Nr. 3. Berlin, Freitag den 5. Januar l866. Zweiter Zahrgang. Ditsi täglich Organ der social- dtniakratlschen Partei. Redaction�und Expedition- der Senn, unv Festtage. R,digirt von I.». v. Hosstette» nnd Z. V. v. Schweitzer. DreSdnerstraßc Nr. 85. Abonnement»-Preis illr Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- Bestellungen werden auswärt« auf allen Postä>ntern, in Berli n auf ter Expedition, nailich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Post- von jevcm soliden Spediteur, von der Expreß-Eompagnic, Spandauerbrücke 3, sowie ämrern'iS1/« Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichlpreußischen Deutsch- auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genominen. land 18»/« Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr. Italiens zur Basis hätte. —[Die„Köln. Zeitung"], welche das be- kannte Wort Lussalle's, daß die Lüge eine euro- päische Großmacht sei, unter allen deutschen Blättern am meisten bewahrheitet, weil sie das bedeutendste, das mächtigste ist, erfrecht sich, in ihrem heutigen „Deutschland im Jahre 1865. IV." überschriebenen Leitartikel, gelegentlich einer Verherrlichung der Schulze'schen„«elbsthülfe". zu schreiben: Im Angesichte der allmählich wachsenden Gewährung freier Eoncnrreuz ist auch 1865 die Schulze'sche friedliche „Selbsthülse".Bewegung sort und fort gewachsen lind die ihr gegenüderstehende revolutionäre Lassalle'sche„Staats- Hlllse"-Agitation mehr und mehr zersallen. Die Lassalle'. schen Epigonen wußten auf ihren betreffenden Bersamm- jungen kauni noch etwa« vorzubringen, als die inneren Streitigkeiten und gegenseitige» Anklagen ihrer Präsident- schasts-Prätendenten, während den Arbeitern selber die huiidert Millionen, welche Lassalle von der Regierung für sie gesorderl hat, als eine Selsenblase erscheinen, weil „selbst für den Fall, daß eine solche Anleihe zu Staude lommen sollte, der einzelne Arbeiter höchstens 100 bis 200 Thaler erhalten würde, die er verzinsen müßte, noch dazu mit der Beschränkung einer polizeilichen Ober- Aussicht. Lüge auf Lüge, eine größer wie die andere! Würde die social-demokratisch: Agilation wirklich, wie die„K. Z." behauptet,„zerfallen" sein, so fände es die„K. Z." sicherlich am klügsten, ganz über sie zu schweigen; sie hält es aber gerade des- halb für nothwendig, von„Zerfall" zu sprechen, weil zu ihrem Aerger das gerade Gegentheil der Fall ist. Und dann, wo ist es jemals Lassalle in den Sinn gekommen, von„der Regierung" hundert Millionen zu fordern? Niemals. Und was die leider hier und dort vorgekomnienenen persönlichen Zwistigkeiten betrifft, so haben sie niemals die Agi- talion für die Sache in den Hintergrund zu drän- gen vermocht und sind sie übrigens als glücklich überwunden zu betrachten. Die„K. Z." würde sich daher einer großen Illusion hingeben, wenn sie unsere Agitation für beseitigt halten wollte. Ihr Lügengebelfer kann vielmehr nur dazu dienen, unsere Parteigenossen zu neuem Eifer und noch regerer Thätigkeit für unsere heilige Sache zu ent- flamuien. * Münclien, 2. Jan.[Zu den Folgen der Palastrevolution.] Die Agitationen der bayrischen Fons�m�utäniier gf�en Kabinets- secretarial und die reactionären Strömungen im Ministerum dauern fort. Es ist beschlossen wor- den, Deputationen an den Jrtöiug zu senden. Die Ultramontanen suchen den Sturm besonders durch die- Kanzel zu beschwören. Dieser Tage predigte ein Kapuzinerguardian gegen die schlechte Presse in so heiligem Eifer, daß er zuletzt ohnmächtig wurde und von der Kanzel berunler getragen werden mußte. „Die schlechte Presse," darunter sogar das Blatt für Staatsmänner und Diplomaten, die„AugSb. Allg. Ztg.", behauptet dagegen, das sei die Folge eines ZustandeS gewesen,„der für die Kanzel etwas ungeeignet und ungewöhnlich ist." Bei den gegenwärtig traurigen Zuständen des Münchener Bieres sind wir stark geneigt, das für eine Verleumdung zu halten. In Würz bürg donnert der Jesuitenpater Roh. In einer Kreuzpredigt gegen die moderne Natur- forschung sprach er von Moleschott, Virckow u. A. als von„Freischärlern der falschen Wissen- schaft" und„Kerlen, über die er Fluch, ewigen Fluch aussprechen müsse." Hu, wie grausig! Ausland. * Paris, 2. Ig».[Tagesbericht.] Die „France" schreibt:„Man berichtet der„Agence Havas" aus London, daß Preußen, Oesterreich und Dänemark sich über die Herzogthümer verständigt haben. Dieser Correspondenz zufolge, deren Rick- tigkeit bisher nicht verbürgt ist. und die wir für sehr unwahrscheinlich halten, werde NordschleSwig an Dänemark zurückgegeben, wogegen Dänemark seine Rechte auf den Rest der Herzogthümer auf- geben unv einen Theil der Kriegskosten zahlen würde."— Die Hoffnungen derer, die da meinten, der Präsident der Vereinigten Staaten werde bei Juarez keine» Gesandten wieder beglaubigen, sind gründlich zu Wasser geworden, docd ein Trost ist ihnen geblieben, sie konnten mit Grund abläugnen, daß General Legan den mexicanischen Posten über- nommen habe. Johnson hal Campbell bei der Re- publik beglaubial und djese Ernennung dem Senate niit der unverkennbaren Absicht angezeigt, einen nicht mißzuversteh-nden Thatbeweis von seiner mexi- canischen Politik zu ertheilen. Der unglückllche französische Gesandte halte in der Roth seines Herzens das Äeußerste versucht, um diese Bezlau- digung zu hintertreiben: er verließ kurz vorher Washington und ging nach New-York, gleichsam als werte er sich nach Frankreich einschiffen und den Staub von seinen Füßen schütteln, wenn das Unliebsame geschehe. Schließlich stellt sich jedoch heraus, daß Herr von Montholv» bloß in Privat- Angelegenheilen von Washington ab- wesend war, und er entschloffe» ist, Alles, wie s dem Manne im Weißen Hause gefällt, gehen zu lasten, bis sein erster Secretär, den er nach Paris beordert hat, neue Weisungen bringt. Die Actenstücke in Bezug auf Mexico liegen dem Eon- grcffe noch nicht vor, dagegen hat derselbe in dem Berlangen, genaue Mittheilungen darüber zu er- halten, von einem„angeblichen Kaiserthum Mexico" höchst anzüglich für Herrn v. Montholon gesprochen. Jedoch auch hier ist diesem eine kleine Freude ge- blieben: Ortega, eine jener mexicanischen Wind- sahnen, die zu allen Farben schwören, wenn etwas dabei für sie abfällt, hat, nachdem er erst Re- publicaner, bann Imperialist, dann Juarist gewesen, sich neuerdings gebrauchen lasten, gegen Juarez zu intriguiren und sich nach Ablauf der Präsidentschafts- Periode als den verfastungSmäßigen Inhaber des Präsitentenstuhles aufzuthun. Ortega's Manifest wird jedoch die Stellung von Juarez so wenig verschlimmern, wie dieser Streit auf diejenigen, welche über die mexicanische Frage ein Urtheil haben, Einfluß üben kann. Für die Imperialisten dagegen ist dieser Zwischenfall schon Geld werth, und es fehlt in der pariser Presse nickt an Stimmen, welche, wie die„Patrie" heute, den Muth haben, die Anerkennung deS Kaisers Max durch die Re- gierung der Bereinigten Staaten als„nahe bevor- stehend" zu verkündige». Nicht einmal die Inhaber Feuilleton. tleujahrsgrnß eines Social-Demokraten. Wenn einst der vierte Stand als Sieger Dasteht vor dem crrung'nen Ziel, Wenn einst die Geldmacht liegt danieder, Gestürzt das schnöde Börsenspiel, Dann sei begrüßt da« neue Jahr. Wen» einst kein Armer mehr entbehret, Kein reicher Schlemmer üppig lebt, Wenn kein Tyrann mehr wird verehret, Wenn einst da« Volk sich kühn erhebt, Dann sei begrüßt das neue Jahr. Wenn einst da» Recht für Alle waltet, Die Tyrannei in. Staube liegt, Wenn man nicht mehr die Hände faltet, Wenn einst die Wissenschast gesiegt, Dann sei begrüßt da« neue Jahr. Und sollten wir es nicht erleben, Zu grüßen so ein neues Jahr�— Dann folgen And'r« unser'm Streben, Und wird dann, was wir Hostien, wahr, Dann sei begrüßt daS neue Jahr. Paris, I. Jannar 1866. L. Petersen. Silder aus dem Ärbeitcrleden. Bon Gustav K. Hl. Kampf zwischen Arbeit und Kapital. 2. Das Weib. (Fortsetzung.) Aber inmitten aller dieser Ausbrüche der heiterste» und sorglosesten Freude tönt der wimmernde Ras de« Elends, und das Auge, da« sich eben an der harmlosen Freude eines Kinde« weidete, das, mit Spielsachen reich beladen, an der Hand wohlhabender Eltern nach Hause eilt, es heftet sich mit Grauen auf das abgemagerte Ant- liy eines Mädchens, an« dessen zitternden Lippen der Ruf ertönt: Einen Dreier da« Schäfchen! O, werft nur einen einzigen Blick aus das arme Wesen, wie es mit den von Frost aufgeschwollenen Fingern seinen ganzen Reichthnm umfaßt, wie es zitternd vor Frost ruft: Einen Dreier das Schäfchen! Kaiserlich mexicanischer Papiere selbst werden auf diese Prophezeiung bauen. Der„Monde" bringt heute einen Artikel aus der„Union de l'Ouest", worin die„böswilligen Gerüchte" gebrandmarkl werden, die von gewissen Leuten über ein Fi- »anz-Abkommen zwischen Rom und Italien ver- breitet würden. Nachdem die betreffenden VerHand- lungen zwischen SariigeS und Antonelli vorläufig ins Wasser gefallen, sollen jene böswilligen Men- scken, die dergleichen Gerüchte verbreiteten,..keinen anderen Zweck haben, als die Katholiken in der Darbringuug des Pelerspfennigs zu cvtmuthigeu und dadurch, wie sie vermeinen, dieses AuSkunfts» mittel, da« rein aus der Luft gegriffen ist, wirklich nöthig zu machen." Wer in Zukunft also einer solche» Ausgleichung das Wort redet, der weiß, was der„Monde" von ihm denkt. Man ist es hier in den höchste» Kreisen übrigens auch herzlich müde, für alle Welt die„Vorsehung" zn spielen. Lavalette hat diesem Mißbehagen gestern Ausdruck gegeben, als der Unter- PräfeLt, Herr de Sainte- Suzanne, der gern Präfekt werden wollte, auf Be- fragen, wie es ihm gehe, geantwortet hatte:„So gut, wie es Einem als Untcr-Präfekt gehen kann." Der Minister des Innern fuhr aus und rief:„Ich bin der liebe Gott nicht und kann keine Präsekten machen, wenn ich will!" Bei Hofe soll man über den Unter-Kaiser in Mexico ähnlich reden und ihn, der seinem Posten gar keine gemüthliche Seite ab- gewinne» lernt,„nicht bloß unfähig, sondern zu- gleich undankbar" nennen, besonders gegen Frank- reich,„den, er Alles verdankt". So wenigstens läßt die„Jndependance Belge" sich inelden und fügt hinzu,„in der Umgebung der Regierung be- dauere man fast, daß die Präcedenzen alle Beziehungen mit Juarez unmöglich machten."— Auf die„aufrichtige Freundschaft" zwischen Frankreich und Oesterreich wsrft es ein eigenthümlicheS Llcht, daß sich hier in diesem Augenblicke Stimmen ver- nehmen lassen, welche den Beweis führen wollen, daß die neue Freundschaft weil entfernt sei, den italie- nischen Staatsmännern Sorgen zu verursachen. Zunächst, so heißt es also, weiß die Partei, deren O, werft nur eine» einzigen Blick auf diese gram- ersülllen Züge, und steinern niuß Euer Herz sein, wenn Jbr nicht erschüttert seid durch all' den Jammer, all' daS Elend, daS in diese» Kindcrangen verborgen liegt. Und Jbr, die Ihr das Elend kennt und die Ihr es lindern wollt, o gewiß, Ihr fragt mit mir, Ihr fragt: Welcher Fluch lastete aus Dir, armes Geschöpf, daß Du schon jetzt, schon jetzt unter Hunger und fortwährender Roth dahinsiechst! weshalb sind schon jetzt Deine Er- sahrnngen so trübe, so düster, weshalb schon jetzt so zahlreich Deine Entbehrungen? Ach, wer e« nur einmal gehört hat, dieses Wort: Einen Dreier da« Schäfchen! der vergißt es nimmer- mehr. Liegt doch in ihm der Wehcschrei unser«« ganzen ArbeiterstandeS verborge»; aber, was ihn so erschütternd macht, das ist, daß er au« de» Lippen eines Kindes tönt. Sehen Sie doch dieses hübsche Mädchen! flüsterte mir Kugler zu, indem er auf ein etwa lsjähriges Kind wies, das, in der Hand einen Korb voll Schäfchen haltend, mit zitternder, aber doch klangreicher Stimme seine Waarc feilbot. Und in der Thal sah man in diesem Antlitz, so sehr eS auch durch Frost und Gram entstellt war, Anzeichen einer freilich noch unentwickelten, trotzdem aber in dieser GesellschastSsphäre äußerst seltenen Schönheit. Fast unwillkürlich näherten wir uns dem Mädchen. Ein glückliches Lächeln erhellte die Züge de« letzter», es hoffte gewiß a»f Absatz und— diesmal wurde e« nicht getäuscht. Kugler kaufte ihren ganzen Kram für einen zehnfachen Preis und nachdem er die Waare eini- gen in der Rähc stehenden Kindern geschenkt hatte, er- kundigle er sich theilnehmend nach den Verbältnissen des armen Kindes. Das Mädchen befriedigte seine Neugierde schnell. „Sie heiße Elise Kattner und wäre eine Waise und von ihren Pflegeeltern mit Verkauf von Schäfchen beauftragt." Einige Augenblicke stand Kugler sinnend da, vielleicht faßte er schon damals den Entschluß, für jene« Kind zu sorgen, geniig, vier Wochen etwa nach meiner Abreise zeigte er mir an, daß er in Elise Kallner einen, wenn auch sehr mangelhaften Ersatz, für sein verlorenes Kind gesunden. ,* r Meine Reise dehnte sich länger au«, als ich ver- mutbet. Erst nach 7 Jahren sah ich meine Heimalh wieder. Ein Theil meiner Ersahrungen, so weil er da« Weib Führer Herr Ratazzi ist, daß diese Allianz nokh. wendig ein besseres Einvernehmen zwischen Italien und Oesterreich zur Folge haben müsse und daß durch dieselbe allein eine Lösung der venetianischen Frage ermöglicht werde, weil ein durch die Unter- stützung Frankreichs und Italiens gestärktes Oester- reich ohne weiteres Schwanken offen Front gegen Preußen machen könne und sich„in Deutschland für den Verlust Venctiens leicht entschädigen könne." Außerdem aber wüßten die Leiter der„höheren italienischen Politik" auch zur Genüge, daß ein Zn- sammengehen der Kabinette von Wien und Paris den Finanzen des Königreichs Italien erheblichen Borschub zu leisten im Stande wäre, weil dann einer Entwaffnung �im großen Style wenig mehr im Wege stände, t�o weil die Stimmen derer, denen eS Aufgabe ist, de» Männern von Florenz Honig um den Mund zu schmieren.— Bezüglich der letzten Neujahrscour heben der„TempS" und einige andere Journale hervor, baß der amerika- uische Gesandte, Hr. Bigelow, und Fürst Metter- »ich, der österreichische Botschafter, der Gegenstaud besonderer Ausnierksamkeiteu von Seiten des Kai- fers waren. Personen, welche dem Empfange an- gewohnt, versichern jedoch, daß Fürst Metternich durchaus nicht freundlicher als gewöhnlich behan- dclt worden sei, und daß. wenn der Kaiser, als er mit Bigelow sprach, zwar ein„sehr hnldvolleS" Gesicht machte,(!) demselben aber nicht das geringste von irgend eiiierBebeurung jagte. Etwas nichtssagend ist auch im Grunde genommen die kaiserliche Rede an das diplvmalischc Corps. Der Umstand, baß der Kaiser meint, man dürfe vielleicht einen langen Frieden erhoffen, räumt die Schivierigkeiteu der Lage nicht weg. Uebrigens sind die NeuiahrS-Reden deS Kaisers schon seil sieben Jahren ohne alle Bedeutung. Seit er am 1. Januar 1859 einmal gewichtige Worte fallen ließ, wartet man immer mit Spannung auf die Orakel Seiner französischen Majestät, ohne daß jedoch wirklich etwas Wichtiges dabei herauskommt. — 4. Jan.[Neuestes.] Der„Moniteur" meldet, daß die Kainmer auf den 22. d. M. einberufen ist. in seines» Kampfe mit der Kapilalherrschast betrifft, mag hier folgen. E« ist eine schwere Ansgabe, die ich mir gestellt und shre Lösung wird mir nur unvollkommen gelingen, aber wer ist auch wohl im Stande, gerade diesen Theil der Arbeiterfrage in seiner ganzen Furchtbarkeit zu fassen und dem Leser wenigsten« ein annähernd richtige« Bild all des Elends zu entwerfen, da« mit dem Geschick de« Weibe« fast unauflöslich verkettet scheint. Und es ist ein schwerer Weg, den der Leser an mei- ncr Hand zurückzulegen hat, aber es ist der Weg der Wahrheit, der Weg, der den Arbeiter dahin führen soll, wieder einmal unsere heutigen Zustände in ihrem wahren Gewände zu erkennen. Wahrheit also, Wahrheit, welche die Millionen, bald flüsternd in banger Befürchtung, bald grollend in ivilder Verzsveiflung, fordern, weil sie allein die Rettung bedingt, sie sei eS, die uns auf unserm jetzigen Rundgang begleite, in welches:, wir da« Elend und vor alle» Dingen den Grad desselben feststellen wollen, dem gegenwärtig daS Weib unterworfen ist. Ihr aber, die Ihr sneine Genossen auf dieser Bahn werden wollt, laßt Euch durch nichts vom Vorwärts- schreiten abschrecken und wenn Ihr des Gräßlichen auch »och so viel sehet; aber zuvor nehint Abschied von Alles», sva« man Freude und Fröhlichkeit nennt, denn diese kostbaren Güter der Menschheit, sie sind fremd geworden, dort Ivo ivir wandeln werden. Wer svill auch Blumen auf Schlachtfeldern suchen? Dort hört Ihr nur Klagen erpreßt durch den zehrenden Schmerz, dort seht Ihr nur Wunden, geschlagen von berechneter Grausamkeit. Euer Fuß ivandelt über gemordete« Glück, Euer Auge schweift über blutige verstümmelte Leichen. Und ein ähnlicher, oft»och schrecklicherer Anblick soll Euch aus dieses» Rundgange werden, des» dieser Kasnpf zwischen Kapital und Arbeil, welch' schreckliche Verheerun- gen richtete er nicht unter der unglücklichem besiegten Theile der Kämpfer an. Leichen find es auch die Euer Ange hier sesseln, denn Millionen sind abgestorben der Freude, sie sind unter- gegangen im Schmutze des Lasters, sie sind verkümsnert im Dunkel des Aderglaubens. Und wo Ihr ein Antlitz durch Ausschweifung und Laster gebrandmarkl seht, sehet, das sind die Wunden, die man in diesem Kampfe davonträgt und ich sage, auch für den Menschenkenner sind sie er- greifender, als Wunden, geschlagen durch rohe Gewalt; es sind die Wunden der Armuth.