war es hier in der Stadt? Er» ( H 4\ stand jemand ein wertoolles Buch, r/ HH fragte er seinen Buchhändler: „Bei wem soll ich es binden lassen?" Die Antwort kam:„Un- jere Buchbinder verstehen das nicht. Ist's Ihnen recht, wellen wir das Werk nach Dunnstodt schulen, damit es dort stilgerecht gebunden wird!" Wurde den Buchbindern eine Adrestmappe oder dergleichen in Auf» trag gegeben, lieferte ein Slrchitekt den Entwurf. Ludwig machte seine Entwürse selber. Er hatte in Stuttgart Freihand- zeichnen gelernt, wußte mit Winkel und Zirkel umzugehen und war auch in der Farbenausführung gezeichneter Sachen be- wandert. Hatte er sich erst vollständig eingerichtet, sollte der Wind im Buch- b'mdergewerde hier anders wehen. Die Werkzeuge und Maschinen würde er von einer Stuttgarter Firma beziehen, die Mormoriersarben von München. Schrts- ton und Verzierungen für die Bergolde- Presse von Leipzig. Buch die Bezugs- quellen für Kunstleder waren ihm bekannt. Seine unumstößliche Absicht war, nur das best« Material zu verwenden. Die Preis« wollte er nicht verderben, er würde für seine Arbeit, was sie ihn wert dünkte, sor- dem. An zwei Herren von der Darmstädter KünsUertoionie hatte er Empfeh- lungen. Die würden ihm gute Dienste leisten. Lies das Rädchen einmal, blieben die Bestellungen nicht'aus. Frau Jbold folgt« den Darlegungen ihres Sohnes. Ohne es auszusprechen. hielt sie für gewiß, daß ihr Mann die Um- Wandlung des Geschäfts, wie sie Ludwig plante, nie und nimmer gebilligt hätte. Aufs neue wäre ein heftiger Streit«nt- brannt. Sie hätte keine Macht gehabt, ihn zu schlichten. Bielleicht war es der Wille des Schickjals gewesen, das; Vater und Sohn nicht mehr zusammen schaffen sollten. So nahe ihr Ludwig stand, so fest der Glaube in ihr wurzelte, daß er in seinem Handwerk Ansehen und Geltung gewann. vor ihr. der Verwitweten, flcsft« eine Lücke. Die stillte kein Meisterstück Ludwigs vus Was der Tod ihr jählings ge- Nammen.' gab ihr niemand zurück. 5Xowan von Alfred Bort Der Franksurter Installateur hatte Mitte August da» Fillunzersche Anwesen in Besitz genommen. Wenige Tage zuvor war Gretes Jjausrot zu Theobald©ander hmübergeschasft worden. In aller Stille. wie sie beschlossen hallen, wurden die bei- den zusammengegeben. Nach der Trauung fanden sich im Metzgerhaus zwei Freunde des Meisters zu einem bescheidenen Fest- mahl ein Grete hatte nur ihren alten Lehrer. Herrn Rnhn. geladen. Dieser, ein Greis mit weißem Bart und lustigen Augen, brachte auf die Neuvermählten einen Trinkspruch aus. Nicht seder. der aus den Viehkauf ging, richtete er an den jungen Meister das Wort, habe das Recht. sich Metzger zu nennen. Theodatds forsche Geschäftsführung lege schon jetzt davon Zeugnis ab, daß er das„Schlachtfeld" zu behaupten versteh«. Unter dem Schwärm seiner Schülerinnen, rühmte er Grete. Hab« er sich zu ihr besonders hingezogen gefühlt. weil er Ihre Gsdlezenheit, ihr tiefes Ge- müt erkannte. Aus Trauer und Einsam- keit werde sie nun in ein bewegtes Ge- ichästsleben gestellt. Wohl ihrem Mann. dem solch eine Helferin, solch eine Käme- radin beschieden sei. Gonder habe nicht nötig, dem Glück zu rufen. Er solle nur sein« Frau anschauen, dann wisse er's: das Glück sei schon da! Der alte Herr sprach wahrhaft be- geistert. Theobald hörte mit glänzenden Augen z». In Gretes bleichem Geficht drückte sich eine wehmütige Stimmung aus. Des Hochzeiters Freunde, von denen der eine Schiosisr. der andere Messer- schmied war. dachten:„Der gute Wein hier ist nicht für Kühe und Kälber gewachsen!" Sie tranken in starten Zügen und hatten bald einen Tropfen zuviel. Am anderen Morgen in oller Frühe war Theobald im Schlachthau» tätig, Grete ging im Laden Anton, dem Metzgerbur- scheu, zur Hand. Hausfrauen und Dienst- mädchen kamen, ihre Einkäufe zu machen. Auch der Ratsdiener Dauber erschien. wünschte der jungen Meisterin Glück und schmarotz!» sich mit den Worten aus: „Frau Gonder, Sie sind jetzt die Seele des Geschäfts!" '(Jorl'etiunj) Er verlangte ein Viertel Wurst. Un- geachtet semer Schmeicheleien legte ihm Grete keine Sche-be mehr aus die Schal«, als er zu beanspruchen hatte, worauf er sich mit verdrießlicher Miene entfernte. Erstaunlich war. wie rasch sich Grete in ihren neuen Wirkungskreis einzuleben verstand. Sie hatte für alles, was um sie vorging, ein scharfes Auge. Vielerlei fand sie auszusetzen, doch hütete sie sich, ein vor- schnelles Urteil abzugeben. Als sie ihre Beobachtungen abgeschlossen hatte und sich darüber klar geworden war. daß sie des- jernd eingreifen konnte, sprach sie zu ihrem Mann: „Ich glaub nicht, daß Du den Anton behalten wirst. Ich hatt ihn die Zeit her auf dem Bister. Wenn die Arbeiter aus der Hutfabrik kommen und ripsraps bedient sein wollen, verliert er den Kopf. Aus lauter Angst, daß er zu wenig gibt gibt er zuviel. Das summt sich zusammen und bringt uns großen Schaden. Gleich mer- ken wir'? nicht, aber sicher später." Hocherfreut, daß seine Frau das Laden- geschäft so gut überwachte, versetzt? Gonder: „Der Anton ist ein Dreidraht, dem jeden Tag ein paar Watschen gehören. Ich sey mich nach einem andern Bursch um!" „Eigentlich müßt's doch so sein." redete Grete weiter,„daß nichts aus dem Haus geht, was nicht bar bezahtt wird- Ich weiß wohl, daß sich das nicht allegar durchsetzen läßt. Gerad die reichen Leut sind am be- quemsten und lassen sich am öftesten mahnen.. Das steht fest: wir verkaufen zu- viel auf Borg. Für alle Fälle muß einge- führt werden, daß die Kunden monatlich die Rechnungen kriegen. Wem das nicht paßt, der mag fortbleiben An schlechten Bezahlern ist nichts gelegen. Und noch eins. Du hast Deine Geschäftsbücher, das Kontobuch und das Tagebuch. Dadrin ist alle» schön vorzedruckt. Aber die Ein- träge. Theobald! Da findet sich so leicht kein» zurecht. Du sollst sehen, wenn wir die Rechnungen herausziehen, gibt's mit der Kundschaft Aerger und Streit. Mein' Bater ist auch kein Kaufmann gewesen, seine Bücher hat er aber musterhaft geführt." la Die Nene Wett. Zllustrlcrtcs Uittcrhaltnn�sblatt. „Bei den Büchern." sagte Theobald offen,„stripp ich gern dt« Halftern aus. Du. Grete, bist ausklugiert. mach Du Dich dahinter. Du bringst's in die Reih. Sonst geht das Geschäft fa flott. Nur ist mir der Umfatz zu klein." „Aus den großen Umfaß kommt's nicht an." entgegnete die Meistersfrau.„Lang- fam. Theobaldl Man braucht auch in einem kleinen Geschäft nicht für die Gäns' zu schaffen." Gondcr. dem die Flügel wuchsen, wollte den Einwand nicht gelten lassen. Zweimal in der Woche fuhr der funge Meister zum Einkauf aufs Land. War er mit den Bauern handelseinig geworden. wurde ein Schoppen daraus gesetzt. Zu- weilen gesellten sich andere Metzger hinzu. Die Härten wie Gonder den Mund voll nahm und dachten:„Wir haben uns arg quälen müssen, bis wir zu etwas ge- kommen sind Dem Goliath regnen die Bratwürste, scheint's, in den Schoß!" Daheim bewährte Grete den rechten Ar- beitsgeist. Ueberall spürte man ihre ord- nende Hand. Eine Kundin hielt ihr ein- mal vor:„Frau Gonder, Sie sind so ge- nau. ich glaub. S!« teilen ein Haar!"„Wir haben ein reelles Geschäft," erwiderte Grete ruhig,„jeder kriegt, was ihm zu- kommt. Uebergewicht geben, heißt schien- dern. Und das tun wir nicht!" Am selben Tag bat eine arme Frau für ihre kranke Tochter um„gutes Gewicht". Da gab Grete so viel, daß die Schale tief heruntersank. Für die Not mußte man etwas übrig haben. Die Stunden waren an keinen Pfahl gebunden eine flog nach der anderen hin. Grete lebte und webte in Arbeitsamkeit. dachte nicht über das Nächste hinausl Und doch geschah's, zumal wenn ihr Mann aus- wärts war. daß ihre Gedanken an heim» liche Türen klopften. Die sprangen aus. Ein paarmal hatte sie Ludwig Äbold ge- sehen. Ganz verstört war er über die Straße geschlichen Das mar nicht Jier Ludwig Jbold, der um den Vater trauerte, das war ein Mensch, der eine böse Last mitschleppte. Wenn sie zuruckschaute: sie hatte ihm nie etwas Schiechtes zugetraut. Nur einmal in ihrer Jugendzeit war sie schier an ihm irre geworden. Es war kurz vor ihrer Konfirmation. Sie feierte ihren Geburtstag. Ludwig gratuliert.- ihr und beschenkte sie mit einer großen Tüte Schokoladenplätzchen und Marzipan. Als sie ihn fragte woher er das Geld denn habe, die Herrlichkeiten und in solcher Meng« zu kaufen, sagte er, ohne zu zögern, er habe drei Mark aus seines Vaters Ladenkasse gefippst.' Sie war ganz entsetzt und schrie ihn an:„Du hast also gestohlen!" „Ja," stotterte' er.„für Dich!" Ein Spruch aus der Bibel fiel ihr ein:„Wer mit Die- den Teil hat. der haßt sein Leben!" Ihre Pakin in Friedberg hatte ihr drei Mark ge- schickt. Die händigte sie Ludwig ein und hieß ihn. augenblicklich das Geld in seines Vaters Ladenkasse zu legen In Hast lief er fort und kam rasch wieder. Sie war ein Leckermäulchen und aß gern Süßes. Nun aber nahm sie die volle Tüte, ging mit dem Gespielen vor die Stadt an den Bach und warf die guten Sachen hinein. Ludwig, stumm wie ein Fisch, schaute mit weit aufgerisj Augen zu. Sie wusch ihm noch einmal tüchtig den Kopf, ver- . sprach aber zu schweigen Seit jenem Be- gebnis war er lenksamer denn je und ent- deckte ihr alles, was ihm beichtenswert schien. Daran änderte sich nichts, als sie die Kinderschuh« ausgezogen hatten. In der Fremde war er ihr entglitten. Was auch über ihn Macht gewonnen, sie las es in seinem Gesicht, daß sein Gewissen ihn schuldig sprach. Früh kündigte heuer der Winter sich an. Schon in den letzten Oktoberiagcn waren die Nächte bitterkalt. Der Nord- wind führte das Regiment. Er schüttelte aus dem Slltenburgskopf die Wipfel der Buchen, fegte über den Wiesengrund und trieb sein Unwesen In der Stadt. Der Ratsdiener Daber trug die Steuer- zettel herum In der Schloßgasse begeg- nete ihm Theobald Gonder. Den sprach er an: „Was für ein Heidenwetterl Sie können mir einen Weg sparen. Meister. Ich Hab hier Ihren Steucrzettell" Gondcr nahm den Zettel in Empfang und sah. was ihm zu zahlen auferlegt war. „Schlecht Wetter und hol)« Steuern." scherzte er.„Da kann's einem grifseiig werden!" „Sie haben Geld wie Laub," sagte der Ratsdiener glattzüngig.„Die Abgaben drücken Sie nicht. Wer keine Steuern zahlt, hat keine Stimme. Roch ein paar Jährchen und Sie litzen im Gemeindcrat." Er schneuzte sich und fügte hinzu: „Gestern abend müssen Ihnen die Ohren geklungen haben,'s ist von Ihnen die Red gewesen." „Wo?" sraqte Gonder und reckte den Hals. „In der Krön'." „No und?" „Ja, wie sind die Menschenl" brudelte Daber.„Geht's ihnn lieben Nächsten gut, gleich müsien sie ihr Gift verspritzen. 's sind nicht alle Christen, die sich Christen nennen. Ich Hab kein Blatt vor den Mund geiiommen und Hab den Neidharten gründ- lich die Wahrheit gesagt. Wissen Sie. was ich gesagt Hab? Alle Achtung vor dem Gonderl Der kann mehr wie Kortosseln schälen Er hat von der Pike auf gedient, hat sein Geschäft zum Blühen gebracht und legt die goldene Leiter an. Ehnder Ihr Euch über den das Maul zerreißt, macht's ihm emal nach!" Theobald lachte. „Sollt wieder über niich rafaunert werden, Herr Daber. regen Sie sich nicht aus. 's tut dem Mond nir. wen» ihn die Hund' anbellen!" Der Ratsdiener, der den Wind im Ge- sicht hatte, trottete weiter. „Auf was ist das Schindvolk neidisch?" sprach Gonder, seinen Weg fortsetzend, bei sich.„Nicht auf mein Geschäft. Daß ich die vermögliche Frau gekriegt hob, das können sie nicht verknusen!" Geld spielte die erste Violine in der Weit. Theobald, obgleich er bereits einen Teil seiner Schuld au Rühlmann abge- tragen, hatte mehr Kopital. als er für seinen kleinen Betrieb brauchte. Wer Geld hatte, sollte es nicht vergraben, sollte es sehen lassen. Und wo war es am besten angelegt? In einem guten Geschäft. Sein Motor, seine Maschinen ermöglichen ihm. jeden Tag die Metzgerei zu vergrößern Brachte er die Rede darauf, mochte seine Frau ei» Gesicht, als ob sie Sauerampfer gegessen hätte Darin war sie bei ihrer Gescheitheit töricht und kurzsichtig. Es ge- hörte zwar in ein anderes Kapitel, aber das fuchste ihn auch barbarisch, daß sie nur widerwillig seine Zärtlichkeiten ertrug. Er war doch keiner von der unrechten Sorte. Harte sie einen Abscheu vor Ihm? War sie damals auch so zimper gewesen, wie sie dos Gerenn mit dem Ludwig Jbold hatte? Nun war der Leimlouis wieder im Land. Schwirbelte ihr der am End noch durch den Kopf?' Gonder stieg das Blut ins Gesicht. Unwillkürlich grrss er nach dem Messer, das>n seinem Gehenk stak. „Gewitterhundl"„Sacht, sacht!" deschwich. tigte er sich. Das waren Einbildungen, weiter nichts. Cr würde ums Verrecken nicht den Windfänger machen. Der Jbold. der Flauous. konnte ihm den Buckel her- unterrutschen. Der Fisch, den er. der Theobald Gonder, gefangen, sprang ihm nicht mehr aus der Pfanne. Mit hochgezogenen Brauen, den Rumpf gcradgestetft. schritt er dahin, wie ein Mann, der sich fühlt. Bald war er vor seinem Haus und trat In den Laden. Grete, die hinter der Theke stand, empfing ihn mit den Worten: „'s ist ein fx-rr drin, der Dich sprechen will!" Cr ging in die Ladenstub«. Ein ältlicher Mann mit entzündeten Augen, die durch eme goldene Brille sahen, erhob sich und stellte sich vor: „Schmeling aus Frankfurt am Main!" „Was wünscht der Herr?" „Ich bin Vertreter In der Lebensmittel- branche." sagte der Fremde,„und wollt einmal hören, ob ich Ihre Fleischwaren verkaufen kann." Gonder bat den' Agenten Platz zu be- halten und lieh sich selbst nieder. „Kennen Sie denn meine Ware, Herr Schmeling?" „Gewiß Meister. Ich würde mich sonst nicht um Ihre Vertretung bewerben. Ich bin schon seit zwei Togen hier Ich Hab mir verschiedenes aus Ihrem Geschäft holen lassen, natürlich auch ans Konkurrenz- geschäften. und find. Sie liefern bei weitem das Beste!" „Wissen Sie. warum?" sagte Gondcr geschmeichelt.„Ich Hab mich In der Welt umgesehen und Hab was gelernt!" Er rief seine Frau herein und machte sie mit dem Agenten bekannt. Dieser er- zählte, er habe in Frankfurt an hundert treue Kunden. Er vertrete eine Thüringer Großschlächterei Die habe in letzter Zeit die Abnehmerfchoft so schlecht bedient, daß die Ware vielfach zur Verfügung gestellt worden sei. Cr wolle mit den Leuten brechen. Nun handle es sich darum, ob Gonder in der Lag« sei. wöchentlich größere Menoen Fleischwaren zu verschicken. „Das versteht sich." oersetzte Theobald. „Ich bin so eingerichtet, daß ich das Dop- pelte und Dreifache herstellen kann!" Schmeling machte eine Handbewegung. „Dann werden wir uns schnell einigen!" .„Was verlangen Sie für Ihre Be- ' mühungen?" „Nur meine Provision, Meister. Fünf Prozent" „Daß Sie die Ware an den Mann brin- gen glaub ich gern." warf Grete dazwischen. „Wann kriegen wir aber das Geld dafür?" Der Agent lächelte. „Da können Sie ohne Sorge sein, Frau Gonder. B.'i meiner Kundschaft heißt's: heut die Ware, morgen das Geld. Ich bin geborener Frankfurter und kenn den Platz genau. Sind Sie erst eininal eingeführt, bekommen Sie mehr Aufträge herein, als Sie bewältigen können." _ Di- „Ohol" rkf Theobald.„Ich«verd Ihnen meine Anlagen zeigen." „Das Ist mir recht," lagte Schmeling. „Ich kann dann meinen Abnehmern auch Rede stehen." Er ließ sich herumführen, nahm die Wurstküche in Augenfchein, den Schlacht- räum, die Rauchkammer, die Kühlanlage und die Stallung. Die Sauberkeit, dl« überall herrsche, Lußerte er. erwecke von vornherein Der- trauen. Cr besprach mit dem Meister alles, was ihm für die künftige Geschüsls- Verbindung notwendig schien. Schon>n den nächsten Tagen gedachte er mit seiner Tätigkeit zu beginnen. Als er sich verabschiedet hatte, sagte Theobald zu seiner Frau: „Da steht man's wieder: gute War' empfiehlt sich selber. Mit dem Schmeling, das wird ein feines Geschästl" „Du kennst ihn ja gar'nicht," erhob Grete ihre warnende Stimme.„Eh Du was anfängst, erkundig Dich über Ihn." Theobald runzelte die Stirn. „Ich kann's ja machen, ober das Geld für die Auskunft ist herausgefchmisten. Man merkt doch wohl, wen man vor sich hat. 's ist ein ordentlicher Mann." Er legre das Gehenk, das er noch an- hatte, beiseite und sprach weiter: „Die Sach' paßt Dir nicht, gelle? So bist Du. Das mußt Du einsehen, Grete, ich bin mit meiner Metzgerei verkoppelt. Hab meine Freud dran und will Staat da- mit machen Nicht nur hier, auch draußen Je mehr sie sich auspfundet. desto bester. Guck, Grete. Du hast einen Kopf wie ein Kirchturm. Im Laden und bei den Büchern mächt ich niemand anders haben wie Dich. Und doch— daß Du in dem Geschäft nicht groß geworden bist, hängt Dir Innner nach!" Um Gretes Mund legte sich ein harter Zug. #„Daß ich in dein Geschäft nicht groß gt- worden bin, ist wahr. Aber soviel weiß ich. man stürzt flch nicht in wilde Händel und hat sein Geld nicht, mn's zu ver- laborleren I" Kunden kamen, die bedient sein wall- ten. Die Meistersfrau ging in den Laden. Theobald begab sich zu seinem Nachbar. dem Kaufmann Sauer, und bat diesen, eine Erkundigung über den Agenten Schmeling In Frankfurt einzuziehen. igorisezimii soigi) Die Maximalisien der englischen Revolution- Von A. E o n r a d y. Binnen wenigen Togen nach dein Ende des.kleinen Parlaments wurde Cromwell zum Protektor der Republik proklamiert. zu ihrem Beschützer nicht nur gegen die Konterrevolution, fondern ganz besonders auch gegen sozialrevolutionäre Erperimenle. und in der Versassung. die herauskam, war die Militärdiktatur durch ein Paria- ment der Mittelklasse ergänzt. So tobten die Männer der sünften Monarchie nicht wenig In ihren Meetings in diesen Tagen nannten si- Cromwell einen meineidigen Schurken und prophezeiten ihm ein ichlim- meres Ende als das des lebten Lord Pro- tektors lRichards III). Natürlich wurden auch die revolutionären Ossiziere gehörig angezapft und solche Fragen aufgeworfen. wie die- ob sie alle vollgestopft seien mit Neue Welt. Illustriertes Unterhaltungsb Rittergütern. Das galt jedenfalls nicht für Harrison. der vielmehr kaltgestellt und dann auch zeitweiitg emgeierken waioe, aus oie Dauer IrelHch bei lchlechlem Gesundheitszustand ganz in den chinlergiund«rat obwohl er fortgesetzt mti der Bewegung für das tausendjährige Reich in Zuiommenhang ge- b-acht wurde. Den Rednern in London wurde zunächst auch der Mund gestopit, indem ste HInier Schlob und Riegel verschwanden. Auch mit Rogers geichoh dies. als er im Jahre 1684»ine leidenichastliche Schrift gegen Cromwell herauebrachie. die den charakiertsttichen Tliel„Mene Tekei" lührte, und in einer Rede Whitehall mit Sodom verglich. Ueberwiegend war aber in den ersten Zeiten des P'wektoratz oiienbar das niederdrückende Gefühl der Niederlage Manche Parteigänger warfen sogar die Flinte ganz Ins Korn und vollzogen ihren Uebergang zu den Quäkern, deren Endziel sich zwar mit dem der Leute des tausendjährigen Reichs nahe berührte, die aber von Gewalt- anwenduna niwis misten wollten und sich ganz auf Propaganda ihrer Grundsätze be- schränkten Und auch unter den in engerer Verbindung mtt den Leuten der sünften Monarchie Bleibenden waren doch viele, die wenigstens von unzeitiger Revolutions- macherei und unüberlegten Putschversuchen nichts wistcn wollten. Das hinderte aber nicht, daß beträchtlicher Anhang schleunigen gewaltsamer Umsturzes blieb aber auch erst neu gewonnen wurde. Zweifellos halte die Partei des tausendjährigen Reiches im Laufe des Protektorats einen gewissen Zu- lauf.„Durch lange Unruhen verarmte Leute", schreibt ein Gewährsmann des Jahres I6Sb,„müssen notwendig groß? Neigung haben, aus diejenigen zu hären. die im Namen Christi und der Heiligen«in goldenes Zeitalter vor der Türe erklären. zumal fo viele Prophezeiungen auf diele Zeiten angewandt werden." D-eier Autor erwähnt eine Berechnung, wonach zu der Zahl 395 als Jahreszahl der Abschaffung «des Heidentums an Hand der Bibel die Zahl 1260 addiert wird: so ergibt sich 1655 als Anfang des tausendjährigen Reiches. „Andere wählen 1666, weil die Lebens- zelten der Patrtarckien in der Genesis diele Zahl ergeben. Also wird Christus dieses oder nächstes Jahr kommen." Indes waren diese originellen Methoden der Rovoku- tionspropheten, den Anbruch der fünften Monarchie auf rechnerischem Wege zu er- mittein, dehnbar Auch der nahmhasteste literarische Ver- treter dieser Ideen In der zweiten Hätste der fünfziger Jahre. John Canne, hatte sein Verfahren, mit biblischer Hilfe ein- wandfrei zu ermitteln, wann sein bren- nendes Verlangen nach dem allgemeinen Umsturz auf Erfüllung hassen dürfe. Canne war schon ein alter Herr, aber nach ebenlo stürmisch- wie in feinen jungen Jahren, als ei der Flüchtlingsqemeinde in Amste» dam angehörte. Von da aus hatte er schon vor der Mitte der dreißiger Jahre die Not- wendigkeit verkündet, den Tempel des Herrn-mit dem Arm des Fleisches zu gründen. Seitdem war er ein Verkünder der gewaltsamen Revolution zur Herbeiführung des Himmelreichs auf Erden geblieben und hatte sei, 1653 aufs hefttgste gegen Cromwell F>ont gemacht. Im Jahre 1657 kam seme „Endze'l" be-aus. worin das Protektorat ohne Umstände, mit dem Reich des Tieres in der Offenbarung gleichgesetzt wurde aim der Protektor mit oer Bestie Daraus ergab sich nun von selbst der Zeilpunkt, wann die revolutionäie Erhebung sälllg ein muhte. Nach der Ofienbarung sollte das Reich des Theres 42 Monate dauern. So rechnete Canne vom Bettun des Protek orots. dem 16 Dezember 1653. ab das Ende auf das Frühjahr>667 heraus. Seine Theorie ver- suchten nun die Gläubigen unter Führung eines anderen Mannes, der den Arn, des i_ 19 Fleisches zu schwingen wußte, rechtzeitig kl» dl« Praxis zu übersetzen. Dieser Vorkämpfer war der Wein» küfer Thomas Venner. Er war schon seit geraumer Zeit nicht mehr in seinem ur» sprünglichen Berus tätig, sondern hatte in der Mitte der 50er Jahre eine Stellung im Tower inne, wurde aber damals von seinem Platz entternt, weil er nach den Angaben des Cromwelljchen Polizeimmisters Thurlog sich als ein„Mensch von verzweifeltem uni» blutigem Geiste" herausgestellt hatte: man sagte ihm nach, daß er den Tower habe In die Luft sprengen wollen. Auch sollte er mörderische Absichten gegen den Protektor kundgetan und sich dahin geäußert haben» die Zeit werde kommen, wo die Mägde des Herrn sich einen Dreck daraus machen wür» den, Menschen zu töten. Thurloe bezeichnet chn daher als einen Blutmenlchen und nennt ihn den Rädelsführer des„blutigen Planes", mit dem sich die Anhänger der fünften Man» archie'etzt trugen. Schon Im Jahre 1656 erreichte deit Staatssekretär ein Bericht über ein Mee» ting, bei dem darüber debattiert-wurd?» wann die Zeit sei, Babylon und sein» All» Hanger zu vernichten, wer es zu tun habe» und wie es geschehen solle. Und man war zu dem Ergebnis gekommen, daß die Heist» gen es tun müßten, und zwar alsbald unk» vermittelst des Schwertes. Sie geduldeten sich aber doch bis ins Jahr 1657 unter Agi- tieren und Organisieren. Ihre allgemeinen Londoner Ag'tationsoerfammlungen fanden In Colemanstreet in der City statt. Da wur» den wohl hitzige Reden geführt. Aber es war das doch nicht der eigentliche Kern der Sache. Der steckt« vielmehr in der gehet« men Organisatwn. Diese hat die merkwür» digste Aehnlichkeit mit entsprechenden Ver« bindungen viel späterer Zeit, etwa der Blanqu'schen Gesellschaft der Jahreszeiten. Sie bestand in und um London aus einer Anzahl von„Meetings" von je 25 Per» Ionen. Von jedem dieser Meetings wüßt»' bloß einer um die Existenz der anderen Meetings Die Eingeweihten stellten di« Verbindung her, und durch Ausschließung der übngen vom Geheimnis dachte inan gegen Verrat gesichert zu lein. Denn man war nun geradezu dabei, den bewaffneten Putsch vorzubereiten. Massen und Munt» tion, Pferde und anderen Bedarf zu be« schaffen, um den Bürgerkrieg ins Land hin» austragen zu können. Man hatte nämlich keineswegs die Absicht, sich auf London zu beschränken. Vielmehr wurden von den Londoner Meetings Leute In verschieden« Teile des Landes entsandt, um so viele ws« möglich in den Bund zu ziehen. Von ihren hernach beschlagnahmten Papieren enthält eines eine größere Anzahl von Adressen In einer Reihe von Plätzen außerhalb von Lon« don und Souchwark, so Oxford. Cxeter, Bedsord, Liverpool, Manchester, AbingdoN» Dartmouch, Nantwich. Portsmouth, Ips» wich, Hull, Lineoln, Bristol, Sandwich usw. Ein anderes Schriffftück enthält sine Reihe von Cinzeiheite» über ihre Bewaffnung und fonstioen Vorkehrungen und wirft auch eini« ges Licht auf ihre Absichten. Danach soll» ten die vorhandenen Pferde mit Sätteln und allem Zubehö» lowie je>met Pistolen nebst Pulver und K>>gein einigen der„Brüder" übergeben werden. Jedem Fuß'oldalc» sollte ein Gürtei mir einem Pulnei sack und einem Kuaelbeutel übergeben werden. Die„langen Waffen" lamt Kopsslücken uiw., die noch unveracbcn bleiben,'ollen auf sichere Art zusammen oerpackt und nach dem Endö der Stadt geschaffi werden, wo man sie zu ver» lassen gedenkt. Da loben iie dann von einem Wagen aufgenommen werden. Die Giiriel und Pulver- und Kuaei bentel die noch oer» bleiben, und die Pisiolen, Pulver und Ku» geln, die nach zu kaukn sind, lowie 500 „Erklärungen" sollen in den Packkö'ben zu» samniengepackt und aus den Soumpicrden transpoilicrt werden, wobei Sorge zu trg» IL Die Reue Welt. IllustrlerieZ Unierhattun�Zblali- gen ist, daß sie sicher hinauskommen Die »Erklärungen' sollen bei den„Schwestern' Zurückgelassen werden, um sie auf alle Ar- ten im gegebenen Moment sowohl in Lon- don wie außerhalb zu verbreiten. ZumSchluß folgt noch eine Reihe von Perlonalangaben, kvo diese oder jene Sacken zu finden sind, Pistolen zum Beispiel bei Schwester Kerwit. Es ergibt sich, daß es auch eifrige Anhänge- rinnen der fünften Monarchie gab, die mit Im Geheimnis des Putsches waren; weiter vber, daß nicht die Absicht war, die Sache n. da Gott nicht verfehlen »verde, sich zugunsten seiner Ausenvählten tzu offenbaren, und die Verkündigung ihrer »:eichen und himmlischen Zwecke werde sofort das ganze Menschengeschlecht zum Ein- treten für ihre Sache bringen. Sie zwei- selten nicht an allgemeiner sofortiger An- vahme ihres erhsbenen Systems, das nur der Verkündigung bedürfe, um von jeder- mann begrüßt zu werden. Die Probe aufs Exsmpel blieb ihnen er- spart. Die Regierung nämlich, die von ihren Spionen sortgesetzt auf dem Laufen- den gehalten wurde, ließ die Sache sich gerade soweit entwickeln, bis die Leute der fünften Monarchie fertig zum Losschlagen waren. Donnerstag, den S. April l6S7, hatten sie dazu bestimmt, uin bewaffnet auf dem Plane zu erscheinen. An diesem Tage aber wurde eine Abteilung Kavallerie nach Shoraditch entstmdt, um an dem dor- tigen Treffpunkt Razzia zu halten. Man fand und verhastete zwanzig Personen, ge- stiefelt und gespornt und gerade im Begriff, zu Pferde zu steigen, um nach Miie-End sich zu begeben, wo alles zusammenkommen sollte. Fünf von den Gefangenen, daninter Thomas Vsnner, wurden in den Tower ge- fetzt, die übrigen,„größtenteils Gewerbe. treibende", befanden sich lange in harter Haft im Torhaus in Westminister. Eine andere Abteilung Militär wurde noch Mile-Cnd entsandt und fand dort zwar keine von den Verschwörern mehr vor, aber mehrere hun> dert„Erklärungen" und einioe Packkörbe mit Waffen, die in einem Feld verborgen waren, dazu eine Standarte, die einen ruhenden roten Löwen zeigte und dos Motto:„Wer soll ihn aufwecken?" Da» war nun Reoolutionsromantik. Mit den -f? Ich Die Ehre hat mich nie gesucht; Sie bätte mich auch nie gefunden. Wählt man, in zugezählten Stunden, Ein prächtig Feierkleid zur Flucht? Auch Schätze Hab ich nie begehrt. Was hilft es. sie auf kurzen Wegen Für Diebe mehr als fich zu hegen, Wo man das Wenigste verzehrt? Wie lange wahrt's, so bin ich bin Und einer Nachwelt untern Füßen. Was braucht sie. wen sie tritt, zu wissen? Weih ich nur, wer ich bin? Letflng. Augen der trockenen Prosa angesehen gaben die Putschbestrebungen der Fanatiker gerade auch in diesen Monaten der konterrevoluüo- nären Strömung bedeutende Verstärkung. Das Treiben der Anhänger des Tausend- jährigen Reiches trieb denen Wind in die Segel, die nach einer Stärkung der Regie- rungsgewait lchrien und eben jetzt bedeu- tende Fortschritte zu ihren Gunsten erziel- ten. wie sie in dem Verfassungswerk von 1KS7. der untertänigen Bittschrift und Rat- erteilung. sich darstellen. Danach fehlte Cromwell der dos Recht erhielt, seinen Nachfolger zu bestimmen, zum König von England bloß noch der Name. Als weitere Bürgschaft der sozialen Ordnung wurde dem Unter- ein Oberhaus an die Seite'gesetzt. Diese reaktionären Fortschritt? trieben nun wieder den Anhang der fünften Monarchie zur Fieberhitze und zu neuen Verschwö- rungsplänen an. Man munkelte, daß Har- rifon. Roger und Canne ihren Entschluß kundgetan hätten, alle zu vernichten, die ihnen in den Weg träten. Henry Crom- well erklärt in einem Brief aus dieser Zeit dies«„Brandstifter" für äußerst gefährlich bei ihrem hartnäckigen Wesen. Bald mar die Cromwellsche Polizei einem neuen Kom- plott auf der Spur, und im Februar 1KS8 wurde wieder ein Nest ausgehoben. Zahl- reich wurden Leute verhaftet, die an dem neuen Versuch, dos Königreich Eromwells durch das Jesu Ehristi zu ersetzen, teilgenom- wen hatten. Auch wurden wieder verschie- dene revolutionäre Schriften>m Besitz der Verschworenen gefunden und beschlagnahmt. Die interessanteste literarische Kundgebung der Leute der fünften Monarchie aus dieser Zeil ist eine Schrift John Cannes von 1668, die„Zeit des Findens". Darin spricht Canne es aus, wie gnadenreich es gewesen. daß der Herr ihnen in den Tagen des Klei- nen Parlaments die Dinge nicht gewährt-, die sie damals ersehnten;„wir waren noch nicht reif dafür." Das Gericht Gottes war noch nicht vollendet. Nun ober betrachten sie sich als die göttlichen Werkzeuge der Rache an den großen Verfolgungsmächten der Welt. Alle irdischen Gewalten, die die- sen Mächten dienen, müssen zermalmt und in Stücke gebrochen werden, damit die Reichs dieser Welt des-Herrn und seines Christ werden, lieber Cromwell geht es mit hef- tigen Worten her. Einen größeren Heuchler habe es nie gegeben, wenn man seine frühe- reu mit seinen jetzigen Handlungen ver- gleiche. Das Verderben wird ihm ange- kündigt, und es ergeht auch ein Wehe über die Soldaten, die unter der Fahne des Tieres fechten. Canne nimmt sogar keinen Anstand, die fromme Absicht zu äußern. mit seinen Gesinnungsgenossen Cromwell totzubeten Weiter aber äußert er. obwohl er eben erst bestritten hat, daß sie von den ihnen vorgeworfenen anarchischen Gelüsten getrieben feien, die Idee, daß sie keinen Teil haben wollten an allen bestehenden gesetz- lichen Ordnungen und auch nichts beitragen wollten zu ihrer Erhaltung. Es kann also weiter nicht wunderneh- men. daß Canne bald nach dem Februar- komplott von 1658 auch mit dem Gefängnis Bekanntschaft machte. Am 1. April predigte er gerade in dem alten Meetinqhans der fünften Monarchie in Colenianstreet den Gläubigen fröhlich über den Text:„Schei- dst euch von dieser Gemeinde, daß ick sie plötzlich oertilge", als er samt einer Reihe von Gesinnungsgenossen gefangen b'mweg- gefübrt wurde. Darunter mar ein Offizier der Revolutionsarmee, namens Daq, der be- schuldigt wurde, Cromwell einen Schurken und Verräter genannt zu haben. Cr be- kannte sich auch dazu, beanspruchte abej Straffreiheit, da Cromwell vor Zeugen ge- sagt lKibe. wenn er nicht in Kürze die Zehn- ten aufhebe oder die Eewissenbaften unter- drucke oder die Volksfrsiheit verrate, so solle sedem freistehen, ihn einen Schurken und Verräter zu nennen. Der angebotene Wahrheitsbeweis wurde natürlich nicht zu- gelassen und Day ordentlich in Strafe genommen. Die fozialrevolutionärm Erwar- tungen der Leute der fünften Monarchie waren danach vorerst etwas gedämpft. Sie rechneten nun zunächst auf das Jahr 1660 oder 61. wo sse zur Hochzeit des Lammes gerufen werden sollten. Tatsächlich kam zu dieser Zeit nicht das Königreich Christi, fon- dern das des Hauses Stuart, und zwar nicht zum wenigsten durch ihr sinnloses Treiben. Manche übr gens waren in den letzten Zei- ten Oliver Eromwells nicht nur unbewußte Schrittmacher der Reaktion, sondern direkte Helfershelfer der Kanterrevolution. Es steht urkundlich fest, daß bei dem Präsidenten Karl Swart eins Adresse von„Wieder- räufsrn" einlief, die ihm Ihren Beistanden- boten, wenn er ihnen Meinungsfreiheit ga- rantieren wolle. Sie feien stark genug ge- wefsn. um zu zerstören, aber sie feien zu schwach, um auszubauen, und deshalb lach- ten sie Hilfe. Danach erscheint die Erbitte- rung begreiflich, mit der Cromwell in!ei- nen letzten Jahren von den Männern der fünften Monarchie spricht, in denen er jetzt geradezu Verbrecher erblickt; im Hinblick auf sie spricht er von dem Bündnis zwischen Herodes und Pilatus, um Christus zum Tode zu bringen. Dabei denkt er an jene Beziehungen zur Reaktion. iF-ry-du»» fefen Zuhall» verboien I B-r-ntwortl. Redakt-ur L. Sa lo Berlin.> All» für dir jicSaltion Urftimmirn o.'no mj-n ii»d ju richten nach Berlin. Andenltr. 3.» Lrrl»� J>«meirrj*r Buchdii»ik»r«»«n> 15»rtej«mf(elt A»rr St(to., fjamburj. Dratf: Borwärts B»chdru