- L Nr. 37 Illustrieries Anter halkuagsbiall 1913 s>o*x �5ciA-JJL�3ic3 MtlyeLV b«r das Oberhaupt nahm mich " nur um!o schärfer aufs Korn: .Papperlapapp, den da frag ich; euch ttau der Teufel über den Weg!" Da konnte ich lange suchen, der Fuß- bot)«n wußte mir keinen Nat. Rettung, Rettuug— hier beginnt das Verderben! fühlte ich noch: allein als ich aufblickte, sah ich eine Feuersbrunst: einen Aufruhr von choß und(Empörung... Das mar Marias Ant- litz. Schön, hinreißend, anbelungswürdig! .Rur dieLüge kann uns retten!" schrie es lauilos aus ihrem angstooll offenenMun« de.—.Rur die Wahrbeil führt zum Gmen!" widerrief es deutlich in meinem Innern. Und die Sülle war lastend wie vor einem schweren Urteilsspruch. Was trug sich zu? en in den grauen <3.'wölben der Arbeit, der Habsucht kaum eines ereignet haben mochte. Und das in der Stube eines arm- feiizeit Fabrilpför!» ners? Warum lachte ich mtr bei die'em Gedanken die entsetzliche Spannung nicht aus dem Leib«? Wir war. als uche auf meinen schwachen Schultern während der (Ewigkeit einer Minute Recht und Unrecht der ganzen Welt..Was find wir ohne dichl" erbrausten di« Himmel über mir. Rein, ich fonnk mich nicht irren. Wenn je. so ist mir!» jenetn Bugenblick dl? Wahrheit in zottticher Gestalt erschleneu, streng und herrlich zugleich..Auf die Knie. Men- scheukäid!" Noch einen Blick tat ich in Marias ver- zweifelnde Augen— nur einen— dann ballte sich mir die Lüge hart wie Stein... Was ich sprach, weiß ich nicht mehr. Aber Maria brach sogleich erschüttert zusammen, und niemand als ich verstand ihre bitteren Tränen. Sie dankte mir für diese tiefe Erniedrigung um der Liebe willen. Herr Thurnheer. der seine Tochter schwer Dslow, der in Aussicht geuvimuene neue Sit» der deutschen Gesandtschaft in Rnchlaud gekränkt zu haben wähnte, ergab sich mit Hängen und Würgen:.Ja, jetzt läute mir mir nicht mit allen Glocksn zniammen. Es raür beim Eid nicht das erstemal, daß du unter falsch.- r Flagge segelst. Man hat Bei- spiele von Ezempel». Meinetwegen lauf! zu. Aber merk dir s, erwisch ich dich noch einmal aus anderen Fährten, ja spinnst du dnnn keine Seide an den folgenden Sonntagen!" El»er. nochmaligen Aufforderung de- durste es woinlich nicht. Auch mir brannte tFortsetzo«,, der Boden unter den Füßen. Ais wir ins Frei« kamen, schienen Marias Augen schon wieder trocken und empfänglich für das Schöne, das ihrer harrte. Sie sing gleich an munter auf meine schwere Verdrossenheit einzusprechen, mit leichlsinrnzen Worten eine Brücke zu bauen. „Ich will mir Halifax- Schlittschuh kaufen. Weißt du, solche, zu denen man keinen Schlüssel braucht. Man drückt bloß einen He- bei— eins, zwei, sitzen sie fest. Was meinst du. wieviel kosten die oernickest? Meine ganze Habe sind sechs Fränklein.. Zwei habe ich noch mitMühe und Rai der Mutter abgeluchst" Sie durste ja schon ans meine Leihilse zäh« len. Rar der Sach- kenntnis halber, nicht um sie zu ducken, de- merkte ich:„Halifax kosten zehn, ober 3)!sr. tur vernickelt tonn in an schon siir acht haben."„To? ach wie schade, dann muß fch eben Merkur nehmen! Die sind ja mit Rlemeu und Schrauben." sagte sie der- motzen enttäuscht: daß Ich ihr am liebsten veisilderre ohne a!!e Schikanen angeboten lchtte. Der wäre!a auch nur ein halber Mensch, dem es in diesen Jahren nicht' in den Beutet Üipfte. ieiacn Schatz mit A?» schenken zu erfreuen. „Ja. war: jetzt mir eine Weiler am End langt's doch nach für Holijaxeni" beruh ig!« ich sie, indem ich mit einigen Fimsiranken» stücken, dem Rest meines Monaistechns, großartig zu klimpern begann. Holla! Gelt. da merkte sie gleich, ur-i wem sie es zu im» batte. 140 Di» Neue Welt. Illustriertes Unterhaltungsblatt. „Ist es wahr? Willst du mir soviel leihen?" rief sie ganz beglückt und begeistert. „O ich freue mich närrisch, was nieine Freundinnen für Augen machen werden. Und das da—" sie drückte mir keck ihren Fuchsfellmuff ins Gesicht: Rate, von wem?" Auch die molligen Schwänze des Kragens mußte ich betasten.„Denk dir, vom alten Herrn Hirsch zu Weihnachten! Und wenn ich jetzt dazu noch Halifaxen be- komme— o Gott!" Ich nickte n»r, damit die lieb—olle Brust sich nicht verrate. Mit dieser Au-�icht als Lorspann wollte sie den Weg zum Hasen natürlich nur noch im Trabe zurückleHen. Sie entschied auch sofort, daß wir nach Wei- Ningen lausen und dort im„Nitren", wo nur die feinen Leute einkehrten,en! Wahrhaftig, mich drückte Zimmer noch der moralische Kausschiliini. den ich für die gemeinsame Freiheit erlegt hatte. Sie aber war schon völlig loszebun- den, ausgelüftet und blickte auch im Geiste nicht mehr nach dem Pförtner- Häuschen zurück. Das war kein Gehen mehr; sie tanzte, schwebte vor Beha- gen und Erwartung. Singende Seele, RauschgoidherzI Als ich dann meine alten, längst zu kurzen SchliUschuhe herunterholte. schlug ihr doch ein wenig das Ge- wissen. Da wollte sie durchaus nur ganz einfache kaufen. Ich mußte Ihr hoch und heilig schwören, daß Ich nur deshalb keine neuen anschaffe, weil ich mich so sehr an die alten ge- wohnt hätte. Schon von weiiem spürten wir den Wirbel der Lustbarkeit, die lange Pro- zession der Narretei. Der ganze Hafen vom Kornhaus bis zum Leuchtturm war mit bunten Papierlaternen über- zogen(das Nachtleben auf dem Eile mit Musik und Feuerwerk übte, das versteht sich, den größten Reiz aus): überall in Usernähe sah man ariszeschlagene Aelte, italienische Maronirösier und Punsch- brauer, Maskenzüge, Stoßschlitten umschwärmt von unzähligen Schlittschuhläufern. Was verschlug es diesem ausgelassenen Volk, daß die Kunde von einem neuen Unglück die Runde machte? Maria und ich vernahmen sie, noch eh' wir den Hajen erreichten. Drei junge Menschenleben— zwei Kantons- schüler und die einzige Tochter des Eisen- Händlers Knecht—»aren aus einen Schlag vernichtet. Die beiden Knaben hatten das Mädchen in die Mitte genommen und waren weit draußen auf ungeprüfter Fläche eingebrochen und rettungslos versunken. Der und jener hatte die anmutige Troika hinaus- fahren sehen, wo die Sonne blutigrot, ver- lockend durch den Nebel brach, und andere wollten sogar Hilferufe vernimmen haben, ohne zu wissen, wohin sie sich wenden soll- ten. Nur ein Schulkamerad der Verunglück- ten war ohnmächtiger Augenzeuge ihres Un- terganges gewesen. So glich die magnetische Decke einem von Elementargeistern ausge- worfenen Fangnetz mit listig gezogenen Maschen und Rissen zum Unheil derer, welche die Gefahr mehr als die Weisheit liebten. Umsonst waren die Schiffer mit Tauen und Enterhaken hinausgezogen. Die drunten gaben den Raub nicht her, wie sehr auch die Mütter weinten und flehten. In die Arme eishauchender Undinen, die nach der Glut der Menschenjugend schmachten, blieben all die Opfer gebettet, bis der Tau- wind kam und den unheimlichen Kristall- palast in Trümmer legte--- Ssllte uns die Tvauerbotschast eine letzte Warnung sein? Nicht nur kannten wir die Versunkenen: ihr Ende mahnte uns peinlich an das unredliche Mittel, wodurch wir unsere Freiheit erlangt hatten, und pflanzte das Gefühl der rächenden Nemesis in unsere Brust. ,Mär s nicht gescheiter, wir gingen wirk- lich ins Kongert statt aufs Eis?" sagte ich, von meiner schweren Verantwortung durch- drui�en.„Ach warum nicht gar! Wenn man in der Nähe des Ufers bleibt, wie wir es n—chen wollen, oder nur in den abge- steckten Bahnen fährt, kann einem ja nichts paffierenl" suchte Maria die Gespenster zu verscheuchen, starrte dabei aber selbst mit Grauen auf das sorglose Gewimmel, darin jeder dem Glauben an eine eigens über ihm waltende Vorsehung zu leben schien. Ueber- dies tönte vom Dom herab gerade die Vesperglocke und klang seltsam fremd hinein in all den Mummenschanz, daß man sich in eine Märchenwelt versetzt wähnte und man- ches Auge bang nach dem signatgebenden Feuer des Leuchtturms bückte, ob nicht mit dem Wechsel des Lichts das Feld der Freude sich verwandle in Schrecken und Untergang. Doch schneller als ich dachte, erfaßte auch uns die Lebenshochflut. Hand in Hand mit der reizenden Maria überwand ich endlich alle Scheu, Schwerfälligkeit und lähmenden Unwertgefühle. Leicht und beherzt glitten wir hinaus, die uns oertrauten, gemeinsam erlernten Bogen ziehend, so daß Ich aus manchem Augs freundliches Lob und Stau- nen lesen konnte. Auch Maria wußte um die anerkennenden Blicke, ohne daß ste diese herausfarderte. Entgegen ihrer begehrlichen Natur hatte sie unter fremden Menschen nichts Keckes an sich, und doch lag darin, wie sie meist lächelnd zu Boden sah, eine über- raschende, ausreizende Gewißheit ihrer Wirkung. Aber mein war der Stolz, mein der Lohn! Manchen Frühlingsmorgen muß ich loben, wann ich mit gehobener Brust, ver- jünglem Blick und neuer Hoffnung durch leuchtend grüne dampfende Fluren dem nn- bekannten Glück entgegenschritt: doch keiner ließ meine Gtfllhle so hoch steigen wie jener rauschende, glitzernde Winternachmiltag. Leuchtzarben gleich schössen sie durch die Nc- bel himmelan, den Schöpfer zu grüßen, der mir glühende Liebe ins Herz goß, indes Feld, Wald und See vor Kälte erstarrten. Durch unsere vereinten Hände strömte das wärmende Leben hinüber herüber, und die schrankenlose Bewegung, die wunderlich dräuende Gefahr unter den Füßen ver- mehrte noch den Ueberschwcmg. Wohl hakte Maria Grund genug, mir gerade heute von Herzen dankbar zu sein. Aber sie war mehr als das— zirllich, schmiegsam, ganz mei- nem Willen hingrgeben. Wie oft ging sie sonst versinnen neben mir her und ließ es mich bitter fühlen, daß sie in Gedanken an- derswo weilte. Diesmal aber war sie mit Leib und Se»le bei mir, als brauchte sie, um vor Abschweijungen geschützt zu sein, nur einen Blick aus ihre funkelnden Schlittschuhe zu tun. die ihr vollends den Anschein eines wohlgeborenen Fräuleins liehen. M»um dreihundert Meter vom Ufer entfernt, liefen wir dem nach- sten Städtchen zu. In dem sich verdichtenden Nebel war mitunier kein Mensch zu sehen: um uns her wuchsen die Schauer und ln uns eine Stimmung von schwindelnder Seligkeit, von Liebe, die über dem Abgrund schwebend, auf Erfüllung hofft und vor des Ratfels Lösung zittert. O, wie es mich aufhob und forttrug, wenn Maria, die zuweilen schalkhaft Extratouren machte, beim Krachen des Eres schnell wieder zu mir ge- stürzt kam und meine Hände fester umklammerte, als hätte ste einen all- mächtigen Beschützer- zur Seile, der zu Ihr sprechen konnte: Fürchte öich nicht, ich bin bei dirl... Ja. hintnien möchte ich und beten zu meinem trägen Herzen:„Sing mir noch einmal den Reigen der Liebe in tausend Gefahren; ruf mir zurück die stürmischen Gefühle, daß sie leuchten mit Regenbogensarben- pracht aus deinem gewitterdunklen Grunde..." Indessen ging der kurze Nachmittag schnell zu Ende. Bor dem Untergang schien sich die Sonne noch einmal mit ihrem Herz- blut durch den Nebel kämpfen zu wollen; der rtahe Horizont war eine purpurne, die Blicke mächtig bannende Lohe. Ich dachte, in der nächsten Sekunde werde die letzte Hülle zerreißen und eine blendende Licht- flut über uns ergehen. Statt dessen pfiff uns der Wind immer schärfer um die Ohren, und in der kälteren Luft wurde der von einem User zum andern laufende Donner so gewaltig, daß wir zuweilen ein leises Auf und Ab unter den Füßen zu spüren mein- ten und darum das sich schnell nähernde Ziel dankbaren Gemütes ins Auge faßten. Als Moria den Fuß auf festen Boden setzte, sah sie noch einmal«usschauernd die lange Bahn zurück bis zum Leuchtturm von Treustadt. Rot blitzte es auf: dann folgte das grüne Fanal, die Läufer zur Heimkehr mahnend, zurück in den sicheren Hafen. „Ich hätte nicht gedacht, daß es so schön sein könnte. Aber zurück fahre Ich doch mit dem Zug. Mir zittern die Beine— ich weiß nicht, ob von der ausgestandenen Angst cdcr von der großen Anstrengung." Tief Atem holend, ließ sie sich auf ein Brnik- lein von ungezimmertem Holz sinken, die Füße schwingend, den Muff ins Gesicht gedrückt, damit das verfrorene Rüschen, die blaugeränderten Ohren wieder auftauen Fjeirnkebr. Durch die Lande brauft der Zug, Braust durch die Nacht, den drängenden Cag,- TTlir aber geht es nicht lchnell genug! Ralcher eilt meiner tdünfche]Plug, Gilt meines Rerzens lehnender Schlag. ein Sterben war's all die Jahre lang: Verweht, verwandelt Liebe und Luit, Verstummt, verklungen der letzte Sang, erltickt des Lebens mächtiger Drang, erltickt das Lache» in bangender Brust. Nun aber durch den starren Cod Brandet und braust meiner Sebniucht flut! Sterben war unfer täglich Brot— Nun ist vergellen all die Not: Leben! Leben! jauchzt mein Blut. � Kurt Bcilbut. e ? S Die Rene Welt. Illustriertes Unterhal verwendete viel Sorgfalt auf ihre Auesrhnuickung und besonders unter den TUrklopfern finden sich eine Fülle schöner kunstgewerblicher Ar- betten. Der Türklopfer, der bei uns heute vergessen, in England noch immer eins Rolle spielt, war ein Hammer oder ein Ring aus Eilen, Bronze od-r Messing. Er war beweglich an der Haustür angebracht und traf, wenn man ihn in Bewegung setzte, mit einer vorragenden Stelle auf ejnen Metallküopf, so daß ein laut pochen- des Geräusch entstand, welches die Ein- wohner des Hauses zum Oessnen herbeirief. Die Schellenzüge waren gleichfalls außen an der Tür befestigt, und zwar hingen sie an einer Kelle herab, welche mit einer Klingel oder Schelle in Verbindung stand, die sich beim Ziehen bewegte und erlöme. Auch im Innern des Hauses hatte man In den verschiedenen Zimmern Schellenzüge, welche die Dienstboten, oder sonst Personen, die man gern rasch zur Hand haben wollte, herlxkäuten mußten. Dies« waren im Ge- gen�atz zu den an der Hau»tür befestigten KlinDelzügen, die aus Mekall bestanden, vielfach bestickt oder aus Perlen zusammen- gesetzt. Die Klopser und MctaUschellen- züge»»den den H,näa>«ct»n Ge- legetcheit, ihre gr»te Kunstfertigkeit und Geschiektichkeit zu b«»ei- sen. Zur Zeit der Gotik r«>ren die Handwerker mit ihren fubtilen. seinen Arbeiten«uf einer hechen Siufe. Sie fertigten Türklspj»», die z. B. einein Urchitekieiiw«rk nachgebildet waren, o»er die ein« gotische Fensterroä» vorfteltan. Derartige'eine, durchbrochene A»- beiten der Schlosser uirft Schryieä» — denn d'eses war»«m«ls n»ch eins— traf man überall, an D»- men, großen profanen Bauten �4,.--,» und an Bürger häufern. D«, ein- ui"* zug aus Hüdes- heim fachste Haus konnte dieser künst- lerisch arbeikenden Handweiber nicht entbehren, denn da das Prin- zip bestand, das Eisen nicht im Hotzwerk zu verstecken, sondern als Zierrat recht offensichtlich anzubringen, wi» die vielen schönen Türbänder, Tiirbchchligs und Schlösser beweisen, mußt« man Wert aus ihre schöne Verwendung legen. Die Ro- setten und Kreuzblamen an den Schlössern und Klopfern, die Bankirnamente und die Verzierungen der Schlüssel, deren Geisse mit durchbrochenem Migwert gefüllt wur- den, die zierlichen Häuschen,«eiche die Türglocksn bargen, die Schellenzüge und Beschläge, sie alle waren von dem S-schmnck und der Sorgkaü der Schmiede abhängig, welche nicht nur Geschicklichkeit, sondern sehr oft auch wahres Kiinstverswndnis besaßen. „Die gotische Kunstepoche w«r die goldene Zeit des Schmiedehandwerks", sagt Falke in seiner„Geschichte des deutschen Kunst- gewerbes".— Aber auch die Renaissance leistete in dieser Hinsicht Großes. Wenn man die Schmledear- beiten dieser Zeit be- trachtet, so gibt nian mit Bewunderung die große Kunstfertigkeit der alten Meister zu. Und gerade in Türklopsern leistete die Renaissance sowohl in Italien als in Frankreich und Deutsch- land Großes. Viele der aus jener Zeit erhalten gebliebenen Bauten mit ihren elsenbeschlagenen Türen in Nürnberg, Braunschweig, Aachen und anderen älteren Städten legen Beweis dafür ab. Die von uns wiedcrgegebenen Schel- lenzüge stammen vom Rathaus in Hildsshoim. Die moderne Kunst- fchmiedeiei hat weniger mit Türklopsern unb Schellenzügcn im alten Sinne zu tun. Es ent- stehen jedoch an Klingeln und Türbeichtögcn für besondere Bauten des öfleren auch heuic'ehr tchänc Arbeiten. Leider weiden aber auch gc- rode an Türklrngsln mit- unter recht geichnmcklole und überladene Massenartikel hergestellt, welche den Eindruck einer Tür, wenn sie im übrigen auch gediegen ge- arbeitet und wohlproportioniert ist. sehr ablckWäcbcn.— er. Sch-llenzug Der slechiW Söget. Ein Asschickter Bastler kann seinen Kindern, Enkeln o£*r Geschueislern mit diesem Säger viel V«r- gnügen bereiten. Seine Anfertigung ist nicht allzu schwer. Da» Männchen samt der Säge wird in einem Stück aus Holz gesägt oder aus starker Pappe oder Mech ausgeschnitten. Es empsi-htt sich, das Männlein et»a 15—20 Zentimeter hoch zu mache»: zu beachten ist. das; die Säge genau kreissörmig gebsgen sei» muh. Der Mittel» punkt des Kreises liegt in der Fußspitze des Männleins. Die ausgeschnittene Gestalt wird bunt bemalt oder beklebt, die Säge mit Silb«rp«p!er iiberzogen oder mit Sil» berbronze gestrichen. Nun ist noch nötig. an dem unleren Ende der Säge ein kugel- förmiges Stück Blei oder Eisen zu besesti- gen. Das Gewicht dieser Beschwerung rich- tct sich nach der Größe de» Spielzeuges und muß demnach ausprobiert werden. Es hat tun Zweck, das Männlein bei der Ausstellung auf dem Sägebatken in senk- rechter Lage zu er- hallen. Der Säge- balken, ein Brettcheu von etwa zwei Finger Breite und Hand- läng«, wird durch vier Füße gestutzt. von denen unsere Zeichnung zwei»er- oaschauticht. Setzt man das Männlein, wie es die Abbildung zeigt, aus den Balken und drückt es nach hinten oder nach ocrrii Über,!o pendei! es nach dem Loelvsien längere Zeit vorwärts und lückwärts, was so aussieht, als setze es mit Eiser die Säge in Bewegung. Verlang- samt sich das Pendeln, jo wird es mit dem Finge r von neuem angestoßen P. H. Die Unipol»!'?Notor. Den heutigen elektrischen Motoren ist eine totosiale Ver- breilung beschieden wegen ihrer vielseitigen und sicheren Brauchbarkeit, aber dennoch befriedigen sie den Erfinder nicht, da sie be» sonders in ihrer Form für Gleichstrom nach gewisse Komplikationen tragen. In der Tat mußte sich ihr Bau und ihre gesmnte Funktionsweise wesentlich oeremsachen ias- seil, wie bereits früher gemachte Eni- decknngen und daraus weiter entwiffeile Elementarversuche bewiesen haben, wenn es auch bis jetzt nicht recht gelingen wollte, aui dieser wissenschaftlichen Grundlage kür die Praxis geeignete Motore zu konstruieren. Dessenungeachtet'st das cuider« und seltene Prinziv an sich so wissenswert. daß wir es an Beispielen kurz ichito»ra wollen. Sein Unterschied gegenüber dem der fetzigen Gleichstrommotor« ist der, daß bei den letzteren die Notation nur infolge einer fortwährenden II m l e n t u n g der Zirkulmionsrichltung des Stroms und der Magnelbeschafsenheit im drehenden Teil zustande tammt,— eigentlich ein Widerspruch zu dem Charakter d§s in sich stets gleichgerichteten Strome. Bei dem Uni- polarprincip dagegen wird eine kontinuicr- lichc D ehung nur durch aleichgerich- letze Ström« und gleichbleibende Magnetismen erregt. Nach der Theorie müßte hiernach schon ein gerader Draht, der sich vor einem starken Magnetpol befindet. sich wie eine Tronsmisstonsn'tlle sosart mn feine Achse drehen, sobald man einen kräi- tiaen Strom bindurchichickt. Die Alissüh- riinq des Versuchs stößt lediglich aus mecha- niiche, teilweile aber bereits behobene Schwierigkeiten. Völlig cinwondsrei glückte es h. a. de la Nive. die unipolare Rv- Nachdruck deODfefttt« verdsisui Sirantoofil» Siedakteur ii. Berlao f>Qniöuro#r S�uckthn.Mfer�i und totion experimentell zu beweisen. Bon ihm rührt folgende Anordnung her: In einer senkrechten Drahtfpule steckt ein Eisenstab und trügt um sein oberes, weit heraus- ragendes Ende ein eiförmiges Glasgesäß, dos durch eine eingeschweißte Glasrohr- lstilse luftdicht abgeschlossen ist. Ilm dieses liegt weiter innerhalb des Gefäßes ein Me- tallring und demgegenüber oben m der Spitze ein einfacher Mcwllstift. Da» sind die beiden Elektroden für einen von außen Das'kkusbossern von Schirmen ftmn selbst Docnrijmcn, indem man alte breite fccldcndlcnben richtig avpajjt. an ihren Enden zusammen» naht, die Schirmenden adirennt. die Blenden cmshMet und dann mit der iScaichin« aufsteppt. Man kann auch abslechend* Blenden nehmen und nähr dann die umtrcn Äldeti wieder reft. Ist der Schirm in den Brüchen schnd- hast,'q näht man(Abbildung« schmale Blenden'aus. zuge>?it«tcn, hochgespannten Strom, der innen zwischen Stift und Ring einen lau- gen. schwachgekrümmten Lichtbogen erregt. Wenn man einen gewöhnlichen Gleichstrom durch die Drahtjpnle schickt und damit den Cisenstab magnetisierr, beginnt der Licht- bogen um ihn herum zu wandern und be- lgirrt in der Drehung während belicbig langer Zeit. Doch nicht allein hier zeigt sich die unipolare Rotaciim, londern auch an metallischen wirklichen Körpern von mecha- irischer Beständigkeit. Das bist? Beispiel ist dafür der rotierend? Magnet Faradmzs. Ei» stabsörmiger, rund abg?drehter Stahl- inagnet liegt an seinen Enden, also seinen Polen, in kleinen, zentrischcn Spitzen, um eine leichte Bewegung um seine Achs? mm- führen zu können. In seiner Mitte ist ein« kreisnnrde Hupierfcheibc befestigt, die unten mit ihrem Rand ein wenig in das>. ueck- silber eines Näpfchens taucht. Der Gleich- ström stießt hier durch d?ir Stohtmagneten, die üupsetsch-ibe und im Quecksilber zurück. Nach dem Einschalten setzt sich der Magnet in andauernde Ndtarivn. Die tsesercn physikalischen Ursachen der unipolaren Rv- talion zu erörtern, ist uns bier leider un- möglich, da ihre genune Erklärung manche Umgestaltung unserer landläusigen Begriste vom Mognensmus erfordern würde, kh. Neue Bücher. Hans Pflug, der in die- stm Blättern schon verschiedenilich zur Sprach? gekommen ist, hol unlängst ein kleines Gedichtbuch„Eine« Lebens Sprache" (Bayreuth. Perlag der Bayreuther Drucke- rei und Berlagsanstall, G. m. b. H. Preis öl) Pf.) herausgebracht,� das manches Schöne enthält und Beachtung verdient.— „Der babylonische Turm" betitelt sich ein Roniau von Josef Ponten, der bei der Deurfchen Berlagsansialt in Stuttgart (Preis gehestet f> Mk� gebunden 8 Mkt) erschienen ist. Die eigsnarlig aicfgebaute Er- zghlunq gibt die Gesrfnchie von Patriziern und Handwerkern, von Schurken und Ehrenmänueru. .>.. T'-:—.. Schech. Bearbeitet vom Dornenden d?S Deutsihen Arbeiter- fchad. 2al, ff, co, SM, ff«. Bauer: J«4- Bauern: 07, eö, b5, iiO. lltifcc heuUrtc�- Problem ifl eine ErstliagS- arbeit. DaS Stülk ist nicht übel, und hat drei flinz irelle Mattbttber nnf»,»weifen. De? Ber- sasscr. weit über 30 Jahr alt. ist von Berus Kut- scher. Wie ja auch die Behandlung der. Svringer- züge beweist, dast er mit„Bferden" uWMgehe» versteht. L-isu«? Är. 17. O. Dehler. 1, SBcft— f6 cTXW, 2. Dr7— b74=. 1...... c7— eo, 2. t5)