Nr. ne. Berlin, Sonntag den 13. Anglist 186». Lorial-Dtmokrlit. teil f| 6«Ien Denno ierleyi Unmün Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- und Festtage. Organ des Allgemeinen dentschen Arbeiter-Vereins. Redigirt von I. V. v. Hofstetten und Z. B. v. Schweitzer. Redaction und Expedition: Berlin, Dresdnerstraße Nr. 8?. Abonnements-Preiß silr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich IL.Sgr., mo- natlich ö Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.! bei den Königl. preußischen Post- ämtern tK'/s Sgr., bei den preußischen-Postämtern im nichtpreußischen Deutsch. land 18�/««gr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(fl. 1. 45. südd., fi. I. 50. österr. Währ.) pro Quartal._-_ 1 1■ Bestellungen werden auswärts auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von zedem fvliden Spediteur, von der Expreß. Compagni� Scharrcnstr. I, sowie auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. 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Als es galt, durch ganz Deutschland große Arbeiter- oder Volksversammlungen zu euer» gischer Beschlußfassung zu vereinen, da dankten wir es unserer Organisation, daß rasch und sicher durchs ganze Vaterland die Arbeite r unters Gewehr traten. Es war keine That kriegerischen MutheS— aber es war eine That frietlich-gesetzlichen, ernst- lichen Wollens. Und wir haben es vollbracht auf dem Wege unserer Vereinsorganisation— selbst ohne Anwendung außerordentlicher Mittel. Und Alle— mit äußerst geringen AuSnah- men— Alle, die handelnd einzugreifen hatten, waren auf dem Platze und haben, so weit nicht unüberwindliche Hindernisse im Wege standen, redlich ihre Schuldigkeit gethan. Man hat gesehen, daß wir eine Macht durch Deutschland sind— wir können zufrieden sein mit unserer ersten Mobilmachung. Aber nicht uns— dem dahingegangenen, dem unvergeßlichen Führer gebührt das erste Verdienst. Ihm, der mit Adlerblick erkannte, daß eine Partei, der es ernst mit ihrem Streben ist. frei und frank, unbekümmert um alles Geschrei, die hergebrachte Organisationsweise der indivi- dualisirenden Bourgeoisie mit ihrer wortreichen, thatenarmen Schwerfälligkeit von sich stoßen mußte, um in Einer Hand, auf Einem Punkte die schwachen Kräfte der zahllosen Ein- zelnen zu gewaltiger Macht zu vereinen. Es ist eine Art Dictatur— wohl wahr! — aber es ist eine demokratische Dictatur.. Demokratisch, weil nur das Vertrauen� der Gesammtheit den Führer auf seinen Posten beruft— demokratisch, weil er nicht einen Tag mehr auf diesem Posten stehen kann, wenn er, abtrünnig von ven Prinzipien der Partei, das Vertrauen der Gesammtheit verloren hat. Nichts auf Erden freilich ist vollkommen und auch diese Organisation hat ihren Mangel— wem viele Gewalt gegeben ist, der kann vieles � zuin Guten— vieles aber auch zum Schlimmen führen. Aber jedes Bedenken, das gegen unsere Organisation in uns aufsteigen könnte, muß der Erwägung weichen, daß nur so und nicht an- derS die rasche That der Partei für entschei- dende Augenblicke ermöglicht werden kann. Und die rasche That im richtigen Augenblicke ist daS Geheimniß der Politik! Die freiheitsstolze Republik des alten Roms hatte die Dictatur für den Fall des schweren Kampfes— wir haben unausgesetzt diesen schweren Kampf und darum auch unausgesetzt unsere demokratische Dictatur. Die Partei hat bewiesen, daß der Mann, den sie zur Leitung berufen, ihr vollstes Ver- trauen hat— heute wie zur Zeit, da er gewählt ward— und wir hoffen und glauben, daß es so bleiben werde.— Diesen Einen Vortheil hat sicherlich daS Kölner Fest uns gebracht: daß es Allen. Allen in unserer Partei— auch denen, die es vorher vielleicht nicht völlig begriffen hatten— so deutlich, so faßbar gezeigt, welch' unschätzbares Vermächtniß Ferdinand Lassalle in dieser Orga- nisation unS hinterlassen. Es hatte einen Augenblick den Anschein, als ob in dem Staate, der uns der wichtigste ist, in Preußen, das Bereinsrecht schwer bedroht sei, als ob eine Auflösung unseres Vereins durch daS ganze Land bevorstehe. Es hat sich, wie wir mit Freuden anerken- nen, gezeigt, daß diese Erwartung— wenigstens für den Augenblick— eine unbegründete war. Gefürchtet aber haben wir jene Maßregel niemals auch nur im Entferntesten. Denn was man uns nehmen kann, ist nur das Aeußere dieser Organisation, ihr Dasein in dieser Gestalt;— ihr Inneres aber, ihr Geist, wird uns nie mehr genommen werden. Denn tief, tief in die Erkenntniß der deutschen Arbeiter hat der Geist dieser Organisationsich eingesenkt. Man kann die Armee auflösen, sie in alle Welt zerstreuen— die Cadres der Armee aber werden stehen bleiben und auf die altge- wohnten Signale werden von nah und fern die Soldaten zur Fahne eilen. •!!. P"Vverhältnisse gebotenen, durch Ge- daiikenstriche bezeichneten Lücken— einen längeren f rher. �'l* Mannheim erscheinenden„Deut- scheu Wochenblatt" des Herrn Professors Eckard t mit. Wir enthalten uns aller Vemcrkun- gen zu den einzelnen Ausführiinaen des Artikels, tonnen aber nicht unterlassen, unsere Freude dar- »der auszusprechen, daß eö doch noch Demokra- ten in Denischland giebk Der Artikel lautet: Da« Abgeordnelenfest zu tkötn. Biir kehren trüberen Sinne» heim, at« wir vor acht .gen den Rhein hinabaezogen waren. Unsere Leser "6 wir feine blinden Verehrer der Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses sind; aber es that uns -eefe wehe, zu sehen, wie man mit Abgeordnelen, mit Vertretern oe« Volkes vorzugehen wagte. seine W ebenso Ilnstalt je» den? eS n ö. M. v diese r Prä &!;! fbetzeno 'eit diesi Sommif einen Ntaßregel, im zoologischen(0 Garten in zugleich""a�wi?� �'?»» U »u Bo to un Die küi Wie ve Dort g Ein de? Ein Fe Germai wenn wir uns in Illusionen wiegen }l nilUlO UIO C IC-UJUI/li/m,.....-„ ra[, In erster Reihe bleibt es immer zu beklagen, nicht Berlin der Schauplatz de« Festes war, um eine Entscheidung ganz ander» ausgefallen, un Gefahr eine« fruchtlosen KrawalleS enlsernl�g � wäre.—•_________— ——— In Köln drückte dagegen das Gefüb',">�1 fei nicht am Orte einer möglichen Hauptschlaw'•, fordere am Ende durch ein unglückliches Vorposieng? � nur die Pläne der Reaktion, jeden kühneren-lull 8. eelen. Wir sagen nicht etwa, man habe � -.■ jn.muiiaeii auo- «eeieu.-wir lagen iiiuf' euvu, uiuu ,i,„gen au»' versuchen sollen, obwohl auch hier die M erinnert, . �-----...----— w--- Zstauc» politischer Theii. Berlin, 12. August. Ueber die Haltung der Bourgeoisie in der Kölner Festsacke rheilen wir nackfolgend nnsern Lesern unverkürzt— nur mit den durch die einandergehen können, und man an jiau'"- d-ssen Bewegungspartei fortwährend, mit vollem wußlsein, verlorene Putsche hervorrief, nur um da» dächtniß der That im Volte wachzuhalten: wir g>a dagegen, daß man»och lange nicht an die Gren» � im Rahmen des Gesetze» Möglichen vorgegangen tm-L.— tit/fi �. !nay„i>'„ res iseiepe»„ Man kann den passiven Widerstand auch'"r Exzesse, bis zu einer Passivität treiben. Uav da»> Deutschland um so schlimmer, da wir Alle so geoß,. lenfe zum„Leiden" und so bescheidene zum„V »s. fcition, sow« (e bei net. ößerer Wählt -mein« ■ diese »alitat. t, sein eu, ist decken («Hein- elwaS er die s be- d. h. l un- :r hat Z-ö" cht tN s dem i ihre , und iltbare inuth, irost- i Sin- ,e im lt'g zu luthes hlung, wird. Ruhm cutsch' jeden- tzteren leiner, h. die kl der Reckt n fast !erung in de- r fr-l- -durch ihums eilich, eruht. ihren lange Berge- »chte» »er ge- Heg-- Denn st aber andern ch das sthein- ltschcu , rem Und Widerstehen" haben. Der Deutsche preist sich gerne «lS Märtyrer und rusl mit Wonne:„Sehl, hier habe ich eine Ohrseige empfangen! Hier einen Fußtritt!" lind das ist genug, um telcgramm- und ständchenfähig pt werden. Webe dagegen Demjemgen, der handeln möchte! Er sieht schon auf der Schwelle der guten Gesellschaft und siiegt demnächst auf die Hausflur. Unsere enlgegengesetzle„süddeutsche" Anschauung— die sie von lieden Freunden in Köln genannt wurde— iritt gleich in der Angelegenheit des Festveranstalters klassen-Kappelmann zu Tage. Am Borabend des trsten Festtages waren etwa vierzig Herren auf Classen's tllunsch zusammengetreten, um zu entscheiden, ob er sich � noch nicht einer Verhaftung— nur der Möglichkeit tiner Verhaftung aussetzen solle oder nicht. Er silr sich dar auch zum Erste» dereit. Wir haben Niemanden an seinem persönlichen Muthe zweifeln hören, Elassen ist ei» Patriot, wenn auch vielleicht mebr der versassungS- treue Bürger als der politische Agitator. > Die entschiedene Mchrheit jener Versammlung war— leider, leider!— dafür, daß Elassen sich entfernen solle. Plan hielt uns, die wir über einen solchen Beschluß dahrhaft versteinert waren, Manches entgegen: Es sei dicht nöthig, der Polizei ein Bergullgen zu bereiten; all« Perträgeahme einen anderen»nd höheren Charakter angenom- btin; da« Karnevalistische wäre ferne geblieben. Un- Kre Brüder am Rheine sind ihres heiteren Witze« wegen 'triihmt; der Witz ist ein willkommener Gesellschafter, �i>r muß er nicht der Herr des Hauses sein wollen; Pajonnetieu gegenüber ist der Witz nicht am Orte, wenn jbn nicht unmittelbar die Schlagkraft begleitet. Der böitz ist eine mächtige politische Wasse, wenn er die Geg- 'et der Freiheit lödtet; aber wehe uns, wenn er sich sigen uns selbstmörderisch wendet, uns zu sehr erleich- �rt, wenn wir— lachend— un« ernster Aufforderung ibr That entbunden fühlen. Wehe uns, wenn der„Klad- �radatsch" zum Blitzableiter der Revolution wird! Wäre am 22. Juli zu Köln so viel gelacht, gespottet, Drusen worden, wenn man gewußt hätte:„Der beste "ärger Köln'S sitze im Gefängnisse"—?— Recht charakteristisch für da« Fest erschien e« uns "ich, daß Präsident Grabow nicht selbst kam, wohl sber seine Büste sandte! 45 Pfund! Die Büste! "ein, Bismarck, fchlumniere ruhig! Diese Herren machen �ine Revolution; die wollen harmlos gefeiert sein, ruhig Mn, schön reden, in den Zeitungen stehen, aber Dir Widerstand leisten... nein, wenigstens nie mit Rüstung, w mit Entrüstung! Moralisch! Nur moralisch! . Hätte der Bürgermeister Eich von Longerich, den die 'chste Zeitgeschichte als Zielscheibe des Witze« und hohen- ilern'schen Jündenbock verwenden wird, nicht aufge« �ß, die Büste wäre noch im zoologischen Garten auspellt und betrinksprucht worden l . Steckt denn da« Monarchische und Servile so tief in daß wir, selbst wenn wir mit dem angestammten Monarchen grollen, un« gleich einen neuen verfertigen, lsiich wieder einen Personenkultu« treiben müssen? 'inen wir eine Idee erst verehren, wen» sie in irgend tr irdisch-gebrechlichen Form Mensch geworden ist? iß sich wirklich Alles in Einem zuspitzen, und können * uns nicht gewöhnen, da« Höchste gerade in derGe- Innheil zu verebten? ».Ahr müßt da« Volk erziehen, daß es erkenne, es iJssse sich selbst Helsen und immer selbst thätig Gebt Ihr ihm einen sogenannten Führer, so legt gleich wieder die Hände in den Schooß. Ihr dürft kleinsten Kreise nur einen Ausschuß ernennen, um lpissen, daß die Anderen nicht« mehr lhun, und der uAschuß begnügt sich, um die Andern nicht zu be- 'wen, meist auch gerne mit dem Ernanntsein. Wir hörten zu Krabow'S Entschuldigung wohl auch, er als Präsident müsse geschont werden, er bleibe daher besser zurück. Ist Grabow besser als die anderen Abgeordneten? Ist er etwas Andere« als ein einfacher Bürger? Schonen! Wenn es in Köln überhaupt Pflicht war, zn erscheinen, der Gefahr zu stehen, und nicht, wie Schulze-Delitzsch anderswo die Freuden einer ruhigen Festtafel zu genießen, oder wie T w e st e n in der Badwanne zu Kreuznach zu sitzen,— wenn ferner, wie unzweifelhaft, zu Köln ein heilige« Volksrecht ans dem spiele stand, da war Keiner so gering, daß sein Er- scheinen nicht in die Wagschale fiele, und Keiner so hoch, daß er geschont werden durfte. Wir hörten seither, die Abgeordneten würden nach Bremen oder Leipzig eingeladen. Weit vom Schusse, giebt freilich— alte Abgeordnete, und ungestört reden ist schön; aber wir wollen doch hoffen, daß Diejenigen auch dort wegbleiben, welche nicht den Murh besaßen, mit den Kölnern zn wagen. Wir haben es in Köln auch recht lebhaft empfunden, wie vortrefflich einst ein deutsches, das gesammte Vater- land umfassende« Parlament bestellt sein würde, wie wllnschbar dagegen es ist, daß Nord- und Süodeulsch- land nicht getrennt tagen. Wir achten norddeutschen Verstand und Scharfsinn; aber süddeutsche Thal- krast muß hinzutreten. Was Köln sah, war schon in Nassau nicht mehr möglich. Erst hier gab es Verwundungen, am Rheine unten leider keine, während ein Dutzend Tvdte— so kalt e« klingt— unserer Sache sehr genützt hätten, ähnlich den„Todten von Leipzig." Unser demokratisches Morgen- und Abendgebet lautet: Gott erhalte uns Bismarck! Nur er macht Preußen deutsch, nur er macht den deutschen Norden demo- kra tisch, nur er zerstört die letzten nationalvereinlichen Illusionen, nur er bricht der preußische» Spitze die Spitze ab. Wir habe» nur eine« zn bedauern: er ist noch viel zn mild, die Reaktion ist noch zu matt, es gehl un« in Deutschland noch viel zu wohl, und die Preußen glauben noch immer, sie hätten eine Constitution. Der Golhaer ist doch kostbar! Ueber Bismarck ist er empört, aber— obgleich er allein nie mit ihm fertig würde— ist er fast noch mehr über die Lassalleaner empört, weil diese sich auf seine Seite stellen und gemeinsam gegen Bismarck kämpfen wollen. Pfui, welche Gesellschaft! Arbeiter! Waren freilich die Einzigen in ganz Deutschland, die sich rührten und sllr da« Per- sammlungsrecht schlugen, aber sind doch eine Gesellschaft, welche Kommerzienräthe kompromittirt! Würde die Reaktion steigend kühner, dann wüchse auch die Klarheit des Volkes über da«, was e« will. Es steht heute noch schwankend zwischen dem Go« thaismus und der Demokratie. Würde der Konflikt sich nicht bald verschärfen, die Demokratie könnte sich einen Augenblick fragen, ob sie recht thut, mit der Gleichgültigkeit einen unfruchtbaren Kampf einzugeben,— ob sie nicht besser thäte, da« con- slitulionelle Scheingeplänkel den Gothaern zu überlassen, die das ja gerne und jedenfalls wohlfeiler besorgen. Und doch lebt— gerade nach Köln uud auch nach dem Anklänge, den unsere Worte im Volke zu Lahnstein fanden— in un« die Hoffnung einer nahen Zeilwende. Die Reaction hat erst begonnen, mit jedem ihrer Schritte fliegt ein furchtsamer Golhaer hinweg; da« Volk kniet dann nicht länger vor parlamentarischen Größen der Reactionszeit; und die Demokratie gewinnt das Ver- trauen der Massen, deren Führerstellen den Muthigen gehören werden. Eine Stufe in dieser Entwicklung war da« Abgeord- netenfest zu Köln, und in diesem«inue verdienen die Bürger dieser Stadt unseren Dank. Die neue Acta zog Rheinpreußen zu dem Stammlande hinüber und schuf eine preußische Einheit; diese, ein Hinderniß der deutschen, ist heule zerstört. Rhein- Preußen ist in diesem Augenblicke nicht« al« ein deutsches Land, das mit den Freiheitskämpfern geht. Die Gesinnung seiner Bewohner ist nicht schwarzweiß, auch nicht blanweißroth, sondern schwarzrothgold. Das hat der 22. Juli bewirkt. Eine seiner Wirkungen reicht noch weiter, und sie ist e«, die der Heraus- geber sofort in Lahn stein hervorhob al« den Kernpunkt der Lage, wofür ihn jetzt die Kreuzzeitung mit der Bezeichnung wahrhaft beehrt, er fei der Epaltirteste gewesen. Wir glauben nämlich, daß Deutschland die preußische Spitze zu Köln und Lahnstein gründlich in den Rhein geworfen hat und damit eine Quelle unsäglicher Spaltung. Bon dem Augenblicke, in dem die Deutsch- Preußen mit Franz Duncker erkennen, daß sie un« nicht« zu briugen vermöge», sondern al« Bettler kommen, d. h. sich so arm bekennen, wie wir Alle sind, von da beginnt die deutsche Einheit. Dann will Keiner den Andern mehr beherrschen, trotz der„historischen Verhältnisse", an denen sich selbst noch Duncker anklammerte; dann kämpfen wir Rücken an Rücken, gemeinsam, deutsch; dann werden wir am gleichen Tage frei,— Preußen durch Deutschland, nicht Deutschland durch Preußen.— So ist'S mit dem deutschen Herzen. Trübe kehrten ! wir heim, trübe schriebe» wir, fast schon Entsagung im f Herzen, und zuletzt kommt doch wieder trotz Verdruß und Undank die alte Kampflust wieder, der alte Muth, | das alte liebe Baterland. Scheltet un« Thoren... Wir können einmal nicht ander«... Wir werde» vielleicht untergehen... aber wir können nicht ander«... „Haha! Laßt den Elephanten lo«!"(Stimme von oben.) Deutschland. * Berlin, 12. August. jZu den Unter- handln ngenj nichts Neues von Belang. Der „Köln. Ztg." schreibt ein Wiener Correspondent: „Die Ungarn, inil Einschluß der neuen Minister, sind für kräftigen Widerstand gegen Preußen, und von jenseits der Leitha ertönen bereits kriegerische Stim- inen." Ueber diese Aeußerung ihres Eorrespondenten kann sich die Kölnerin nicht genug wundern; sie ver- mißt an ihm sein„sonst so ruhiges, unbefangenes Urlheil." Aber vielleicht ist doch sie, nicht ihr . Eorrespondeut im Jrrthnm. Die Ungarn haben � eine tiefe Abneigung gegen Polizei- und Militair- druck; und eS kann daher sehr wohl sein, daß— Angesichts der Art und Weise, wie Preußen in den > Herzoglhüniern austritt— in den Ungar» dem specisischen Preußenlhum gegenüber sich einiges | spccifische Oesterreicherthum regt. Der„Schles. Ztg." wird telcgraphirt: „Herr v. Bismarck verlangle für den i Kriegsfall die bewaffnete Neutralität der Mittelstaaten; die Mittelstaalen, eine Hinein- ziehnng in den Konflikt befllchtend, erneuern die B c r ni i t t e l u n g S v e r s u ch e." — sJn den Herzogthümernj dauern in- zwischen dje Preßmaßregelungeu fort. So wird aus Kiel vom 11. d. telegraphirt:„Wie die„Kieler Ztg." meldet, ist die„Preetzer Ztg." polizeilich confiöcirt worden, wie es heißt, wegen Verössent» lichung des Rundschreibens des engeren Ausschusses der schleswig-holsteinischen Vereine." Sollte man wirklich glauben, durch solche Mittel in den Herzogthümcrn Boden fassen zu können? Da hat �cnis Napoleon, der doch auch gerade kein Freiheitsmann ist, in Nizza und Savoyen doch wenigstens geschickter zu operiren gewußt! — sArbeitercominission.j Wie die Corresp. Zt. A. berichtet, werden die(am 21. d. beginnenden) Sitzungen nicht öffentlich sein. — sZnm Arbeiter-Verbrüderungsfest.) Der Nürnberger„Eorr. v. u. f. Deutscht." spricht in seinem Bericht über dieses Fest von dem„Allge- meinen Arbeiterverein nach Delitzsch'schem System." Dem genannten Blatt diene zu Auflärung, daß das Fest von dem Allg. deutsch. Arb.-Verein„nach Lassalle'schcn System" ausgegangen ist, wonach also eine Berichtigung der gedachten Aeußerung zu er- warten steht. — sDie Elberfelder Zeitung) spricht in einem Leitartikel, in welchem die Haltung unserer Partei behandelt wird, von der„trctz der verspäteten Proteste de«„Social-Demokrat" umgewan- bellen Haltung der socialistisch gesinnten Arbeiter." Auch nicht schleckt! So hält also die„Elberf. Ztg." wirklich für möglich, wir seien nicht der richtige Ausdruck unserer Partei, wenn wir von dem feigen und unwürdigen Betragen der Bourgeoisie sprechen? Wir empfehlen der„Elberf. Ztg."' das Studium des vorstehendeu Artikels aus dem„Deutschen Wochenblatt" des Herrn Prof. Eckardt und bitten sie, unö aufs Wort zu gtauben, daß sie in unserem Blatte auch in Zukunft jederzeit den wahren und unverfälschten Meinungsausdruck der deutschen So- cial-Demokratie in ihrer ungeheuren Mehrheit sin- den wird. — sDie Wiener„Presse") plaidirt in ihrem neuesten Leitartikel in bestinimlester Weise für eine förmliche Zweitheilung Oesterreichs. Die Länder diesseits- und die jenseits der Leitha sollen die einen wie die anderen einen getrennten parla- mentarischen Körper mit den weitgehendsten Befug- nissen haben. Was für den parlamentarischen Körper des Gesammtreichs übrig bleiben soll, scheint die„Presse" selbst noch nicht recht zu wissen. Die Finanzangelegenheiten,„welche sich auf das ganze Reich beziehen", sind das Einzige, wa« sie als hierhergehörig bezeichnet.