Nr. 138. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1898 unter Dr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel getle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen, fowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. An die Urne sollst Du treten, Mann der Arbeit! Sei bereit, Der Du unter Dual und Möthen Ringst um Freiheit Deiner Beit! Der Du mit den harten Händen Deines Volkes Bukunft bauft, Tak' Dein Recht Dir nicht entwenden, Schirme es mit starker Faust! nur ein eing'ger Tag der Rechte Mach fünf Jahren schwerer Pflicht!— Streng drum geh' mit dem Geschlechte Deiner Dränger ins Gericht! Diese Rechte sollst Du wahren, Mann der Arbeit! Weißt Du nicht, Wie's von Ränken und Gefahren Um Dich lagert schwarz und dicht? Donnerstag, den 16. Juni 1898. Bum 16. Juni. Deine Freiheit will man knechten, Brechen Deinen stolzen Geist, Will Dich knebeln und entrechten, Und Dein Glück Dir rauben dreift! Will die Wahrung Dir vertheuern! Jedes kleinste Stückchen Brot Sollst Du zwanzigfach besteuern, Ungeachtet Deiner Doth! Deine Bukunft sollst Du bauen! Mann der Arbeit, auf zur That!. Willst Du einst die Erute schauen, Dann bestelle heut' die Saak! An Dein Weib, an Deine Kinder Denke, daß an ihrem Glück Du als Fördrer und Begründer Weiterbauen mußt ein Stück! Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Mann der Arbeit, in die Schranken Ruft Dich Ehre heut' und Pflicht! Hilf' zum Sieg denn dem Gedanken, Der die Keffen all' zerbricht! Hilf zum Sieg dem großen Glauben, Der Dich reißt aus Bwang und Krohn! Diemand darf Dein Recht Dir rauben! Wieder mit der Reaktion! Wieder mit den Finsterlingen, Die das Licht der Sonne scheu'n! Unsere Sache mu gelingen! Und der Sieg muk unser sein! Takt die Kriecher knien! Wir streiken Hoch das Haupt! Und Mann für Mann Sollt Ihr an die Urne schreiten! Und der Sieg wird unser dann! Ludwig Lessen. Auf zur Wahl! Verlaßt die Werkstatt, den Pflug! Laßt Bücher und Feder, Binsel und Palette ruhen! Heran, heran zur Urne, wo Euer politisches Schicksal auf lange Jahre entschieden wird! Morgen schon herrscht wieder das Vorrecht der Geburt und des Besitzes, heute ist der Diener gleich dem Herrn, der Arme gleich dem Reichen, gleich wie die Erde uns alle gebiert und begräbt. Ein köstlich Recht grauer germanischer Vorzeit, auf einen Tag, arbeitendes Volk, hast du es heute wieder in Besitz. Erweise dich würdig dieses theuren Rechts! Nur unmännlicher Sinn verzichtet auf die Theilnahme an der Wahl. Mache vom Wahlrecht vernünftigen Gebrauch, wähle sozialdemokratisch. Nur Selbstsüchtlinge und Thoren stimmen für die anderen Parteien. Keiner vermeine, auf seine Stimme komme es nicht an. Jede Stimme fällt ins Gewicht, jede kann die Entscheidung bringen. Keiner glaube, es sei doch alles vergebens. Durch die Wahl wird die Po itik der Regierung bestimmt. Gehe auch jeder so früh zur Urne als er kann, damit nicht in der Mittagszeit und gegen Abend der Andrang zu groß und die Theilnahme an der Wahl behindert wird. Nehmt auch hierbei brüderlich Rücksicht auf einander! Rüttelt die Lauen auf, ermuntert die Furchtsamen, holt die Säumigen herbei, daß sie alle, alle zur Wahl gehen und für die Sozialdemokratie stimmen. Wie ein Donnersturm der Erlösung wird es die Gaue Deutschlands durchbraufen, wenn am 16. Juni die Sozialdemokratie das System Stumm- Posadowsky- Miquel gebrochen hat. Dieses System darf nicht siegen, sonst, arbeitendes Volk, hast du zum letzten Male nach dem allgemeinen, gleichen, dirckten und geheimen Wahlrecht gewählt. Dann werden auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens Tage der Reaktion kommen, so differ, wie sie in keiner Periode der neueren deutschen Geschichte, selbst in der Zeit des Sozialistengesetzes je dagewesen. Dann wirst du politisch entmündigt werden, wie es deinen Brüdern in Sachsen geschehen ist, wo bei der Landtagswahl nur noch der Besitz des Geldes den Ausschlag giebt, wo der Ritter des Geldsacks in der ersten, der arme Gelehrte, Bürger, Bauer und Arbeiter in der letzten Klasse wählt, und wo das arbeitende Volk nie eine Vertretung erlangt, wenn ihm die Gunkt der Herrschenden nicht lächelt. Arbeiter, Bürger, Landleute, die Ihr durch eigener Hände Arbeit Euren Lebensunterhalt erwerbt, es handelt sich heute um die Vertheidigung Eures höchsten politischen Rechts, die Politik des Deutschen Reiches selbständig mit zu bestimmen. Das bedenkt, und nun geht entschlossen zur Wahl! Hoch die Sozialdemokratie! Vorwärts zum Siege! Die Kandidaten unserer Partei in Berlin und den angrenzenden Wahlkreisen sind: 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis: 1. Berliner Reichstage- Wahlkreis: Redakteur Hugo Poetzsch in Berlin. 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Richard Fischer in Berlin, Kreuzberg- Str. 25. 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Rechtsanwalt Wolfgang Heine in Berlin. Stadtverordneter Paul Singer in Berlin. 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Redakteur Robert Schmidt in Berlin. 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Schriftsteller Wilhelm Liebknecht in Charlottenburg. Reichstags Wahlkreis Niederbarnim: Stadtverordneter Arthur Stadthagen in Berlin. Reichstags- Wahlkreis Teltow- Beeskow- Storfow- Charlottenburg: Gastwirth Fritz Bubeil in Berlin. Wahlkampf. Den frechsten Schwindel, 1893 Hat Herr Paasche die gleiche Vielseitigkeit an den Tag' gelegt und doch war er nachher den Bündlern noch gerade gut Anfreizung zur Wahlbeeinflussung genug. 3 Humoristische Flugblätter werden von offiziöser Seite in Masse verbreitet. Es wird die Unterhaltung eines Landwehrmannes mit einem Bauern ettva nach Art der bekannten Kladderadatschgespräche von Schulze und Müller " · der uns in der jezigen Wahlbewegung vorgekommen ist, treiben doch die Konservativen. Vor uns liegt ein Flugblatt, worin begeht die„ Deutsche Tageszeitung" das Organ der Thomas- Phos- wiedergegeben. Der Landwehrmann schildert dem Bruder Bauer den Wählern der Ost prieguiß die Wahl des Herrn Sigismund phatmehl- Frigen, indem sie schreibt:„ Auf zur Wahl! Keiner bleibe die Männer mit den rothen Halstüchern". die Flugblätter vertheilen, v. Dallwig in Tornow empfohlen wird. In diesem Flugblatt wird zu Hause! Jeder suche seine Freunde und untergebenen auf und die sich aufblähen wie Windbeutel(!), die wie die Stetten zuſammenbehauptet, der Vorwärts" habe im Jahre 1891 geschrieben: gehe mit ihnen hin, um sein größtes politisches Recht auszuüben!" halten, so daß gegen sie schwer aufzukommen ist. Aber die muthigen Die Ernte gehört nicht den Bauern, sondern allen Menschen; Wenn die Anhänger der„ Deutschen Tageszeitung" dieser Aufforde- Streiter für König und Vaterland verzweifeln nicht; sie beabsichtigen, privates Eigenthum an Grund und Voden ist niemand zuzu- rung folgen, so fönnte ihnen das unter Umständen übel bekommen; die ganze rothe Sippschaft" zu Baaren zu treiben und den billigen." sie müßten dann, da das ein Grund zur Kassirung der Wahl ist, Rothen bet den Wahlen einen tüchtigen Denkzettel zu verWenn der Bauer liest, daß die Ernte, das Produkt seiner eventuell noch einmal ihre Untergebenen" an die Wahlurne schleppen fezen. Und so kommen sie denn auf den Gedanken, sich zu Arbeit, nicht ihm, dafür aber allen anderen gehören soll, so muß er und solcher Aufopferung sind die Herren doch nicht fähig. organisiren und den„ erbärmlichen Kerls mit den rothen Abzeichen" die Sozialdemokratie selbstverständlich für seine ärgfte Feindin halten. zu zeigen, wo ihr Weg wieder nach Hause führt. Nachdem sie diesen Was hat nun der Vorwärts" wirklich geschrieben? Wir lassen Konservative Wahllügen freifinnig propagirt. Kühnen Entschluß gefaßt haben, scheiden sie von einander in dem Bedie Stelle, die sich, nebenbei bemerkt, gegen die freisinnige Die geistige Armuth der freisinnigen Presse zeigt sich in einem wußtsein, daß wenn in jedem Orte sich auch nur eine kleine Schaar Agitation auf dem Lande richtete, hier folgen. Sie lautete: Artikel der„ Eberswalder Zeitung", die wörtlich das Flugblatt Nr. von Männern zusammenfindet, die so wie sie denken und handeln, Wer dem Bauer weismachen kann, daß sein wirthschaftliches des Wahlvereins der deutschen Konservativen abdruckt. Das öde Ge- sie dann getrosten Muthes am 16. Juni zum Wahlkampf ausziehen Heil in der Zerschlagung der großen Güter in eine Menge fleiner Güter schimpfe, die gemeinen Verdächtigungen gegen unsere Partei müssen tönnen. Wenn sich der brave Landwehrmann und der biedere Bauer bestehe, der muß wenigstens theoretisch mit dem Güterschlächter auf einer diesem Blatt so vorzüglich gefallen haben, daß es nicht besser die nur nicht täuschen! Mit den Waffen, die sie zur Bekämpfung der Stufe stehen. Daß der mittlere und kleine Bauer den Groß- immige Gesinnungsverwandtschaft zwischen Freisinn und Junterpartei Männer mit den rothen Halstüchern übrig haben, können sie ihnen grundbesitzer als feinen wirthschaftlichen und politischen Gegner befunden fonnte, als durch Abdruck dieses Pamphlet. Und diese höchstens die rothen Tücher fortnehmen, und die wollen wir ihnen betrachtet, ist vernünftig; daß er demselben aber den größeren Jämmerlinge wollen gegen die Reaktion kämpfen, der sie die gern lassen, wenn sie sich mit solchem Puzz freuen. Die Männer Besitz neidet, weil er ihn nicht hat und nur selber haben will, Waffen zur Bekämpfung der Sozialdemokratie entlehnen? aber bleiben auch ohne rothe Halstücher treue Sozialdemokraten. muß jeden kalt lassen. Ebenso wenig, wie es uns einfallen fönnte, den Proletar der Städte zum Hausbesizer zu machen oder Die Antisemiten haben keine Zeit, die Rechte des Volkes. Von der Agitation. solchen Wünschen Vorschub zu leisten, ebenso wenig kann es uns in den wahrzunehmen. Sinn kommen, den Privateigenthums- Bestrebungen der Bauern auf Grund und Boden irgendwie förderlich zu sein. Die Erde gehört nicht den Bauern, sondern allen Menschen; privates Eigenthum an Grund und Boden ist niemand zuzubilligen. Das Privateigenthum an Grund und Boden nützt auch dem Bauer in der Zeit der Geldwirthschaft nichts mehr, wenn er kleiner oder mittlerer Besizer ist. Er bleibt Sklave des Kapitals, dessen rücksichtslosester politischer Ausdruck die freisinnige Partei ist." Man mag mit dieser Auffassung der Agrarfrage einverstanden fein oder nicht, jedenfalls enthält die Notiz nicht ein Wort davon, daß es uns einfallen könnte, dem Bauer das Eigenthumsrecht an der Frucht seiner Arbeit, jein Eigenthumsrecht an der Ernte abzusprechen. Das Wort„ Erde" ist von konservativer Seite einfach in" Ernte" umgefälscht worden, und das kann nur absichtlich geschehen sein, sonst hätte die Notiz des„ Borwärts" auf dem Lande überhaupt nicht gegen unsere Partei verwerthet werden können, denn nur eine kleine Anzahl von Bauern sind noch wirkliche Besizer des Grund und Bodens, der vielmehr fast überall in den Händen der Hypothekengläubiger ift. " Der Eid des Beamten In Unterteichniß bei Spremberg fand am Sonntag eine Versammlung statt, die äußerst gut besucht war. Das Referat hatte Genosse Stabernack aus Berlin übernommen. In dem Dorfe Boiz, das nahe bei dem Versammlungsort liegt, hatte der Gutsbesitzer seine sämmtlichen Arbeiter zum Freibier eingeladen, damit sie von der sozialdemokratischen Versammlung fern blieben. Das geschah auch, aber die Versammlung erfreute sich trotzdem eines lebhaften Zuspruchs. In Breslau wurden am Montag in einer Versammlung zwei sozialdemokratische Flugblattverbreiter verhaftet und die Flugblätter fonfiszirt. Die Herren Bolizeibeamten können sich wohl absolut nicht daran gewöhnen, die Verbreitung der Flugschriften ungehindert zu gestatten. Politische Uebersicht. Berlin, den 15. Juni. " Ja, wenn die Herren teine Zeit haben"- mit diesen Worten entschuldigte der Mischmaschkandidat Dr. Bachler seine Freunde, als ihm fürzlich in einer Versammlung nachgewiesen, daß die Antisemiten bei den wichtigsten im Reichstage erörterten Fragen gefehlt haben. In der That beweist ein Rückblick auf die abgelanfene Legislaturperiode, daß diese Herren im Reichstag höchst überflüssig sind, denn bei 45 namentlichen Abstimmungen, die seit November 1895 bis Juni 1897 stattfanden, waren im Durchschnitt mir die Hälfte der Antisemiten anwesend, und auch diefe Hälfte wußte bisweilen garnicht, um was es sich eigentlich handelte. Die meisten fehlten ohne Entschuldigung. und die zugegen waren, stimmten getrennt oder enthielten sich der Abstimmung. Besonders deutlich fällt das ins Auge, wenn man bedenkt, daß bei der Abstimmung über das Bürgerliche Gesetzbuch von 16 Antisemiten 9 gefehlt, 6 sich der Abstimmung enthalten und einer dafür gestimmt hat. Und dabei wagt es diese Gesellschaft, das Bürgerliche Gesetzbuch als die größte Errungenschaft des Jahrhunderts zu bezeichnen und den Sozialdemokraten vorzuwerfen, daß fie dagegen gestimmt haben. Vor den Wahlen versprechen die AntiDer Brief des Reichskanzlers liegt den Konservativen semiten ihren Wählern goldene Berge, nach den Wahlen kümmern Die National- Sozialen des 1. Berliner Wahlkreises sie sich wenig um ihre Pflichten; es genügt ihnen, wenn sie die schwer im Magen, sie wollen noch immer nicht daran glauben, R. werfen im letzten Moment einen Wahlaufruf für Tisch en dörfer drei Buchstaben M. 5. 9. auf ihre Visitenkarte segen dürfen. Nun, daß Fürst Hohenlohe so unstaatsmännisch und unverständlich" in die Masse, in welchem der Satz vorkommt:" Hervorragende helden nichts wissen will. werfen im letzten Moment einen Wahlaufruf für Tischendörfer der 16. Juni wird zeigen, daß das deutsche Volk von diesen Maul- gehandelt haben könnte, einen ausgesprochenen Gegner der Politik der Sammlung gegen einen Freund derselben im freisinnige und tonservative Männer, sowie der sozialWahlkampfe beizustehen, denn der Kanzler habe ja von dem demokratische Kandidat, Herr Poetsch erklärten wiederholt: bekannten Wahlbriefe des Grafen von Posadowsky Kenntniß; " Die National- Sozialen meinen es durchaus ehrlich mit dem Volte." wird in dem Flugblatt zu gunsten des Kandidaten der konservativ gehabt und den Inhalt desselben gebilligt. Aber liegt denn In dieser allgemeinen Form ist der Ausspruch seitens des antisemitischen Partei des zweiten Berliner Wahlkreises, PostGenossen Poe is ch nicht gethan worden. Dieser hat vielmehr mur assistenten Stodmann, ins Feld zwischen dem Posadowsky'schen Brief und dem Hohenlohe'schen wird geführt. Es in einer Versammlung erklärt, daß er nicht anstehe, zu erklären, er dem farblosen Flugblatt, das die reaktionären Absichten Telegrammt ein so gewaltiger Unterschied? Der Brief predigt nehme an, die sozialen" Bestrebungen der National- Sozialen, der junterlichen Reaktionäre sorgsam verschweigt und lediglich doch in erster Linie den Kampf gegen die Sozialdemokratie, die Versprechungen derselben auf diesem Gebiete seien, ehrlich" allerlei Rebensarten enthält, gesagt, der Eid des Beamten verbiete und mit dieser Partei hat, soviel uns bekannt, Prinz zu gemeint und gewollt. Nichts mehr! diesem, sozialdemokratisch zu stimmen. Die Stöcker'schen Stockmann Schönaich- Carolath trok seines Beinamens Der rothe niemals Freunde behaupten da wieder etwas, was der Wahrheit platt ins Bring" Neue Verleumdungen gegen die Sozialdemokratie. etwas zu thun gehabt. Die AufDie Konserv. Korrefp." sucht aus der Mittheilung des Vor- daß ein Beamter nicht für eine bestimmte Partei stimmen darf. darüber verschnupft sind, weil der Kanzler ihnen nicht den Gesicht schlägt. Der Eid des Beamten enthält keine Silbe davon, regung stammt einfach stammt einfach daher, daß die Reaktionäre wärts", daß es für die Sozialdemokratie ein leichtes jei, tausende Im Gegentheil. Nach seinem Eid hat der Beamte die Gesetze, Willen thut. Genossen zu unentgeltlicher Hilfeleistung beim Flugblattvertheilen insbesondere die Verfassung zu achten. Die Verfassung enthält als Warum soll denn Fürst Hohenlohe nicht heranzuziehen, Kapital gegen unsere Partei zu schlagen. Sie be hauptet, wie es sich für die Ritter ohne Furcht geziemt, kühn und Grundlage der Einheit Deutschlands das allgemeine, gleiche auch einmal seine eigene Meinung haben? Vollkommen überunmittelbare, geheime Wahlrecht. Der Beamte hat nach der Ver- flüssig erscheint uns die Forderung der„ Kons. Korresp." auf dreist, von den verschiedenen Hunderttausenden, die die Sozial- fassung, die zu halten er im Eid gelobt hat, lediglich nach Veröffentlichung des vollständigen Wortlautes des Brief- und demokratie gesammelt hat, bekommen die Arbeiter, die gern einer Ueberzeugung zu stimmen. Fürst Bismarck erkannte, Depeschenwechsels. Die Thatsachen sind ja zur genüge beeinen Groschen extra verdienen, nichts ab. Das verbrauchen die hochmögenden Herren, die an der Krippe und in der daß der Gid, die Gewissenspflicht und die Ueberzeugung des Beamten kannt. Wir verstehen es ja, warum die Herren sich über die Agitation fizen." Im Gegensatz dazu sollen die bürgerlichen geordneter aufzutreten. diesen nöthigen könnten, gegen die Regierung als Ab Angelegenheit so sehr aufregen; aber Spaß macht es uns als Parteien, die ihre Flugblätter durch bezahlte Arbeitskräfte vertheilen 28. März 1867 warm vertheidigten Vorschlag, Deshalb machte er den von ihm am völlig unbetheiligte doch, daß auf der einen Seite die kon lassen, wahre Arbeiterfreunde sein; denn sie sind der Ansicht, daß die passive Wählbarkeit zum Abgeordneten zu nehmen. servative Presse dem Kanzler so grimmig zürnt, während die jede Arbeit ihres Lohnes werth sei, sie bezahlen also trozdem Antrag wurde abgelehut. Freilich feste man nicht als Hegel voraus, Greifinnigen, die sonst, wenn ein hoher Staatsbeamter gegen sie weit weniger Wahlfonds als die Sozialdemokratie haben die unteren Arbeitskräfte und sparen nach oben". Ja, wenn die An- daß ein Beamter sich als Kandidat aufstellen lassen würde, der sie agitirt, nicht genug von Wahlbeeinflussungen reden können, hänger der bürgerlichen Parteien auch sonst in ihren glaubt, nicht an feine, sondern an die Ueberzeugung der Rejetzt, wo sie selbst einmal einen Vortheil davon haben, vor geschäftlichen Betrieben nach oben sparen und die Arbeiter gierung gebunden zu sein. Herr Stockmann dürfte nach seiner Freude fast aus dem Häuschen sind. besser bezahlen wollten! Das thun sie aber leider nicht, und wenn verlangt. Der zweite Berliner Wahlkreis, insbesondere auch seine unhaltbaren Theorie vom Eid nur so stimmen, wie die Regierung es ihnen nur möglich wäre, so würden sie auch gern die Wahlarbeit durch unbezahlte Kräfte verrichten lassen. Aber die Ar- Beamten, mag heute durch den Stimmzettel fitr den sozialdemofratischen Kandidaten, den bewährten Genossen Richard Fischer die beiter, die einzige Klasse, die noch opferwillig ist, wollen von ihnen richtige Antwort auf den Versuch, die Heiligkeit" des Eides und der nichts wissen, und ihre Anhänger bringen für die Partei keine Opfer, Ueberzeugung den Beamten zu nehmen, geben. Abfuhr den Stöcker sie lassen sich dafür sehr gut bezahlen. Aus dem gehässigen Artikel lingen und Strohmännern und Sieg dem Genossen Richard Fischer geht deutlich hervor, wie die bürgerlichen Parteien uns um den wird der heutige Tag bringen, wenn alle Wähler ihrer Ueber Opfermuth unserer Genossen beneiden. Und unsere Genossen werden zeugung getreu wählen. am Wahltage von neuem diesen Opfermuth bethätigen und nicht nur unentgeltlich die schwere Arbeit im Interesse der Partei verrichten, sondern auch unentgeltlich für die sozialdemokratischen Kandidaten stimmen. Der Abgeordnete Müller- Fulda - läßt verschiedenen Blättern durch seinen Anwalt in der bekannten Wahlrechts Angelegenheit folgende Berichtigung zugehen: „ Die Herrn Müller- Fulda zugeschobene Aeußerung, der von ihm gemeinte Bundesstaat sei das Großherzogthum SachsenWeimar- Eisenach, ist vollständig aus der Luft gegriffen, ebenso unwahr sind alle daran geknüpften weiteren Darlegungen. Herr Müller hat sich niemand gegenüber ausgesprochen, welchen Bundesstaat er gemeint habe." Ein Ehrlicher. Der Kandidat des Bundes der Landwirthe für den Wahlkreis Heilbronn, Oberbürgermeister Hegelmaier, äußerte in einer Versamm lung zu Lauffen: „ Wir vom Bauernbund werden unter Umständen keinen Anstand nehmen, einer Abänderung des geheimen Wahlrechts zuzustimmen." Der morgige Tag hat zu entscheiden, ob zu den wenigen ehrlichen sich genügend verkappte Gegner des allgemeinen Wahlrechts zusammenfinden, um dem Volte sein oberstes Recht entreißen zu tönnen. Noch ein Ehrlicher. Für eine Aenderung des Reichstags- Wahlrechts hat sich der Kandidat des Bundes der Landwirthe Vissering im zweiten hannoverschen Wahlkreise Aurich ausgesprochen. Das wahlfähige Alter solle nicht mit dem 25. Lebensjahr anfangen; auch solle der Wahlzivang eingeführt werden. • Paasche wieder abgehalftert. den Beamten Der Die nationalgefinuten Arbeiter der königlichen Werkstätten in Spandau haben in einem Flugblatt die Wahl des Konservativen Pauli empfohlen, in den folgender sinnreiche Bassus vorkommt: Alle die Ihr in Königlichen Werkstätten arbeitet. Habt Ihr Ursache Sozialdemokrat zu sein. Eine Sozialdemokratie, aus Noth und Elend geboren, ließe sich verstehen, Ihr aber könnt, wenn Ihr ehrlich sein wollt, nicht von Noth und Elend sprechen und deshalb ist es nur Uebermuth zu nennen, wenn Ihr diese Partei unter stützt." Die Arbeiter der Militärwerkstätte werden den National gesinnten" schon zeigen, daß sie in den Militärwerkstätten nicht vom Uebermuth geplagt sind, sondern daß aus ihrem Arbeitsverhältniß der Nährboden für die Sozialdemokratie kräftig gedingt wird. Ein sächsisches Amtsblatt im Kriege mit den Konservativen. Das„ Radebeuler Wochenblatt", Amtsblatt für die Gemeindebehörden der Orte Radebeul, Serkowig und Oberlößniß bei Dresden schreibt: " Unseren geehrten Lesern können wir die fröhliche Mittheilung machen, daß das konservative Wahlkomitee Hönerbach in die Fuß stapfen der Sozialdemokraten insofern getreten ist, als es sich im Bohtottiren übt. Ein Donnerstag hier und in der Umgegend verbreitetes Flugblatt enthält diesen fürchterlichen Schritt. Wünschen wir dem Komitee viel Glück zu dem neuen Unternehmen. Bedauerlich bleibt jedoch, daß die hiesigen Polizeiorgane das Flugblatt, obgleich es während des ganzen Donnerstag und theils schon am Mittwoch Abend verbreitet wurde, nicht auf grund des groben Unfug- Paragraphen tonfiszirt haben." " Der Grund des konservativen Boykotts ist, daß das„ Radebeuler Wochenblatt" unter der Rubrik Wahlnachrichten" nicht nur den Konservativen, sondern auch den Nationalliberalen für ihren Der engere Vorstand des Bundes der Landwirthe veröffentlicht Kandidaten Prof. Dr. Böhmert Raum für Artikel zur Verfügung die folgende Erklärung: stellte, die„ Unwahrheiten, Berdächtigungen und Gehässigkeiten" gegen „ Herr Professor Dr. Paasche ist für die bevorstehende Reichstags: den konservativen Kandidaten enthalten haben sollen. Der wahl im Wahlkreise Rostock als Kompromißkandidat der Konser- Kammerherr v. Blumenthal ist höchst eigenbeinig in die vativen, der Nationalliberalen und des Bundes der Landwirthe Redaktion des Amtsblattes gekommen und hat dem Redakteur Voraufgestellt worden. Sodann ist er im Wahlkreise Meiningen 1 aufhalt gemacht, wie er dazu fomme, mit einem Male so für gestellt, wo ihm ein ebenfalls agrarisch gesinnter antisemitischer die Nationalliberalen einzutreten. Der aber hat den Nacken steifer geKandidat gegenübersteht. Im Wahlkreise Meiningen haben die halten, als das bei Amtsblatt- Redakteuren gewöhnlich der Fall ist Vertrauensmänner des Bundes der Landwirthe fich mit Majorität Das konservative Wahlfomitee sette dann die Wähler von Radebeul für Herrn Professor Paasche gegen den antisemitischen Kandidaten und Umgegend in einem Flugblatt von der fürchterlichen Thatsache erklärt. in Kenntniß, daß es mit dem„ Radebeuler Wochenblatt" alle BeInzwischen hat sich Herr Professor Dr. Paasche im Wahlkreise ziehungen abgebrochen habe. Und der Redakteur droht nun den Hamm- Soest gegen den Bundeskandidaten Herrn Sümmermann- konservativen Boykottirern mit der Staatsanwaltschaft und bemerkt: Scheda, und für dessen nationalliberalen Gegner, Herrn SchulzeSteinen, in öffentlicher Versammlung ausgesprochen. D Angesichts dieser Thatsache erachten wir den Beschluß der Vertrauensmänner Versammlung des Bundes der Landwirthe im Wahlkreise Meiningen 1 zu gunsten des Herrn Professor Dr. Paasche für unhaltbar." " Ich werde es nicht zugeben, daß Unwahrheiten oder Wortverdrehungen, deren Thatsachen ich selbst mitgehört habe und worüber ich viele Zeugen stellen könnte,( von konservativer Seite) mit meinem Stillschweigen veröffentlicht werden. Wer das verlangt, möge sich ein Blatt aussuchen, wo eine Holzpuppe oder ein Strohmann Redakteur ist." " 1 Die schutzöllnerische Gesinnung der Sozialdemokratie, das ist die neueste Entdeckung einiger unserer bürgerlichen Blätter, allen voran die Tante Voß. Den Anlaß dazu bietet ihnen ein Artikel unseres Genossen Calier in der„ Neuen Zeit" über die Vorbereitung neuer Handelsverträge, der sich für die Schaffung eines mitteleuropäischen Zollbündnisses ausspricht. Seit jcher, sagt die Bossische Zeitung", hat die deutsche Sozialdemokratie schutzöllne rische Neigungen gezeigt, der Abgeordnete Kayser hat 1879 für die Eisenzölle gestimmt und der Wydener Kongreß ist über die Frage des Schutzzolls und Freihandels zur Tagesordnung übergegangen. Und nun ersteht im wissenschaftlichen Organ der Sozialdemokratie ein Vertreter des Schutzzolls. " Auf die Sozialdemokratie scheint also in den kommenden Kämpfen um die Handelsverträge tein Verlaß zu sein. Daran ist so viel richtig, daß unsere Partei teine manchesterliche ist, daß ihr der Freihandel nicht als ein Universalheilmittel erscheint, welches unter allen Umständen aufs wohlthätigste wirkt. Es widerspricht nicht ihren Grundsäßen, unter Umständen Schutzölle ffir geboten zu halten. Daß aber diese Umstände für Deutschland nicht bestehen, das hat in derselben„ Neuen Zeit" schon 1888 Friedrich Engels in seinem Artikel über Schutzzzoll und Freihandel", und 1891 Karl Kantsky in einem Artifel über Deutsche und amerikanische Zollpolitik" nach gewiefent. " Und wie immer einzelne Parteigenossen über die Schutzölle denken mochten, in einem Punkte war die Partei stets geschlossen: in der Verwerfung der indirekten Steuern, also auch sämmtlicher Lebensmittelzölle. In diesem Punkte ist das Proletariat eines jeden Landes heute der entschiedenste und zuverlässigste Vorkämpfer des Freihandels, entschiedener und zuverlässiger als jede bürgerliche Schicht oder Partei. Gerade dieser Punkt ist aber heute der entscheidende. Keine Partei steht so geschlossen und unbeugsam dem agrarischen Ansturm gegenüber wie die Sozialdemokratie. Daran ändert der Artikel des Genossen Calwer gar nichts. Der wissenschaftliche Charakter der„ Neuen Zeit" besteht nicht darin, daß sie Parteidogmen in gelehrtem Gewande predigt, sondern darin, daß sie eine Stätte der Kritik, auch der Selbstkritik, und der Diskussion ist, nicht der Propaganda. Das macht sie aber gerade zum Publikationsort für Meinungen, die von denen der Masse der Parteigenossen abweichen. Um aber in diesem Falle keinen Ziveifel daran zu lassen, daß die Ansicht des Genossen Calwver blos seine Privatansicht ist, hat die Redaktion der„ Neuen Zeit" in nicht weniger als drei ausführlichen Fußnoten ihren von dem seinen abweichenden, entschieden freihändlerischen Standpunkt gekennzeichnet. Endlich aber, und das ist das Entscheidende, ist das mitteleuropäische Zollbündniß, für das Genosse Calver eintritt, bloße Zukunftsnuifit, für die Gegenwart aber zeigt er sich auch in dem in Rede stehenden Artikel als ein entschiedener Gegner der Schutzöllnerei. Er weist eingehend nach, daß das bestehende Schutzzollsystem nicht nur über flüssig, sondern direkt schädlich ist, und fommt zu dent Schlusse: Wir glauben daher, daß die Arbeiter rücksichtslos nach wie vor ihren Standpunkt als Konsumenten geltend zu machen und im Interesse billiger Waarenpreise nicht eine Unterbindung, sondern eine Förderung der Weltmarktkonkurrenz anzustreben haben. Was will also die„ Voffische Zeitung"? Wir wären zufrieden, wenn sie in der Bekämpfung des bestehenden Schußzzollsystems die gleiche Rücksichtslosigkeit empfähle, wie der sozialdemokratische Schutzöllner" Calier. " Heute wird gewählt! Die Wahlzeit ist von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Um 6 Uhr werden die Wahllokale geschlossen. Um den Andrang am Abend zu vermeiden und um unseren Parteifreunden das Herbeiholen der fäumigen Wähler zu erleichtern, möge jeder Wähler es so einrichten, daß er bis etwa 4 Uhr nachmittags seine Stimme abgegeben hat. Wir machen hierbei insbesondere die in den Vovorken wohnenden Wahlberechtigten, die in Berlin in Arbeit stehen, darauf aufmerksam, daß sie zu diesem Zwecke die Arbeit einige Stunden früher beenden können als sonst, ohne daß der Arbeitgeber ein Recht hätte, dies als Grund zur sofortigen Entlassung geltend zu machen. Deutschlands Festsetzung auf den Philippinen, um einen neuen Stützpunkt im Stillen Ozean zu erhalten, wird ernstlich in der„ Köln. 8tg." empfohlen. Nach Afrika Kiautschou, nach Kiautschou der„ Köln. Ztg." empfohlen. Nach Afrika Kiautschou, nach Kiautschou die Philippinen. Wohin kommen wir noch mit dieser Abenteurerpolitik der Kolonialfege, die in Blättern, wie der Köln. 8tg." ihr Wesen treiben. Wieder ein Konflikt Deutschlands mit einer Neger: Republik? Der" Frankfurter Zeitung" wird aus New- York gemeldet: Der deutsche Konsul in St. Domingo berichtet, daß die dortige Regierung dem deutschen Besitzer eines Geschäfts eine Strafe von 200 000 Dollars auferlegte, weil das Geschäft vorher dem Nevolutionär Jimenes gehörte. Ein deutsches Kriegsschiff ist angeblich unterwegs. Der Präsident von St. Domingo langte in Port au prince an. Die Ursache ist unbekannt. der der Sein Herz für die kleinen Leute hat Herr v. Miquel vor den seit längerer Zeit schon bor, so daß auch die Mits Wahlen entdeckt. Eine Audienz beim Finanzminister v. Miquel hat glieder des Ständerathes, die nicht der Kommission angehörten, Zeit am Montag der Vorsitzende des Hausbefizer- Vereins„ Süden", Herr und Gelegenheit genug hatten, sich damit bekannt zu machen und Hermann Schulz, in betreff der Einführung einer progressiven Umsatz- ihre Meinung darüber zu bilden. Das Plenum des Ständerathes steuer für Großbazare, Waarenhäuser, Konsumvereine 2c. gehabt. Der stimmte nun der Kommissionsvorlage bis auf einige Punkte zu und Finanzminister erklärte, daß ihm und der fgl. Staatsregierung die Er- auch diese hatten keine langen Debatten zur Folge. Als neue Bes Haltung des Mittelstandes sehr am Herzen liege, und daß zu diesem schlüsse sind anzuführen die Einbeziehung der unselbständig erwerbenZwecke alle erforderlichen Schritte in ernste Erwägung gezogen würden. den Hausindustriellen in die obligatorische Versicherung, die Reduktion Es fänden deshalb hinsichtlich dieser Frage zwischen den Ministern der minimalen Einwohnerzahl für Bildung der Versicherungskreise der Finanzen, des Innern und des Handels bereits eingehende von 3000 auf 2000 und die Bestimmung, wonach an die periodisch Verhandlungen statt, welche indeffen noch nicht zum Abschluß ge- Auswandernden( Bau- und andere Saisonarbeiter) mäßigere Anlangt seien. forderungen seitens der Kreiskassen gestellt werden können. Werden sich die fleinen Leute nun vertrauensvoll zufrieden die Unfallversicherung ebenso rasch erledigt, so bleibt genügend Zeit geben? zur Erledigung der Differenzen mit dem Nationalrath und können in der That beide Vorlagen in dieser Session parlamentarisch erledigt Die Novelle zur Strafprozeß- Ordnung ist der Mil. pol. Korr." zufolge nun im Reichsjustizamt in Angriff genommen. werden. Wird Das Ministerium Meline, das durch der Monarchisten, Der Bundesrath ist durch die Ausweisung des JtaKlerifalen, Ralliirten und Antisemiten Gnaden mit kaum über Kenntniß" des Gesagten beruhende Polemik gegen ihren Schmuß die französische Regierung wieder zurück in die Die Germania" bestreitet zwar nicht unsere auf genauer Tieners Paduzzi in eine kritische Situation gekommen, indem ihn einem Dußend Stimmen einem Mißtrauensvotum entging, artikel über den Tod der Tochter von Mary. Sie entschuldigt sich, daß sie schweiz schickte. Nun sizt der Mann wie ein Verbrecher, der das die überwiegende Mehrheit der Republikaner gegen sich den Artikel nicht erfunden, sondern blos reproduzirt hat, aber sie hält er doch nicht ist, in der schweizerischen Bezirksstadt Bruntrut in Haft, hatte, mußte sich doch zum Rücktritte entschließen. Aus dem alles aufrecht über die„ bankrotte Moral" des Sozialismus. Das fromme die in diesem Falle denn doch eine Grausamkeit bedeutet. Was soll Verlaufe der gestrigen Kammersigung theilen wir das fol- menschenfreundliche Blatt sollte doch vorsichtiger sein. Wenn auch aber nun weiter geschehen? An die deutsche, österreichische oder gar gende mit: all' das leichenschänderische Treiben des hier so innig geeinten italienische Grenze kann der Mann doch gegen seinen Willen nicht Ministerpräsident Meline ergreift das Wort zur Erwiderung nationalliberalen, fleritalen und christlich- sozialen Blattes, wenn auch gestellt und in Haft kann er nicht auf Lebenszeit behalten werden. auf die gestrige Rede Bourgeois'. Er verwahrt sich dagegen, nicht christlich, aber doch berechtigt wäre, was es freilich nicht im Man darf daher der Lösung dieses Konfliktes mit Interesse entantidemokratische Politik getrieben zu haben. mindesten ist, was bewiese denn ein solcher Einzelfall gegen die gegensehen. Die Regierung sei stets zur Versönlichkeit geneigt; wenn aber Moral der Sozialdemokratie? Nichts, gar nichts, jedenfalls aber Frankreich. Sozialismus ans Ruder käme, würde er den Ruin nicht mehr, als wenn man unanständig genug wäre, die Lehren der Paris, 14. Juni. Der Minister des Aeußeren Hanotaur und Republik und Frankreichs herbeiführen. Meline versichert nochmals, fatholischen Kirche für Sittlichkeitsverbrechen katholischer Kapläne ver- der hiesige englische Botschafter Monson haben heute Abend die daß das Programm des Kabinets stets ein demokratisches gewesen antwortlich zu machen. Konvention unterzeichnet, durch welche das Nigerüberein. sei( Unterbrechungen); er wünsche, daß die Republikaner sich verDem Juden, wenn er wohl erzogen, ist man in Preuken tommen vollzogen wird. einigten; das Programm Bourgeois' jedoch, welches, wenn ver- felbft gewogen. Aus den Kreisen des Reichs- Marine- Amts verwirklicht, dieselben Ergebnisse, wie das Programm der Sozialisten lautet, daß an der Universität Berlin demnächst eine neue Professur England. im Gefolge haben würde, könne er nicht annehmen.( Beifall.) der Nationalökonomie errichtet und dem Privatdozenten Levy v. Halle des Abkommens, durch das die Grenzen bei Hongkong erweitert London, 14. Juni. Unterhaus. Curzon theilte bezüglich Bourgeois( Radikaler) versichert, daß er die folletti- übertragen werden soll. Nach dem eben erschienenen Personalvistischen Theorien nicht billige. Sein Steuersystem unter- verzeichniß der Universität ist unter den Dozenten für National- werden, mit, daß das pachtweise an England abgetretene Areal die scheide sich wenig von dem der Regierung. Er wolle den kleinen ökonomie Dr. v. Halle der jüngste. Er ist derselbe, der gelegentlich Wasserflächen der Mirs- und der Deepbai sowie die Halbinsel und Steuerzahlern Erleichterung schaffen. Redner fügt hinzu, sein Pro- der Flottenvorlage als Bearbeiter der statistischen Theile der Denk das Vorgebirge von Kaulung und die Insel Langtao umfasse. Das Oberhaus nahm in zweiter Lesung die Bill betreffend gramm sei dasjenige Gambetta's, und tadelt Meline, daß er sich nicht schrift genannt wurde. die Reservestreitkräfte an. von der Rechten trennen wolle.( Beifall auf der äußersten Linken.) Herrn Erwin Bauer, dessen interessantes Briefchen an den Drumont( Antisemit) sagt in Beantwortung eines Theiles der Vorsitzenden des Bundes der Landwirthe wir gestern publizirten, London, 14. Juni. Das Unterhaus erledigte die zweite gestrigen Ausführungen Millerand's, er sei Antisemit, weil fucht die Staatsbürger Zeitung" von den Nochschößen ihrer Bartei Lesung des Gefeßes über Bildung eines Ausschusses, welcher für die bie großen Vermögen bei den Juden sich ansammelten. Auf die abzuschütteln, ja als einen Gegner ihrer Partei hinzustellen. Nachondoner Universität" neue Statuten Statuten entwerfen soll, antisemitische Frage in Algier übergehend, verlangt Redner eine den uns bekannten Aeußerungen dieses Herrn hat er sich stets als damit dieselbe eine Lehranstalt werde anstatt einer bloßen Personalveränderung bei Besetzung des Gouverneurpostens und Auf- waschechter Antisemit bewährt. Das wahrheitsliebende Blatt ents Prüfungsstelle. hebung des Dekrets Cremieur', das den Juden die Naturalisirung rüstet sich auch über die Vermuthung, daß der Bund die Antizugestanden. semiten subventionire. Die Anstellung des Herrn Böckel, die Agitation Meline erinnert Trouillet gegenüber daran, daß die Radikalen des Herrn Werner, die Grundsäge des Herrn Plög, die Haltung des versucht hätten, die Realisirung aller Reformen zu verhindern, und Dr. Hahn beweisen, daß die Staatsbürger Beitung" mit ihrer Aberwartet mit Vertrauen die Entscheidung der Kammer. Er leugnung wenig Glauben finden wird. Sie selbst beweist ja durch appellirt an die Mithilfe der Republikaner. Verschiedene Tages- ihre Haltung, daß fie freiwillig oder honorirt lassen wir dahin ordnungen werden hierauf eingebracht. Meline nimmt diejenige gestellt im Joche der Bündler ist. Ribot's an, die folgendermaßen gefaßt ist: Die Kammer billigt die Landsberg a. W., 14. Juni.( Eig. Ber.) Von den hiesigen wahlen stattfinden- der Militärbevollmächtigte verbot sie. Erklärungen der Regierung und ist entschlossen, eine Politik demo- Holz- und Kohlenhändlern war seit Alters die Lieferung von Brennkratischer Reformen durchzuführen, die gegründet ist auf die Ver- material an die Provinzial- Jrrenanstalt im Submissionswege erfolgt. einigung der Republikaner.( Protestrufe auf der Rechten. Lebhafte Jezt nun ist eine andere Anordnung regierungsseitig getroffen worden. Um nämlich der nothleidenden Landwirthschaft zu helfen, ist die Ribot( gemäßigter Republikaner) hält eine Lobrede auf Meline Kohlenlieferung einer landwirthschaftlichen Genossenschaft über und wirft den Radikalen vor, eine fruchtbringende Vereinigung tragen worden. verhindert zu haben. Cassaignac( Bonapartist) wirft Meline vor, So unterstützen diese Herren den kleinen Mann, Umsatzsteuern die Rechte verleugnet zu haben. Meline erwidert, er habe fordern gegen sozialdemokratische Konsumvereine" und selbst ihren niemals die Mithilfe der Rechten nachgesucht. Brisson( Radi- eigenen Genossenschaften die frühere Kundschaft der kleinen Leute taler) frägt Meline, ob er mit der Rechten breche, und zuführen, das ist die einträgliche Konsequenz dieser Herren. fordert die Kammer auf, diese Politik nicht fortzusehen. Trouillot Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Der in ( Opportunist) beantragt eine Tagesordnung, durch welche die seit zwei Jahren befolgte Politik gutgeheißen wird. Meline lehnt unserer gestrigen Rubrik über diese Prozesse erwähnte Freidiese Tagesordnung ab, die mit 299 gegen 271 Stimmen verworfen gesprochene heißt Foetchenhauer und nicht, wie fälschlich angegeben war, Fölschenhauer. Bewegung.) wird. " - " Oesterreich. Italien. Nom, 12. Juni.( Eig. Ber.) Ganz Italien wird in eine einzige große Kaserne umgewandelt, es ist der militärische Geift, der Säbel, der alles beherrscht. Wollen die Zivilbehörden sich nicht ohne weiteres den Anordnungen der Militärs fügen, werden sie gemaßregelt, wie es unter anderem auch dem Präfekten von Bija erging. Jm Distrikt Pietrasanta( Toskana) sollten Lokal) In Rom wollte die Polizei, wie bereits mitgetheilt, 60 Arrestanten, unter denen die Redakteure des„ Avanti", entlassen. Jetzt hat die Regierung angeordnet, fie zurückzuhalten im Gefängniß. Wie versichert wird, beabsichtigt man, die Betreffenden in die Verbannung/ nach Afrika zu senden. Die bürgerlichen Behörden haben nichts zu sagen und die größten Brutalitäten und Gesezesverlegungen dürfen sich vollziehen, ohne daß den Urhebern etwas unangenehmes geschieht. Der König aber fendet Glückwunsch- Telegramme an den General Bava, den Schlächter von Mailand. Die Zahl der Todten von Mailand soll übrigens nicht blos 94 betragen, wie die Offiziösen sagen, sondern annähernd 400 erreichen; die Leichen hat man alle zusammen in einem großen Loche verscharrt. Damit ist jedoch die Rache der Reaktionäre durchaus noch nicht gestillt. Die Radikalen verlangen eine Theilung der Tagesordnung Ribots. In Turin, wo die Ruhe überhaupt gar nicht gestört gewesen Wien, 15. Juni. Der Polenklub faßte in seiner gestrigen aufgelöst und das Organ der Arbeiterpartei„ Crido del Popolo" Der erste Theil derselben, welcher die Erklärungen der Regierung ist, hat man mm ebenfalls die sozialistischen Vereinigungen billigt, wird mit 295 gegen 272 Stimmen angenommen. Der zweite Abendsizung, welche sich mit den antisemitischen Exzessen in Galizien verboten. Soeben kommt mir die Nachricht, daß der längst erwartete Theil, welcher besagt, daß die Kammer entschlossen ist, die Politik beschäftigte, einhellig folgenden Beschluß: Der Polenklub ver- Schlag gegen die Arbeiterkammer ausgeführt ist, sie ist geschlossen demokratischer Reformen, die gegründet ist auf die Vereinigung der dammt mit größter Entrüstung die umstürzlerischen Erzesse, welche worden. Gestern wurde wieder einmal der„ Avanti" konfiszirt. Republikaner, durchzuführen, wird mit 527 gegen 5 Stimmen ange- bie energische Thätigkeit des Statthalters anerkennt, wird das des sozialistischen Deputirten Nofri, für das Land sehr schädlich sind; indem der Polenklub Den Grund der Konfiskation bildete der Abdruck eines Briefes! in welchem dieser Henri Ricard( Radikaler) beantragt, der Tagesordnung Ribot's Präsidium des Polenklubs beauftragt, beim Ministerpräsidenten als sich vertheidigte gegen die Unterſtellung er habe seinen folgende Worte Hinzuzufügen: ,, und die ſich ſtützt auf Leiter des Ministeriums des Innern und beim Juſtizminister eine Dienst bei der Eisenbahn nur aufgegeben, um für 40 000 Franks Ge bie ausschließlich republikanische Majorität. energischere Unterstützung der Thätigkeit des Statthalters in Galizien halt in den Dienst der Eisenbahner- Gewerkschaft zu treten. Neuers Meline betämpft den Zusah, welcher mit 295 zu erbitten, damit derselbe mit allen Kräften gegen die umstürzlerischen dings geht man auch gegen die Freimaurer von Mailand vor. gegen 246 Stimmen angenommen wird. Ueber den Verlauf der nächsten Kammerfizung läßt sich wenig Die antisemitischen Erzesse sind nichts anderes als durch Verelendung und Hungernothpreise leicht erklärliche Akte tiefster Er- voraussagen; für die Sozialisten wird Gen. Bordalo ni sprechen. Serbien. nommen. Fast allgemein nimmt man an, daß Ribot oder Dupuy mit Hilfe der gemäßigten Radikalen ein neues Kabinet bilden werden. Unruhen auftreten könne. regung. Die bürgerlichen Parteien erlassen Kundgebungen an die Belgrad, 15. Juni. Der serbische Minister des Aeußern erhob Die internationale Zuckerkonferenz in Brüffel beschäftigte Wähler aus Anlaß der Vertagung des Parlaments. Besondere Vorstellungen bei der Pforte wegen neuerlicher Grenzeinfälle, welche sich am Dienstag mit den Maßregeln, welche man zu ergreifen Klarheit über die Situation schaffen sie nicht, sie beweisen blos, daß sich türkische Arnauten zu Schulden kommen ließen. haben würde, um die Ausführung der getroffenen Abmachungen diese Parteien keinen Ausweg aus der verfahrenen Situation Montenegro. sicher zu stellen und faßte insbesondere die eventuelle Stellungnahme kennen. Cettinje, 15. Juni. Der Grenzfordon ist wesentlich verstärkt der verschiedenen Staaten ins Auge, die an solche Länder grenzen, Graz, 15. Juni.( Boff. 3tg."). Das Graz. Amtsbl." bringt worden, da die Albanesen ihre Einfälle in montenegrinisches Gebiet welche außerhalb der Abmachungen blieben. Die Konferenz be heute folgende überraschende Wittheilung:„ Erzellenz Ober- Landes- fortsetzen. Außerdem wurde der Vertreter Montenegro's in Konschloß die Bertagung der Behandlung dieser Frage und ging darauf gerichtspräsident Graf Gleispach hat gestern die Amtsleitung des ftantinopel beauftragt, bei der Pforte energisch auf Abhilfe zu zur Wahl einer Kommission zur Berichterstattung über einige tech- Obergerichtes übernommen und amtirt in der Burg." Also amtirt bringen." nische Fragen über. Ein Mitglied jeder Delegirtengruppe wurde Graf Gleispach nicht im Gerichtsgebäude, sondern unter dem hierzu bestimmt. Die nächste Sigung findet am 17. d. Mis. statt. Schuße des Statthalters, dessen Gast er auch ist. In der Burg * 1 befindet sich seit furzem eine eigene Wachtstube mit dreißig Deutsches Reich. * Gendarmen. Krakau, 15. Juni. Behufs Unterdrückung der antisemitischen Exzesse ist in sämmtlichen jüdischen Gasthäusern und Kaufläden des Wyslenicer und Jasloer Bezirkes Militär einquartirt. Ungarn. Türkei. Konstantinopel, 14. Juni. Nach hier eingelaufenen Berichten hat gestern Nachmittag bei Berana zwischen der montenegrinischen Grenzwache und Albanesen, welche die Ortschaft Petnik und zwei andere Ortschaften niederbrannten und mit der Niederbrennung anderer begonnen hatten, ein vierstündiges Gefecht stattgefunden. Die christliche Bevölkerung flüchtete nach Montenegro. Der montene grinische Gesandte Bakitsch erhob heute auf der Pforte wegen dieser und der vorangegangenen Vorfälle ernste Vorstellungen und ersuchte um Ergreifung der energischsten Maßregeln, da ohne solche Bluttvergießen unvermeidlich werden könnte. Konstantinopel, 15. Juni. Die russische Botschaft überreichte gestern der Pforte eine Note, in welcher dringend die Repatriirung gewanderten mehr als 30 000 Armenier begehrt wird. der während der Massakres in Armenien nach Rußland auss Ans Anlaß seines zehnjährigen Regierungs- Jubiläums hat der Kaiser am Mittwoch dem Reichskanzler den Stern der Großkomthure des Hohenzollernschen Hausordens verliehen und den Schwarzen Adlerorden an den Botschafter in Petersburg, Fürsten Radolin, den Hausminister von Wedel, den Ober- Budapest, 15. Juni. In der heutigen Sigung des Abgeordnetenpräsidenten v. Goßler und den Admiral v. Kutorr. Den hauses kam es bei der Debatte über die Verzehrungssteuern zwischen Charakter als Wirklicher Geh. Nath mit dem Prädikat Erzellenz dem Ministerpräsidenten Banffy und dem Abgeordneten Polonyi zu erhielten der deutsche Botschafter in Wien Graf Eulenburg und einem heftigen Wortgefecht, worauf letterer dem Ministerpräsidenten der vom Bund der Landwirthe und den Konservativen in Königs- feine Beugen fandte. Banffy nahm die Herausforderung an und berg( Land) bekämpfte Graf Dönhoff- Friedrichstein. Herrn von nannte als seine Zeugen den Minister Fejervory und den Abg. Lucanus wurde eine Sinefure als Domherr in Merseburg verliehen. Gajury. Des Kaisers Erzieher Hingpeter wurde zum Wirkl. Geh. OberRegierungsrath ernannt. Der frühere Direktor Vogt des Kasseler Bern, 12. Juni.( Eig. Ber.) Eine geradezu beispiellose parla- Die europäischen Mächte in China. Die„ Times" melden Gymnasiums, auf dem der Kaiser das Abiturienteneramen be- mentarische Leistung vollbrachte gestern der Ständerath, indem aus Peking von gestern: Die russisch- chinesische Bank unterhandelt stand, erhielt den Kronenorden zweiter Klasse, der jetzige Direktor er in einer Sigung die Vorlage betreffend die Kranken- jetzt mit der chinesischen Regierung wegen des Abschlusses einer den Rothen Adlerorden dritter Klasse, ebenso wie Prof. Güßfeldt, versicherung erledigte. Dazu ist allerdings zu bemerken, daß Eisenbahn- Anleihe, für welche die Peking- Schanhaitwander erste Leibarzt Leuthold das Prädikat Exzellenz". Den bereits vor Jahresfrist die Versicherungsvorlagen aus dem National- Eisenbahn als Sicherheit dienen soll. Wenn das Angebot der Bank Wilhelmsorden erhielt der Kirchenerbauer Freiherr von Mirbach. rath dem Ständerath zugingen, daß dessen Korumission bei ihren angenommen wird, sichert fich Rußland die Kontrolle Drei Professoren von technischen Hochschulen wurden ins Herrenhaus Berathungen gewissenhaft und gründlich zu Werke ging, noch einmal der einzigen Eisenbahn, die von Peking naa berufen. Zahlreiche andere Orden und Titel wurden verliehen, die Vertreter der verschiedenen Interessengruppen anhörte und Norden führt. China hat einer Verlängerung der Chingting auch einen ehemaligen Parteigenossen haben wir unter den Be- insbesondere den Wünschen der Arbeiter in anerkennenswerther Taiyuenfu Eisenbahn durch Rußland in südwestlicher Richtung zu glückten gefunden. Weise Rechnung trug. Die Beschlüsse der Kommission lagen gestimmt. Die Bahn soll den Gelben Fluß in der Nähe von Schweiz. # Afien. Chefoo, 14. Juni. Die Wächter des Zollleuchthauses in Liaotieshan find kurzer Hand von den russischen Behörden entlassen worden. Infolge dessen befindet sich das Leuchtfeuer am Eingang des Golfes von Petschili nunmehr in russischen Händen. | In Brochnow's Saal referirte unter lebhaftem Beifall Genosse Dr. Friedeberg vor einer gut besuchten Versammlung. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie und den Kandidaten des dritten Kreises wurde die Versammlung geschlossen. Bernstein. Singanfu treffent. Hier würde sie sich an die große Heerstraße[ 61stündige. Arbeitszeit durch Unterschrift von den Meistern anerkannt nach dent russischen und chinesischen Zentralasien anschließen, worden sind. Die Fertigstellung dieser Bahn würde den Anfang der eberantwortung eines ungeheuren chinesischen getreten. Bis jetzt sind schon 20 Mann ausständig. In Hagen sind die Brauer in eine Lohnbewegung einGebietes an Rußland bedeuten. Nach der Unterzeichnung Bei Graumann in der Naunynstraße referirte unter dem des Abkommens über den Bau der Chingting- Taiyuenfu- Eisenbahn Die Münchener Tischlergesellen wiesen die von der Bauhat der russische Geschäftsträger Pavloff dem Thung li Yamen mit- firma Heilmann u. Littmann herrührenden Arbeiten zurück, wodurch Beifall der zahlreich versammelten Wähler Genosse Dr. Alfred getheilt, die erhöhten Interessen Rußlands an dieser Eisenbahn wieder 40 von ihnen in den Ausstand gedrängt wurden. Genannte Die Versammlung in der„ Urania", Wrangelstraße, war machten eine baldige Vollendung der Peking- Hankau- Eisenbahn noth- Firma sucht in Böhmen Arbeitskräfte anzuwerben. von ca. 800 Personen besucht. Das Referat Dr. Beutler's wurde wendig. Diese Linie wollen die Belgier erbauen, nachdem die BeAusland. mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Mit der Aufforderung zur stimmungen des ursprünglichen Kontraktes, mit dem belgischen Zum Grubenarbeiter- Ausstand in Süd- Wales wird uns regen Bethätigung am Wahltage wurde die Versammlung mit einem Syndikat abgeändert sind und die Entscheidungen über alle etwaigen aus London geschrieben: Allem Anschein nach werden für diesmal begeistert ausgebrachten Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Differenzen dem französischen Gesandten übertragen ist, welcher als die Unternehmer ihren Willen durchsetzen. Außer einer fleinen In Keller's Festsälen hatten sich gegen 3000 Personen einSchiedsrichter fungiren soll. Frankreich und Belgien Lohnerhöhung von noch nicht 4 pct. haben sie den Arbeitern so gut gefunden. Der Andrang war bereits eine halbe Stunde vor dem werden gemeinsam die finanzielle Kontrolle des südlichen wie kein Zugeſtändniß gemacht. Für die bloße Zustimmung zur festgesetzten Beginn der Versammlung ein so großer, daß Theiles der Eisenbahn ausüben, während Rußland den Bildung eines gemeinsamen Lohnausschusses( hinsichtlich dessen sie aber die Tische entfernt mußten. Auch viele Frauen nördlichen Theil kontrollirt. den Vorschlag der Arbeiter auf Bestellung eines unparteiischen waren unter der zahlreichen Zuhörerschaft zu bemerken. Ge= In der Arbeiter sich auf vier Jahre von vornherein den Beschlüssen des Diskussion wird besonders auf die gehässige und lächerliche Art Vorsigerden für unannehmbar erklärten) verlangten sie, daß die nosse Dupont referirte unter braufendem Beifall. Ausschusses unterwerfen sollten, worauf die Arbeiter indeß weder der gegnerischen Flugblätter hingewiesen und zum regsten Eintritt eingehen mochten noch konnten. So herrscht vorläufig noch Krieg, in den Wahlkampf aufgefordert. und die Stimmung ist so erbittert, daß die Behörden es nicht wagen, Jm Saal des Handwerker Vereins waren 700 PerSchulderekutionen auszuführen. Aber die Mittel der Arbeiter sind sonen versammelt, die den scharf pointirten Vortrag des Genossen absolut unzureichend, und an ausreichende Hilfe von außen auf Robert Schmidt häufig mit stürmischem Beifall unterbrachen. Eine längere Zeit ist nicht zu denken. Unter diesen Umständen hat man Diskussion wurde, da sich kein Gegner meldete, überflüssig. Die Versich mit dem Gedanken vertraut gemacht, wenn der Kampf nicht sammlung schloß mit einem donnernden Hoch auf die Sozialdemo länger geführt werden kann, einfach ohne jeden Friedensschluß zu den tratie. von den Unternehmern gestellten Bedingungen an die Arbeit zurück- Im sechsten Wahlkreise wurden drei Versammlungen zugehen und dann in systematischer Arbeit das zu thun, was abgehalten. man schon längst hätte thun sollen: nämlich eine leistungsfähige gewerkschaftliche Organisation aufzu- um 1/29 Uhr überfüllt, so daß der Saal zeitweise polizeilich abDie Versammlung in Ahrends Brauerei, Moabit, war bereits darauf gesehen, daß in keiner gesperrten Grube Streitbrecher arbeiten. iebknecht, welcher das Referat hielt, wurde gleich beim Betreten des So lange aber noch gekämpft wird, wird strenger als je gesperrt wurde. Besonders stark waren auch die Frauen vertreten. Genosse Inzwischen haben nun in Manchester die verbündeten Unter- Saales von minutenlangem, stürmischen Jubel begrüßt. Derselbe faßte. nehmer der Kohlenreviere des großen britischen in seinem Vortrage noch einmal kurz alle Momente zusammen, Bergarbeiter Verbandes mit Mehrheit beschlossen, die welche bei der morgigen Wahl in betracht kommen, trotz der Kürze von dem Verband gestellte Forderung einer Lohnerhöhung um zehn des Vortrages jedoch mit den Gegnern scharf ins Gericht gehend. Prozent als zur Zeit nicht angängig abzulehnen. Es liegt auf mit den Worten: Genossen, thut morgen Eure Schuldigkeit, der Hand, daß die Art, wie der Bergarbeiter- Verband diesen Beschluß Ihr habt in erster Linie die Ehre der Partei zu wahren, beantworten wird, auch auf die Dinge in Wales zurückwirken muß. schloß Liebknecht seinen mit brausendem Beifall aufgenommenen Vortrag. Mit einem stürmischen Hoch auf die Sozialdemokratie, dem sich ein donnerndes Hoch auf Liebknecht anschloß, fand die imposante Versammlung ihren Abschluß. Amerika. Washington, 14. Juni. Der Kongreß nahm den Gesetzentwurf betreffend die Bezahlung der seitens England verlangten Entschädigungssumme in der Angelegenheit des Robbenfanges im BehringMeer an. Australien. Der Plan eines australischen Staatenbundes ist, wie die Voltsabstimmung lezthin ergab, gescheitert. Der Premierminister von Neu- Südwales bemüht sich, wenigstens drei australische Kolonien, feine eigene, Queensland und Victoria zu einem Bunde zu vereinigen. Dieses Bemühen erregt in Australien ebenso wenig Befriedigung wie in England. fönnen". • Kommunales. bauen. Boziales. morgen Schutz vor übelduftenden Fabriken. Vor allem find es selbstverständlich die Proletarierviertel, die unter den ekelhaften Ausdünstungen von Gerbereien, Talgbereitungs- Anstalten u. f. w. leiden. Wir erinnern, um ein Beispiel unter vielen herauszugreifen, an den pestilenzialischen Gestank, den die Lichtfabrik von Spielhagen in der dichtbevölkerten Arndtstraße verbreitet. Der penetrante Geruch, der von diesem gefürchteten Institut ausgeht, ist je nach der Windrichtung im Umkreise bis zu einem halben Kilometer so efelerregend, daß es den Anwohnern im Sommer häufig unmöglich wird, die Fenster zu öffnen und die Miethshäuser in der Arndt- und Bergmannstraße buchstäblich genommen in übelstem Geruch stehen. In dieser Frage ergreift das Polizeipräsidium das Wort, indem es im öffentlichen Interesse folgende Mittheilung bringt: Sehr häufig gelangen Beschwerden über Belästigungen, welche von gewerb lichen Anlagen ausgehen, mit der Bitte um Abhilfe an das Polizeipräsidium. Diese gehen theils von Hausbefizern, theils von dem benachbarten Publikum aus. Das Polizeipräsidium ist aber nicht immer in der Lage, den Wünschen der Beschwerdeführer Rechnung zu tragen, z. B. dann nicht, wenn es sich lediglich um Privat interessen, wie Entwerthung von Grundstücken durch Mieths ausfälle u. f. w., nicht um gesundheitspolizeiliche und öffent- Gegen die Berieselung der Kohlen- Bergwerke, wodurch beim liche Interessen handelt. Es liegt aber nicht felten in Auftreten schlagender Wetter die Explosion des Kohlenstaubes verder Hand des betheiligten Publikums selbst, sich gegen die hindert oder wenigstens sehr erschwert wird, hatte die BergwerksErrichtung solcher Anlagen zu wahren, sofern es sich nämlich um Gesellschaft Vereinigte Westfalia" eingewandt, diese MaßAnlagen handelt, welche nach§ 16 der Reichs- Gewerbe- Ordnung regel koste so viel, daß sich eine Erhöhung des Kohlenpreises noth- Verfügung gestanden hatte, sprach am Mittwoch Genosse Paul einer besonderen Genehmigung bedürfen, weil sie durch die örtliche wendig machen werde. Schon jetzt stellt sich aber heraus, daß diese Hirsch vor gut besuchter Versammlung. Redner schilderte unter Lage oder die Beschaffenheit der Betriebsstätte für die Bewohner Bergwerksgesellschaft zu schwarz gemalt hat. Andere Gesellschaften lebhaftem Beifall die Gefahren, die dem deutschen Volke drohen, der benachbarten Grundstücke oder für das Publikum überhaupt er- berechnen die Berieselungskosten viel niedriger als die„ Vereinigte wenn es nicht gelinge, dem Ansturm der Brotvertheuerer und Voltshebliche Nachtheile, Gefahren oder Belästigungen herbeiführen Westfalia". Mehrere Zechen, so die„ Konkordia", die„ Konsolidation" entrechtler siegreich Widerstand zu leisten, unterzog die im Wahlkreise Anlagen dieser Art bedürfen einer besonderen Ge- und die„ Hibernia", haben die Berieselung sogar aus freien Stücken ein- von konservativer Seite verbreiteten Flugblätter einer scharfen Kritik nehmigung entweder durch den Stadtausschuß oder durch den geführt, also ohne von der Bergbehörde dazu gezwungen worden zu sein, und forderte die Anwesenden auf, am Wahltage ihre Pflicht zu thun Bezirksausschuß. Die zuständige Behörde macht die eingehenden was sicher dafür spricht, daß die Zechenbesizer die Kosten der Be- und Mann für Mann für den bisherigen Vertreter, den bewährten Genehmigungsgesuche in den für die amtlichen Vekanntmachungen rieselung recht gut tragen können. Wie die Köln. Volfsztg." mit Genossen Arthur Stadthagen, zu stimmen. bestimmten Blättern bekannt und fordert das Publikum auf, theilt, find allgemeine Vorschriften über die Berieselung von etwaige Einwendungen gegen die neu zu errichtenden Anlagen der Bergbehörde übrigens noch nicht erlassen, und niemand weiß, Der Krieg. binnen 14 Tagen anzubringen. Das Publikum hat demnach Ge- ob solche zu erwarten sind. Danach scheint es mit der generellen legenheit, seine berechtigten Interessen bei dem Genehmigungs- Verbesserung des Bergarbeiterschutzes noch immer gute Wege zu Die bedeutungsvollste Meldung ist die, daß eine ansehnliche Verfahren wahrzunehmen und kann sogar noch gegen einen die Ge- haben. So wenig nun auch bisher in dieser Beziehung geschehen amerikanische Heeresmacht in 35 Transportschiffen, die von nehmigung ertheilenden Beschluß der konzessionirenden Behörde beim ist, selbst das wenige ist den Grubenbesizern noch zu viel. Der 13 Kriegsschiffen begleitet wird, nach Kuba überführt wird. Herrn Minister für Handel und Gewerbe Verwahrung einlegen. Vorstand des Vereins für die bergbaulichen Interessen in Ober- Auch nach den Philippinen soll eine amerikanische Expedition heute fon, wie Leider wird von diesen öffentlichen Bekanntmachungen nur selten Bergamtsbezirk Dortmund es heißt, beauftragt eingeschifft worden sein, auch diese Truppensendung soll von KriegsNotiz genommen. Erst wenn die fonzessionirten Anlagen in Betrieb werden, den Handelsminister um Milderung verschiedener schiffen begleitet werden. gesezt sind und Belästigungen herbeiführen, werden die Interessenten Anordnungen zu ersuchen, die die Bergbehörde neuerdings erlassen Die spanische Regierung hat ein Telegramm aus Havana aufmerksam und bestürmen dann das Polizeipräsidium um Abhilfe, hat. Die Köln. Volksztg." erwartet, daß der Handelsminister erhalten, wonach 17 amerikanische Kriegsschiffe sich vor Santiago bemeist aber vergeblich, denn diese Behörde kann den Beschluß der sich durch die Vorstellungen jener Vereinigung nicht bestimmen lassen finden. Genehmigungsbehörde nicht anfechten und dem Inhaber der Anlage wird, der Bergbehörde in den Arm zu fallen, wenn sie Anordnungen Admiral Sampson hat an das Marine- Departement telegraphisch seine durch die Konzession erworbenen Rechte nicht schmälern. trifft, welche geeignet erscheinen, Leben und Gesundheit der Bergleute gemeldet, Lieutenant Blue habe eine Aufklärungsfahrt von 70 engl. So hat der hiesige Stadtausschuß vor kurzem die Genehmigung besser als bisher zu schüßen. Nach jedem großen Grubemunglück Meilen gegen den Hafen von Santiago de Kuba unternommen; die zur Errichtung einer Anstalt zum Trocknen ungegerbter Thierfelle überbieten sich manche Zechenverwaltungen in Versicherungen, daß gesammte spanische Flotte, außer dem Geschwader Cervera's noch auf dem Grundstück Greifswalderstr. 43/44 frog des Widerspruchs fie alles aufbieten wollten, um der Wiederholung solcher Kata- brei fleine Kreuzer, befinde sich im Hafen. Sampson fügt hinzu, des Polizeipräsidiums ertheilt. Letzteres hatte aus allgemeinen strophen nach Möglichkeit vorzubeugen; werden sie dann vor die Er- die bei Guantanamo gefallenen Amerikaner seien auf barbarische polizeilichen Interessen, weil dergleichen Anlagen auch bei den besten füllung dieser Zusagen gestellt, so suchen sie nicht selten nach Aus- Weise verstümmelt worden. Einrichtungen und bei gewissenhafter Beachtung der gegebenen Vor- reden, um die drohende, wenn auch nur leichte Vertheuerung des schriften während der wärmeren Jahreszeit die Nachbarschaft durch Betriebes von sich abzuwehren". üble Gerüche zu belästigen pflegen, den Stadtausschuß ersucht, im Jnnern der Stadt feine Felltrockenanstalten mehr zu fonzessioniren. Diesem Ersuchen ist aber keine Folge gegeben. Da nun fein Interessent aus dem Publikum Einspruch gegen die Errichtung der Anlage erhoben hatte, welcher die höhere Justanz anrufen konnte, so ist die Entscheidung des Stadtausschusses endgiltig, denn dem Polizeipräsidium steht ein Rekurs nicht zu. Arbeiter- Risiko. In einem Steinbruch bei Sulzbach Jm Swinemünder Gesellschaftshaus waren ettva im Kreise Saarbrücken wurden durch Rutschen des Gesteins drei 1000 Personen versammelt, darunter eine große Anzahl Frauen. verheirathete Arbeiter verschüttet und getödtet. Der Referent, Genosse Grasholdt, führte den Anwesenden in Auf dem Grundstück der landwirthschaftlichen Hochschule in ternigen Worten vor Augen, welche Bedeutung die diesmalige Dahlen im Königreich Sachsen ist der Schacht des zu erbauenden Wahl hat, wie wenig Verlaß auf die bürgerlichen Parteien Brunnens eingestürzt, als der Brunnenbauer Wiedner und ist, wie nothwendig es ist, daß jeder Arbeiter morgen für In der Dissein Gehilfe Schröter in einer Tiefe von 20 Metern arbeiteten. den sozialdemokratischen Kandidaten eintritt. Dresdener Pioniere, die telegraphisch zu Hilfe gerufen worden fussion fordern noch die Genossen Beyersdorf, Schulz Scheffler in eindringlichen Worten auf, waren, hatten mehrere Tage lang angestrengt zu arbeiten, ehe sie auf und die Leiche des einen der Berunglückten, des Brunnenbauers Wiedner, alle Kräfte in Bewegung zu setzen. Mit einem dreifachen, braufenden stießen. Die Leiche des Gehilfen Schröter war bei Abgang der letzten Hoch auf die Sozialdemokratie und Liebknecht wurde die Versammlung geschlossen. Nachricht noch nicht aufgefunden. Bei Hensel in der Invalidenstraße referirte in einer sehr gut Derartige Unglücksfälle kommen leider recht häufig vor, was darauf schließen läßt, daß bei der Anlegung der Brunnen noch in besuchten Versammlung Genosse Leid, der in kräftigen Worten zu energischster Wahlarbeit anfeierte. Unter dem Beifalle der Versehr primitiver Weise gearbeitet wird. fammlung geißelte er das verlogene Stöder'sche Flugblatt. Ein früherer Gegner der Wahlbetheiligung, Genosse Wiener forderte zur Wiederwahl Liebknecht's in begeisternder Weise auf. In Schönholz, wo seit Jahren kein Versammlungslokal zur Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Nach der bisherigen Haltung des Handelsministers ist aber leider viel eher zu erwarten, daß die Zechenbefizer die Milderung der ihnen unbequemen behördlichen Anordnungen erreichen. Die Berliner Arbeiterschaft Eine Depesche von Montag Nachmittag aus dem amerikanischen Lager am Außenhafen von Guantanamo besagt, daß die Amerikaner bis dahin erfolgreich bei den Kämpfen gewesen seien. Die Lage sei aber ernst, da die Truppen durch den beständigen Kampf gegen die fast keinen Augenblick aussehenden Angriffe der Spanier erschöpft seien und schon aufgerieben sein würden, wenn ihnen nicht die Kanonen der amerikanischen Kriegsschiffe Schutz gewährt hätten. Die Spanier haben das amerikanische Lager auf allen Seiten eingeschlossen, einzelne rückten während der Nacht, durch das Gebüsch gedeckt, bis auf 30 Yards an das Lager heran. Die Mitwirkung der Die Amerikaner hoffen, daß ihre 800 Millionen Anleihe start überzeichnet werden würde. Der spanische Minister des Aeußern bestreitet, daß Friedensunterhandlungen angebahnt werden. Wie hier das Polizeipräsidium selber anerkennt, daß oft nur hat noch am Vorabend des Wahltages in 14 glänzend besuchten, die Unkenntniß des Publikums es in bestimmten Fällen zur Anlage in bester Stimmung verlaufenen Versammlungen von höchster Aufständischen in dem Kampfe vom Sonntag Abend war kein Erübelberüchtigter Betriebe fommen läßt, so ist die Behörde auch wohl agitatorischer Wirkung Stellung zu den Reichstagswahlen genommen. folg, da sie ganze Salven auf die Amerikaner abgaben, welche nur im stande, die Oeffentlichkeit mehr als bisher auf derartige Gefahren Die Genossen des ersten Berliner Wahlkreises ber- mit Mühe den Geschossen entgehen konnten. aufmerksam zu machen. Wir glauben nicht, daß irgend ein formelles sammelten sich im Feenpalast, wo der überaus sympathisch begrüßte Ueber die Lage auf den Philippinen liegt das folgende amtliche Bedenken sie daran hindert, Mittheilungen über die Konzessions- Kandidat der Sozialdemokratie, Hugo Pösch, einen feurigen Telegramm des General- Gouverneurs der Philippinen von Manila gesuche der genannten Art allen Blättern auf demselben Wege zu Appell an die Wählerschaft richtete. Auch diese letzte Bastion des vor. Die Lage ist andauernd sehr ernst, der Feind umgiebt die Stadt, übermitteln, wie dies gegenwärtig in bezug auf andere Dinge von Freisinns im sozialdemokratischen Berlin müsse für die Partei des ich habe die Truppen zurückgezogen, um sie zu fonzentiren, die Blockhausöffentlichem Jnteresse geschieht. werfthätigen Volfes gewonnen werden. Nach kurzer Diskussion linie ist verstärkt durch Erdarbeiten, wo unsere Truppen sich schlagen trennte sich die Versammlung in tampfesfreudiger Stimmung. fönnen. Jede Verbindung ist nach wie vor abgeschnitten. Ich erwarte den Unser Kandidat im zweiten Wahlkreise, Richard General Monet mit Verstärkungen, aber man hat keine Nachricht, Fischer, wandte sich in begeisternden Worten an die massenhaft wie die Truppen ankommen werden. Die Bevölkerung bangt vor erschienenen Wähler, ihnen nochmals vorführend, was es am einer Niedermezzelung durch die Rebellen und zieht ein Bombardement Das Auf der Grube Gnadenreich bei Petersdorf i. M. find 16. Juni gilt. Schneidend und oft von brausendem Beifall unter- vor; ich weiß nicht, wann dies beginnen wird. Augustin. 49 Grubenarbeiter ausständig geworden. Am 8. d. M. wurden zehn brochen war seine Kritik der bürgerlichen Flugblätter. Der große Telegramm ist vom 8. d. M. datirt. Mann gekündigt, angeblich wegen Arbeitsmangels, in Wirklichkeit, Saal der Bockbrauerei war bis auf den letzten Platz gefüllt. In vier Versammlungen hatten sich die Wähler des dritten weil sie wie die meisten anderen dem Verbande beigetreten waren, Da alle Vorstellungen, doch die Produktion etwas einzuschränken Wahlkreises versammelt. In Sanssouci feuerte der Kandidat des oder die jüngeren, meist landwirthschaftliche Hilfsarbeiter, zuerst zu Bahlkreises, Rechtsanwalt Wolfgang eine, die Wähler zu entlassen, nichts fruchteten, legten auch die übrigen die Arbeit nieder. einer legten großen Kraftanstrengung an, um den Wahlkreis im Auf Zuzug haben die Unternehmer wenig zu rechnen, denn der Tage- erſten Ansturm in Besitz zu nehmen. Einen Anarchisten, der Flug- Lehte Nachrichten und Depeschen. John beträgt nur 2-2,50 m. bei 12stündiger Schicht. Zu unter- blätter gegen die Wahlbetheiligung berbreitete und seinen krausen Prag, 15. Juni.( B. H.) Der von den czechischen Studenten stüßen find 33 Verheirathete mit 76 Kindern und 16 Ledige. Sen- Standpunkt fraus vertrat, führte Heine glänzend ab. Nach kurzer bungen und Anfragen sind zu richten an Ernst Wertmann, Diskussion schloß die herrlich verlaufene Versammlung mit stürmischen geplante festliche Empfang der am Freitag auf dem hiesigen Bahnhof Hochs auf die Sozialdemokratie und den Kandidaten. eintreffenden Lemberger Deputirten, bestehend aus dem BürgerFürstenwalde a. S., Klausiusstraße 6. In den Arminhallen, wo ungefähr 300 Personen anmeister, den Stadträthen, Universitätsprofessoren und polnischen Sämmtliche Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Bei den Gewerbegerichts Wahlen in Pasewalk wurde in wesend waren, referirte Genosse Dr. Paul Bernstein über die Studenten ist von der Polizei untersagt worden. Bedeutung des Wahlkampfes. Lebhafter Beifall folgte dem an- Prag, 15. Juni.( B. H.) Die große Baumwollweberei von der Gruppe Zigarren- und Stärkefabriken der von der organisirten regenden Vortrage. Die Versammlung schloß mit einem begeisterten Ignas Slein ist in Zahlungsstockung gerathen. Die Passiven beArbeiterschaft aufgestellte Kandidat Zigarrenarbeiter C. Schul Hoch auf die Sozialdemokratie. tragen eine halbe Million Gulden. mit 32 von 48 abgegebenen Stimmen gewählt. In der Berliner Ressource, Kommandantenstraße, Budapest, 15. Juni.( B. H.) Jm Thonethofgebäude brach Lohnbewegungen der Bauarbeiter. Von der Aussperrung waren etwa 500 Personen versammelt, die mit lebhaftem Interesse Feuer aus, das erst nach großer Anstrengung gelöscht werden konnte. der Hallenser Maurermeister sind bis jetzt 95 Maurer betroffen den Ausführungen des Genossen Dr. Bruno Borchardt folgten, Die Börse war in Gefahr, von dem Brande in Mitleidenschaft geworden. Der Maurerstreit in Raumburg ist entgegen der in glänzender Rede die Bestrebungen der Sozialdemokratie dar- zogen zu werden. den Meldungen bürgerlicher Blätter noch nicht beendet. In Greiz legte und die reaktionären Abfichten der Gegner kennzeichnete. Durch beschlossen die Maurer einmüthig, in den Streit einzutreten. stürmischen Beifall gaben die Versammelten ihr Einverständniß mit den Glänzend gefiegt haben die Zeiger Glaser, da ihre Forde Darlegungen des Vortragenden fund. Zur Diskussion meldete sich rungen: Anerkennung des Lohntarifs, 35-40 Pf. Stundenlohn und niemand. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Paris, 15. Juni.( W. T. B.) Der Anarchist Etiévant, welcher in der Nacht zum 19. Januar d. J. einen Polizeiposten angriff und mehrere Beamte verwundete, wurde heute vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltung@ blatt. r. 138. 15. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 16. Juni 1898. Für den Wahlfonds " An die sozialdemokratischen Wahlkomitees. Ungiltig sind Stimmzettel, die I. nicht von weißem Papier oder In den Berliner Gemeindeschulen wird immer noch, weil es mit einem äußeren Kennzeichen versehen; II. feinen oder keinen nach wie vor an Naum fehlt, zwangsweise umgeschult. gingen ein: Stern- Fahrrad- Werke, Saal I 7,75. Alter Parteigenosse lesbaren Namen enthalten; III. aus welchem die Person des Ge- Diese Umschulungen, eine der vielen, angeblich berechtigten Eigenaus der Buchholzerstr. 5,-. 33 Jahre" 3,-. Maurer von Held wählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; IV. auf welchem mehr thümlichkeiten unserer Gemeindeschulen, sollten durch das vor einigen u. Frante ant fgl. Neubau, Hessischestr. 26,-. Emil Billig Nachf. als ein Name oder der Name einer nicht wählbaren Person ver- Jahren eingeführte neue Einschulungsverfahren vermieden werden. 5,40. Gesammelt auf einer rothen Hochzeit in der Belle Alliance- zeichnet ist; V. Stimmzettel, die einen Protest oder Vorbehalt ent- Daß diese Erwartung nicht oder wenigstens nicht in vollem Umstraße 9 ,. 8immerleute Bau Walther 3,-. Bier- Ueberschuß von halten. fange in Erfüllung gegangen ist, wird jetzt amtlich bestätigt. den Steinmetzen und Stuckateuren der Hydo- Sandstein- Werte 5,-. Hat der Wähler den Stimmzettel, den er abgeben will, in der In der letzten Versammlung der Schulkommissions Vorsteher ist Gasthaus Abendroth, Norden 3,-. A. 2., Grenadierstr. 3,- Tasche, so mag er ruhig die von gegnerischer Seite angebotenen darüber geflagt worden, daß auch jetzt noch Umschulungen Piety 5,-. Tischlerei Unrau, Große Frankfurterstraße 16 7,20. Bettel nehmen und diese dann mit dem ihm passenden vertauschen. vorkommen. Der Kommissar der Schuldeputation erwiderte, Hilfsarbeiter der Zeitungs- Abtheilung Vorwärts", Druckerei Bading Es ist gut, eine Legitimation( Miethskontrakt, das sei wohl auf Raummangel zurückzuführen. In der auch beklagt, daß die Ver 10,-. Einer, der am Wahltage nicht geit hat 3,-. Vor Thores Heirathsurkunde, Steuerquittung u. f. w.) mit in das Lokal zu selben Versammlung wurde schluß 3,-. Arbeiter. der Eisengießerei Georg Grauert in Stralau, bringen. schiedenartigkeit der Schulbücher sich bei Bewilligung 5. Rate 14,-. Rauchklub„ Blüh auf" 3,- Buchdruckerei Otto Der Wähler muß sich möglichst zeitig am 16. Juni in das freier Lehrmittel unangenehm fühlbar macht. Das gilt noch mehr Lange 4,15. Gebrüder 2. 3,- 3. H.!!-50. Grausprenfelchen, Wahllokal begeben. Denn die Wahlhandlung beginnt am 16. Juni für Eltern, die die Bücher selber kaufen müssen und von der in 3. Rate 5,-. Personal der Druckerei H. S. Hermann, 7. Rate um 10 Uhr vormittags und wird bereits um 6 Uhr nach- hygienischer und auch in pädagogischer Beziehung durchaus nicht un83,10. Summa 161,10. mittags geschlossen. anfechtbaren Einrichtung der Umtauschdepots feinen Gebrauch machen Bereits quittirt 5000,- M. Gesammtsimme 5161,10 m. Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, tritt an den wollen. Tisch, an dem der Wahlvorstand sigt, nennt seinen Namen und giebt Die für Straßenhändler wichtige Frage, ob Speise- Eis zu feine Wohnung, Straße und Hausnummer an. Der Wähler über- denjenigen Verkaufsartikeln gehört, welche laut der neuerdings ergiebt, sobald der Protokollführer seinen Namen in der Wählerliste lassenen Polizeiverordnung in der unmittelbaren Nähe der Marktaufgefunden hat, seinen Stimmzettel dem Wahlvorsteher oder dessen hallen im Straßenhandel nicht feilgeboten werden dürfen, wird demVertreter, der den Zettel un eröffnet in das auf dem Tische nächst zur gerichtlichen Entscheidung gelangen und wäre schon stehende Gefäß zu legen hat. entschieden, wenn nicht ein merkwürdiger Irrthum des GeDer Stimmzettel muß derart zusammengefaltet richts die Entscheidung die Entscheidung verzögert hätte. Der Speise- Eissein, daß der auf ihm verzeichnete Name verdeckt ist. Händler Trunsch, Mitglied der Freien Vereinigung darf niemandem untersagt werden, soweit Platz im Lokal feinem gewöhnlichen Standorte in der Nähe einer Markthalle von Das Sizen im Wahllokal und das Notiren der Abstimmenden Händler und Händlerinnen, wurde eines Tages auf seinem Wege zu vorhanden ist. Eine durchaus ungefeßliche Verfügung ist zum Käufern zum Aufenthalte veranlaßt. Unter Berufung auf die beDamit unsere Leser auch über die Ergebnisse der Wahl, soweit Beispiel die, daß nur Wahlberechtigte oder nur Ortsangehörige im fannte Polizeiverordnung wurde Trunsch von einem Schutzmann aus fie am Wahltage selbst uns nicht übermittelt werden konnten, möglichst Lokal sich aufhalten dürfen. So ist vom Reichstage und vom dem Bannkreise der Markthalle fortgewiesen. Trunsch berief rasch informirt werden, geben wir nachmittags 4 Uhr des der Wahl Kammergericht bei Gelegenheit früherer Reichstagswahlen entschieden. sich darauf, daß nur das Feilhalten von Wochenmarktsfolgenden Tages eine Ertra- Ausgabe heraus. Wir bitten deshalb, Wahlvorstände, welche irgendwie ungefeßlich vorgehen, können unter Artikeln in der Nähe von Markthallen verboten sei, Speiseuns auch am Morgen des 17. die bis dahin bekannt gewordenen Umständen mit sehr langen Freiheitsstrafen belegt Gis. aber nicht zu solchen gehöre, sowie daß er zum Stillhalten Resultate zu übermitteln. Dieselben müssen bis spätestens 121/2 Uhr werden. berechtigt sei, so lange er von Käufern in Anspruch genommen sei. Zur gefälligen Beachtung für gewisse Leute unter mujeren Der Streit zwischen beiden veranlaßte, alsbald, wie bei allen dervormittags in unseren Händen sein. Die Telegramme bitten wir, um rechtzeitiges Eintreffen zu Gegnern!§ 109 des Strafgesetzbuchs lautet: er in einer artigen Gelegenheiten, eine Menschenansanmiling, und mun hielt es Die Telegramme bitten wir, um rechtzeitiges Eintreffen zu öffentlichen Angelegenheit eine Wahlstimme der Schußmann für angemessen, Trunsch zur Polizeiwache zu „ Wer garantiren, am Wahltage von 11 Uhr abends bis 1 Uhr nach tauft, wird mit Gefängniß von einem Monat sistiren. Dort spielten sich weitere unliebsanie Szenen ab. Trunsch Mitternacht und am Tage nach der Wahl von 1/210 Uhr vormittags bis zu zwei Jahren bestraft; auch kann auf wurde in die Zelle gesperrt und hat daraufhin sich über den betreffenden bis 12 Uhr mittags als dringende, die bevorzugt befördert werden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt Wachtmeister beschwert. Gegen das ihm später übermittelte Strafmandat und deshalb die dreifache Tage kosten, zu expediren. Dagegen bitten werden." Um eine möglichst rasche und genaue Feststellung des Wahlresultats für das ganze Reich zu erzielen, bitten wir die Wahlkomitees bezw. die Vertrauenspersonen und die Redaktionen der Parteiblätter, Vorkehrungen zu treffen, damit wir am Abend des Wahltages alle für ihre Bezirke vorliegenden Wahlresultate telegraphisch übermittelt erhalten. wir unbedingt telephonische Meldungen zu unterlassen; wir werden das Telephon am Aben des Wahltages überhaupt nicht benutzen und deshalb auch durch dasselbe keine Auskunft ertheileu können. Die Telegramme sind und die dringenden zu adressiren Sozialdemokrat Berlin Dringend Sozialdemokrat Berlin Diese Adresse genügt vollständig. Andere Depeschen, so an das Parteibureau oder an einzelne Vorstandsmitglieder, erübrigen sich durch die telegraphische Meldung der Wahlresultate an das Zentralorgan der Partei. Austausche die Berliner Resultate telegraphisch an die uns angegebenen Telegramm- Adressen am Wahltage zu senden. Tokales. " der wegen Verübung groben Unfugs, Verursachung eines Straßenauflaufs 2c. hat er Einspruch erhoben und richterliche Entscheidung beantragt. Zu dem in dieser Sache angesetzt gewesenen Termine waren min merkwürdigerweise gerichtsseitig die fraglichen BureauAn die Parteigenoffen Berlins! Die Reichstagswahl beamten, der Wachtmeister und mehrere Schuyleute als Belastungsstellt hohe Ansprüche an die Parteigenoffen. Alle Kräfte zeugen. geladen, welche über dent Kern der Sache, die müssen in den Dienst der Partei treten, soll der Erfolg für uns Straßenpolizei Kontravention, feinerlei Auskunft zu zu geben sein und der 16. Juni ein Siegestag der Sozialdemokratie vermochten. Den Schutzmann, der Trimsch sistirte, hatte werden. Wir erwarten von den Genossen, daß sie sich am man nicht geladen zum Erstaunen des Gerichtspräsidenten, welcher Tage der Wahl uns recht zahlreich zur Verfügung stellen. unter diesen Umständen nicht in die Verhandlung eintreten konnte, den Termin vielmehr vertagen mußte. Wer die Schuld an diesem Der Wahltag fordert vor allem Kräfte, die für den ganzen Versehen trägt, wird vielleicht in dem zweiten Termine aufgeklärt Tag die Besorgung der Wahlarbeit übernehmen können. werden, welcher demnächst stattfinden soll. Niemand darf fehlen, der es möglich machen kann, sich au Wir sind gerne bereit, die Auslagen zu ersehen beziehentlich im diesem Tag von Berufsarbeit frei zu machen. Die Genoffenverordnung entgegengetreten werden, die den Gebrauch der Bezeich Soweit von Parteiblättern Wünsche dieser Art schon an uns gerichtet wurden, werden wir ohne besondere Antwort ihr Anerbieten dankend annehmen und die Berliner Resultate telegraphisch übermitteln. Berlin, den 8. Junt. Mit fozialdemokratischen Grüßen Die Redaktion des ,, Vorwärts". mögen fich am Donnerstag, den 16. Juni, früh 8 Uhr, = Den Verfälschungen des Honigs soll durch eine Polizeimung Honig auf das reine, von Bienen gefertigte Produkt der BlüthenNektarien beschränkt, und für alle honigähnlichen Erzeugnisse die in folgenden Lokalen und zur Verfügung stellen: Bezeichnung„ Kunsthonig" und die Angabe der Herstellung und ZuErster Wahlkreis: Zentral- Wahlbureau Mörschel, Jüden- sammensetzung vorschreibt. Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft" sind zu einem Gutachten über die Rathsamkeit einer solchen straße 35, Telephonamt V Nr. 3386. Zweiter Wahlkreis: Zentral- Wahlbureau Bockbrauerei, Verordnung aufgefordert worden. Sie beschlossen nach ausgiebiger BeTempelhofer Berg, Telephonamt VI Nr. 4851. Weitere Wahl- fragung hiesiger und auswärtiger Händler und Bühnenzüchter, anzubureaus befinden sich für den zweiten Kreis noch bei Baumann, erkennen, daß eine behördliche Bekämpfung der in der That in ganz außerSizing, ordentlichem Umfange Blücherstr. 42, Restaurant, Telephonant IV Nr. 3436. betriebenen Honigverfälschung insoweit Bellealliancestr. 74, Telephonamt VI Nr. 1048. Zubeil, Lindenwünschenswerth sei, als eine amtliche Befragung chemischer und Handelssachverständiger ergebe, daß sich Honigverfälschungen mit gestraße 106, Telephonamt IV Nr. 1399. Werner, Bülowstr. 59, Tele- nügender Sicherheit nachweifen lassen. Die von den Aeltesten veranstaltete Umfrage hat in diefer Beziehung erhebliche Zweifel gelaffen, so daß einstweilen die Gefahr ungerechter Verurtheilungen auf grund einer solchen Verordnung, wie sie der Polizeipräsident beabsichtigt, noch sehr groß erscheint. Wenn sich aber jene Vorauss fegung erfülle, so empfehle es sich, die Maßregel einheitlich für das ganze deutsche Wirthschaftsgebiet anstatt nur für einzelne Bezirke zu treffen, weil Verschiedenheit der lokalen verkehrspolizeilichen An ordnungen den Handel in große Verwirrung bringen würde. Die Verkündigung der Wahlresultate phonamt VI Nr. 1403. findet heute Abend von 82 Uhr ab in folgenden 27 Versamm Yungen statt: 1. Wahlkreis: Feenpalast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ede. 2. Wahlkreis: Bodbrauerei, Tempelhofer Berg. Bickel, Hasenhaide 52-53. 3. Wahlkreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Ressource, Kommandantenstr. 57. Brochnow, Sebastianstr. 39. Möhring, Admiralstr. 18c. Sanssouci, Rottbuserstr. 4a. 4. Wahlkreis( Süd- Ost): Graumann, Naunynstr. 27, Urania, Wrangelstr. 11/12. Brüder, Waldemarstr. 75. ( Often): Stechert, Andreasstr. 21. Keller's Festsäle, Koppenstr. 29. Warsany, Frankfurterstr. 117. Elysium, Landsberger Allee 38/39. 5. Wahlkreis: Brauerei Friedrichshain( früher Lips). Altes Schüßenhaus, Linienstr. 5. 6. Wahlkreis: Belforter Salon, Belforterstr. 15. Gründel, Brunnenstr. 188. Wernau, Schwedterstr. 23/24. Taeger, Gartenstr. 18. Rolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Boltsgarten, Badstr. 56. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstraße 42, Hensel, Invalidenstr. 1a, Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47-49. Ahrens' Brauerei, Thurmstr. 26/27. Was hat sich der Wähler für die Wahl am 16. Juni zu merken? Dritter Wahlkreis: Zentral- Wahlbureau Frick, Restaurant, Dresdnerstr. 105. Vierter Wahlkreis: Südost: Zentral- Wahlbureau Streit, Naunynſtr. 86, Telephonamt IV Nr. 9425. W. Erbe, Cuvryftr. 25; und Golz, Grünauerstr. 3. Osten: Wilke, Restaurant, Andreasstr. 26, Telephonamt VII Nr. 3459. Fünfter Wahlfreis. Zentral- Wahlbureau Schiller, Restaurant, Rosenthalerstr. 57. Zweiter Eingang Gormannstr. 28. Telephonamt III Nr. 1296. Das Wöchnerinnenheim am Urban, eine Schöpfung des gleichnamigen Vereins, das unbemittelten Frauen eine sachgemäß hergerichtete Stätte zur Abhaltung des Wochenbettes bietet, hat in seinem ersten Geschäftsjahre der Berliner flin. Wochenschrift" zuSechster Wahlkreis. Zentral- Wahlbureau Dieke, Ackerstr. 123. folge 270 Frauen, die vor der Entbindung standen, verpflegt Vier Telephonamt III Mr. 1590. Außerdem noch folgende Lokale: Frauen, die außerhalb der Anstalt entbunden waren, wurden mit Moabit: Pfarr, Puttligstraße 10, Telephonamt II Nr. 2614. ihren Säuglingen bis zur Genesung und vollen Kräftigung in dem Wedding: Fr. Gleinert, Müllerstr. 7a. Oranienburger Heim gehalten. Bei 161 der 270 Frauen betrug die Pflegezeit Vorstadt: Schulz, Schwarzkopffstr. 11. Gesundbrunnen: 10-12 Tage, bei 70 13-18 Tage, bei 30 über 18 Tage, Die W. Brinkmann, Prinzen- Allee 21. Rosenthaler Vorstadt: Gesammitzahl der Verpflegungstage belief sich auf 3760. Bachgänger, Swinemünderstr. 96, Telephonamt III Nr. 2941. Schönhauser Vorstadt: Ramlow, Schönhauser- Allee 135, Telephonamt III Nr. 5294. Dengler, Fehrbellinerstr. 81, Telephonamt III Nr. 8609. Die Vertrauenspersonen. Die nach der Entbindung aufgenommenen Frauen erforderten 120 15 verivittwet, 219 verheirathet, 36 ledig. Dem Bekenntnisse nach Verpflegungstage. Von den im Heim verpflegten Frauen waren waren 227 evangelisch, 37 katholisch, 6 jüdisch. Die Männer der aufgenommenen Ehefrauen waren ihrem Berufe nach 49 Arbeiter, 124 Handwerker, 48 verschiedenen Berufsarten angehörig, 13 tits Parteigenossen, geht rechtzeitig zur Wahl! Ein jeder, wer bekannten Berufes. Stadtrath Dr. Münsterberg hat eine Aufnahme es auch sei und in wie abhängiger Lage er sich auch befinde, muß darüber veranstaltet, unter welchen Wohnungsverhältnissen die im sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, die zur Ausübung seines Heim verpflegten Wöchnerinnen zu Hause lebten. In der Mehrzahl vornehmsten Rechtes erforderlich ist. Es sei noch besonders darauf der Fälle handelt es sich nach dieser Aufnahme um ganz besonders aufmerksam gemacht, daß nach§ 17 des Wahlreglements vom tribe Wohnungsverhältnisse. Nur in drei Fällen standen zwei Per28. Mai 1870 der Wahlvorsteher die Abstimmung um 6 Uhr für sonen mehr als zwei Räume zitr Verfügung, während die Mehrzahl, geschlossen erklären muß. Nachdem dürfen feine darunter Familien bis zur Kopfzahl von 10-12, mit 1-2 Näumten Stimmzettel mehr angenommen werden. Demnach muß jeder vorlieb nehmen müssen. Zu seiner Aufgabe hat der Verein auch die Wähler bis 6 1hr sein Wahlrecht ausgeübt haben. Also es werden Ausbildung von Wochenpflegerinnen gemacht. auch von solchen stimmberechtigten Wählern die Stimmzettel nicht Die neuerdings getroffene Aenderung im Fernsprech mehr angenommen, die sich zwar im Wahllokal befinden, die aber vor der Verkündigung des Wahlvorstehers, daß die Abstimmung nügende amtliche Bekanntmachung nicht stattgefunden, eine förmliche wesen bezüglich der Herstellung von Anschlüssen hat, da eine gegeschlossen sei, ihre Stimmzettel nicht abgegeben haben. Verwirrung hervorgerufen, infolge dessen eine Verlangsamung bei Das Wahlhureau für die Schönhauser Vorstadt befindet Herstellung der Anschlüsse statt einer Beschleunigung herbeigeführt sich, wie wir berichtigend bemerken, bei Ramlow, Schönhauser ist. Zunächst sei darauf aufmerksam gemacht, daß das eigene Amt Allee 135( Telephon Amt III, Nr. 5294). beim Aurufen seine Nummer nicht mehr nennt, sondern sich Einladungen zur Wahl werden nicht versandt. Jeder über Gegen den Leiter der christlich- konservativ- antisemitisch- reichs- nur mit dem Worte" Amt" meldet. Nachdem man das ge= 25 Jahre alte muß uneingeladen am 16. Juni nach seinem Wahl- treuen Reichstagswahl- Bewegung im vierten Wahlkreise, Herrn wünschte Anschlußamt gefordert, wird dieses durch den Theil lofel fommen. Stehmann, Reichenbergerstr. 142, beabsichtigen verschiedene Förderer nehmer sofort gerufen; alsdann wird die Verbindung wie üblich herJeder muß in dem Wahllotal wählen, welches der reichstreuen Sache, vor dem Gewerbegericht flagbar zu gestellt. Als ein sehr unangenehmer Uebelstand hat sich bei der Neufür den Bezirk bestimmt ist, in dem seine Wohnung werden. Herr Stehmann wird von den in betracht kommenden Per- einrichtung die Thatsache herausgestellt, daß sich häufig an stelle des bei Aufstellung der Wählerlisten lag. sonen beschuldigt, daß er sie widerrechtlich aus der Arbeit ent- geforderten Amtes ein bei dem legteren angeschlossener Theilnehmer Dies geschieht dadurch, daß der betreffende Theilnehmer Bevor der Wähler das Wahllokal betritt, versieht er sich mit lassen habe, ohne ihnen den schuldigen Lohn voll auszuzahlen. meldet. einem Stimmzettel. Am Sonnabend voriger Woche sind die Beschwerdeführer ihrer Be- erst ein Gespräch beendet, die Verbindung aber auf dem Vers Die Stimmzettel find außerhalb des Wahllokals mit dem Namen hauptung zufolge von Herrn Stehmann mit der festen Zusicherung mittelungsamt noch nicht getrennt ist. Auf den gleichen Umstand des Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, ge- eingestellt worden, daß sie bis zum Donnerstag einschließlich gegen ist es wohl zurückzuführen, daß man neuerdings Gelegenheit findet, schrieben oder gedruckt zu versehen. einen Tagelohn von 3 M. in Beschäftigung bleiben sollten. Gestern die Gespräche zweier Theilnehmer zu belaufchen. Es bedarf wohl In Berlin werden den Wählern genügend gedruckte Stimm Morgen waren die Angestellten ebenfalls anderthalb Stunden für nur dieses Hinweises, um die Postverwaltung zu veranlassen, Rezettel zur Verfügung stehen und ist vom Wahltisch eine Kontrolle, die nationale Sache in Lohn und Brot. Gegen 9 1hr kam aber medur zu schaffen. Gräßlich.„ Unsere Dienstboten." Unter diesem Titel bringt für welche Partei der Wähler stimmt, ausgeschlossen, da sich sämmt ein Ober- Reichstreuer zu den Lohnarbeitern und verkündete, liche Parteien geeinigt haben, Stimmzettel von gleichem Papier daß für den laufenden Tag feine Beschäftigung mehr vorhanden sei. die Deutsche Tageszeitung" folgende Schauergeschichte: Frau S. und gleicher Größe auszugeben. Wird dem Wähler etwa von einem Sodann wurden die Personen, die noch kein Geld empfangen hatten, bezieht ihr Dienstpersonal stets von einem hiesigen renommirten Vorgesetzten oder sonstwie ein Stimmzettel aufgenöthigt, so tann er abgelohnt; als die Leute aber den Oberreichstreuen daran erinnerten, Miethstomtoir. Wie erstaunte sie neulich, als die Miethsfrau ihr sich dadurch helfen, daß er den darauf gedruckten Namen durchstreicht daß das Geld für den Mittwoch fehle, meinte er, daß man für diesen ein Mädchen für alles" ins Haus schickte, das mit einem Kneifer und einen anderen, also den von ihm gewünschten Namen darauf Tag, wo doch nur anderthalb Stunden gearbeitet worden sei, keinen bewaffnet war! Die Dame zeigte sich nun trotzdem nicht abgeneigt, Lohn verlangen könne. Einwendungen halfen nichts; die Ge- das Mädchen, da es sehr gute Zeugnisse aufwies, zu miethen, und schreibt. Solche Zettel haben volle Giltigkeit. Der Stimmzettel muß von weißem Papier sein und darf nur schädigten mußten abziehen und wollen nun auf dem Gewerbegericht stellte nur die Bedingung, den Kneifer durch die Brille zu erseyen, den Namen eines Kandidaten enthalten. Darauf ist jedoch die moderne Küchenfee nicht eingegangen." ihr Recht suchen. " er Ans den Nachbarorten. Wahlversammlungen. Frau S. muß gemeinsam mit der Deutschen Tageszeitung" präsidium bei der Kriminal- Abtheilung Zimmer 380 melden zu werde, sich seiner Verhaftung zu entziehen. Unter diesen Umständen ber abergläubischen Meinung sein, daß der Kneifer die geheime Kraft wollen. glaubte der Wachtmeister, die vorübergehende Rückkehr des Sc. in befize, entweder dem Hauswesen oder dem Dienstmädchen auf irgend Straßensperrung. Die Teltowerstraße von der Mödern- bis eine Wohnung gestatten zu dürfen, er instruirte aber den Schuh eine Weise Schaden zuzufügen. Jede erfahrene Hausfrau hätte der zur Großbeerenstraße wird behufs Asphaltirung vom 16. d. M. ab mann, ihn dahin zu begleiten und nicht aus den Augen offenbar in Küche und Keller wenig bewanderten Frau S., sowie bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt; desgleichen die zu lassen. Dies geschah denn auch, während der Akt des Umkleidens auch der„ Deutschen Tageszeitung" auf Anfragen die beruhigende Waisenstraße von der Parochialstraße bis zum nördlichen Ende und vor sich ging. Der zu Sistirende stellte sich alsdann dem Beamten Versicherung gegeben, daß ein Kneifer nach beiden Richtungen hin die Drakestraße von der Corneliusstraße bis zur Stülerstraße. zur Verfügung, bat dann aber doch noch um die Erlaubniß, den völlig indifferent ist. Trägt doch auch manche deutsche Frau und felbst mancher deutsche Jüngling ein solches Instrument in Fällen Körper vom Hals bis zu den Fußspizzen mit den wunderbarſten Zeichnungen Pflicht zu genügen, daß er sich vor der Thür desselben aufstellte, der Passage Panoptikum. Signora Radolft, eine tätowirte Schöne, deren Abort aufsuchen zu dürfen. Der Angeklaßte glaubte dadurch seiner auf der Nase, wo es garnicht nöthig wäre. Wenn Frau S. um einer übersäet ist, welche ihr während der Gefangenschaft ihres Vaters unter den Herr Kapitän war aber doch schlauer: er zwängte sich durch ein rücks so dummen Laune Willen sich ein gutes Dienstmädchen entgehen Bampas beigebracht wurden, wird sich vom 16. d. M. ab im Passage wärts gelegenes fleines Fenster des kleinen Raumes und es gelang läßt, ist da ein Wunder, wenn die Klagen über Dienstbotennoth Panoptikum zeigen. Ein Extra- Entree soll für die Besichtigung der Dame, ihn, auf diese Weise zu entkommen. Der Angeklagte mußte zu spät als frivoles Gewäsch betrachtet werden? welche von 11-1 Uhr vormittags und 4-10 Uhr nachmittags stattfindet, die Entdeckung machen, daß der Vogel ausgeflogen war. Es gelang Eine höchft seltsame Einbruchsaffäre beschäftigt gegenwärtig nicht erhoben werden. nicht, ihn wieder einzufangen, er soll vielmehr nach Amerika entwischt infolge einer energischen Beschwerde der Wirthschafts= Fenerbericht. Dienstag Abend 7 Uhr mußte Marien- sein. Der Staatsanwalt beantragte mit Rüdficht hierauf, die genossenschaft Berliner Grundbefizer" über das burgerstraße 5 ein Küchenbrand abgelöscht werden. Kurz nach Fahrlässigkeit des Angeklagten mit 150 M. Geldstrafe zu ahnder, 13. Polizei- Nevier das Berliner Polizei- Präsidium. Nach 8 Uhr ging Wrangelstraße 20 der Inhalt eines Bettfedern der Gerichtshof erachtete aber eine solche von 75 M. für eine ausden Angaben der Beschwerde hatte in der Nacht vom Lagerraumes in Flammen auf. Es mußte längere Zeit Waffer ge- reichende Sühne. 27. zum 28. v. Mts. um 13/4 Uhr der von der Wirthschafts- geben werden, bevor die Gefahr für die Nachbarräume beseitigt Einer der Fälle, in denen anständige Frauen auf der Genossenschaft angestellte Privatwächter Suchert, bei wurde. Mittwoch früh brannte Rüdersdorferstr. 71 auf dem Straße durch rohe Patrone belästigt werden, gelangte gestern zur einem Revisionsgange den Verschluß der Eingangsthür des fiskalischen Grundstück an der Ostbahn das Preßkohlenlager des Kenntniß der V. Straffammer des Landgerichts I. Vor derselben Hauses Rosenthalerstraße 42 prüfte, ein aus dem Haus Händlers Daniel. Es wurde ein Beobachtungsposten mit zwei stand der Arbeiter PI on ste unter der Anklage der wörtlichen und flur kommendes verdächtiges Geräusch gehört. Er schloß Schlauchleitungen auf dem Brandplate zurückgelassen. Bald nach thätlichen Beleidigung. Er hatte eine auf der Straße stehende infolgedessen die Thür auf und begab sich ins Haus. Dort bemerkte 11 Uhr mittags ging Liebigstraße 21 ein freistehender anständige Frau beim Vorbeigehen in höchst unsittlicher Weise berührt er auf dem Hofe einen ihm unbekannten Mann in lauernder Schuppen in Flammen auf, zu deren Dämpfung mehrere und als die Beleidigte hinter dem Davonschreitenden ihrer Empörung Stellung, der im selben Momente, als er den Wächter bemerkte, durch Rohre in Thätigkeit traten. Nachmittags 5 Uhr war Grimm Luft machte, hatte dieser die Dreistigkeit, noch einmal zurückzukehren die offen gebliebene Hausthür die Flucht ergriff, wobei er einen straße 3 in einer Bildhauer Werkstatt ein fleines Schaden- und die Frau mit beleidigenden Worten zu bedenken, so daß ihr nichts Gegenstand, den er in der Hand gehalten, von sich warf. Der feuer abzulöschen. Jufolge eines Zimmerbrandes wurde die Wehr übrig blieb, als zwei gerade vorbeikommende Schuyleute zu ersuchen, den Wächter hob diesen rasch auf, und als er in demselben einen Dietrich bald darauf nach Gleditsch str. 53 gerufen. Möbel und Gardinen Angeklagten festzunehmen. Obgleich der Angeklagte unbestraft war, hielt erkannte, machte er sich, in der Ueberzeugung, daß ein Einbruch geplant wurden hier eingeäschert. Zur selben Zeit mußte Dresdener das Schöffengericht es doch für geboten, ihm für diesen Unfug eine Strafe oder bereits ausgeführt worden sei, an der Verfolgung des Flüchten- straße 105 ein Stellerbrand abgelöscht werden, der infolge Ver- von vier Wochen Gefängniß aufzuerlegen. Das Berufungs den. Es gelang ihm, denselben beim Hause Nr. 45 der Straße an der qualmung des ganzen Hauses der Wehr viel zu schaffen machte. gericht beließ es bei dieser Strafe. Stadtbahn einzuholen und festzunehmen, worauf er ihn zur Wache Die Unterhaltungsbeilage des ,, Vorwärts" fällt morgen des 13. Polizeireviers brachte. Auf der Revierwache erstattete der aus und wird dafür der Sonnabendnummer beigelegt werden. Wächter dem diensthabenden Telegraphisten Meldung von dem Vorfalle und übergab ihm auch den Dietrich, welchen der Sistirte bei feiner Flucht von sich geworfen hatte. Dann ging der Wächter zurück nach seinem Dienstrevier und versah sein Amt weiter. Eine Wählerversammlung für den vierten Wahlkreis, Schöneberg. Genossen, heut gilts, für die Partei thätig zu Etwa zivei Stunden nach der Ablieferung des Einbrechers des Einbrechers feint. Wer nun Zeit hat, möge sich früh oder mittags bei Obst, die von etwa 800 Personen besucht war, tagte am Dienstag im begab er sich auf seinem Rundgange nochmals in das Haus Nosen- Grunewaldstraße 110, zur Verfügung stellen. Solche Genossen, die Elysium", Landsberger Allee, in der Genosse Dr. Friedeberg thalerstraße 42, um dort den Hof und die angrenzenden Räum nur einige Stunden vor 6 Uhr abends Zeit haben, mögen sich bei über die bevorstehende Reichstagswahl referirte. Der Redner polemi lichkeiten genau zu durchsuchen, und schloß vorsichtshalber diesmal Obst oder bei Pischel, Guzkowstraße 9, oder bei aufer, firte eingangs feiner Ausführungen gegen diejenige Richtung der die Hausthür hinter sich zu. Bei der Revision bemerkte er bann, Sedanstr. 31 einfinden, um fäumige Wähler heranzuholen. Die Sozialisten, die sich als Gegner des Parlamentarismus bezeichnen und die im Saal ein Flugblatt, herausgegeben vom Verlag des daß in den beiden Thürschlössern des hinteren Einganges, Verkündung des Wahlresultats findet am Abend bei Obst statt. welcher zu dem Zigarrengeschäfte von Loeser u. Wolf führt, Sozialist", verbreitet haben, in welchem unter völliger Verkennung der thatsächlichen Verhältnisse und jeglicher Logit entbehrenden Bes Dietriche stecken. Während er aber noch mit der Unter- Rigdorf. Das Wahlkomitee für Rigdorf hat heute, am Tage gründung die Arbeiter zur Wahlenthaltung, das heißt zum politisuchung der Thürschlösser beschäftigt war, wurde plößlich von der der Wahl, seinen Hauptsitz bei klein, Restaurant, Kaiser Friedrich- schen Selbstmord und Vergebung ihrer Rechte, womit sie um so Straße aus die verschlossene Hausthür hastig geöffnet und durch straße 236, Telephon Amit Rigdorf, 145. Alles, was die Wahl be- nachhaltiger den wirthschaftlichen Kampf führen können, aufgefordert dieselbe trat dasselbe Individuum herein, welches der trifft, wolle man dort erfragen und auch dorthin berichten. Auch werden. Der Redner erörterte sodann in eingehender Weise die Wächter vor kaum zwei Stunden ir demselben werden die Bestimmungen mir dort ausgegeben. Wir machen die politischen Zustände, verwies auf die Bestrebungen der Reaktion, die Haufe bei einem Einbruchsversuche ertappt, und das er dann Wähler nochmals darauf aufmerkſam, daß die kleinen weißen Zettel, barauf hinauslaufen, die geringen Rechte des Volkes noch mehr zit Ser Wache des Polizeireviers Nr. 13 zugeführt hatte. welche sie bei der Einsicht in die Wählerliste erhalten haben, zur Er beschneiden und unterzog das Verhalten der verschiedenen Parteien, Unverfroren ging der Mensch auf den Wächter zu und erklärte ihn, leichterung und schnelleren Abfertigung am Wahltage dienen. Die oftmals durch Zustimmungsrufe unterbrochen, einer herben daß er von dem Beamten auf der Polizeiwache wieder frei Wähler brauchen nur die auf dem Bettel befindliche Nummer bei Ab- aber treffenden Kritik. Von einer Diskussion über den mit gelassen worden sei, auch den Dietrich, mit welchem er gabe des Stimmzettels am Wahltisch zu nennen, da sie unter dieser stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde, da sich Gegner fich jetzt wieder die Hausthür geöffnet, bei seiner Entlassung Nummer in die Wählerliste eingetragen find. Ganz besonders werden trotz wiederholter Aufforderung nicht zum Wort meldeten, Abstand zurüderhalten habe und nunmehr in dem Hause über die Wähler darauf aufmerksam gemacht, daß sie, wenn irgend mög genommen und die Versammlung mit einem brausenden Hoch auf nachten" wolle. Der Wächter brachte den Mann nun zum zweiten lich, schon vormittags ihre Stimme abgeben, spätestens aber in der bie Sozialdemokratie geschlossen. Male nach der Wache des 13. Polizeireviers, wo jest erst geit von 12 bis 4 hr. Mache ein jeder von dem heiligsten Recht, der Telegraphist dessen Nationale als das des an das ihm zusteht, Gebrauch, damit unser Kandidat Frizz Zubeil gleich geblich 22 jährigen, in der Schönholzerstraße bei seinen beim ersten Wahlgang als Sieger aus der Irne hervorgeht! Am Eltern wohnhaften Kaufmanns" Otto Günther feststellte. heutigen Donnerstag finden zivei Versammlungen statt.( Siehe Bei der an dem angeblichen Günther mumehr auch vorgenommenen Inserat.) Leibesvisitation wurde dann noch ein vierter Dietrich vorgefunden. Den Parteigenoffen von Steglitz zur Nachricht, daß das Und jetzt erst wurde der Einbrecher auf der Wache in Haft be- Wahlbureau am Tage der Wahl den ganzen Tag über im Schwarzen halten. Wie gesagt, hat die Wirthsschaftsgenossenschaft der Berliner Adler bei Tieke, Albrechtstr. 125, geöffnet ist. Die Genossen, welche Grundbesigervereine den unglaublichen Vorfall dem Polizeipräsidium gewillt sind, sich dem Wahlkomitee zur Verfügung zu stellen, mögen beschwerdeführend zur Kenntniß gebracht, und letzteres hat denn auch sich dort einfinden. Des weiteren wird bekannt gegeben, daß unser bereits gegen den der Freigabe des Einbrechers nebst Wieder Ort jetzt in fünf Wahlbezirke getheilt ist. Da verschiedene Genossen aushändigung des Diebeshandwerkzeuges desselben beschuldigten Be- nicht wissen werden, wo sie wählen sollen, so haben wir die Voramten eine strenge Untersuchung eingeleitet. tehrung getroffen, daß vor jedem Wahllokale fich Genossen befinden werden, welche Auskunft zu geben im stande find. = Das Wahlkomitee. Das Wahlkomitee: Sudrow. Jm VI. Wahlkreise wurden am Dienstag drei Versammlungen von unserer Partei abgehalten. Jm Lokale Feldschlößchen" sprach an stelle des Genossen. 2. Liebknecht, der am Erscheinen verhindert war, Genosse Dr. Freudenberg. Der Saal war längst vor Beginn der Vers jammlung abgesperrt worden. Gegen 1500 Personen hatten im Saale Platz gefunden, mehr als im Saale selbst mußten in dent; Garten und den Nebenräumen Aufenthalt nehmen. Die Ausführungen des Referenten fanden ungetheilten Beifall, Gegner meldeten fich nicht zum Wort und so wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. In der Versammlung bei Wernau, Schivedterstraße, die sich eines außerordentlich guten Besuches zu erfreuen hatte, hielt Genosse Litfin das Referat, der in vortrefflicher Weise die augens blickliche politische Lage in Deutschland besprach. Nach den mit Beis fall aufgenommenen Ausführungen unternahm es ein Herr Nörlich, der vorgab, den Freifimigen anzugehören, der Versammlung begreiflich zu machen, daß die Sozialdemokratie sich gemansert habe. Von seiten des Referenten und anderen Rednern wurde dem freifinnigen Konfusionär gehörig heimgeleuchtet. Nach der Aufforderung, die letzten Stunden zu reger Agitation für die Wahl zu benutzen, wurde hierauf die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozials, Eine Briefstempelmaschine kanadischen Fabritates befindet sich im Hauptpostamt probeweise in Thätigkeit. Sie wird elektromotorisch betrieben und stempelt jetzt 90 Briefe in der Minute. Die Geschwindig Nachdem das Unglück geschehen An der Unglücksstätte keit der Arbeit kann aber bedeutend gesteigert werden. Mit der Hand am Nonnendamm wird in nächster Zeit eine Holzbrücke erbaut fönnen 107 Briefe in der Minute gestempelt werden. Ein Wett- werden. Dieselbe soll von der Firma Siemens u. Halste A.-G. auf stempeln wird demnächst die Leistungsfähigkeit der Maschine erproben. eigene Kosten hergestellt werden. Die landespolizeiliche Genehmi Vor ihrer Einführung für Deutschland müßte die Maschine dann gung liegt bereits vor. Der Name des vierten der am Montag immer noch erheblichen Aenderungen unterworfen werden. früh in der Spree bei Charlottenburg Ertrunkenen ist jetzt festDie Untersuchung wegen der Durchsteckereien in der Straf- geffellt. Er lautet: Hermann Grabow. Grabow war zu Marienthal anstalt zu Blößensee hat eine ungeahnte Ausdehnung angenommen. Kreiſe Greifenhagen geboren und wohnte Christstraße 26 bei demokratie geschlossen. Zimmermann Dirks. Gegen 17 Aufseher schwebt die Voruntersuchung, weil sie verdächtig erscheinen, sogenannte" Schiebungen" vorgenommen zu haben. Die Die Gefährlichkeit der Dampfstraßenbahn. Eine wohl meisten befinden sich in Haft. Eine ganze Anzahl höherer Beamter, angebrachte Warnung erläßt der Amtsvorsteher von Dt.- Wilmersdorf, Inspektoren 2c. hat zum 1. Juli die bisher innegehabten Stellungen welcher auf die Gefahren aufmerksam macht, die den auf und neben gekündigt. den Geleisen der Dampfstraßenbahn spielenden Kindern drohen, und davor warnt, kleine Kinder ohne Aufsicht in den von der Dampf bahn befahrenen Straßen spielen zu lassen. im " Gerichts- Beifung. Schneider's Gesellschaftshaus, Belforterstraße, war bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß viele der Theilnehmer sich mit Stehplägen begnügen mußten. Das Referat des Genossen Graßhold fand ungetheilten Beifall. Nachdem Gegner sich nach mehrmaliger Aufforderung nicht gemeldet, nahm die Versammlung. eine Resolution einstimmig an, in der fie fich verpflichtet, tha fräftig für die Wahl des Genossen Liebknecht einzutreten. Wit einem Hoch auf die Sozialdemokratie und Genossen Liebknecht endete die Verfanimlung. Beschlagnahmt worden ist ein Flugblatt mit dem Titel„ Der Werth des jüdischen Eides", Druck von Thormann u. Götsch in Berlin SW., Verlag der Geschäftsstelle des deutschen AntisemitenBindes, Berlin SW., Junkerstr. 5,6. Die Beschlagnahme ist vom Die Freifinnigen des erfien Wahlkreises hatte der Vereint Amtsgericht zu Landsberg a. M. angeordnet worden. Das Blatt Waldeck" am Dienstag zusammenberufen, um sie noch in letzter giebt, wie es in einer Bekanntmachung des Ersten Staatsantvalts Die Gestütswärter und das Ausnahmegesek gegen das Stunde für den Wahlkampf anzufeuern. Man wollte sich wohl an heißt, das Col Nidre- Gebet der Juden wieder und knüpft daran Gefinde. In dem königlichen Gestüt zu Zirfe bei Meserig waren dem Anblick eines vollen Hauses ergötzen und hatte deshalb einen Schlußfolgerungen über den Werth des Eides der Juden. Die Be- mehrere Geschirre von unbekannter Hand zerschnitten worden. Der schlagnahme ist auf grund des§ 166 St.-G.-B. erfolgt( öffentliche Vorsteher des Gestüts, Freiherr von Senden, vermuthete, daß der sehr kleinen Saal in der Mehrenstraße gewählt, der denn auch von 153 Personen vollständig gefüllt war. Von kampfesfroher BeBeschimpfung einer der christlichen Kirchen oder einer anderen mit Thäter sich unter den Pferdewärtern befinde. Er ordnete deshalb geisterung war gerade nichts zu bemerken. Der Vortragende, Korporationsrechten innerhalb des Bundesgebietes bestehenden Re- nach militärischem Muster an, daß sämmtliche 13 Gestüts Abgeordneter Albert Träger, hielt sich sehr fachlich, wandte ligionsgesellschaft oder ihrer Einrichtungen oder Gebräuche). wärter Strafiachen zu machen hätten, und zwar so lange, bis der Thäter ermittelt sei. Die Leute ließen sich aber diese sich ausschließlich gegen die Reaktion und eine rühmliche AusEine Pulverexplosion erfolgte gestern Mittag um 121 Uhr schimpfte nicht auf die Im Geschäfte des Herrn Otto Bock in der Kronenstraße 7. Derselbe fommismäßige Behandlung nicht gefallen, sondern verweigerten einnahme in der freisinnigen Agitation Sozialdemokraten. hat dort mehrere Geschäftsräume inne, die bis in den Hof des Hauses fach die Strafwachen. Nunmehr regnete es auf Veranlassung des edlen Herrn Strafmandate wegen Vergehens gegen das mittelalter- Bei den Antisemiten, die am Dienstag eine Wählerversanum reichen. Als Kunstausstopfer verkauft Herr Bock auch Schießwaffen und alle für Jagd und ähnliche Zwecke nothwendigen Utensilien, hat liche Gesetz, betreffend die Verlegung der Dienstpflichten des Ge- lung in Buggenhagen's Saal abhielten, ging es sehr lebhaft zu. findes und der ländlichen Arbeiter". Man warf den Un- Unter den ca. 250 Anwesenden waren etwa die Hälfte Sozialdemo somit auch größere Mengen Pulver auf Lager. Die Entstehungs- gehorsamen hartnädige Widerspenstigkeit" gegen die Befehle fraten, auch Anhänger des Freifinus waren vertreten. Nachdem der ursache der Explosion ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Leider find der von der Herrschaft zu ihrer Beaufsichtigung bestimmten Referent, Redakteur Wegner, und der Kandidat Dr. Bachler. auch zwei Personen verletzt worden, ein Büchsenmacher und ein Lauf- Person vor. Drei von den Gemaßregelten beantragten richterliche unter den bekannten Schmähungen auf die Sozialdemokratie sich als bursche des Herrn Bock. Während ersterer mit leichten Hautabſchür Entscheidung und erzielten auch beim Schöffengericht ihre Frei Retter des Mittelstandes präsentirt hatten, entstand eine kurze, aber fungen davon kam, erlitt letzterer Brandwunden am Kopf und Brust, sprechung. Das Landgericht wies die Berufung der Staatsanwalt sehr bewegte und lärmende Diskussion, an der sich außer Antisemiten so daß er auf die Unfallstation gebracht werden mußte, wo ihm der schaft mit der Begründung zurück, daß das Gesetz von 24. April 1854 auch Freisimmige und Sozialdemokraten betheiligten. Die Antisemiten erste Verband angelegt wurde. Die Feuerwehr, die bald nach überhaupt nicht auf Pferdewärter in Gestüten annahmen wie immer, den Mund sehr voll. Sie thaten, als hätte ihr der Explosion angerückt kam, hatte keine Veranlassung zum Einzuwenden sei. Die Angeklagten feien weder zum Gefinde, noch zu Kandidat das Mandat für den Reichstag schon in der Tasche. Eur schreiten. den ländlichen Arbeitern zu rechnen, da fie lediglich Gebahren, durch welches ihre sichere Niederlage um so beTödtlich verunglückt ist hier der aus Kreuzburg in Ober- den Zweden einer Zuchtstätte für Pferde gedient hätten. Die schämender wird. fchlesien gebürtige 34 Jahre alte Organist Georg Hoffmann, der sich Staatsanwaltschaft legte hiergegen die Revision ein und machte Die Anhänger Stöcker's hatten am Dienstag noch einmal ver um eine Stelle an der Thomaskirche bewarb. Hoffmann wohnte feit geltend, die Pferdezüchterei sei mit einem landwirthschaftlichen Besucht, im se chsten Wahlkreise eine Versammlung zu stande zu fünf Wochen im Hotel zur Stadt Kottbus am Louisen- Ufer 28, in triebe verbunden und ohne solchen garnicht denkbar. Das Kammer bringen. In den„ Germania- Sälen" hatten sich zirka 100 Personen der Nähe der Thomaskirche und hatte schon wiederholt beim gericht verwarf indessen die Revision der Staatsanwaltschaft als eingefunden. An stelle ds Rechtsanwalts Ulrich sprach ein Lehrer Sonntags- Gottesdienste gespielt. Am Nachmittage besuchte er einen unbegründet und führte noch aus, gegenüber der Thatsache, daß die Die Ausführungen, die der Genoffe P. Schmidt gegen die Stöckerianer Freund. Bei der Rückkehr sprang er während der Fahrt am Angeklagten ausschließlich als Pferdewärter in dem Gestüt thätig machte, brachte 5 bis 6 Redner von dieser Seite auf die Beine. Die Michaelskirchplatze von einem Onmibus und fiel rücklings auf das wären, sei es ganz nebensächlich, daß das Institut auf einer Versammlung machte einen recht entmuthigenden Eindruck. Pflaster. Er fonnte zu Fuß in sein Hotel gehen und schien ohne be- Domäne liege und etwas landwirthschaftliche Nutzung dabei sei. Die Wählerversammlung der Handlungsgehilfen im sonderen Schaden davongekommen zu sein. Innerliche Schmerzen Wegen fahrlässigen Entweichenlassens eines Gefangenen Louisenstädtischen Konzerthause, die, wie wir gestern bereits furz be schienen zunächst ganz imbedeutend zu sein. Am Montag Abend aber wurden sie heftiger und am Dienstag so schlimm, daß eine in hatte sich gestern der Schuhmann Graẞnick vor der I. Straffammer richteten, der polizeilichen Auflösung verfiel, zeigte recht deutlich, des Landgerichts I zu verantworten. Im Febritar dieses Jahres wie viel Dummheit und Unwissenheit noch in einem Theile der Charlottenburg wohnende Schwester ihn Nachmittags mit einem erhielt das Polizeirevier in der Alten Jakobstraße den Auftrag, Handlungsgehilfen vorhanden ist. Unfähig zu jeder fachlichen AusKünzel'schen Wagen in das Krankenhaus Bethanien bringen ließ. einen Hochstapler, der sich Kapitän Schiemang" nannte und einandersetzung, zu dummt auch nur dem Vortrage zu folgen, kommen Noch am selben Abend starb er hier. in der dortigen Gegend Wohnmg genommen hatte, zu die antisemitischen Radaubrüder von vornherein mit der Absicht, die Ein Kriminalwachtmeister Seit längerer Zeit sammelt ein Schwindler Abonnenten für verhaften. und der Angeklagte Versammlung zur Auflösung zu bringen. Das trat schon bei der das Adreßzbuch von Europa, welches indessen seit vielen Jahren ein- wurden damit betraut und es gelang ihnen, den Gesuchten in einem Bureauwahl deutlich zu tage. Trotzdem das von den sozialdemo gegangen ist und nicht mehr erscheint. Der Betrüger, dessen Persön- Barbierladen anzutreffen. Kapitän Schiemang erklärte sich auch kratischen Handlungsgehilfen vorgeschlagene Bureau mit großer lichkeit bekannt ist, läßt sich fleine Beiträge als erste Abschlagszahlung bereit, zu folgen, erbat sich aber die Vergünstigung, sich umkleiden Mehrheit gewählt wurden, erhoben die Antisemiten einen der geben und kümmert sich dann nicht weiter um die Sache. Da sich zu dürfen, da er gerade im Begriff gewesen sei, zur Jagd zu fahren artigen Heidenlärm, daß nur mit Mühe in die Verhandlungen bisher nur eine Person gemeldet hat, welche auf vorbedeutete Weise und sich im Jagdanzuge befinde. Er gab sich bei dieser Gelegenheit eingetreten werden konnte. Dem Referenten, Genossen Ma a ß, ges geschädigt worden ist, so werden etwa weiter Geschädigte hierdurch zugleich als Hauptmann der Reserve aus und verpfändete als solcher lang es, fich Ruhe und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Er geißelte ersucht, sich möglichst umgehend mit ihren Anzeigen auf dem Polizei- sein Ehrenwort, daß er keine Weiterungen und keinen Versuch machen in kräftigen Worten das Benehmen der antisemitischen Handlungs über " aus der gehilfen, das jedem parlamentarischen Anstand Hohn spräche. Wie| der Konservativen, einer herben Kritik und gab am Schluß ihrer werben, besonders das obengenannte zeichnet sich durch ganz gemeine ein Handlungsgehilfe Antisemit sein und für die Wahl eines Anti- Ausführungen der Ueberzeugung Ausdruck, daß ein jeder Arbeiter Unterschiebungen aus, unter anderem soll der Vorwärts" in der femiten eintreten könne, sei ihm vollständig unerklärlich. Gerade die am Wahltage dem Kandidaten der Sozialdemokratie, Genossen Frizz Nummer vom 6. Dezember 1891 geschrieben haben, die Ernte geantisemitische Partei sei es ja gewesen, die stets die Interessen der Zubeil, seine Stimme geben müsse. In der lebhaften Diskussion, hört nicht den Bauern, sondern allen Menschen; Handlungsgehilfen mit Füßen getreten habe, die für eine an der sich die Genossen Gustav und Hermann Behrendt privates Eigenthum an Grund und Boden ist niemandem zuzuVerlängerung der Sonntagsarbeit eingetreten sei, deren ganze sowie i bler und Jacobs betheiligten, wurde allgemein der billigen. In Wahrheit steht in jener Nummer des" Vorwärts": parlamentarische Thätigkeit bewiesen habe, daß sie voll- Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der Kandidat Zubeil schon im ersten Die Erde gehört nicht den Bauern 2c." Im übrigen ist der Satz, ständig unfähig sei, auch nur eine Frage fachlich zu prüfen, Wahlgange fiegen. In ihrem Schlußwort ermahnte die den wir Naummangels halber nicht ganz zitiren, als Fußnote eines viel weniger erst zu vertreten. Bei der Berathung des neuen Genossin Altmann speziell die anwesenden Frauen, ihre Pflicht Eingesandt eines Herrn Selchow, Mecklenburg- Schwerin, welcher Handelsgesetzbuches hat sich die antisemitische Partei überhaupt aus- gegenüber den etwa säumigen Männern zu thun und diese anzu- fich angeblich ungenaue Situationsberichte geschwiegen. Nur die Sozialdemokratie hat sich der Handlungs- feuern, am Wahltage ihre Pflicht zu erfüllen. Mit einem brausenden Wahlbewegung im Kreise Stolp- Lauenburg äußert, angebracht. gehilfen angenommen und darum müsse jeder Berufsgenosse des Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die imposante Versammlung Es würde wohl zu weit führen, alle unwahrheiten, welche das Britten Wahlkreises für die Wahl des Genossen eine eintreten. vom Vorsitzenden geschlossen. Flugblatt bringt, hier wiederzugeben. Die fonservativen Herren Diese Ausführungen waren den anwesenden Antisemiten natürlich Steglitz. Hier tagte am Montag eine öffentliche Wahl- Stenger, Mangelsdorf und Voß erklärten betreffs der sehr unangenehm und sie versuchten, den Referenten anfangs durch versammlung, in welcher der Reichstags- Kandidat Fri 8ubeil Flugblattlügen, sie hätten aus Beitschriften, welche ihnen zur Vers Lärmen zu unterbrechen. Während der Ausführungen des ersten referirte. Nachdem er die allgemeinen Gesichtspunkte erledigt hatte, fügung stehen, zitirt( etwa Hüllesche?). Die Versammlung wäre Diskussionsredners, eines Herrn Sünderhauff, wieder unterzog er das gemeine und lügenhafte Vorgehen der Konservativen teine sozialdemokratische, es ginge ihnen zu ruhig zu; wir hätten die holten sich die tumultuarischen Szenen. Was vont diesem einer Kritik und der wiederholte stürmische Beifall der außerordentlich Begeisterung nicht, es scheine als wenn wir vorausfähen, daß uns Herrn an Verleumdungen geleistet wurde, spottet einfach jeder gut besuchten Versammlung legte Zeugniß ab, daß die Konservativen der Wahlkreis verloren gehe; wir sollten treu zu Kaiser und Reich Beschreibung. Zum Schluß fordert der Herr zur Wahl des anti- mit ihren Flugblättern bei der arbeitenden Klasse nichts erreicht haben. stehen, die Hohenzollern sind der Fels von Bronce, an welchen wir semitischen Kandidaten Dr. Bachler auf, wobei ihm aber ein viel mit einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die uns vertrauensvoll anlehnen tönnten ut. s. w. Nach einem Schlußstimmiges Heine" entgegenschallte. Unsere Parteigenossen be imposante Versammlung. wort des Referenten wurde die Versammlung mit Hochs auf die wahrten bei den blödsinnigen, unanständigen und provokatorischen In Treptow- Baumschulenweg sprach am 11. d. M. Frau Sozialdemokratie geschlossen. Ausführungen des Antisemiten eine bewundernswerthe Ruhe, während Greifenberg über die nächsten Reichstagswahlen. Sie schloß Herr Tischendörfer wünscht festgestellt zu sehen, daß der in feine eigenen Kollegen nach jedem Sage wüthend Beifall flatschten ihren mit Beifall aufgenommenen Vortrag mit der Aufforderung, unserem Bericht über die Montagsversammlung der National- Sozialen und" Heil, Heil" riefen. Nachdem der Redner geendet hatte, erhob am 16. Juni geschlossen für den Kandidaten der Sozialdemokratie, einem Anhänger diefer Partei in den Mund gelegte Zuruf:„ Wer sich der überwachende Lieutenant und löste die Versammlung Friz Zubeil, einzutreten. Dasselbe thaten in der Diskussion die Ge- nicht zahlt, soll auch nicht wählen" nicht von einem National- Sozialen auf, trotzdem unterdessen die Ruhe wieder vollständig hergestellt war nossen ullbricht und Krebs. Mit einem begeistert auf- herrührte. Es sei dieser Zuruf nachweislich von einem Ans und soeben Genosse Blum das Wort ergreifen wollte. Kennzeichnend genommenen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung gehörigen einer andern Partei ausgestoßen worden. für den Tiefstand der antisemitischen Komnis ist es, daß sie die geschlossen, nachdem der Vorsitzende noch bekannt gegeben hatte, daß Auflösung der Versammlung mit wüthendem Bei- am Wahltage abends eine Wahlverkündigungs- Versammlung in dem fall und lauten Bravorufen begleiteten. Darauf stimmten Lokal von Schulz abgehalten wird. sie ihr„ Deutschland, Deutschland über Alles" an, das aber bald von " der Marseillaise vollständig übertönt wurde. Die antisemitische Partei kann stolz darauf sein, derartige Anhänger zu besitzen. Grünau. Am Sonnabend sprach hier im Lokale des Herrn Lindenhahn unser Reichstagstandidat Friz Bubeil in einer gut besuchten öffentlichen Versammlung für Männer und Frauen. Er Eine sehr stark besuchte Versammlung der Gastwirths: rechnete zunächst mit dem Kandidaten der freifinnigen Volkspartei gehilfen tagte gestern Nachmittag in der„ Tonhalle", in welcher die ab, dessen Irrlehren nach allen Seiten hin beleuchtend und zerGenossen W. Liebknecht und H. Pösch unter stürmischem pflückend, und wandte sich dann dem Kandidaten der konservativen Beifall und durch lebhafte Zustimmungs- Befundungen häufig Bartei zu. An der Hand des Flugblattes dieser Partei unterbrochen, über die bevorstehenden Reichstagswahlen refe- zeigte Bubeil, wie wenig genau es gerade diejenigen mit rirten. Im Gegensatz hierzu fanden die Ausführungen des der Wahrheit nehmen, die die Religion und gute Sitte gewissermaßen national- sozialen Kandidaten Herrn Tischendörfer wenig in Erbpacht zu haben glauben, und daß ein Diener der Religion es oder besser gesagt, gar feinen Antlang. Die treffende nicht verschmäht hat, auf ein solches Machwerk seinen Namen zu Abfertigung, die ihm von den Referenten zu theil wurde, und das feßen. Die Antwort auf die konservativen Angriffe werde das Volk Verhalten der Versammlung hierzu, wird auch Herrn Tischendörfer am 16. Juni geben. Der Vortrag wurde mit reichem Beifall aufdavon überzeugt haben, daß die Gastwirthsgehilfen nicht für die genommen. Eine Diskussion fand nicht statt, da sich Gegner nicht National- Sozialen zu haben sind, sondern sich in immer gemeldet hatten. Nach einer Ermahnung des Vorsitzenden, jeder größerer Anzahl der Sozialdemokratie anschließen. Ein Genosse solle seine Schuldigkeit thun und auch die Lauen zur Wahl timmig gelangte eine Resolution zur Annahme, in der sich heranziehen, damit unser Kandidat schon in der Hauptwahl siegt, die Versammlung mit den Ausführungen der Genossen wurde die glänzend verlaufene Versammlung mit einem brausenden Liebknecht und Pötzsch völlig einverstanden erklärt, Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. in der sie verspricht, mit aller Kraft für die Wahl der In Nigdorf hatten unsere Parteigenoffen zum Dienstag Abend sozialdemokratischen Kandidaten zu wirken, da sie nur von den Ab- awei geordneten der sozialdemokratischen Partei eine energische Vertretung 3ei große Versammlungen einberufen, um die Arbeiterschaft noch der Volksrechte und Arbeiterinteressen sowie die Förderung einer einmal zur Wahrung ihrer Nechte bei der Wahl zu ermuntern. Im dichtgefüllten Saale der Vereinsbrauerei sprach durchgreifenden Sozialreform, die sich auch auf das Gastwirthsgewerbe erstreckt, erwartet. Mit einem begeisternden Hoch auf die Genosse Hermann Faber vor etwa 600 Personen. Redner zeigte Sozialdemokratie, dem sich ein brausendes Hoch auf die Genoffen an unbestreitbaren Thatsachen, daß die Junker- und Junkergenossen Liebknecht und Bösch anschloß, erreichte die vom besten Geiste am allerwenigsten Ursache hätten, ihren Mund überfließen zu lassen von Vaterlandsliebe und Monarchentreue. Dem für unsere Sache beseelte Versammlung ihr Ende. volksfeindlichen Streben der Reaktionäre aller Schattirungen Die Schöneberger Genoffen hatten sich am Dienstag im hielt er die Thätigkeit der Sozialdemokratie entgegen, die einzig Klubhause so zahlreich eingefunden, daß viele von den Vorräumen und allein geeignet sei. das leibliche und geistige Wohl des großen des Saales aus den Reden lauschen mußten. Unter stürmischem Wolfes zu fördern.( Stürmischer Beifall.) Genosse Zubeil, unser Beifall zergliederte Genosse nüpfer die Politik und Kampfes Standidat in Teltow- Beeskow, nahm dann trotz seiner fast unüberwindweise der bürgerlichen Parteien. Als die gemeinen Flugbattlügen lichen Heiserkeit das Wort und geißelte aufs schärfste ein legthin verbreitetes der Konservativen, die sie für den Herrn Superintendenten Borberg konservatives Flugblatt, das von Verleumdungen der Sozialdemokratie verbreiten, der seiner Gemeinde mit der Befolgung des Gebotes: stroßzt. Sogar die Behörden haben nach Zubeil's Feststellung ihre Beamten " Du sollst nicht lügen!" das herrlichste Beispiel giebt, bekannt dazu hergegeben, das konservative Machwerk auf dem Lande zu vergegeben wurden, erhoben sich laute Entrüstungsrufe. Zur Diskussion breiten. Des Redners Mahuruf, am Wahltage die richtige Antwort meldete sich trotz mehrfacher Aufforderung kein Gegner, der die Aus- darauf zu geben, fand begeisternde Zustimmung. Es sprachen dann führungen unseres Genossen hätte wiederlegen können. So konnte noch Ostermann, Wach, Rezerau, Volkmann, Mahlendenn die Versammlung mit einem vielhundertstimmigen, wie ausdorf, Jonling und Frau Gürtler, vielfach unter großem einem Munde kommenden Hoch auf die Sozialdemokratie fchließen, Beifall, im Sinne des Vorredners. nachdem zur unermüdlichen Arbeit auch in den letzten Stumden aufgefordert war. Charlottenburg. Am Dienstag fand im Lokale des Genossen Bomerening, Tauroggenerstraße, eine Wählerversammlung statt, in welcher Genosse Paul Hirsch über die bevorstehende Reichstagswahl referirte. Die zur Verfügung stehenden Räume waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine lebhafte Diskussion, an welcher sich die Genossen Bittkow, Schmidt, Lütgen, Miglaff, Ruff, Wilke und Bredow betheiligten. Sämmtliche Redner nahmen auf die Lügen und Verleumdungen der gegnerischen Flugblätter bezug und forderten zur regsten Betheiligung an der Wahl auf. Nach einem Schlußwort des Referenten Hirsch und nach einer kleinen Erörterung im Verschiedenen" schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. " Wilmersdorf. In einer sehr gut besuchten WählerversammTung referirte am Dienstag Abend in Klingenberg's Volksgarten Fräulein Jda Altmann über die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referentin unterzog das Verhalten unserer Gegner, speziell In der zweiten Versammlung, die bei Gröpler unter Betheiligung von annähernd 700 Personen tagte, hielt Obst das Referat. Auch hier boten die Flugblätter der Gegner, besonders das Vorberg'sche, den besten Agitationsstoff. Obst zerpflückte das Lügengewebe gründlich, wofür ihm großer Beifall zutheil wurde. Inzwischen war Genosse Zubeil aus der Vereinsbrauerei angelangt. Die Ver sammlung zollte ihm für seine Ansprache donnernden Applaus und bewies so, wie sie über die Verleumdungen der Gegner denkt. Nach zündenden Reden Thomas' und Ninnerichs schloß die Versammlung mit begeisternden Hochs auf die Partei und auf Zubeil. Nieder- Schönhausen. Am 13. d. fand hier eine öffentliche Wählerversammlung statt, welche wohl in agitatorischer Beziehung einzig in der diesjährigen Wahlbewegung dasteht. Die Unterzeichneten des konservativen Flugblattes, welches am letten Sonntag im Niederbarnimer Kreise verbreitet wurde, die Herren Stenger, Mangelsdorf( Pankow) waren eingeladen und auch erschienen. Genosse Leo Arons, welcher das Referat übernommen hatte, tennzeichnete die Lügen, welche in der schamlosesten Weise in den Flugblättern der Gegner gegen die sozialdemokratische Partei geschleudert Donnerstag, den 16. d. Mts., abends 9½ Uhr, Fachverein der Holz- u. Bretterträger im Lokal von Zubeil, Lindenstr. 106: Oeffentliche Versammlung. 204/8 Tages Ordnung: Verkündigung des Wahlresultats. Das Zentral- Wahlkomitee von Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Rixdorf! Donnerstag, 16. Juni, abends 8 Uhr: 2 Wähler- Versammlungen in der Neuen Welt( Bal champêtre), Hafenhaide 108-114, für Rigdorf u. Brik in Peters Salon, Knesebeckftr. 113. Tages Ordnung: 204/17 Bekanntmachung der Wahlresultate. Diejenigen Parteigenossen, welche sich zur Wahl für den ganzen resp. halben Tag zur Hilfeleistung gemeldet haben sowie diejenigen, welche sich noch betheiligen wollen, sowie die Beisitzer unsererseits, werden ersucht, be stimmt am Mittwoch, abends 81/2 Uhr, bei Restaurateur Klein, Kaiser Friedrichstraße 236, zur Empfnahme des Materials zu erscheinen. Das Wahlfomitee Hauptsitz hat an 18antage feiten Saustig beim Reſtaurateur& le in, Staifer Briedrich man dort erfragen und auch dorthin berichten. Das Wahlkomitee. Achtung! Friedrichsfelde. Achtung! Donnerstag, den 16. Juni 1898, abends 9 Uhr: Volksversammlung im Lokale des Herrn Bube, Prinzen: Allee 30. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kotzke. 2. Verkündigung der Wahlrefultate. 3. Verschiedenes. Das Wahlbureau befindet sich bei Bube. 224/3 Das Wahlkomitee. für jedes Gewerk Werkstatts- Bekleidung kauft man gut und billig bei( 5187 Adolf Wecker, Molkenmarkt 3, Blusenfabrik für alle Gewerke. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 19. Juni, vormittags 10% Uhr, im Lokale des Herrn Wilke, Andreasstraße 26: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Briefkasten der Redaktion. Sente, Donnerstag, als am Tage der Reichstagswahlen, kann die juristische Sprechstunde abgehalten werden. nicht Leo. Daß Ihr muthiger und zuversichtlicher Humor nicht allein über, die Beschwerden der Wahlagitation, sondern selbst über die Knüppeldämme, auf denen der Pegasus seufzend zusammenknickt, mit Lachen hinwegschreitet, erfennen wir staunend und in ehrfurchtsvoller Bewunderung an. Mit Ihrer Erlaubniß geben wir den Schlachtgesang der sechs Wahlkreise an dieser Stelle wieder: I. Konline Dent alten Herrn, dem Langerhans, Winkt nimmermehr der Siegeskranz, Und vor dem Bäcker, dem Bernard, Der liebe Herrgott uns bewahr Der wandlungsfähige Tischendörfer Wird auch nicht der Sozialen Werfer. Der Reaktion ein lustig Etsch, Gewählt wird munter Hugo Pötzsch. II. Mag wie ein Rohrspaß schimpfen Kreitling, Zur Wahl da bleibe er ein Seitling. Der Postmensch außer Diensten, Stockmann, Jst für den Kreis ein schlechter Lockmann. Sie friegen alle ihren Wischer, Gewählt wird einzig Richard Fischer. III. Ein zweites Mal Herr Langerhans Fällt wieder durch mit vollem Glanz. Mag Tag und Nacht sich mühen Bachler, Wir wollen feinen Juden- ,, Achler". Ein jeder Wähler thu' das Seine, Dann siegt auch hier der Wolfgang Heine. IV. Den Renegat, den Mucker Priez, Mag wählen Kalau oder Vieg, Der Waldeckjünger Sonnenfeld Wird von den Wählern kaltgestellt; Wir kennen wahrer Freiheit Bringer, Die Massen wählen nur Paul Singer. V. Wer kennt ihn wohl, den Zahnarzt Strumpf? Der ist im Wahlspiel nimmer Trumpf. Auch mit dem Schulinspektor Zwick Blüht unserm Freifinn wenig Glück. Und nur den Stammtisch zählt Herr Roß Als seiner Wähler ganzen Troß. Heran in festem Schritt und Tritt, Stimmt einzig nur für Robert Schmidt. VI. Hält noch so schöne Reden Krieger, Er wird im sechsten nimmer Sieger. Bei Seite steht der Ehren- Stöcker, Wenn noch so fromm auch sein Gemecker. Von allen Seiten strömt herbei Und wählt den Senior der Partei. Jedwede Stimme ist ein Hieb recht, Dem Feind zum Hohn wählt Wilhelm Liebknecht. A. H., Rigdorf. Die Flugblätter sind schon von uns niedriger gehängt worden. 7. S. 80. Die Klage hätte keine Aussicht auf Erfolg. M. A. 81. Blattfüßig und frumnadig wenig Aussicht auf Ferienkolonie. Hut fabrik. Wegen Blutadern an den Beinen. Wetter Prognose für Donnerstag, 16. Juni 1898. Biemlich heiter, ein wenig wärmer mit mäßigen nordöstlichen Winden; teine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Wiederverkäufer artikel fofort geindht. Waffenabfa für einen gut gehenden WirthschaftsOff. ut. F. 4 an die Erp. d. Bl. Möbel 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Gewerk verliehen gewesene und neue, staunend Zahlreichen Besuch erwartet schaftliches. Die Mitglieder der Der Vorstand. ,, Volkswohl Kranken- Zuschußkasse ,, ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 127) 84/7 werden ersucht, die Beiträge bei dem Saffirer P. Schmidt, Faldensteinstraße 16, 3 r., bis auf weiteres zu zahlen, desgleichen betr. Kranten: Unterstützung sich an denselben Sonnabend und Montag, abends von 7-9 Uhr, Sonntag, morgens von 8-10 Uhr, zu wenden. Die noch bestehenden Verwaltungen und Zahlstellen nehmen Beiträge entgegen. Obige Kaffe besteht nach wie vor. Das Kassenlokal Seibelstr. 20 ist aufgehoben. Die nächste außerordentliche General- Versammlung findet am 26. Juni 1898, vormittags 10 1hr, im Lofale des Herrn Wernau, Schwedterstr. 23/24, statt. Der Vorstand. A. Eckelt, 1. Vorsitzender, A. Müller, 2. Vorsitzender, Sophienstr. 23. Wrangelstr. 15. P. Schmidt, Kassirer, Faldensteinstraße 16, 3 Treppen. Die Beleidigung, die ich gegen Frau Sparsystem 21/2, 8weiKlose. Gasbratofen 10 Mt. Gasplätteisen billig. 39096* Senſchte ausgesprochen habe, nehme Gaskocher, ich hiermit zuritd. Viel Geld verdienen kann tienen fonn man mit bem propiſionsweisen Vertriebe meines Honigs an Privatkundschaft. Hohe Provision, foulante monatliche Abrechnung. H. C. Hoff, Altona. Für 36 Mark 30 Wt. ff. Sommerpaletots nach Maaß, fertige feine Anzüge nach Maaß, für Wohlauer, 26/27. Wallnertheaterstraße Nr. 26/27, Billig! Knabenanzüge! Billig! Waschanzüge, Mädchenkleider preisw. 0. Hoffmann, Veteranenstr. 14. Partei- Kneipe zu vert. Offerten L. 4 Postamt 87. 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Wahlkreis: Graumann, Naunynstr. 27. ( Südosten) Urania, Wrangelstr. 11/12. Brüder, Waldemarstr. 75. 4. Wahlkreis: Stechert, Andreasstr. 21. ( Osten) Keller, Koppenstr. 29. Warsany, Frankfurterstr. 117. Elysium, Landsberger Allee 3839. 5. Wahlkreis: Brauerei Friedrichshain( fr. Lips.) Gründel, Brunnenstr. 188. Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. 6. Wahlkreis: Belforter Gesellschaftshaus, Belforterstr. 15. Wernau, Schwedterstr. 23. Täger, Gartenstr. 13. Colberger Salon, Colbergerstr. 23. Volksgarten, Badstr. 56. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Hensel, Invalidenstr. 1a. Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47-49. Ahrens' Brauerei, Thurmstr. 26/27. Tages Ordnung: Verkündigung der Wahlresultate. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Max Kliem's Sommer- Theater, Hafenhaide 14/15. Artistischer Leiter: Paul Milbitz. Täglich: Große Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung Barsikow- Troupe Rossini- Trio- Little Elfrida. Georg Fischer, Liederfänger; Franz. 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