arbeiter muß sein: Hier Arbeiter, da Ansbeuter Arm in Arm mit der Re- wohlwollenden Erwägungen" der Freifinnigen zu halten haben. gierung, so muß der Sieg der unsere ſein!( Stürmischer Sie werden sich von dieser Partei, die auch für die selbstverständBeifall.) Trozz wiederholter Aufforderung meldeten fich Gegner lichsten sozialen Reformen nicht das leiseste Verständniß hat, nicht nicht zum Wort; Genosse Heine, der sozialdemokratische länger leithammeln lassen. Kandidat, schloß sich sich alsdann kurz den Ausführungen des Referenten an, betonend, daß es seine Pflicht sein werde, auf dem Boden des Klassenkampfes die Rechte des Proletariats zu verfechten und zu bewahren und dem deutschen Volke Ansehen und den ehrlichen Namen wieder zu gewinnen. Nach einer energischen Aufforderung an die Pflicht am 16. Juni schließt er mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie, in das die Versammlung begeistert eins stimmte, dem sich alsdann ein Hoch der Versammlung auf den Kandidaten Heine anschloß. " Die Versammlung in den Arminhallen", in welcher der Reichstags- Abgeordnete se unert referirte, erfreute sich eines sehr guten Besuchs. Seinen Vortrag, der die bürgerlichen Parteien und Die Reichstagswahl zum Thema hatte, leitete der Nedner mit einem furzen Ueberblick über die Entwickelung der Sozialdemokratie im dritten Wahlkreise ein, dann ging er zur Entwickelung der Sozialdemokratie im allgemeinen über, um schließlich seine Ausführungen speziell auf die Frage zu Tenten, wo das vom Wolfe in Redner Der Krieg. Nach Einer New- Yorker Drahtung zufolge brachte, wie wir ber ,, Voff. 8tg." entnehmen, Philad. Record" am Montag eine Washingtoner Sonderdrathung, der britische Botschafter habe sich beim Präsidenten nach den amerikanischen Friedensbedingungen erkundigt. dem Ministerrath am Sonnabend habe der Bräsident am Sonntag dem Botschafter eine Antwort gesandt, die besage, annehmbare Friedensbedingungen seien: Spanien müsse Kuba räumen und Puerto Rico anstatt einer Kriegsentschädigung an die Ver Auf Kuba scheint sich das Kriegsglück gegen die Spanier zu einigten Staaten abtreten, die Philippinen dagegen würden an wenden. Eine von Cap Haytien Montag Mittag 1 Uhr 30 Minuten Spanien zurückgegeben werden; der Krieg werde kräftig fortgesetzt werden, abgesandte Depesche besagt, die Beschießung der Be- bis diese Bedingungen bewilligt würden. Der Botschafter betonte, er festigungen von Santiago fowie bie Bandungen habe seine Anfrage nicht auf Ersuchen Spaniens gestellt, ſondern lediglich der amerikanischen Truppen dauerten fort. infolge des Wunsches Großbritanniens nach Herstellung des Friedens. Das New- Yorker Evening Journal" veröffentlicht eine Depesche Eine New Yorker Drahtung der Financial News" besagt, aus Rap Haytien, nach welcher Montag früh nach Tagesanbruch amerita- Amerika beanspruche ferner einen Flottenstügpunkt und einen Hafen nische Truppen wenige Meilen östlich von Santiago bei Aguadones aus- auf den Philippinen, sowie Flottenstügpunkte auf den Labronen und geschifft wurden. Die Geschütze des Geschwaders des Admirals Sampson den Karolineninseln. hätten die Landung unterstützt, nachdem sie zunächst die Strand- Wenn diese Gerüchte auch dementirt werden, so mögen ste verbatterien an jenem Blaze zum Schweigen gebracht hatten. Das früht sein, sie dürften sich bald bewahrheiten. Ein baldiges Ende Blatt fügt hinzu, es sei zweifelhaft, ob es sich um eine andere oder des Krieges müßte allen Theilen erwünscht sein. Die spanischen dieselbe Landungsunternehmung handle, über die heute bereits aus Staatsmänner fürchten blos innere Unruhen, deshalb zögern sie, sich Kingston eine Meldung eingegangen war. offen für den Frieden zu erklären. " " Daily Mail" berichtet aus New- York, daß ein großes Gefecht direkten und indiretten Steuern aufgebrachte vor und um Santiago stattfindet, welches den ganzen gestrigen Tag Geld bliebe. Die Antwort aber auf diese Frage sei, daß in den angedauert hat. Die Landung der Amerikaner erfolgte bei Acerrabeiden letzten Jahrzehnten für Heer, Marine und Offizierspensionen deros( einige Meilen westlich von Santiago de Kuba) und ihre Vernicht weniger als achtzehn Milliarden ausgegeben worden feien, einigung mit den Insurgenten fand statt, nachdem die spanischen obwohl bei jeder Gelegenheit immer betont wurde, daß überall der Truppen vertrieben und die Batterien zerstört worden waren. tiefste Frieden herrsche. Nach einer näheren Zergliederung und Aus Havana wird heute telegraphirt: Eine spanische TruppenBeleuchtung der in betracht kommenden Steuern wendet sich der abtheilung hatte einen Kampf mit den Aufständischen, welche die den Unzulänglichkeiten unserer sogenannten fo Amerikaner bei ihrer Landung bei Santiago unterstützten; das zialen Schöpfungen von seiten der Regierung, um schließlich Resultat des Gefechtes ist noch nicht bekannt. Ein großer Trupp auf das Vorgehen der in diesem Kreise in Frage kommenden Aufständischer ist in der Provinz Pinar del Rio geschlagen worden; Gegner eingehender hinzuweisen. Verschiedene freisinnige Flug die Aufständischen hatten 17 Todte. blätter, die unter großer Heiterkeit der Anivesenden verlesen wurden, gaben die rechte Jllustration für diese Partei, sodaß das Schlußwort des Referenten, am 16. Juni mannhaft und muthig für die Sozialdemokratie einzutreten, von brausendem Beifall begleitet wurde, der dem Redner für seinen interessanten Vortrag dankte. Nach einer fleinen Diskussion, die einzelne Stellen des Referats noch besonders betonte, schloß die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Aus Washington wird gemeldet: Das Repräsentantenhaus hat die vom Senate zu dem Geseze betreffend die Erhebung neuer Steuern zur Deckung der Kriegskosten angenommenen Amendements verworfen und die Vorlage an eine gemeinschaftliche Konferenz der beiden Kammern verwiesen. Aus Montreal( Kanada) wird unter dem gestrigen Datum telegraphirt: Der spanische Lieutenant Carranza und der frühere spanische Legationssekretär in Washington du Bosc sind auf Veran lassung des Detektivs Kellert wegen Konspiration verhaftet worden, Die Verhaftung steht mit der ungesetzlichen Inhaftnahme Kellerts in Zusammenhang, welcher beschuldigt wird, den Brief Carranzas im Interesse der amerikanischen Regierung gestohlen สิน haben. Gleichzeitig ist eine Klage auf Schadenersatz in Höhe von 25 000 Dollars eingebracht worden." Es handelt sich hierbei um die Verhinderung spanischer Spionage, die die ameritanischen Truppenbewegungen auszuforschen sucht. Die Thatsache der Truppenlandung wird somit selbst von den Spaniern zugestanden. Ob es sich um erhebliche Massen handelt, steht noch nicht fest, sicher scheint aber zu sein, daß die Spanier solche Landungen nicht mehr verhindern können. Auch die Nachrichten von den Philippinen lauten für die Spanier höchst ungünstig. Wie verlautet, benachrichtigte Admiral Dewey das amerikanische Tete Nachrichten und Depeschen. Marinedepartement davon, daß in der Provinz Cavite die Spanier Braunschweig, 7. Juni.( W. T. B.) Ein von ausständigen Herr Langerhaus unternahm es am Montag in einer fret wiederholt von den Aufständischen geschlagen Maurern veranstalteter Umzug wurde von der Polizei zerstreut. sinnigen Wählerversammlung des dritten Ber wurden. 50 spanische Offiziere und 1800 Mann feien gefangen ge- 15 Personen wurden verhaftet. liner Wahlkreises, die Sozialdemokratie zu tödten. Mit der nommen worden. Das Arsenal von Cavite wäre zur Aufnahme der Wien, 7. Juni.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus.. Präsident alten Phrase, die Freisinnigen, vor allem die gebildeten Bürger amerikanischen Truppen bereit. v. Fuchs beantwortet die in der legten Sigung gestellte Anfrage des allein hätten 1848 die Wolfsrechte erobert und durch einen zwei- Das britische Kanonenboot Swift", welches in Hongkong von Abg. Milewski betreffend das Arbeitsprogramm des Hauses dahin, jährigen Kampf in den Jahren 1864-1865 das Stoalitionsrecht ganz Manila eingetroffen ist, bringt die Nachricht, die Aufständischen hätten daß, nachdem in der gestrigen Obmännerkonferenz die Vertreter allein erreicht, versuchte er die Arbeiter zu födern. Er meinte, die die Eisenbahnen außerhalb der Stadt aufgerissen und seien auf vier der Minorität dermalen gegen jede positive Arbeit, also auch gegen Vereinigungsfreiheit wollten auch die Freisinnigen den Arbeitern Meilen an Manila herangerückt. Ein spanisches Regiment habe die Erledigung der wichtigen Regierungsvorlagen sich aussprachen, verschaffen. Dann jedoch tam das bekannte Aber" die gemeutert und feine Offiziere erschossen. Es fänden häufig Kämpfe er nicht in der Lage sei, dem Hause ein Arbeitsprogramm vorzulegen. Arbeiter dürften teine unberechtigten, unglüdlichen" Streits führen. zwischen den Aufständischen und den Spaniern statt. Die Die nächste Sigung findet am 14. Juni statt. Die Der Vertagung des Abgeordnetenhauses bis zum nächsten Dienstag Hinterher zeigte der alte Freisinnsmann, daß er es auch für ersteren hätten 1000 Gefangene nach Cavite gebracht. ganz richtig halte, wenn man den Mund recht voll nimmt, und, Amerikaner sollen die Aufständischen mit Schnellfeuergeschüßen unter wird eine große politische Bedeutung beigelegt. Man nimmt an, daß wenn es zur That tommt, nicht mitmacht. Die Abstimmungen stüßt haben. Priester, welche die Aufständischen gefangen genommen die Regierung bis Dienstag ihre Entschlüsse fassen werde. Vielfach im Reichstag, die jeder klar denkende Mensch für einschneidend und hatten, follen von ihnen furchtbar mißhandelt sein. Die Bewohner ist man der Ansicht, daß der Reichsrath vor Dienstag noch vertagi ausschlaggebend halten muß, nannte der alte Herr Kleinig- Manila's britischer Nationalität bleiben in der Stadt, die übrigen und nach den Sizungen der Quoten Deputationen eventuell ge= teiten"! Auch auf die Debatten über Militär- Mißhandlungen tam Ausländer haben sich auf die fremden Schiffe zurückgezogen. schlossen werde. daß durch Bebel's sprechen. Er mußte anerkennen, Das„ Reuter'sche Bureau" meldet aus Manila vom 2. d. Mts.: Budapest, 7. Juni.( B. H.) Im Gerichtssaale des königlichen uneigennügiges, thatkräftiges Wirken hierin wesentlich Wandel Zahlreiche Eingeborene fahnden auf den Führer der Insurgenten, Gerichtshofes feuerte der ehemalige Bahnmaschinist Horvath auf den geschaffen sei; dennoch meinte er, man dürfe diese Wahrung Aguinaldo, um sich die Prämie von 25 000 Dollars zu verdienen, gegnerischen Advokaten zwei Revolverschüsse ab und verwundete einen berechtigter Interessen nicht mitmachen. In einer Ausführung über die derjenige erhalten soll, der ihn lebendig oder todt den wegen einer anderen Klagesache anwesenden Mann schwer. Horvath die Regierungsfähigkeit der Freifinnigen gestand er deren ganzes Spaniern übergiebt. Mehrere Offiziere der Aufständischen sind er- wurde verhaftet. Die spanischen Behörden theilen amtlich mit, erbärmliches Streberthum ein. Die Diskussion wurde von einem mordet worden. Budapest, 7. Juni.( B. H.) Wie„ Pesti Naplo" meldet, ist bei fleinen Mann" eröffnet, der gegen die Konsumvereine, damit also daß vier Panzerkreuzer mit Torpedobooten und Kohlenschiffen sowie der Betriebsleitung der ungarischen Staatsbahnen ein Konsortium aus der Ernennung auch gegen die Lehrervereine seiner Genossen wetterte, seine kleinen mit zehntausend Mann Truppen von Spanien nach dem Often ab- von Beamten entdeckt worden, welches In einem Treffen zwischen den Auf- und dem Avancement der Unterbeamten und Diener materiellen persönlichen Schmerzen flagte und der konservativen Partei zu gegangen seien. würdiger Zierde gereicht hätte. Aus solchen unpolitischen, den wirth- ständischen und einem spanischen vorgeschobenen Bosten im Nußen gezogen hat. Speziell zwei Oberbeamte sollen start komproschaftlichen Zuständen und dem vorwärts dringenden Zeitgeist un- Süden von Manila nahe bei Cavite verloren die Spanier mittirt fein. verständig gegenüberstehenden Herren" bestand der größte Theil 150 Mann; die Aufständischen wurden jedoch gezwungen, sich zurück- Paris, 7. Juni.( W. T. B.) Senat. Bei der Berathung des der anwesenden Freisinnigen. Unser Genosse Weinschild, zuziehen. Obgleich die Spanier ununterbrochen Befestigungswerte Gefeßentwurfs, betreffend den Verrath und die Spionage, vertheidigt ber die ganze arbeiterfeindliche und fortschrittsfeindliche Tattit der rings um Manila aufwerfen, feuern die Amerikaner nicht auf die der Berichterstatter Morellet den Entwurf, welcher die Strafen namentFreifinnigen in fachlicher Rede aufdeckte und auf den Kommunal- Arbeitenden, woraus man den Schluß zieht, Admiral Dewey habe lich gegen Franzosen verschärft und die Todesstrafe auf das Vers freifinn hinwies, wurde durch ganz pöbelhafte Zurufe, die das innere keine Munition. Eine Proklamation des Gouverneurs erklärt seine brechen des Verraths festsetzt. er zu M Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 131. 15. Jahrgang. Säuglingsschutz. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Wahlen rüden näher. Da geschehen denn mancherlei Dinge, die als Zeichen und Wunder zu betrachten sind, und so muß es denn auch mit Fassung hingenommen werden, daß der Kommunalfreisinn feiner fozialen Pflichten gegen die Hilflosesten eingedenk wird. Aus dem Rathhause kommt folgende Meldung: = Kommunales. Lokales. Parteigenössische Wahlversammlungen. Heute, mitt voch, abends 8 Uhr, spricht Genosse Robert Schmidt JägerStraße 69 bei Brünsch in einer Wählerversammlung für die Stadtbezirke 1-20( erster Wahlkreis) über die Frage: Wer schützt die Rechte des Volkes?" Im zweiten Wahlkreise tagt heute Abend 8 Uhr im Lokale von Bickel, Hafenhaide, eine Volksversammlung. Parteigenossen, agitirt namentlich in indifferenten Kreisen für zahlreichen Besuch dieser Versammlungen! Mittwoch, 8. Juni 1898. beiter garnicht anders als durch einen sozialdemokratischen Stimm zettel antworten und zeigen, daß er erwachsen ist und die dreiste Bevormundung durch die Freifinnigen nicht braucht! alt In der gestern unter Vorsitz des Stadtraths Voigt stattgehabten Sigung der Magistratskommission zur schleunigen Beschaffung eines Grundstücks für ein weiteres, Ueber einen merkwürdigen Kampf mit ,, geistigen Waffen" größeres Verwaltungswird uns berichtet: Bei der letzten Flugblattverbreitung belegte ein gebäude erstattete der Stadtrath Namslau das Referat. Die Parteigenosse auch die Tische der Stehbierhalle Unter den Linden 59a Kommission hat beschlossen, dem Magistrat den Ankauf der Blocks mit Flugblättern. Bald nachdem unser Genosse sich aus dem Lokal Die städtische Waisenverwaltung hat beschlossen, für Berlin eine zwischen Stralauer, Jüdens, Parochial- und Klosterstraße zu entfernt hatte, kam ein Herr und nahm mit den Worten, daß diese Einrichtung zu treffen in der Weise, daß zunächst die in empfehlen, wenn die Grundstücksbefizer eine erhebliche Ermäßigung Flugblätter nicht die richtigen seien, sondern durch andere ersetzt Waisenkostpflege befindlichen Kinder im ersten ihrer Forderungen eintreten Taffen. und zweiten Lebensjahre( Säugling e) nicht nur, wie würden, die Eremplare wieder von den Tischen fort. Wenn irgendwo Der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung zur Vor- auf dem Lande ein Staatsretter auf solche lnanständigkeiten verfällt, bisher, in Krankheitsfällen ärztlich behandelt, sondern dauernd bereitung der Neuwahl des Ersten Bürgermeisters so wundert man sich nicht weiter; wenn aber selbst in Berlin zu einer gesundheitlichen leberwachung unter stellt werden, und zwar soll in den heißen Monaten, etwa von des Stadtverordneten- Vorstehers Dr. Langerhans einstimmig be- gewisse Gegner zum Kampfe mit ehrenhaften Waffen alles Zutrauen und eines besoldeten Stadtraths hat heute unter Vorsiz derartigen Kampfmitteln gegriffen wird, so beweist das eben, daß Mitte Juni bis Mitte September, jeder Säugling zweimal wöchentlich, schloffen, der Versammlung die Wahl des Rechtsanwalts Gustav verloren haben müssen. in den übrigen Monaten mindestens zweimal monatlich auch dann be- Kaufmann hier zum besoldeten Stadtrath zu empfehlen. Die Wahl sucht werden, wenn ein besonderer Erkrankungsfall nicht vorliegt, während des ersten Bürgermeisters ist ausgesetzt worden und ist zur definiEntbehrungslöhne im Eisenbahnbetriebe. 50 Beamte für. in letzterem Falle noch darüber hinaus Beſuche bei den Kindern tiven Beschlußfassung des Ausschusses über diese Wahl der Termin den unteren Eisenbahndienſt, die natürlich insgesammt Militär, stattfinden müssen. Die Verwaltung beabsichtigt, da die betreffenden auf Freitag, den 17. d. M., mittags 12 Uhr, festgesetzt worden. anwärter sein müssen, sollen demnächst wieder bei der EisenbahnKinder sich fast auf alle Medizinalbezirke der Armenärzte bertheilen, Direktion Berlin im Stadt, Ring- und Vorortbahndiese Beaufsichtigung zu dezentralisiren und sie den Armenärzten zu Lügowstr. 93 befunden hat, ist in die Gemeindeschule Derfflinger verlangt für den Zugbegleitungs- und 20 Anwärter für den Weichenz Die achte städtische Volksbibliothek, die sich bisher im Hause betriebe Anstellung finden. Und zwar werden 10 Anwärter überweisen; jedoch sollen den Armenärzten Kinderpflegerinnen zu traße 18a verlegt worden und wird vom 12. Juni cr. ab geöffnet ftellerdienst mit zunächst je 800 M. diätarischer Jahresbesoldung und geordnet werden welche nach Anleitung der Armenärzte dauernd die Gesundheitspflege der Säuglinge zu überwachen fein: Sonntags von 11-1 Uhr vormittags und Mittwochs und bei der Anstellung mit je 800 m. Jahresgehalt bis zu 1200 M. aufund den Armenärzten darüber zu berichten haben. Alls Kinder- Somnabends von 12-2 Uhr nachmittags. Die Benuzung ist, wie steigend nebst Wohnungsgeld, sowie mit der Aussicht auf pflegerinnen nimmt die Verwaltung nicht berufsmäßige Pflegerinnen in allen anderen städtischen Voltsbibliotheken, unentgeltlich und steht Beförderung zum Badmeister oder Zugführer, bezw. zum Weichenin Aussicht, sondern Frauen, welche in ihren eigenen Familien die jedermann zur Verfügung. Verwalter ist der Gemeindeschul- Lehrer steller I. Klasse, und ferner 20 weitere Anwärter für den WeichenSorge für Säuglinge ausüben oder ausgeübt haben und welche aus Langer. stellerdienst mit 700 M. diätarischer Jahresbesoldung und bei der der gesundheitlichen Beaufsichtigung der in Waisenkostpflege befindAnstellung mit 700 M. Jahresgehalt bis zu 900 m. aufsteigend lichen Säuglinge eine Nebenbeschäftigung machen sollen. Jeder dieser nebst Wohnungsgeld und Aussicht auf Beförderung zum Weichensteller Kinderpflegerinnen würden unter der Oberaufsicht eines Armenarztes I. Klasse. Alle Wetter! Werden diese Beamtenkategorien sich der Neetwa je 10-12 Säuglinge zur gesundheitlichen Beaufsichtigung zu übergierung am 16. Juni dankbar erzeigen! weisen sein. Der vorstehend entwickelte Plan stellt sich als ein VerWie es mit dem Sittlichkeitsgefühl gewisser Leute bestellt such dar, zunächst innerhalb des Gebietes der Waisenverwaltung der vielbesprochenen Säuglingsfrage von der praktischen Seite näher zu ist, zeigt ein Fall, über den uns aus der Fabrit für Beleuchtungstreten. Wenn derselbe gelingt, soll auf dieser Grundlage weiter gegenstände von J. u. Ko. in der Ritterstraße berichtet wird. Dort gebaut werden, um nach Möglichkeit der Sterblichkeit der arbeitet eine Frau G. allein in einem Zimmer als Bronzirerin. In diesem Raume befindet sich auch die Wasserleitung, welche sowohl Säuglinge in der Stadt Berlin überhaupt entgegenzutreten. Der Magistrat hat sich dieser Ausführung angeschlossen und wird bei der von dem Chef wie von den Meistern in Gegenwart der Frau ständig zur Verrichtung eines Bedürfnisses benußt wurde. Die Arbeiterin Stadtverordneten- Versammlung zu diesem Zwecke für das Etatsjahr 1898/99 die Bewilligung des Betrages von 4500 m. beantragen. Arbeiter- Bildungsschule. Heute Abend pünktlich 83/4 1hr verbat sich natürlich diese Schamlosigkeit, doch wurde der Entrüstung Das ist eine verschwindend geringe Summe, die zu der Größe Besichtigung der Sternwarte in Treptow. Billets der Arbeiterin nicht die geringste Beachtung geschenkt. Es blieb ihr des hier entwickelten Programms in einem beinahe wibernatürlichen à 50 Pf.( Vortrag, Besichtigung der astronomischen Ausstellung und nichts übrig als die Arbeit zu verlassen. Hierbei mußte Frau G. Verhältniß steht. Wer ermessen will, wie furchtbar gegen die Hilf- Beobachtung durch das Fernrohr) sind vorher am Eingange zu haben. noch die Hilfe der Polizei in Anspruch nehmen, da die Unternehmer : losesten der Hilflosen bisher gesündigt worden ist, der braucht mir Wir erwarten zahlreichen Besuch der Mitglieder. Ferner machen wir sich weigerten, der Arbeiterin Buch und Karte zu verabfolgen, weil sie der geradezu erschreckend großen Säuglingssterblichkeit in der Reichs- nochmals darauf aufmerksam, daß die Listen zur Einzeichnung der hätte fündigen müssen. Erst als der Beamte dem Manne auseinanderHauptstadt zu gedenken. jenigen Mitglieder, welche gewillt sind, am 26. Juni im„ Müggel- setzte, daß die von ihm begangene Unsittlichkeit die Frau berechtige, Nach den vorläufigen Monatsberichten des Berliner Stati- fchloßchen", Friedrichshagen, bei einer zu veranstaltenden Aufführung die Arbeit ohne Kündigung zu verlassen, erfolgte die Herausgabe stischen Amts starben im Jahre 1897 in Berlin 10 609 Säug- mitzuwirken, in der Schule ausliegt. Wir bitten, sich hieran eben des Buches. Tinge, d. h. im Bei der Verhaftung 1. Lebensjahre stehende Kinder. Ein Sittenbild aus höheren Kreisen. Am falls zahlreich zu betheiligen. Näheres wird später bekannt gegeben. meisten starben, wie immer, im Sommer: im Juni 895, Der Vorstand. der Gelegenheitsmacherin, über die wir gestern berichteten, handelt Juli 1438, August 1989, September 1036, in 4 Monaten allein es sich um eine geschiedene Frau Harstedt, welche am Magde5358. Die Säuglinge erliegen namentlich den akuten Darm Bei den Freifinnigen. Wer das wirkliche innere Wesen eines burger Play 5 wohnte. Ihre Spezialitäten waren Heirathsvermitte frankheiten alljährlich in großer Zahl; daher auch das gewaltige Menschen kennen lernen will, darf ihn nicht nur nach seinem Ge- lung und Kravattenfabrikation. Sowohl die Wechselgeschäfte als die Anschwellen der Säuglingssterblichkeit in der wärmeren Jahres- bahren bei Haupt- und Staatsaktionen abschäzen, sondern muß ihn Kuppeleien sollen der Person fabelhafte Summen eingebracht haben. zeit. 1897 starben: an Magen- Darmtatarrh 1013, Diarrhoe 1153, in seiner Häuslichkeit betrachten oder ihn belauschen, wenn er unter Man spricht davon, daß sie von einer Partie fich 100 000 m. ausBrechdurchfall 1689, an diesen 3 Krankheiten zusammen 3855, feinesgleichen ist. Was für den Einzelnen gilt, muß auch bei den bedungen haben; einem zweiten Heirathsgeschäft, welches anderen Frau zu davon im Juni 305, Juli 850, August 1325, September 509, Parteien angewendet werden. Und mögen sie noch so viel die Harstedt in Gemeinschaft mit einer soll sie 60 000 Mart eingenommen haben. in 4 Monaten 2989. Ursache der sommerlichen Zunahme der schöne Versprechungen geben, in ihren Zeitungen jeden Tag die stande brachte Darmkrankheiten und der Säuglingssterblichkeit ist natürlich nicht die herrlichsten Leitartikel loslassen, es ist doch gut, wenn man sie ein Von dieser Provision warf sie, wie berichtet wird, der Partnerin nur Sommerhige an sich. Die Temperaturerhöhung ist aber bischen unter das Mikroskop ninumt. 3000 Mart hin; aus Aerger über eine solche Uebertölpelung erfolgte insofern wesentlich mitbedingend, als unter ihrem Einflusse ein für Bei keiner Partei aber ist das mehr angebracht, als wie bei der darauf eine Denunziation bei der Staatsanwaltschaft. Des weiteren die Säuglinge verhängnißvoller Umstand, die vielfach naturwidrige freisinnigen. Denn mit ihren Tiraden gegen allerlei Mißstände ist soll der Selbstmord eines Edelsten und Besten in Potsdam, der mit Ernährungsweise, besonders wirksam wird. Die Ersetzung es bekanntlich nicht weit her, und wer eine leichtgläubige Natur hat den Halsabschneidereien der Harstedt in Verbindung gebracht wird, der Muttermilch durch Thiermilch und so weiter verringert die und für ein großes Maulwerk bei versteckter Faust ist, kann leicht das Maß voll gemacht haben. Die Supplerin fizzt übrigens schon Wiederstandsfähigkeit des Säuglings und wirkt schon dadurch in- durch ihr Trara geblendet werden. Selbstverständlich hält sie ihre einige Wochen in Untersuchungshaft; ihre Bertheidigung liegt in den direkt gesundheitsschädlich und lebenbedrohend. Sie begünstigt Versammlungen in gesperrten Lokalen ab, so daß es dem Arbeiter Händen des Rechtsanwalts Mosse. aber auch direkt die Entstehung bon Erkrankungen der schon schwer fällt, in ihre Versammlungen zu gehen, Der große Jubel. In einem hiesigen Blatte lesen wir:„ Die Verdauungsorgane. 1897 war die Ernährungsweise bei 8703 aller will er nicht sein Pflichtgefühl verlegen, das ihm vor- Berliner Packetfahrt- Attien Gesellschaft bringt aus Anlaß des geftorbenen Säuglinge angegeben: Muttermilch 944, Ammenmilch schreibt, feinen Wirth, der seinen Saal den Sozialdemokraten zehnjährigen Regierungs- Jubiläums unseres Kaisers eine 24 dagegen Thiermilch 6673, Surrogat, gemischte oder sonstige verschließt, durch Genuß seiner Getränke zu unterstützen. Darum Jubiläums karte" in Verkehr, welche in einem großen Nahrung 1142." Brustkinder" waren demnach nur 968, sind unsere Genossen nicht allein an ihrer einfachen Kleidung fofort quadratischen Ausschnitt auf Gelatinepapier das farbige und auf Päppeltinder" dagegen 7815. Das erklärt sich nicht etwa in der Schaar der Freisinnsmannen zu erkennen, sondern auch daran, beiden Seiten der Karten gleich gut sichtbare und wirksame Porträt Daraus, daß in Berlin überhaupt 1tur sehr wenig Kinder und namentlich für den, der keine äußeren Unterschiede entdecken mit der Brust genährt würden, diese Gruppe also auch kann, daß sie keine Getränke vor ihrem Platz zu stehen haben. Und des Kaisers Wilhelm II. mit dem Goldaufdruck 1888 W. 1898 → 15. Juni zeigt." nur spärlich unter vertreten so werden sie denn von vornherein schcel angesehen von den Auf dem Gelände der städtischen Wasserwerke in der sein könnte. Bei der 1895er Volkszählung wurden hier unter Hütern des Freisums. Da sind nun zuerst die Fabrikanten den lebenden Sänglingen nicht viel weniger Brustfinder als und Kaufleute. Viele von ihnen sind elegant gekleidet, fie haben's Stralauerstraße wurde mittags von Mannschaften des Eisenbahn Bäppelfinder gezählt, 16 683 und 20 683. Seitdem wird sich das ja dazu. Mit der Sicherheit und der beleidigenden lleberhebung in regiments ein Theil des Mauerwerks eines überdeckten Filters ges Verhältniß kaum geändert haben. Dennoch waren 1897 unter den der verschmigten, gewigten Miene, die den freisinnigen Unternehmer sprengt. Die Sprengung war nur von mäßiger Detonation begleitet gestorbenen Säuglingen, wie oben ersichtlich, über achtmal so viel fennzeichnet, lassen sie sich herab von ihrer Höhe und beginnen ein und verlief ohne Zwischenfall. Päppelfinder wie Brustfinder. Die Lebensbedrohung der fleines Gespräch mit dem Arbeiter, der an ihrem Tisch sitzt. Anfangs Auch ein Opfer des Oberfaktors Grünenthal. Gleich dem Päppelkinder ist eben viel größer als die der schimpfen sie wacker auf den Junker, dann aber, wenn sie über ihre Zentralgefängnisse Plößensee hat auch das Moabiter UntersuchungsBrustkinder. Das gilt für alle Jahreszeiten und alle Krank- sozialistische Anschauung Farbe bekennen sollen, meinen sie, der Ar- gefängniß seine Durchstecherei- Affäre. Es sind jüngst Beobachtungen heiten, am meisten aber für den Sommer und für die akuten Darm- beiter, der in einer Fabrit 11 Stunden bei färglichstem Lohn arbeiten gemacht worden, daß ein heimlicher Verkehr zwischen dem Oberfrautheiten. An dem Anschwellen der Säuglingssterblichkeit im müsse, könne sich ja eine andere Stelle suchen, daran hindere faktor a. D. Grünenthal und seinen weiblichen Komplizen, seiner Sommer find thatsächlich fast nur die Päppelfinder betheiligt. Von ihn ja niemand. Ihren ganzen böswilligen Unverstand wollen sie sogenannten Braut und deren Angehörigen stattfand. Die letzteren den 8783 gestorbenen Säuglingen mit Angabe der Ernährung tamen mit einigen faulen Wizen verdecken. Ihre ganze Gemeinheit kommt lagen auf der Station der Aufseherin Charlotte B. und diese gerieth auf die 12 Monate des Jahres: 91, 78, 76, 74, 67, 77, 78, 99 aber erst zum Vorschein, wenn sie, wie es der Schreiber dieser Zeilen in den Verdacht, Durchstechereien getrieben zu haben. Es wurde ein ( August), 73, 92, 81, 82 Brustfinder, aber 444, 427, 465, 447, 428, schon mehrmals erlebt hat, jeden Streifenden für einen Strolch er- Ermittelungsverfahren gegen sie eingeleitet, dem fie kurzer Hand die 647, 1180, 1671( August), 816, 482, 405, 403 Päppelfinder. Auf je flären. Solche private Offenbarungen beleuchten nur zu grell, was Spizze abgebrochen hat. Kurz vorher hatte die Verurtheilung des 1 Brustkind tamen also rund 5, 5, 6, 6, 6, 8, 15, 17( August), 11, 5, die Arbeiterschaft von diesen Elementen zu erwarten hat, wenn sie Gefangenen- Aufsehers Korth und etwas später die Verhaftung des 5, 5 Bäppelfinder, d. H. unter den gestorbenen Säuglingen waren in in den Reichstag kommen. Sie wollen wohl für ihre Waaren die Aufsehers Nöther stattgefunden, da mag ihr denn wohl Angst geden kältesten Monaten 5 mal, in den heißesten bis 17 mal so viel höchsten Preise bezahlt haben, aber der Arbeiter, der diese Preise zahlen worden sein, und um allen Eventualitäten zu entgehen, griff sie zum Päppelfinder wie Brustkinder. Unter Unter den 3855 au Magen- foll, muß mit Kartoffeln und Talg zufrieden sein. Und wie pofsirlich Strick und hing sich im Gefängnisse auf. Darmtatarrh, Diarrhoe und Brechdurchfall gestorbenen Säug- nimmt es sich aus, wenn so einige wohlgepflegte Unternehmersöhne lingen waren 3573 mit Angabe der Ernährung. Die Bemühungen der Polizei, den Mörder der Fran Daran von dem Glücke des Familienlebens faseln, für das ein idealer, waren die Brustkinder mit 153( darunter nur zwei hochdenkender Mensch auch die größten Entbehrungen tragen tönne. Singer zu ergreifen, sind bis jetzt noch erfolglos gewesen. Alle in von Ammen genährte), die Päppelfinder mit 3420 betheiligt. Dazu stopfen sie sich Schnitzel mit Karotten und Schinkenbrötchen in dieser Sache fiftirten Personen mußten, da sie ihr Alibi haben Schroffere Gegenfäte lassen sich faum denken. Die Ernährung ist den fleischigen Mund und erzählen sich hinterher liebliche Zötchen.... nachweisen fönnen, wieder entlassen werden. Da eine erkennbare ein wichtiger, aber nicht der einzige Punkt, der für die hohe Wehe dem Arbeiter, der ihnen sagt, sie möchten doch mal in die Spur des Mörders fehlt, ist die Entdeckung kaum noch fest zu erivarten. Nur durch einen Zufall tönnte die Ergreifung des Säuglingssterblichkeit Berlins in betracht kommt. Bei der unherbergen, ins Asyl gehen, oder ein halbes Jahr freiwillig auf die Unterbemittelten Bevölkerung wird die Gesundheit des ffügungen Vaters verzichten und auf der Landstraße tippeln! Dem Mörders gelingen. Hervorgehoben zu werden verdient nochmals, Säuglings in der Regel noch durch manches Andere gefährdet: wird einfach die Rede mit den Worten abgeschnitten, die Leute in daß der Thäter seinen Anzug mit Blut beschmutzt haben muß auch nicht ohne Verlegungen geblieben sein kann. burch Mangel an Pflege, durch den Aufenthalt in ungefunden, im den Herbergen seien arbeitsscheue Elemente. Wer's nicht glaubt, daß und Winter schwer zu erwärmenden, im Sommer schwer zu lüftenden Woh- freisinnige Menschen derartig verbohrt sind, gehe in eine ihrer Ver- Man hat auf der Treppe deutliche Blutflecke entdeckt und ein Schutznungen. In dieser Beziehung fällt es für die Höhe der Berliner fammlungen, da fann er noch bessere Geschichten erleben. Denn neben mann hat bekundet, daß der muthmaßliche Mörder seinen Rock nicht Säuglingssterblichkeit schwer ins Gewicht, daß Berlin vorwiegend dem freihändlerischen Kaufmann findet er dort auch Handwerksmeister, nur lose abgewischt, sondern vorn mit beiden Händen gerieben hat, Arbeiterstadt ist. Unter den Berliner Säuglingen bilden die Hauswirthe und ähnliche Fettbürger, die wirthschaftliche Anschauungen etwa in der Art, wie man einen Schmutzflect an der Kleidung zerArbeiterkinder die Mehrzahl. Für das Kind des Arbeiters ist entwickeln, wie sie mal im zunftzopfigen Mittelalter angebracht waren. reibt. Eine Zivilperson, die den Mann vorher im Laternenlicht an aber die Lebensbedrohung infolge der gedrüdten wirthschaft Was für ein Mosaifflickwerk die ganze Freisinnspartei ist und daß der Hausthür gesehen hat, will ihn gegebenenfalls wieder lichen Lage der Arbeiterklasse besonders groß. Und auch sie mit ihrem Phrasenwert ihre Anhänger über ihre wirthschaftlichen erkennen fönnen und giebt eine genaue Beschreibung, die mit in den Familien der aus der Hand in den Mund lebenden Kleinen Bedürfnisse hinwegtäusche und nothdürftig zusammenleimt, ist denn den Angaben des Schuhmanns, der den Mann aus dem Hause Die Nickel'schen Eheleute Handwerker, der dürftig besoldeten kleinen Beamten auch einleuchtend, wenn man neben dem Zunftmann und Konsum- hat kommen sehen, übereinstimmt. Sie haben ist es um die Ernährung und Pflege der Säuglinge viel vereins- Gegner unseren theueren, freisinnigen Lehrerstand mit seinem sind durch die Singer sehr geschädigt worden. fach nicht besser bestellt. Wir haben für Berlin wiederholt aus blafirt überlegenen Lächeln sieht. Die Herren, die halb aus Muß, halb von ihr feine Miethe bekommen, die Zimmereinrichtung ist fast der ungleichen Bertheilung der Sterbefälle auf die verschiedenen aus Instinkt für ihren Vortheil, aus Streberthum sich zum Freifinn vollständig verdorben, und da die Polizei das Zimmer verschlossen Stadttheile und sozialen Gruppen nachgewiesen, daß die Säug- hingezogen fühlen, dürfen ihren zünftlerischen Genossen nicht darüber auf- hat, so ist den Leuten auch die Möglichkeit genommen, das Zimmer Iingssterblichkeit in der unbemittelten Beflären, daß sie einem Konsumverein angehören und ihn dadurch schnell wieder zu vermiethen, wozu sie Aussicht haben sollen. Die völkerung berhältnißmäßig viel größer ist als schädigen. Ueberdies, was macht den Freifinnigen, die den Arbeiter Singer war eine Person, die mit niemand auf die Dauer sich vers bei den Wohlhabenden. Wo der Vater sich in langer, an- verachten, weil er nicht nur ideelle Güter, sondern auch ausreichendes tragen konnte und deshalb viele Feinde hatte. Ihr Ehemann soll sich strengender nnd schlecht bezahlter Arbeit aufreibt, wo die Mutter Brot und noch mehr erringen will, nach dem Heine'schen Spruch: ihretwegen das Leben genommen haben. Mit den Strafgesetzen war sie mehrfach in Konflikt gekommen; namentlich war sie in Abvon früh bis spät in der Fabrik, in der Arbeitsstube oder" Es giebt hinnieden Brot genug für alle Menschenkinder So hatte sie Nähim eigenen Heim" mitarbeiten muß, wo selbst die schul- und Zuckererbsen nicht minder" felbst die schul- und Budererbsen nicht minder" was macht diesen Freifinnigen zahlungs- Geschäften als gefährlich" bekannt. pflichtigen Kinder verdienen helfen müssen, wenn sie nicht ein wirthschaftlicher Vortheil? Wie erheiternd ist das alles maschinen und ähnliche Sachen auf Abzahlung entnommen und sofort ivenn unter für den, die eigentliche Noth erkannt hat und weiß, versetzt, weshalb sie so oft ihre Wohnung wechselte und längere Zeit hungern sollen: darf man sich da wundern, so elenden Verhältnissen, in einer auf diese Weise auseinander was er will. Die Herren Freisinns- Schulmeister aber geberden unangemeldet blieb. Eine aufregende Szene spielte sich in der vorletzten Nacht im gerissenen Familie" der nothgedrungen unzureichend ernährte und sich, wie wenn alle anderen Menschen Kinder wären, die sich vor mangelhaft gepflegte Säugling verfümmert und zu grunde geht? ihrem Bakel büden müſſen. Rief doch ueulich ein Freisinns- Rettor Coursaal in der Jägerstraße ab. Ein Fabrikant aus Rigdorf besuchte Die besigende Klasse, die den Nutzen aus diesen Zuständen hat und einen Zuhörer, der über die hinterlistigen Rede Evolutionen lachen mit Bekannten den Ballsaal und hatte taum zu tanzen angefangen, eben deshalb an der bestehenden„ Ordnung" nicht rütteln lassen möchte, mußte, vor zum Rednertisch. Dort sollte sich der Lacher, ein Mensch als er schwerkrant zusammenbrach. Obwohl ihm schnell ärztliche behauptet bekanntlich, daß es die Sozialdemokratie sei, die von dreißig Jahren, zur Schau stellen wie die Klassenkinder des Hilfe zu theil wurde, starb er doch in einem Nebenzimmer schon nach di amilie zerstört! Herrn Rettors!- Auf solche Anmaßungen tann ein einfacher Ar- Verlauf von kaum einer halben Stunde. " = Zur Vorsicht beim Umgehen mit Schuhwaffen mahnt wieder ein Vorfall in der Georgenkirchstraße 17. Der 19jährige Sohn des Bigarrenfabrikanten G. ließ nachmittags, als er ausging, einen Teschin geladen auf dem Tische liegen. Als abends um 10 Uhr sein 16jähriger Bruder nach Hause kam, fand er die Waffe und Hantirte daran herum in der Meinung, daß sie nicht geladen set. Plötzlich Frachte ein Schuß und der junge Mann wurde an der linken Körperſeite über der Hüfte getroffen. Der Verwundete mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Zur Entführung der Hedwig Lamfried. Auf Veranlassung der hiesigen Behörden wurden gestern in Wien der Mechaniker Josef Holzbauer und die Modistin Hedwig Pieper verhaftet. Aus aufgefangenen Briefen, deren Adressat noch nicht ermittelt ist, geht hervor, daß fie der Entführung der 13 Jahre alten Hedwig Lamfried fchuldig find. Der Vater des Kindes ist gestern Abend nach Wien abgereift, um seine Tochter abzuholen. " Gerichts- Beifung. " Durch Ueberfahren lebensgefährlich verlegt worden ist gestern, Dienstag, Nachmittag die 61/2 Jahre alte Tochter Grethe des Formers Schneidermeister Willy Rauff, der hier, Linienfir. 27 I, wohnte. Der auf und kehrte nach Berlin zurück, wo er in der Nähe des Beim Bootfahren ertrunken ist am Montag Abend der hängen, gab diese Absicht aber nach längerem Unherirren wieder Neimann aus der Dunckerstr. 7. Das Mädchen spielte um 5 11hr selbe unternahm mit seinem Gesellen namens Hein und seinem Brandenburger Thor in einem Hotel nächtigte. Am nächsten Morgen, mit mehreren anderen Kindern vor der elterlichen Wohnung und Werkstattgenossen Schaar eine gemeinschaftliche Wasserpartie auf der den 19. Januar, genoß er nur wenig, trant einige Schnäpse und wollte in demselben Augenblicke quer über den Damm laufen, als Dahme. Infolge eines Windstoßes tenterte das Boot. Hein und machte sich dann auf den Weg. In einem Geschäft in der Friedrichein Bierwagen die Straße entlang gefahren kam. Der Wagen faßte Schaar wurden durch ein ausgefandtes Hilfsfahrzeug gerettet, straße faufte er sich ein Doldmesser und ging dann, nachdem er Die Kleine mit dem Vorderrad, warf sie zu Boden und ging über während Nauff ertrant. Seine Leiche ist noch nicht gefunden. Der tags über planlos die Straßen durchquert hatte, abends nach der sie hinweg. Die Verunglückte erlitt außer inneren Verlegungen einen Grtrunkene war 28 Jahre alt, verheirathet und Vater eines Kindes. Klosterstraße. Als er vor dem Fleischladen, in welchem die Koch Bruch der Wirbelsäule und wurde in hoffnungslosem Zustande mit einem Lück'schen Rettungswagen in die königl. Klinik gebracht. thätig war, angelangt war, jah cr fie voit draußen an der Thür stehen; er riß die Thür auf, stürzte auf die Koch Tos und brachte ihr mit dem Dolchmesser blit Mitgliederliste und Vereinsstatuten brauchen vier Tage schnell mehrere Stiche in den Rücken und Nacken bei. Er machte gar nach Bestehen eines Vereins der Polizei nicht mehr ein feine Anstalten zu entfliehen, ließ sich vielmehr von den empörten gereicht zu werden. Eine wichtige Entscheidung, bei der es sich Ladenbediensteten, ohne Widerstand zu leisten, festnehmen und nach um eine Auslegung des§2 des Vereinsgesetzes handelte, hat das Kammer- der Polizeiwache führen. Dort und in dem ersten gerichtlichen Protokoll gericht gefällt. Unser Parteigenosse Dech and wurde als Bevollmächtigter hat er die That ohne weiteres zugegeben und durchblicken lassen, daß der Berliner Zahlstelle des Unterstützungsvereins deutscher Tab a fer einen Mord und Selbstmord geplant hatte. Da er das Mädchen im arbeiter von dem Polizeipräsidium aufgefordert, ein Verzeichniß Leben nicht habe besitzen können, wollte er mit ihr sterben, un der Mitglieder der Filiale und ein Exemplar der für die Zabstelle sie wenigstens im Tode zu besitzen." Im gestrigen Termin begeltenden Statuten dem Präsidium einzureichen. Dechand kam der hauptete der Angeklagte, von der That ſelbst und den letzten Stunden, Aufforderung nicht nach, da er sich dazu nicht verpflichtet hielt. Das die derselben vorangingen, keine Erinnerung mehr zu haben. Die Errug ihm eine Anklage wegen Vergehens gegen die§§ 2 und 13 des flärung dieser auffallenden Behauptung gab der Sachverständige, Vereinsgefeßes ein. Die Behörde behauptete, die Berliner Zahlstelle Gerichtsphysikus Dr. Störmer. Dieser fam auf grund des Unterstützungsvereins deutscher Tabakarbeiter gehöre zu den seiner längeren Beobachtungen des Angeklagten zu dem Vereinen, die auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezweckten schriftlich und mündlich in umfangreicher Weise durch wissenund deren Vorsteher Statuten und Mitgliederverzeichniß der Polizei schaftliche und thatsächliche Momente begründeten Guts In der Beschlagsschmiede von Fürstenau in der Kochstraße Angeklagten zu einer Geldstrafe von 20 M. und die Straffammer feine Krankheit äußerlich kaum anmerke, der auch keine Krampfeinzureichen hätten. Das Schöffengericht verurtheilte denn auch den achten, daß Blankenburg ganz sicher ein Epileptiker sei, dem man wurde vorgestern der Fahrer des Feuerwehr- Hauptdepots, Ferdinand wies seine Berufung mit folgender Begründung zurüd: Die Angabe anfälle habe, aber sich doch häufig in einem epileptischen DämmerungsSchulze, verletzt. Bon dem im Neubau befindlichen zweiten Stock des Angeklagten, die Berliner Zahlstelle des Unterstügungsvereins zustand befinde. In einem solchen sei er jedenfalls auch zur That wert fiel ein Stein auf das Glasdach der Schmiede, zertrümmerte sei fein selbständiger Verein, widerspreche der Thätigkeit der Zahl geschritten und es sei sicher, daß seine freie Willensbestimmung dabei eine Scheibe, deren Splitter Schulze am Kopfe trafen und so er- stelle. Nach der Beweiserhebung nehme die Zahlstelle selbständig mindestens stark beeinträchtigt gewesen sei. Ob sie ganz ausgeschlossen heblich verletzten, daß er in ein Krankenhaus gebracht werden mußte. Mitglieder für den Gesammtverband auf, erhebe die Verbands gewesen, könne er nicht fagen. Elendsstatistik. Jm Männer- Asyl des Berliner Asylvereins beiträge, zahle Unterstügungen aus, führe eine eigene Kasse und Staatsanwalt 2iebenow plädirte auf grund des sachverstänfür Obdachlose nächtigten im Monat Mai 19 788 Personen, im feite statistische Erhebungen. Eine solche Zahlstelle misse als selbst- digen Gutachtens nur auf versuchte Tödtung. Der Vertheidiger Frauen- Asyl 2799 Personen. Arbeitsnachweis erbittet der Berein ständiger Nebenverein angesehen werden. Die fragliche Zahlstelle Rechtsanwalt lemperer führte dagegen aus, daß nicht der für Männer Wiesenstr. 55/59, für Frauen Füsilierstr. 5. bezwecke aber auch, auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken. Der Strafrichter, sondern der Jrrenarzt das letzte Wort über den AnFeuerbericht. Montag Abend 10 Uhr war Brunnen str. 137 Bweck des Unterstützungsvereins, den auch die Zahlstelle ver- geklagten zu sprechen habe, und daß dieser nicht in das Zuchthaus, ein unbedeutender Kellerbrand abzulöschen. Es brannte Bapier und folge, sei nach dem Statut die Hebung der materiellen und sondern in eine Heilanstalt gehöre. Der Wahrspruch der Geallerhand Gerümpel. Kurz darauf wurde die Wehr nach ser aut intelleftuellen Lage seiner Mitglieder, traße 38 gerufen, Mitglieder, und und zur Förderung schworenen lautete auf versuchten Todtschlag unter Verneinung der gerufen, wo Kleidungsstücke Feuer gefangen dieses Zweckes sollten dienen: die Erzielung günstiger Arbeits- mildernden Umstände. Der Staatsanwalt beantragte drei Jahre hatten. Ein Küchenbrand veranlaßte Dienstag früh 8 Uhr Alarm bedingungen, Vornahme statistischer Erhebungen, Arbeitsvermitte- 3uchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre nach Hedemannstr. 8. Da er nicht rechtzeitig bemerkt war, lungen und obligatorische Lieferung der Zeitung„ Tabakarbeiter". Der Gerichtshof erkamnite nach diesem Antrage. ging der gesammte brennbare Kücheninhalt in Flammen auf, wobei Beschränke sich nun auch nach dem Wortlaut der Bestimmung das Haus ebenfalls beschädigt wurde. Auf der Polizeiwache. Merkwürdige Erfahrungen will der Es mußte längere Zeit diese Thätigkeit auf die Mitglieder, so erfordere doch die Tendenz Kommissionär Freiherr Karl v. Wangenheim, welcher gestern wegen Waffer gegeben werden. Bald nach 10 1hr brannte Forster des Zweckes, solle er erreicht werden, eine Einwirkung auf außer Straßenpolizei- Kontravention, Beamtenbeleidigung und Mißhandlung straße 5 der Fußboden vor einem eisernen Ofen. Infolge schad- halb des Vereins stehende Personen, namentlich hafter Schornsteinreinigungs- Oeffnung war nachmittags 4/2 Uhr Arbeitgeber. auf die eines Beamten vor der 140. Abtheilung des Amtsgerichts I erschien, Dies sei zu berücksichtigen und demnach eine auf der Wache des 38. Polizeireviers in der Charlottenstraße geNo stigstraße 20 ein in der Nähe des Schornsteins stehendes Regal Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten sowohl des Unter- macht haben. in Brand gerathen. Hilfe war rasch zur Stelle, so daß bedeutender stützungsvereins als ganzem, wie auch speziell der Berliner in Gesellschaft mehrerer Freunde zum Schluß noch eine Tasse In der Neujahrsnacht wollte der Angeklagte Schaden nicht entstanden ist. Zahlstelle anzunehmen. Das Kammergericht hob dann Kaffee im Kaiser Café trinken; letzteres war aber auf Anordnung bies Urtheil auf und verwies die Sache zu nochmaliger Ver- der Polizei für einige Stunden geschlossen worden und der Schutzhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. In der Fest- mann Krüger forderte daher das inzwischen angesammelte Publikun Aus den Nachbarorten. stellung, daß die Zahlstelle Berlin ein selbständiger Verein sei und auf, fich zu entfernen. Nach den Bekundungen des Schußmanns An die Parteigenossen des Kreises Teltow- Beeskow: gleich dem Gesammtverband auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken Striiger soll nun der Angeklagte dieser Aufforderung nicht nachCharlottenburg! Am heutigen Mittwoch, abends 8 Uhr, ist Sigung Meinung hat jedoch der Vorderrichter die Bedeutung des§ 2 des Ver- forderung faßte ihn dann der Schußmann mit den Worten:" Sie bezwecke, fand der Straffenat keinen Rechtsirrthum. Nach seiner gelommen sein, was er allerdings bestreitet. Nach wiederholter Auffämmtlicher Vorsitzenden der örtlichen Wahlkomitees im Lokal von Zubeil. Jeder Ort muß vertreten sein. Die nächste Flugblatt- Wer- insgefehes verkannt.§ 2 beſtimme wörtlich, daß die Vorsteher kommen mit zur Wache", an der Schulter. Die Darstellungen des theilung findet Sonntag, den 12. d. M., für das Land und bis zum und das Verzeichniß der Mitglieder binnen drei Tagen nach Stiftung Vorfall gingen ebenfalls stark auseinander; nach Krüger's der betreffenden Vereine verpflichtet seien, die Statuten des Vereins Angeklagten und des Schußmanns Krüger über diesen 14. d. M. für die Vororte statt. J. A.: 8ubeil, Lindenstr. 106. des Vereins der Polizei einzureichen und jede Aenderung der Bekundung Rummelsburg. Achtung, Parteigenossen! Seute, Statuten oder der Vereinsmitglieder binnen drei Tagen, nachdem sie von solchen Unteroffizieren muß man sich so etwas gefallen foll der Angeklagte noch geäußert haben: Mittwoch, abends 8 Uhr, findet im Lokal von Blechschmidt, cingetreten sind, der Behörde anzuzeigen. Danach erstrecke sich die lassen. Das lasse ich mir von dem Kerl nicht gefallen! SchuhmannsNeue Prinz Albertstraße 70/71( Rummelsburger Voltsgarten) eine Verpflichtung der Vorsteher, Statuten und Mitgliederverzeichniß ein- visage" u. f. w. Jedenfalls mußte der Angeklagte mit zur Wache;. Wählerversammlung statt, in welcher Genosse Arthur zureichen nur auf die ersten drei Tage seit der an der Ecke der Mohrenstraße übergab Krüger ihn dem Schutzmann Stadthagen über: Die bevorstehenden Reichstagswahlen" Stiftung des Vereins. sprechen wird. Das Wahlkomitee. Die entsprechenden Thatsachen Silbig. Auf der Wache sollen sich nun, nach der Behauptung des seien aber in den landgerichtlichen Feststellungen nicht berücksichtigt Angeklagten, die zum theil durch die Bekundungen des damals ebenPankow- Niederschönhausen. Die Genossen werden auf die worden. Das Landgericht stellte mumehr in der neuen Ber- falls fiftirten Zeugen Enkelmann unterstützt wurde, recht eruſte am Donnerstag stattfindende Wählerversammlung im Lokale des handlung fest, daß die Berliner Bahlstelle schon 1883 gegründet Szenen abgespielt haben. So sollen die Beamten den Namen und! Herrn Störr aufmerksam gemacht. Der Reichstagskandidat des worden ist, während Dechand erst 1889 ihr Bevollmächtigter wurde Titel des Angeklagten verhöhnt haben, und zwar durch Worte Niederbarnimer Kreises, Genosse Stadthagen, hat das Referat über- und dies nach einigem Wechsel ständig seit 1894 war. nommen. Genossen, welche gewillt sind, am Wahltage zu helfen, verurtheilte das Landgericht I den Angeklagten abermals. Jetzt berief und Schmähartikel für den Vorwärts" schreibt" u. s. iv.(?) Als der Trotzdem wie:„ n schöner Freiherr!' n Baron, der kein Obdach hat werden ersucht, sich in dieser Versammlung zu melden. Gleichzeitig es sich auf die Vorschrift des§ 2 des Vereinsgesetzes, daß die Vorsteher Angeklagte betreffs Beschwerde zum Polizeilieutenant geführt werden wird auf die am Sonntag, den 12. Juni stattfindende Flugblatt- u. s. w. auch auf Erfordern der Ortspolizeibehörde wollte, wurde ihm gesagt, er solle sich nur ruhig auf die Bant ſezen vertheilung hingewiesen. Treffpunkt früh 7 hr bei Störr, Mühlen- jede auf Statuten und Mitgliederbestand bezig und nicht so erregt auf und abgehen. Er setzte sich auch schließlich Straße 25. liche Auskunft zu ertheilen haben. Dechand hätte deshalb und bat Enkelmann um dessen Namen zweds späterer Zeugenschaft. Baumschulenweg. Die freifinnige Versammlung bei Spähr auf das mehrmalige Verlangen des Polizei Ein Schußmann, der dieses bemerkte, soll nun nach findet, wie nachträglich bekannt gegeben worden, num doch mit freier präsidiums die Statuten und das Mitglieder- Angabe des Angeklagten diesen an die Brust gepackt und Diskussion statt. Unter diesen Umständen steht von seiten unserer verzeichniß einreichen müssen, obwohl die Zahlstelle zur ihn mit den Worten von Enkelmann fortgerissen haben:„ Das Parteigenofien natürlich dem Besuch nichts im Wege. Wir fordern fritischen Zeit schon weit länger als drei Tage bestanden habe. Gegen wäre ja noch schöner, wenn sich hier jeder Zeugen holen wollte." die Genossen daher auf, sich zahlreich an der Versammlung zu be- dieses Urtheil legte Rechtsanwalt Freudenthal für den An- Als der Angeklagte sich das verbat, sollen ihn die Beamten aufges theiligen. Das Wahlkomitee. geklagten die Revision ein und hatte damit Erfolg. Das Kammer- fordert haben, seine Garderobe abzulegen, da er in die Zelle gesperrt Sehr erregt ging es in der letzten Sizung der Stadtverordneten die vereinsgesetzliche Verpflichtung, jede bezügliche Auskunft auf ins Loch dahinten und schließt den Kerl!" Plötzlich sollen die gericht sprach Dechand frei und führte begründend aus, würde. Einer der Beamten soll dabei gerufen haben:„ Steckt ihn Versammlung von Schöneberg zu. Die Nervosität fam besonders Versammlung von Schöneberg zu. Die Nervosität kam besonders bei der Beschlußzfassung über die Vorlage des Magistrats, betreffend jederzeit auf den Wunsch der Polizei ihr mit- sein; man habe ihn über den Tisch gezogen, ihm Kragen und Hemd bei der Beschlußfassung über die Vorlage des Magistrats, betreffend Erfordern zu ertheilen, schließe nicht die Verpflichtung in sich, Beamten ihn umgeben haben und mit ihm handgemein geworden Erhöhung des Tagelohnes für die Mannschaften der Spülkolonne zum Ausdruck. Die Leute baten um eine gliederverzeichnisse und Statuten einzureichen. zerriffen; der Baletot sei ihm durch die Tinte eines umgeworfenen Lohnerhöhung von 25 Pf. pro Mann und Tag. Vom Bürger Borsteher der Vereine im Sinne des§ 2 immer nur in den drei Schlag ins Auge erhalten; da erst habe er zur Abwehr um sich geschlagen Zur Einreichung der Statuten und Mitgliederverzeichnisse seien die Tintenfasses beschmutzt worden ze. Schließlich habe er einen wuchtigen meister wurde diese Bitte mit der Motivirung anerkannt, daß diefe Leute eine bei weitem schwierigere Arbeit zu leisten hätten, Tagen nach der Stiftung des Vereins verpflichtet. und den einen Schußmann mit der Faust auf die Nase getroffen. als die Straßenfeger, die diese Erhöhung bereits haben und die Er- Unter der Anklage des versuchten Mordes stand gestern Da aber seien die Beamten alle über ihn hergefallen, hätten sich höhung des Lohnes für nur eine Arbeiterkategorie böses Blut erzeugen er Konditorgehilfe Emil Mar Blankenburg vor dem Schwur- mit ihm auf der Bank und der Erde herumgewälzt, bis einer endlich würde. Ein Herr Stadtv. Lässig konnte es sich nicht versagen, diese gericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors fagte:„ Laßt ihn doch schon sein." Als seine Begleiter sich auf dent Ansicht komisch zu finden, umsomehr als ja ein lle berfluß von waste. Es handelte sich wieder um den Schlußaft eines Liebes- Revier nach ihm erkundigten, wurden sie in äußerst barscher Weise Beschäftigungslosen vorhanden und in einem großen Be- berhältnisses zivischen zwei jungen Leuten, die mit einander gingen". abgewiesen. Die beiden einzigen als Zeugen vernommenen Schutz triebe( Eisenbahn), in dem er thätig sei, diese Löhne nicht Der 22 Jahre alte Angeklagte stand seinerzeit in Elbing in Arbeit leute wollen von dem durch den Angeklagten geschilderten Vorfalle gezahlt würden.( Vorsteher Müller:" Leider.") Genosse Obst nennt und hatte dort die Bekanntschaft der 24 jährigen Elise Soch ge nichts bemerkt haben. Der Staatsanwalt beantragte 150 M. Gelddas Gebahren dieses Herrn eine Frivolität, welchen Ausdruck er auf macht. Beide fanden Gefallen an einander und traten in ein in- strafe, der Gerichtshof, welcher ebenfalls annahm, daß der Angeklagte Verlangen des Vorstehers als unparlamentarisch zurücnimmt. Unter times Verhältniß, das von den Eltern des Mädchens auch gut- fich nicht in Nothwehr befunden habe, erkannte auf zusammen 100 m. Zustimmung, der Versammlung weist er in seinen weiteren Aus- geheißen wirde. Der Angeklagte betrachtete fich als der legitime Gelditafe. führungen die Berechtigung dieser Erhöhung treffend nach. Stadtv. Bräutigam der Koch, machte dieser mehrfach Geschenke und ging viel Ein Bild fittlichen Elends entrollte sich in einer Verhandlung, Fr. Richter war der Ansicht, daß Herr 2., der sich als fräntlich be- mit ihr aus, doch legten sich wiederholt finstere Schatten auf den welche gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter dem zeichnet hatte, thatsächlich recht unwohl sein müsse, sonst wäre beiderseitigen Verkehr, da der Angeklagte außerordentlich eifersüchtig Borsiz des Landgerichtsdirektors Maske stattfand. Aus der UnterDie Art und Weise nicht zu verstehen, in welcher er in war und manche böse Szene dadurch hervorgerufen wurde. Er fand suchungshaft wurde der 40jährige Handelsmann Rudolf August dieser Sache hier auftrete. Nach vielen Schlußanträgen wurde die dann Stellung in Baden- Baden und die Trennung von seiner Ge- Gerhardt vorgeführt, ein Mann, der gegen 12 Worstrafen wegen der Vorlage des Magistrats gegen eine Stimme angenommen. Für liebten wurde ihm verhängnißvoll, denn diese machte die Bekanntschaft verschiedensten Vergehen aufzuweisen hat. Er gehört zu jenen die Beschaffung eines freien Blazes für Turn- und Jugendspiele der eines anderen Herrn und kam zu einem Bruche mit dem Angeklagten. Händlern, welche ihre Waaren sogenannte Groschenartikel- in ganzen Jugend Schönebergs wurden, nach einer sehr eingehenden Dieser wollte aber von dem Mädchen nicht lassen, er eilte wieder einem Storbe bei sich führen und in den Schanklokalen suchen. Diskussion, dem Magistrat folgende Pläge anempfohlen: 1. Das nach Elbing und machte vergebliche Versuche, sich ihr zu nähern. Endlich Jegt war Gerhardt der vorsäglichen Körperberlegung Gelände am Priesterweg, im Besitz des Frhrn. v. Hewald befindlich, schrieb er einen mit Beleidigungen und Drohungen vollgepfropften mit tödtlichem Ausgange beschuldigt, er soll am Abende 2. Play E., 74 000 Quadratmeter groß, vom Priesterweg durchzogen, Brief, in welchem er die Koch fategorisch aufforderte, zu einer Bu- des zweiten Februar den Arbeiter Edwin Wa Ilina erstochen haben. 3. die an der Straße 98 gelegenen Wiesen. Des weiteren wurde sammenkunft mit ihm zu erscheinen, sonst würde er zu ihr kommen Der Angeklagte bestritt seine Schuld, er wollte sich im Zustande der die Herstellung einer Wasserleitung auf dem Gemeinde- Friedhof in und es würde ein Ende mit Schrecken nehmen. Zur näheren Er- Nothwehr befunden haben. In drastischer Weise und von lebhaften der Marstraße beschlossen. läuterung der der letzteren Worte hatte der Angeklagte auf Gesten begleitet, erzählte er die Vorgänge, die der Auflage zu und und eine Flinte gezeichnet. grimbe lagen. das Briefpapier einen Säbel einen zweiten hinterher, in welchem er das Mädchen in den gangen. Kaum war Am Nachmittage des 2. Februar sei er der Brief abgegangen, so fandte er noch mit seinem Korbe in der Hand durch die Linienstraße ge= Dort set ihm eine Frauensperson begegnet, welche zärtlichsten Worten und unter Anwendung der füßesten Schmeichel- fich den Kopf tief in ein Tuch eingemummelt" hatte, aus namen bat, ihm seine erregten Worte zu verzeihen und wieder gut dem nur Sie stier blickenden Augen hervorleuchteten. Er mit ihm zu sein. Er vermochte dadurch aber nicht, eine Anklage habe in der Person die dem Trunk ergebene unverehelichte Bet der Arbeit vom Tode ereilt wurde gestern der Kana- wegen Röthigung abzuwenden, die in Elbing gegen ihn erhoben Adeline Wegner wiedererkannt. Nachdem er sie angeredet hatte, jei lisationsarbeiter Karl Fengler aus Nigdorf. Der Mann brach plötz- wurde und mit seiner Verurtheilung zu 14 Tagen Gefängniß ihr erstes Wort gewesen:" August, haste nich'n Schnaps?" Er habe lich zusammen und war bald eine Leiche. endete. Die Elise Koch ging später nach Berlin und fand ihr die Flasche gereicht, der sie tüchtig zugesprochen habe. Bald sei Ueber das bereits kurz gemeldete Unglück auf dem Bahn hier eine Stellung als Verkäuferin in einem Fleischwaaren- sie so trunken geworden, daß sie taumelte. Nun habe die Wegner ihn gehofe Schlachtenfee wird berichtet: Das 18 jährige Dienstmädchen Geschäft in der Klosterstraße. Auch der Angeklagte tam beten, sie nach ihrer, im Hause Weydingerstr. 4 gelegenen Wohnung Therese Wehlisch aus Heinersdorf bei Fürstenwalde, die hier in der hierher und arbeitete zunächst in Weißenfee und dann beim zu bringen, fie befürchte sonst, von der Straßenjugend verfolgt Jerufalemerstr. 55 im Dienst war, hatte am Sonntag Bekannte in Konditor Hilbrich. In den ersten Tagen des Jamar wurde er in zu werden. Er habe ihr den Wunsch nicht abschlagen wollen und Schlachtensee besucht und versuchte, als der Zug auf dem Bahnhof Berlin verhaftet und zur Abbüßung der wieder ihn erkannten fie deshalb begleitet. Die Wohnung der Wegner habe sich im Keller einfuhr, einzusteigen. Kaum hatte sie das Trittbrett bestiegen, als 14tägigen Gefängnißstrafe nach Elbing gebracht. Nach Verbüßung des bezeichneten Hauses befunden. Mit Mühe habe er seine Bedas Publikum förmlich die Wagen stürmte. Therese W. wurde durch seiner Strafe tehrte er nach Berlin zurück und versuchte aber- gleiterin die dunkle und steile Treppe hinabgebracht. In der Wohnung einige Männer bei Seite geschleudert und kam zwischen dem Tritt- mals eine Annäherung an feine frühere Geliebte. Er schrieb ihr sei es ftodfinster gewefen. Er habe seinen Storb auf den Fußboden brett und dem Bahnsteige zu Fall; in diesem Augenblick rückte der einen Brief, dem er gleich eine Postkarte beilegte, auf welcher gesetzt und gleich darauf habe er gehört, wie die Wegner zu Boden Bug an und das Mädchen wurde eine Strecke mitgeschleift und der ihm die Koch postlagernd eine Antwort schreiben sollte. gesunken sei und sofort angefangen habe zu schnarchen. Nun artig fest eingeklemmt, daß man, als der Bug hielt, erst das Tritt- Nach Absendung des Briefes hielt er sich in der Nähe der Kloster- fei er neugierig gewesen, wie es in der Wohnung aussähe. Er brett zerfägen mußte, um den schrecklich verstümmelten Körper hervorstraße auf und fragte in der Hauptpost wiederholt vergeblich nach habe ein Streichholz angezündet und damit umhergeleuchtet. In zuholen. The man den Krankenkorb herbeigeholt hatte, war das einer etwa für ihn eingegangenen Postkarte. Als die Antwort aus dem Naum, in welchem er sich befand, sei kein Stück Mobiliar Mädchen bereits todt. blieb, ging er in den Grunewald, in der Abficht, sich dort zu er- gewesen, in einer Ecke habe ein Haufen Lumpen und darauf Selbstmord wegen Arbeitslosigkeit. In der Jungfernhaide hat sich der Arbeiter Julius Klinzmann, der seit einigen Tagen ber angegeben, daß Klinzmann seit dem 8. November feine Arbeit mehr hatte. # der Gerichtschemifer Dr. Jeserich begutachtete, daß das Blut, das an dem Messer des Angeklagten klebte, Menschenblut sei, welches nicht durch Berührung mit blutigen Händen auf das Messer getommen sei. Es sei deutlich zu sehen, daß das Messer in eine blutige Masse eingedrungen sei. Nach dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen hat der Stich, der von unten nach oben geführt wurde, die Spitze des Herzens getroffen. 1 " " Moligons" " " " Briefkasten der Redaktion. die Wegner gelegen. Neben diesem Raum habe sich in Briz, Chauffeeftr. 39. Schülerinnen- Abth. von 612-812, Frauen- Abth. Derlammlungen. Freie Turnerschaft noch eine Kabuse befunden. Er habe auch hier hinein bon 8-10 Uhr abbs., Wiersing, Knefebecftr. 113. Arbeiter- Turnb. Adlershof", geleuchtet. Dort habe zu seinem Schrecken, ebenfalls auf einem Eine ordentliche Mitglieder: Versammlung des Vereins Johannisthat", abds. 8-10 Uhr, Senftleben. Turnerschaft Haufen Lumpen, ein Mann gelegen, der sich den Rockfragen über den zur Wahrung der Intereffen der Maurer Berlins und Um- uebungsst. von 8-10%, Uhr abds., Herrguth, Oppenſtr. Arbeiter Raucherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen in; Kopf gezogen hatte. Das Zündholz sei dem Angeklagten aus der gegend tagte Sonntag den 5. Juni bei Hoffmann, Alexanderstr. 27c. b. V. Nereus", Lehrlings- Abth. von 8-10 ühr, Reichenbergerstr. 131/132. Hand gefallen, zugleich sei die Gestalt aufgesprungen, habe ihn mit Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Blaurod einen mit Bereinskalender sind zu richten an Hermann Braunschweig, Dresdenerstr. 80, der Linken an der Kehle gepackt und ihm mit der ge- Beifall aufgenommenen Vortrag über die Taktik des 8entral- 2. Sof. Mittwoch:„ Artona", Pannewitz, Skalizerstr. 41.„ Sumatra ballten Faust fortwährend Schläge ins Gesicht versetzt, so verbandes und die Gestaltung der Berliner Maurerbewegung Süd- Ost", Manegold, Biegnizerstr. 18. Waldesgrün", Kunze, Forster daß ihm das Feuer aus den Augen und das das Blut feit 1890. Bum zweiten Punkt der Tagesordnung führte Mette straße 36." Virginia", Schnieber, Admitralstr. 21. Frei Weg", Schönes Fidele Raucher", Ruppel, Böchstr. 49. aus der Nase gespritzt sei." Er sei froh gewesen, als er die Treppe an, daß im letzten Flugblatt der zentralen Richtung gesagt werde, berg, Muchel, Grunewaldstr. 129. " Intelligenz", Schmidt, Kottbuser Damm 101." Granate", Tujuntte, gewonnen hatte und flüchten konnte. Aber mun hatte er seinen Korb es sammeln schon zwei Drittel der Berliner Maurer für den Zentral" Fidele Brüder", Friedrichsfelde, Lohse, Luisenstr. 20. mit Waaren im Stiche lassen müssen, den müßte er wieder haben, verband. Das sei nicht richtig; vielmehr sammele immer noch über Forsterstr. 40. Morgenroth", Rolland, Landsberger Allee 44.- Frohsinns- Heimath", Nowak, er diente zu seinem Lebensunterhalt. Er habe sein Taschenmesser die Hälfte bei der lokalen Richtung. Ferner wurde mitgetheilt, daß 2ilhelmshavenerstr. 10.- Deutscher Michel", Pantow, Griffel, Kaiser Friedrichgeöffnet und, bis an den Treppeneingang tretend, habe er in Weißensee, Langhansstr. 11, eine Zahlstelle errichtet sei. straße 15." Kairo", Löhrich, Pantstr. 32d." Ohlauer", Rirdorf, Elias, hinabgerufen: Bin ich denn hier in eine Mörderhöhle oder einen Lefe: und Diskutirklubs. Mittwoch. Gleichheit", abends 81/2 Uhr, Berlinerstr. 14. Abguß I", Gorn, Markusstr. 23." Die Dampfenden", Verbrecherteller gerathen? Aber Jungeken, ich habe jetzt Stramm, Ritterstr 123. Heine", Rirdorf, abends 8% Uhr, Prinz Hand Jeratsch, Reichenbergerstr. 160. Weiße Nelte", Felske, Lausitzerstr. 26. „ Einigkeit", abends 812 Uhr, Beige, Triftstr. 1. mein Messer in der Hand, wenn Du mich noch einmal angreifft, ferystr. 60. Morgen: Bufriedenheit", Rixdorf, Rheden, Mühlenstr. 5. Apfelblüthe", Schmidt, " Fliederduft", Schmidt, Friedenstr. 74. Weichfelduft", Görlitz, steche ich zu. Ich will mir meinen Korb holen!" Er sei dann wieder roth", abends 9 Uhr, Dieke, Lothringerste. 67. Sozialdemokr. Agitations: Pantstr. 3b. die Treppe hinabgegangen, unten aber von neuem mit Faustschlägen abends 8 Uhr, Wesener, Artonaplay 3.- Friedrich Engels Norden", 9 Uhr Neckel, Ryleſtr. 13. flub Osten", abends 82 Uhr, Jauer, Fruchtstr. 52." Freigeist Arfona", Stargarderstr. 7. Alter Huffit", Bimmer, Jasmunderstr. 4.- ,, Kein Ton", " Nothe Fahne", Sievert, Görlitzerftr. 50. Korn: traktirt worden. Ob er dabei mit dem Messer zugestochen habe, abends, Aeißen, Voltastr. 34. blume", Menzel, Gneisenaustr. 71." Beilchenblau", Dinte, Marienburgeroder ob sein Angreifer selbst im Dunkeln hineingelaufen sei, Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorsitzender straße 22." Einigkeit II", Peufert, Köpnickerstr. 38.„ Guter Zug", fönne er nicht sagen. Er habe für sein Leben gefürchtet. Sein Adolf Neumann, Brunnenstr. 150. Ante Aenderungen in Vereinstalender Prell, Oderbergerstraße 36." Kräftiger Bug", Fürstenau, ReichenbergerGegner sei die Treppe hinaufgegangen, er habe seine Sachen zu sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 50, v. 2 Tr. Mittwoch. ftraße 39 b." Frohe Lust", Brandenburg a. H., Harwardt, Große Piedesfreiheit I", Gartenstr. 47a. Alter: Stamm", Lasow, Jahnstr. 2. fammengesucht und dann ebenfalls den Keller verlassen. Auf der Uebungsstunde abds. 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Bolldampf", " Lebensblüthe", Vogel, PallisadenStraße habe er einen Mann stehen sehen, der sich gegen ein Haus Nebelin, Langeſtr. 108. Norddeutsche Schleife", Lübbte, Melchiorftr. 15. Werder a. H., Martin, Kugelweg 58. Freya I"( Gemischter Chor), Schiller, Rosenthalerstr. 57. Lorbeer: straße 9." Fidelibus", Zimmermann, Petersburgerstr. 56. lehnte und seine rechte Hand gegen die linke Seite drückte, um das aus einer Wunde reichlich hervorquellende Blut aufzuhalten. Eine Spandau", in Spandau, Radtte, Neumeiſterſtr. 5. " Liederlust I( 1865)", Roll, Adalbertstr. 21. franz", Späth, Weinstr. 28. Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratte, Schulstr. 24. " Deutsche Eiche I", Gold, Mittwoch: Klub„ Nord" Friedrichstr. 102. Uebungsst. abends 7 Uhr. Anzahl Kinder hätten den Verwundeten umstanden. Er sei hinzugetreten Br. Frankfurterstr. 133.„ Echo I", Bantow, Clemens, Wollantstr. 122. und habe seinen Angreifer erkannt. Einem hinzukommenden Bolizei Treue", Mariannen- Ufer 2 im Lurhof. Allegro", Grube, Wrangel- Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute abends 81/2 Uhr beamten habe er selbst gesagt, daß er mit dem Verwundeten eine ftraße 141." Freiheit I", Richter, Billowstraße Nr. 65. Freier Bersammlung in G. Feuerstein's Festsälen( Inh. M. Herzberg), Alte Schlägerei gehabt, und darauf sei seine Verhaftung erfolgt. Männerchor Nord West", Pfarr, Puttligstr. 10. Kupferschmiede", Jakobstr. 75. Feind, Weinstraße 11.- Gleichheit I", Plischke, Danzigerstr. 95. Borf, Köpte, Hermann- und Karlsgartenstr.- Ecke. Hoffnung III", BrandenSchneeglöckchen I", Rir Freiheitsgruß", Schebera, Schönhauser- Allee 65. burg a. S., Wilhelmsdorferstr. 25. Arbeitergesangv." Briz" in Briz, Dorn, Bürgerstr. 4. Seeger'scher Männerchor", Göbel, Landsberger Allce 156. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baby), Arion III" Nixdorf, Geschuhn, Hermann- und Herrfurthstr.- Ecke. Maien anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schriftliche Antwort gruß II", Charlottenburg, Bartsch, Straße 6a, Nr. I.- Heimathflänge", Köpenid, wird nicht ertheilt. Meyer, Rosenstr. 101. „ Vor Wacht auf I", Lambeck, Danzigerstr. 71. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Donnerstag, „ Schneeglöckchen II", Potsdam, wärts X", Nauen, Hobusch, Marktstr. 16. Treu und Fest", Lohmann, Koppenstr. 17. und Freitag von 6 bis 7 1hr abends statt. Glaser, Brandenb. Kommunit. 16. Bruderbund", Fickinger, Usedomstr. 22. Sangerlust", Werder a./., Angelweg im Lokal. W. F., Graz. Die deutsche Sozialdemokratie besitzt außer dem VorOst und Westpreußen", Englischer Garten, wärts" 37 Tageblätter, und zwar in Süddeutschland an folgenden Orten: Alexanderstr. 27c. Rienzi", Schulze, Laufizer Platz 2." Osten", Metall: Mannheim, München, Nürnberg, Offenbach, Stuttgart und Würzburg. arbeiter, Pippte, Grüner Weg 13. Rosalie", Blaen, Königsbergerstr. 34. F. F. 152, Danzig 9. Aschendorf- Meppen( Hannover 3). Ratibor 1893. In den beiden angeführten Statistiken ist das Wahl-; Keramit", Charlottenburg, Prestel, Kepplerstr. Baget nicht", Steglitz, Schwarzer Adler, Albrechtstr. 125." Froh- Hoffnung", Faller, Pallas: refultat genau nach der amtlichen Statistit angegeben. Nach derselben wurden straße 16. Liedeslust II", Potsdam, Glaser, Brandenburger Kommunt am 15. Juni 1893 abgegeben für Frank( Bentrum) 9582, für Robota 6359. Weltenruf", Schiller, Rosenthalerstr. 57." Enterbten", und für Bebel 610; die beiden letzteren Kandidaten wurden amtlich als Bachgänger, Swinemünderstr. 96." Frohe Stunde", Scholz, Naunynstr. 6.- sozialdemokratische aufgefaßt, da dies für Robota aber nicht zutraf, haben! Melodia", Riydorf, Thomas, Bergstr. 162." Tren und Fest II", Schöne: wir in unserer Tabelle blos die 610 Stimmen für Bebel angeführt. berg, Krahayn, Grunewaldstr. 116. Zukunft II", Nieder- Schönhausen, A. Sch. 9. Das Wöchnerinnenheim besindet sich im Krankenhause; Setteforn, Lindenstr. 1. Vorwärts I", Roll, Adalbertstr. 21. am Urban. Gesang, Turn und gesellige Vereine. Mittwoch: Statklub M. K. 25. Wenden Sie sich an die Direktion der Reichsdruckerei. E. M. 20. Das ist unmöglich. Gesell. Verein Hoffnung", Dieseler, Revolution", Golz, Grünauerstr. 3. S. 17. Die für die letzten fünf. Artistenv. Vereinte Kraft", Bepfe, Plan- Ufer 92a, Mitt Jahre rüdständigen Naten find auf keinen Fall, die für weitere Jahre rückLebuserstr. 14. Athletenv.„ Atlas", Dase, ständigen Raten dann nicht verjährt, wenn die Forderung bereits auswoch abends und Sonntag vormittags. Brunnenstr. 152. Gefell. Verein Türkische Pfeife", Hansen, Danziger: geflagt war. Wagner. Sie haben zu zahlen und dann beim Gericht straße 93. Tambourv.„ Froh- Frei", Bolz, Wiesenstr. 27, Mittwochs und einen Kostenfestsetzungsantrag zu stellen. A. P. 30. Sie könnten lediga Sonnabends. Schachtl. Norden", Mandel, Seestr. 25. Musikverein lich auf Scheidung antragen. naatsch", Steffens, Kolbergerstr. 2. Pfropfenv.„ Nord- Ost", Vogel, Elbingerstr. 9. Rauchfl. Schmoke's Werke", Hegener, Krautstr. 39. Gesangv. Gesangy. Sangestreue", Spreeterrasse an der Jannowißbrücke. Bereinigung der Turnfreunde", Lerche", G. Gerber, Schönhauser- Allee. Demminerstr. 56/57, 81/ 2-1012 Uhr abds. Turuv. Osten", Männerabth., Blumenstr. 63a, 81/ 2-10 Uhr abds. Tambourv.„ Nuf", Dresdenerstr. 58, Mittwochs und Sonnabends. Musikv.„ Vorwärts", Nebelin, Langestr. 108. Theaterv.„ Proletariat", Bitherfl. ,, Alpenglückchen- Edelweiß", Gipsstr. 11. Britsch, Staligerstr. 30. Statfi. Pique Bube", Jost, Adalbertstr. 99. Artistenkl. Freiheit", Schulz, Dunderstr. 90, Mittwochs und Sonnabends. Statfl.„ Naturstock", Wittwer, Markusstr. 31, Mittwochs und Sonnabends. Swinemde. Stattl. Namenlos", Gumlich, Reichenbergerstr. 149. Theaterv. Freier Hamburg Berlin Anglerverein Freundschaft", Wille" Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Vereinslofal Wilhelm: Wiesbaden jeden Mittwoch nach den 1. und 15. im Monat. Statflub Oller ehrlicher Seemann", Dieke, Ackerstr. 123. straße 27. Arbeiter Turnerbund. Mittwoch: Turno.„ Fichte", Berlin, abds. von 8-10 thr: 1. Männer- Abth. Friedenstr. 37. 3. Männer- Abth. Böckhstraße 21. 2. Lehrlings- Abth. Stalizerstr. 55/56. 4. Lehrlings- Abth. Stephanstraße 3." Freie Turnerschaft Nixdorf- Brit", 2. Schüler- Abth. von 612 bis 81/2, 2. Männer- und Lehrlings- Abth. von 81/ 2-102 Uhr abds., Bethge Die Zeugin Wegner wurde zuerst vernommen. Sie ist eine 42jährige Person mit aufgedunsenem Gesicht. Gleichmüthig gab sie zu, daß sie seit etwa drei Jahren dem Trunk ergeben fei. Seit etwa einem Jahre habe sie mit dem verstorbenen Wollina zusammengelebt. Auch dieser habe getrunken und sei im Rausch sehr eifersüchtig gewesen. Sie entsinne sich noch, daß der Angeflagte ihr Schnaps gegeben habe, er müsse denselben aber wohl mit etwas vermengt" haben, denn nach dem Genusse sei sie so trunken geworden, wie noch nie zuvor. Von den ganzen Vorgängen im Keller wisse sie nichts. Eine im Hause Weydingerstr. 4 wohnende Zeugin hatte gesehen und gehört, wie der Angeklagte mit den Worten:" Bin ich Senn in eine Mörderhöhle gerathen?" zum Keller hinausfloh, um dann noch einmal nach ausgestoßener Warnung und mit gezüdtem Messer in der Hand wieder hinabgegangen sei. Sein Gesicht sei blutig gewesen. Die Wohnung", welche der Verstorbene mit seiner Geliebten inne hatte, schilderte die Beugin als einen fleinen Raum, der fast vollständig dunkel blieb; um wenigstens etwas Licht zu haben, pflegten die Bewohner die Thür offen stehen zu lassen. Staatsanwalt Liebenow kam nach Schluß der Beweisaufnahme nicht zu der Ansicht, daß man den Angeklagten würde verurtheilen können. Dessen Schilderung von den Vorgängen im Keller habe viel Wahrscheinlich teit für sich, wahrscheinlich sei der Verstorbene der Ansicht gewesen, daß er einen Nebenbuhler vor sich habe. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Mun del plädirte ebenfalls für Freisprechung, die Geschworenen sprachen den Angeklagten aber der fahrlässigen Tödtung schuldig, worauf derselbe zu einer Gefängnißstrafe von einem Jahre verurtheilt wurde. Freigesprochen wurde gestern der frühere Schutzmann Mindzer, den das Schöffengericht einer Schwindelei, die er an einem Wirthe begangen haben sollte, schuldig erkannt und zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt hatte. In der gestrigen Verhandlung vor der Straftammer brachte ein Droschtenkutscher die Unschuld des Mindzer ans Licht, worauf die Freisprechung erfolgte. A Das Urtheil im Prozeß der Garantiefonds 8eichner, der gestern vor dem Kammergericht in letter Instanz verhandelt wurde, soll am 18. Juni, mittags 12 Uhr, verkündet werden. " fation 16. " n Witterungsübersicht vom 7. Juni 1898, morgens 8 Uhr. Stationen Barometers stand mm Windrichtung Windstärke 765 O 763 OSO 763 763 S 765 W München Wien Wetter 2hciter Temp. n. 6. 5° 4° R. 25 Stationen Barometerstand mm Wind rigtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 5° 6.= 4° N. 13 Haparanda 767 SSW 25lb. bed. 12 2lb. bed. 17 Petersburg 3 heiter 17 Cort 1 bedeckt 17 Aberdeen 4wollig 17 Paris 762 Still- wolfent 14 760 SW 759 SSO 4wolfent 3ylb. bed. 13 14 764 NNO 1 bedeckt 16 Wetter- Prognose für Mittwoch, 8. Juni 1898. Warm bei schwachen füdlichen Winden, zunehmender Bewölkung und Gewitterneigung; nachher etwas kühler. Berliner Wetterbureau. gelangen in unserer hiesigen Fabrik- Niederlage grosse Von Mittwoch Quantitaten moderner Frühjahrs- und Sommer- Kleiderden 8. Juni Jainidoz oldmuto biofcolie ab dell antilo FABRIK- MARKE 10 with m Unserm Genoffen und Wirth Carl Lüdke, 8offenerstr. 10, zu seinem heutigen Wiegenfeste die besten Glück: wünsche. Die total organisirten Maurer vom Kreuzberg. 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Volks- Versammlung Täglich geöffnet von 10 Vorm. ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Vom Matterhorn zur Jungfrau. Invalidenstrasse 57-62. Täglich: Sternwarte, Opern- Telephon. Eintritt 20 Pf.( Gutsch. ungiltig.) Berliner. In Behandlung. An Passage- Panopticum. fang 72 Uhr. Residenz. Momentaufnahmen. Anfang 8 Uhr. Neues. Villa Gabrièle. Anfang 71% 11hr. Westen. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 72 Uhr. Schiller. Thielemanns. Anfang 8 Uhr. Thalia. Im Fegefeuer. Anfang 8 Uhr. Oftend. Auf Sumatra, ober: Die Holländer in Atschin. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Wein, Weib, Gesang. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Geheimnisse von London. Anfang 8 Uhr. Alexanderplat. Die Ehebrecherin. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte, Operntelephon. Vajfage Panoptikum. Variété. Alpenglühen. 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Juni, abends 8 Uhr, in den„ Oranienhallen", Oranienstraße 51: Zubeil, Lindenstraße 106: Mitglieder- Versammlung. Vertrauensmänner- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung von der General Versammlung in Frankfurt a. M.: Kollege Sahm. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet Die Verwaltung. 96/16 Verein der graphischen Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. ( Filiale Berlin I.) Donnerstag, den 9. Juni, abends 8 1hr, bei Herrn Hofmann, Alexanderstraße Nr. 27c: Achtung! Manrer. Achtung! Bentral- Verband deutscher Maurer. Donnerstag, den 9. Juni 1898, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Mehlmann( früher Buske), Grenadierstr. 33: Versammlung der Baudeputirten. Tagesordnung: 1. Der Stand unserer jezigen Lohnbewegung. 2. Situationsbericht der Deputirten. 3. Verschiedenes. NB. Jeder Bau, wo Mitglieder oder Anhänger des Zentral- Verbandes Außerord. General- Versammlung. thätig find, muß in der Deputirten- Berſammlung vertreten fein. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung in Frankfurt a. M. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Filialverwaltung. 4. Ergänzungswahl des Hauptvorstandes. 5. Verschiedenes. In anbetracht der Wichtigkeit der Versammlung ist es Pflicht jedes Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Garten- Theater Reichshallen. Spezialitäten. An Brauerei Friedrichshain der Reichshallen fang 72 Uhr. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch: Thielemanns. Donnerstag: Galeotto. Freitag: Die Dummen. früher Lips. Am Königsthor. SHRAVER FRIEDRICHSHA Heute, sowie jed.Mittwoch: JänischKonzert Kapelle des Kaiser Alexander Garde- GrenadierRegiments No. 1 ( in Uniform). Anfang 7 Uhr. Entree 10 Pf. Morgen Mittwoch: Spargel- Effen. Jeden Donnerstag: Ditend- Carl Weiß- Theater. Garde- SchüßenGr. Frankfurterstr. 132. Gr. Ausstattung! Gr. Ballets! Auf Sumatra oder Die Holländer in Atschin. Gr. Ausstattungsstück mit Gesang und Ballets in 12 Bildern v. Ch. Caßmann. 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Die Kollegen der Firma von Kuhnert u. Kühne, Marti nikenfelde, haben die Arbeit nieder gelegt. 81/9 Zuzug fernhalten! Achtung! Rabitzputzer. Ein II. Kursus für Praktiker zur Ausbildung von Elektromonteuren, Installateuren, Maschinisten 2c., beginnt Mitte Juni, Dauer 6 Monate, monatlich 6 M. Keine Vorkenntnisse nöthig. Leicht faßliche Lehrmethode. Anmeldungen baldigst bis abends 9 Uhr, Sonntags bis 1 Uhr. Besonders geeignet für Herrn vom Metallgewerbe. Nach Absolvirung Stellen nachweis und Abgangszeugniß. Man verlange Profpette. ,, Electra", Prinzenstr. 55. 38635* Maschinist für Columbien. Gesucht wird ein durchaus tüchtiger Maschinist und Masein muss, für eine deutsche Bei der Firma Karl Schulz, Char: schinen- Schlosser, der speziell mit der Handhabung der LindeTottenburg, haben die Kollegen wegen Lohnabzug die Arbeit niedergelegt. schen Eis- Maschine gut vertraut Der Zuzug ist bis auf weiteres streng Brauerei in Bogota i. Columbien. Der Vorstand. fernzuhalten. 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