Nr. 15. Berlin, Freitag den 19. Januar 18KK. Zweittr Zahrgavg. Social-Dtmollrnt. Diese Zeitung erickeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ der social- dcmokratischcn Partei. Redigirt von J. B. v. Hofstetten und Z. B. v. Schweitzer. Redaktion und Expedition: Berlip. DreSdnerstrajje Nr. 85. Utonnemenls- Preis für Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 18 Sgr., m»> natlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Post- ämlern 22Ve Sgr., bei den preußislben Postämtern im nichlpreußlichen Deutsch- land 183/4 Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(st. 1. 45. südd., st. 1. 50. Ssterr. Währ.) pro Quartal. Beftelluußen werden auswärt» auf allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition, von jevem folide» Spediteur!» von der Expreß-Eompagnie, Spandanerbriicke 3, fown auch uneiitzetilich von jedem„rothen Dienftmann" entgegen genommen. Inserate sin der Expedition aufzugeben) werden pro hreigespaltene Petit-Zeile be» Arbeiter Aunoncen mit 1 Sgr., dei sonstigen Annoiiee» mrr 3 Sgr."»rechnet.. Agenrur für England, die Eolonieen und die überseeische» l!Lnder; ilr. Bender, 8. Ltttle Naw-Port-Sfreet, Leioester- Square W. C. London. Agentur für Frankreich: V. A. Alexandre, Strassbonrg, 5. Rue Brnlee; Paris, 2. Conr du Commerce Saint-Andrd-des-Arts. politischer Theil. Deutschland. * Berlin, 18. Jan. s Landtagsverhand- lnngen.Z Schluß der 2. Sitzung vom 17. d.M.: Nach der Vertagung gelangt der Twesten'scke Antrag betreff« Sistirung de« Strafverfahren» gegen den Abg. v. d. Leeden zur Verhandlung. Ref. Assinana«heilt den bekannten Sachverhalt mit und beantragt Annahme de« Aulrage«. Diese erfolgt fast einflimmig, nur einige Mit- glieder der katholischen Fraktion slimmen dagegen. Nächste Sitzung Freilag 12 Uhr. E« werden zu dieser Sitzung die Vorlagen der Minister erwartet. — Die gemeinsame Berathung der beiden großen liberalen Fractione» über die Behandlung de« Sraatthaubhalt« land vorgestern Abend im Englischen Hause statt. Man erfährt au« derselbe», daß die Debatte sehr lebhaft war: ttosch, Bender und Gneist sprachen u. A. für Durchdeialhnng. Forckeubeck wiinschle eine Borberalhung im Plenum über die Frage. Eine Abstim- mung fand nicht stall. — sIn der Elbherzogthümerfrage� sucht ein offenbar von preußischer«eile inspirirter Wiener Correspondent der„Köln. Ztg." die ziemlich erstarrten preußischen AnnexlonShoffnungen wieder neu zu beleben. Er will, nalürlich„an« gut unter- richteter Quelle" wissen, daß, seitdem Oesterreich einen unabhängigen schleswig-holsteinischen Bundes- staat unter dem Augustenburger vorgeschlagen, und dieser Antrag von Preußen durch Stellung der nach Auffaffung des Wiener Kabincts unannchm- baren Februarbedingungen zurückgewiesen wurde, von keiner Seile ein osficieller Schritt geschehe» sei, welcher virect auf die Lösung der Frage ab- zielte. Preußen habe bis jetzt nur ganz im Allge- meinen in diplomatischer Conversalion seinen Wunsch, die Herzogthülner zu gewinnen, angedeutet. Ferner sei Oesterreich durchaus nicht abgeneigt, eine solche Lösung zu accepiiren, vorausgesetzt, daß es selbst für Abtretung seiner Ansprüche eine angemessene Entschädigung erhalle. Bezüglich des Charakters einer solchen Enifchädigung sei höchst wahrscheinlich, daß in Wien eine solche in Form eine? Geldbetrages unbedingt zurückgewiesen werden würde, da man sich in der Hofburg zu Wien der süßen Hoffnung hingebe, durch die neue Finanzverwaltung ohuedieö in nicht allzu langer Zeit seine Finanzen auf einen befriedigenderen Fuß zu setzen. Auch auf die frst- here oft erwähnle Garantirung Benetiens lege man in Wien nicht mehr großen Werth, seitdem man sich durch die Annäherung an Frankreich gegen einen Angriff auf Benetien auf Jahre hinaus ge- sichert glaube. Es bliebe also nur noch die eine EutschädigungSart durch Gebietsabtretung übrig. Der Correspondent versichert mit großer Zuversicht, daß Seitens des Wiener Kabinets diese Form der Lösung angenommen würde; ja daß man in der Hofburg mit Ungeduld hierauf bezüglichen Bor- schlägen des preußischen Kabinets entgegensieht. „Wenn Ihr den Glauben hättet, so würdet Ihr Berge versetzen."— Dagegen werden, gegenüber den bekannten Berliner officiösen Dementi's, die Miltheilungen, daß Oesterreich beabsichtige, nun- mehr die schleswig-holsteinisch« Frage durch irgend einen Vorwand zu einer europäischen Angelegenheit umzustempeln, immer bestimmter wiederholt. Ferner spricht man neuestcns in englischen Kreisen in Paris von gewissen Eröffnungen, welche das Tnilerien- kabinel dem Kabinete von St. James in dem Sinne gemacht habe, die Elbhcrzogthümerfragc allen Ernstes auf das Gebiet der internationalen Politik hinüberspielen zu wollen. Lord Clarendon habe, so behauptet man dort, in seiner Entgegnung gewisse Evenlualitäten bezeichnet, in denen seine Regierung bereit sei, dsese Angelegenheit so aufzu- fassen, als habe sie aufgehört, eine rein deutsche zu sein, deren Behandlung aus einem iuter- nationalen Congresse nichts im Wege stände. Endlich hat die injpirirte Pariser„Provinzial- Correspondenz"(Bullicr) Weisung erhalten, von Schritten zu sprechen, die Österreich in dieser Au- gelegenheit in Paris und London gelhan. Nach alledem dürfte nicht zu bezweifeln sein, daß eS sich um die Berathung eines Programms gehandelt hat und noch fortwährend handelt, dessen Spitze sich gegen die preußische» Vergrößerung«Pläne richtet. Wenn trotzdem die preußischen Staatsmänner nicht daran glauben wollen, so niag es ihnen damit wohl abermals so gehen, wie seinerzeit mit der bc- kannten Angustdepeschc Drouyn de Lhuys', die auch beharrlich von der„Nordd. Allg. Zig." geleugnet wurde und schließlich doch zugestanden werden mußte. —[Die Provinzial-Correspondenzj dezeichnet die Marinevorlage als Prüfstein für die Wahrhaftigkeil und den Ernst der patriotischen Gc- sinnungen des Abgeordnetenhauses. —[Im Preßproceß gegen den„Social- Demokrat"i resp. gegen den seither veranlwort- lichen Redakteur desselben, l)r. v. Schweitzer, ist auf morgen in erster Instanz Termin anberaumt. Es liegen wieder mehrere Anklagen vor, worunter gleich- falls eine angebliche Majestätsbeleidigung. Die Ber- Handlungen werde» daher in gewohnter Weise mit Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfinden. Der An- geklagte, welcher sich noch in Untersuchungshaft be- findet, wird sich, wie in den früheren Processen, selbst vertheidigen. —[Die Redaktion de« hiesigen„Pu- blicist"[ müssen wir aufmerksam machen, ihrem Lokalreporter etwas aufmerksamer auf die Finger zu sehen, als sie dies zu thun scheint. Borläufig wollen wir wenigstens annehme», daß die Redak- tion nur eine Unterlassungssünde begangen, indem sie nachstehenden, in ihrer Rr. 14 enthaltenen Ar- likel über die letzte Montags VersanimlunA der so- cial-demokratischen Partei pasfiren ließ, einen Ar- tikel, der nur lügenhafte Verdrehungen enthält und außerdem von dem bekannten scheinheiligen Bour- geoiS-Standpunkte ausgeht. Jener Artikel, den wir der Beachtung der Arbeiter zu allenfallsiger Erwiderung empfehlen, lautet: Am Mentng stand auch in einer Versammlung von Laffaüeancrn rae Thema„Frauenarbeit" ans de» Tag«»- or»m>ug. Die Redner, welche sich höre» ließen, wartp gegen die Fraiienarbeit. Sie kleben also gleichfalls an dem»zedrigen Standpunkte de« Egoismus fest. Sou- derdar, daß die Leute immep dabei von den Pflichten der Frau al« Äartin und Mutter redeu! Da» wäre ganz schön, wenn der � sehr schlecht socialoemokratisch l-L da« Recht zNW ArbeilSverdieiist für sich allein in An- fpruch nedmend» Mann mit vem Eintritt eine« gewissen Lebensaiier« zum Heirathen ftaatlich. beziehungsweise ge- sellschaftlich gezwungen werde» könnte. Da die« aber nicht der Fall ist, da vielmehr da« freiwillige Heiraihen nur etwa in dem Verhältnisse statlfiudet, daß ungefähr ein Drittlheil sämmtlicher Flauen unvermählt bleibt, so möchte» wir doch frage», wo für dies- Frauen die Pflichten al» Galtin und Multcr stecken,»m sie dieser Pflichten halber von dem Rechte auf nähreiiven Arbeit»- »«lvienst znittdznweile»« — sPreußifche Preß- Schicksale.j In den Ho h eii zol l er»'f chen Fllrstenlbllmer» ist von einer in Wiirttcmderg erscheinenden, anscheinend nach Art de» „Bürger- und Baueriisieund" populär gebalieuen Zeit- fchrist, dem„Schwarzwälder Boten" die in Rr. 2 lvegeu eine«„Gespräch zwischen Salle und Schnürte" mil Beschlag belegt worden. Man ersäbrt bei dieser Gelegenheit, daß das schon die dritte derartige Maßregel sei und wahrscheinlich da« Verbot nachfolgen werde.— Da« gestern miigelhellie Erkennmiß erster Instanz gegen die„Rhein. Ztg."(wegen Aufnahme der Rede de« Pro- fessor« Stfying von Erlangen au« einem baherischea Blatte) wurde vom Ker:chi«d»fe sehr eingebend motivirt. Derselbe führte au», daß die Besttchinung de« Preßgesetze», welche verlangt, der nachgewiefene Verfasser oder Her- auSgebcr müsse innerhalb de« Preußischen Staate« feinen persönlichen Gerichtsstand habe», keine Anwendung auf die periodische Presse finden könne, fondern lediglich auf andere Druckschriften Bezug habe. Ans Appellation de« Staatsanwalts kam die Sache zur zweiten Instanz. In der Vertbeidiguug wurde noch dt- sonder« betont, daß der Verleger, ausgefordert, den Ber- saffer oder Herausgeber zu bezeichnen, ncdcn dem in der Zeitung selbst genannten Verfasser den Herauhgebzr nachgewiesen habe, der mil seiner Verautwortlichkeit ein- getreten sei. Gleichwohl erkannte da« Gericht reforinirend auch auf Strafe gegen den Verleger. Der Letzlere hat sofort den Easj a tio n«- Rccur» crgrissen gegell � irtrt Enlfcheidiing, die bi« dabin seit Bestehe» de« Preßgetetze« in dieser Anwendung noch nicht vorgetommen jeiii dllrsle und in ihren Folgen für die Tagespress- beinahe ver- nichlend wirken müßte, wenn sie zur Geltung käme, da dann Mitth-iliingen au« außerpreußischen Blättern fast unmöglich fem würden, * Berichtigung. In der gestrigen Nummer ist ans der ersten Seile. Spaltest., Zeile 4. von oben, statt: B.". zu leskn:„A.(Allerhöchsten Ansprache). ferner auf derselben Stile, Spalte 3., Zeile 2V und 21, von oben, stall:„filidet Dienstag Abend":„fand»c." und auf der zweiten Seile, Spalte 2., Zeile 28, von oben, soll e» statt:„ständischen Ausschüsse«" heißen: „ständigen Ausschusses." Ausland. * Paris, 16. Jan.[Tagesbericht: Die „aufrichtige Herzlichkeit" mit Amerikq. Ein Besuch deS österreichischen Kaisers. Benetien Aisocjations- Wesen. Spiel-�Uqmen Vexbrecherrf antinunbet ju halten. Zu Ende ist wulh.1 Das Kaiserlhum ist unerschöpflick in Be-' da« Kenierihnm durchaus noch nicht, aber man kann sich teicbnunaen seines Berhältnisies ,u auswärtigen! g-U°st baraus verlassen, daß jeder Ausstand, den es etwa Mäctileu. Für Oesterreich hegl es deianntlich..auf- 1 veranstalten mochte scheuern wird. D.e Maßregeln da- .wiuuiiiu. o i* n__ gegen sind so vollstilndlg getroffen und die Elsenbahn. richtige F�eundt chaft' Nir � elgien eine t rNym- �erbiadungen machen die Concenlralion militärischer pathische Stiinniung und nun laßt es ncd) diird) die Macht so l icht, daß binnen wenigen Stunden die etwa „France" versichern, es stehe mit dem Waihingtoner gestörte Ordnung wieder hergestellt sein kann. Kadincte auf dem Fuße ä'une.sincers cordia-*...r! är.n.?s„k- od«r ersvlat so kann Scward sich darauf verlassen, daß ihm von der ösfentlichen Meinung, vertreten im Eon- gresse, in der Presse und in Bolksversammlun- gen. keine ruhige Stunde gelassen wird, bis er ten: Aufhebung von dreizehn Universitäten; Auf- lösung aller Unterpräfecturen; Auflösung von zehn Regimentern unter Verabschiedung sämmtlicher Ossi- ziere und Jncorpvration der Soldaten in mann- schaftsschwache Regimenter; Verminderung der seine�eits bestimmte E�lästungen über dm äußer-- �gerich.'e und der'S.üdl'enaüf- sten Termin � gen Z.,wartens er,he.tt� stchtsbehcrden. Mittelst dieser Ersparnisse hofft das Zu hiesigen ,.a.en.schen mn dem Ministerium das Deficit auf 80 Millionen herunter- ,n Verbindung'-M KrAen lauf.- n ,ubr.Ugen, so daß die Einführung der Mahlsteuer um wonach der Ka.ser Offter- � ��flüsfig w.rd Da aber die Discussion aller re.ch m den Tu.let-.een dieser Gesetzentwürfe die Verwirklichung dieser Er- wo er aus dre. Tage"'p°rs°"-ch°n Verkehr m � �.�» dieses Jahr sehr hinausschiebt, so soll SäÄ tmm*** zische Bischöfe haben eine Dcmonstraiicn für die dürfe sich-ine» Theil schrift.n für stehende Geldbeiträge...... ein- gere- Kon.gre.chs anoectiren, wahrend das F., tuugsv.ere-t{ Abgabe an den Stuhl Petri. so lange sie und d.e übrigen°sterre.ch.,chen Besitzungen an der � Diese Ro.higkeit dürfte wohl nicht früher aufhören, als diese Herrschaft selbst.— Italien h.u einen herben Verlust erlitten: Massino d'Azeglio ist am 15. Januar, Morgens 5 Uhr, in Turin verschieden. Seit Wochen war man des Trauerfalles gewärtig, und doch trifft er schwer. .......' c'ne neue Ergebenheitsadresse, sondern um Unter- dürfe sich einen The, l de«, üblichen venetianischen> J........ i«. Königreichs anoectiren, wahrend das Festuu« und die übrigen österreichischen Besitzungen italienischen Küste sodann in den deutschen Bund «inträten und der Züricher Bertrag alsdann aus diesen Grundlage» einer Revision unterzogen werden könnte. Bon diesem Augenblicke an könnte Oesterreich Italien anerkennen und beide R«- giernngen würden die so lange unterbrochenen � �hörte zu de» erste» Mitbegründer» der Ein- frelrndschaf.ltch-n Bez,-Hungen zu de d rse,,,g m Wiedergeburt einer edle» Ratio- Bonhetl wieder aufzuneh.»-., Stand mn. des neuen Aufschwunges eines verjüngt-» Da- Gerücht eut�hrt ledoch vorläufig-'� gUcher K„nstleben« �'hm Neapolitanischen Bestätigung.- D.e Frage über das Ass°c.al,°»s- � Räuberunwesen noch nicht enden zu w-i-n I°ll.n der bevor»-h-nd-n S-sston des ge- j j,, Cet P.�inz Avellino fand an, 4. Jan. 1"" Gef-cht der Band.ten mit den königlichen v s g t. Lihff i„it Truppen statt, wobei letztere den Kürzeren zogen. Kammerfractionen haben sich auch dahin vereinigt. � trecken lautete Der Jndepenv-ule" faßt die �.gestern sprich, man fast �»o°.«-« j im K? Am es großen vanfcifnechtparlie, dl verürtheilte 500 Individuen; mehr als 2000 Pro- Club gespielt wurde..Ste begau Som tagS um � entscheiden, in welche über 3000 II"/, Uhr und endete M-n ags AbendS um 7 i b.. � k, wegen Mitwiffenschaft um den Br.gan- Ungeheure Summen wniwen gewonuen und ver-, � loren. Ein Russe soll 170,000, ein Englander 75,000 und ein Franzose 30,000 Fr. verloren* Spanien.(Der Aufstandj kann, nach haben. Mehrere gewannen 40-— 80,000 Fr. In dem neuesten cfficieUen Bericht des„Mouiieur den Dachstuben und in den Kellerwohnuiige» fehlt Universel" als beendigt angesehen werden.„Ent- es unterdessen an Brov. mulhigt, von Märschen und Entbehrungen er- * London, 17. Jan.(Die„Times" noch schöpft, sind die Rebellen in volle,» Rückzüge und einmal über die Bewegung in Irland.) bemühen sich, über die portugiesische Grenze zu ge- Nach den neuesten Nachrichten aus Dublin sind langm." Das Geheimniß, weshalb die Divisionen die Fenier durch die Veruriheilung ihrer Führer der Generale Zabala und Echague die Insurgenten keineswegs entmulhizt, sondern fangen wieder an, mcht abfangen, erklärt der officielle Bericht daraus, sich zu rühren. Die„Times" sind jedoch der An- daß auch ihre Truppen erschöpft seien, daß aber sickt� daß dies nicht viel zu bedeuten habe. Sie Oberst Anca ihnen nachsetze und„die Bauern alle meinen, es handle sich bei de» Feniern in, Grunde Augenblicke auf den Kreuzwegen verlassene Pferde nicht um eine b'ssreißung Irlands von England, auffaugen". Uebrlgeiis weiß der„Moniteur" immer sondern um eine Abschlachiung und Plünderung �»ch nicht, ob Prim über de» Tajo geht oder nicht, der besitzenden Klasse» zu Gunsten der besitzlosen, tröstet sich aber damit, daß die Rebellen auf jeden Das Bourgeois-Blatt schreibt in seiner Angst: Fall von den Mauthbeamten an der Grenze lllch- Die Fenier haben keine hohe und veredelnde Sache, Ng dazwischengenommen werden dürften.— Aus für die sie kämpfen. Sie haben ein wenig Begeisterung Madrid vom 16. Jan., Abends, wird telegraphirt: in sich, aber noch weit niehr Selbstsucht und Plünbe-, Die Jnsingenten unter Prim haben gestern Abend rnngSlust. DaS Band, dos die Brüder umschließi, ist kurz vor 8 llhr den Guadiana überschritten und setzen nicht eine besondere gegenseirige Liebe oder Achwiig. son. wiederum in großer Eile ibren Marsch immer iu der dcrn da« Begehren, sich Z»r Berübung eines gemein-. Richtung nach der portugiesischen Grenze fort. Eine Depesche aus Paris vom 17. Januar Abends lautet: Der„Abend-Moniteur" meldet au« Madrid vom heutige» Tage, daß über Prim keine neuen Nachrichten i vorlieaen; nichts weise daraus hin, daß er die Gzenze von Poriugal überschritten Hache. Andere Abendblätter melde», daß i«-Katalonien Ruhe herrscht: eS hatten sich Bewaffnete in der Nähe-der Stadt Reu» gezeigt, doch war die Ordiinng nicht gestört worden.— Die Nach. � richl von dem Tode de« Adiniral Pareja bestätigt sich vollkommeii.'ig.|P Ferner berichtet' her„ AJmibmomt?uv" unter Madrid vom 16. Januar: Nach den letzten telegraphischen Nachrichten mußte sich Prim am 15. d. Abend« auf der Höhe von Menda, am Guadiana(in Estremadura), ungesähr 50 Meilen östlich von Badajoz, befinden, von wo au« eine Ablhei- liing gegen ibn abgesandt worden war, um ihm den Weg„ach Portugal zu verlegen. Die Discussion über die Anklagestauds-Bersetzung Priin'S sollte am 17. Statt finden. Die betreffende Eommission' des ScnaleS hat daraus angetragen, daß Prim vor ein Kriegsgericht ge- � stellt werde. * Amerika.(Mexikauisches. Die tan d- wirthschaftliche Association der Neger. Eine Petition an den Congreß uni das Stimmrecht für die Frauen.) Das Tages- gespräch in Washington ist die Aufnahme, welche dem Ge sandlen der mexikanischen Repu- hlik bei dem NeujahrSempfange im Weißen Hause geworden ist. Das ganze diplomatische Korps will ihn offenbar nicht als den Vertreter einer Regie» rung kenne»; denn Niemand sprach ihn au oder kümmerte sich um ihn. Von dem Präsidenten John- so» dagegen wurde Herr Romero freundlich be�- grüßt, wenn er auch nur wenige Minuten iiil l EnipsangSjlnimer blieb. Er entfernte sich eine Zeit lang von den übrige» Mitgliedern der Diplomatie. ;-- Dem Kongresse ist die Korrespondenz vorgelegt worden, welche in Bezug auf die angebliche Wie- derherstellung der Sklaverei in Mexiko � geführt worden ist. In eineni Schreiben vom 5'. | Oct. an den Hrn. Seward lenkt Hr. Romero > die Ausnierksamkeit der anicrikanischen Regierung aus diesen Puukt. Das von dem„Ex-Erzherzoge ! von Oesterreich, Ferdinand Maximilian, sogenann- tem Kaiser von Mexiko" am 5. Sept. erlassene Dekret zur Anziehung von Einwanderern in meyi- kanischeS Gebiet bestimmt unter Anderni. daß der einwandernde Arbeiter sich verpflichte, für � seinen Brodherrn die Arbeiten, die ihm angewiesen wür- den, zu verrichten und zwar aus mindestens fünf und höchstens zehn Jahre. Der Brodherr habe | die Obliegenheit, für den Unterhalt der Kinder sei- ner Arbeiter zu sorgen. Wie Hr. Romero folgert, ist diese Form der Sklaverei eine erbliche, denn �„falls der Batcr stirbt, hat sich der Brodherr als den Vormund der Kinder zu betrachten, und letztere sollen bis zur Volliährigkeil in seinem Dienste blei- den, in derselben Ssellung, welche der Vater frü- her eingenommen. Ein fernerer Paragraph bc- l stimmt, daß„im Falle der Entweichung und Wie- dereinbrinaung der Arbeiter ohne allen Loh» bei den öfsenllicheu Arbeiten zu verwenden sei, bis der : Brodherr ihn zurückfordere." Am 2. Novbr. 1865 hat daraus Herr Seward an Herrn Bigelow, den amerikanischen Gesandten in Paris, eine De- pescke gerichtet, in welcher er ihn ersucht, Herrn Drouyn de Lbuys guf diesen Versuch, eine neue Sklaverei in Mexiko einzuführen, ernstlich aufmerk- sam zu machen. Herr Bigelow hat diesen Auf- trag in einer Depesche vom 22. Nov. ausgeführt.— In den verschiedenen, durch die Waffen der Ver- bündele» wiedererobertyn Thcilen der Südstaaten hatten sich, nach Niederwerfung der Rebellen ver- schiedene landwirlhschaftliche Associationen unter den Negern gebildet. Durch Anwendung des Kriegsrechts waren nämlich Tausende von Pflanzungen das Eigen- thum der Amerikanischen Regierung geworden und die Dienstbarkeit hatte der freien Arbeit Play gemacht. Einige der großen Domänen wurden zertrümmert und die einzelnen Grundstücke de» Meistbietenden, waren es nun Schwarze oder Weiße, verkauft; andere dieser Besttzungen wurden an Spekulanten vom Norden verpachtet, welche die Neger als Tagelöhner in Arbeit»ahmen; noch andere waren unter sofortiger Erlegung des Kaufpreises von ehe- maligen Sklaven gekauft worden, welche alle ihre