I Arbeiierlage und Meilergedenklage des Jahres 1869 Sturm und Drang der Revolu- tion hat die deutsche Sozialdemo- kratie wenig Muh« und Neigung, Gedenkfeiern zu begehen. Indes kann die Partei nicht schweigend die 50jährige Wiederkehr einer Reihe von Vorgängen ihrer Entstehungs- geschicht« verstreichen lassen. Nicht nur Gründe der Pietät gebieten, der Daten von 1869 nicht zu vergessen, sondern auch die Tatsache, daß ftir die gewaltig entsaltete Bewegung der Gegenwart doch so manche Lehre aus den im Vergleich zu heute win- zigen Jugendzeiten vor einem halben Jahr- hundert zu ziehen sind. Das Jahr 1869 war, was die Arbeiterbewegung angeht, kein Jahr wie viele andere, sondern von schwerwiegender Bedeutung, wie Bebel am Schluß des ersten Bandes seiner Memoiren hervorhebt, unter Hinweis darauf, daß die sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutsch- lands in diesem Jahr« gegründet wurde. Dies Ereignis der Parteigeschichte aber ist nur im Zusammenhang mit einer Reihe von anderen Vorgängen des gleichen Jahres zu verstehen, das die deutschen Arbeiter- bataillone in steigender Stärke und stür- mischem Tempo auf dem Vormarsch zeigt, wobei freilich nicht zu übersehen ist eine weniger erhebende Neigung, getrennt zu niarschieren und auseinander loszuschlagen. Unter diesen Zwistigteiten litt nicht nur die politische, sondern auch und ganz beson- der? die gewerkschaftlich« Bewegung, die im Vorjahr eingeleitet, sich stattlich zu ent- wickeln begann. Auf der Hamburger Gene- ralverfammlung des von Lassalle begrün- Veten Allgemeinen deutschen Arbeitervereins war 1868 die Gewerkschaftsfrage an- geschnitten worden, und es kam im Anschluß zu einem Arbeiterkongreß in Berlin, der zur Begründung eines zentralistifchen Arbeiterschaftsverbandes mit persönlicher Spiße führte. Demgegenüber boten zwei- fellos organisatorische Vorteile die von Bebel entworfenen Statuten für Gewerks- genossenschaften, wie sie von dem Verband deutscher Arbeitervereine ausgingen, der sich in eben diesem Jahre 1868 zu Nürn- berg aus den Boden der internationalen Arbeiterassoziation gestellt hatte. Die Inter- nationale hielt in jenem Jahre ihren Kon- greß in Brüssel ab, wo Beschlüsse von ausgeprägt sozialistischem Wesen gefaßt wur- den. So konnte das von Wilhelm Liebknecht redigierte„Demokratische Wochenblatt" im September 1868 unter Hinweis aus die Arbeitertagungen von Hamburg, Nürnberg Von A. Eonrady und Brüssel überall dieselben Bestrebungen, dieselben Ziele feststellen:„Befreiung der Arbeit von den Fesseln des Kapitals, Besei- tigun« der Klassenherrschaft und der Lohn- sklaverei, Schaffung eines auf Freiheit und Gleichberechtigung gegründeten Staates." Mick hier von führender Seite des Verban- des deutscher Arbeitervereine Uebereinstim- mung mit dem allgemeinen deutschen Arbei- terverein im Endziel anerkannt wird, so wird von einem Wortführer des letzteren in den Anfängen des Jahres 1869 die Spat- tung unter den verschiedenen Fraktionen der Arbeiterpartei lebhaft bedauert, die Hoffnung ausgesprochen daß die Differen- zen bald verschwinden würden, und die Ueberzcugung bekundet, daß die Zell nicht fern sei, wo sämif.che Sozialdemokraten Deutschlands in festgeschlossenen Reihen unter einem Banner kämpften. Mit diesen versöhnlichen Worten bedankte sich der Lassalleaner hasenclever bei Bebel für die finanzielle Unterstützung seiner Wahl in den Reichstag durch den Verband deutscher Arbeitervereine, hasenclevers Einzug in die Volksvertretung des norddeutschen Bundes erfolgte im Januar 1869 gelegentlich einer Ersatzwahl im rheinischen Wahlkreise Duis- burg-Mühlheim und war um so inehr ein glänzender Erfolg der Lassalleaner, als der Sieg gleich im ersten Wahlgang erfolgte, während der solang« einzige Abgeord- net« des Allgemeinen deutschen Arbei- tervereins, sein Präsident von Schweitzer, bei den allgemeinen Wahlen sein Mandat in Elberseld-Barmen erst in der Stichwahl davongetragen hatte. Im März 1869 kam dann noch ein Lassal- leaner, Mende, von Freiberg aus in den Reichstag, während bei verschiedenen ande- ren Ersatzwahlen sehr stattliche Stimm- zissern erzielt wurden. Mende bildete aber zunächst mal eine Gruppe für sich: denn er war Präsident einer Absplitterung vom allgemeinen deut- schen Arbeiterverein, des sogenannten . Lassalleschen allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins: seine eigentliche Seele war Lajsal- les Freundin, die Gräsin hatzfeldt, die dazu neigte, den Kurs der Arbeiterbewegung ins Vismarckische Fahrwasser zu steuern. Eben dies nun wurde dem Vorsitzenden des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins von semen sozialtstschen Gegnern als sein angeb- sicher Verrat vorgeworfen. Man ging so- weit, Schweitzer geradezu als bezahlten Agenten der preußischen Regierung zu bezeichnen. Wenn aber von der einen Seit« behauptet wurde, daß Schweitzer aus dem Welfenfonds gespeist würde, so blieb von der, anderen Seite die nicht minder anmutige Erwiderung nicht aus, daß den Führern des Verbandes deutscher Arbeitervereins von den Welpen Geld zufließe. Diese gegen« festigen Anklagen führen nun daraus, wo die sachlichen Gründe der Fehde zu suchen sind. Sie bestehen nicht In grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten in bezug auf das sozialistische Endziel, sondern in taktischen Disserenzen in bezug aus die Stellungnahme zu Fragen der Tagespolitik. Es handelte sich in der Hauptsache um die brennende deutsche Frage. Da war von Bismarck durch den Bruderkrieg von 1866 und die Begründung des Norddeutschen Bundes eine Lösung im ktSlndeutschen Sinne angebahnt, die von keinem wirklichen Demokraten als Ersül« lung des Ideals deutscher Freiheit und Ein» heit angesehen werden konnte, weil sowoljl die Freiheit unter dem überwiegenden Ein« fluß des Preußentums außerordentlich zik wünschen übrig lassen mußte, als auch die Einheit bei dem Fortbestand zahlreicher Dynastengeschlechter und dem Ausschluß der Deutschösterreicher höchst unvollkommen blieb. Immerhin ließ sich nicht leugnen, daß auch diese mangelhafte Lösung der deut� schen Frage doch einen großen geschichtlichen Fortschritt für die Nation darstellte, und es kam darauf an, ob beim gegebenen Aer< hältnis der politischen Kräfte eine baldige Ersetzung dieser Lösung durch eine besrie< digendere denkbar war. Schweitzer und' seine Freunde glaubten daran nicht, son« fern sahen als geboten an, sich auf deil Boden der vollendeten Tatfachen zu stelleck und in dem neuen Rahmen die Interessen der Arbeiter mit aller Energie zur Geltung zu bringen. Demgegenüber waren Liebknecht und Bebel der Meinung, daß das Werk der! Bismarckschen Politik bloß eine ganz vor« übergehende Erscheinung sei und in Bälde durch den Sieg der großdeutsch-demokra» tischen Ideen ungeschehen gemacht werdeck kömre. Sonach waren sie sllr die bloße Ver« neinung der Bismarckschen Politik, für diS prinzipielle Verweigerung jeder Mitorbeit an der Schöpfung des Norddeutschen Bun« des, dagegen für handinhandgehen mik seinen demokratischen Gegnern. So erklärt sich, daß sie vorerst durch ihre Zugehörigkeit zur Sächsischen Volkspartei auch noch ick Verbindung standen mit der Deutscheck Voltspartei, von der jene ein Ableger war, »ich die Deutsche Volkspartei war zwar rick ," V'. /-WU 50 Di« Neue Welt. ISuprlertes Untcrhaltungsdlatt. dürgerkich-demokl-atisches Gebilde, Hütt« aber durch ihre grobdeutschen Tendenzen allerhand partikularistische und reaktionäre Konnexionen. Es läßt sich auch nicht tn Abrede stellen, daß Liebknecht im Lahre 1869 mitunter sehr erheblich entgleiste, in« dem er nicht nur berechtigten Sympathien für die österreichischen Deutschen Ausdruck verlieh, sondern sehr anfechtbaren für di» österreichische Regierung. Das lieferte nun Wortführern des Allgemeinen deutschen Arbeiteroereins Stoff zu heftigen Angriffen auf die Politik des„Demokratischen Wochen« Natts*, während dieses tn den ersten Mona- ten des Jahres 1869 den Kampf gegen Schweitzer noch Bebels Ausdruck mit dem schwersten Geschütz sortletzte. Es kann nicht geleugnet werden, daß auch Schweitzer ge« legentllch die Feder oder die Zunge ausge- rutscht war zu mißverständlichen Aeußerun- Ien, die als Scheinbeweise sür di« Bezich- gung dienen konnten, daß er an Bismarck »erkaust sei. Im Februar 1869 kam es nun Mischenden beiden streitenden Gruppen zu einer Verein- barung, daß Liebknecht und Bebet Gelegenheit haben sollten, ihre Anklagen gegen Schweitzer auf der bevorstehenden General« Versammlung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins in Elberfeld zu fubstanti» ieren. Dies« Tagung fand wn 28. März und tn dm nächstfolgenden Tagen statt. Bemerkenswert ist der von der Lerfamm- kung angenommene Antrag Schweitzer« auf Anschluß des Vereins an die Internattonale: er wollte der International« der Reaktton »nd des Kapitals die Internationale des Proletariat» entgegengestellt wissen. Lieb- knecht und Bebel brachten ihr Material gegen den Präsidenten vor, erzieltm aber keinen Eindruck aus die Versammlung, und da» beantragte Vertrauensvotum für Schweitzer wäre zweifellos so gut wie ein- stimmig angenommen worden, wenn er nicht selbst durch un.zeittges diktatorisches Austreten bewirkt hätte, daß eine nennens- werte Minderheit dagegen stimnlte, und «den daraus erklärt sich auch zum Teil die weiterhin beschlossene Demokratisierung der Organisation, die bisher im wesentlichen auf die Präsidialdiktatur zugeschnitten ge- wesen war. Unverkennbar waren im Ver- ein selbst Möglichkeiten innerer Zerwürf- Nisse gegeben. Der Kampf nach außen ließ zunächst noch. Beide Richtungen der sozial- bemotra tischen Bewegung kamen Mitte April übereil-., sich gegenseitig nicht mehr anzufeinden. Nach Lage der Dinge konnte es sich aber nur um eine vorübergehende Waffenruhe handeln. Der Gegensatz brach schon bald wieder auf, zunächst wegen der llnvereinbarkett des Verhaltens beider Rich- Hungen.zur parlamentarischen Tätigkeit. Der Norddeutsche Reichstag hatte in diesem Frühjahr ein für di« Arbeiterschaft außerordentlich wichtiges Gesetz zu beraten, nämlich den Entwurf einer Gewerbeord- pung. Schon bei der ersten Lesung hielt Schweitzer am 17. März 1869 eine ausge- zeichnete Rede, in der er zunächst die Grund- begriffe des Sozialismus an der Land von Marx'„Kapital* lichwoll entwickelte, zum ersten Male in Deutschland auf der Tribüne eines gesetzgebenden Körpers, wie er mit Genugtuung betonte. Im weiteren Verlauf seiner Rede äußert« er sich zu den Fragen der Gewerbeordnung, sprach für Koalittons- frecheit, Fabrikgesetzgebung, Statistik der Arbeite rverhältnisie und bekannt« sich zu dem Wunsch einer ruhigen und friedlichen Eni- Wicklung zum Sozialismus, wenn er auch nicht verhehlt«, baß er einen anderen Ver- lauf der Dinge für sehr wahrscheinlich halte. Was die Stellung zu den Parteien anging, so erklärte er die Arbeiter etnerfetts für abgeneigt, der liberalen Bourgeoisie die Kastanten ou« dem Feuer zu holen gegen die reakttonäre Staatsgewalt, andererseits aber auch nicht gesonnen, sich von der reak- ttonären Staatsgewalk gegen die Bour- geoisie Hetzen zu lassen, sondern gewillt, auf ihrem eigenen Boden festzustehen. Er lieh ober auch keinen Zweisel bestehen, daß seine Rickstung bei den Fragen der Gewerbeord- nung— Gewerbesreiheit, Freizügigkeit usw. mit der sinken Seite des Hauses stimmen werde, weil sie Fortentwicklung der öko- nomischen Verhältnisie vertrete. Das alles ist einwandfrei, und man verficht auch Schweitzers Freude darüber, daß die Vor- läge das Kvalittonsrecht der Arbeiter gefetz- sich festlegt. Das war eben einer der großen Fortschritte, die vor einem halben Jahr- hundert unleugbar gemacht wurden und offene Anerkennung verdienten, wenn auch sehr Erhebliches zu wünschen übrig blieb, die einschlägigen Bestimmungen nicht frei von Fallstricken waren Immerhin wurde, wie Schweitzer e? ausdrückt, ein fester, gefetz- sicher Rechtsboden für alle Gewerkschaften geschaffen, die freilich letzchm schon möglich gewesen waren bei einer vernünftigen Praxis der meisten Behörden, aber bislang doch von der Gnade der Polizei lebten. Daß sie ein« iragsSHIge Unterlage bekamen, war um so nöttger, als eben jetzt für ihre Ent- Wicklung und Betätigung die Umstände der- geftatt günstig wurden, daß die Unterneh- mer dadurch zur hefttgsten Abwehr angelrie- den werden mußten. Seit dem Frühjahr 1869 setzten nämlich an zahlreichen Stellen in Deutschland Streiks ein, von Zahlenver» hältnisien und von einer Nachhaltigkeit, wie sie bis dahin noch nicht gesehen worden waren. Berlin erlebte im Frühling eine große und ersolgretche Bewegung der Bau- arbelter, während in Hamburg viel von sich reden machte der hartnäckige Ausstand ner Arbeiter aus der Lauenfteinfchen Wagen- fadrik, der sich vom Sammer bis in den Herbst hineinzog Die Gewerkschaftsbe- wegung entwickelte sich unter diesen Um- ständen recht kräftig, und die Jahresver- sammlung der dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein angegliederten Arbeiterschas- ten, die am 22. Mai in Cassel zusammentrat, wurde eine sehr stattliche Heerschau über zirka 50 000 Mitglieder der Lassale- schen Gewerkschaftsorgamsattonen. Dieser Auffchwunq aber hatte zur Da- seinsbedingung das Koalittonsrecht. wie es gleich anderen Fortschritten aus den Ver- Handlungen des Norddeutschen Reichstags hervorgegangen war, unter tätiger Mitwirkung nicht nur des Lassalleaners Schweitzer, sondern auch des Vorsitzenden des Verban- des deutscher Arbeitervereine: August Bebel. So bleibt ziemlich schwer zu verstehen der Standpunkt des reinen Anttparlamentaris- mus, den am letzten Tage des Monats Mai in einer Berliner Vetsammlungerede Lieb- knecht einnahm. In diesem seinem Vortrag über die polittsche Stellung der Sozialdemo- kratie, insbesondere mit bezug auf den Reichstag, der, als Broschüre gedruckt, lange nachgewirkt hat, bezeichnete Liebknecht den Kampf im Reichetag als einen bloßen Scheinkampf, als eine bloße Komödie. Den Eoztosismus erklärt« er für eine Macht- frage, die in keinem Parlament, sondern nur auf der Straße, auf dem Schlachtfeld zu lösen fei. Alles Reden im Parlament erschien ihm als zwecklos und zweckloses Reden als ein Vergnügen für Toren. Von einem Versuch, die Gesetzgebung durch „Parlamenteln* zu beeinflussen, wollte er nichts wissen, sondern erbtickte darin Kurz- sichttgkett und Verrat. Das ging auf Schweitzer, dessen„große Rede" er aus- drücklich anzog, aber es traf auch feinen engeren Freund Bebel,' beb sich gleich Schweitzer eifrig an den Beratungen der Gewerbeordnung beteiligt hatte und dabei auch völlig im Sinne von TOarrnnd Engels handelte; Engels hatte sin Vörsahr Im „Demokratischen Wochenblatt" nachdrücklichst auf die Notwendigkeit htngemieten. bei Be- ratung der Eerverbeinteressm alle Hebel in Bewegung zu setzen, um möglichst viel für die Interessen der Arbeiterklasse durchzu- fetzen. So gab es denn auch zwischen Lieb- knecht und Bebel wegen der Stellungnahm« zum.Parlamenteln* Differenzen, bei deren -Erledigung der damalige Aattparlamen- torismus Liebknechts zunächst nicht in dem Maße beiseite geschoben wurde, wie es wün» schenswert gewesen wäre. Auf dem Stutt- garter Kongreß der lozialdemokrattlchen Arbeiterpartei im Jahre 1870 legten Lieb- knecht und Bebel eine Resolutton vor, die aus einem Kompromiß zwischen ihren An- schauungen hervorgegangen war. aber den Einfluß der Liebknechtschen Ideen deutlich zeigt. Danach beteiligte sich die Partei an den Wahlen lediglich aus agitatorischen Gründen Ihre Vertreter sollten im Reichste« soweit wie möglich im Interesse der Arbeiterklasse wirken, im ganzen aber sich negierend verhalten und bei jeder Gelegenheit die Verhandlungen als nichtiges Komödienspiel entlarven Diese Resolutton er» klärte ein Delegierter aus Barmen für in- konsequent und beantragte, die Nichibeteili- gung an den Wahlen auszusprechen. Dies wurde abgelehnt und die Resolution ange- nommen. Es läßt sich aber nicht bestreiten, daß die Folgerichtigkeit auf feiten jenes Wuppertalers war. Soweit ging freilich auch Liebknecht nicht. Aber fein« Attacke auf das „Parlamenteln* ging deshalb doch weit über . alles Maß hinaus. Wenn ste nun auch fattssch Bebel mit« traf, so war doch direkt hingewiesen nur auf Schweitzer, von dessen„nationalliberalem Sozialismus* Liebknecht nur mit Verach- tun« sprach. Somit konnte Schweitzer den Burgfrieden wohl als gebrochen ansehen. Im Zeichen Sinn« faßte er Vorgänge der nächsten Wochen auf, die stch auf einer thüringischen Agitationstour Bebels ab- spielten. Da sprach Bebel nicht allein vor Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins im Sinne der Einigung der sozialdemokratischen Fraktionen, sondern hielt auch eine Schlußkonferenz in Eisenach ab, an der neben Mitgliedern beider sozia- listtschen Gruppen auch solch« der demo- kratischen Partei teilnahmen und ein« Reso- lutton annahmen, die nicht nur Beseitigung der Spaltung der. Arbeiterpartei forderte. sondern auch ihre Einigung mit der gesam- ten Demokrattschen Partei: Dies hätte nach Schweitzers Auffassung soviel bedeutet, wie den Allgemeinen- deutscher. Arbeiterverein in den Dienst bürgerlicher Zwecke stellen. Wenn man es ihm also schließlich nicht verübeln kann, daß er für ein« solche Einigungs- aktton wenig übrig hatte, so unternahm er dafür selber eine, die auch ihren Zweck ver» fehlen mußte. Es kam nämlich zu einer Verständigung mit der Gruppe Wende- Hotzfeldt im Sinn« einer Wiederherstellung der Einheit der Lassallefchen Partei auf Grund des ursprünglichen Statuts des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Am 18. Juni gab der„Sozialdemokrat" br- kannt, daß bis zum 22. eine Urabstimmung der Vereinsmitgsieder über einen Wiederzu- fammenfchluß mit den abgesplitterten Lafsalleanern auf dieser Grundlage statt» fischen solle. Dieser Schritt Schweitzers lief nun aber darauf hinaus, die in Elberfeld beschlossene Demokratisierung der Organisation rückgängig zu machen und die alle Präsidialdiktatur wiederaufzurichten. Dies sahen seine Gegner im Berein als eiqenttichen Zweck der ganzen Aktion an. Ihr« Antwort bestand darin, daß ste offen die Fahne der Rebellion gegen den Präsi- denten erhoben. Sie setzten sich mit Bebel und Liebknecht in Verbindung, und als Er» gebms einer Zusammenkunft in Magdeburg mn 22. Juni 1869 erfolgt« ein Aufruf an die Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arbettervernns, unterzeichnet van einer Anzahl bekannter Lassalleaner, darunter Bracke und Forck. Da« Dokument greift die Methoden Schweitzer» auf» schärfste an. Bei fewen Urhebern ist durch den Schwei tzenchen„Staatsstreich im Kleinen" Die Reue Welt. Illustriertes Unterhaltungsblatt. S1 der Argwoh»»ur Gewißheit«ewarden. daß er den Verein lediglich zur Befriedigung �ines Ehrgeizes benu�t und zum Wetk- zeug einer arbeiterfeinÄichen. reaktionären Politik machen will. Sonst hätte er nicht die Einigung eines Tests, sondern der Ge- fcmtheit der sozialdemokratischen Arbeiter- schasr Deutschlands suchen müssen. Diese Einigung der Gesamchcit auch auf gewerk- E>asllichem Gebiet Herbeizuführen erklären e Unterzeichner des Aufrufs als ihr Ziel, »nd fie wollen zu diesem Zweck in Kürze «inen allgemeinenKon« greß der gesamten lo- zioldemokratilchen Ar» beiter Deutschlands de» rufen, au! welchem der Grund einer wi, k> Ach demokratischen Or- aanisation der Partei Im Anschluß an die tuternatlonai« Bewe- Dung gelegt werden strll. Merkwürdig ist nun. daß sie mit der Ausgabe der Losung: Einigung der gelam- ten Partei zugleich ihren Austritt aus dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein erttären. Hiermit hätte der Erreichung jenes Zweckes bloß gedient sein können, wenn die Masse der Vereins- Mitglieder dem Bei» spiel gefolgt wäre. Da» vo» war aber gar leine Rede, vielmehr blieb die übergroße Mehrzahl bei der al» ten Fahne. Immer» hin tonnte das„De- mokratische Wochen» blalt" in erheblichem Maße Abagen an Schweitzer oeröffent» iichen; auch oerschie» den« Gewerkschasls- führer sagten sich los. Die begonnene Aktion nahm also ihren Fort- gang, und am 17. Juli brachte das„Demo- kratische Wochenblatt" einen Aufruf, der von vb ehemaligen Mi!» gliedern des Allgemeinen deutschen Ar- belteroere!ns,114Mtt- gliedern des Verban- des deutscher Arbei- leroeretne unterzeich- net war und noch eine Reihe anderer Unter- chsriften trug. Es war die Einladung zurBe- � chickung eines Allgemeinen deutschen so- ziaidemokra tischen Arbeiterkongresies, der In Eisenach vom 7. bis S. August stattfinden Sllte. Als sein Ziel war die Einigung auf rund einer gemeinsamen Organisation und eines gemeinsamen Programms bezeichnet. Dieses Ziel konnte, wie die Verhältnisse sagen, schon deshalb nicht erreicht werden, weil es angestrebt wurde im Zusammengehen mit der ausgetretenen Minderheit des Allgemeinen deutschen Arbeiteroereins, dessen zurückgebliebene Mehrheit also naturgemäß durch die ganze Aktion bloß darin bestärkt wurde, erst recht an Ihrer Organisation fest. zuhalten. Für dies- zu demonstrieren war denn auch der einzige Zweck, den der All- qemeine deutsche Arbeiterverein damit ver- folgte, daß er den Eifenacher Kongreß auch beschickte Es kam zu einer einzigen gemein- kämen Sitzung, die schon bei der Bureau- wähl die ärgsten Sstindalszenen zeitigt,. Wi» S&tbel erzählte, waren die Flaschen. in deren Hälsen die Stearinlichter aus dem Bureautisch steckten, in beständiger Gefahr, umzufallen und mußten rntl den Händen gehalten werden. Bei immer stärkerer Zu- nähme des Tumultes schloß zuletzt Geib als Vorsitzender den Kongreß und kündigle einen neuen für den nächsten Vormittag an, an dem nur Delegierte mit gelben Legi- timationskarten teilnehmen sollten. Es war schon vorher aus Bebels Vorschlag von den Veranstaltern des Kongresses vereinbart Walther Georgi: Heuernte (8«rH«lntru»g au»>«m Sal«nd«r:»Kunst und Lcd»n'. Strlag gris H«ydrr. Berti»- Zehlendort! worden, daß tm Fall einer bloßen Spet- takelfitzung so verfahren werden sollte. Am 7. waren rot« Ausweise ausgegeben worden, die gelben wurden den Lassalleanern vor- enthalten, so daß diese ausgeschlossen waren und dann nur noch für sich tagten zu einer Kundgebung für den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein. Soweit aiso der Eisenocker Kongreß dem Zweck dienen sollte, die deutsch« Arbeiterbewegung zu einigen, war er ein völliger Fehlschlag, ja, ins Gegenteil umgeschlagen, insofern er die Spaltung erst recht tiefgehend machte. Aber er bekam doch historisch« Bedeutung, Indem in den nächsten Tagen von den auf dein Eifenachir Kongreß Zurückgebliebenen die Sozialdemo- kratische Arbeiterpartei begründet wurde, mit einer demokratischen Organisation und einem Programm, das Bebet entworfen hatte. Es bezeichnete als Endziel den freien Volksstaat mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten und den vollen Arbeitsertrag für jeden Arbeiter, durch genossenschaftliche Arbelt. unter Abschaffung der bisherigen Produktionsweise, enthielt auch eine Reche von nächsten Forderungen und erklärte di« politische Freiheit für die unentbehrlich« Vorbedingung zur ökonomischen Befreiung der arbeitenden Klassen, die soziale Frage für untrennbar von der politischen, ihr« Lösung für nur möglich im demokratischen Staat. Demgemäß erschien unter den nach« ften Forderungen an erster Stelle dos all- gemeine, gleiche, dt- rette und geHelm» WahlrechtzuailenVer» tretungskörpern. aller» dings nur für Männer. Die iozialdemokrati» sche Arbeiterpartei de- kannte sich auch al» Zweig der internatio- nalen Arbeiterorgant» fotion. Doch betont« auch Bebel di» Un- erläßltchkeit der natio- nalen Organisalton, die Konstituierung der Partei in Deutschland selbst, und daraufwar denn auch die Organt» sation zugeichnitten. Der Verband der deuischen Arbeiterver» eine ging in die So» zialdemokraiische Ar- beiterpariei auf. Dies« war ein in sich obge- schlostenes Gebilde das seines sozialistischen Charakters hol» der auf die Dauer keine engere Gemein» fchast mehr mit der bürgerlichen Demo- kralle haben konnte, woran noch vor ein paar Monaten gedacht worden war. Selbst jetzt wurde dos Tbch- lllch noch nicht gleich zerschnitten. Aber die reinliche Scheidung war doch nichi lange aufzuhallen. Vom S. bis12.September1S6g tagle«n Bafel der Kongreß der Interna- tionale und erregte allgemeines Aergenils im bürgerlichen Lager, well er den Sozia» lismus auch auf die Landwirtschaft ange- wandt wissen wollte. Bebet halte dieserhälb mit den Voltspartei» lern heftige Ausein» anderfetzungen, als er im November 18S9«ine sehr erfolgreiche Agitallonstour nach Süddeutschiand unter» nahm. Es schloß sich daran noch eine Zei« tungsdiskussion, aus der Bebels erst« Schrift:„Unsere Ziele" hervorging, die auch an ihrem Teil dartat, daß die„Eise« nach«" keine bürgerliche Partei waren. Ebensowenig oder konnten Unbeteiligte im Zweifel fein, daß die„Lossalleaner" kein« Reaktionäre waren. Derweil befehdeten sich aber beide Parteien, als die sechziger Jahre zu Ende gingen, aufs schärfste, mit« unter sogar handgreiflich, und auch die Ge« wertschastsbewegung litt schwer unter dem Zwiespalt. Die Herstellung der Einheit war erst niöglich. wenn die stärkste Würzet der Gegensätze, die nationat« Frage, auf abseh« bare Zeit erledigt war: das aber geschah erst in den siebziger Jahren, und dann kam auch di« Einigung der sozialistischen Ardeiterichast. Wehe den Besiegien. Bei den politischen Vorgängen der letzten Zeit wurde man öfters an das alte Wort erinnert: Wehe den Besiegten, oder, wie es Im lateinischen Ori- tzinal gewöhnlich zitiert wird, Vae victis. Diese sprüchwörtliche Wendung geht auf den Bericht zurück, den der römische Geschichts- schreiber Livius von den Vorgängen gibt, die zum gallischen Brande Roms führten «nd auf ihn folgten. Das war 389 vor Nhristo, als die Römer von den keltischen Barchiren an der Allia vernichtend geschla- igen wurden und demnächst Rom mit Aus» nähme des Kapitals in die chände der Gallier fiel, um von ihnen ausgeplündert und nie- dergebrannt zu werden. Das Kapital mit seinen Schätzen wurde von seiner Besatzung hartnäckig verteidigt. Da sie aber vergeb- lich auf Entsatz von den römi- schen Scharen wartete, die sich draußen im Lande gesammelt hatten, wurde die Not schließlich so groß, daß man mit den Gal- lieren einen Vertrag einging, wo» n»ch diese gegen Empfang von tausend Psünd Gold abziehen sollten. Als diese Summe nun zu entrichten war, spielte sich nach Livius' Bericht die Szene ab, bei der das viel zitierte Wort fiel. Als das Gold nämlich abae- wogen werden sollte, brachten die Gallier falsche Gewichte herbei. Die Römer erhoben dagegen Ein» Wendungen: aber nun warf der übermütige Gallierfürst Brennus obendrein noch sein Schwert zu icch Gewichten und ließ dazu die Worte vernehmen: Vao victi», Wehe den Besiegten. Auf diesen Vorgang spielt Schiller in seinem Gedicht:„Der Antritt des neuen Jbhrhunderls" an, wo er von dgm Kampf um die Weltherr- fchaft spricht, den Engländer und Jranzoseir führten: Gold muß ihnen jede Landschaft wögen, Und wie Brennus in der rohen Zeit, -Wirft der Franke seinen eh'rnen Degen In die Schale der Gerechtigkeit. Bei Livius aber ist di« Sache mit der Brutalität des Brennus noch nicht abge- schlössen, sondern er läßt nun plötzlich als rettenden Engel den langersehnten römi- chen Feldherrn Camillus mit einer 5)eer- char auf der Bildfläche erscheinen und den Befehl erteilen, das Gold beiseite zu tun, mit Eisen erkaufe der Römer sein Vater» fand, worauf sich ein Straßenkampf ent- spänn, in dem die Gallier den kürzeren zo» gen und zur Räumung Roms gezwungen würden, uin auf dem Rückzug erneut und diesmal vernichtend aufs Haupt geschlagen zu werden. Das ist nun zweifellos eine dichterische Ausschmückung der für den rö- mischen Stolz peinlichen Tatsache, daß der Bestand Roms von den gallischen Barbaren rrkaust worden war. Daß der Handel per- fett geworden und die Kelten mit ihrem Raub unbehelligt abzogen, geht zur Eoi- denz aus dem weit älteren griechischen G«» fchichtschreiber Polybius hervor, der mit dürren Worten feststellt, daß die Gallier zu Unterhandlungen geneigt waren, weil ihnen ein drohender Einfall der Veneter in ihre eigenen Wohnsitze den Wunsch nahelegte, heimwärts zu ziehen, was sie denn auch samt ihrem Lösegeld unbehelligt bewert- stelligten. Die andere Version freilich, daß Eamillus den Handel umgestoßen und die Gallier aufs Haupt geschlagen, erscheint, um viele Einzelheiten vermehrt, auch in der Eamillusbiographi« des griechischen Ge- schichtschreiber Plut.irch, der aber in der Hauptsache Livius benutzt und ausschmückt und somit das Zeugnis des Polybius nicht entkräften kann. In der breiten Erzählung von dem gallischen Einfall, die Plutarch gibt, findet sich aber an anderer Stelle noch ein merkwürdiger Beitrag zu dem Vas victis-Thema. Das ist bei der Vorgeschichte des ersten kriegerischen Zusammenstoßes von Römern und Galliern. Der Konflikt er- folgte dadurch, daß die Gallier gegen die etrustische Stadt Austum zogen und deren Einwohner die Römer zu Hilfe riefen. Die Römer schickten Gesandte, die sich dann nicht auf eine diplomatische Intervention beschränkten, sondern persönlich am Kampfe mit den Galliern teilnahmen und dadurch deren Vormarsch gegen Rom hervorriefen. Plutarch gibt nun einen Bericht über die Oer Frühling glänzt... i g Der Frühling glänzt— ihn stört nicht Not und Qual: fj i ! Z Aus tausend Bliitenaugen grüßt ein Lächeln, 1 Z Die linden Lüste schaukeln sich und fächeln ! Z Ein warmes Zittern in den Sonnenstrahl... ! A Geht wirklich immer noch das Grauen um, ! W Und wollen Haß und Nachsucht noch nicht sterben? ! J Der Geist der Liebe ringt mit dem Verderben s i Und Menschen schauen unbewegt und stumm ig Dem Kampfe zu. Soll denn der Jammer nicht ! s Ein Ende nehmen, der mit bfutgen Krallen 1 1 Das Herz der/Menschheit fehenweis' zerreißt? i H Der Frühling glänzt. Die Erde strahlt im Licht. lg Die Bäume blühn. Und Vogellieder schallen. i W War doch die Welt erfüllt mit Fricdensgeist! ''imiimMiiimiiniinimniui iiiiihmniiiimiiiiiimiiiniiiiiiimniMiiiMiitiinimiiiiiinuHiiuimtmiMiiiiiiiii)'' vorangegangenen Verhandlungen zwischen den römischen Gesandten und den Galliern. Danach erteilte jenen auf ihre Frage, was den Galliern die Clusiner denn eigentlich zu Leide getan, der König Brennus lachend die Antwort:„Die Clusiner tun uns da- durch Unrecht, daß sie nur�wenig Land be- bauen können, aber doch eine große Flur besitzen wollen und uns als armen und zahlreichen Fremdlingen nichts davon mit- teilen. Ein ähnliches Unrecht haben euch, ihr Römer, in älteren Zeiten die Albaner, Fidenaten, Ardeaten zugefügt und jetzt noch die Vejenter, Capenaten, ein großer Teil der Falisker und Volsker. Gegen diese Völker zieht ihr, wenn sie ihre Güter nicht mit euch teilen wollen, zu Felde, macht sie zu Sklaven, plündert sie aus und zerstört ihre Städte. Daran tut ihr auch nichts Böses oder Ungerechtes, sondern ihr folgt dem ältesten unter allen Gesetzen, welches die Güter der Schwächeren dem Stärkeren ertellt, und das von einem Gott an bis auf di« Tiere herabgeht. Denn auch bei diesen liegt es in der Natur, daß die Stärkeren Immer die Schwächeren zu unterdrücken suchen. Hört also ja auf, mit den belager- ten Elusinern Mitleid zu haben, damst ihr die Gallier nicht belehrt, sich der von euch Römern unterdrückten Völker mitleidig an- zunehmen." Diese bemerkenswerte Rede ist offenbar aus den gleichen Grundsätzen ge- boren, denen das Vae vktis entsprungen ist. Man kann natürlich starke Zweifel hegen, ob der Barbarenhäuptling Brennus solcher philosophischen Ausführungen fähig gewe- sen, wie Plutarch sie ihm in den Mund legt. Aber auch wenn Plutarch selber der Vater dieser Ausführungen über das Recht des Stärkeren und den Kampf ums Dasein sein sollte, so wären sie immer schön über achtzehnhundert Jahre alt, und sie klingen doch so überaus modern. Das Vae vicüs aber wird Brennus wohl wirklich ausge» sprachen haben. Der gallische Volksstamm, dessen Führer er damals war, die Senoncn, hat übrigens die Zweischneidigksit dieses Grundsatzes später am eigenen Leibe fühlen müssen. Die Senonen saßen bis ungefähr hundert Jahre nach dem gallischen Brande in Oberitalien, da wurden sie, nachdem ihnen die Römer schon öfters übel mitge- spielt, von diesen ohne Gnade ausgerottet, so daß keine Spur von ihnen übrig blieb. Der römische Geschichtschreiber Florus fin- det das ganz richtig, daß man keinen von dem Geschlechl übriaaelassen, der sich hätte rühmen können, daß von ihnen die Stadt Rom in Brand gesteckt worden. Das war denn wieder der ewige Grund- satz: Wehe den Besiegten. Zwei vergessene Heilträuker sind die Schafgarbe und die wohl- riechende Schlüsselblume. Beide Pflanzen sind in der deutschen Flora weitverbreitet und auch allgemein bekannt. Die wohl» riechende Primel darf nur nicht verwechselt werden mit der ziem- lich ähnlichen, aber nicht duflen- den hohen Primel. Von der Schafgarbe wird das Kraut vor der Blüte gesammelt und»ge- trocknet und dann in Verbindung mit echter Kamille oder echtem Dost zu Tee verwendet. Die Schafgarbevblüten mit Pfeffer- minze vermischt geben bei reichlicher Zuckerverwendung einen schmackhaften Tee, den manche Leute dem schwarzen Tee vor- ziehen. Die getrockneten Primel« blumeu geben einen nervenstär- kenden Tee, der auch bei Schwindelanfällen und Nierenkrankheiten als Heilmittel ehe- dem recht geschätzt war. m. Rätsel-Aufgaben Siandriitsel. A Die nebenslehenden vuch- A A A flaDcn ordne man so um. B C K E E dub die einzelnen Reihen E E E E F E