V Illustriertes Unterhaltungsblatt Grete Fillunger zas war vernünftig gesprochen, dachte Theobald. Klang ganz anders, wie in der Stadt die Neuntlugen schwätzten. Er ergriff die Gelegenheil, der Erbitterung, die sich in Ihm geiammeit halte, L»tl>u machen»nd sehle dem Viichblnder einander, wie Latour, der Bierquellenmann, ihm Sand in die Augen gestreut und ihn um sein Geld gebracht hatte. Dabei holte er weit aus und redete sich in einen maß- lo en �jorn h nein. Der wurde unter der Nach- Wirkung des überreich- lich gen offenen Brannt- weins und B�ers zu förmlicher Raserei. Der Weg führte an einem Baumilück vor- über, auf dem allerlei Obstsorten gediehen. Ein Apfelbaum mit weit ausladenden Aeften prangte in später Blüte. Gonder, von einer wil- den Begierde getrieben, irgendworan seine Wut ouszuloffen, riß das Messer aus dem Gehenk und stach wie besessen aus den Baum los. Saß die Rinde splitterte „HimmelhUnd", tobte er,.Dreckiact, Schuft! Ich schneid Dir die Nieren heraus!" Er mochte jetzt glau- den, den Bier quellen- mann voi sich zu Koben, Iboid wollte seinen Augen nicht trauen. »Laß Deine Roheit! Was hat Dir der Baum getan?" rief er über die tierische Ausführung des Metzgers entsetzt und em- pört. Gonder wandte sich um. Die Adern strotzten an seiner Stirn. Der Speichel strömt« ihm aus dem Mund. „Laß Deine Roheit?" schnaubt« er. »Man meint, man hört meine Frau. Steckt ihr wieder unter einem Hut? Kommst mir CRornan von Alfred Bork grad recht. Mit Dir Hab ich auch ein Huhn zu rupfen!" Den Buchbinder saßt« ein Grausen. Herr Jesus im Himmell Der Wüterich ging ihm ans Leben! »Das Messer her!" stieß er heraus. Gonder tat einen Schritt vorwärts. »Was unterstehst Du Dich. Du schlechter Kerl! Bist den Tousbatzen nicht wert. Wart, ich mach Dir den Leim warm!" Er dringt auf Ibold ein. Sie kommen lFortfeduna) Giebel vom Zcusiempcl zu Olympia ins Ringen. Dem Schwächeren leiht die Verzweiflung unglaubliche Kräfte. Ge- fchmeidig biegt er den Körper zurück und weicht den Stichen Gondcrs aus. Der hat den Gegner unterschätzt. Er wetzt die Zähne. Kreuzkränk, er bringt's dem Kleisterhcngst bei! Stirn schlägt an Stirn. Ibold durch- zuckt'si„Jetzt bin ich verloren!" In Todes- angst packt er Gonders Arm und entreißt ihm blitzschnell das Messer. Der Goliath steht einen Augenblick regungslos. Dann stampft er fluchend den Boden. Wirft sich wieder auf den Feind. Strauchelt und stürzt in das Messer, das Ibold in der Rechten hält. Die Halsschlagader ist durch» schnitten M't Macht schießt das Blut her- vor Der Metzger sinkt mit einem Aufschrei zu Boden und haucht in wenigen Minuten sein Leben aus. Ludwig schleudert das Messer fort. Kniet nieder. Aus weit ausgerissenen Lidern starren ihn Gonders gebrochene Augen an. Er springt aus, laust hin und her und stöhnt. „Großer Gott, das Hab ich nicht gewollt!" Der Metzger hat ihn angegriffen, ist in dos Messer gestürzt. Ihn, Ibold, trifft keine Schuld. Wird man's>hm glau- ben? Er denkt an die Mutter, an Gefängnis undSchwurgertcht.Dann drängt sich alles in einen Gedanken zusammen: die Grete, die Grete! Er ist an ihr wortbrüchig geworden. Uno nun — sein Blick fällt auf den Toten. Ein Krampf schüttelt ihn. Er hat's nicht getan. Er hai's nicht getan. Der Herr- gott droben ist sein Zeuge. Er rennt davon, an Heidelang, an Weide« platzen vorbei. Felsen recken sich empor und werden zu Schreckgestalten. Der Mond verbirgt sich hinter schwarzen Wolken. Es ist sticl�unkel. Talwärts flimmert ein Licht. Es muß die Walkmühle sein. Gott sei Dank, er kommt wieder zu Menschen! Glock elf war er in der Stadt. Er ging sofort auf die Polizei und meldete, was sich ereignet hatte. Der Wachtmeister Spieß, obwohl er zu den alten Freunden der Familie Ibold ge- hörte, mied jedes Wort, das nicht dienstlicher * 80 Die Neue Welt. Illustriertes Unterhaltungsblatt. Natur war. Er nahm e!n vorläufiges Pro- tokoll auf und sprach: „Das Gefetz.fchreibt's vor, bis alles auf- geklärt ist. bleibst Du hierl" Er brachte Ludwig, der wie Im Fieber erschauerte, in das Haftlokal und gab dann den Gendarmen Weisung, sich nach dem Tatort zu begeben und die Leiche des Metz. gers zu bewachen. Früh sechs Uhr verlieh die Meisterin ihre Wohnung im oberen Stock und begab sich in den Laden hinunter. Zum Gesellen. der die Geräte reinigte, sagte sie, ihr Mann sei ausgeblicbeni sie oermute, er habe, wie er schon öfter getan, in Rainrod übernachtet. Sie ordnete allerlei an und ging dann in die Ladenstube, wo sie die Geschäftsbücher vornahm. Eine gute halbe Stunde mochte sie gearbeitet haben, als der Wachtmeister Spich hereintrat, den eisgrauen Schnurr- bart strich und sprach: ,�Frau Gonder. ich muh Ihnen eine trastfge Mitteilung machenl" Grete hatte sich erhoben und fragte be- stürzt: „Was ist denn passiert?" Der Wachtmeister, dessen Gesichtsausdruck zwischen der Beherrschtheit des alten Sol- daten und dem Gefühl der Teilnahme schwankte, senkte den Kops und sagte: „Ihr Mann ist diese Nacht auf dem Heimweg von Rainrod ums Leben ge- kommenl" Grete sank todblah auf einen Stuhl. Der Wachtnseister vervollständigte seine Mitteilung, wobei er sich, ohne Einzelheiten zu berühren, auf Ibolds Bekundung stützte. „Ob's so gewesen ist," schloh er,„ob noch was dahintersteckt, wird das Gericht unter- suchen. Sobald die Leiche freigegeben ist, /werden Sie Nachricht erhalten." Er gab der jäh Verwitweten die Hand und ging. Dem Schrecken überlasten blieb Grete zurück. Sie war wie gelähmt. Die Brust war ihr wie zugeschnürt. Erst allmählich löste sich ihre Erstarrung. Eine brennende Röte ergoh sich über ihr Gesicht. Noch konnte sie die schreckliche Botschaft nicht fasten. Hatte es der Zufall gefügt, dah Gonder und Ibold drauhen einander be- gegnet waren? Hatte ihr Mann das Zu- sammentreffen herbeigeführt? War bei dem Wortwechsel, der dem Kampf vorausging, ihr Name gefallen? Daß Ibold in der Not- wehr gehandelt, daß er die Grenzen der Verteidigung nicht überschritten hatte, daran zweifelte sie nicht. Und wenn Gonder ihn gestochen hätte? Sie preßte die Hände wider die Schläfen. Sie wagte den Ge- danken nicht auszudenken. Wie von einem Blitzschein erhellt flog die Zeit ihrer Ehe an ihr vorüber. Eine Enttäuschung war der andern gefolgt. Hätte sie Gondec von Grund aus gekannt, nie wäre sie mit ihm vor den Traualrar getreten. Nun hatte er seine Wüstheit mit dem Leben gebüßt. Einem Toten sollte man nichts Uebles nach- reden. Das Gericht freilich würde sich nicht daran kehren. Vielleicht, daß sie selbst aus- gefragt wurde. Sie würde die Wahrheit, nichts andres als die reine Wahrheit spre- chen. Neue Leiden und Sorgen waren ihr auferlegt. Wenn je. war's jetzt ihre Pflicht. daß sie all ihre Kraft zusammennahm, daß sie stark und standhaft blieb. Sie erhob sich und rief den Gesellen. sagte ihm den Tod des Meisters an und be- fahl ihm. den Laden zu schließen. Darauf schrieb sie dem Altmeister Rühlmann nach j Nidda, setzte ihn von dem Ableben ihres Mannes in Kenntnis und bat ihn, so rasch als möglich herüberzukommen.— Auf die Benachrichtigung des Amts- gerichts hin traf schon gegen Mittag der Staatsanwalt ein. In Begleitung des Amts- richters, des Kreisarztes und dessen Assisten- ten machte er sich alsbald auf den Weg nach dem Baumstück, vor dem die Leiche des Metzgers lag. Auch der Buchbinder wurde dorthin geführt, wurde aufgefordert, den Hergang noch einmal zu erzählen. Zuerst brachte Ludw:g nur stoßweise seine Worte heraus, nach und nach aber sprach er ruhig und in einem Fluß. Hoch oben auf dem verstümmelten Apselbaum saß ein Buchfink und sang unbekümmert um die Menschen drunten sein sröhliches Lied. Der Arzt, in- dem er sich über Gonders Leiche beugte, entdeckte ein Stückchen Baumrinde, das am rechten Aermel der Wolljacke hängengeblie- ben war. Er machte die Herren darauf auf- merksam. Der Amtsrichter meinte, damit sei wohl schon der Beweis erbracht, daß es der Metzger gewesen, der den Baumfrevel verübt. „Wenn es der Beschuldigte, um sich zu entlasten, nicht dahin praktiziert hat!" wandte der Staatsanwalt ein. Die Abmessung der Fußspuren, die sich auf dem weichen Boden In unmittelbarer Nähe des Apfelbaums fanden, taten dann mit ziemlicher Sicherheit dar, daß Theobald Gonder der Baumschänder war. Der Medizinalrat stellte den Befund der Wunde fest. Diese war, nach den glatten Rändern zu schließen, mit einem spitzen Instrument, offenbar dem Metzgermesser, beigebracht, das auf dem Tatort lag. Der Arzt faßte sein Urteil zusammen: er könne nichts finden, was die Aussage des Buch- binders widerlege. Dem Tatort gegenüber am Gunters- hang, von Gendarmen in gehöriger Entfer- nung gehalten, war aus dem Städtchen und den umliegenden Ortschaften eine Menge Menschen zusammengeströmt, die die Neu- gier herbeigelockt halte. Städter und Bau- ern, alle redeten durcheinander. „Wer ist denn das, der da steht, wie das Kind beim Dreck?" „Der Buchbinder Ibold!" �iDer guckt drein, als wär er über Feld hexen gegangen." „Und nebig ihm der Mann mit dem Petzer auf der Ras'?" „Das ist der Staatsanwalt. Der gibt acht wie ein Hechelmacherl" „Ei du liebes Gottchel Da liegt der Metzgerl" „Der ist so lang, der kann vom Gerüst essen!" „Der nimmt keinen Lössel mehr in die Handl" „Er war kein unrechter Mann! Wann er bei uns schlachten tat, gab er den armen Leut. soviel als sie schleppen konnten!" „Er war ein Konunandierer, kam hos- färtig gegangen." „Alleweil hat ihn der Teufel geholt." „Ich Hab ihn als Lausbub gekannt. Da hat er schon die Menschen mit der Mist- gabel gekitzelt. Hat nix wie Unglücker an- gestellt." „Sein Geschäft war singerslang. Nu trag er die vermögende Frau, setzt' sich auf den Gaul und ritt die Leut um." „Der könnt aus die Kipp' klopfen!" „Wul bleibt Wul. Und wenn man ihn bei die reichste Frau in ein Federbett legt." »„Man meint, alleweil schwätzen sie drun« ten lateinisch!" „Da läuft einer herum, wie der Storch im Salat." „Das muß ein Ausländiger sein vom Gericht." „Der Ibold ist nicht mit einem Stecken bei ein tot Hinkel gegangen. Wenn der dem Goliath was getan hat, laß ich mir den Kopf mit einer Doppeldiel' abmachen." „David war ein Knippes und hat den Goliath totgeschlagen." „Wart's doch nur ab, das Gericht deckt alles auf!" „Meine Sag' ist, wer einen unschuldigen Baum so verruiniert, macht sich auch kein Gewissen draus, einen Menschen umzu- bringen!" „Der Ibold geht seinem Geschäft nach und ist als verträglicher Mensch bekannt." „'s heißt aber, er hat's mit der Frau Gonder gehabt!" „Klatsch und Tratsch! Sie waren ver- sprachen. Die Sach' ist auseinander gegan- gen. Das kommt tausendmal vor." „Jetzt sind die drunten fertig!" „Ob's vors Schwurgericht kommt?" „Das tat mir für den Ibold leid!" „Auch wenn sie ihn da freisprechen, seinen Klecks behält er doch." Der Augenjcheinstermin war beendet. Die Leiche des Metzgers wurde auf den Friedhof verbracht und im Totenhäuschen von den Aerzten geöffnet. Dabei ergab sich, daß der Tod Gonders durch Verblutung ein- getreten war Nach einer Unterredung mit dem Bllr- germeister. der aus langjähriger Amtsfüh- rung heraus die Menschen in der Stadt kannte, reiste der Staatsanwalt wieder ab. Der Unrerjuchungsrichter erschien, ver- nahm Ibold, Bürger aus der Stadt und Bauern aus Rainrod. Die Aussagen laute- ten für den jungen Buchbindermeister, der sich des besten Rufs erfreute, günstig. Gon- der wurde als Gewaltmensch geschildert, der im Becher die Sorge um das herunter- gekommene Geschäft betäubte. Die Rain- röder Zechkumpane gaben zu, daß er auch am Unglücksabend das Nest voll gehabt hatte. Die Metzger aber traten für ihren toten Kollegen ein. Er sei ein fleißiger Mensch gewesen. Er habe den Drang ge- habt, im Schnellauf groß zu werden. Da- bei habe er sich arg verhoppaßt, sei zuletzt einem Spitzbuben in die Finger geraten. Daß er so jammervoll geendet, werde von seinen Beruf-genosten sehr bedauert. 2lls die letzte ward Grete vor Gericht ge- laden. Der Untersuchungsrichter, ein schnei- diger Herr, begehrte Ausschluß von ihr über das Geschäft und über Gonders Charakter. Grete gab ihm ohne Scheu ausführlichen Bescheid. Zuletzt fragte er, ob es aus Wahr- heit beruhe, daß sie mit dem Buchbinder Ibold verlobt gewesen sei. „So gut wie verlobt," sagte sie, einen Schatten blasser werdend. Ibold sei dann in die Fremde gegangen und habe nichts mehr von sich hören lasten. Der Untersuchungsrichter sah die Zeugin durchdringend an. „Und seit seiner Rückkehr haben Sie keinerlei Beziehungen zu ihm gehabt?" „Ich heb ihn ein paarmal aus der Straße gesehen, Hab aber kein Wort mit ihm gesprochen," entgegnete Grete mit ruhi- ger Sicherheit. Die Neue Welt. Illustriertes Unterhiltungsblatt. 91 Damit war die Vernehmung beendet. � Nachdem der Unterluchungsrichter die Stadt verlassen hatte, liefen die wildesten Gerüchte um. Der Buchbinder, hieß es, habe sich im Hastlokal erhängt, die Grete habe den Verstand verloren. Der alte Packer des Kaufmanns Sauer schwur Stein und Bein, der tote Gondcr habe mit der klassen- den Wunde am Hals aus dem Dachfenster seines Hauses herausgeschaut. Der RatsdienertzDauber. dem die Ohren vom Leutegeschwötz gellten, warf seine Mappe aus den Ladentisch der Frau Hör- mann und schimpfte: „'s kann einem übel werden bei dem Ballatschenl Der Ludwig Ibold ist munter wie.ein Maikäfer, und von wegen der Trauer um ihren Mann wird die Grete Gonder ihren Verstand nicht verlieren!" „Ihr Freund war danach, Herr Dauber," sagte die Gemüsefrau mit krauser Stirn. „'s wird keiner so schlecht sein, der Grete, dem armen Tier, den Weg zu verbauenl" Der Natsdiener warf das Kinn vor. „Der Gonder hat auch seine guten Sei- ten gehabt. Und wer guckt durch die Grete durch?'s gibt kein Frauenzimmer, das nicht was zu vertuckeln hat. Wenn der Mann kein Hannebambel ist, halten alle Weibsleut gegen ihn zusammenl" Frau Hormann lief die Galle über. Ihre Auge schössen Blitze. „Sie Dalwigl Sie wollen die Weibs- leut verklabastern? Als ob ich Ihr Sünden- register nicht kennen tätl Gsttt behüt, daß ich Ihnen Ihre Frau beseibern will. Wenn sie's nicht vorher schon war, an Ihnen mutzt sie zum Teufel werdenl" Der Ratsdicner wollte vor Wut bersten. „Dreckschnut', Siel Das tränt ich Ihnen einl" Nahm seine Mappe und zog ab.— Fünf Tage hatte Ludwig Ibold in Untersuchungshaft gesesien, als ein Tele- gramm von der Staatsanwaltschaft kam, der Beschuldigte sei außer Verfolgung ge- setzt, sei sofort aus der Haft zu entlassen. Die Verfügung in der Hand begab sich der Gerichlsschreiber zu dem Verhafteten und verkündete ihm: „Die Sache ist erledigt. Sie sind frei!" Ibold stürzten die Tränen aus den Augen. „Vor falschem Verdacht kann sich nie- mand schützen." beruhigte ihn der Schreiber. „Die Richter sitzen an Gottes Statt. Sie. Herr Ibold. sind gerechtfertigt vor aller Welt!"— Der alte Lehrer Rahn war einer der ersten, die ins Metzgerhaus kamen, Grete ihr Mitgefühl zu bezeigen. Er hatte In der Schule ihr Vertrauen besessen und besaß es noch. Es war ihr eine Erleichterung, daß sie endlich einmal chre Kümmernis gegen se- mand aussprechen konnte Der alte Mann hatte in der eignen Familie mancherlei Trübsal erfahren, hatte sich dessenungeachtet bis in die Siebzig hinauf seine Herzens- freudigkeit bewahrt. „Grete," sagte er in seiner milden Art, „das Schicksal nimmt Dich hart mit, aber wie ich Dich kenne, wirst Du keine Ver- bittertheit in Dir auskommen lassen. Du kannst den Blick frei erheben. Dein Vater ha. Dir seinen unantastbaren, ehrenfesten Namen hinterlassen. Das wirft einen Glanz auf Dein ganzes Leben. Jetzt sichst Du nur Wolken, meinst, alle Sterne sind Dir gram. Die Welt rollt weiter. Schließ Dich nicht von ihr ab. Di« Menschen können einem sehr weh tun. Man verschwört sich, man will nichts mehr von ihnen wissen. Und man muß doch wieder zu ihnen gehen, muß wieder Zutrauen zu ihnen fassen. Du hast die Arbeitsader und sitzst nicht still. Vor allen Dingen: Du bist jung. Ich Hab den festen Glauben, Du wirst Dein Glücksbrot noch essen!" So sprach der Lehrer, und Grete wußte ihm für seine Worte Dank. Es war ihr, als spürte sie die Hand ihres Vaters, die sich kühlend auf ihre heiße Stirn legte, als würde der Druck von ihrer Seele genom- men.— Nach der Beerdigung Gonders, an der Altmeister Rühlmann teilgenommen hatte, fragte Grete diesen um Rat. wie sie es mit der Metzgerei halten solle. Sie schilderte ihm den Niedergang des Geschäfts. Sie be- griff wohl, daß sie jetzt den Gläubigern gegenüber die volle Verantwortung trug. Der Altmeister war zwar, durch seine Hypothek gedeckt, doch hatte er Gonder noch ein Kapital gegeben, von dem nur«in Teil zurückgezahlt war. Für die verblei- bende Summe hatte er keinerlei Sicherheit. „Da brat mir einer einen Storch!" rief er wie aus den Wolken gefallen.„Der Theobald! Ein Kerl, der die Welt bannen wollt! Sollt man das für möglich halten? 's kann nicht anders sein, er muß im Ober» stllbchen zu stark eingeheizt haben. Wenn's Ihnen recht ist, Frau Gonder, lassen wir den Kaufmann Sauer kommen. Der ist in den Sachen ausgeeckt. Er mag an die Bücher gehen und uns KlalheU oerichafien. Sauer machte eine Aufstellung. Die er- gab, daß das Geschäft vor dem Zusammen- bruch stand. Nicht nur, daß Gretens Ver- mögen oerknallt war. auch der Altmeister mußte seine Forderung in den Schornstein schreiben, wenn er die Metzgerei nicht selbst wieder übernahm. Dazu entschloß er sich rasch. Hoch tn den Fünfzigern konnte er mit seiner frischen Gesichtsfarbe und stram- men Körperhaltung für einen Vierziger gelten. Grete bot ihm ihre Einrichtung als Faustpfand an. Cr möchte ihr erlauben, daß sie sich im Haus nützlich mache, bis sie eine passende Stelle gefunden. „Die haben Sie," erwiderte Rühlmann, „wenn Sie wollen. Ich steh allein. Ich brauch eine HilsM Was ich Ihnen als Ver- gütung geb, darüber werden wir einig." Sie bat sich ein« kurze Bedenkzeit aus. Dann trat sie vor ihn hin und sprach: „Ich pehm Ihren Vorschlag an.'s wär mir sehr arg gewesen, in die Welt zu gehen, wo Sie von mir noch soviel zu kriegen haben. Jetzt kann Ich für Sie schassen, kann nach und nach abverdienen, was ich Ihnen schuldig bin!"'Zorvesung folgt) # Galvanische Elemente Die chemische Wissensckiaft war wohl die erste, die das Wort Element m den Sprach- Ichatz ihres täglichen Fachlebens aufnahm. Man bezeichnet dort einen Stoff damit, der einzig aus sich selbst besteht, ein Grund- Material, das chemisch nicht weiter in andere Stoffe zerlegbar ist. Im oerwandten Sinne ist das Wort in die Umgangssprache aller intelligenten Menschen übergegangen, man meint mit ihm— ebenso wie mit dem ab- geleiteten elementar— das Einfachste einer Sache, das aber doch immer wieder Bausteine und Glieder des Späteren, Komplizierteren bilden soll Deshalb ist das Wort Clement im elektrotechnischen Sinne, für die ein- fach st e Stromquelle, nicht nur sehr richtig fondern fast symbolisch gewählt Tatsächlich ist das galvanische Clement der erste, der Grundapparat, gewesen, mit dem man einen gleichmäßigen, elektrischen Strom erhielt, der einige Zeit andauerte, im Gegensatz zu der nur in mehr oder minder häufigen Momentfunken erschein nenden Reibungselektrizität. Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, etliche Zeit, nach- dem Galvani die ersten Anzeichen der Be» rührungselektrizität am Zucken toter Froschschenkel beobachtet hatte, erfand Volta seinen Apparat, worin Elektrizität nach demselben Prinzip gewonnen wurde, durch die gegenseitige Berührung chemisch verschie« dener Stoffe und die daraus resultierenden chemischen Prozesse. Das„galvanische Ele< ment" Voltas bestand aus einem runden Glasgefoß, in das zwei Metallstäbe-che? -tafeln niederhingen, und das mit einer stark verdünnten Schwefelsäure qesüllt wurde. Die oben herausragenden Enden der Stäbe, von deiien der eine aus Kupfer. 'der zweit« aus Zink war, trugen ange- lötete längere Kupferdrähte. Das Zink wurde von der Säure allmählich aufgelöst, und sobald dieses unter dem Brausen der zahlreich entwickelten Gasbläschen erfolgte. beaannen sich die vom Apparat ein wenig entfernten freien Enden der Drähte beim Zusammenhalten von selbst zu erwärmen, der Beweis, daß ein elektrischer Strom hin« durch zirkulierte. Man konnte ebenso eine Anzahl solcher Elemente zu einer Batterie vereinigen, indem man einen kurzen Draht des Kupfers vom ersten an das Zink des zweiten Elementes schloß und so fort, bis man vom ersten Element einen Zink- und vom letzten einen Kupferstab übrig behielt. Das waren die„Pole" der Batterie, die di« gesammelte, verstärkte Kraft durch die bei» den Enddrähte lieferten. Aus derartigen Elektrizitätsquellen verschaffte man sich den Strom bei den späteren hochwichtigen Eni- deckungen des Elektromagnettsmus, des elek- irischen Lichts usw., solange di« Erzeugung elektrischer Energie mittels Maschinen noch unbekannt war. Wer zu solchen wissenschastlicheu Arbeiten elektrische Ströme von größerer Stärke und während längerer Zeit benötigte, lernte je» doch auch einen unliebsamen Mangel der Voltaschen Batterien kennen. Reu zu« lammengesetzt, lieferten sie wohl einen ziem« lick, kräftigen Strom, der aber nach kurzer Zeit recht schwach wurde. Die Ursache dieser Erscheinung fand man in elektrochemischen Begleitvorgängen, die sich innen an der Kupferelektrode abspielten und stets das Auftreten von Wasserstoff zur Folge hatten. Von da ab war. das Bestreben der Forscher darauf gerichtet, neue Anordnungen von galvanischen Elementen zu ersinnen, worin der störende Wasserstoff durch chemisch» Gegenprozesse vernichtet wurde. Die ver» schiedenen Systeme von Elementen, die sä Im Lause der Jahre entstanden sind, zählen in die Hunderte, indes ist kein? dabei, das als Idealstromquelle zu bezeichnen märe. Es haben sich vielmehr bestimmte Typen herausgebildet, die� bis auf den heutigen Tag nur für ihre speziellen Zwecke in Be« tracht kommen. An e-nigen Beispielen mag dies näher dargelegt werden. In der Chemie war von jeher bekannt, daß die Salpetersäure lebhaft oxydierend wirkt, also im galvanischen Element einen sehr guten Depolarisator. d. h. einen Wasser» stoffbeseitiger, ergeben müßte. Der richtig« Verlaus des stromgebenden Prozesses im Element verlangt für die Zinkelcktrode ver» dünnte Schwefelsäure, man hätte demnach nur fü: den anderen Teil Salvetersäure benötigt Um zu ermöglichen, daß man in ein und demselben Element beide Flüssig« leiten ungemischt halten konnte, bediente man sich eines Kunstgriffs, der in der Tech- nik der galvanische» Batterien später auch häufig wiederkehrt. Man setzte in den Älasbecher einen Zylinder aus porös ge- branntem Ton und süllte ihn mit Sal« 82 Die Reue Welt. Illustriertes Unterhaltung', sblatt. petersäure, während man außen um den ebenfalls rund gestalteten Zinkteil die ver- dünnte Schwefelsäure goß. Von dem früher benutzten Kupfer mußte yian aber abfehen, weil es in Salpetersäure rasch �er- stört worden wäre. Statt dessen griss man zu dein zwar säurefesten aber furchtbar teuren Platin. Es war natürlich daß sich die Verwendung derart kostspieliger Balte- rien nur auf vereinzelte finanziell günstig gestellte Institutslaboratorien beschränken konnte Anders wurde es, als man in der zu Blöcken und Tafeln geschnittenen Re- tortenkohle einen billigen Stoff kennen lernte, der dennoch an elektrochemischer Wirksamkeit mit dem Platin wetteiferte. Das von Bunfen erdachte Element zeichnete sich durch relativ hohe Spannung. 2 Volt. sehr intensive Ströme und gute Ausdauer aus. Wegen seiner niedrigen Anschaffungs- tosten wurde es überall benützt, solange man keinen Maschinenstrom hatte. Es war das galvanische Element aller Forschungs- stättsn. ging ins gewerbliche Leben über, fand Eingang sogar bei Dilettan.en, und in allen den Kreisen blieb es bis in die Gegen- wart hinein beliebt. Für die stundenlange, kräftig»- Leistung ninimt man die Nachteile in Kauf, die in der Zersetzung der Salpeter- säure mit ihren ätzcnd-stickigen Gistdünsten und in dem baldigen Verbrauch der Teile zutage treten Das strikte Gegenstück hierzu bilden alle jene Elemente, die aus dem Danielllchen hervorgegangen sigd. Die Urkonstruktion enthielt in einem Glasbechsr einen Ton- Aplinder, worin em Zinkblock, anfangs in Echweselsäure, später in Glaubersalzlösung, tauchte, während außen darum ein Zylinder aus Kupferblech in Kupferoitriolflüssigkeit stand. Die stromerreqende Aufzehrung des Zinks ging in dem Salzwasser langsam vor sich. Ein ruhiger, stettger Depolarisator ohne Ausbrausen von Säuredünsten war ebenfalls das Kupfervitriol. Die Strom- lieferuug war deshalb schwach— die Span- nung ungefähr 1 Volt—, aber man konnte eine solche Batterie beliebig lange Zeit zu- sammengesetzt stehen lassen, ohne Zerstörung befürchten zu müssen. Wöhrend der ganzen Zeit stand jedoch der bescheidene Strom stets und ständig und aus lange Dauer zur Ver- sllgung Die beste Vervollkommnung der Kupfervitriolelemente bildete das Met- dingersche, das ebenfalls bis in unsere Ge- genwart geblieben ist. und zwar wegen sei- nes enormen prakttschen Wertes: seine kolossale Ausdauer in der Stromlieferung befähigte es zur Stromquelle der Verkehrs- telegraphie. Zu Tausenden arbeiten der- Mit dem l. Preis« gekrönte Briefmarken zur Erinnerung an den Zusammentritt der Nationalversammlung arttge Batterien in ihrer ruhigen, gleich- förmigen Art, und immer bereit, dem in die Ferne schreibenden Wort die Flügel ihrer Kraft zu schenken. Von den ersten mit Salwiakfolz wirken» den Elementen hätte man wohl kaum ge- dacht, daß sie den Stammbaum zu einem System darstellten, dessen Nutzen in der Jetztzeit nicht hoch genug zu schätzen ist Im Gegensatz zu den vorhin beschriebenen ent- halten alle diese Elemente den Depolarisa- tor in unlösttcher Form als ein Manganerz, Braunstein Die ersten Konstruktionen waren mi' einem Tonzylinder ausgerüstet, der den feingekörnten Braunstein rings um eine Kohlentasel barg und in einem vier- eckigen Glase stand, wo in der einen Ecke die stabförmige Zinkelektrode angebunden war. Solch« Elemente gaben ihren Strom nur momentan und>n größeren Pausen ab, doch ziemlich kräftig. Sie waren außerdem sehr anspruchslos und in ihrem ganzen Wesen für elektrische Hausklingeln passend. An Stelle des Tonzylinders ordnete man später einen mit dem Depolarisator gefüll- ten Leinwandbeutel um einen Kohlenstab an. der inmitten eines Zinkblechzylinders in einem runden Glase posttert war. Die bessere Leistung dieses Beutelelemente, ihre Spannung von 1,5 Polt, machte sie für Signalzwecke aller Art geeignet und ließ sie in Legionen für Lokaltelegraphie, für Feuermelde- und Telephonanlagen Ver- Wendung finden. Doch noch beliebter wur- den die auf derselben Basis beruhenden Trockenelemente, bei deren Zusammen- setzung aber sowohl in bezug aus den beson- ders gem'schtcn Depolarisator. als auch auf die chemisch arbeilende Flüssigkeit Fabrik- geheimnisse obwalten. Jene ist ein dünner Teig, der das Innere des Clements aus- füllt und oben durch einen Pech-Asphalt- verguß abgeschlossen wird. Die anderen Elemente bieten zwar den Vorteil, daß man sie nach der Erschöpfung reinigen und neu füllen kann, wogegen die Trockenelemente gän.zlich verbraucht sind, sobald ihre Strom- lieferungsfähigkeit einmal aufgehört hat. Die Trockenelemente bieten dafür in der Zeit ihrer Tauglichkeit jedoch eine Leistung, die die anderer ganz beträchtlich über- trifft. Das glänzendste Beisprll dafür sind die mit allem Raffinement der Fachtcchnik fabrizierten Taschenbatterien. Wir waren einst- mals froh, ein mangelhaft glimmendes Lämpchen mit kiloschweren Batterien er- leuchten zu können Heute liefert eine kleine, leichte Batterie in wahrhaftem Zwerg- formal jederzeit einen Strom, der eine Lampe zur deutlichen Helligkeit speist und es uns ermöglicht die Unannehmlichkeiten finsterer Nacht zu bannen E.H. oflcn Telephon und Telegraph vor hundert Jahre». Di« Erfindung dieser beiden Schnell oerständigungsmiltel. liegt bekannt- lich schon geraume Zeit zurück. Immer- hin ist es nicht Uninteressant, Zeitgenossen über die Anfänge dieser Einrichtungen zu hören. In London— so lesen wir in dem „Berliner Modenspiegel zn- und auslän- bischer Originale" aus dem Jahre 1836— sind zinnern« Röhren erfunden worden. mittelst deren man Befehle aus eine»! Zimmer des Hauses bis in die entlegensten Teile befördern kann, so daß z. B. der Kutscher im Stall den Auftrag vernimmt. welchen sein Herr ihn! aus dem innersten Gemach zuruft Diese, leider nicht näher anaedcutete Erfindung wäre von außer- ordentlichem Rutzen für Herrschaft und Dienstleute, deren ersteren viele Wieder- hoiungen ersparen würden, während die Domestiken bedeutend geschont wären, in- dem sie nicht erst aus den Rus der Klingel erscheinen und Ordre einholen müßten, fondern gleich den Wunsch ihrer Gebieter erführen und vollzieden könnten.— Sodann_ berichtet F. Geistbeck in seinem „Preußen in alter Zeit" über den Tele- araph folgendes: Das primitivste Ver- fahren einer Fernbotschaft wählt die be- kgnnte akustische Methode, durch Abkloofen des Alphabets bis zu bestimmten Buch- ftaben ans kleinere oder orößere Distanzen Worte zu vermitteln. Merkwürdig spät ist Man auf die Erwöaung ackomnicn. daß eine telearaphische Uebermittlung auf op- tischem Weg« doch viel schneller bewert- feichStn,!»o» vkrboien ütfriintioortl.!X»&afl«ir 0. ftamburofr"Pitvbbrürferti UN) Beclazsanftalt stelligt werden und für viel weitere Strecken bestimmt sein könne. Erst dem französtick'en Ingenieur Elaude Chappe ge- lang es nach msbrjährwen, ran feinen Brüdern und Freunden unterstützien Ver- suchen, brauchbare optische Teleqrapd-'n herzustellen. Ihr Wesen bestand darin, daß drei Balten an einem weithin sicht- baren Ort an einem Gestell derartig be- festigt waren, daß sie, in vielfachen Kombi- naiionen zusammenaestellt. eine oroße Zahl bestimmter Zeichen geben konnten. Die Beobachtung und Nachbildung eines Zeichens von einem Apparat bis zum etwa 150 Meter weiteren erforderte unter günstigen Umständen zwanzig Sekunden. Von Toulun nach Paris(zirka 300 Kilo- "leter) brauchte ein Zeichen zwanzig Mi- nuten. Die erste derartige Linie wurde 1791 zwischen Paris und Lille vollendet. Nach und nach wurden in Frankreich Linien von 5000 Kilometer Länge berqe- stellt, die sämtlich in Paris zusammenlieien. Andere Länder folgten bald mit ähnlichen Einrichtungen, so England, Shweden Deutschland, Dänemark und Italien. Die bedeu'endste deutsche Telegraphenlinie die- ser Art verband Berlin mit Köln. Bei Rächt und Nebel, bei starkem Regen und Schnee war natürlich«ine Besärderun.z von solchen telegravhischen Nachrichten nickt möglich. Außerdem war ihre Ueber- inittlunq mit so großen Kosten verbunden, daß sich nur ponz Reichs und staatliche Behörden die Benutzung des optischen Telegraphen leisten konnten. Solo»,.> r,. 3» nVn ScrUnTlOT« für die Rüdak ii.i oeflirarnttn Sendoizen find zu ridjien nach Berlin. LindenktrTH Auer Le Co.. Hamburg. Druck ÄoemÄrt» Vu'hdruckerei und Aerluqsaa'ialt Pauk Sinzer 9t(ia~ Ber�n SW BS. Eine Heiratsannonce aus dem Jahre 1812 bes-ndet sich in einem alten Band der ..Vossischen Zeitung", die dieses Berliner Blatt nach dem„Pariser Intelligenzblatt" jener Tage zitiert. Man ersieht aus die- fem Zeitdokument, daß auch damals die Ehe» nicht ausschließlich im Himmel ge- schlössen wurden Das charakteristische Inserat hatte den Wortlaut: Herr Ty, 16 Jahre alt ehemaliger Draganw-Kayi- tain, von einer Pension von 1200 Franken lebend, hat das seltene Geheimnis gesun- den, zusrieden zu leben. Immer heiter, bisweilen gesühlooll, nie unglücklich, aber des ledigen Lebens müde, und vollkommen gewiß, einer Frau, die sich mit ihm verbin- den möchte, keine Langeweile zu inachen, wünscht er, eine seltene Person zu finden, die ihr Glück darin setzte, das Glück eines anderen zu machen, und sich entschließen könnte, viel zu geben und wenig zu emp- sangen. Er will sichs übrigens gefallen lasten, in keine Gemeinschast der Güter zu treten, errötet aber nicht, von seiner Zu- künftigen Wohltaten anzunehmen.— Die Anzeige schließt mit den Worten: Das sovialische Gemüt des Unterzeichneten ist mehr als einmal auf 10 000 Franken sähe- lich a«ichätzt worden. Üebcnsweishsst. Wie die Philosophie nach dem ersten Grunde der Dinge, die Kunst nach d.'i» Ideale der Schönheit, lo strebt die Gttchichte nach dem B-lde des Monschenschicklals In treuer Wahrheit, lebendiger Fülle und reiner Klarheit.(93. v. Humboldt.)