Nr. 5**. Berlin, Donnerstag den 1. März 1866. Zweittr Jahrgang. Social-Demokmt. Diese Zeitunz ersckeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Festtage. Organ der social- demokratischen Partei. Rcdigirt von I. B. v. Hosstettcn und I. B. v. Schweitzer. .Redactiun und Expedition- Berlin, DreSdncrstraste Nr. 85. «bonnemcnt?-Preis sltr Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- natliw L Lgr., einzelne stiummern 1 Sgr.; bei den jtSnigl. preußischen Post« Ämtern 22'/» Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichlpreußischen Deutsch- !and W/.Zgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr...V. t.-l.w abgeguckt"; im Uebrigen ist seine Regierung ans allen ausbrechen zu lassen gedachte, aber es blieb Alles Gebieten eine für das Land verderbliche gewesen. Die[»ß, obgleich der Plan zur R-voUitiou wirklich bestanden Bojaren und das Volk mißhandelte er gleichmäßig, seine bgben soll. Das Weitere, die Entlassung des Ministe- Rathgeber waren meist Moldauer der obscursten Ab-!"ums, die zum Schein bewilligte Anleihe von 49 M>>- st?»»st und beim Volk lies verhaßt. Sein Freund Lieb-, iwiien rinb bann da» unerwartet raiche Fallen deS Vor- 1 recht, ein Belgier von Geburt und von Hans ans Kellner, Hangs ist bekannt. leitete seine Liebeshändel und rückte dafür allmälig bis—-—--— zum Rang eines Obersten hinaus. Die letzten Vorgänge, welche den schrittweisen Versall der Herrschast Knsa'S � deutlich beweisen, rerapitulireu wir hier noch in aller Kürze.| nach seinem Vorbilde in Pari« zu regieren.„Wie er zielleii Gepränge vor sich. Man inunkelte von einer ge- sich räuspert und wie er spuckt, daS hat er ihm glücklich I bekmen Verschwörung, die au diesem Tage eine Revolu- Verkitiü-TheU. Erfurt, 29. Febr.(Allg. deutsch. Arb.-Ver- Am 19. Juli 1865 verliest er das Land und legte in der bei ein.) Die hiesigen Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.» dieler Geleaenbeit erlassenen illiwunavollen�Vroolamatinn' Nereins kalte» eine nmfir»»-»»ime cn-et,».».!.,.,-. dieser Gelegenheit erlassenen schwungvollen�Proclamation; Vereins halten eine große osieulliche Versammlung ein- nochmals seinen Unterthanen die Mitwirkung bei einer berufen, auf Sonntag den 25. Febr.. Nachmiltaas SVa (An.«-»...» k......»>..!„. o-........ w.." ci.r..... 4c...?°" schnellen Durchführung des Ruralgesetz-s an« Herz, denn � Uhr im Tunnel de« hiesigen Ralhskellers, welche �(w... /Ä. r. ft c.• C\\• r.• Ii r r\s\ n\ r.„, u v....'.. damit sollte„der Schlußstein in die Reorganisation Romaniens" eingesetzt werden. Während aber noch Kusa sich in Em« aushielt und diesen Aufenthalt auch zu einem Ausflngi nach Frankreich z» seinem großen Protector beniiyte, brach am 15. August die Revolution in Buka von 4— 500 Personen besucht war. Gegen 4 Uhr eröffnete der Bevollmächtigte B. Arnold die Versammlung mit einer Ansprache, worin er namentlich hervorhob, daß die Geg- ner ausgesprengt und geglaubt, in Erfurt wäre der Las- sallesche Verein längst todt, weil nun gerade ei» Jahr rest ans, welche 100 Menschen da? Leben und 2000 die! verflossen, seitdem eine große Versammlung abgehalten Freiheit kostete, und in ihrer Genesis und ihren End- wurde; aber trotz aller Stürme und Verdächtigungen zielen noch heute in Dunkel gehüllt ist. Unter de» V-r- stehe heilte noch die hiesige Gemeinde sowie der ganze hasteten befand sich damals auch das jetzige Haupt der Verein neu gekräftigt da. Er niachte nun die Versamm- provisorischen Regierung, General Goleöco, welcher lung mit der Tagesordnting bekannt. Den ersten Vor- scheinbar der Bewegung ganz ferne gestanden, qlso auch trag würde Herr Fritzsche aus Leipzig halten und müßte von ihr überrascht worden war. or' n i tu.--- n... der ihr überrascht worden war. Am 25. Anglist kehrte jeder Redner für oder wider in die Rebnerliste einzeich« Fürst nach seiner Heimath zurück, hielt sich aber auf neu und don der Tribüne au« sprechen: das Sprechen ,-...f... r.j.______ f.;..... m._____... �____-..- T. dem �Landsitze Ruginosa aus, wo er sich von seinen Ge treuen Bericht erstatten ließ. Nach Bukarest kehrte er erst acht Tage später in geschlossenem Wagen, von zwei Escadroncn begleitet, zurück, hielt sich aber selbst vom Platz aus könnte bei der heutigen Versammlung nicht staltfinden. Hierauf ertheilt er Hrn. Fritzsche au« Leip- zig das Wort. Derselbe schildert- nach einer kurze» Ein- leitnng mit klare», kräsligen Worten die Lage de« Arbeiter- dann mir einige Stunden in der Residenz aus und l stände- unter der jetzigen Produktion des auf dem Capital bezog ei» nah- gelegenes Lustschloß, stkachvem jedoch ruhenden Fabrikbelriebes, hob dann einige Punkte der jetzi- die öffentliche Stimmung sich trotz aller gutgesetzten � gen Arbeitßtheilnng hervor nnd kam dann fchOeßlich auf Proklamationen nicht beruhigte, auch die Armee mit die jetzige Arbeiterbewegung, welche sich ui zwei Lager ___ c.t». k�..---- 1 Ä.. er,«:/«.-------- �" ihren Sympathien für den Fürsten imnier mehr kargte, entschloß sich Kusa zu einein Persoiicnwecksel der die Leute glauben machen sollte, daß die gefährliche Camarilla, die ihn nnigab, ihren Einfluß eingebüßt habe. So wurde Liebrecht Adjutaul, welcher zugleich die Lei- getheilt habe. Schulzeaner nnd Lassalleaner benannte man dieselben. Die Schulzeaner wollte» durch Spare» ihre Lage verbessern und naiinlen das Selbsthlllse, die Lassalleaner wollten ihre Lage durch Staatshlllse Verdes- fern, freilich muß man vom Staate da« erst verlangen, Feuilletou. Nandglojsrn zu drm Studkiitcn-Congrkß von Liittich. Unter diesem Tilel brachten zu Ende Decemlers ie unserem Leserkreise durch die„Aphorismen zur social- olitischen Bewegung" bereits bekannten„Historisch- olitischen Blätter" nachstehende interessante Aufsätze, ie wir gelegentlich mitziilheilcn versprachen, lieber den ltramontanen Standpunkt dieser Artikel haben wir nicht öthig, uns besonders auszusprechen. Den Arbeitern nserer Partei ist hinlänglich bekannt, wie und wodurch r sich von dem unsrigen unterscheidet. Die genannte seitschrift schreibt: „Wir bekennen uns offen zum Materialismus. Wir »d Revolutionäre, Socialisten, Atheisten. Nachdem >ir die Autorität Gottes abgeschüttelt, wollen wir auch 011 keiner menschlichen Autorität etwas hören. Das ist ie Wissenschast oder sie ist nicht«. Mit Gewalt muß >aii die Menschheil zum Fortschritte bringen; die rolhc ahne ist das wahre Banner der Freiheit. Es lebe lauton, Maral, Robespierre und alle jene Helden es Jahres 93! Ihr Beispiel muß man befolge», um en letzten Rest von Aulorität abzuschaffen— sei'S auch i Strömen von Blut!" So sprachen die Söbne der„freien Wissen- baft." Habt ihr sie gehört, ihr französischen Bour- eois, die ihr so unwillig an eueren Ketten zerret; ihr elgischcn Freimaurer, denen der Anblick eines katholi- hen Priesters Krämpfe verursacht; ihr Liberale der eutschen Bundesstaaten, die ihr voll Sehnsucht über en Rhein schaut, ob nicht bald der Mann an der keine, der kein liberaler Slrohmann zu werden Lust at, vom Schauplatze ver'chwindet! „Wir sind die Herren", sprachen die Liberalen unter it Bourgeois-Könige Louis Philippe, der ihnen seine Krone verdankte und dafür ewige Knechtschaft gelobte und hielt;„wir sind die Herren", so sprechen noch jetzt die Liberalen in Belgien unter dem vielgepriesenen Scep> ter des„schlauen" Leopold,„uns gehört die Kammer, uns die Gesetzgebungsmaschine, nn« gehören die Aemter und Würden des Staates, uns.die Steuer» und Geld- initlel des Landes, uns gehört auch die Schule! Wir wollen nicht, daß die Jugend in einem andern Geiste, in anderen Grundsätzen erzogen werde, als uns genehm ist; die heranwachsende Generation muß Alle« unbedingt loben und bewundern lernen, was wir gesprochen und gelhan; dadurch sichern wir uns selbst die Herrschast für die Zukunft und unseren Thateu ewigen Nachruhm. Wie wir selber nicht« glauben, al« was unserer Willkür genehm ist, so darf auch die Schule nichts lehren, als was wir ihr vorzuschreiben geruhen. Wie wir die Ge- setze mit den humansten Redensarten versüßen, aber so einzurichten verstehen, daß nur wir— die Advokaten, Fabrikanten, Börsenmänner und Kapitalisten— durch sie im Besitze der Macht und des ReichthumeS beschützt werden, wie wir aber jeden, der nicht zu unserer bevorzugten Kaste gehört, von aller Macht, allem Einflüsse und Emporkommen ausschließen: so muß auch die Schule, die wir besolden, zwar die schön- ste» Phrasen gebrauchen von Freiheit. Fortschritt nnd Wissenschaft, aber sich wohl hüten, diese Worte anders, als wir befehlen, zu interpretiren. Wehe dem Lehrer, der eine objective Begründung des Rechtes zu lehren nnd die sür unsere Partei geschaffenen Gesetze anzugreifen sich untersteht! Daß ihr aber Über Mängel an Freiheit euch nicht beklagen könnt, so erlauben>vir euch, ans die uns verhaßte katholische Kirche zu schmähen nach Herzenslust; die Päpste, die Bischöfe und Priester, die Klöster und alle Institute nnd Handlnnzen der Kirche dürft und sollet ihr verhöhnen und lästern und täglich eueren Witz und Spott daran üben. Ihr dürft alles Heilige und Ehr- würdige, was dem katholischen Volke thcuer und uuan- tastbar erscheint, als Unsinn nnd Aberwitz und alberne Thorheit brandmarken; aber unser goldenes Kalb, das wir anbeten, die Grundsätze, die wir euch al« Dogmen vorlegen, die Unfehlbarkeit der liberalen Partei, welche das Zepter führt, die absolute Vernünsligkeit der Gesetze, welche wir geben, die Berechtigung der Reichen, den Staat al« ihre Domäne zu betrachten und in seinem Reichlhume zu schwelgen, das natürliche Helotenthum der Armen, die wir zu unseren Zwecken ausbeuten, die voll- kommene Rechtlosigkeit unserer politischen Gegner, die wir zu vernichten bestrebt sind: alle diese Grundsätze und Dogmen unseres Glaubens müssen euch heilig sein; so- bald ihr sie nur durch ein Wort anzugreiseu cnch er- frechet, werfe» wir euch von eueren Lehrstühlen herab und nehmen euch cuere fette Besoldung! Und wenn euch dieses Maß von Freiheit noch nicht genügt, so erlauben wir euch noch, den historischen Adel, die Fürsten, die Könige und Kaiser, sie mögen persönlich gut oder böse, human oder grausam gestnnt sehen, ihre Regierung mag gesegnet und glücklich oder das Gegentheil sehn, mit euerem Spott und Hohn zu besudeln und sie zum Gegen- stand des Gelächters over de« Abscheues zn machen. Denn wir erklären Jeden für einen Attentäter an der Majestät unserer Partei, der aus Geschichte, Recht nnd Verlrag eine Macht gründet, die wir nicht gnädigst ihm über- tragen haben. Nur jene Fürsten müßt ihr mit den Pfeilen euere« Spottes verschonen, welche uns unbedingt folgen, die uns al» Patrone betrachten und alle einfluß- reichen Stellen de« Landes uns überlassen. Solche Fürsten find uns nicht hinderlich; im Gegentheil, durch ihren Namen, der ans die ungebildete nnd am alten Rechte hängende Masse noch immer großen Einfluß au«. übt, sind wir gedeckt nnd können um so leichter und sicherer unsere Zwecke verfolge», der ganzen Staatsgewalt uns bemächtigen, unsere Gegner als Hochverräther braud- marke»»nd unsere Thevrieen durchführen." So sprächet ihr zu eueren Lehrern, ihr Liberale Frankreichs und Belgiens, als ihr durch List und Verleum- dung, durch Jutrigucn»nd offene Gewalt euch der Re« gierung bemächtigt hattet. Nach euerein Grundsatz „Freiheit für uns, Knechtschaft für unsere Gegner I" habt ihr die Kirche aus eueren Schulen vollständig verstoßen, habt Staatsschulcn geschaffen und Millionen dafür be-