Nr. 179. Berlin, Donnerstag den 26. October 18«S. Social-Pcmokwt. Diese Zeitung erslbeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ des Allgemeinen deutschen Arbcitcr-Vercins. Redigirt von I. v. V. Hofstetten und I. B. v. Schweitzer. Redaction und Expedition- Berlin, DreSdnerstrafje Nr. 85. Abonnements- Preis filr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., monatlich 6 Sgr,, einzelne Nummern 1 Sgr.! bei den Königl. preußischen Post- ämtern SS'/z Sgr., bei den preußischen Hostämtern im nichipreußischen Deuisch- laud l8S/< Sgr., im übrigen Deutschland I Thlr.(st. 1. 45. slldd., st. 1. 5t). österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« a»f allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Compagnie, Scharrenstr. l, sowü auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate(in der Expedition auszugehen) werden pro dreigespalteue Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Aiiuoiice» mit i) Sgr. derechnet. Agentur sür England, die Eolonieen und die überseeische» Länder: Ale. Ilsnder, 8. Little New-Port-Street, Leicester-Square W. C. London. Agentur für Frankreick- O. A. Alexandre. Strassbourg, 5. Eue Brulee; Paris, 2. Cour du Commerce Saint-Andre-des-Arts. Confiscirt: 1) Nr. 177, 2) Nr. 178 in erster Auflage, 3) Nr. 178 in zweiter Auflage, 4) Nr. l78 in dritter Auflage. Nr. 177 ist in zweiter Auflage bereits ausgegeben und versandt worden; Nr. 178 wird m vierter Auflage baldigst ausgegeben und versandt werden. politischer Lheil. Deutschland. * Berlin, 25. Oct. sDie Drohn dtenl..nicht jene, welche die österreichische und die preußlsche Regierung von Frankreich und England hinnehmen mustien, sondern jene, welche die crstcren gegen das kleine Franksurt richteten, fahren fort, im civilisirten Europa die öffenllichc Meinung aufzu- regen. Man kennt jetzt den Wortlaut der preußischen Note und dieser Wortlaut übersteigt noch selbst die hoch gespannte Erwartung. I» demselben Tone, wie Frankreich mit Preußen sprach, spricht jetzt dieses mit Frankfurt. Man sollte die betten Noten nebeneinander abdrucken. Die Note, wie sie dem„Franks. Journal" ans „guter Ltuelle" zugeht, lautet: Berlin, ö. Oct. Ew. Hockwohlgeboren Berichte habe» uns einen näheren Einblick in die Berhaudlungen des am 1. d. MtS. dort abgehaltenen Abgeordnetentages ge- währt. Wir hatten bis zum letzte» Augenblicke gehofft, daß der Senat, im Bewußtsein seiner Verpflichtungen gegen seine Deutsche» Verbündeten und eingedenk früherer izcn uns und Oesterreich gemachter Vorstellungen, diese Versammlung verhindern würde. Leider haben wir uns getäuscht. Wir haben uns von Zleuem überzeugen mllffen, daß der Senat nickt» dagegen hat, wenn das Territorium der Stadt Frankfurt zum Ausgangspunkt sür unver ständige, ja gemeinschädliche politische Projekte benutzt wird. Solche Nachsicht gegen subversive Bestrebungen kisnneu wir nicht ferner gestatten. Wir können es nicht dulden, daß vorzugsweise am Sitze de« Bundestages auf die Untergrabung bestehender Autoritäten der ersten Bu»- desstaaten hingearbeitet wird, daß von dort aus Preß- erzeugnisie in die Welt geschickt werden, welche sich durch Rohheit vor allen übrigen hervorthun. Der Verlauf des ÄbgeordnelenlageS hat gezeigt, daß die Phrase in dem ge- bildeten Tbeile der Bevölkerung immer weniger Anklang findet. Aber die Nachsicht des Senate« bleibt deshalb nicht minder ladeluswerth. Wir begegnen uns mit der Kaiserlich Oesterreichischen Regierung in der Auffassung, daß die Wiederholung eiue« solchen öffentlichen Aerger- nisses, selbst in der Gestalt resultatloser Velleitälen, nickt gestattet werden darf. Der Kaiserlich Oesterreichische Ver- lreler hat den Äustraz, dem dortigen Senate in diesem Sinne Vorstellungen zu mache». Ew. Hockwohlgeboren ersuche ich ergebenst, im Einvernehnien mit ihrem Oester- reichischen Kollegen, dem älteren Herrn Bürgermeister darüber keinen Zweifel zu lassen, daß wir»»« in dieser Beziehung im vollständigen Einverständnisse mit der Kaiserlichen Regierung beffnden. Ich gebe mich der zu- versichtlichen Hoffnung hin, daß man Frankfurter Seils die beiden Deutschen Großmächie nicht in die Lage brin- gen wird, durch eigenes Elngreisen weiteren Folgen un- zulässiger Nachsicht vorznbeugen. Ew. Hcchwohlgcbvren ermächtige ich, den gegenwärtigen Erlaß dem älteren Herrn Bürgermeister vorzulesen und, wenn er wünscht, Abschrist davon in seinen Händen zu lassen. Ter Minister der auswärtigen Angejegeuhcile». Im Austrage. v. Thile. i An den Königl. Geschäftsträger zc. Die gestern gebrachte Nachricht, daß eine Unter- suchung gegen Brinz cingeleitet sei, wird von an- derer Seite in Abrede gestellt. Näheres bleibt abzuwarten. — jZur französischen Drohnote gegen die preußische Regierung.� Bekanntlich sollte der französische Minister Drouyn de Lhuhö seine Note vom 29. August üfer tic Gastciner Convention durch eine angebliche zweite Nole vom 20 oder 23. Septeniber gemildert haben. Jetzt berichtet die hannöverische„Ztg. für Nordd.," daß der französische Minister in einer dritten Note vom 7. Oktober(also nach der Zlisammenklinft Bismarcks mit Napoleon) klar und bündig ausgesprochen habe, daß die kaiserliche Negierung an den im Cirkular vom 29. Anglist nledergelegten Anschauungen durch- aus festhalte. — jZn der Königlich hohenzoller'schen Annexionspolitik.) Der in Hamburg erschei- nende„Beobachter an der Elbe", ein zur Verlre- tiing der BiSmarck'schen Politik unter demokratischer Maske gegründetes Blatt, mahnt die Behörden der freien Städte Hamburg, Lübeck und Bremen, Schritte rorzuberciteii, welche den nolhwendigen Konsequenzen einer Annexion der Elbherzogthümer durch Preußen Rechnung zu tragen im Stande seien. DaS Blatt deutet dabei auf„die Häfen der Nord- und Ostsee im Norden Deutschlands in Preußens Händen" und auf Umgestaltung der klein- staatlichen Militairverfassung hin. —[Zur Aufmunterung Kleinmüthiger) schreibt der„Stuttg. Beob." mit Recht: Die jetzige Zeit mahnt oft an jene alten französischen Freiheitsmäuner, welche die herrliche Revolution von 1789 gemacht und mitgemacht hatten und dann die ganze Periode der scheußlichsten Tyrannei unter Napoleon und, nachdem dieser von fremder Intervention gestürzt war, die fast»och schlimmere Periode der heiligen Allianz und der Restauration durchleben mußte», ohne Aussicht auf Herstellnng der Freiheil zu haben. RecklS und links fielen die ehemaligen Partei- und Gesinnungsgenossen von. ihnen ab, um der Gewalt zu dienen und manche, die treu und fest aushielte», zahlten der Menschlichkeit in anderem Sin» den Tribut und starben hin. Ebenso ver« schloffen als gemiede» bargen dicke ergrauten Jakobiner ihre Gesinnung in schweigender Einsamkeit und selbst die - Hoffnung hatte sie verlassen, aber treu und fest baden sie ! ihre Jugendliebe zur Freiheit durck keinen Adsall entehrt � und als die Zeit erfüllt war und der Juli des Jahres ' 1839 heraukam. da stand wie fliit einem Zauberschlag l das Volk plötzlich wieder da, verjüngt und neugeboren in der Revolution und die alten treuen Männer, die noch übrig waren, hatten die Befriedigung, noch einmal am Abend ihres Lebens bestätigt z» sehen, daß die Liebe ihrer Jugend und der Glaube ihre« Lebens kein Traum war. — sEine interessante Stelle auS der Kreuzztg.), aus einer frühere» Rundschau der- selben lautet: Sündlicher Eigennutz muß fern bleiben. Pren- ßen darf nicht Deutsch-Piemont werden; sei» hoher und heiliger Berus verbietet e« ihm. Erst d u Ke galantaomo überschütten mit tugendhafter Entrüstung und dann schmunzelnd in scine Fußtapsen tre- ten und nach Beute sich umsehen, da« ist eine Heuchelei, der jederrecktschasfe n eKonservalive, jeder ehrliche Preuße sich schämen soll. E« wäre dies aber auch eine kurzsichtige, sür Preußen grnndver- derbliche Politik. ES wäre der Weg zum Bruche mit Oesterreich und zur Zerstörung de« Vertrauen«, dessen Preußen sür seine legitime Mackt in Deutschland bedarf. ES wäre ErvKrb eine« verhällnißmäßig geringen Bor- theils gegen Verlust eine« weiten, herrlichen Machtgebie- tes, deffen Preußen bedarf, wenn es scine jugendlichen Kräfte entfaltet. Vergessen wir nicht, was 1896 ge- schehen ist, als Preußen von Napoleon Hanno- ver angenominen hatte. — jZur Polizeiccnsur in Preußen.) Die „Rhein. Ztg." isi gestern confiscirt worden. Die- selbe ist in zweiter Auflage mit einer großen Cen- surlllcke(leeren weißen Stelle) ausgegeben worden. — fDic gestrige Nationalvereins-Ber- sammlung) ist verlaufen, wie vorauszusehen war. Es wurden in der Versammlung, an der sich etwa 490 Mitglieder betheiligten, die von zins bereits mitgetheiltcn und besprochene» Resolu- tionen, nachdeni die Herren Duncker und Dr. Loewe(Calbe) dieselben begrüntet hatten, ohne weitere Discussion, und zwar die erste mit allen gegen eine Stimme, die beiden anderen mit allen gegen 7—9 Stimnie» angenommen. ' Die ministerielle„Nordd. Allg. Ztg." erklärt sich für befriedigt von der Haltung des National- Vereins. Sie sagt: Wir werden eö den National« Vereinsmitgliedern Dank wissen, wenn sie uns unter- stützen, die berechtigten Forderungen Preußens in den Herzogthümern zur Geltung zu bringen. Und wen» sie sich damit trösten, daß das gegenwärtige System in Preußen ein vorübergehendes sei, so trösten wir uns wieder mit der Hoffnung, daß das System bestehen, die gegenwärtige Opposition aber ihrerseits eine vorübergehende sein werde, wie sir ja eben in der Schleswig-Holsteinischen Frage vor- übergehend gewesen ist. Wir erachte» es sogar al� einen weiteren Grund zur Berechtigung dieser Hoff- nung, daß überhaupt auch von den National-Ver- einsmitglicdern die Berechtigung und die Bcrpflich- tung Preußens anerkannt wird, die Herzogthümer eng mit dem Preußischen StaatSkörper zu ver- binden. Ob die Mitglieder des National-Vereins dies aus der Reichsverfassung oder aus einem an- deren Grunde herleiten, ist in der Sache selbst gleich, und wird diese Verschiedenheit der Meinung auf einem anderen Felde seine Ausgleichung finden- —>Lur Neaction inBayernI meldet m.in, Frankreich vorgeschlagene„Gesundheits-Con- daß dort die Behandlung der Presse einen so streu- feren;" zu beschicken'— Das Gerücht erhält sich, gen Character annimmt, wie er seit dem Sturzeidaß die Franzosen Mexiko binnen Kurzem räu- Reigersberg's unerhört war. Der„Nürnberger> men werden. Es soll dieserhalb eine Art Eon- Anzeiger" ist seit kurzem mit vier, der„Fränkische venlion vom 15. Sept. abgeschlossen werden. Ge- Kurier" mit zwei, die„Nürnberger Abendzeitung" neral PieSquiera, der die Scnora für Juarez vcr- mit � sechs, die„Fürlher Abendzeitung" mit drei theidigte, soll im Begriffe stehen, diese Provinz zu Preßprozessen begnadigt worden. Und in München verlassen, und sich dieserhalb mit den Franzosen ist's nicht viel besser. Es scheint, die preußische benommen haben.— Alle hiesigen Journale spre- Note an den Frankfurter Senat hat in München chen sich mit großer Energie gegen das Auflre- wenigstens ihren Eindruck nicht verfehlt. ten der beiden„deutschen" Großmächte — fAus Kaff elf berichtet man vom 24. d. M., gegen Frankfurt aus.— Alle Präfecten sind daß die Stände heute unter Versicherung deö„lan- angewiesen sich mit den Arbeitern und Arbci- desherrlicken Wohlwollens"(!) auf unbestimmte rer- Bereinen in ein wohlwollendes Einverneh« Zeit vertagt wurden. men zu setzen, um ihre Wünsche und Bedürfnisse � Wien, 22. Od.[Die Staatsschuld, bezüglich der Eooperaliv-Bereine zu erfahren. Die Kleinmuth der Deutschen.) Der Ausweis Negierung will sich auf der Höhe und an der Spitze über den Stand der gesammten österreichischen dieser Bewegung halten und in unmittelbaren Ber- Staatsschuld mit Ende Juni 1865, verfaßt von kehr mit den Arbeitern treten. Ohne Zweifel wissen der Staatsschulden- Eontrols- Commission des aber die französischen Arbeiter so gut wie die beut- Reichsrathes, ist als Beilage zur Wiener Zeitung iche», daß sie von einer despotischen Regierung nur erschienen. Die österreichische Staatsschuld,"die am einen Mißbrauch ihrer Sache zu erwarten hätten. 31. December 1864 2,535,197,335 Gulden betrug, London, 24. Od.[Die Leiche Palmer- hatte sich am 30. Juni auf 2,552,854,267 Gulden, ston's) wird am Freitag Mittag in der West- also in einem halben Jahre um 17'/, Million ininster- Abtei neben Pitt beigesetzt werden. Die Gulden vermehrt.— Der Uniitand, daß jetzt, vor feierliche Bestattung geschieht nach dem besonderen der Eröffnung des böhmischen Landtages, auf dem j Wunsche der Königin auf Staatskosten. es voraussichtlich heiß hergehen wird, so viele— 24. Od.[Aus Amerika s Der Dampfer deutsche Abgeordnete ihre Mandate nieder- �City of Washington" hat bis zum 14. d. Morgens legen, entmuthigt die deutsche Bevölkerung in reichende Berichte aus New-Aork in Cork abge- Böhmen sehr. Die Czechen halten sich des Sieges petzen. Präsident Johnson hat den Kriegszustand ihrer nationalen Forderungen, welche in der völligen im Staate Kentucky aufgehoben. Einer Deputation Unterordnung der Deutschen gipfeln, für sicher, aus Süd-Carolina, welche eine Petition zu Gun- Die deutsche Partei scheint schlechter organisirt als sten des Expräsibenten Davis überreichte, hat je. UebrigenS sind die Untcrthanen von der Krone Johnson geantwortet, daß die Regierung durch- des h. Stephan, die Ungarn, wenig erbaut von aus keinen Durst nach Blut und Verfolgung ge- den verwandten Bestrebungen der Unterthanen der habt habe. General Grant hat die Reorganisation Krone des h. Wenzel. Sie erblicken iu der czechi- rer Armee angeordnet. Der Schatzsekretär Mac schen Agitation nur eine Caricatur auf ihre eigene. Culloch empfiehlt in einer Rede die Consolidirung Die Ungarn sind für den Dualismus, nicht für oer gesetzlichen Zahlungsmitrel Seitens des Con- den Föderalismus. gresses. —[Zur fortschreitenden Ungar isirung'» Italien.[Ueber Merode'« Sturz) Oesterreichs) wird der„Presse" aus Pest, bringt die„Italic" folgendes Nähere: Ein Unter- 23. Od., telegraphirt:„Allgemeinem Bernehmen beamter Merode'« habe die Gelder, über deren Ber- nach ist in der letzten Ministerrathssitznng die Eon- Wendung keine Rechenschaft gegeben werden könne, cession eines ungarischen Ministerinms beschlossen sgr die Räuberbande» verausgabt, Merode dieses worden. Die Regierung �wolle mit Ungarn sich Verfahren„im Principe" zwar mißbilligt, den Beanr- aus möglichst breiter Basis verständigen. Graf � ten aber in Schutz genommen und schließlich erklärt, Belcredi, heißt es, habe nachgegeben, und in�Folge er nehme Alles auf sick. Dies habe eine heftige dessen sei auch die Berufung teS Bischofs Siroß- Zcene zwischen Antonclli und Merode herbeigeführt Mayer rückgängig gemacht worden. Damit ist die»nd ersterer habe im Ministerralhc nun zur Sprache dualistische Richtung, genauer gesagt die Ungari- gebracht und erklärt, man müsse jetzt einen Beschluß sirung Oesterreichs, vollständig zum Durchbruch fassen, wie man sich fortan zu dem Banditenwesen gekommen."_ stellen wolle; es liege ihm, Antonclli, viel daran, die Regierung aller Verantwortlichkeit in diesen ÄllölOHP» Dingen zu überheben. Die Majorität des Mini- » Paris, 23. Od.[Tagesbericht.) Dcr!st"rathes sprach sich in Antonelll's Geiste aus, weil Kaiser machte heule einen Besuch im Spital es bekannt war daß der Papst sehr betroffen nnd Beaujon, wo er drei Viertelstunden weilte und i» I ungehalten gewesen|ci, als Bogglo lhm sagte,«> den Krankensälcn von Bett zu Bett ging, was sehr' Aalten glaube man allgemein, daß d,e päpstliche anerkennend aufgenommen wurde. � Die Kaiserin Regierung das Banditenwesen begünstige. besuchte heute Morgen die Hospitäler Beaujon und Lariboisiere. Sie begab sich in einer Postkutsche R Vereins-Tljeil. dorthin nnd war nur von Mlle. Bouvet begleitet.!,,. m .-zi-d. ,1. fiAju*>>-» ,9. ÄK'USI S. Faudourg St. Jntotne. Wie der„Abend- Ml- jalnm(mig Der„Arbeiter" berichte! darilber: Uiteur" meldet, hat die Zahl der Cholerakranken Die Versammlung war auch von NichtMitglieder» sich seit gestern wesentlich vermindert. ES sind in s de» Vereins zablreich besucht. Herr Perl, al« Bevoll. den letzten Tagen»ach zuverlässigen, wen» auch mächtigter eröffnete die Versammliing und hielt sodann Nicht osficiellcn Angaben, durchschnittlich 250 bis einen gediegenen Vortrag über das Ziel, welches zu er- 300 Personen an der Cholera gestorben.— Im reichen der Allg. deutsche Arb.-Berein sich zur Aufgabe Süden Frankreichs dauert die Cholera fort, ohne M-llt hat Seine Worte fanden stürmischen Beifall. jedoch viele der Ovker biiiiurassen— Die ossiciösc R-ch'hm sprach Herr Brauer und griff dieser in seiner I R-de de» Sp-r-Aposiel Schul,-.Delitzsch ganz besonders �Patrle bringt folgende �ltthellung.„Griefe aus � bewies auch im Verlauf derselben, daß alle sogenannten Rom melden, daß die päpstliche Regierung,. � Aichdto welche von ihren ersten Entschlüssen zurückzekomnien gerufen werden, nicht geeignet sind, die socialen Verhalt- ist, die Reorganisation ihrer Ärmee in der!„isse zu bessern. Er zog dann eine Parallelle zwischen Weise vornehmen wird, daß sie den Effectivbestand! dem früheren Sclaventhum in Südamerika und der in derselben nicht mehr auf 8000, sonder» auf 12,000 Mann erhöhen wird, welche Zahl in der Conveu- und ausgebeutet wird, als sich solches jemals von den worden ist. Alan rersuhert unv ebenfalls, ß Sclaven Südamerikas behaupten ließ. Er endete seine Deutschland herrschenden Knechtschaft, wobei es sich klar herausstellte, daß die arbeitende Classe bei uns, d. h. im gesammten Deutschland, durchschnittlich ärger mißhandelt daß in den fünf Punkten des Wahlprogramms der Punkt, welcher allein bezwecken könne, das Interesse»nd die cinmüthige Betheiligunz ber Arbeiter an den gegen- wältigen Wahlen hervorzurusen, durchaus fehle. So lange die sogenannten Bolksvertreter nicht das allgemeine, gleiche und direcle Wahlrecht an die Spitze ibre« Programms stellten, dürfe von einer wirklichen Volks- Vertretung gar nicht die Rede sein und inllßien sich die Arbeiter von der Bewegung fern halte». Diese Worte fanden einen mächtigen Widerhall in den Herzen der Anwesenden. Mit Beifall sprach auch Herr LeinhoS, welcher offen erklärte, daß das Raubrittcrtbum des Mittel- alters noch immer fortbestände, wenn auch unter anderer Firma. Herr Müller pflichtele in seiner mit Vieri» Humor gewürzten Rede Herrn Leinhos vollkoinmen bei, indem er sprach:„Ja, meine Herren! das Raubritterlhum existirt heule noch, nur mit dem Unterschiede, daß unsere jetzigen Raubritter anstatt des Schwertes— den Thaler haben. Was die Raubritter zur Zeit Rudolph von Habsburg's durch das Schwert erstritten, wissen die Raubritter des 19. Jahrhunderts viei leichter durch ihre Thal er zu erlangen.— Urtbeile» Sie selbst, meine Herren! Wenn die Wucherer alles Korn ankaufen, auf- speichern und so lange liegen lassen, bis die Preise auf's Höchste steigen und eine förmliche Hnngersnoth ausbricht, wie dieses im Jahre 1847 der Fall war,— zeigt sich darin nicht das Raubritterlhum in seiner höchsten Vollendung?— Und was das Traurigste ist, dieses ver- vollkommnele Raubritterthum wird noch von der Regie- rung beschützt, denn wenn durch den abscheulichen Wucher ein- HungerSnoth hervorgerufen wird nnd das arme, vom Kapital ausgebeutete Volk stürmt die Speicher, so läßt die Regierung Kanonen auffahren und zwischen die hungernde» Massen Kartätschen schleudern!"— Redner ging hierauf zu den gegenwärtigen Wahlen über, belench« tele da« Vorparlament von 1848 nnd gelangte eben zu der Ueberzeugnng, daß das neue Wahlprogramm noch sehr harmlos sei. Stürmischer Beifall bewies Herrn Müller, daß die Versammlung seine Ansicht theile. Zum Schluß wurde eine von Herrn Skoczylas beantragte Resolution, des Inhalts, daß die in der Versammlung anwesenden Arbeiter an der gegenwärtigen Wahlbewegung kein Interesse hätten, indem von Seiten der Bürger- schaftsmitglieder das allein das Wohl des Volkes an- bahnende allgemeine, gleiche und directe Wahlrecht in da« Wahlprogramm nicht aufgenommen und überhaupt in keiner Weise den Wünschen der arbeitenden Classe Rechnung getragen sei,— einstimmig angenommen. Herr Perl schloß hieraus die Versammlung. »t. Barmen, 16. Oct.(Allg. deutsch. Arb.- Verein.) Heute fand hier eine Mitgliederversammlung statt, in welcher der Bev., Herr Großenbach, aufgefordert wurde, die Ausstoßung des Mitgliedes Herr Hölsip»ach §. 5 beiin Präsidium zu beantragen, weil der Betreffende fortwährend darauf ausgehe, die Vereinsdisciplin zu untergraben. Außerdem wurden ein Paar lehrreiche Vorträge gehalten, besonders von Herrn Großenbach, nnd ein Schriftführer gewählt. ar. Barmen, 29. Oct.(Allg. deutsch. Arb.- Vereins.) Die heutige Versammlung wurde am halb neun Uhr eröffnet und Herr Ä. Kehren- berg zum Vorsitzenden gewählt, hierauf das Bunde«- lied gesungen. Dann verlas Herr Kehrenberg den Bericht ans dem„Soc.-Dem." über die letzte Allg. Arb.- Versammlung in Offenbach und setzte in klaren Worten die Rothwendigkeit einer Trennung der Schule von der Kirche auseinander. Herr W. Frick spricht über die Borträge de« Herrn V.Schweitzer und besonder« über die Unwahrheit der Behauptung der Bourgeois-Oekonomie, daß die Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital sich ans ein Naturgesetz stütze und deshalb unabänderlich sei. Als leuchtende« Beispiel dafür, waS Muth und Tapferkeit, Entschlossenheit und Opferfrendigkeit auszurichten vermögen, weist er auf Ungarn und Polen, die Schweiz, Frankreich und Spanien hin. Nach ihm ermahnt Herr Ries jun. zur Einigkeit der Arbeiter. Herr Frick er- zählt eine Geschichte aus der srauzösischen Revolution. Hierauf wird das Lied„Sand in die Augen" abgesnn- gen und dann die Versammlung geschloffen. at. Barmen, 23. Oct.(Allg. deutsch. Arb.- Verein. In der heutigen Mitglieder-Bersammlung. die von acht Uhr Abends bis zwei ein Viertel Uhr Nacht« dauerte, wurden innere VereinS-Angelegenheilen bespro- chen und erledigt. Es wurde zu diesem Zwecke Herr Hölsip eingeladen, um sich über sei» Betragen zu recht- fertigen. Es gelang ihm diese« aber sehr schlecht. E« sprachen mit großem Beifall die Herren Hamlock, Frick, Kehre n berg, Großenbach und Klein aus Elberfeld. Am Schluß der Versammlung wurden stürmische Hoch- rufe aus den Präsidenten Becker und aus die Redaktion de«„Social-Demokrat" ausgebracht. römische Regierung im Princip nicht mehr gegen, g�e mit der Aufforderung, sich dem„Ällg. deulsch. Arb. vle Idee ijt, sich mtt Jtahen zu verstand igen. Verein" anzuschließen und erndtete großen Beifall. Der Nach Berichten aus Petersburg hat sich die russische nächste Redner, Herr Levien, sprach sich direct gegen Negierung jetzt ebenfalls bereit erklärt, die von s die jetzige Wahlbewegung aus. Er setzte auseinander, Vermischtes. " Heidelberg, 18. Oct.(Lassalle und Schulze- Delitzsch.) Im„Heidelberger Journal" finden wir unter Heidelberg, 18. Oct. Folgende«: