Nr. 119. Berlin, Donnerstag den 17. August 18«S. SocilllDkinokrat. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Festtage. Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins. Redigirt von I. 8. v. Hofstettri» und I. B. v. Schweitzer. Redaction und Expedition: Berlin, DrcSdnerstraße Nr. 85. Abonnements-Preis siir Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 13 Sgr., mo- natlich ö Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Postämtern 22t/z Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch- land IM/« Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(st. 1. 45. slldd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß«Compagnie, Scharrenstr. 1, sow« auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. 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Ihr vornehmstes Organ aber, ihren geisti« gen Ausdruck, fand die Bourgeoisie, so weit sie dem Protestautismus angehört, in der National-Zeitung. Die Volkszeitung kannegießerte von jeher einem Weißbierphilister gleich, dessen momentane politische Anschauung von der Stimmung abhängig»st, die das Weißbier gerade in ihm erzeugt. Die National- Zeitung dagegen war bemüht, System in ihre Po- litik zu bringen. Auch sie war einmal— und hoffentlich empfindet sie darüber keine Reue— jung. Das passirt nicht jedem Blatt, so wenig wie jedem Menschen. Sie trat mit einer gewissen Jugendsrisck« und Lebendigkeit auf den Kampfplatz. Voll Freude. und noch ungewohnt der errungenen Machtstellung, tummelte sie sich, kein Menscti kann zwar sagen kampfesmulhig, aber doch kampfeslllstern umher. Doch diese Jugendfrische konnte nicht von langer Dauer sein. Sie konnte nur so lange wahren, als die National-Zeitung nickt zum Bewußtsein ihrer selbst gekommen war. Im Rausche des„Völker- frühlings" mochte auch sie sich dem Glauben hin- gegeben haben, daß sie Ausdruck und Stimme des Volkes sei. Allein eS war unmöglich, daß sie sich dies gute Gewisien lange bewahrte. Denn das neue Staatsrecht, welches sich aus der Revolution des JahrcS 1848 herausrang, war nur ein Recht der Bourgeoisie, und zur vornehmsten Vertreterin dieses Rechtes inachte sich die National-Zeitung. DaS natürliche Staatsrecht ist leicht verständlich und dem gewöhnlichsten Verstände begreiflich. Es ist eben das Recht, welches sich offenbart und sich setzt durch den Willen des Volkes. DaS Reckt der Bourgeoisie dagegen, weil anerlo- gen, verlangte ein wohldurchdachtes Trugsystem. Es mußte ja eben bewiesen werden, das dies Recht das einzig wahre und natürlichste sei, und es läßt sich nicht leugnen, daß die. National-Zeitung mir eben so viel Fleiß als Neigung dies Trugsystem *) Ben befreundeter und geschätzter Seite gehen uns unter dieser Ueberschrist zwei Artikel zn, welche wir unfern Lesern nicht vorenthalten zu sollen glauben und deren ersten wir ihnen gleich heute bringen. auszubilden bemüht gewesen ist. So entstand jener lügenhafte doktrinäre Schematismus, der in ihren Spalten seine langweilig grämlichen MohnknoSpen treibt und mir nicht geringerer Aengftlichkeit als Virtuosität alles zu vermeiden weiß, was das Blut frischer Pulsiren läßt und Leben und Bewegung in das Parteileben bringen kann. Man hat den Arbeitern viel vorgeschwatzt von der Solidarität zwischen Kapital und Arbeit, und in der That eine solche Solidarität ist vorhanden, aber sie zu verwirklichen, muß erst die Selbstsucht der Bourgeoisie gebrochen werden. Das ist aber eine jener perfiden Lügen, mit denen man die Arbeiter zu täuschen sucht und getäuscht hat, indem man die Begriffe des Kapitals und der Bourgeoisie geschickt vertauschte. Kapital und Arbeit haben allerdings gleiche Interessen, aber die Bourgeoisie und die Arbeiterpartei sind naturgemäße Gegner wie Feuer und Wasser, und es ist zwischen ihnen nur ein Kampf bis aufs Messer denkbar. Es ist von vornherein unmöglich, daß in einem Blatt, wie die Nat.-Ztg., als Vorkämpferin der Bourgeoisie. Sinn oder Gefühl für Freiheit und Volksrechte zu finden sein könnten. Wenn aber irgendwo, so zeigt sie dies in der Schleswig- Holstein'schen Frage. Sie warnte seiner Zeit vor dem Provisorium in der Militär-Reorganisalion, weil dies, wie sie richtig erkannte, den Charakter des Definitivums an sich trug. Und wie hätte sie diese Warnung nicht aussprechen sollen? Steuern sind auch der Bourgeoisie fatal, uud die National-Zeitung be- kämpfte die Militär-Reorganisation deshalb so lange, bis die Situation sich dadurch änderte, daß die Schleswig-Holstein'sche Frage an Preußen näher herantrat. Von da ab gerieih sie mit ihrem Kampfe gegen die Militär- Reorganisation in die Brüche; denn die Schleswig- Holstein'sche Frage hat für Preußen nicht blos eine politische Bedeutung, sie hat auch eine merkantile, industrielle und gewerb- liche Bedeutung, und mit dieser letzteren mußte die politische Frage für die Bourgeoisie entschieden sein. Hier bürgerliche Freiheit, dort Profit! Welches ehrliche BourgcoiSherz könnte bei einer solchen Al- ternalive zweifelhaft sein! Aber nun galt es wie- der, diesen Profil der Bourgeoisie dem einsacken bürgerlichen Verstände als bürgerliche Freiheit plausibel zu machen, es galt in mehr oder min- �ver ausgesprochener Form das Blut des Volkes und seinen Sinn für Freiheit und Volksrecht mit Annexionsgedanken zu vergiften, ja die National- Zeitung entblödet sich nicht, mit gleißnerischer Schein- Heiligkeit dem Volke die Annexion als den noth- wendigen Weg� zur Freiheil zu bezeichnen und so ein schnödes>Lpicl mit dem Heil uud den Interessen der preußischen Staatsangehörigen und des deutschen Volkes zu treiben. Wie plump und ungeschickt sie aber dabei zu Werke geht, davon in der nächsten Nummer. Politischer Theil. Berlin, 16. August. Ueber Oesterreichs Militärbudget bringt die„Köln. Ztg." einen Leitartikel, den wir als sehr beachtenswcrth nachstehend fast vollständig wieder- geben. Derselbe lautet: Die neuen äfierreichischen Minister haben kein Pro- gramm ausgestellt; durch ihre Thatcn, sagten sie, wouien sie sprechen. Die erste dieser Thaten bringt jetzt die Wiener Zeitung vom 15. August.(Vgl. Nr. 117. deS „Soc.-Dem." unter Berlin.) Als That betrachten wir nicht etwa die Redensarten: Sparsamkeit, Herstellung einer dauernden Ordnung im Staatshaushalte u. s. w., die seit IL Jahren jede« der wechselnden Ministerien im Munde führte, besonders so oft e« eine neue Anleihe machen wollte.— Nein, die That, von der wir reden, besteht darin, daß der Kaiser angeordnet hat, da« Militär-Budget müsse auf achtzig Millionen herabgesetzt werden. Das heißt mit anderen Worten: der Kaiser erklärt, daß er die ganze Zeit hindurch, seit Besiegung der Auf- stände im Innern des Reiche« 1849 bis auf den heutigen Tag, im Unrechte und die Presse und die öffentliche Meinung sammt deren letztem Ausdrucke, dem Reichs- ralhe, im Rechte gewesen ist. Die öffentliche Meinung und die Volksvertretung m Oesterreich behaupteten beständig, die Ausgaben für da« Militär seien zu hoch, Oesterreich könne sie auf die Dauer nicht ertragen, der Staat ginge auf diese Weife dem Bankerotte entgegen. Die Regierung behauptete eben so beharrlich, da« müsse sie besser wissen, sie allein vermöge zu beurtheilen, eine wie große Streitmacht zur Ausrechterhaltung der Sicherheit und der Würde des Reiches erforderlich sei, Se. Majestät der Kaiser allem, als oberster Kriegsherr, dürfe bestimme», was seine Völker für da« Heer leisten könnten und leisten müßte». Unuuischränkte Regierungen halten sich immer für»n- sehlbar. Ja, selbst dann, al« 1861 in Oesterreich emc constilutionelle Regierung mit großem Pompe eingeführt war, sollte die« so fortdauern. Der erste und oberste Grundsatz einer oonstitutionellen Regierung ist, daß d" selbst durch seine Abgeordneten zu bestimmen d» Lasten e« aiis sich zu nehmen Willens und>m ..... M bitte® Volk welche Stande ist. Aber mit gänzlicher Benennung din"- Lebensnervs und Grundprincipe« jeder constitunonelleu Verfassung mahle in Oesterreich die Regierung sich i®dt und fort an, über die nothwendige Höbe de« Militär- Budgets zu entscheiden. DerReitsrath war zu schwach, sich ernstlich zu widersetzen, und die Folge war, daß der �taal mit jedem Jahre sich tiefer in Schulden stürzte, bis denn jetzt endlich die Verlegenheit und Roth so groß geworden ist, daß sie Eisen bricht, selbst den eisernen Willen des Kaiser« Franz Joseph. Die Re- gierung hatte ihr Budget, wie das immer uud jedes Mal von jeder Regierung geschieht, mit vielen Ber- sicherungen und Betheuerungeii eingebracht, die« sei das Äenßerste, wa« die Regierung an Sparsamkeit leiste» könne, wenn sie nickt die Interessen des Reiches gesähr- den oder beschädigen wollte. Unter dem DränßtN der Finanznoth erklärte sie»ach einiger Zeit, Zwanzig MiU- wolle sie sich abdingen lassen, das sei»ttn aber auch da Alleräußerste. Die österreichischen Abgeordneten liege sich nicht irre macken, sie bestanden auf größeren n strichen, und inzwischen waren die Enthüllungen uv 5. 190 18 list sdiff ition, fowie 18# 15 e bei et.1827 Horfig ber vird des einer nfen nter ngen gliche Wort vor difeit gein ndem aus nicht bea olgt: lichen aupt eifinIner Buch ben ftim or fie Diffe en. ges igen, bieje baus Ihr dyen Inz. " daß feine lich e, in Welt Blich rid, daß ehört fei ficht: wedt find ngen einen nterVolk zur rzog upl Freunde ringsuma nils 3br von Neuem unter die Fahnen der Union geAn dem genügsamsten Orte rufen werden, um das zu vollenden, was Ihr in Tönen die freiesten Worte. so glänzender Weise begonnen habt." Freunde ringsum. Vereins- Theil. Berlin, 16. Aug.( 3um Krall'schen Maßregelungsfall.) Herr C. F. Krall fordert uns auf, seinen Freunden und Brüdern anzuzeigen, daß er durch feine Entlassung aus der Arbeit außer Stand gesetzt worden sei, in Naumburg a. d. S. Arbeit zu finden und baber nach Zeit übergesiedelt sei, wo er aber bis jetzt fitllung der ihm vom Allg. deutsch. Arb.- Verein überDesterreichs Finanzlage so entsegenerregend geworden, daß die Regierung beim Schluffe des Reichsrathes noch mehr Zugeständnisse machte. Man vereinigte sich auf 89 Millionen Gulden. Und jetzt kommt endlich das Eingeständniß aus kaiserlichem Munde, daß die Abgeordneten Recht gehabt, daß selbst die radicalsten Abgeord-( Hoffentlich war, um jeden schnöden Verdacht gegen diese neten faum weit genug gegangen, daß, statt wie bisher" Sänger und Helden" zu entkräften, das Lied für tiefen 107 Millionen, nicht mehr als 80 Millionen für das Baß geschrieben. Die gute Laune, mit der man sich im Heer verausgabt werden dürften, daß diese Herabmin. Wupperthale in die gegenwärtige Lage des Vereinsrechtes derung wenigstens allen Ernstes angestrebt werden solle. finden weiß, kann ihres zeitlichen Lohnes in dem Bei Es muß sich zeigen, ob die bessere Einsicht endlich, falle der Obrigkeit sicher sein. Qu'ils chantent!) So die„ Berl. Ref." Die gothaische" Rhein. endlich zur Geltung gelangt, und ob sie nicht vielleicht zu spät kommt, um einen Staatsbankerott zu verhindern. 3tg." hingegen hat kein Wort des Tabels gegen leiber auch keine Arbeit habe finden können". Zugleich Möge diese gewaltige Lehre überall beherzigt werden, die Elberfelder Erbärmlichkeit, sondern bringt einen fagt derfelbe der Apoldaer Gemeinde herzlichsten namentlich dort, wo in gewiffen Regionen noch diefelben begeisterten Bericht über den Vorgang. Warum? Ansichten herrschen, die in Desterreich zu Fall gekommen Aus gothaischer Ueberzeugung oder weil die Actien- unsere Freunde Herrn Krall, der durch seinen Kampf ? Dank für die ihm zugeſtellten drei Thaler. Mögen find. Rußland setzt sein Heer herab und entwaffnet, Desterreich entwaffnet, Italien entwaffnet, Frankreich ent- aber die Kappelmänner), den Bericht einge- für die gemeinsame Sache, insbesondere burch bit wr! waffnet, nur Preußen hat sein Herr seit 1859 mitten im Frieden fast um die Hälfte vermehrt. Durch unerwartete[ 3um Hofstetten'schen Fall] freut es tragenen Pflichten, in so schmählicher Weise außer Brod Unstände, burch den Tod des Königs von Dänemark uns, mittheilen zu können, daß das Ministerium ist: Beitz, Rahnegaſſe 361, 1 Treppe.) gesetzt wurde, nicht vergessen!( Seine jetzige Adresse und die schleswig- Holsteinische Verwicklung hat die große des Innern das Vorgehen der Polizei nicht gebilVerstärkung des preußischen Heeres einen Sinn und eine ligt zu haben scheint. Wenigstens wurde Herrn verein.) Nach Eröffnung der Sitzung nach 9 Uhr durch * Berlin, 16. Auguft.( Buchbrudergebülfenvorübergehende Entschuldigung erhalten. Man kann fie v. Hofstetten heute von der Distriktspolizei aufge. Hrn. Meyer ergriff das Wort Hr. Hube, welcher über als erhöhte Kriegsbereitschaft gelten lassen. Aber jetzt, geben, die Urkunde über die Entlassung aus dem Heinrich Heine sprach und in anziehender Weise das wo, wie es scheint, die schleswig- holsteinische Frage ihren Bayrischen Staatsverbande, welche ihm vom Polizei- Leben und Wirken dieses Dichters an der Versammlung friedlichen Austrag finden wird, ist gewiß die Zeit ges präsidium zurückgestellt worden war, erneut bei demfel- vorüberführte. Nach der Pause schritt man zur Wahl tommen, wo die preußische Regierung mit Anstand und mit Ehren den Frieden auch im Innern mit der öffent ben einzureichen. Bekanntlich hatte das Polizeipräsi- eines dritten Vorsitzenden, wozu, an die Stelle des aus lichen Meinung des eigenen Volkes abschließen könnte dium schon vor einem halben Jahre durch amtliches dem Vorstande ausgetretenen Mitgliedes, Herr Söffner und sollte. Decret Herrn v. Hofstetten das preußische Staatsbür erwählt wurde. Hiernach schritt man zu einer ausführger- und Berliner Heimathsrecht für den Fall zuge- gelegenheit, Sub Regelung der Biaticumsan In der vorigen Versammlung war eine fichert, daß er die erwähnte Entlassung beibrächte. Kommission zu dem Zwede, desfallsige Vorlagen zu Auch das Ministerium des Innern scheint der An- machen, erwählt worden vede, begfallsige Borlagen zu dieser Commis * Berlin, 16. Auguft.[ Die Unterhand- sicht zu sein, daß es der Polizei nicht zustand, von sion wurde nun der Debatte zu Grunde gelegt. Zwei lungen betreffend] bestätigt es sich, daß man jenem Decrete abzugehen, eine Rechtsauffassung, leitende Gedanken waren es, welche sich bei der Berazu einem Abkommen gelangt ist. Jedoch verlautet von der wir mit Freuden Act nehmen.fro thung dieses Gegenstandes als bestimmend erwiesen: einüber dessen Inhalt noch nichts mit Bestimmtheit obseg mal die Erwägung, daß alle Mißbräuche, alle ungerechtund Alles, was die Blätter melden, find nur Ver- Ausland. muthungen. Nur soviel dürfte mit Sicherheit an dad dis zunehmen sein, daß das Abkommen ein dürftiges Paris, 14. Aug.[ Tagesbericht.] Heute ist und eben nur so viel enthält, als zur friedlichen fand im Ministerium der auswärtigen Angelegen Fortsetzung des Condominium's" unerläßlich ist. Die Monarchenzusammenkunft findet Sonnabend den 19. d. zu Salzburg statt. Auch soll der Großherzog von Oldenburg anwesend sein. Deutschland. -[ Sieg der Regierung über die Fortschrittspartei.] Nachstehende Notiz läuft durch die Blätter: Unter den Wahlmännern der Provinz Sachsen cirkulirt eine Zustimmungsadresse an die Abgeordneten dieser Provinz zur Unterzeichnung. Dieselbe wird, nachdem sie den Abgeordneten eingehändigt sein wird, veröffentlicht werden. Am Schluffe der Adresse wird bemerkt, daß bas beabsichtigte Abgeordnetenfest in der Brovinz Sachsen, nach den am Rhein gemachten Erfahrungen mit Auslegung des Vereinsgesebes, nur im Interesse der öffentlichen Ordnung aufgegeben worden sei. Demnach hat die Fortschrittspartei vollständig auf das bestehende Vereinsrecht verzichtet, die Regierung somit diesen Feiglingen und hohlen Schwätzern gegenüber ihren 3wed erreicht. Auch aus Elberfeld wird berichtet, daß eine Tischgesellschaft von Kappelweibern sich nicht unterstand, Reden zu balten. Die„ Berl. Ref." berichtet über diesen jammervollen Vorgang also: = indie fertigten Ausbeutungen fern zu halten feien, andererseits aber auch, daß man den reisenden Collegen möglichst schlußfaffung war es, wie wir mit Freuden berichten, entgegenkommen müsse. Bei der Berathung und Beder zweite Gesichtspunkt, welcher den ersten überwog, indem man von der Ansicht ausging, es sei besser, daß zuweilen ein Unwürdiger den Vortheil des Viaticums genieße, als daß man Gefahr laufe, durch allzu große Vorsicht einen Würdigen leer ausgeben zu lassen. Derselbe Geist, der bei Gelegenheit der Leipziger Arbeitseinstellung im Berliner Buchdruckergehülfenverein sich so glänzend bewährte und zu einer Haltung führte, welche als leuchtendes Beispiel für die Arbeiter von ganz Deutschland dienen konnte, zeigte sich auch bei den gestrigen Berhandlungen. Insbesondere waren es die Herren Meyer, Feistel und Söffner( die drei Vorsitzendenden des Bereins) sowie Herr Schilling, welche auf eine liberale Behandlung der Sache drangen, und die Abstimmungen zeigten, daß der Verein gleichen Geistes war. war. die Ertheilung des Viaticums geregelt wird, dürfte für Die Wiedergabe der einzelnen Bestimmungen, wonach heute als zu weitläufig erscheinen. Nach Erledigung des Fragekastens wurde die Versammlung nach 12 ühr in der Nacht geſchloſſen. heiten der Austausch der Ratificationen des internationalen Telegraphen- Vertrages statt. Zur Vermeidung der gar zu lästigen Formalitäten ging dieser Austausch unter allen contrahirenden Regierungen nur in Paris vor sich und fällt unter den einzelnen Regierungen weg.- Auf dem Champs de Mars fand heute eine große Revue der Armee von Paris so wie der Kaisergarde vor dem neuen Ober- Befehlshaber Marschall Canrobert statt. Der französische Gesandte in Konstantinopel, Marquis de Moustier, dessen Ankunft hier stündlich erwartet wird, hat vom Sultan die feste Zusage erhalten, daß die Angelegenheit des Suez- Canals, dem Schiedsspruche des Kaisers Napoleon entspre chend, geregelt werden wird. – Die" France" meldet: Seit gestern haben Luftzüge auf den Eisenbahnen bereits über 300,000 Reisende nach Paris Berlin, 15. August.( Berliner Arbeiter. gebracht. Auf den Straßen und Boulevards ist ein solches Gewoge, daß das Durchkommen schwer ist." Verein.) In der gestrigen Versammlung berichtete Hr. * New York, 3. August.[ Ein charakte- Müller über das Fahnenweihfest in Spandau, das von ristischer Tagesbefehl] ist vom Unions- General Mitgliedern des Vereins zahlreich besucht war, Es Frank P. Blair, Commandeur des 17.( Tennessee-) wurde zunächst beschlossen, Stuttgarter Arbeitertag durch einen Deputirten zu beschicken, und zwar durch den Armeecorps, an seine Soldaten erlassen worden. Vorsitzenden, Herrn Bandow, der zur Zeit wohl leiDerselbe zeigt wohl am besten die Stimmung, die dend ist, aber nach Versicherung des Arztes im Stande Unter den Ehrenbezeigungen, mit welchen Hr. Claf in Bezug auf die Monroe- Doctrin in einflußreichen, sein wird, die Reise zu unternehmen; event. wurde Herr sen Kappelmann jetzt in seiner heimathlichen Provinz vielleicht in den maßgebenden Kreiſen herrscht:„ Die Dittmann als Stellvertreter designirt. Derselbe machte in Anerkennung seiner Verdienste um die Rheinischen Zeit ist gekommen," sagt er, wo das Princip der auf die Wichtigkeit der Berathung des Statuts einer Oberbürgermeister überhäuft wird, findet sich eine, die Monroe Doctrin, die eben sowohl die Zukunft als Alterversorgungskasse aufmerksam, die auf der Tagesordwir als besonders charakteristisch hervorheben: ein Fest- die Ehre unseres Landes interessirt, aufrecht er- nung des Arbeitertages steht und wünscht, daß zur Bemahl nämlich, das ihm in Elberfeld gegeben wurde. Da halten werden muß. Dieses Princip muß um jeden sprechung über diesen wichtigen Gegenstand eine besonman wußte so erzählt die„ Elbf. 3tg."- daß der Preis zum Austrage kommen. Die Conspiration, bere Bersammlung kurz vor der Abreise des Deputirten überwachende Polizei Commissar angewiesen war, teine die eine Intervention in Mexico zum Zwecke hatte, Meinungen des Vereins kennen lerne. abgehalten werde, in welcher derfelbe die Wünsche und Auf der Tagespolitischen Reden zu gestatten, so bildeten Gesang- Vorträge eines Doppel- Quartette die gemeinsame geistige muß vereitelt werden. Wir werden sicherlich mit ordnung stand noch die in voriger Sitzung abgebrochene Würze des belebten Abends. Aus den Proben dieser Vergnügen sehen, wenn die Diplomatie allein zur Debatte in der Angelegenheit zwischen Herrn Dittmann Gesänge, welche das Blatt giebt, erweist sich, daß diesel- allgemeinen Genugthuung diese für unsere spätere und der Volkszeitung. Der Vorstand hatte vorgeschlaben durchaus an Stelle der Neden traten. Das erste Sicherheit so wichtige Frage lösen wird. Und in gen, die Sache auf sich beruhen zu lassen; jedoch erhielt Lieb brachte den Toast auf den Gast- Worte dürfen der That, wenn man zu diesem Resultate mit fried- Herr Dittmann das Wort, da er in der vergangenen Dir's nicht sagen, nimm ihn heute mit Gesang" und lichen Mitteln zu gelangen vermöchte, so könntet Sizung nicht gegenwärtig war und Herrn Hoffmann so ging das weiter. Der Humor steigerte sich schließlich Ihr, an den heimathlichen Heerd zurückgekehrt, Euch nicht antworten konnte. Herr Dittmann blieb im Wesentlichen bei seinen Ausführungen in der großen Versammbis zur Selbstverspottung in einem Gesange: ohne Sorgen der Entwickelung und der nationalen lung in der Alhambra stehen und somit wurde der GeWohlfahrt des Staates widmen. Und um zu genstand verlassen. Der Vorsitzende machte Mittheifolchen Zielen zu gelangen, könntet ihr nichts lung über das zu Ehren des Geburtstages von SchulzeBesseres thun, als Euch im Süden niederzulassen, Deligsch zu veranstaltende Fest. Dasselbe wird den zu unterwerfen Ihr mitgearbeitet habt. Aber am 28. d. in Bade's Salon in der Frankfurter wenn die Diplomatie allein die Monroe- Doctrin Straße stattfinden und wurde beschlossen, Billets für auf unserem Continente nicht triumphiren lassen die Mitglieder zu 1½½ Sgr. zur Disposition zu stellen, fann, wenn die Despoten Europa's die Occupation Balle Theilnehmenden 2/2 Sgr. extra zu nehmen. als Entree an der Kaffe 2/2 Sgr. und von dem am Mexico's fortsetzen wollen, dann, Soldaten, werdet Freunde ringsum! Wir glüth'n für Volkes Rechte, Nimmer macht man uns zum Knechte. Freunde ringsum. Freunde ringsum! Laffet die Reden erschallen, Schlösser vom Mund sind gefallen. Freunde ringsum.