Nr. 204. Berlin, Freitag den 24. November 1865. Social- Demokrat. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. M Organ des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins. Redigirt von J. B. v. Hofstetten und J. B. v. Schweiter. Abonnements Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo natlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Bostämtern 221/2 Sgr., bei den preußischen Bostämtern im nichtpreußischen Deutschland 183/4 Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.( fl. 1. 45. südd., fl. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. " Redaction und Expedition: Berlin, Dresdnerstraße Nr. 85. Bestellungen werden auswärts auf allen Bostämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß- Compagnie, Scharrenftr. 1, sowie auch unentgeltlich von jedem„ rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate( in der Expedition aufzugeben) werden pro dreigespaltene Petit- Zeile bei Arbeiter- Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Colonieen und die überseeischen Länder: Mr. Bender, 8. Little New- Port- Street, Leicester- Square W. C. London. Agentur für Franfreich: G. A. Alexandre, Strassbourg, 5. Rue Brulée; Paris, 2. Cour du Commerce Saint- André- des- Arts. Politischer Theil.. Berlin, 23. November. rung derartiger Pläne für unmöglich, geschweige denn ganze Gesellschaft kann es in unseren Tagen kaum ein fitr wahrscheinlich halten. Mit solchen Aussichten wird höheres Interesse geben, als den Arbeiterstand vor es aber nicht gelingen, den Arbeiter zufrieden zu stellen. dem Verderben zu bewahren. Wenn der Staat sich Selbsthilfe und Staatshilfe, beides ist berech verpflichtet hält, große und wichtige Unternehmungen tigt, beides ist nothwendig, wenn dem Arbeiter geholfen durch Staatshülfe zu unterstützen und zu befördern, Der Herr Bischof von Mainz, Freiherr werden soll. Das System, welches das Eine vom An- dann darf er sich auch der Unterstützung des Arbeitervon Ketteler, hat zu Mainz, bei Gelegenheit der deren trennt, leidet an Einseitigkeit; wer aber meint, standes nicht entziehen. Wenn humane, echt christliche Festfeier des dortigen Gesellenvereins, eine Rede die Vereinigung beider Elemente genüge zur Lösung der Grundsätze die Gesellschaft mehr und mehr durchdrin gehalten, welche ebenso sehr wegen ihres In- Arbeiterfrage, ist gleichfalls auf dem Frrwege. Selbst gen, wenn der Arbeiterstand sich organisirt und organihalts wie wegen der Stellung des Redners, Be- hilfe und Staatshilfe, auch zusammen genommen, gehört firt wird, dann wird auch der Staat und die Gesetzachtung in weitesten Kreisen verdient. Wir finden in weder zu den einzigen, noch zu den wichtigsten Mitteln, gebung auf das Wohl und Wehe der Arbeiter Rücksicht nehmen müssen. dieser Rede u. A. Bemerkungen über die social- demo- die der Noth des Arbeiters Einhalt thun. Sittlichkeit und Religion ist das Erste und Der" Social Demokrat" macht seiner Gegenpartei tratische Richtung und insbesondere über den Nothwendigste zur Hebung des Arbeiterstandes. Ein den Vorwurf, daß sie den Arbeiter mit ihrer Aufklä Social- Demokrat", welche unsere Verwunderung System ohne diese beiden Grundpfeiler ist höchst ober- rung täusche, ihm den Himmel entziebe, die Erde aber erregen mußten und auf die wir daher zurückkommen flächlich, bleibt fruchtlos, oder wenigstens ein Stückwerk, fein für sich behalte, und verspricht dann durch sein werden. Für heute begnügen wir uns damit, das nur Einzelnen und mangelhafte Abhilfe schafft. System, dem Arbeiter den Genuß der Güter der Welt unsern Lesern die Rede, so weit sie nicht lokale Ohne Sittlichkeit und Religion ist ein geordnetes Fami- zu ermöglichen. Der Unterschied ist klein- Täuschung Angelegenheiten, sondern allgemeine Fragen betrifft, lienleben im Arbeiterftande unmöglich, und ohne Familie ist biben und drüben. Eine christliche Volkswirthschaft nachstehend mitzutheilen: gehen beide Geschlechter des Arbeiterstandes sammt ihren Selbsthilfe und Staatshilfe sind die beiden Kindern unrettbar dem Verderben entgegen. Es ist Schlagworte, nach denen sich zwei Parteien unterscheiden, Täuschung, wenn man glaubt, dem Arbeiter sei gehol welche dem Arbeiter helfen wollen. Zur Erlangung und fen, wenn sein Tagelohn nicht bloß dem Scheine nach, Erhaltung der meisten, ja beinahe aller Güter des Men sondern in Wirklichkeit erhöht wird. In Frankreich schen reicht aber die Selbsthilfe nicht aus. Der Mensch herrscht vielfach die größte Armuth gerade unter jenen ist in der Gesellschaft geboren und von Natur aus fort Arbeitern, welche den besten Tagelohn haben, weil ihnen während auf die Gesellschaft angewiesen. Nicht der Selbst- Sittlichkeit und Religion fehlen. hilfe verdankt er das Leben, nicht durch Selbsthilfe wird er erzogen und gebildet, nicht der Selbsthilfe vertraut er die Gesundheit an, nicht unter den Schutz der Selbsthilfe ist sein Leben, seine Ehre, sein Eigenthum gestellt. Je gebildeter eine Nation ist, desto mehr hängt der Mensch in allen seinen Verhältnissen von Tausenden von Händen ab. Die Thiere des Waldes dagegen sind aus schließlich auf Selbsthilfe angewiesen. Die Selbsthilfe charakterifirt zunächst uncivilisirte Zustände und es muß deshalb Jedermann frappirt werden, wenn eine Partei dieses Wort unaufhörlich im Munde führt, welche die socialen Zustände der Gegenwart verbessern will. Es zeigt darum von großer Einseitigkeit, alles Heil von der Selbsthilfe zu erwarten und das System dieser Partei bleibt einseitig, wenn auch die Modification genoffen schaftlicher Selbsthilfe" hinzukömmt. Auch die Selbsthilfe ist nothwendig. Der Arbeiter muß für sich und die Seinigen und ihre Zukunft sorgen, so gut er fann und es vermag. Er muß thätig sein, er muß sparsam sein, er muß sein Geschäft verstehen. Genossenschaftliche Selbsthilfe ist nothwendig. Wie es früher war, so müssen Meister und Gefelle, so müssen die Gewerkte und gleichartigen Interessenten sich zusammenfinden, vereint ihre gleichartigen Interessen vertreten. So lange Jeder vereinzelt steht, ist es eine Sache ber Unmöglichkeit, dem ganzen Stande unter die Arme zu greifen. Aber auch hier tenne ich kein stärkeres Motiv, um den einzelnen Arbeiter zur Arbeitsamkeit, zur Sorge für die Seinigen in allen häuslichen Tugenden anzu treiben, als die Religion, und ebenso führt nichts die Menschen leichter zusammen und einiget fie fefter und inniger und erlöst sie schneller von dem Banne des Egoismus, welcher jedes Zusammenhalten zerstört, als die Religion. Sittlichkeit und Religion auf Seiten der Arbeiter ist nothwendig, reicht aber nicht aus. Auch der Arbeit geber, furz die ganze Gesellschaft muß davon durch brungen werden, daß es noch höhere Interessen giebt, als Kapital und Profit. Nicht der Egoismus darf in der Volkswirthschaft einzig und allein maßgebend sein; das menschliche Gefühl und christliche Herz muß mit in Berechnung gezogen werden. Eine materialistische Volkswirthschaft, welche mit den Kräften und Bedürfnissen der Menschen als Zahlengrößen nur nach mathe matischen Gesetzen rechnet und den Menschen behandelt, wie eine Maschine, kann nur Maschinen, aber niemals dem vernünftigen Menschen helfen, wie er leibt und lebt. ist nicht in der glücklichen Lage, allen Menschen ein Paradies auf Erden zu bieten und verspricht auch nicht, was mit der ganzen Geschichte des Menschen im Widerspruche steht. Nein, selbst wenn Alles geschieht, was geschehen kann, und die schreienden Mißverhältnisse, welche Gott sei Dank, in Deutschland noch weniger entwickelt sind, als anderswo, beseitigt sind, werden wir immer noch Reiche und Arme, Gesunde und Kranke, Begabte und Unbegabte, Glückliche und Unglückliche u. s. w. unter uns haben, die Gelegenheit bieten, die Werke der christlichen Nächstenliebe und Barmherzigkeit zu üben. Deutschland. * Berlin, 23. Nov.[ In der Drohnoten geschichte] soll, wie der Köln. Ztg." von hier telegraphirt wird, die preußische Regierung ,, ihre Stellung aufrechterhalten." Die Unterhandlungen mit Wien über diesen Punkt würden fortgesetzt und anderweitig verlaute, der preußische Gesandte in Wien, Baron Werther, werde hier erwartet und sei vielleicht schon eingetroffen. Bei all dem aber scheint die ganze Sache doch auf dem besten Wege sanften Einschlafens zu sein. [ Die Anerkennung 3taliens durch die Mittelstaaten] wird von der neuesten ,, Prov. Corr." als ein Sieg der preußischen Politik hingestellt. Es heißt da: Die preußische Regierung unterließ es nicht, den Zollvereins Regierungen die Lage der Dinge eingehend auseinanderzusetzen und ihnen zugleich die Dringlichkeit eines Handelsvertrages mit Italien an's Herz zu legen. Eine lange Zeit fanden indeß diese Vorstellungen bei den deutschen Regierungen fein geneigtes Gehör. Endlich hat man sich jedoch in einigen der deutschen Staaten der Erkenntniß des Richtigen, so wie dem immer lauteren Verlangen der gewerblichen Bevölkerung nicht länger entziehen können und hat sich deshalb entschloffen, die bisher einem Handelsvertrage mit Italien entgegenstehen den Hindernisse hinwegzuräumen. Aber auch die Verheißungen der anderen Partei find nicht geeignet, dem Arbeiter viel Troft zu bieten. Sie versprechen Hilfe für die Zukunft. Ihre Staatshilfe kann erst eintreten, wenn große politische Fragen im Sinne Lassalle's gelöst worden sind. Ob und wann dies geschehen wird, ist der Partei selbst ein Räth sel, und sie selbst legt nur geringen Werth auf Alles, was mittlerweile vor Lösung jener Frage für den Arbeiter geschehen kann. Ferner ist es dem Social Demokrat", dem Organe dieser Partei, bis heute noch nicht gelungen, über die Art und Weise wie diese Staatshilfe geleistet und wie dadurch dem Arbeiter geholfen werden soll, mit sich selbst in's Reine zu kommen und für seine Pläne und Absichten einen klaren und durch fichtigen Ausdruck zu gewinnen. Bis die Arbeiter von dieser Seite Hilfe erwarten dürfen, müssen sie noch Aber auch Religion und Sittlichkeit allein reichen lange ruhig zuwarten. Zuvor muß unsere ganze sociale nicht aus, um die Arbeiterfrage zu lösen. Gewiß der Ordnung, müssen alle die tausendjährigen Anschauungen Staat muß mithelfen, die Kirche muß helfen, die und Einrichtungen über die Rechts-, Eigenthums, Erb- Gemeinde muß helfen, Alles muß die Hand dazu rei schaftsverhältnisse u. f. w. in dem civilifirten Europa chen, um den Stand vor dem Berderben zu schützen, umgestürzt und von Grund aus eine neue Ordnung der vor dem der Zahl nach alle anderen Stände zufam Dinge geschaffen und ein bis jetzt noch gespensterbaftes mengenommen beinahe verschwinden, und der durch Project von Arbeiterstaat" realisirt werden. Es ist seine Bedeutung in der Gesellschaft jedem anderen leicht begreiflich, wenn denkende Menschen die Ausfüh Stande völlig gleichkommt. Für den Staat, für die die 11 Ebenso begrüßt die Prov. Corr." die letzte Erklärung der Mittelstaaten beim Bunde, als ein Zeichen, daß dieselben ihre Ohnmacht den ,, beiden Bormächten" gegenüber eingesehen hätten. ," [ Armeereductionen betreffend] schreibt Prov. Corr.", anknüpfend an das hervorge IT b b fo b le ib ei ba ge be lid for an die bie gel M fuc erb me ver gen blu au wi lich der go Die Ene den firä Die ftän auff nati unn So fcha bei baß ftan Der daß ange wob neut Kate fried Ger der Cliq unbe der 350, den Regi ganz trati Arbe nußt der zipir vend ven der Pfla ibrer jeber Die Arist ande Hun in F Grü des: polisi farbi zähle licher den zielle Milli gewa ten 2 noch wirkt ei h [ t n g It [= 1, m n e it Tie f= 1= Ts e= = r= 18 : m ir en hn abt h ent Der as ( b Bes Der en ritt effe fie 50Im end hm bie be, ben ter en, em ner rfte ge ben. ein er, ein, veil tion tair ber " tretene Verlangen, Preußen möge dem Beispiele dar Möge Ihnen die körperliche Kraft und die geistige neuerdings bald von diesem bald von jenem MiFrankreichs folgen: Frische, die wir so glücklich sind, heute an Ihnen be- nister verlautet, daß er gleichfalls seinen Abschied Unsere Regierung wird gewiß nicht anstehen, dem wundern zu können, lange noch erhalten bleiben zu Ihrer nehmen wolle.( Nur Hrn. v. d. Pfordten und Hrn. Beispiele anderer Staaten und zuvördert Frankreichs und der Ihrigen Freude, zum weiteren Gedeihen der v. Bombard lassen alle diese Gerüchte fest im zu folgen, wenn dort eine wirkliche und wesentliche Ver- Wissenschaft, in der Sie so Großes geleistet, zur Förde- Sattel fißen.) Der Grund jener Verzögerung wird ringerung des stehendes Heeres eingeführt wird. Bevor rung der Jugend, die Ihnen so vieles verdankt und zur jedoch Hoffnungen und Erwartungen in jener Richtung Ehre der Nation, die stolz ist auf den Ruhm, den Ihre dahin angegeben, daß der junge König nicht geneigt erweckt werden dürfen, gilt es, sorgfältig und gewissen Arbeiten in der ganzen gebildeten Welt geernotet haben. sei, Hrn. v. Neumayr einen reactionären Nachhaft zu prüfen, inwieweit in den angekündigten Maß- Anderen, die an Ihren Arbeiten unmittelbar Theil ge- folger zu geben, und daß er mit Rücksicht auf die regeln eine nennenswerthe Verminderung des französi- nommen haben, steht es besser an, als uns, Ihnen für sonstige Zusammensetzung des Cabinets keinen libeschen Heeres zu finden ist. diese Arbeiten zu danken. Wir aber, die wir mit Ihnen ralen Nachfolger finden kann. Der Artikel des Es wird sodann ausgeführt, daß die ganze nur die Ehre theilen, von dem Vertrauen der Mitbürger, Nürnb. Anzeigers", welcher in so energischer Weise französische Reduction höchstens 10,000 Mann be- mit der Wahl ihrer Vertreter betraut zu sein, wir fühlen gegen die in Bayern bestehende Cabinets- Re= trage, und in der That, wenn weiter fein Grund uns besonders gedrungen, Ihnen den Dank dafür aus, zur Reduction vorläge, als die betreffende franzusprechen, daß sie über den großen Gelehrten niemals Bierung zu Felde zieht, und durch die Münchener ben Bürger vergessen haben, daß Sie vielmehr mit dem Neuesten Nachrichten", die ihn nachgedruckt haben, Bürger vergessen haben, daß Sie vielmehr mit dem zösische Anordnung, so wäre das Verlangen nach felben Eifer, mit derselben Trene, die Sie auf die Ruhm weiter verbreitet wurde, erregte im ganzen Lande einer Armeeverminderung in Preußen nicht sonder- und Ehre gewährenden Arbeiten für die Wissenschaft allgemeines Aufsehen; jezt erst gingen vielen die lich begründet. Die Prov. Corr." meint dann, gewandt haben, auch die Pflichten des einfachen Bürgers Augen auf, daß man die gefegneten constitutionellen schon aus diesen Andeutungen möchte zu entneh bei den Wahlen erfüllt haben. Zustände des Musterstaates Bayern nur deßhalb men sein, daß die beabsichtigte Veränderung für Freudig und dankbar erkennen wir darin in Ihnen immer loben höre, weil sich bis da kein Tadler die eigentliche Kriegsstärke und Schlagfertigkeit den wahren Vertreter des großen Gedankens, der zu der fand, der es wagte, mit effener Entschiedenheit Frankreichs dem Auslande gegenüber schwerlich Gründung der Univerſität Berlin mitten in der größten gegen das beſtehende Regiment zu sprechen. Jetzt von irgend welcher Bedeutung sei, und daß es ein lebendigen Liebe für das Baterland und die Freiheit und ist das Wort, welches die Zungen bannte, ge= Noth des Staates geführt hat. Die Vereinigung der ungerechtfertigtes und thörichtes Verlangen sein des strengen Sinnes für das Recht, verbunden mit der sprochen, und Jeder, der es mit dem Volfe aufwürde, im Hinblick auf diese Maßregel irgendwie mühevollen und ausdauernden Arbeit für die Wissen richtig meint, freut sich desselben. Der Staatsan den Einrichtungen des preußischen Heeres zu schaft und der treuen Pflege eines edlen und freien minister der Justiz müthete der Staatsanwaltschaft rütteln." Geistes in den Schülern, das war der Geist, von wel- zu, gegen den Nürnberger Anzeiger" und die [ Die Gerüchte über Veränderungen chem die großen Staatsmänner jener Zeit die Rettung ,, Neuesten Nachrichten" Anklage zu erheben, und im preußischen Ministerium betreffend] des tiefgefunkenen Staates erwarteten und von welchem befehligte die Beschlagnahme dieser Blätter. Da dann auch die Erhebung des Volkes zum Siege geführt aber der Staatsanwalt eine lebenswerthe Ausbehauptet die ,, Prov. Corr.": der Universität in diesem Sinne an ihr gearbeitet, Sie Diese Gerüchte, welche von einzelnen Blättern in letz- ist. Sie, bochverehrter Herr, haben seit der Gründung nahme von der gewöhnlichen Beamtenwillfährigkeit ter Zeit wieder mit großer Beflissenheit verbreitet wer machend- darauf bestand, daß man ihm vom ben, entbehren aller und jeder Begründung. Weder haben sich zu diesem Geiste immer fest und offen bekannt, innerhalb der Staatsregierung, noch in den der Regie- selbst in den schwersten Zeiten, als Noth und Sorge, ja Justizministerium den Paragraphen des Preßrung nabe stehenden Kreisen ist irgend eine Meinungs- schwere Gefahren die treuen Bekenner bedrohten, und gesetzes nenne, kraft dessen er einzuschreiten verschiedenheit über die Behandlung der schwebenden noch heute vertreten Sie ihn in dem Kampfe um das habe, ließ man, um das Aufsehen, das der Artikel Fragen hervorgetreten, welche zu jenen Gerüchten hätte Recht und die Freiheit des Volkes. Für dies schöne überall gemacht, nicht noch zu vergrößern, von einen Anlaß oder Vorwand bieten können. Die An- Beiſpiel, das Sie der Mit- und Nachwelt gegeben haben, einem weiteren Vorgehen in dieser Sache ab. gaben sind von den betreffenden Zeitungs- Corresponden- danken wir Ihnen und in diesem Sinne bringen wir Auch die ,, Allg. 3tg." findet jest, daß es Zeit sei, dem bayrischen Selbstbewußtsein die Flügel zu beschneiden." ten rein aus der Luft gegriffen. " Ihnen unsere wärmsten Glückwünsche heute dar." Berlin, den 24. November 1853. [ Aus Kassel] wird berichtet, sicherem BerAbee, der vor kurzem das Ministerium der ausnehmen nach, sei der gegenwärtige Justizminister wärtigen Angelegenheiten abgegeben hatte, seit dem 21. b. wieder mit der Versehung dieses Ministeriums Ausland. -[ Einschreiten."] Wie die Kreuztg." Auch der Verein der Berliner Presse bereitet hört, steht in nächster Zeit ein Einschreiten eine Adresse an den Jubilar vor und hat seinen gegen mehrere hiesige Correspondenten auf Grund Vorstand mit der Ueberreichung beauftragt, wie es ihrer unzweifelhaften Autorschaft gebässiger und denn überhaupt an den verdienten Huldigungen americanischen Verhältnisse haben in den * Paris, 21. Nov.[ Tagesbericht.] Die theilweise landesverrätherischer(!!) Artikel in Pro- bei dieser Gelegenheit nicht fehlen wird. vinzialzeitungen und auswärtigen Blättern" bevor. letzten Tagen die Geschäftswelt mehr als die polis treisen] hört man, daß einige und darunter ein[ Aus preußischen Abgeordneten tische beschäftigt; denn diese ist furchtsamer, weil bei überseerischen Krisen sie zunächst vor die Sichel flußreiche Mitglieder des preußischen Abgeordneten kommen würde. Indeß erklärt heute die" France" hauses sich in der nächsten Session nicht mehr auf zur Beruhigung ängstlicher Gemüther, daß eine so den segenannten passiven Widerstand der Regierung beauftragt worden. wichtige Depesche wie ein Bruch mit Washington gegenüber zu beschränken, sondern auch ihrerseits -[ Aus Nassau] wird gemeldet, daß die aus anderen Quellen als aus halifaxer Blättern mit positiven Vorschlägen zum weiteren, volksthüm- Abgeordnetenkammer gestern mit 16 gegen 4 Stim- nach Europa gelangen würde; das Ganze sei nichts lichen Ausbau unsrer Verfassung hervorzutreten men die Abschaffung der Jagdrechte auf fremden als eines jener Manöver, wozu leider die Telegedenken. So dürfte wohl, ohne Zweifel in Folge Grund und Boden ohne Ablösung beschlossen hat. graphie häufig mißbraucht werde." Auch in Betreff Der spanisch- chilenischen Kriegserklärung der Arbeiteragitation, das allgemeine directe Wahl- Wien, 21. Nov. 13u den Landtagswah lauten die neuesten Nachrichten günstiger, so daß recht mit geheimer Abstimmung einer der ersten len in Ungarn] schreibt man der" Bresse" aus der„ Moniteur" bereits aus guter Quelle anzeigen Punkte sein, auf die sie ihr Augenmerk richten Best, 20. November: würden. Es ist jedoch klar, daß auch durch solche Die Aufregung der Bewohner Best's ist immer im 3 fönnen glaubt:" Die Schwierigkeiten zwischen " positive Vorschläge" an der Lage der Dinge nichts zunehmen begriffen; man befürchtet am 23. d., als am Spanien und Chili werden in Kurzem ausgeglichen geändert würde. In Bezug auf das Budget hat sich Wahltage, arge Exzesse. Während in Ofen der Wahlakt sein." Nach der„ Patrie" steht die spanische Reunter einer großen Anzahl von Mitgliedern der in schönster Ruhe vor sich ging, und Baron Eötvös und gierung im Begriff, ein Circularschreiber über Fortschrittspartei die Meinung geltend gemacht, sein Freund Peter Rath, Apotheker in Ofen, mit Accla- ihren Streit mit Chili an die Mächte zu senden. daß dasselbe gar nicht berathen werden dürfe, wenn Candidaten durchzubringen; so rühmt fich die Partei Ereignisse, so wie die Documente enthalten, welche mation gewählt wurden, trachten die Bester Parteien alle Dieses Schreiben soll die genaue Darstellung der die Regierung fortfahre, die Beschlüsse des Ab- Gorove's heute schon 1000 Stimmen ficher zu sein, ob- auf diese Angelegenheit Bezug haben. Eine Inter geordnetenhauses unbeachtet zu lassen. Die Abzwar die Schwarzianer auch 1000 Stimmen zählen; da vention der europäischen Mächte in dieser Sache geordneten Loewe( Calbe) und Lasker haben jedoch nur 1545 Wähler conscribirt wurden, so ist es scheint sicher zu sein. Vor der Hand wird der diesen Standpunkt bereits in Adressen hiesiger Be- natürlich, daß irgend eine Partei schlecht gerechnet hat. zirksvereine vertheidigt, für den auch viele Mit- Soviel steht fest, daß täglich die Mitglieder der Partei Admiral Pareja übrigens nicht angreifend vorglieder des linken Centrums gewonnen sind. Gorove's an Zahl abnehmen. Militär soll am Wahl- gehen. Wie er den Commandanten der übrigen -[ Confiscation.] Das gestrige Morgen- tage requirirt werden, indem man von Seite der Schwarz- Kriegsschiffe an den Küsten Chili's erklärte, wird blatt der Nationalzeitung"( Nr. 547) ist gestern schen Bartei Demonstrationen befürchtet. Am Wahltage er nicht angreifen und sich bis zum Eintreffen von blatt der„ Nationalzeitung"( Nr. 547) iſt geſtern wird dieselbe um 8 Uhr mit wehenden Fahnen und klin- Instructionen aus Madrid auf die Blocade beNachmittags 3 Uhr in den noch auf der Expedition gendem Spiel in die Schießstätte, wo das Wahlcomité schränken.- Es war schon längst von einem vorhandenen 18 Exemplaren ohne Angabe des fich befindet, in Begleitung von 50 Berittenen ausrücken. bäuerlichen Gesetzbuch( Code rural) die Rede, Grundes polizeilich mit Beschlag belegt worden. Dann folgen die Wähler, mehrere Sänften tragend, das die Verhältnisse der bäuerlichen Gesetzgebung Der Leitartikel betraf die beiden Verordnungen über worin die Greise und Kranten sich befinden werden. das Herrenhaus. Heute Abends versammeln sich die Parteien in der Schieß- Frankreichs definitiv und der Gegenwart angemessen [ Adresse an Herrn Professor Böckh.] ſtätte und in dem Ankerfaal zu einer Probewahl. Die ordnen sollte. Man batte mehrfach geglaubt, daß Nachstehende Adresse circulirt gegenwärtig unter letzte Nummer des„ Ungarischen Fremdenblattes", schon in der nächsten Session ein darauf bezüglicher den Wahlmännern des ersten Berliner Wahlbezirks, welche für Schwarz Partei ergriff, wurde confiscirt, Entwurf dem gefeßgebenden Körper werde vorgelegt welche am 24. Novbr. dem Nestor der philologischen hingegen ein hiesiges Wigblattt, das die Schwarzianer werden können. Wie man jetzt jedoch vernimmt, eben nicht schmeichelhaft binstellt, anstandslos ausgegeben. find die Vorarbeiten im Staatsrathe noch nicht so Wissenschaft, dem ehrwürdigen Herrn Professor Boraussichtlich werden Deat, Szentkiralyi, or weit gediehen, so daß vor dem Jahre 1867 an Böckh, zu seinem achtzigjährigen Geburtstage über- vath, Karl Rath und Gorove gewählt. feine derartige Borlage zu denken ist. Louis reicht werden soll: Die Wahlmänner des ersten Berliner Wahlbezirks Die bayerische Ministertrifis nimmt allmälig Runde durch die Blätter gemacht, befindet sich gegen * München, 22. Nov.[ Muster staatliches.] Blanc, dessen jüngst erfolgte Verheirathung die an Herrn Geheimrath Professor Dr. Böckh. Hochgeehrtester Herr! Die unterzeichneten Wahlmänner wahrhaft furhessische Dimensionen an, und die wärtig auf der Hochzeitsreise mit seiner jungen Frau des ersten Berliner Wahlbezirks bringen Ihnen heute Schwierigkeiten, für Hrn. v. Neumayr einen Nach- in Paris.- Aus Compiègne erfährt man, ihren wärmsten Glückwunsch zu Ihrem 80ften Geburtstag folger zu finden, scheinen so groß zu sein, daß es daß dort diesmal ein noch weit ungebundenerer Ton