Nr. m Berlin, Dienstag den 27. Februar 18K6. Zllltiter Jahrgang. Diese Zeitung erscbeint tiiglicb mit Ausnahme der Sonn- und Festlage. Organ der social-demokratischen Partei. Redigirt von I. 8.». Hofstetten und I. 8. V. Schweitzer. Redaktion und Expedition- Berlin, Dresdnerstraße Nr. 85. UionnementS-Preis ftir Berlin incl. Bringcrlohn: vierteljährlich 18 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Post- ämtern 22>/» Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch- land I3Yj Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr.(st. 1. 45. südd., st. 1. 50. österr. Währ.) pro Quartal. Bestellungen werden auswärt« aus allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Eompagnie, Scharrenstraße 1, sowie auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. Znfcrote(in der Expedition aufzugeben) werden pro dreigespaltcne Petit-Zeilc bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. —» Agentur für England, die Eoloiiieen und die überseeischen Länder: lir. Bender, 8. Linie New-Port-Street, Leieester-Square W. C. London. Agentur für Frankreich:<1. A. Aleiiindre, Strassbonrg, 5. Rue Brulee; Paris, 2. Conr du Commerce Saint-Ändre-des-Arts. politischer Theil. Deutschland. * Berlin, 28. Febr. � D i e M o b i l m a ch u n g s- Gerüchte� behaupten hartnäckig ihren Platz. Uedri- gens soll es sich nur um eine sogenanute„suppo- nirtc" Mobilmachung gehandelt haben, d. h. um einen Befehl au die verschiedenen Truppencomman- do's, die nöthigen Borbereitungen zu den Maß- regeln zu treffen, welche die endgültige Ordre zur Mobilmachung erfordern würde. Säbclgerassel, zur Beschäftigung politischer Kannegießer und etwaigen Einschüchterung friedliebender Mächte; im Uebrigen keineswegs ernstgemeint! Daß aber dergleichen mög- lich ist, haben wir nur den Fortschritilern zu ver- danken. —[Aus den Elbherzogthllmern� geht den Blättern eine Erklärung zu, welche nun auch die meisten preußischen„Fortschrilts"-Blätter— um sich jetzt an dem Grase» Bismarck zu reiben— veröffentlichen, was ihnen schwer genug fallen mag. In jener Erklärung heißt eS unter Anderem: Nach Abschluß des Wiener Friedens, der den von Dänemark befreiten Herzogihümern auf Grund ihres am 28. Mai 1864 in den Londoner Conferenzen von de» beiden Deutschen Großmächten nicht minder als dem Deutschen Bunde vor Europa proclamirten Rechte« eine baldige, dem Deutschen Rechte und dem Deutschen Interesse entsprechende definitiv« Eonstiluirung in Aus- ficht zu stellen schien, versuchte eine kleine Anzahl von Männern in der sogenannten Siebenzehner-Adresse das Land einem Ziele znzusühren, welches im direktesten Widerspruch mit dem Rechte und Willen de« Lande«, wie nicht minder der feierlichen Deklaration der Deut- scheu Mächte vom 28. Mai 1864 steht. Bei der Brach- tung, welche dieses Bestreben an hoher Stelle fand, war e« im Interesse des Lande» geboten, einen unzweidcuti- gen Ausdruck der wahren Ueberzeugung und de« wirk- lichen Willens der Gesammtbevölkerung zu veranlassen. Diesem Umstände verdankt die Erklärung vom Januar 1865, die sogenannte Vierziger-Erklärung, ihre Enlste- hung. Sie lautet, wie bekannt, folgendermaßen: „Wir unterzeichnete Bewohner der Herzogthllmer SchleSwig-Holstein erklären hiermit, gegenüber der Adresse des Baron Scheel-Plcssen und Genossen, wie folgt: Im Bewußtsein der Uebereinstimmung mit dem Willen und der Rechtsüberzeuzung der Gesammtbevölkerung unsere« Lande« und in der Ueberzeugung, zum Besten unsere« Vaterlandes zu handeln, halten wir fest an der auf Grund de« Rechts unserem Herzog Friedrich VIII. gelobten Treue; halten wir fest an der Forderung, daß bei der zu beschleunigenden Ordnung unserer staatlichen Ver- Hältnisse, sowohl im Inneren als in Beziehung zu Deutsch- land, dem Herzoge und den gesetzlichen Vertretern deS Landes eine entscheidende Stimme zustehe." Diese Erklärung ward in wenig Wochen von 54,655 selbstständigen schleswig-holsteinischen Männern unterzeich- net, darunter außer den circa 76 großen Grundbesitzer» und Mitgliedern der Ritterschaft, von 14,793 Hufncrn und Besitzern größerer Landstellen, 2383 Käthnern, 735 Altentheilern, 19,322 Handwerkern, 2212 Kaufleuten, 327 Fabrikdesitzern, 752 Lehrern, 9983 Arbeitern, 317 Rentier». Die übrigen Unterzeichner gehören größten- theil« dem Beamten- und Gelehrten-, sowie dem Künst- lerstande an. Dabei ist zu bemerken, daß nicht wenige ländliche Conimnnen durch ihre Communevorsteher die Zustimmung sämmtlicher selbstständiger Mitglieder ange- zeigt haben, ohne jedoch die Zahl derselben anzugeben. Außerdem sind um dieselbe Zeit von verschiedenen Ge- genden des Lande« Erklärungen ganz gleicher Tendenz selbstständig»usgegangcn. Dieselben sind, soweit die« aus den Zeitungen bekannt geworden ist, von 6754 selbst- ständigen Männern unterzeichnet, so daß sich die Ge- sammtzahl derjenigen, welche sich in solcher Weise gegen die Siebenzehner-Adresse und deren politische Ziele aus- gesprochen haben, aus mindestens 66,866 beläuft. Daß das den Herzogihümern gegenüber beob- achtete Regime keine andere Stimmung erzeugen konnte, ist sehr natürlich. Jammervoll aber ist die Schwärmerei für den angestammten Augustenburger, die ihre» Ursprung in den Agitationen der Fort» schrittlcr hat, wie denn Alles, was aus dem Schooße der Bourgeoisie hervorgeht, den Stempel des Klein- lichen und Erbärmlichen an sich triizr. |—[DaS Revolutiönchen in Bucharestj kann, unter Uniständen, von betententen Folgen begleitet sein. Eö wird ohne solche vorübergehen, falls die Mächte den Frieden erhalten wollen. Ist jedoch dieser Wunsch kein allgemeiner und aufrich- liger, so bietet gerade dieser rumänische Putsch die schönste Gelegenheit,„die orientalische Frage" neuer- dings auf die politische Tagesordnung der Kabinete zu setzen. Die Berufung des reichen Grafen von Flandern auf den rumänischen Thron beweist, daß die provisorische Regierung beabsichtigt, die Uuab- hängigkeit der Fürstenthünier von der Pforte zu proclamiren. Rußland aber hat ein Interesse daran, daß sich kein neuer und unabhän- gigcr Staats zwischen türkischem und russischem Gebiete festsetze; es würde seine traditionelle Politik wieder aufnehmen. England sowohl als Oesterreich werden das bestehende SuzeränitätS- Berhältniß Rumäniens zur Pforte aufrecht er- halten wissen wollen. Preußen würde sich je nach seinen Interessen auf die eine oder andere Seite schlagen. Frankreich wird jedenfalls aus der Si- tuation Kapital für sich zu schlagen und neue pvli- tische Jntriguen einzufädeln, vielleicht auch dieselbe für das Congreß-Project zu verwerthen suchen. —[Das allgemeine gleiche und directe Wahlrecht in Preußen betreffend! bringt die Correspondenz 8t.-A.. den Bericht des Abg. Jung über die bekannte Petition des Berliner Arbeiter-Vereins, sowie den Inhalt der darüber stattgehabten Berathung der Cominisflon für Peti. tionen. Die Eommission lehnte ein Vorgehen des Abgeordnetenhauses in dieser Sache, als zur Zeit inopportun, ab. Eine von dem Referenten vorge- schlage»« Resolution spricht sich über die Motive einer solchen Ablehnung aus. Wir werden darauf eingehend zurückkommen. —[Zur bekannten fortschrittlichen Schmähschrift gegen die social- demokra- � tische Partei! sucht der als Verfasser derselben' im„Deutschen Wochenblatte" genannte Hugo Weise sich gegen verschiedene Anschuldigungen zu vertheidigen. Das Wesentlichste davon ist, daß er erklärt, von der Mitarbeiterschaft an der officiösca Kammercorrespondcnz Stern sofort nach erhaltener Kenntniß von dem Charakter derselben zurückgetre- ten zu sein. In Bezug auf die Broschüre hat er die Unverschämtheit, zu schreiben: Was zunächst die Behauptung anbetrifft, daß ich der Verfasser der erwähnten Broschüre sei, so din ich weder J berechtigt, noch verpflichtet, hier auseinanderzusetzen, ob und in welchem Berhältniß ich zu derselben stehe, zu« mal e« mir zur Ehre gereichen könnte, wenn der Kar- respondenl Recht hätte. Offenbar bekennt er sich, wenn auch nicht offen, als Verfasser des Machwerks.„Weß Brod ich esse, deß Lied ich singe"— und wenn auch das Lied eine Gemeinheit wäre. Die Zeit wird aber nicht ausbleiben, wo auch den Preßknechten der Bourgeoisie der verdiente Lohn zu Theil wird. —[Die Berliner„BolkSzeitung" be- I reffe»dj schreibt man dem„Deutschen Wochen- blatt" aus Berlin: Man schreibt mir au« Leipzig, daß der Vorstand des dortigen Arbeiterbildungsvereins(eines der größten in Deutschland) einstimmig die Abschaffung der „Volkszeitung", als eine« der Arbeiters ach« feindlichen Blattes, beschlossen hat, und daß im ganzen Verein nicht Eine Stimme zu Gun- sten de«„Organs für Jedermann aus dem Volk" laut geworden ist! Herr Duncker wird jetzt die Leipziger Arbeiter unter die„Ungebildeten" zählen. Mit der Zeit scheinen also die Arbeiter doch zur Einsicht zu kommen. Rur Geduld! Es werden noch allen die Augen aufgehen, über die Bour- geois- Presse, wie über die fortschrittliche Bour- geoisic selbst. —[Preußische Preß- Schicksale.! EonfiS- cirt: die Steltiner„Oderzeitung" wegen einer Stelle au« der Gneist'schen Rede in der letzten Sitzung de« Abgeordnetenhauses. Man mag dieser Anklage mit einer bei verhärteten Preßgemüthern seltenen Spannung e�it- gegen sehen.— Nachträglich ist auch die Mittwochnum- mer der„KönigSb. Neuen Ztg." confiscirt worden, die Veranlassung„konnte uns nicht näher bezeichnet wer- den",— schreibt da« Blatt. Wien, 24. Februar.[MinisterkrisiS.! Die „Wiener Zeitung" bezeichnet alle Gerüchte über be- vorstehende Personaländerungen im Ministerrathe, so wie die daran geknüpften Combinationen, als rein aus der Lust gegriffen. Ausland. * Paris, 22. Febr.[Tagesbericht: Das „Kind von Trankreich" als Ehrenpräsi- dent. Girardin. Theresa. Marschall Forey. Herr Eloin. Der Staatsstreich in Bucharest.„Memor. Diplom." über Preußen und Oesterreich.! Die Erneimung des kleinen„Kindes von Frankreich" an Stelle des rothen Prinzen zum Ehrenpräsidenten der WeltauS- stellung soll ein Sieg der Kaiserin Eugenie sein, i» 1 was fem großes Compliment für den politischen; Takt dieser Dame wäre. Eine Anzahl europäischer I Herrscher hatte beabsichtigt, Prinzen ihres Hauses, i d. h. erwachsene Männer, alS Vertreter ihres Lan- des zu der Central-Ccmmission zu entsenden und wird eS jetzt als einen Etiketlenverstoß betrach- ten, wenn diese von dem kleinen Jungen empsan- gen und von Herrn Rouher geleitet werden sollen. 1 Der kleine, zehnjährige Prinz, geboren 16, März 1866, kann natürlick nichts als ein Strohtnann ! sein.— Girardin geht mit dem Gedanken um, > die„Presse" selbst anzukaufen, und zwar zu dem Preise von 500,000 Frcs.; er soll aller- dings der Mann dazu sein, um ein so gewagtes j Spiel ohne viel Bedenken zu unternehmen.—! Der Kaiser hat der famosen Sängerin de« Cafe Eldorado ein Armband im Werthe von 3000 FrS. , zum Geschenk gemacht. � Sie ist es jedoch nicht j allein, welche in der letzten Zeit eine kaiserliche. I Auszeichnung erhielt. Dem Marschall Forey ward! � ebenfalls eine zu Theil. Derselbe erhielt nämlich einen hockst schmeichelhaften Brief von Sr. fran- j zhsischen Majestät, worin dieselbe ihn wegen seiner Rede über Mexiko und der darin enthaltenen Ideen,! An- und Absichten beglückwünscht; er gibt z» ver- � stehen, daß ihm der Marschall aus der Seele ge- � sprochen.— Herr Eloin, der Abgesandte Seiner mexikanischen Majestät, ist jetzt hier angekommen; er hat den Auftrag, Gelv und neue Trnppen-Sen- ! düngen zu fordern. Wenn der Kaiser in seinem Schreiben an den Marschall Forey keine Phrasen I machte, so dürfte es am Ende Herrn Eloin nicht schwer � werden, seine Mission glücklich zu Ende zu führen.— j Die gestern in Paris aus Bucharest angelangte Nachricht von der Absetzung des Fürsten Knsa und dessen Ersetzung durch den Grafen von Flandern yat in Paris eine ganz ungewöhnliche Sensation i und sogar Aufregung erregt, da die Nachricht gerade am 24. Februar bekannt wurde und es sich um einen Mann handelte, der, nachdem er vom Volke! I gewählt worden war, sich das Recht zusprach, einen 1 Staatsstreich zu machen. Obgleich man dem Für- sten Kusa iu der letzten Zeit hier gerade nicht wohlwollte, so erregte die Nackricht von dessen so I plötzlichem Falle in den officiösen Kreisen doch höchst unangenehme Gefühle. Ueber die Tragweite dieses Ereignisses hat man sich übrigens dort noch keine Rechenschaft abgelegt; es traf so urplötzlich, � so ganz unerwartet ein, baß man etwas außer ! Fassung gekommen ist, und dies um so mehr, als | man nickt einmal gewiß ist, ob irgend eine Groß- ' macht die Hand ini Spiele gehabt hat.— DaS ! heute erschienene„Memorial Diplomatique" wid- wet der Stellung Preußens zu Oesterreich, in so � Bedienen sich aber erst die Constabler ihrer Flinten, fern sie die wieder in den Bordergrund getretene dann kann es zu schweren, blutigen Zusammen- schleswig-holsteinische Frage betrifft, einige Worte, stoßen kommen, und was sich daraus entwickelt, Der Artikel lautet: � kann Niemand vorauswissen. Die Preußische Regierung hat, wie man weiß, pro- c»tali-n lAus der S->„i m? r> vocirt und gedroht. Die« scheint aber in den Wiener„„ f:L.■ rl n' k �5�, officielle» Kreisen keinen großen Eindruck gemacht»u forderte, indem er eine Darstellung der Sach» haben. Bis jetzt ist also nicht zu befürchten, daß die läge gab, die Kammer aus, der Regierung die nöthige beiden deutschen Großmächte handgemein werden. In- Unterstützung zu verleihen, um verfassungsmäßig dessen glauben wir, daß Oesterreich in seinen Meinungen! zu regieren. Er betonte auch die Wichtigkeit freund- und Ansichten in Bezug auf die Gasteiner Eonvcntion! schaftlicher Beziehungen zu den übrigen Mächten, unerschütterlich bleiben wird. Einige Journale sind: wies die Anklage übermäßiger Fügsamkeit gegen- schon jetzt wegen der Haltung besorgt, die da« sranzö- über der französischen Regierung zurück und bi- ffi'.ÄL'zffi'"Ä � o---- Un« scheint es, daß Frankreich sich bis jetzt und? hege. Betreffs der Convention erklarte er, selbst bis dahin g-n, passiv verhalten kann und nicht t,e beiden Regierungen hatten freilich jede ihre die geringst- Kundgebung darüber machen wird, um>>gene Ansicht von der Zukunft, die Convention anzudeuten, für oder gegen wen e» interveniren wird, aber werde getreulich ausgeführt. Ueber die Theilung Wenn jedoch der Verlauf der Ereignisse die Lage, kraft der päpstlichen Schuld schwebten Verbandlungen, deren Frankreich sich heute in eine strenge Neutralität � welche zur Kenntniß deS Parlaments gebracht einschließt, modificireu sollte, so wird e« seinen Jnteres- werden würden. Frankreich habe hinsichtlich der s-n s�chaß handeln. Fügen wir übrigens hinzu, daß Bildung der päpstlichen Legion die Erklärung ab- % mä»»«>*"!'**tr gegenwärtigen Umständen wie feine Ansichten über die i-örrblndung nnt der franzosischen Regierung stehen Elb-Herzogthümer absolut die nämlichen sind, wie vor l wurde. Den Rath, mit Spanien zu brechen, ver- vier Monaten. warf der Minister; mit Oesterreich erklärte er. fei Diese Note des„Memorial," die ihm vom' keine Unterhandlung politischer Natur angeknüpft Minister deS Aeußern zugegangen ist. beweist von! worden; über die commerciellen Beziehungen habe nri � r �• r" c.•. rw■ � v hrr> tt/> I r r>»i r i rne»»avurtA v» r\ /4\ rotno(Vtif f<4» otK.. v» Neuem, daß die französische Regierung, welche gern das Feuer schürt, sich die Hand ganz frei halten und sie sich durch nichts binden will.— Wie die „Patrie" meldet, nähern sich die Unterhandlungen über die Theilung der päpstlichen Schuld ihrem die italienische Regierung noch keine Entscheidung gefaßt. Schließlich forderte er zu einer schnellen Lösung der Finanzfrage auf. Bern, 24. Febr. fDie BundeSversamm- lungf wurde heute geschlossen. In seiner Schluß- Ende; die Theilung ist im Prinzip zugestanden. � rede vertheidigte der Präsident des Ständeraths, Eine Kommission soll demnächst in Paris zusam- Rüttemaun.�die Bundesversammlung gegen den mentreten, um die beiderseitigen Antheile festzustellen. London, 24. Febr. fDie Bewegung in Irland. f Die letzten Berichte aus Irland er- scheinen bedenklich, weniger wegen dessen, waS in Borwurf des Verfassungsbruchs. Buchnrest, 23. Febr. fDie Wahl deS Gra- fen von Flandern.� Die gesetzgebende Versamm« lung hat heute den Grafen Philipp von Flandern den letzten Tagen geschehen ist. als waS sich daraus! zum Fürsten gewählt und proclamirt. Die Stadt entwickeln kann. Wieder ist nämlich am gestrigen| illuminirt, die Bevölkerung ruhig. Tage ein Polizeimann von einem Fenier erschossen Amerika. fDie Monroe- Doctrin im worden, der dritte binnen einer Woche. Während � Repräsentanten- HauS. Die Legislatur die irische Polizei, die vollständig militärisch einge- von Kentucky.j Das HauS der Repräsentanten schult und im Gegensätze zur englischen mit Schieß- hat einen Antrag, welcher die Aufrechthaltung der und Seitengewehr ausgerüstet ist, von chren Feuer- Monroe-Doctrin verlangt und den Präsidenten waffen bisher nirgends Gebrauch gemacht hat, ausfordert, eine Allianz mit den amerikanischen Re- schieße» die Verschworenen, wenn sie sich im Ge- � publiken zn schließen, an den Ausschuß für aus- dränge sehen, ohne Weiteres mit ihren Revolvers! wärlige Angelegenheiten überwiesen.— Die Legis- drein. Das geht eben so lange es geht; auf die latur von Kentucky mißbilligte die Existenz des Dauer erträgt die bestgeschulte Truppe, selbst wen» � Freedmcn's-Bureau's und verwarf das die Scla- ihr von ihren Vorgesetzten Schonung zur strengsten verei abschaffende Amendement zur Constitution. Pflicht gemacht worden ist, derartige Angriffe nicht._ Feuilleton. Arbeiter-Schule. Von Hullao K. I. Di« deutsche Bourgeoisie. b. Die deutschen Turner. Die Blüthezeit unserer Bourgeoisie ist dahin, rasch eilt sie ihrer Auflösung entgegen, alle« da« entbehrend, wa« ihren wankenden Thron stützen könnte. Die einzige tragsähige Säule, auf der ihre Herrschaft ruht, die Auf- l ö s u n g aller Solidarität und Gemeinsamkeit, diese Haupt- Errungenschaft der französischen Revolution von 1792, mit der un« das Bürgerthum beglückte, sie wird in dem- selben Augenblicke fallen, in welchem die vierte Klasse einig gegen die Kapitalherrschaft vorgeht. Daß die« geschehen wird, dafür bürgt unsere Agitation: daß die bürgerliche Weltperiode im Ablausen begriffen, die» hat Laffalle haarscharf, unwiderleglich bewiesen, doch nicht« spricht für de»„stch überall im vollen Gang- be- findlichen VersaulungSprozeß der deutschen Bourgeotsie deutlicher, als die lächerlichen Bemühungen letzterer, ersteren entweder kurzweg in Abrede zu stelle» oder ihn durch kindische Mittel aushalten zu wollen. . Lassalle sagt mit Recht:..Will unsere Bourgeoisie noch irgend welche Rolle spielen, so kann sie die« nur, wenn sie sich anszuraffen die Kraft hat zu neuem Denken und ! Lernen— aber nicht au« den Zeitungen. Die Bourgeoisie wird von diesem Mittel natürlich me Gebranch machen, weil sie mit richtigem Instinkt fühlt, daß ste hiermit ihr TodeSurtheil unterschreiben und in unserer Partei, in unserer Klasse aufgehen würde. Da nun aber eine. Th-t, sie habe zum Ziele, was sie wolle, bloß dann von dauerndem Erfolge sein kann, wenn sie die Frucht klaren Denken«, gründlichen Lernen» ist, so lassen sich die Anstrengungen der Bourgeoisie zur Erlangung der nationalen Wiedergeburt u. s. w. al« nutz- | lose und ungefährliche Spielereien erkennen. Vorstehende Worte lassen sich besonder« auf die beut- schen Turner anwenden. Da« Turne» ist unstreitig eine» der besten Mittel zur geistigen wie leiblichen Hebung de« Menschengeschlecht». Rölhig geworden, seitdem nicht mehr, wie früher, der Erwerb unsere« Unterhalt« ausschließlich mit körperlichen Anstrengungen verbunden und seitdem letztere meistentheil« ! ihren ursprünglichen Charakter verloren haben und ganz einseitig geworden sind, wurde e«, fast ganz in Vergessen- heil gerathen, während der schimpflichsten Erniedrigung de» deutschen Volke« wieder in'« Leben gerufen. I Es ist hier nicht der Ort, seinen Nutzen ausführlich zn schildern, bemerken aber müssen wir, daß es Jedem ohne Ausnahme nothwendig»no nützlich ist, also auch dem Arbeiter, denn seine Beschäftigung macht ihn oft schwerfällig, plnmp; Fehler, die besonder« im Alter be- schwerlich werden. Dagegen hilft nur da« Turnen, weil e« nicht nur den Körper geschmeidig und biegsam macht, sondern ihn auch in diesem Zustande erhält. E« stärkt ferner unsere wichtigstenOrgane, namentlich Lungen, Muskeln, Händeic., e« übt die Sinne und cntivickelt die Besonnenheit und Selbstbeherrschung, bildet also mit dem Körper zugleich, ! den Geist. Doppelt verachten müssen wir also eine Klasse, deren � geistige Beschränktheit eine solche Verkümmerung de«! Turnwesen«, wie wir sie nachstehend schildern wollen,! zuließ und die Ueberzcugung gewinnen, daß in den Krei- � sen der Bourgeoisie die Turnerei niemals aus einen grit- . neu Zweig kommen könne und daß konsequent die Bour-, geoiste vollkommen unfähig zu jeder That sllr unsere nationale Zukunft sei. Um jedem Vorwurf wegen Verläumdung, der aus un« abgeschnellt werden könnte, im Borau« die Spitze abzu- brechen, wollen wir die Zugeständnisse der hervorragend- st-n Führer der deutschen Turuer selbst wörtlich citiren. In dem im Jahre 1863 erschienenen Volksturnbuch äußert sich Aug. Ravenstein wie folgt: Die Turnerschast hat(nämlich vor 1863) mit ge- ringen Ausnahmen weit mehr mit schönen Worten, al» mit großen Thaten geglänzt, sie hat Riesenwellen' pro- ducirt, wo nian practischc Leibesübungen erwartete, sie hat einen wahren Lnxu« von Bankett« zu Tage gefördert, wo sie doch da« Gelübde der Mäßigkeit(I) und Sitten� reinheit ablegte, sie hüllt sich in absonderliche Branche gleich einer Zunft und sährt ihre Tnrnsahrien buchstäb. lich ab. Wo soll da die Sympathie de« Volke« her« kommen? Aber, sährt Ravenstein nach diesem gelinden Vor- würfe fort, aber erhebt euch zur Wiedergewinnung de« verlorenen praktischen Boden« I und. spricht an andern Orlen die Hoffnung an«, daß von nun an(nämlich von 1863) diese Mißbräuche nach und nach verschwinden werden. Allein, allein, allein, wie kann der Mensch sich trü- gen! singt der weltberühmte Reisende Urian»nd genau derselben Worte konnte sich Herr Ravenstein bedienen wenn er, jener Worte gedeiikend, den heutigen Zustand de« deutschen Turnwesen« einer gründlichen Kritik unter- wirft. Er wird nicht die geringsten Forlschritte, sondern nur eitel Rückschritte bemerken. Schon im Jahre de« Heil«, von dem sich bekanntlich ein neuer außerordentlich großer Umschwung des de»,. schrn Turnwesen« daliren soll, zieht sich wie ein roiher Faden durch das Haupt-Organ der Turner, durch die