Nr. 81. Berlin, Dienstag den 4. Juli 18V3. SocinUpeinoknit ♦ Organ des Allgcmciiic» dcntschc» Arbcilcr-Bcrcias. Sonn� und»�egtaae.. Äerrin, Rediaiit von ft. B. d. öofflcttcn und Ä. B. d. Tckweidcr. Dresdnerstraße Nr. 85. Natur Schutz Maxii ihm n 7) zuthci Weise. Auslll werde» Di chen, frische ») schafl die E Eigen! 9) Freihe wen, i Abonnements-Preis f«r Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- natlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.! bei den Kiinigl. preußischen Post. ämtern 22>/z Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch. land 18»/« Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(fl. I. 45. slldd., st. I. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« aus allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, serner aus dem Centralbureau der Expreß-Compagnie, Scharren str. I, sowi auch unentgeltlich von jedem„rolhen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werden pro dreigespaltcne Petit-Zeile bei Arbeiter-Alinoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. U> Gebr wir 1 rückfü R Einzel Z Beurl bend Agentur für England, die Colonieen und die überseeischen Länder: blr. Bender, 8. Little New-Port-Street, Leicester-Square W. C, London. Agentur für Frankreich: G. A. Alexandre, St rassbourg, 5. Eue Brnlee; Paris, 2. Cour da Commerce Saint-Andrd-des-Arts. politischer Theil. Berlin, 3. Juli. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" weiter aufklärend, beginnen wir heute die Uutersu» chung einer zweiten Frage. Nachdem wir im vorigen Artikel klargestellt, wie der Geist von 1789 dem Geiste des Mit- telalters gegenübersteht, haben wir uns jetzt zu fragen: Welches der Unterschied seizwischen der social-politischen Anschauungsweise der Bourgeoisie alsKlasse und derjenigen der Arbeiterschaft als Klasse. Auch wird sich sodann der anscheinende Wider- spruch zwischen unserer heutigen Darstellung und unserer vorigen Ausführung, welcher daraus her- vorgeht, daß wir verschiedene Seiten ein- und der- selben Sache vorerst getrennt behandeln müssen, als einheitliche Zusammenslimmung erweise». Die Beantwortung dieser Frage in Verbindung mit den bereits gewonnenen Ergebnissen wird so- dann hervortreten lassen, wie die Sache der Arbei- terklasse zur Bewegung von 1789 steht— ein Ergebnis, aus welchem die tiefe Unterschiedlichkeit zwischen der Anschauungsweise der„Ncrdd. Allg. Ztg." unv der unsrigen deutlich hervorspringen wird. Um nun zur Beantwortung der Frage zu ge- langen: Welches der Unterschied sei zwischen der Auffassung der Bourgeoisie und derjenigen der Arbeiterklasse, sei für heute geprüft: Worin die erstere bestehe. Marx, im Vorworte zu seinem Werke:„Zur Kritik der politischen Oekonomie"*) bringt, bis in die letzte Tiefe den Zusammenhang der menschlichen Gesellschaft verfolgend, nachstehende Ausführung: „Meine Untersuchungen mündeten in dem Er- gebniß, daß Rechtsverhältnisse, wie Staatssormcn weder aus sich selbst zu begreifen sind, noch aus der sogenannten allgemeinen Entwicklung des mensch- lichen Geistes, sondern vielmehr in den materiellen Lebensverhältnissen wurzeln, deren Gesammlheit Hegel, nach dem Vorgang der Engländer und Fran- zosen des 18. Jahrhunderts, unter dem Namen „bürgerliche Gesellschaft" zusammenfaßt, daß aber die Anatomie der bürgerlichen Gesellschaft in der politischen Oekonomie zu suchen sei. DaS allge- meine Resultat, das sich mir ergab, und einmal gewonnen, meinen Studien zum Leitfaden diente, kann kurz so formulirt werden: In der gescllsckaft- lichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, nothwendige, von ihrem Willen unab- hängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmlen Entwicklungsstufe ihrer male- riellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesammt- heit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökono- mische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Ueberbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Be- wußtseinsformen entsprechen. Die Produktions- weise des materiellen Lebens bedingt den socialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern unigekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt. Auf einer gewisse» Stufe ihrer Entwicklung gerathen die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen, oder was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den EigeiithumSverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsfor- ! men der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. ES tritt dann eine Epoche socialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Ueberbau langsanier oder rascher um. � In der Betrachtung solcher Umwälzungen muß man stets unterscheiden zwischen der materiellen, naturwissenschaftlich treu zu konstatirenden Umwäl- zung in den ökonomischen Produktionsbedingungen und den juristischen, politischen, religiösen, künst- lerischen oder philosophischen, kurz ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konflikts bewußt werden und ihn ausfechten. So wenig man das, was ein Individuum ist, nach dem be- urtheilt, was es sich selbst dünkt, eben so wenig kann man eine solche Umwälzungsepoche aus ihrem Bewußtsein beurtheilen, sondern muß vielmehr dies Bewußtsein aus den Widersprüchen des ma- teriellen Lebens, aus dem vorhandenen Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Pro 1 duktionsverhältnissen erklären. Eine Gesellschafts- formation geht nie unter, bevor alle Produktiv- fräste entwickelt sind, für die sie weit genug ist und neue höhere Produktionsverhältnisse treten nicht an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedin � gungen derselben im Schocß der alten Gesellschaft *) Berlin, Verlag von Franz Duncker. 1854.(Er- ste« Heft.) ' selbst ausgebrütet worden sind. Daher stellt sich ' die Menschheil immer nur Aufgaben, die sie lösen kann, denn genauer betrachtet wird sich stets finden, daß die Ausgabe selbst nur entspringt, wo die ma- teriellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhan- den oder wenigstens im Prozeß ihres Werdens be- griffen sind. In großen Umrissen können asiatische, > antike, feudale und modern bürgerliche ProduktionS- weisen als progressive Epochen der ökonomischen Gesellschaftsformation bezeichnet werden. Die bür- gerlichen Produktionsverhältnisse sind die letzte an- tagonistische Form des gesellschaftlichen Produktions- Prozesses, antagonistisch nicht im Sinn von indivi- duellem Antagonismus, sondern eines aus den ge- sellschaftlichen Lebensbedingungen der Individuen hervorwachsenden Antagonismus, aber die im Schooß der bürgerlichen Gesellschaft sich entwickelnden Pro- duktivkräfte schassen zugleich die materiellen Bedin- gungen zur Lösung dieses Antagonismus. Mit dieser Gesellschaftsformation schließt daher die Vor- geschichte der menschlichen Gesellschaft ab." Diese vortreffliche Ausführung machen wir voll- ständig zur unser». Prüfen wir hiernach— um die jetzige Periode in ihrem wahren Wesen zu erkennen— zunächst die derselben zu Grunde liegende ökonomische Pro- duktionsbewegung. Die Grundlage und das bestimmende Element der ökonomischen Verhältnisse iu den modernen Cul- turstaaten ist die industrielle Produktion. Sie ist daö Beherrschende, welches alles Andere mehr oder minder bestimmt; sie ist die große Standarte, um welche die sonstige Produktion sich gruppirt. � Sie also ist eS, die wir ihrem Wesen nach er- kennen müssen, um den Charakter der ökonomischen Verhältnisse der Gegenwart überhaupt zu erfassen. Lassalle in seinem Bastiat- Schulze*) e. IV. spricht hierüber wie folgt: „In der Unproductivität der Arbeit liegt das Geheimniß der Productivität des Capitals und umgekehrt. In dem Un- terschied der Arbeitsquanta,**) die im Preise gen z echten fr eie auf d E sicher nur: jener Wind auch: wirkte rn ei zenen aber 1 F' ritäts! *) Berlin, Verlag von Reinhold Schlingmann. 1864. **) Marx(ib. L. I. c. 1.): Um die Tauschwerthe drf Saaten an der in ihnen enthaltenen Arbeitszeit zn messen, müssen die verschiedenen Arbeiten selbst redncirt sein auf unterschiedslose, gleichförmige, einfache Arbeit, kurz ans Arbeit, die qualitativ dieselbe ist und sich daher nur quantitativ nnterscheidet. Diese Reduktion erscheint al» eine Abstraktion, aber es ist eine Abstraktion, die in dem gesellschaftlichen Pro- duktionsproceß täglich vollzogen wird. Die Auflösung aller Maaren in Arbeitszeit ist keine größere Abstraktion, aber zugleieb keine minder reelle, als die aller organischen Körper in Lust. Die Arbeit, die so gemessen ist durch die Zeit, erscheint in der That nicht als Arbeit verschie« dener Subjekte, sondern die verschiedenen arbeitenden Individuen erscheinen vielmehr als bloße Organe der Arbeit. Oder die Arbeit, wie sie sich in Tanschwerthen darstellt, könnte ausgedrückt werden als allgemein menschliche Arbeit. Diese Abstraktion der allgemein menschlichen Arbeit existirt in der Durchschniltsarbeit, die jede« Durchschiiittsindividuum einer gegebene» Gesell- schast verrichten kann, eine bestimmte produktive Veraus- gabiing von menschlichem Muskel, Nerv, Gehirn n. f. w- Es ist einfache Arbeit, wozu jede« Durchschnitts-Andi viduum abgerichtet werden kann nnd die es in der einen oder andern Form verrichten muß. Der Eharakter dieser Durchschnittsarbeit ist selbst verschieden in verschiedenen Ländern und verschiedenen Kulturepochen, erscheint aber als gegeben in einer vorhandenen Gesellschaft. Die ein- fache Arbeit bildet die bei weitem größte Masse aller Arbeit der bürgerlichen Gesellschaft, wie man sich� au« jeder Statistik überzeugen kann. Ob A während 6 Stunden Eisen und während 6 Stunden Leinwand producirt und B ebenfalls während 6 Stunden Eise» und während 6 Stunden Leinwand producirt, oder ob A während 12 Stunden Eisen und B während 12 Stunden Leinwand producirt, erscheint augenfällig als blos verschie« dene Anwendung derselben Arbeitszeit. Aber wie mit der komplicirten Arbeit, die sich über das Durchschnitts- Niveau erhebt als Arbeit von höherer Lebendigkeit, gro- ßerem specifischem Gewicht? Diese Art Arbeit löst sich auf in zusammengesetzte einfache Arbeit, einfache Arbeit ihr ei Zusla endun II: komm thum s-lg-t UNslh nmS gald, sin i B E nern streck Atra B und i T Ideal 30 man tunge oder Gnu Wickel Gewi Auto: Consi haben A sächli T Auto, T schein Auto, weite, aber. ligiöfl der Producte bezahlt werden und der Arbeits- lvhne li�zt beides, sowohl der auf das Capital fallende Profit, die Capitalpräm ie, als auch die sick durch silt> selbst vermehrende, die un- ablässig fortzeugende, werbende Krafi des Capitals oder seine Productivisät, die durch die freie Concurrenz eMich zum D u r ch b r u ch gekommen." „Kein Schweißtropfen eines Arbeiters, der nicht dem Capital im Preise des Protuctes befahlt wird, während der Arbeiter selbst auf die volksüb- liche Lebensnothdurst reducirt bleibt. Kein Thaler in der Hand eines llnternehniers, der nicht durch neue Anlage in der Prodnciion morgen einen neuen Thaler erzeugt. Beide Sätze ziehen sich jetzt, als in ihre letzte Analyse, in den Satz zusammen: kern Thaler, d. h. kein Schweißtropfen eines Arbeiters, der nicht morgen dem Arbeiter einen neuen unfrucht- baren Schweißtropfen und dem Capital einen neuen Thaler erzeugt! Und je mehr es gelingt-, die Preise der Producte, also auch den nothwendigen Lebens- bedarf des Arbeiters billiger zu machen, desto mehr steigt, statt daß daö Arbeitseinkommen mit dieser wachsenden Ergiebigkeit der Arbeit»iege, die capitalisirende Kraft unserer Production. R e i ch e n h e i m kann jetzt, waS kein feudaler Seig- neur konnte. Cr kann zeden Schweißtropfen eines Arbeiters capitalisiren, d. h. in die Quelle eines neuen Schweißtropfens für den Arbeiter und eines neuen ThalerS für sich selbst verwandeln!" „Der Unterschied der Arbeitslöhne oder des Preises der Arbeit und der Arbeitsquanta, die im Preise der Dinge an baS Capital bezahlt werden, bringt nolhwendig hervor, daß alle Ar- beiter, die zum Zustandekommen eines ProducteS beigetragen haben, geistige wie physische Arbei- ter, für ihre vereinten Löhne das Product ihrer .» eigenen Arbeit nicht wieder kaufen können. Ja— und diese Schlußfolgerung ist in dieser Aus- drucksform noch deutlicher— je ergiebiger die Arbeit der Arbeiter bei gleichbleibenden Unter- Halts kosten derselben ist, desto weniger können! sie dieses Producl ihrer eigenen Arbeit zurückkaufe», desto mehr wächst der Unterschied zwischen Ar- beitSertrag und Arbeitslohn, desto ärmer also— da reich wie arm nur relative Begriffe sind, nur ein Berhältniß ausdrücken zu dem Productions- ertrag einer bestimmten Periode— desto ä r m e r also werden sie!" , Speciell das Gesetz der Theilung der Arbeit, ' als„Quelle aller Reichlhiimer", betreffend, heißt es sodann: „Eine Hand voll Individuen ist hergekommen in allen Nationen und hat dieses sociale Natur- gesetz, welches nur durch die geistige Natur Aller vorhanden ist, zu ihrem individuellen Nutzen in Beschlag genommen, den� erstaunten und darbenden, in unsichtbaren Ketten eingeschnürten Na- tionen von ihrem immer reicher, immer gewaltiger- anschwellenden Arbeitserträge im Wesentlichen immer nur denselben Abfall zuwerfend, den unter- günstigen Umständen auch der Indianer vor aller Culiur erwirbt, des Lebens nothdürftige» Unterhalt! Es ist, als ob einige Individuen die Schwerkraft, die Elasticität des Dampfes, die Wärme des Sonnenlichtes zu ihrem Eigenthnm erklärt hätten. Das Volk wird von ihnen gefüttert, wie auch die ! Dampfmaschinen von ihnen geölt und geheizt wer- j den, um sie im arbeitsfähigen Stande zu er- halten, seine Nahrung kommt nur als nothwen- dige Productionskosten in Betracht!" So viel von dem Charakter unserer ökonomi- scheu Verhältnisse! Sehen wir jetzt, wie auf dieser Grundlage die Staatsidee der Bourgeoisie sich aufbaut und lassen wir zu diesem Zweck wiederum Lassalle spre- I chen(ib.); „Die kalte unpersönliche Beziehung des Unternehmers auf den Arbeiter als auf eine Sacke, auf eine Sache, die wie jede an- dcre Waare auf dem Markte nach dem Gesetz der Productionskosten erzeugt wird,— das ist cS, was die durchaus specififchc, durchaus ent- menschte Physiognomie der bürgerlichen Periode bildet!" „Daher der Haß unserer liberalen Bourgeoisie gegen den Staat, nicht gegen einen bestimmten Staat, sondern gegen den Begriff des Staa- leö überhaupl, den sie am liebsten ganz auf- heben und in der bürgerlichen Gesellschaft unter- gehen lassen, d. h. in allen seinen Punkten mit eer freien Concnrrenz durchdringen möchte. Denn im Staate kommen eben die Arbeiter im- iiier doch noch als Menschen in Betracht, wäh- rend sie wie Alles in der bürgerlichen Gc- sellfchaft, in welcher das Gesetz der freien Konkurrenz herrscht, nur nach dem Preise der Produktionskosten, nur als Sache in Betracht kommen." „Daher vor Allem der gipfelnde Haß der Bourgeoisie gegen jeden starken Staat, wie im- mer organisirt und beschaffen er auch sei, um, da sie den Staat nicht ganz aufheben kann, ihn wenigstens in so vielen Punkten, als nur im- mer möglich in den Individualismus der freien Concurrenz aufzulösen, um ihn wenigstens so- weit als nur irgend möglich der bürgerlichen Gesellschaft zu assimiliren und unter die entmen- schende Herrschast jenes gebieterischen Gesetzes der- selben zu stellen!" Dies also— um cS kurz zusammenzufassen— ist die Idee der Bourgeoisie- Gesellschaft: daß vermöge der freien Concurrenz das Kapital die Arbeit ausbeute, der kapi- taldesitzenden Klasse sonnt allein ein menschenwürdiges Dasein ermöglicht w erde. Und dies ihre StaatSidee: daß der Staat nur vorhanden sei, um alle von außen oder von innen m ö g l i- chen Störungen von diesem P r o c e s s e fern zu halten. Und jetzt, nachdem festgestellt worden, welches dcr Charakter der B on rgeo i sie- I d e e ist, wollen wir nunmehr untersuchen, worin die Idee der Arbeiterklasse besteht. ' auf höherer Potenz, so daß Z. B. ein komplicirter Arbeits- � tag gleich drei einfachen Arbeitstagen. Die Gesetze, di: : diese Redultion regeln, gehören noch nicht hierher. Daß die Reduktion aber stalifiiidet, ist klar: denn als Tausch- werlh ist das Produkt der komplicirtesten Arbeit in bc stimmler ProPortio» Aequivalenl für das Produkt der i einfachen DurchschniltSarbcit, also gleichgesetzt einem be- stimmten Quanlllm dieser einfachen Arbeil. Deutschland. *©erlitt, 1. Juli.(Zur Unterredung Bisniarck'S mit dem Herzog von Au gnstcn- bürg.) Der„SlaatSanzeigcr" veröffentlicht jetzt die von Hrn. v. Bismarck auf Befehl des Königs angefertigte Aufzeichnung über seine Unterredung mit veni Erbprinzen von Augustenbnrg vom 1. Juli 1864. Herr v. Bismarck resumirt den Gesammteindruck der Unterudung dahin: der Erbprinz betrachtete Preußen nicht mit dankbaren Ge- fühlen, sondern als einen unwillkommenen Mahner, zu dessen möglichst unvollständiger Befriedigung er bereit sei, den Beistand der Stände und Oester- reicks aufzubieten. * Wien, 30. Juni.(Zur Beleuchtung der Krisis) wird der„Augsb. Allg. Ztg." von hier geschrieben: Erwarten Sie heute von mir keine weiteren Personal- Nachrichten, denn was diese anbelangt, so geht die Fluth der Gerüchte so hoch, daß es unmöglich ist, aus irgend einer Quelle positive Mittheilungen zu schöpfen, zumal die Verhandlungen mit den in daS neue Cabinet zu be> rufenden Persönlichkeiten fortdauern. WaS aber die Lage im Allgemeinen betrifft, so scheint es mir nothwendig, daraus aufmerksam zu machen, daß sich in den momentan leitenden Kreisen— von eigentlichen Regierungskreisen kann für den Augenblick nicht die Rede sein— bereits zwei Strömungen bemerkbar machen, als deren Repräsentanten die beiden neuen Cabiuetsmitglieder— die einzigen, deren Decrete bereits vom Kaiser unterzeichnet sind— Gras Belcredi und Herr v, Majlath, ge'ten können. Herr v. Majlath strebt nach dem ausgesprochenen Dualismus der Geltendmachiing„der ungarischen Rechts- conlliiiiität, der wahre» Verwirklichung des October-Di- ploinö," dessen Geist schon am 21. Oclober, wie seine Partei behauptet, entwichen sei; ja, formell geht er noch weiter, und möchte die Portefeuilles jener Ministerien in deren Reffort die gemeinsamen Angelegenheiten der Mo- narchie gehören, wie die Finanzen, gleichfall« in die Hände ungarischer Persönlichkeiten legen.——-- In der Stellung de« Grasen Belcredi, welcher bekanntlich zum Föderalismus hinneigt, zu Herrn v. Majlath, der ihm bereits über den Kopf gewachsen, und der als der eigent« liche neue StaatSminister zu betrachten ist, manifestirl sich bereits die Thalsache, daß Föderalismus und Dualismus entgegengesetztere Pole sind, als Eentralismu« und Föde- ralisinu«. Gras Belcredi sucht vor allem durchzusetzeu, daß Männer aller Nationalitäten in daö Cabinel kommen, freilich zunächst deshalb, weil er sich auf diese Weise Stützen für seine Tendenzen zu schaffen hofft. Der„Brest.-Ztg" wird von hier geschrieben: ES ist heute ein Handschreiben des Kaisers an den KriegSministcr Ritter v. Fra nck eingetroffen, in welchem derselbe angewiesen wird, die ganze Armee auSnahmS- los(also auch in Italien) auf den Friedens- suß zu stellen. Außerdem wurde er beordert, inner- halb des Friedensstandes umfassende ErsparungS- an träge zu stellen und innerhalb acht Tagen darüber Bericht zu erstatten. Die Nachricht macht in den hohen militairischeu Kreiseu— und nur dort ist sie zur Stunde bekannt, daß größte Aussehen. Zum besseren Verständniß theile ich Ihnen noch mit, daß außer in Italien noch in Galizie», Slldtirol und Schleswig-Holstein die Truppe» auf dem Kriegsfüße stehen. Man vermuthet, daß diese Aeductionen durch eine erhebliche Annäherung Oester- reich« au Frankreich ermöglicht würden. — 2. Juli. Von der Rückkehr des Kaisers von Ischl, die morgen erwartet wird, hofft man eine Beschleunigung der Ministerkrisis. Gras Belcredi, dessen Eintritt in das neue Ministerium als Staats- minister wahrscheinlich ist, ist, wie man versichert, »lit der Redaktion des neuen Regierungsprogramms beschäftigt. Dem Vernehmen nach verheißt das Programm unter Ausschließung aller Reaktion eine gesetzliche Reform derBerfassung, de» Ungarn Rechts- continuität, Integrität ihrer LaiideSgrenze» und Parität in der gemeinsamen Vertretung deS Rei- ches, welche vom engeren Reichsrathe und den Landtagen jenseits der Leilha gewählt werden würde. Die gemeinsame Vertretung deS Reiches würde öffentlich und niündlich verhandeln und das Recht der Zustimmung erhalten. Ferner sollen Selbst- Verwaltung der Gemeinden, freie Einrichtungen auf dem Gebiete der Justiz, und die Förderung der materiellen Interessen der Länder erstrebt werden. Der Systemwechsel wird, wie weiter versichert wird, in den meisten Provinzen, namentlich in Ga- lizien freudig begrüßt. Mit Ende der nächsten Woche wird die Krisis muthmaßlich beendet sein. Die Rückkehr des ungarischen HofkanzierS, Grafen Majlath, aus Pest wird heule erwartet. Ausland. * Paris, 1. Juli.(Zur Lage. Die Wahl der Municipalräthe. Die Arbeiter und der Graf v. Chamborv. G es etzg. Körper. Brochüre des Kaisers. Die Presse. Die Kutscher. Mexico.) Es ist schwer sich eine genü- gende Vorstellung zu machen von der Gereiztheit, welche zwischen de» Parteien nicht nur, sondern auch zwischen den einzelnen Persönlichkeiten im gesetzgebenden Körper in diesen letzten Tagen der Session Platz gegriffen hat. Die Bemerkungen Guöroults in seinem Blatt über die Art, wie man ihn in der Sitzung nicht recht zum Wort über das Postwesen kommen ließ, die fortwährenden Picards und Pellctans, die Enthüllungen Brame'ö über die Tarife der Nordbahn, die wie ein Blitz aus heile« rem Himmel kamen, namentlich aber die Ergebnisse der Wahlen in den Bezirken der Marne und des Puy de Dome, haben hiezu mächtig beigetragen. Die Verwirrung, welche das Ergebniß der letzlern Wahl bei der Regierung im Ministerium des In- nern angerichtet hat, wird weit übertrosieu von der, die sie tu den Reihen der Mehrheit angerichtet. Und hier vor allem liegt die Bedeutung dieser Oppo- sitionSwahl. Die Mehrheit verliert mehr und mehr den Kopf, sie sieht sich ihre Zukunft nach und»ach aus den Hände» gleiten, und bemerkt mit Schrecken, daß die Landbezirke anfangen, ihre Ehre darin zu suchen, in oppositionellen Wahlen nicht hinter der Hauptstadt zurückzubleiben.— Das Circular des Ministers des Innern an die Präseclen schließt wie folgt:„Kurz zusammengefaßt, den Gemeinden den freien Ausdruck der Wahl ihrer Mandatare für die Verwaltung ihrer municipalei, Interessen zu garantir.-n, der Wahl einen ausschließlich commu u-