Nr. 177. Berlin, Dienstag den 24. October 18«S. Social Demolernt. Di.«. Z�ung�chenu.-iglich Organ des Allgemeinen deutschen Arbciter-Vcreins. Drestdnerstraße Nr. 8ü. Ausnahme der Sonn- und Festtage. Redigirt von Z. v. v. Hofstetten und Z. B. v. Schweitzer. Abonnement?-Preis Mr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- natlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Post« ämtern 22>/z Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch- land 18�4 Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(fl. 1. 45. slldd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Compagnie, Scharrenstr. 1, sowi« auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespalt.'ne Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. bcredmet. Agentur für England, die Colonieen und die überseeischen Länder: Mr. Bender, 8. Little New-Port-Street, Leicester-Square W. C. London. Agentur für Frankreich:» Erkenntnis seiner Pflicht gegen sich selbst wie gegen I tionalen Congresses sind mit dem besten Er-! nennt, wie es früher einen genannt hatte, ist der bered« dag deutsche Volk, beschlossen hat, die Versuche der folge gekrönt; die meisten Regierungen haben officiell teste Nachruf für ren verstorbenen Premier, legt glän« preußischen und österreichischen Regierung, sich in ihren Zutritt angezeigt, und die Pforte hat insbe- ienderes Zeugniß für seine nun abgeschlossene Thätigkeit die Angelegenheiten eines selbstständigen deutschen sonders den internationalen Charakter der Sache und die, hm Z» Theil gewordene Anerkennung ab, als Staates einzumischen, energisch zurückzuweisen. Es anerkannt und sich bereit erklärt, alles aufzubieten,""i Leitartikel, die seinem An- ' keines Beweises, daß die jetzigen Staaten! was in ihren Kräften stehe, um die voraeschlagenen � �en...Er.ch eben mcht l-.cht ,u� Nation gegenüber bedarf nur der die jetzigen Staaten � was in ihren Kräften stehe, um keine Existenzberechti- Maßregeln zu fördern.— Nach orgeschlagenen der Patrie sind gung baben, daß hingegen vor dem bestehenden die Anordnungen Betreffs des Abganges der ersten Recht Frankfurt so gut wie Preußen unbehinderte franzöfischen Truppen aus Rom bereits fest- Selbstständigkeit zu beanspruchen hat. Die große gesetzt. Die Stadt und die Delegation von Viterbo deutsche Nation freilich braucht weder nach dem werden nächste Woche der päpstlichen Armee über- historisch erwachsenen Hohenzollernstaat noch nach geben werden. Die ersten Truppen verlassen Rom der kleinen Philisterrepublik zu fragen— vor dem am 4. Nov. Ihre Einschiffung wird sofort begin- bestehenden Recht aber ist die eine so unantastbar»en.— Der Monitcur bringt einen Bericht aus wie der andere. Wien, in welchem er die österreichischen Zustände Es gewinnt an Wahrscheinlichkeit, daß es in im rosigen Lichtschimmer erscheinen und sogar die erster�Linie die preußische Regierung ist, welche österreichischen FinanzaufbcsserungS-Versuche den die Sache angeregt und betrieben hat. Bei der Ruhe, mit welcher man die grobe französische Note hingenommen, muß das kühne Vorgehen gegen das kleine Frankfurt um so mehr aufsallen. Betreffs französischen Geldmännern möglichst vertrauenerweckend hinstellt. Der neueste Bericht des Finanz- Ministers beweist nach dem Monitcur„lobenswerthe Bestrebungen der Regierung, sich in den Schranken der österreichischen Regierung wird in der Wiener � der für 1865 vom Reichsrathe bewilligten Sätze „Presse" behauptet, dieselbe sehe im Sechs- und> zu halten".— Hier hat sich gestern in dem Frauen- dreißiger-Ausschuß eine Art deutschen Parlamentes, kloster der blinden Schwestern(in der Rue d'Enfer wodurch die Bundesverfassung gefährdet werde.— gelegen) ein geheimnißvolles Ereigniß zuge- Im Ganzen haben wir keinen Grund, mit dieser Drohnotengeschichte unzufrieden zu sei»; sie ver- tragen. Gegen l'/z Uhr Nachts fand in dem zu deniselbcn gehörigen Garten plötzlich eine Explosion stärkt, wenn dies»och nöihig sein sollte, aufs statt. Es war, als wenn«ine Feuerwaffe abge- Neue durch ganz Deutschland und in allen Kreisen feuert wurde. Darauf ertönte die Feuerglocke, die die Ueberzeugung, daß ein Rcchtszustand in sonst des Nachts nur bei außerordentlichen Gelegen- Deutschland nicht besteht. * Wien, 21. Oct.(Finanzielles. Fürst Kusa.s Wie aus Pest, 20. d. M., berichtet wird, jagt ein Erlaß der ungarischen Hofkanzlei an sämnitliche Gemeinden Ungarns, daß laut Aus- weis des Finanzministeriums die Steuerrückstände in Ungarn Ende Juni sich auf achtzehn Millionen belaufen haben. Bei der nöthigen Eintreibung derselben möge die möglichste Schonung beobachtet und Militär-Erecution nur äußerstenfalls angewen- det werden.— Der General-Corresponden; wird aus Bucharest geschrieben: Die in der Stadt coursirendeu Gerüchte, wonach heilen geläutet wird. Zu gleicher Zeit bemerkte man an den Fenstern Lichterglanz, aber kein Rnf wurde gehört, und bald hüllte sich das Kloster in seine gewöhnliche Stille. Ein Polizeidiener, der Zuschauer des Vorganges gewesen, machte die An- zeige, und eine Untersuchung wurde eingeleitet. Es heißt, ein junger Mann, der sich in eine der Ron- neu verliebt, habe sich im Garten erschossen.— Der Pariser Correspondeut der Ind. belge meldet, Napoleon werde den drohenden Conflict mit Amerika wegen Mexiko durch die Anordnung von Maßregeln nach der Analogie der italienischen September-Convention vermeiden und die suceessive Fürst Äusa in allernächster Zeit abdanken und der Her- Zurückziehung der französischen Truppen aus Mexico zog von Lenchleuberg den Thron der Walachei und anordnen.— Gestern erhielt Graf SartigeS den Moldau als felbstständiger Fürst besteigen würde, kann Auftrag, in Folge des Rücktrittes Merode'« neuer- ich als vollständig unbegründet bezeichnen. Fürst Knfa �ings Schritte zur Anbahnung einer„Bersöh- denkt eben so wenig daran, abzudanken, als die Einsetzung„�g zwischen Rom und Florenz" zu macheu. eines russischen Fürsten eine Sache ist, welche sich ohne ganz bedeutende europäische Complikaiionen durchführe» ließe. Gewiß aber ist es, daß die Stellung Kusa's aller- dingS sehr erschüttert ist, da der Kaiser Napoleon ihm seinen Schutz entzogen zu haben scheint und Drouyn de LhuyS erst vor Kurzem wieder eine neue Note an die „hohe Pforte" richtete, welche die Regierung Kusa's ge- wissermaßen in den Anklagezustand versetzt. Wie die Frankfurter., Europa- meldet, hat der Fürst Kusa die Note Fuad Paschas mit einer rechtfertigenden Denkschrift beantwortet, welche auf die Großmächte, denen dieselbe mitgetheilt worden, keinen gerade ungünstigen Eindruck gemacht hat. Trotzdem hält die„Europs" die Stellung Kusa s für gefährdet. Hannvver, 21. Oktbr.(Das neue Reak- tionöministerium.j Die neu ernannten Mini- ster Bacmeisler, Leonhardt,>. Hoden der g und Dietrichs haben heute in Gegenwart der drei bleibenden Minister Graf v. Plate», v. Brandis und v. Malortie den vorgeschriebenen Eid abgeleistet. Karlsruhe, 21. Okt.(Der neue Minister- Präsident.� Die„Karlsruher Zeitung" bringt in ihrem amtlichen Theile die Ernennung des Frei- Edelsheim zum Präsidenten des Mini "Lvndvn, 21. Oet.(Zum Tode Lord Palmerston'sj„schreibt die Köln. Ztg.": Aus allen Tbeilen des Landes treffen Berichte ein über die Theilnahme und die Trauerbezeigungen, welche die Nachricht von dem Tode des allgemein beliebten Premier-MinisterS hervorgerufen hat. Wie gewöhnlich, war der Gemeiuderath der City die erste Körperschaft, welche ihren Gesilhlen bei dem Verluste, welchen die Nation erlitten, formellen Ausdruck in einer Resolution gab und zugleich der Wiitwe des Verstorbenen ihr Bei- leiv auszusprechen beschloß. Dem gegebenen Beispiele f folgten mehrere hauptstädtische Bezirke, größeren Städten, Liverpool, Manchester u. s. w., sind � setze:,, wie dies oft voransgesagl worden ist und jetzt aufs lebhafteste gefühlt wird. Bei aller Achtung vor Lord Russell, Lord Granville, Lord Clarendon und Herrn Gladstone fühlt doch Jeder, daß dem Einen diese, dem Anderen jene der seltenen Gaben fehlt, die sich in Lord Palmersto» beisammen gefunden hatten, und kein Wun- der daher, daß die Wahl der Königin schwer fallen muß. Times schwankt unentschlossen zwischen den wenigen Ge- nannten, Daily News wünscht au« Aushänglichkeit früherer Zeiten Lord Russell an der Spitze zu sehen. Der Star hat die besten Hoffnungen für Gladstone, im Grunde aber ist Jeder recht kühl und erwartet das Resultat mit großer Seelenruhe, da das Zukniifts-Cabinet, mag es wie immer zusammengesetzt sein, nur als ein Lückenbüßer angesehen wird. —(Aus Amerika.) Der Dampfer„Euba" hat Nachrichten aus Newyork vom 12. d. in Cork abgegeben. Nach denselben hat die Eon- vcntion von Nord-Carolina die Abschaffung der Sklaverei angenommeu. Der Präsident Johnson hat einer Deputation auS Kentucky versprochen, baß die Militairgerichte aufgehoben und die Negerlruppen verlegt werden sollten. Die Wahlen in Pennsyl- vanien, Ohio, Indiana und Iowa sind zu Gunsten der Republikaner ausgefallen. * Italien.(Zu Merode's Entlassung. Verschiedenes,) Die Italic meldet über Me- rodes Entlassung, daß derselben eine heftige Sccne zwischen ihm und Antonelli vorhergegangen, und zwar aus zwei Ursachen. Erstens nämlich habe es sich bei dem Wortwechsel um ein geheimes Rundschreiben an die Chefs der an die Gränze detachirten päpstlichen Corps gehandelt, worin er denselben Ordre crthcilte,„die königlichen Banden, die an den Gränzen ständen, nicht als Feinde zu behandeln"; sodann aber sei es„wegen eines be- deutenden, in der Casse des Waffen-Ministeriums zuni Vorscheine gekommenen Desicils, dessen Ver- Wendung nicht nachgewiesen werden konnte", zu starken Erklärungen gekommen. Die Italic setzt hinzu:„Der Entlassung des Herrn v. Merode dürfte die eines OsficierS, der sein Vertrauter ist, des Herrn v. M., folgen, der in die Veranlassungen zu seiner Ungnade verwickelt ist."— Der pariser Tcmps erhält in dieser Sache zwei Briefe aus Rom, die nicht ohne Interesse sind. Der erste lautet:„Graf Merode hat seine Demission er- halte». Er hat Befehl erhallen, sich sofort nach Belgien zu begeben. Die Ursachen, welche den heiligen Vater zu diesem Entschluß bestimmt haben, sind sehr ernst, sie betreffen Geld an gelegen- heitcn." In dem zweiten Schreiben heißt es: „Hrn. v. Sartiges ist eS�vor Allem zuzuschreiben, Merode entlassen wurde, obgleich der- Hr. und ft! buchen erst vor wenigen Tagest hier augekommen ist. w.. sind langer Zelt war man mit Hrn. v. Merode die Gemcinderäthe einberufen worden, um Ähnliche Be- unzufrieden. Die Mine war vorbereitet und sie schlüsse zu fassen. E« tauchen jetzt von allen Seiten � sprang in die Lust, als Hr. v. SartigeS ankam. charakteristische Notizen ans dem Leben Lord Palmer- Die Familie Merode befindet sich in einer schwie- ftonS auf. Als am Tage vor feinem Tode Phantasieen rigen Lage. Mfgr. v. Merode hat eine Million eintraten, sagte Lord Palmerston mit deutlicher Stimme Wechsel auf sich laufen. Die Frage Betreffs - und dies waren wohl die letzten vermhmlichen Worte, seines Bruders ist hinzugekommen, kurz, in allen WÄT»'S v.�.. Angelegenheiten der päpstlich. b-lgischm A». vor!" Der Premier war zur Zeit seine« Abftbens da« � Wrscht e.ne furch bare lluorbnuug. Außerälteste Mitglied des Hauses der Gemeinen. der„Baier rem verlangt das römische Pfandhaus eine halbe des Hauses" genannt. Als Minister des Auswärtigen Million römischer Thaler von Herrn v. Merode. entwickelte Lord Palmerston eine ungemeine Thätigkeit; Herr Ferrari wollte von Hrn. v. Merode Rechen- iieben den Aiistrengungen der Debatte und den immer schaft über 200,000 Thaler verlangen, welche wiederkehrenden Nachtwachen im Hause der Gem-iueu- perseshe jn Belgien placirt hatte. Man konnte halte er ungeheure AmtSgeschäfte� auf seinen Schultern s�ne Rechnung vorlegen.— Aus Florenz schreibt man: Kaum daß eine Gesetzvorlage über Einführung der Mahlsteuer für sicher ge- früh oder spät entschlüpfen. 7-/2 Stunde ungestörten wird, tauchen, in ähnlicher Weis- wie Schlafes gestattete. Wenn er auch erst Morgen« um vorher über diese Steuer, Gerüchte von elncr 4 Uhr nach Hause komnien konnte, so befahl er seinem Thür- und Fenstersteuer auf; denn diese Objecte Diener, ihn nicht vor Mittag z» wecken.. sollen dem Finanzminister, abgesehen von der Ge- Russell, Clarendon, Gladstone oder Granville, Russell, bäudestencr, noch einer besondern Vorsorge würdig Gladstone, oder Gladstone, Ruffel Granville. das sind scbeiuen.— In Mailand will man wissen, daß . d.e wenigen Karten, die noch immer gemischt werden � Befehl der Statthalterschaft von Venelien alle « um zu sehen, welche am besten obeuaus passe. Dag e« � BefaUunaen im Vene- ............----------.�e�ter verfügbaren Persönlichkeiten so wenige gibt, denen-vcMlarur tauber, welche den-oesatzungen im Bene- geisterte Lebehochs tönten dem Kaiser nach, als er Lord Palmerston's Stelle anvertrauen möchte, slss,m(dlen angehören, �vberufen worden seien. das Spital verließ.�— Die Bestrebungen der und daß unter den genannten kein einziger ist, den das Obglelch die Wahlen alle Klassen der Gesellschaft französischen Regierung in Betreff des interna-! Land instinctiv und einstimmig als den Passendsten i beschäftigen, die Wahlversammlungen allabendlich Herrn sterlums des Großherzoglichen Hauses und der auS- ,u tragen-" Seine körperliche Gesundheit ließ in der wärtigen Angelegenheiten. Regel wenig zu wünschen übrig, und eine der Ursachen - war, daß er sich immer, mochte er den Staatsgeschästeu Ausland. * Paris, 21. Oct.(Tagesbericht.) Die Union Medicale meldet:„Um sich selbst von der Pflege der unglücklichen Cholerakranken in den Spitälern zu überzeugen, traf der Kaiser am 20. October um 4 Uhr incognito im Hotel Dieu ein; sein Besuch dauerte eine volle Stunde.