Social- Demokrat. Diese Zeitung erscheint drei Mal wöchentlich und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Organ der social- demokratischen Partei. Redigirt von J. B. v. Hofstetten und J. B. v. Schweißer. Redaction und Expedition: Berlin, Alte Jakobstraße Nr. 67. Nr. 128. Berlin, Freitag den 20. Juli 1866. Pre was Bweiter Jahrgang. Def hen Au ger das rüd erft Ben im ind fon ben als Def wir Fra die den pla gär tag mel Kri Di fan ber den ein in ches weg ist der los Kri Abonnements- Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 15 Sgr., monatlich 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Königl. preußischen Boftämtern 15 Sgr., bei den preußischen Bostämtern im nichtpreußischen Deutschland 121/2 Sgr., im übrigen Deutschland 20 Sgr.( fl. 1. 10. fitdb., fl. 1. österr. Währ.) pro Quartal. 910 Bestellungen werden auswärts auf allen Bostämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß- Compagnie, Zimmerstraße 48a, sowie auch unentgeltlich von jedem„ rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate( in der Expedition aufzugeben) werden pro dreigespaltene Petit- Zeile bei Arbeiter- Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Colonieen und die überseeischen Länder: Mr. Bender, 8. Little New- Port- Street, Leicester- Square W. C. London. Agentur für Franfreich: G. A. Alexandre, Strassbourg, 5. Rue Brulée; Paris, 2. Cour du Commerce Saint- André- des- Arts. Mit Blut und Eisen" so sprach seinerzeit der preußische Minister präsident- ,, mit Blut und Eisen nur kann die deutsche Einheit geschaffen werden." Und er hatte Recht! Mochte das Werk der deutschen Einheit begonnen werden von oben durch Regierungsinitiative- oder von unten durch Volksinitiative, d. h. durch Revolution immer waren Blut und Eisen nö thig, um die hundertfach festgewurzelten Hindernisse zu überwinden. Kein großes Wert in der Weltgeschichte ist noch geschaffen worden ohne Blut und Eisen. Unsere Hoffnung war, daß die Nation in ihrer eigenen Sache die Initiative ergreifen, daß sie durch eine deutsche Revolution ein na tionales Deutschland schaffen werde. Diese Hoffnung hat sich nicht bewahrheitet; nicht das deutsche Bolt, die preußische Regie rung hat die Lösung der deutschen Frage in die Hand genommen und genommen und was entschei dend ist sie hat dies bis jetzt mit großem Erfolg und unter erstaunlicher Kraftentwickelung gethan. Die Aufgabe, welche, wie die Dinge that sächlich liegen, den national gesinnten Parteien, insbesondere der nationalen Demokratie, in die sem Augenblicke zufällt, kann nur darin bestehen, durch Einwirkung auf die preußische Regierung, das Schlimme, welches von ihr droht, möglichst abzuwenden, das Gute, welches von ihr kommen fann, möglichst zu erhöhen. Mit allem Nachdruck und unter Aufwendung aller seiner Kraft aber muß jeder, der ein Herz für das deutsche Vaterland hat, dafür einstehen, daß nicht das Vorgehen Preußens zu einem Verrath an Deutschland werde. Einen solchen Verrath an Deutschland aber rathen gleichzeitig die ,, Kreuz- Zeitung" und die ,, National 3tg." der preußischen Regierung an. Die Sachlage ist sehr einfach. Wir hofften die deutsche Einheit zugleich mit der deutschen Freiheit zu erringen. Angesichts der thatsächlichen Lage ist diese Hoffnung für den Augenblick geschwunden, aber wir haben wenigstens die Aussicht, einstweilen die Einheit zu erringen. lich sanktionirten Zerreißung unseres zusammen- Ihr habt gewagt solche Opfer vom Volke gehörigen Gesammtvaterlandes. zu verlangen und hr solltet jet wagen, die einzige Sache zu verrathen, die eine Entschuldigung für Euer Then sein kann? Dies aber gerade ist es, was in trauriger Uebereinstimmung das Organ des Junkerthums und das Organ des Fortschrittlerthums der preußischen Regierung anrathen. Die ,, Nat. 3tg.", nachdem sie ihren schwachmüthigen Lefern die Mainlinie mundgerecht gemacht, bemerkt: Wenn aus diesem Kriege, den Ihr begonnen, ein geeinigtes Deutschland hervorgeht, so wird die Nation das„ Blut und Eisen," das dieser Krieg gefoſtet, Euch gern verzeihen so Ihr aber dieses Blut und Eisen" nur gefordert Demnach werden sich alle Hoffnungen vorerst auf das habt, um aus einer schmachvollen Zersplitterung nördliche Deutschland beschränken müssen. Also nur ein unseres Vaterlandes eine noch schmachvollere Großpreußen, nur ein Kleindeutschland uördlich vom Zerreißung desselben zu machen, so ist klar, daß Main, hören wir rufen. Allerdings werden patriotische Ihr gewissentos genug waret, für Hoffnungen zerstört, wenn eine Grenzlinie in Deutschland gezogen wird. Aber wir dürfen uns nicht der elende dynastische Interessen das Herz. Nothwendigkeit der Dinge verschließen, wir müssen die blut unseres Volkes zu vergeuden. Thatsachen nehmen, wie sie sind. Mag der Name Deutschland für den Augenblick zu einer blos geogra phischen Bezeichnung herabsinken viel mehr bedeutete er politisch nach dem bisherigen Bundesrecht auch nichtwir ziehen einen mächtigen deutschen Staat, eine wirk liche politische Organisation in einem Theile Deutschlands vor. Begründen wir einen starken Kern; die Dinge find der verbürgten Unordnung und Nichtigkeit des Ganzen in das Rollen gekommen; das Uebrige wird folgen. hat man denn in Italien den Piemontesen einen Vorwurf daraus gemacht, daß sie sich 1859 auf die Tom barbei und die Herzogthümer beschränkten? So? Aber wenn man Italien in eine füditalienische und eine norditalienische Staatsschöpfung hätte theilen wollen hätten auch dann die Männer der italienischen Einheit ruhig ſtillgeschwiegen? Noch chnischer tritt der Gedanke in der Kreuz- 3tg." auf. In derselben heißt es: Mögen doch jene süddeutschen Regierungen einen perpetuirlich festen Bund schließen mit Desterreich und dabei die Frucht ihrer Saaten und Thaten voll genießen, wenn sie nur auch den Norden Deutschlands für sich sorgen lassen. Wollen sie das doch nicht, nun, so werden sie eben Krieg gegen uns führen müssen bis auf's Tz. Also der Süden soll machen, was er will, der Norden soll machen, was er will: Nordund Süd- Deutschland gehen sich in Zukunft nichts mehr an. Nein, nein, Jhr Herren, so steht die Sache nicht. Ihr sollet die Wahrheit hören. " sus Politischer Theil. Rundschau. Berlin, 19. Juli. Die wichtigste zur Zeit vorliegende Nachricht in Deutschland ist die Ablehnung der französischen Vermittelungs- Vorschläge durch den Kaiser von nachdem noch vorgestern Abends bekannt geworden, Desterreich, welche nicht mehr überraschen konnte, daß nicht einmal eine dreitägige Waffenruhe zu Stande gekommen. Aus Wien, 17. Juli, meldet nämlich ,, W. T. B."( über Paris): blir Die bisherigen Verhandlungen über Waffenstillstand resp. Friedenspräliminarien sind erfolglos. Das faiserliche Gouvernement rüstet sich, den Krieg energisch fort zusetzen. In Ober- und Niederösterreich, Kärnthen, Krain und Steiermark ist Volksbewaffnung anbefohlen. Die neueste ministerielle Nordd. Allg. 3tg." spricht sich unterm Gestrigen über die Situation wie folgt aus: giebig gezeigt; nicht einmal der Abschluß einer dreitägigen Das Terrain der Unterhandlungen hat sich unerWaffenruhe ist zu Stande gekommen. Nichtsdestoweniger scheinen die Negoziationen noch nicht vollständig abge brochen zu sein; denn weshalb wäre der französische Botschafter Hr. Benedetti nach Wien gegangen. Die nächsten Ereignisse von Bedeutung sind aber unzweifelhaft von der Aktion auf dem Kriegsfelde zu erwarten, bei welcher Preußens Armee sich durch ihre beispielslose Rührigkeit auszeichnet. In diesem Augenblick, wo wir schreiben, haben die auf Wien marschirenden Korps der E16- und I. Armee bereits Nieder- Defterreich betreten und stehen vielleicht schon vor Florisdorf. Denn vorgestern Morgen bereits hatte Prinz Friedrich Carl Lundenburg, diesen wegen Olmütz strategisch so wichtigen Ort besetzt, während die Elbarmee in Nieder- Deftereich, bis Jezeldorf, vorgebrungen war. Wenn der Kaiser Franz Joseph nicht noch in den letzten Augenblicken versöhn, Blut und Eisen," wißt Jhr, was in diesen Worten liegt? Es liegen darin die großen, die unnennbaren Opfer, die das Volk an Eigenthum, Gesundheit und Leben bringen muß. Es liegen darin die zerschmetterten Hirnschädel, die Das Gegentheil dieser Einheit aber ist eine abgenommenen Beine, die amputirten Arme dauernde Spaltung unseres Vaterlandes in Nord lebenskräftiger Männer, es liegen darin die lichen Rathschlägen Gehör leiht, so ist für die nächsten und Süd, die sogenannte ,, Mainlinie." An jeden Thränen der Verzweiflung, die aus den Augen Tage einer großen Schlacht entgegenzusehen. Die„ Times" Gedanken eher kann der Vaterlandsfreund sich trauernder Mütter, Töchter, Bräute auf die glaubt zwar, daß der österreichische Souverän vor den Thoren Wiens eine Entscheidungsschlacht nicht wagen gewöhnen, als an diesen Gedanken einer förm- frischen Gräber niederrinnen. werde. Das Blatt bemerkt: 11 meu unt Fr sche ver dock dert der ist Kra eine vor uns füb wel Kra unf für Wi rufe best ten Ver ne befo geft erbe nan fran find erfi ſei eine hei ma bar bur ber Tur und fad bet СЬ in en on te, 21, zu Det nd er rtin on " er en ger ge be Die el11, ofe wir er ent or 114 Ort is nz 11 ent ent ent DI, vie bei g. „ Die Muthlofigkeit, in welche die Armee in Folge geben, als eine Brigade derselben am 15. bei To- mit dem Hauptcorps wurde erst am 13. Morgens, an 13.Me ihrer wiederholten Verluste in Böhmen versunken ist, so bitschau ein Gefecht mit einer Brigade des preußi so daß vor Abend Aschaffenburg nicht zu erreichen wie die Größe der Interessen, die in der Residenz auf schen 1. Armeekorps angenommen hat. Das Re- war. General Vogel dagegen hatte es erreicht dem Spiele stehen, wird, wie wir zu glauben geneigt fultat hat vollständig den bisherigen Erfolgen der mit vogelartiger" Geschwindigkeit. Von der sind, den Kaiser von einem Entscheidungskampf in solcher preußischen Armee entsprochen. Nähe der Hauptstadt abhalten, und ehe die Preußen zu 3wei Kürassier Saale her hatte er im Fluge seine Truppen ſeitsRegimenter haben cem Feinde 16 Kanonen abge- wärts in's Mainthal geworfen, gegen Gemünden nommen, was ein Beweis ist, daß es sich nicht um und Lohr, diese uneinnehmbare Pforte von Unterein Preisgeben von Geschützen in verlassenen Schan- franken. Warum hatten die Frankfurter Generale zen, sondern um Eroberung derselben im Gefecht dort nicht längst, warum nicht wenigstens am 10. auf offenem Felde gehandelt hat. Mit der Besißnahme oder 11. schen Posto gefaßt? Auch wenn die Breuvon Tobitschau und Lundenburg ist nun die ganze gen am 14. nicht bei Aschaffenburg gestegt hätten, Marchlinie in Mähren, bis auf Olmütz in Preu- wären sie doch aus der Position Lohr- Gemünden ihrem Angriff bereit sind, wird hoffentlich eine Zusammen. kunst zwischen den beiden Monarchen stattfinden, die am Morgen nach dem Unglüd von Königsgrätz noch um so viel gelegener gekommen wäre." " 1 17 Aber nach anderen Nachrichten ist darauf nicht zu rechnen. Der französische Legations- Secretär, der zur Unterhandlung wegen der Waffenruhe nach Wien gesandt worden war, soll in der Hofburg einer so leidenschaftlicen Stimmung begegnet sein, daß weder über eine Bens Händen. felt werden, tie Berbindin von den nicht mehr zu vertreiben geweſen, und fonnten von Waffenruhe noch über Friedenspräliminarien Berhand- Preußen beseßt werden, um die Berbindung zwischen dort aus, sich verstärkend, stets mit Erfolg nach lungen eingeleitet werden konnten. Das österreichische Wien und Olmüß zu unterbrechen. Die österrei- rechts wie nach links Schläge austheilen. Wer Kabinet babe die Vermittelungs- Vorschläge Frankreichs, chische Armee im verschanzten Lager bei Olmüz Aschaffenburg hat, der hat Frankfurt. So erklärt die sich zunächst auf das Erlangen einer Waffenrube er war somit, vom Augenblicke der Besetzung Lunden- es sich, daß der Bundestag auf die erste Kunde streckten, entschieden zurückgewiesen. Eine soeben einge burgs an, gänzlich isolirt. In Folge davon hat vom Resultat des 14. seine Sachen zusammenpackte, troffene telegraphische Depesche beſtätigt den österreichi- and ein großer Theil der österreichischen Nordarmee um füdwärts, auf wie lange wohl? eine neue Heimath schen Entschluß, den Krieg fortzusetzen. Olmüz verlassen und ist am linken Marcufer gegen zu suchen, und daß am 17. Abends die Preußen in Die neueste preußische Prov.- Corresp." aber Preßburg marschirt, das feste Olmütz also eigener der alten Bundeshauptstadt ihren Einzug hielten. fagt: Vertheidigungsfähigkeit und dem Schuße einer In Desterreich ist man selbstverständlich, in der Nachdem die vorläufigen Friedensgrundlagen auf starten Garnison überlassen, während der Rest Presse wie in der Bevölkerung wüthend über die Grund des Einverständnisses zwischen Preußen und der ehemaligen Nordarmee zur Vertheidigung Perfidie" Frankreichs wie über die„ klägliche po= Frankreich festgestellt waren, wurden dieselben Seitens litische und militairische Rolle, welche der Rumpf der französischen Regierung in Wien ausdrücklich mitge. der Donaulinie nach dem Süden geeilt ist. theilt und empfohlen, um darauf den Abschluß eines Auf dem Kriegsschauplay am Main hat sich des deutschen Bundes spielt," während man in Waffenstillstandes und die Einleitung wirklicher Friedens der preußische General Vogel v. Faldenstein, Süddeutschland, besonders in Bayern, immer fübverhandlungen zu gründen. wenn die Dispositionen des vierzehntägigen Feldzuges ler gegen den österreichischen Bundesgenossen wird, In der Hoffnung, daß Oesterreich der von Frankreich von Thüringen bis Franken von ihm ausgegangen und, wie dies z. B. der Nürnberger„ Corresp. v. übernommenen Friedensvermittelung jetzt nicht wider sind, unstreitig als ein Meister der Strategie bewährt, u. f. Deutschland" thut, meint, Desterreich müsse streben werde, ließ sich unser König, nachdem er sein während die Oberbefehlshaber des 8. und 7. Bun- den offensten Aufschluß über seine Ziele und über Hauptquartier bereits nach Brünn verlegt hatte, berbei, desarmeecorps eine flägliche Unfähigkeit bewiesen die Mittel zum Ziele geben, wenn die bayerische unter Mitwirkung des bei ihm weilenden französischen Botschafters zugleich über eine vorläufige dreitägige haben, die gegenüber der Tüchtigkeit und Bravour Regierung noch länger der Sympathieen des VolBotschafters zugleich über eine vorläufige dreitägige ihrer Truppen sich nur noch fläglicher ausnimmt. tes für den gegenwärtigen Kampf sicher bleiben Waffenruhe mit Desterreich zu unterhandeln. In Wien aber war inzwischen in Aussicht auf das Wie konnte ein verhältnißmäßig kleines Armeecorps, soll, sonst könnten diese Sympathieen verdrängt Heranrücken der Südarmee der kurz vorher durch die wie das des genannten preußischen Generals, es werden durch ein blindes Anbeten des Gößen, Niederlagen in Böhmen gedämpfte Uebermuth von wagen, von einer so schmalen und durchschnittenen welcher Erfolg" heißt." Die Ernüchterung der Neuem erwacht: Preußens Forderungen, ungeachtet Operationsbasis aus, wie das Rhöngebirge und Bayern liegt nach der Augsburger Allg. 3tg." ibrer unzweifelhaften Mäßigung, riefen eine so leiden obere Fuldathal sie bieten, mitten zwischen zwei auch hauptsächlich in der bisherigen unverantwort schaftliche Erregung hervor, daß sowohl die Waffenrube, starke und wohlorganisirte Bundes- Armeen durch lichen Kriegführung. Das österreichisch- conservative wie, nach Mittheilungen aus Wien, alle Friedensverhand- zubrechen und bis an ihre tiefste und legte Ver- Augsburger Blatt bewillkommnet auch den Bundeslungen furz abgewiesen wurden. So sollen sich denn die Geschicke des verhängnißvollen bindungslinie durchzubringen, ohne daß diese Ar- tag in sehr eigenthümlicher Weise, indem es von Krieges ganz erfüllen. meen in combinirter Gegenbewegung es zermalm dem„ machtlosen, in der Luft herumzappelnden" Desterreich und seine Bundesgenossen, welche den ten?! Offenbar ist dies nicht auch nur der Wirkung Bundestage spricht, der beseitigt werden müsse, um Kampf heraufbeschworen und von Schritt zu Schritt des Zündnadelgewehrs zuzuschreiben. Hier sind einem deutschen Bunde Platz zu machen, gestützt unvermeidlich gemacht haben, werden mit der Verant- vielmehr ganz unverkennbar von Seiten der Bundes- auf Velksvertretung, in welchem Preußen mit erwortung auch die Folgen des weiteren Blutvergießens truppen- Befehlshaber große strategische Fehler gemacht weiterten Grenzen und in voller Gleichberechtigung zu tragen haben. und von anderer Seite glänzende strategische Ta- neben Desterreich Blaz nehmen könnte. Dagegen Die Forderungen und Bedingungen, welche Preußens lente entwickelt worden. Die Verdienste des preu giebt die Augsburgerin zu, daß Norddeutschland Mäßigung aufgestellt hatte, sind von Oesterreich zurückgewiesen und vereitelt: unsere Feinde werden es sich Bischen Generals sind aber um so höher anzu- von der Rückkehr zum Föderalismus mit Desterselbst zuzuschreiben haben, wenn mit den Anstren- schlagen, als es feine Aufgabe war, gegen einen reich nichts mehr wissen will. In Desterreich rechgungen und Opfern auch der Preis des Kampfes an Zahl vielfach überlegenen Gegner zu operiren. net man, wie gesagt, nicht mehr auf Napoleon und sich steigern muß. Beinahe geschlagen, halb im Rückzuge begriffen, nicht mehr auf die deutschen Bundesgenossen, sonwußte dieser General zu siegen. Bei Dermbach dern auf seine eigene Kraft. Das Volk in DesterDie preußische Kriegführung gegen die süddeutschen ließ er seine übel zugerichteten Corps vor den Augen reich ist bereit zu handeln, und fordert von dem Bundesgenossen Desterreichs wird nunmehr einen noch der siegesfrohen Bayern verschwinden und erschien Kaiser, daß er mit den alten Traditionen breche, fräftigeren Fortgang nehmen können, da nicht blos die durch einen prächtigen Flankenmarsch plötzlich am daß er die dem Volke verheißenen Rechte gewähre, in Preußen gebildeten vierten Bataillone jetzt ins Feld 6. d. Mts. mit seinen gesammelten und wohl dis- die verrotteten Zustände in der Verwaltung wie im rücken, sondern auch die Truppen der mit Preußen ver- ponirten Truppen in Fulda. Von dort marschirte Heere beseitige. Die Presse ihrerseits sorbert, daß u. s. w. bereits zur Theilnahme an den Operationen er zwei Tage später, am 8. d., aus, anscheinend man vom Feinde lernen, und nicht blos mit miligegen Gelnhausen, während das bayerische Haupt- tairischen, sondern auch mit politischen Waffen quartier sich weit hinter der Rhön gemüthlich auf fämpfen müsse. Dieser Hinweis auf die preußische Mellrichstadt und Neustadt zog. An eine etwa Proclamation an die Böhmen wird ernst genomnöthige Deckung der westlichen Rhön- Defiléen bei Brückenau dachte bayerischerseits Niemand. Am 8. d., Abends, sprengten einige Rürassiere auf der Rhönstraße nach Neustadt hinein und meldeten dort, daß Nach den neuesten Nachrichten vom öster sich Preußen im Sinnthale gezeigt hätten. Man reichischen Kriegsschauplaße haben die preu- wollte ihnen kaum Glauben schenken und that nichts, wenn Frankreich bewaffnet eintreten sollte, ßischen Truppen nunmehr auch den Boden des um einmal am rechten Orte Widerstand zu leisten. so wird das sicherlich eher gegen, als für Defterösterreichischen Stammlandes, das Erzherzogthum So rückten die Preußen am 9. d. ungehindert, ja reich geschehen. Jede Illusion muß nunmehr schwinDesterreich, betreten, und, wird der Vormarsch fast unbemerkt, nach Kissingen vor. Dort schlugen den. Unsere Diplomatie ist gegenwärtig noch in viel in der bisherigen Weise fortgesetzt, so stehen sie sich nun die Bayern am 10. und 11. d. Wits. wie heilloserer Weise getäuscht worden als im Jahre 1858, in 3 bis 4 Tagen an den Ufern der Donau. die Löwen und machten in der That den Preußen da der diplomatische Agent Desterreichs in Paris so Concentrisch auf den Straßen von Znaim und von den Saal- Uebergang mit Erfolg streitig. Diese lange nicht müde wurde, nach Wien zu berichten, daß die Beziehungen Frankreichs zu uns die besten seien, bis Nikolsburg her bewegen sich die Preußen auf die aber gingen ruhig einige Stunden weiter oben über der Neujahrsgruß des Jahres 1859 tam. Man muß Residenz des österreichischen Kaiserstaates zu. Daß den Fluß, und die Bayern mußten zurück. Sie gestehen, daß die Führung unserer Geschäfte in Paris sie auf dem Wege bis zu den Verschanzungen am nahmen darauf am 12. d. Mis. eine schlagfertige derjenigen zu Wien völlig würdig ist. Zu dem einzigen Bisamberg nächst Florisdorf noch ernsthaften Wider Aufstellung bei Schweinfurt und General Vogel Zwecke, um den Verdauungskitzel des großen Imperastand finden sollten, ist nicht anzunehmen, eben so v. Falckenstein ließ sie dort stehen. Er hatte Nöthi- tors an der Seine durch musikalische Vorträge zu stärwenig, daß ihr Vormarsch in der linken Flanke geres zu thun. Die Truppen des 8.( Frankfurter) ten, bedarf Desterreich keiner Diplomatie, und man bat von linken Marchufer her beunruhigt werden sollte. Bundes- Armeecorps waren nämlich am 12. Abends das Recht, zu fordern, daß in den bevorstehenden Fall Erst unmittelbar vor den Mauern Wiens, auf dem zu dem Entschluß gekommen, dem 7.( bayerischen) des in Desterreich herrschenden Systems alle Diejenigen denkwürdigen Schlachtfelde von Wagram wird das Armeecorps Hilfe zu leisten. Man wußte zwar mitverschuldet haben. Heute unterliegt es keinem Zweihineinzogen werden, welche das Unglück des Staates Glück der Schlachten noch einmal zu entscheiden natürlich in Frankfurt am 10. schon, wie schwer fel mehr, daß Preußen und Italien blos deswegen so haben. Die in Olmüß eingeschlossene österreichische jenes bei Kissingen angegriffen sei; man hatte Nach fed in bie Action eingetreten sind, weil sie des Rückhalts Armee hat insofern ein Lebenszeichen von sich ge- richten vom 11., vom 12, aber ausmarschirt in Paris sicher waren. Von diesem wußte jedoch unsere Und an einer anderen Stelle: ausgerückt sind. Der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin hat den Oberbefehl über ein neues in Sachsen aufgestelltes Korps übernommen. Das weitere Vorgehen Preußens dürfte vornehmlich gegen Bayern, als den Mittelpunkt der süddeutschen Unternehmungen gegen Preußen, zu richten sein. men, weil man weiß, daß die Sprache Preußens in Böhmen besser verstanden werden könnte, als es der lothringischen Dynastie lieb ist. Charakteristisch sind folgende Aeußerungen der„ Presse," die unterm 14. d. M. schreibt: