lt. 60, Berlin, Dienstag den 20. März 1866. Zweiter Jahrgang. Zocial-Dtmol Diese Zeimtig ericheint täglich mit Autiiiabme der Sonn« und Festluge. Organ der social- demokratischen Partei. Redigirt von I. B. v. Hosstetten und J. B. v. Schwciyer. Redaclion und Expedition: Berti n, Dresdnerstraße Air. 85. � ivnnenientS- Preis für Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 18 Sgr., mo- natlich 6 Igr., einzelne Nummern 1 Sgr.: bei den Äbnigl. prenßischen Postämtern 221/!i Sgr., bei den preußischen Postämtern im nickipreußischen Deutsch- land 18!>/.t Sgr., im übrigen Deutschland 1 Thlr. lfl. 1. 45. südd., st. 1. 5(1. Lsterr. Wäbr.) pro Quartal. Bestestnngen werden auswärts aus allen Postämtern, in Berlin aus der Ervedition. von jedem soliden Spediteur, von ver,Expreß-Compagnie, Zimmerstraße 48», sowie auch unentgeltlich von jedem„rotben Dienstmaim" entgegen genommen. Anscralc(in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespaliene Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. iwechnet. Agentur für England, die Eolonieen und die überseeischen Länder:>lr. ktonäer, 8. Mittle diev-Port-Ltret-l, I.slc(isrer-8giiai-s W. C. London. Agentur für Frankreich: G. A. Alexandre, Strassbourg, 5. Kue Brulee; Paris, 2. Cour du Commerce Saiut-Andrd-des-Arts. politischer LH eil. Deutschland. 1* Berlin, 19. März.[3ltr HabSburg- phcnzollern'schen Allianz] wird die Nach- � Pt, dasz Lord Clarendon eine Depesche nach Ber- gerichtet habe, um vom jiriege mit Oesterreich izumabnen, bezwciselt. Dagegen gehen Gerüchte » einer Mittheilung, welche Graf Apponyi beauf- igt worden sei, in London bezüglich der Haltung 'eußens zu machen. Die„Nordd. Allg. Ztg." lt dieselben für„erdichtet". Der officiöse Wiener irrejpondent der„Börsenhallc" meint, der Konflikt »ischen Oesterreich und Preußen sei in diesem soment auf die höchste Spitze gelrieben und irnl vor sriedferligen Illusionen in dieser Bezie- iig. CS sei nach vorliegenden, allerdings aus iskreiion(!) zu verschweigenden Thatsachen, leider f gewiß, daß man an der Schwelle eines neuen ihres 1850 stehe, wenn sie nicht schon übersclrrit- i sei — s Z u r Elbherzogthllmerfrage] wird ss Berlin telegraphirt: Durch übereinstimmende Nachrichten wird bestätigt, ß Oesteiieich sich an den auswärtigen Höfen keineswegs M dpi est gegen die Annexion ausgesprochen hat. Auch fragliche Mittheilung in London soll besonders die .wehr der Boranssetziing, daß Oesterreich aggressiv aus- de, zum Gegenstände gehabt haben. Es ist wohl zu beachten, daß dies aus Berlin egraphirt wird. Auch bleibt es unbegreiflich, rrum man noch immer nickt erfährt, welche Be- ngung dann Oesterreich an seine Zustimmung lipft. —[Die„Nordd. Allg. Ztg."] erklärt auf e von uns mitgetheilteu Citate der„Volks- V itnng", daß sie„unter so verschiedenen Verhält- ssen, wie sie die Jahre 1862 und 1866 darbieten, nnoch keinen Anstand nimmt, jene, selbst ans dem Zusammenhange gerissenen Sätze, nochmals nuterschreiben" und fährt dann wie folgt fort: Wir sehen auch heut nur jene drei Wege zur Bil- ng einer deutschen Centralgewalt und entscheiden uns, !e natürlich auch damals, für die freie Vereinbarnug r Fürsten. Wir glauben auch heut, daß die Niederlage der eußisdien Politik im Jahre 1850 deshalb vvrauszu- zen war, weil diese Politik nicht auf das Land zählen iinle. Niemals wird die Politik der Golhaer im Volke oben gewinnen. Wir glauben ferner auch heut, daß die Regierung i einem Kriege der Sympathieen de« preußischen Vol- i versichert sein muß, und sind sogar der Meinung, ß sie heut derselben versichert sein kann. Wir sind auch heul der Meinung, daß es wohl- than ist, bei einem Kriege die auswärtigen Freunde zählen. Wir glauben auch heut, daß eine Annexionspolitik ch dem Schema der italienischen Einheitsbewegung für entschland nicht paßt. Wir glauben auch heut, daß es verwerflich ist, den ölkern Dinge zn versprechen, von denen man vorher- sieht, daß man sie nicht hallen kann, und sind auch heut der Meinung, daß das Prätorianerthnm für da« neunzehnte Jahrhundert keine wllnschenswerthe Regie- rnngsforin sein werde. Das heißt dock sich die Sache leickt machen! Also weder Annexionspolitik noch gothaische„mo- ralische Eroberung", sondern:„freie Vereinbarung der Fürsten". Wie stimmt das zu der seither vom gegenwärtigen preußischen Ministerium verfolgten und von der„Nordd. Allg. Ztg." vertretenen Po- litik? Was aber daö Programm selbst,„die freie Vereinbarung der Fürsten" beirifst, so ist es, selbst angenonime», daß eine„freie Vereinbarung der Fürsten" in dieser für das Souveränetätsgelüste eines jeden einzelnen so heikligen Frage möglich wäre, dem Zeitgeiste geradezu widerstrebend, daher unausführbar. Die Fürsten allein d. h. für sich vermögen heutzutage gar nichts, wenn nicht das Volk hinter ihnen steht. Ein Staat auf Bahonellen ist unmöglich geworden. Um aber noch einmal auf die Wahrscheinlichkeit oder Unwabricheinlickkeit einer„freien Vereinbarung der Fürsten" zurückzukommen, empfehlen wir der preußischen Officiösen einen Artikel des ministeriellen „Dresd. Journals", den man ihni aus Wien schreibt und der wie folgt lautet: Die Diversion, welche die„Nordd. Allg. Ztg." ver> mittelst der Bnndesreformfrage versucht, kann schon ans dem Grunde nicht ernst gemeint sein, weil dieses Blatt nickt gesäumt hat, die Versicherung zu ertheileu, daß in der pieußischen Anschauung bezüglich dieser Frage seit dem Frankfurter Fürstentage sich nichts geändert habe. Bekanntlich theilt nun aber die Mehrzahl der Bundes- regicriiiigen diese Anschauung nicht, auch kann in der inzwischen binsichtlich der Herzoglhünicr- Angelegenheit gemachtel, Erfahrung für die bnndestreueu Regierungen am wenigsten ein Motiv liegen, ihre Ueberzengung von der Nothwendigkeit der Anfrechlhallung des föderativen Princips im Deutschen Bunde zn ändern und sich zu der Doctrin von dem Veroredit der deutschen„Vormächte", wie speciell von der Nothwendigkeit der Verstärkung der Machtstellung Preußens in Deutschland, zn bekehren. Man kann also die Verständigung der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" in Bezug ans eine Wiederauf- nähme der Bnndesreformfrage durch preußische Initiative füglich vorläufig auf sich beruhen lassen. Gleichwohl ist dem genannten Blatte beizustimmen, wenn es sagt, daß die schleSwig-holsteinsche Frage in der Lundesreforni- frage enthalten sei; wenigstens ist dies in dem Sinne wahr, als die erstere sich zur deutschen Frage gestaltet hat, daher mit derselben ihre Lösung finden wird, wäh- rend der Versuch, sie als bloße Machtsrage zur Eni- scheidnng zu bringen, bereits als gescheitert zu betrachten ist. Und in der That wird sich dies practisch bewahr« heilen, fall« es zwischen Oesterreich und Preußen zum Bruch kommt. Denn in diesem Falle tritt an den deutschen Bund die Pflicht heran, den etwaigen Folge» eines sol- chen Bruches zwischen zweien seiner Mitglieder vorzu- beugen und vor allen Dingen für Ausrechthaltung des Besitzstandes Sorge zu tragen, während den betreffenden Bundesstaaten ihrerseits die Verbindlichkeit obliegt, etil- ander unter keinerlei Vorwand zn bekriegen. Es han- delt sich hierbei um Grundgesetze des Bundes(B.-A. Art. XL; W. Schl.-A. Art. XIX.), die bei keiner irgend denkbaren Reform seiner Organisation umgestoßen wer« den können, die daher Preuße» so gut wie Oesterreich sicherlich respectiren wird. Man sieht, die Bkeinungsdisferenzen sind nichts weniger als unerheblich. —[Die neue sie jammervolle Taktik der preußischen Fortschrittler-Partei] wird im „Deutsch. Wochcnbl." von seinem Berliner chh Cor- respondenten sehr lressend lächerlich gemacht, in- dem er schreibt: „Herr v. Bismarck ist auf dem Rückzüge," jubeln die Fortschrittler. Und woraus schließen sie das? Aus -dem Umstand, daß die Untersnchling gegen Schulze (vom Urbrei) niedergeschlagen, und die Verfolgung der Herren Twesten und Frenzel vorläufig aufgegeben worden ist. Unglücklicher Weise liegt gerade hierin ein Triumph des Herrn v. Bismarck, der von vorn- l herein gegen Gewaltmaßregelu im Inneren tzjar. Aus dem Gebiet der auswärtigen Politik, wo die Fortschrittspartei mit ihm ging, ist Herr v. Bismarck allerdings durchgefallen; aber die erwähn- ten Maßregeln beweisen, daß es ihm gelungen ist, auf dem Gebiete der inneren Politik mit seinen Au« schau n n gen gegen die Junkerpartei durch zu« dringen; und, wenn sich die Herren Fortschrittler des« halb freuen, so verrälh das einen traurigen Mangel an Takt und Urlheil. Halte die Regierung die Prozesse gegen Schulze, Twesten ic. fortgesühri, und Prozesse gegen andere Abgeordnete wegen deren Thätigkeit in der Kammer angestrengt— hätte sie etwa nicht den parla- nientarischen Kampf auf ein anderes, ihr weit gefähr- lichereL Feld hinübergespielt und den Fortschrittlern zn einem wohlfeilen Märtyrerthum, zn politischem Kapi« lal verhelfen? Mit der Taktik der Fortschrittsparlei in der Kammer konnte und kann die Demokratie nicht ein verstanden sein— eine geridilliche Verfolgung der Kam- mer-Mitglieder hätte ihnen die Sympathie des ganzen Landes zugewandt. Und daß Herr v. Bismarck ihnen diese prächtige Gelegenheit zur Popnlaritätshascherei ent- rissen hat, darüber jubeln die Leutchen! O heilige Einfalt!— Giebt es in der That etwas Erbärmlicheres als die Taktik dieser Leute, die, wie die„Volks- zeliung" es lhut, um die preußische Regierung zu ärgern, die österreichische verherrlichen und die Frei- heit in Oesterreich finden wollen, weil sie zu feige � und ohttmächlig sind, sie in ihrem preußischen Hei- mathlande herzustellen, indem sie, und mit Recht, das von ihnen als Mittel zum Zweck bctrachtele j Volk mehr fürchten, als ein strammes ministerielles � Regiment, das ihre parlamentarischen Souveräne- tätsgelüste zu zügeln versteht. Und diese Leute wollen Demokraten sein! Eine tvahre Affenschande! —[Die verlorene„Volks- Zeitung"], denn als verloren in den Augen der Arbeiter können wir sie getrost betrachten, muß jetzt, wie dies ja gar nicht anders möglich war, die alte i Wahrheit an sich erfahren, daß Schein und ! Täuschung nur vorübergehende Triumphe feiern. Immer mehr und mehr wird sie von den Arbeitern als daS erkannt, was sie eigentlich ist und was sie zu sein ehrlich zugestehen sollte: als ein Organ der liberalen preußischen Bourgeolsie. Hören wir, wie man neuerdings, es war am 14. � d. Mls., in Arbeiterkreisen Leipzigs über das Da« Programm oder die Zielpunkte, nach denen der' den ObertribunalSsprnch vom 29, Januar.— Die Per» , �„Botschafter" streben wird, braucht eigentlich nicht erst aichtung wurde am 15. d. M. von der hiesigen Prest- ' J. �. T':'....... devutalion anSaelvrockie» ttker' ergeben; der Grundzug seine« Wesen« muß, da er ein „Organ für Jedermann aus dem Volke" geuriheilt hat. DaS neueste„Deutsche Wochen- blall" enthält darüber folgenden Bericht: besonder« dargelegt zu werden, da sich dieselben um,?.»«>». v~~——— v. .st, ig. den 15. Mär,. Gestern Abend ging e« in der Grund, ng seine« Wesen« muß. da er-in wegen.1n-« ArM�ber"d-�.lben�«?�� dem ArbeilcrbildungSverein heiß her. Der Borstand, � de« Volke« ist noihwcndig ein demokratischer, und Maadebura slrnd voraeNenn viü B.lchluß.— Ju der„Berliner BolkSzeilung" hatte die Abschaffung des Organs für Jedermann aus dein Volke beschlosten. (Apropos„für Jedermann aus dem Volk" ist eine ganz richtige Bezeichnung, denn wer an der„V.-Z." Gesalle» findet, muß au« dem Volke heran« sein.) Als der Be> schlnß dem Verein initgetheilt wurde, erhob sich keine Stimme der Mißbilligung. Aber linter den Golhaern und milchwasterblauen Demokraten, welche die Linden- stadt unsicher mache», entstand ob der traurige» Mähr Heulen und Zähneklappern, verbunden mit nervösem Schtttteln der Köpfe und einem krampshaften Aus- und Abschnellen der respekliven ZungeninnSkeln.-- Genug, man erholte sich vom ersten Schreck»nd beschloß, Alles — vor Gericht, der Ches-Redacteur Abg. Hoppe, wurde au«§. 37 de« Preßges.tz-s zu 25 Tblr. Geldstrafe»nd, Betracht der Borbestrasungen, yim Verlust der eben auch ein sozial- demokratischer sein. Daß der„Botschafter" nicht um seiner Existenz willen den Mantel»ach irgend welchem Winde hängen wird,------------------,............„u liegt eben so klar, da er nur dem Volke gehört, und, Konzession a>« Herausgeber des Blatte« vernrtheilt. wo es gilt, stet« al« in dessen Austrage handelnd sich zu Es handelte sich um eine Anklage wegen Beleidigung betrachten, deshalb aber, und weil das Volk Wahrheit und Berlänmrnng des Ministerpräsidenten. Der be- und Gerechtigkeit heischt und verlangt, die Wahrheit auch treffende Artikel war während Hoppe'« Abwesenheit auf- in allen Fällen zu vertreten bat. genommen worden; da er aber keinen Stellvertreter be- Was der„Botschafter" speziell seinen Lesern bieten, stellt und auch den Herausgeber nicht namhaft machte, wie seine Haltung beschaffen sein wird, davon soll diese so traf ihn die Verantwortlichkeit und Strafe gemäß Probeniimmer das Bild geben.§. 37 des PreßgcsetzeS. Die als Tbeilnehmer an dem An Euch nun, Vereinsgenossen des Allgemeinen dent- Vergehen Mitangeklagten Mitredakteure wurde» sreige- scheu Cigarrenarbeiterverein«, richtet der„Botschafter" � sprachen, ebenso Hoppe und der Buchhändler Gebhards ' �° l't"a � 1>7»" r JUCV> sich mit der freundlichen Bitte, ihn, Euer Kind, Euer wegen der Anklage aus§. 40 de« Preßgesehe«(falsche aufzubieten, um die 9!>chtbestatigung des gölte, latterlichen Eigenthum, recht freundlich auszunehme» Angabe hinsichtlich des Kommissionsverlages).— An« B-fchluss-s von Senen des Ver-tus zu erwirken. Und f,, � Äreife.J fr wird dafür natürlich auch treulich Düsseldorf, vom 16.. berichte, die„Rhein. Ztg.": Heu"- wenn es sich um»ichtS Gefahrliche�der deu t. eldbeulcl anhören in Freude» und Leidensangelegenheiten. Morgen wurde vor dem Zuchlpolizeigericht wieder in Angreifendes Handell, können solche Golhaer und Milch wasser-Demokraien sehr thätig sein. Gester» Abend nun sollte der entscheidende Wurf geschehen. Die Ber> saminlung war zahlreich besucht, der Saal gedrängt voll. Der brave Vorsitzende, Bebel, stellte im Rainen des Vorstandes den verhängnißvollen Antrag, und begrllnbete ihn kurz, lieber die Debatte, welche sich entspann, nur ein paar Worte. Der Einzige, welcher die„Volksztg." durch Dick und Dünn vertheibigle, war ein Kolporteur fortschrittlicher Blätter, der also pro»ris et foeis stritt, und in Folge llbereifrigen Biergenusses in solche Be- geiflernng gerieth, daß es fast nölhig gewesen wäre, ihn zu entfernen. Kein anderer Redner gegen den Vorstand«. antrag verlheidigte das„Organ für Jedermann aus dem Volke"; � es hieß bloS, man iniisse auch den Gegner hören, und„so gut man die lBeust'sche) Leipziger Zeitz habe, solle man auch die„Volks-Zeitg." nebmen. Herr Liebknecht gab eine kurze Charakteristik und Geschichte de« edlen Blättleins, wie es sich unter Manteuffel und Bismarck geduckt, wie es»a b den Juni-Ordonanzen tapfer den Mund gehalten, die indireete Annexion Schleswig-HolsteinS befürwortet, das allgemeine Slinim recht verleugnet, das Koalilionsrecht bekämpft, die demo kralischen Gegner der Fortschrittspartei systematisch ver- leumdet, durch Zuriickweisnng berichtigender Erklärnu- gen die erste Regel de« journalisten Anstände« verletzt — wie e« auf dem Gebiet der auswärtigen Politik Bonaparte, den Mann de« Staatsstreichs, zum Genie und Freiheitsapostel gestempelt, ihm im Jtalicner-Krieg zum officiöfen Organ gedient, die mexikanische Expedition noch vor Jahresfrist als ein Wunder von Klugbeit ge- priesen, doch der Raum reicht nicht au« für da« lange Sündenregister. Herr Bebel schilderte dann noch speciell die Haltung der„Volks-Zeituug" in der Arbeiterfrage. — Bei der Abstimmung hatte„da« Organ für Jeder mann aus dem Volke" nur 17 Stimmen, schreibe siebe» zehn Stimmen; der Rest der Anwesenden, wenigstens 150 Mann, waren für die Abschaffung der Dnnckev Bernstein'schen Verdnnimnngs-Maschjne. Bravo! Ja, ja;„die Wahrheit bohrt sich durch." — fEiu neues Arbeiter- Orga»�, im wahren Sinne des Werls, ist in Leipzig in dem „Der Botschafler" betitellen Organ der deutschen Cigarren- Arbeiter entstanden, welches wöchentlich einmal unter der verantwortlichen Redaction von F. W. g ritz) die(Cigarren-Arbeiter) und Edmund Pretzsch in Leipzig erscheinen wird. Die Re- daction des Blattes sagt in ihrem Einfühxnngs- werte: Der beste Beweis, den der deutsche Arbeiter von seinen Fortschritte» auf dem Wege der Bildung und Gesittung geben kann, ist jedenfalls der, daß er die Presse für den Zweck der Fördernnq seines leiblichen und geistigen Wohles zu benützen strebt, und e« war daher ein erfreu- liches Zeichen der Zeil, al« bei dem während de« letzten Weihnachtsfestes in Leipzig abgehaltenen Cigarrenarbeiler- tage die daselbst aus den verschiedensten Gauen des beut- fchen Vaterlandes anwesenden Delegirten den Beschluß faßten, daß der Allgemeine deutsche Cigarrenarbeiterverein die Gründung eines Vereinspreßorganes anstrebte, und zu diesem Zwecke eine Commission für die diesfallsigen Vorbereitungsarbeiten ernannten. Die Commission ist dem ihr gewordenen Auflrage nachgekommen, und es tritt mit der gegenwärtigen Probenummer des„Botschafter" die reise Frucht ihrer Thätig- keil vor die Oeffentlichkeit. Der„Botschafter" ist nicht das Werk irgend welcher buchhändlerischen Speculation, sondern so recht eigentlich erwächst derselbe mitten auS den Arbeilerkreisen heraus. Vom Arbeiter für den Arbeiter gegründet, darf sich jeder dem Arbeiterpubliknm angehörende Leser dieses Blatte«! mit Stolz sagen, daß dies ein Resultat der Bildung und fortschreitenden Cultur der deutschen Arbeiter ist. v-..... r-n-"-------«»v» V v» i»wici-ci III nnd Euere Sache wird stets auch die seine sein müsse», zwei Fällen gegen die„Rheinische Zeitung" verhandelt. Run frisch an's Werk»nd rüstig geschafft. Der erste betras einen in Nr. 2 derselben enthaltenen Mit demokratischem Gruß und Handschlag! und„Rückblick" llberfchriebenen Artikel, der zweite eine In einem„Unser sociales Glaubensbe- Berliner Korrespondenz„Vom Landtage" in Nr. 43 de« kenntniff" llberschriebenen Artikel führt der Ver- genannten Blattes. Beide sollten Vergehen wider den fasser desselben. F. W. Fritzsche, ans. worauf das bekannten Haß- nnd V-rachlnngsparagraPb-n. event. Be- . rs gerichtet lein mnss. T er l eherzigenr werthe.lrtikel Redakteur»nd Verfasser anf 20 Thlr. lautet: Geldstrafe, event. 1 Woche Gtsängniß, welche« Straf- Da« Motto, das wir unserer Zeitung an die Stirn(.„„ß auch bezüglich der Berliner Korrespondenz, und geschrieben.») deutet die Hauptrichtnnz unser« sozialen.�ar wegen angeblicher Beleidigung des Ministerpräsi- Wirkens an.- venten, gegen denselben Angeschuldigten zur Anwendung Wenn ei» neue« dauerhaftes Gebäude errichtet wer. kam. Da« Blatt schreibt ferner: Rene Anklagen: den soll. so muß der gute Baugrund vorher von allem£ellte Mittag wurde der verantwortliche Redakteur wegen Geröll befreit werden. oer m Nr. 68(2. Blatt) veröffentlichten Rede, welche Wir wollen fleißig daran arbeiten, alles verwitterte>,er Abg. Jung in der Kölner Bürgerversammlnng ge- Gestein zu beseitigen, damit der Fels, auf den die Kirche pjt, vor dem Untersuchungsrichter vernonimen. der Gegenwart gebant werden soll, baulich werde, aus Nack der Anklage verstößt die Rede gegen den§. 87 des daß bald die Arbeit in ihren Tempel zum Heile der Zuafgesetzbuche«. Am 6. April steht der Termin zur Menschheit einziebe» möge; denn wir sind der festen V�dandlnng der Anklage wegen de« Artikels„Ferdinand Ueberzengung. daß einzig nur der Arbeit die Herrschaft g�jlj�alh im Daheim" in Nr. 313(2. Bali) a»; in gebührt; sie schafft die Annehmlichkeiten des Leben« und deniselben soll der Gymnasialdirector Herbst in Bielefeld veredelt die Sitte, sie ist da« Band der Gesellschaft aller � verleumdet" sein. Culturvölker, die Erhallerin de« Menschenthum«." München, 15. März. lUeber die Lei- .«ie muß zum Cnltns erhoben werden. Und(„na der Stgaksregierunas seit dem Dode wie noch jeder Cultu» seine Bekenner in den Reihen Wiaarsregierullgs eir dem Tode der Bedrückten und Armen zuerst gefunden und von da �--�KomgS Max II. Äußert sich d.e„Allg. Ztg." aus, die Welt erobernd, sich verbreitete, gleichsam als ob die ihm zu Grunde liegende Idee erst durch Roth nnd Elend befruchtet werden inüßte, so auch findet die Idee, daß die Arbeit die einzig rechtmäßige Beherrscherin der Gesellschaft sein müsse, ihre ersten Bekenner nnd opsermuthigen Streiter in den Reihen der Enterbten der in folgender treffender Weise: E« ist eine unleugbare Thalsache, daß da« Vertrauen de« Landes zur Regierung in den letzten zwei Jahren etwa« abgenouime» hat. Der Fehler, der si» durch alle Zweige des Staatsleben« geltend gemacht, ist Unsicherheil ünd Halbheit. Alles wurde angerührt, nicht« fest er- r v a k�lariffen Di- gewerblichen und die gemeindlichen Ver Gesellschaft', in der Arbeiterklasse, dadurch aber ist de Ieib{n unter der völligen Unklarheit de« ge- Ausspruch Lassall-», daß die A.b-»-r der Fel« sind, aus P�visorum«. dessen lange Dauer da« Ver- den die Kirch- der Gegenwart gebaut werden sou.ge, 9cby()lirf)n. Lösung mehr»nd mehr schwinden rechlsertigt und gewiß, wir tausche» uns nicht, wenn �r energische» Angriff der große» Kalamität wir die Zuversicht hegen, daß»nsern Frei nden gerade � � �„bn,jrthschaftlichen Kreditlosigkeit. scheint die Wahl diese« Motto« Besriedigung gewahrt. t................--.....-.....- Um der Arbeit die ihr gebührende Stellung zu er- kämpfen, geht zunächst unser Streben dahin, sie. die jetzt noch in de» Fesseln de« Kapitals und der Privilegien sibmachtet, zu befreien, sie ans einer Domäne des Kapi- tals zum Gemeingut Aller zn machen, ihr den vollen Erlrag zu sickern. Nicht mehr sollen müßige Drohnen im Ueberflnß des Honigseim« schwelgen, den die Arbeiter- biene» mit Mühe zusammengetragen, während diesen nur die Anstrengung bleibt und kaum soviel zuertheilt wird, als zur nothdürftigsten Fnstung eines jammervollen Leben« ausreicht. Der Kampf, in den wir durch diese« Streben ein- treten, ist ein schwerer, langer, erbitterter Kampf, aber einer im Bureau großgezogene» Verwaltung jede« Ver- ständniß zu mangeln. Das große Gesetzgebungswerk von 1361 droht an der Lauhaut der Behörden und dem Mangel einer Organisation der Vollzugsorgan- zu Grunde z» gebe». Der Richlerstand, ein früher kräftiger Stamm, jedoch von ziemlich empfindlichem Holz, kränkelt an Nadelstichen, die ihm in jüngster Zeit versetzt werden, und mehr noch an einer Organisation, die ihm jeden guten Nachwuchs abschneidet. Bei den an sich berech- tiglen Versuchen, den AnSwüchse» der Tagespresse enl- gegenzutreten, ist Mangel an System und Gesetzeskunde zu' beklagen. Da» Volksschulivesen und damit die Bil- dung und der gesetzliche Sinn ganzer Kreise liegen, wir sind zu jeglichem Opfer bereit und deshalb erfüllt namentlich im katholischen Theile Bayern«, im Argen, Ulis Siegesgewißheit. Wahrheit nnd Gerechtgkeit sind»"b leder Tag der Verzögerung einer Organisation, für »nsere nimmer zu vernichtenden Waffen und alle Freunde welche da« Land zu jedem Opfer bereit wäre, ist vom danernber Ordnung und gesicherter Ziistände werden ffebel. Ter consessionelle Friede, der im Lande so glück- als Kampfgenossen in unsere Reihen treten nnd. das � eh e� Wurzel� gefaßt� hatte, erscheint bedroht, und Banner der ewig unveräußerlichen Menschenrechte zum" Siege führen helfen. Da« ist: „Der letzte Kamps auf Erden, Der letzte heil'ge Krieg, Kein andrer Kampf kann werden, Folgt diesem erst der Sieg." Wir heißen das Blatt mit inniger Freude will- kommen. Möge eS in den Kreisen der Fachge- nossen, der deutschen Cigarren-Arbeiter, die weiteste Verbreitung finden! I M>, M.. W..W,.,„..v der höchste Ernst zur Erhaltung desselben nöthig. Es ist ein- bemerkenswertbe Thatsacke, daß die Ansänge der gegenwärtigen systematischen Opposition des bayerischen Episkopats aus nicht weiter al« zwei Jahre zurückreichen. Die Person des Monarchen selbst wurde in unverant- wörtlicher Weise dadurch bloßgestellt, daß reinen Pri- vatangelegenheiten, die mit der Liebe de« Volke« zu seinem König sicherlich nichts z» schaffen halten, der Mantel einer Staatsaction umgeworse» wurde, während umgekehrt große Regierungshandlnngen, wie die Ab- kürzung der Finanzperioden und die Amnestie, in einer _ tPrensiiicke Preß- Schicksale.) Confiscir t i Weise vor die Kammern gebracht und daselbst vertreten wurde hier: ein Sendschreiben de« Prof. Z-ckaria- über wurden, welche ihren Werth zu verdecken geeignet war. neu g Rechnet man dazu den Mangel zeglicher Befriedigung Da« Lassalle'sche Motto lautet: Die Arbeiter sind durch Slaatsaklion nach außen,»nd zwar in einer Zeit, der Kel« ans dem die Kirche der Gegenwart gebaut in welcher die auf allen Seiten des politischen Horizonts werden soll 0,6 � � � aufsteigenden Gewitter täglich drohender werden, so ist