Nr 198* Berlin, Freilag den l7. November Sorial-Dtmolnat. err gn ein ft.' kai pie ha wü Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Festtage. Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Bereins. Redigirt von I. B. v. Hofstetten und Z. B. v. Schweitzer. Rcdactivn und Expedition: Berlin, Dresdnerstraße Nr. 8S. Abonnements-Preis slir Berlin inet. Bringerlobn: vierteljährlich 18 Sgr., mo« natlich ö Sgr», einzelne Nummern 1 Sgr.! bei den Königl. preußischen Post- ämtern Sgr., bei den preußischen Postämtern im mchlpreußischen Deutschland lM/e Sgr., im iibrigen Deutschland 1 Thlr.(st. 1. 45. südd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werde» auswärt« auf alle» Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von per Expreß«Eompagnie, Scharrenstr. I, sowi« auch unentgeltlich von jedem„rvthen Dienstmaiiu" entgegen genommen. Juscratc(in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespalteue Petit-Zeil« bei Arbeiter Auiioncen mit l Sgr., bei soustigeu Annoncen mit 3 Sgr.««rechnet. Da diS den w o auf stin in wie von g-S Zu nier Me fdch Agentur für England, die Colonieen und die iiherseeischen Länder: Mr. Bender, 8. Linie New-Port-Street, Leicester- Square W. C. London. Agentur»flr Frankreich: G. A. Alexandre, Strassbourg, 5. Kue Brulee; Paris, 2. Cour du Commerce Saint-Andrd-des-Arts. Kö hat, und Ab: den Best acht: herb hat Riici Die der gem, gege tosig dahe Ema Call Kais: dopp hafte nun Lobe: Die gens Bestellimgen für das vierte Quartal wer- den fortwährend(auswärts auf den Post- ämtern) angenommen. Politischer Theil. Deutfehland.- * Berlin, 16. Nov. fIn der Drohnole n- a«schichte� bringt die neueste.Prov.-Corr." einen Artikel der Umkehr, worin— sehr kleinlaut— auseinandergesetzt wird, tag der Bund daS Reckt habe einzuschreiten und dies hoffentlich auch thun werde. Der Bund! Also keine Borinächtelel mehr! AnS Frankfurt a. M. hört man in dieser Sache, daß der dortige gcsetzgebeute Körper dem Senat einstmimig seine Anerkennung für die„kräftige Wahrung der Reckte der freien Stapt Frankfurt" ausgesprocken hat. [3ii der schleswig- holsteinischen Frag es versickert wiederum sehr kleinlaut— die neueste„Prov. Corr.", daß durchaus keine Schrltte zu einer endgültigen Lösung dieser Frage im preußiscken Sinne in Aussicht stünden. Ruhe und Friede mit Oesterreick, was die Hauptsache, seien durch Gastein verbürgt und man habe vorerst keinen Grund, diese Errungenschaft durch neue Experimente in Frage zu stellen. — f Der preußische Landtags wird im Januar k. I. einberufen werden. fDaspreußischeHerrcnhauSbetreffendf bringt die neueste„Prov. Corr." einen langen � die Übrigen 60 Mill. haben sie nur facultativ in Eom-' ihre angeblicken BergleichSvorschläge gewissermaßen zu misfion übernommen und zahlen dieselben in zehn dikliren. Jetzt müssen sie den sehr unangenehmen Monate» je nach Erfolg ihre» Verkauf» der Papiere, umgekehrten Weg machen, erst sich mit der wcst« Da» Anlehe» ist zu 5 Procent Zinsen beschlossen und licheu ReichShälfte auseinandersetzen und dann ihre zum Evur» von 65 übernommen, aber mit noch drei häusliche» Angelegenheiten ordnen. Daß nun der Prvcenl Provision, so daß in Wirtlichkeil nur 62 pEt. Aussall dieser Verhandlungen, also die Lösung der baar gezahlt werden. Und zwar wird gezahlt in Oesterr. Frage über die staatsrechtliche Stellung de» liönig« Währung, also in niedrig stehendem Papiergeld, während reich» Ungarn zur tÄesammlmonarchie, auf die Eni« die Rückzahlung innerhalb 35 Jahren in Silber crfvl- schlüsse der beiden ihre Selbslständigkeil behaupteneen ! gen soll An den Markt bringen wolle» die Herren Nationen von entscheidendem Einfluß sein wird, ist selbst- Unttruehmer das ncue Papier zum Tour» von 70, so verständlich. Je nachdem Ungarn mit der vollen und daß sie dabei auch acht Procent profitiren.— Man reinen Personalunion al» Sieger hervorgeht, oder sich ' sieht, daß diese Herren weder Oesterreich noch sonst wem nur mit municipaler Selbstständigkeit bei gemeinsamer etwa« schenken wollen. Gesetzgebung und Regierung begnügen muß, werden — l AuS München! hört man neuerdings von auch Siebenbürgen und Eroalien ihre Stellung nehme« ! Veränderungen in den Ministerien. Das Portefeuille''"d gr°K-r--der g-r.ngere S.lbstst-nd.gke.. beanspruchen. �-q f«n M,;«! Das ,ft eine Überaus fatale L�ge, gewissermaßen eine Zw:cl .res Handels soll mit dem des.luswarttgen, das j„ roel�e � Ungar,, gerachen sind. Um ent« des Eultus mit dem des Innern vereinigt werten schade» und mit Nachdruck austreten zu könne», dazu »IIb ber FlnaiizmiU'ster. sowohl als der Krieg». lfrh,i ji,,,,,,„„„ ha« Gewicht, und für jeden Stein, oen �minister ihre Einlassung nachzusuchen beabsichtigen, sie Oesterreich gegenüber verlieren, wird ihnen im cige« * Wien, 14. Nov. lZur Lag- in Oester- z"-" Land gleichzeitig ein anderer geschlage,.. E» ist da« qin� 2«."„»»«.61, wo» der auch die Verlegenheit sehr erklärlich, in welcher die reich! w,rd der„Allg. Ztg. aus Pest h. 12. Nov.. Ungarn flch gegenwärtig befinden; noch da. keine» der Artikel, an dessen Schlüsse es heißt: Die Gesetz-Sammliing dürste bereit« in den nächsten Tagen eine Allerhöchste Verordnung verkündigen, durch welche die früheren Vorbehalte wegen Bildung der Ber- bände de« allen und de» befestigten Grundbesitze» er- ledigt und in Betreff der Wahl der von diese» Verbän- den und den Provinzial-Verbänden der Grafen zu prä- scntirenden Mitglieder de» Herrenhauses entgültige Be- stimmungen getroffen werden. Die hiermit ausdrücklich und unzweifelhaft abgeschlossene„Königliche Anordnung" i» Betreff de» Herrenbause» kann demnächst nach Art. 1 de» Gesetze» vom 7. Mai 1853 nur durch ein mit Zu- stimmung beider Häuser de« Landtag» zu erlassendes Gesetz abgeändert werden. fCvnfiSeatioii.f Die Nummer 318 der „Rhein. Ztg." ist wegen des Briefes von Ludwig Simon„An den letzte» Präsidenlen der deutschen Nationalversaminluilg Herrn l)r. Löwe zu Berlin", von der Polizei mit Beschlag belegt worden. Mit Weglassuiig dieses Artikels hat die Redaclion eine zweite Ausgabe der stkummer veranstaltet. �[Biit österreichischen Anleihe! erfährt die„Kreuzzig."„von sonst glaubwürdiger Teile": Die Anleihe ist llbernomnien von der Fralizösischen DiSconto-Gesellschaft, bei der— irren wir nicht— Herr Fould betheiligt ist. Die Kumme beläust sich aus 80 Millionen, so jedoch, daß die Unternehmer nur 20 Millionen sogleich zu zahlen fest übernommen haben; L'-J' t 1 Partei-Organe sich geäußert, obwohl dazu schon Zeil ge- ! Die drei wichtigsten Ereignisse welche in den unga- niesen. Die Hoffnung an die sie sich muibniaßlich noch rischen Angelegenbetten die letzt e>i Tage gebracht haben, j�nmeru. daß der siebenbürgische Landtag die' Erklärung sind ohne Zweifel die vollzogene Vereinbarung der deulich- wachsen nicht z» der seinigen machen, sondern von österreichischen Anlonoinisten mit den Eentralisten, die vornherein die Union annehme« werde, ist eine trüge- Fusion der beiden großen Parteien in Eroatien, die man vischc, da die Lage, welche die Sachse» augebahnt, eine ebenfalls als autonome(uationale�und al» ceiitralistische � vortheilhafte ist, al« daß nicht alle jetzt»och Unent- !(magyarisch gesinnte) im engeren«inn bez-ichnen konnte, geneigt sein sollten, dieselbe zu acceptiren. Ein und die R-prasentalio» und die Adresse der Naiions- Ze„g„iß dafgr legt bereit« der beute eingeg-ngene Pro- ! Universität in Siebenbürgen. Alle dre, sind gleichmäßig. �er in Kronstadt aiisässigen Rumäne» ab, die an geeignet die Schwierigkeiten der ohnehin prekären Lage � Sal)( btt LandtagSdeputirten nicht Theil genommen. und die bereits herrschende Verwirrung außerordentlich i>K Oalslcetlisleatt der Wahlcomniission zurllck- zu vermehren. Denn während der zwischen den Auto- gegeben habe» nomistc» und Eentralisten geschlossen« Paer, dessen Haupt- � � guSgeführt wird, ist sicherlich im sR�JSässrWisssz TjrJtTSS'$ reich«, einen Pretest gegen jede Oclroyirung und die Ungarn etwaS in lhrer ii$aß|(�alc da eil, ira ! Incompetenz-Erttärung der Landtage� zu BerfassungSän- unter allen Umstanden vom höchsten Dennchte ist dernngen enthalten, direkt gegen das gegenwärtige Re- und was eden dahin geführt hat, dast dermalen in gimeni gerichtet sind, und demselben statt der bisher zer- Oesterreich sich Alles um Ungarn dpehl: das rück- splitterte» Streiszüge einen geschlossene» Parleikainpf an- sichtölose.unerschiitterlicheVersolgeneiner kündige», richten sich die beide» Maiiifcstativne» au« einmal erfaßten Idee bis in die äußersten Siebenbürgen und Eroatien gegeu das von alleu Natlo- Cvnseauenzen- ein Austreten, welches im ..alitäten Oesterreichs heute all.,., zum Miu.stermm fl Geaensatz- zu der in Deutschland üblichen hende Ungarn. Die beiden Erklärungen der Sieben- dürger Sachsen, sowie der fusionirten Parteien Eroatien», 1 �"!! st��dulick glaubt, stimmen merkwürdigerweise fast wörtlich darin überein, bnrch �Nachgiebigkeit gegen die bestehenden Gewalten, daß sie die Stellung der beide» Kronländer zu Ungarn durch„den Umsländen Rechnung tragen", söge- von der Regelung' der staatsr.-chtlich-u B-rhällnisse Un- nannte„Realpolitil" ,c. etwas ausrichten zu können. garii» zur Gesammlmonarchie abhängig machen, und ihre Wer so kräftig und nachhaltig auftritt, wie die Entschlüsse je nach dem AnSsall derselben sich vorbehalten. Ungarn, und sich nickt scheut, die ergriffene Sache -Die Erklärungen sind also völlig»egaliv, diplomatisch � vollen Eonsequenz zu verfolge», dem ist ein rückhaltig. Da» paßt aber ebensowohl den Ungarn als gewisses Gewicht immer gesichert; jedenfalls muß der gegenwarligeu Regierung sehr schlecht. De»» einer- a" feit« wird damit ein Hauptactikcl de« durch die 1848er �? L~ r i rcl..• L cAcsttze begründeten neue» Staatsrecht», die Union mit gebniß, welches in a u» l i cv en(. h ara c I e r eu immer Siebenbilrgen und Eroatien, als integrireiidec Theil zusagen wird.— der Länder der StephanSkrone, vollständig osseu gelassen, Im Uebrigen bemerkt obige Correfpondenz noch die so energisch behauptete Rechisconliuilitäl wiederum Folgendes: uiiterbrochen oder richtiger noch immer nicht aiigekiiüpsl, � Dem bisher mit vieler Bestimmtheit auftretenden und andrerseits sind die Ungarn jetzt nicht mehr im' von der Bildung eines eigene»»ugarischen Stande— ipa» sie bisher hossien— der westlichen-:---—-— ReichShälfte al« eine durch Eroatien und Siebenbürgen-) Gestern von un« mitzetheilt. Luc R verstärkte, geschlossene Phalanx gegenüberzutrclen und (Red. de«„Soc.-Dem.") Ri Socio Köpfe. M an teil> allei rufe, d li n k in di solches verhüt um je die je daraui Betrei licheu an.? dcher Werder Ab 3)1 auf di Sie c Fcbru ' h u e> Habel Du» Ministerium« wird von Seite der Regierung nahe« sichender Blätter widersprochen, mit der Erklärung: daß die Krone vorerst die Revision aller noch nicht sanctio- Nirten Artikel der 1848er Gesetze, unter denen sich auch der über die Bildung eines eigenen Ministeriums befinde, durch den Landtag erwarte, und daß dieser Punkt auch schon ig der Thronrede nachdrücklich werde Hervorgehoden werden.— Der bis jetzt im Ganzen ziemlich ruhige Verlauf der Wahlbewegung bat neuerdings doch in wehreren Eoimiate» seine Ausnahmen gefunden. Es hat nicht nur, der Sitte der Väter gemäß, blutige Köpfe gegeben, sondern es sind der Parteileidenschaft auch mehrere Menscheuleben zum Opfer gefallen. Nach einem Ort, in der Näht von Pesth, wo sogar der Ortsnotar erschlagen worden ist, mußten einige Compagnien Militär ausrücken, um weitere Gewallsamleiten zu hindern. Epeesse geringerer Art sind zahllos.— Zu den Empfangs- feierlichkeiten des Kaisers, die überaus glänzend aus- fallen sollen, wird eifrig gerüstet. Von„Triumphbogen" ist man tactooller Weise abgekonimen.— Trotz der eisri- geu Arbeiten am Reichstagsbau kann da« Gebäude doch nicht vollständig benutzbar vollendet werden. E« wird daher nur die Eröffnungssitzung in demselben ab« gehalten werden: dann übersiedelt der Reichstag nach dem Natioitalmlijeum, bis das ReichStagshau« vollstän« big eingerichtet und namentlich ausgetrocknet ist. Man rechnet also auf eine lange Dauer der Session. Daß ein s vcia l istisch es E l e ni e n t bei der Wahlbewegung in Ungarn hervorgetreten ist, wissen unsere Leser bereits Nun finden wir nachstehende Correspondenz aus Pesth, 12. d. M., in der„Presse". Diese Correspondenz, welche offenbar eine starke Bourgeoisie-Färbung trägt und die Sache lächerlich zu machen sucht, lautet: Bei der Sitzung der Schwarzianer im Thalia-Theater ging es außerordentlich lebhaft her. Schwarz haran- guirte seine Anhänger sür seine Wahl zu möglichster Kraslanstrengun i im Interesse der wirklichen Freiheit. Sein Freund Henzelmann sprach beinahe ini Geiste Robespierre's.„Ja", rief er im Verlause seiner hoch- trabenden Rede mit großer Begeisterung an«, ,,wir werden ihnen dennoch zeigen, daß wir Hindostan, Eal- eutla und Petersburg mit dem zu erbauenden Pracht- vollen Bahnhofe in der Thercsienstadt in Verbindung bringen werden und wenn nicht anders, so schreiten wir Über die Leichen dieser Coterie(Deal, Kemeny, Eötvös) in den Tempel der Freiheit und Unabhängigkeit." Kein Wunder, daß nach derartige» Erpectorationen die Be- geisterung in Extase überging, die sich alsbald in einer wahrhaft drastische» Weise manifestirte. Als der jugend« liche Eandidat Schwarz nämlich die Heimreise aus einem Omnibus antrat, spannten seine exaltirten Zuhörer— großentheil« Gymnasiasten und Realschüler— die Pferde seines Wagens aus, und zogen ihren Candidaten im Triumphe durch die halbe Stadt. Sinnentstellender Druckfehler: In der gestri- gen Notiz„Der delitzschiöse Herr Schulze" ist statt„als sonst die Bourgeoisie durch ganz Europa einen gewissen Zusammenhalt an den Tag legte" zu lesen: legt. Ausland. * Paris, 14. Nov. �Tagesbericht.� Herr Foulv fährt fort, von Bankerott und anderen Ge- fahren zu reden, wenn man nicht sparen wolle.— Trotz aller Einrede des General-Gouverneurs blieb der Kaiser bei der Ansicht, daß der Süden Algeriens zu räumen fei. Wenn es dahin kommt, wird der Marschall seine Entlassung nehmen; doch kehrt er Noch jedenfalls auf einige Monate nach Algier zurück, etwa bis zum Februar deS nächste» Jahres. — Tie Nachrichten aus Spanien lauten fort- während„beunruhigend". Die Königin Jsa- della hat durch ihr Verhalten während der Cholera (die übrigens jetzt fast gänzlich vorüber ist) und durch ihre sehr mäßige Freigebigkeit zu Gunsten der Hinterbliebenen sich vollends uni alle Sympa- thieen bei dem Volke gebracht. Ein kürzlich ver- sammelteS Meeting in Madrid gab der herrschen« den Stimmung einen so energischen Ausdruck, daß nur die Angst der Behörden eine Erklärung dafür abgeben kann, weshalb man nicht eingeschritten ist. Der Moniteur freilich hatte eben erst die spanischen Zustände wieder mit dem glänzenden Lichte seiner Phantasie beleuchtet.— Der Kaiser hat, wie die „Presse" schreibt, dieser Tage die Centralbureaux der Telcgraphie im Ministerin! des Innern be- sucht und sich überzeugt, daß die Räumlichkeit für diesen jetzt so ausgedehnten Dienst unbedingt nicht mehr ausreicht. Eö wird deshalb ein großes Tele- graphen-Hotel erbaut werden, allein nicht, wie die Handels- und Finanzwelt gehofft, in der Nähe der Börse an der Ecke der neuen Rue Reaumur, sondern auf dem Platze des Stadthauses, wo, wie man sagt, die daran stoßenden großen Casernen den te- legraphischen Verbindungen alle mögliche Sicherheit gewähren. Daß man solche„Sicherheit" für nöihig hält, ist freilich bezeichnend.— Die Patrie berech- net heute, daß die Occupation Roms Frank« reich von 1849 an fill.KVV.OOO Franken gekostet hat. Man ist sehr gespannt, zu erfahren, was der rö- mische Hof thun wird, wenn alle französischen Truppen aus dem Kirchenstaate zurückgezogen sein werden. Die päpstliche Armee besteht bis jetzt näm- lich nur aus 6570 Manu, die folgender Maßen vertheilt sind: ein Linien-Regiment von zwei Ba- taillonen zu je sechs Compagnieen(1500 Mann); ein Jäger-Bataillon(900 Mann); ein Bataillon fremder Carabiniers(700 Mann); ein Artillerie- Regiment(500 Mann); eine Schwadron cingebo- reue und eine Schwadron fremde Dragoner(zu 140, resp. 130 Mann); eine Legion Gensd'armerie (1800 Mann) und endlich ein Bataillon Locab trnppen(900 Mann).— Die heutige Börse war sehr flau. Die Artikel der össiciösen Blätter über die Armee-Reduction bleiben ohne Ein- druck, da niau daraus ersieht, daß die projcctirten Ersparnisse noch wenig verschlagen. Dieselben sol- len auch, wie die Össiciösen äußern, in ihren Haupt- puncten außerdem erst später in Anwendung kom- nien(vgl.„Neuestes").— Nächsten Sonntag feiert der hiesige Männergesang-Verein„Lieder- tafel" sein zehntes Stiftungsfest. Mit demselben steht ein auf dem Princip der Gegenseitigkeit beruhender Hülssvercin in Verbindung, der vor un- gefähr zwei Jahren gegründet wurde. Derselbe begrub gestern das erste Mitglied, das seit seiner Gründung gestorben ist. Der ganze Verein gab ihm das letzte Geleit und die activen Mitglieder deö Gesangvereins trugen in der Kirche sowohl als auch am Grabe angemessene Gesänge vor. Die Cere- monie war eine recht feierliche. Sie wurde nur leider durch den protestantischen Geistlichen gestört, der, aufgebracht darüber, daß man ihn nicht an das Krankenbett berufen, eine Rede hielt, die bei Allen Anstoß erregte. — 15. Nov. Der heutige„Moniteur" ent- hält Folgendes: Die Blätter haben über die projektirten Reductionen in den Cadres der Armee durchaus irrige Mittheilungen ge- bracht. Wenn auch der Kaiser im Princip eine Verminderung der Ausgaben im Kriegsetat ge- nehmigt hat, so sind doch die Mittel und Wege, diese Reductionen in'S Leben treten zu lafien, noch nicht definitiv festgestellt worden."— Der„Abend-Moniteur" sagt, daß die über den Zu- stand des Königs der Belgier umlaufenden be- unruhigenden Gerüchte jeden Grundes entbehren. In deni Gesundheitszustände deS Königs sei durch- aus keine Veränderung eingetreten und werde der- selbe bald nach Brüssel zurückkehren.— Die „France" meldet, daß Mr. Delang le, erster Vicepräsivcnt des Senats, zum Nachfolger Dupin's ernannt worden ist.— Aus Rom wird tele- graphirt, daß am heutigen Tage der österreichische Botschafter v. Bach sein Abberufungs-, sein Nach- folger v. Hüb euer sein Beglaubigungsschreiben dem Papste überreichte. — 16. Nov. jNeuestes.j Der„Moniteur" bringt einen Bericht des KriegSministerS Randon an den Kaiser, begleitet von einem kaiserlichen Decrete über die Reduction der Armee. Die Reductionen werden durch allmälige Verabschie- düngen bewerkstelligt. Die Officiere, deren Chargen aufhören, erhalten Urlaub. * Lvndon, 14. Nov.(Der Negeraufstand in Jamaika.) Die ebenso niederträchtige als heuch- lerische englische Adels- und Geldsacks-Herrschaft sieht sich gegenwärtig von Innen nnd Außen her in Verlegenheit gesetzt. Im Innern verlangt man von ihr Wahlreformen und hat sie die Fenier auf dem Hals, von außen bedrohen sie die Ansprüche der Vereinigten Staate» in der Kaperangelegen- heit, der Negeraufstand in Jamaika und sonstige Revolten an allen Enden der bewohnten Erde. Ueber die Thaten der Aufständischen in Jamaika nach der Demolirnng des Stadthauses von Morant Bay wird berichtet: Am folgenden Mvrgen, nachdem sie viele Häuser und Pflanzungen demolirt hatten, machten sie Streiszüge in die Um- gegend und mordeten alle Weißen und Mischlinge, deren sie habhaft werden konnten. Doch scheinen sie bald auf Widerstand sowohl von Seiten der sich zusamnienschaarenden Weißen, als der heran- rückenden Truppen gestoßen zu sein. Vierzig der Empörer waren gefangen genommen und gehenkt worden; dasselbe Schicksal soll auch eine Anzahl Weiber betroffen haben. Ob dem Aufstande da- durch Einhalt getha» worden, melden die spätesten Berichte»och nicht. In Kingston ging man mit der Absicht um, das Kriegsrechl zu proklaniiren; die Freiwilligencorps rüsteten sich, einer etwa austre- tenden Bewegung energisch entgegenzutreten. Als der Führer des Äufstandeö wird ein Mann genannt, Paul Bogle, der bisher als einer der ruhigsten und friedlichsten Bkenschen bekannt gewesen war; auf seine Beibringung hat der Gouverneur eine Belohnung von 2000 Dollar gesetzt. Ein KingSloner Blatt berichtet, nach der Aussage eines SpionS sei es der Plan der Rebellen, alle weißen und halbweißen Männer zuerst zu ermorden, später auch alle Kinder und die Weiber in Sclaverei zu halten, sich der Brandstiftung nur in so fern zu bedienen, um das Einbringen der nächsten Ernte zu verhindern, und von dem Eigentdum der Weißen Besitz zu nehmen. Eine andere Zeitungs- Notiz besagt, daß nur Männer, nicht aber Weiber und Kinder von den Negern gctödtet oder grausam be- handelt worden seien. Näheres in dieser ganzen Sache, die sich nach den bisherige» Nachrichten noch nicht genau überblicken läßt, bleibt abzuwarten.— Ueber die Ursachen deS Aufstand eS schweigen die Nachrichten. Es liegt jedoch aus der Hand, daß dieselben in der Unterdrückung der Schwarzen durck die Weißen nnd insbesondere in der mangelhaften Verwaltung nnd Gerichtspflege liegen, welche den Krebsschaden der englischen Colonien i überhaupt bilden, und als auf ihren letzten Grund auf daS in England soweit ausgebildeie System der Protection durch einflußreiche Parlaments- Mitglieder und hervorragende Staatsmänner zurück- zuführen sind, welches oft ganz unwürdige>subjecte als Beamte nach den Colonieen sendet. Die in Georgetown, der Hauptstadt von British Guayana erscheinende„Royal Gazette" enthält eine in dieser Beziehung höchst lehrreiche Schilderung. Schon unter dem 24. März dieses Jahres werden die Zllstände in Jamaika in folgender prophetischen Weise geschildert: Unsere socialen und VerwaltungS« Zustände bieten nach allen Seiten ein Bild der Desorganisation dar und ein unbestimmte« Vorgesiihl sagt Jedennann, daß ein Staatsunglück in der Lust schwebt. Ju socialer Hin- ficht begegnen wir hier Dingen und Austritte», welche das Geniülh mit Ekel erfüllen. In unsern Gerichts- höseu finden wirdie aufiöfjigsteParteilichkeit, die Forderungen der Gerechtigkeit werden bei Seite ge- werfen, die Gesetze zu selbstsüchtigen Zwecken auSge- beutet, die Jury'« parteiisch zusammengestellt n. s. w. Die größte Rcchtsunsicherbeit herrscht überall und die Leute appelliren an Gesetz und Gerechtig- seit mit Furcht und Zittern. In der Verwaltung geschieht alles»ach dem Grundsätze de« nach Gunst Lausen«. In kirchlicher Hinsicht höre» wir von empö- rende» Fällen von Laster und Unmoralität unter der ! Geistlichkeit und von ihrer muthwillige» Pflichtvernach- lässignng. Von den Häupter» der Kirche sind, aus Privatzwecke» oder um sich eine Art von Antokratie zu schassen, Anstrengungen gemacht werden, den Hof der „Hohen Eommisston" wie zu den Tagen Richter Jeffreys : wieder herzustellen. Die Gerichtssitzungen werden ohne Würde und Anstand geführt und in Kingston zninal inuß da« Volk sehen und sühlen, daß da« Gesetz von Jamaika eine doppelte Anwendung zuläßt, daß eS einen andern Weg sür den reiche» Mann(alias Pseudoaristokral) und eiueu andern für den armen Mann geht, daß diese Gesetze sich zum Motto nehmen: „was ein geringes Wort bei einem Hauptmann ist, ist bei einem Corporal eine maaßlose Blasphemie! Es slinimt mit den vorstehenden Klagen über die schlechte Justiz auf der Insel merkwürdig über- ein, daß der Aufstand gerade während einer Ge- ncbtssitziiiig im Justizgebätidc zu Morant Bay stattfand und gerade dieses Gebäude mit solcher Wuth von den Aufständische» demolirt wurde. Kurz, die Beherrschung einer Meuschenklasse durch die andere unter Rechtsform hat eben auch hier ihre Früchte getragen. —(Zur fenischen Bewegung.) Die irische