JDie Gerechtigkeit ckrJUanamie�öeDfer &rzcLl)Iunrntt Z*cibn. Farial»« ghtj auf Hausschuhen mit «ine« kis»« Schlmjen ab unv zu. Tie hatie keinen leichlen Sang: eiit Aichei wunderte sich »ber da» stattliche, breithüftige Deib mit be« eignrtSmlich hellen 5)aar, das der Setter sich auaze�icht hatte. Da erwacht« Hast Denier. Er fuhr mit der unverietzte« Hand auf die Tischplatte und in die L«»t und ,ag die Branen»der d«,«rwschenen Äugen dach, f» d«ch ft« unter der Stirndind«««aichwanven: dann blies er d!« Alktern auf wie ein»itternd»» Tier und lallte. Wer da fei, fragte er. Vaiiann« trat auf ihn zu. „Der Aetier ist«»gekamnien/ sagte sie. .Sitten Tag.?.sst.* grüßt« Micke! Mit der«Iben suchenden Bewegung streikte Denier die Hand aus. Mchet hat zu ihm und ergriff sie. Cr«ußte nicht rech«, wo» er lagen lallt». .Hast— hast du mich noch gekannt?"' fragte venisr Gleich darauf stieß er»in garnige» Aechzen und dann einsn Fluch aus, der io deftig und deutlich war, daß selbst Michel ihn oer- stand.Sei rutzig. Isil.* mahnte M,,ian„». Der Krtlppel»ürgte und biß an dem herum, was ihn erregte. Bach»mar Weile wurde er H«rr dmüder..So ein Leben" kauerte«r noch. Darauf hieß er Michel sich lege,,, und noch einar kleinen P-iu'e begann er ruhigsr z, tprechen Als er drei Sih« lang zugehört hatte. sah Michel sich»«»<«£?»«ach Marianne um. Er gab sich Müh«, aber er begriff nicht, was der andere sprach. Datiier mit da« scharfen Spürsinn des Blinden bemerkte die Besnegung. Er erregte sich abermals.„Setze dich zu uns. Marianne," befahl er mit zittern« der Unmirfchhett w seiner schweren Zunge. Gelassen setzte sich Marianne zwischen die Männer. Nun begann Denier Kz er- klären, warum er Michel gerufen halte und wa» er van ihm wollte. Nur selten erfaßt« der Angekommene sofort, wa» er meinte. Marianne aber nahm ihrem Manne die Worte von den Lippen und aerdeutlichte sie dem andern: .Hier bist Du nicht nötig, hier wäre sie schon fertig geworden, die Frau. Sie weiß sich selber zu Helsen. Und Melk, der Knecht, Rsues Werben Wie die T'iwnie. die schutzlos lehnen, gegen die Luft in ermüdender Blüten last, wie die faatschwercn Felder sich dehnett und die harrende Mutter in ruhloser?!ast, So schwer und müd ist die Welt geworden, müd von den Dingen, die noch nicht sind... müd von den Taten der heimlosen Horden, die in ihr treiben, und müde vom Wind. Aber auck wie die Bäume, die immer schwellen, deren Blühen nie endigt, von Sonne gesengt, wie die Frucht, in deren Zellen das Blut»ach neuem Blühen drängt, Ja, wie die Blüten im Licht der Stunden im Taumel deS BiühenS, frählingsbezecht aufwirbeln und decken der Erde Wunden— so prägt die Zeit ein neues Keschlechtl Na» dem Aullimdlschen auiiua Qetfa« de« J. Kelt Zliuu» Leria?. 1 - weiß Bescheid. Aber da ist der Handel. Er hat zugenommen. Es muß einer viel im Land herum. Und da ist das viele Land im Berg. Ein? Frau kann nicht überall fein:" So schildert« Denier, schars nachdenkend. seine Lage. Eine gewisse Hast lag in seiner Art zu sprechen, und er saß in sich hinein- gekauert aus seinem Stuhl Die beiden anderen hieilen die Arme aus den Tisch gelegt. Mariann« sprach ruhig, lind mit llarem BwfLsnimi» siigie st« da tLbrtter.ung) und dort eine Erklärung hinzu. Und ebenso ruhig nahm Michel entgegen, was sie ihm schilderte, nickte einmal dazu oder sagte ein paar Worte, so gedenke er es anzugreifen und so und so Zum crstenma! seit ihrem Hiersein empfing Marianne ein Gesiihl der Zufriedenheit und Ruhe. Sie halte da» Hauswesen Deniers kennengelernt, den Knecht und die Mägde unter ihre Hand ge« noimnen, aber sie itieß aus Miß- trauen, fühlte, daß. wo sie nicht war, manches nicht ging, wie es iolUe, daß insb? ondere der einttägliche Viehhandei danie« deriag. Run iaß neben' Ihr einer, der den Eindruck der Uneigcn- nützigkeli machle. Berirauen zu verdienen ichien und Berstäud» nis für leine Ausgabe zeigte. Michel Denier tat Marianne wohl: er war der erste, der etwa» Freies und Osienes halt« und der ihr nicht wie ein heim» lichei Widersacher eiichien. Auch ihr Mann begann dann di« Aussicht aus eine gedeihlich« Fortführung ieiner Geichäste, di« sich ihnen im Verlaus der Un« lerredung auttat, wohllätig zu empfinden. Er>oß stiller al» sonst aus fehiem Stuhl, kört» | aufmerksam zu und nickte manch- ' mal zu dem, was die beiden > anderen sprachen. Als Mlchel l fpäier ausstand, um noch der - Kammer zu gehen, die ihm - Marianne zeigen ließ, mur» i Nie!» der Blinde letzterer zu! !„Der ist der Recht«. Frau, da» ist der Michel." glaube, daß er gut sür un» sein wird." gab Marianne zurück. Schon bald nachher Hörle sie.«i!s Michel mit Melk, dem Knecht, sprach, sah ihn in Arbeiiskleidsr» stehen und freute sich, daß er mit Zugreisen nicht zag-rte. Michel rechlsertigte ihre gule Meinung. Er war schon am nächsten Tag früh auf Denicrs Bergeizen Am Abend brachte er Nechncht vom Stand des Biehe» und vom Gehaben der Knechte. Aus die soigende - „Sch , CS R O. L �5«CT JO C i « P!S< Vi W« ij■ j< j.j Die Nciie CRoff. Illustriertes Hnferftarftin�Sl'fnft. Haus und blieb über einem Kartenspiel bis an den Abend aus. Aloisia, die Köchin, war über Land geztmflen. Verwandte besuchen. Co besorgte Marianne mit Hilse der 5)dnrira. was im f)au|e nötig war. Nach Dunkelwerden vermißt« sie plötzlich die junge Magd. Sie ging ihr nach, und als sie sie im Hause nicht fand, schritt sie nach dem Stall hinüber. Die Tür zu dieiem stand offen. Der Schein von Melks Laterne, die Ir- geudio» amDoden stand, beleuchtete die Schwelle und lag rot aus den runden Pflastersteinen des Eingang». Marianne erreichte die Tür von der Seite her. Eh« sie selbst gesehen wuid«, erblirtle sie die Heinrika, die bei dem Knechte stand. Sie tuschelten und neckten sich. Wenn der Französischer Uhr- mit linkischem ftänder teinaelegte Drangen dem Madchen Arbeil) zärtlich tat, zierte sich dieses noch und wand sich los. Aber es lief nicht davon. Eine Art Gier nach der Berührung des Mannes lag in ihrem Wesen. Marianne flieh die Tür an, damit sie ihre Nähe merkten.„Es gibt zu tun drü» bcn," sagte sie mit starker Stimme zur Magd. Die beiden stoben auseinander. Melk machte einen Bückling. Heinrika schlich sich mit bängendem Kopf hinweg. Marianne kümmert« sich nicht weiter um den Knecht, sondern soigd« dem Mädchen, verlor sedoch kein Wort weiter über die Sacke. Am Nachtessen hatten Melk wie die Magd verlegene Gesichter. Erstercr vcr- doppelte seine Unierwiirsigkeit. sobald Mari» annes Blick aus ihn siel. Durch die Scheu der Heinrika aber brach eine hcisze, heim- liche Freude. Manchmal glänzten ihr» Augen. Marianne zürnte nicht. Es gehörte sich nicht, dasi die Magd aus der Arbeit lief! aber— das ondire — das Tändeln mit dem Knecht«richten Ihr harmlos; Im letz- teren lag fast eine Enlschuldigung für das erltere. So sprach sie nicht mehr von dem Vorfall, wie die Schuldigen vielleicht erwartet hatten. Es war aber seltiam. datz sie selbst Marianne, ihre Gedanken nicht daoen abbrachte. In der Nacht, als sie Im Bette lag. iuchie das Bild sie heim, wie Knecht und Magd beieinander gestanden. Sie stellt« sich vor, daß die beiden einander heiraten würden und sagte sich, daß sie, Marianne, einen wie den Melk nicht machte. So»ahm sie mit ihrem eigenen Innern unwillkürlich Anteil an dem Vorkommnis. Von da an war ihr Blick sür dos ge- schärft, was zwischen den zwei Liebe-Icuten vorging. Sie beobacht»ie und sah, wie die jung« Heinrika gleichsam von einem Fieber Intarsia besesicn war. Das Blut wogte dieser unter der farblosen Huut. Wo sie konnte, stellte sie sich dem Melk in den Weg Marianne suhlt« eine«igentllmliche Unruhe in sich. Es löste sich alpsiädlich in ihr etwas aus, was sie bedikngte. Sie war sich über das Gefühl nicht klar. Halb war es Neid ans die Hein- rik«, halb ein Verlangen das sie nicht be- grisf und von dein ihr schwül wurde. S!» wollte sich zwingen, das Gebaren der zw»! Verliebten zu übersehen. Aber e« hals ihr nicht. Sie gewahrte ihre Blicke, ihre heim. lichen Zeichen, hörte sie flüstern und zärllich tun und wußte dabei nicht einmal, ob st« Wirkliches erlauschte,»der ob. was sie vor- nahm, nur in ihrer Einbildung lebte, „Du bist nicht bei Laune letztlich.' schmälte Denier eines Tages. Marlene drehte sich sah nach Ihm um. Sie sühlic, wie heiß ihr wurde. Ahnte er etwas von dem, was ihr zu schassen macht«? Witterte er? Es hieß. Blinde hätten ein seines Gefühl für anderer Empfiiedmage». „Wies«?' fragte sie. „Was weiß ich," stichelte er zurück. „Vielleicht fängt es an, dir langweilig z« werden bei dem Menschenscherben, der da — da In dem Stuhl liegt." „Klag nicht immer." erwiderte Marianne. Das war richtig. Seine Klaghostigkcit und Unzufriedenheit wuchs von Weche zu W»ch». tofc.fl Eingelegte Rokokokominode Inkarsia. Die Technik der Intarsia war bmsis dem Altertum bekannt. Diese in das Holz der Möbel eingelegten Verzierungen au» verschiedenartig gesalbten Holzem, aus Metall, Perlmutt oder Elsenbein erregt»« dann später, im Mittelalter, den Eiser der italienischen Tischler, welche, besonders in Oberitalien, die Möbel und geläselten Wände d?mit lchmuckten. Sie setzie» auf den Holzslächen mosaikartige Muster aus drei und viereckigen Stückchen hell gesärb- ten Holzes, aus Elsenbein und gefärbten Knochen, zusammen D>ele„Cerlosina- möbel"(nach dem Kloster Eertosa bei Pavia so genannt) wurden Im 15. Jahr- hundert auch in Spanien hergestellt. Zur Blute gelangte die Intarsia in der Nenaissance In dieser Kunstepoche legte man ganze Londjchaftsbilder. Architektur- derfteAungen. Blumen- und Rankenmusler in die Holzflächen ein. Im 16. Jahrhundert kam die Intarsia über die Schweiz nach Deutschland, wo sie mit Ciser gepflegt wurde. Es sind Beispiele solcher Werke der Tischlerkunst erhalten, welche die Kunftsee- tigkeit und die Geschicklichkeit der alten Mit. ster beweisen. Gegensiönde. welche In ihrer sauberen exakten Ausführung und tadsl- losen Technik als mustergültig bezeichnet werden können Die Kunststädte Augsbueg und Nürnberg taten sich besonders in der Herstellung schöner Jntorsien hervor Hatte man in der Frührenaissanee!n Italien vorzüglich die Chorstühle und Chor- _______ m wände mit eingelegtem Holz geschmückt w verwende«« um» diese Technik in DeusichlenS mehr sür kleinere Möbel,«ie Laden unl» Trüben, In Veiten da» Silber«ufbewahit wur- de. Auch die Kabinett- oder zt«»Wchri>iire oiw;,vi Eb«,h»tz, die mit FS- s-'Z? chern mve Schiebladen"-sV— � reich»««gafresiut waren «nö»etch« die Liebhabe»»i»«« vornehmen H«m»««»den, trugen häustg k»stb.>»eri Inlae- siemchmuk aus Elsen- dein und Neiakl GSmttich« Außer»- trnfc Innehielten solcher SchrSuk«»man va>- ständig Mi« Intarsien verziert, auch die Schub- leben wrt Kirch er trugen»eniekben Schmuck. Ali» Vtoiim«ihlle man neben den Landichalts- �—•w/' und«ichieckiuib-ldera � auch ftgtirktch» Da, stel- lnnzee». Nie eingelegten Hölzer waren gelb und braun, Irtlener grün ge- färbt. Im Norden, in HoRan» und«m Rhein, ging man dazu über, auch größere Schränk« Uli» ander« Möbel, ja auch Tii«n, mit ein je- i"�(Cy gelegten Ai bellen zu lu,«ticken. Mari»ei wen- de-e hier sehr st!l»»be A-nt«»�« von einem Much« an» Btunien-»«vrsch«,, Renais. ,«»«»«. zWbchen»rnen saneeschrank Uögei und«»«bere T>«e »ingeerdnet««rem Die»rngeiegten Arbeite«, die man nun„Marketernn" nannte, «urtrri geHan Ende de» lk Jahrhunderts «st m Eckrethotz mit Eisende« aiesgesuhrt. Aus drese Weils«ntchsndcn lehr jchöae SckM«r,z»»>d«irtsngi». Man bervnhrl in den Mu'eeo derartige kaftbore Kasten und kleine Schreine, die iib-r und über mit Ol uamonre» und Figurerr bedeckt sind Aus den weißen Etfenbeinfermen wurden o»t- wendig« drinlie Linie« durch geschwärzte Gr«»»er«rg»n breemt. Im l? Jahrhundert»erler die Rtarke- terie dadurch daß man bunte» Melali Ge- stein und Schildlrot dazu verarbeileie Die hiermit erzichle» Wirkunxen konulen mit den»dien und einfech-stilvollen Arbeilen. der verangegengenen kpech« nicht Schritt hatten. D«o 18 Jahrhundert verwendet« rä F»«och»fischer Schreibtisch mit Einlagen zu de« geuannte» Material dann auch noch zahlreich« künstlich gesärble und ge- brannte Hölzer Die Technik wurde zu dieser Zeit»irtuos gehandhaöt Bicie noch erhadea». wil Intarsien geschmückte Venen, Schreibköften, Tische und andere Möbel zeuge,, di;keit sei» Knecht war, aber er tat nichts, ohne Denier und Marianne davon gesprochen zu haben. Wenn er vom Berg oder einem Markte zurückkam, er- zählte er so lebhaft von seinen Ersehrun- gen, daß die anderen meinten, dabeigewesen zu sein. Sie gewahrten aber auch, daß er sich bei Ihnen einlebte und den eigenen Tausch nicht bereute: denn sc seltener er im Hause war, um so vergnügter zeigte er sich. wenn ihn Arbeit darin zurückhielt. Cr, der mit einer dem Gesinde unlieben Hartnäckig- keit auf Ordnung in allen Dingen sah, hatte im Hatise N'chts auszusetzen. „Du hast eine tüchtige Frau genommen* sagte er eines Abends zu Denier, als sie aNein in der Stube sahen.„Sie hat immer alles getan, wenn einer sehen will, was es zu tun gibt" Dem war so. Marianne wußte, was sie wollt« Sie lebte sich in Secdors ein und, so sremd sie den Dörslern blieb, so ließ sie sich nicht merken, daß sie sich als Fremde unter ihnen fühlte. Sie mochte ihre Ein- kaufe bei Metzger und Bäcker, handelte bei einem Nachbar um Holz, bei einem anderen um Sireu und fand auf ihren Gängen eine Hütte voll Krankheit und Armut, in die sie daraus Ihre Hille trug. Auch hier be» gcgneten ihr die Leute mit einer mißtrau- Ischen Zurückhaltung. Sie waren rauh, karg und verschlossen. Auf ihren harten Eeirnen lag etwas mit dem grauen Stein, an dem das Tal überreich war, Verwandtes. Ma> riannc aber fühlte sich gestählt durch die große, düstere Umgebung, in der ste lebte. Die Scedorser traten in Türen und Fenster. wenn Jost Deniers Frau durch die Gasse schritt. S e stießen sich an und meinten, sie habe eine eigentümliche Schönheit an sich. das sonderbar reiche blonde Haar, die schei- nenden Wimpern und die breite, volle Gestalt. ?udcsien kam der Winter über das Land. Es war schön, wie in diesem Jahre das Wintern anhob. Der Herbst hatte»a- gewöhnlich lange gedauert. Eines Morgens war der Hunmei zwar noch blau, wie er viele Wochen lang gewesen, aber es zogen einzelne graue Nebelichüfe den Bergen nach. Ci» Sturm, von dem das Tal noch nichts wußte, fuhr dann über die Höhen. Dann kamen weiße Wolken durch den Himmel gefahren. Sie strichen heran und eilten vorüber, eine endlose Schar, wie Ross« fliehend vor Peitschenichlägen Bald daraus ging durch Seedorf wieder das Wirbeln welker Blätter, und als Marianne, durch den Sturm aufmerkiam gemacht, ans Fen- ster trat, waren die Berge verhangen und ein feiner Regen stäubte auf die Dächer. Am anderen Tag standen die Höhen oer- schneit, herab bis an den Waldsaum. See- dars lag an der Grenze eines weiten Win- terlandes Diese Grenze rückte langiam. iangiam tiescr. In dem Zögern, mit dem der Winter herabstieg, lag fast etwas wie Bedauern:„Ihr schmäht mich doch, wann ich zu euch kommel" Den Dörflern unten aber nmr es, als müßten sie gutiruit'g nicken:„Komm nur, alter, harter Freund, deine Zeit ist dal" wurde Sonntag, und dieser Sonntag war Der Schnee lag auf Dächern und--rraßen, und die Fenster leuchteten von sein»« Hell«. Dcnt»v hatte feinen Platz im Lehnstuhl inne. Er saß in dumpfem Schweigen da, in sich zuß�rnengekauert wie immer. Mi- chel rückte sich einen Stuhl zu einem der Fenster, war zum Kirchgang fertig, nur den Rock hatte«r noch nicht an. Die weihen Bermel des neuen Heindes Ichimmerten. und die schweren Schuhe glänzten. Ttuch sein dichtes Haar hatte einen Glanz von Waifer und Fett Der Sonnlag sah ihm aus jeder Kleidersaite. Cr nahm eine Zeitung und begann zu lesen. Marlanne trat herein und ging durch die Stube in die Reben- tammcr. Als sie zurückkam, sagie sie:„Ich Teil eines RcnaifsanceichrankeÄinit Intarsia schicke alle In die Kirche: ich besorge selber, was zu besorge» ist." Denier murmelte eine unverständliche Antwort Eine eigeniümtiche Unruhe über- kam ihn. als bedrängte ihn Mariannes Röhe. Er lauschie aui ihre Schritte, wie ste ms Nebenzimmer gingen und zurück- kamen, wie sie die Wohnstube wieder ver- ließen, und schien noch lange nach ihnen zu horchen, als sie längst die Tür hinter sich zugemacht hatte. Alle seine Gedanken beschäftigten sich mit seinem Weibe. Biel- leicht war es di« Sonntagsstille, die ihn da- zu sührte. vielleicht war das seit Wochen seiner Gedanken Weg. Plötzlich stihr er nach Michel herum. „Sieht sie immer noch so frisch und hell aus?" fragte er senen. Michel, der sich allmählich in sein Lallen gefunden, fragte über seine Zeliung hin: „Wer?" „Die Marianne," antwortete Denier un- geduldig. Der andere lcgie die Zeiiung auf den nächsten Stuhl, die sonderbare Frage lenkte ihn ab.„Frisch," sagte er nachdenklich, während d'? Gestalt der Marianne zum erstenmal deutlich vor lein inneres Auge trat.„W'e eine Ledige sieht sie aus." „Breite Hüsten." murmelte Denier,„und starke Arme und wie ein Schein ist es in ihrem slaumigsn Gesicht." Er sagte das fo,?ls ginge er hinter Mw rianne her. betrachte ste mit hungrigen Blicken und wiese mit täppischem Finger aus ihre Schönheiten. Mickiel wußte nicht m»hr was antworten. Sr wunderte sich über Deniers Wesen. Und Mariannes Bild gewann noch immer an Deutlichkeit. Da empfand«r ein Unbc- Hägen, es wurde ihm heiß, er wußte selber nicht woher. „Wie«ine Ledige hast Du gesagt," fuhr der Blinde plötzlich wieder auf. Er tastete mit der Hand nach dem anderen.„Du, Du, Michel I Das Ist sie eben, und wird es blei- den. So hat es mir die Kraft zerhau«» i» einem Augenblick. So--' Ein Zündholzsteln stand auf dein Tisch. Denier streitte ihn mit der Faust, mit der er in der Lust herumfuchtelte. Und als er ihn fühlte, packte er ihn, stieß einen W>»t- laut aus und warf ihn blindlings an die nächste Wand, daß er mit Krachen zer- splitterte. Michel stand auf.„Hohe," sagte er ab- wehrend und zornig. Aber selbst der Wut- anfall des Kranken vermachte nicht, ihn völlig von dem Bann zu befreien, in dem er sich befand und der ihn noch immer das Bild der Marianns jäh und nah vor Auge» haben ließ. Da stand die letztere selber in der Stube. „Was gibt es denn?" sragte sie, aus die Scherben blickend,„ich dachte, die Stud« fiele zusammen" Denier batte sich In dem einen Ausbruch erschöpft. Cr fluchte nur noch heimlich in sich hinein. Marianne begann die Scherben«ufzn- lesen, wobei Michei ihr hals.„Rein, ne n, nein." sagte sie mit mißbillizendem Kopf- schütteln.„das ist kein Betrug« n, das!" „Wenn Du so geschUzzen w irst." zäntel!« Denier. „Ungeduld macht das Unglück nicht tl einer," antwortete sie. Ihre Rollen waren vertauscht Nicht er, der Mann und der Aeltere hatte mehr die Ueberleaenheit, sie war der stärkere Teil von beiden. Als sie sich vom Boden«usricht«!», streifte ihr Arm den Michels. Der stam- weite ein Wort, als ob er sich entschuldigen wollt«, das Herz kloplte ihm dabei, und das machte ihn zornig Er stieß ein kurz«», knurrendes Räuspern aus. Marianne achtete nicht auf ihn. Sie schasste die Scherben aus der Stube, kam wieder herein und sprach immer noch mit klaren und lchaosen Worten von Deniers wachsender Unleidlichkeit. �„Du darsst Dich nicht so gehen lassen, Mannl Du schadest Dir selber damit und verrennst Dich in Deine Unzusriedenheit. Was Gott cmm«l geschickt hat, muß ertragen sein." „Habe ich recht oder nicht?" wendet» sie sich zuletzt an Michel. Der sah in ihr helles, freies Gesicht.„N«- türlich." murrte er, sich wegwendend. Ein Gedanke fuhr ihn' durch den Kops. War es nicht eine Ungerechtigkeit, daß die iunz« Frau da zeitlebens an den unieidigen Krüp- pcl gebunden sein lollte?„ Denier saß in gehässigem Schweigen d«. Daun verließ Marianne die Stube. Der Sonntag gedieh zum Mittag und Abend Marianne oerwilchle den Eindruck der Szene vom Vormittag, munterte den Blinden auf. dann und wann ihn lachend. selbst mit einer scherzenden Berührung aus ieinem Brüten misnitUlnd Michel war in der Kirche gewesen, ging daraus ins Wirts- (Ein Dassrrborometsr. b«i bcm da» Queck. siiber durch Wasser ersetzt wird, kann man sxb leich.' leibst herstcUcn. Man könnte e» «ohl nach der Art des Quocksiiberbarsmeters tun. aber d»»äre ein Wasserrödr» o«n etwa 19 Meter Kotze nitifl, die niemand osn uns herstelle» ko»» Drum müssen wir die Ge- schichte beim anderen Ende ansangen und ertzatte» auch»leintirtz leicht ein Wetterglas, «der wotztgemerkt. ein», da» umgekehrt wie die onderen Barometer seine Busgabe last Föllt d,e Wassersäule s» ist hoher Lust- druck, denmsch gute» Wetter zu erwarten, steigt dt« Wassersäule, sa ist der Lustdruck schwach und schiechtes Wetter in Aussicht. Die Einrichtung kann kaum elnsacher sein. Wir nehmen eine weittzauchige Flasche und Sien sie tzis z«»r Kältte mit gesärbtem asser; da» Wasser mutz aelärtzt sein, da- mit der Stand in der Röhre leicht zu er- kennen ist 3r dwse Wlasch« bringen wir eine Esasrähr». dt» an beiden Seiten assen ist. sa weit Iviwfc,>a% st« einige Zentimeter in do» Wasser reicht, und schiiehen sie am Nascheuhat« mit Kiiie eines Lorke», �am besten eme» Omnmitorke». luhkich) ab Auf dlet« Weise ist die Lust, die K der Ziaiche Sber dem Waster steht, ooillg abgesondert. K'eimii füllen wt> die Röhre w mit ed?n- s«O» getöidtetn Wasser ftatz oben etwa 15 Zentimeter Stanm bleibt. Run ist die chauPiiache eine Skala aniu- lege«, unr den eintt'etenden Schwonknitge-i de» Wasser- st-egel» nachkOmmen zu kvu- »«»i. Wir warte« biet bei ad, di» ei» andere» Waram-ster die iritiche»w-ch-chnittochShe »aig«,»ad merien Siet» an der M»ss«röh»e an, deob- achten eann iäagere Zeit die Schwankungen imier weite' en Wergieichen mir dem gleichen Barometer, bis wir endbch e>ne rickstge®tala an der (Aasrötzre««bringen können. Dabei ist natürlich da» umgekehrte VertzStnis der Westervorheriage zu berücksichtigen und es ist. um leicht oarkommende Berwechsvlungen zu vermeide«, angedracht die Begeichnun- gen schöne» Wetter bzw. schlechte» (oben! zu vermerken. Ueber da» umgekehrte Aerdiütni» müssen wir un» nämlich immer klar sein, und dcstzalb sei der Unlerschied mit der entsprechenden Begründung wiederholt. Ist der Luftdruck schwach und sinkt da» Ouecksiiderdaromster. so steig! das Wasser in der Röhre, weil die in der. Flasche einge- schlössen« Lust einen xräheren Druck ats die iiutzere besitzt und sich ouszudetznen versucht, und infolgedessen das Wasser in der Röhre in die Kühe treibt: wird der Luftdruck stärker, wobei da» Quecksilberbarometer steigt, so wird die Luft in der Flasche zu- sammengedrück». nimmt infolgedessen einen geringeren R«im ein und das Wasser sinkt in der Röhr« Di« Ursache und der Zu- lammenhang«erden nun verständlich sein, sie sind doch sehr einfach Von Zeit zu Zeit mutz da» Wasserbarometer aber richtig «naestellt warden. d. h ein wenig Wasser nachgefüllt«erden, do durch die Verdun- stung des Wasser» in der Rohre kleine Un- reqeimähtgkeiten eintroten werden Die» sitzt sich mit Kiste eines Queckstzberbaro- Meter», einer gut hergestelltsn Einteilung (Skala) und en-»»» Varsicht leicht tun. Wer aus gesöllig? Auastastung Wer» legt, wird sich mit der geschilderten notdürftigen Ein- richtung nicht tzegnäp+r,. sondern zum Schutz und zur Zierde»enigsteas ein Kaizkästchen tz«ch»r>>i?"de» Zut«»- Sitcuumi«. i um" die Flasche bauen, an dem er auch die Skala tzesestigen kann wie es die Abbildung zeigt. k. 3m D-Zug.«Bitte Platz nehmen, ferrrrtig Schnaubend und ausaeregt rast noch eine dicke Madam über den Dahnsteig, neben ihr her ein Landsturmmann mit mindestkn» sieben Paketen. „Man da rin. Tonerl. los...* Schwapp fällt sie in unser Abteil. Di« Wagenreihe setzt sich eben in Bewegung. hinter Toni her siattern die Päckchen durch das Fenster Jetzt erst schaut sich das Toners um. em- pört, dutz es so voll ist. sie kernen Sitzplatz findet. Mit chren Blicken macht sie jeden eiazetnen aerantwortlich, daß der auch im Abteis Ist und sogar srüher da war als sie. „Mne Schande wenn man kommt, is es übersüM. Erst nehrnse uns de Männer, un wenn«cm mal hmfährt. sin''se ooll." Sie me»nl iedeusakl» die Züge. Der sunge Mann am Fenster aber denkt unvorsich- tigerwest«, es bezieht sich aus die Männer. er lächelt vergnügt vor sich hin. «Tte brauchen och noch zu grienen, Sie, Sie ham» jut Sie kennen lachen, unsere Männer müssen Soldat spielen und bluten. Sie fahr'n spazieren." Der Kerr in der Ecke läßt sich nicht au» der Ruhe bringen «Und dann überhaupt, biet' en doch keener mehr von die kerrchen» eenen Platz an, man kann mit de Beene über di« Schul- tern antomm. man mutz stehen, bi» du um- füllst." „Ist Ihr Mann schon lange im Kriege?" fragt sie eine Dame. Bus diese Anrede hat die Dicke nur gewartet. Wie ein geschickter Fansbacksteietee greis! ste die Frage auf: von mt» an erzählt sie ohne Unterbrechung mit emer Tesch«mhiakeit, datz der geübteste Parlmnentssteecagraph den Beitetunz be- käme. Wir erfahren, datz ihr Mann seit September 1917 schon hier im Landsturm- bataivon auf dem Bure«.u sitzt, daß ihr Ge- schäft gut geht, sie führt es allein, sie haben sich schon etwas zurückgelegt, dreimal in der Wsch- be'uchi sie ihren«Iustaf", er hamstert, sie schleicht, der Sohn ist Leutnant. die Tackter beinahe oerlobt, sie haben ein Kau»«!e«ine Villa, die Tochter hat auch eine mit einem Garten überhaupt, wo die wohnt, gibt's noch Butter für zwölf Mark.... Das geht, als wenn hinten einer drückt und vorn em anderer den Wortbrei heraus- zieht wie eine Papierschlange zu Fastnacht. Es braucht niemand mehr zu srageri. In 85 Minuten wisien wir außerdem, ob sie mit Ersolg geimpft ist. daß ihr Mann ein kalodr! war und noch ist. aus dem sie erst was gemacht hat, daß ihr Sohn so. erzagen ist. daß er vor besseren Damen in, Wagen aussteht... «Ist die nächste Station Raumburg?" fragt der kerr im Winkel, der vorhin ge- lacht hat Es wird besaht Run steht er auf. Alle sehen, wie er ein künstliches Bein, einen steifen Arm hat und am Ueberzieher vcr- schicdeae Ordensauszeichnungcn trägt. Die Frau wird gar nicht verlegen Der Invalide aber wendet sich beim Aussteigen lächstnb an si«:«Geln's. grüßen Sie mir Ihren Kaladri, er mochte mit seinem kostbaren Blut sparsam umgehen, grüßen Sie auch Ihren Sohn, der so gut erzogen ckt übarStauvi Grüß Gsttl" Da setzt sich die Frau aus ihren Druck- Punkt und sagt, aber sa, daß es der jung- Mann noch hören kann: „Sa was is eene Frechheit. Der hat VricskaktAW: H. W. Da» eintteiandts Siüct ist Inder icir eine tweisügige Nehmen Sie die Stekdm« in die Klitie des**rrttci mit einem besseren Dresden Ot. M. OfTefUma«nd ift gut. V.ur ein etu?aS weniger in die s�iaen faltende? Anleiwng�lg müszte gefunden werden. Versuch«'. Sie es mal. Alle S�achsendensen find un rt. täten nn N Lehls�!«ter. Verlin N.. Hi»Ästadter Str. 10. ____________...■.»«ittBioM'ÖfÜts Öerfin;Aiie IS-- die dejt.'ckNLUe» S-ndttUGeu.,ad j« richten nach VerU u. Än deäkr � ftaiHdwgft Buchdrucksts« uud ÄertazsaaZal! Ausc& HamdurG. Srui ÄoriSZrts Buchdrucker« und LerlazsanA«!! Lsui Sinzer& Berlin ÄB». ad doch nur een Veen nertoren. Ich kenn» eenen. der hat all« Heede Beene abgcnom» men gekriegt, so was, was der sich ein- b-ld't..." Dann erzählt sie weiter van Fleisch- »reisen Schneiderarbeit. Seidenstofsen. Er- latzsohlen usw. In Kalle stieg sie aus. die Toni. Da haben wir erst mal gründlich gelüftet, t. t. Der größte Tops der Welt faßt mehr als 210? Liter: er ist nicht in Bunzlau. wi» uns zu unlerer unsöngst gebrachten Ab- bildung richtigstellend mitgeteilt wird, sa- briziert worden, sondern in Naumburg am Queis. Neu« Bücher. Johann Ferchs vlelgelesener Roma».Multer"(Preis geb. 2 Mk.) ist In neuer Auflage unlängst lm Verlage der Buchhandlung«Vorwärts" zu Berlin er- schienen. «iwiiuii'i iiimiiiMiiaiii*!! Schach. veardeilet vom vorsipenden de? DcutsSen Srbettee- lchmdbundeS. Malt in 2 Zügen. Weib: E w a r z: «et! Da5: Tilg.' SM, fld»; La>: Sdl,(1J et! E»I. d5; Vaaera: Säuern. c7, dß, e5. g3. c2, 43: e2. Fcldgrane S9f{t! 3vura eine gnwenvung des Be- noüen Dr. Leo Ärons und einiacr Seriiner Such- freunde sind 20 FrciavonnementS uns da?«Mit- teiliiaßsvinll' des Deutschen Ärdeiier-SchachbundeS geuislc» worden. An die erste» 20 leidzrauen Ein- s er der richtiger SSIunsen uuleres deuUgen Pro- bl.niS werden diese FreiabonncmemS verleilt. Schiub de» C-snfend»nsSteru!!nS am IS. Desemder dieses Za»ce�. Bedingung: genaue und deuUich gefchrlebrne«ilitiradrekc. Lösung«r. 20, St. Lchlschlägrr: 1. Dds— o« WXLS:?. Dos—o? Kt's— g<: z. T«7— et-i-, l...... f«— IS: 2, Des—::7 IS— t«! 3. Ig6Xge=t. Johaiinet! Aohtz, besten 75. Geburtstag wir in unTeirc Saat!« Nr. 14 gedachten, ist. loie»ns mit« gcleist wird, am 5. Ollober»estorden. Durch den Tod unsere» AltmeiNeruS im Vroblemloesen bat di» deutidic Schachden-eDuu» einen unersenlichen Der- tust erlitten. Eine gerechte Würdigung seiner Verdienste um daS Schach und feine Literatur uiub einer sdsttereri Zeit»ardebalten bleiben. tweisprwacrsviel Im flaiufuirt (Gespielt«m 38. Cevlember im.Sias? Aerfau", ükclln.) S> e i ß: 3 ch n> a r z: Rosentiial. Schirm. 1.-2— et«7—-5 0. Dd4»4 0—0 2. Sei— Ii Si>8— est 10. et— e» d«Xe5 3. SSM— c4 Suä— 16 4. d2— d4 eSXds 5. 0—0 d7— dß 6. St.">— gB ScO— eg 7. DdIXd4 S>W— e7 S, 12—14 SeSXd 11. f4XeB£!•)— dr, 12. Sdl—<3?©(BXeS 13. e