Nr. 212. Berlin, Sonntag den 3. December 18«S. jSocinl�lciiiöltnit. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ des Allgemeinen denlschcn Arbeücr-Bcrcins. Redigirt von I. v. v. Hofstetten und I. v. V. Schweitzer. Redaction und Expedition: Berlin, Dresdnerstraste Nr. 85. Abonnements- Preis fltr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo> natlich ü Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Postämtern 2272 Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichipreußischen Deutschland 187« Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(st. 1. 45. slldd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Eompagnie, Scharreullr. 1, sowie auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genomine». 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Dec. sZur habsburg-hohe»- zollern'scken Allianzj steht jetzt, trotz allen das Gegeniheil behauptenden Versicherungen offi- cieller und ofsicioser Federn, außer allem Zwei- fei, daß die Differenzen zwischen den beiden Vormächten sich auf alle Fragen der auswar- tigen Politik erstrecken, auf die fatale Droh- notengefchichte nicht niinder als anf die Elb- herzo gthümerfrage, daß also die vormächtliche Allianz im gegenwärtigen Augenblicke wieder genau da angekommen ist, wo sie im verflossene» Sommer war, und daß eine Ausgleichung des Zerwürfnrsses vorläufig unabsehbar ist. In der Drohnotenge- schichte wird sich, wenn auch Preußen einlenkt, das Wiener Kabinet so vorlhcilhaft als möglich heraus- zuwinden suchen, um die Erbitterung der öfsent- lichen Meinung auf seinen getreuen Alliirten abzu- wälze» und in der Elbherzoglhümerfrage kann eS jetzt, durch das Gelingen der von Frankreich ver- mittelten Anleihe, gelassener zusehen und Wider- stand leisten als jemals. Preußen aber, bestrebt, die innere Politik mit der auswärtigen in Einklang zu bringen, entfremdet sich immer mehr die Sym- pathicen seiner bisherigen Freunde. So wie man den Schleswigern durch ZeitungSverbote die hol- steinischen Urtheile über das Manteuffel'sche Gouver- � nement unzugänglich machen will, gedenkt man auch den, unfruchtbaren" Auslassungen deS Abgeordne- tenhauses in der nächsten Session, wenn nothig, bei Zeiten einen Damm zu setzen, so daß selbst schon die Großpreußen anfangen, stutzig zu wer- den. Kurz es wird täglich interessanter! Wir haben deS Gerüchtes Erwähnung gethan, wonach das hannoversche Kabinct mit Vermil- ielungsversuchen zwischen den beiden dentschen Großmächten beschäftigt gewesen sei, waS man aus dem Besuche des Freih. v. Gablenz in Hannover geschlossen haben wollte. Das conservative„Nene Allg. Volksbl." hat unterdessen glücklich herauSge bracht, weshalb eigentlich der österreichische Statt- Halter iu die Welfenresidenz gekommen sei. Es galt nämlich, so behauptet das Blatt, einen Versuch Oesterreichs, um Hannover von der Anerkennung Italiens abzuhalten und das Welfenrcich zu einem Bündniß mit dem Augustenburgerthum zu gewin- neu. Daran wird eine Drohung mit der Macht Preußens gereiht, welche„wie ein Fels zum Meere rolle", Hannoverund den„Schlcswig-Holsteinismus erdrücken"— und, WaS natürlich nur hinzugedacht werden muß, das unbequeme Oesterreich bei Seite schieben könnte. In der That, die Phantasie des Leitartikelschreibers war diesmal sehr aufgeregt. Bermuthlich, weil er beständig„den Fels zum Meere rollen" hört. Nur„bis" zum Meere?— Der„BreSl. Ztg." schreibt man aus Wien, daß man dort„in ministeriellen Kreisen jetzt überzeugt oder mindestens der Hoffnung sei, nunmehr jene Einflüsse der letzten Monarchen-Zusammenkunft von Schönbrunn leichter überwinden zu können, welche bisher nock bei den« Kaiser vorgewaltet und die diplomatische Action entschieden beherrscht, auch in Gastein die erste Rolle gespielt hätten. I» Wien eingetroffene Briefe von Berliner Bankhäusern, welche klar aufdeckten, wie man sie moralisch ver- hindert habe, sich an der Anleihe zu betheiligcn, hätten an maßgebender Stelle eine Wirkung hervor- gerufen, von der man zweifle, ob Graf Bismarck sie in dieser Weise beabsichtigt haben mag. Gewiß sei, daß man in Wien glaube, der preußische Pre- mier habe in Biarritz gar nichts ausgerichtet, und sich in der feste» Ueberzeugung wiege, Napoleon beabsichtige vorläufig nicht nur nichts gegen Oester- reich, sondern werde auf jede Weise bedacht sein, demselben Luft zu schaffen, damit es nicht genölhlgt sei, Holstein an Preußen auszuliefern und so die endlose Herzogthünierfrage kurzweg aus der Welt zu schaffen." Wir haben in dieser Beziehung bereits gestern das Gerücht erwähnt, daß man in Paris Personen, welche den leitende» Kreisen ziemlich nahe stehen, beauftragt habe, von einer unter Bismarckischen Einflüssen geschriebenen Broschüre zu sprechen, die den Zweck gehabt haben soll, die österreichische Finanzoperation noch im letzten Momente scheitern zu machen. Auck hat vor mehreren Tagen daS „Memorial diplomatique" verschiedene Nachrichten über die sonderbare Art der Betheiligung des preußi- schen Minister-Präsidenten an der österreichischen Anleihe gebracht, gegen welche sich dann die„Nordd. Allg. Ztg." in einem von Ausfällen auf Oester- reich strotzenden Artikel wandte, worin sie u. A. frug, ob daS„Möm. dipl." sich einbilde,„Graf Bismarck sei wirklich der Mann, seine Politik mit derartigen Mitteln zu fördern, und daß, wenn Graf Bismarck wieder dieser Mann wäre, die Verhältnisse in Preußen es der Regierung möglich machten, die hiesigen Banquicrs und Geld-Jnslilute zu verhindern, ihren Geschäften nachzugehen?" Der Artikel der„Nordd. Allg." hat wenigstens das Gute, daß, wenn bisher auch alle Welt gewußt hat, was AlleS in Preußen möglich ist, sie nunmehr doch auch erfahren hat, was dort unmöglich sein soll. —[lieber angebliche französisch- preußische Plänej, in Betreff Belgiens, taucht jetzt neuerdings in der„Köln. Ztg.", welche bekanntlich für ein preußisch-französisches Bündniß thätig war, eine beachtenswerthe Stimme auf. Es ist die ihres stets gut unterrichteten Ber- liner(Korrespondenten, der, wie man wissen will, mit der belgisch:» Gesandtschaft in Berlin in naher Beziehung steht. Er schreibt nämlich, die bekannten letzten Artikel der„Kreuzztg." über die Situation euträthselnd: Preußen ist für den Anschluß(der Elbherzogthümer) vor Europa engagirt und kann denselben nicht mehr aufgeben Da« Ziel ist aber von Preußen allein, ohne das Bündniß einer anderen Macht, nicht zu er» reichen. Ein Bündniß mit Frankreich hat die bekannten Voraussetzungen, auf welche Preußen theilS, so weit sie Deutschland angehen, gar nicht, theil«, d. h. nach anderen Seiten hin, nicht unter normalen Umständen eingehen kann; doch ist ein solche« Einverständniß nicht von vorn herein abzuweisen. Bleibt in erster Linie da« Bündnis! mit Oesterreich, das ebenfall» seine Bedingungen hat. Letztere« empfahl sichtlich mit dem Hinweis ans ihre bisherige Politik die„N. Pr. Ztg." der Unterstützung der conser- vativen Partei. Unter den Voraussetzungen„nach anderen Seiten hin", aus welche Preußen allerdings, aber nur„nicht unter normalen Umständen", einzugehen vermöge, kann offenbar nur Belgien verstanden werden, da« nickt etwa der preußische Premier dem französischen Kaiser angeboten, nein, vielmehr dieser jenem als Grundlage zu allen weiteren Combinationen bezeichnet habe. Also: ein preußisch-französisches Bündniß sei keineswegs für immer in die Region der Luftgebilde zu verweisen, sondern es sei vielmehr nur zu ver- lagen, bis gewisse„nicht normale Umstände" ein solches möglich und wünschenswerth machen würden. „Bleibt noch in erster Linie das Bündniß mit Oesterreich",— die Politik der conservativen Jnter- essen— und, geht es damit in die Brüche,— dieß ist unzweifelhaft die innere Logik deS Gedanken- ganges— versuchen wir es mit Frankreich und dem System des demokratischen— Imperialismus. Videant Consules! —[Die„AugSb. Allg. Ztg."j hat nun auch einen zweiten Annexions-Artikel aus Süd- deutschland gebracht, der jedoch nicht von dem Verfasser des ersten Artikels ist, welcher sich zwar für die Annexion der Elbherzogthümer ausgesprochen, aber zugleich den Vorschlag gemacht hat, ob sich nicht Preußen als Entschädigung für die Mittel- staaten zu einer Bundesreform verstehen wolle. Sowohl die„Nordd. Allg. Ztg." als auch die „Kreuzztg." haben den Artikel nachgedruckt, erstere jedock mit Weglassnng des Vorschlags wegen der Bundesreform. —[Aus Brüssels wird soeben nachstehende, in Anbetracht gewisser Pläne, bedeutungsvolle Nach- richt telegraphirt: Der Zustand des Königs von Belgien fft hoffnungslos. Die Aerzte verlassen das Palais nicht mehr. Der Blutdurchlauf$ andauernd. —[Preußische Preßschicksale. j Die hiesiisi Preßdeputation verhandelte gestern gegen den RedacleM de«„Märkischen Kirchenblatte«," Vicar Müller. D't Anklage lautete:„auf Anrcizung von Staatsangehörigen zu Haß»nd Verachtung gegeneinander" und gründen sich auf einen an« dem„Social-Demokrat" übernomme' nen Artikel:„Die Kreuzzeilungspartei," dessen EharakN- ristik de« Preußischen Adel« geeignet sein soll, den össeiM lichen Frieden zu stören. Der Angeklagte bestrill dN Verössenilichung der betr. Nummer und der OerichisH t beschloß deshalb in einem neuen Termine BeweiSausnahi� h di V! fr h st. er fü A S C R F dl C fr in in eh m ei g' er m dj F w bl «i w « fr W m darüber jn veranlassen. Ferner wurde verhandelt gegen die„Staatsbürger Ztg." resp. gegen deren Redacleur Hrn. Richter und gegen Hrn. Held, als Bersasser der betr. Artikel, deren vier zur Anklage standen. Drei der- selben beirasen da» Kölnische Abgeordnetensest, der vierte die Preußische Politik. In Betreff des b'etzlern wurde die Anklage gege« Hrn. Held falle» gelassen, da er die Autorschaft in Abrede stellte»nd das Zeugnifj deS' Metteur en Pages,«us welches die Anklage gestützt war, sich als schwankend erwies. Wegen der andern Artikel wnrdc Hr. Held z» vier Wochen, Hr. Richter zu 14 Tagen Grsiingmh vemtheilt, der Letzlertl nach der bekannte» Praxi« diese« Gerichtshofes, ungeachtet feiner Behauptung, die incriminirten Artikel vorher nicht gelesen zu haben. — Freigegeben durch Richtcrspruch ist die jüngst con- fiScirte Äknmmer der„Rhein. Ztg.", in der sich da» Sendschreiben Ludwig Simon's an Löwe-Calbe besand * Wien, 30. Nov. �Polnische@ c f a u g c n e.J Der österrcichlsche Gesandte am Petersburger Hof hat dort um Besreiung aller durch die russischen änegsgerichte verurtheilten österreichischen Polen nachgesucht. In Folge dessen wird ein die Be- freiung derselben anordnender UkaS des russischen Kaisers erwartet. * Frankfurt n.M., 30. Nov. sBundeS- tägliches.� Die Bundes-Bersammlltnz hat auch heute wieder keine Sitzung gehalten. Grund! Mangel an ausreichendem Stöfs. Prachtvoll! Ausland. * Paris, 30. Novbr. sTagesbcricht.� Das Liebäugeln mit Oesterreich hat keinen weiteren Zweck, als Preuße» vor allzu freier Beweglichkeit zu be- wahren. Eine wirkliche französisch- österreichische Allianz wird trotz der vereinten Liebenswürdigkeit des Fürsten und der Fürstln Metternich ein Luft- gebilde bleiben, so lange Italien zwischen den bei- den Kaiserreichen steht. Aber man findet daS Pro- visorium in der schleswig-holsteinischen Frage un- bequem und thut darum für Oesterreich ein Uebri« ges, um Preußen daS Gefühl der Jsolirung beizubringen. Die Abendblätter fassen den Artikel des „Censtitutionnel" als ein Zeichen der Friedens- Aera auf, die man hier nach allen Kräften cinläu- ten wolle. Der„TempS" findet indessen, daß Herr Limayrac den Zeitpunkt unzweckmäßig gewählt, in- dem er die kitzlige Frage der Besitz- Aenderungcn gerade wieder berührt habe, während das Gerücht von einer Berschlimnierung des ZustandeS des Kö- nigs Leopold eingetroffen sei. Der„Avenir Nalio- nal" macht darauf aufmerksam, daß auch die Pro- vinzial-Correspondenz gleichzeitig einen Artikel gc- bracht, welcher dem telegraphischcn Auszuge»ach wohl zn dem des„Constitutionnel" stimmen könnte. Die„Gazette de France" nieint, der„Constitution- nel" habe dem preußischen Minister eine Warnung geben wollen, er möge nicht zu sehr den Feinen spielen, damit er nicht seinen Meister finde. Die „Gazette" ficht in den orakelhaften Worten des Herrn Limayrac zugleich die Enthüllung, daß Graf Bismarck wirklich d i e g r o ß e n P l ä n e, d i e in a n i K ni zuschrieb, wenigstens berührt habe. Man sagt sich hier, daß, wenn der halbamtliche„Eonstitiit." hin- zugefügt habe, daß der preußische Premier Frankreich keineswegs habe bestimmen wollen, anfgewagte und den Frieden Europas störende Projecte einzugehen, dieses Blatt wohl der Ansicht gewesen sei, daß die An- deutungen, welche Betreffs des Anschlusses Bel- giens au Frankreich und der Bereinigung eines andern TheilcS an Norddeutschland mit Preußen fallen gelassen wurden, den europäischen Frieden um so weniger stören könnten, als Antwerpen nicht zu dem annectirten Belgien gehöre» und der ganze Plan erst ausgeführt werden sollte, wenn gewisse Umstände, die man aber jetzt weniger zu befürchten bat, eintreten würden. Jedenfalls darf man aber an- nehmen, t.«ß die Veröffentlichung der Note im„Eon- stitntionneU' gleichbedeutend ist mit Vertagung aller Projccie, welche in Biarritz und Paris während des Besuches des Herrn v. Bismarck zur Sprache ge- kommen sind.— Mitglieder der sogenanulen schwar- �eu Bande, die zuerst in London und Paris, dann in Italien und Holland ihr Wesen trieben, scheinen sich jetzt auch in der Schweiz, wenn auch in anderer Form, eingenistet zu haben. Es hallen sich dämlich dort seit einiger Zeit Leute auf, welche »uswärtigen Capitalisten dadurch Geld heraitszu- schwindeln suchen, daß sie ihnen vorreden, sie ! hätten Gold- und Silbergruben entdeckt, die mit � Aber es giebt Fälle, wo Uuthätigkeit und Gleichgültig« großer Leichtigkeit ausgebeutet werden könnten.— k-it so viel bedeuten, wie Theilnahme am Unrecht, wo Herr Behic hat nunmehr die Fragen zusammen- � wenn man die nationale Kraft nicht für die Ge- stellen lassen, welche der Untersuchung über die 9k-!"ch-'gk-'t einsetzt, damit nur die Ungerechtigkeit fördert. Etf find deren im ganzen tierzrhn, und sie er- trnd die Macht des Königreiche» wird, wie vordem, ickopsen allerdings den Gegenstand ziemlich voll- �er Ausrechthaltung von Geseitz und Ordnung ergeben ständig. Es wird als auffällig bemerkt, daß man defnndeü werden."— dabei„daS System Schulze-Delitzsch" unberücksichtigt Die niit der westindischen Post herübcrbeförderten gelassen habe, während doch bekanntlich seinerzeit Bericht« auS� Chili Valparaiso, den 18. Oct.) von der Rolle, die dasselbe spiefeu werde, ein nn- melden nur von ddr Fortdauer der Blocade. geheures Geschrei gemacht wurde.— Der franzö- Einigen Schiffen war gestattet worden, in chilenische fische Geldmarkt soll nach der österreichischen An- Häfen einzulaufen, ein anderes(englisches) von leihe auck anderweit in Anspruch genommen werden. Admiral Partja weggenominen, armirt und als Hat man auch Grund genug. daS Gerücht von eiyer bevorstehende» portugiesischen Anleihe als j völlig aus der Luft gegriffen zu bezeichnen, so kün- digen doch amerikanische Briefe an, daß der Finanz Blocadeschisf'"verwandt worden. Die chilenische Regierung traf alle Anstalten, um sich auf eine lange Biocade einzurichte», und verlängerte die Telegraphenlinien an der Küste.— Die revolutio- Minister der Bereinigten Staaten, M'Cnlloch, be-»ären Truppen in Peru hatten sich»ach Cannate ; absichlige, ein„europäisches Anlehen" beim Congrcß zusainmengezogen, 10,000 Mann stark, aber Man- in Vorschlag zu bringen, das vornehmlich auf! gel leidend. Präsident Pezct marschirte ihnen ent- Paris berechnet sei» sollte, wenn auch die Zinsen gegen und kurz vor Abgang der Post verbreiteten desselben außer i» der französischen. Hauplstadt auch sich Gerüchte von eiucr Schlacht, doch war noch noch in London, Amsterdai» und Frankfurt a. M. nichts Bestimmtes zu erfahren.— NeuestenS zahlbar sein würden. Man glaubt, daß Anfangs ist auch hier von einer Armee-Reduction die Rede. Wenigstens geht in hiesigen politischen Februar schon die bezügliche Operation vor sich gehen werde und spricht dabei von Neueni und immer bestimmter von einem italienischen Anlehen, das dem floreutiner Cabinet unumgänglich noih- wendig sei, weil die Erträgnisse der Verkäufe der StaatSbahneu und Nationalgüter sich als völlig unzn- reichend erwiesen hätten. Fould, heißt es, widersetze sich dem Plane, dieses Anlehen an der pariser Börse zu cotirc», nachdem soeben erst die österreichische„Frie- dens- Anleihe" hier zu Stande gekomuien sei, was wiederum Anlaß zu der Vermuihung gegeben, als wolle er selbst die flüssigen Gelder der französischen Finanzwelt für ein Staat»-Anlehen in Anspruch nehmen.— Fould'S Finanz-Reformen sind natürlich in seinem eigenen Ministerium nichts weniger als beliebt, weil de» Beamten die nun strenger geHand- habte Disciplin und die vermehrten Anforderungen nicht gefallen mögen. Sie suchen sich daher durch daS ausgestreute Gerücht zu rächen, der Finanz- Minister leide an zeitweiser Schwäche des Ver- standcs. Diese boshafte Verläumduug findet aber gläubige Wiedererzähler genug. Kreisen das Gerücht, daß die Regierung damit um- gehe, eine Reduktion des Heeres vorzunehmen, die eine Ersparung von 1'/z Millionen Pfund Sterl. im Gefolge hätte. Das Projekt Gladstone's geht dahin, eine Reserve zu bilden, welche in Waffen- Übung gehalten werden und vcrhältnißmäßig nur geringe Kosten verursachen soll-— Hinsichtlich der R c f o r m f r a g e ist bemerkenswerth, daß John Bright, der gegenwärtig als der bedeutendste Volks« sührer in England anzusehen ist, sich mit der AuS« dchnung des StimnirechleS auf alle Hausbesitzer vorerst begnügen würde, während die Reform- League für alle erwachsenen, nnbescholtene» Man- ner, die einen gewissen Aufenthalt nachweise» kön- neu, und sich ajü Wähler haben rcgistriren lassen, das Stimmrecht verlangt. UebrigenS hat auch John Bright, der sonst mit Lob nicht sehr rasch ist, in einem kürzlich veröffentlichten Briefe erklärt, daß die Regierung in der Reformfrage günstig gestimmt iwell disposea) sei.„Morning Post" glaubt, Lord Russell werde eine Parlamentsreform nicht in An« * London, 30. Nov.(Die„TimeS" Über trag, wohl aber eine vorherige Untersuchung der Spanisch-ChilenischcS. Armee-Reduction. ganzen Frage in Vorschlag bringe..; sei die Reform Fcnicrproceß. Jainaica.I Die„Times" sin- einstweilen vertagt, ,o wurden Sir Robert Lowe den kein Behagen an dem Rundsckreibe» des spa-""d Edwards HorSmann sich bereit finde» lasten. nisckcn Ministers der auswärtigen Angelegenheilcu, Cabinet einzutreten. Aus Dublin wird den de Castro, da es die von diesem Blatte angekün-„Times" telcgraph.sch gemeldet, dag der Lord-Statt- digte Na-bgiedigkei, O'Donnel's nicht bestätigt, �lier den Direkim d-s�Rlchluond-Znä>,hau,eS. Die„Times" schreiben! � Herrn MarquiS, seines Amtes enlsetzl habe. Jn Jetzt hängt es also von der Festigkeit der fremden der gestrigen Sitzung der Spezial-Ko.nn.ission wurde Regierungen, insbesondcre der unsrigen, ab. ob die das Zeugenverhor fortgeieyt.«ehr lange beschak« Blocade von Valparaiso ausgehoben werden, oder ob ihr llgle man sich nill dem Denunciante» Nagle, der ein Bombardement der Stadt und ein Krieg bis ans'» von Stephens nach Amerika zu Mahoney geschickt Aeufjerste folgen soll. Bei Abgang der letzten Post war worden war und fünfzehn Monate hindurch der die Blocade noch streng in, Gange. Das de Caftrostche Regierung über die Fenier Bericht erstattet hatte. Rundschreiben nöthigt un«, unsere Anstchten nochmals zu Luby'ö Anwalt, Herr Butt, suchte durch ei» Kreuz- itberlege.. und nnsere Hoffnungen berabzuftimitzen. N'cht verhör die Aussagen dieses Zeugen vergebens zu v-n Admiral Pareza können w.r-"ger für den Bruch verwirren und zu erschüttern. Heiner wurden gestern zwischen Spanien und Chili verantwortlich machen. Die.."..~ur 0„., spanische Regierung selbst ha. jetzt die Verantwortlichkeit die Pol.zeibeamten vernommen, die O Connell m.t übernoiiinien. Zu früh habe» wir un« zum Siege des senischen Papieren lN Oueeastown angehalle» und Rechtes Glück gewünscht. E« ist möglich, dast Alle« noch � die Druckerei des Jrsth People erbrochen hatten. wieder wird beigelegt werden können, aber wir sürchten, Die große Jury hat erklärt, daß aller rechtliche e« kommt dazu nicht ans freier Entschließung des spani« Grund vorliege, de» enlwischlen Stephens zu ver- icke» Ministeriums, sondern nur. wenn die neutralen folgen. Von den beiden nach ihm in See gegan- Mächte in aller Mäßigung, aber fest darans bestehen. geiun Schiffen ist der Achilles bereits vorgestern in Die Jntennone" d-s span.schen M.n.ster.nm« mögen Queenstown wieder eingelaufen; der Liverpool ist , riedlicher sein, als die Sprache des Herrn de Castro, � /«_„: uns b offen läßt, aber es ist offenbar, daß die guten" draußen. Dem Gouverneur von Jamaica, Dienste der neutralen Nationen in allem Ernste beiden Eyre. widmen d.e..Ti>>>eö'heule abermals eine Schutz- streitenden Parteien aufgedrungen werden müssen. Ins- rede gegen die heftigen Angrlffe anderer Blatter. besonder- ist es nothwendig geworden, daß unsere eigene_ 1 Dez.[Neueste«.! In einer vom dem Polmk bingestell. undinzt allerFest.gke.taufrech. PavlamentS.uitgl.ede John Bright in Blackbury gehalten wird. Es ist eni Ml l;v erstand in»Z, dag England«. c.._ 7,..__ ro-c____ t.;fr sich immer zu der nackten Dvctrin der Richlinlervenlion stehaltenen Rede befürwortete Verselte die N�orinl>ll in de» Streitigkeiten civilisirter Raiionen, seiner Bundes-«om Jahre 1860 und drückte sei» volles Vertrauen genossen und Freunde, bekannt Hai. Das hieße ja die z«m Ru„ell>cben Cabinet ans. dessen Mitgliedern Verantwortlichkeit anigeben, welche vom Befitze der Macht er warmes Lob zollte.— Die von dem Gouverne- liiizertreniilich ist. Nicht bei jeder Gelegenheit soll inan ment in Jamaica zur Unterdrückung des dortigen sich einmischen; das ist Sache der Staatsmänner, z» ent. AufstanbeS angewandten Maßregeln nannte er scheiden, wo die Intervention nöthig ist imd wo nicht. Justj-, norde. Es braucht kein Continent in Flammen gesetzt zn wer- � den, weil etwa eine Höflichkeitsform versäumt worden Spanien, j DieKv nissin undO Donnell. ist, oder weil Rationalitäls-Ansprliche mißachtet wurden.! Enthüllungen.) Die Königin Jsabella hat feier-