Rr. 166. Berlin, Mittwoch den II. Oktober 1863. ZociaUDemolinit. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vcrcins. Redigirt von I. 8. v. Hofstetten und J. 8. v. Schweitzer. Redaction und Expedition- Berlin, Dresdnerstraste Nr. 85. Abonnements- Preis filr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- natlich ü sgr., einjelne Nummern 1 Sgr.: bei den Königl. preußischen Postämtern 22i/2 Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch- land 18»/« Sgr., im übrigen Deutschland I Thlr.(fl. I. 45. siidd., st. 1. 50.»sterr. Wäbr.) pro Quartal. Lcstellunarn iverde» auswärt« auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedilw> von jedem soliden Spediteur, von der Exprest-Eompagnie. Scharrenitr. 1. f<"»" auch unentgeltlich von jedem„rothen Di-nftm-nn" entgegen ginommea. Inserate i>n der Expedition aufzugeben) werden pro dreigelraltene Petit-Zeile Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr.«"rechnet. fc-rden, s freiten. Mischen Heint in Journal I Frankfurt. Trotz des Ziveit '»ssung de dasselbe n ?s bestehe s» einer ll> Berlin sscht davo den fro forden, i 9. Anguf '""er wiss «euen Akte drs früher �lchc dass d-r Urkuiii �ige mit j man z ainit steh ark nach »isers in! müßig �erhaupt c Agentur für England, die Colonieen und die überseeischen Länder:>Ir. Bender, 8. Little New-Port- Agentur für Frankreich:(Z. Ä. Alexandre, Strassbonrg-, 5. Eue Brulee; Paris, 2. Cour Street, Leieester-Square W. C. London. du Commerce Saint-AndrtS-des-Arts. Bestellungen für das vierte Quartal wer- den fortwährend(auswärts auf den Post- ämtem) angenommen. Vortrag vor der allgemeiiien Ärlititrr-Vrrsammliuig in der Berliner„Alhambra", am 8. October l. I. (Mit einiger Ausfeilung nach stenograph. Aufzeichnung.) Meine Herren! Ein hartes Wort ist am vorigen Sonntag in diesen Räumen gefaNen.„Wer dem Socialismus huldigt"— so ungefähr bthauplele Herr Schulze- Delitzsch—„wer dem SocialiSniuS huldigt, der gehört ins NarrenhauS." Da nun, m. H., meine Gesinnungsgenossen und ick allerdings der socialistischen Richtung an- gehören, trotzdem aber nicht gesonnen sind, für TollhauSkandidaten zu gelten, so gestalten Sie, daß ich vor Ihnen etwas näher auf die Sache eingehe. Am besten wird es sein, wenn ich zunächst den Gedankengang, welcher dem Vortrag vom vorigen Sonntag zu Grunde lag, ganz kurz wiedergebe. Herr Schulze-Delitzsch ging von dem großen Siege aus, welchen die Sache der freien Arbeit in Nord- Amerika errungen hat. Er zeigte, wie die Arbeit früher in den Banden des Sclaventhums und der Leibeigenschaft lajj, und wie allmählig aus diesen Banden die Arbeit sich zur Freiheit hcrausgerungen; er wies daraufhin, daß diese Freiheil noch keine voll- ständige sei, indem dies erst nach Einführung der vollen Gewerbefrciheil der Fall sein werde, wonach Jeder daö Recht Kälte, unbeschränkt über seine Ar- beitskräsle zu verfügen. Er knüpfte hieran den Hin- weis, daß mit der volkswirlhschaftlichen Freiheit der Arbeit auch die politische Freiheit des Arbeiters kommen müsse. Allein mit der politischen Freiheit, mit der allgemeinen Rechtsgleichheit sei auch die Sache erledigt. Eine sociale Gleichheit sei unmög- lich, da die Natur selbst Unterschiede unter den Menschen(zesetzt habe. Die Lage des Arbeiters nun, schon setzt eine weit bessere wie früher, werde fortwährend mit der EntWickelung der Verhältnisse sich heben und insbesondere würden die Errungen- schaften der Wissenschaft, vor allem die Vervcll- kommnung des Maschinenwesens, hierzu beitragen. Den Schluß des Ganzen bildete eine, nicht weiter hierhergehörige, politische Erörterung über die preu- ßische Fortschrittspartei. Meine Herren! Ich glaube, Sie Alle werde» mir zugeben, daß es heute nickt meine Aufgabe sein kann, dem Schulze'schen Vortrage Schritt für Schritt zu folgen und jeden einzelnen Punkt deS- selben, den ich für unrichtig halte, zu widerlegen;� dazu würde schon die Zeit nicht ausreichend sei»., WaS mir vielmehr obliegt, ist nur dies: die Hauptpunkte, d. h. diejenigen, um welche sich die andern Punkte als nebensächliche gruppiren, heraus- zugreifen und sie mit Gründlichkeit und Gedanken- genauigkeit zu widerlegen. Wenn ick den Vortrag des Herrn Schulze über- blicke, so fällt mir vor Allem Eines auf: daß näm- lick immer nur von„freier" Arbeit die Rebe ist. Allerdings könnte man sagen, daß der Vortrag un- ter diesem Titel angekündigt gewesen sei. Allein, m. H., dann würde ich eben ani Titel denselben Anstoß nehmen wie am Inhalt; denn Sie Alle fühlen wohl, daß es für die große Arbeiterfrage nicht nur darauf ankömmt, ob die Arbeit frei, d. h. der Form nach frei sei— nur von dieser Freiheit der Form nach kann, wie ich später zei- gen werde, hier die Rede sein!— sondern daß noch eine andere Seite hier in Betracht kommt. Was für alle jene großen Bewegungen, die wir in jüng- ster Zeit in Deutschland beobachtet haben, für alle jene Arbeitseinstellungen zum Zweck der Lohner- höhung, Leipzig voran, bestimmend war— ist es denn wirklich nur die Frage gewesen, ob die Arbeit frei sein solle oder nicht; oder lag nicht vielmehr noch ein Anderes zu Grunde? In der That, m. H., es handelt sich nicht allein darum, ob die Ar- beit„frei", es srägt sich auch, ob sie einträg- lich ist. M. H.! Wenn wir uns fragen, welches denn das vernunftgemäße, das in der natürlichen Gerech- tigkeit begründete Recht der Arbeit bei der Hervor- bringung neuer Werlhgegenstände sei, so müssen wir sicher erkennen: daß naturgemäß der Ar- beit der durch sie geschaffene Werth zu Gute kommen müsse. M. H-, ich sage nicht: der neu entstandene Gegenstand; denn allerdings kann in diesem neu entstandenen Gegenstande ein Werth stecken, welcher bereits vor der fraglichen Arbeit vorhanden war; ich sage nur: der durch eine be- stimmte Arbeit neu entstandene Werth müßte demjenigen, der gearbeitet hat, zu Gute kommen. Run wissen Sie aber Alle, daß dem durchaus nicht so ist: daß vielmehr der Arbeiter mit einem kärg- licken Lohn abgefunden wird, während die durch seine Thätigkeit entstehenden neuen Werthe einem Andern, dem Unternehmer der Arbeit, zufallen.— Woher dieser Sachverhalt? M. H.! Es handelt sich hier um eine Unter- suckung, welche für unsere gcsammte weitere Be- trachtung von entscheidender Bedeutung ist, und Sie werden es daher natürlich finden, daß ich gerade hier mit besonderer Genauigkeit zu Werke gehe. (Fortsetzung folgt.) und einen Verband der Mittel- und Klein-Staale» gespalten werden sollte. Diese vaterlandsverrätherische Idee mittelstaat' lich-particularistischer Fürstenknechtc ist eine auf de» ersten Blick schon so unhaltbare, kleinliche»»d �gekünstelte, daß sie, in unverhülller Nacktheit ausi � tretend, die öffentliche Aufmerksamkeil auch»»e cinigermaaßen auf sich zu ziehe» niemals ver« ' mocht hat. Allein diese selbe Trias-Jdee, schamhafter ge' worden, tritt jetzt in verhüllendem Gewände Es ist dies dasselbe Gewand, welches auch d»» Großpreußenthum lange Zeit umhing: man sp"?' nemlich davon, daß dieses Experiment nur e>» Ucbergangsstadium zur deutschen Einht» und Freiheit sein solle., Ganz wie der GothaismuS! Denn betauntli»1 predigte man zur Zeit der höchsten Begriffs«� wirrung in Deutschland, zu jener Zeit ?nde Lage f. keine R als in Berlin liberale Schwachköpfe am Ruder waren, welche glaubten, der„roclier de bronce" ' der eherne Fels des preußischen Absolutismus, kön»� durch einige papierne Spielereien zerbröckelt werde» — bekanntlich predigte man damals durch das g«»� | deutsche Vaterland: man solle sich nur Preuße" �anschließen, dies sei ein Uebergangsstadiu»'' aus Preußen werde das einige, freie Deutschla»� werden. Das Großprcußenthum ist heute noch, was immer war: das Streben, den preußisch-brande»' burgischen Staat in Deutschland groß zu mache»' nur daß heute die wahre Natur dieses preußische" Staates offen und faßbar zu Tage liegt und dahee jeder erkennt: daß gegen den Willen des absolute" Königthums, gegen das„persönliche Regiment" ds; preußischen Könige eine papierne Verfassung n'�, auskommen kann, daß, mit Einem Wort, diese' Königreick Preußen, so lange es überhaupt besteh'' das alte absolute Preußen bleibt, und daß diesem dauernden Sachverhalt nickt dadurch ettSW Fcnier hi geändert werden kann, daß zeitweilig liberale HaofV"kanische wursten ihre papierne Hanswurstenkappe der Picke» gekündigt xi Haube überstülpen. u z vom Hören wir übrigens nunmehr, wie die neiltö Plachl zwij „demokratische Trias-Idee" empfohlen wird:*)„.�»keros: Man hat das Programm der Volkspartei, Eoalin��en. Die "nderth »n. * LonI ■'Ihd. Zi fite der Tl fh nunmeh fielll.-; Hung, da: ?d George ch'h Peopl "iagten ui sse die Assi Alchen Pres i'f Polizei i -»ung eines fall.), in t W aufges � Martin !»tteS gefä ! ist, was königl., 5 einmal i Vicekö »ste der I 'fiedigen, i i" einstimm ' Königin!' s»gerndeS! »s sollen di "berte alte [Neu Sept. Z die Sece der Scl und Parlament der Mittelstaaten, eine Trias gehech j.g zurückge und dessen Anssilhrung für unmöglich erklärt. Die Tu �fn die C ist die dreiköpfige Mißgeburt, von Prosessorendilnkel> �»ngsanleih Filrstendienerei jrn geschändeten Bette der Revolm politischer Theil. Berlin, 10. October. Die Trias-Jdee in ihrer ursprünglichen Ge- stalt lief darauf hinaus, daß unser deutsches Bater- land bleibend in drei Theile, Oesterreich, Preußen itk»chert dar gezeugt. Die Eoalitio» der Mittelstaaten dagegen � t keine Trias(!?); sie ist kein Endziel, sondern ein Ans»»? � L.' kein Zweck, sondern ein Mittel; sie will nur einen ern» � tr»1' zu Kern bilden, um den sich die übrigen Stämme g*» Jtalie piren können.. j�Ulunter Wo soll denn hier noch ein Unterschied i�ünng.& zwischen den Gothaern nnd Euch„Demokrat«»�'Kurzem n Jene wollen sich an die preußische Regier»»»' he, � *) In dem bereit« erwähnten Separataddruck dem Stuttgarter„Beobachte-":„Ein Beitrag zur Lö!».•xi.uuu der deutschen Frage von Ludwig Pfau.""" 3l)t wollt Euch an dreißig kleine Regierungen„an-! bahnt werde. Daß dabei für Deutschland, wenn Ichnen."_' die Nation sich nicht rechtzeitig ermannt, nichts Dieselben, hundertmal erörterten, auch von Euch Gutes heraus kommen kann, ist selbstverständlich. �«tonten Gründe gegen das Erstere sprechen auch Wie sich die Dinge aber auch zunächst gestalten Segen das Zweite. mögen— wir haben ein zu großes Vertrauen aus Die Reven vom„Uebergangsstadium" hören die europäischen Bewegungselemente, als daß wir dir da wie dort. die Zukunft allzuschwarz sehen könnten. Ihr also werdet— und zwar mit Recht!— so gewiß die Sonne am Himmel steht, von Euren hohen Herren dieselben Fußtritte bekommen, die von der preußische» Majestät Euern Brüdern von Gotha diederholt versetzt wurden. Aber fasten wir die Sache an ihrem Kernpunkt! Will man denn niemals die große Wahrheil er- kennen: daß dieser dreißigfache Particularismus in — s«chlecht oder gut gekauft� Wie die „Kreuzzig." mittheilt, ist in der durch einen starken Verlag von Ritler- unv Räuberromanen bekannten Verlagsbuchhandlung von G. Basse in Quedlinburg eine Broschüre erschienen:„Lauenburg— Preu- ßisch." Dieselbe weist nacd: daß Preußen das Herzogthum um einen wohlfeilen Kaufpreis crwor- den habe. Der tvdte Werth LauenburgS betrage — VvIlCyvSvV.« vi L V 1/ I v v l i ly X.WVlvSIV 14 lyv vv44V4V�v Deutschland einer Anzahl memander greisender, 6,2�8,600 Thlr., der lebendige, d. h. der nach dem Näder gleicht, durch deren eines man iudirect sämmtliche andere in Bewegung setzt. Wer psn preußischen Particularismus in Deutschland uährt, der muß indirect, weil er das demselben ent- Pgenstehende Element im österreichischen Particula- kiSmus zur Opposition reizt, auch zur Stärkung wahren Werthe bemessene, 19,830,000 Thlr., zusammen in runder Summe 26 Millionen Thaler. — sDas Buch„Armes Frankreich!"j von Rogearv, der bekanntlich vor Kurzem wegen dieses Buches aus Belgien ausgewiesen wurde, ist sowohl fc.f, in Preußeu wie IN Sachsen verboten worden. Wa- ----- Pen würtembergischen Particularismus u. s. f. Dies angewandt auf unfern Fall ergiebt: wer Pen mittel- und kleinstaailichen Particularismus �öerhaupt nährt, der fordert den großstaat- wichen(österreichischen und preußischen) Particularismus heraus. Als Endergebnis stellt sich die Erkenntniß ein: paß über dieses dreißigfachc Elend nur ein Element Herr werden kann, welches gänzlich außerhalb pesselben und über demselben steht:—-der peutsche Radicalismus. Aber noch Eines, ehe wir schließen! Fühlt Ihr denn nicht, Ihr neumodischen Trias- Demokraten, daß Ihr, obzwar, was ParticulariS- p>us betrifft, den traurigen Gothaern ganz gleich Wnd, doch in einem Punkte noch tief unter ihnen fleht? Preußen ist doch wenigstens eine activus- fähige Macht— ein Staat, der mehr als ein- ?>a[ europäische Geschichte gemacht hat— daS ten oder wegen unangenehmer Achnlichkeit der da beschriebenen Zustände mit den heimathlichen? —[Mah] ist am Sonnabend in Altona ange- kommen, vort festlich empfangen worden und hat sofort die Redaktion der„Schleswig-Holstein. Ztg." wieder übernommen. Sollte der Recurs, welchen der Oberstaatsanwalt, sogar, wie man hört, tele- graphisch wegen seines in Perleberg zurückgewie- senen Antrages auf weitere Gefangenhaltung May's einlegte, nachträglich für begründet erachtet werden, so steht Herr May also einer Wiederholung jenes militairischen Morgen- Besuches unverändert zu Gebote. Wien, 9. Oct.(Zur Finanzverwaltung.) Sicherem Vernehmen ngch steht ein„provisorisch ailtiges" Decret bevor, welches die Staatsschulden- Commission aus denselben SRitgliedern neu ernennt. So wenigstens wird der„Franks. Post-Ztg." von hier telegraphirt. Aber die Sache ist"überhaupt sehr gleichgültig. Wer soll denn noch Vertrauen �taatengewurstel aber, mit dem Ihr es probiren zu irgend welcken Einrichtungen eines Staates l�t, ist, selbst wenn es den besten Willen haben, dessen Kaiser ganz einfach sein eigenes feier- flfltie, schlechterdings actionSun fähig, zur liches Kaiserwort ohne Weiteres wieder zurücknimmt, "»bedingten Ohnmacht mit innerer Nolhwendigkeil wenn es ihm paßt!? "erdamint !!!♦ Wer erkennen will, was die neueste„demokra- den- den! che» aher uten 1 der nicht ieses 'teht, an twaS e" Triasidee auf sich hat, der lese nachstehende Äußerung deS„Deutschen Wochenblattes": Die Eousöderalioii der Mittel- und Kleinstaaten kann »cht da» Programm der Demokratie sei»; aber es ist an« unseren Reihen heraus dem Tage gemäß(!!) ge- Achter Vorschlag; es ist da« letzte Anerbieten deS iittschen Volkes au seine Fürsten. Man warf unseren Rednern*) vor, daß sie(sür den ''m Ausschuß ganz vergessenen Augustenburgcr sprechend) jNchzeitig die legitimistische und republikanische »ahne trüge». � Ja, wir sind Republikaner; aber trotzdem ist unser ?°rschiag ein ehrlicher. Noch einmal ist es den deutschen Arsten gegeben, einen monarchische» Bundesstaat ) gründen. Wollen sie ihn, ohne oder gegen die !°r>nächle, wir werden sie unterstützen und da« °ll ausrufen(!); wollen sie nicht, so haben sie ihre Thron- Ägung selbst erklärt. Die Äothaer werden sie nicht Vfltzeu. sondern am ersten günstigen Tage an Preußen '»Wersen. Also die letzte Rettung für die deutschen Fürsten! . Nein! Nein! Wir wollen keinen Compromiß Kt Ausland. * Paris, 8. Oct.(Tagesbericht, j Fast klingt es wie Fabel und doch wird heute stärker als je behauptet, daß einerseits Oesterreich und Italien über Benetien, andererseits die Vereinigten -Staaten und das Kaiscrthum' Mexiko über die Monroe-Doctrin sich zu verständigen im Begriffe stehen.— Der»ltramontane„Monde", der seit dem Zerwürfuisse des Kaisers Max mit der römischen Eurie so schlecht auf das neue Kaiserthum zu spre- chen ist, wie er zuerst für dasselbe iuS Feuer ge- gangen war, bringt die schrecklichsten Dinge über die mexikanischen Zustände. Es heißt da: Ein au« Mexiko kommender ehrwürdiger Pater(l) entwirsl uns ein klägliches Bild von der politischen und kirchlichen Lage dieses Laude« und sieht nur einer trüben Zukunft entgegen. Die Unzufriedenheil über Maximilian I. ist allgemein—, da derselbe es sich angelegen sein zu lassen scheint, die Berirrungen de« Juarez fortzusetzen. Selbst die französischen Osstciere sagen, daß, wenn man zu diesem Punkte gelangen sollte,' es nicht der Müh- Werth gewesen wäre, einen so kostbaren iind mörderischen den deutschen Fürsten, nicht darum sollen ja die j., fgh�n. Der Jrthnm des Kaiser« Maximilian fitste des Volks den Kampf mit den preußischen Gesteht darin, daß er in einem wesentlich katholischen -"jonetlen beginnen, um einen„monarchischen Lande die liberalen Grundsätze Europa'« einführen will. Was in Frankreich etwa noch erträglich sein mag, kann Mexiko nicht zusagen. Die Freimaurerlogen gedeihen sied s-i« ckraten? egierung, druck auk ur Lösung >"udesstaat", das alte Elend in neuer Form, her- IWW�WWWWMWWWWWWWWW ..Monarchischer Bundesstaat!" Daß nicht vortrefflich und der Ka.ser scheint sie zu begünsti- '—«*** dem Glauben seiner Väter so wenig treu ist. Der Strom Deutschland« der Emigration richtet sich indessen auf da« reiche Land, *..„,„, dem Industrie und Ackerbau so nothwendig sind. Berlin, 10. Oct.(Zur äußeren Po- Also sogar Beschützer der Freimaurerei ist der x'" Preußens) erhält sich von verschiedenen Bruder des Kaisers von Oesterreich!— Die Corre- .»chtenswerlhen Seiten das Gerücht, daß ein inni- spondance Havas meldet ans Berlin vom 5. Oct.: h»es Verhältnis; zwischen Preußen und Frankreich, In politischen Kreisen wird viel von dem herzlichen Zusammenwirken dieser beiden Mächte, ange- Empfange gesprochen, der dem Grafen Bismarck bei 'js'--. Herrn Drouyn de Lhuy» z» Theil geworden. Die feudale ) Beim Abgeordnetentage. 1 Partei ist förmlich begeistert über den Erfolg des großen i Ministers--- In Betreff Osterreich« macht man sich in unserer politischen Welt keine Sorge mehr, da man zu gut weiß, daß es mit inneren Angelegenheiten zu viel zu thun bat, al« daß es Preußens Bestrebungen ernstlich in den Weg treten könnte, und man hegt noch ungleich weniger Besorgnisse vor den deutschen Mittelstaaten, seit man sich versichert hält, daß sie auf keine wirksame Stütze bei den Westmächten rechnen dürfen; das fürchtet man freilich, daß für diese ein neuer Bundesgenosse austreten könnte, nämlich Rußland. Ja der Thal, trotz der gro- ßen Zurückhaltung, die Rußland bisher in der Herzog- thümer-Frage beobachtet hat, steht es außer Zweifel, daß ' Fürst Gortschakow stet« mit den MeneurS dritter Classe in Beziehung blieb. Bei dem Mißmuthe, mit welchem Rußland Preußen zu Wasser und zu Lande an Stärke zunehmen sieht, ist es ganz natürlich, daß es den Ver- such gemacht bat, den Mittelstaaten die Unterstützung an- zubieten, die sie bei den Westmächten nicht fanden. Die Fabrik-Verbindungen de« kaiserlichen Hauses mit den Höfen mehrerer Kleinstaaten bieten einen leichten Eanal, um auf diese Höfe einzuwirken. Daß man in unseren Politischen Kreisen einige Besorgnisse. dieser Art hegt, steht außer Zweifel; auch wird versichert, daß die Mittel- staaten in der Herzoglhllmer-Frage einen Operationsplan 'entworfen haben, der sofort nach Wiedereröffnung der Bundestags-Sitzungen in Scene gesetzt werden wird. — Die„Gazette de France" hat heute be- reits die zweite Verwarnung erhalten. Die erste erhielt sie am Freitag, weil sie auf ein Com- munique geantwortet hatte; sie erklärte hieraus, daß sie von nun an nie mehr eine Bemerkung zu einem Communique geben werde; diese Bemer- kung zog ihr die zweite Verwarnung zu, die in der ministeriellen Verordnung folgender Maßen motivirt wird:„In Erwägung, daß, wenn die Regierung die Besprechung der Communique'» unter der Bedingung gestattet, daß man in den Schranken einer ernsthaften und loyalen Polemik bleibt, sie eine derartige Straflosigkeit bei den Ver- Warnungen nicht bewilligen� kann, welche die Auto- rität einer abgeurtheilten Sache haben und bewah- reu müssen."— Der„Alsacien" hat ebenfalls eine erste Verwarnung erhalten.— Der Prinz von Chimay hat den Director des Theater Francais auffordern lassen, in Zukunft„M a d a in e T a l l i e n" nicht mehr zu stehen. Madame Tallie» war seine Großtante. Dieses erregt hier viele Heiterkeit. London, 9. Oct.(Aus Asien nnd Ame- rika.) Reuter's Office hat Nachrichten auS Shan- ghai vom 4. September erhalten. In der west- lichen Tartarei ist ein siegreicher Aufstand ausge- brechen; die Provinz Jli hat sich vom chinesischen Reiche losgerissen. Die Nienfei-Jnsurgenten haben in drei Städten kapilulirt; dem offiziellen Bericht zufolge soll Obrist Burgcvinc ertrunken sein.— Aus Amerika wird berichtet: In eineni Gerichts- Hofe zu Brooklyn bei New-Aork hat am 18. Sept. der erste Neger, der in Amerika je als Ge- schworner zugelassen worden, auf der Jurybank gesessen. Den ganzen Tag saß der Schwarze da unter seinen weißen Kollegen, ohne daß irgend ein Einwand erhoben worden wäre. Wenige Tage vorher hatte Newhaven(Connecticut) einen ähn- lichen Beweis geliefert, daß die sozialen Schranken zwischen den verschiedenfarbigen Racen dem Falle entgegengehn. Die in der genannten Stadt be- stehende Universität nahm den ersten jungen Neger als ihren Schüler auf.- Die� Lage der befreiten Neger in den Staaten des Südens bessert sich, obwohl noch hier und da Streitigkeiten vorfallen. Kopenhagen, 9. Oct.(Zur Verfassungs- frage.) In der heute stattgehabten Sitzung des Folkethings des Reichsraths ist der Slaatsgrund- gesetzentwurf in noch mehr veränderter Fassung wieder dem Landsthing überwiesen worden. Der Konseilspräsidcnt erklärte, daß die Regierung dem ! so veränderten Entwürfe nicht beitreten könne. * Italien.(Klöster. Parlamentsgebäudc. Hübner nnd Bach. Zur Bewegung. Pro- cessio».) Der Minister des Cultus und der Justiz hat abermals die Räumung dreier Klö- ster, in Adina, Falerona rnd Acquaviva, verfügt und die Gebäulichkeiten den Gemeinden zu Schul- zwecken überwiesen. Weitere Maßregeln dieser Art stehen noch bevor.— In Palazzo Vecchio und in den Uffizien ist man jetzt mit der Einrichtung der Lokalitäten für die beiden Häuser des Parla- mentes so ziemlich zu Stande gekommen. Die Minister, Natoli, Jacini, Sorelli und Cortefl ha»