Nr. 186. Berlin, Freitag den 3. November elo Social- Demokrat. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. 19 Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins. Redigirt von J. B. v. Hofstetten und J. B. v. Schweiter. Abonnements Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo natlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Post ämtern 221/2 gr., bei den preußischen Bostämtern im nichtpreußischen Deutschland 1834 Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.( fl. 1. 45. fübd., fl. 1. 50. öfterr. Währ.) pro Quartal. 454 1865. ja bis ing t ต ล D Di | Paffins| tine de en ba uitbe Berlin Unfter bie de icht Bü der ipien, Die ter bes Redaction und Expedition: Berlin, Dresdnerstraße Nr. 85. Bestellungen werden auswärts auf allen Bostämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß- Compagnie, Scharrenftr. 1, sowie id auch unentgeltlich von jedem rothen Dienstmann" entgegen genommen. 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Demzufolge wäre dafür Sorge zu tragen, einmal, daß die Productiv Associationen mit Staatscredit gerade in solchen Gewerbszweigen begründet würden, welche auf einen größeren Kreis anderer Gewerbszweige von beftim mendem Einfluß wären; sowie auch ferner, daß man sie über alle Theile des Landes verbreitete, insbesondere aber in die großen, Ausschlag gebenden Industriedistricte hineinwürfe. Denn, m. H., nur dann, wenn in Gemäßheit vorzugsweise dieser, in zweiter Linie auch anderer, ähnlicher Gefichtspunkte vorgegangen würde nur dann wäre es möglich, die geschoffene Bresche gehörig auszuweiten, den eingetriebenen Steil bis ins Centrum zu drängen. Es würde sich nun hieran die Frage knüpfen: welches denn die ven jenen Associationen ausgehenden Wirkungen, die eine Untergrabung und Umwandlung der jetzigen Productionsweise herbeiführen müßten, fein würden? Allein, m. H., bevor wir diese Frage beant worten, laffen Sie uns da wieder anknüpfen, wo wir zuvor unsern Gedankengang unterbrachen an der Untersuchung nämlich, eble Euren bereins mit F Entich Un auswä Fufion Bobli Bitten thörten Seil b 23 lange Di Brogra Süßm Bijae innert in Drit bes ne neuen volkswirthschaftlichen Gesellschaft und dadurch der erwüchse.*) Bei manchen der erwähnten Mittel, menschlichen Gesellschaft überhaupt ist. Diesem durch welche der Staat die Errichtung von obersten Rechte gegenüber aber erscheint alles be- Productiv- Associationen ermöglichen könnte, liegt 22. stehende Recht dermaßen als bloßes Schein und allerdings ein äußerer Schein vor, als ver Formrecht, daß es frob sein muß, wenn es von löre die befigende Klasse nichts dabei; aber es ift libera jenem überhaupt nicht mit einem Schlage zu Trüm- eben auch nur ein Schein, und jeder, welcher die mern zertreten, sondern nur in allmähliger Wirksam gesellschaftlichen Zusammenhänge einigermaßen in den fin feit verdrängt wird. Sollte irgend Jemand in den ihre Tiefen und Verzweigungen zu verfolgen verSinn dieser Ausführung nicht genügend eingedrun- mag, muß erkennen, daß der befizenden Klaffe irgen sein, so möge er sich die Sache also vorstellen: gend wo und irgend wie der entsprechende Schaden der Staat hat jetzt das Recht, zu Gunsten von erwachsen müßte. Aber das ist sehr gleichgültig; Einrichtungen, die er für im allgemeinen Intereffe denn diejenige Klaffe, welche von jeher ihre Reich liegend erachtet, z. B. für die Herstellung und Er- thümer auf Kosten der Arbeit gesteigert hat, muß haltung der Rechtspflege, der Verkehrswege u. f. f. frob sein, wenn sie vorerst so billigen Kaufes durch Steuern zu erheben; d. h. er legt seine Hand, so fommt, wenn sie zum Zweck der Verwirklichung des weit er es für nöthig erachtet, auf die Gesammt ewigen und unverjährbaren Rechtes der Arbeit vorheit der in seinem Bereiche vorfindlichen Werth- erst nur eine geringe, im Vergleiche zu ihrer weiter gegenstände und wertherzeugenden Kräfte. Sobald Bevorzugung faum nennenswerthe Einbuße erleidet. um 2 wir nun nachgewiesen baben und wir glauben, Ja, m. H., wie wenig es hiermit auf sich hat, er daß dies von uns geleistet ist daß die Her giebt sich aus der einfachen Erwägung, daß ja ber melbet stellung der gedachten Productiv- Associationen einen Umstand, daß sie eine Einbuße erleidet, lebig im Interesse aller Arbeitenden d. h. der ungeheuren lich darauf beruht, daß sie unter den jetzigen EinMehrzahl im Staate liegenden Zweck zu fördern richtungen alle überhaupt möglichen Vorausgese und einen großen Culturfortschritt herbeizuführen, theile genießt, wonach freilich der Umstand, daß geeignet ist, so hat der Staat, die hierzu erfor nunmehr durch vorhandenes Kapital einer andern derlichen Gelder aufzubringen, mindestens dasselbe Klasse ein Vortheil bereitet werden soll, ihr gegen Recht, wie zur Steuererhebung oder Anleiheauf über als eine drohende Einbuße erscheinen muß. nahme zu sonstigen Zweden.( Beifall.) M. H. Nachdem wir bis hierher festgestellt, daß der Staat das Recht hat, die für Herstellung der gedachten Associationen nöthigen Gelder zur Verwendung zu bringen, fragen wir weiter, woher er diefelbe nehmen solle. einstm feinen er Hinwei Recht, Aufent auf Ar urfund die En börbe Bestim thanen * Also, wie gesagt, m. H., halten wir uns vor erst nicht mit der Frage auf: wie der Staat e machen soll, sondern stellen wir nur fest: daß er es machen kann. Der Staat, m. H., kann jeben Augenblid, wenn er guten Willen hat und Ernſt macht, über die erforderliche Summe verfügen: leibe. Diese Gewißheit genügt für die Hauptfache, und auf die aufgeworfene Frage: Woher soll der Staat bas nöthige Geld nehmen? ertheilen wir somit furz und einfach die Antwort: Daher, woher er über cebire haupt seine Gelder nimmt. bie reich Sigu den 11 leibe an de Bavi Sonne erschei Mr. H.! Man fann diese Frage verschieden beantworten; es giebt mehr oder minder brückende Arten, wie der Staat seine Geldmacht in Bewegung feßen fann; er fann theilweise die directe Be steuerung in zweckentsprechender Art zur Anwendung bringen, er fann Papiergeld ausgeben, er fann Wie viel nun, m. H., wäre erforderlich, um Zinsgarantieen übernehmen u. s. w. Allein, m. gedachten Associationen in dem früher bezeichnete große H., welchen der möglichen Wege man in biefer Sinne, als Bahnbrecher der neuen Zeit Beziehung einschlägt, wäre in der Hauptsache nicht herzustellen? Was wäre das mindeſte hierzu einmal, wieso man dazu berechtigt sei, vom von Belang. Denn was das Widerstreben der Erforderliche? ( Fortsetzung folgt.) Staate Gelder zu solchem Zwede zu verlangen; Bourgeoisie in diesem Betreff verursacht, ist, nächst uno ferner, woher der Staat die erforderlichen der Erkenntniß, sich um eines *) Selbst der Umstand, daß ein großer Theil der wird Was die erste Frage betrifft die Frage zustandes handelt, das Bewußtsein, daß man wird gezahlt zu Gunsten der Aufrechterhaltung des gänzlich neuen, alle Bevorzugungen ausschließenten ger Ausführung nur scheinbar entgegen. Denn derfelbe und nach der Berechtigung jo erinnere ich Sie die erforderlichen Kapitalien von Staats wegen fapitalbesitzende Klaffe bevorzugenden Gesellschaftszustan an das früher Nachgewiesene, wonach aller Tausch- nur dadurch aufzubringen vermöchte, daß man des. Selbst also wenn man annehmen wollte, die B werth, d. h. aller gesellschaftliche Werth*) nur durch deren Wirksamkeit den Besißenden entzöge. Man buktiv Affociationen sollten von einem Staate hergestellt die Arbeit entsteht, woraus wir folgerten, daß wer verstehe dies ja nicht falsch! Es ist durchaug werden, in welchem sich der mit den indirekten Steuern das Recht der Arbeit verwirklichen wolle, nur be- nicht nöthig, daß man den Besitzenden dies noch der Vortheil ergeben, daß die Steuern der Unbe getriebene Unfug erhalten hätte, so würde fich immer strebt sei, das Recht desjenigen Elementes zu ver- oder jenes direct hinwegnimmt, aber das ist mittelten, soweit fie hier als theilweise Grundlage wirklichen, welches die bleibende Grundlage der nicht zu leugnen, und ich erkläre es ausdrücklich Staatskredits in seiner concreten Gestalt in Betracht selbst, damit nicht zeitverzettelnde Streitigkeiten in fämen, nunmehr, vom gedachten Gebiete aus, zu *) Allerdings würde dieser gesellschaftliche Werth in dieser Beziehung entstehen: daß, man mag sich an- des Boltes selbst, nicht mehr zu Gunsten der fapital der neuen Geſellſchaft in erster Linie nicht mehr als stellen wie man will, die erforderlichen Stapitalien besitzenden Klaffe im geſellſchaftlichen Zusammenhan Gelder nehmen solle. Tauschwerth erscheinen allein es tommt eben bie be ber Spec u. f. diefer lizei 1 Lypor pediti fenen bier! eg jet lei& einfäl ſcid Ganften sondern auf seine Grundeigenschaft als gesellschaftlicher den Besitzenden auf irgend einem Punkte und in brung, daß der erwähnte Mißstand aufhören muß; wo nicht auf diese seine dermalige Erscheinungsform an, nicht flüssig gemacht werden können, ohne daß Mitwirkung fämen. Uebrigens bedarf es keiner And Firgend einer Weise der entsprechende Ausfall nach sich die Sache zweckentsprechender geftalten würde. Werth. fie b bies 11, vie bei J en den zu htet ung Denn nach iden hat den Digen Inen, trag. Janze Licher, iteren affen, bem Politischer Theil. Berlin, 2. November. Eine Streitfrage von hohem Interesse innerhalb der tonjervativen Partei Preußens ist, nachdem sie im Innern derselben schon lange gespielt, jetzt zu öffentlicher Behandlung gelangt. " weis geführt hätte, daß„ tiers état" ein incorrecter Ausbruck sei.*) Die Ausdrücke, deren man sich zur Zeit wie einer gangbaren Münze bedient, sind eben um deswillen und so lange ,, incorrect", als die Sache selbst noch im Fluß und der Begriff noch nicht abgeklärt ist. Die richtige Formulirung würde zugleich die Lösung sein. Um deswillen befinde ich mich auch in der Lage, alles das aufrecht erhalten zu können und zu müssen, was ich bis dahin über die Arbeiter Frage" gesagt, und ich fann nur bedauern, daß der Herr Rundschauer auf die Sache selbst nicht näher eingegangen ist. Es genügt nicht, die Vorzüge der Preußischen Ver faffung darin beschlossen zu halten, daß sie an sich durchaus mangelhaft und unzureichend, burchlöchert, faul und brüchig" fei; es genügt noch weniger, die Schleswig- Holsteinische oder, was dasselbe ist, die Deutsche Frage dadurch erledigen zu wollen, daß man sich gegen alle Annexionsgelüfte und doch für Annectirung erklärt. Auch die auswärtige Politik Preußens ist daher oder muß wenigstens sein eine Evolutions Politit im eminen ten Sinne. Wäre sie dies nicht, dann wäre sie schon heute eine revolutionäre. Nicht ohne Ueberraschung habe ich dabei aus den So wie ich die Aufgaben der answärtigen Politik betreffenden Ausführungen entnommen, daß der Herr Preußens begreife, muß dieselbe von der Thatsache und Rundschauer die Möglichkeit statuirt, auf dem fraglichen Erkenntniß ausgehen, daß durch die Veränderung der Gebiete eber mit dem Herrn Schulze- Delitzsch, ob- Welt- und Verkehrs- Verhältnisse sowohl im eigentlich schon er ſeine Bestrebungen nicht näber tennt!- als politiſch- diplomatiſchen als auch im focialen Sinne frilmit der„ conservativen Fraction" Hand in Hand geben here Gestaltungen und Beziehungen, auch auf Vertrag beruhende, unhaltbare und unmöglich geworden sind, Ist es in der That denkbar, daß ein Mann, der und daß nur der Staatsmann wahrhaft conservativ wie der Herr Rundschauer ausführt auf dem firch- handelt, der seine Zeit versteht, der die Dinge beim rechlichen wie auf dem politischen Gebiete die grundstürzend- ten Namen nennt und nicht das, was noch der Erhaltung sten, verwerflichsten und verderblichsten Principien bekennt werth und fähig ist, dadurch unheilbar compromittirt, und vertritt, daß eben dieser Mann auf dem socialen daß er es mit den zur Carricatur gewordenen Gestal Gebiete gesunde Grundsätze vertreten und heilsame Ten- tungen einer früheren Epoche verquickt. denzen verfolgen kann? Kann auch ein fauler Baum gute Früchte bringen?" Unsere Leser werden sich erinnern, daß wir seinerzeit Bruchstücke aus der letzten Rundschau" Der Kreuzzeitung" mittheilten, und daß darin unter Anderm eine Beschwerde des Rundschauers über das ,, Geliebäugel" eines Theiles der fonservativen Partei mit den Arbeitern enthalten war. Diese Beſchwerde des Rundschauers richtete sich, nebst einigen andern Stichen, in erster Linie gegen den zu Justizrath Wagener, die Seele der konservativen 3 es Partei, und so hat denn derselbe, nach einem langen Schweigen, welches durch Abwesenheit wegen Gesundheitsrücksichten erklärt wird, suaviter in modo, fortiter in re, in feiner Form zwar, aber sehr entschieden, die Angriffe des Rundschauers zu rückgewiesen und demselben gewissermaßen ein Programm der neu conservativen Richtung in Preußen entgegengehalten. Wir geben nachstehend den zweiten( größeren und wesentlicheren) Theil des merkwürdigen Schriftstückes aus der heutigen ,, Kreuzztg." wieder: Ich meinerseits wenigstens glaube dem Herrn SchulzeDelitzsch die Anerkennung schuldig zu sein, daß seine Persönlichkeit und Action aus einem Guffe sind und daß seine socialen Bestrebungen mit seinen sonstigen im vollkommenen Einklange stehen. Wenn aber der Herr Rundschauer sich außerdem noch auf den Herrn Professor Huber berufen hat, so dürfte er aus deffen neuestem Votum über„ ArbeiterCoalitionen" die Ueberzeugung gewinnen, daß diese Berufung keine zutreffende war. Ich will bierbei kein besonderes Gewicht darauf legen, daß unter„ Regieren" überhaupt etwas Höheres zu versteben ist, als das bloße, wenn auch noch so energische Fortarbeiten der bureaukratischen Maschinerie. Regieren" heißt eben nicht mehr und nicht weniger, als die politischen und socialen Bedürfnisse und Vielleicht, daß wir uns leichter verständigen, wenn Aufgaben der Gegenwart mit den Mitteln der Gegenwart ich das Problem anders formulire, wenn ich die Frage realisiren und befriedigen, und es wäre eine traurige aufwerfe: Was hat die Regierung, was haben wir zu Regierungs- Kunst, die sich den dringendsten Bedürfnissen thun, damit die Masse des Volkes aufhöre, eine todte gegenüber principiell insolvent erklären müßte. Hierüber zu sein, damit es gelinge, lebendige Macht. Elemente zu wird schließlich keine wirkliche Differenz unter uns ob- organisiren und mit sich zu verbinden? walten. Sind wir aber hierüber einig, dann ergiebt sich von selbst, daß eine Regierungs- Kunst, welche diesen Namen verdienen will, unserem Verfassungs- Conflicte gegenüber eine principielle nachhaltige Lösung suchen und finden muß. Denn wird man auch die Majorität nicht dadurch gewinnen, daß man nach Majoritäten hascht, so dürfte man sie doch auch schwerlich dadurch allein erzielen, daß man die Majoriät geringschätzt. Die richtige Action der Regierung scheint mir wenigstens darin begriffen zu sein, daß sie das Erlangen der Majorität nicht als Zweck, Nicht, daß ich meinerseits den Werth und die Wir- sondern als nothwendiges Resultat ihrer Action betrachtet, tung einer energischen consequenten Verwaltung in dem oder mit andern Worten, daß sie die lebendigen rechten Sinne unterschätze; niemals aber wird die„ Ver- Macht- Elemente so für sich zu gewinnen und mit sich zu waltung" im Stande sein, die principielle Lösung zu er- verbinden und das Recht der Gegenwart in der Form lezen oder überflüssig zu machen. zu realisiren weiß, daß ihr die Majoritäten von selbst Preußen kann wie der Herr Verfasser der Nund zufallen. schauen mit Recht ausführt nicht auf Eines StaatsUm deswillen ist die sogenannte ,, Arbeiterfrage" eine mannes, auch nicht auf Eines seiner Könige persönlichen Herrschafts- Frage im eminentesten Sinne; sie Eigenschaften fest und aufrecht stehen. Dazu ist es zu ist aber nicht dies allein, sie ist gleichzeitig die Or groß und seine Gliederung zu mannichfaltig. Preußen 8anisations- Frage, deren richtige Lösung darüber bedarf einer breiteren Grundlage, und diese breite Grund- entscheiden muß, ob es gelingen wird, die jetzige, ledig. lage muß dem Könige die selbstbewußte, organisirte, that lich aus der Negation geborene, compacte Opposition zu fähige und thatkräftige Treue und Hülfe aller derjenigen sprengen und dem Zersetzungs- Prozesse der feiner Unterthanen gewähren, die ihr, als dem irdischen Staaten Halt zu gebieten. kommt Serrscher, und ihrem himmlischen Könige von Herzen anbangen." beit, 1, m. Inter beiter ot an Ger zenja rund 3 volle im Denn nicht allein, daß von einem dritten und vierten Stand im rechten Sinne nicht gesprochen werden kann: es giebt beute überhaupt thatsächlich keine Stände mehr und es handelt sich vielmehr darum, etwas Entsprechendes neu zu gestalten. Was sich hieraus aber ergiebt, das ist zweierlei. Zuerst, daß es ein verhängnißvoller Fehler sein würde, dem gegenwärtigen Conflict gegenüber mit Eines Staats: mannes persönlichen Eigenschaften zu rechnen. Conflicte, Die Signatur der Zeit ist eben die Auflösung und wie derjenige, mit welchem wir es zu thun haben, die Bersetzung aller überkommenen Inſtitutionen und Drdürfen nicht ungelöset vererbt, die müssen von denjenigen, ganiemen, darunter auch diejenigen, welche bis dahin ies zu welche an ihrer Wiege gestanden, auch ausgetragen tigten Arbeiter geordnet und geschützt, und die ,, Arbeiter den Gewerbebetrieb und die Stellung der darin beschäf r dort werden. Sodann aber resultirt daraus die durch Nichts abfrage" ist eben die Aufgabe, an Stelle dessen, was veruweisende Frage, auf welchem Wege und durch welche loren gegangen und nicht mehr zu halten ist, ander Mittel eben die von dem Herrn Rundschauer in Anspruch weite zeitgemäße Institutionen und Organis genommene„ breitere Grundlage" zu gewinnen, zu schaffen men zu begründen und zu gestalten und damit zu organisiren ist. dem Fortschritte der Zersetzung einen Damm entgegen Mit Befriedigung darf ich auch hier die eigenen Aus- zustellen. führungen des Herrn Rundschauers citiren, wenn er sagt: Es ist dies der Grund, warum ich die ,, Arbeiterhabe und auch heute und ern es Aus pital er an e Lage n, die pt 311 punft Broduc bermor au bisber " Die Deutsche Kleinstaaterei" mit ihren Ansprüchen und Reminiscenzen ist für Niemanden gefährlicher und bedenklicher, als für die Souveräne der Kleinstaaten selbst, und die Entwickelung Deutschlands wird unzweifelhaft auf die eine oder die andere Weise über die Köpfe derer hinweggehen, welche sich in der Jlusion gefallen, bewaffnet mit dem rostigen Schwerte eines mißverstandenen Begriffes, die Wandelung der Welt Verhältnisse ungestraft ignoriren zu es ein revolutionäres Beginnen, von Gewiß wennen. den„ Souveränetäts- Rechten" und Pflichten der kleineren Staaten mehrere oder andere in Anspruch zu nehmen, als welche dieselben absolut unfähig sind selbst auszuüben und bez, zu erfüllen. Nicht minder aber würde es revolutionär sein, unzweifelhafte und unabweisliche RegierungsPflichten und Rechte deshalb ruhen zu lassen, weil die vermeintlichen Inhaber dieselben so wenig selbst ausüben und erfüllen konnen, als durch Andere ausüben lassen wollen. und wenn Wenn irgend Etwas, so hat das Jahr 1848 den Beweis geliefert, daß das Deutsche Fürstenthum mit dem Preußischen Königthum steht und fällt, nichts desto weniger dieser und jener mehr eitele als scharfsichtige Deutsche Staatsmann gegen das Preußische Königthum und dessen Kräftigung Sturm zu laufen versucht, so zerfägt er eben den Zweig, auf welchem er bis dahin seine Seiltänzer- Kunststücke gemacht. Was speciell die Schleswig- Holsteinische Frage anlangt, so hat Preußen die Stellung, welche es inne hat, durch einen siegreichen Krieg und einen regelrechten nicht die Rede sein. Wie sich das Verhältniß weiter ent Frieden erworben und also kann bisher von Annectirung wickeln wird? Für dle Beantwortung dieser Frage sin so viele Momente maßgebend, daß es eine müßige Conjectural Politik sein würde, darüber schon heute etwas Bestimmtes voraus verkündigen zu wollen. Was indeß unantastbar feststehen muß, das ist das Eine, daß Preußen niemals die Hand dazu bieten darf, einen Papagei von Gotha verdrängen oder seine und den Preußischen Adler aus den Herzogthümern durch Deutschlands Weltstellung an der Ost- und Nordsee dadurch gefährden zu lassen, daß es die Vertretung jener für die Zukunft entscheidenden Interessen in Hände gerathen läßt, welche schon heute nicht leiten, sondern geleitet werden, und die nichts weiter einzusetzen haben, als das eintönige Phrasen- Geffingel des bekannten national- deutschen Puppen- Theaters. das muß man auch ernsthaft wollen, und es würde Was man aber unserer Seits in Aussicht nimmt, insbesondere und als konservativer Partei übel anstehen, wüßten wir nichts weiter zu sagen oder zu thun, als gewiffermaßen widerwillig hinter einer von uns nicht verstandenen Action der Regierung einherzugeben und demnächst die vollendeten Thatsachen zwar beifällig, aber doch mit dem Bemerken zu registriren, daß man dieselben allerdings eigentlich nicht gewollt. Das Wort des Kaisers Napoleon, daß die alten minder für die inneren Verhältnisse der einzelnen Staaaußerhalb Frankreichs seine Wahrheit, und es gilt nicht ten, als für das Verhältniß der Staaten unter sich. Es nügt um deswillen auch nicht, weder einen mißverstandenen Legitimitäts- und Souveränetäts- Begriff galvanisiren, noch sich in die Idylle uuwiederbringlich verlorener patriarchalischer Zustände versenken zu wollen. Macht, sie ist vielmehr ein Element der Schwäche. Le- wiederum bezeichne als entscheidend für die Zukunft der Parteien ein überwundener Standpunkt" seien, hat auch bendige Macht- Elemente haben wir aufzusuchen, wenn Staaten und das Schicksal der Civilisation. bir der Macht der Regierung innerhalb der LandesverIn und mit dieser Frage wird es nämlich entschietretung und im Lande uns bewußt werden wollen." den werden, ob Einsicht und Kraft genug vorhanden Diese breite Grundlage", diese ,, lebendigen Macht sind, die Staaten und Völker von unten herauf neu Elemente" und deren Organisation sind es, welche ich zusammen zu faffen und zu organisiren, unter dem Rubrum der ,, Arbeiterfrage" behan- fcheidung, in welcher gleichzeitig die fernere enthalten ift, ob fortan die eisernen Klammern des Cäsarismus brudt tein correcter ist; ich weiß auch, daß die Bezeich. der Völker sein werden. ich weiß woht, daß dieser Aus- oder ob lebendige Organe und Gelenke die Bindeglieder Rungen ,, dritter und vierter Stand" ebenfalls incorrecte Ja, was noch mehr ist, derselbe Grundgedanke beBelt. babe. Arbeiterfrage", eine Ent find. Ich weiß aber nicht minder, daß das bloße tri herrscht eben sowohl die äußere wie die innere Politit. che Bemängeln dieser Ausdrücke der gegenwärtigen| hon *) Dies haben auch wir, wie sich unsere Leser erin Wer regieren will, der muß die thatsächlichen Zustände Mächte der Gegenwart sich dienstbar machen; erkennen und ergreifen; der muß die lebendigen der muß Hand anlegen, mit der anderweiten Organisasation der Masse Ernst und mindestens den Anfang zu machen; der darf die Arbeit nicht scheuen, den göttlichen Bewegung gegenüber eben so wenig bedeutet, als wie es 3- hoe Wirkung der bekannten Broschüre des Abbé Sieyes nern werden, ausgeführt. Der Ausdruck ,, Arbeiterstand" Gedanken in der Geschichte des Tages zu studiren und Aber ben ,, tiers état" neutralisirt, oder gar die Revolu- ist nicht genau; aber der Hinweis auf diese Ungenauig daraus zu lernen, was unser Ziel und unsere Hoffnung rag Ständ unbe verhindert haben würde, wenn man ihm den Nach- feit beweist nichts in der Sache selbst. ( D. Red.) sein soll.