Rr. 238. Berlin, Sonnabend den 30. December ISSS. Diese Zeitung erscheint täglich mit AnSnabme der Sonn- und Festtage. Organ des Allgemeinen deutschen Arbciter-Bcreins. Redigin von J. B. v. Hosfiettrn und I. S. v. Schweitzer. Redaction und Expedition: Berlin. Dresdnerstrage Nr. 85. AtzonnemeutS- Prcid sür Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- Bestellungen werden auswärts aus allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, natlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Post- von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Compagnie, Spandauerbrücke 5, sowi« ämtern lK'/s Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichipreußilchen Deutsch- auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. land l8V«Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(fl. 1. 45. südd., fl. I. 50. östcrr. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespallene Petit.Zeile bei Währ.) pro Quartal. Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 8 sgr. twechnet. Agentur für England, die Colonieeu und die überseeischen Länder: Ar. Bender, 8. Liltle New-Port-Street, Leicester-Square W. C. London. Agentur für Frankreich: G. A. Alexandre, Strassbonrg, 5. Rue Brulee; Paris, 2. Cour du Commerce Saint-Andrd-des-Arts. Geneigte Bestellungen auf den„Social-Demokrat" für das mit dem 1. Januar beginnende Quartal pro 1866 wolle man rechtzeitig, auswärts bei dem nächstgelegenen Postamte, machen. Auswärtige Abonnenten müssen, wenn sie das Blatt fortbeziehen wollen, ihr Abonnement ausdrücklich erneuern. politischer Theil. Deutschland. * Berlin, 29. Decbr.[31,r Habsburg- Hohenzollern'schen Allianz� bezeichnet der Wiener§§-Correspondent der„Norddeutschen All- gemeinen Zeitung" die Gerüchte von einer fron- zösisch- österreichischen Allianz als unbegründet und lediglich als Wunsch und Erfindung der cen- tralistischen(österreichischen) Journalistik. Von einem befriedigenden Einvernehmen bis zu dem, was die Centralisten träumen, sei ein gar weiter Schritt. Wir glauben das auch; nichtsdestoweniger ist eS möglich, ja sehr wahrscheinlich, daß das Signal zu dem Gerüchte in der Wiener Hofburg gegeben wurde, um auf Preußen eine Pression auszuüben. —(Zur Drohnotengeschichlej, so wird der „Allg. Ztg." gemeldet, sei an den österreichischen Geschäftsträger bei der freien Stadt Frankfurt eine Weisung ergangen, von welcher derselbe dem alte- ren Bürgermeister gegenüber, behufs einer münd- lichen Eröffnung, Gebrauch zu machen habe. Der Correspondent schließt seine Mittheilung mit den Worten: Er(der österreichische Geschäftsträger) ist nicht bcauf- tragt, eine Abschrift der Weisung zu geben. In dieser möglichst abgeschwächten diplomatische» Form beantwortet da« österreichische Kabinet das Schreiben des älteren Bürgermeister« an den k. k. österreichischen Geschäft«- träger vom 30. Oct. d. I., und schließt hiermit die be- treffende DiScussion ab. —(Aus den Elbherzogthümern) ist zu berichten, daß Hr. Hansen- Grnmbye, desien Theil- nähme an einer Versammlung dänisch redender Ab- geordneter in Apenrade(Hadersleben?) wir un- längst gemeldet, in verschiedenen Zeitungen ein länge- reS Schreiben erlaffen hat, in welchem er dreierlei er- klärt: 1) Er habe den Schritt einer Annäherung an die dänisch redenden Abgeordneten so zu sagen als reiner Privatmann und ohne irgendwelchen Zusammenhang mit dem augustenburgischen Haupt- quartier unternommen und ausgeführt. 2) Mit dieser Annäherung sei zugleich der Zweck verbunden gewesen, gemeinsam auf die Einberufung der schles- wigschen Stände hinzuwirken. 3) Er weise den Borwurf des Landesverraths, d. h. die Annahme der Betheiligung an einer Agitation für die Rück- gäbe NordschleSwigS entschiede» zurück. —[Die„Berliner Reform" j bespricht in ihrer heutigen Nummer in einem eingehenden Ar- tikel die empfohlene Nichtdurchberathung des Bud- gets und ertheilt, wie schon früher angedeutet, der Kammer den Rath, beisammen zu bleiben und ihre Pflicht zu thun. Ter Artikel enthält u. A. nach- stehende Stelle, der wir vollkommen beipflichten. Sie lautet: Endlich ein Wort über die vermeintliche Entschie- den heil des vorgeschlagenen Schritte«. Hält man e« wirklich für eine Weigerung, ans ein Jahre lang feste«, nneutmuthigte« Nein schließlich ein Verstummen zn setzen? Und nicht einmal ein Verstummen, sondern ein halbe« Wort, dessen andere praktische Hälfte sich die Ein- sichtigen ganz im Stillen und unter vier Augen ergän- zen dürfen, da« von der LandeSvertretung aber nicht voll ausgesprochen wird, weil sie— wir glauben auch mit Recht— meint, da« Volk verstehe eS doch noch nicht? Johann Jacvbh hat, nach der Rede an seine Wähler, da« Recht zu verlangen, daß sein ein- fache« Nein genüge und verstanden werde; von den an- der» 351 ist uns ein Grund solcher Airsprüche nicht bekannt. Wir verweisen in dieser Hinsicht wiederholt auf das, was wir umlängst(in unserer Nr. 226) hier- über gesagt haben. —[Die neueste Provinzial-Correspon- denzj bespricht U.A. die vorgeschlagene Ablehnung der Budgetberathung und will gehört haben, daß eine jüngst in Berlin stattgehabte desfallsige Be- sprechung mehrerer Parteiführer der Fortschritts- parte! zu dem Ergebniß geführt habe, daß eine Budgetberathung vorzunehmen sei.„Freilich bliebe zu wünschen," meint die„Prov. Corresp.,"„daß das Haus nicht blos äußerlich und der Form nach seine verfassungsmäßige Pflicht erfülle, son- dern nach dem Sinn und Geist der Verfassung, auch mit dem ernsten Willen an die Arbeit ginge, wirklich wieder ein Budgetgesetz für 1866 zu Stande bringen zu helfen. Dazu sei jedoch nach den bis- herigen Aeußerungen sämmtlicher Abgeordneten, die sich zur Sache hätten vernehmen lassen, sowie sämmtlicher Blätter der Fortschrittspartei, nicht die mindeste Aussicht vorhanden, sie alle verkündigten vielmehr ganz einmüthig ein Verhalten des Abgeordnetenhauses, bei welchem eine Erfüllung der verfassungsmäßigen Aufgaben wiederum nicht in Aussicht zu nehmen sei." —[Die Einberufung des preußischen Landtags) soll definitiv festgesetzt sein und dem- nächst im„Staatsanzeiger" publicirt werten, die Eröffnung desselben am 15. Januar stattfinden, also der im Art. 76 der Verfassung für die Zu- sammenberufung des Landtages festgesetzte äußerste Termin gewählt worden sein. Auch soll der König den Landtag nicht tn Person, sonbern durch den Ministerpräsidenten Gr. v. Bismarck eröffnen wollen. —[Preußische Preßschicksale.) Nach dem „Publicist" sind beim Berliner Stadtgerichte im abge- lanfenen JustizgeschäftSjahre im Vergleiche mit den drei letzten Vorjahren nur wenig(I) Preßprozesse verhandelt worden.„Während besonders in den Vor- ! jähre» 1863 und 1864," so fährt das schönfärberische � balbosficiöse Blatt fort,„fast sämmtliche hiesige Zeitungen, � selbst solche, gegen welche nie ein Preßprozeß vorher ver- �handelt worden, angeklagt waren, haben in dem abge- ! lanfenen JustizgeschäftSjahre, zum Theil noch aus dem ! Jahre 1864, nur gegen wenige hiesige Zeitungen und auch nur gegen wenige hier zur Verbreitung gelangte ausländische Zeitungen Preßpro, esse stattgefunden. Die iZahl der letzteren Zeitungen hat sich nach den vielfachen Verurlheilungen in den Vorjahren 1863 und 1864 und dem darauf ergangenen Verbote de« Debit« in Preußen bedeutend vermindert. Im Ganzen hat da« hiesige königliche Stadtgericht im Jahre 1865 über 102 Preß- erzeugnisse, darunter über 53 ausländische, in 58 Pro- zessen in 24 Terminstagen verhandelt, und zwar wa« diesseitige Preßerzeugnisse anlangt, 28 Prozesse gegen 18 Redactenrc und 19 sonstige Autoren." Wir lassen in Nachstehendem die verhandelten Anklagen nach dem „Publicist" folgen, mit der Bemerkung, daß die Angaben im Einzelnen nicht immer ganz genau sein mögen, so z. B. in Betreff unseres Blattes, welches, so weit sich die Sache, ohne zeilraubende, weitläufige Nachforschungen, augenblicklich ermittelu läßt, in noch mehr al« in den angegebenen Nummern und zwar darunter zweimal angeblich„wegen MajestätSbeleidiguug" incriminirt war. Auch schweigt der vorliegende Bericht über die verschic- denen Anklagen auf Grund der bekannten Kautschuk- Paragraphen, bezüglich:„Aufreizung zu Haß und Ver- achtung u. s. w." Ueberhaupt giebt die Zusammen- stellung des„Publicist" kein deutliches Bild von dem Eharaklcr der verhandelten Prozesse. In Ermangelung anderweitigen Materials jedoch geben wir»nsern Lesern diese Statistik, Überzeugt, daß auch sie schon geeignet ist, die Schwierigkeit der Lage zu illustriren, in welcher sich gegenwärtig die Presse hier befindet. E« waren also angeklagt: 1. Aus Veranlassung von strafbaren Bro- schüren, für welche in Preuße» wohnhaste Personen ver- antwortlich gemacht worden sind: l) der Schrisisteller Glaßbrenner wegen seine« Bolkskalcnders; 2) der Buchhändler Schlinginann wegen der Broschüre:„Die deutsche Bewegung von 1848 lind die gegenwärtige, vo« Bernhard Becker"; 3) der Buchhändler Abeledorss und der Buchdruckereibesitzer Fei cht wegen der Broschgre: „La vie du nouveau Cesar"; 4) der Justizralh Dolmetscher Jerzewsky wegen der Broschüre über den he- kannten Hochverrathsprozeß gegen den Grasen Dzialinskv und Genossen; 5) der Dr. pllil. L o r c n tz e» wegen der Broschüre:„Der Londoner Traclat"; 6) der Literat Elericu« und Buchdrucker Genich wegen der Broschjjxe: !„Die Tanzmarie"; 7) der Dr. Johann Jacody Wege» der Druckschrist:„Heinrich Simon". II. Zlch Vernichtung stand die i» Hamburg erschienene, hier ver- breitete Druckschrist:„Jahrbücher de« Volks von Arnold Rüge". Erstes Hest. III. Au hier erscheinenden Zei- tunge»! 1) die Vossische Zeitung, Redakteur: Müller, ' zweimal; 2) die National-Zeitung, Redactenr: Hr. Zabel! � 3) da« Märkische Kirchenblatt, Redakteur: Vicar Müller! 61 ji an re G ri' • sä 61 ni au är tei ..B vo ha D fas a>f Di läs mi be, Be aal sol Gl Bc Net Vc 4) die Deutsche Gemeindezeitung, Redakteur: Dr. Stolp; 5) der Social-Demokrat, Rcdaileur: V.Schweitzer, zwei- mal wegen zusammen 13 Nummern; 6) das Fremden« und Anzeigeblalt, Redakteur: Schenck; 7) die Staats- biirger-Zeitung, Redakteur: jträmer; 8) der Helmcrding, Redakteur: A. Hopf, dreimal; 9) die Berliner Reform, Redakteur: Dr. Weiß, zweimal; 10) die Volkszeitung, Redakteur: Holdheim, zweimal; 11) die Theatralia, Re- dakteur: Held; 12) die pithographirte Eorrespondenz, Redakteur: Silßmanu; 13) die Berliner Gerichts- Zeitung, Redakteur: B. Hesse; 14) die Preußische Anwalt«- Zeitung, Redakteure: Justizrath HinschiuS und Professor HinschiuS; IS) der Kladderadatsch, Redakteur: Dohm; 10) der Berliner Beobachter, Stadtgemeindc- und BezirlSblatt, Redakteur: Dr. Maren; 17) die Berliner Börsen- Zeitung, Redakteur: Saling; 18) der Theater-Moniteur, Redakteur: Ferd. Röder; IV. An ausländischen, hier zur Berbreitung gelangten Zeitungen: 1) die Reue Frankfurter Zeitung wegen 17 Numniern, 2) da« Frankfurter Journal wegen 3 Rum- mern; 3) die in Wien erscheinende Neue freie Presse wegen 20 Nummern; 4) die Frankfurter Postzeilung wegen 1 Nummer; S) die in Coburg erscheinende Wehr- Zeitung wegen 1 Nummer; 6) die in Wien erscheinende Presse wegen 4 Nummern; 7) das Wochenblatt des Nationalvereins wegen S Nummern; 8) die in Niirn- berg erscheinende Deutsche Allgemeine Zeitung wegen 1 Nummer. V. Ferner waren ein Buchhändler wegen Verbreitung verbotener Druckschriften und ein Buchdrucker wegen Angabe einer unrichtigen Firma angeklagt. Bier Brochllren von Lassalle standen zur Bern ich- tung.— Den Gegenstand aller vieler Prozesse anlau- gend, so waren die all I. 2, 5, II. III. 1, 2, 5, 7—10 und ad IV. ausschließlich politischer Natur, z. B. Ma- jestätSbeleidigungen, Friedensstörungen, Schmähung von Anordnungen der Obrigkeit und Beleidigungen de» StaatSministeriumS, insbesondere des Ministerpräsidenten Grafen von Bismarck. Zumeist beschäftigten sich die in- criminirten Artikel mit der Politik Preußens in der £ schleswig-holsteinischen Frage. Die Übrigen Prozesse be- trafen, soweit nicht rein preßpolizeiliche Bestimmungen verletzt waren, wie z. B. ad III. 11, 12, 14 u. s. w., Beleidigungen der Reffortminister und einzelner Behör- den und Beamten mit Beziehung auf ihren Berus, inSbe- sondere de« Obertribunal«, deS StaatSgerichtShofeS, der Mitglieder de« Herrenhauses, der Aronsyndici. Was das Resultat anlangt, so wurde in sechs Fällen aus Nicht- schuldig, im Uebrigen auf Schuldig resp. Vernichtung erkannt. Die erkannten Strafen betragen zusammen an Geld ca. 900 Thlr. und an Freiheitsstrafen ein Jahr und sechs Monate Gefängniß. Freigesprochen wurde in Bunzlau der Redac« teur des„Nieders chl. Cour." stvcgen eine« in Preußen vielversolgten Artikels aus der„Schwab. Bolksztg.": Wie Herzog Carl Eugen von Württemberg mit feinen gelreuen Ständen im Streite lag. Der Gerichtshof fand in dem Artikel keine Beziehung weder zum Könige von Preußen noch zu Preußen überhaupt ausgedruckt. — �Die Zusammenkunft der sogenann- ten deutschen BolkSparteij der förderalistischen entschiedenen�Linken in Südwest-Deutschland, hat bereits am verflossenen zweiten Feierlage zu Bam- berg stattgefunden. s — sUeber die angeblichen„fürchter- lichen" Pläne Rich. Wagner's� schreibt ein „nicht liberaler Bayer" dem„Mainzer Journal": Aber immer klarer wird e«: Bayern stand, sich selber fast unbewußt, am Rande eine« fürchterlichen Abgrunde». Richard Wagner, der unschuldige Musikus, arbeitete mit der ihm eigenen Zuverflchtlichkeit, Heftigkeit und Rücksichtslosigkeit an der Durchführung eine« festen Planes, dessen Grundzllge waren: Umsturz unserer Ber- fasjung, Stellung de« Reiches uno de« Königthumc« aus social-demokrarische Grundlage, Abschaffung de« stehenden Heere«, Einführung eine« Volksheeres, Erhöhung der Eivilliste(versteht sich zu Wagner» Bestem), absolutisti- sches Regiment mit der Posse einer„Bolk«"-Vertretung — kurz da« höchste„Ideal" unserer Fortschrittler; und in religiöser Beziehung: Zerstörung des menschenent- würdigenden Christcnthum«, die„Kunst" als neue Re- ligion, das Theater als neuer Tempel; sein„Ideal' war daS alte Griechenthnm, voller Lebensgenuß für Alle, Eult der sinnlichen Schönheit. Der„nicht liberale Bayer" kennt die bayerische Fortschrittspartei schlecht, wenn er ihr zuschreibt, für dergleichen Dinge zu schwärmen. Allein da« „Mainzer Journal" selbst giebt ja sonst vor, für ein social- demokratisches Regiment zu schwärmen; aber freilich auf„himinlischer," d. h. clerikaler Grundlage. Da liegt der Hund begraben. * Wien, 28. Dezbr. sMinisterielle Ber- fügung einer Zahlungssistirung. Der V e r w a l t u n g s r a t h/j Von hier wird tclegraphirt, daß der Finanz minister die Auszahlung der Januar-CouponS der österr. Credit-Actien verboten und der Bcrwaltungsrath resignirt habe. Eine andere Depesche lautet: Die Ereditaustalt macht bekannt, daß alle in gestriger Sitzung anwesenden VerwaltungSräthe ihr Amt nieder- gelegt haben, weil der Beschluß de« BrrwaltungSrathe«, welcher, nachdem er ans den Resultaten de» Geschäft«- jähre« 1865 entnommen, daß eine sünsprozentige Verzinsung de« Aktienkapital« ohne Inanspruchnahme de« Re- servefondS möglich, beschlossen halte, am 1. Januar 1866 eine Abschlagszahlung von 10 Gulden pro Aktie erfolgen zn lassen, von der Staatsverwaltung vor Abhaltung einer Generalversammlung sistirt wurde. Die„Neue freie Presse" meldet hierüber, der Beschluß des VerwaltuugSrathes sei gegen den An- trag der Direction gefaßt worden, welcher dahin gegangen wäre, die Beschlußfassung über Auszah- lung der Dividende pro 1865 und die Entscheidung über die Bllancirung der nächsten Generalversammlung der Atlionaire vorzubehalten. Ausland. * Paris, 27. Decbr. sTageSbericht. j In offiziellen Kreisen schmeichelt man sich hier neuer. »ß }fc :r- in, pft ite, zu em S nie > gesteckt ir in ngeu. etter- rasen viel- statt nach- heint. hat. rtiger 3 auf dst in welche n Ab- Bor« ind in äifch-n »e An- habe. Feuilleton. lvos sich öa Schwogtr Gothlirb UN da Achwoger Karle' vun da orrma� Achlestng" nn am� Herrn Zchul)e-Vktihsch dirjähln. Nu Schwager Gothlieb bist du'» denn, Du ale gude Hacke? Ich kannt' dich vo dir Weite schund Ei denner groa Jacke. Ja Schwager Körle, ja ich dien'», Du guder, treuer Junge, Hie hust du gleich ei menner Hand Die Flasche mit emb Schlungi.� Ne Schwager ne, du bist a Moan, Dar nirgends sich darf schama, Du bittst� mir gleich die Flasche»an, Ich war� in Schlung mir nahma. Brosts Bruder us das Wicdersahn, Do'» mach mir'« in«11 zum Sposse, Mir lohn'" a holbe« Quort noch gähn'" Wull an» dam ältsta Fosse". Do hoan mir olle'a Beb' en Sinn, Mir gihn bi« ei die Linda'«, Und fetza zu em Tisch in« hien, Do» Andre wird sich finda. Jtzund dirzähl mir« ganz getrust, Wie dir« bis jitzt i« gahnga, Und kumm mir ja nich ei die Bust'i Wenns Luhn'« nicht solde langa'«. Wo» macha deine Kinderla? Dei Weib, die ale"«, gude, Die sitzt wull wieder und sie pflückt» Dirheme�" ei dir Bude"«? Zu lhun Hot sie gewiß vulluj� Bei ihrem Hess»"« Junga, Denn reich zu warn, trutz oller Müh', IS ihr noch nich gelunga. Ich sahS bei mir dirheme ju, Ich quäl mich unobläßig, Dir Heffa"« nimmt furlwahrend zu, Und olle fein gefräßig. Ich muß dir itz an Spoß dirzähln, Weil ich just droa gendente, Mir sein dohi"' recht hidsch fir in» Alene ei dar Schenke. Orst jentag"« recht in oller Früh, Do giht dier mene Mutter Und hüllt ir ernt im Hamstl» Klie29 Mir heßa«30 Gänsesuttcr. Kaum sängt sie orst zu rubsa«' oan, Do sitt sie hinter'm Baume Da Ommtmoan«" mit fem Fuchse stihn, Dan hällt a fest beim Zaume. Nu reßl sie dir zwoar tüchtig au», In zienilich weite Strecke, Sie wihl sich imsahn«« und versitt»««, Wup», leit«« sie drinn«im Drecke. Itz ih» dar Odim«« bei ihr weg, Sie koan nich vo dir Stelle, Dar Ommtmoan kimmt, a flucht und roast Vom Teifel, Tud und Hölle. Nu nimmt a goar a Kanschuch raus«" Und hait«« sie goar noch Nota, Der Rücke woar dier vuller Blut Und grün' und gale«'' Knota. Ich denke reen, mich rührt dir Schlag, Weil sie kimmt ei die Stube, Sie flennt� noch bi« zum heut'ga Tag Und grämt sich ei die Grube. Hie so ich dir'« Bruder, frank und frei, Du wirst nich weiter sprecha, Lotscht" mir dar grobe Ommtmoan ei, A Hol« war ich ihm brecha. Du konust mir« gleba'", Bruder Herz, I« ih» eim letzta Luchc�«, Wenn 24 Bühmla" Geld Verdient warn ei er Wuche�. Do« langt ju uf di Klunkarn�« nich, Die mir in« ruudir reißa'?, Im« Uebrige do möcht mir halt Di Leute drim bescheißa««. Arbeita mir nich Tag und Nacht Für su a lumpsch poar Gräta�? A Trinkgeld is, und nicht zuviel, Wenn mir» om Schnaps virthäta«". S'i» woa» verfluchtes uf dir Welt, Wie maß itzund muß trciba, Is Sunntich», Hot« keen Bühma Geld, Ma muß dirheme bleiba! Nu haht od53 Aler, hier itz uf, Mir müssa a mohl trinka, Du kimmst niir immer besser druf, Dei ganzer Mult wiel sinka. Brost Bruder, brost, uf neue» Glück! Dos Ale ih» nischt nütze, Wenn« über» Johr nich besser wird, Do saus mir au« dir Fitze««. Du kannst a mohl a biSla ruhn, Jtzund wahr ich ufwacha, Ich wahr dier gleich woa« Neue» foan, Do wirst du Oga macha. I» sein wull kaum vier Wucha Hahr, Do hott ich och iS Waasa«�, Do kimmt ei meine Stub a Moan Und brucht mir woa» zu lasa. Ich hotte doch ke Kröschla Geld Und wullt mich nich bcrllhma««, Do menta«« lasa«? Sie die Schrift, Sie fußt«8 och nich in Bühma. Sie ih« geschickt wurn au« Perlin Vo iasim� VuIkSvertreter, Und ich muß sie verschenka gihn O Sturm bei schlechtem Water!8« A sotzt sich zu mier us die Bank, Ei sem barbarscha Boarle, Und redte wull in Stunde lang, A scheut« nicht die Worte. A meentc, Schulze au« Perlin, Doa« ih« groad ins« Stütze, Zu dassen« Fahne müß mir stihn, Die Andarn sein nischt nütze. Dar wirkt jetzund fir insa Stand, Bei Tage und zu Nachte, Mir Orma gihn im nich zur Hand, Deshalb giht« asu sachte. Wu Hots in Boater darbe koan8' Meher thun fir sein« Kinder? Drum Heß mir ihn mit vullem Recht: Genossenschaftlicher Gründer. ._.»WWW. J) einiimann- SS) umsehe»- 34)»ersieht et— 34) liegt lommt in die Quere.— 42) glauben— 43) e« ift auf dem lehle» Socht, t b die Noih ist am größlen. �. l) Karl- 2) armen- 3) Schlesien- 4) dem- 5) einem-«) Schlucke tum Trmten)— 7)»reiest- 8)«erde-») Profit- 10) hier ljeht)— 11) nn«- U) lassen— 13) gebe»- 14) Baffe IIS) alle— 16) Wir gehn bi» in die„binde"- 17) Und tomme mir ja»ich! in Zorn- IN) Loh»— 1N> ausreichen— 20) alte— 21) flickt— 22 1 Dabeim— 23) p litte- 24)»ollaus—«5) Hauten für ander» genommen~rii dahier— 28) erst jllngfthin ertlich)— 29) Und holt sich etwa eine Hand»oll«lee.— 30) heißen'«— 31) hfllicken— 32,«miman»-—"""----"...... -" �,«6)»them 37)«antschnd- 38) hau,— 39, gel dl- 40)»eint- 41) Lolscht et: gehl ein.----- U Uf"—. '' j' Böhmen, d. i. Silbcrgroschen— 44) m der Woche 48) ftieidn— 47) d in undur®a< Wesen haben, trankhasler Zustand- 44) wollte mich nicht berühme», �e» Batet, welcher kann ic V I 44) in der Woche- 48»»leider- 47) herunter reißen- 48) belrüge»— 49, Heller 40,»erthun, d, i.»»«gebe».—' 41) Sortniag'-"««) halte' nur ein"— 43) Psühe- .............. I d. h wollte nicht« dergleichen thun— 4«) meinte er— 47) lesen- 48) kostet- 49, unserm- 60) Wetter- 81) wo giebt et