Nr. 11. Berlin, Sonntag den 14. Januar 1866. Zweiter Jahrgang. SocmUDkinollnit. Diese Zeitung erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ der social- dcmokratischcn Partei. Redigin von I. B. v. Hosstettcn und I. B. v. Schweitzer. Redaction und Expedition: Berlin, Dresdnerstraße Nr. 85. Abonnements- Preis sitr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 18 Sgr., mo> u-tlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.: dei den«hnigl. preußischen Post- ämtern W'/2 Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutich- land 18� Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr. lfl. 1. 45. süvd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärts auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Eompagnie, Spandauerbrücke 3, sowic auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate wird, wie jeyt endgültig feststeht, wie bisher als Beilage res pr. Staats- Anzeigers fortersckeinen. Herr Geh. Rath vr. Engel zeigt dies der„Spen. Ztg." in einem Brief- an, worin er sagt, daß der Minister des Innern die zwischen der Redaktion der Zeilschrift und dem Cu« ratorium des Staats-Anzeigers entstandenen Kon- flikte beseitigt und„unter der ausdrücklichen Zusicherung, die Freiheit der Wissenschaft- lichen Forschung in keiner Weise beschrän- ken zu wollen", vertrauensvoll es Herrn Engel überlassen habe,„bei einer etwaigen Kollision der Pflichten des Gelehrten und Beamten, den rechten Weg zu finden und zu wählen." — jDie„Kreuzzeitung"j bezeichnet in einem Leitartikel eines ihrer Wiener Eorrespondenten als „Oesterreichs natürlichste Allianz" die mit Preußen. Der Leitartikelschreiber scheint im gegenwärtigen österreichischen Ministerium wenig oder gar keinen Gesinnungsgenossen zu haben. Dasselbe fiiidet wc- nigstenS eine Allianz mit Frankreich praktischer. sEine Schrift über die preußllchen Preß- Prozesses soll, nach der„Rh. Ztg." von L. WaleSrode zu erwarten fein. — fPreußischePreß- Schicksale.) Freigesprochen wurde die„Nat.-Zlg."(Redacteur I>r. Zabel) von der Beschuldigung der EbrsurchtSverletzung gegen den König, begangen durch Aufnahme eines Artikels des Abg. Laster: „i>ie Verordnungen über das Herrenhaus".— Lerurtheilt wurde zu 14 Tagen Gesängniß die„Berliner Reform" (Redacteur vr. Guido Weiß) wegen Beleidigung eine» Beamten in Bezug ans seinen Beruf.— Eonfiscirl wurde die Donnerstagnummer der„Preuß.-Litth. Ztg." zu Gum- binnen wegen der Erklärung des Abg. Hr. Bernhardy und wegen eine« Bericht« über eine Vorlesung im Kö- nigsb. Handwcrkervereine.— Die„KönigSb. Nene Ztg" wurde wegen de« Abdruckes der Harkort'schen Erklärung im Budgetstreite confiscirt.— Zu Wittenberg ist am lll. aus Verfügung der Staatsanwaltschaft die Tags vorher ausgegebene Nr. 3 de» dortigen„Wochenblatte»" wegen eine« den am 6. b. M. daselbst vorgekommenen„ernsten Austrilt zwischen Gardeartilleristeu und Gymnasiasten" betreffenden Artikels mit Beschlag belegt worden. Die gleichzeitig dekretirle Haussuchung beim Verleger, Buch- Händler Woldemar Fiedler, so wie beim verantwortlichen Redactenr, C. Schulze, nach dem betreffenden Manuscript hatte keinen Erfolg. * Wien, Ii. Jan. sVenetig. Ungarn. Sociale Zustände.� In den in jungsler Zeit Venedig zugestandenen Verwalluugörefornien sieht die hiesige Presse keine ernsthaften Maßregeln zu freierer Bewegung und nicht im entferntesten eine Berücksichtigung nationaler Wünsche, sondern eher einen Ausdruck der Entschlossenheit Oesterreichs, sich durch die französische Freundschaft zu keinen Concesssonen an Italien„verleiten" zu lassen.— In Pest ist gestern der Landtag wieder eröffnet wor- den. Es herrscht sowohl im Landtag als im gan- zen Lande eine merkwürdige Einmülhigkeit in Be- zug auf das Berhällniß Ungarns zum öslerreichi- scheu Gesammtstaate. Wenn auch die ungarischen Blätter sich hüten müssen, diese Ausfassung nackt und schroff hinzustellen, so herrscht doch nirgends ei» Zweifel darüber, daß alle Parteien ans der Wiederherstellung der 1848er Gesetze vor jeder Revision derselben beharren. Die Unmöglich- keit einer Verständigung mit Deutsch- Oesterreich, (d. h. mit den Anschauungen des österreichischen Kabinets) ist niit Händen zu greifen.— Von den socialen Zuständen des Kaiserstaates zeichnet ein seit zehn Jahren in Oesterreich lebender Com- spondent der„Elberf. Ztg." ein düsteres, aber lebenswahres Bild. Er schreibt: Die Geloverlegenheiten Oesterreichs sind so offenkun- dig. daß davon nicht mebr viel, desto mehr aber von der wachsende» Berarmnng des Volkes zu sagen ist. Reh- wen wir die statistischen Daten über den Znckerverbrauch zur Hand, so finden wir, daß obgleich die BevölkerungSzif- fer gestiegen, der Verbrauch dieses Artikels, eines Lebens- bedürsnisses bei jedem Culturvolk, abgenommen hat. Forschen wir nach de» Gründet! dieser Verarmung, so finden wir, daß in allen Fällen die Regierung die Schuld daran trägt, direkt oder indirekt. In erster Reihe steht die Steuergesetzgebung. Der Oesterreichische Staat ist ein Agriculturstaat und erst ans dem Wege, ein In- duslriestaal zu werden. Ans diesem Grunde sollte der Industrie von der Regierung unter die Arme gegriffen werden, wäre es auch nur aus fiskalischen Gründen, um die Steuersähigkeit zu beben. Die« geschieht nicht nur nicht, sondern die Regierung ist durch die bis jetzt ein- geschlagenen Wege � aus deren Verlassen man wohl noch lange warten kann— stets hinderlich gewesen. Da? bis jetzt aufrecht erhaltene Prohibitivsvsttiu, die Ehicanen der Finanzbehörden und die Bestechlichkeil der unteren Beamten dieser Kategorie, die nicht nur den Staat, sonder» auch die Parteien übervortheilen, ver- setzten der Industrie die größten Wunden. Zu diesen Hemntschnhe» für die Industrie gesellte sich noch die Kurzsichligkcil unserer sogenannte» Handelspolitik. Während jede verständige Regierung sich bestrebt, das Boll immer steuersähiger zu machen, glaub! man hier genug gelhan zu haben, wenn man die Abgaben diclirl und eintreibt. Ein mir besreundcter BezirkSvorstcher sagte mir neulich:„Sonst hatten wir in unserem Bezirke— der nebenbei gesagt, einer der besten ist— höchstens einen Bogen mit Steuerrückständen. jetzt aber sind es Hefte." Auch bei der Ertheilung von Monopole» an Eisenbahn- und andere Gesellschaslen wird die Bevölkerniig und die Industrie nicht in Rechnung gezogen. Es ist ge- wiß charakteristisch, daß die Böhmische Braunkohle in Magdeburg billiger ist als in Prag, selbst in dem an der Elbe liegenden Melnick. Wo aber die Industrie darnieder liegt, muß der Arbeiterstand darben. Durch die in den letzten Jahren nur mittelmäßig ausgefallenen Ernten und die Entwerlhung der Grundstitcke ist der Bauer auch znrückgekommen, und zwar um so mehr, als auch die Bedürfnisse der Landbevölkerung in den letzten Jabren gewachsen waren. Der kleine und selbst der groß- Bauer sind bis über die Ohren i» Schulden. Dabei sind seine Gläubiger erbarmungslos und sein Besitzthum wird ihm augenblicklich verkaust- nein verschlendert, wenn er am Verfallstage nicht pünktlich seine Wechsel einlöst. So wie die Sachen jetzt stehen, ist der Handarbeiter zn be- dauern. Trotzdem der Böhmische Arbeiter in seinen Lebensansprüchen und Bcdiirfnissen bedeutend bescheidener ist als der Norddeutsche, so langt sein Verdienst, der vielfach nur periodisch ist, nicht hin, Lebensmittel und Kleibnng sllr sich und die Seinigcn zu schaffen. Es er- wachsen dadurch Verbrechen aller Kategorien. Es macht einen trüben Eindruck, abgezehrte und in Lumpen ge- hüllte Bettler, die kaum ihre Scham verhüllen, auf dem Vlatten Lande herumziehen zu sehen. Im Monat Juni sah ick einen Mann von 40 bis 50 Jahren— und dieser Fall kann durch Zeugen beglaubigt werden, wenn er in Zweifel gezogen werden sollte— der nur mit einer leiuenett Hose, also völlig entblößten Oberkörpers, Al- moseu sammelte. Die Mitschuld der Regierung an solchen Fällen ist unleugbar. Der kleine Handwerkerstand, der von allen Klassen leben muß, ist verarmt, denn krediliren kann er nicht und von Baarem leben noch weniger. Die- jcnigen aber, die noch etwas besitzen, werfen sich der Zahlen-Lotterie in die Arme, um»och ihr Weniges im Spiel an den Staat zu verlieren. Ueberhaupt ist in keinem Lande die Spielwuth so entwickelt, wie im Kaiser- stäat. Was nützt es, wenn in jedem öffentlichen Lokal die Tafel, worauf die verbotenen Spiele verzeichnet sind, ausgestellt ist? Die Beamten stehen selbst nicht an, „ein FSrbel" oder„21" oder„Landsknecht" und wie sie alle heißen, mitzumachen. Die kleine Lotterie ist ein Ruin für das Volk. Die letzten Kreuzer werden der Colleelur Uberantwortet; der Arbeiter darbt, er gönnt sich nicht ein Glas Bier, um nur spielen zu können. Warum soll er arbeiten, wenn er morgen einige hundert Gulden gewinnen kann? Daß solche Verhältniße demo- ralisirend wirken wllsseil, ist einleuchtend. Doch was kümmert das die Regierung? Bringt ihr doch die Lotterie 7 Millionen Reinertrag. Doch nicht nur für den gemei- nen Arbeiter ist die Lotterie ein Ruin, nein, selbst für den bemittelten Bürger und Bauer. Setzt jener mit Kreuzern, so setzen diese Gulden, hunderte von Gulden. Der Uebel größtes aber ist der Wucher. Glanben Sie nicht, daß ich in den folgenden Zeilen zu schwarz male, es ist nur all zu lautere Wahrheit. Am 25. October 1865 kam der Arbeiter einer Zuckersabrik, der ein kleines schuldenfreies Haus mit Garten besitzt, zu mir mit der Bitte, ihm doch zu berechnen, wie viel der Procentsatz für ein vom Specereiwaarenhändler H... aus drei Monate entnommenes Darlehn von 40 Gulden betrage. Der ihm zur Unterscrtigung präsentirte Wechsel lautete aus 47 Gulden 50 Kreuzer. Als ich dem Herrn Kauf- mann H.(da ich den Wechsel in Händen hatte) brieflich sein ungebührliches Benehmen vorhielt und demselben zu verstehen gab. ihm llnannehmlichkeiten bereiten zu käu- nen, erhielt ich als Antwort:„Höflichst erwidernd Ihr Geehrtes von heule, scheint Ihnen die Bedingung zu übertrieben. Ich bin im Stande, in Verlaus von drei Monaten mit 40 fl. auch so viel zn verdiene». Uebri- gens nehmen Sie den Werth mit 44 fl., um den Wechsel nicht ändern zu müssen, an. Es bedarf nicht« anderes, als über die Stempelmarke zu schreiben- Allgenommen im Werthe von 44 st. Mit Achtung Ihr kl." Als ich kürzlich mit der Frau eines gleichen Geschäftsmannes über die Steigung der Oelprcise gegen das vorige Jahr sprach und äußerte, daß es ein brillantes Geschäft ge- wesen wäre, Oel auf Lager zu kaufen, erhielt ich die Antwort, daß es noch besser sei, Geld zu verleihen, denn da kämen die Leute selbst in'S Hans und mau hätte keine Sorgen weiter. Diese Dame stand gar nicht an, mir zu sagen:„Wenn ich 10,000 Gulden hätte"— meines Wissens besitzt sie mehr—„so getraute ich mir, ich sage gar nicht noch mal so viel, aber 5000 Gulden mit Recht zu verdienen." Meine Recherlden ergaben, daß ich nicht belogen wurde." Frankfurt a. M.» 11. Jan. jSteckbrcef gegen Ronge.� Der Staatspcokurator des Mainzer Bezirksgerichts hat einen Steckbrief gegen den bekannten Deulschkalhotike» Johannes Ronge er- lassen, um dadurch die Vollziehung der gegen Ronge rechtskräftig erkannten Strafe von einem Jahr Kor- rektionshaus und 250 Fl. Geld herbeizuführen. Ausland. * Paris, 11. Jan. sT a g e S b e r i ch t. Mexiko. Der spanische Aufstand� Im letzten Minister- Eouseil ist man zu der Ueberzeugung gelangt, daß eine Verständigung mit Amerika in Betreff Mexiko's so bald nicht zu erreichen ist, ja daß die seitheri- gen Resultate der Drouyn de Lhuys' scheu Diplo- niatenkunst in der inexikanischen Frage vielleicht wie- der verloren gehen können. Die Regierung der Bereinigten Staaten war bereit, geduldig eine von ! Frankreich zu stellende Frist für die Räumung Mexiko's abzuwarten und auch später noch daS Reich Maximilian's mit keiner feindseligen Juter- vention zu bedrohen. Aber man wird in Washing- lon nicht geneigt sein, sich mit unbestimmten Ver- sprechnligen abspeisen zu lassen; und mehr scheint der Kaiser nicht thun zu wollen! Er hat im letzten Mi- »isterrathe abermals die Räumung„im Prinzip" zugegeben, aber auch nur im Prinzip; von einer bestimmten Verpflichtung will er nichts wissen und eben so wenig seinen kaiserlichen Schübling ohne , ausreichende Garanlieen und sicheren Schutz einem zweifelhaften Geschicke überlassen.— Dem spanischen Ausstand verheißt man jetzt schon in den hie- sigen RegieruligSkrciscn Erfolg, woserne sein Ziel lediglich einen Personenwechsel bedeuten soll: Prim � für O'Donnell. Aber man ist noch gar nicht dar- ' über beruhigt, ob er nicht der Ausgangspunkt einer . radicaleren Umwälzung der spanischen Verhältnisse werden kann. Man fährt übrigens trotzdem fort, Feuilleton. öilder aus dem �rbeiterlebcn. Von Hustav K. in. Kampf zwischen Arbeit und Kapital. 2. Das Weib. (Fortsetzung.) Als mir Kugler diese« Schreiben übergab, tagte er: Lucie war öffentlilbes Mädchen, ich erkannte sie sofort und hielt e« illr meine Pflicht, Sie vor einer solchen Verbindung zu warnen, ja, letztere unmöglich zu machen. Sie haben mir da sreilich viel von Ihrer Aufopserung k. erzählt, ich Halle ba« sür Betrug, wäre es doch»ichj der erste, dessen sie sich schuldig gemacht. Sie haben Jbre Pflicht gethan, sprach ich in bebendem Tone, aber trotzdem kann ich Ihnen sllr Ihre Handlung«- weise nicht Dank sagen, Sie hätten immerhin schonender gegen ein Wesen zu Werke gehen können, dem ich da« Leben verdanke Kugler antwortete mit einem Achselzucken. Ich sprach mit ihm ni.bt weiter über diesen Gegen- stand, ta�u er sich doch nie in meine Lage hineinfinden, nie meinen Schmerz würdigen, ebensowenig wie meine Umgebung überhaupt. 'S ist eine alte Geschichte, Doch bleibt sie ewig neu, Und wem sie just passiret, Dem bricht's da« Herz entzwei! Lncie ist des Betruges und Gott weiß welcher an- deren Verbrechen nicht bioß angeklagt, nein auch über- wiesen, auch geständig. Ich habe sie seit jener fürchterlichen Katastrophe nicht > mehr gesehen. Sie wollte mich nicht sehen. Berlin im December. ES geht in die Weite! In dem KriegSgclümmel des anieritanischen Bürgerkrieges will ich ineine Verluste zu vergessen suchen. Hier mahnt mich jeder Ort, jede Stunde | daran. Welche nicin ganzes Leben entscheidenden Begeben- � beiten haben sich nicht in dem verflosseueti kurzen Zeit- »aum zusammengedrängt. Lüne ist todt, sie schläft neben ihrem Vater den ewigen Schlastl Ich bin im Begriff, Europa zn ver- lassen. Wie werde ich ihn jemals, jenen schrecklichen Abend, ans meinem Gedächtniß bannen, an dem Lucie in mei- nen Arme» starb. Damals feierte ich meine Verlobung niit Elisen. Ich wähnte mich glücklich. Ich hatte Lucie— nennt mir die(Kründe, ich kenne sie nickt— ich halte Lucie, die mir das Leben gerettet, die zuerst Liebe in mir erweckt — ich hatte Lucie vergessen. Vergessen? Ganz? O nein, zuweilen tauchte ein Bild vergangener Zeiten vor f , mir ans, zwei Augen richteten strafend ihre dunklen Blicke ans mich— aber das ist vorbei, da« ist vorbei. Ich glaubte eiue Andere zn lieben— wer kann die Rälhiel des Herzens ergründen?! Dock zurück zu jenem Abend. Ich stand neben meiner Verlobten, als ich einen zer- knitterten Brief empfing. Er war von Lucie. Vergessen Sie niich ganz? stand darin. O haben Sie Erbarmen, zötinen Sie mir noch einmal Ihren Blick, Ihr Wort � vielleicht— nein gewiß— das letzte mal. Lassen Sie mich nicht vergeblich fleben. Lucie. kS. Herrn Ktigler ersuche ich gleichfalls, zu kommen. i Sagen Sie ihm, ich hätte ihm wichtige Dinge mitzu- theilen. Ich zeigte sowohl Elisen als auch Kugler diesen Brief. Letzterer wollte dieser Einladung nicht Folge , leisten. Wer sich so weit verirren kann, wie sie, verdient kein Mitleid, sagte er hart. Erst meine dringende Bitte vereint mit dem Wunsche Elisen« vermochten ihn, der Einladung Luciens Folge zu leisten.—— Man ließ uns in das Gesängniß ein, denn dort weilte Lncie noch immer. Sie lag abgezehrt und bleich aus dem Krankenlager, � ein treues, ein so treue« Bild des erschütterndsten Elend«. Als sie uns einlrelen sah, glitt über ihr Antlitz ein schwa- cher Freudenschitnmer. wie sich durch das dunkle Gewölk ' zuweilen der Strahl der Sonne bricht, um Bilder der