Nr. 128. Berlin, Sonntag den 27. August 18«S. SMalGeimkrat. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vercins. Redigirt von I. 8. v. Hofstetten und I. L. v. Schweitzer. Redactivn und Expedition: Berlin, Drcsdnerstraße Nr. 85. Abonnements- Preis stir Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- natlich K Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.r bei den Königl. preußischen Postämtern W'/z Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch- land I8!>/«Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(st. 1. 4b. südd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Eompagnie, Scharrenstr. 1, sowi« auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespaltcne Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Evloniecn und die überseeischen häuder: btr. LemZer, 8. Little New-Port-Street, Leicester-Square W. C. London. Agentur für Frankreich: G. A. Alexandre, Strassbonrg, 5. Rue Brulee; Paris, 2. Cour du Commerce Saint-Andre-des-Arts. politischer Theil. Berlin, 26. August. Die preußische Com Mission für Arbei- ter-Angelegenheiten betreffend wird man uns nicht nachsagen können, daß wir derselben in gehässiger oder böswilliger Weise entgegengetreten seien. Wir haben unfern Lesern trotz des be- schränkten Raumes, der uns zur Verfügung steht, die Meinungsäußerungen von Blättern der verschie- densten Richtung, insbesondere die weitläufigen Artikel deS ministeriellen Organes mit gewistenhaf- ter Genauigkeit vorgeführt, um ihnen den Einblick in Alles zu ermöglichen, was für oder gegen gesagt worden. Aber eS ist an der Zeit, daß auch wir uns noch einmal in dieser Sache vernehmen lassen. Zwar haben wir uns bereits kurz darüber anSge- sprachen; allein unsere Leser dürfen erwarten, daß wir jetzt, wo die ersten Früchte des Baumes vor- liegen, noch einmal unser Urtheil, und zwar in be- stimmlister Weise, abgeben. Und wir wollen dies thun, ohne gehässige OppositionSmacherei, aber beut- lich und unzweideutig. Zunächst müssen wir hervorheben, daß diese Versammlung, welche von der preußischen Regie- rung zur Berathung der Arbeiter-Angelegenheiten berufen ist, schon von vornherein, einerlei wie sie zusammengesetzt sein würde, daS Vertrauen der Ar- beiterklasse in keiner Weise genießen konnte, als eine Vertretung dieser Klasse unter keinen Umständen betrachtet werden durfte; denn diejenigen Mitglie- der derselben, welche der Arbeiterklasse angehören, sind nicht von dieser irgendwie gewählt, sondern, nach unbekannten und uner�rllnd- lichen Gesichtspunkten, von der Regierung nach eigenem souverainem Gutdünken zu- sammenberufen worden. Wir aber, die wir im neunzehnten Jahrhundert leben, kennen als Bcr- trauensversammlungen nur solche, die aus der freien Wahl der Betheiligien hervorgegangen, nicht solche, die man beliebig zusammengesetzt hat. Ein zweiter erheblicher Vorwurf, der sich gegen die Regierung ergiebt, ist dieser: daß sie, wenn sie denn doch einmal ohne Zuziehung der Arbeiter ihre AuSwahl treffen wollte, nicht von den in der Natur der Sache begründeten, entschci- den Erwägungen sich leiten ließ. Denn wenn man allerdings zwar nicht ersehen kann, nach welchen Gesichtspunkten die Regierung jene Herren aus Millionen ausgesucht, so kann man doch sehr deutlich erkennen, nach welchen Gesichts- punkten sie dies nicht gethan. Zwei hauptsächliche Richtungen sind es, welche in der Arbeiterwelt den Bestrebungen und Bewegungen zu Grunde liegen: es sind dies die- jenigen, welche man mit dem Namen der Schulze' schen und der Lassalle' scheu zu bezeichnen pflegt. Wenn die„Volks-Zlg." sich darüber aufhält, daß Schulze keinen Play in der Commission ge- funden, so ist sie vollkommen in ihrem Recht. Zwar ignorirt sie, vermöge der namenlos kleinlichen Taktik der Fortschrittspartei uns gegenüber, die Existenz einer großen, über ganz Deutschland verbreiteten socialistischen Partei. Sehr mit Unrecht! Denn man mag von unfern Bestrebungen halten, was man will, drei Punkte sollten Jedem klar sein: einmal, daß thatsächlich unsere Richtung in ganz Deutschland eine viel verbreitete ist; daß dieselbe in ihren Anhängern mit einer Kraft und Tiefe festsitzt, die man bei andern socialen und politischen Ueberzeugungen vergeblich sucht; und drittens, daß Feuer und Thatkraft vor Allem bei den Unfern zu finden, daß gerade die Unfern das Zeug haben, in entscheidenden Augen- blicken die ganze Arbeiterwelt nachzureißcn. Man mag, wie gesagt, auf fortschrittlicher Seite unsere Anschauungen und Vorschläge für falsch, unausführbar, verderblich halten; aber wenn man nicht die erwähnten drei Punkte zugiebt, so zeigt man, daß man von seltener Urtheilsschwäche ist, indem man sich durch daS Aufsehen und den Lärm, welche die Bourgeoisie durch ihr Geld und ihre Verbindungen hervorbringen kann, über den wahren Sachverhalt in so ungeheuerem Maaße täuschen läßt, daß man wirklich ein großes und gewichtiges Element für gewissermaßen nicht vor- Händen hält. Indessen— daß die„Volks-Ztg." uns ignorirt, ist kein Grund, daß auch wir sie und ihre Partei ignoriren sollten; darum wiederholen wir: Schulze gehörte schlechterdings in eine Commission, welche die Angelegenheiten der Arbeiter zu berathen be- stimmt ist. Mit derselben Nothwendigkeit und Berechtigung würde, wenn er noch lebte, Lassallc in dieselbe gehört haben, und mußten, in Ermangelung seiner, andere Mitglieder der social-dcmokratischen Partei zur Thcilnahme aufgefordert werden. Aber nicht nur diese beiden Hauptrichtungen— die liberal- bürgerliche Partei und die eigentliche Arbeiterpartei— mußten vertreten sein; auch andere Elemente, welche in der Arbeiterwelt einigen Boden errungen, durften billig erwarten, Berücksichtigung zu finden. So ist es z. B. höchst auffällig, daß Herr Kolping in Köln, der natürliche Vertreter der kirchlich- katholischen Bestrebungen in der Arbeiterwelt, keine Einladung zur Commission erhallen hat. Wen finden wir denn nun aber in dieser Com- Mission? Einige bekannte Namen und im Uebrigen gänz- lich unbekannte Größen. Nun wolle man bedenken, daß cS für eine jede Versammlung, selbst wenn sie aus Capacitälen zusammengesetzt wäre, äußerst mißlich sein würde, über lies greifende Principienfragen zu verhandeln, über welche die ersten Männer der Wissenschaft, Denker der Nationen, gründliche Abhandlungen in systematischen Werken geliefert. Daß aber gar die Herren von der jetzigen Com- Mission nicht diejenigen sind, die hier etwas Neues zu liefern vermögen das ist wohl unter allen Um« ständen klar. Sind doch selbst die Herren Schulze, Faucher, Michaelis u. s. w. nur der Abklatsch der großen Meister der liberalen Bourgeoisökonomie! Und nun sollen gar z. B. die unbedeutenden Ab- klätsche dieser Abklätsche etwas zu Tage fördern? Mehr als komisch! Aber wenn das hier Gesagte noch irgendwie bezweifelt werden könnte— durch ihre inzwischen hervorgetretene Haltung hat die Commission jeden Zweifel beseitigt. Wie? Man debattirt ganz ernstlich über die Frage, ob die Gewährung des ganzen und vollen CoalitionSreckteS, ohne alle Verklausulirungen, zu empfehlen sei oder nicht? Man ist in dieser Bt» zichung noch gar nickt zum Beschluß gekommen! Ja, man hat ausgesprochen, daß unter gewissen Voraussetzungen daS CoalilionSrecht jedenfalls nj� zu gewähren sei. Ei! Ei! Was glaubt man? Darin, Ihr sonderbaren Herren von der Com- Mission, sind die Arbeiter, die sich überhaupt um ihre Angelegenheiten kümmern, die„Schnlze'scheu' wie die„Lassalle'schen",— darin sind sie alle ein ig, daß sie die freie Bewegung im Staat, die Wegschaffung aller Ausnahmegesetze, den Wegfall des Bevormundungssystems als ihr natürliches und unverbrüchliches Reckt verlangen. Solche Dinge— um mit Lassalle zu sprechen � debattirt man nicht, man becretirt sie. � Aber diese Commission hat noch eine weitere, entschieden komische Seite. Der Herr Minister, in seiner Einleilungsrete, sprach ein großes Wort gelassen aus. „Organisation der Arbeit!" Sonderbar! Wir, die wir uns schmeicheln dm' fen, an der äußersten Spitz? deS socialen Fe� schrittS zu marschiren, wir halten dieses Wort bis- her noch nicht gebraucht. t Der preußische Minister deS Handels aber ha eS officicll ausgesprochen. Nun, da es einmal gefallen ist, dieses bedeu- tungsvolle, dieses inhaltsschwere Wort— ja, sind für Organisation der Arbeit. Aber weiß man auch, was daS heißt? Von einem Minister darf doch billig erwarl werden, daß er die Tragweite seiner Worte kenn. „Organisation der Arbeit", das hmßt! Fundamente der jetzigen Gesellschaft und mit die der jetzigen Staaten sollen umgeändert werbe» „Organisation der Arbeit", das heißt: an St der in Staat und Gesellschaft sanctionirten ps schen und socialen Ausbeulung vieler Minw � durch wenige Tausende sollen das Reckt ber» und init ikm die streiheit die Gleichbcit. die Br und mit ihm die Freiheit, die Gleichheit, lichkeit treten;„Organisation der Arbeil',. � unter Erfassung und Durchführung der revo � » nätflen Ideen des Zeitalters soll mit Einem Schlage! 92, 97, 98, 100, 2l2 u. s. w. enthalten seien, ausreichend das ganze aus Mißbrauchen zusammengesetzte, auf befunden werden, um allen bei Gewabrnng der Coali- das Mittelalter unv de- Bourgeoisieepoche gegrün-''°°��«�°l� v°rk°mmend denkbaren Vergehen und /l\-T-SYT— t-"---w,-— f-' 1'" bete GesellschaftSgebäude schonungslos zertrümmert werden zu Gunsten der Arbeit, des Volks- Wohls, der Lolksherrschast. Das ist„Organlsation der Arbeit." Wir haben nichts vagegen, wenn Minister und Commifsionen über„Organisation der Arbeit" nach- denken nnd debattiren wollen. Aber wenn über„Organisation der Arbeil", Verbrechen entgegen zu treten, nameuilich auch ob aus- reichend bei Verrufserklärnngen, bei Erpressungen, denen die Absicht rechtswidriger Zueignung fehle zc. Von der einen Seile wird hervorgehoben,, daß man für alle Fälle aus Abwehr von Terrorismus der Majorität gegen die Minorität Bedacht nehmen mttfse, d. h. daß diejenigen Arbeiter, die sortzuarbeite» gesonnen wären, nichl durch eine rohe Masse, die glaube, die Arbeit ein- stellen zu sollen, bedrängt werden dstrsten. Abcrauch tton, owu bei flW rme idnip die vorausseht dak man aus der»Iiisse Sorge g-trageu werden, daß die sogenannten Uber eine Frage, die voranSsetzl, rag man au s o er B„rusSerll-r..ngen nicht unbestrajt blieben, da in den vollen Hohe des Jahrhunderts stehe y�hz�.�Straibestiniinlingeii uichz ausreichender Schutz über eine solche Frage debattirl werden soll in einer> werden könne. Um diese Zwecke zu erreichen, Eommiision, die sich ganze Sitzungen hindurch über wurde solgender Antrag eingebracht:„Die Commission die Frage herumgezankt hat:„Ob die volle Coali- wolle beschließen, die im s- 132 der Gew.-Ordn. ans- tions-Freiheit zu empfehle»"; die sich also das un- gesprochene Strafsälligkeit der Verrufserklärungen beizu- zweideutiae Zeuanist ausgestellt, daß sie»och nicht behalten, ebenso die Strafbestimmiiiigen der Zz. 181 und einmal über dieieniaen Dinae klar ist. welche die �82 wegen de« Zwanges gegen die Obrigkeit durch V-r- tig� und für immer erledigt hat;- wenn über; �llrh,«.„.-t.r.i-------' zu 00« ilen. zu ng er- esl. der nd e c te ner£ daS � bur- der se- und her« litik UIN' über- ist em hische der icifl."' angen i mit lang- R-uM mg � trage» n m- sah z" Na"' >«cur ngeneu windeu -s er Fber« alllv s>ue wie ein« Nils jianu r-fsen� eiilr-'w pa's'?.", „Organisation der Arbeit" eine solche Com Mission dedaltireu soll, eine Commission, die über- dies noch die Oeffentlichkeit scheut— so ge- statte man uns die Bitte, die verehrliche Ber- saninilung wolle dein Wallnertheaterkeine Concur renz mache n.— Deutschland. * Berlin, 26. August.[Die Arbeiter- Commission[ hielt gestern ihre vierte Sitzung Die„Verl. Ref." berichtet darüber wie folgt: Der Herr Regier» ngs- C ommissa r spricht vor dem Eintritt in die Tagesordnung die Erwartung au«, es werden, da die Versammlniigen der Eommisfion keine öffentlichen, vielmehr nur zur Information der Slaalsregierung zujaminenberusen sind, bei Mitthci- luiige» über die Verhandlungen und die Abstimmungen an die hiesigen Zeitungen die Namen der Redner, wie der Abstimmenden in Zukunft fortgelassen werden. Aus die in Folge dessen an den Regierung«. Commissar gerichtete Fragen ob Aussicht vorhanden sei, daß die hier gepflogenen Vcrhandlungeu in irgend eine Weise zur stenntniß der Mitglieder gebracht oder sonst wie ver- ifsentlicht würden, da bisher nichl bekannt geworden, daß man sich hierin einer geheimen Versammlung defunden und nach der Auslastung eines andern Mit- gliedes, daß, wenn die Veröffentlichung ohne stenogra- jdhische Aufzeichnung erfolge, man in keiner Weise sicher lei, daß auch die Wahrheit berichtet werde, und er(der SRebner) in diesem Falle lieber aus der Commission aus- Icheiden wolle, entgegnete der Hr. Reg.-Coininissar: Es sei keinesweges seine Absicht gewesen, diese Sitzungen für geheime z» erklären auch habe er keine Berechtigung, den Mitgliedern Aiiit� wurde weiter beantragt, Sirasbestimmungen zn fordern gegen diejenige», die eine Arbeitseinstellung beantragt hätten, ohne selber zu diesen Arbeiter» zu gehören. Fer- ner wünschte man die in Sachsen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen auch hier in Anwendung gebracht zu sehen. In der sächsischen Gewerbe-Ordnung vom lüten Okiober 1851 heißt es-„Verabredungen von Ardeitern zur Erzwingung höherer Löhne, kürzerer Arbeitszeit k. sind für die Theilnehmer nicht verbindlich.— Anmaßung von Strasgewall über die Äenvsten, Veirusserklärungen unv jede Anwendung physischer und moralischer Zwangs- mittel gegen solche, welche Beschlllsten oder Verabredun- gen der obigen Art nicht beitreten wollen, oder von schon gefaßten oder getroffenen zurücktreten, werden an jedem Theilnehmer mit Gesängniß bis zu vier Wochen, an den Anstislern und Anführern mit Gesängniß bis zn acht Wochen bestrast." Bon anderer Seite hob man hervor, daß die Gesetze keineswegs blos zum Schutze der Minoritäten gegeben worden wären. Was bisher beantragt worden, sei nichts weiter, als an Stelle von Ausnahmegesetzen neue Aus- nahmegesetze, also eine neue Strafordnung zu schaffen. Dem Richter sei e« ja in die Hände gelegt, den jede«- maligen zur seiner Cognition kommenden Fall nach der Schwere der Verschuldung härter oder gelinder zu be- strafen. Man werde au« der gehaltreichen Blumenlese von Strafrechtsparagraphen zur Genüge gesehen haben, daß jedem Bedllrsniß genügt sei. Besondere Slrasbe- stimmungen für, man möchte sagen, erst durch die Straf- rechtSparagraphen hcrausbeschworene Vergehen zu ertasten, widerstrebe eben so wohl dem RechtSgefllhl, wie dem RechtSbewußtsein im Volke. Es sei den angestrengtesten Bemühungen der Juristen nicht gelungen, für alle Bor- kommnisse entsprechende Slrasbestimmungen zu ersinnen, weßhalb man denn auch schließlich zu Schwurgerichten und Schiedsgerichten seine Zuflucht genominen, um dem "�ATSTtSi ZNÄ WT*8r Ä? iedensall«, wenn sllr die Zukun,t die Nenn» g knipsten beiden Paragraphen in ihrer ursprünglicheii Ziame» unterbliebe.„„««ihrtiA ne. Reiiibeit ,» erhalten, während man doch überzeugt sein Hieraus wird nach Verlesung deMehr ausführltch ge- l � � � � � �§ 18.2 stthrlen Protokolle der letzten beiden Vitzungen und nach', nitssen werde», auch R-lh finden würden, den, einige Abänderung-» daran gewacht worden, und.»» umg-»en.wme� ���......- �----------- «c—-------- m"....... dieselben schließlich angenommen, in die Tagesordnung eingetreten. Bevor der Punkt 3 der Vorlage zur Berathung ge- langt, nimmt ein Mitglied den früher gestellten, in Folge einer ihm gewordenen Erklärung zurückgezogenen Antrag ibieder auf und verbindet ihn mit einem anderen, von anderer Seite gestellten. Derselbe lautet: die gegen die Verrufserllärung erfundenen Strafbestini mungen unschädlich zu machen. Das Umgehen der Ge- setze aber stärke das RechtSbewußtsein in keinem Falle. Man versuche jetzt noch die Coaliiionsfreiheit als ein Schreckgespenst hinzustellen, während doch die Arbeitgeber sehr gul wüßte», daß die Arbeilseiiistcllungen nichts wer ter als eine Nolhwehr seien. Der Versuch aber, die so. et he- Grob« diel� L.tM Die Commission spricht die Ueberzeuguna au», daß i genannten gutgesinnten Arbeiter, nämlich diejenigen, die «Ul und nach Aufhebung der W 181 und 182 der Ge sortarbeiteten, gegen diejenigen in Schutz zu liebmen, die lberbeordnung vom 17. Januar 1345 auch die sonst aus die Arbeit eingestellt, sei um so mehr ein müßige« Unter- «Ndern Arbeitsgebieten noch vorhandene» gleichartigen nehmen, als, mit geringen Ausnahmen, nur die langsa- Beschränkungen des Coalitionsrechls, z. B. auch die in men oder sonst unl-uglichen Arbeiter in der Fabrik ver- b(n ig und 17 des Gesetze« vom 21. Mai 1860 ent- blieben und in der Regel auch nur durch ähnliche Kräfte �altenen Beschränkunze» der Berg, und Hüllenarbeiler ersetzt würden, mit denen der Fabrikbesitzer auf die Dauer "> Wegfall kommen müßten" und wird mit 30 gegen. allein nicht sorizuarbeiten vermöge. Die Letzteren würden < Stimmen angenommen. bald dahinter komme», daß es ihrem Jntereffe weit mehr Hierauf kommt der Punkt 3 der Regierungsvorlage entspreche, im EivilrechtSwege d-S zu erreichen, was da« >»r Beratbnng. Derselbe lautet:. Criminalrechl unmöglich für alle Fälle gewähren könne. Bedarf es im Falle der Aufhebung(der§§ 181 Die Arbeitgeber werden mit rhren Arbeitern ArbeitSkon- und" 182 der Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845: trak-e schließen, worin Lob,,. Arbeitszeit und Dauer,«ün- des Erlasses besonderer Bestimmungen zum Schutze digungSsristen und alle jonstigen, das gegenseitige Ver- derjenigen welche an der Verabredung, die Arbeit hältn.v regelnden Bedingungen festgestellt werde» könn- einzustellen, nicht Th-il nehmen wollen, und gegen um. Auch dürfe man nicht bange sein um die dann welche Handlungen oder Unterlaffungen würden die etwa st.pul.rte Eonventwnalstrase da diese aus eben dem Slrasbestimmunge,. vornehmlich zn richten se.n?" Wege wie jede andere Schuld de« Arbeiter« beige rieben , Es wird die einschlägige französische, englische und werden könne. Schließlich aber wurde beantragt, daß �chsische Gesevacbuna die im A»«zuqe gedruckt vorliegt, die ämmtlichen vorhandenen Strasbestimmungen zur �Nbeilt imd bieralst äustllbAiche M.ttheilung über die Zeit, wenn d,e. Aufhebung der§§. 181 und 182 erfolgt, Aisetzesbeftimmunaen in Betreff des EoalitionSrecht« in � zweckmäßig und übersichtlich zusamtiiengestellt und ver- Österreich u,w.m übrigen Deutschland gemacht. Es öffentlich, werden möchten um damit den Arbeitern.n Itage(irf, min ob die ,m Strafaesevbuch enthaltenen. Erinnerung zu bringen, daß sie die thnen gewordene M'mmunS die namenttich w de»° � 89, 90. 91.1 Freiheit nicht mißbrauchen dürsten, ohne sich strasbar zu machen. Die beantragten besonderen, nur aus die Arbei« ter anwendbaren Strasbestimmungen führten Iheils zu unmoralischer llmgehung der Gesetze, theil« in letzter Eon- sequenz zur Aushebniig der durch die Verfassung gewähr- leisteten Vereinsfreiheit. Auch in England und Frank- reich habe sich die AuSnahmegesetzgebung nicht bewährt. Bei der Abstimmung fallen alle Amendements, die aus Ansiiahegesetze gerichtet sind, indem die Commission in der Majorität sich dafür entscheidet, daß die vorhandenen Strasbestimmungen, in geeigneter und zweckmäßiger Reihenfolge geordnet, zur Zeit der Aushebung de« Coali- lionSverbot« veröffentlicht werden möchten. Bei den Abstimmungen haben stets vier bis fünf Arbei- ter für die möglichsten Beschränkungen gestimmt. Auch bei der erste» aus Abschaffling der§§. 181 und 182 gerichteten Abstimmung hatten vier Arbeiter und nicht nur einer, wie irrthllmlich berichtet worden war, dafür gestimmt. Der Herr Handelsminister hatte der zweiten Hälfte der Sitzung beigewohnt. Die nächste findet Sonn- abend um 10 Uhr statt. * Wien, 24. August.[Die Presse über Gastein.s Die hiesige Presse ist einstimmig in Berurlheilung des Lauenburgcr Handels. So sagt, um mit dem mildesten Urlheile zu beginnen, das „Reue Fremdenblatl": „Einen eigenthümlichen, beinahe wehmülhigen Eindruck macht der Verkauf Lauenburg«. Mit gerechtem Stolze hat bisher Oesterreich jede Znmuthung zurückgewiesen, gegen pekniiiSre Entschädigungen sein Besitz lh um zu schmälern. Nun ist allerdings Lauenburg kein Erbland; aber unsere» Feinden wird dieser Handel bequeme» An- laß bieten, willkoiiimcne Parallele» zu zu ziehen." Schärfer spricht sich schon die„Neue freie Presie" aus; sie schreibt: „Wir halten die österreichisch lauenburgische Finanz- operalion für ein in jeder Beziehung mißliches nnd fol- genschweres Geschäft. Oesterreich konnte seinen lauenbur- zischen Antheil inittelst freiwilligen Verzichts zu Gunsten Preußen« unentgeltlich abtreten. Sich aber dafür pe- luniär entschädigen laste», eine» Besitz verkanse», ist unseres Erachiens ei» schwerer politischer Fehler. I» Frankreich, England und in Italien ist ein großer und sehr achtbarer Theil der öffentlichen Meinung der Ansicht, daß Oesterreich Venetien an Italien um einen entsprechenden Preis verkaufen solle, da es aus diese Weise einen Besitz loswürde, der unter allen Umständen eine Verlegenheit sei, und überdies die Mittel gewänne, sich finanziell zu rangiren. Wir haben derartige An- sinnen stete als eine Ehrlosigkeit zurückgewiesen, denn wir sind der Ansicht, daß derlei Angebote nur an schwache Staaten herantreten, und daß ein Staat, der ein Gebiet z» verkanse» beginnt, sich selber preisgiebt. Der auf Lauenburg bezüglich« Theil der Gasteiner Konvention belehrt uns, daß unsere Auffastung bereit« veraltet, durch den Standpunkt de«»cupreußischen und neuösterreichischen Konservatismus längst überwunden ist. Die sranzösischen, englischen und italienischen Publizisten werden nicht ver- säumen, au« dem Lauenburger Handel die aus der Hand liegende Moral zu ziehen, nnd wir höre» sie schon aus- rechnen, wie viel Oesterreich für Venetien zukommt, nachdem ihm das halbe Lauenburg für 2 Millionen seil gewesen." In gleicher Weise bemerkt das(alte)„Fremdenblatt": „Oesterreich hat einfach sein Mitbesitzrecht bezüglich de« Herzogthums Lauenburg an Preußen für so und so viele Millionen verkauft. Da« sieht sehr unschuldig, sehr unverfänglich, sogar sehr klug aus— aber wir be- sorgen ernstlich, das Wiener Kabinet habe mit diesem Verkaufe seines Mitbesitzrechte» von Lauenburg einen der solgenschwersten Schritte gethan, den e« überhaupt seit dem Friedensschluß von Villafranca gethan. Oesterreich hat seiner traditionellen Politik mit diesem Verkaufe den Todesstoß gegebe», e« hat praktisch einem Prinzipe bei- gestimmt, besten Verwirklichnng in anderen territorialen Fragen e« bisher mit Entrüstung zurückgewiesen. Die ofsiciöse„General-Correspondenz" hat so herbem Tadel gegenüber mchl gesäumt, das Wort zur Vertheidigung der Regierung zu ergreifen.(Der fragliche Artikel ist seinem wesentlichen Inhalte nach bereits telegraphisch verbreitet worden. S. Nr. 126 des„Soc.-Dem.") Die„Ostd. Post" gesteht, daß ihre Bedenken durch die Erwiderung der„General-Correspon-- denz" nicht gehoben ftiAi; Niemand würde die Gegner Oesterreichs fortan hindern können, mit dem Verkaufe Lauenburgs zu exemplificiren. Auch der„N. Fr. Pr." scheinen die von officiöser Seite vorgebrachten Gründe„nicht durchaus glücklich ge- wählt." Selbst die Valuta Cvssionis(die Gegenleistung für die Weggabe des Landes) erscheint der „N. Fr. Pr." nicht genügend, da Lauenburg, un-