JDie Gerechtigkeit deryftariaunetöemer &rzät)tttnVm»ssblatt. - 183 jimfle grau?* War fca etwas nicht richtig? Das Geichwak dran« auch zum Pmrrherrn. Er sagte nicht» öasa. aber euch er wurde ouftnerksam. Er»nucherte sich, wie da» SchicksÄ dieser ortskrenchen,. eigeuanigen Fron sich wvhi erfülle» würde. Getrieben von Amtseifer mid Psiichtqefüdl, befragte er die Aloisia, lein Beichtkind, die so lange Z«t im Denier-Hause war. Di« aite Magd senkte dos dürftig« Geficht und schlug die scharfe» Augen zu Boden. So besann sie firfi eine» Augenblick.Etwas ist einmal gewesen." sagte ste dann nachdenklich..Auf alle Fäll« — setzt kann man der Frau nichts nach» sogen.- Sie sagt» das.zögernd und mürrisch. Es war kein frotzes oder mir bereitwilliges Lob. sondern war mit Widerstreben ge» geben. Der Pfarrberr füblte heraus, daß fie mit dem Gegenteil nicht zurückgehalten haben würde, wenn die WahrKast ander» geiautrt hätte. An der Freu Denier war kein MokeT . Es wurde abermals Herbst, ehe Bast- fjard. Mariannes Vater, seinen längst de» obfichtigten Besuch in Seedors ausführen konnte. Arbeit hatte ihn.zu Haust sesta«» hasten. Marianne ging ihm auf der Straße entgegen, aus der das Unglück mit ihrem M?nn geschehen war. Bosthard erinnerte sich damn und ließ sich noch einmal schil- der», wie sich alles zugetragen. .Wie geht es ihm?" fragte er darauf nach Denier. .So gut es kann." erwiderte Marianne kurz. Sie wechselte gleich darauf den Ge» spröchsstoss und begann von dem klorm Tag zu forechen, der den Vater in Uri empfing. Marwnit» war ihm im Haus Neid entgegengegangen. Ihr Haupt war unbe- deckt, aber fie trug est» schwarze» Tuch in der Hand, dos st« hätte umnehmen können. Ihre Gestalt war schwerer geworden, aber nicht plump kräftig w e der Vater schritt ste aus. und in der klaren Luft leuchtet« ihr weißes Gesicht und chr helles Haar. Di« stille Freudigkeit, die fie in sich trugen, blieb ihnen, als sie in» Hau» traten. Selbst der Blinde vermocht« nicht, ste ihnen zu neh- men. Er war in einer bösen Laune, als Bosihard Ihn zuerst degrüßt«. Der Besuch weckte ein» schmerzlich« Erinnerung in ihm auf. und er antwortete auf dm Gruß Boß» hards nicht, sondern ächzte:.Da» ist anders, Baker, als.zur Zeit, da Ihr zum erstenmal bier wäret. Das ist ein Lebe»,»in ver- fluchtes!" Als fedoch der Gast ihn mit zwei War» ton aufmirnterte und sich bei seinen Leiden nicht lange austiest. sondern von anderem zu sprechen begvnn. veraaß er sich selber ein weng. Sie kamen in ein Geinräch, an dem auch Marianne teilnahm. Und nun er- innerte sich der stranke vielleicht der Zeit. da er im Boßbardschen Hauie au», und eingegangen. und vergaß ekmqennaßen sein setziges Schicksal in Gedanke» an fene Tage. die«ick kür ihn nick Schönes gehabt hatten. Er wurde gesprächiger, sein Tan wärmer «rch freier: für«ine ganz« Weile kam kein verdrcsienes oder hämisches Wort über fein« Livpen. Boßhart» fühste sich wohl im Haus« und blieb ein paar Tage. Ohne daß die anderen es wußten, sah er sich auch fleißig um. Manchmal folgte er inst den Augen der Tochter, halb erstaunt, halb besorgt, halb wieder mit einem stähkichen Stolz. Sie hielt dos Hauswesen in festen Händen und arbei» tele, wie er»och niemanden hatte arbeiten sehen. Am Tege vor seine? Abreise fand er sich mit Marianne allein In der Kammer, die ibm.zugewiesen war. Da erst stellt« er eine Frcge an sie. die ihn seit seiner Ankunft beschäftigt hatte. „Ihr habt doch einen Verwandten im Hause gehabt? Ist der so lange in Geschäs» ten kort oder nicht mehr bei Euch?" Mariann« war danan. des Vaters Stub« aufzuräumen. Sie beugt« sich lief übe? das Bett, das st» eben zurecht machte. Eine» Augenblick hatte ste heiß« Wangen. Dan» sagte sie ruhig:.Der ist schon lange iortl" Ihr« Augen gingen über de» Vaters Ge- ficht hin und durch die Scheide des Fenster» in» Freie. Gleich daraus trat sie zu dies«» und öffnete es woit. Ms ob etwas ihre» Blick festhalte stand fie eine kurze Weile reglos und weit hmausfchauend. Loßhard betrachtete ste. Er war ein«in» fache? Mensch, der in nicht viele menschlich« Mrrniffe hineingeschaut hatte. Ader er er» riet aus dem Wesen der Tochter ein« Ge» schichte. Sie sah aus. als ob sie ihn vergeffe» hätte und nach etwas ausschaute, dem ste hätte nachlaufen mögen, soweit ihre Füße sie trugen Eine Ahnung dämmerte in ihm. doß die Tochter ein Ereignis in ihrem Lebe» hatte, das ihr tiefer gegangen als selbst das große Unglück mit ihrem Manne. Er dachte nach und glaubte zu wiffen, daß jener Verwandte an diesem Geschehnis teilhatte. Er war Mariannes so vollständig sicher, daß er nicht einen Augenblick an eine Schuld dachte, die sie auf sich geladen. Aber er ahnte oiek inneren Streit, harte Tage, die noch nicht zu End« waren, und nun fand er plötzlich dos gute und feste Wort„Es muß Dir doch Freude machen. Marianne, wenn Du stehst, wie hier alles in Deiner Hand liegt!" „Gewiß." antwortete sie iongfam und versonnen, sich vom Fenster abwendend. Der Vater fuhr fort:„Und weiht Du, was mich freut?" Sie blickte ihn an.„Was?" fragte sie. „Daß eine gute Lust in Deinem Haus weht— wie es daheim qewesen Ist!" Da kam fie mit ihren Gedanken wie aus einer andern Welt zurück. Ihr Gesicht. leuchtete auf. Sie nahm die unterbrochene Arbeit wieder auf und führte fie frisch und rüstig.zu End«. Das war. was gegen die heimliche Rot hals: im Kewisien ruhig sein zu können Zu de» Daters Worten lächelte sie..Es muß noch vieles besser werden." Sab ste ruhig zum Bescheid. Maria mr« Denier» Leben nahm feinen Lauf. Jost, ihr Mann, war zäh. wie die Aerzte es gesogt hatten. Sein Haar ergraute früh: aber keine Kranklzcit kam mr ihn, die ein unnützes Leben gekürzt hätte. Er selber sagte manchmal, als in der Jahre Gong der und sener Junge und Gesunde feiner Be- kannzschaft hinwegstarb:„Warum hat der Herrgott mich nicht genommen statt seiner, mich Häusiein Scherben?" Das war ein ernstgemeintes, festes und ruhiges Wort: denn Jost Dem«? verlor' allmählich einen Teil feiner Un.zufriedenhest und Zänkilch- Kit. Richt ganz verlor er sie: aber die Zeil macht auch das Leid zur Gewohnheit, und so gewöhnte Denier sich daran, zu wissen. daß er ein Krüppel war. und gewähnte sich an eine» Krüppels Leben. Aber mehr noch als di» Zsit hatte Marianne Verdienst daran, wenn der Blinde geduldiger wurde. Je mehr sie selber in Ären Pss'chten Besriedignng fand, um so mehr gewann sie die Heiterkeit.zurück, die ihr als Kind eigen gewesen war. Es wer keine teilte, zum Lachen neigend? Heiterk-pk. sondern sie wer still, ein nnmllkürtkches Be- Hägen weckend. Da» Gesinde emmand sie und tat, von ihr errmmiert. willig feine V flicht, und Marianne trug sie unwillkür- sich auch in die Stube, wo der Blinde in feinem Swbl knuerte. Denier hotte manch. mal das Gekühl, als wehe ihn ein freier, .stärkender Wind an. wenn sie bei ihm ein- trat. Er begann deshalb, obre es m willen, ss» im Gespräch länger rite ümst test>nhgtten. Manchings klang durch sein« Worte etwas von der Festigkeit und kurz angebundenen Seibstbewußtheik seiner gesunden Taoe. S-e sah ihn dann mit scharfen, suchenden Blicken an und fand manches in feiner äußeren Erfchettn-ng. was fie an den hohen und her» den Menschen. a«s den ste ihn zuerst kennen gelernt, erinnerte. Da» erwärmt« ihren Sinn für ihn: auch st« wurde geduldiger und liebevoller Ihre Tage waren ereignkstos. Ader gerade die Einförmigfett glättete man« chen Gegensatz, der zwischen den Satten ge« «efen war. Unmerklich blüht» Jost Deitter, dem in seinem Leben Verarmten, wieder »in« heimliche Freude an der Fron aus. die er nun mcht mehr sah. ab«? deren Wesen ihm wohltat, wie damals, als seine Augen fich noch an ihrer äußeren Erscheinung er- götzt hatte» Eine Freud« für dos Denierfche Hau» wurde auch das Kind der Heinrika. Es war ein schwächliches Geschöpf, dos iorgfältkger Pflege bedurfte, hatte die fardiosen und verfchmommenen Züge und lfie großen, schö« n»n Augen der Maad. Marianne brachte es über die ersten schweren Jahre hinaus. Es wurde ihr anhänglich, folgte ihr kn die Wohnstube und wurde lo auch bei dem Vl!n- d-m heimisch, der anfänglich schalt und es nicht haben wollte, dann lckmreg und dann an seinen ersten Kindesk�iken fich unterhielt. Mit der Zeit gab es fich. daß die steine Maria den ganten Tag w der Stube bsieb, um die Knie Deniers scheft? und ihm»in Zeitvertreib wurde. Sie bekam weiches. lockiges blondes Haar, dos er staunend durch teine Fchger gleiten ließ Er begann mit Mrriann« von der Kleine» zu Krechen. Sie mußte Ihm manchmos»n de» Kinde» ä>,»e- m Erscheinung schildern, was er nur erriet, nicht feh-n tonnte. Bold trafen fich ihre Ge- dont-m in gemeinsamer Sorge nm da» tletne Mädchen, und es wuchs so sehr in diele Sorge und idren Schutz lrnesn. die auch wtt der Gkrtckuchtzakest ibres Alltagaver- stt-nde» deb-�sich fick»»fallen ließ, was ste von rtn»r Müsse betrsite. Ein Erlebnis hatte Marten»« im fünften Jahre, nachdem M'chrt Denier da« Hans verlasse« hatte. Ihre Natur oerleugnete fich nick«: Noch immer hatte ste Stunden, in denen der geheime Hunger sich regte, wenn fie auch wnner wieder an ihrer Ärdett fich au» der vumpfhstt dieser Stunden erhob. Don Michel hott? nichts mehr versautet. Er war wie crusgesöschn manch«, die ihn ge» kannt hatten, sprachen im Laufe der Zeit von ibm und wunderten fich. wo er hinge» kommen. Keiner mußte eine?kntzvort. Ma» rtennes Herz ftoofte. wenn ste seinen Na- men hörte, und fie guälte sich. Er war ein Lump geworden, sicher! Oder umgekommen, oder-- Da kam noch all der Zeit ein Brief aus Amettka. Als Marianne ihn aus der Hand des Briefträger» nahm und dke Mark und Schrift teh. wurde ihr heiß. Sie kannte Michels Hand nicht mehr recht, hatte wenig davon»eschen seinerzeit, aber während fie an der Busschrift des Briei«« herum studierte, war ihr. ate könne e? von niemand anders fein als von— ihm. Er mar an sie gerichtet. Lanatem steckte fie ihn in die Tasche, mir gemachter Glcichgülttekett fich musebend, ob niemand sie beobachtet habe, und mtt er» zirmngeuer Ruh? stieg fie Über die Trevve b'nen. Die G-danken sagten sich in ihrem Körte, der Brief in der To-icke brannte fie, uvd ihr« Hand.zuckte donach. Sie stieg Zur Kannner htz-nif. wo sie srnber mit ihrer inneren Mühe»esefien hatte. L-ite trat fie ans; es war soft tenaer Zeit das erstemal, daß fie etwas heimlich tat. Ate fie dte Kom« mertür hinter sich rteWtzttten hotte, wo? ste fo erreat. daß ste sich seßm mußte. Dann los sie den Brief. Und während des Lekenfi siel alle Unruh« von ihr ob und da? Herz schftig Ibr bald in einer großen Freude. Michel schrieb gut. Der ganze Brief hatte schon äußerlich ei» sauberes und stares An» feiten. Es war nicht die Schrift eines Verkam» menen, sondern der Schreiber hatte often» bar ruhig und wohl überlest Wort nebe» Wort gesetzt. |84. Di« Neue Welt. Illustriertes Unterhalwngsblatt. „Liebe Marionnel" hob der Brief an. „Seit langem liegt mir etwas auf dem Her- zen. Dir und mir bin ich es schuldig, daß ich diesen Brief schreibe. Ich habe mich vor Vahren in Deinem Hzuse schlecht benommenl. Du wirst kaum mehr etwas von mir halten! Aber wie ich Dich kenne, wirst Du Dir nranchmal�sedcmken machen, ich möchte, wie Ich es seinerzeit versprach, ein Nichtsnutz ge- rvorden sein, und Du wirst glauben, daran Schuld zu haben. Das Schlech-nverden hätte «evaten können: es war vielleicht ein« Ge- ftchr, aber ich hatte doch nicht das Zeug dazu, schämte mich vor mir setber und vor Dir. So bin ich nach Amerika gegangen, »rbeit« hier auf einer Farm und verdiene schönes Geld. Di« Leute wundern sich, »varum ich nicht heirate. Du wirst Dich nicht wundern! Im übrigen habe ich noch nicht herausgefunden, ob es recht ist, wenn es im Leben einen Menschen geht wie Dir. Nur — meine ich freilich— daß Du und ich «ichts ändern können." Der knappe Brief schloß«mt einem tur- zen Gruß an sie und— ihren Mann, dem er sagen ließ, er möge sie. Marianne, in Ehren halten. Marianne erhob sich. Es war ihr, als stünde Michel Denier bei ihr in der Stube. Der Brief war wie er: stark, kurz anqebun- den, leibhasliq wie er. Und— er war kein Luntpl Sie brauchte sich nicht zu schämen, daß sie gut von ihm gedacht hatte! Die Freude in Mariann« drängt« so mächtig, daß sie zweimal mit raschen Schritten die Kammer maß. und sie suhlte dabei das Brennen kaum, das auch in ihr anhob und von den a!tsn Wünschen kam, die sich nicht ersüllen konnten. Ehe sie in die Wohnstube hinabging, be- sann sie sich, ob ihr Mann von dem Brief hören sollte. Worum aber ausrühren, was still war! Warum mit dem Blinden um Dinge markten, von denen sich zu aller Nutzen besser schwieg? Es war eins neue Heimlichkeit, aber eine, die keine Folg« hatte: denn auf den Brief war kein« Antwort nötig. So schwieg Marianne und richtete Michels Gruß nicht aus. Aber ihr 8 is- mut und ihre Arbeitsfreude waren r. s- ser Stunde an noch mehr erstarkt, i �ch- mäßig ging von da cn ihr« Zeit. Im Hause war Fritde und Ordnung. Sie sah die Um- gebunq dieses Hauses an. Ihre Freude an «dem Lande, in dem sie wohnte, kehrte zu- rück. Wieder spürt« sie. wie das verschlossene Boll der Einheimiilchen gleichsam Stärke aus dem starken, düsteren Land log, und ihre eqene Kraft mehrte sich: auch sie emp- fing eine seltsame Lebsnshärt« aus der hat- ten, steinigen Erde, aus der sie schritt. Und zuweilen wurde sie sich dieser Kfst bewußt. Ihre Sehnen spannten sich, ihre Brust dehnte sich aus: es durchrieselte sie ein wun- dersames Emvfinden, als ob sie wachs«, die Stirn ihr freier sei, der Blick groß. Dann erst nach all der Zeit, wußte sie, daß st« ge- sund geworden war, ohne Hilf«, ohne Rar, wie die Menschen gesunden wüsten,— aus sich selbst. Lesefrüchte. Ohne Arbeit gelangt man nicht zur Ruhe und ohne Kampf nicht zum Sieg. lKempis)— lieber allen anderen Tugenden steht eins: das beständige Stre- den nach oben, das Ringen mit sich selbst, das unersättliche Verlangen nach größerer Reinheit. Weisheit, Güte und Liebe.(Goethe.) — Bewahrt euch den Sinn für die Freiheit. die echte: denn die Freiheit ist das höchste Eut der Menschheit.(Benedix.) Hebet da» Zodiakallicht plaudert recht festelnd Dr. M. W. Mayer in seinem an- regend geschriebenen Buche„Welt der Pia- neten"(Kosmosverössentlichung. Stuttgart. Franckhsche Verlagsanstall). Wir lesen dort folgendes. Dieler geheimnisvolle Schein ist in Deutschland nur selten deutlich zu umer- scheiden, während er in'den Tropen allnächt- lich oft deutlicher als die Milchstraße seine dort fast senkrecht aussteigende Pyramide leuchten läßt. Die Achse dieser Pyramide liegt stets in der Ekliptik, also im Tierkreise, daher sein Name. Da dieser Kreis um die Zeit der Frllhlingsnachtgleiche abends in wittleren Breiten am meisten zum Horizont aufgerichtet ist, so erhebt sich bei uns um diese Zeil die mattleuchtende Pyramide am meisten über den Dunst des Horizontes. Im Herbst ist morgens das gleiche der Fall, wo dann der Schein am Morgenhimmel der Sonne vorausgeht. Unter den Tropen, »vo die Sonne und alle Gestirne nahezu senkrecht aufsteigen, sind die Bedingungen der Sichtbarkeit senes Lichtes beständig vor- fanden, und ganz besonders schön entfaltet es sich dort über dein reinen Horizonte des nächtlichen Meeres. Dort nimmt man dann auch häustger den sogenanmen Gegen. schein wahr, der als eine matte, ver- schwömmen scheibenförmiqe Erhellung des Himmels an dem Orte auftritt, der dem der Sonn« unter dem Horizonte genau gegen- überliegt. Liebhaber der Sternkunde können sich an der Erforschung dieses merkwürdigen Phänomens dadurch wertvoll beteiligen, daß sie die Lage der Spitze der Lichtpyramide unter den Sternen notieren und die Breite ihres unteren Teiles, soweit man ihn gegen den Horizont hin noch verfolgen kann. Auch die Stärke seines Lichtes, verglichen mit dem der Milchstraße, gibt wertvolle Anhalts- punkte, da man vermutet, daß das Licht in gewisten Jahren stärker und zu andern Zei- ten wieder schwächer auftritt. Gelingt es den Gegenschein zu bemerken, so muß seine Lage natürlich auch festgelegt werden. Sehr wertvoll« Beobachtungen hat vor kurzem Newcomb auf einer schweizerischen Er- kolnngsreise gemacht, indem er auf dem Brienzer Rothorn im Hochsommer um Mitternacht den nördlichen Himmel ganz deutlich vom Zodiakall cht aufgehellt sah. Um diese Zeit zieht die Ekliptik, in der sich der Schein mit der Sonne als Mittelpunkt hin- erstreckt, unter dem Horizonte mit ihm nahezu parallel hin. Hat der Schein eine gewisse Breite, so muß er sich noch über den Horizont erheben, und man kann also dadurch sein« größte Breit« bestimmen. Dies ist natürlich nur in geographischen Breiten möglich, wo um diese Sommerszeit keine „hellen Nächte" mehr eintreten, die Sonne also um Mitternacht mehr als 18 Grad unter dem Horizonte bleibl. Newcombs Beobachtungen im Juli 1905 ergaben die Breite des Tierkreislichtkörpers zu beiden Seiten der Sonne zu mindestens 35 Grad. Das Polieren der pfahlbauzcillichen Slcinwerkzeuge präsentiert sich beim näheren Betrachten als entscheidend« Neuersindung der menschlichen Technik. Keinem der klugen Magdalenier ist es jemals einge- fallen, jene Naturarbeit durch Schleifen aus einen besonderen Polierstein nachzumachen. Es ist die alte, ewig wiederholte Kultur- erfahrung von dem Kunststück, das in allem Anfang liegt: nachher erscheint der- Eriolg reines Kinderspiel. Nun denn: gleich die erste Piahibauuntersuchung zu Obermeilen ergab Hunderte von angeschliffenen S:ein- heilen aus Sizenit, Hornblende und anderem nichtseuersteinkichen Stöfs sowie unzweideutige, viel benutzte Schleikvlatten aus Sandstein. Die Leute in dieser Smlion waren also ganz b-estimmt schon im Besitz der neolithischen Technik gewesen. Und das hat sich in der Folge auch bewährt selbst für die Pfoblbaustationen. die noch der typisch reinen Steinzeit angehörten. In den aller- ältesten erscheint die Arttechnik wohl noch ziemlich roh. aber im Prinzip über die neo- lithische Wende hinaus ist sie auch da. Ge- macht worden ist die entscheidende Erfin- dung offenbar bereits in der dunklen Zwischenzeit, die den Anfang der Pfahlbau- kultur vom Ausgang der magdalenischen trennt. Noch in den Steinpsahlbauten selbst bewährt sich dann immer mehr tech- Nische Vervollkommnung der Sache. Vor allem treten noch und nach auch immer schöner durchlochte Stücke auf, mit' denen endlich ein gewisses Nonplusultra nach dieser Seite von den Leuten erreicht morden ist. In allen Größen hat der Seegrund die Aexte bewahrt. Die sein geschärfte Schneide kann einseitig sein, aber auch doppelt: an guten Stücken ist sie noch heute so Ichars, daß man einen Bleistift damit spitzen kann. Da der famose Schützer nicht bloß den S:«in konserviert hat. sondern auch die Holzteile, so sehen wir den Schlagteii der Axt viel- fällig noch sehr hübch in seinem Schaft sitzen, bald unmittelbar im Holz, bald vor- msttelt durch ein« Hirschhornklammer. Und da die Fabrikation am Fleck stattfand (manchmal wirklich mit den Anzeichen eines förmlick>en Fabrikbetriebs im großen) und der Seegrund alle Sorten Abfälle auch da- von bekam, so kann man die Herstellung noch stufenweise verfolgen. Meist wurde ein schon handlicher Geröllstein ausgelesen und entweder direkt zugeschlissen oder, wenn er zu groß war, unter Verwertung von Sand und Wasser mit einem Steinmesser angesägt und durch einen Schlag vollends gespalten, so daß er zwei Axtblätter ergab. Di« Kunst des Durchlochens solcher Stein- blätter für den Griff erforderte meist schon eine verwickelter« Vorricbiuna. die indessen auch noch ganz ohne Metallhilfe möglich war. Ein hohler Holz'chaft. der von einem Flitzbogen gedreht wurde, mußte den Stein mit hartem Ouarzs nd anbohren.(Aus Wilhelm Bölsches Kosmosveröfsentlichung ..Der Mensch der PfaMboineit"[Stuttgart, Franckhsche ll�rl'.rgsanstnltTh Neue Bücher.„Erzgebirgisches Volk" nennt sich ein neues Bändchen der bekann- ten roten Vorwürisbibl othek(Berlin. Buch- Handlung Vorwärts), in der A. Ger. der viel gelesene Verfasser zahlreicher in der ..Neuen Welt" abgedruckter Romane und Novellen, in kurzen Skizzen über seine erzgebirgische Heimat plaudert.— Soeben erschienen ist auch der.Iungvolk"-Alma- nach für das Jahr 1919(Verlag der Buch- Handlung Vorwärts, Berlinf. der sich wieder in seinem schmucken Gewände als gediegen- inhaltsreiches und lesenswertes Büchlein empfiehlt— Einen überaus wercvollen Kriegserzöhlungsban'd hat uns E. Hahne- wald in seinem Buche„Der Mahlgang" (E. Fleische! u. Co.. Berlin) beschert, das auf das angelegentlichste zur Lektüre empfohlen werden kann.—„Die Insel", eine Novelle van Josef Ponten(erschienen bei der Deutschen Verlagsanltalt in Stuttaart: Preis geheftet 3 Mk.. gebunden 4.50 Mk.) behandelt in eigenartiger Weise die Liebe zweier durch den Zufall zusammengebrachter Menschen. Nachdni» in Znh-It, ptrtainl Orrantniottt Redakl-ur L. Sa lo m onkL«lI«n Berlin.(«Ile Mr d!« R-dakilon b-stimml-n Srndung«n find ju richten nach»rrlin, Llndrnstr.ZS ««cla» hamvllrzer Buchdrucker«! und B-rlnz«anstatt Auer& Co., Hanidurz. Druck: Borwär«, Buchdrucker«! und verlaqo-nsta« Poui Sinjer& Co. Berlin Ew 68.